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Profile weiblicher Top-Managerinnen: Besondere Verantwortung
• Mehr als 50 Stunden pro Woche arbeiten die meisten der befragten Top-Managerinnen. Sie bevorzugen das hybride Arbeitsmodell.
• Fast alle Teilnehmerinnen tragen zusätzlich große Verantwortung für den Haushalt. In jedem dritten Haushalt gibt es keine externen Hilfen.
• Die Mehrheit der Teilnehmerinnen musste schon mindestens einmal das Unternehmen wechseln, um den nächsten Karriereschritt zu gehen.
Ökonomischer Ausblick und Strategie: Positiver Ausblick
74 % der Befragten sind Teil von DoppelverdienerPaaren.
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ESG: Steigende Relevanz
• Die Stakeholder-Nachfrage nach ESG-Reporting sowie -Transparenz nimmt zu, besonders bei Großunternehmen. ESG wird in Strategien verankert.
• ESG wird von den Befragten mehr und mehr als positiver Faktor für die Unternehmensperformance bewertet.
• Die meiste Aufmerksamkeit bekommt aktuell das „E“, der ökologische Aspekt, gefolgt von „Social“ und „Governance“.
67 % der Befragten berichten von gestiegener Nachfrage nach ESG-Reporting und -Transparenz.
• Neue wirtschaftliche Risikofaktoren wie Inflation und Rezession werden relevanter, doch die Wachstumsaussichten sind wieder positiver.
• Investitionen in die Weiterqualifizierung von Mitarbeitenden gewinnen gegenüber Investitionen in neue Technologie zunehmend an Bedeutung.
• Die Zahl der Beschäftigten soll in Unternehmen trotz technologiegetriebener Effizienzsteigerungen wachsen.
87% der Befragten halten Anpassungsfähigkeit aktuell für den wichtigsten Erfolgsfaktor für die Resilienz von Unternehmen. 03
Digitalisierung und Technologie: Treiber der Transformation
• „First Mover“ zu sein, ist bei der digitalen Transformation weniger wichtig als zuvor. Schnellere Entscheidungsfindungen bei Investitionen sind dagegen unerlässlich.
• Digitalisierung steht im Fokus – Initiativen sollen unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung nicht pausiert werden.
• Cyberkriminalität nimmt zu – das Sicherheitsgefühl der befragten Teilnehmerinnen aber ebenso. Die Mehrheit hält ihr Unternehmen für gut gerüstet.
73 % der Befragten halten Kooperationen bei der digitalen Transformation für erfolgskritisch.
Diversität und Inklusion der Geschlechter: Große Zuversicht
• Der Trend in der jüngeren Vergangenheit war positiv – und es werden weitere Fortschritte bei der Gleichberechtigung erwartet. Aufstiegschancen für Frauen im eigenen Unternehmen steigen.
• Drei von vier Befragten gehen von der Gleichstellung der Geschlechter in 15 Jahren aus. Diversität gilt als wichtiger Erfolgsfaktor.
• Trotzdem sind im Ist viele Befragte weiterhin mit Stereotypen und Vorurteilen konfrontiert.
06 Leadership in der Polykrise: Neue Chancen
• Die Folgen der Polykrise sind vielschichtig: Die Mehrheit sieht positive Aspekte, gleichzeitig nimmt die Komplexität der Aufgaben deutlich zu.
• Strategisches Denken und Führen sowie Flexibilität und Agilität werden die wichtigsten Kriterien für beruflichen Erfolg.
• Die Belastung steigt – Burnout-Symptome auf Führungs- und Mitarbeitendenebene nehmen in Zeiten der Polykrise zu.
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und ein Mitglied der globalen KPMG-Organisation unabhängiger Mitgliedsfirmen, die KPMG International Limited, einer Private English Company Limited byGuarantee, angeschlossen sind. Alle Rechte vorbehalten.
51 % der Befragten sagen, dass der „Old Boys Club“ in ihren Unternehmen noch existiert, 49 % erleben jedoch auch Support von einem „New Girls Club“.
64 % der Befragten erleben während der Polykrise einen positiven Spirit durch neue Möglichkeiten.
Liebe Lesende, nicht mehr eine Krise, sondern Polykrisen begleiten uns heute. Das bedeutet, dass mehrere teils miteinander verwobene Risikosituationen gleichzeitig auftreten. Für Unternehmen gilt es, angesichts geopolitischer und ökonomischer Risiken sowie der Megatrends Digitalisierung und ESG die eigene Resilienz zu stärken. Eine große Herausforderung, der sich die teilnehmenden Top-Managerinnen unseres Global FemaleLeaders Outlook 2023 gerne stellen. Sie sind trotz gestiegener Arbeitsbelastung optimistisch im Hinblick auf Unternehmenswachstum, sozialen Wandel, Gleichstellung der Geschlechter und eigene Karriereambitionen. Dies ist ein positives Signal im volatilen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld. Die Ergebnisse zeugen von Vertrauen in die Zukunft.
Mit dem Global Female Leaders Outlook 2023 setzen wir unsere Studienreihe fort, in der wir Perspektiven weiblicher Führungskräfte darstellen. Es ist unsere vierte Auflage. Seit 2018 haben an unseren Befragungen 4.195 Frauen aus mehr als 55 Ländern teilgenommen. In Zeiten tiefgreifender Umbrüche ist es essenziell, ihre Erfahrungen, Prognosen sowie distinkte Blickwinkel und Führungsstile separat zu berücksichtigen.
Gleichberechtigung ist ein zentraler Aspekt laufender Transformationsprozesse. Unternehmen erkennen: Diversität wird zum fundamentalen Erfolgsfaktor und als Werthebel unverzichtbar. Weibliche Führungskräfte leisten ihren Anteil, unsere Welt nachhaltiger zu gestalten.
Den Entscheiderinnen zufolge rücken mehrere persönliche Eigenschaften derzeit besonders in den Fokus, darunter Anpassungsfähigkeit und Weitsicht. Rapider technologischer Fortschritt, neue Stakeholderund Compliance-Anforderungen sowie Marktverwerfungen – etwa als Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine – machen schnelles Reaktionsvermögen und Flexibilität im operativen Geschäft genauso erforderlich
wie den Fokus auf strategische, langfristige Ziele. Diese Qualitäten befähigen die befragten Teilnehmerinnen besonders, in der Polykrise proaktiv Führungsfunktionen zu übernehmen.
Es zeigt sich unterdessen, dass trotz Fortschritten bei Diversität und Inklusion und verbesserten gesetzlichen Rahmenbedingungen noch viel zu tun ist. Noch immer sind etliche Frauen Vorurteilen ausgesetzt, noch immer wechseln sie häufig für den nächsten Karriereschritt das Unternehmen, noch immer sind sie in Leitungspositionen unterrepräsentiert, noch immer prägen Männernetzwerke vielerorts die Hierarchien. Um die Potenziale der gleichberechtigten Teilhabe ausschöpfen zu können, müssen Hürden weiter abgebaut werden.
Die Angaben der Teilnehmerinnen zeugen zudem von mehreren neuen Trends in Unternehmen: Digitalisierungsstrategien werden derzeit merklich adjustiert, die Weiterbildung der Mitarbeitenden gewinnt gegenüber Technologieinvestitionen an Bedeutung, und die Cyber Security ist gestärkt. Dies spricht dafür, dass auf den beschleunigten externen Wandel mit einem beschleunigten internen Wandel reagiert wird. Eine vielversprechende Entwicklung, die Unternehmen auch resilienter macht.
Unser Dank gilt den 839 Teilnehmerinnen aus 53 Ländern, die sich die Zeit genommen haben, mit ihren wertvollen Antworten zu der Studie beizutragen. Wir hoffen, dass Ihnen der vorliegende Global Female Leaders Outlook 2023 neue Erkenntnisse bringt und den Blick schärft für das Potenzial von weiblichen Führungskräften, Unternehmen resilienter und agiler zu führen.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.
Angelika Huber-Straßer, Regionalvorständin Süd, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
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