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B ock horn / Veges ack / B lumenthal ■ Alleestraße Alleestraße Im Klinikum Bremen-Nord soll eine 93-Järhrige sieben Stunden gewartet haben, ehe sie auf Station aufgenommen wurde. Foto: Archiv
Lange Wartezeit in der Notaufnahme 93-Jährige verbrachte Stunden im Untersuchungszimmer / Klinikum nahm Stellung VON A N T J E SPI T ZN ER
BREMEN-NORD – Hilde Tauchert (Namen von der Redaktion geändert) möchte auf keinen Fall mehr in die Notaufnahme des Klinikums BremenNord. Die 93-Jährige war am Samstag, 3. Januar, 10 Uhr, per Krankenwagen eingeliefert worden, berichtete ihr Schwiegersohn. Um 17.30 Uhr sei sie auf Station aufgenommen worden. Nach den ersten Untersuchungen sei sie von den grellen Strahlen der Lampen im Untersuchungszimmer geblendet gewesen, habe nichts zu Essen und zu Trinken bekommen. Für ihre Notdurft habe man ihr
eine Pfanne gebracht, aber nicht wieder abgeholt. Nach etwa einer Stunde wollte sie sich dieser entledigen und sei dabei von der Liege gefallen, wobei sie die Infusion verloren habe. Blutend sei sie zur Tür gekrochen und habe dagegen geschlagen. „Nach dem Manchester Triage System soll die Wartezeit selbst bei einem Fall geringer Dringlichkeit 120 Minuten möglichst nicht überschreiten. Sieben Stunden ist eine extreme Missachtung dieser Maßgabe. Und da es sich um eine 93-jährige handelt, kommt der Verdacht der Vernachlässigung und sogar der unterlassenen
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Hilfeleistung auf“, sagte ihr Schwiegersohn. Beschwerden seien nun an die Bremer Ärztekammer und die Senatorin für Gesundheit gegangen, so der Schwiegersohn. Die Landesärztekammer habe die Beschwerde angenommen und werde sie auf ihrer Sitzung am 26. Februar behandeln. „Es tut uns sehr leid, dass sich die Patientin bei uns nicht gut betreut fühlte. Wir haben dies noch einmal zum Anlass genommen, den Fall genau zu prüfen. Aus unserer Sicht stellen sich die Abläufe etwas anders dar als vom Angehörigen der Patientin geschildert“, so
Timo Sczuplinski, Sprecher von Gesundheit Nord. Am Tag der Behandlung habe es ein hohes Patientenaufkommen in der Notaufnahme gegeben und Fälle, die deutlich schwerer gewesen seien und somit zuerst versorgt werden mussten, unter anderem eine 90-minütige Reanimation, bei der mehrere Kräfte gebunden gewesen seien. Die Patientin sei nach Ankunft trotzdem direkt triagiert, also „ersteingeschätzt“, worden und habe nach ärztlicher Absprache aufgrund von Dehydration und Durchfall nach etwa einer Stunde eine 1000-Milliliter-Infusion bekommen. FORTSETZUNG AUF SEITE 2
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