Die WESER REPORT-Ausgabe für Osterholz-Scharmbeck und Hambergen
SONNTAG, 28. MAI 2023
NR. 3653/19. JAHRGANG
Ihr Haus in Gegen guten die B74neu Händen.
16.000 Euro gespendet
Reise in die Vergangenheit
Neubau der Bundesstraße soll verhindert werden Seite 2
Angler haben ein Herz für kranke Kinder Seite 9
Auf dem Gut Sandbeck wird am 10. und 11. Juni das Mittelalterfest gefeiert Seite 6
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Demo in Hannover LANDKREIS Der Förderverein Moorexpress, der sich für eine Reaktivierung der www.prosb.de Zugstrecke einsetzt, will am Montag, 5. Juni, in Hannover für die Umsetzung seiner Forderungen demonstrieren. Die Versammlung ist für 13 Uhr vor dem Wirtschafts- und Verkehrsministerium in Hannover geplant. (joh)
Flohmarkt in Worpswede WORPSWEDE Der Begegnungstreff „Umme Ecke“ veranstaltet am Samstag, 3. Juni, von 11 bis 17 Uhr einen Flohmarkt. Verkäufer melden sich an unter umme-ecke@web.de, die Standgebühr beträgt 5 Euro. Der Flohmarkt findet auch bei schlechtem Wetter statt. (joh)
Kundenzentren geschlossen LANDKREIS In der Woche vom 29. Mai bis zum 2. Juni bleiben alle sieben Kundenzentren der Osterholzer Stadtwerke geschlossen. Grund hierfür ist die Bearbeitung und Überführung staatlicher Maßnahmen in die ITSysteme. Die Mitarbeiter sind aber telefonisch unter 04791 / 80 99 99 erreichbar. (joh) Anzeige
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Schmal war der Durchgang am Haus am Markt über Monate. Dort kamen keine Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Rollatoren durch, bemängelte der Kreisbehindertenbeauftragte Michael Schumacher. Am Donnerstag wurde die Baustelle verkleinert. Foto: Johannsen
Noch lange nicht barrierefrei In Kreisstadt und Landkreis stoßen Menschen mit Behinderung auf zahlreiche Hürden JA SM I N JOH A N NSE N O S T E R H O L Z -S C H A R M B E C K Wer eine Behinderung hat und im Landkreis unterwegs ist, der stößt auf zahlreiche Barrieren. Bei einem Rundgang durch die Innenstadt von OsterholzScharmbeck klärt der Kreisbehindertenbeauftragte Michael Schumacher über die Missstände auf, sieht aber auch den Willen zur Besserung. „Da war die Idee schon mal da“, sagt Schumacher und zeigt auf den Zugang zum Haus am Markt. Doch der eigentlich barrierefrei anmutende Aufgang ist viel zu steil. „Ohne Hilfe kommt man als Rollstuhlfahrer da nicht hoch.“ Überhaupt ist die Innenstadt ein echter Dorn im Auge für den Kreisbehindertenbeauftragten und die Einwohner mit Handicap, die er vertritt. „Hier gab es früher mal Behindertentoiletten“, erklärt Schumacher am Schlauchturm. Das ist allerdings schon bald zwanzig Jahre her. Im Haus am Markt gibt es zwar eine Behindertentoilette und auch im
Bahnhof findet man eine. Doch Redaktion bestätigt ein Mitarbeidiese seien nur zu den Öffnungs- ter der Dorle Herrmann Wohzeiten nutzbar, so Schumacher. nungsverwaltung, HausverwalDas WC am Schlauchturm sei ter vom Haus am Markt, dass das durch Münzeneinwurf rund um Problem im Laufe des Juni beseitigt werden soll. die Uhr nutzbar gewesen. Immerhin: Etwas hat sich Das Thema Toilette ist ein echtes Ärgernis für den Kreisbehin- durch die Nachfrage unserer Redertenbeirat. Die Mitglieder em- daktion bereits ergeben. Wie der pören sich bei beinahe jeder Sit- Haus-am-Markt-Ver wa ltungszung über den Zustand im Haus sprecher am Freitag bestätigte, am Markt. Denn wer hier auf das wurde die „Endlosbaustelle“ (Foto) auf der rechWC will und sehten Seite des Hinbehindert ist, tereingangs vermuss mindestens Wir müssen mehr kleinert. Jetzt mit einer dicken können RollstuhlBeule an der Stirn aufeinander achten fahrer und Menrechnen: Der Weg Michael Schumacher schen, die auf eiführt direkt auf nen Rollator anden Treppenaufgang zu, der unglücklicherweise gewiesen sind, wieder den Fußauf Kopfhöhe beginnt. „Mir wur- weg nutzen und müssen nicht de von der Hausverwaltung ge- quer über den Parkplatz hinter sagt, dass hier so schnell wie den Autos entlang gehen. Für Schumacher ein „Teilermöglich Abhilfe geschaffen werden soll“, so Schumacher. Das folg“. Er kämpft oft genug gegen Gespräch mit der für Schuma- die sprichwörtlichen Windmühcher nur schwer erreichbaren len an. Gerade erst war der BeiHaus-am-Markt-Verwaltung ha- ratsvorsitzende mit einem Vertreter des Landkreises unterbe im Winter stattgefunden. Seither hat sich augenschein- wegs. Der Grund: Nicht überall lich nichts getan. Auf Anfrage der funktionieren die akustischen Si-
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gnale an den Ampeln. Auf das sogenannte Freigebesignal (ein schnelles Piepen) sind sehbehinderte Menschen allerdings angewiesen, wenn sie eine Straße überqueren wollen. „Das ist natürlich richtig schlecht, wenn die Ampeln dann nicht funktionieren“, so Schumacher. Zwölf Anlagen habe Schumacher dem Verwaltungsangestellten gezeigt. Beim Landkreis räumt man ein, dass nicht alle funktionieren. Es gebe Handlungsbedarf. „Der Landkreis geht derzeit davon aus, dass die Mängel – je nach Verfügbarkeit von Material und Servicefirmen – noch im Sommer behoben werden“, so Verwaltungssprecher Sven Sonström. Dass viele Probleme nur zögerlich angegangen werden, nimmt Schumacher der Verwaltung von Stadt und Landkreis nicht übel. „Alle sind offen für meine Anliegen.“ Nur an der Umsetzung hapere es. „Wir müssen mehr aufeinander achten und uns öfter in die Lage von Menschen mit Behinderung versetzen. Dann wäre viel gewonnen.“
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