Anzeigenzeitung für Delmenhorst und Umgebung
SONNTAG, 2. FEBRUAR 2025
NR. 3438/35. JAHRGANG
Zeitzeuge in Ganderkesee
BBS 1 erhält Auszeichnung
Neue Ausstellung im Haus Coburg
Publikum auf Reise in dunkelstes Kapitel deutscher Geschichte
Pionierarbeit in digitaler Bildung und KI-Integration
„Forever Again“ beschäftigt sich mit der Rolle des Menschen im Ökosystem
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Entenrennen: Projekte gesucht Für das Entenrennen am 17. Mai sucht der Lions Club Gräfin Hedwig soziale Projekte und Organisationen, die mit dem Erlös unterstützt werden können. Wer ein Anliegen hat, kann sich mit einer detaillierten Beschreibung an E-Mail LCgraefin-hedwig@gmx.de wenden. Der Club sammelt alle Vorschläge, die bis zum 10. April eingehen. Dann fällt die Entscheidung. bbr
Bürgerdialog mit Buschmann Der FDP-Kreisverband Delmenhorst veranstaltet am morgigen Montag einen Bürgerdialog mit dem Generalsekretär der Bundes-FDP, Marco Buschmann. Er war bis zum Aus der Berliner Ampelregierung deren Justizminister. Beginn der öffentlichen Veranstaltung in der Markthalle ist um 17 Uhr. bbr
Erleichterung an der VHS Berlin hat die Finanzierung für Integrationskurse gesichert. Damit ist die Fortsetzung der Kurse bis Ende der vorläufigen Haushaltsführung garantiert. Jürgen Beckstette, Geschäftsführer der Delmenhorster VHS, sieht dies als „verlässliche Perspektive für das nächste halbe Jahr“. Die Nachfrage sei ungebrochen hoch. jz Anzeige
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Fischen im Trüben: Umweltschützer Tim Schmidt entnimmt eine Probe aus dem Graben beim Hoykenkamper Bahnhof.
Foto: Konczak
Sorge wegen Altlasten im Wasser Proben aus Oberflächenwasser in Hoykenkamp weisen schädliche Stoffe auf / Grenzwerte überschritten BR I T TA BU N T EM E Y ER
GANDERKESEE – Das Gestrüpp ist dicht gewachsen am Graben zwischen dem Bahnhof Hoykenkamp und der Querspange. Unscheinbar kommt der Wasserlauf daher. Doch genau hier lauert eine unsichtbare Gefahr, erklärt Tim Schmidt von der Organisation „Wasser ist ein kostbares Gut“. Altlasten in diesem Gebiet einer ehemaligen Ziegelei und vom Rüstungsstandort würden mittlerweile das Grundwasser bedrohen. Politiker und weitere Interessierte haben sich davon bei einer Veranstaltung vor Ort am vergangenen Wochenende selbst ein Bild gemacht. Das Delmenhorster Institut Lafu hatte im vergangenen März eine Wasserprobe aus dem Graben untersucht. „Bei Ergebnissen im Bereich der Straße Querspange wurde deutlich, wie gesundheitsschädlich das Oberflächenwasser der entnommenen Probe ist. Dabei überschritten Aluminium, Antimon, Arsen, Blei, Cadmium, Eisen und Quecksilber die Werte deutlich“, so Schmidt. Insbesondere dieser „Cocktail-Mix“ mit vielen giftigen Stoffen berge eine noch größere Gefahr für das Grundwasser. Beim Aluminium beispielsweise wies das Labor eine Menge von 0,622 mg/l
nach. Nach der Trinkwasserverord- und Waldschutz-Verein Delmennung 2001 beträgt der Grenzwert horst erklärte, dass auch er im Befür Aluminium 0,2 mg/l. In der reich am Holz in Hoykenkamp das Grundwasserverordnung 2010 ist Grundwasser im Jahr 2003 unternach Angaben des Niedersächsi- suchen ließ. Er wollte damals ein schen Landesbetriebs für Wasser- Grundstück kaufen, tat dies aber wirtschaft, Küsten- und Natur- nicht aufgrund ähnlicher Werte im schutz kein Schwellenwert festge- Bereich der heutigen Querspange. schrieben. Beim toxischen Halb- Die FDP wolle einen Antrag für den metall Arsen stellte die chemische Umweltausschuss stellen, Bündnis Untersuchung eine Menge von 90/Die Grünen Fragen zu der Pro0,050 mg/l fest, was 50 Mikro- blematik im Kreishaus Wildeshaugramm pro Liter entspricht. Der sen stellen. Grenzwert von zehn Mikrogramm Tim Schmidt, der sich mit seiner je Liter wurde damit deutlich über- Initiative schon lange für den lokaschritten. Ähnlich len Wasserschutz sieht es bei den übeinsetzt, hatte sich Die Anwohner rigen Stoffen aus. bereits im März Schmidt hat die sollten ihr Grundwasser vergangenen Jahstarke Vermutung, res an die Gemeinuntersuchen. dass die Altlasten, de Ganderkesee Tim Schmidt die wenige Meter gewandt. Antwort: unter der ErdoberMan wolle eine fläche liegen würden, auch im mögliche Gewässerverschmutzung Grundwasser sind. prüfen und, bei Nachweis, entspreDer Ortsvorsitzende des Heimat- chend handeln. Doch es sei nichts vereins Hoykenkamp Hartmut Fas- passiert, so der Umweltschützer. tenau zeigte sich bei der Vor-Ort- Sowohl die Gemeinde als auch der Tour erschrocken darüber, dass die Landkreis Oldenburg haben bisAltlasten durch den ansteigenden lang auf Nachfrage des Delme ReGrundwasserspiegel nun zum port keine Stellungnahme abgegeUmwelt-Problem geworden seien. ben. Schmidt wünscht sich, dass Beim Bau der Querspange sei man zumindest Schilder aufgestellt werimmer bemüht gewesen, dass nicht den, um die Menschen zu warnen. viel Fläche versiegelt wird. Hen- Zudem sorgt er sich um die Tiere, ning Suhrkamp vom Baumförder- die von dem Wasser trinken könn-
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OLDENB
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Sonntag nur in OLDENBURG
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ten, oder auch spielende Kinder. „Viele Menschen wissen einfach nichts davon. Die Anwohner sollten informiert werden und ihr Grundwasser untersuchen.“ Alle Teilnehmer der Veranstaltung waren sich einig über den Handlungsbedarf. Sie fordern, dass die Ergebnisse von Grundwasserproben für alle kostenlos öffentlich sein müssen. Zudem müsse ein Altlastenregister mit genauen Standorten erstellt werden. Denn auch an weiteren Orten wie Elmeloh, Almsloh, Bookholzberg und Hude gibt es Schmidt zufolge Altlasten und Deponien. Nicht zu vergessen seien die 18 ehemaligen Ziegeleien im Bereich der Endmoräne von Delmenhorst bis zum Hohenbökener Moor. Die Fließrichtung des Grundwassers soll laut dem Umweltschützer bedacht und untersucht werden. Schließlich könne das belastete Wasser auch in umliegende Gewässer gelangen, wie zum Beispiel den Randgraben in der Gemeinde Ganderkesee. Tim Schmidt lässt nun eine weitere Probe aus dem Graben am Bahnhof Hoykenkamp, die er in dieser Woche genommen hat, noch einmal im Lafu-Labor auf die auffälligen Schwermetalle prüfen. Mehr Informationen gibt es auf wasser27.de.
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