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Elene (Ukázka, strana 99)

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„Ich fahre in die Isarberge, also wenn Sie mich in die Richtung ein Stück mitnehmen.“ „Ach Mann, da haben Sie aber eine lange Strecke vor sich. Ich bringe Sie nach Groß Bunzlau, das werde ihnen helfen. Ach, das Iser Gebirge, “ verträumte sich der alte Kolomaznik, „dort hatte ich eine Frau, sie hieß Hamacek, gekannt. Kennen Sie sie zufällig?“ „Nein, die kenne ich nicht.“ „Na, ja, Sie sind erst Jüngling, die lebte dort schon vor dem Krieg. Die war eine Bombe. Wegen ihr hatten sie sich viele Jungs den Kopf zerbrochen. Ich war damals bei dem Militär. Na, ja, das waren noch Zeiten.“ Herr Kolomaznik schwieg einen Moment, und ließ seine Gedanken schweifen. Er sah aus, als ob er die Straße überhaupt nicht beobachtet, aber lenkte ganz sicher. Er kannte die Straße mit geschlossenen Augen. „Na, und die kannte ich auch“, sprach er nach einer Weile. „Wenn denn?“ fragte ihn Alfred verwirrt. „Die Hamacek doch, mit ihnen ist aber eine Unterhaltung, Mensch. Und wissen Sie wenn sie geangelt hatte?“ „Das kann ich nicht wissen.“ „Doch den alten Förster, den Vavra. So einen fast hundertjährigen Kerl aus den Bergen. Das war ein Goal, nicht wahr?“, bemerkte Kolomaznik und schob aus Freude den Alfred in die Schulter. Schnell musste er aber das Lenkrad anpacken, da das Auto in Schlingern geriet. Der Rest des Weges lief in der gleichen Weise ab. Alfred blieb still und nur halbherzig hörte er sich die Geschichten über die ehemalige Liebschaften des Herrn, die er liebte, sie kennenlernte und so weiter, an. Für eine kurze Zeit wurde Alfred der Sorgen los. Es dauerte nicht lange und sie erreichten die Stadt Bunzlau, am Stadtrand stieg Alfred aus. Die morgendliche Einsamkeit der fremden Stadt lag schwer am Alfreds Gemüt. Im Schein der aufgehenden Sonne bemerkte er, dass er

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an sich ein mit Blut verschmierten Mantel trägt. Nach der traumlosen Nacht und den nervenzerrenden Ereignissen sah es nicht gut aus. Diese ungünstige Situation brachte ihn dazu, dass er in der Aufregung den Mantel auszog, zusammen rollte und in den Straßengraben warf. Dann, nur im Hemd, schritt er weiter ins Stadtcentrum. In der Überzeugung, jetzt wäre er schon weit genug von Prag, beschloss er weiter mit dem Zug zu fahren. ***** Der alte Drabek humpelte nach Hause und gleich zwischen der Tür verlangte nach einem Schnaps, um sich zu stärken. „Mutter, gieß mir einen Sliwowitz ein, ich habe es genug!“ „Still, Vater! Du wächst den kleinen Hans auf. Also wie ist es denn?“ fragte neugierig die alte Frau Drabek, um Neuigkeiten zu erfahren. „Aber, ja, ganz gut ist es. Ich glaube, wir werden den Doktor hier unterbringen können. Dann hängt es nur von Anka ab. Ich habe aber ein Problem, die verdammte Capalova hatte mich gesehen.“ „Ich dachte sie wäre im Krankenhaus! Was machen wir jetzt?“ „Sie kann mir nichts nachweisen. Aber sie soll es nicht versuchen, ich werde ihr sonst zeigen, wer ich, der alter Drabek, bin!“ „Wir hätten damit nicht anfangen sollen, meine ich.“ „Ach schweige, du dumme Gans. Für solche Reden habe ich keine Zeit. Suche dir lieber Hausarbeit, und, vergiss nicht den Alfred bei seiner Rückkehr abzufangen. Er muss es von uns als erster erfahren.“ Drabek goss sich einen weiteren Schnaps ein, wälzte das Glas einiger Mal zwischen den Fingern, dann schnupperte an ihm und trank ihn auf einmal aus. . Gern würde er sich erholen wollen, aber Gedanken aus der Nacht jagten sich in seinem Kopf. „Das verdammte Gewissen, “ sagte er sich, „das muss ständig lästig sein. Aber mich kriegst du nicht, hörst du? Mich nicht!“, schrie er in die Stille. Es dauerte nicht lange und aus dem neben liegenden Zimmer ertönte das

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Kinderschrei. „Ach, du kannst schreien, ich tu es doch für dich, “ er murmelte nur halblaut vor sich und goss sich erneut das nächste Glas ein. Im Kopf begann er einen neuen teuflischen Plan zusammen zu spinnen. XX Den Tanvald erreichte Alfred in den frühen Morgenstunden, ganz erschöpft und niedergeschlagen stieg er aus dem Waggon als letzte Reisende. Er sah noch zwei, drei Gestalten, die aber wie die Dampfreste schnell im Bahnhofsgebäude verdufteten, und blieb in kurzer Zeit dort ganz allein. Noch ein Paar Sekundenschute er sich um, in die Richtung, wo sich die Schienen im Licht der ersten Sonnenstrahlen verloren. Die Gedanken , dass er nach dem misslungenen Versuch Elene zu befreien weglief, dazu den Kampf um sein Leben und die Leiche eines fremden Mannes, das belastete ihn schwer. Er ahnte es, dass die Ereignisse der letzten Tage sein bisheriges Leben bedeutend beeinflussen werden. Wird er sich vor der Polizei verstecken müssen? Wird er überhaupt noch eine Chance haben die Elene zu retten? Wird er sie noch jemals sehen? In seinem Kopf jagten sich seine Gedanken wild durcheinander. Und er hatte keine Vorahnung, was ihn noch in der nächsten Zeit erwartet. Das kleine Städtchen wachte langsam auf, in Fenstern blickten die Lichter auf, überall herrschte noch tiefe Stille, die nur durch die Hahnenschreie und das Hundebellen unterbrochen wurde. Alfred entfernte sich vom Bahnhof mit langsamen schleppenden Schritten in die Richtung nach Hause. An einer Hausecke kreuzte plötzlich Frau Drabek seinen Weg. „Herr Doktor! Herr Doktor! So ein Unglück, “ lamentierte sie theatralisch als sie ihn bemerkt hatte. „Was ist passiert? Hatte sich jemand verletzt?“ ganz nüchtern und professional reagierte er darauf. „Als sie unterwegs waren brannte in der Nacht ihr Haus ab. Wir taten alles, was in unseren Kräften war, mein Mann setzte sein Leben ein, aber alles vergeben, so fürchterlich vergeben.“ Ihre Schau beherrschte sie einwandfrei.

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