Anzeigenzeitung für Delmenhorst und Umgebung
SONNTAG, 11. JUNI 2023
NR. 3352/33. JAHRGANG
Rock-'n'-Roll-Festival
Vorsicht Verbrennung
Trinkwasserförderung
Der Flugplatz in Ganderkesee wird zur Bühne Seite 14
Wissenswertes über den Riesenbärenklau Seite 7
Wasserrechte des OOWV und geplante Standorte
Seite 10
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Heute: Verkaufsoffener Sonntag In der Delmenhorster Innenstadt ist heute viel los. Nicht nur das Streetfood-Festival und das Kulturprogramm der DEL-Kultur, sondern auch die offenen Geschäfte locken von 13 bis 18 Uhr in die City. Das Spielwarengeschäft Carl Otto veranstaltet zum Beispiel eine Dinosaurier-Entdecker-Tour. (klk)
Finissage im Haus Coburg Heute kann die Bildhauerei-Ausstellung „Die Abstraktion der Dinge“ im Haus Coburg an der Fischstraße 30 – bei freiem Eintritt – ein letztes Mal besichtigt werden. Zu 14 Uhr lädt die Leiterin des Hauses, Matilda Felix, zu einem Rundgang ein. Zeitgleich findet für Kinder ein Druckworkshop statt. Der Freundeskreis Haus Coburg rundet den Sonntagnachmittag mit Kaffee und Kuchen ab. (ble)
Jobcenter geschlossen Aufgrund einer dienstlichen Veranstaltung bleibt das Jobcenter Delmenhorst am kommenden Mittwoch, 14. Juni, geschlossen. Bei dringenden Fällen können die Mitarbeitenden telefonisch unter 04221/9 24 21 02 erreicht werden. (klk)
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Das rote Apotheken-A ist das Erkennungszeichen für öffentliche Apotheken in Deutschland. Die Vorgeschichte reicht bis in die 1920er Jahre zurück. Foto: Konczak
Protesttag der Apotheken Forderungen nach mehr Anerkennung und finanzieller Entlastung bundesweit am 14. Juni K I M L AU R A K O N R A D Nach dem Arztbesuch ist der nächste Schritt die Einlösung des Rezepts in einer Apotheke. Auch im Alltag sind diese Fachgeschäfte essenziell, wenn beispielsweise eine Erkältung naht oder der Verdacht einer Schwangerschaft besteht. Doch viele Apotheken fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen, viele müssen ihr Geschäft schließen. Damit ihre Bedürfnisse gehört werden, ruft die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Mittwoch, 14. Juni, zum bundesweiten Protesttag der Apotheken auf. „Wir wollen die Aufmerksamkeit für unsere immer kleiner werdende Berufsgruppe schaffen, um von der Politik nicht vergessen zu werden“, fasst Peter Bertram, Inhaber der Avie Apotheke in Ganderkesee, zusammen. Lieferengpässe, Personalnot und eine seit Jahren bestehende Unterfinanzierung seien Teil des Problems. „Weil die Bundesregierung in ihren Gesetzesvorhaben immer wieder die Probleme der öffentlichen Apotheken übergeht, destabilisiert sie die Arzneimittelversorgung in Deutschland“, heißt es von der Präsidentin der ABDA Gabriele
kosten ist das nicht mehr zeitgeRegina Overwiening. Die Forderungen sind auf ei- mäß“, so Schwirtz. „Diese Vergütung soll und muss nem zweiseitigen Papier zusammengefasst. Jüngst hatte angepasst werden, da auch wir Petra Piechotta (Grüne) eben jene Apotheken höhere Energiepreise, Liste als „Wunschzettel für den Mieterhöhungen und PersonalWeihnachtsmann“ betitelt. Dies kostenerhöhung erhalten und sostieß auf vehemente Kritik. „Ach- mit unsere Marge so weit in den tung und Respekt sind nicht vor- Jahren gesunken ist, dass immer handen“, äußert sich Axel mehr Apotheken schließen und Schwirtz, Inhaber der Flores Apo- somit die Versorgung der Bevölketheke in Hude, zu dieser Aussage. rung, vor allem in ländlichen GeDerselben Meinung ist auch Knut bieten, gefährdet ist“, ergänzt Hartmann, Inhaber der Löwen- Bertram. „Die Apotheken haben leider Apotheke in Delmenhorst. Laut ihm sei „die fehlende Wertschät- immer noch den Ruf, eine ‚Gelddruckmaschine‘ zu zung durch Politik, sein. Die ‚reichen‘ Krankenkassen, Zehn politische Apotheker. Das Ärzte und auch einiForderungen war früher. Heute gen Kunden“ Grund für diesen Protest. der Apothekerschaft kämpfen die meisten Apotheken um Schwirtz fasst die ihre Existenz. wichtigste Forderung zusammen: „Zuletzt wurde Manch ein Inhaber verdient wenidas Fixum der Arzneimittelpreis- ger als seine Angestellten“, rechverordnung 2004 erhöht. Seitdem net Hartmann vor. „Wird ein Rezept falsch ausgebeträgt dieses 8,35 Euro brutto. Das muss versteuert werden und füllt, haben wir die Arbeit. Wenn weitere 2 Euro werden als sogar zu spät entdeckt wird, dass Zwangsrabatt abgezogen.“ Dieses beispielsweise der Name des beFixum bezieht sich auf den Anteil, handelnden Arztes auf einem den eine Apotheke pro eingelöstes Krankenhausrezept nicht ververschreibungspflichtiges Medi- merkt ist, kann die Krankenkasse kament erhält. Dieses Abgabeho- die Bezahlung verweigern. Und norar soll laut Forderung auf 12 da kann es manchmal um vierEuro erhöht werden. „Durch In- oder fünfstellige Summen gehen. flation und steigende Personal- Dem Patienten ist geholfen wor-
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den und eigentlich ist kein Schaden entstanden, aber trotz erbrachter Leistung bekommt die Apotheke kein Geld“, weist Hartmann auf ein weiteres Problem hin. Während der Corona-Pandemie haben die Apotheken sehr viel abgefangen. „Wir sind in die Lücke gesprungen, haben Impfungen organisiert und Masken verkauft“, blickt Schwirtz zurück. Die Maskenabgabe war eine einmalige finanzielle Entlastung und trägt nicht zur langfristigen Problemlösung bei. „Apotheken bieten mehr als nur die Abgabe von Medikamenten. Wir trösten, geben Tipps und sind ein soziales Auffangnetz“, appelliert Schwirtz. Dabei thematisiert er auch, dass Apotheken an sechs Tagen die Woche geöffnet haben und für die Kunden erreichbar sind. Zusätzlich gibt es an Sonn- und Feiertagen sowie abends Notdienste. Am 14. Juni um 9.30 Uhr wird es in Oldenburg einen Protestmarsch geben. Jeder, der sich mit den Apotheken solidarisiert, kann sich diesem anschließen. In Delmenhorst und Umgebung verteilen einige Apotheken Flyer. Weitere Informationen und teilnehmende Apotheken sind unter abda.de zu finden.
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