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Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V.
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Dr.-Ing. Stefan Klotz
Vorsitzender
Foto: LSBG Hamburg
Vorwort des Vorsitzenden
Liebe Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser, wenn ich auf das Jahr 2025 zurückblicke, dann sehe ich vor allem eines: eine FGSV, die verlässlich arbeitet – und gleichzeitig mutig weiterdenkt. Nach dem besonderen Jubiläumsjahr 2024 war für uns schnell spürbar: Der Blick nach vorn ist nicht weniger wichtig als der Rückblick. Denn die Themen, die unsere Infrastruktur und damit auch unsere Fachwelt bewegen, sind drängend – und sie verlangen nach Lösungen, die tragfähig, praxisnah und langfristig sind.
Der Vorstand hat die FGSV im Berichtsjahr in zwei Präsenzsitzungen begleitet sowie in einer Strategieklausur zur Entwicklung unserer wichtigen Vereinigung mitgewirkt. Für mich waren diese Termine mehr als reine Pflichtformate – sie waren Gelegenheiten, gemeinsam Prioritäten zu schärfen, neue Entwicklungen ehrlich zu bewerten und Entscheidungen vorzubereiten und dann auch zu treffen, die der FGSV Stabilität und Richtung geben.
Drei weitere Schwerpunkte haben uns im vergangenen Jahr besonders beschäftigt.
Erstens: der fachliche Austausch im Jahr zwischen unseren Kongressen. Veranstaltungen sind für die FGSV weit mehr als ein Programmpunkt im Kalender – sie sind der Ort, an dem Diskussionen entstehen, Erfahrungen geteilt werden und unser Netzwerk lebendig bleibt. Dieses Miteinander ist ein Teil unserer Stärke, gerade in Zeiten, in denen Veränderungen schneller kommen, als man sie manchmal in Gremienbeschlüssen abbilden kann.
Zweitens: Forschung und Zukunftsfähigkeit. Wir haben 2025 wichtige Schritte unternommen, um die Forschung in unseren Fachdisziplinen strategisch weiterzuentwickeln und so auf neue Anforderungen zu reagieren. Besonders deutlich zeigt sich das in der Weiterentwicklung der Kommission 6 und im Start des D-A-CH-Forschungsprojekts „Klima-Check Infrastrukturplanung“. Resilienz und Klimaanpassung sind keine „Zusatzthemen“ – sie gehören in die Mitte dessen, was wir als fachliche Grundlagenarbeit verstehen.
Und drittens: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz – nicht als Selbstzweck, sondern als Unterstützung für die Praxis. Mit dem Ausbau des E-Learning-Projekts „FGSV-Wegweiser“ schaffen wir ein modulares
Lernangebot, das Ehrenamtliche in der Gremienarbeit stärkt und den Einstieg für Außenstehende erleichtert. Parallel dazu sind die Fortschritte beim BIMObjektkatalog und in der STLK-Parametrisierung sowie die konkretisierte Roadmap des QA 8 wichtige Bausteine dafür, dass Standards nicht nur fachlich exzellent, sondern auch digital anschlussfähig sind.
Was mich dabei besonders freut: Hinter diesen Themen stehen Menschen, die Verantwortung übernehmen – ehrenamtlich, engagiert, oft zusätzlich zum anspruchsvollen Berufsalltag. Dieses Engagement ist nicht selbstverständlich. Und es ist der Grund, warum die FGSV auch 2025 wirksam sein konnte. Inhaltlich fundiert, gut vernetzt und mit einem klaren Blick für das, was die Praxis braucht.
Mein Dank gilt deshalb allen, die die FGSV im vergangenen Jahr getragen und gestaltet haben. Mein Dank gilt unseren Mitgliedern, den Mitarbeitenden in den Gremien, er gilt unseren Partnern und er geht nicht zuletzt und ganz besonders an die Teams in den Geschäftsstellen, die Tag für Tag dafür sorgen, dass aus unseren Ideen konkrete Ergebnisse werden.
Der Jahresbericht 2025 zeigt, wie vielfältig unsere Arbeit ist und wie viel Substanz in ihr steckt. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und lade Sie herzlich ein, die FGSV auch weiterhin aktiv zu begleiten: mit Expertise, mit Diskussion, mit Ideen und Impulsen. Denn genau daraus entsteht das, was am Ende zählt. Ein gemeinsames Verständnis von Qualität und Fortschritt, von Sicherheit und von einer Standardisierung im Straßen- und Verkehrswesen.
Dr.-Ing.
Stefan Klotz Vorsitzender der FGSV
Aus dem Vorstand
Sitzungsraum in der Berliner Geschäftsstelle
Der Vorstand hat die FGSV im Berichtsjahr 2025 in zwei Präsenzsitzungen (11. April in Oberhausen, 14. November in Prisdorf) sowie im Rahmen einer Strategieklausur am 22. September in Köln begleitet und zentrale Weichenstellungen für die Weiterentwicklung der Vereinsarbeit vorgenommen. Schwerpunkte waren die Stärkung des fachlichen Austauschs über Veranstaltungen, die Weiterentwicklung von Forschung und Regelwerksarbeit sowie die konsequente Fortführung der Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsaktivitäten.
HIGHLIGHTS
• Ausbau des E-Learning-Projekts „FGSV-Wegweiser“ als modulares Lernangebot.
• Nachhaltigkeit weiter verankert: Arbeit der Kommission 6 und Start des D-A-CH-Projekts „Klima-Check Infrastrukturplanung“.
• BIM im Regelwerk weiterentwickelt: Fortschritte bei BIM-Objektkatalog und STLK-Parametrisierung.
• Forschung und Regelwerksforschung gestärkt (u. a. Bitumen/Temperaturverhalten, LFG-Messkampagne (Leichtes Fallgewichtsgerät), Befragung zum Einsatz der R-FGÜ).
Fachlicher Austausch und Veranstaltungen
Die FGSV blieb 2025 eine zentrale Plattform für Wissenstransfer und Vernetzung – mit großen Tagungen und Kolloquien (u. a. Landschaft, Asphalt, Beton, Straßenbetrieb, Intelligentes Verkehrsmanagement). Parallel wurden wichtige Termine für 2026 vorbereitet, insbesondere der Deutsche Straßen- und Verkehrskongress in Wiesbaden (14.–16. Oktober 2026) sowie Leitveranstaltungen im Umfeld von BIM/OKSTRA und Asphaltbauweisen.
Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Forschung
Das E-Learning-Angebot wurde weiter ausgebaut und bildet eine zunehmend wichtige Unterstützung der ehrenamtlichen Gremienarbeit. Im Nachhaltigkeitsbereich wurden Inhalte und Schnittstellen (u. a. Klimaschutz in der Straßenplanung) weiter konkretisiert; der „Klima-Check“ startete als D-A-CH-Forschungsvorhaben. Im Bereich BIM wurden Roadmap und Umsetzungsbausteine (Objektkatalog, STLK-Parametrisierung) weiter vorangebracht. Forschung und Regelwerksforschung wurden durch laufende Projekte, Abschlüsse und neue Untersuchungen praxisnah flankiert.
Gremienarbeit, Berufungen und Internationales
Die inhaltliche Arbeit der Gremien wurde fortgeführt und anstehende Berufungen wurden vorausschauend vorbereitet. International wurde der Austausch u. a. über D-A-CH und PIARC gepflegt; für 2026 sind weitere internationale Meilensteine vorgesehen.
Ausblick
2026 stehen der weitere Ausbau der digitalen Angebote (E-Learning), die Verstetigung der Nachhaltigkeitsarbeit, die Operationalisierung der BIM-Roadmap sowie die Vorbereitung großer Fachformate – insbesondere des Deutschen Straßen- und Verkehrskongresses 2026 in Wiesbaden – im Mittelpunkt.
Aus den Geschäftsstellen
Die Geschäftsstelle Köln ist das organisatorische Zentrum der FGSV und arbeitet eng mit dem Vorstand, den Arbeitsgruppen und Querschnittsausschüssen zusammen. Sie übernimmt zentrale administrative und koordinierende Aufgaben – von der Mitgliederbetreuung und Pflege der Mitgliederdaten bis zur Organisation von Sitzungen, Tagungen und Veranstaltungen. Ebenso zählt die Unterstützung bei der Erstellung und Veröffentlichung technischer Regelwerke (in Zusammenarbeit mit dem Verlag) zu den Kernaufgaben.
Die Geschäftsstelle Berlin stärkt die Präsenz der FGSV in der Hauptstadt und unterstützt die FGSV in fachlichen und institutionellen Aufgaben durch die zwei Sitzungsräume mit moderner Technik. Sie ist eine wichtige Schnittstelle für Austausch, Kontakte und Koordination – auch mit Blick auf bundesweite Themen und Partner –und trägt als regelmäßiger Gastgeber von Fachbegegnungen zur Sichtbarkeit der FGSV im nationalen und internationalen Umfeld bei. Zur weiteren Stabilisierung der Aufgaben und Abläufe wurde das Team in Berlin um eine neue Kollegin erweitert.
Schwerpunkte und Entwicklungen 2025
Die Geschäftsstelle in Köln stärkte die Sichtbarkeit der FGSV durch kontinuierliche, zielgerichtete Kommunikation: Social Media (u. a. LinkedIn und Instagram), Pressearbeit sowie interne Kommunikation zur Unterstützung der Gremienarbeit und zum Wissensaustausch – insbesondere mithilfe digitaler Tools und klarer Kommunikationsstrukturen.
Veranstaltungsmanagement und Service für die Fachwelt
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der professionellen Organisation und Begleitung der FGSV-Veranstaltungen – von Fachkolloquien bis zu größeren Tagungsformaten – inklusive Teilnehmendenservice, Abstimmungen mit Programmverantwortlichen sowie der kommunikativen Begleitung über die relevanten Kanäle.
Digitalisierung und Prozessoptimierung
Die Geschäftsstelle arbeitete an der Weiterentwicklung digitaler Arbeitsweisen und interner Abläufe. Ziel war es, Prozesse in Mitgliederverwaltung, Veranstaltungsorganisation und Gremienkommunikation effizienter, transparenter und nutzerfreundlicher zu gestalten.
Organigramm der FGSV
Verkehrsplanung*
Straßenentwurf*
AG 2
AG 3
Verkehrsmanagement*
Querschnittsausschüsse
Aufbau der FGSV ruhend ruhend
Mitgliederversammlung
Vorstand Geschäftsführung
Beirat
Infrastrukturmanagement*
AG 1 AG 4
Koordinierungsausschuss Verkehr
Koordinierungsausschuss Bau
Qualitätsmanagement
Kommission 1
Kommunale Straßen
Kommission 2
Forschungsprogramm Stadtverkehr
Kommission 4
Güterverkehr
Kommission 5
Nachhaltigkeit
Kommission 6
Arbeitskreisen
AG 8
AG 5
Gesteinskörnungen, Ungebundene Bauweisen* Erd- und Grundbau*
AG 6
Asphaltbauweisen*
AG 7
Personal und Organisation Mitgliederstatistik der FGSV
Verstärkung im Gremienbüro
Seit dem 01.11.2025 verstärkt Regina Engels das Gremienbüro der FGSV in Vollzeit. Als gelernte Einzelhandelskauffrau und mit einem Bachelor of Professional im Bereich Finanzwirtschaft bringt sie eine solide kaufmännische Grundlage sowie ein ausgeprägtes Organisationsverständnis mit. Zuletzt war sie in der Bewerberadministration einer privaten Hochschule tätig. Mit dieser Erfahrung trägt sie zur weiteren Stabilisierung der Abläufe in der Gremienbetreuung bei und stärkt die Servicequalität für Gremien und Mitglieder nachhaltig. Zudem wird sie die FGSV künftig auch bei Veranstaltungen unterstützen und dort als Ansprechpartnerin mitwirken.
Bibliothek / Information und Dokumentation (IuD)
Mit Frau Marie Luise Jansen verabschiedet die FGSV eine Kollegin in den Ruhestand, die als Leitung der Bibliothek sowie des Bereichs Information und Dokumentation (IuD) über viele Jahre hinweg die Arbeit der Geschäftsstelle wesentlich geprägt hat. Sie war eine hochgeschätzte Ansprechpartnerin – fachlich versiert, äußerst verlässlich und mit einem außergewöhnlich breiten Wissen über die FGSV, ihre Strukturen und ihre Geschichte. Dieses Wissen hat sie in ihrer täglichen Arbeit konsequent eingebracht und für Mitarbeitende wie Gremien jederzeit zugänglich gemacht. Für ihre langjährige, engagierte Unterstützung danken wir ihr sehr herzlich und wünschen ihr für den neuen Lebensabschnitt alles Gute.
Seit dem 01.12.2025 hat Frau Janine Ditscheid die Leitung der Bibliothek/IuD übernommen und knüpft mit einem breiten Erfahrungsprofil sowie ausgeprägter Service- und Beratungskompetenz an die erfolgreiche Arbeit des Bereichs an. Sie bringt nahezu 30 Jahre Berufserfahrung sowie fundierte Zusatzqualifikationen mit, darunter systemisches Coaching und Teamcoaching, DISG-Training und Big-Five-Persönlichkeitsdiagnostik; ihre Ausbildung als Diplombibliothekarin unterstreicht zudem ihre Stärke in Struktur, Informationsmanagement und verlässlicher Zuarbeit. Damit schafft sie beste Voraussetzungen, um die Arbeit in hoher Qualität fortzuführen und zugleich wichtige Impulse für Zusammenarbeit und Weiterentwicklung zu setzen.
Ausblick
Mit den personellen Übergängen zu Beginn des Jahres 2026 stellt die Geschäftsstelle Köln die Kontinuität in zentralen Servicebereichen sicher. Parallel bleibt die Weiterentwicklung digitaler Abläufe und eine effiziente, transparente Unterstützung der Gremien- und Vereinsarbeit ein wesentlicher Schwerpunkt.
Zum 31. Dezember 2025 zählte die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) insgesamt 2.437 Mitglieder (Vergleich: 31. Dezember 2024: 2.406 Mitglieder).
Entwicklung der Mitgliederzahlen
Die Mitgliederentwicklung der FGSV zeigt im Vergleich zum Vorjahr einen erfreulichen positiven Trend: Zum 31. Dezember 2025 gehörten der Forschungsgesellschaft insgesamt 2.437 Mitglieder an – das sind 31 Mitglieder mehr als zum 31. Dezember 2024 (2.406). Damit bestätigt sich eine stabile und wachsende Bindung an die FGSV und ihre Arbeit als fachliches Netzwerk und Plattform für Regelwerksarbeit, Forschung und Austausch.
Die folgende Übersicht zeigt die Verteilung der Mitglieder auf die verschiedenen Gruppen:
Anzahl Anteil in % Straßenbaufirmen 532,2 Sonstige Unternehmen 1847,5 Ingenieurbüros / Institute 60124,7 Bund und Länder 200,8 Städte und Gemeinden 1787,3 Verbände 512,1 Einzelmitglieder 1.33354,7 Mitgliedschaften auf Gegenseitigkeit 170,7 Gesamt
2.437100,0
Von den insgesamt 2.437 FGSV-Mitgliedern haben 82 Mitglieder (aus 14 Ländern) ihren Sitz im Ausland.
Vielfalt und Vorteile der Mitgliedschaft
Die FGSV vereint Mitglieder aus unterschiedlichen Bereichen der Straßen- und Verkehrswesen-Branche, von Unternehmen über öffentliche Institutionen bis hin zu Einzelpersonen. Diese Vielfalt fördert den Austausch von Expertise und trägt zur Weiterentwicklung technischer Regelwerke bei. Mitglieder profitieren unter anderem von exklusiven Fachinformationen, einem umfassenden Netzwerk und der Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung von Standards mitzuwirken.
Mit Blick auf die Zukunft setzt sich die FGSV dafür ein, die Mitgliederbasis durch gezielte Ansprache neuer Zielgruppen zu stärken und die internationale Zusammenarbeit weiter auszubauen.
Informationen zur Mitgliedschaft
Sie haben Fragen zur Mitgliedschaft oder möchten sich weiter über die Vorteile einer Mitgliedschaft in der FGSV informieren? Unsere Mitarbeitenden der Geschäftsstelle in Köln stehen Ihnen gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns telefonisch unter 0221 / 93583-0 oder senden Sie eine E-Mail an info@fgsv.de
Koordinierungsausschuss Bau (KoA Bau)
Leitung: Dr.-Ing. Stefan Klotz
Der Koordinierungsausschuss Bau (KoA Bau) tagt zweimal jährlich, um übergreifende Themen der bautechnischen Arbeitsgruppen (AG 4 bis 8) zu beraten und sich über die Arbeit des Vorsitzenden und des Vorstands informieren zu lassen. Bei Bedarf werden notwendige Handlungsschritte besprochen und entschieden.
Im Jahr 2025 fanden die Sitzungen wie folgt statt:
• 26. Juni: Videokonferenz
• 20. November: Präsenzsitzung in der Geschäftsstelle Köln
Struktur und Aufgaben des KoA Bau
Der KoA Bau betreut ein breites Spektrum von etwa 140 Arbeitsausschüssen und -kreisen, darunter Gemeinschaftsausschüsse (GA) mit dem DIN sowie ad-hocGruppen. Auf Ebene der Koordinierungsausschüsse erfolgt die Einrichtung, Auflösung, Neuorganisation oder Zusammenlegung von Arbeitsausschüssen.
Darüber hinaus lässt sich der KoA Bau regelmäßig über den aktuellen Tätigkeitsstand der Kommissionen sowie der Querschnittsausschüsse (QA) informieren. Dabei spielen insbesondere die Themen Digitalisierung (u. a. BIM/OKSTRA) und Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle.
Gemeinschaftsausschüsse und europäische Normung
Unterhalb des KoA Bau arbeitet der Gemeinschaftsausschuss Straßenbaustoffe als Spiegelausschuss zu TC 227 des CEN. Damit spiegelt die FGSV die Arbeiten der europäischen Normungsgremien auf nationaler Ebene und stärkt die Anbindung der Regelwerksarbeit an aktuelle Entwicklungen im europäischen Kontext.
Schwerpunkthemen im Jahr 2025
Zu den zentralen Themen im Jahr 2025 zählten:
• Building Information Modeling (BIM) und Digitalisierung: Berichte aus QA 3 „Informationstechnik“ und QA 8 „BIM in der FGSV“, inklusive Diskussionen zu einer möglichen Zusammenführung beider Querschnittsthemen.
• Nachhaltigkeit und Klimabezug: Berichte und Arbeiten der Kommission 6 „Nachhaltigkeit“ sowie der zugeordneten ad-hoc-Gruppen (u. a. Klima-Check-Verkehr/„Klimaschutzziele“ und Erneuerbare Energien im Bereich der Straßeninfrastruktur).
• Arbeitsschutz/Arbeitsplatzgrenzwerte: Fortlaufende Aktivitäten zur Einhaltung zukünftiger Grenzwerte für Dämpfe und Aerosole aus Bitumen; relevante Fort-
schreibung durch verlängerte Übergangsfristen im Walzasphalt-Bereich.
• Effizienz und Transparenz der Gremienarbeit: Einführung bzw. Verstetigung strukturierender Elemente wie „Time Boxing“ sowie ergänzter Agenda-Punkte (Impulse, Wissenstransfer/offene Diskussion, Kommunikation aus der Sitzung).
Bearbeitung von Regelwerks- und Wissensdokumenten
Ein fester Bestandteil der Sitzungen ist die regelmäßige Information über positiv bewertete Anträge zur Erstellung oder Überarbeitung von Regelwerken und Wissensdokumenten. 2025 wurden entsprechende Vorlagen und Anträge im KoA Bau beraten; zugleich wurde die Bedeutung von Qualitätskontrolle, aktuellen Vorlagenständen und vollständig ausgefüllten Antragsangaben (u. a. kommunale Betroffenheit) ausdrücklich betont.
Auswahl von Forschungsvorhaben und Forschungsprogramme (GFP/FoPS)
Im Berichtsjahr standen der Status laufender Forschungsprogramme (2021 bis 2025), die haushaltsrechtlichen Rahmenbedingungen 2025/2026 sowie die Weiterentwicklung der Abläufe rund um das Gemeinsame Forschungsprogramm (GFP) im Fokus. Im KoA Bau wurde u. a. über das Portfolio der G-Forschung (2021 bis 2025) sowie den Stand der Projekte (Abschluss, Vergabe, laufende Vorhaben) berichtet. Zudem wurde die Verfahrensfrage diskutiert, die Auswahl von Forschungsvorschlägen (GFP) in das Frühjahr zu verlagern, um Programmaufstellungen zeitlich passgenauer abzustimmen.
Ergänzend wurden auch Impulse aus dem Innovationsprogramm Straße aufgegriffen (u. a. thematische Förderaufrufe und Resonanz in der Forschung).
HIGHLIGHTS
• Digitalisierungsschwerpunkt: Berichte und Weichenstellungen rund um BIM/OKSTRA sowie Diskussionen zur möglichen thematischen Bündelung in den Querschnittsausschüssen.
• Forschung: Forschung im Blick: Transparenz zum Stand der G-Forschung 2021–2025, Haushaltsrahmen 2025/2026 und Weiterentwicklung des GFP-Verfahrens (u. a. zeitliche Verlagerung der Auswahl).
• Nachhaltigkeit: Integration blau-grüner Infrastruktur in die RASt-Überarbeitung
• Bautechnische Querschnittsthemen: Nachhaltigkeit/Klimabezug (K 6, ad-hoc-Gruppen) und Arbeitsschutz (AGW Bitumen) als wiederkehrende Kernthemen der KoA-Beratungen.
Koordinierungsausschuss Verkehr (KoA Verkehr)
Leitung: Dr.-Ing. Stefan Klotz
Koordination und Strategische Aufgaben
Der Koordinierungsausschuss Verkehr (KoA Verkehr) bearbeitet Themen, die eine übergreifende Koordinierung der verkehrstechnischen Arbeitsgruppen (AG 1 bis 3) erfordern. Er dient zugleich als Plattform für den fachlichen Austausch mit Kommissionen und Querschnittsausschüssen sowie für Impulse aus Vorstand und Geschäftsstelle in die Gremienarbeit.
Im Berichtsjahr 2025 tagte der KoA Verkehr an folgenden Terminen:
• 27. Juni: Videokonferenz
• 21. November: Präsenzsitzung in der Geschäftsstelle Köln
Struktur und Tätigkeitsfelder des KoA Verkehr
HIGHLIGHTS
• Sitzungsstruktur: Stärkung von Wissenstransfer, offener Diskussion und klarer „Kommunikation aus der Sitzung“.
• Regelwerke: Bündelung zahlreicher Anträge und konsequente Qualitätssicherung (inkl. Vorlagen-/Fußnotenstandards) – mit konkreter Beschlussfassung am Antrag H ABT.
• Querschnittsthemen: Weiterentwicklung der QA-Zusammenarbeit, u. a. BIM-Schwerpunkte und Diskussion zur Fusion QA 3/QA 8; Strukturstraffung durch Auflösung des QA 7.
• Forschung & Planung: Zustimmung zur Umstellung der GFP-Aufstellung (Herbst → Frühjahr) und Begleitung der D-A-CH-Aktivitäten „Klima-Check Infrastrukturplanung“.
Im Mittelpunkt standen 2025 die konsequente Weiterentwicklung der Sitzungsstruktur (u. a. mit stärkerem Fokus auf Wissenstransfer, offene Diskussionen und die „Kommunikation aus der Sitzung“) sowie die Abstimmung zentraler Schnittstellenthemen zwischen Arbeitsgruppen, Kommissionen und Querschnittsausschüssen.
Die regelmäßige Einbindung der Querschnittsausschüsse blieb ein wesentlicher Baustein: Neben der internationalen Zusammenarbeit (QA 2) und der Informationstechnik (QA 3) wurden insbesondere die BIM-Aktivitäten (QA 8) diskutiert – einschließlich der Frage einer möglichen Fusion QA 3/QA 8 und des Schwerpunkts „BIM in der Lehre“. Zudem wurden Strukturen gestrafft, u. a. durch die Auflösung des QA 7 „Autonomes Fahren“ und die Bündelung der Aktivitäten in zuständigen Gremien.
Schwerpunkthemen 2025
Ein zentrales Thema war die Bearbeitung und Qualitätssicherung von Anträgen zur Erarbeitung bzw. Überarbeitung von Regelwerken und Wissensdokumenten. In der Junisitzung lagen hierzu 23 Anträge (u. a. aus den AG 1 bis 7 sowie dem QA 6) vor. Der KoA Verkehr bestätigte die vorgelegten Anträge und betonte zugleich die Notwendigkeit einer fortlaufenden Qualitätskontrolle und die Verwendung der aktuellen Vorlagen (inkl. Fußnoten). Konkret wurde zudem eine interne Anpassung am Antrag zu den „Hinweisen für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln im städtischen Bereich“ (H ABT) beraten und beschlossen.
In der Herbstsitzung wurden die laufenden Regelwerksprozesse erneut gebündelt betrachtet; hier lagen 16 Anträge zur Kenntnisnahme vor. Gleichzeitig wurde ein stärkerer Fokus auf die kommunale Betroffenheit in den Antragsunterlagen eingefordert.
Forschung, Programme und Weichenstellungen
Im Themenfeld Forschung wurden die Programme 2021 bis 2025 sowie die Rahmenbedingungen der Haushaltsund Programmplanung behandelt. Der KoA Verkehr unterstützte die Umstellung des Verfahrens zur Aufstellung des Gemeinsamen Forschungsprogramms (GFP): Die Auswahl der Forschungsvorschläge soll vom Herbst in das Frühjahr verlagert werden (im Herbst 2025 GFP 2026, im Juni 2026 GFP 2027). Zudem wurden die Haushalts- und Budgetinformationen (u. a. GFP-Ansatz) eingeordnet sowie das D-A-CH-Forschungsprojekt „Klima-Check Infrastrukturplanung“ begleitet.
Veranstaltungen und Ausblick
Der KoA Verkehr befasste sich mit der Termin- und Themenplanung zentraler verkehrsbezogener FGSV-Formate. Für das Jahr 2025 wurden u. a. das Kolloquium „Straßenbetrieb“ (Karlsruhe), das Kolloquium „Intelligentes Verkehrsmanagement“ (Koblenz) sowie die D-A-CH-Informationstagung (Innsbruck) benannt. Darüber hinaus wurden für 2026 wichtige Fachformate (u. a. BIM-/OKSTRA-Symposium, Verkehrssicherheit, ÖPNV-Infrastrukturen, PIARC und der Austausch mit der niederländischen CROW im Januar 2026) vorbereitet und in den Gesamtzusammenhang der Gremienarbeit gestellt.
Kommission 2 „Kommunale Straßen“
Leitung: Dipl.-Ing. Andrea Holthaus-Voßgröne
Die Kommission 2 ist innerhalb der FGSV die fachliche Stimme der Kommunen im Straßen- und Verkehrswesen. Sie setzt Impulse für die Entwicklung kommunaler Verkehrsinfrastruktur und des öffentlichen Raums – praxisnah, generationengerecht und mit klarer Orientierung an den Herausforderungen vor Ort. In ihrer Querschnittsrolle bringt die K 2 kommunale Perspektiven in die Arbeit der FGSV-Gremien ein, unterstützt Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch und trägt dazu bei, dass Regelwerks- und Forschungsthemen die kommunale Realität wirksam abbilden.
Ad-hoc-Gruppe der K 2
Die von der K 2 betreute ad-hoc-Gruppe zur Fortschreibung des Merkblatts für Versickerungsfähige Verkehrsflächen (M VV / FGSV 947, Ausgbabe 2013) setzte ihre Arbeit fort. Nach Abstimmung mit AG 6, AG 7 und AG 8 sollen baustoffbezogene Regelungen perspektivisch in die jeweiligen ZTV und TL integriert werden. Da die Überarbeitungen von ZTV/TL Asphalt bzw. Beton bereits weit fortgeschritten sind, wird zunächst die Erarbeitung eines eigenständigen Merkblatts angestrebt.
Regelwerke und Wissensdokumente: Initiativen und Impulse aus der kommunalen Praxis
Die K 2 hat beschlossen, eine moderate Überarbeitung der ZTV A-StB (FGSV 976, Ausgabe 2012) zu beantragen; erste Interessenten für ein künftig einzurichtendes Gremium wurden bereits benannt.
Aus dem Steuerkreis Bauwesen kam nach Vorstellung von Forschungsergebnissen (FE 07.0318) der Wunsch, das M Trenching (FGSV 977, Ausgabe 2022) zu überarbeiten. Die K 2 fasste den Beschluss, zunächst die Vorstellung der Forschungsergebnisse anzufragen, um anschließend über den konkreten Überarbeitungsbedarf zu entscheiden.
Eine Anfrage aus der Bearbeitungsgruppe zur DIN 18220 zur Überarbeitung der ATB-BeStra (FGSV 510, Ausgabe 2008) wurde an die AG 5 und die K 2 weitergeleitet. Vor dem Hintergrund geänderter gesetzlicher Rahmenbedingungen zur Legetiefe (TKG, „mindertiefe Verlegung“) empfiehlt die K 2 eine Überarbeitung und regt an, juristische Expertise in ein entsprechendes Gremium einzubinden. Eine Empfehlung an die AG 5 wird übermittelt. Ein weiteres kommunal getriebenes Thema betrifft die Erhaltung von Pflasterstraßen und die Herstellung barrierefreier Oberflächen, insbesondere bei Natursteinpflaster: Das sogenannte Pflasterschleifen wird in mehreren Kommunen erprobt. Da derzeit verbindliche Regelungen (z. B. Vertragsbedingungen, Prüfverfahren, Nachweise) fehlen, wird die K 2 auf die Erstellung eines entsprechenden Regelwerks in der AG 6 hinwirken.
In der FGSV in Arbeit: RASt als Schlüsselregelwerk für Kommunen
Mit Blick auf die kurz vor Fertigstellung befindlichen RASt (Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen) (FGSV 200, Ausgbabe 2006) ist die FGSV-interne Gremie-
HIGHLIGHTS
• Zweitägige K-2-Sitzung in Kiel (06./07.11.2025) mit breiter Beteiligung und fachlicher Schwerpunktsetzung.
• M VV: Fortführung der Arbeiten; perspektivische Integration baustoffbezogener Regelungen in ZTV/TL – zunächst eigenständiges Merkblatt.
• ZTV A-StB: Beschluss, eine moderate Überarbeitung anzustoßen; Aufbau eines künftigen Gremiums vorbereitet.
• Trenching/Leitungsbau: Prüfung von Überarbeitungsbedarfen bei M Trenching sowie Empfehlung zur Überarbeitung der ATB-BeStra inkl. juristischer Expertise.
• RASt 2026: Kommunale Anwendbarkeit für kleine und mittlere Kommunen konstruktiv-kritisch beraten; zweistufiges Abstimmungsformat geplant.
• Nachhaltigkeit & Digitalisierung: Start der AG „wassergerechte kommunale Infrastruktur“; KI-Anwendungen in Kommunen als künftig regelwerksrelevantes Thema identifiziert. Beispielhafte Visualisierung nachhaltiger Stadtentwicklung: Flächen für den Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehr
Kommunaler Straßenraum im Zusammenspiel: ÖPNV, Radverkehr und sichere Querungen.
Kommissionen
Kommission 2 „Kommunale Straßen“ - Fortsetzung von Seite 11
nabstimmung für Januar und Februar 2026 in Aussicht gestellt. Die RASt sind in den Kommunen ein zentrales Regelwerk.
Die K 2 erörterte die Anwendbarkeit der RASt 2026 für kleine und mittlere Kommunen eingehend. Insbesondere die Berücksichtigung begrenzter innerstädtischer Flächenverhältnisse sowie die starke Priorisierung des Busverkehrs wurden kritisch, aber konstruktiv diskutiert. Gleichzeitig betont die K 2 ausdrücklich ihre Anerkennung für die Arbeiten der RASt-Gremien (Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen) und den fachlichen Fortschritt.
Für die weitere Abstimmung beabsichtigt die K 2 eine zweistufige interne Beratung: Zunächst werden mögliche Änderungsbedarfe im Plenum identifiziert; anschließend soll ein kleiner Delegiertenkreis den Dialog mit der AG-Leitung suchen, um die kommunale Perspektive kollegial einzubringen.
Veranstaltungen und Programmarbeit
Die K 2 erarbeitete erste Vorschläge für Themen und Beiträge zum Deutschen Straßen- und Verkehrskongress 2026; diese sollen dem Programmkomitee im Januar 2026 vorgelegt werden.
Das Kolloquium „Kommunales Verkehrswesen“ ist für den 11./12. Februar 2027 in Kassel geplant. Erste Programmpunkte wurden gesammelt; zur Themenabstimmung wird die K 2 auf verschiedene Arbeitsgruppen der FGSV zugehen.
Die K 2 unterstreicht erneut den dringenden Bedarf, bau-
technische Fragestellungen stärker in die kommunale Forschungsförderung einzubeziehen. Die Kommission hält an ihrem Engagement fest und steht für Gespräche über Formate, Strukturen und Zuständigkeiten zur Verfügung.
Nachhaltigkeit und Digitalisierung
Unter dem Schwerpunkt „Nachhaltigkeit/nachhaltiges Handeln der K 2“ wurde das Thema wassergerechte kommunale Infrastruktur vertieft. Die hierzu eingerichtete ahG „wassergerechte kommunale Infrastruktur“ –mit Vertreterinnen und Vertretern aus FGSV, DWA und FLL – hat ihre Arbeit aufgenommen.
Darüber hinaus stellte die K 2 fest, dass die Nutzung Künstlicher Intelligenz zunehmend Einzug in kommunale Verwaltungen hält, etwa bei der automatisierten Zustandserfassung oder in der Vorgangsbearbeitung. Langfristig könnte diese Entwicklung auch in FGSV-Regelwerken stärker berücksichtigt werden.
Ausblick
Die nächsten Sitzungen der Kommission sind am 06./07.05.2026 in Hamm sowie im Herbst 2026 in Stuttgart geplant; als weitere künftige Sitzungsorte sind Leipzig, Salzgitter und Berlin vorgesehen.
Inhaltlich wird die K 2 ihre kommunale Querschnittsrolle weiter stärken – insbesondere durch die Initiierung und Begleitung praxisrelevanter Regelwerksanpassungen (u. a. Aufgrabungen, Trenching/Leitungsbau, Pflastererhalt) sowie durch die aktive Einbringung kommunaler Perspektiven in zentrale Regelwerksvorhaben wie die RASt.
Kommission 4 „Forschungsprogramm Stadtverkehr“
Leitung: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Die Kommission 4 bündelt die fachliche Beratung und Priorisierung von Forschungsthemen für das Forschungsprogramm Stadtverkehr (FoPS). Damit leistet sie einen zentralen Beitrag, um Forschungsbedarfe aus Kommunen, Ländern, Ressortforschung und Fachpraxis zielgerichtet in ein bundesweites Programm zu überführen – transparent, strukturiert und mit Blick auf Umsetzbarkeit und Wirkung in der Praxis. Im Berichtsjahr stand die FoPS-Aufstellung 2026/2027 im Mittelpunkt. Die Beraterkommission tagte am 18. September 2025 online und widmete sich ganztägig der Diskussion, Bewertung und Priorisierung der eingereichten Projektvorschläge.
FoPS 2026/2027: deutlicher Zuwachs an Projektvorschlägen
Eine wesentliche Rahmenbedingung der Programmrunde 2026/2027 war die spürbar gestiegene Zahl an Einreichungen: Insgesamt wurden 123 Projektvorschläge fristgerecht eingereicht (Fristablauf 01.08.2025). Der Zuwachs zeigte sich insbesondere bei den Einreichungen der Bundesländer (74 statt 41) sowie der kommunalen Spitzen- und Dachverbände (17 statt 11). Grundlage der Bewertung war der Programmaufruf des BMV (Referat G 12) vom 19.05.2025 mit einer For-
schungsagenda. Für die Priorisierung war ein dreistufiger Bewertungsablauf vorgesehen, der durch Einzelbewertungen, Mittelwertbildung und gemeinsame Diskussion der Vorschläge zusammengeführt wurde.
Bewertungsprozess: Weiterentwicklung und Konsens
Neben der inhaltlichen Priorisierung wurden in der Sitzung auch grundsätzliche Hinweise zum Verfahren adressiert – mit dem Ziel, den Bewertungsprozess künftig noch praxistauglicher und transparenter zu gestalten. Dazu gehörten u. a.:
• Befangenheitsregelung: Aus dem Kreis der Mitglieder wurde angeregt, die Regelung weniger eng auszulegen, damit künftig grundsätzlich alle Mitglieder Projektvorschläge bewerten können – auch bei eigener Einreichung, da üblicherweise kein wirtschaftlicher Vorteil aus einer späteren Vergabe entsteht.
• Einreichungen außerhalb der Forschungsagenda: Es bestand der ausdrückliche Wunsch, wieder – wie in früheren Aufstellungsverfahren – begründete Vorschläge auch außerhalb der Forschungsagenda zu ermöglichen. Dies fand breite Zustimmung.
Digitale Hilfsmittel für den modernen Straßenentwurf
Kommissionen
Kommission 4 „Forschungsprogramm Stadtverkehr“ -
Fortsetzung von Seite 13
HIGHLIGHTS
• FoPS 2026/2027: 123 eingereichte Projektvorschläge – deutliches Plus gegenüber 2024/2025.
• Priorisierung: Strukturierte Zusammenführung der Einzelbewertungen, intensive Diskussion der relevanten Vorschläge; Zielgröße ca. 20–25 Projekte.
• Prozessimpulse: Anregungen zur Weiterentwicklung des Bewertungsverfahrens (u. a. Befangenheitsregelung, Öffnung für begründete Themen außerhalb der Agenda).
• Sichtbarkeit der Ideengeber: Zusätzlich wurde angeregt, neben den einreichenden Stellen auch die ursprünglichen Ideengeber wieder im Projekt-Datenblatt zu vermerken.
Für die gemeinsame Diskussion wurde die Gesamtliste anhand der gemittelten Bewertungen strukturiert (u. a. „grün/ gelb/grau/rot“). Zielgröße war ein Vorschlag von ca. 20 bis 25 Projekten für die FoPS-Projektliste; insbesondere die besser bewerteten und diskussionsrelevanten Vorschläge wurden intensiv beraten und bei Bedarf einvernehmlich nachjustiert.
Transparenz, Programmsachstand und Kommunikation
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Status-Update zu laufenden, abgeschlossenen und in Vergabe befindlichen FoPS-Projekten sowie auf der Verfügbarkeit von Ergebnissen. Für die Programmrunden wurden u. a. folgende Punkte zusammengefasst:
• Status „laufend“: 22 Projekte (aus 2019/2020 und früher, 2022/2023 sowie 2024/2025)
• Status „Vergabephase“:mehrere Projekte aus FoPS 2024/2025, teils abhängig von Haushaltsfreigaben bzw. kurz vor Vergabebekanntmachung
• Veröffentlichung von Ergebnissen: Schlussberichte, Leitfäden und Handlungsempfehlungen werden über die FoPS-Plattform bereitgestellt; zudem wurde eine Newsletter-Anmeldung (quartalsweise) als neues Kommunikationsangebot genannt.
Ausblick
Für die nächste Programmrunde ist die Kommission 4 weiterhin zentrale Plattform, um Themen aus Praxis, Wissenschaft und Verwaltung zu bündeln, Doppelungen zu vermeiden und die Forschungsagenda dort zu ergänzen, wo neue Herausforderungen auftreten. Gleichzeitig werden die in 2025 diskutierten Verfahrensimpulse dazu beitragen, Einreichung und Bewertung künftig noch nachvollziehbarer, offener und zielorientierter auszurichten.
Kommission 6 „Nachhaltigkeit“
Leitung: Dir. und Prof. Dr.-Ing.
Lutz Pinkofsky
Die Kommission 6 ist das zentrale Querschnittsgremium der FGSV für das Thema Nachhaltigkeit. Sie vernetzt Aktivitäten aus den Arbeitsgruppen (AG 1 bis 8), Kommissionen und ad-hoc-Gruppen, identifiziert Schnittstellen, bündelt aktuelle Entwicklungen aus Forschung, Normung und Regulierung – und sorgt dafür, dass Nachhaltigkeitsaspekte konsistent in Regelwerksarbeit, Forschung und Praxis ankommen. Im Berichtsjahr lag der Fokus besonders auf der Koordination laufender Nachhaltigkeitsinitiativen, der Einordnung neuer regulatorischer Anforderungen sowie der Vorbereitung weiterer Wissens- und Regelwerksarbeiten.
Sitzungen und Schwerpunkte 2025
Die K 6 tagte 2025 zweimal:
• am 4. Juni 2025 digital (GoToMeeting)
• am 21./22. Oktober 2025 in Köln (zweitägig, Präsenz)
Beide Sitzungen waren geprägt von intensiven Sachstandsberichten aus den Gremien sowie dem Anspruch, Nachhaltigkeit nicht als „Zusatzthema“, sondern als durchgängigen Bewertungs- und Entscheidungsrahmen in Planung, Bau und Betrieb zu verankern.
Personelles und Zusammenarbeit
Im Jahresverlauf gab es mehrere personelle Veränderungen. In der Sitzung am 4. Juni wurden u. a. Wechsel von Zuständigkeiten aufgegriffen und neue Beteiligungen verabredet – darunter die Aufnahme von Frau Holthaus-Voßgröne (K 2) und
Frau Stöckert (AG 4) sowie die stärkere Einbindung von Frau Mas (VDV) für den fachlichen Austausch. In der Oktobersitzung wurde zudem Herr Schreck-von Below in die K 6 aufgenommen.
Nachhaltigkeit in den Arbeitsgruppen: Austausch, Steckbriefe, Wissensdokumente
Ein zentraler Teil der K6-Arbeit ist die regelmäßige Lageübersicht aus den Arbeitsgruppen – mit dem Ziel, Doppelarbeiten zu vermeiden, offene Schnittstellen früh zu klären und Inhalte für die Praxis nutzbar zu machen:
AG 1 „Verkehrsplanung“
In der AG 1 wurde der „Klima-Check Verkehr“ weitergeführt: Die zugehörige ad-hoc-Gruppe nahm die Arbeit an neuen bzw. zu modifizierenden Steckbriefen wieder auf; zugleich wurde der Name offiziell vereinfacht und als „Klima-Check Verkehr“ beschlossen. Damit werden Nachhaltigkeits- und Klimaaspekte strukturiert in verkehrsplanerische Fragestellungen eingebettet und für die Praxis greifbar gemacht.
AG 2 „Straßenentwurf“
Für die AG 2 wurde – auf Basis von Forschungsergebnissen – der Weg hin zu einem R-2-Regelwerk zur „Berücksichtigung des Klimaschutzes in der Straßenplanung“ diskutiert. Im Fokus standen dabei Schnittstellenfragen (u. a. Lebens-
HIGHLIGHTS
• Querschnitt & Koordination: K 6 bündelt Nachhaltigkeitsaktivitäten und klärt Schnittstellen zwischen AG, Kommissionen und ad-hocGruppen.
• Klima-Check & Klimaschutz (AG 1/2): Steckbriefarbeit „Klima-Check Verkehr“ sowie R-2-Perspektive „Klimaschutz in der Straßenplanung“ mit abgestimmter Einordnung.
• Ökobilanzierung: Weiterentwicklung der „Hinweise zur vereinfachten Ökobilanz“ und Planung weiterer Bausteine (u. a. A5/C, perspektivisch ungebundene Schichten).
• Klimaanpassung & Ungebundene Bauweisen (AG 5/6): KAnG-Schnittstellenarbeit (AG 2/4/5) sowie geplante Hinweispapiere zur Bilanzierung ungebundener Bauweisen und Pflasterbauweise.
• Erneuerbare Energien & KAnG-Orientierung: Wissensdokument/Fachdialog zu erneuerbaren Energien an Straßen sowie Beschluss für ein internes KAnG-Orientierungspapier.
Kommissionen
Kommission 6 „Nachhaltigkeit“ - Fortsetzung von Seite 15
zyklus-Emissionen, verkehrliche Eingangsparameter, Abgrenzungen zu anderen Regelwerken) sowie die Notwendigkeit einer abgestimmten FGSV-internen Einordnung. Eine engere Rückkopplung mit der K 6 zur Schnittstellenklärung wurde vorgesehen.
AG 4 „Infrastrukturmanagement“
Die Weiterentwicklung der „Hinweise zur vereinfachten Ökobilanz“ wurde in der K 6 begleitet. Im Vordergrund standen die Einordnung des bisherigen Standes (Teil 1, gebundene Schichten) sowie die Planung weiterer Bausteine (u. a. Erweiterungen in Richtung A5 bzw. C sowie perspektivisch ungebundene Schichten). Ziel ist es, praktikable Bewertungsansätze konsistent für die Anwendung in Planung und Bau verfügbar zu machen.
AG 5 „Erd- und Grundbau“
Aus der AG 5 wurden mehrere Nachhaltigkeits- und Klimaanpassungsthemen berichtet, u. a. mit Bezug zu Forschungsschwerpunkten (z. B. alternative Bindemittel, mechanische Bodenverbesserungen) und zur Regelwerksarbeit. Eine direkte Schnittstelle zur K 6 besteht über die Vorbereitung einer kleineren Arbeitsgruppe im Kontext des Bundes-Klimaanpassungsgesetzes (KAnG) unter Beteiligung von AG 2, AG 4 und AG 5, um den Weg zu einem R-2-Produkt zu klären.
AG 6 „Gesteinskörnungen, Ungebundene Bauweisen“
Die AG 6 verankert Nachhaltigkeit zunehmend in konkreten Arbeitspaketen: In Analogie zu Asphalt und Beton soll ein Hinweispapier zur Bilanzierung für ungebundene Bauweisen erarbeitet werden; ergänzend ist ein Hinweispapier zur Pflasterbauweise angedacht. Flankierend wurden auch Anforderungen rund um Produkt- und Stoffdaten (z. B. EPD/PCR-Dynamik) sowie praxisrelevante Rahmenbedingungen wie TRGS 517 adressiert.
AG 7 „Asphaltbauweisen“
In der AG 7 wurden Nachhaltigkeitsaspekte u. a. über die Strukturierung von Wissensinhalten (Ableitung aus Steckbriefen) weiter vorangetrieben. Zudem wurde temperaturabgesenkter Asphalt im Kontext der ZTV Asphalt eingeordnet – auch vor dem Hintergrund von Energie- und THG-Einsparpotenzialen. Damit werden Nachhaltigkeitsziele stärker mit bauvertraglichen und ausführungstechnischen Realitäten verzahnt.
AG 8 „Betonbauweisen“
Aus der AG 8 wurden Beiträge zur CO₂-Reduktion über Materialansätze und die Nutzung von EPD-Grundlagen eingebracht. Ergänzend wurde ein laufendes Forschungsvorhaben zur lebenszyklusübergreifenden Bewertung von Oberbauvarianten thematisiert. Der Fokus liegt auf belastbaren Bewertungsgrundlagen, die sowohl technische Leistungsfähigkeit als auch Umweltwirkungen nachvollziehbar abbilden.
Regulierung und Dynamik:
EU-Bauproduktenverordnung, EPDs und CSRD
Die K 6 setzte sich 2025 auch mit der zunehmenden
regulatorischen Dynamik auseinander. In der Juni-Sitzung wurden die Auswirkungen der novellierten EU-Bauproduktenverordnung anhand von Produkten der Straßenausstattung erläutert – einschließlich der stärkeren Verankerung von Umweltleistungen und der Relevanz von EPD-/PCR-Strukturen.
Ergänzend berichtete in der Oktobersitzung die K 6 über Herausforderungen bei Recyclingmaterialien, die Bedeutung von EPDs sowie den Druck zur Erstellung entsprechender Produktkategorieregeln.
Auch strategische Nachhaltigkeitsberichterstattung wurde adressiert, etwa mit Blick auf künftige CSRD-nahe Berichte (Beispiel Autobahn GmbH).
Erneuerbare Energien an Straßen: Wissensdokument und Fachdialog
Die ad-hoc-Gruppe „Erneuerbare Energien im Bereich der Straßeninfrastruktur“ finalisierte das Wissensdokument zu erneuerbaren Energien an Straßen und berichtete über den fachlichen Dialog im Rahmen des Kolloquiums „Erneuerbare Energien und Straßeninfrastruktur“. Für 2026 wurde ein weiteres Kolloquium angekündigt, ergänzt um Exkursionsanteile.
Klimaanpassungsgesetz:
Rolle der FGSV und internes Positionspapier Ein wichtiger Diskussionsstrang der Oktobersitzung war das Klimaanpassungsgesetz (KAnG) und die Frage, welche koordinierende Rolle die FGSV (und innerhalb der FGSV die K 6) bei der Einordnung von Betroffenheiten und Abstimmungsbedarfen übernehmen kann. Als Ergebnis wurde beschlossen, unter Federführung von Herrn Köhler ein kurzes internes Papier (ein bis drei Seiten) zu erarbeiten, das relevante Aspekte für die FGSV strukturiert zusammenführt.
Schnittstellenmanagement für das geplante R-2-Regelwerk „Klimaschutz in der Straßenplanung“
In Köln wurde zudem vertieft diskutiert, wie die Schnittstellen innerhalb der FGSV-Gremien für das geplante R-2-Regelwerk sinnvoll organisiert werden können – einschließlich Empfehlungen zur informellen Einbindung zusätzlicher Fachkompetenz (u. a. Lebenszyklus-Themen, verkehrliche Eingangsparameter). Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass sich die gesetzliche Lage (z. B. im Kontext Genehmigungsbeschleunigung) dynamisch entwickelt und bei der weiteren Bearbeitung zu berücksichtigen ist.
Ausblick
Für 2026 wird die K 6 ihre Rolle als Querschnittsplattform weiter stärken: durch die strukturierte Begleitung von Wissensdokumenten (z. B. zur Ökobilanz), durch die Moderation von Schnittstellen für neue Regelwerksinitiativen (insbesondere im Kontext Klimaschutz/Klimaanpassung) und durch den fortgesetzten fachlichen Dialog zu erneuerbaren Energien, Material- und Produktdaten (EPDs) sowie der Umsetzung neuer regulatorischer Anforderungen in der Praxis.
Die Querschnittsausschüsse (QA 1 bis QA 8) sind die interdisziplinäre Klammer der FGSV-Regelwerksarbeit. Sie bündeln Themen, die mehrere Arbeitsgruppen und Lenkungsausschüsse gleichzeitig betreffen – von einheitlichen Begriffsbestimmungen über internationale Zusammenarbeit, Informationstechnik und Prüfwesen bis hin zum Standardleistungskatalog (STLK) und Building Information Modeling (BIM). Damit sorgen sie dafür, dass zentrale technische, digitale und strategische Fragen nicht isoliert, sondern koordiniert und gremienübergreifend bearbeitet werden. 2025 zeigte sich dabei besonders deutlich, wie stark diese „Klammerfunktion“ zur Zukunftsfähigkeit beiträgt: Während QA 1, QA 2, QA 4 und QA 5 ihre kontinuierlichen Aufgabenprofile als fachliche Stabilitätsanker fortführten, trieben vor allem QA 3, QA 6 und QA 8 sichtbare Modernisierungsschritte voran – von KI-gestützter Regelwerksarbeit über die technische Neuaufstellung des STLK bis hin zu Datenmodellen, Objektkatalogen und Pilotprojekten an der Schnittstelle zwischen Regelwerk und digitalem Planen und Bauen.
QA 1 – Begriffsbestimmungen
Der QA 1 bleibt die zentrale Plattform, um Begriffe in den „Begriffsbestimmungen für das Straßen- und Verkehrswesen“ (BBSV, Ausgabe 2020) fachübergreifend konsistent zu halten. Im Fokus stehen Sachgebiete, in denen bislang vor allem Begriffssammlungen vorliegen – insbesondere 18 (Boden/Fels/Erdbau), 20 (Oberbau), 21 (Ingenieurbauwerke) und 23 (Prüfwesen). 2025 wurden dazu neue Begriffe in Abstimmung u. a. mit dem AA 1.8 Güterverkehr und der AG 6 vorangetrieben. Damit schafft der QA 1 eine oft unterschätzte, aber entscheidende Grundlage: Ohne präzise, einheitliche Begriffe werden weder Regelwerke noch Datenmodelle wirklich belastbar „anschlussfähig“.
QA 2 – Straßen- und Verkehrswesen in der internationalen Zusammenarbeit
Der QA 2 steht für den gezielten Transfer internationaler Erkenntnisse in die deutsche Praxis – insbesondere über die Schnittstelle zur PIARC-Arbeit und zu Fragen der Klimaanpassung und Resilienz. 2025 war geprägt von einer Neukonstituierung und einem Leitungswech-
sel; in der Sitzung am 6. Oktober 2025 in Köln wurde der Arbeitsauftrag geschärft und ein zeitgemäßes Selbstverständnis betont: weg von „Einbahnstraßen-Beratung“, hin zum Gegenstromprinzip des Wissenstransfers – Austausch, Kontextsensibilität und Lernen in beide Richtungen. Zugleich wurden drei Aufgabenfelder klar umrissen: (1) direkte externe Anfragen, (2) Einbeziehung und Anfragen des BMV, (3) spezielle Anfragen, ergänzt um einen strukturierten Ablauf zur Bearbeitung (inkl. kleiner Arbeitsgruppen) – konkret u. a. im Zusammenhang mit einer Anfrage Bangladesch und mit der geplanten Mitgliederakquise (z. B. GIZ).
QA 3 – Informationstechnik
Der QA 3 entwickelte sich 2025 sichtbar zum digitalen Innovationstreiber – mit zwei Videokonferenzen am 24. Februar und 26. September 2025. Ein Schwerpunkt war die Frage, wie KI-Technologien die Regelwerksarbeit unterstützen können (z. B. automatisierte Prüfungen, Querverweis-Checks, Konsistenzanalysen, Begriffsvereinheitlichung) – bei gleichzeitiger Klärung zentraler Rahmenbedingungen wie Urheberrecht, Datenschutz, Versionierung und Betriebsmodelle. Als Ergebnis wurde die Erarbeitung eines Hinweispapiers beschlossen und perspektivisch eine Positions-/ Standortnote „Regelwerk-KI“ konkretisiert. Parallel arbeitete der QA 3 am OKSTRA (u. a. Vorbereitung einer Online-Umfrage zur Nutzung) und verstärkte die strategische Einbindung der FGSV-Geschäftsstelle. Besonders wichtig: die enge Verzahnung mit dem QA 8 –nicht nur fachlich (digitale Zwillinge, Schnittstellen Regelwerk ↔ BIM), sondern auch organisatorisch, etwa mit Blick auf das geplante BIM-/OKSTRA-Symposium 2026 (3./4. März, Kassel); eine mögliche Fusion beider Ausschüsse wurde diskutiert.
QA 4 – Statistische Auswertung von Prüfergebnissen
Der QA 4 ist die fachliche Klammer für die nachvollziehbare, standardisierte Bewertung von Prüfergebnissen in Bau und Erhaltung. Inhaltlich stand zuletzt die Überarbeitung von Teil 5 des „Merkblatts über die statistische Auswertung von Prüfergebnissen“ im Mittelpunkt – insbesondere die Auswertung von Ringversuchen und
Querschnittsausschüsse
Querschnittsausschüsse 1–8 –
Vernetzen, schärfen, digitalisieren - Fortsetzung von Seite 17
die Errechnung von Prüffehlern anhand von Zahlenbeispielen (Adaption an Teil 4). Auch wenn 2025 keine gesonderten neuen Kurzberichte vorlagen, bleibt die Rolle des QA 4 wesentlich: Er sichert Vergleichbarkeit und Qualität dort, wo Messwerte und Prüfprozesse die Basis für technische Entscheidungen bilden.
QA 5 – Geschichte des Straßenund Verkehrswesens
Der QA 5 fungiert als „Gedächtnis“ des Fachs: Er dokumentiert Entwicklungen, ordnet Quellen ein und schafft Kontext für Infrastrukturen, Planungsphilosophien und Regelwerksgeschichte. In der Sitzung am 13. Oktober 2025 in Köln standen sowohl Veröffentlichungen als auch neue Vorhaben im Vordergrund. Erschienen sind der Aufsatz „Fernstraßennummerierung“ sowie der Band G 28 „Zur Genese der autogerechten Stadt“. In Vorbereitung befinden sich u. a. Arbeiten zu Knotenpunkten der Reichsautobahnen sowie die Fortführung von G 24 zur Geschichte der Verkehrsplanung Berlins. Ergänzend wurde die Arbeit des QK 5.1 zur Autobahngeschichte (u. a. Bayern und Brandenburg) weiterverfolgt.
QA 6 – Standardleistungskatalog für den Straßenund Brückenbau (STLK)
HIGHLIGHTS
• KI & digitale Regelwerksarbeit (QA 3): Start einer systematischen Auseinandersetzung mit KI, inklusive Planung eines Hinweispapiers und einer möglichen Positions-/Standortnote „Regelwerk-KI“.
• STLK-Modernisierung (QA 6): Fortschritte bei NovaDB, intensive Überarbeitung zentraler Leistungsbereiche und konsequente Harmonisierung mit neuen Regelwerken und BIM-Anforderungen.
• BIM & digitale Zwillinge (QA 8): Mustermodell Straße, Projekt BIM2AVA, Regelwerksanpassung an BIM (u. a. XML-Formate, Objektkataloge, Prüfregeln) sowie Roadmap-Schärfung.
• Strukturelle Bereinigung (QA 7): Entscheidung zur Auflösung des QA 7 „Automatisiertes Fahren“ mangels Leitung und klarer Aufgaben – bei gleichzeitiger Bearbeitung relevanter Themen in anderen Gremien.
Der QA 6 stand 2025 im Zeichen der Modernisierung –fachlich, organisatorisch und technisch. Der Ausschuss tagte u. a. in den Sitzungen 10./11. September 2025 (Koblenz) und 12./13. November 2025 (Düsseldorf); parallel wurde die Umstellung des STLK in eine moderne Redaktions- und Datenstruktur (NovaDB) mit einer Bearbeitungsgruppe begleitet, deren erste Phase im Jahr 2026 abgeschlossen sein sollte. Inhaltlich wurden zentrale Leistungsbereiche fortentwickelt: Die Ausgaberate 11/24 (März 2025) umfasst u. a. LB 112, LB 132 sowie neue und überarbeitete Regelungen (inkl. Kontrollprüfungen für den Oberbau). Darüber hinaus liefen Arbeiten an LB 114 (Betonbauweisen), LB 129 (Fahrzeug-Rückhaltesysteme/Leiteinrichtungen), LB 136 (Ländliche Wege) sowie an strukturellen Anpassungen wie der Aufteilung des bisherigen LB 107 im Landschaftsbau. Besonders relevant ist dabei die konsequente Abstimmung mit neuen Regelwerken und die wachsende Schnittstelle zu BIM-Anwendungen: Der STLK wird damit Schritt für Schritt „digital an-
schlussfähig“ gemacht – ein zentraler Hebel für zukünftige automatisierte und modellbasierte Prozesse.
QA 7 – Automatisiertes Fahren
2025 wurde die Rolle des QA 7 kritisch überprüft – mit einem klaren Ergebnis: Da der Ausschuss ohne Leitung war und aktuell keine eigenständige Aufgabe hatte, zugleich aber relevante Themen bereits in anderen Gremien (u. a. AA 3.1 sowie geplante Aktivitäten im AA 1.6 zu autonomen Shuttles) bearbeitet werden, wurde entschieden, den QA 7 aufzulösen. Diese Entscheidung bedeutet keine inhaltliche Abkehr vom Thema, sondern eine strukturelle Bündelung dort, wo die fachliche Bearbeitung bereits wirksam verankert ist.
QA 8 – BIM in der FGSV
Der QA 8 ist die BIM-Drehscheibe der FGSV – und 2025 ein zentraler Taktgeber für die Verzahnung von Regelwerken, Datenmodellen, STLK und digitalen Planungsprozessen. In der 11. Sitzung (10./11. März 2025, Berlin) wurden u. a. neue Teilnehmende eingebunden und die Arbeit an Pilotprojekten konsequent vorangetrieben. Besonders prägend waren drei Stränge:
1. Mustermodell Straße als anschauliche Referenz (3D-Modell einer Belastungsklasse gemäß RStO) zur Demonstration von Schnittstellen und Datenstrukturen,
2. BIM2AVA zur automatisierten Erstellung von Leistungsverzeichnissen auf STLK-Basis (Pilotierung u. a. in LB 112, 113, 118, inklusive Lasten-/Pflichtenheft und strukturierter Datensätze),
3. Regelwerksanpassung an BIM, in der u. a. Regelwerke in XML überführt und aus Begriffen Merkmale/Merkmalsgruppen abgeleitet wurden – einschließlich Objektkatalogen und Prüfregeln (z. B. für RE-ING und RStO 12).
In der 12. Sitzung (15. Oktober 2025, Norderstedt) wurde zudem die Roadmap-Diskussion weitergeführt: Der Arbeitsauftrag soll geschärft, die Zusammenarbeit mit QA 3 strategisch geprüft und die eigene Arbeitsweise für Regelwerksergänzungen (z. B. strukturierte Merkmalsdateien) weiter professionalisiert werden. Zugleich unterstreicht die hohe Zahl an Einreichungen für das geplante BIM-/OKSTRA-Symposium den Bedarf der Fachwelt und die Rolle der FGSV als Plattform für Standardisierung und Umsetzung.
Fazit
Über alle Querschnittsausschüsse hinweg zeigt sich 2025 ein klares Bild: Die FGSV verbindet Kontinuität in den Grundlagen (Begriffe, Prüfwesen, Geschichte, internationale Einordnung) mit spürbarem Tempo in der Digitalisierung (KI, Datenstandards, STLK-Modernisierung, BIM). Gerade im Zusammenspiel – vom sauber definierten Begriff über strukturierte Leistungsbereiche bis hin zu Objektkatalogen, XML-Strukturen und Mustermodellen – entsteht die Voraussetzung dafür, dass Regelwerke künftig nicht nur gelesen, sondern auch zunehmend digital genutzt, geprüft und in Prozesse integriert werden können.
Übersicht der Arbeitsgruppen
Erläuterung der Aufgabenbereiche und Zuständigkeiten
Die Arbeitsgruppen der FGSV bilden das zentrale Fundament für die Entwicklung technischer Regelwerke, praxisnaher Lösungen und neuer Forschungsthemen im Straßen- und Verkehrswesen. Ihre Arbeit deckt die gesamte Bandbreite von Planung, Entwurf und Bau bis zu Betrieb, Erhaltung und Instandhaltung ab. Im Berichtsjahr 2025 standen dabei – stärker denn je – die Querschnittsthemen Nachhaltigkeit und Klimaanpassung, Digitalisierung (u. a. BIM und Datenstandards) sowie Verkehrssicherheit im Fokus.
Durch ihre interdisziplinäre Zusammenarbeit verbinden die Arbeitsgruppen Wissenschaft, Praxis und Verwaltung. So entstehen belastbare Grundlagen für eine zukunftsfähige Infrastruktur – von der Weiterentwicklung bewährter Standards bis zur Integration neuer Technologien und innovativer Bau- und Betriebsverfahren. Die Zuständigkeiten der Arbeitsgruppen gliedern sich wie folgt:
• AG 1 Verkehrsplanung:
Gestaltung nachhaltiger und integrierter Mobilität, Weiterentwicklung strategischer Planungsgrundlagen (z. B. RIN), Bewertung neuer Mobilitätsangebote sowie Themen des öffentlichen Verkehrs, der aktiven Mobilität und der datenbasierten Planung.
• AG 2 Straßenentwurf: Entwicklung und Fortschreibung von Entwurfsstandards, Integration klimaresilienter und umweltverträglicher Lösungen sowie Weiterentwicklung zentraler Regelwerke (u. a. RASt, ERA, EFA) – einschließlich Schnittstellen zu Umwelt-, Landschafts- und Sicherheitsbelangen.
• AG 3 Verkehrsmanagement: Weiterentwicklung von Standards und Lösungen für ein modernes Verkehrsmanagement, insbesondere im Kontext von Digitalisierung, C-ITS, KI-gestützten Verfahren, vernetzten Systemen, Sensorik und Datenintegration – mit Blick auf Effizienz, Sicherheit und Robustheit.
• AG 4 Infrastrukturmanagement: Strategien zur Substanzerhaltung und zur wirtschaftlichen sowie nachhaltigen Bewirtschaftung von Infrastrukturen, Weiterentwicklung von Verfahren zur Zustandserfassung und Bewertung, Optimierung von Oberflächeneigenschaften sowie Lebenszyklus- und Ökobilanzansätze.
• AG 5 Erd- und Grundbau: Optimierung von Bauverfahren und Bemessungsansätzen, Stabilität und Dauerhaftigkeit im Baugrund, Umgang mit anspruchsvollen Baugrundverhältnissen sowie stärkere Berücksichtigung von Klimaeinflüssen und Wasserhaushalt im Erdbau.
• AG 6 Gesteinskörnungen, ungebundene Bauweisen: Qualitätssicherung und Materialanforderungen, Weiterentwicklung von Prüfverfahren, Ressourcenschonung und Recycling, Kreislaufwirtschaft und europäische Normung – als Grundlage für langlebige und nachhaltige ungebundene Bauweisen.
• AG 7 Asphaltbauweisen: CO₂-Reduktion und Emissionsminderung, temperaturabgesenkte Bauweisen, Erhöhung des Recyclinganteils, innovative Bauverfahren und Prüfmethoden sowie die kontinuierliche Aktualisierung des zentralen Regelwerks für Asphalt.
• AG 8 Betonbauweisen: Nachhaltigere Bindemittel- und Zementkonzepte, Dauerhaftigkeit und Optimierung von Bauweisen (u. a. durchgehend bewehrte Decken, Fertigteilbauweisen), Weiterentwicklung von Fugen- und Oberflächensystemen sowie Aktualisierung des zentralen Regelwerks.
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen fließen in technische Regelwerke, Publikationen und praxisnahe Empfehlungen ein, die für Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung von Straßen und Verkehrsinfrastruktur unverzichtbar sind.
Diese Struktur ermöglicht es der FGSV, zentrale Herausforderungen – von Klimaschutz und Resilienz über Verkehrssicherheit bis zur digitalen Transformation – fachlich fundiert und praxisnah zu bearbeiten und das Straßen- und Verkehrswesen in Deutschland zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Im Folgenden werden die Berichte der einzelnen Arbeitsgruppen vorgestellt, die ihre spezifischen Schwerpunkte und erreichten Meilensteine im Berichtsjahr 2025 detailliert beleuchten.
„Verkehrsplanung“
Leitung: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gerlach
HIGHLIGHTS
• Regelwerke/Wissensdokumente: H IVMD (mit 14 Steckbriefen) veröffentlicht; E ZQ-ÖPNV veröffentlicht; Vorarbeiten u. a. zu Parkraummanagement/Bewohnerparken und Güterwirtschaftsverkehr in Verdichtungsräumen.
• Zukunftsthemen: Arbeitsansätze zu Schulmobilität und KI in der Verkehrsplanung; Entwurf der Empfehlungen zur Erreichbarkeitsplanung im LA 1 vorgestellt.
• Netzgestaltung: Fortschreibung der RIN und Abstimmung zu Verkehrswegekategorien/Bewertungsfunktionen als wichtige Grundlage für konsistente Regelwerkswelten.
• Forschung & Klima: FoPS-Vorschläge (u. a. MixPark) sowie Start der D-A-CH-Forschung „Klima-Check“ (April 2025, Zwischenbericht Oktober 2025).
Arbeitsgruppe 1 Schulmobilität als Teil der Verkehrsplanung
Im Jahr 2025 stand die Arbeit der AG 1 erneut im Zeichen einer Verkehrsplanung, die sich gleichzeitig an Praxisanforderungen, an neuen Mobilitätsformen und an strategischen Zukunftsthemen orientiert. Der Lenkungsausschuss tagte am 3. Juni 2025 in Köln sowie am 3. November 2025 als Videokonferenz; für Ende März 2026 ist erneut im Rahmen der Sitzung des LA 1 ein Strategieworkshop vorgesehen (u. a. zu Bewertungsverfahren, RIN-Themen und Robustheit von Netzen).
Regelwerke und Wissensdokumente: Fortschreibung, Lückenschlüsse, neue Themen Ein Schwerpunkt lag auf der Weiterentwicklung zentraler Grundlagen und der Schließung konzeptioneller Lücken: Im AA 1.1 wurden die nächsten Schritte zur Einrichtung neuer Arbeitskreise vorbereitet – u. a. zur Schulmobilität („Schulmobilität in der Verkehrsplanung“) sowie zur Künstlichen Intelligenz in der Verkehrsplanung. Zudem wurde der Entwurf der Empfehlungen zur Erreichbarkeitsplanung im LA 1 vorgestellt.
Im AA 1.2 treiben die Arbeitskreise die Arbeiten an Empfehlungen für Parkraummanagement (EPM) voran; ergänzend wurden Hinweise zum Bewohnerparken gemäß VwV-StVO im LA 1 vorgelegt und zur Veröffentlichung vorbereitet.
Im AA 1.3 (Netzgestaltung) wurde die Fortschreibung der RIN (Richtlinien für integrierte Netzgestaltung) weitergeführt (u. a. mit Redaktionsgruppe und Abstim-
mungsbedarf zu Verkehrswegekategorien für weitere Regelwerke der FGSV). Ziel bleibt eine konsistente Begriffswelt zwischen Netzgestaltung und Entwurfsregelwerken.
Der AA 1.4 wurde strategisch neu ausgerichtet und trägt nun den Namen „Bewertungsverfahren“. Gleichzeitig konnte mit den „Hinweisen zu den Wirkungen und der Bewertung von innovativen Verkehrsangeboten und Mobilitätsdienstleistungen“ (H IVMD) ein wichtiges Ergebnis (inkl. 14 Steckbriefen) veröffentlicht werden.
Im AA 1.6 (Öffentlicher Verkehr) wurden die Empfehlungen zur Zustandserfassung und Qualitätsbewertung von ÖPNV-Infrastrukturen (E ZQ-ÖPNV) nach Überarbeitung veröffentlicht; flankierend ist am 5. März 2026 ein Einführungskolloquium in Kassel vorgesehen. Zudem wurden Arbeiten zu neuen Finanzierungsinstrumenten im ÖPNV sowie Empfehlungen zur Bewertung der ÖPNV-Angebotsqualität im LA 1 genehmigt.
Auch im AA 1.8 (Güterverkehr) wurden inhaltliche Grundlagen weiter konkretisiert: Ein Entwurf zu Hinweisen für den verkehrsplanerischen Umgang mit Güterwirtschaftsverkehr in Verdichtungsräumen wurde vorgelegt; die Maßnahmensteckbriefe sollen ergänzend über das FIS zugänglich gemacht werden.
Forschung: FoPS (Forschungsprogramm Stadverkehr) und priorisierte Themen, Klima-Check
Im Forschungsbereich war 2025 u. a. durch die FoPS-Ausrichtung des Programms 2026/2027 geprägt. Das Thema „Mehrfachnutzung von Stellplätzen im privaten Raum (MixPark)“ konnte nicht über das G-Programm gefördert werden und wurde daher für FoPS 2026/2027 vorgeschlagen und priorisiert. Weiterhin wurden zur Weitergabe an das BMV aus dem Bereich der AG 1 die Themen „Prozess- und Wirkungsevaluation standortbezogener Mobilitätskonzepte“ (AA 1.1) und „Beteiligung im Rahmen des SUMP“ (AA 1.1) priorisiert.
Zugleich startete im April 2025 die gemeinsame D-ACH-Forschung zum „Klima-Check Infrastrukturplanung/Verkehrsplanung für Kommunen“; ein Zwischenbericht lag im Oktober 2025 vor.
Austausch und Veranstaltungen:
Fokus ÖV/SPV, Erreichbarkeitsplanung und internationale Formate
Für den fachlichen Austausch setzte die AG 1 neben Gremienarbeit auch auf thematische Vertiefungen: Der AK 1.1.3 veranstaltete am 27. Mai 2025 in der Berliner Geschäftsstelle der FGSV einen hybriden Workshop zur „Erreichbarkeitsplanung im Praxistest“ für die Erfahrungssammlung im Vorlauf der Veröffentlichung der „Empfehlungen zur Erreichbarkeitsplanung“ und der AA 1.6 initiierte einen Workshop zur Situation im Schienenpersonenverkehr (SPV) in Deutschland (29. September 2025, Erfurt), um aus Expertensicht Ursachen und Maßnahmen zur Verbesserung der Verlässlichkeit im SPV zu diskutieren – auch vor dem Hintergrund steigender Fahrgastzahlen.
„Straßenentwurf“
Leitung: Prof. Dr.-Ing. Kerstin Lemke
Die Arbeitsgruppe 2 „Straßenentwurf“ hat 2025 die Weiterentwicklung und Veröffentlichung der Entwurfsregelwerke und die Abstimmung an Schnittstellen konsequent vorangetrieben. Neben der inhaltlichen Fortschreibung standen dabei auch koordinierende Aufgaben im Fokus –insbesondere dort, wo Regelwerke eng ineinandergreifen und für Anwenderinnen und Anwender konsistent bleiben müssen.
Regelwerke und Wissensdokumente
Ein Schwerpunkt lag auf dem Status und der weiteren Steuerung zentraler Regelwerke: Bei den RUVP zur Umweltverträglichkeitsprüfung werden nach der Länderanhörung Stellungnahmen eingearbeitet; die RVerm als Vermessungsrichtlinien in der Nachfolge der RAS-Verm haben die Länderanhörung durchlaufen und konnten per ARS eingeführt werden. Für das HVS als neues Handbuch für die Bewertung der Verkehrssicherheit von Straßen (Teile A für Autobahnen und L für Landstraßen) lag eine Synopse vor; die ESN für die Sicherheitsanalyse von Straßennetzen wurden weiter konsolidiert (Einarbeitung von Stellungnahmen). Zudem wurden Änderungen/Präzisierungen im Kontext der RBSV für die Überarbeitung der „Richtlinien für Bemessungsfahrzeuge und Schleppkurven zur Überprüfung der Befahrbarkeit von Verkehrsflächen“ vorbereitet. Im Kontext der ständigen Anpassung der Luftqualitätsrichtlinien RLuS an das Handbuch für Emissionsfaktoren des Straßenverkehrs (HBEFA) wurde eine neue Fassung der RLuS erstellt.
Im Themenfeld der Kreisverkehre wurde die Überarbeitung des bisherigen Merkblatts weitergeführt und fachlich diskutiert (u. a. Differenzierung innerorts/außerorts, Übernahme vorhandener Inhalte, Ausrichtung als „Empfehlungen“ – EAK).
Parallel dazu wurden drei neue Initiativen für Regelwerksarbeit bzw. Wissensdokumente eingebracht:
• Empfehlungen für Maßnahmen zur innerstädtischen Verkehrsberuhigung (als nachgeordnetes Regelwerk, mit breiter Einbindung weiterer Gremien)
• Ad-hoc-Arbeitspapier zu Fahrradrampen (zur Vermeidung zu enger/zu steiler Erschließungen und zur Absicherung von Autorampenfreigaben)
• Aktualisierung der ZTV-Verm-StB 01 (Weiterentwicklung des Stands von 2001).
Forschung und Innovation
Die AG 2 brachte auch 2025 regelmäßig Themen in das FoPS ein – in diesem Jahr wurden drei Vorschläge für das Programm 2026/2027 priorisiert; zugleich wurde auf die insgesamt stark überzeichnete Programmlage hingewiesen. Für das GFP lag ein Datenblatt zur Beratung vor, das nach Abstimmung mit der BASt im Nachgang für das GFP 2025 vorgeschlagen wurde (Kontrollverfahren im Umweltmonitoring nach dem M AQ).
In den Forschungsprogrammen wirkten sich außerdem Rahmenbedingungen aus: Der Ressortforschungsplan inkl. der GFP-Projekte 2025 war zwar genehmigt und an die BASt weitergeleitet, jedoch waren Vergaben aufgrund des fehlenden Haushalts zeitweise nur eingeschränkt
möglich (bei laufenden Ausschreibungs-/Vergabevorbereitungen im Hintergrund).
Veranstaltungen und Austausch
Die Arbeitsgruppe unterstützte den Wissenstransfer und die fachliche Diskussion in mehreren Formaten. Genannt wurden u. a. das Symposium „Verkehrssicherheit von Straßen“ mit Auditforum (Weimar), die Landschaftstagung (Potsdam) sowie das Kolloquium „Luftqualität an Straßen“ (Bergisch Gladbach). Auch internationale Austauschformate wie die TRB Conference on Roundabouts and Geometric Design (Atlanta) mit Vortrag und „Best Paper Award” der Arbeitsgruppenleiterin und die D-A-CH-Informationstagung (Innsbruck) waren Bestandteil des fachlichen Umfelds der AG 2.
Zukunftsweisende Ansätze
Die AG 2 legt besonderen Wert auf die Vernetzung und Konsistenz von Regelwerken – gerade dort, wo Inhalte in mehreren Dokumenten parallel fortgeschrieben werden (z. B. in der Verzahnung von Stadtstraßen-/Gestaltungsfragen und begleitenden Regelwerken).
In den Gremien wurde zudem eine verbesserte Handhabbarkeit der Beteiligungsprozesse adressiert, etwa durch klarere Fristen, konsolidierte Rückmeldungen und „Lesehilfen“ zur schnellen Einordnung von Änderungen.
Mit ihrer Arbeit hat die Arbeitsgruppe 2 „Straßenentwurf“ 2025 wichtige Grundlagen für sichere, praxistaugliche und zukunftsfähige Entwurfsstandards weiterentwickelt – und gleichzeitig die Abstimmung zwischen Regelwerken, Forschung und Anwendungspraxis weiter gestärkt.
HIGHLIGHTS
• Regelwerke: Fortschritte bei der Fortschreibung zentraler Entwurfsregelwerke (u. a. RAA, ERA, RASt, ESN und HVS bis zur Fertigstellung am Ende des Jahres) sowie Sachstände/Abstimmungen zu den RUVP, RBSV und den Empfehlungen/Merkblatt für die Anlage von Kreisverkehren.
• Forschung: Einbindung aktueller Themen in das FoPS/GFP; u. a. ein Datenblatt zu Kontrollverfahren im Umweltmonitoring nach dem M AQ (GFP-Vorschlag).
• Veranstaltungen: Fachlicher Austausch u. a. beim Symposium „Verkehrssicherheit von Straßen“ (Weimar), „Landschaftstagung“ (Potsdam), Kolloquium „Luftqualität an Straßen“ (Bergisch Gladbach) sowie international (TRB, D-A-CH).
• Zukunftsorientierung: Stärkere Vernetzung von Regelwerken, abgestimmte Prozesse und bessere Lesbarkeit/Handhabbarkeit von Entwürfen (u. a. „Lesehilfen“, Fristen, abgestimmte Schnittstellen).
Rad- und Fußverkehr sicher trennen
Arbeitsgruppe 3
„Verkehrsmanagement“
Leitung: Prof. Dr.-Ing. Dr. e. h. Christian Lippold
HIGHLIGHTS
• Innovationen: Wissensdokument Sensorfusion/KI zur Situationserkennung und -prognose; Weiterentwicklung datenbasierter Ansätze und Schnittstellen (u. a. kooperative Systeme, automatisiertes Fahren).
• Regelwerke: Fortschreibung der ZTV SA; Korrekturblätter zu den TLP VZ/ZTV VZ; die TLP SA und M tWVZ nach der Länderanhörung; Fortschritte bei den RMS (Teile Land- und Stadtstraßen), RPS und TLP AEK sowie Arbeiten im Betriebs- und Winterdienst (Grünpflege und Merkblatt für den Winterdienst auf Straßen).
• Forschung: Qualitätssicherung/ Integration heterogener Verkehrsdaten sowie KI-Ansätze zur Störungsprognose auf BAB.
• Veranstaltungen: Kolloquien „Straßenbetrieb“ (Karlsruhe) und „Intelligentes Verkehrsmanagement“ (Koblenz) sowie der D-A-CH-Austausch mit Österreich und der Schweiz bei der jährlichen Informationstagung (2025 in Innsbruck).
Die Arbeitsgruppe 3 „Verkehrsmanagement“ hat im Jahr 2025 die Weiterentwicklung zentraler Regelwerke und Wissensdokumente konsequent vorangetrieben und dabei insbesondere die Themen Daten, Digitalisierung und Verkehrssicherheit weiter geschärft. Ein Schwerpunkt lag auf der strategischen Weiterentwicklung einzelner Arbeitsausschüsse sowie auf der praxisnahen Umsetzung neuer Anforderungen – von kooperativen Systemen über Markierung und Rückhaltesysteme bis hin zu Betriebs- und Winterdienst.
Personelles
In der Gremienarbeit gab es 2025 Veränderungen: Die Leitung des AA 3.3 (Verkehrssteuerung innerorts) wurde übergeben; zudem wurde die Leitung des AA 3.4 (Technische Fragen der Verkehrsordnung) neu geregelt und interimsmäßig besetzt.
Technologische Innovationen und datenbasierte Verfahren
Im Arbeitsausschuss Telematik (AA 3.1) werden Grundlagen für den Betrieb autonomer Fahrzeuge geschaffen. Darüber hinaus werden u. a. Themen wie Daten kooperativer Verkehrssysteme, Schnittstellen zum automatisierten Fahren sowie organisatorische Anforderungen an Netzbeeinflussungsanlagen bearbeitet.
Im Bereich Verkehrssteuerung außerorts (AA 3.2) wurden die Arbeiten an einem Wissensdokument (Hinweise) zu Sensorfusion und Künstlicher Intelligenz zur Situationserkennung und -prognose abgeschlossen und es wurden die strategischen Grundlagen vor dem Hintergrund veränderter Zuständigkeiten (Bund/Länder/ Autobahn) weiterentwickelt; zudem werden Hinweise zur Steuerung des Verkehrs bei sanierungsbedürftigen Brücken erarbeitet. Weitere Wissensdokumente wurden veröffentlicht: ein Arbeitspapier zur Regelungslogik von Streckenbeeinflussungsanlagen (AP Regelungen SB) und die H NBA (Hinweise zum Einsatz von Netzbeeinflussungsmaßnahmen).
Regelwerke und Wissensdokumente
2025 wurden zahlreiche Dokumente aktualisiert bzw. in entscheidende Bearbeitungs- und Abstimmungsphasen geführt und veröffentlicht. Dazu zählen u. a. die Fortschreibung der ZTV SA sowie Korrekturblätter zur TLP VZ und ZTV VZ (u. a. aufgrund geänderter Normenbezüge).
Die TLP SA und das M tWVZ lagen zur Länderanhörung vor. Im Bereich Straßenmarkierungen (AA 3.6) sind die RMS, Teil Landstraßen finalisiert und veröffentlicht worden, für den Teil Stadtstraßen werden Stellungnahmen eingearbeitet. Ergänzend wurde ein neuer Arbeitskreis für ZTV zu Beschichtungen eingerichtet und der künftige Nachweis der Fachkunde gemäß der ZTV M beraten.
Bei den Fahrzeug-Rückhaltesystemen (AA 3.7) liegen Entwürfe für die RPS-Teile Autobahnen und Allgemeines vor; der RPS-Teil für die Landstraßen wird weiterbearbeitet. Zudem überführt ein Arbeitskreis europäische Normen in nationale Vorgaben (der Entwurf der TLP AEK für Anfangs- und Endkonstruktionen) mit einheitlichen Prüfvorgaben.
Für Straßentunnel (im AA 3.8) wurde die künftige Erarbeitung der Hinweise für städtische Tunnel (H ABT) vorbereitet.
Im Straßenbetriebsdienst (AA 3.11) wurde das fortgeschriebene Merkblatt (Teil Grünpflege) als „Merkblatt für die Grünpflege an Straßen“ neu herausgegeben. Im Bereich des Winterdienstes (AA 3.12) wurde die Fortschreibung der Streuempfehlungen (Tabelle) als Einlegeblatt und praktische Hilfe im Alltag aus einem Forschungsvorhaben fertiggestellt, die nun auch wieder Teil des überarbeiteten Merkblatts für den Winterdienst auf Straßen (Ausgabe 2025) ist.
In der Qualität des Verkehrsablaufs (AA 3.13) wird an der Fortschreibung des HBS 2015 gearbeitet (u. a. Verkehrsnachfrage, Netzabschnitte, Knotenpunkte mit/ohne LSA sowie Angebotsqualität für ÖPNV, Rad- und Fußverkehr).
Forschung
Für die Weiterentwicklung des Verkehrsmanagements wurden 2025 Forschungsimpulse insbesondere zu praxisgerechter Qualitätssicherung und Integration heterogener Verkehrsdaten für regionale Verkehrsrechnerzentralen sowie zur KI-Mustererkennung für die Störungsprognose auf Bundesautobahnen formuliert.
Veranstaltungen und Austausch
Der fachliche Austausch wurde 2025 u. a. über die Kolloquien „Straßenbetrieb“ (23./24. September 2025, Karlsruhe) und „Intelligentes Verkehrsmanagement“ (29./30. September 2025, Koblenz) sowie über die D-A-C-H-Informationstagung (9./10. Oktober 2025, Innsbruck) gestärkt.
Mit ihrer Arbeit trägt die Arbeitsgruppe 3 maßgeblich dazu bei, Verkehrsplanung und -steuerung technisch, organisatorisch und regelwerksseitig weiterzuentwickeln. Die Verzahnung von Innovation, Regelwerksarbeit, Betriebspraxis und Forschung bleibt dabei ein zentraler Erfolgsfaktor.
Moderne Verkehrsleitzentrale
„Infrastrukturmanagement“
Leitung: LRDin. Dr.-Ing. Ulrike Stöckert
Die Arbeitsgruppe 4 „Infrastrukturmanagement“ setzte 2025 ihre Schwerpunkte auf die Weiterentwicklung des Erhaltungsmanagements, die Fortschreibung von Regelwerken und Wissensdokumenten sowie auf neue methodische Ansätze – von KI-gestützten Auswerteverfahren bis zur straßenbauspezifischen Betrachtung des fahrzeugbezogenen Energieverbrauchs. Gleichzeitig standen die zügige Überführung von Forschungsergebnissen in die Regelwerksarbeit, die Koordinierung der G-Forschungsthemen und der fachliche Austausch innerhalb der Gremien im Fokus.
Regelwerksarbeit und Wissensdokumente
Erhaltungsmanagement:
Der AA 4.1 „Management der Straßenerhaltung“ legte die finale Fassung der „Empfehlungen für das Erhaltungsmanagement der Straßeninfrastruktur” (E EM-Stra 25) vor, parallel zu den noch weiterhin gültigen RPE-Stra. Das Regelwerk wurde verabschiedet und in den Druck gegeben.
Oberflächeneigenschaften und Bauvertrag:
Mit den „TP Eben – Berührungslose Messungen für den Bauvertrag“ wurde ein wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung der Ebenheitsbewertung veröffentlicht und über ein ARS in die Anwendung eingeführt. Parallel wurde die stufenweise
Anwendung für die kommenden Jahre geregelt. Im AA 4.3 wurden zudem Arbeiten an weiteren Mess- und Bewertungsansätzen fortgeführt (u. a. Makrotextur, Reflexionseigenschaften) und die thematische Roadmap im Bereich Oberfläche weiter geschärft.
Substanzbewertung und Tragfähigkeit:
Im AA 4.4 wurden mehrere Arbeitspapiere bzw. Entwürfe weiterbearbeitet, darunter die Aktualisierung des AP Trag Teil D („Standardisierung von Tragfähigkeitsmessdaten“) sowie Arbeiten zur Bestimmung strukturell homogener Abschnitte als Grundlage für die Substanzbewertung. Darüber hinaus wurde der Bedarf aus der Praxis aufgegriffen, die Durchführung von Straßenvorerkundungen stärker zu vereinheitlichen: Hierzu wurde die Erstellung eines Hinweispapiers als „Wegweiser zur Prozessoptimierung“ angestoßen.
Nachhaltigkeit im Straßenbau:
Der AA 4.6 finalisierte die „Hinweise zur Verwendung von Kriterien und Daten bei einer vereinfachten Ökobilanz von Straßenbaumaßnahmen, Teil 1: gebundene Schichten / Treibhausgase / A1–A4“. Das Dokument ist als „living document“ angelegt und bildet eine Grundlage, um Ökobilanzierung in der Praxis einheitlicher und anwendungsorientierter zu unterstützen. Parallel wurden Anschlussarbeiten für ungebundene Schichten aufgenommen.
Fahrzeugbasierte Messsysteme unterstützen die Bewertung von Fahrbahnoberflächen und die Erhaltungsplanung
HIGHLIGHTS
• Regelwerke: E EM-Stra 25 verabschiedet und in den Druck gegeben; Einführung der TP Eben – Berührungslose Messungen für den Bauvertrag in die Anwendungspraxis.
• Nachhaltigkeit: H vÖkobilanz (Teil 1) als „living document“ finalisiert und in Richtung Veröffentlichung übergeben; Anschlussarbeiten für ungebundene Schichten gestartet
• Forschung & Innovation: FE 04.0360 zum fahrbahnoberflächenspezifischen Energieverbrauch vergeben (Start 01.11.2025); W 2-Arbeitspapier zur straßenbauspezifischen Messung in Erarbeitung
• Methoden & Zukunftsthemen: KI-basierte Schadenserkennung im Erhaltungsmanagement aufgegriffen; neue Impulse zu Standardisierung, Digitalisierung und Nachwuchsgewinnung in der Gremienarbeit
Forschung, G-Programm und Transfer
Laufende und vorbereitete Forschungsvorhaben: Mehrere Forschungsvorhaben befanden sich 2025 in der Vorbereitung bzw. im Vergabeprozess. Gleichzeitig wurde die Notwendigkeit betont, Forschungsprojekte zügig abzuwickeln, damit Ergebnisse zeitnah in Regelwerke und Wissensdokumente einfließen können. Fahrbahnoberflächenspezifischer Energieverbrauch: Ein zentrales Zukunftsthema war die straßenbauspezifische Messung des fahrzeugbezogenen Energieverbrauchs auf Fahrbahnoberflächen. Das zugehörige FE-Projekt 04.0360 („Potenzialanalyse zum fahrbahnoberflächenspezifischen Energieverbrauch“) wurde vergeben und startete zum 01.11.2025. Flankierend wird im AK 4.3.7 ein Arbeitspapier (W 2) erarbeitet.
Priorisierung für das G-Programm 2026:
Für das G-Programm 2026 wurden mehrere Projektskizzen diskutiert und priorisiert, darunter Forschung zur Qualitätssicherung in der ZEB (Substanzmerkmale/Oberfläche) sowie Grundlagen zur Ermittlung dimensionierungsrelevanter Achslastkollektive. Zudem wurde die Fortführung bzw. Aufstockung eines bereits bewilligten Themas zu akustischen Eigenschaften von Walzasphaltdeckschichten unter Verkehrsbelastung adressiert.
Digitalisierung und neue Methoden
KI-Anwendungen in der Straßenerhaltung: Der AA 4.1 griff den stark zunehmenden Markt an
KI-basierten Anwendungen zur Schadenserkennung auf. Ziel ist es, die Verfahren fachlich zu bewerten und hierfür geeignete Grundlagen und Regelungen zu erarbeiten.
Organisation, Austausch und Ausblick Weiterentwicklung der Zusammenarbeit: 2025 waren personelle Veränderungen und organisatorische Weichenstellungen prägend. Die Leitung der AG 4 betonte die Bedeutung eines geeigneten Rahmens für den intensiveren Austausch zu Forschungsergebnissen sowie die Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchsgewinnung. Auch wurde auf strukturelle Herausforderungen bei Forschungsbudgets hingewiesen (u. a. steigender Overhead an Hochschulen).
Veranstaltungen und Transferformate:
Seitens des AA 4.3 wurde ein Webinar zu den „TP Eben – Berührungslose Messungen für den Bauvertrag“ vorbereitet (Termin: 03.03.2026), um Ziele, Randbedingungen und Anwendungspraxis weiter zu schärfen. Darüber hinaus wurden Themen für den Straßen- und Verkehrskongress 2026 diskutiert. Für das Frühjahr 2027 ist die nächste Arbeitsgruppentagung „Infrastrukturmanagement“ vorgesehen.
Arbeitsgruppe 5
„Erd- und Grundbau“
Leitung: Prof. Dr.-Ing. Maik Schüßler
Die Arbeitsgruppe 5 (AG 5) „Erd- und Grundbau“ bearbeitete im Jahr 2025 zentrale Fragestellungen rund um Erd- und Felsarbeiten, Entwässerung, Bodenbehandlung, Geokunststoffe, Boden- und Gewässerschutz, Grundbau sowie Prüftechnik. Im Fokus standen dabei die Weiterentwicklung praxisrelevanter Merkblätter
und Regelwerke, die Qualitätssicherung (u. a. in der geotechnischen Erkundung) sowie die Stärkung von Nachhaltigkeits- und Klimaanpassungsaspekten in Planung und Ausführung.
Personelles und Gremienarbeit
Im Berichtsjahr erfolgte ein Leitungswechsel: Prof. Dr.-Ing. Maik Schüßler wurde durch den Vorstand als Nachfolger für die Leitung der AG 5 berufen; der bisherige Leiter Dr.-Ing. Dirk Heyer wurde im Lenkungsausschuss verabschiedet. Zudem gab es alters- bzw. funktionsbedingte Wechsel im LA 5 (u. a. Frau Dr. Nienhaus, Frau Colditz, Herr Blaim); Nachfolgen wurden bzw. werden organisiert, darunter ein Vorschlag aus der Praxis (STRABAG) und eine noch offene Nachbesetzung aus dem ZDB.
Regelwerksarbeit und technische Weiterentwicklung
Der Lenkungsausschuss der AG 5 verabschiedete mehrere Merkblätter, die die geotechnische Praxis sowie den Umgang mit besonderen Randbedingungen stärken:
• „Merkblatt zur Qualitätssicherung bei der geotechnischen Erkundung – Teil 2 – Ausführung und Qualitätskontrolle“ (M QGeoE)
• „Merkblatt über Straßenbau in Gebieten mit Erdfällen, Tagesbrüchen und Senkungen“ (M ETS)
• Merkblatt zur Beurteilung und zur Instandsetzung von historischen Stützmauern“ (M HSM)
• „Merkblatt über den Umgang mit Bodenmaterialien im Erd- und Straßenbau“ (M UB).
Parallel liefen in mehreren Arbeitsausschüssen wichtige Überarbeitungen weiter – insbesondere zu den ZTV E-StB sowie zum Merkblatt über die Verdichtung des Untergrundes und Unterbaues. Im Bereich Boden- und Gewässerschutz wurden u. a. die, H BestWag sowie weitere Merkblätter (Bodenschutz, technische Sicherungsmaßnahmen) er- bzw. überarbeitet; im Bereich Geokunststoffe wurden Aktualisierungsbedarfe aus Forschungsvorhaben in Anträge zur Regelwerksüberarbeitung überführt.
Forschungsschwerpunkte und GFP-Themen
Die AG 5 stellte die Forschungsprogramm-Arbeit 2025 konsequent in den Kontext aktueller Herausforderungen (Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz, Materialkreisläufe). Für das gemeinsame Forschungsprogramm (GFP) 2026 wurden drei Themenvorschläge benannt:
• 5.A/26 „Alternative Bindemittel zur Bodenbehandlung im Erdbau des Straßenbaus“
• 5.B/26 „Entwicklung von Verfahren und Handlungsanweisungen bei mechanischen Bodenverbesserungen“
• 5.C/26 „Ableitung von Anforderungswerten für die Verwendung von ZFSV im Unterbau von Straßenund Verkehrsflächen“.
Zudem wurden die im LA 5 beratenen Forschungsthemen für das GFP 2025 dokumentiert; darunter wurden Vorhaben zur nachhaltigen Behandlung organischer/ organogener Böden sowie zur Fortschreibung von Filterregeln für Geokunststoffe aufgegriffen.
Normung, Nachhaltigkeit und fachübergreifende Zusammenarbeit
Im Gemeinschaftsausschuss GA 5.01 „Erdarbeiten“
(Spiegelausschuss zu CEN/TC 396) wurde die Obmannschaft neu geordnet; gleichzeitig liefen Arbeiten an europäischen Labornormen (insbesondere zu „chemischen“ Prüfverfahren). Technische Reporte zur Verwendung von Sekundärböden und RC-Material sowie zu nachhaltigen Erdarbeiten lagen vor.
Das Thema Klimaanpassung wurde weiter in die FGSV-Gremienarbeit integriert: Im Kontext der Umsetzung des Bundes-Klimaanpassungsgesetzes (KAnG) wurde eine kleinere, kommissionsgetragene Arbeitsstruktur vorbereitet, in der AG 2, AG 4 und AG 5 vertreten sind – mit dem Ziel, ein Strategiepapier zur vorausschauenden Berücksichtigung von Klimafolgen in der Straßenplanung unter Leitung der K 6 zur Nachhaltigkeit zu erarbeiten.
Termine und Ausblick
Die AG 5 stellte die Kontinuität der Gremienarbeit durch eine klare Terminplanung sicher: Die LA-Sitzungen fanden am 29. und 30. April in München sowie am 13. November 2025 bei der FGSV in Köln statt; weitere Termine wurden für den 23. April 2026 (ZDB, Berlin) sowie den 12. November 2026 (FGSV, Berlin) vereinbart.
Für den fachlichen Austausch wurden außerdem langfristige Veranstaltungsperspektiven benannt – darunter die nächste Erd- und Grundbautagung (geplant für 2027, Münster) sowie das Kolloquium „Entwässerung an Straßen“ (wieder 2028 in Veitshöchheim).
Einbau von Rüttelstopfsäulen bei schwierigen Verhältnissen im Erdbau
HIGHLIGHTS
• Regelwerke: Verabschiedung von M QGeoE (Teil 2), M ETS, M HSM und M UB
• Forschung: Drei Themenvorschläge für das GFP 2026 (Alternative Bindemittel, mechanische Bodenverbesserung, ZFSV-Anforderungswerte)
• Normung: Neuausrichtung im GA 5.01 (CEN/TC 396) und Fortschritt bei europäischen Labornormen
• Klimaanpassung: Mitwirkung an einer FGSV-übergreifenden Struktur zur Umsetzung des KAnG und Vorbereitung eines Strategiepapiers für die Arbeit der FGSV
Arbeitsgruppe 6
„Gesteinskörnungen, Ungebundene Bauweisen“
Leitung: Dr.
rer. nat. Erhard Westiner
Einsatz von Baumaschinen im Straßenbau
Im Jahr 2025 lag der Schwerpunkt der Arbeitsgruppe 6 (AG 6) auf der Weiterentwicklung von Forschungsthemen und Regelwerksgrundlagen rund um Gesteinskörnungen sowie ungebundene und pflasterbezogene Bauweisen. In der 121. Sitzung des Lenkungsausschusses (LA) am 27. Oktober 2025 in Köln wurden dazu die laufenden To-dos, Forschungsaktivitäten, Schnittstellen zu anderen Gremien sowie europäische Normungsthemen gebündelt beraten.
Regelwerksarbeit, Schnittstellen und Gremienkoordination
HIGHLIGHTS
• Forschung: Annahme und Einreichung des Projekts 6.A/26 zur Wasserempfindlichkeit feiner Gesteinskörnungen (TP Gestein-StB, Teil 6.6.3) sowie Weiterführung laufender G-Projekte.
• Nachhaltigkeit: Start der Arbeiten an einem Hinweispapier zur Nachhaltigkeitsbilanzierung für ungebundene Bauweisen; Hinweispapier für Pflasterbauweise in Vorbereitung.
• Normung: Begleitung des Acquis-Prozesses (Aggregates) und Vorbereitung des Starts für EN 13285 (FSS/STS) im Dezember 2025.
• Wissenstransfer: D-A-CH-Tagung 2025 in Innsbruck mit AG-6-Themenblöcken; Laborantenschulung 2026 „Fülleruntersuchungen“; Themenpool für den DSVK 2026 und Perspektive „Gesteinstagung 2027“.
Ein wiederkehrendes Querschnittsthema bleibt die saubere Einbindung betroffener Arbeitsgruppen bei Regelwerksprozessen. Vor diesem Hintergrund wurde angeregt, diesbezüglich die „FGSV-Grundlagen für das Erstellen von Technischen Regelwerken“ durchzusehen und gegebenenfalls anzupassen.
Im KoA Bau wurde zudem die Ad-hoc-Gruppe „TP Prüfmittelüberwachung“ eingerichtet; die AG 6 ist hier über den Leiter des AK 6.1.3 vertreten.
Forschung
• Stand der Programme 2017–2025: Die G-Projekte aus der AG 6 laufen plangemäß; das G-Projekt 06.126 („Praxisgerechte Anforderungen an den Widerstand gegen Zertrümmerung … für Schichten ohne Bindemittel“) befindet sich in der Vergabephase. Mehrere Projekte (u. a. 06.121–06.124) sind abgeschlossen bzw. in der Abschlussphase, weite-
re laufen; zudem wurden abgeschlossene FGSV-Forschungsprojekte in die zuständigen AA zur Auswertung gegeben.
• Gemeinsames Forschungsprogramm 2026: Das Projekt 6.A/26 („Fortschreibung der Vorschrift zur Bestimmung der Wasserempfindlichkeit von feinen Gesteinskörnungen mit dem Schüttel-Abriebverfahren nach TP Gestein-StB, Teil 6.6.3, und Schaffung eines Bewertungshintergrundes“) wurde im LA angenommen und zur Einreichung in den KoA Bau vorbereitet.
• Weitere Forschungsvorhaben:
– Für Themen aus dem Pflasterbaubereich wurden im aktuellen FoPS-Programm keine Inhalte berücksichtigt; es wird geprüft, ob geeignete Themen alternativ über die IGF abgewickelt werden können.
– Weitere Forschungsthemen sollen vorbereitet werden (u. a. zu mineralischen Ersatzbaustoffen sowie zu Auswirkungen zukünftiger Anforderungen an Feinanteile).
Nachhaltigkeit
Im Berichtsjahr wurde die Erstellung eines Hinweispapiers zur Bilanzierung der Nachhaltigkeit von Straßenbaumaßnahmen für ungebundene Bauweisen (analog zu bestehenden Produkten für Asphalt/Beton) auf den Weg gebracht; ergänzend ist ein Hinweispapier für Pflasterbauweisen angedacht.
Europäische Normung
Die AG 6 begleitete auch 2025 zentrale Entwicklungen in der europäischen Normung. Der Acquis-Prozess für Gesteinskörnungen läuft; für Baustoffgemische nach EN 13285 (FSS, STS) wird der Acquis-Prozess vorbereitet und soll im Dezember 2025 starten.
Die Berichterstattung erfolgte u. a. zu den relevanten CEN-Gremien (TC 154, TC 227, TC 351).
Veranstaltungen und Wissenstransfer
• D-A-CH-Informationstagung: Die D-A-CH-Informationstagung fand am 9./10. Oktober 2025 in Innsbruck statt; die AG 6 war mit Themenblöcken zu Acquis-Prozess/EU-BauPVO/Nachhaltigkeit/Kreislaufwirtschaft sowie zu Dimensionierung und Versickerungsfähigkeit beim Pflasterbau vertreten.
• Laborantenschulung 2026: Thema „Fülleruntersuchungen“ (inkl. Bezug zur Prüfmittelüberwachung).
• Ausblick DSVK und Gesteinstagung: Für den Deutschen Straßen- und Verkehrskongress 2026 werden Themen gesammelt; zudem ist für Herbst 2027 erneut eine Gesteinstagung angedacht.
Fazit
Die AG 6 hat 2025 wesentliche Impulse in den Bereichen Forschung, Nachhaltigkeit und europäische Normung gesetzt. Neben der Weiterentwicklung konkreter Forschungsvorhaben – insbesondere zur Wasserempfindlichkeit feiner Gesteinskörnungen – standen die Vorbereitung von Nachhaltigkeits-Hinweisen für ungebundene und pflasterbezogene Bauweisen sowie die Bearbeitung aktueller Anforderungen im Mittelpunkt.
„Asphaltbauweisen“
Leitung: Dr.-Ing.
Knut Johannsen
Die Arbeitsgruppe 7 „Asphaltbauweisen“ setzte im Jahr 2025 zentrale Impulse für eine moderne, sichere und klimaorientierte Weiterentwicklung von Asphaltbauweisen. Im Fokus standen die Fortschreibung und Finalisierung maßgeblicher Regelwerke sowie die weitere Stärkung nachhaltiger Bauprozesse – insbesondere im Kontext temperaturabgesenkter Bauweisen und der Kreislaufwirtschaft.
Fortschritte bei Regelwerken
Ein Meilenstein der Regelwerksarbeit war die Verabschiedung des finalen Schlussentwurfs der neuen ZTV Asphalt-StB Teil 1: In einer Sondersitzung am 01.12.2025 wurde der Schlussentwurf des wichtigsten Regelwerks für den Bau von Asphaltschichten verabschiedet. Nach über zehn Jahren intensiver fachlicher Arbeit wird die Veröffentlichung des Regelwerks, gemeinsam mit den ebenfalls fertiggestellten TL Asphalt-StB, im Frühjahr 2026 erwartet. Der zentrale Schritt ist der Umstieg auf die temperaturabgesenkte Bauweise – ein entscheidender Beitrag zu mehr Arbeitsschutz, Energieeffizienz und nachhaltigeren Bauprozessen im Straßenbau.
Personalia und Dank
Im Lenkungsausschuss gab es 2025 zudem einen besonderen Moment des Übergangs: Dipl.-Ing. Bernd Nolle hat sich nach über 22 Jahren Mitarbeit im Ausschuss verabschiedet. Er nahm am 5. November 2025 zum letzten Mal an einer Sitzung des LA 7 teil. Als langjähriger Leiter der AG 7 hat er die Arbeit der Arbeitsgruppe über viele Jahre fachlich wie organisatorisch
geprägt und wichtige Entwicklungen in der Regelwerksarbeit maßgeblich begleitet.
Nachhaltigkeit, Qualitätssicherung und Praxisbezug
Die AG 7 führte die Diskussionen zu nachhaltigen Asphaltbauweisen konsequent fort und stärkte die Verzahnung von Regelwerksarbeit, Qualitätssicherung und Praxiserfordernissen. Der fachliche Austausch innerhalb der Gremien trug dazu bei, Anforderungen an Bauverfahren und Prüfmethoden weiter zu schärfen und deren Anwendung in der Praxis zu unterstützen –auch vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen an Ressourcenschonung, Emissionsminderung und robuste Bauprozesse.
Auch der fachliche Austausch auf der Asphaltstraßentagung am 21. und 22. Mai 2025 in Baden-Baden unterstrich die hohe Dynamik im Themenfeld: Die Tagung bot eine wichtige Plattform, um aktuelle Entwicklungen in Regelwerksarbeit, Baupraxis und Qualitätssicherung zu diskutieren und Erfahrungen aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen zusammenzuführen. Impulse aus den Vorträgen und Diskussionen flossen in die weitere Gremienarbeit ein und stärkten die enge Verzahnung von technischen Anforderungen und praktischer Umsetzung.
Neben den großen Asphalt-Regelwerken wurden 2025 weitere Dokumente behandelt bzw. freigegeben:
• Die TL BE-StB (Bitumenemulsion) wurden freigegeben und in die Länderumfrage gegeben.
Screenshot einer Sitzung des LA 7
HIGHLIGHTS
• Regelwerke: TL Asphalt-StB 25 im Notifizierungsverfahren ohne Einsprüche; ZTV Asphalt-StB, Teil 1 kurz vor Beschluss des finalisierten Schlussentwurfs (Sondersitzungen Dezember 2025).
• Einführung & Praxis: Empfehlung zur vorgezogenen Einführung von TL Asphalt-StB und ZTV Asphalt-StB, Teil 1 sowie temporäre ARS-Lösung für ZTV Asphalt-StB, Teil 2; Temperaturabsenkung beim Asphalteinbau verbindlich ab Q2/2026; Einführungskolloquium in Köln in Vorbereitung..
• Weitere Veröffentlichungen: Freigaben u. a. zu TL BE-StB, TP Asphalt-StB (Teil 42/49), AL raDA sowie H SR/H Patch; H vÖkobilanz nach Diskussion ohne Einwände zur Veröffentlichung.
• Forschung: Forschungsprogramm-Anträge 2026 (u. a. 7G/26, 7E/26, 7D/26) eingebracht; Start/ Umsetzung mehrerer Projekte mit Fokus auf Verformungsprüfungen, Verdichtung TA-Asphalt und Schichtenverbund.
• Innovation: Neuer Ansatz zur performance-orientierten Beschreibung von Asphaltmischgut –zunächst über ein Hinweispapier in einem neu zu gründenden Arbeitskreis.
Bild oben: Moderner
Asphaltstraßenbau
Temperaturabgesenkter
Asphalt im Einsatz – Beitrag zu emissionsärmerem Asphalteinbau.
• Die TP Asphalt-StB, Teil 42 (Fremdstoffanteil AG) und Teil 49 (Reibungsbeiwert nach Polieren) wurden freigegeben.
• Die AL raDA (Arbeitsanleitung für aufsetzende zerstörungsfreie Prüfverfahren zur Dichtebestimmung von Asphalt.) wurde freigegeben.
• Die H SR (Schließen von Rissen) und H Patch (Schadstellenbeseitigung) wurden freigegeben.
• Zum Entwurf der H vÖkobilanz fand eine vertiefte Diskussion statt; seitens der AG 7 bestanden danach keine Einwände mehr gegen eine zeitnahe Veröffentlichung. Ergänzend wurde über den Bearbeitungsstand des Standardleistungskatalogs für den Straßenund Brückenbau (Asphaltbauweisen) berichtet, der nach Finalisierung im Gremium im Sommer 2026 veröffentlicht werden soll.
Im Bereich Forschung wurden Anträge für das Forschungsprogramm 2026 (u. a. 7G/26, 7E/26, 7D/26) in den Koordinierungsausschuss eingebracht.
Zudem starteten bzw. liefen mehrere Projekte mit direktem Praxisbezug, u. a. zur Anpassung von Prüfbedingungen bei dynamischen Verformungsprüfungen sowie zur Optimierung der (Vor-/Haupt-)Verdichtung temperaturabgesenkter Asphalte; weitere Vorhaben zu Verdichtung „in situ“ und zum Schichtenverbund befanden sich in der Angebots-/Bewertungsphase. Als strategischer Schritt wurde außerdem – nach Auflösung des AK 7.1.3 – ein neuer
Ansatz für performance-orientierte Anforderungen an Asphalt diskutiert: In einem neu zu gründenden AK soll zunächst ein Hinweispapier erarbeitet werden, um eine Mischgutbeschreibung stärker auf performance-orientierte Prüfverfahren zu stützen.
Fazit
Mit der Finalisierung des Schlussentwurfs der ZTV Asphalt-StB, Teil 1 sowie der TL Asphalt-StB und der klaren Weichenstellung hin zu temperaturabgesenkten Bauweisen hat die Arbeitsgruppe 7 im Jahr 2025 einen entscheidenden Schritt in Richtung moderner, sicherer und klimafreundlicher Asphaltbauweisen gesetzt. Parallel stärkte die Arbeitsgruppe die Basis für eine moderne, belastbare Qualitätssicherung durch Freigaben weiterer Regelwerke, durch gezielte Forschungsvorhaben sowie durch den Start eines performance-orientierten Entwicklungspfads.
Arbeitsgruppe 8
„Betonbauweisen“
Leitung: Dipl.-Ing. Thomas Wolf
Die Arbeitsgruppe 8 „Betonbauweisen“ setzte im Jahr 2025 ihren Schwerpunkt auf die Finalisierung zentraler Regelwerke, die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung sowie auf aktuelle Forschungs- und Normungsthemen rund um Betonfahrbahnen. Besonders prägend waren der weit fortgeschrittene Abschluss der neuen TL und ZTV Beton-StB sowie die Fortführung der Arbeiten an fugen- und oberflächenbezogenen Regelungen – stets mit Blick auf Praxistauglichkeit, Dauerhaftigkeit und Nachhaltigkeit.
Regelwerksarbeit und technische Standards
Ein wesentlicher Meilenstein war der Endspurt bei den neuen TL und ZTV Beton-StB: Die TL Beton-StB befinden sich in der Notifizierung in Brüssel, während die ZTV Beton-StB einen letzten redaktionellen Feinschliff erhalten. Parallel wurden Anforderungen an aktuelle Entwicklungen angepasst – etwa durch die kurzfristige Anpassung eines zentralen Bildes zur Fugen-/ Dübelanordnung an den künftig vorgesehenen Regelquerschnitt RQ 36,5.
Im Bereich der Prüfvorschriften wurden mehrere Teile der TP B-StB zur Veröffentlichung verabschiedet (u. a. Wassergehalt, Temperaturmessung, Rohdichte, Frostwiderstand) sowie weitere Prüfvorschriften (u. a. Probenahme, Verdichtungsgrad, Druckfestigkeit, Herstellung/Lagerung von Probekörpern). Zudem wurden gezielte Korrekturen (Korrekturblätter) zu einzelnen Regelwerken beschlossen.
In der Fugenregelwerksarbeit wurde die Fortschreibung der ZTV Fug-StB vorangetrieben, unter anderem mit Anpassungen an die TL/TP Fug-StB 24 und die neuen ZTV Beton sowie praxisrelevanten Detailregelungen (z. B. größere Fugenbreite an der Längsfuge, Flexibilisierung der Verlege-Reihenfolge).
Forschung und Innovation
Im Berichtszeitraum wurden im LA 8 mehrere abgeschlossene Forschungsvorhaben vorgestellt, darunter zur akustischen Optimierung von Betonfahrbahndecken durch Oberflächentexturierung, zu Asphaltzwischenschichten unter Betondecken sowie zu nachhaltigen Bauweisen mit Betondecke (Recycling/Verwertung).
Für das Gemeinsame Forschungsprogramm 2026 lagen fünf Anträge vor, von denen drei an den KoA Bau weitergeleitet wurden.
Darüber hinaus wurden innovationsbezogene Themen im Bereich der durchgehend bewehrten Betonfahrbahndecke weitergeführt: Das Forschungsprojekt zur Dimensionierung (08.0278) befindet sich in der Vergabe; ergänzend laufen Abstimmungen zu Erprobungsstrecken. Im Bereich „Offenporiger Beton“ ist vorgesehen, die Arbeiten 2026 wieder aufzunehmen und um Ergebnisse aus einem laufenden Forschungsvorhaben zu ergänzen.
Normung, Nachhaltigkeit und Austausch
Auf europäischer Ebene standen Anpassungen im Zuge des CPR-Acquis-Prozesses im Fokus – betroffen sind im Themenfeld der AG 8 unter anderem die EN 13877-3 („Dübelnorm“) sowie zahlreiche Normen zu Fugenfüllstoffen und -systemen.
Für die Nachhaltigkeitsarbeit besonders wichtig: Die Environmental Product Declarations (EPD) für Straßenbetone wurden vom Institut Bauen und Umwelt (IBU) verifiziert und stehen zur Anwendung in Praxis und Bilanzierung bereit.
Zudem wurden fachliche Entwicklungen zu AKR und Zementnormung (u. a. „effektiver Alkaligehalt“, prEN 196-13) aufgegriffen, um die Regelwerke fachlich robust an die europäische Standardisierung anzubinden.
Veranstaltungen und Gremienarbeit
Für den fachlichen Austausch wurde die Betonstraßentagung am 17. und 18. September 2025 in Lübeck vorbereitet; Beiträge zum Stand der TL/ZTV Beton-StB sowie zur Überarbeitung des M VaB wurden thematisch eingeplant (Veröffentlichung des M VaB nach Erscheinen der TL/ZTV).
HIGHLIGHTS
• Regelwerke: Endspurt bei TL und ZTV Beton-StB (TL in Notifizierung; ZTV im finalen redaktionellen Feinschliff) sowie Anpassungen an neue Querschnittvorgaben (RQ 36,5).
• Prüfwesen: Verabschiedung mehrerer TP B-StB-Teile (u. a. Wassergehalt, Temperaturmessung, Rohdichte, Frostwiderstand) und gezielte Korrekturen per Korrekturblatt.
• Forschung: Vorstellung abgeschlossener Projekte (Akustik/ Textur, Asphaltzwischenschichten, Recycling/Verwertung) und Weitergabe neuer GFP-Anträge 2026 an den KoA Bau.
• Standards & Praxis: Fortschreibung der ZTV Fug-StB mit praxisrelevanten Detailanpassungen; Fortschritte bei DBB-Themen (Vergabe 08.0278, Erprobungsstrecken in Abstimmung).
• Nachhaltigkeit & Normung: IBU-verifizierte EPDs für Straßenbetone sowie Begleitung europäischer Normungsprozesse (CPR-Acquis, EN 13877-3, AKR/ Zement-Standardisierung).
In der Gremienarbeit gab es zudem personelle Veränderungen, u. a. die Neubesetzung der Leitung des AA 8.2 „Baustoffe“. Die weiteren Sitzungstermine wurden für 05.03.2026 (Köln), 12.11.2026 (München) und 17.03.2027 (Köln) festgelegt.
Fazit
Die AG 8 hat 2025 entscheidende Schritte zur Modernisierung und Qualitätssicherung der Betonbauweise geleistet: Von der Finalisierung der TL/ZTV Beton-StB über die Weiterentwicklung des Prüf- und Fugenregelwerks bis hin zu Forschungs- und Normungsimpulsen, die insbesondere Nachhaltigkeit, Dauerhaftigkeit und europäische Anschlussfähigkeit stärken.
Kommunale Erhaltungsmaßnahme: Vorbereitung der Betonfläche mit Bewehrung
Besuch einer usbekischen
Delegation bei der FGSV und der Autobahn GmbH, Niederlassung
Rheinland
Internationales
Internationale Zusammenarbeit der FGSV
Die internationale Zusammenarbeit ist ein fester Bestandteil der Arbeit der FGSV. Der fachliche Austausch mit internationalen Organisationen, Forschungsgesellschaften und Delegationen stärkt den Wissenstransfer, fördert die Weiterentwicklung technischer Regelwerke und unterstützt die Positionierung der FGSV als kompetente Ansprechpartnerin im internationalen Kontext.
Welt-Straßenverband (PIARC)
1955 wurde das Deutsche Nationale Komitee des Welt-Straßenverbandes PIARC (ehemals AIPCR) gegründet. Seitdem ist die FGSV Mitglied im Welt-Straßenverband und nimmt im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) die Aufgaben des Deutschen Nationalen Komitees wahr.
Der Leiter der Abteilung Bundesfernstraßen im BMV, MDir. Dipl.-Ing. Michael Puschel, fungiert als „First Delegate“ der Bundesrepublik Deutschland. Der Geschäftsführer der FGSV ist zugleich Sekretär des Nationalen Komitees und führt dessen laufende Geschäfte. Für die laufende Sitzungsperiode 2024 bis 2027 arbeitet PIARC unter den vier strategischen Themenfeldern:
• Road Administration
• Road Mobility
• Safety and Sustainability
• Resilient Infrastructure.
TC (Technical Committee) 4.3
Earthworks der PIARC in Berlin
am 1. und 2.
Oktober 2025
Deutsche Vertreterinnen und Vertreter wirken aktiv in den Fachkomitees mit und bringen dort nationale Erfahrungen und Positionen ein. Ergänzend bestehen das Terminology Committee sowie das Road Statistics Committee.
Die FGSV unterstützt die internationale Gremienarbeit finanziell, sowohl durch die Beteiligung an Reisekosten als auch durch die Mitfinanzierung von Sitzungen in Deutschland. Die Council-Sitzung sowie die Sitzung des Nationalen Komitees fanden vom 26. bis 28. Oktober 2025 in Seoul (Republik Korea) statt.
PIARC zu Gast in Deutschland – TC 4.3 „Earthworks“
Am 1. und 2. Oktober 2025 tagte das PIARC Technical Committee 4.3 „Earthworks“ in Berlin. Gastgeberin war die FGSV-Geschäftsstelle Berlin. An der Sitzung nahmen 21 Expertinnen und Experten aus insgesamt elf Nationen teil.
Im Mittelpunkt der Beratungen standen Erdbauwerke, die einen wesentlichen Bestandteil des Straßenbaus darstellen: Bis zu 70 % einer Straße bestehen aus Erdbauwerken. Ihre Funktionsfähigkeit und Stabilität leisten einen entscheidenden Beitrag zur Resilienz der Verkehrsinfrastruktur.
Vor dem Hintergrund des Klimawandels wurde insbesondere das Spannungsfeld zwischen angestrebter Lebensdauer von Erdbauwerken und den bei Bau und Instandhaltung entstehenden CO₂-Emissionen diskutiert.
HIGHLIGHTS – INTERNATIONALES 2025
• PIARC-Arbeit:
Aktive Mitwirkung deutscher Expertinnen und Experten in internationalen Fachkomitees des Welt-Straßenverbandes
• TC 4.3 „Earthworks“: Internationale PIARC-Sitzung mit 21 Teilnehmenden aus 11 Nationen in der FGSV-Geschäftsstelle Berlin
• Delegationsbesuche: Fachlicher Austausch mit Delegationen aus Usbekistan und Japan zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit
• D-A-CH-Informationstagung: Intensiver trilateraler Austausch mit Deutschland, Österreich und der Schweiz in Innsbruck
• Internationale Sichtbarkeit: Stärkung der Rolle der FGSV als kompetente Partnerin im internationalen Straßen- und Verkehrswesen
Ziel der Beratungen war es, dieses Spannungsfeld in realitätsnahe und praxisorientierte Handlungsempfehlungen zu überführen. Vorgesehen ist unter anderem die Erarbeitung eines internationalen „Best-Practice“-Kompendiums.
Abgerundet wurde die Sitzung durch ein fachlich wie historisch passendes Rahmenprogramm mit einem Besuch der Berliner Unterwelten, bei dem insbesondere die Fluchttunnel und deren Bauweise thematisiert wurden –ein anschaulicher Bezug zum Themenfeld „Earthworks“ in einem historischen Kontext.
Internationale Delegationen zu Gast bei der FGSV
Auch 2025 war die FGSV Gastgeberin mehrerer internationaler Delegationen mit dem Ziel, den fachlichen Austausch und die internationale Zusammenarbeit weiter zu stärken.
Im August und November 2025 besuchte eine Delegation aus Usbekistan Deutschland. Die fachliche Begleitung erfolgte durch Dr.-Ing. Sven-Martin Nielsen (FGSV). Am 13. August 2025 fand ein Besuch in der FGSV statt, ergänzt durch einen Termin bei der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt). Ein weiterer Fachbesuch erfolgte am 25. Oktober 2025 bei der BASt. Am 26. November 2025 wurde die Delegation zur Niederlassung der Autobahn GmbH des Bundes in Krefeld begleitet, einschließlich eines Besuchs des Autobahnkreuzes Kaiserberg. Ziel der Besuche war es, Einblicke in die deutsche Regelwerksarbeit, Organisation und Praxis des Straßenwesens zu gewinnen und die internationale Zusammenarbeit auszubauen.
Am 10. November 2025 empfing die FGSV in Köln zudem eine Delegation des japanischen Unternehmens Showa Rekisei Industries Co., Ltd. Die Gäste wurden von Geschäftsführer Dr.-Ing. Michael Rohleder sowie Dr.-Ing. Knut Johannsen, Leiter der Arbeitsgruppe 7 „Asphaltbauweisen“, begrüßt. Im Mittelpunkt des Austauschs standen technische Fragestellungen im Asphaltstra-
ßenbau sowie Möglichkeiten zur Vertiefung der Zusammenarbeit auf internationaler Ebene.
RB-Konferenz Atlanta: Auszeichnung für deutschen Länderbericht
Im Juni nahm eine kleine deutsche Delegation an der 7. Internationalen TRB-Konferenz zu Kreisverkehren und geometrischer Gestaltung in Atlanta (USA) teil. Prof. Kerstin Lemke (Universität Siegen) stellte als Leiterin der FGSV-Arbeitsgruppe 2 den deutschen Länderbericht vor, der gemeinsam mit Dr. Marco Irzik (BASt) und Dr. Sven-Martin Nielsen (FGSV) erarbeitet wurde. Dr. Marco Irzik präsentierte zudem neue Ansätze zur Qualitätssicherung von Verkehrssicherheitsaudits in Deutschland. Der Länderbericht wurde auf der Konferenz mit dem Best Paper Award ausgezeichnet.
Zusammenarbeit mit ausländischen Forschungsgesellschaften
Die FGSV arbeitet eng mit den Forschungsgesellschaften und Fachorganisationen der Nachbarländer zusammen, darunter den Niederlanden (CROW), Österreich (FSV), der Schweiz (VSS), Polen (PKD) sowie Ungarn (MAUT). Ein zentrales Format des internationalen Austauschs ist die jährlich stattfindende D-A-CH-Informationstagung.
Die D-A-CH-Informationstagung 2025 fand am 9. und 10. Oktober in Innsbruck (Österreich) statt. Rund 70 Expertinnen und Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz tauschten sich zu aktuellen, länderübergreifenden Fragestellungen des Straßen- und Verkehrswesens aus. Auf Basis abgestimmter Fragenkataloge wurden unter anderem Themen aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Verkehrssicherheit, Asphalt- und Betonbauweisen, Radverkehr, autonomes Fahren sowie erneuerbare Energien im Bereich der Straßeninfrastruktur vertieft diskutiert.
Best Paper Award für den Länderbericht
Deutschland: Prof. Dr.-Ing. Kerstin Lemke bei der Preisübergabe in Atlanta.
Veranstaltungen der FGSV
2025 als Treiber des Wissensmanagments
Veranstaltungen
Chronologischer Überblick
11.–12. Februar 2025
2. Internationaler FAP-Workshop | Berlin
Der 2. Internationale FAP-Workshop brachte Fachleute aus Forschung und Praxis in Berlin zusammen und fokussierte Prüf- und Prognoseverfahren zur Griffigkeit. Im Mittelpunkt standen das Wehner/Schulze-Verfahren (u. a. Gerätetechnik, Qualitätssicherung und Vergleichsuntersuchungen) sowie die Herstellung zertifizierter Messgummis; eine Bundesanstalt für Materialforschung- und prüfung-Führung ergänzte das Programm. Am zweiten Tag wurden Griffigkeitsprognosen (u. a. PROGRIP), Weiterentwicklungen des Verfahrens und die Rollwiderstandsprüfung diskutiert – abgerundet durch eine Podiumsdiskussion zu Zielen, EU-Bezügen und Normung.
13.–14. Februar 2025
Kolloquium „Kommunales Verkehrswesen“ | Kassel Das Kolloquium brachte kommunale Perspektiven, Praxisbeispiele und aktuelle Fragestellungen der kommunalen Verkehrsplanung zusammen – mit starker Relevanz für Umsetzungsrealitäten vor Ort. Ergänzt wurde das Vortragsprogramm durch moderierte Diskussionen, die den Transfer in die Praxis gezielt vertieften. Ein besonderes Highlight war die Exkursion zum Brüder-Grimm-Platz, bei der innovative kommunale Verkehrsprojekte vorgestellt wurden – mit Fokus auf technische und zugleich nachhaltige Lösungsansätze.
17.–18. Februar 2025
Symposium „Verkehrssicherheit von Straßen“ mit Auditforum | Wuppertal
Mit ihrem Veranstaltungsprogramm hat die FGSV 2025 erneut eine verlässliche Plattform für Wissenstransfer, fachlichen Austausch und die Diskussion aktueller Herausforderungen im Straßen- und Verkehrswesen geboten. Über das Jahr hinweg standen dabei zentrale Themen wie Verkehrssicherheit, Klimaanpassung, nachhaltige Bauweisen und die fortschreitende Digitalisierung im Fokus.
Die Tagungen, Kolloquien und Symposien wurden insgesamt sehr gut angenommen und verliefen durchweg erfolgreich – geprägt von hoher fachlicher Qualität, lebendigen Diskussionen und starker Vernetzung zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Praxis.
Im Mittelpunkt standen aktuelle Erkenntnisse aus Entwurf, Planung und Verkehrssicherheitsforschung sowie das Auditforum als Workshop- und Austauschformat für Praktikerinnen und Praktiker. Inhaltliche Schwerpunkte reichten von Radverkehrssicherheit (u. a. Pedelecs) über Markierung und Bahnübergänge bis zur Schulwegplanung; ergänzt durch einen Einblick in die Verkehrssicherheitsaudit-Praxis in Luxemburg.
11.–12. März 2025
Kolloquium „Luftqualität an Straßen“ | Bergisch-Gladbach
Beim Kolloquium „Luftqualität an Straßen“ am 11. und 12. März 2025 in Bergisch Gladbach – durchgeführt von BASt und FGSV – standen aktuelle Forschungsaktivitäten und Maßnahmen zur Luftreinhaltung im Einflussbereich von Straßenverkehr und Straßenbau im Mittelpunkt. Diskutiert wurden u. a. innovative Mess-, Bewertungs- und Modellierungsansätze sowie neue Wege, verkehrsbedingte Belastungen wirksam zu reduzieren. Inhaltlich reichte das Spektrum von Emissionen/Immissionen über Abrieb und ultrafeine Partikel (UFP) bis hin zu Echtzeitmonitoring, Sensorik und umweltsensitivem Verkehrsmanagement. Ergänzt wurde das Programm durch eine Postersession sowie Beiträge aus der Fachausstellung, die praxisnahe Lösungen und neue Erkenntnisse sichtbar machten.
31. März–1. April 2025 Symposium „Verkehrssicherheit von Straßen“ mit Auditforum | Weimar
Das zweite Symposium setzte die Reihe fort – ebenfalls mit Vortragsprogramm und Auditforum als praxisnahem Austauschformat.
3.–4. April 2025
Kolloquium „Entwässerung an Straßen“ | Veitshöchheim
Das Kolloquium „Entwässerung an Straßen“ 2025 bot in den Mainfrankensälen Veitshöchheim eine fundierte Plattform für den Austausch zu nachhaltiger und effizienter Straßenentwässerung. Inhaltlich standen die Weiterentwicklung des Regelwerks (u. a. REwS,
M WRRL, BeStWag), die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von Behandlungsanlagen, Erfahrungen aus Betrieb und Planungspraxis sowie neue Lösungen bis hin zur digitalen Datennutzung im Fokus. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Herausforderungen der Straßenentwässerung im Klimawandel; Arbeitskreise und Plenumsdiskussionen sorgten für intensiven Praxisdialog und konkrete Impulse.
9.–10. April 2025
2. Kolloquium „Straßeninfrastruktur und erneuerbare Energien“ | Berlin
Das 2. Kolloquium „Straßeninfrastruktur und erneuerbare Energien“ in Berlin widmete sich der praktischen Umsetzung erneuerbarer Energien im Umfeld der Straßeninfrastruktur. Im Fokus standen Best-Practice-Projekte (u. a. Photovoltaik an Straßen und in Tunnelumfeldern, Energiemanagement im Betriebsdienst) sowie die Rahmenbedingungen für Planung und Betrieb – inklusive Fragen zu Regulatorik, Flächennutzung und Blendungssicherheit. Damit lieferte die Veranstaltung konkrete Impulse, wie Infrastrukturflächen künftig stärker zur Energieerzeugung beitragen können.
10. April 2025
Einführungskolloquium M AEBEL | Kassel
Das Einführungskolloquium zum neuen FGSV-Merkblatt M AEBEL („Planung und Ausführung von Erosionsschutzmaßnahmen im Erd- und Landschaftsbau“) vermittelte in Kassel kompakt die wesentlichen Inhalte und Anwendungsfelder. Im Fokus standen Bodenerosion und Schadensbilder, die Einordnung und Nutzung des Merkblatts in der Praxis, Prüf- und Nachweisansätze (u. a. Index- und Performancetests) sowie Praxisbeispiele und Hinweise zur funktionalen Ausschreibung; begleitet wurde das Programm durch Firmenpräsentationen.
Ort der Betonstraßentagung 2025 in Lübeck: Musik- und Kongreßhalle
Dr.-Ing. Stefan Klotz (FGSV-Vorsitzender) begrüßt Teilnehmende des Kolloquiums Kommunales Verkehrswesen.
Asphaltstraßentagung in Baden-Baden
Das Kolloquium
Straßenbetrieb
2025 in Karlsruhe
8.–9. Mai 2025
Landschaftstagung | Potsdam
Die Landschaftstagung 2025 brachte die Fachwelt in Potsdam zusammen und bot – auf Basis der langjährigen Tradition der Veranstaltung – ein vielseitiges Programm zu Klimaschutz, Landscape Information Modeling (LIM), der Bevorratung von Kompensationsflächen sowie zur Umweltbaubegleitung. Neben Fachvorträgen prägten Arbeitskreise, Poster-/Videopräsentationen und eine begleitende Ausstellung den intensiven Austausch; ein Plenumsvortrag zur EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur setzte zusätzliche Impulse.
21.–22. Mai 2025
Asphaltstraßentagung | Baden-Baden
Die Asphaltstraßentagung 2025 stand in Baden-Baden ganz im Zeichen einer nachhaltigen Verkehrsinfrastruktur. Im Fokus lagen Kreislaufwirtschaft, CO₂-Reduktion und ressourcenschonende Bauweisen sowie aktuelle Entwicklungen in den technischen Regelwerken und Best-Practice-Beispiele aus der Umsetzungspraxis. Ergänzend rückten die neuen TL/ZTV Asphalt-StB, temperaturabgesenkte Asphalte (TA-Asphalt) und Fortschritte bei der Wiederverwendung in den Mittelpunkt der Diskussion. Auch die Nachhaltigkeitsbewertung (u. a. PCR als „Spielregeln“) lieferte wichtige Impulse für die praktische Umsetzung.
17.–18. September 2025
Betonstraßentagung | Lübeck
Die Betonstraßentagung setzte Schwerpunkte auf Regelwerksfortschreibung und Praxisanwendungen –u. a. zur durchgehend bewehrten Betonfahrbahndecke (neues M DBB), zu Fertigungstechniken im Gleitformbau sowie zu Forschungsthemen wie alternati-
ven Zementen (z. B. Untersuchungsstrecke A 9). Ein besonderer Programmpunkt war die Verleihung des Förderpreises Verkehrsbau der Otto-Graf-Stiftung an Dr.-Ing. Alexandra Spilker. Zudem stand der Betonstraßenbau als Beitrag zu Klimaschutz und Ressourcenschonung im Fokus – etwa mit Impulsen zu CO₂-effizienten Zementen und Betonen.
23.–24. September 2025
Kolloquium „Straßenbetrieb“ | Karlsruhe
Das Kolloquium adressierte die wachsende Komplexität im Betriebsdienst und verstand Straßenbetrieb explizit als Zukunftsthema – mit Beiträgen u. a. zu innovativen Winterdienststrategien, alternativen Antriebskonzepten und dem Umgang mit Klimawandelfolgen. Eine begleitende Fachausstellung unterstützte den Praxis- und Technologietransfer. Ergänzend sorgten Programmpunkte wie die Ehrung der Siegerteams der 4. Deutschen Schneepflug-Meisterschaft sowie das Get-together für starken Austausch und Vernetzung.
Das Kolloquium bündelte Entwicklungen rund um Telematik, kooperative Systeme und KI-Anwendungen –z. B. KI in Mobilitätsassistenten, C-ITS im urbanen Raum und KI-gestützte Steuerung vernetzter Knoten. Dazu kamen Beiträge zur Vereinheitlichung der Streckenbeeinflussung (Projekt INSA) sowie eine Podiumsdiskussion zur Frage „KI – Fluch oder Segen für Ingenieurinnen und Ingenieure?“. Ergänzend wurden Erfahrungen aus dem Regelbetrieb erster C-ITS-Dienste sowie Perspektiven auf KRITIS-/NIS-Anforderungen im Straßenverkehr diskutiert.
Vorschau 2026: Blick nach vorn 2026 richtet sich der Blick der FGSV neben den etablierten Fachformaten insbesondere auf den Deutschen Straßen- und Verkehrskongress (DSVK) 2026 in Wiesbaden (RheinMain CongressCenter). Der DSVK wird als zentrale Bühne für die großen Linien der Branche vorbereitet – von Transformation und Resilienz der Infrastruktur über Klimaschutz und Klimaanpassung bis zur Digitalisierung/KI und der Weiterentwicklung von Regelwerken als Grundlage für Planung, Bau und Betrieb. Ergänzend setzt die FGSV 2026 klare Impulse mit kompakten, praxisnahen Wissensformaten. Dazu zählt das Einführungskolloquium TL- und ZTV Asphalt-StB, in dem die gleichnamigen Regelwerke vorgestellt werden – das Ergebnis einer über zehnjährigen intensiven fachlichen Arbeit, dessen Veröffentlichung in der Fachwelt mit großer Spannung erwartet wird. Weitere Schwerpunkte sind das Einführungskolloquium „Empfehlungen zur Zustandserfassung und Qualitätsbewertung von ÖPNV-Infrastrukturen (E ZQ-ÖPNV)” sowie das Web-Seminar „Bewertung der Ebenheit für den Bauvertrag mit den TP Eben – Berührungslose Messungen“.
Außenbereich des Kolloquiums Straßenbetrieb.
Die Preisträgerin des Förderpreises Verkehrsbau der Otto-Graf-Stiftung 2025: Dr.-Ing. Alexandra Spilker
Kolloquium Kommunales Verkehrswesen
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Zum Ende des Berichtsjahres verabschiedete sich die langjährige Leiterin der Informations- und Dokumentationsstelle (IuD), Frau Marie Luise Jansen, in den Ruhestand. Mit ihrer herausragenden fachlichen Expertise – insbesondere auch zur Geschichte der FGSV –hat sie die Arbeit der IuD über viele Jahre entscheidend geprägt. Ihr umfangreiches Wissen brachte sie zuletzt noch maßgeblich in die Ausstellung „100 Jahre FGSV“ im Rahmen des DSVK 2024 und dem hundertjährigen Jubiläum der FGSV ein.
Die Leitung der IuD liegt seitdem bei Frau Janine Ditscheid (Diplom-Bibliothekarin). Sie verfügt über langjährige Erfahrung im Informations- und Bibliothekswesen sowie in leitenden Funktionen und bringt fundierte fachliche und organisatorische Kompetenzen in die Weiterentwicklung der IuD ein.
Die IuD vereint zwei zentrale Aufgabenbereiche: die Betreuung der umfangreichen Fachbibliothek der FGSV sowie die Pflege und Weiterentwicklung der drei zentralen Fachdatenbanken zum Straßen- und Verkehrswesen.
Die Fachbibliothek der FGSV
Mit rund 40.000 Monografien, Forschungsberichten, Zeitschriften und Schriftenreihen zählt die Fachbibliothek der FGSV zu den größten deutschsprachigen Spezialbibliotheken im Bereich des Straßen- und Verkehrswesens. Sie stellt aktuelle Fachliteratur und Forschungsberichte für die Gremien und Mitglieder der FGSV bereit und umfasst darüber hinaus auch ältere sowie aktuelle FGSV-Publikationen.
Die Bibliothek steht neben den Mitgliedern und Gremien der FGSV auch der interessierten Öffentlichkeit offen. Veröffentlichungen und Forschungsberichte, die in den FGSV-Datenbanken erschlossen sind, können über die Bibliothek bestellt und ausgeliehen werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sammlung von Abschlussberichten aus Forschungsvorhaben des Bundesministeriums für Verkehr (BMV). Im Rahmen eines fortlaufenden Digitalisierungsprojekts liegen inzwischen rund 2.250 dieser Berichte in elektronischer Form vor. Darüber hinaus können nicht mehr gültige
Diplom-Bibliothekarin (FHBD Köln) mit rund 30 Jahren Berufserfahrung im Informationsmanagement, im öffentlichen Bibliothekswesen sowie im Umfeld internationaler Organisationen. Langjährige Tätigkeit in operativer Verantwortung und leitenden Funktionen, ergänzt durch fundierte Weiterbildungen u. a. im Bereich Führung, Teamarbeit und Organisationsentwicklung. Umfeld
Weiterbildungen
oder vergriffene FGSV-Regelwerke auf Anfrage als digitale Scans zur Verfügung gestellt werden.
Die FGSV-Datenbanken – Dokumentation Straße, FoSt und Info Rot
Die Fachdatenbanken der FGSV bilden einen zentralen Baustein der wissenschaftlichen Dokumentation im Straßen- und Verkehrswesen. Expertinnen und Experten aus den jeweiligen Fachgebieten sowie sachkundige Mitarbeitende der FGSV werten kontinuierlich aktuelle Fachliteratur und Forschungsergebnisse aus und erschließen diese systematisch. Alle Datenbanken stehen der interessierten Öffentlichkeit online über die Seiten des FGSV-Verlags zur Verfügung und bieten einen fundierten Einstieg in die fachspezifische Recherche.
Die bibliografische Datenbank „Dokumentation Straße“ erschließt deutschsprachige und internationale Fachliteratur – einschließlich Veröffentlichungen aus Österreich und der Schweiz – sowie die Regelwerke der FGSV. Jeder Eintrag enthält eine inhaltliche Kurzübersicht. Monatlich werden rund 100 neue Beiträge aufgenommen. Die aktuellen Referate erscheinen zusätzlich monatlich als ePaper (PDF) zum Download. Die Datenbank „Forschung im Straßenwesen“ (FoSt) weist derzeit mehr als 3.000 laufende und abgeschlossene Forschungsvorhaben nach. Für eine erste fachliche Einordnung werden jeweils Abstracts bereitgestellt.
In der Datenbank „Informationen Forschung im Straßen- und Verkehrswesen – Teil: Straßenbau und Straßenverkehrstechnik“ (Info Rot) werden ausgewählte abgeschlossene Forschungsvorhaben mit vollständigen Kurzberichten dokumentiert. Im Berichtszeitraum erschienen die Ausgaben 117 und 118.
Ausblick
Für das kommende Jahr sind mehrere Weiterentwicklungen geplant. So wird der Bibliothekskatalog technisch und inhaltlich weiter modernisiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt zudem auf der umfassenden Überarbeitung und Modernisierung der beiden Forschungsdatenbanken FoSt und Info Rot, die für 2026 vorgesehen ist. Die konzeptionellen und technischen Vorbereitungen hierfür haben bereits begonnen. Mit ihrer Fachbibliothek, den leistungsfähigen Datenbanken und dem kontinuierlichen Ausbau digitaler Angebote bleibt die Informations- und Dokumentationsstelle der FGSV ein unverzichtbarer Knotenpunkt für Forschung, Wissensaustausch und fachliche Vernetzung im Straßen- und Verkehrswesen.
Forschung in der FGSV – Impulse für Praxis, Regelwerk
und Zukunftsfähigkeit
Die FGSV übernimmt in der Forschung eine zentrale Rolle als Brücke zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und praktischer Anwendung: Zu den vorrangigen Aufgaben gehören die Konzipierung und Koordinierung, die Betreuung und Auswertung von Forschungsvorhaben sowie die Dokumentation und Veröffentlichung der Ergebnisse. Damit verbindet die FGSV verlässliche wissenschaftliche Arbeit mit der Praxiserfahrung ihrer Mitglieder – und schafft eine belastbare Grundlage für die Weiterentwicklung technischer Regelwerke.
Gemeinsames Forschungsprogramm BMV/FGSV (GFP)
Im „Gemeinsamen Forschungsprogramm“ (GFP) werden Forschungsthemen aus den FGSV-Gremien – häufig eng verbunden mit der Regelwerksarbeit – gebündelt und dem Bundesministerium zur Durchführung und Finanzierung vorgeschlagen. Die Ergebnisse werden u. a. in der BMV-Schriftenreihe „Forschung Straßenbau und Straßenverkehrstechnik“ sowie als Kurzberichte in der FGSV-Sammlung „Informationen Forschung im Straßen- und Verkehrswesen, Teil: Straßenbau und Straßenverkehrstechnik (FoSt)“ veröffentlicht.
Forschungsprogramm Stadtverkehr (FoPS)
Das Forschungsprogramm Stadtverkehr (FoPS) bündelt Forschungsfragen rund um kommunale Mobilität und Stadtverkehr. Projektlisten, aktuelle Stände laufender Programme sowie Forschungsergebnisse werden fortlaufend auf der FoPS-Plattform veröffentlicht; das jährliche Fördervolumen liegt bei 4,167 Mio. €.
FGSV-eigene Forschung 2025
• 3/24 „Ringversuch … statische Eindringtiefe an Gussasphalt bei 60 °C“ – Präzisionskennwerte zur möglichen Aufnahme der Prüftemperatur in die TP Asphalt-StB.
Ergänzend zu den großen Programmlinien vergibt die FGSV in begrenztem Umfang eigene Forschungsprojekte. Die Themen werden überwiegend in den Gremien identifiziert; die Ergebnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung des Regelwerks ein – insbesondere dort, wo belastbare Praxiserkenntnisse oder Prüfpräzisionen für neue bzw. weiterzuentwickelnde Verfahren benötigt werden.
Überblick: laufende bzw. in 2025 betreute FGSV-Forschungsvorhaben (Stand: 10.11.2025)
Aus dem aktuellen Projektportfolio ergeben sich insbesondere folgende Vorhaben (Auswahl nach laufendem Stand):
• 2/25 „Klima-Check Infrastrukturplanung“ (D-ACH) – Bewertungswerkzeug für kommunale und regionale verkehrsrelevante Vorhaben.
• 1/25 „Versickerungsfähige Radwege in Asphaltbauweise/WDA konventionell (Schwammstadt)”
– Untersuchungsstrecke und Betriebserfahrungen als Grundlage für die Weiterentwicklung des Regelwerks.
• 3/23-2 „BIM-Parametrisierungssystem auf Basis des STLK“ (Weiterführung nach Pilotstudie) – Ausbau in Richtung vollständiger STLK-Umsetzung und Pflege-/QS-Prozess.
• 2/24 „Ermittlung der Prüfpräzision für die Verfahren der TP Pflaster-StB“ – methodische Absicherung von Prüfverfahren als Grundlage für belastbare Anwendung.
Mit dem Projekt „Klima-Check Verkehrsinfrastrukturplanung“ werden Kommunen und Regionen dabei unterstützt, verkehrsbezogene Pläne und Maßnahmen systematisch darauf zu prüfen, welchen Beitrag sie zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels leisten – und wie sich dieser Beitrag wirksam erhöhen lässt. Kernprodukte sind ein Leitfaden und ein computergestütztes Tool, das den Anwendern zur Verfügung gestellt wird. Um eine breite Anwendung zu ermöglichen, wird das Tool gezielt so konzipiert, dass es anschlussfähig an bestehende gesetzliche und planerische Verfahren ist;
hierfür wurden relevante Rechtsgrundlagen recherchiert und auf ihre Bezüge zu einem Klima-Check ausgewertet.
Rahmendaten (Auszug): Forschungsbeginn 15. Februar 2025, Laufzeit 24 Monate; Konsortium u. a. TU Dresden (Koordination), Ecoplan (Bern) und Rosinak & Partner (Wien).
Schwerpunkt 2: „Versickerungsfähige Radwege in Asphaltbauweise/WDA konventionell (Schwammstadt)“ (FGSV 1/2025)
Im Kontext der Fortschreibung des Merkblattes für Versickerungsfähige Verkehrsflächen „(M VV)“ (Ausgabe 2013) als Richtlinien und der geplanten Weiterentwicklung zur Richtlinie wird im Vorhaben eine zentrale Lücke adressiert: Für versickerungsfähige Bauweisen fehlen bislang ausreichende Informationen aus der Betriebsphase, insbesondere mit Blick auf wasserwirtschaftliche Fragestellungen – ein entscheidender Aspekt für Planung und Genehmigung. Dazu wird eine Untersuchungsstrecke in versickerungsfähiger Asphaltbauweise realisiert, um Erfahrungen zu Wasserwirtschaft und Bautechnik zu gewinnen und diese in die weitere Regelwerksarbeit einfließen zu lassen. Als geeigneter Abschnitt wurde ein stadtnaher Hochbordradweg in Hannover (ca. 800 m) identifiziert; der Baubeginn wurde in die Frühjahrsperiode 2026 verschoben, um Konzeption und labortechnische Vorarbeiten abzuschließen.
Schwerpunkt 3: Ringversuch „Statische Eindringtiefe an Gussasphalt bei 60 °C“ (FGSV 3/2024)
Ziel des Ringversuchs ist es, Kennwerte zur Genauigkeit und Präzision (u. a. Wiederhol- und Vergleichpräzision) für die Prüfung der statischen Eindringtiefe an Gussasphalt bei 60 °C zu bestimmen, sodass diese Prüftemperatur perspektivisch in das Regelwerk der TP Asphalt-StB aufgenommen werden kann. Ergänzend werden Präzisionswerte bei 40 °C zum Abgleich erhoben.
Schwerpunkt 4: BIM-Parametrisierungssystem auf Basis des STLK (FGSV 3/2023-2)
Aufbauend auf einer Pilotphase wurden Leistungsbereiche des STLK in ein BIM-Modell parametrisiert und in PSD-Dateien (Property-Set-Definition nach IFC-Standard) überführt, sodass eine modellbasierte Erstellung von Leistungsverzeichnissen technisch nachvollziehbar wird – unter der Randbedingung eines kompatiblen Objektkatalogs. Als nächster Schritt ist die vollständige Umsetzung des STLK vorgesehen, inklusive eines abgestimmten Pflege- und Qualitätssicherungsprozesses, um die künftig zusätzlich bereitgestellten maschinenlesbaren Datenformate (z. B. XML/Excel/PSD) dauerhaft aktuell zu halten.
Fazit
Die Forschungsarbeit der FGSV zeigt 2025 besonders deutlich, wie zielgerichtete Projekte (Prüfpräzision, Digitalisierung, klimaresiliente Planung und Schwammstadt-Ansätze) unmittelbar in Regelwerksentwicklung und Anwendungssicherheit einzahlen. Gleichzeitig stärkt die D-A-CH-Zusammenarbeit die internationale Anschlussfähigkeit und schafft tragfähige Werkzeuge für die Praxis – von der kommunalen Infrastrukturplanung bis zur BIM-basierten Standardisierung.
Nr. Thema
2.1/25 Praxisnaher Umgang mit gebietseigenen Gehölz- und Baumpflanzungen im Zuge des Klimawandels
2.2/25 Künftige Herausforderungen und Ziele beim Entwurf von Landstraßen
2.3/25 Fahrverhalten, Flächenanspruch und Sicherheit von Radverkehr auf Gefällestrecken
3.1/25 Optimierung der Liegedauer und der Wirksamkeit von Flüssigsalz FS100 im Winterdienst
3.2/25 Evaluierung der Verkehrssicherheitswirkungen von Streckenbeeinflussungsanlagen
4.1/25 Einfluss der temperaturabsenkenden Additive auf das Performanceverhalten von Asphalt
4.2/25 Analyse der Veränderungen der akustischen Eigenschaften von Walzasphalt in den ersten sechs Jahren unter Verkehrsbelastung
5.1/25 Entwicklung von Bauweisen und Verfahren für einen nachhaltigen Umgang mit organischen bzw. organogenen Böden im Erdbau des Straßenbaus
5.2/25 Fortschreibung der Filterregeln für Geokunststoffe nach M Geok E
6.1/25 Praxisgerechte Anforderungen an den Widerstand gegen Zertrümmerung von Gesteinskörnungen zur Herstellung von Schichten ohne Bindemittel
7.1/25 Verdichtung von Temperatur-abgesenkten Asphalten in situ und deren Umsetzung im Labor
7.2/25 Untersuchung der Auswirkung von temperaturabsenkenden Technologien bei Asphalt auf den Schichtenverbund
8.1/25 Prüfverfahren zum Vergleich der AKRbezogenen Leistungsfähigkeit von CEM I-, CEM II- und CEM III-Zementen für Fahrbahndecken aus Beton
Deutscher Straßenund Verkehrskongress
14. bis 16. Oktober 2026
RheinMain CongressCenter Wiesbaden
Save the date
Der zentrale Branchentreff des Jahres!
Die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) lädt Sie herzlich ein zum DSVK 2026 im RheinMain CongressCenter Wiesbaden.
Chronologische Zusammenstellung der Neuerscheinungen 2025
(Stand Dezember 2025)
Hinweise zur Erstellung eines Gutachtens für den Einsatz von Baustoffgemischen in Schichten ohne Bindemittel gemäß Anhang A.1 der TL Gestein-StB, Ausgabe 2024 (W 1) (FGSV 613/1)
TL Bitumen-StB 25 – Technische Lieferbedingungen für Straßenbaubitumen und gebrauchsfertige Polymermodifizierte Bitumen, Ausgabe 2025 (R 1) (FGSV 794)
Arbeitspapier zur Berücksichtigung von Pedelecs in der Radverkehrsplanung, Ausgabe 2025 (W 2) (FGSV 284/4)
Zur Genese der autogerechten Stadt – Reflexionen zur Entwicklung eines Paradigmas Harald Kipke, Ausgabe 2025 (FGSV G 28)
M ZFSV – Merkblatt für die Herstellung und Verwendung von zeitweise fließfähigen, selbstverdichtenden Verfüllbaustoffen (ZFSV) im Erdbau, Ausgabe 2025 (R 2) (FGSV 563)
M HANV – Merkblatt für die Herstellung von Abdichtungssystemen aus hohlraumraumreichen Asphalttraggerüsten mit nachträglicher Verfüllung (HANV) für Ingenieurbauten aus Beton, Ausgabe 2025 (R 2) (FGSV 776)
M FT – Merkblatt für Betonfertigteile für Verkehrsflächen, Ausgabe 2025 (R 2) (FGSV 862)
TP Eben - Berührungslose Messungen für den Bauvertrag – Technische Prüfvorschriften für Ebenheitsmessungen auf Fahrbahnoberflächen in Längs- und Querrichtung Teil: Berührungslose Messungen für den Bauvertrag, Teil: Berührungslose Messungen für den Bauvertrag, Ausgabe 2025, (R 1) (FGSV 404/3)
M URU – Merkblatt über umweltrelevante Untersuchungen im Straßenbau, Ausgabe 2024 (R 2) (FGSV 560)
TP Asphalt-StB – Technische Prüfvorschriften für Asphalt, Lieferung Mai 2025 mit den Teilen 1, 3, 20 und aktualisierter Gesamtgliederung (R 1) (FGSV 756/16)
TP Bitumen-StB – Technische Prüfvorschriften für Bitumen, Lieferung April 2025 mit den Teilen 2 B, 6, 7 und aktualisierter Gesamtgliederung (R 1) (FGSV 757/1)
AP VEB Fug – Arbeitspapier Visuelle Erfassung und Bewertung von Fugensystemen in Verkehrsflächen aus Beton, Ausgabe 2025 (W 2) (FGSV 898/1)
STLK-StB – STLK Rate 11/2024 Standardleistungskatalog für den Straßen- und Brückenbau
LB 112 Schichten ohne Bindemittel, 5. Auflage, Ausgabe 11 /2024
LB 117 Verbau, Gründung 5. Auflage, Ausgabe 06/2021, Korrekturfassung 11/2024
H IVMD – Hinweise zu den Wirkungen und der Bewertung von innovativen Verkehrsangeboten und Mobilitätsdienstleistungen, Ausgabe 2025 (W 1) (FGSV 173)
M VA – Merkblatt für die Verdichtung von Asphalt, Ausgabe 2025 (R 2) (FGSV 730)
H BB – Hinweise für die Bankettbeton-Bauweise, Ausgabe 2025 (W 1) (FGSV 813)
RVerm – Richtlinien für die Vermessung von Straßen, Ausgabe 2025 (R 1) (FGSV 294)
M A E – Merkblatt über Abdichtungssysteme im Erdbau des Straßenbaus, Ausgabe 2025 (R 2) (FGSV 517)
M GeoMess – Merkblatt über ergänzende geotechnische und geophysikalische Mess- und Erkundungsverfahren im Verkehrswegebau, Ausgabe 2025 (R 2) (FGSV 558)
M SICH – Merkblatt Sicherungsbauwerke gegen alpine Naturgefahren – Bemessung und konstruktive Ausbildung, Ausgabe 2025 (R 2) (FGSV 531)
Kolloquium Kommunales Verkehrswesen – Tagungsband 13. und 14. Februar 2025 in Kassel, Ausgabe 2025 (USB-Stick) (FGSV 002/141)
Kolloquium Luftqualität an Straßen 2025 – Tagungsband am 11. und 12. März 2025 in Bergisch Gladbach, Ausgabe 2025 (FGSV 002/142)
002/143 Landschaftstagung 2025 – Tagungsband am 8. und 9. Mai 2025 in Potsdam, Ausgabe 2025 (USB-Stick) (FGSV 002/143)
Asphaltstraßentagung 2025 – Tagungsband am 21. und 22. Mai 2025 in Baden-Baden, Ausgabe 2025 (USBStick) (FGSV A 47)
Praxisinformationen der Kommentargruppe „Gesteinskörnungen, Ungebundene Bauweisen“, Stand Mai 2025 (FGSV 6000)
AL DSR-Prüfung (Mastix) – Arbeitsanleitung für die Prüfung von Mastix im Dynamischen Scherrheometer (DSR), Ausgabe 2025 (W 1) (FGSV 723)
ZTV Ew-StB – Zusätzliche Technische Lieferbedingungen und Richtlinien für den Bau von Entwässerungseinrichtungen im Straßenbau, Ausgabe 2025 (R 1) (FGSV 598)
Arbeitspapier Sensorfusion und Künstliche Intelligenz zur Situations- und Ereigniserkennung, Ausgabe 2025 (W 2) (FGSV 304/5)
H NBA – Hinweise zum Einsatz von Netzbeeinflussungsmaßnahmen Ausgabe 2025 (W 1) (FGSV 310/1)
Arbeitspapier Temperaturgesteuerte Streustoffdosierung – Empfehlungen und Hinweise zu den technischen Anforderungen und zur Streustoffdosierung, Ausgabe 2025 (W 2) (FGSV 384181)
E EMI-1 – Empfehlungen für das Erhaltungsmanagement von Innerortsstraßen, Teil 1: Grundlagen des Erhaltungsmanagements, Ausgabe 2025 (R 2) (FGSV 487/1)
TP Asphalt-StB – Technische Lieferbedingungen für Asphalt Lieferung August 2025 mit aktualisierter Gesamtgliederung und den Teil 27 (R 1) (FGSV 756/17)
Betonstraßentagung 2025 – Tagungsband am 17 und 18. September 2025 in Lübeck, Ausgabe 2025 (USBStick) (FGSV B 37)
Kolloquium Straßenbetrieb 2025 – Tagungsband am 23. und 24. September 2025 in Karlsruhe, Ausgabe 2025 (USB-Stick) (FGSV 002/144)
E ZQ-ÖPNV – Empfehlungen zur Zustandserfassung und Qualitätsbewertung von ÖPNV-Infrastrukturen, Ausgabe 2025 (R 2) (FGSV 174)
Merkblatt für die Grünpflege an Straßen, Ausgabe 2025 (R 2) (FGSV 390/1)
Merkblatt für den Winterdienst auf Straßen, Ausgabe 2025 (R 2) (FGSV 38416)
H Bewohnerparken – Hinweise zum Bewohnerparken gemäß der VwV-StVO, Ausgabe November 2025 (W 1) (FGSV 175)
Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e. V.