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Pneumologiebroschüre

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Durchatmen im Klimawandel – wie schützen wir unsere Lunge?


Inhalt

Was hat Klimaschutz mit ­ Lungengesundheit zu tun?

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Was hat Klimaschutz mit ­Lungengesundheit zu tun?

Der Klimawandel ist laut Weltgesundheitsorganisation die größte

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Die Lunge: Das ­Portal zum ­ganzen Körper

Gesundheitsbedrohung des 21. Jahrhunderts. Unsere Umwelt beein-

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Was sind Luftschadstoffe?

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Welche Folgen hat Luftverschmutzung für Lungen­ erkrankungen?

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Mobilität: Gesund und klimafreundlich von ­A nach B

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Grüne Energie: Ressourcen ­bewusst ­einsetzen

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Saubere Luft durch ­bewussten Konsum

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Auf einen Blick: Was kann ich für mehr ­Gesundheit durch K ­ limaschutz tun?

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flusst maßgeblich unsere körperliche und mentale Gesundheit. Die Lunge ist als Eintrittspforte für Luftschadstoffe besonders betroffen. Schadstoffe, die wir über die Atemluft aufnehmen, beeinträchtigen uns alle. Doch für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen können sie ein besonderes Risiko sein. Laut einer Studie der Harvard-Universität sterben mehr Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung als am Tabakrauchen. In Deutschland sind das jedes Jahr rund 125.000 Menschen.

Was ist unser Ziel?

Wer sind die KlimaDocs? Als Ärztinnen und Ärzte haben wir die Verantwortung, Sie bestmöglich medizinisch zu versorgen. Dazu gehört auch, dass wir uns für eine gesunde Umwelt einsetzen. Wir lernen immer mehr über die Zusammenhänge zwischen Klimaund Umweltveränderungen und ihren Folgen für unsere Gesundheit. Wir möchten Ihnen zeigen, wie eng die Gesundheit unseres Planeten mit unserer eigenen Gesundheit zusammenhängt. Wir können uns gemeinsam dafür einsetzen, als Gesellschaft umweltfreundlicher zu handeln und damit gesünder zu leben. Davon profitieren wir alle!

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Atemwegs- und andere Erkrank­ ungen ­können die Folge sein: Lunge: Grippeerkrankungen, Lungenentzündung, Bronchitis und Lungenkrebs werden häufiger. Asthma und andere chronische Lungenerkrankungen werden ebenfalls häufiger und können sich spürbar verschlechtern. Herz-Kreislauf-System: ­Bluthochdruck, Arterienverkalkung, Blutgerinnsel sowie Herzinfarkte und

Die Lunge: Das ­Portal zum ­ganzen Körper

Schlaganfälle nehmen zu. Stoffwechsel: Das Risiko für Diabetes Typ 2 und Schwangerschaftsdiabetes

Mit jedem Atemzug nehmen wir Sauer-

steigt durch eine gestörte Kontrolle des

stoff auf, der sich über die Blutbahn

Blutzuckerspiegels.

im ganzen Körper verteilt. Genauso nehmen wir über die Lunge aber auch

Gehirn: Die geistige Entwicklung

Schadstoffe aus der Luft auf, etwa

von Kindern kann sich verzögern. Bei

durch Luftverschmutzung und Tabak-

­Erwachsenen wird ein Zusammenhang

rauch. Die Schadstoffe können die

mit neurologischen Erkrankungen wie

Schleimhäute der Atemwege reizen, zu

zum Beispiel Demenz vermutet.

einer Verengung der Bronchien führen sowie Entzündungen der Bronchien, der

Schwangerschaft: Während der

Lungenbläschen und in der Luft­röhre

Schwangerschaft erhöhen Luftschad-

auslösen. Über die Lunge gelangen die

stoffe das Risiko für Komplikationen.

Schadstoffe auch in den Blutkreislauf

Ein geringeres Geburtsgewicht und

und so in den gesamten Körper.

Frühgeburten nehmen zu.

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Was sind Luftschadstoffe? Den größten Beitrag zur Luftverschmutzung

In Wohngebieten führt das Heizen

liefert das Verbrennen fossiler Energieträger

mit Holz zunehmend zu Luftver-

wie Kohle, Gas und Öl. Hier sind einerseits

schmutzung. Vor allem in Innenräumen

die Abgase von Verbrennungsmotoren

­sammeln sich dabei viele Luftschad-

im Straßenverkehr zu nennen. Andererseits

stoffe an, die besonders bei Kindern zu

entstehen bei der Erzeugung von Strom und

einem höheren Risiko für Infekte und

Heizwärme viele Luft­schadstoffe.

Asthma führen.

Zu den Luftschadstoffen gehören etwa: • winzige Schmutzpartikel in der Luft, die Feinstaub genannt werden. Das sind zum Beispiel Rußpartikel (Kohlenstoffpartikel), die beim Verbrennen von Dieselkraftstoff, Benzin und Holz entstehen. Brems- und Reifenabrieb sind außerdem die größte Quelle für winzige Kunststoffteilchen ­(Mikroplastik) in Böden, in Gewässern und in Form von Feinstaub in der Luft • giftige Gase wie Stickstoffdioxid, Kohlen-

Übrigens: Tabakrauch schadet nicht nur

stoffmonoxid und Schwefeldioxid, die vor

der Lunge, sondern auch der Umwelt.

allem durch Verkehrsabgase entstehen

Landen Zigarettenstummel in der Natur, so belasten ihre giftigen Bestandteile

• bodennahes Ozon, ein giftiges Gas, das

Tiere und Gewässer. Auch für der Kulti-

durch eine Reaktion von Sonnenstrahlen

vierung der Tabakpflanzen werden viele

mit anderen Schadstoffen entsteht und an

natürliche Lebensräume zerstört und

heißen und trockenen Tagen am höchsten

Schadstoffe zur Schädlingsbekämpf­

konzentriert ist

ung eingesetzt.

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Welche Folgen hat Luftverschmutzung für Lungen­erkrankungen? Wir wissen, dass Tabakrauch unserer Lunge schadet. Aber nicht nur Zigaretten setzen ihr zu: Alle Luftschadstoffe können dazu führen, dass sich vorhandene Atemwegserkrankungen verschlimmern und neue entstehen. Dazu gehören beispielsweise die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD), Asthma und Lungenkrebs.

Was bedeutet das für Menschen mit COPD?

Was bedeutet das für Menschen mit Asthma? Durch die Klimaerwärmung werden die Winter in Deutschland immer kürzer und wärmer. Das verlängert die

Bei Menschen mit COPD führen Luft-

Zeit, in der Pflanzen blühen und Pollen

schadstoffe zu einer verschlechterten

fliegen. Insgesamt ist die Allergiesai-

Lungenfunktion. Sie können eine plötz-

son bereits jetzt etwa 30 Tage länger

liche Verschlimmerung ihrer Symptome

und hat ein Fünftel mehr Pollen als

auslösen. Außerdem gibt es Hinweise

noch 1990. Der verlängerte Pollenflug

darauf, dass ein langjähriger Kontakt zu

und neue Pflanzenarten wie Ambrosia

Luftschadstoffen die Erkrankung sogar

können die Symptome und den Ge-

auslösen kann.

sundheitszustand für Menschen mit allergischem Asthma verschlechtern. In Verbindung mit Feinstaub und Dieselpartikeln können Pollen und Milben bei Menschen mit Allergien stärkere Reaktionen hervorrufen. Zudem ­­werden Allergien insgesamt häufiger.

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Mobilität: Gesund und ­klimafreundlich von A ­ nach B

Grüne Energie: Ressourcen ­bewusst ­einsetzen

Autos und andere motorisierte Verkehrsmittel verur-

Die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas für

sachen viele schädliche Abgase, CO₂ und Feinstaub.

Strom und Heizung verursacht viele Krankheiten durch Luftverschmutzung.

Bewegen wir uns im Alltag aktiv fort, kräftigt das unsere Lunge, unsere Knochen und unsere geistige

Saubere Luft verringert Bronchitis, Asthma und

Fitness.

viele andere gesundheitliche Probleme.

Weniger Verkehr in den Städten bedeutet mehr

Gemeinsam für eine nachhaltige Welt: Setzen wir auf grüne Energie!

Platz für Grünflächen und Parks. Bäume sind gut für unsere Atemluft und schützen uns im Sommer vor Hitze. Weniger Autofahren verringert außerdem

Was kann ich tun?

Stress durch Lärm und Parkplatzsuche.

Für saubere Luft, können wir …

Aktive Mobilität für eine gesunde ­Zukunft. Was kann ich tun? Um gesünder zu leben, können wir …

Strom sparen und nicht genutzte ­elektronische Geräte ausschalten, statt sie nur in den Stand-byModus zu setzen.

zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel wie Bus, Bahn oder Straßenbahn nutzen, statt mit dem Auto zu fahren.

umsichtig heizen und die Raumtemperatur in der ­kalten Jahreszeit möglichst auf 19 Grad ­absenken.

Carsharing nutzen und Fahrgemeinschaften bilden.

auf Holzverbrennung im heimischen Kaminofen verzichten.

Lebensmittel und Produkte aus der Region ­kaufen, um Transportwege zu verkürzen. sportliche Aktivitäten an heißen Tagen auf die kühleren Morgenstunden legen – dann ist auch die Konzentration von boden­­nahem Ozon geringer.

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auf nachhaltige (Öko-)Strom- und Gasanbieter umsteigen.

weniger heißes Wasser verbrauchen und Sparduschköpfe verwenden. wenn möglich unseren eigenen Strom erzeugen, zum Beispiel durch Solarzellen auf dem Balkon oder Dach.

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Saubere Luft durch ­bewussten Konsum

Pflanzliches Öl statt Butter, gebraucht statt neu: ­Ernährung und Konsum neu denken.

Alles, was wir kaufen, verbraucht Ressourcen – um hergestellt, gelagert und

Eine vorwiegend pflanzliche Kost mit

transportiert zu werden. Jedes Produkt

wenigen tierischen Produkten versorgt

führt zu klimawirksamen Emissionen.

Menschen mit den nötigen Vitaminen

Unser Konsum- und Essverhalten hat

und Nährstoffen, beugt Übergewicht

daher einen wesentlichen Einfluss

vor und verringert gleichzeitig das

darauf, wie sauber unsere Atemluft

­Risiko von Schlaganfällen, Herzin­

ist. Massentierhaltung und somit die

farkten und Diabetes.

Fleischproduktion sind für einen großen Anteil der weltweiten CO₂-Emissionen

Was kann ich tun?

verantwortlich. Die Herstellung von

Um gesünder und gleichzeitig klima-

Kleidung verursacht ein Zehntel der

freundlicher zu leben, können wir …

weltweiten CO₂-Emissionen.

saisonales Obst und Gemüse aus der Region essen. Vollkornpro­dukte und pflanzliches Eiweiß, etwa aus Linsen und Bohnen, ­sorgen zusätzlich für eine ausgewogene Ernährung. weniger Fleisch- und Milchprodukte konsumieren und pflanzliche Alternativen wählen. Kleidung, Werkzeuge, Bücher und andere Konsumgüter reparieren, ausleihen oder gebraucht kaufen und dabei Geld sparen. möglichst viel recyceln und Produkte bevorzugen, die eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft mit weniger Müllproduktion ermöglichen.

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Auf einen Blick: Was kann ich für mehr ­Gesundheit durch ­Klimaschutz tun? Wir alle profitieren direkt und indirekt von einfachen, aber effektiven Maßnahmen für mehr Gesundheit durch Klimaschutz. Wir können viel dazu beitragen, Erkrankungen vorzubeugen oder unseren Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Mit vielen kleinen Maßnahmen im Alltag können wir einen großen Unterschied machen. Indem wir unsere eigene Lebensweise und Gewohnheiten anpassen, können wir unseren persönlichen CO₂-Fußabdruck verringern, unsere Lunge durch körperliche Aktivität kräftigen und gleichzeitig die Luftqualität spürbar verbessern.

Um gesünder und zufriedener zu leben, können wir … uns aktiv zu Fuß oder mit dem ­Fahrrad fortbewegen. bewusst konsumieren und Dinge öfter gebraucht kaufen oder mieten. mehr regionales Obst und Gemüse und weniger tierische Produkte essen. auf grüne Energie umsteigen. Strom sparen und bewusst heizen. Müll trennen und so viel wie ­möglich recyceln. uns engagieren und über Klimaschutz reden.

Gemeinsam können wir mit unseren Freunden, Nachbarn, Familien und im Arbeitsalltag Enormes bewegen. Indem wir ins Handeln kommen, stärken wir unsere Psyche.

So können wir alle ein Teil der Lösung sein. Machen Sie mit! Denn gemeinsam sind wir die Generation, die unsere Welt nachhaltig und ­zukunftsfähig gestalten kann.

Quellen: Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (2023): Luftverschmutzung im Kontext von Planetary Health, www.klimawandel-gesundheit.de Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (2018): Atmen: Luftschadstoffe und Gesundheit, Berlin (Broschüre) Rittweger, J., Gilardi, L., Baltruweit, M. et al. Temperature and particulate matter as environmental factors associated with seasonality of influenza incidence – an approach using Earth observation-­ based modeling in a health insurance cohort study from Baden-­Württemberg (Germany). Environ Health 21, 131 (2022). https://doi.org/10.1186/s12940-02200927-y Bildnachweise: Cover (adobestock): Moritz Ziegler | Getty Images: S.2 James O‘Neil | S.4 ­recep-bg | S. 7 Peter Dazeley, S.9 winyuu | S. 12 Pete Starman | S.14 Tom Werner

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Wer sind die KlimaDocs? Der gemeinnützige KlimaDocs e. V. ist ein Netzwerk von Ärztinnen und Ärzten, die mehr Verantwortung für den Klima- und Umweltschutz übernehmen. Für unsere Patientinnen und Patienten setzen wir uns aktiv für mehr Gesundheit durch Klimaschutz ein. Eine klima- und umweltfreundliche Lebensweise bedeutet einen Gewinn an Gesundheit und Lebensqualität –­für Sie, Ihre Mitmenschen und alle Generationen, die nach uns kommen. Wenn Sie mehr zum Thema Klima- und ­Gesundheitsschutz erfahren möchten, ­sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an. Mehr Tipps, Informationen und Empfehlungen zum Weiterlesen finden Sie außerdem auf www.klimadocs.de. KlimaDocs e.V. Maria-Hilf-Straße 15 50677 Köln E-Mail: info@klimadocs.de

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