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Kiteboarding Magazin #162

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Portfolio Samuel Cárdenas Brainchild Production Die Zukunft der Kite-Produktion TEST HARLEM Thrive V2 DUOTONE Neo original Neo SLS Neo D/LAB AOUA Rhei GKA Kite World Tour 2026 Mexiko · Borkum · Greece Kapstadt im ersten Licht Hannah Whiteleys frühe Sessions

#162


STRONG LIGHT

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SUPERIOR

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NEXT LEVEL


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NUMMER

162

KITEBOARDING

Rider Finn Flügel

Foto Lukas K. Stiller


EDITO

E D I T O Es gibt Ausgaben, die entstehen nach Plan. Und es gibt Ausgaben, die überraschen uns, während wir sie erstellen. KB#162 gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie. In den vergangenen Wochen waren wir für euch an ganz unterschiedlichen Orten unterwegs. In der neuen Brainchild-Produktionsstätte in Nordmazedonien, beim C Kite Festival auf Mauritius und natürlich immer dort, wo unser Sport gerade gelebt wird und sich weiterentwickelt. Kitesurfen verändert sich ständig. Neue Materialien, neue Ideen, neue Menschen. All das in Summe sorgt dafür, dass unser Sport auch nach all den Jahren nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. Besonders beeindruckend war für mich der Besuch bei Brainchild Production in Nordmazedonien. Es ist faszinierend zu sehen, mit welcher Leidenschaft dort Kites gefertigt werden. Wer Ralf Grösel zuhört, merkt schnell, dass es ihm nicht darum geht, jedes Jahr irgendein neues Modell auf den Markt zu bringen. Es geht darum, Dinge wirklich besser zu machen. Der Blick hinter die Kulissen zeigt, wie viel Entwicklung, Erfahrung und manchmal auch Mut nötig sind, bevor wir einen neuen Kite in Händen halten und mit ihm aufs Wasser gehen können. Dazu passt der Test des HARLEM Thrive LITE X. Ein Kite, der zeigt, wie konsequent moderne Konstruktionen inzwischen auf ihre jeweiligen Einsatzbereiche abgestimmt werden. Gleiches gilt für den DUOTONE Neo, ebenfalls in dieser Ausgabe im Test. DUOTONE bietet seinen Wave- und Freeridekite in drei unterschiedlichen Bauweisen an. Die Konstruktion ist ähnlich, doch je nach Bauweise richten sich die drei Varianten an unterschiedliche Ridertypen und auch Einsatzbereiche. Solche Entwicklungen machen unseren Sport nicht nur leistungsfähiger, sondern oft auch einfacher und zugänglicher.

Doch Kitesurfen lebt nicht allein von Material. Kitesurfen lebt vor allem von den Menschen. Ganz besonders freue ich mich über unser Interview mit Finn Flügel. Es ist beeindruckend zu beobachten, wie selbstverständlich der junge Weltmeister heute zur internationalen Spitze gehört – und dabei trotzdem bodenständig geblieben ist. Persönlichkeiten wie Finn Flügel bereichern unseren Sport und repräsentieren ihn glaubwürdig. Eine ganz andere Seite des Kiteboardens erleben wir auf Mauritius. Das C Kite Festival war für mich weit mehr als eine weitere Veranstaltung in meinem Terminkalender. Es war ein Treffen von Menschen aus aller Welt, die dieselbe Leidenschaft teilen. Profis und Freizeitsportler stehen gemeinsam am Strand, gehen zusammen aufs Wasser und feiern abends miteinander. Genau dieses Miteinander macht für mich den eigentlichen Spirit unseres Sports aus. Natürlich werfen wir in dieser Ausgabe auch wieder einen Blick auf das aktuelle Geschehen der GKA Kite World Tour – und präsentieren euch viele weitere Storys aus der Welt des Kitesports. Genießt den Sommer. Aloha, Dirk Seifert

KITEBOARDING

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02

STUFF

LEIDENSCHAFT

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NUMMER

162

TEST

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04 – 05

Editorial

62 – 63

DUOTONE Evo D/LAB 2027

08 – 21

Zwischen Wind, Wasser und Geschichten | Portfolio Samuel Cárdenas

64 – 65

Porsche x DUOTONE

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DUOTONE Vegas 2027

68 – 72

HARLEM Thrive V2

73

HARLEM Launch V2

Die Zukunft in der Kite-Produktion Brainchild Production

74 – 75

F2 Cloud V3

74 – 75

F2 Axxis V2

Power is a Matter of Control Interview mit Ralf Grösel

74 – 75

F2 Big Air Boards

94 – 97

KB Ambassador-Programm

38 – 45 48 – 59

51 – 59

Entscheidende Phase Interview mit Finn Flügel

100 – 102 Talent, Style und mentale Stärke Was die Besten von den Besten lernen

78 – 85

Wave-Spezialisten mit Allround-Qualitäten DUOTONE Neo original DUOTONE Neo SLS DUOTONE Neo D/LAB

86 – 89

Maximale Performance bei minimalem Wind HARLEM Thrive LITE X

90 – 93

Leichter PerformanceAllrounder AOUA Rhei

IMPRESSUM VERLAG, REDAKTION

CHEFREDAKTEUR

*FOTOGRAFEN UND FOTOGRAFINNEN

ANZEIGEN

Waii Media GmbH Nordkamp 5 31177 Harsum

Dirk Seifert dirk@kiteboarding.eu

DIESER AUSGABE

Dirk Seifert Nordkamp 5 31177 Harsum

Mail: info@kiteboarding.eu Web: www.kiteboarding.eu © Waii Media GmbH ISSN 1865-5556

GRAFIK UND PRODUKTION CLASSIX Werbeagentur www.classix-werbung.de

DRUCK EGGERS Druckerei & Verlag GmbH www.eggers-druck.de

Samuel Cárdenas · Lukas K. Stiller · Bianca Asher · Craig Kolesky . André Magarao · Toby Bromwich · Svetlana Romantsova · Lacy Kobulsky Dirk Seifert · Aris Giannoukos · Axel Reese

Mail: dirk@kiteboarding.eu Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 28 vom 05.11.2025


INHALT

04

24 – 25

REISE

05

GKA Kite World Tour 2026 Saison geht auf die Zielgerade

25

GKA Kite World Tour 2026 Tourplan

26 – 27

Kajiya und Flügel setzen Ausrufezeichen GKA Freestyle Kite World Cup Mexiko 2026

28 – 31

Borkum liefert GKA Freestyle Kite World Cup Germany 2026

32 – 35

104 – 108 Spitzensport und Lifestyle vor tropischer Kulisse C Kite Festival 2026 Mauritius 110 – 114 Kapstadt im ersten Licht Hannah Whiteleys frühe Sessions

TITEL

PROFIZIRKUS

06

Rider:

Josue San „Baby Shark“

Foto:

Samuel Cárdenas

Spot:

Balneario Tarifa

„Dieses Foto entstand im April 2026 – an einer der bekanntesten Lacations in Tarifa. Meine Idee war, dass Baby Sharks Körper während des Tricks über dem Schloss Santa Catalina schwebt – und so dieser klassischen Szene eine völlig neue Perspektive verleiht.” Samuel Cárdenas

Spektakuläres Saisonfinale GKA Big Air World Cup Greece 2026

ABONNEMENTS

*AUTOREN UND AUTORINNEN DIESER AUSGABE

KITEBOARDING-Leserservice D-65341 Eltville

Samuel Cárdenas . Ian MacKinnon . Gemma Hamaini . Ralf Grösel . Simone Pullen . Hannah Whiteley . Axel Reese

Mail: abo@kiteboarding.eu Web: kiteboarding.eu

VERTRIEB VU VERLAGSUNION KG Meßberg 1 D-20086 Hamburg Web: verlagsunion.de

Die Autoren dieser Ausgabe werden bei den Artikeln genannt. Die Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung von Verlag oder Redaktion wieder. Unverlangt eingesandte Beiträge sind immer willkommen. Der Verlag kann jedoch keine Haftung übernehmen. Verlag, Redaktion und Autor haften auch nicht für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden. Bestehende Patente, Warenzeichen, Gebrauchsmuster und ähnliches sind nicht immer als solche gekennzeichnet, und das Fehlen eines solchen Hinweises lässt nicht den Schluss zu, dass Warennamen, Konstruktionen u. ä. frei sind. Reproduktionen des Inhalts oder Auszüge des Inhalts bedürfen der schriftlichen Genehmigung des Verlags.


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UNVERGESSLICH Ich reiste nach Kap Verde, um einen außergewöhnlichen Swell zu fotografieren. Dieses Bild zeigt Matchu Lopes auf einer dieser spektakulären Wellen. Es war eine unvergessliche Reise und einer dieser Momente, die mir für immer in Erinnerung bleiben werden.

Rider Matchu Lopes

Spot Secret Spot auf Kap Verde

Date Dezember 2022


PORTFOLIO

samucardenas.com PORTFOLIO | Samuel Cárdenas

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Zwischen Wind, Wasser und Geschichten

Samuel Cárdenas

Der spanische Fotograf Samuel Cárdenas gehört zu den prägenden Bildgestaltern der internationalen Kitesurf- und Wassersportszene. Seine Heimat ist Tarifa – Europas Windhauptstadt an der Südspitze Spaniens. Dort, wo Wind, Meer und Wassersport den Alltag bestimmen, entwickelte er seine Leidenschaft für die Fotografie. Von hier aus reist er um die Welt, um die besten Athletinnen und Athleten der Szene zu fotografieren. Seit mehr als zehn Jahren spezialisiert sich Cárdenas auf Wasser- und Actionsportfotografie. Seine Bilder entstehen dort, wo andere Fotografen oft an ihre Grenzen stoßen: im Wasser, unter Wasser oder mitten in den Elementen. Ob Kitesurfen, Wellenreiten oder Segeln – seine Aufnahmen zeichnen sich durch eine besondere Nähe zum Geschehen, starke Emotionen und ein ausgeprägtes Gespür für Licht und Komposition aus. International bekannt wurde er durch seine Arbeiten für führende Wassersportmarken und zahlreiche Shootings mit den weltbesten Ridern. Mehrfach wurde seine Arbeit ausgezeichnet,

unter anderem mit dem Titel „Photo of the Year“ bei den GKA Awards sowie den Ocean Power Watersports Awards. Für Samuel Cárdenas ist Fotografie weit mehr als das Festhalten eines Moments. Inspiriert von Henri Cartier-Bressons berühmtem Gedanken, dass Fotografie „Kopf, Auge und Herz auf eine Linie bringt“, sucht er nach Bildern, die Geschichten erzählen und Emotionen transportieren. Heute zählt der in Tarifa lebende Fotograf zu den gefragtesten Bildjournalisten der internationalen Wassersportszene. Wir trafen ihn zum Interview.

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UNTERTRIEBEN Meine Idee war es, zwei Generationen des Kiteboardens in einem einzigen Bild zu vereinen: Aaron Hadlow – für mich der unangefochtene GOAT des Sports – und Lorenzo Casati, eines der vielversprechendsten Nachwuchstalente. Ein besonderer Moment, der Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet.

Rider Aaron Hadlow und Lorenzo Casati

Spot Misty Cliffs, Kapstadt

Date Januar 2025


PORTFOLIO

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Cárdenas

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UNWIEDERHOLBAR Ein weiteres Bild, das sich niemals wiederholen lässt. Jahrelang träumte ich davon, einen Kite-Loop mit der ikonischen Santo-Statue von Tarifa im Hintergrund festzuhalten. Das Zeitfenster dafür betrug gerade einmal zehn Minuten – während einer seltenen Phase, in der der Hafen wegen des extremen Windes geschlossen war. Heute ist Kitesurfen an dieser Stelle vollständig verboten, was diese Aufnahme noch einzigartiger macht. Später wurde sie mit einem GKA Award ausgezeichnet.

Rider Sergio Turegano

Spot Playa Chica, Tarifa

Date November 2022


PORTFOLIO

Interview mit Samuel Cárdenas

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Immer auf der Suche nach dem nächsten Bild

Du bist seit mehr als zehn Jahren im Wasser- und Boardsport unterwegs. Was hat dich ursprünglich zur Fotografie gebracht – und wann wurde daraus ein Beruf? Angefangen hat alles mit meinem Vater. Er hatte schon immer eine Leidenschaft für Kameras und hielt auf unseren Familienreisen jeden besonderen Moment fest. Ihn ständig mit einer Kamera zu sehen, hat meine Neugier für die Fotografie schon früh geweckt. Eine ebenso wichtige Rolle spielte mein Freundeskreis. Ich ging gemeinsam mit Liam Whaley, Jerome Cloetens und Maxi Gómez zur Schule. Damals waren sie einfach Freunde – und sie waren es auch, die mich zum Kitesurfen brachten. Während sie sich ganz auf den Leistungssport konzentrierten und später zu einigen der besten Kitesurfer der Welt wurden,

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Cárdenas

Ehrlich gesagt war Tarifa das Fundament meiner gesamten Karriere. Hier aufzuwachsen – nur wenige Minuten vom Strand entfernt, umgeben von Meer und Wind – hat mich nicht nur als Fotograf, sondern auch als Mensch geprägt. Natur, Wassersport und der respektvolle Umgang mit der Umwelt gehörten für mich schon immer ganz selbstverständlich zum Alltag. Das Leben in Europas Windhauptstadt eröffnet außerdem außergewöhnliche Möglichkeiten. Man begegnet inspirierenden Menschen, knüpft wertvolle Kontakte und ist ständig von Weltklasse-Athleten und renommierten Marken umgeben. Wenn man Teil dieses Umfelds ist, ergeben sich Chancen oft ganz von selbst. Rückblickend empfinde ich große Dankbarkeit. Tarifa hat mir ermöglicht, schon sehr früh professionell zu arbeiten – mit gerade einmal 17 Jahren. Ich bin stolz darauf, ein echter Tarifeño zu sein, und dankbar, an einem Ort aufgewachsen zu sein, der mein Leben und meine berufliche Entwicklung so nachhaltig geprägt hat.

Samuel

Samuel, du lebst in Tarifa – der Windhauptstadt Europas. Wie hat dieser Ort deine Entwicklung als Fotograf geprägt?


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UNFASSBAR Dieses Bild war das Ergebnis jahrelanger Planung. Es konnte nur bei Ebbe entstehen, und einen Kite-Loop so nah an der Küste zu springen, ist technisch extrem anspruchsvoll und mit hohem Risiko verbunden. Nur wenn der Trick exakt an dieser Stelle gelingt, erscheint der Turm perfekt im Hintergrund. Ein einzigartiger Moment, auf den ich besonders stolz bin – und der schließlich mit dem GKA Photo of the Year Award ausgezeichnet wurde.

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Rider Cohan Van Dijk

Spot Guadalmesí Tower, Tarifa

Date Juni 2024


PORTFOLIO

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Samuel

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UNTER PALMEN Dieses Foto gehört zu den wertvollsten meiner Karriere. Es zeigt Jerome Cloetens – einen meiner engsten Freunde aus der Schulzeit und den Menschen, der mir viele Türen im professionellen Kiteboarding geöffnet hat. Entstanden auf meiner ersten Reise außerhalb Spaniens, in Brasilien, wurde dieses Bild zu einem der wichtigsten Meilensteine für meinen Einstieg als professioneller Fotograf. Rider Jerome Cloetens

Spot Cumbuco, Brasilien

Date November 2017


Samuel Cárdenas

Angefangen habe ich mit Bodyboarding – das war in meiner Jugend meine große Leidenschaft. Ich hatte fast immer meine GoPro dabei, filmte meine Freunde beim Wellenreiten und dokumentierte unsere Sessions einfach aus Freude daran. Später kamen das Surfen und schließlich das Kitesurfen hinzu. Diese drei Sportarten haben mich über viele Jahre begleitet. Heute gehe ich allerdings nur noch selten selbst kiten. Ich verbringe einen Großteil des Jahres am Strand und begleite Athleten mit der Kamera. Wenn ich Freizeit habe, zieht es mich deshalb oft in andere Bereiche der Natur. Ich liebe das Tauchen, gehe gerne in die Berge, wandere oder entdecke neue Landschaften. Die Fotografie verbindet mich ohnehin täglich mit der Kitesurf-Szene – meine freie Zeit nutze ich deshalb gerne, um die Natur aus einer anderen Perspektive zu erleben.

Ich glaube nicht, dass es darauf eine einfache Antwort gibt. Wahrscheinlich gehört das einfach zu dem, was man die Handschrift eines Fotografen nennen könnte. Jeder sieht die Welt auf seine ganz eigene Weise und interpretiert sie anders. Für mich entsteht ein großer Teil dieser Emotionalität erst während der Bildbearbeitung. Das lässt sich mit einem Maler vergleichen, der seinem Werk die letzten Pinselstriche verleiht. Das Foto entsteht zwar in einem Sekundenbruchteil, doch erst in der Nachbearbeitung kann ich genau das ausdrücken, was ich in diesem Moment empfunden habe. Ich bearbeite meine Bilder nicht, damit sie möglichst perfekt aussehen. Ich möchte vielmehr die Atmosphäre, die Stimmung und die Emotionen sichtbar machen, die ich beim Auslösen der Kamera erlebt habe. Genau dort wird meine persönliche Bildsprache sichtbar. Ich denke dabei nicht bewusst über jeden Schritt nach – es ist einfach die Art und Weise, wie ich Fotografie empfinde, sowohl draußen im Wasser als auch später am Computer.

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Welche Sportarten, die du fotografierst, betreibst du auch selber?

Deine Fotos wirken außergewöhnlich nah und emotional. Wie gelingt es dir, diese Intensität trotz der Geschwindigkeit des Sports einzufangen?

Du arbeitest mit einigen der weltbesten Kiteboardern und Wassersportlern der Welt zusammen. Gibt es Athleten, zu denen du eine besondere Verbindung hast? Und gibt es jemanden, mit dem du gerne einmal arbeiten würdest? Im Laufe der Jahre sind tatsächlich einige besondere Freundschaften entstanden. Da ich während einer Saison mit sehr vielen verschiedenen Athleten arbeite, sind wirklich enge Beziehungen

Für Samuel Cárdenas ist Fotografie weit mehr als das Festhalten eines Moments. Inspiriert von Henri Cartier-Bressons berühmtem Gedanken, dass Fotografie „Kopf, Auge und Herz auf eine Linie bringt“, sucht er nach Bildern, die Geschichten erzählen und Emotionen transportieren. Heute zählt der in Tarifa lebende Fotograf zu den gefragtesten Bildjournalisten der internationalen Wassersportszene Viele deiner Bilder entstehen direkt im Wasser oder auch unter Wasser. Was fasziniert dich an dieser Perspektive? Das Faszinierende daran ist, dem Betrachter einen Blickwinkel zu zeigen, den ernormalerweise niemals erleben würden. Auf Augenhöhe mit dem Wasser – oder sogar darunter – verändert sich die Wahrnehmung des Sports komplett. Gleichzeitig verändert sich auch die Art, wie eine Geschichte erzählt wird. Hinzu kommt der besondere Adrenalinkick. Ich befinde mich mitten im Geschehen, oft nur wenige Meter von den Athleten entfernt, wenn sie einen Trick ausführen oder eine Welle abreiten. Das fühlt sich völlig anders an, als mit einem Teleobjektiv vom Strand aus zu fotografieren. Ich beobachtet den Moment nicht nur – ich werde Teil davon. Genau das liebe ich an meinem Beruf. Sich in die Welt der Athleten zu begeben und diese Augenblicke unmittelbar mitzuerleben, ist ein Privileg, das nur wenige Menschen haben. Und genau deshalb weiß ich jeden einzelnen dieser Momente besonders zu schätzen.

eher selten – wahrscheinlich könnte ich sie an einer Hand abzählen. Die besten Shootings entstehen immer dann, wenn gegenseitiges Vertrauen vorhanden ist. Wenn Athlet und Fotograf sich aufeinander verlassen können, entsteht Raum für Kreativität. Beide trauen sich mehr zu, probieren neue Ideen aus und entwickeln gemeinsam Bilder, die sonst nicht möglich wären. Wenn ich mir einen Athleten aussuchen dürfte, mit dem ich unbedingt noch arbeiten möchte, dann wäre das Carlos Mario. Ich hatte bislang nie die Gelegenheit, ihn zu fotografieren, obwohl ich schon immer ein großer Fan seines Freestyle-Kitesurfens war. Für mich gehört er seit Jahren zu den größten Ikonen dieses Sports. Erstaunlicherweise haben sich unsere Wege bisher nie bei einem Shooting gekreuzt – das würde ich sehr gerne eines Tages nachholen.

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PORTFOLIO

nahm ich die Kamera meines Vaters in die Hand und begann, sie zu fotografieren. Anfangs wollte ich einfach Erinnerungen festhalten – und hatte dabei unglaublich viel Spaß. Ohne es bewusst zu planen, entwickelte sich daraus immer mehr. Fotografie war nie Teil eines Karriereplans. Mit den Erfolgen meiner Freunde wurden auch ihre Sponsoren auf meine Bilder aufmerksam. Schritt für Schritt entstanden daraus neue Möglichkeiten. Wenn ich heute zurückblicke, wird mir bewusst, wie sehr meine berufliche Laufbahn auf echten Freundschaften und den daraus entstandenen Verbindungen basiert. Genau das macht das Aufwachsen in Tarifa so besonders.

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UNTERWEGS Dies war eine meiner ersten Reisen außerhalb Spaniens. Einen Monat lang war ich mit Oswald Smith auf Sumbawa in Indonesien unterwegs. Endlose, perfekt geformte Wellen und Oswalds unverwechselbarer Stil sorgten dafür, dass jede Aufnahme mühelos wirkte.

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Rider Oswald Smith

Spot Nangas, Sumbawa

Date August 2019


Samuel Cárdenas

Du hast mehrfach den Titel „Photo of the Year“ gewonnen. Gibt es ein Bild oder ein Projekt, das dir persönlich besonders viel bedeutet?

Für mich erzählt ein wirklich gutes Foto immer zwei Geschichten gleichzeitig – die des Athleten und die des Ortes. Natürlich spielen ein sauber ausgeführter Trick, eine elegante Körperhaltung oder die Position des Kites eine wichtige Rolle. Aber das allein macht noch kein unvergessliches Bild. Ich versuche immer, Landschaftsfotografie mit Action zu verbinden. Der Ort soll nicht bloß Kulisse sein, sondern selbst zum Hauptdarsteller werden. Menschen, die diesen Platz noch nie gesehen haben, sollen seine Größe, seine Stimmung und seine Schönheit spüren können. Deshalb fotografiere ich am liebsten bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Das Licht verleiht einer Szene Tiefe, Atmosphäre und Emotionen, die sich künstlich kaum erzeugen lassen. Wenn beeindruckendes Licht, eine außergewöhnliche Landschaft und ein perfekt integrierter Athlet zusammenkommen, entsteht für mich ein Bild, das lange im Gedächtnis bleibt.

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Vertrauen ist absolut entscheidend. Shootings auf dem Wasser sind oft unberechenbar. Wind, Wellen, Strömungen und ständig wechselnde Wetterbedingungen machen jede Situation anspruchsvoll. Deshalb brauchen sowohl der Athlet als auch der Fotograf viel Erfahrung. Der Athlet muss darauf vertrauen können, dass ich mich an der richtigen Position befinde und seine Bewegungen einschätzen kann. Gleichzeitig muss ich sicher sein, dass er die Bedingungen beherrscht und sich sicher um mich herum bewegt. Wenn dieses Vertrauen vorhanden ist, funktioniert plötzlich alles ganz selbstverständlich. Die Kommunikation läuft nahezu ohne Worte, alle sind entspannter – und genau dann entstehen die authentischsten und stärksten Bilder. Letztlich sind die besten Fotografien immer das Ergebnis von Teamarbeit. Talent allein reicht dafür nicht aus.

außergewöhnliches Foto aus?

PORTFOLIO

Wie wichtig ist Vertrauen zwischen Fotograf und Athlet, gerade bei anspruchsvollen Shootings auf dem Wasser?

Tarifa ist das Fundament meiner gesamten Karriere. Hier aufzuwachsen – nur wenige Minuten vom Strand entfernt, umgeben von Meer und Wind – hat mich nicht nur als Fotograf, sondern auch als Mensch geprägt

Wenn ich den wichtigsten Moment meiner Karriere benennen müsste, dann wäre es nicht ein einzelnes Foto und auch keine Auszeichnung – sondern eine Reise. 2017 reiste ich nach Cumbuco in Brasilien. Möglich wurde das nur, weil meine Freunde meinen Flug bezahlten und mir halfen, die Kosten vor Ort zu tragen. Damals verdiente ich mit der Fotografie noch kein Geld und arbeitete während der gesamten Reise ohne Bezahlung. Rückblickend hat genau diese Reise mein Leben verändert. Ich lernte unzählige Athleten kennen, knüpfte Kontakte, aus denen später berufliche Möglichkeiten entstanden, und legte – ohne es damals zu ahnen – den Grundstein für meine heutige Karriere. Natürlich bedeuten mir Auszeichnungen wie „Photo of the Year“ sehr viel, und ich bin für jede einzelne davon dankbar. Aber jede Ehrung erinnert mich gleichzeitig an diese erste Reise nach Brasilien und an den Mut, einfach den ersten Schritt zu wagen. Mehr als jedes einzelne Bild ist es diese Erfahrung, die meine Laufbahn geprägt hat. Wenn du auf deine Karriere zurückblickst: Wie hat sich dein fotografischer Stil im Laufe der Jahre verändert? Ich glaube, mein Stil ist mit den Jahren deutlich persönlicher geworden. Am Anfang wollte ich vor allem spektakuläre Action festhalten und technisch perfekte Bilder machen. Mit zunehmender Erfahrung rückte das jedoch immer mehr in den Hintergrund. Heute interessiert mich weniger der einzelne Trick als vielmehr die Geschichte dahinter und die Emotion, die ein Bild vermittelt. Licht, Atmosphäre, Bildkomposition und das Gefühl, das ein Foto beim Betrachter hinterlässt, sind für mich heute wichtiger als reine Action. Ich möchte, dass Menschen beim Betrachten meiner Bilder das Gefühl haben, selbst an diesem Ort gewesen zu sein – und nicht nur jemanden bei einem Sprung oder einer Welle beobachten. Auch meine vielen Reisen haben meinen Blick auf die Fotografie verändert. Unterschiedliche Kulturen, Landschaften und Lichtstimmungen haben meinen Stil Schritt für Schritt geprägt. Und genau das macht Fotografie für mich so spannend: Man entwickelt sich ständig weiter. Ich hoffe, dass dieser Prozess niemals endet. Deine Bilder zeigen nicht nur den Sport, sondern oft auch die Atmosphäre eines Ortes. Was macht für dich ein wirklich

Tarifa gilt als Mekka des Kitesurfens. Wie hat sich die Szene dort verändert, seit du angefangen hast zu fotografieren? Die Entwicklung des Kitesurfens in Tarifa ist beeindruckend – und ein einziges Beispiel zeigt das eigentlich am besten. Als ich im Oktober 2017 zum ersten Mal am Balneario ins Wasser ging, um zu fotografieren, waren dort meist nur ein oder zwei Kites auf dem Wasser. Es war ruhig und einen geeigneten Platz für ein Shooting zu finden, war überhaupt kein Problem. Heute sieht das völlig anders aus. Inzwischen organisiere ich dort nur noch selten Shootings, weil selbst früh morgens, oft schon um sieben Uhr, zehn oder mehr Kites gleichzeitig auf dem Wasser sind. Es ist einfach deutlich voller geworden. Diese Entwicklung zeigt, wie stark unser Sport in den vergangenen Jahren gewachsen ist. Es freut mich sehr zu sehen, dass Kitesurfen heute beliebter ist denn je. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass sich Athleten und Fotografen auf ganz neue Bedingungen einstellen müssen. Du reist für deine Arbeit um die ganze Welt. Gibt es einen Ort, der dich als Fotograf besonders inspiriert hat? Es gibt drei Orte, die mich besonders geprägt haben: Kapstadt in Südafrika, Südisland und die Malediven. Jeder dieser Orte ist vollkommen anders und besitzt seinen ganz eigenen Charakter. Trotzdem haben sie alle meinen Blick auf die Natur und meine Art, Landschaften fotografisch festzuhalten, nachhaltig beeinflusst. Wie bereitest du dich auf ein großes Shooting vor? Planst du jedes Detail oder lässt du bewusst Raum für spontane Momente? Das hängt immer vom jeweiligen Projekt ab. In den meisten Fällen kommen Kunden oder Marken mit einer klaren Vorstellung auf mich zu. Gleichzeitig habe ich das große Glück, mit Menschen

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URGEWALTIG Diese Aufnahme entstand mit einer Drohne und sollte vor allem die gewaltigen Dimensionen des Gletschers und der treibenden Eisberge sichtbar machen. Die beiden Rider mit ihren Boards verleihen der Szene einen Maßstab und machen die beeindruckende Größe dieser Landschaft erst richtig greifbar Rider Camille Losserand und Edgar Ulrich Spot Island Date Juli 2025

Jeder Fotograf hat eine eigene Handschrift, sieht die Welt auf seine ganz eigene Weise und interpretiert sie. Für mich entsteht ein großer Teil der Emotionalität erst während der Bildbearbeitung. Das lässt sich mit einem Maler vergleichen, der seinem Werk die letzten Pinselstriche verleiht

zusammenzuarbeiten, die meiner kreativen Vision vertrauen und mich oft aktiv nach meinen Ideen fragen. Meine Vorbereitung beginnt meistens mit einem ausführlichen Briefing und der Suche nach Inspiration. Dabei schaue ich bewusst auch auf Fotografen außerhalb der Kitesurf-Szene. Gerade dieser Blick über den Tellerrand hilft mir, neue Ideen und frische Perspektiven in den Sport einzubringen. Manche Motive entstehen lange vor dem eigentlichen Shooting im Kopf. Andere entwickeln sich völlig spontan aus der Situation heraus. Für mich sind die besten Projekte immer eine Mischung aus sorgfältiger Vorbereitung und der Offenheit, unerwartete Momente entstehen zu lassen.

Ganz gleich, wie rasant sich die Technik weiterentwickelt – das Wichtigste bleiben immer dein Blick und deine Kreativität. Natürlich erleichtert eine hochwertige Ausrüstung die Arbeit. Aber sie macht niemanden automatisch zu einem besseren Fotografen. Kameras sind letztlich nur Werkzeuge. Entscheidend ist, wie du die Welt wahrnimmst, wie du mit Licht arbeitest und welche Geschichte du erzählen möchtest. Genau dort beginnt Kreativität – und das kann keine Kamera der Welt ersetzen.

Mit moderner Technik sind heute nahezu perfekte Bilder möglich. Welche Rolle spielen Ausrüstung und Technik für dich – und wo beginnt Kreativität?

Mein wichtigster Rat lautet: Versuche nicht, einen Marathon zu laufen, bevor du gelernt hast, fünf Kilometer zu bewältigen. Ich sehe viele junge Fotografen, die möglichst schnell erfolgreich

Viele junge Fotografen folgen deiner Arbeit in den sozialen Medien. Welchen Rat möchtest du jemandem geben, der heute in die Action- und Wassersportfotografie einsteigen möchte?


Du bist ständig unterwegs und auf der Suche nach neuen Geschichten. Gibt es einen Ort oder ein Projekt, von dem du träumst? Die Fotografie hat mich bereits an Orte geführt, von denen ich früher nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Dafür bin ich unglaublich dankbar. Durch meine Arbeit durfte ich inzwischen 24 Länder bereisen – und trotzdem stehen noch einige Traumziele auf meiner Liste. Wenn ich mich entscheiden müsste, wären das Tahiti, das argentinische Patagonien und die Antarktis. Jeder dieser Orte vereint unberührte Natur, spektakuläre Landschaften und nahezu unendliche fotografische Möglichkeiten.

Cárdenas

Natürlich wird sich unsere Branche weiter verändern, und wir Fotografen müssen bereit sein, uns weiterzuentwickeln – so wie bei jeder technischen Innovation zuvor. Trotzdem bin ich überzeugt, dass Authentizität und echte menschliche Erlebnisse immer ihren Wert behalten werden. Genau das versuche ich mit meinen Bildern sichtbar zu machen.

Samuel

Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz verläuft unglaublich schnell. Wohin sie die Fotografie langfristig führen wird, lässt sich heute kaum vorhersagen. Ehrlich gesagt hat sie meine Arbeit bislang jedoch nicht negativ beeinflusst. Im Gegenteil: Die vergangenen Jahre waren die arbeitsreichsten meiner bisherigen Laufbahn. Ich sehe KI als ein leistungsfähiges Werkzeug – aber sie kann echte Erfahrungen nicht ersetzen. Sie kann nicht an entlegene Orte reisen, neben einem Athleten im Wasser schwimmen, stundenlang auf das perfekte Licht warten oder einen authentischen Moment festhalten, der nur für den Bruchteil einer Sekunde existiert.

Als Fotograf wäre es für mich ein ganz besonderer Meilenstein, eines meiner Kiteboarding-Bilder im „Red Bull Illume“-Bildband zu sehen. Genauso wichtig ist mir aber etwas anderes: Ich möchte mich als Lehrer weiterentwickeln. In den vergangenen Jahren hatte ich die Möglichkeit, Workshops zu geben und Vorträge zu halten. Dabei habe ich entdeckt, wie viel Freude es mir bereitet, Erfahrungen weiterzugeben, über Fehler zu sprechen und andere auf ihrem Weg zu unterstützen. Menschen zu inspirieren und die nächste Generation von Fotografen zu fördern, bedeutet mir inzwischen sehr viel. Wenn ich jedoch nur einen einzigen Lebenstraum nennen dürfte, dann wäre es, eines Tages meinen eigenen Bildband zu veröffentlichen – ein Buch, das meine Geschichte anhand der Fotografien erzählt, die ich im Laufe der Jahre geschaffen habe. Bis dahin liegt noch ein weiter Weg vor mir. Aber genau dieser Traum motiviert mich jeden Tag aufs Neue.

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Künstliche Intelligenz verändert aktuell die Bildwelt. Wie siehst du die Zukunft der Fotografie in einer Zeit, in der Bilder einfacher denn je generiert werden können?

Welches Ziel möchtest du in deinem Lebens unbedingt noch erreichen – als Fotograf und als Mensch?

PORTFOLIO

werden wollen und dabei wichtige Entwicklungsschritte überspringen. Doch echte Weiterentwicklung entsteht durch Erfahrung, Geduld und vor allem durch die Freude am eigenen Weg. Konzentriere dich darauf, Bilder zu schaffen, hinter denen du selbst stehst, statt ständig dem schnellen Erfolg hinterherzulaufen. Bleib im Moment, vertraue deinem eigenen Weg und vergleiche dich nicht ständig mit anderen. Jeder entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Am Ende bringen dich Beständigkeit, Leidenschaft und Authentizität viel weiter als der Versuch, möglichst schnell ans Ziel zu kommen.

Deine Arbeiten können auch als Fine-Art-Prints über deine Website erworben werden. Nach welchen Kriterien wählst du die Motive aus? Ich entscheide nicht danach, welche Bilder in den sozialen Medien die meisten Likes bekommen. Ich wähle Fotografien aus, die für mich als eigenständige Kunstwerke funktionieren. Bilder, mit denen man viele Jahre leben kann, ohne dass sie ihren Reiz verlieren. Die meisten Motive zeigen Landschaften, Unterwasserszenen, Tieraufnahmen oder einige meiner persönlich schönsten Momente auf dem Meer. Jeder einzelne Print hat für mich eine besondere Bedeutung. Bevor ich ein Bild auf meiner Website anbiete, stelle ich mir immer dieselbe Frage: Würde ich dieses Foto selbst jeden Tag gerne an meiner eigenen Wand sehen? Wenn die Antwort Ja lautet, dann gehört es in meine Kollektion. Zum Abschluss: was erwartet dich 2026? Wo werden wir dich in den kommenden Monaten antreffen? Ich kann an dieser Stelle schon eine kleine exklusive Vorschau geben. Eines der Projekte, auf das ich mich in diesem Jahr am meisten freue, findet Ende August und Anfang September statt. Gemeinsam mit meinem Freund und Filmemacher Antonio Herrera reise ich nach Mauritius, wo wir zusammen mit Gisela Pulido an einem Dokumentar- und Editorialprojekt arbeiten. Unser Ziel ist es, eine Geschichte zu erzählen, die weit über den Kitesport hinausgeht – indem wir den Sport mit den Landschaften, der Tierwelt und dem faszinierenden Leben im Meer verbinden. Genau diese Verbindung aus Fotografie und Storytelling möchte ich künftig noch stärker verfolgen. Deshalb bedeutet mir dieses Projekt besonders viel – und ich freue mich schon jetzt darauf, diese Geschichte erzählen zu dürfen.

Samuel

Cárdenas

Nationalität

Spanisch

Lebt zurzeit in

Tarifa, Spanien

Website

www.samucardenas.com

soziale Medien

@samuucardenas

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KITEBOARDING

Fotos Lukas K. Stiller


PROFIZIRKUS

GKA Kite World Tour 2026

GKA Kite World

umfasste anfangs zwölf Events, im Saisonverlauf musste er mehrfach angepasst werden. Die KiteSurf-World-Cups in Dakhla (Marokko) und Ibiraquera (Brasilien) wurden abgesagt. Ebenfalls gestrichen wurde der Hydrofoil Big Air und Freestyle World Cup in Abu Dhabi (VAE). Der ursprünglich für Ende Oktober in Taíba, Brasilien, geplante Freestyle World Cup rutschte ein paar Kilometer nördlich und findet jetzt – ebenfalls in Brasilien – auf der Ilha do Guajiru statt.

Tour 2026

Die GKA Kite World Tour 2026 befindet sich nach fünf von neun geplanten World Cups der Saison 2026 in ihrer entscheidenden Phase. Bereits ausgetragen wurden die Kite-Surf-Weltcup-Premiere auf Sal (Kap Verde), der Big-Air-Auftakt beim Lords of Tram in Frankreich sowie die beiden Freestyle-Events in Mexiko und auf Borkum. Mit dem Big Air World Cup auf Mykonos wurde zudem bereits der zweite und letzte Big-Air-Stopp der Saison abgeschlossen. Der ursprünglich veröffentlichte Tourkalender

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Saison geht auf die Zielgerade

Freestyle

Diese Rider führen aktuell die Gesamtwertungen:

Big Air

Nach dem Saisonfinale auf Mykonos im Juni 2026 stehen die Big-Air-Weltmeister 2026 bereits fest. Bei den Männern sicherte sich Leonardo Casati (Italien) den WM-Titel vor Jamie Overbeek (Niederlande) und Lorenzo Casati (Spanien). Das deutsche Ausnahmetalent Finn Flügel schloss die Saison auf einem starken vierten Platz ab. Bei den Frauen setzte sich Mikaili Sol (Brasilien) vor Alessa Sophia Mensch (Deutschland) und Aya Kasabova (Bulgarien) durch. Die ersten Weltmeister der Saison sind somit bereits gekürt: Big Air Männer: Leonardo Casati (Italien), Big Air Frauen: Mikaili Sol (Brasilien)

Kite-Surf | Wave und Strapless Freestyle

Im Kite-Surf (Wave und Strapless Freestyle) wurde bislang erst ein Tourstopp auf Sal ausgetragen. Entsprechend eng liegen die Favoriten beieinander. Zwei Events stehen noch aus (Sylt und Taíba/Brasilien). James Carew (Australien) führt derzeit in der Männerwertung vor Sebastian Ribeiro (Brasilien) und Gabriel Benetton (Brasilien). Bei den Frauen zählt Titelverteidigerin Capucine Delannoy weiterhin zu den großen Favoritinnen auf den WM-Titel.

Im Freestyle ist das Titelrennen dagegen noch völlig offen. Nach den ersten beiden Tourstopps teilen sich Maxime Chabloz (Schweiz) und Titelverteidiger Finn Flügel (Deutschland) punktgleich die Führung bei den Männern. Dahinter lauert Davi Ribeiro (Brasilien). Bei den Frauen liegt Rekordweltmeisterin Bruna Kajiya (Brasilien) an der Spitze der Gesamtwertung und geht als klare Favoritin in den verbleibenden letzten Event in ihrem Heimatland.

Hydrofoil Big Air

Nach der Absage des World Cups in Abu Dhabi wird die Hydrofoil-Big-Air-Wertung ausschließlich beim GKA Kite World Cup auf Sylt entschieden. Aktuell führen Hugo Wigglesworth (Neuseeland) und Andrea Zust (Schweiz) die Ranglisten an. Damit verspricht die zweite Saisonhälfte noch jede Menge Spannung. Während die Big-Air-Weltmeister bereits feststehen, werden die Entscheidungen im Freestyle, Kite-Surf und Hydrofoil Big Air erst während der verbleibenden World Cups in Deutschland und Brasilien fallen.

www.gkakiteworldtour.com

Bis zum Saisonende stehen noch vier Tourstopps auf dem Programm: 19.– 23. August GKA Youth Freestyle World Championship St. Peter-Ording (Deutschland)

28.– 31. Oktober GKA Freestyle Kite World Cup Ilha do Guajiru (Brasilien)

25.– 30. August GKA Kite World Cup Sylt (Deutschland) Kite-Surf und Hydrofoil Big Air

16.– 22. November GKA Kite-Surf World Cup Taíba (Brasilien) Saisonfinale

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Bei den Frauen zeigte Bruna Kajiya einmal mehr ihre enorme Klasse. Die Brasilianerin kontrollierte den Wettbewerb von Beginn an

Der erste GKA Freestyle-World Cup der Saison 2026 fand in Nuevo Nayarit an der mexikanischen Pazifikküste statt. Die beiden Titelverteidiger Bruna Kajiya und Finn Flügel wurden ihrer Favoritenrolle eindrucksvoll gerecht Rider Bruna Kajiya

Foto Samuel Cárdenas


PROFIZIRKUS | GKA Kite World Tour

Foto Samuel Cárdenas

Endergebnis Männer

1. Bruna Kajiya (Brasilien) 2. Claudia León (Spanien) 3. Martyna Konkel (Polen) 4. Aleksa Sanchez (Mexiko)

1. Finn Flügel (Deutschland) 2. Arthur Guillebert (Frankreich) 3. Maxime Chabloz (Schweiz) 4. Leo Verrecchia (Australien)

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Endergebnis Frauen

Finals Highlights GKA Freestyle Kite World Cup Mexico

GKA Kite World Tour 2026 GKA Freestyle KLite World Cup Mexiko 2026 26. – 30. Mai 2026 | Nuevo Nayarit/Mexiko

Kajiya & Flügel setzen erste Ausrufezeichen Finn Flügel triumphiert in einem hochklassigen Finale

Gelungener Freestyle-Saisonauftakt in Mexiko Mit dem ersten Freestyle-Tourstopp des Jahres machte die GKA Kite World Tour erstmalig Halt in Nuevo Nayarit an der mexikanischen Pazifikküste. Das neue Revier präsentierte sich mit konstantem Wind, flachen Wasserflächen und perfekten Freestyle-Bedingungen. Schon vor dem Start galt das Interesse vor allem den amtierenden Weltmeistern Bruna Kajiya aus Brasilien und dem deutschen Ausnahmetalent Finn Flügel. Beide gingen als Titelverteidiger in die neue Saison – und beide wurden ihrer Favoritenrolle eindrucksvoll gerecht.

Kajiya bleibt das Maß der Dinge Bei den Frauen zeigte Bruna Kajiya einmal mehr ihre enorme Klasse. Die Brasilianerin kontrollierte den Wettbewerb von Beginn an und überzeugte insbesondere im Finale mit technisch sauberen und konstant hoch bewerteten Tricks. Ihre stärkste Konkurrentin war die Spanierin Claudia León, die nach ihrer Rückkehr auf die Tour eine starke Leistung ablieferte und sich verdient den zweiten Platz sicherte. Auch Martyna Konkel aus Polen mischte erneut vorne mit. Trotz einer Quallenverbrennung während des Finales kämpfte sie sich auf Rang drei. Für besondere Begeisterung sorgte die Mexikanerin Aleksa Sanchez, die als Lokalmatadorin das Finale erreichte und den vierten Platz belegte.

Im Männerfeld entwickelte sich über die gesamte Veranstaltung hinweg ein spannender Kampf um den ersten Saisonsieg. Etablierte Rider, aber auch mehrere junge Talente nutzten die Gelegenheit, sich auf der internationalen Bühne zu präsentieren. Im Finale trafen mit Finn Flügel, Arthur Guillebert, Maxime Chabloz und Leo Verrecchia vier Athleten aufeinander, die sich zuvor durch starke Leistungen in den Halbfinals empfohlen hatten. Die schwierigen Bedingungen verlangten den Ridern alles ab, dennoch gelang es insbesondere Flügel, Chabloz und Guillebert, konstant hohe Wertungen einzufahren. Lange Zeit sah es nach einem Erfolg des Franzosen Arthur Guillebert aus, der mit einem spektakulären Trick eine Spitzenwertung erreichte. Doch der erst 16-jährige Finn Flügel behielt die Nerven, lieferte bis zum Schluss ab und setzte sich mit insgesamt 32,37 Punkten an die Spitze. Hinter ihm komplettierten Guillebert und der ehemalige Weltmeister Maxime Chabloz das Podium.

Der erst 16-jährige Finn Flügel behielt die Nerven, lieferte bis zum Schluss ab und setzte sich mit insgesamt 32,37 Punkten an die Spitze

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Über das Fronleichnamswochenende verwandelte sich der Strand vor dem Nordsee-Aquarium in eine spektakuläre Wettkampfarena. Foto Lukas K. Stiller


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BORKUM LIEFERT Premieren haben ihren ganz eigenen Zauber – und manchmal setzen sie direkt neue Maßstäbe. Genau das ist Anfang Juni auf Borkum passiert. Mit dem California GKA

Freestyle Kite World Cup machte die GKA World Tour erstmals Station auf der ostfriesischen Nordseeinsel.

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GKA Kite World Tour 2026 GKA Freestyle Kite World Cup Germany 2026 3. bis 7. Juni 2026 | Borkum/Deutschland


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Über das Fronleichnamswochenende verwandelte sich der Strand vor dem NordseeAquarium in eine spektakuläre Wettkampfarena. 25 Athletinnen und Athleten aus zwölf Nationen kämpften an fünf Eventtagen um wertvolle Punkte im Rennen um die Weltmeistertitel. Sportlich bot die Nordsee alles, was Freestyle-Fans erwarten dürfen. Im Herrenfinale entwickelte sich ein packendes Duell zwischen Maxime Chabloz (Schweiz), Davi Ribeiro (Brasilien), Karim Mahmoud (Ägypten) und dem deutschen Weltmeister Finn Flügel. Chabloz zeigte sich in bestechender Form, landete seine Tricks mit beeindruckender Konstanz und setzte mit einem spektakulären Back Mobe 7 den Höhepunkt des Heats. Mit herausragenden 33,00 Punkten sicherte sich der Schweizer souverän den Premierensieg auf Borkum. Dahinter machte Ribeiro mit 29,10 Punkten den zweiten Platz perfekt.

Mit 28,53 Punkten wurde der amtierende Weltmeister Finn Flügel Dritter und sammelte mit seinem erneuten Podiumsplatz nach seinem Sieg in Mexiko wichtige Zähler im Titelrennen. Mindestens genauso spannend verlief das Frauenfinale. Weltmeisterin Bruna Kajiya und die Spanierin Claudia León lieferten sich bis kurz vor Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Vor dem letzten Trick trennten beide lediglich 0,01 Punkte. León musste bei ihrem entscheidenden Versuch jedoch einen Sturz hinnehmen – die Chance nutzte Kajiya eiskalt, setzte einen spektakulären Schlusssprung und baute ihren Vorsprung auf 27,94 Punkte aus. Platz drei ging an die deutsche Nachwuchsfahrerin Kaya Lehmann, die mit einem der stärksten Heats ihrer bisherigen Karriere ihren bislang größten Erfolg auf der GKA World Tour feierte.

Im Herrenfinale entwickelte sich ein packendes Duell zwischen Maxime Chabloz, Davi Ribeiro, Karim Mahmoud und dem deutschen Weltmeister Finn Flügel. Chabloz zeigte sich in bestechender Form und setzte mit einem spektakulären Back Mobe 7 den Höhepunkt des Heats.

Rider Matteo Dorotini

Foto Lukas K. Stiller


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EVENT Highlights Borkum 2026

| GKA Kite World Tour 2026

Endergebnis Frauen Im Finale der Frauen lieferten sich Weltmeisterin Bruna Kajiya und die Spanierin Claudia León bis kurz vor Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Vor dem letzten Trick trennten beide lediglich 0,01 Punkte. Kajiya setzte einen spektakulären Schlusssprung – Platz drei ging an die deutsche Nachwuchsfahrerin Kaya Lehmann.

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1. Bruna Kajiya (Brasilien) 2. Claudia León (Spanien) 3. Kaya Lehmann (Deutschland) 4. Francesca Bagnoli (Italien)

Endergebnis Männer 1. Maxime Chabloz (Schweiz) 2. Davi Ribeiro (Brasilien) 3. Finn Flügel (Deutschland) 4. Karim Mahmoud (Ägypten)

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GKA Kite World Tour 2026 GKA Big Air World Cup Greece 2026 16. – 21. Juni 2026 | Mykonos / Griechenland

Spektakuläres SAISONFINALE mit Weltmeister-Drama Besser hätte sich die GKA Big Air World Tour 2026 ihren Saisonabschluss kaum wünschen können. Mit Mykonos feierte die World Tour nicht nur eine gelungene Premiere an einem neuen Spot, sondern auch eines der spektakulärsten Big-Air-Events der vergangenen Jahre.

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Sechs Tage lang sorgten die legendären Meltemi-Winde am Korfos Beach für perfekte Wettkampfbedingungen. 36 der besten Big-Air-Athleten der Welt kämpften um insgesamt 70.000 Euro Preisgeld – und die Weltmeisterschaft. Denn nach dem Lords of Tram im April sollte sich auf Mykonos beim zweiten und letzten Big-Air-World Cup der Saison 2026 auch die Weltmeisterschaft entscheiden. Mehr Spannung geht kaum.

Bereits in den ersten Runden wurde deutlich, dass Mykonos keine Geschenke verteilt. Der kräftige, aber wechselhafte Wind verlangte den Ridern taktisches Geschick und absolute Präzision ab, die Tricks mussten im richtigen Moment gesetzt werden. Enttäuschend verlief der Event für den Weltmeister im Freestyle Finn Flügel. Der Deutsche schied überraschend bereits im Viertelfinale aus und musste seine Hoffnungen auf den Weltmeistertitel im Big Air begraben. Aber auch weitere erfahrene Top-Athleten – unter ihnen auch Giel Vlugt – fanden unter den anspruchsvollen Bedingungen nicht ihren Rhythmus.

36 der besten Big-Air-Athleten der Welt kämpften um die Weltmeisterschaft – und um 70.000 Euro Preisgeld. Mehr Spannung geht kaum


Foto Samuel Cárdenas

| GKA Kite World Tour 2026

THE FINALS GKA GREECE 2026

Rider Jamie Overbeek

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Keine Geschenke Bereits in den ersten Runden wurde deutlich, dass Mykonos keine Geschenke verteilt. Der kräftige, aber wechselhafte Wind verlangte von den Ridern taktisches Geschick und absolute Präzision.

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Im Finale erreichte die Spannung schließlich ihren Höhepunkt. Nicht nur der Eventsieg stand auf dem Spiel, sondern gleichzeitig auch die Weltmeisterschaft. Leonardo Casati musste gewinnen, während der Gesamtführende Jamie Overbeek maximal Vierter werden durfte.

Doppelsieg Mit seinem Sieg auf Mykonos krönte sich Leonardo Casati gleichzeitig auch zum GKA Big-Air-Weltmeister 2026 – der größte Erfolg seiner bisherigen Karriere. Rider Leonardo Casati

Foto Samuel Cárdenas

Erfolgreicher lief es für diese Rider: Leonardo Casati, sein Bruder Lorenzo, Jamie Overbeek und Shahar Tsabary kämpften sich mit beeindruckender Konstanz durch die Heats. Vor allem die beiden Halbfinals entwickelten sich zu echten Krimis. Im ersten Duell trennten die vier Rider am Ende nur wenige Zehntelpunkte. Erst mit dem allerletzten Trick sicherte sich Tsabary den Einzug ins Finale. Im zweiten Heat kontrollierte Jamie Overbeek lange das Geschehen, doch Lorenzo Casati blieb ihm permanent auf den Fersen und löste gemeinsam mit dem Niederländer das Finalticket. Im Finale erreichte die Spannung schließlich ihren Höhepunkt. Nicht nur der Eventsieg stand auf dem Spiel, sondern gleichzeitig auch die Weltmeisterschaft. Leonardo Casati musste gewinnen, während Gesamtführender Jamie Overbeek maximal

Vierter werden durfte. Entsprechend hoch war der Druck. Lorenzo Casati eröffnete den Heat mit einem spektakulären Trick und einer Wertung von 9,4 Punkten. Leonardo antwortete mit einer nahezu fehlerfreien Serie technisch anspruchsvoller Tricks und setzte sich Schritt für Schritt an die Spitze. Overbeek kämpfte verbissen um jeden Punkt, konnte den Rückstand jedoch nicht entscheidend verkürzen. Besonders spannend wurde es gegen Ende des Finals, als Lorenzo Casati zwischenzeitlich in Führung lag. Doch anstatt mit einem letzten Risiko-Trick selbst die Meisterschaft anzugreifen, sicherte er seine Position ab. Damit blieb Leonardo Casati an der Spitze und krönte sich mit seinem Sieg gleichzeitig zum GKA Big-Air-Weltmeister 2026 – ein emotionaler Triumph und der größte Erfolg seiner bisherigen Karriere.


PROFIZIRKUS |

Aus deutscher Sicht verlief die Big-Air-Saison extrem erfolgreich. Alessa Sophia Mensch ist Vize-Weltmeisterin, Finn Flügel beendete die Saison auf einem starken vierten Rang. Gratulation!

GKA Kite World Tour 2026

GKA Big Air World Cup Mykonos

Weltmeisterschaft

Endergebnis Frauen

Gesamtwertung Frauen

1. Mikaili Sol (BRA) 2. Aya Kasabova (BUL) 3. Francesca Maini (GBR) 4. Sarah Sadek (EGY)

1. Mikaili Sol (BRA) 2. Alessa Sophia Mensch (GER) 3. Aya Kasabova (BUL) 4. Sarah Sadek (EGY)

Endergebnis Männer

Gesamtwertung Männer

1. Leonardo Casati (ITA) 2. Lorenzo Casati (ESP) 3. Shahar Tsabary (ISR) 4. Jamie Overbeek (NED)

1. Leonardo Casati (ITA) 2. Jamie Overbeek (NED) 3. Lorenzo Casati (ESP) 4. Finn Flügel (GER)

Auch bei den Frauen bot Mykonos Big Air auf allerhöchstem Niveau. Zwölf Athletinnen gingen an den Start, darunter erstmals auch die zehnfache Weltmeisterin Gisela Pulido, die ihr Debüt im Big Air feierte. Schon früh kristallisierte sich jedoch heraus, dass an Mikaili Sol kaum ein Weg vorbeiführen würde. Die Brasilianerin präsentierte sich während des gesamten Wettbewerbs nahezu fehlerfrei und dominierte ihre Heats mit beeindruckender Souveränität. Für eine der schönsten Geschichten des Events sorgte die erst 15-jährige Bulgarin Aya Kasabova. Das Nachwuchstalent fuhr völlig unbeeindruckt von der großen Bühne bis ins Finale und bewies mit spektakulären Tricks, dass sie bereits jetzt zur Weltelite gehört. Auch Sarah Sadek und Francesca Maini lieferten starke Leistungen ab, konnten Mikaili Sol jedoch nicht ernsthaft

gefährden. Mit einer nahezu perfekten Finalrunde sicherte sich die Brasilianerin nicht nur den Tagessieg, sondern bereits ihren neunten Big-Air-Weltmeistertitel. Aus deutscher Sicht verlief die Big-Air-Saison extrem erfolgreich. Zwar verpasste Finn Flügel durch sein frühes Ausscheiden den Titel, beendete nach seinem zweiten Platz beim Lords of Tram die Saison aber auf einem starken vierten Rang in der Gesamtwertung. Und Alessa Sophia Mensch bestätigte ihre starke Saison mit Platz zwei der Gesamtwertung und etablierte sich endgültig in der absoluten Weltspitze des Frauen-Big-Air. Gratulation!

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Also, das mit den drei Tagen zwischen Mexiko und Borkum war natürlich ein echtes Brett! Während des Fluges hatte ich mich erkältet. Zusammen mit der Zeitverschiebung war ich echt fertig und wurde erst mal Dauergast in der Apotheke

GKA Freestyle World Cup Mexiko Mexiko war zwar heiß, aber die Conditions waren nicht perfekten Freestyle-Bedingungen. Ich bin schon eine Woche vor dem Event angereist, um mich an das Klima, die Zeitumstellung und den Spot gewöhnen. Foto Samuel Cárdenas


LEIDENSCHAFT | Interview

Interview mit Finn Flügel

mit

Die TITELJAGD geht in die entscheidende Phase

Finn

Auftakt der GKA Freestyle World Tour in Mexiko feierte er seinen ersten WorldCup-Sieg des Jahres und setzte damit früh ein deutliches Ausrufezeichen in Richtung Titelverteidigung. Nur wenige Tage später folgte beim Heim-World-Cup auf Borkum ein weiterer Podiumsplatz – unter völlig anderen Bedingungen und vor heimischem Publikum.

Auch im Big Air zählt Flügel weiterhin zur Weltspitze. Der amtierende Vizeweltmeister im Hydrofoil Big Air bestätigte seine Klasse mit Platz zwei beim legendären „Lords of Tram“ in Le Barcarès, einem der prestigeträchtigsten und anspruchsvollsten Big-Air-Events im Süden Frankreichs. Beim Saisonfinale auf Mykonos schied er zwar bereits im Viertelfinale aus, beendete die Weltmeisterschaft aber auf einem starken vierten Gesamtrang und unterstrich damit einmal mehr seine außergewöhnliche Vielseitigkeit.

eine Pause. Weihnachten, Family, Freunde, einfach aufs Wasser gehen und nicht den Druck zu haben, ständig performen zu müssen. Leider hatten wir dann in den Wochen danach auch nicht sonderlich guten Wind, der sich zum Freestylen geeignet hat, sodass ich wirklich nicht gerade motiviert war, zu üben. Das hatte sich erst geändert, nachdem ich aus Frankreich zurück war und wieder mit Nico, meinem Coach, ins Training eingestiegen bin. Er versteht es einfach, mich abzuholen, und dann motiviert einen das ganz anders wieder, wenn man plötzlich merkt, dass es eigentlich wie Fahrradfahren ist. Ich konnte auf Anhieb meine Big Tricks wieder, und wir haben uns gleich an den Feinschliff gemacht. Deshalb bin ich darauf am meisten stolz – zu wissen, wann es wirklich wichtig ist, im Training fokussiert zu sein und wieder anzugreifen. Natürlich bin ich umso stolzer, dass ich mich mit Platz zwei in Barcarès und mit dem Sieg in Mexiko für meine Arbeit belohnen konnte.

Während die Big-Air-Weltmeisterschaft 2026 bereits entschieden ist, fällt die Entscheidung im Freestyle erst im November auf der Ilha do Guajirú in Brasilien. Nach zwei von drei World Cups führt Finn Flügel die Rangliste gemeinsam mit Maxime Chabloz punktgleich an. Damit ist vor dem Saisonfinale noch alles offen. Für den Deutschen geht es dort nicht nur um die erfolgreiche Verteidigung seines Weltmeistertitels, sondern auch darum, eine bislang herausragende Saison mit einem weiteren Titelgewinn zu krönen. Wir haben mit dem Red-Bull-Athleten über seinen erfolgreichen Saisonstart, die Herausforderungen zwischen Freestyle und Big Air, den Umgang mit Erfolgen und Rückschlägen sowie seine Ziele für die entscheidende Phase der Saison gesprochen. Finn, du bist als amtierender Freestyle-Weltmeister und Titelverteidiger in die Saison gestartet. Wenn du auf die erste Saisonhälfte zurückblickst: Worauf bist du persönlich am meisten stolz? Ganz ehrlich? Als ich im Dezember nach monatelangem Reisen endlich wieder zu Hause in El Gouna war, brauchte ich einfach

Zwischen den beiden Freestyle World Cups in Mexiko und auf Borkum lagen nur drei Tage – und die Bedingungen hätten kaum unterschiedlicher sein können: tropisch in Mexiko, kalter Nordseewind und Kabbelwasser auf Borkum. Wie hast du den Transatlantikflug mit mehreren Stunden Zeitverschiebung verkraftet – und wie verändert sich deine Herangehensweise an einen Wettkampf, wenn sich das Revier so extrem unterscheidet? Also, das mit den drei Tagen war natürlich ein echtes Brett! Leider hatte ich mich während des Fluges auch noch erkältet, sodass ich schon bei der Ankunft in Amsterdam das klassische Kratzen im Hals gemerkt hatte. Zusammen mit der Zeitverschiebung war ich echt fertig und wurde erst mal Dauergast in der Apotheke.

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Flügel

Finn Flügel hat in der ersten Hälfte der Saison 2026 eindrucksvoll unter Beweis gestellt, warum der erst 17-Jährige zu den außergewöhnlichsten Talenten im internationalen Kitesport zählt. Als amtierender Freestyle-Weltmeister und Titelverteidiger startete der Deutsche mit hohen Erwartungen in die neue Saison – und wurde ihnen eindrucksvoll gerecht. Gleich beim


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Zum Thema Kabbelwasser: Mexiko war zwar heiß, aber die Conditions waren auch nicht viel besser. Man muss leider sagen, dass beide Spots nicht die perfekten Freestyle-Bedingungen bieten. Von der Herangehensweise ist es so, dass wir schon eine Woche vor dem Event nach Mexiko geflogen sind und ich mich an das Klima, die Zeitumstellung und den Spot gewöhnen konnte. Mir ist es einfach lieber, wenn ich vorab etwas Zeit habe und nicht wie auf Borkum direkt starten muss. Zusammen mit meiner Erkältung war das leider keine gute Performance, obwohl ich Dritter geworden bin. Auf Borkum bist du als amtierender Weltmeister vor heimischem Publikum gestartet. Spürst du bei einem Heim-WorldCup zusätzlichen Druck oder gibt dir die Unterstützung der Fans eher zusätzliche Energie?

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Ich würde sagen, es ist beides. Klar habe ich mich gefreut, vor deutschem Publikum zu starten, aber gleichzeitig setzt man sich da schon unter Druck. Viele Leute kennen einen und sprechen dich an, wollen ein Foto machen usw. Auch wenn die Leute es gut meinen, wenn sie sagen: „Ey Finn, das machst du schon, du gewinnst bestimmt“, ist das neben der Motivation ein weiterer Druck, der dazukommt. Ich hatte bei dieser Comp auch noch ein Filmteam von RTL für Stern TV dabei, auch das war neu für mich. Ich denke, alles in allem muss ich daran sicherlich noch arbeiten, um meine Nervosität besser in den Griff zu bekommen.

Im Halbfinale auf Borkum hast du den höchsten Score des gesamten Teilnehmerfeldes erzielt, im Finale wurde es am Ende Platz drei. Analysierst du einen Wettkampf im Nachhinein sehr genau oder kannst du ein Podium schnell abhaken und den Blick direkt wieder nach vorne richten? Wie ich schon sagte, ich war nicht besonders happy mit Platz drei, weil ich wusste, ich hätte es viel besser machen können. Ich bin schon jemand, der danach jeden Trick auseinandernimmt und genau analysiert, woran es gelegen hat. Es sind aber eigentlich nicht die Tricks, sondern eher, dass ich nicht genug fokussiert war, als ich aufs Wasser gegangen bin. Ich habe mich wegen der langen Warterei zwischen den Heats und den wechselnden Windbedingungen rausbringen lassen. Die Tricks sind dann nur noch das Resultat. Im Freestyle gehst du als amtierender Weltmeister und Titelverteidiger an den Start, im Hydrofoil Big Air bist du amtierender Vize-Weltmeister. Auf Sylt wird im August der einzige World Cup der Saison im Hydrofoil Big Air ausgetragen – und damit auch die Weltmeisterschaft entschieden. Wirst du auf Sylt am Start sein? Na, das ist doch wohl sowas von klar! Wie du weißt, liebe ich es zu foilen, weil das fast immer möglich ist. Gerade bin ich in El Gouna, und wir haben echt miese Windbedingungen, sodass man

GKA Freestyle World Cup Mexiko Zwischen den beiden Freestyle World Cups in Mexiko und auf Borkum lagen nur drei Tage – und die Bedingungen hätten kaum unterschiedlicher sein können: tropisch in Mexiko, kalter Nordseewind und Kabbelwasser auf Borkum. Foto Samuel Cárdenas

Ich konnte auf Anhieb meine Big Tricks wieder. Es ist wichtig, fokussiert zu sein und wieder anzugreifen. Mit Platz zwei in Barcarès und meinem Sieg in Mexiko wurde ich für meine Arbeit belohnt


LEIDENSCHAFT | Interview mit Finn Flügel

an normales Kiten, zumindest mit Tubekites, kaum denken kann. Aber es ist okay, und wenn ich dann auf mein Foilboard steige, das übrigens mein eigenes Promodel von MIO Boards ist, dann ist auch alles fein. Ich habe seit letztem Jahr viel trainiert und werde meine neuen Tricks auf Sylt zeigen. Ich hoffe, dass die Judges sie gut bewerten werden und sehen, welche Schwierigkeiten dahinterstecken. Ansonsten freue ich mich einfach auf Sylt! Wir sind, solange ich denken kann, jedes Jahr dort, und ich habe am Königshafen das Kiten mitgelernt. Es ist so etwas wie mein Homespot, wenn ich in Deutschland bin. Nur wenige Tage zuvor findet in St. Peter-Ording die GKA Twintip Kite World Championship statt. Welche Disziplinen werden dort ausgetragen – und wirst du auch bei diesem Event am Start sein?

Auch da werde ich dabei sein. Deine Frage ist sehr gut … ich weiß es nicht. Nachdem wir in diesem Jahr keinen reinen FreestyleEvent für die Youth in Tarifa haben werden, soll es in St. PeterOrding ein neues Format geben. Wie du bereits in den sozialen Medien lesen kannst, soll der „most versatile Rider“ gesucht werden. Sprich, du kannst je nach Wind Freestyle, Airstyle oder Big Air zeigen, und alles wird bewertet. Leider bin ich mir nicht sicher, ob sich das so einfach umsetzen lässt. Es sind eigentlich auch keine wirklichen Freestyle-Bedingungen vor Ort, und dann wirklich schwierige Tricks wie einen KGB 9 zu zeigen, ist nahezu unmöglich. Es kann auch nicht jeder Freestyle, der dort mitfährt. Die Tricks aus den unterschiedlichen Sportarten dann miteinander zu vergleichen, wird, ich nenne es mal, sehr spannend. Aber was soll‘s. Ich werde dort viele meiner Freunde treffen, und wir werden bestimmt eine gute Zeit zusammen auf dem Wasser haben.

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Kommen wir zum Big Air. Die Weltmeisterschaft 2026 ist bereits entschieden. Beim legendären „Lords of Tram“ in Le Barcarès hast du nach einer beeindruckenden Aufholjagd im Finale einen starken zweiten Platz erreicht, beim Saisonfinale auf Mykonos hast du das Viertelfinale erreicht. In der Gesamtwertung belegst du Platz vier. Wie zufrieden bist du mit deiner Big-Air-Saison? Geht so, es hätte besser laufen können. Barcarès war super! Ich habe zwar noch immer viel Respekt vor dem Spot, aber mittlerweile mag ich ihn sehr gerne. Auch wenn es um diese Jahreszeit dort sehr kalt ist und das Wasser eisig ist, mag ich es dort. Ich war insgesamt vier Wochen in Frankreich und konnte mich auf die Bedingungen gut einfahren. Das Finale war echt der Hammer, und manchmal frage ich mich, wie ich es noch auf Platz zwei geschafft habe. Mein Team behind hat definitiv abgeliefert!!! Auf Mykonos war ich leider vorher noch nie, und obwohl wir nach Borkum direkt nach Mykonos geflogen sind, konnte ich mich nicht wirklich auf den Spot einfahren, weil wir schlichtweg kaum Wind hatten. So kam es dann, dass ich die eine oder andere Schwierigkeit hatte.

Du gehörst zu den wenigen Athleten, die sowohl im Freestyle als auch im Big Air zur absoluten Weltspitze zählen. Profitierst du davon, beide Disziplinen parallel zu fahren, weil sie sich gegenseitig ergänzen – oder ist der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Anforderungen manchmal auch eine Herausforderung? Es ist dann eine Herausforderung, wenn wir in vier Wochen auf unterschiedlichen Kontinenten drei Wettkämpfe haben. Sprich: zweimal kurz hintereinander Freestyle und direkt danach Big-Air-Finale. Du musst dir das so vorstellen, ab Mitte April bin ich komplett ins Freestyle-Training eingestiegen und bis Mykonos konnte ich kein Big Air mehr trainieren. Obwohl ich immer gesagt bekomme, dass ich jemand bin, der ohne Probleme switchen kann – so einfach ist das

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In Le Barcarès wurden die Tricks teilweise anders bewertet als beim World Cup auf Mykonos. Viele Rider haben anschließend an den World Cup auf Mykonos deutliche Kritik am Judging geäußert. Wie hast du die unterschiedlichen Bewertungsmaßstäbe wahrgenommen, und wie beurteilst du die Diskussion?

Diese Diskussion hat definitiv ihre Berechtigung! Klar kann man jetzt sagen: „Der regt sich jetzt auf, weil er rausgeflogen ist …“ Aber so war es nicht. In Barcarès wurden die technischen Tricks super hoch bewertet, und die Judges hatten gleich zu Beginn mit den Scores gezeigt, was sie sehen wollen. Auf Mykonos gab es dann für die super technischen Tricks nur mittlere Scores, was doch schon sehr für Unmut und Verwunderung sorgte. Ich denke, das Problem war sicherlich, dass es unterschiedliche Judges waren, und die Fahrer würden es sich wünschen, dass es die gleichen Leute sind.

Obwohl ich immer gesagt bekomme, dass ich jemand bin, der ohne Probleme zwischen Freestyle und Big Air switchen kann – so einfach ist das nicht. Andere Kites, andere Technik – einfach alles ist anders

GKA Big Air World Cup Mykonos Wenn du das erste Mal wieder richtig Wind hast und dich über Kicker hochschießt, dann ist das schon crazy. Foto Samuel Cárdenas


LEIDENSCHAFT |

In Barcarès wurden die technischen Tricks super hoch bewertet, und die Judges hatten gleich zu Beginn mit den Scores gezeigt, was sie sehen wollen. Auf Mykonos gab es dann für die super technischen Tricks nur mittlere Scores, was doch schon sehr für Unmut und Verwunderung sorgte

Interview mit Flügel

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Du wirkst während der Wettkämpfe oft erstaunlich ruhig und fokussiert. Hast du bestimmte Rituale oder feste Abläufe vor einem Heat, die dir helfen, den Kopf freizubekommen und dich vollständig auf deine Tricks zu konzentrieren?

Finn

nicht. Andere Kites, andere Technik … einfach alles ist anders. Wenn du das erste Mal wieder richtig Wind hast und dich über Kicker hochschießt, dann ist das schon crazy. Generell würde ich wirklich liebend gerne beides so beibehalten, aber es kommt definitiv auf den Kalender nächstes Jahr an. Ich komme gerade aus Griechenland, nach vier weiteren Wochen Freestyle-Training zurück. Gerade drücke ich für vier Wochen den Reset-Knopf, bevor es in Deutschland weitergeht.

Danke, dass du das so siehst. Ich versuche zumindest, ruhig zu bleiben. Ich habe schon ein paar Abläufe, aber am wichtigsten ist mir, dass ich mein Team dabeihabe. Hier gibt es ein paar Menschen, die mir sehr wichtig sind und auf die ich mich zu 100 % verlassen kann. Das ist für mich schon mal die halbe Miete. Sie machen all die Arbeit außen herum, und ich bin der Fahrer, der nur noch den Kite übergeben bekommt. So kann ich für mich

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komplett im Fokus bleiben. Ich denke aber, dass ich hier noch viel lernen kann, und das ist definitiv eines meiner Hauptthemen, an denen ich in nächster Zeit arbeiten werde. Im Freestyle ist vor dem Finale auf der Ilha do Guajirú in Brasilien noch alles offen. Nach den beiden World Cups in Mexiko und auf Borkum führst du gemeinsam mit Maxime Chabloz, dem Weltmeister von 2024, punktgleich die Rangliste an. Mit komfortablen 320 Punkten Vorsprung auf die beiden Drittplatzierten Davi Ribeiro und Artur Guillebert, den Weltmeister von 2021. Die Entscheidung fällt Ende Oktober beim dritten und letzten World Cup auf der Ilha do Guajirú. Ich vermute, ich muss dich gar nicht erst fragen, welches Ziel du dort verfolgst?

Natürlich habe ich einiges Neues in Griechenland trainiert, was ich zeigen möchte, und klar weiß ich, was ein Maxime oder Davi können. Aber vergiss mal nicht, dass auch andere Fahrer dazwischenfunken können. Spätestens ab dem Halbfinale wird es richtig spannend werden. Mindestens genauso spannend, wie Freestyle aussehen wird, wenn wir bei 30+ Knoten, was es dort durchaus haben kann, performen werden. Meine Strategie ist definitiv, auf Sieg zu fahren. Aber nur, wenn es nicht zulasten meiner Gesundheit geht. Sprich, wenn ich denke, dass die Conditions nicht mehr für ein weitestgehend sicheres Freestyle stehen, dann werde ich nicht alles auf eine Karte setzen. Ich habe nämlich keine Lust auf ein Jahr Kite-Pause. Dafür liebe ich meinen Sport zu sehr.

Ja, beim Saisonfinale auf der Ilha geht es für dich und Maxime Chabloz um den Weltmeistertitel. Ihr kennt euch seit vielen Jahren und wisst genau, was der andere leisten kann. Auch

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Ja, wir sind leider, leider nicht in Taíba, sondern weiter im Norden auf der Ilha do Guajirú. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie es dort sein wird, ein Freestyle-Finale zu fahren. Ich kenne die Ecke eigentlich nur als Big-Air-Spot, aber dann müssen wir eben alle mit kleinen Kites und Full Power fahren. Das Finale ist auf den 21. Oktober vorverlegt worden, sodass ich definitiv schauen werde, ab Ende September dort zu sein. Selbstredend, dass ich meinen Titel verteidigen möchte!

Davi Ribeiro kennst du bereits aus den JugendWorld-Cups. Wie bereitest du dich auf das Saisonfinale vor? Können wir uns dort vielleicht sogar auf neue Tricks von dir freuen?

GKA Big Air World Cup Mykonos Das Finale in Barcarès war echt der Hammer. Ich habe zwar noch immer viel Respekt vor dem Spot, konnte mich auf die Bedingungen aber gut einfahren. Auf Mykonos war ich vor dem Event noch nie. Ich hatte die eine oder andere Schwierigkeit.

Foto Samuel Cárdenas


LEIDENSCHAFT | Interview mit Finn Flügel

Meine Strategie ist definitiv, auf Sieg zu fahren. Aber nur, wenn es nicht zulasten meiner Gesundheit geht. Wenn ich denke, dass die Conditions nicht mehr für ein weitestgehend sicheres Freestyle stehen, dann werde ich nicht alles auf eine Karte setzen

FINN FLÜGEL

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ALTER

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NATIONALITÄT

Deutsch

GEBURTSORT

Hof/Oberfranken

LEBT IN

Hof und El Gouna/Ägypten

HOMESPOT

El Gouna/Ägypten

LIEBLINGSSPOTS

Taíba (Freestyle) Balneario Tarifa (Big Air)

INSTAGRAM

@flyfinni

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D I E NEUE PR ODUKT I ON S H ALLE Anfang Mai bezog Brainchild einen Neubau mit einer

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Produktionsfläche von 3.500 qm. Die Zahl der Mitarbeitenden hat Brainchild auf 235 erhöht. Die neue Fertigung verfügt über eine Kapazität von rund 20.000 Kites und Wings pro Jahr

Digitaldruck Brainchild druckt die Designs im Digitaldruck auf weißes Grundmaterial. Neben der höheren Umweltverträglichkeit und den Vorteilen in der Materiallogistik bietet der Digitaldruck weitreichende Gestaltungsfreiheit bei Farben und Designs. Dadurch erhalten die Brainchild-Kites ihren eigenständigen Look, der sich klar vom Wettbewerb abhebt. Zudem ermöglicht der Digitaldruck Kleinserien mit maßgeschneiderten Custom-Designs


LEIDENSCHAFT

Text Dirk Seifert Fotos Brainchild Production • Dirk Seifert

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Ortstermin

Brainchild

Besucht haben wir die neue Brainchild-Produktionsstätte Anfang Juni, kurz vor der offiziellen Eröffnung – gemeinsam mit den beiden HARLEM-Importeuren für Deutschland und Österreich, Sascha Herbig (re.) und Jens Korte (li.). In der Mitte Ralf Grösel, Mastermind hinter Brainchild Production

Production

Foto Dirk Seifert

Brainchild Production

Kommt die ZUKUNFT der Kite-Produktion Aus Nordmazedonien? Von der Idee zur nachhaltigen Serienfertigung: Wie Brainchild Production in Bitola die KitesurfIndustrie verändern will. Während die meisten Kites, Wings und Wassersportprodukte aktuell in Fernost produziert werden, entsteht im Süden Europas ein spannendes Gegenmodell. In Bitola, der zweitgrößten Stadt Nordmazedoniens, baut Brainchild Production an einer Vision, die viele in der Branche lange für unmöglich hielten: eine nachhaltige Hightech-Produktion für Kites und Wings mitten in Europa. Europäische Produktion statt Fernost Brainchild Production wurde von einer Investorengruppe aus Deutschland und den Niederlanden gegründet und hat seinen Sitz in Bitola/Nordmazedonien. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung und Produktion von Produkten für Wind- und Wassersportarten, insbesondere Kites und Wings. Die Wahl des Standorts Nordmazedonien ist dabei kein Zufall. Das Land bietet eine strategisch günstige Lage zwischen den europäischen Absatzmärkten, qualifizierte Fachkräfte und gleichzeitig deutlich niedrigere Produktionskosten als viele westeuropäische Länder. Damit entsteht eine interessante Alternative zur traditionellen Fertigung in Asien. Innovation als Kern der Strategie Hinter Brainchild steht kein unbekannter Name. Mastermind und treibende Kraft hinter Brainchild ist Ralf Grösel, der bekannteste und erfolgreichste Kitedesigner weltweit. Grösel stammt

aus Offenbach, lebte lange Zeit in Leipzig. Seine KitedesignerKarriere begann er bei Flysurfer, zusammen mit Armin Harich gründete er 1999 das Brand. Danach war Grösel eine kurze Zeit bei Naish, seine größten Erfolge feierte er bei DUOTONE. Die Weiterentwicklungen des Dice, Juice und später auch des Rebel stammen aus seiner Feder, den Evo – besonders den Evo D/LAB – entwickelte er zum erfolgreichsten Kite weltweit. Eine enge Zusammenarbeit verbindet Grösel mit Aaron Hadlow, der Lichtgestalt im Kitesport, fünf-fachen Weltmeister im Freestyle und zwei-maligen Gewinner des King oft the Air – dem renommiertesten und immer noch härtesten Big-Air Wettbewerb weltweit. Mit Hadlow zusammen entwickelt Grösel die Kites, Wings und Boards (Twintips und Surfboards) für HARLEM. Mit HARLEM Kitesurfing hat Brainchild eine besondere Verbindung. Die niederländische Brand war der erste Kunde der Brainchild Production, inzwischen werden in Bitola auch Kites für F-One (Trigger und Bandit) und für Reedin (Mastermodel, Whisper und Hypermodel) gefertigt. Proweld – Schweißen statt Nähen Während andere Fertigungen weiterhin auf konventionelle Verfahren setzen, will Brainchild die Produktion von Kites und Wings neu denken – von den Materialien bis zum Endprodukt. Die beiden Schlüsseltechnologien in der Brainchild-Fertigung sind ein digitales Druckverfahren (für das Tuch) und die eigens entwickelte Proweld-Technologie.

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HARLEM Kitesurfing Mit HARLEM Kitesurfing hat Brainchild eine besondere Verbindung. Die niederländische Brand war der erste Kunde der Brainchild Production, der HARLEM Force der erste Kite, der dort produziert wurde. Heute umfasst das Sortiment von HARLEM vier Kitelinien – Thrive, Peak, Flow und Thrive LiteX. Alle Modelle werden bei Brainchild produziert und wurden von Ralf Grösel und Aaron Hadlow entwickelt. Das HARLEM Line-up Rider Baptiste Bourdoulous

Kite HARLEM Peak

ist klar strukturiert und übersichtlich aufgebaut. Der Thrive ist der vielseitige Freeride-Allrounder und mit großem Abstand der Bestseller der Marke. Der Peak wurde speziell für Big Air entwickelt und richtet sich an Rider, die maximale Sprunghöhe, lange Hangtime und kontrollierte Kite-Loops suchen. Der Flow ist der Wave- und Foil-Kite der Range, der Thrive LiteX ist die Leichtwind-Version des Thrive.

Foto Aris Giannouko


POWER IS A MATTER OF CONTROL Ralf, als Kitedesigner hast du alles erreicht, was zu erreichen ist. Für den Weltmarktführer hast du die wichtigsten Kitemodelle entscheidend weiterentwickelt und zudem den Evo von einem „Mauerblümchen“ zu erfolgreichsten Kitemodell weltweit aufgebaut. Nach so vielen Erfolgen, was hat dich motiviert, mit Brainchild noch einmal ein komplett neues Produktionskonzept aufzubauen? Eine Idee ist nur so viel wert, wie ihre Umsetzung. Brainchild ist für mich genau die Plattform, die ich mir immer gewünscht habe, um Ideen Realität werden zu lassen. Im Grunde ist Brainchild ein Infrastrukturprojekt, das mir ermöglicht, die vielen Ideen, Konzepte und Entwicklungen, die ich über die Jahre angesammelt habe, endlich in die Praxis umzusetzen.

Viele Unternehmen entwickeln Produkte, aber nur wenige verändern die Art der Produktion. Warum war es dir wichtig, genau dort anzusetzen? Jedes Produkt ist die Summe seiner Einzelteile. Mir war es immer wichtig, sämtliche Komponenten beeinflussen und jede Variable gezielt verändern zu können. Produktionstechnologie, Materialien und Design sind untrennbar miteinander verbunden und bestimmen gemeinsam die Eigenschaften eines Produkts. Deshalb war es für mich entscheidend, auf all diese Parameter direkten Einfluss nehmen zu können.

Eine Idee ist nur so viel wert, wie ihre Umsetzung. Brainchild ist für mich genau die Plattform, die ich mir immer gewünscht habe, um Ideen Realität werden zu lassen KITEBOARDING

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Production

Interview mit Ralf Grösel, Mastermind hinter und Gründer von Brainchild Production

Brainchild

Was bedeutet das für die Kitebranche? Für Kiteboarder und Brands könnte sich hier ein grundlegender Wandel ankündigen. Kürzere Lieferketten, schnellere Entwicklungszyklen und eine deutlich bessere Kontrolle über Qualität und Nachhaltigkeit sind Vorteile, die eine europäische Produktion bieten kann. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass die Branche beginnt, ihre Abhängigkeit von asiatischen Produktionsstandorten zu hinterfragen. Brainchild könnte dabei eine Vorreiterrolle übernehmen und beweisen, dass eine moderne Kite-Produktion auch in Europa wirtschaftlich funktionieren kann. Brainchild Production ist somit weit mehr als nur eine neue Fabrik in Nordmazedonien. Das Unternehmen steht für einen möglichen Paradigmenwechsel in der Surf-Industrie: nachhaltiger, regionaler und technologisch fortschrittlicher. Ob sich das Modell langfristig durchsetzt, wird die Zukunft zeigen. Die Voraussetzungen dafür sind jedoch vielversprechend – und die Kite-Branche schaut bereits sehr gespannt nach Bitola.

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Vom Labor zur Serienfertigung – und zurück Seine Fertigung begonnen hat Grösel vor drei Jahren im „Labor“, einer 1.700 qm großen Fabrikhalle. Hier fertigte ein Team von 7 Mitarbeitenden die ersten Kites und Wings in der neuen Brainchild-Technologie. Der erste Kunde war das niederländische Brand HARLEM Kitesurfing. Schnell wuchs die Anzahl der Mitarbeitenden auf 150. Das „Labor“ wurde zu klein. Anfang Mai bezog Brainchild einen Neubau mit einer Produktionsfläche von 3.500 qm, nur 15 Kilometer vom „Labor“ ent-

fernt. Die Anzahl der Mitarbeitenden hat Brainchild bisher um 85 erhöht, insgesamt sind es nun 235. Die neue Fertigung hat eine Kapazität von rund 20.000 Kites (und Wings) jährlich. Das ursprüngliche „Labor“ bleibt erhalten. Technisch aufgerüstet wird es Grösel als Entwicklungs- und Innovations-Spielwiese dienen. Neben neuen Fertigungstechnologien will Grösel vor allem auch an neuen Werkstoffen arbeiten – neue Laminate, die die Fertigung von Kites und Wings revolutionieren sollen. Grösel hat zudem auch eine Ausdehnung auf andere Industriezweige im Blick.

LEIDENSCHAFT

Brainchild verwendet einfarbiges (vorwiegend weißes) Tuchmatererial, das digital bedruckt wird. Dieses Verfahren ermöglicht eine größere Variabilität im Grafik-Design und ist zudem umweltfreundlicher als das gesamte Tuch einzufärben. Bei der Proweld-Technologie werden die Segmente der Fronttube durch ein spezielles Schweißverfahren anstatt mit Nähten miteinander verbunden. Dadurch entsteht eine Fronttube, die sich deutlich homogener verhält als eine klassisch vernähte Konstruktion. Ein geringeres Gewicht und eine höhere Steifigkeit sind die Vorteile. Konsequent bei Brainchild ist der Fokus auf Nachhaltigkeit. Brainchild setzt – wo immer es geht – auf recycelte Materialien und umweltschonende Produktionsprozesse. In einer Zeit, in der Kiter und Wassersportler zunehmend Wert auf die Herkunft und Umweltverträglichkeit ihrer Ausrüstung legen, sieht Brainchild darin einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil Doch Grösels Vision reicht über eine zukunftweisende und nachhaltige Hightech-Produktion hinaus. In Bitola forscht Grösel auch an neuen Materialien, die die Kite- und WingProduktion revolutionären sollen.


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Einziehen der Bladder Der letzte Arbeitsschritt vor der finalen

schritte und Handarbeit in der Produktion eines Kites stecken

Qualitätskontrolle ist das Einziehen der Bladder

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Viel Handarbeit Wir waren überrascht, wieviel Arbeits-

Qualitätskontrolle Jeder einzelne Kite wird vor der Auslieferung

Brainchild Mastermind Ralf Grösel „Ich bin sehr stolz auf

penibel und gewissenhaft darauf kontrolliert, ob alle Nähte sauber

unser gesamtes Team, das dieses Projekt in so kurzer Zeit möglich

verarbeitet sind und das Material unversehrt ist

gemacht hat.

Rider Aaron Hadlow und Dylan Parker Kite HARLEM Flow Foto Aris Giannouko

Qualitätskontrolle Der Bogen muss stimmen! Kontrolliert wird auch, ob die Fronttube-Bladder korrekt in der Hülle sitzt und

Erstlingswerk Der HARLEM Flow ist der erste Wave-Kite,

sich beim Einziehen nicht verschoben hat

den Ralf Grösel entwickelt hat


LEIDENSCHAFT

Der neue HARLEM Thrive II, den du entwickelt hast, ist der erste Kite, der komplett in der neuen Fabrik gefertigt wird. Der neue Thrive ist einer der leistungsstärksten Kites am Markt und gilt aktuell als Benchmark im Kitedesign. Gefertigt wird der Thrive II aus drei Materialien: die Fronttube aus Dacron, das Flugtuch aus ultraleichtem, reißfestem und dehnungsarmem Twincross Flylite Canopy, die Querstruts aus einem Laminat. Warum fertigst du die Fronttube des Thrive II nicht ebenfalls aus einem Laminat – zum Beispiel Aluula – wie es die meisten anderen Hersteller von Hightech-Schirmen machen? Ganz einfach, weil es nicht notwendig ist. Wenn man die Summe aller Komponenten so zusammenführt, wie wir das bei Brainchild tun – insbesondere in Kombination mit der Proweld-Technologie, bei der die Tuchbahnen verschweißt statt vernäht werden –, sind wir in der Lage, einen Kite zu bauen, der aus unserer Sicht das mit Abstand beste Preis-Leistungs-Verhältnis am Markt bietet.

Production

Das ist eine komplexe Frage, die sich pauschal nicht beantworten lässt. Rein aerodynamisch gibt es durchaus Grenzen. Viele Konzepte sind heute bereits sehr weit entwickelt und teilweise nahezu ausgereift. Für die Flugeigenschaften eines Kites spielt – neben der Konstruktion – die Materialwahl jedoch eine entscheidende Rolle, da sie die Aerodynamik unmittelbar beeinflusst. Ein weiches Tuch verhält sich grundsätzlich anders als ein steifes. Über die Wahl des Materials lassen sich deshalb sowohl die Flugeigenschaften als auch die aerodynamische Performance gezielt verändern. Moderne Laminate eröffnen zudem neue Möglichkeiten bei der Konstruktion des aufblasbaren Strutgerüstes, also der Leading Edge und der Struts. Mit steiferen Materialien lässt sich beispielsweise der Durchmesser der Leading Edge reduzieren. Das beeinflusst unter anderem die Position des Kites im Windfenster, das Sprungverhalten und viele weitere Flugeigenschaften. Materialentwicklung und Aerodynamik sind deshalb untrennbar miteinander verbunden. Neue Werkstoffe schaffen neue konstruktive Möglichkeiten – und genau daraus entstehen letztlich neue Flugeigenschaften.

Brainchild

Wieviel Luft nach oben siehst du in der aerodynamischen Weiterentwicklung der aktuellen Kites – wo setzen andere, neue Materialmixe an und wo siehst du den Einsatz und Zugewinn für die Flugeigenschaften von neuen Materialien?

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Materialentwicklung und Aerodynamik sind untrennbar miteinander verbunden. Neue Werkstoffe schaffen neue konstruktive Möglichkeiten – und daraus entstehen bessere Produkte Zu deinen beiden Schlüsseltechnologien: digitales Druckverfahren und Proweld-Technologie. Die Proweld-Technologie gilt schon jetzt als eine der spannendsten Entwicklungen in der modernen Kite- und Wing-Produktion. Wie genau funktioniert die Proweld-Technologie, welche Vorteile bietet sie und wie entstand die Idee, klassische Nähte (mit Überlappung des Materials) durch Schweißverbindungen zu ersetzen? Die Idee zu Proweld entstand bereits 2009. Ausgangspunkt war die Frage, wie sich räumliche Röhren – also die Struts – ohne Nahtzugabe gebogen oder in unterschiedlichen Winkeln miteinander verbinden lassen. Das eigentliche Problem liegt in der Nahtzugabe. Wenn zwei Röhren in einem bestimmten Winkel miteinander verbunden werden sollen, wäre eine Verbindung auf Stoß die ideale Lösung. Beim klassischen Vernähen ist jedoch eine Überlappung erforderlich, die nicht der tatsächlichen Krümmung der räumlichen Bauteile entspricht. Meine Idee war deshalb, zwei Röhren so miteinander zu verbinden, wie man es aus der Schweißtechnik kennt – nämlich auf Stoß. Daher stammt auch der Name Proweld. Der entscheidende Vorteil dieser Technologie ist, dass die Materialien tatsächlich auf Stoß verbunden werden – ohne Nahtzugabe. Dadurch werden die Kräfte geradlinig von einem Segment auf das nächste übertragen. Das erhöht sowohl die Torsionssteifigkeit als auch die gesamte strukturelle Steifigkeit des Kites. Vernähte Segmente dagegen sind nur punktuell miteinander verbunden. Im Nahtbereich entsteht immer ein Übergang, der den einzelnen Elementen ein gewisses Spiel lässt. Werden die Segmente hingegen direkt auf Stoß verschweißt, können sie sich nicht mehr gegeneinander verschieben. Das Ergebnis ist eine deutlich steifere, präzisere und belastbarere Konstruktion. Neben dem Umwelt-Aspekt, welchen Vorteil bietet es, das Tuch digital zu bedrucken, anstatt die kompletten Bahnen einzufärben, wie alle anderen Hersteller es machen? Der Digitaldruck bietet eine ganze Reihe von Vorteilen. Einer der wichtigsten ist die nahezu unbegrenzte Gestaltungsfreiheit bei Farben und Designs. Dadurch erhalten unsere Kites einen eigenständigen Look, der sich klar von anderen Produkten am Markt abhebt. Gleichzeitig eröffnet uns der Digitaldruck die Möglichkeit, wesentlich flexibler auf die Wünsche unserer Markenpartner und sogar auf individuelle Kundenanforderungen einzugehen – etwa durch maßgeschneiderte Custom-Designs.

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TEC UND BRAINCHILD EDITION F-ONE BIETET ZWEI VARIANTEN Mit dem Bandit und dem Trigger bietet F-ONE seine beiden erfolgreichsten Kites sowohl in einer TECVersion als auch als Brainchild Edition an. Beide Bauweisen basieren auf derselben Grund-DNA, unterscheiden sich jedoch in den verwendeten Materialien und einem leicht abgewandelten Shape. Die TEC-Modelle setzen auf einen konventionellen Materialmix und werden in Fernost gefertigt. Die Brainchild-Modelle wurden von Ralf Grösel entwickelt und werden in der Brainchild-Manufaktur produziert. Dank modernster Materialien, innovativer Fertigungstechnologien sowie einer leicht überarbeiteten Konstruktion sind sie spürbar leichter und verfügen über eine steifere Kappe.

Dadurch reagieren sie direkter und bieten eine höhere Performance als ihre TEC-Pendants. Das geringere Gewicht verbessert insbesondere das Low-End, die Drift-Eigenschaften und die Agilität. Auch die Charakteristik unterscheidet sich leicht: Während die TEC-Versionen bewusst etwas komfortabler und fehlerverzeihender abgestimmt sind, richten sich die Brainchild-Versionen an Rider, die maximale Performance suchen. Die TEC-Modelle sind robuster, gutmütiger und verzeihen mehr Fahrfehler, die Brainchild-Versionen stellen die sportlichere Alternative dar. web: www.f-one.world/kite F-ONE Brainchild Factory Tour


Brainchild Production

Digitaldruck gibt es bereits seit Jahrzehnten. Vor Brainchild ist es jedoch niemandem gelungen, diese Technologie im industriellen Maßstab auf ultradünnen Hightech-Materialien einzusetzen.

Handling ins Tuch zu schneidern, sodass eine hohe Leistung auch einfach abzurufen ist. Das kommt dann nicht nur den Teamridern im Contest zugute, sondern bringt auch – mit dem gleichen Schirm – ein persönliches Performance-Plus für Freizeitkiter. Dein Evo D/LAB zum Beispiel war ursprünglich nicht als Wettbewerbskite, sondern als Performance-Freeridekite konzipiert. Aufgrund seiner hohen Leistung – gepaart mit einem einfachen Handling – wurde er extrem erfolgreich dann auch im Wettbewerb (Big Air) eingesetzt. Wie wichtig ist – neben einem leistungsstarken Shape – auch ein einfaches Handling?

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Mit welchen Herausforderungen hattet ihr beim Digitaldruck zu kämpfen – und wie siehst du die – technische – Weiterentwicklung auf diesem Gebiet?

LEIDENSCHAFT

Ein weiterer großer Vorteil liegt in der Materiallogistik. Anstatt zahlreiche Farbvarianten eines Materials bevorraten zu müssen, reicht es aus, ausschließlich weißes Tuch einzukaufen und erst während des Produktionsprozess zu bedrucken. Das vereinfacht Einkauf und Lagerhaltung erheblich und verhindert, dass Farben über Jahre ungenutzt im Lager liegen. Hinzu kommt, dass Designelemente und Logos nicht mehr separat aufgenäht oder eingenäht werden müssen. Das reduziert den Fertigungsaufwand, spart Gewicht und sorgt gleichzeitig für eine gleichmäßigere Spannung der Segelbahnen. Zugfalten werden auf ein Minimum reduziert und die Qualität des fertigen Produkts weiter verbessert.

Power is a matter of control. Grundsätzlich geht es mir immer darum, möglichst intuitive Produkte zu entwickeln, bei denen sich die vorhandene Leistung einfach und selbstverständlich abrufen lässt. Leistung ist ohnehin ein sehr relativer Begriff. Wenn ich nicht spüre, wie der Kite auf eine Böe reagiert oder was er von mir verlangt, um sein Potenzial optimal zu nutzen, bringt ein theoretisch höheres Leistungsniveau wenig. Entscheidend ist, dass Rider und Kite perfekt miteinander harmonieren. Nur wenn dieses Zusammenspiel funktioniert, kann der Fahrer das gesamte Potenzial des Kites tatsächlich ausschöpfen.

In der Kombination aller Komponenten, die uns bei Brainchild zur Verfügung stehen – insbesondere der Proweld-Technologie, bei der die Segmente der Fronttube nicht vernäht, sondern verschweißt werden – sind wir in der Lage, einen Kite zu bauen, der das mit Abstand beste Preis-LeistungsVerhältnis am Markt bietet Was ist der Grund dafür? Der Grund ist einfach: Es ist äußerst anspruchsvoll, sämtliche Prozessparameter so aufeinander abzustimmen, dass auf diesen empfindlichen Materialien dauerhaft eine gleichbleibend hohe Druckqualität erreicht wird. Deshalb entwickeln wir den Digitaldruck kontinuierlich weiter. Das beginnt bei der Optimierung der Druckdaten, um Auflösung und Brillanz stetig zu verbessern, und reicht bis zur Weiterentwicklung von Farben, Pigmenten und Tinten, um neue Farbwelten und noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Ich sehe in diesem Bereich nach wie vor enormes Potenzial. Der Digitaldruck wird künftig noch brillanter, lebendiger und vielseitiger werden. Das Ziel vieler Kitedesigner ist ein Leistungsplus. Wenn ich dich richtig verstanden habe, hast du einen anderen Ansatz. Du möchtest primär nicht nur die Leistung erhöhen, dein Augenmerk liegt stärker darauf, deinen Kites ein einfacheres

Mitte Juni hast du eure neue Produktionshalle eingeweiht, ein Neubau mit 3.500 qm Produktionsfläche. Mehr als 85 neue Mitarbeitende wurden zusätzlich eingestellt. Zur offiziellen Eröffnungsfeier erschien sogar der Ministerpräsident von Nordmazedonien Hristijan Mickoski. Was bedeutet die Eröffnung der neuen Brainchild Produktionsstätte für dich? Für mich bedeutet die Eröffnung vor allem, dass wir unsere wichtigsten Ziele und Meilensteine erreicht haben. Die Grundidee von Brainchild war von Anfang an, ein Innovationslabor mit einer Manufaktur für die Serienproduktion zu verbinden. Genau dieses Konzept haben wir jetzt erfolgreich umgesetzt – und das ist für mich ein enorm wichtiger Meilenstein. Gleichzeitig bin ich sehr stolz auf unser gesamtes Team, insbesondere auf das Management, das dieses Projekt in so kurzer Zeit möglich gemacht hat. Die Eröffnung war für uns alle ein besonderer Moment – ein Tag, den wir mit großer Freude und auch mit berechtigtem Stolz erlebt haben.

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Alle bei Brainchild produzierten Kites werden vor der Auslieferung mit Luft gefüllt und mindestens 24 Stunden aufgepumpt stehen gelassen. Ausgeliefert werden nur Kites, die keine Luft verlieren

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Q UALITÄTSKON T ROLLE

Viel Spaß Den Spaß, den ihr auf dem Wasser haben sollt, haben die

Ein perfekt eingespieltes Team Aaron Hadlow, die

Mitarbeitenden bei Brainchild augenscheinlich auch bei der Produktion

Lichtgestalt des Kitesurfens, und Ralf Grösel, der erfolgreichste

eurer Sportgeräte

Kitedesigner und Gründer von Brainchild Production

Signature Ralf Grösel „Aus dem Zusammenspiel von Design,

Fertigungstiefe Jedes Produkt ist die Summe seiner

Material und Produktionstechnologie eröffnen sich völlig neue

Einzelteile. In Bitola werden auch die Bridles für die

Möglichkeiten.“

Kites gefertigt

Foto: Craig Kolesky


Glaubst du, dass wir in zehn Jahren deutlich mehr Kite- und Wing-Produktionen in Europa sehen werden oder bleibt Asien weiterhin das Zentrum der Branche? Nein, das glaube ich nicht. Der Ansatz, den wir mit Brainchild verfolgen, ist sehr außergewöhnlich. Die enge Verzahnung von Innovationslabor und Serienproduktion ist meines Wissens im Kite- und Wingbereich weltweit einzigartig. Dieses Konzept basiert auf einer ganzheitlichen Betrachtung von Entwicklung und Produktion. Die meisten Hersteller und Produzenten sitzen heute in Asien – und ich gehe davon aus, dass sich daran auch in Zukunft grundsätzlich wenig ändern wird. Begonnen hast du 2022 mit dem „Labor“, einer 1.700 qm großen Produktionsstätte. Die neue Produktionsstätte wird von einem professionellen Management-Team geleitet, mit einem

Production

Die größte Herausforderung war der Wissenstransfer. Keiner unserer Mitarbeitenden hatte zuvor Berührungspunkte mit der Produktion von Kites oder Wings. Deshalb mussten wir sämtliche Fertigungsprozesse von Grund auf vermitteln – von den Arbeitsabläufen über den Umgang mit den Maschinen bis hin zu jeder einzelnen Naht. Kurz gesagt: Wir mussten das komplette Know-how für die Herstellung dieser Produkte aufbauen und weitergeben. Das hat viel Zeit und Energie gekostet. Umso beeindruckender war es zu sehen, wie schnell die Lernkurve verlief und wie rasch unsere Mitarbeitenden ein tiefes Verständnis für das Produkt und die dahinterstehenden Prozesse entwickelt haben.

Das Labor ist die Brutstätte für neue Ideen. Deshalb ist es für mich enorm wichtig, jetzt wieder vollen Zugriff darauf zu haben. Dort entstehen die Grundlagen, um aus einer Idee ein marktreifes Produkt zu entwickeln. Aktuell arbeiten wir intensiv an neuen Materialien und den dazugehörigen Fertigungstechnologien – denn beides gehört untrennbar zusammen. Erst aus dem Zusammenspiel von Design, Material und Produktionstechnologie entstehen neue Produkte und eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten.

Brainchild

Welche Herausforderungen musstet ihr beim Aufbau einer Hightech-Produktion in einer Region bewältigen, die bisher nicht als Zentrum der Wassersportindustrie bekannt war?

kleinen Team bleibst du in deinem „Labor“. Was bedeutet es für dich, „dein Labor“ wieder ganz für die Produktion von Prototypen zur Verfügung zu haben – und an welchen Innovationen arbeitest du außerdem?

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Bitola ist eine sehr dynamische Stadt mit einer langen Tradition in der Textilindustrie und gleichzeitig einer starken Anbindung an die Automobilindustrie. Dadurch bietet der Standort hervorragende Voraussetzungen, um hochqualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Genau das war für uns der entscheidende Faktor bei der Standortwahl.

LEIDENSCHAFT

Warum fiel die Wahl für Brainchild ausgerechnet auf Bitola in Nordmazedonien und nicht auf einen etablierten Industriestandort in Europa?

Die beiden Produktionsstätten stellen ein Investitionsvolumen von mehreren Millionen Euro dar. Zu einem nicht unerheblichen Teil auch dein eigenes Geld. Während des Aufbaus von Brainchild Production – gab da es einen Moment, in dem dir Zweifel kamen, ob dein Weg, den du eingeschlagen hast, auch der richtige ist? Natürlich habe ich mehr als einmal daran gezweifelt, ob ein Projekt dieser Größenordnung überhaupt realisierbar ist – und ob ich diesen Weg wirklich gehen möchte. Was wir bei Brainchild in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, war eine echte Mammutaufgabe mit vielen Höhen und Tiefen. Ob sich dieser Einsatz am Ende so auszahlt, wie ich es mir wünsche, wird nur die Zeit zeigen. Wir bewegen uns in einem anspruchsvollen und sich stark wandelnden Markt. Entscheidend wird sein, ob es uns gelingt, neben unseren Kernmärkten Kite und Wing auch erfolgreich Synergien in anderen Branchen aufzubauen. Wenn du die aktuellen Kitekonstruktionen mit denen in zehn Jahren vergleichst: Wo stehen wir technologisch aktuell und was wird uns erwarten? Wir befinden uns derzeit an einem technologischen Wendepunkt – zwischen klassischen polyesterbasierten Materialien und modernen Laminaten. Wenn Materialentwicklung und Produktionstechnologie künftig noch enger zusammenspielen, werden wir in zehn Jahren über einen völlig neuen Baukasten an Werkstoffen verfügen.

Nachhaltigkeit entsteht nicht durch Schlagworte, sondern ist immer das Ergebnis vieler einzelner Entscheidungen und Maßnahmen. Bei Brainchild setzen wir konsequent alles um, was technologisch sinnvoll und machbar ist

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aus einem speziell beschichteten Dacron und wird in der Proweld-Technologie verschweißt. Das Flugtuch besteht aus ultraleichtem, reißfestem, dehnungsarmem und digital bedrucktem Twincross Flylite Canopy. Die Querstruts werden aus einem Laminat gefertigt.

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HARLEM Thrive V2 Der neue HARLEM Thrive V2 ist der erste Kite, der komplett in der neuen Produktionsstätte in Bitola gefertigt wird. Er setzt nochmals höhere Qualitätsstandards als sein Vorgänger. Gefertigt wird der Thrive II aus drei Materialien: Die Fronttube besteht

Wenn man die Summe aller Komponenten so zusammenführt, wie wir das bei Brainchild tun – insbesondere in Kombination mit der ProweldTechnologie, bei der die Tuchbahnen verschweißt statt vernäht werden –, sind wir in der Lage, einen Kite zu bauen, der aus unserer Sicht das mit Abstand beste Preis-Leistungs-Verhältnis am Markt bietet Ralf Grösel über den neuen HARLEM Thrive V2


LEIDENSCHAFT | Brainchild

Das wird die Flugeigenschaften unserer Produkte nachhaltig verändern und Konstruktionen ermöglichen, die heute noch nicht denkbar sind. Genau darin liegt – aus meiner Sicht – das größte Entwicklungspotenzial. Nachhaltigkeit ist mittlerweile ein großes Thema im Wassersport. Was bedeutet eine nachhaltige Produktion für dich persönlich – jenseits von Marketing und Schlagworten? Nachhaltigkeit entsteht nicht durch Schlagworte, sondern ist immer das Ergebnis vieler einzelner Entscheidungen und Maßnahmen. Bei Brainchild setzen wir konsequent alles um, was technologisch sinnvoll und machbar ist. Unser Anspruch ist es, Nachhaltigkeit ganzheitlich neu zu denken – von neuen Lieferketten über die kritische Auswahl der eingesetzten Materialien bis hin zur Frage, ob die gesamte Wertschöpfungskette eines Produkts wirklich sinnvoll gestaltet ist. Dieser Ansatz ist deutlich komplexer und geht weit über eine reine CO2Kompensation hinaus. Welche Trends werden die Entwicklung von Kites, Wings und Foils in den kommenden fünf Jahren am stärksten beeinflussen? Das hängt maßgeblich davon ab, wie sich die einzelnen Sportarten weiterentwickeln. Im Kiteboarden dominiert derzeit ganz klar Big Air. Beim Wingfoilen ist das Bild noch offener, wobei Freeride aktuell den größten Markt ausmacht. Je nachdem, wohin sich diese Disziplinen entwickeln, werden sich auch die nächsten Trends ergeben. Wir haben in der Vergangenheit bereits verschiedene Entwicklungsphasen erlebt – vom Wakestyle über Wave bis hin zum heutigen Big-Air-Fokus. Gleichzeitig werden neue Materialien und die daraus entstehenden Möglichkeiten einen entscheidenden Einfluss darauf haben, welche Entwicklungen und Trends sich künftig durchsetzen.

Production

Ich wollte nie nur einzelne Details eines Produkts beeinflussen, sondern den gesamten Entwicklungsprozess gestalten. Brainchild ist die Chance, Innovationen konsequent umzusetzen und die Branche nachhaltig mitzugestalten

Nach deinen Erfolgen als Designer hättest du auch einen deutlich bequemeren Weg für deinen weiteren Werdegang wählen können. Was hat dich bewogen, deine Karriere zusätzlich auch als Produzent und Unternehmer weiterzuführen? Ich wollte nie nur einzelne Details eines Produkts beeinflussen, sondern den gesamten Entwicklungsprozess gestalten. Brainchild vereint alles, was ich in den vergangenen Jahrzehnten gelernt habe. Es ist die Chance, Innovationen konsequent umzusetzen und die Branche nachhaltig mitzugestalten. Mein beruflicher Weg war nie einfach. Ich bin mit vergleichsweise geringen Möglichkeiten gestartet, hatte aber immer große Ambitionen und musste mir alles selbst erarbeiten. Unternehmertum bedeutet für mich vor allem, eigenständig Entscheidungen treffen und Ideen vollständig umsetzen zu können – statt nur einzelne Komponenten eines Projekts zu beeinflussen. Unternehmer zu sein ist anspruchsvoll. Aber genau diese Verantwortung hat mich immer gereizt. Du hast alle wichtigen Entwicklungen im Kitesport miterlebt. Auf welche Innovation deiner Laufbahn bist du rückblickend besonders stolz – und welches Ziel ist dein größtes für die Zukunft? Ich bin stolz darauf, schon vor Brainchild Produktionsstandorte aufgebaut und die Entwicklung moderner Materialien entscheidend mitgeprägt zu haben. Ein besonderer Meilenstein war für mich die Entwicklung der SLS-Baureihe und des Materials PentaTX bei DUOTONE. Diese Innovationen haben den Markt nachhaltig beeinflusst und gezeigt, wie entscheidend das Zusammenspiel von Materialeigenschaften und Flugeigenschaften für die Performance eines Produkts ist. Ebenso wichtig war für mich die Entwicklung unterschiedlichster Produkte – vom Segel- und Zeltbau bis hin zum Kitesport. Mein wichtigstes Ziel bleibt es, Innovationen mit echtem Mehrwert zu schaffen. Gute Ideen allein reichen nicht – am Ende entscheidet immer der Kunde. Wenn unsere Produkte das Kiten und Wingfoilen besser machen, haben wir unser Ziel erreicht.

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Kite Evo D/LAB 2027

Foto Toby Bromwich


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Neuheiten 2027 DUOTONE Kiteboarding

Neuheiten

Saisonauftakt 2027

2027

DUOTONE bietet die umfangreichste Kite-Range des Marktes und deckt mit sieben Kitelinien (Rebel, Dice, Neo, Evo, Juice, Mono und Vegas) und drei unterschiedlichen Konstruktionsvarianten nahezu sämtliche Disziplinen ab. Traditionell beginnt der Weltmarktführer bereits Ende August mit der Einführung der Produkte für die kommende Saison. Den Auftakt für 2027 macht der auf Freestyle-Competition-Kite Vegas (Seite 66). Orientiert sich DUOTONE beim Launch-Fahrplan am Vorjahr, dürften noch im August der neue Rebel SLS und Dice SLS folgen. Für Anfang September ist der neue Evo D/LAB angekündigt. Eine Schlüsselrolle innerhalb der Range nimmt der Evo ein. Der Bestseller ist DUOTONEs vielseitigster Allround-Kite und deckt ein außergewöhnlich breites Einsatzspektrum von Freeride und Big Air bis zum Einsatz in der Welle ab. DUOTONE bietet den Evo in vier unterschiedlichen Konstruktionsvarianten an: Evo original (klassische Dacron-Bauweise), Evo SLS (Penta TX-Frame), Evo Concept Blue (ressourcen-

schonender produziert) sowie als technologisches Topmodell Evo D/LAB. Gerade beim D/LAB zeigt sich, wie stark inzwischen die Materialentwicklung die Performance moderner Kites bestimmt. Wie zuvor bereits beim Rebel D/LAB und Neo D/LAB verabschiedet sich DUOTONE auch beim Evo D/LAB vom bisherigen Aluula gold und setzt stattdessen auf Aluula D/TX. Aluula D/TX ist nochmals leichter als Aluula gold, optisch ist D/TX an seiner grauen Farbe erkennbar. Mit seinem türkisfarbenen Canopy-Material (Trinity-TX) rückt der 2027er Evo D/LAB zudem auch optisch näher an die beiden weiteren DUOTONE Premium-Kites Rebel D/LAB und Neo D/LAB. Den 2027er Evo SLS bringt DUOTONE vor dem eigentlichen Markteintritt in einer PORSCHE x DUOTONE Sonderedition – optisch abgestimmt dazu ein Jaime SLS PORSCHE Edition sowie die Click Bar und Lazepump, Big Air Handle und Twintip-Finne im PorscheDesign (ab Seite 64).

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Evo SLS PORSCHE Edition Verfügbar in den Größen 7.0, 9.0 und 12.0


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PORSCHE x DUOTONE Limitierte Sonderedition

Jaime SLS PORSCHE Edition

DUOTONE

Optisch greift die Sonderedition zentrale Design-Elemente des Cayenne Turbo Electric auf. Klare Linien, markante Farbverläufe und eine konsequent auf Performance ausgerichtete Ästhetik sollen den Charakter des Elektro-SUVs auf Kite, Board und Zubehör übertragen. Das Ergebnis ist ein durch-

x

Herzstück der Kollektion ist eine exklusive Vorab-Edition des 2027er Evo SLS – in 7.0, 9.0 und 12.0. Passend dazu das Jaime SLS PORSCHE Edition in 136 cm, ausgestattet mit einem speziellen Big Air Handle und Finnen im Porsche Design. Komplettiert wird das Set durch eine Click Bar und eine Lazepump, ebenfalls im Porsche-Design.

Porsche

Zwei Marken, eine gemeinsame Leidenschaft: Performance. Porsche und DUOTONE setzen ihre langjährige Partnerschaft mit einer weiteren streng limitierten Sonderedition fort. Die PORSCHE x DUOTONE „Turbo Edition“ greift die Designsprache des Cayenne Turbo Electric auf und überträgt sie über ein Kiteboarding-Set auf den Kitesport.

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PERFORMANCE im außergewöhnlichen Design gängiges Designkonzept, das die Welten beider Marken miteinander verbinden soll. Beide Marken stehen für technische Präzision, Innovation und den Anspruch, bestehende Grenzen immer wieder neu zu definieren. Genau dieser Gedanke steckt in der Turbo Edition – entwickelt für Kiter, die Performance ebenso schätzen wie außergewöhnliches Design. Wie auch bei den PORSCHE x DUOTONE Sondereditionen zuvor ist die Stückzahl streng limitiert. Über alle Komponenten hinweg gehen maximal 1.156 Exemplare in den Handel. Damit dürfte die Sonderedition nicht nur für ambitionierte Rider, sondern auch für Sammler interessant sein. Angeboten werden der Evo SLS im Porsche TurboDesign als Kite only sowie Kite-Pakete mit Click Bar und Lazepump. Das Jaime SLS ist komplett mit Finnen, NTT-Bindung und Porsche Big Air Handle verfügbar.

Click Bar PORSCHE Edition

Big Air Handle PORSCHE Edition

Lazepump PORSCHE Edition

Finne PORSCHE Edition KITEBOARDING

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Neuheiten 2027 DUOTONE Kiteboarding DUOTONE Vegas Einsatzbereich Freestyle / Wakestyle Konstruktion C Kite | 5 Struts Kitedesigner DUOTONE Designer-Team

Neue Optik Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist der DUOTONE Vegas auf dem Markt – und damit eines der ältesten und entsprechend ausgereiftesten Kitemodelle. Trends kamen und gingen, Disziplinen veränderten sich – seit Jahren aber bleibt der Vegas seiner DNA als kompromissloser C-Kite treu.

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Als reiner C-Kite und Wettbewerbs-Kite richtet sich der Vegas ausnahmslos an ambitionierte Freestyler und Freestyle-Contest-Rider. Auch 2027 soll die Freestyle-/Wakestyle-Maschine nicht möglichst viele Kiter ansprechen, sondern ganz gezielt nur ambitionierte Freestyle-Rider und Contest-Fahrer. In seiner Konzeption als Competition C-Kite richtet sich der Vegas an die kleine Gruppe an Freestyle-Rider, die explosiven Pop, maximalen Slack und vor allem eines verlangen: ein absolut berechenbares Timing. Besonders das berechenbare Timing ist es, warum DUOTONE beim Vegas mit konstruktiven Veränderungen ausgesprochen vorsichtig umgeht. Technische Unhooked-Tricks werden von den Ridern über Monate trainiert und perfektioniert – Pop, Leinenspannung und die Reaktion der Kappe müssen absolut berechenbar sein. Verändert sich die Reaktion des Kites, muss auch der Fahrer sein Bewegungsmuster anpassen. Je stärker die Veränderungen an den Flugeigenschaften des Kites, desto stärker der Trainingsrückstand der Teamrider beim Wechsel auf das neue Modell. Deshalb wurde der Vegas in den vergangenen Jahren nur optisch, nicht aber konstruktiv verändert.

Eine Schlüsselrolle beim Vegas spielt das „Responsive Power Release Delay“. Beim Absprung liefert die Kappe zunächst einen explosiven Pop, anschließend wird die Leinenspannung gezielt reduziert, um dann mit möglichst geringer Leinenspannung technisch anspruchsvolle Freestyle-Tricks wie Rotationen und Handlepasses zu ermöglichen. Weitere wichtige Faktoren für einen reinen Freestyle-Kite sind ein direktes Barfeedback und die stabile Position im Windfenster – Eigenschaften, die der Vegas als Spezialwerkzeug für den aktuellen Competition-Freestyle par excellence liefert. DUOTONE hat einen der traditionsreichsten C-Kites konstruktiv nicht neu erfunden, sondern ausnahmslos die Optik verändert. Der Vegas bleibt damit genau das, was er immer sein wollte: kein Allrounder, sondern ein hochspezialisiertes Werkzeug für Freestyle-/Contest-Rider, bei denen während des Tricks jedes Zehntel Timing zählt. Genau das dürfte seine Zielgruppe erfreuen.

Größen und Preise

Rider Gianmaria Coccoluto

Foto Toby Bromwich

7.0

8.0

9.0

10.0

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2.219


NEXT LEVEL TO THE TAKE YOUR RIDING STRONG

JAIME SLS Check out the whole Freeride Range 2027

LIGHT

Select SLS

Jaime Concept Blue

Select Soleil Concept SLS Blue

Soleil Concept Blue

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JAIME SLS

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SUPERIOR

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KITEBOARDING

duotonesports.com

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KITEBOARDING

Text Dirk Seifert Fotos Aris Giannoukos

NUMMER

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NEUHEITEN 2027 | HARLEM Thrive V2

K O NSEQU ENTE M O DELLP FLEGE Kaum ein anderer Kite hat den Markt in den vergangenen Jahren so schnell erobert wie der HARLEM Thrive. Entwickelt von Star-Designer Ralf Grösel und gefertigt bei Brainchild Production in Europa, überzeugt der 3-Strut-Kite durch ein außergewöhnlich geringes Gewicht – kombiniert mit einer einfachen Kontrolle und einer Performance, die bislang deutlich teureren HighEnd-Modellen vorbehalten war. Kein Wunder also, dass sich der Thrive innerhalb kürzester Zeit zum meistverkauften Kite der noch jungen Marke HARLEM Kitesurfing ent-

wickelte, die weiterhin zu den am schnellsten wachsenden Marken der Branche zählt. Mit dem Thrive V2 präsentiert HARLEM nun die nächste Evolutionsstufe seines Erfolgsmodells. Entsprechend hoch sind die Erwartungen. Schließlich gilt bereits der Vorgänger für viele Rider als einer der ausgewogensten und herausragendsten Allround-Kites überhaupt. Die gute Nachricht vorweg: HARLEM hat den Charakter seines Bestsellers Thrive nicht verändert – sondern an den richtigen Stellen nachgeschärft.


STUFF

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Neuheiten

2027

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KITEBOARDING


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KITEBOARDING

Spürbar sportlicher

Intensive Detailarbeit

Umsteiger vom ersten Thrive auf den neuen Thrive V2 merken den Unterschied bereits nach wenigen Schlägen. Der Thrive V2 fliegt schneller, steht etwas weiter am Windfensterrand, wirkt insgesamt agiler – und hat spürbar mehr Leistung. Der neue Thrive V2 entwickelt mehr Vortrieb, verbessert sind auch seine Upwind-Eigenschaften. Besonders beim Angleiten und Beschleunigen fühlt sich der neue Thrive lebendiger an, ohne dabei seine ausgewogene Charakteristik zu verlieren. Noch deutlicher zeigt sich der Performance-Zuwachs beim Springen. Der Lift baut sich direkter auf und verläuft spürbar vertikaler, der neue Thrive liftet merklich aggressiver. Das Resultat sind höhere Sprünge und ein dynamischeres Fluggefühl. Während der erste Thrive schon mit einer guten Sprungperformance überzeugte, legt der Thrive V2 hier noch einmal eine Schippe drauf.

HARLEM spricht von einer Evolution – und genau das trifft den Charakter des Thrive V2. Statt den Bestseller mit spektakulären Neuerungen komplett neu zu erfinden, haben Ralf Grösel und Aaron Hadlow zahlreiche Details gezielt weiterentwickelt. Die Fronttube ist dünner, die Waage besitzt einen zusätzlichen Befestigungspunkt an der Fronttube, die untere Querstrut ist weiter an das Tip-Ende gewandert. Aufgewertet ist zudem der Materialmix. Robuster gestaltet sind die Trailing Edge (Abrisskante) und die Bladder-Konstruktion. Ein neues Fertigungsverfahren sowie eine etwas größere Wandstärke sollen Zuverlässigkeit und Lebensdauer erhöhen. Darüber hinaus hat HARLEM zahlreiche Details in der Verarbeitung optimiert. Das Ergebnis sind spürbare Verbesserungen in Performance, Handling und Haltbarkeit – ohne den ausgewogenen Charakter des Vorgängers zu verändern. In seiner Summe macht diese konsequente Detailarbeit den Thrive V2 zu einem ausgereifteren Kite.

Noch deutlicher fällt der Unterschied beim Absprung auf. Der Lift baut sich direkter auf und verläuft wesentlich vertikaler – das Resultat ist eine deutlich höhere Sprungperformance. Während der erste Thrive seine Stärke vor allem durch gut kontrollierbare Sprünge ausspielte, vermittelt der Thrive V2 deutlich mehr Reserven nach oben und liftet dynamischer. Gleichzeitig bleibt die Hangtime angenehm berechenbar. Grösel will besonders auch den „Second Lift“, also den Auftrieb während der zeiten Flugphase, erhöht haben. Auch das Handling profitiert von der Überarbeitung. Der Thrive V2 reagiert direkter auf Steuerimpulse, ohne nervös zu wirken. Gerade in böigem Wind vermittelt der Thrive V2 viel Vertrauen und bleibt angenehm kontrollierbar.

Der neue Thrive V2 im Vergleich zu seinen Stallbrüdern Peak und Flow

Drei Kites – drei klar definierte Einsatzbereiche Mit Thrive V2, Peak und Flow verfolgt HARLEM eine klare Produktstrategie. Der Thrive – auch in der neuen Version – ist und bleibt das Herzstück der Range, er ist er der vielseitigste Kite im LineUp. Als (Performance-)Allrounder richtet er sich an Rider, die möglichst viele Disziplinen mit einem Kite abdecken möchten. Freeride, Big Air, Foil und Wave-Sessions gehören gleichermaßen zu seinem Repertoire. Der Peak hingegen verfolgt einen kompromissloseren Ansatz. Der FünfStrut-Kite richtet sich klar an Big-Air-Enthusiasten. Mehr Zug, eine längere Hangtime und aggressivere Kiteloops eröffnen ein höheres Leistungspotenzial, verlangen dem Rider jedoch auch mehr Fahrkönnen und einen aktiveren Fahrstil ab. Der Flow wurde konsequent für Wave und Strapless entwickelt. Seine hohe Fluggeschwindigkeit, der enge Drehradius und sein ausgeprägter Drift machen ihn zum Spezialisten für die Welle. Nebenbei – der Flow ist der erste reinrassige Wavekite aus der Feder von Ralf Grösel. Im Leichtwindbereich ergänzt der Thrive LiteX die Range. Der speziell für marginale Bedingungen entwickelte Dreistrut-Kite besteht aus einem nochmals leichteren Materialaufbau und wird ausschließlich in den Größen 15 und 17 Quadratmetern angeboten. Diese klare Differenzierung erleichtert die Kaufentscheidung – denn jeder Kite erfüllt eine klar definierte Aufgabe.

Brainchild Production Ein wesentlicher Grund für den Erfolg der HARLEM-Kites liegt allerdings nicht nur im Kitedesign, sondern auch in der Fertigung. Wie alle HARLEM Kites wird auch der Thrive V2 bei Brainchild Production in Nordmazedonien produziert. Die vergleichsweise junge Manufaktur gilt als eine der innovativsten Produktionsstätten der Kitebranche. Geschweißte Leading Edges aus Dacron, laminierte Mylar-Struts, besonders leichte Materialien sowie der inzwischen markentypische Digitaldruck unterscheiden Brainchild-Kites deutlich von Kites aus klassischen Produktionsstätten in Fernost. Der Thrive V2 ist der erste Kite, der komplett in der neuen Fertigungshalle, die erst in Juni 2026 in Betrieb genommen wurde, produziert wird. Damit markiert der Thrive V2 zugleich auch den Beginn einer neuen Produktionsgeneration.


STUFF

HARLEM hat den Charakter seines Bestsellers Thrive nicht verändert – sondern an den richtigen Stellen nachgeschärft

| Neuheiten 2027

Ein wesentlicher Grund für den Erfolg der HARLEM-Kites liegt nicht ausschließlich im Design, sondern auch in der Fertigung bei Brainchild Production KITEBOARDING

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KITEBOARDING

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Statt spektakuläre Innovationen zu integrieren, hat das Designer-Duo Grösel und Hadlow zahlreiche Details überarbeitet und neben an einer PerformanceSteigerung auch an der Haltbarkeit gearbeitet Die Handschrift von Ralf Grösel

Produktzyklen

Kaum ein Designer hat die Entwicklung moderner Tube-Kites in den vergangenen Jahren so geprägt wie Ralf Grösel. Seine Entwicklungen stehen eine klare Philosophie: Nicht einzelne spektakuläre Innovationen sollen den Unterschied machen, sondern das perfekte Zusammenspiel aller Komponenten. Materialmix, Profil, Waage, Gewichtsverteilung und Aerodynamik werden als Einheit entwickelt. Genau diese Herangehensweise prägt auch den Thrive V2. Das Ergebnis ist kein nervöser Performance-Kite, sondern ein äußerst ausgewogenes Gesamtpaket, das Leistung und Kontrolle ausgewogen miteinander verbindet.

Auch bei den Produktzyklen verfolgt HARLEM einen klaren Kurs. Neue Kites werden grundsätzlich gemeinsam mit dem jeweils optimal passenden Board vorgestellt. Den LiteX zusammen mit dem Rise, den Flow mit dem Surge (war zumindest so geplant), den Hadlow Pro mit dem Ascent – und den Thrive V2 jetzt zusammen mit dem Launch V2. Der Produktzyklus aller HARLEM-Produkte ist auf zwei Jahre ausgelegt.

Der Thrive V2 zeigt eindrucksvoll, dass nicht jede Modellpflege eine komplette Neuentwicklung sein muss. Grösel hat die Stärken des Vorgängers konsequent ausgebaut. Der Kite springt höher, fliegt schneller und vermittelt noch mehr Kontrolle, ohne dabei seine enorme Vielseitigkeit einzubüßen. Genau das macht ihn derzeit zu einem der interessantesten Drei-Strut-Allrounder am Markt. Wer einen Kite sucht, der vom entspannten Freeriden über ambitionierte Big-Air-Sessions bis hin zum Foilen und Wave nahezu alle Disziplinen beherrscht, dürfte mit den neuen Thrive V2 äußerst zufrieden sein.

Die passenden Boards Passend zu seinem vielseitigen Charakter harmoniert der Thrive V2 mit der gesamten Boardpalette von HARLEM – und natürlich auch mit einem Foiloard. Den breitesten Einsatzbereich in Kombination mit dem neuen Thrive V2 bietet das Launch, ein klassisches Allround-Twintip. Zeitgleich mit dem Thrive V2 präsentiert HARLEM auch das neue Launch V2. Wavekiter wählen das „Surge“ (Markteinführung in Kürze), Big Air Kiter und ambitionierte Freerider das „Ascent“ und Freestyler (sofern es Freestyle mit dem Thrive V2 sein soll, denn dafür ist der Hadlow Pro deutlich besser geeignet) das „Descent“. Und bei Leichtwind schiebt das „Rise“ die Gleitgrenze nach unten – oder ein Foilboard.

Größen und Preise

Thrive V2 Thrive Lite X

5.0

6.0

7.0

8.0

9.0

10.0

11.0

12.0

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1.764

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1.944

2.024

2.104

2.184

2.264

2.344

2.424

15.0

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2.794

2.994


STUFF | Neuheiten 2027

HARLEM Launch V2

Mehr Grip, Komfort und Geschwindigkeit Mit dem neuen Launch (Launch V2) präsentiert HARLEM Kitesurfing die konsequente Weiterentwicklung seines beliebten Freeride-Twintips. Bereits die erste Generation überzeugte mit unkomplizierten Fahreigenschaften und einem breiten Einsatzbereich, die neue Generation knüpft genau dort an und legt in entscheidenden Bereichen noch einmal deutlich nach. Das Launch V2 richtet sich an Kitesurfer, die ein unkompliziertes, vielseitiges Board für nahezu alle Bedingungen suchen. Ob entspanntes Cruisen, erste Sprünge oder sportliches Freeriden – das neue Launch vermittelt Sicherheit und Kontrolle. Der ausgewogene Charakter des Vorgängers bleibt vollständig erhalten, wird jedoch durch mehr Grip, höhere Laufruhe und eine spürbar sportlichere Abstimmung ergänzt.

Mehr Grip und ein präziseres Fahrgefühl Die wichtigsten Neuerungen des Launch V2 stecken im Detail. HARLEM hat sowohl die Outline als auch die Rockerlinie überarbeitet und das Zusammenspiel beider Elemente neu abgestimmt. Das Board baut mehr Druck auf der Kante auf, läuft effizienter Höhe und vermittelt ein deutlich präziseres Fahrgefühl. Trotz der gesteigerten Performance bleibt das Launch V2 angenehm fehlerverzeihend.

Das Launch V2 wird nachhaltig in Europa gefertigt. Neu ist der integrierte Boomtag NFC-Chip, über den sich das Board eindeutig identifizieren und zurückverfolgen lässt.

Mehr Stabilität bei höherem Tempo

Nachhaltig produziert

Auch das Flexverhalten wurde neu definiert. Härter abgestimmt ist die Mitte des Boards (zwischen den Inserts), die Tips sind weicher und haben mehr Flex erhalten. Das schafft einen höheren Komfort – besonders im Chop – die stärker flexenden Tips erzeugen einen höheren Pop, harte Landungen werden besser abgefedert. Das neue Launch bietet eine höhere Geschwindigkeit als der Vorgänger, beschleunigt schneller, ist – auch bei hoher Geschwindigkeit – leichter zu kontrollieren und bietet zudem auch einen höheren Komfort.

Das Launch V2 wird weiterhin in Europa gefertigt und in vollständig plastikfreier Verpackung ausgeliefert. Neu ist der integrierte Boomtag NFC-Chip, über den sich das Board eindeutig identifizieren und zurückverfolgen lässt.

Konstruktion Wie bereits der Vorgänger setzt auch das Launch V2 auf einen leichten Holzkern und eine robuste Glasfaserkonstruktion. Die bewährte Single-Konkave im Unterwasserschiff sorgt weiterhin für eine ausgewogene Mischung aus frühem Angleiten, Kontrolle und spielerischem Handling. Insgesamt wirkt das neue Launch V2 harmonischer abgestimmt und vermittelt ein souveräneres Fahrgefühl.

Mit dem Launch V2 ist HARLEM eine gelungene Weiterentwicklung seines Freeride-Twintips gelungen. Das Launch V2 wirkt deutlich erwachsener. Gegenüber dem Vorgänger bietet das neue Modell mehr Grip, mehr Kontrolle, eine höhere Geschwindigkeit und ein ausgewogeneres Flexverhalten. Passende Bindungen: HARLEM Sneaker – vier Größen: XS / S / SM / L 224 Euro Board-Größen: 132 x 40,5 cm | 135 x 41 cm | 138 x 41,5 cm | 141 x 42 cm 645 Euro www.harlemkitesurfing.com

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F2 CLOUD V3 und AXXIS V2 sind Performance Freeride- und Big Air Kites im Premium-Segment. Das Besondere ist die Fronttube aus UPE-Aramid

F2 Fun&Function CLOUD V3 F2 Fun&Function AXXIS V2 Performance Freeride und Big Air Kites

CLOUD und AXXIS mit Fronttube aus UPE-Aramid F2 Fun&Function ist bekannt für gutes und preisgünstiges Kite-Equipment. Mit dem AXXIS und dem CLOUD bietet das deutsche Boardsportlabel jedoch auch zwei PerformanceFreeride- und Big-Air-Kites im oberen Premiumsegment. Das Besondere an AXXIS (5 Struts) und CLOUD (3 Struts) ist der Materialmix. Bei der ersten Generation der beiden F2-Premoum Kites besteht die Fronttube aus einem DYNEEMA®-Verbundmaterial – erkennbar an der silbergrauen Farbgebung – das Flugtuch aus fiberX (in blau). Jetzt bringt F2 seinen beiden Kites im Premium-Segment mit einer Fronttube aus UPE-Aramid. UPE-Aramid ist ein extrem leichtes, steifes und reißfestes Hightech-Material, das vor allem bei hochwertigen Kites und Wings eingesetzt wird. UPE-Aramid besteht aus laminierten Dreischichtstruktur. Der Verbund aus UPE, Aramidfasern und einer dünnen PET-Folie bietet eine hohe Formstabilität bei

sehr geringem Gewicht. Gegenüber klassischem Dacron ist UPE-Aramid deutlich leichter, steifer und dehnungsärmer – für ein direkteres Handling, hohe Performance und lange Haltbarkeit. Das Flugtuch ist weiterhin fiberX. Erkennbar sind AXXIS und CLAOUD mit der Fronttube aus UPE-Aramid an der Farbe des Canopy-Materials: lime green Preislich bewegen sich die beide F2 Kitelinien AXXIS und CLOUD auf dem Niveau aktueller Aluula-Kites und richten sich ebenfalls an den High-Performance-Bereich. Die Struts können mit bis zu 20 PSI aufgepumpt werden. AXXIS und CLOUD liegen serienmäßig eine F2 Battery Pump (Elektropumpe) mit variabler Druckregulierung bis 20 PSI bei. Ergänzt werden die beiden Performance-Freeride- und Big-Air-Kites CLOUD V3 und AXXIS V2 durch drei neue BigAir-Twintips: TRACK (Karbon-Bauweise), STRIDE und FLUID.


STUFF | F2 Fun&Function

F2 CLOUD V3 3 Struts

F2 AXXIS V2 5 Struts

Performance Freeride- und Big-Air-Kite | 3 Struts

Performance Freeride- und Big-Air-Kite | 5 Struts

Leichter 3-Strut-Big Air Kite mit Fokus auf Dynamik

Big-Air-Performance mit 5-Strut-Konstruktion

Mit dem CLOUD V3 führt F2 einen leistungsorientierten BigAir-Kite im Programm, der konsequent auf geringes Gewicht und hohe Agilität ausgelegt ist. Der Dreistruter kombiniert eine Leading Edge aus UPE-Aramid mit dem Flugtuch fiberX.

Der F2 AXXIS verfolgt im Big-Air-Segment einen anderen Ansatz als der CLOUD. Der Fünfstruter setzt auf eine besonders steife Konstruktion, die auch unter anspruchsvollen Bedingungen ein hohes Maß an Stabilität und Kontrolle bieten soll.

Der CLOUD V3 richtet sich an ambitionierte Fahrer, die einen reaktionsfreudigen Kite für Big Air, Kite-Loops und anspruchsvollen Freestyle suchen. Durch die leichte Bauweise in Kombination mit der schlanken Leading Edge soll der CLOUD V3 eine hohe Fluggeschwindigkeit sowie ein besonders agiles und direktes Handling bieten. Darüber hinaus soll der leichte Dreistruter einen ausgeprägten Drift besitzen, wodurch er auch für Wavekiter und Foiler interessant ist. Neu zur Saison 2027 sind die Größe 15.0, die Fronttube aus UPE-Aramid anstatt aus DYNEEMA®-Verbundmaterial und die neue Frabe des Flugtuchs: lime green Im Lieferumfang enthalten ist jeweils eine F2 Battery Pump mit variabler Druckregulierung bis 20 PSI. www.f2.com

Identisch dagegen ist der Materialmix. Wie beim CLOUD V3 verwendet F2 auch beim AXXIS V2 für die Leading Edge UPEAramid, das Flugtuch besteht aus fiberX. Mit seiner 5-Strut-Bauweise richtet sich der AXXIS V2 insbesondere an Fahrer, die ein sehr stabiles Flugverhalten, präzises Feedback und hohe Kontrolle schätzen. Die Konstruktion soll vor allem im oberen Windbereich sowie für schwerere Rider Vorteile bieten und den Kite auch unter hoher Belastung formstabil halten. Wie auch beim CLOUD V3 gehört die F2 Battery Pump mit variabler Druckregulierung bis 20 PSI zum serienmäßigen Lieferumfang. Der AXXIS V2 mit der Fronttube aus UPE-Aramid ist ebenfalls in der neuen Farbvariante lime green erhältlich.

Größen und Preise 5.0

6.0

7.0

8.0

9.0

12.0

15.0

6.0

7.0

8.0

9.0

10.0

12.0

15.0

3.499

3.599

3.699

3.799

3.899

3.949

3.999

3.599

3.699

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3.949

3.999

3.999

F2 STRIDE 599 EUR

F2 TRACK 799 EUR

KITEBOARDING

F2 FLUID 599 EUR

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Pursuit of perfection.

Brand new Diamond Light Weave and NW carbon construction.


New king of the air.

Featuring new Airlock Valve II, stronger and more durable.

CRAZYFLYKITES.COM


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KITEBOARDING

Neo SLS

Neo D/LAB

NUMMER

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Neo original

Der Erfolg des Neo basiert nicht allein auf seinen Qualitäten in der Welle. Der Neo lässt sich mit einem Surfboard ebenso gut kombinieren wie mit einem Twintip. Ob Wavekiten, Freeriden, entspannte Cruiser-Sessions oder Foilen – der Neo ist einer der vielseitigsten Modelle im Duotone-Line-up Rider Matchu Lopes

Kite Neo D/LAB

Foto Toby Bromwich


STUFF

TEST | Test DUOTONE Neo

TEST | DUOTONE Neo Neo original vs. Neo SLS vs. Neo D/LAB Einsatzbereich Wave/Freeride Delta-Hybrid | 3 Struts | 4 Leinen Konstruktion Kitedesigner Sky Solbach, Manuel Zwinz

Wave-Spezialist mit Allround-Qualitäten Kaum ein Wavekite genießt einen ähnlich guten Ruf wie der DUOTONE Neo. Seit mehr als 15 Jahren gehört er zu den festen Größen im Segment und hat sich längst nicht nur unter Wavekitern etabliert. Sein Erfolg basiert jedoch nicht allein auf seinen Qualitäten in der Welle. Während viele Wavekites ihre Qualitäten ausschließlich in Kombination mit einem Surfboard ausspielen, überzeugt der Neo zusätzlich mit einer außergewöhnlichen hohen Vielseitigkeit. Der Neo lässt sich mit einem Surfboard ebenso gut kombinieren wie mit einem Twintip. Ob Wavekiten, Freeriden, entspannte Cruiser-Sessions oder Foilen – kaum ein anderer Kite verbindet diese Einsatzbereiche so harmonisch wie der DUOTONE Neo. Genau diese Ausgewogenheit macht den Neo zu einem der vielseitigsten Modelle im DUOTONE-Line-up. Er vermittelt früh Vertrauen, bleibt auch in anspruchsvollen Bedingungen gut kontrollierbar und bietet gleichzeitig genügend Leistung, um ambitionierte Fahrer langfristig zu begleiten. Vom ersten sicheren Höhelaufen bis in die anspruchsvollsten Wavespots, der Neo wächst mit den Ansprüchen seines Riders. Für die aktuelle Modellgeneration bietet DUOTONE den Neo weiterhin in drei unterschiedlichen Ausführungen an. Die Original-Version richtet sich an Rider, die einen unkomplizierten und vielseitigen Kite suchen. Der Neo SLS spricht sportlich ambitionierte Kiter an, die ein direkteres Handling und mehr Leistung erwarten. An der Spitze steht der Neo D/LAB. Er setzt auf modernste Leichtbautechnologie und holt das Maximum aus dem bewährten Neo-Konzept heraus. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die drei Modelle nur durch ihre Konstruktion. In der Praxis verändert der unterschiedliche Materialmix jedoch das komplette Fahrgefühl. Das Gewicht der Kappe, die Steifigkeit des Strutgerüsts, die Rückmeldung an der Bar und der nutzbare Windbereich steigern sich je nach Version. Die Grundcharakteristik des Neo

bleibt dabei erhalten, jede Ausführung setzt jedoch andere Schwerpunkte. Wie groß die Unterschiede tatsächlich ausfallen und für welchen Ridertyp und Einsatzbereiche sich Original, SLS oder D/ LAB am besten eignen, zeigt unser ausführlicher Vergleichstest. Drei Bauweisen, drei Charaktere Wie den Allrounder Evo bietet DUOTONE auch den Neo in drei unterschiedlichen Bauweisen an: original, SLS und D/LAB. Unterschiedlich bei den drei Bauweisen ist das Material des Strutgerüsts, das Flugtuch (Trinity TX) ist bei allen drei Bauweisen identisch. In der Original-Bauweise besteht das Strutgerüst aus Dacron, beim SLS (Strong, Light, Superior) aus Penta TX und beim D/LAB (DUOTONE Labor) aus Aluula. Dacron und Penta TX sind Gewebe, Aluula ein Laminat. Penta TX ist steifer und leichter als Dacron, Aluula nochmals steifer und leichter als Penta DX. Die Kappe des SLS ist somit leichter, das Strutgerüst dünner als beim Original, über den leichtesten und steifsten Frame mit der dünnsten Fronttube verfügt der D/LAB. Concept Blue Der Neo original ist zusätzlich auch als Concept Blue erhältlich. In der Concept Blue-Bauweise verwendet DUOTONE ungefärbte Tücher sowie nachhaltigere Materialien für ausgewählte Komponenten, um Ressourcen und Energie in der Produktion einzusparen. An Konstruktion, Shape und Fahreigenschaften ändert sich nichts – die Unterschiede liegen ausschließlich in der umweltschonenderen Fertigung.

KITEBOARDING

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KITEBOARDING

Neo original

NUMMER

162

Neo original Concept Blue

Der Neo original ist das Basis-Modell, preislich am günstigsten überzeugt er als unkomplizierter Allrounder mit viel Komfort und einem attraktiven Preis-LeistungsVerhältnis. Leider steht er in Kaufverhalten im Schatten des Evo. Wir meinen, völlig zu Unrecht. Er bietet wirklich ausreichend Reserven für viele Jahre, um – auch ambitioniert – im Sport zu wachsen

Rider Matchu Lopes

Kite Neo Original

Foto Toby Bromwich


STUFF

TEST | DUOTONE Neo Neo original vs. Neo SLS vs. Neo D/LAB

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Obwohl alle drei Modelle auf demselben Grundkonzept basieren, unterscheiden sie sich auf dem Wasser deutlicher, als es die nahezu identische Silhouette vermuten lässt.

Neo

Der Neo original ist das Basis-Modell, preislich am günstigsten markiert er das Einstiegsmodell. Der Neo SLS richtet sich an sportlich orientierte Rider, der Neo D/LAB repräsentiert die technologische Spitze der Neo-Baureihe.

DUOTONE

Obwohl Neo original, Neo SLS und Neo D/LAB auf den ersten Blick nahezu identisch wirken, verfolgt jede Version eine eigene Philosophie. Shape, Grundcharakter und Einsatzbereich bleiben erhalten, doch die unterschiedlichen Materialien verleihen jedem Modell einen eigenen Charakter. Das Ergebnis sind drei Leistungsstufen, die sich weniger durch ihre Zielrichtung als vielmehr durch ihre Dynamik und Effizienz unterscheiden.

Test

Drei Varianten – drei Bauweisen – drei Philosophien Verantwortlich dafür ist – neben dem Material des Strutgerüsts – auch die leicht unterschiedlichen Konstruktionen. Mit jeder Ausbaustufe sinkt das Gewicht, während Steifigkeit und Effizienz zunehmen. Das verändert nicht den Charakter des Neo, wohl aber die Art, wie der Kite seine Leistung entfaltet, auf Lenkimpulse reagiert und sich in unterschiedlichen Windbedingungen verhält.

Obwohl Neo Original, Neo SLS und Neo D/LAB auf den ersten Blick nahezu identisch wirken, verfolgt jede Version eine eigene Philosophie. Shape, Grundcharakter und Einsatzbereich bleiben erhalten, doch die unterschiedlichen Materialien verleihen jedem Modell einen eigenen Charakter Neo original Der Neo original bildet die Basis der Baureihe und setzt auf ein bewährtes Strutgerüst aus Dacron. Die Original-Konstruktion verbindet Robustheit mit einem ausgewogenen Flugverhalten. Die Kraft baut sich gleichmäßig auf, Richtungswechsel gelingen kontrolliert, auch in böigen Bedingungen bleibt der Neo berechenbar. Damit richtet sich der Original vor allem an Ein- und Aufsteiger sowie an Freerider. Der Original bietet genau die Eigenschaften, für die der Neo seit Jahren bekannt ist: viel Kontrolle, einen zuverlässigen Drift und ein ausgesprochen gutmütiges Handling. Neo SLS Mit dem Neo SLS wird der Grundcharakter sportlicher. Der Frame aus Penta TX reduziert das Gewicht und erhöht gleichzeitig die Steifigkeit von Fronttube und Querstruts. Dadurch reagiert der Kite direkter auf Steuerbefehle, beschleunigt schneller und arbeitet insgesamt effizienter als die Original-Version. Die Unterschiede fallen nicht spektakulär aus, sind auf dem Wasser aber deutlich spürbar. Der Neo SLS spricht Fahrer an, die aktiver unterwegs sind und sich eine dynamischere Rückmeldung wünschen, ohne auf die ausgewogene Flugcharakteristik des Neo verzichten zu müssen. Neo D/LAB Die technologische Spitze der Baureihe stellt der Neo D/ LAB dar. Für die Saison 2026 setzt DUOTONE erstmals auf das neue Aluula D/TX – erkennbar an der grauen Farbe – das gegenüber dem bisherigen Material (Aluula gold) nochmals leichter und verwindungssteifer ist. Dadurch bleibt die Kappe auch unter hoher Belastung besonders formstabil und setzt Steuerimpulse äußerst effizient um.

Der größte Vorteil zeigt sich jedoch nicht allein in der höheren Leistung, sondern in der Art, wie diese zur Verfügung steht. Der Neo D/LAB entwickelt seinen Zug sehr gleichmäßig, bleibt auch bei geringer Leinenspannung kontrollierbar und überzeugt mit den besten Drift-Eigenschaften aller drei Neos. Gerade beim Einsatz in der Welle entsteht dadurch ein sehr harmonisches Fahrgefühl. Drei Bauweisen – ein gemeinsamer Charakter Unabhängig von der Bauweise bleibt der Neo seiner Grundidee immer treu: ein vielseitiger Wavekite mit hoher Allround-Tauglichkeit. Der Original überzeugt mit maximaler Gutmütigkeit, der SLS ergänzt das Konzept um mehr Dynamik und der D/LAB schöpft das technische Potenzial der Konstruktion konsequent aus. Damit bietet die Neo-Serie für nahezu jeden Fahrstil die passende Ausführung – vom ambitionierten Einsteiger bis zum erfahrenen Wave-Spezialisten. Modellzyklus Anstatt den Neo jedes Jahr grundlegend zu verändern, setzt DUOTONE auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Bewährte Eigenschaften bleiben erhalten, während Konstruktion und Details gezielt optimiert werden. Dadurch entwickelt sich die Neo-Serie Schritt für Schritt weiter, ohne ihren bekannten Charakter zu verlieren. Für die Saison 2026 fällt die Überarbeitung unterschiedlich umfangreich aus. Während der Neo SLS technisch unverändert bleibt, erhielt der Original eine moderate Modellpflege. Die größten Neuerungen betreffen den Neo D/LAB, der mit einer neuen Materialgeneration und einer überarbeiteten Konstruktion in die Saison startet.

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Neo SLS green/pink

Die Original-Version richtet sich an Fahrer, die einen unkomplizierten und vielseitigen Kite suchen. Der Neo SLS spricht sportlich ambitionierte Kiter an. Der Neo D/LAB setzt auf modernste Leichtbautechnologie und holt das Maximum aus dem NeoKonzept heraus Neo SLS sand/purple

Rider Matchu Lopes

Kite Neo SLS

Foto Lukas K. Stiller


STUFF |

TEST | DUOTONE Neo

Test

Neo original vs. Neo SLS vs. Neo D/LAB

Neo SLS 2026 Beim Neo SLS sah DUOTONE vom Wechsel von 2025 auf 2026 keinen Handlungsbedarf in einer technischen Veränderung. Konstruktion und Shape bleiben unverändert, ebenso sein sportlicher Charakter.

Geändert wurde lediglich die Optik. Das 2026er Modell ist seit Anfang September 2025 auf dem Markt, der Nachfolger (2027) wird ab Ende September 2026 erhältlich sein.

Neo

Neo original Der 2026er Neo original ist seit dem Spätsommer 2025 auf dem Markt, das 2027er Modell bringt DUOTONE im September 2026. Von 2025 auf 2026 hat DUOTONE den Neo original behutsam überarbeitet, ohne seine bewährte Charakteristik zu verändern. Ziel der Entwickler war es, den ohnehin gutmütigen Kite noch ausgewogener und einfacher kontrollierbar zu machen sowie die Agilität zu erhöhen. Dafür erhielt die Kappe eine leicht veränderte Geometrie. Das Einlenkverhalten wirkt harmonischer, der Kite dreht etwas agiler und bleibt auch im depowerten Zustand ruhiger. Gleichzeitig verbessert sich die Stabilität bei böigem Wind, auch der Relaunch gelingt etwas einfacher. An seiner Ausrichtung ändert sich nichts: Der Neo original bleibt die komfortabelste Version der Baureihe und richtet sich an Einsteiger, Aufsteiger sowie alle Rider, die einen vielseitigen Wave- und Freeride-Kite mit einem gutmütigen Charakter suchen. Erhältlich ist der Neo original in zwei Farbvarianten (Heron und Undyed/Concept Blue)

DUOTONE

Veränderungen zur Modellgeneration 2026 Neo D/LAB 2026 Die umfangreichste Überarbeitung erhielt der Neo D/LAB. Im Mittelpunkt steht das neue Aluula D/TX, das die bisher verwendete Materialgeneration (Aluula gold) ersetzt. Das graue Hochleistungs-Laminat ist leichter und verwindungssteifer, wodurch die Konstruktion noch effizienter arbeitet. Ergänzend wurde die Fronttube-Geometrie angepasst. Der Kite steht dadurch etwas weiter vorne im Windfenster und entwickelt seinen Zug gleichmäßiger. Gerade im Wave-Einsatz erleichtert die fein dosierbare Kraftentfaltung die Kontrolle in Bottom Turn und Cutback. Auch der Drift profitiert von den Änderungen. Selbst bei geringer Leinenspannung bleibt der Neo D/LAB stabil in der Luft und folgt Steuerimpulsen sehr präzise. Das sorgt für ein ruhiges, berechenbares Flugverhalten und macht den D/ LAB zur leistungsstärksten Variante innerhalb der NeoSerie. Trotz seines klaren Wave-Fokus überzeugt der Neo D/LAB weiterhin auch beim Freeriden und – besonders – auch beim Foilen. Sein größerer Windbereich und die hohe Leichtwind-Performance erweitern den Einsatzbereich zusätzlich.

Barsysteme

Zwei Bars – Unterschiede im Bedienkomfort Wie alle DUOTONE Kites lassen sich auch die drei NeoModelle sowohl mit der Trust Bar als auch mit der Click Bar fliegen. Die Unterschiede liegen weniger in den Flugeigenschaften des Kites, sondern in der Bedienung der Depower. Die Trust Bar setzt auf ein klassische ClamcleatAdjuster oberhalb des Bar-Holms. Die Trust Bar ist robust und überzeugt durch ihre einfache Handhabung. Wer ein bewährtes und unkompliziertes Setup bevorzugt, findet hier die passende Lösung.

Die Click Bar verfolgt ein anderes Konzept. Hier erfolgt die Trimmeinstellung über einen Drehmechanismus am Barende. Die Depower lässt sich bedienen, ohne die Hand weit von der Bar nehmen zu müssen. Welche Bar besser passt, ist Geschmackssache. Beide Systeme harmonieren hervorragend mit allen drei Neo-Versionen.

Größen und Preise 3.0

4.0

5.0

6.0

7.0

8.0

9.0

10.0

11.0

12.0

1.239

1.319

1.399

1.479

1.569

1.649

1.729

1.809

1.889

1.969

Neo Concept Blue

1.399

1.479

1.569

1.649

1.729

1.809

1.889

1.969

Neo SLS

1.749

1.829

1.919

1.999

2.079

2.159

2.239

2.319

2.649

2.749

2.849

2.949

3.049

3.149

Neo Original

Neo D/LAB

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TEST | DUOTONE Neo Neo original vs. Neo SLS vs. Neo D/LAB

Performance im Detail Windbereich Ein großer Windbereich gehört seit jeher zu den Stärken des Neo. Schon der Original entwickelt früh ausreichend Zug und bleibt auch bei zunehmendem Wind angenehm kontrollierbar. Der Neo SLS erweitert das Einsatzfenster leicht nach unten. Seine leichtere Konstruktion springt früher an und setzt Böen effizienter in Vortrieb um. Den größten Windbereich bietet der D/LAB. Sein geringes Gewicht und der steifere Frame (aus Aluula D/TX) sorgen für ein besonders gutes Lowend, auch bleibt der D/LAB im oberen Windbereich am längsten beherrschbar. Handling und Kontrolle Alle drei Neo-Versionen teilen sich denselben ausgewogenen Grundcharakter, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Dynamik. Der Original überzeugt mit einer harmonischen Kraftentfaltung und einem gutmütigen Handling. Der SLS reagiert lebendiger und spricht sportlich orientierte Fahrer an. Der D/LAB setzt Steuerbefehle am schnellsten um, ohne dabei nervös zu wirken. Seine gleichmäßige Leistungsentfaltung sorgt besonders in der Welle für ein hohes Maß an Kontrolle und macht ihn zur präzisesten Ausführung der Neo-Serie.

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Bargefühl Das Barfeedback fällt bei allen Neo-Modellen angenehm direkt aus und vermittelt jederzeit ein gutes Gefühl für die Position des Kites. Während der Original eher komfortabel abgestimmt ist, vermittelt der SLS eine sportlichere Rückmeldung. Beim D/LAB wirkt die Verbindung zwischen Bar und Kite am unmittelbarsten. Gerade in der Welle erleichtert diese feine Rückmeldung eine exakte Positionierung der Kappe und sorgt für ein sehr intuitives Fahrgefühl. Höhe laufen Bereits der Neo original läuft zuverlässig Höhe und bleibt auch bei wechselnden Bedingungen stabil am Windfensterrand. Der SLS arbeitet etwas effizienter und ermöglicht einen besseren UpwindWinkel. Am effizientesten zieht der D/LAB Höhe und bleibt auch am Windfensterrand angenehm ruhig. Sprungleistung – Lift und Hangtime Obwohl der Neo in erster Linie als Wavekite entwickelt wurde, überrascht er mit einer überzeugenden Sprungperformance. Der Original bietet einen gut kontrollierbaren Lift und eignet sich hervorragend für Freeride-Sprünge. Der SLS liefert mehr Dynamik und etwas längere Flugphasen. Der D/LAB setzt seine Leistung besonders effizient um und ermöglicht bereits bei moderatem Wind beeindruckende Sprünge. Für maximale Big-Air-Performance bleiben Rebel und Evo jedoch die erste Wahl. Freeride und Cruising Auch abseits der Welle fühlt sich der Neo ausgesprochen wohl. In unseren Augen ist der Neo einer der besten DUOTONE Freerideund Cruiserkites. Besonders in den einstelligen Größen macht ihn seine ausgewogene Abstimmung zu einem angenehmen Begleiter für lange Freeride-Sessions. Der Original punktet mit viel Komfort und einfacher Kontrolle. Der SLS vermittelt ein sportlicheres Fahrgefühl, während der D/LAB durch sein geringes Gewicht und die schnelle Reaktion besonders lebendig wirkt. Trotz der höheren Performance bleibt die Kraftentfaltung jederzeit angenehm berechenbar.

Rider Matchu Lopes

Kite Neo D/LAB

Foto Toby Bromwich


STUFF

Freestyle (unhooked) Für Strapless-Freestyle eignet sich der Neo hervorragend. Klassischer Wakestyle oder unhooked Tricks mit dem Twintip stehen dagegen weniger im Fokus. Für Freestyle ist der Dice die deutlich bessere Wahl. Wave-Einsatz Hier spielt der Neo seine größten Stärken aus. Sein ausgeprägter Drift, hohe Agilität, berechenbarer Zugaufbau und ausgewogene Kraftentfaltung sowie die direkte Lenkung machen ihn seit Jahren zu einem der besten und beliebtesten Wavekites. Der Original überzeugt mit einem harmonischen und fehlerverzeihenden Charakter. In den kleinen Größen macht der Original selbst auch im ambitionierten Wave-Einsatz schon richtig Spaß. Der SLS ist sportlicher und direkter – im Vergleich zum Classic sind Wellenritte mit ihm dynamischer. Mit seinem nochmals besseren Drift, bei geringer Leinenspannung nochmals höcheren Stabilität, der sehr kontrollierbaren Leistungsentfaltung und höchsten Kontrolle bietet der D/LAB die beste Performance in der Welle. Foilen Der Neo ist der beste DUOTONE Kite zum Foilen. Sein früher Zugaufbau und das stabile Flugverhalten erleichtern den Einsatz bei leichtem Wind auf einem Foilboard. Der D/LAB punktet hier am stärksten – aufgrund seiner höchsten Leichtwindperformance und seines geringen Gewichtes. Mit ihm gelingt der Relaunch bei Low Wind am besten.

Neo

Big-Air-Performance Big Air gehört nicht zur Paradedisziplin des Neo. Sein Schwerpunkt liegt klar auf Wave und Freeride. Wer Wert auf eine hohe Big-Air Performance legt, ist bei Rebel oder Evo besser aufgehoben.

DUOTONE

Kiteloops Der Neo ist kein klassischer Loop-Kite, überzeugt aber mit einem kontrollierten und gut berechenbaren Drehverhalten. Der Original dreht etwas weiter und langsamer, der SLS schneller und dynamischer. Am präzisesten arbeitet der D/ LAB.

Test

Relaunch Der Neo bietet den besten Relaunch aller DUOTONE Kites. Es genügt ein leichter Zug an einer Steuerleine, um den Kite wieder zu starten. Wichtig für Ein- und Aufsteiger sowie Wavekiter, um den Kite vor dem nächsten Set wieder in der Luft zu haben. Unkompliziert aus dem Wasser startet der Original, sogar noch etwas leichter SLS und D/LAB – dank ihres geringeren Gewichts.

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Unabhängig von der Bauweise bleibt der Neo seiner Grundidee immer treu: ein vielseitiger Wavekite mit hoher Allround-Tauglichkeit. Der Original überzeugt mit maximaler Gutmütigkeit, der SLS ergänzt das Konzept um mehr Dynamik und der D/LAB schöpft das technische Potenzial der Konstruktion konsequent aus

Einsteigerfreundlichkeit Von allen DUOTONE Kites ist der Neo der beste Einsteigerkite. Der Original ist die erste Wahl für Ein- und Aufsteiger. Er ist der robusteste aller Neos, auch ist sein Flugverhalten das fehlerverzeihenste. Auch mit dem SLS ist der Einstieg möglich, allerdings macht es die höhere Leistung unnötig schwieriger, zudem ist die SLS-Bauweise gegenüber dem Classic weniger robust. Auch mit dem D/LAB gelingt der Einstieg hervorragend, bietet gegenüber dem Original aber keinen Vorteil – und für den Einstieg ist er schlicht „zu schade“. Entwicklungspotenzial Auch hier ist der Neo der Spitzenreiter unter den DUOTONE Kites. Leider steht er in Kaufverhalten im Schatten des Evo. Wir meinen, völlig zu Unrecht. Besonders die einstelligen Größen bieten ein so hohes Fun- und gleichzeitig auch Entwicklungspotenzial, dass wir den Neo – gegenüber dem Evo – als den besten DUOTONE Kite für Ein- und Aufsteiger und Freeride-Cruiser empfehlen. Auch hier ist der Original in unseren Augen die deutlich unterschätzte Option, er bietet wirklich ausreichend Reserven für viele Jahre, um – auch ambitioniert – im Sport zu wachsen. FAZIT Mit dem Neo bietet DUOTONE einen der vielseitigsten Wavekites auf dem Markt. Seine Einsatzpalette ist immens. Sein ausgewogenes Flugverhalten, die hohe Kontrolle und die breite Einsatzpalette machen ihn sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Wave-Kiter interessant. Ob Kiten in der Welle, Freeriden oder Foilen – der Neo fühlt sich in nahezu jedem Revier zuhause. In der Original-Version überzeugt der Neo als unkomplizierter Allrounder mit viel Komfort und einem attraktiven PreisLeistungs-Verhältnis. Der Neo SLS richtet sich an sportlich-ambitionierte Rider, die sich ein direkteres Handling und zusätzliche Leistungsreserven wünschen. Der Neo D/LAB markiert die technologische Spitze der Baureihe. Das neue Aluula D/TX verbessert Drift, Lowend und Kontrolle nochmals spürbar und verleiht dem Kite ein besonders ausgewogenes Flugverhalten. Wer höchste Ansprüche an Material und Performance stellt, findet im D/LAB die konsequenteste Umsetzung des NeoKonzepts. In unseren Augen – zu Unrecht – am meisten unterschätzt ist die Original-Variante. Besonders für den Ein- und Aufstieg und zum entspannten Cruisen ist der Original die beste Wahl. Und in den kleinen Größen stellt der Original selbst für ambitionierte Wave-Kiter ausreichend Potenzial zur Verfügung.

KITEBOARDING

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NUMMER

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TTEST

Rider Aaron Hadlow

Kite HARLEM Thrive LITE X

Foto Craig Kolesky


STUFF

Einsatzbereich Leichtwind | Freeride Delta-Hybrid | 3 Struts | 4 Leinen Konstruktion Kitedesigner Ralf Grösel

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Der 15er bringt lediglich rund 3,2 kg, der 17er etwa 3,5 kg auf die Waage (Herstellerangaben). Das geringe Gewicht wirkt sich besonders bei schwachem und böigem Wind positiv aus. Der Kite steigt bereits bei wenig Wind zuverlässig auf, bleibt auch in Windlöchern lange stabil in der Luft und benötigt vergleichsweise wenig aktive Steuerimpulse. Das leichte Zentrum soll dabei einen dezenten Fallschirmeffekt erzeugen, wodurch der Kite weniger zum Absacken neigt und selbst in Grenzbedingungen erstaunlich stabil bleibt.

LITE X

Im Mittelteil der Kappe kommt 32 g Lite X Canopy zum Einsatz – eines der derzeit leichtesten und gleichzeitig auch steifen Canopy-Materialien am Markt. In den Tips verwendet Grösel das steifere Twincross Flylite, das die Formstabilität in den Flügelenden erhöht und ein präziseres Lenkverhalten unterstützen soll. Durch diesen Materialmix zählt der Thrive LITE X zu den leichtesten Tubekites seiner Klasse.

Thrive

Materialmix

HARLEM

Mit dem Thrive LITE X erweitert HARLEM Kitesurfing seine 2026er Range um einen echten Spezialisten für Leichtwind. Während der neue Thrive V2 – anders als sein Vorgänger – nur noch bis 13,0 m² erhältlich ist, der Peak bis 12,0 m² und der Flow bis 10,0 m² angeboten werden, ergänzt der Thrive LITE X die HARLEM Freeride-Palette im Leichtwindbereich. Er ist ausschließlich in den Größen 15,0 und 17,0 m² erhältlich. Entwickelt wurde der Thrive LITE X in enger Zusammenarbeit von Ralf Grösel (Kitedesigner) und Aaron Hadlow. Konstruktiv basiert der Thrive LITE X auf dem Freeride-Allrounder Thrive, wurde von Kitedesigner Ralf Grösel jedoch konsequent auf den Leichtwind-Einsatz optimiert. Neben einem überarbeiteten Profil und einer neu entwickelten Waage für mehr Grundzug setzt HARLEM-Designer Ralf Grösel vor allem auf einen konsequenten Leichtbau.

Test

MAXIMALE Performance bei minimalem Wind

Barsystem

Der Thrive LITE X wird mit der Lead Bar geflogen – mit der gleichen Bar, mit der auch die HARLEM Freeride-Kites Thrive, Paek und Flow geflogen werden. Eine spezielle Zusatzbar für den Thrive LITE X ist nicht erforderlich. 22 m (12 + 10 m) oder 24 m (22 + 2 m) | 684 EUR

HARLEM Thrive LITE X

KITEBOARDING

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NUMMER

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TTEST

Rider Aaron Hadlow

Kite HARLEM Thrive LITE X

Foto Craig Kolesky

Leichter 3-Strut-Big-Air-Kite mit Fokus auf Dynamik Windbereich

Schon bei sehr wenig Wind entwickelt der Thrive LITE X einen erstaunlich konstanten und gleichmäßigen Grundzug und überzeugt mit einer hoher Flugstabilität und effizientem Vortrieb. Überraschend groß fällt auch der nutzbare Windbereich aus. Besonders der 15er lässt sich deutlich länger kontrolliert in der Luft halten, als man es von einem Kite dieser Größe erwarten würde. Für einen Kite dieser Größe ebenfallls sehr beeindruckend ist der obere Windbereich. Sellbst, wenn gleichschwere Kiter bereits auf deutlich kleinere Kites gewechselt sind, bleibt der THrive LITE X – das entsprechende Fahrkönnen vorausgesetzt – noch erstaulich gut und sicher beherrschbar. Lm oberen Windbereich entwickelt der Thrive LITE X dann eine beeindruckende Performance, die erfahrenen Fahrern eine beeindruckende Airtime ermöglicht.

Drehen & Handling

Für einen Leichtwindkite reagiert der Thrive LITE X erstaunlich direkt auf Lenkimpulse. Trotz seiner Größe vermittelt er ein präzises Handling, eine hohe Fluggeschwindigkeit und eine für diese Klasse außergewöhnliche Agilität. Verantwortlich dafür dürften neben dem geringen Gewicht auch die steifen Tips sein. Die Barkräfte bewegen sich im mittleren Bereich

und liefern jederzeit ein angenehmes Feedback. Auch in Böen bleibt der Kite ruhig, berechenbar und gut kontrollierbar.

Springen

Der Thrive LITE X besitzt eine beeindruckende Sprungperformance. Bereits im unteren Windbereich entwickelt er überraschend viel Lift. Sobald der Wind etwas zunimmt, wächst das Sprungpotenzial deutlich. Besonders der 15er überzeugt im oberen Windbereich mit einer langen, dynamischen Flugphase und viel Hangtime. Dank seiner hohen Fluggeschwindigkeit bleiben die Landungen angenehm weich und gut kontrollierbar. Durch sein vergleichsweise einfachem Handling gelingen selbst Ridern mit einer weniger ausgefeilten Sprungtechnik ansehnliche Sprünge.

Mit dem Thrive LITE X zeigt HARLEM eindrucksvoll, dass ein moderner Leichtwindschirm weit mehr sein kann als nur ein großer Kite. Das geringe Gewicht, der durchdachte Materialmix und das konsequent auf den unteren Windbereich abgestimmte Kitedesign sorgen für eine beeindruckende Performance


STUFF | Test HARLEM Thrive LITE X

HARLEM Rise Für Twintip-Fahrer bildet der Thrive LITE X zusammen mit dem HARLEM Rise eine hervorragend abgestimmte Kombination. Mit diesem Set werden Sessions möglich, während andere Frisbee spielen.

Konsequenter Leichtbau Durch seinen ausgeklügelten Materialmix zählt der Thrive LITE X zu den leichtesten Tubekites seiner Klasse.

Rider Aaron Hadlow

Rider Lana Herman

Foto Craig Kolesky

Höhe laufen

Für einen Leichtwiundkite besitzt der Thrive LITE X ausgezeichnete Höhelaufeigenschaften. Der konstante Vortrieb und die stabile Position am Windfensterrand ermöglichen effizientes Kreuzen gegen den Wind. Gerade an Leichtwindtagen, an denen jeder Meter Höhe zählt, macht sich diese Eigenschaft deutlich bemerkbar. Da der Thrive LITE X seinen Zug sehr konstant entwickelt, muss sein Stand am Windfensterrand seltener aktiv korrigiert werden.

Verarbeitung

Die Verarbeitung bewegt sich auf dem hohen Niveau, für das die bei Brainchild produzierten Kites inzwischen bekannt ist. Der durchdachte Materialmix aus ultraleichtem Canopy im Zentrum und steiferen Tips erscheint sinnvoll gewählt, die Verarbeitung ermitteln einen hochwertigen Eindruck.

Foto Craig Kolesky

FAZIT

Mit dem Thrive LITE X zeigt HARLEM eindrucksvoll, dass ein moderner Leichtwindkite weit mehr sein kann als nur ein großer Schirm. Das geringe Gewicht, der durchdachte Materialmix und die konsequent auf den unteren Windbereich abgestimmte Konstruktion sorgen für eine beeindruckende Performance – bereits bei wenig Wind. Besonders überzeugen die sehr hohe Performance schon im unteren Windbereich, die hohe Flugstabilität und das für diese Größenklasse außergewöhnlich agile Handling. Der Thrive LITE X wirkt sportlich, reagiert direkt und ist – für einen Kite dieser Größe sportlich zu fliegen. Wer auch möglichst viele Leichtwind-Tage auf dem Wasser verbringen möchte und auch bei Leichwind Wert auf ein aktives, sportliches Fahrgefühl legt, findet im HARLEM Thrive LITE X einen der interessantesten Leichtwindkites des Marktes.

Kombination mit dem HARLEM Rise

Für Twintip-Fahrer, die auch bei wenig Wind nicht aufs Foil wechseln möchten, bildet der Thrive LITE X zusammen mit dem HARLEM Rise eine hervorragend abgestimmte Kombination. Das großflächige Leichtwind-Twintip unterstützt das frühe Angleiten zusätzlich und ergänzt die Charakteristik des Kites sinnvoll. Mit dieser Kombination werden Sessions möglich, bei denen viele andere Frisbee spielen.

Größen und Preise 15.0

17.0

2.794

2.994

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KITEBOARDING

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TEST | AOUA Rhei

Leichter PerformanceAllrounder mit breitem Einsatzbereich Einsatzbereich Performance Freeride | Allround Konstruktion Delta-Hybrid | 3 Struts | 4 Leinen Kitedesigner Jan Alexander Rudolph Panta rhei – alles fließt. Der erste Kite der Berliner Brand ist der Panta II – mit fünf Struts. Mit dem Rhei erweitert AOUA Kiteboarding sein Portfolio jetzt um einen modernen Drei-StrutKite. Den Rhei positioniert AOUA als Performance-Allrounder – er verbindet sportliche Performance mit einer hohen Vielseitigkeit. Das Rezept: geringes Gewicht der Kappe, direkte Kraftübertragung und ein außergewöhnlich breiter Einsatzbereich.

Der moderne Drei-Strut-Kite gehört zu den leichtesten Kites seiner Klasse. Vom entspannten Freeriden über Big Air bis hin zu Wave- und Foil-Sessions – der Rhei richtet sich an Rider, die einen sportlichen Freeride-Kite suchen, der einen möglichst großen Einsatzbereich und eine überdurchschnittlich gute Sprungperformance besitzt – und zusätzlich auch willig Kiteloops zirkelt, für die Welle geeignet ist und auch mit einem Foilboard kombiniert werden kann.


STUFF

TEST | Test AOUA Rhei

AOUA Kiteboarding AOUA Kiteboarding ist eine noch junge Brand aus Berlin. Gründer und Kitedesigner Jan Alexander Rudolph verfolgt einen eigenen Entwicklungsansatz. Anders als andere Brands arbeitet AOUA mit einer selbst entwickelten Software, die AOUA-Kites werden mit weniger Tuchsegmenten konstruiert. Dadurch verringert sich die Anzahl der Nähte, wodurch – trotz robuster Materialien – ein geringeres Gewicht der Kappe wird. AOUA setzt beim Leichtbau stärker auf reduzierte Nähte als auf leichtere Materialien, um eine möglichst hohe Haltbarkeit zu erreichen. Gefertigt werden die Kites in Sri Lanka, an einem Produktionsstandort, an dem auch andere Premium-Hersteller produzieren lassen. Das Sortiment ist bewusst schlank gehalten: zwei Kites (Panta II – mit fünf Struts und Rhei – mit drei Struts), zwei Carbon-Barsysteme (Full Carbon Bar und Carbon Pro Bar) sowie das Twintip Paz. AOUA verfolgt zudem ein Nachhaltigkeits- und Sozialkonzept, bei dem gebrauchte Kites gesammelt und Kindern in Kolumbien zur Verfügung gestellt werden.

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TTEST

KITEBOARDING

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Das Erstlingswerk Panta II | 5-Strut-Hangtime-Kite Mit dem Panta II brachte AOUA seinen ersten Kite auf den Markt. Der Fünf-Strut-Kite richtet sich an Rider, die besonderen Wert auf Stabilität, kräftigen Lift und eine lange Hangtime legen. Über verschiedene Trimmoptionen lässt sich sein Charakter an unterschiedliche Einsatzbereiche anpassen – von Freeride über Big Air bis hin zu Wave. Panta II und Rhei ergänzen sich hervorragend und sprechen unterschiedliche Rider an: Der Panta II setzt auf Hangtime, der Rhei dagegen stärker auf Agilität, Loops, hohe Fluggeschwindigkeit und als Allrounder auf einen breiteren Einsatzbereich.

AOUA Rhei | die Konstruktion Der Rhei basiert auf einer Delta-Hybrid-Konstruktion mit einer schlanken Leading Edge und einem vergleichsweise leichten Drei-Strut-Rahmen. Beim Material setzt AOUA auf Teijin D2 Ripstop für das Flugtuch und hochwertiges, ebenfalls japanisches Dacron für das Strutgerüst. Für die pulleylose 14-Punkt-Bridle verwendet AOUA vorgereckte LIROS-SK99-Waageleinen. Auffällig ist die reduzierte Anzahl an Tuchsegmenten, wodurch Gewicht eingespart wird. In der Größe 10,0 wiegt der Rhei unter drei Kilogramm und zählt damit zu den leichteren Vertretern seiner Klasse.

AOUA Rhei | auf dem Wasser Auf dem Wasser vermittelt der Rhei ein sehr ausgewogenes Gesamtbild. Er entwickelt bereits früh konstanten Zug, bleibt auch in Windlöchern stabil und deckt einen sehr großen nutzbaren Windbereich ab. Selbst bei zunehmendem Wind verändert sich sein Charakter kaum. Die Kraftentfaltung bleibt gut kontrollierbar, auch in Böen steht die Kappe ruhig.

Der Rhei verbindet geringes Gewicht, direktes Handling und sportliche Fahrleistungen mit einem außer gewöhnlich breiten Einsatzbereich


STUFF | Test AOUA Rhei

AOUA Rhei erhältlich in zwei Farbkombinationen: Ocean Green (türkis) und Royal Blue (dunkelblau)

Besonders gelungen ist das Handling. Der Kite reagiert direkt auf Steuerimpulse und dreht präzise. Die Haltekräfte sind etwas höher, sodass die Kappe jederzeit ein klares Feedback vermittelt. Der Rhei wirkt sportlich, ist aber angenehm einfach im Handling. Höhelaufen gelingt sehr effektiv, denn durch die dünne Leading Edge wandert die Kappe weit an den Windfensterrand. Auch in der Sprungperformance hinterlässt der Rhei einen sehr überzeugenden Eindruck. Der Lift setzt stark und kräftig ein, baut sich harmonisch auf, die Flugphase ist für einen Drei-StrutKite überdurchschnittlich lang. Kiteloops gelingen schnell und gut kontrollierbar. Zwar erreicht der Rhei nicht die kompromisslose Performance spezialisierter Big-Air-Kites mit fünf Struts, innerhalb der Performance-Allrounder zählt er jedoch zu den leistungsstarken Modellen.

Wer einen vielseitigen Drei-Strut-Kite sucht, der sportliche Flugeigenschaften mit einer gut kontrollierbaren Leistungsentfaltung verbindet, findet im Rhei eine interessante – und vor allem preisgünstige – Alternative innerhalb des wachsenden PerformanceAllround-Segments. Das Besondere: Der niedrige Preis macht den Rhei zu einem der stärksten Preis-Leistungs-Angebote im aktuellen Markt

Der niedrige Preis macht den Rhei zu einem der stärksten Preis-Leistungs-Angebote im aktuellen Markt

Sein geringes Gewicht macht sich auch beim Einsatz in der Welle oder auf dem Foil bemerkbar. Sein Drift ist ausgeprägt, auch der Relaunch funktioniert dank Delta-Hybrid-Shape und geringem Gewicht zuverlässig. Im Handling ist der Rhei – trotz seiner sportlichen Abstimmung und hohen Leistung – jederzeit gut beherrschbar.

FAZIT

Barsysteme

Mit dem Rhei erweitert AOUA sein Programm um einen vielseitigen Performance-Allrounder, dessen Stärken in einer hohen Leistung, einem breiten Einsatzbereich und einer ausgewogenen Abstimmung liegen, die ein vergleichsweise leichtes Handling ermöglicht. Das geringe Gewicht, das direkte Bargefühl und die hohe Agilität sorgen für ein sportliches Fluggefühl, ohne den Kite unnötig anspruchsvoll im Handling zu machen. Gleichzeitig überzeugt der Rhei mit einem breiten Einsatzbereich – vom klassischen Freeriden über ambitionierte Sprünge bis hin zu Wave- und Foil-Sessions.

AOUA Carbon Pro Bar | 4 Leinen | ab 559 EUR AOUA Full Carbon Bar | 4 Leinen | ab 639 EUR Farben AOUA Rhei: Ocean Green (türkis) Royal Blue (dunkelblau) www.aouakites.com

Größen und Preise AOUA Rhei (3 Struts) & AOUA Panta II (5 Struts) 6.0 AOUA Rhei AOUA Panta II

7.0

1.199

8.0

9.0

1.299 1.299

1.399

KITEBOARDING

10.0

12.0

1.399

1.449 1.499

14.0

15.0 1.599

1.599

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KITEBOARDING

Repräsentiere den Sport. Teile deine Leidenschaft. Sei Teil der Community.

Werde KB-Ambassador! Du liebst Kiteboarding? Du bist regelmäßig auf dem Wasser, hilfst anderen Ridern gerne weiter und steckst andere mit deiner Begeisterung an? Dann suchen wir genau dich! Gemeinsam mit unseren Partnern HARLEM Kitesurfing, AOUA Kiteboarding, CrazyFly Kiteboarding, AIRUSH Kiteboarding, WAY Watersports und KiteVillage Hamata startet die KITEBOARDING-Redaktion das KB-Ambassador-Programm. Wir suchen engagierte Leserinnen und Leser, die den Sport authentisch leben und ihre lokale Kite-Community bereichern.

Klingt interessant? Dann bewirb dich! Schick uns einfach eine E-Mail und teile uns mit, was Kiteboarden für dich bedeutet – und welche Brand und welches Produkt für dich interessant ist: info@kiteboarding.eu Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen – und gemeinsam mit dir die Begeisterung für den Kitesport noch stärker in die lokalen Communities zu tragen. Dein KITEBOARDING-Redaktionsteam

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Was bedeutet es, KB-Ambassador zu sein? Du repräsentierst den Sport – am Strand, auf dem Wasser und in der Community. Du teilst deine Erfahrungen, unterstützt Einsteiger, bringst Menschen zusammen und lebst die Werte, für die der Kitesport steht. Wir suchen keine Schnäppchenjäger. Wir suchen Menschen, die Kitesurfen aus Überzeugung leben und andere mit ihrer Begeisterung anstecken.

Das erwartet dich Im Rahmen unseres KB-Ambassador-Programms hast du die Möglichkeit, einige unserer Kites und Boards aus unserem TestPool zu KB-Ambassador-Konditionen zu erwerben. Bitte beachte, dass die Stückzahlen limitiert sind, in der Regel auf nur ein Exemplar. Hier gilt: First come, first served: Und du hast die Möglichkeit, mit uns im April 2027 zum legendären Seamenrace nach Hamata ins Kite-Village zu reisen. Eine Woche Kitespaß, Testival und Party.

WAY Watersports WAY Watersports ist ein kleines, aber feines Start-up in der Kitebranche, gegründet von drei leidenschaftlichen KiterInnen vom Neusiedler See in Österreich. WAY Watersports steht für funktionales, zugängliches Kitesurf-Equipment mit Fokus auf mehr Performance und unkomplizierten Fahrspaß. Aktuell führt WAY Watersports zwei Produkte im Programm: PORTAL, eine Twintip-Performance-Finne und das RISE Pad. Beide Produkte wurden mit dem Ziel entwickelt, die Performance des Twintips zu verbessern – sowohl beim Springen als auch bei den Höhelaufeigenschaften. www.way-watersports.com

Angebot KB-Ambassador-Programm (Anzahl auf je 2 Sets limitiert) PORTAL 4er-Set (189 EUR) + RISE Pad (79 EUR) empf. VK: 268 EUR | KB-Ambassador-Preis: 189 EUR PORTAL 2er-Set (119 EUR) + RISE Pad (79 EUR) empf. VK: 198 EUR | KB-Ambassador-Preis: 139 EUR


www.harlemkitesurfing.com

Angebot KB-Ambassador-Programm (Anzahl auf 1 Stck. limitiert) Thrive V2 9.0 (unser Testkite) empf. VK: 2.194 EUR KB-Ambassador-Preis: 1.668 EUR

CrazyFly Kiteboarding CrazyFly Kiteboarding ist eine der renommiertesten Marken der Branche und einer der führenden Anbieter von Carbonboards. Das Angebot des europäischen Unternehmens umfasst zehn Twintips, zwei Foilboards und zwei Kitelinien. Alle Kites und Boards stammen aus eigener Produktion in Europa. CrazyFly steht für qualitativ hochwertige, funktionale, haltbare und leistungsstarke Produkte mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. www.crazyflykites.com Angebot KB-Ambassador-Programm (Anzahl auf je 1 Stck. limitiert) MAX 138 Big Air- und Freeride Carbonboard, Komplett inkl. Bindungen (Carboniq) empf. VK: Board: 1.547 EUR . Bindungen: 289 EUR . komplett: 1.836 EUR KB-Ambassador-Preis: 1.049 EUR Raptor 140 Performance-Freeride-/Freestyle-Board empf. VK: Board: 792 EUR . Bindungen: 289 EUR . komplett: 1.081 EUR KB-Ambassador-Preis: 649 EUR

MAX

Raptor

KITEBOARDING

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KB-Ambassador

HARLEM führt fünf Kitelinien (Thrive V2, Peak, Flow, Hadlow Pro und Thrive LiteX), zwei Twintips und ein Waveboard im Programm.

Das erfolgreichste und beliebteste Kitemodell von HARLEM ist der Thrive. Anfang August hat HARLEM mit dem Thrive V2 den Nachfolger präsentiert. Grösel und Hadlow ist es gelungen, den Thrive V2 gegenüber seinem Vorgänger in nahezu allen Bereichen zu verbessern.

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HARLEM Kitesurfing ist eine noch junge Marke und aktuell eine der am schnellsten wachsenden Kite-Brands weltweit. Das Erfolgsrezept: die Produktion bei Brainchild Production und das Kitedesign von Ralf Grösel und Aaron Hadlow.

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HARLEM Kitesurfing


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AOUA Kiteboarding ist eine noch junge Brand aus Berlin. Gründer und Kitedesigner Jan Alexander Rudolph verfolgt einen eigenen Entwicklungsansatz, er arbeitet mit einer selbst entwickelten Software. Die AOUA-Kites werden mit weniger Tuchsegmenten konstruiert. Dadurch verringert sich die Anzahl der Nähte und damit – trotz robuster Materialien – das Gewicht der Kappe. Beim Leichtbau setzt AOUA gleichzeitig auch auf eine möglichst hohe Haltbarkeit. Das Sortiment ist bewusst schlank gehalten: zwei Kites (Panta II mit fünf Struts und Rhei mit drei Struts), zwei Carbon-Barsysteme (Full Carbon Bar und Carbon Pro Bar) sowie das Twintip Paz.

Angebot KB-Ambassador-Programm (Anzahl auf je 1 Stck. limitiert) AUOA Panta II 9.0 5-Strut-Hangtime-Kite (unser Testkite) empf. VK: 1.399 EUR | KB-Ambassador-Preis: 979 EUR AUOA Panta II 12.0 5-Strut-Hangtime-Kite (unser Testkite) empf. VK: 1.499 EUR | KB-Ambassador-Preis: 1.049 EUR AUOA Rhei 10.0 3-Strut-Performance-Allrounder (unser Testkite) empf. VK: 1.399 EUR | KB-Ambassador-Preis: 979 EUR

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AOUA Kiteboarding

AIRUSH Kiteboarding Im Jahr 2000 auf Maui gegründet, zählt AIRUSH zu den traditionsreichsten Marken im Kitesport. Seit 2025 führt Freestyle-Weltmeister Alex Pastor die Brand in eine neue Ära. AIRUSH steht für innovative, leistungsstarke und langlebige Produkte. Technologien wie der Load Frame und das neue H2 Tri-Axial Ultra PE ermöglichen leichte, steife und zugleich haltbare Kites. Inzwischen in Tarifa ansässig, will Alex Pastor AIRUSH mit konsequenter Produktentwicklung wieder an der Spitze des Kitesports positionieren. www.airush.com

Angebot (Anzahl auf je 1 Stck. limitiert) KB-Ambassador-Programm AIRUSH Lithium Team 10.0 V14 (unser Testkite) empf. VK: 2.149 EUR KB-Ambassador-Preis: 1.289 EUR


STUFF | KB-Ambassador

KITEBOARDING Lesereise 2027 | Auf nach Hamata!

Hakuna Hamata –

seid dabei beim legendären SEAMENRACE! Sonne, Wind, warmes Wasser und jede Menge Kite-Action: Vom 12. bis 16. April 2027 wird das Kite-Village Hamata am Roten Meer wieder zum Treffpunkt der Kitesurf-Community. Das legendäre KITE-VILLAGE TESTIVAL & SEAMENRACE geht in die 11. Runde – und wir reisen gemeinsam hin! Freut euch auf lange Sessions in der riesigen Flachwasserlagune, brandaktuelles Testmaterial von DUOTONE, HARLEM, F-One, WAY Watersports und KOLD Shapes und natürlich auf das legendäre Race around the Island. Hier stehen Hobby-Kiter genauso an der Startlinie wie ambitionierte Racer. Denn beim Seamenrace geht es nicht nur ums Gewinnen, sondern vor allem um eines: gemeinsam richtig viel Spaß auf dem Wasser zu haben.

HARLEM Kitesurfing

F-ONE Kiteboarding

Dazu gibt’s Style Contest, Beachbar, BBQ, Partys und reichlich Gelegenheit, alte Kite-Freunde wiederzutreffen und neue kennenzulernen. Also: Kitebag packen und mitkommen nach Hamata! Wir starten die KITEBOARDING Lesereise zum Kite-Village Testival & Seamenrace 2027 12.–16. April 2027 · Kite-Village Hamata · Ägypten Infos & Reservierung: klaus@kite-village.com www.kite-village.com

DUOTONE Kiteboarding

WAY Watersports

KOLD Shapes


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KITEBOARDING

Text/Interviews Axel Reese

Talent, Style und mentale Stärke im Kitesurfen

Was die Besten von den Besten lernen möchten Dabei geht es längst nicht nur um höhere Sprünge oder spektakuläre Manöver. Mentale Stärke, Kreativität, Leidenschaft und Mut spielen eine ebenso wichtige Rolle wie technische Perfektion. Entstanden ist ein ungewöhnlicher Blick hinter die Kulissen des Profi-Kitesurfens – und die Erkenntnis, dass selbst die Besten der Welt noch Inspiration bei anderen suchen.

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Wer glaubt, die besten Kitesurfer der Welt hätten bereits alles erreicht, irrt. Selbst Weltmeister Legenden unseres Sports schauen gern auf andere Rider und denken: Das hätte ich auch gern – oder: das würde ich auch gerne können. Für diese Geschichte haben wir einige der größten Namen des Sports gefragt, welche drei Fähigkeiten, Eigenschaften oder Talente sie am liebsten von anderen Fahrern übernehmen würden. Die Antworten zeigen überraschend offen, wer ihre Vorbilder sind und welche Qualitäten im Spitzensport wirklich den Unterschied machen.

Matchu Lopes Weltmeister und vierfacher Vize-Weltmeister im Strapless Kitesurfen

MENTALE STÄRKE, STIL UND INSPIRATION Matchu, wenn du drei Fähigkeiten anderer Rider übernehmen könntest – welche wären das? Als Erstes würde ich die mentale Stärke von Mitu Monteiro wählen. Wer die Rangliste anführt, steht unter enormem Druck. Von einem Führenden wird immer erwartet, dass er liefert. Die Verfolger haben es in dieser Hinsicht oft leichter. Mitu hat diese Situation über Jahre hinweg beeindruckend gemeistert.

Beeinflusst das auch dein eigenes Kitesurfen? Absolut. Natürlich versuche ich, Elemente seines Surfens in mein eigenes Wellenreiten einfließen zu lassen. Nicht, um ihn zu kopieren, sondern um mich inspirieren zu lassen.

Und dein zweiter Wunsch? Du bist bekennender Fan vieler Surf-Profis – kommt jetzt ein Wellenreiter? Ja, definitiv. Rob Machado. Er ist eine Legende des Surfens und zugleich einer der entspanntesten und bescheidensten Menschen, die man treffen kann. Was mich besonders fasziniert, ist sein Stil. Alles wirkt mühelos, als würde er mit der Welle tanzen und jeden Moment genießen. Diese Leichtigkeit macht ihn einzigartig.

Warum? Weil er für mich die größte Inspiration überhaupt war. Er ist einer der Hauptgründe, warum ich mit dem Kitesurfen begonnen habe. Neben seinen sportlichen Leistungen ist er ein unglaublich angenehmer Mensch. Außerdem hat er den Strapless-Sport entscheidend geprägt. Seine Leidenschaft, seine Erfahrung und die Art, wie er andere inspiriert, beeindrucken mich bis heute.

Rider Matchu Lopes

Foto Axel Reese

Und Nummer drei? Dann bleibe ich noch einmal bei Mitu.


LEIDENSCHAFT

Lasse Walker Big-Air-Profi, Gewinner des Red Bull Mega Loop 2015

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Technik, Ehrgeiz und Mut

Was die

Lasse, wenn du drei Fähigkeiten anderer Rider übernehmen könntest – welche wären das? Ganz klar: Andrea Principis unglaubliches technisches Gefühl. Er kombiniert in einem einzigen Sprung gefühlt fünf oder sechs Tricks hintereinander. Das erinnert mich manchmal an Tony Hawk auf der Playstation – nur dass Andrea Tricks macht, die es eigentlich gar nicht geben dürfte.

Besten von den

Kann man so etwas nicht einfach trainieren? Es ist unglaublich technisch. Wenn ich ihm zuschaue, erkenne ich zwar, was er macht, aber nicht, wie er es macht. Und es geht nicht um einen einzelnen Trick, sondern um eine ganze Abfolge von Manövern, die er mit perfekter Kontrolle verbindet.

Besten lernen

Ihr kennt euch gut. Könnte er dir das nicht einfach erklären? Teilweise schon. Aber am Ende hat nur er dieses besondere Gefühl für die Sprünge. Manche Dinge lassen sich nicht wirklich erklären – man muss sie fühlen.

möchten

Und die zweite? Kevin Langerees unbedingter Wille zu gewinnen. Kevin will immer Erster werden. Wenn er verliert, trifft ihn das enorm. Erst ein Sieg macht ihn wirklich zufrieden. Ich dagegen kann auch mit einem fünften Platz glücklich sein, wenn ich weiß, dass ich mein Bestes gezeigt habe. Gewinnen ist also nicht alles für dich? Nicht in dem Maße wie für Kevin. Bei ihm steht der Sieg immer an erster Stelle. Und Nummer drei? Giel Vlugt. Er verschiebt im Big Air ständig die Grenzen des Möglichen. Dafür braucht man enormen Mut und die Bereitschaft, Risiken einzugehen. Dabei gehörst du doch selbst zu den mutigsten Ridern der Szene. Ja, aber Giel setzt in dieser Hinsicht noch einmal neue Maßstäbe. (lacht)

Rider Lasse Walker

Foto Danny Houwaart

KITEBOARDING

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Camille Lasserand Drittplatzierte der GKA Strapless World Tour 2025

Flow, Leidenschaft und große Manöver Camille, wenn du drei Fähigkeiten anderer Rider übernehmen könntest – welche wären das? An erster Stelle steht für mich Matchu Lopes’ Backside-Riding. Sein Flow in der Welle ist einzigartig. Niemand auf der Tour kommt in dieser Disziplin auch nur annähernd an ihn heran. Dazu hat er ein außergewöhnliches Gespür dafür, die richtige Welle und die perfekte Section für seine Turns zu finden. Genau das macht ihn so besonders. Und die zweite? Die Erfahrung und Leidenschaft von Mitu Monteiro. Ich lebe ebenfalls für diesen Sport, aber Mitu verkörpert diese Hingabe noch einmal auf einem ganz anderen Niveau. Dazu kommt seine Art, mit Menschen umzugehen. Er inspiriert nicht nur auf dem Wasser, sondern auch daneben. Rider Camille Lasserand

Spot Prea/Brasilien

Bleibt noch die dritte. Dann greife ich ganz oben ins Regal: James Carews Strapless Double Loop. Die Art, wie er diese Manöver springt und landet, setzt derzeit den Maßstab im Strapless Big Air. Jeder auf der Tour schaut hin und versucht zu verstehen, wie er das macht. Das wird James freuen – er sitzt schließlich direkt gegenüber. (lacht) Vielleicht. Aber es ist einfach die Wahrheit. Seine Big-AirManöver sind momentan die Referenz für alle anderen Rider. Gibt es noch etwas, das dich an James beeindruckt? Definitiv. Nach seiner schweren Verletzung in diesem Jahr so zurückzukommen und den Weltmeistertitel nur knapp zu verpassen, war eine außergewöhnliche Leistung. Das verdient großen Respekt. Wie gehst du selbst an neue Tricks heran? Ich arbeite viel mit Visualisierung. Wenn ich neue Manöver lernen möchte, stelle ich mir die Bewegungsabläufe immer wieder vor – oft gemeinsam mit einem Coach. Das hilft enorm dabei, neue Tricks erfolgreich umzusetzen.

Foto Axel Reese


LEIDENSCHAFT | Was die Besten von den Besten

Finn Flügel amtierender Freestyle Weltmeister, Vize-Weltmeister Hydrofoil Big Air

lernen

Style und mentale Stärke

Cool. Die zweite? Janek Grzegorzewski hat mich zu Beginn meiner Big-Air-Karriere enorm geprägt. Ich komme aus dem Freestyle, wo Style und saubere Ausführung eine große Rolle spielen. Genau das hat Janek für mich perfekt verkörpert. Damals hat er Tricks gezeigt, die unglaublich anspruchsvoll waren und gleichzeitig so mühelos aussahen, dass man dachte, man könnte sie sofort lernen. Das hat mich motiviert, mich intensiver mit Big Air zu beschäftigen. Bis heute ist es mein Ziel, Tricks möglichst flüssig und kontrolliert auszuführen. In dieser Hinsicht gibt es immer Entwicklungspotenzial.

möchten

Finn, wenn du drei Fähigkeiten anderer Sportler oder Rider übernehmen könntest – welche wären das? Da fällt mir sofort Carlos Mario ein. Für mich hat er einfach das gewisse Etwas. Als ich noch jung war, konnte ich ihn in El Gouna mehrfach trainieren und bei Wettkämpfen erleben. Er war immer freundlich, nahm sich Zeit für Fans und half auch jüngeren Ridern auf dem Wasser. Schon bei unserer ersten Begegnung wusste ich: Eines Tages möchte ich können, was er kann – und vielleicht selbst einmal ein Vorbild für andere werden. Sein Style ist zeitlos. Auch heute orientieren sich viele junge Rider noch an ihm. Als ich kürzlich einen KGB9 gestanden habe, musste ich sofort an Carlos denken und habe mein Reel deshalb „Inspired by Carlos“ genannt.

Und die dritte? Dann verlasse ich den Kitesport und schaue zum Tennis. Jannik Sinner beeindruckt mich mit seiner mentalen Stärke. Selbst wenn er zurückliegt, bleibt er ruhig und kämpft sich immer wieder zurück ins Match. Gerade im Kitesport, wo wir als Einzelsportler oft allein mit Druck und Erwartungen umgehen müssen, ist diese Fähigkeit enorm wertvoll. Technisch sind viele Rider auf einem ähnlichen Niveau. Oft entscheidet die mentale Stärke darüber, wer seine Leistung im entscheidenden Moment abrufen kann. Deshalb arbeite ich seit längerer Zeit mit Mental- und Performance-Coach Nico Delmas von Seven Seas Coaching zusammen. Ich bin überzeugt, dass wir im Kitesport noch viel von anderen Sportarten lernen können – insbesondere, wenn es um mentale Stärke und professionelle Vorbereitung geht.

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Rider Finn Flügel

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Gianmaria „Cocco“ Coccoluto Freestyle-Weltmeister 2023

Wettkampfmentalität auf höchstem Niveau Cocco, wenn du drei Fähigkeiten anderer Rider übernehmen könntest – welche wären das? Maxime Chabloz beeindruckt mich vor allem durch seine Konzentration und seine Wettkampfmentalität. Er bringt bei Contests unglaublich viel Energie auf das Wasser und weiß genau, wie man professionell an Wettkämpfe herangeht.

Das heißt, du hast keine weiteren Wünsche offen? Sagen wir es so: Im Moment nicht. Natürlich lernt man immer dazu, aber aktuell gibt es keine Fähigkeit, bei der ich denke, dass ich sie unbedingt von jemand anderem übernehmen möchte.

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Woher kommt das deiner Meinung nach? Maxime hat schon als Kind Leistungssport betrieben und Skirennen gefahren. Dadurch hat er früh gelernt, mit Drucksituationen umzugehen und sich auf den entscheidenden Moment zu fokussieren. Diese Erfahrung hilft ihm heute enorm.

Und gibt es noch weitere Eigenschaften anderer Rider, die du gerne übernehmen würdest? Vor einigen Jahren hätte ich wahrscheinlich mehrere Namen genannt. Heute sehe ich das anders. Ich betreibe den Kitesport mittlerweile sehr professionell, habe meinen Traum vom Weltmeistertitel erreicht und fühle mich mit meinem Gesamtpaket sehr wohl.

Rider Gianmaria Coccolutto

Spot Taiba/Brasilien

Foto Andre Magarao

Die Antworten könnten unterschiedlicher kaum sein. Interessant für mich ist, dass keiner der Athleten über Titel, Preisgelder oder Rankings spricht. Stattdessen bewundern alle Eigenschaften wie Kreativität, Stil, mentale Stärke, Leidenschaft, Konsequenz und Mut. Selbst die besten Kitesurfer der Welt suchen Inspiration bei anderen. Genau das macht Spitzensport aus – nicht nur im

Kitesport. Auch wer ganz oben steht, hört nie auf zu lernen. Interessant für mich weiter ist, dass nicht Perfektion diese Athleten antreibt, sondern die Begeisterung für Menschen, die etwas außergewöhnlich gut können. Selbst Weltmeister haben Vorbilder und gönnen anderen ihre Talente und Erfolge. Und genau deshalb werden sie immer besser. Hannah Whiteley


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Text Dirk Seifert Fotos C Resort Mauritius; Dirk Seifert

C Kite Festival 2026 | Mauritius

Spitzensport & Lifestyle vor tropischer Kulisse

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Es gibt Momente beim Kitesurfen, die sich nicht über Sprunghöhen oder Wettkampfergebnisse definieren. Es sind diese Augenblicke, in denen Wind, Wasser und Landschaft perfekt zusammenpassen. Genau dieses Gefühl macht das C Kite Festival auf Mauritius aus. Ende Juni wurde die Lagune von Palmar an der Ostküste der Insel bereits zum fünften Mal zum Treffpunkt der internationalen Kiteszene. Zwischen Palmen, türkisfarbenem Wasser und konstantem Passatwind trafen Freizeitkiter auf Weltmeister, Big-AirSpezialisten und lokale Nachwuchstalente.

C Kite Festival Bereits zum fünften Mal wurde die Lagune von Palmar zum Treffpunkt der internationalen Kiteszene

Das Besondere dabei: Die Profis blieben nie auf Distanz. Absperrungen, VIP-Bereiche oder exklusive Sessions sucht man hier vergeblich. Stattdessen wird gemeinsam gekitet, gefachsimpelt und gefeiert. Weltmeister geben Tipps am Strand, starten den Hobbykitern die Kites, gehen gemeinsam mit ihnen aufs Wasser und nehmen sich Zeit für Gespräche. Genau diese Offenheit verleiht dem Festival seinen einzigartigen Charakter.


REISE | C Kite Festival

Kite by Night: nach Sonnenuntergang verwandelten die mit LEDs beleuchteten Boards der Profikiter die Lagune in eine beeindruckende Bühne

Mauritius

Immer mit Spaß dabei Hannah Whiteley

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C Resorts ist eine Lifestyle-Hotelmarke der Constance Hospitality Group und steht für eine moderne, erlebnisorientierte Form der Hotellerie. Das Resort auf Mauritius verbindet entspannten Luxus mit einem spielerischen, unkonventionellen Ansatz – und richtet sich besonders auch an Kitesurfer. Höhepunkt der Kitesurf-Saison ist das C Kite Festival

Mit Antoine Auriol – ehemaliger Kitesurf-Weltmeister, Abenteurer und TV-Produzent – als Gastgeber versammelte das Festival erneut ein beeindruckendes internationales Fahrerfeld. Mit dabei waren Big-Air-Weltmeister Lorenzo Casati, Big-Air-Weltmeisterin Zara Hoogenraad, Double-Loop-Pionier Giel Vlugt, Hannah Whiteley, Clément Huot sowie Mauritius‘ Freestyle-Local Louka Pitot. Ihre spektakulären Sprünge und Showeinlagen sorgten auf dem Wasser für Staunen, gleichzeitig blieb das Festival seinem ursprünglichen Gedanken treu: Kitesurfen gemeinsam erleben – unabhängig vom persönlichen Leistungsniveau. Sportlich bot das dreitägige Festival alles, was das Kiterherz begehrt: gemeinsame Open-Riding-Sessions mit den Profis, einen Downwinder entlang der spektakulären Ostküste, Best-Trickund Big-Air-Wettbewerbe sowie ein Fun Race. Neu im Programm war die spektakuläre „Kite by Night“-Show. Mein persönliches Highlight: der Downwinder Der Samstagmorgen beginnt früh. Gleich nach dem Frühstück füllt sich der Strand vor dem C Resort Mauritius. Pumpen knarzen, Leinen werden ausgelegt, irgendwo wird noch schnell das Setup kontrolliert. Trotz der vielen Teilnehmer herrscht eine entspannte Atmosphäre. Jeder hilft jedem. Die Windvorhersage ist durchwachsen – aber hoffnungsvoll. Einige Regenschauer sollen vormittags noch über die Lagune ziehen. Und genau so ist es dann auch. Während der Regen einsetzt, schwächelt auch der Wind. Ange-

Sportlich bot das dreitägige Festival alles, was das Kiterherz begehrt: gemeinsame Open-Riding-Sessions mit den Profis, Downwinder, Best-Trickund Big-Air-Wettbewerbe, Fun Races und die spektakuläre „Kite by Night“-Show

setzt war der Start auf 11.00 Uhr, Organisator Antoine Auriol verschiebt um 45 Minuten. Und er tat gut daran. Der Wind baut sich wieder bis auf konstante 20 Knoten auf. Countdown – es geht los. Nach nur wenigen Schlägen öffnet sich die Lagune und die Gruppe verteilt sich über das türkisfarbene Wasser. Rund 60 Kiter gleiten gemeinsam Richtung Poste Lafayette. Mal fahre ich alleine, wenige Sekunden später tauchen links und rechts plötzlich Weltklassefahrer auf, ziehen mühelos ihre Sprünge oder cruisen ganz entspannt neben den Hobbykitern her. Genau diese Mischung macht den Reiz des Downwinders aus. Begleitet wird der Tross durch mehrere Sicherungsboote. Doch keins wird zum Einsatz kommen.


REISE | C Kite

Showtime Abends wurde direkt am Strand gefeiert. Street Food, Livemusik, DJs.

Mauritius

Mit dabei Zara Hoogenraad, Giel Vlugt, Clément Huot, Lorenzo Casati

Festival

Beachparty Nach dem Dinner beginnt die Party

Kulturelles Erlebnis Am Abend verwandelt sich das C Resort in eine Street-Food-Fiest­a

Downwinder nach Post Lafayette: Die Strecke führt entlang der geschützten Ostküste von Mauritius. Weißer Sand, das vorgelagerte Riff und unzählige Blautöne begleiten die rund 60 Teilnehmer des Downwinders. Genau diese Mischung macht den Reiz aus, genau für solche Momente reist man ans andere Ende der Welt Die Strecke führt entlang der geschützten Ostküste von Mauritius. Weißer Sand, das vorgelagerte Riff und unzählige Blautöne begleiten den gesamten Downwinder. Nicht nur die Wasserfarben ändern sich ständig – von helltürkis bis in dunkles Blau – und über dem Riff in allen Schattierungen von beige bis braun – auch die Wasseroberfläche schwankt zwischen Glattwasser und Kabbel, in dem die Strömungen gegeneinander laufen und interessante Strukturen auf der Wasseroberfläche bilden bis hin zu hüfthohen Wellen auf dem Riff. Genau diese Wechsel sind es, die einen Downwinder so spannend machen. Und der Blick auf die vorbeiziehende Landschaft. Immer wieder bleibt mein Blick an der Küste hängen – bevor der nächste Chop zum Carven einlädt. Niemand scheint auf die Uhr zu schauen. Es geht nicht darum, der Schnellste zu sein. Es geht um das gemeinsame Erlebnis auf dem Wasser. Als wir schließlich in Poste Lafayette ankommen, die Gesichter von Salzwasser und Sonne gezeichnet – überall wird gelacht und über die Session ausgetauscht. Die Stimmung unter den Teilnehmern ist ausgelassen und toll. Jeder freut sich, ist stolz auf das Geleistete. Genau für solche Momente reist man ans andere Ende der Welt.

Spektakel bis nach Sonnenuntergang Das Programm während des Drei-Tage-Festivals ist abwechslungsreich. Freestyle-Sessions mit den Profis, Best-Trick- und Big-Air-Contests sowie ein Fun Race sorgten für sportliche Highlights. Wer gerade nicht selbst auf dem Wasser ist, kann den Athleten direkt vom Strand aus zusehen oder durch den kleinen lokalen Markt schlendern. Denn auch an Land ist für Unterhaltung gesorgt. Neu in diesem Jahr war das „Kite by Night“. Nach Sonnenuntergang verwandelten die mit LEDs beleuchteten Boards der Profikiter die Lagune in eine beeindruckende Bühne. Das Zusammenspiel aus Licht, Musik und Moves verlieh dem Festival eine völlig neue Atmosphäre und zeigte einmal mehr, dass Kitesurfen weit mehr sein kann als nur Sport. Abends wurde direkt am Strand gefeiert. Street Food, Livemusik, DJs und entspannte Gespräche zwischen internationalen Profis, Hobby-Kitern und Urlaubern sorgten dafür, dass das Festival auch nach Sonnenuntergang seinen besonderen Charakter behielt.

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Die Teilnehmer des Downwinders die Gesichter von Salzwasser und Sonne gezeichnet. Überall wird gelacht.

Genau diese Mischung aus Spitzensport, Community und der tropischen Kulisse von Mauritius macht den besonderen Reiz des Festivals aus. Wer einmal Teil des Downwinders war und gemeinsam mit Weltklasse-Ridern durch die Lagune gefahren ist, versteht schnell, warum viele Teilnehmer Jahr für Jahr zurückkehren Mehr als ein Wettkampf Das C Kite Festival unterscheidet sich von vielen anderen Events. Natürlich stehen hochklassige Tricks und spektakuläre Big-Air-Sprünge im Mittelpunkt. Gleichzeitig entsteht hier aber auch eine Atmosphäre, die überraschend familiär wirkt. Weltmeister geben Tipps am Strand, fahren gemeinsam mit Freizeitkitern aufs Wasser und nehmen sich Zeit für Gespräche. Genau diese Mischung aus Spitzensport, Community und der tropischen Kulisse von Mauritius macht den besonderen Reiz des Festivals aus. Wer einmal Teil des Downwinders war und gemeinsam mit Weltklasse-Ridern durch die Lagune gefahren ist, versteht schnell, warum viele Teilnehmer Jahr für Jahr zurückkehren. Denn am Ende bleiben nicht Wertungslisten in Erinnerung – sondern das Gefühl, mit dem Wind im Rücken über das türkisfarbene Wasser der Ostküste von Mauritius zu gleiten.

C Mauritius Palmar Das Resort befindet sich direkt am Strand, angeschlossen ist eine Kitestation (AIRUSH-Material). Das Hotel ist luxuriös und bietet alles, was ihr von einem erstklassigen Resort erwarten dürft: einen Infinity-Pool zum Entspannen, ein Spa, ein Fitnessstudio, ein Buffet-Restaurant mit exzellenter Küche sowie eine gemütliche Beach- und Cocktailbar. Hier sind Kiter welcome. Der Höhepunkt der Kitesaison ist das C Kite Festival – in 2027 voraussichtlich Ende Juni

www.c-resorts.com/cmauritius/event/c-kite-festival www.c-resorts.com


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Von den entstandenen Porträts bleibt mir eins besonders in Erinnerung. Meine Silhouette füllt das Bild, darin spiegeln sich Kites, Himmel und Sonnenuntergang. Fast so, als hätte jemand sichtbar gemacht, was mich seit Jahren begleitet.


Text Hannah Whiteley

Fotos Bianca Asher

HANNAH WHITELEYS FRÜHE SESSIONS

Kapstadt im ersten Licht Kapstadt ist ein Sehnsuchtsort. Kapstadt hat viele Gesichter. Immer bestimmend ist der Tafelberg, der wie eine gewaltige Kulisse über dem Atlantik wacht. Für viele Kitesurfer bedeutet die Stadt am Fuße des Tafelbergs aber vor allem eines: kräftiger Südostwind, endlose Wellen, spektakuläre Sunset-Sessions und ein Spot, der Jahr für Jahr die besten Rider der Welt anzieht. Doch während sich am Abend Dutzende Kites am Himmel tummeln, sucht Hannah Whiteley inzwischen nach etwas ganz anderem – nach Stille. Nicht der Spot – sondern der Mensch. „Wir alle kennen diese klassischen Sunset-Sessions. Bedingungen für den Neuner, goldene Abendsonne, jeder pusht sich ans Limit. Das ist spektakulär. Aber eben auch laut. Voll. Chaotisch. Und wenn ich ehrlich bin, zieht mich genau das heute immer weniger an.“

Deshalb reise ich nie ohne einen 12.0er Kite nach Kapstadt. Eine Entscheidung, die auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt. Doch für mich ist sie mittlerweile längst selbstverständlich. Denn genau diese ruhigen Morgen schenken mir das, wonach ich heute suche: Platz. Keine hektischen Starts zwischen dutzenden Kites. Kein Wettstreit um den höchsten Sprung. Kein Publikum am Strand.

Wenn ich nach Kapstadt zurückkehre – inzwischen bereits zum 17. Mal –, fühlt sich vieles vertraut an. Der erste Blick auf den Tafelberg beim Landeanflug. Das tiefe Blau des Atlantiks. Die trockene Luft. Dieser unverwechselbare Südostwind, der hier seit Jahrzehnten die besten Kitesurfer der Welt herausfordert. Kapstadt ist einer dieser seltenen Orte, an denen der Sport nur „Kitesurfen ist für mich gleichbedeutend mit Freiheit. Und ein Teil der Geschichte ist. Zwischen Ozean und Bergen liegen Freiheit fühlt sich anders an, wenn der Himmel nicht voller Weinregionen, Wanderwege, Wildnis und eine kulinarische Viel- Kites hängt.“ falt, die jeden Aufenthalt länger werden lässt, als ursprünglich geplant. Vielleicht Der Atlantik scheint endlos. Niemand sonst ist genau das der Grund, warum ich ist auf dem Wasser. Nur das leise Zischen immer wieder zurückkomme.

der Boardkante, die durch das Wasser schnei-

Jenseits der Stoßzeit det. Das Raunen der Dünung. Das Gefühl, mit Der Mythos Kapstadt lebt vom Wind. Wenn am Nachmittag die berühmte dem Ozean allein zu sein „Tablecloth“ über den Tafelberg zieht und der South Easter oder Kapedoktor Fahrt aufnimmt, Es ist diese Stille, die den Charakter der Session verändert. verwandelt sich Bloubergstrand in ein Freiluftstadion. Die Jeder Ride über das Wasser ist bewusster. Die GeschwinBedingungen sind spektakulär, die Rider ebenso. Kein ande- digkeit verliert nichts von ihrer Intensität, gewinnt aber an rer Spot verkörpert Big Air so sehr wie dieser. Klarheit. Das Meer wird zum Rückzugsort statt zur Bühne. Doch während alle auf die stärkste Windphase warten, Fast meditativ. stelle ich mir eine andere Frage: „Was passiert, wenn alle noch schlafen?“ Wenn der Atlantik erwacht In all den Jahren war mir eines aufgefallen: Kapstadts SonDie Antwort überrascht selbst viele Locals. nenuntergänge sind tausendfach fotografiert worden. Die „Oft heißt es, morgens sei nicht genug Wind. Aber meistens Sonnenaufgänge hingegen kaum. Diese Vorstellung ließ stimmt das gar nicht. Der Wind ist da – nur eben nicht mich nicht mehr los. Ein Ozean, der noch unberührt wirkt. brachial.“ Pastellfarben, die sich langsam über den Horizont legen. Eine Stadt, die noch schläft.

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Für dieses Projekt gibt es nur eine Person, mit der dies teilen und festhalten wollte: die Kapstädter Fotografin Bianca Asher. Freundin. Kreativpartnerin. Und jemand, der bereit ist, den Wecker auf fünf Uhr morgens zu stellen. Als wir Dolphin Beach erreichen, herrscht eine fast unwirkliche Ruhe. Kein Rascheln flatternder Kites. Keine Motorengeräusche. Keine Hektik. Nur das dumpfe Grollen der Brandung und ein Himmel, der Minute für Minute seine Farben wechselt.

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Während ich meinen Kite aufbaue, beginnt der Horizont zu leuchten. Tiefes Orange. Glühendes Rot. Wenig später verschmelzen die Farben mit sanften Rosa- und Lilatönen. Dann gehe ich aufs Wasser, gleite hinaus. Die ersten Meter fühlen sich beinahe unwirklich an. Der Atlantik scheint endlos. Niemand sonst ist auf dem Wasser. Nur das leise Zischen der Boardkante, die durch das Wasser schneidet. Das Raunen der Dünung. Das Gefühl, mit dem Ozean allein zu sein.

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„In solchen Momenten verschwindet alles andere. Wettkämpfe. Social Media. Erwartungen. Ich erinnere sich plötzlich wieder daran, warum ich diesen Sport überhaupt liebe.“

„Die Zusammenarbeit fühlte unglaublich leicht an. Neugierig. Spielerisch. Ohne Druck. Ohne Wettbewerb.“

sich

Dann gehe ich aufs Wasser, gleite hinaus. Die ersten Meter fühlen sich beinahe unwirklich an Nicht das perfekte Bild – sondern das ehrliche Auch fotografisch wollten Bianca und ich keine bekannten Motive wiederholen. Wir experimentierten. Mit Doppelbelichtungen. Mit Licht. Mit Strukturen. Mit Sand auf der Haut, Wind in den Haaren und Silhouetten, die Landschaft und Persönlichkeit miteinander verschmelzen ließen. Es ging nie darum, das perfekte Bild zu produzieren. Sondern ein echtes.

Von den entstandenen Porträts bleibt mir eins besonders in Erinnerung. Meine Silhouette füllt das Bild, darin spiegeln sich Kites, Himmel und Sonnenuntergang. Fast so, als hätte jemand sichtbar gemacht, was mich seit Jahren begleitet. „Mein gesamtes Erwachsenenleben dreht sich ums Kitesurfen. Es beeinflusst meine Entscheidungen, meine Reisen, meine Gedanken. Dieses Bild hat nicht einfach einen Moment eingefangen. Es hat gezeigt, wer ich bin.“


NUR WIND. NUR WASSER. NUR MOVES. Es ist diese Stille, die den Charakter der Session verändert. Jeder Ride über das Wasser ist bewusster. Die Geschwindigkeit verliert nichts von ihrer Intensität, gewinnt aber an Klarheit. Das Meer wird zum Rückzugsort statt zur Bühne. Fast meditativ.

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In solchen Momenten verschwindet alles andere. Wettkämpfe. Social Media. Erwartungen. Ich erinnere sich plötzlich wieder daran, warum ich diesen Sport überhaupt liebe Hannah Whiteley

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Der wahre Luxus Mit den Jahren verändert sich nicht nur das Material. Oder der Fahrstil. Als Rider verändern wir auch unseren Blick auf den Sport. Natürlich liebe ich noch immer den starken Wind. Natürlich genieße ich es, an meine Grenzen zu gehen. Doch der größte Luxus für mich liegt heute woanders. In einem leeren Horizont.

Hannah

Whiteley

Alter

32

Nationalität

Britisch

Geburtsort

England

Lebt zurzeit in

Lytham St. Annes, Großbritannien

Kitesurfing seit

2007

Homespot

Lytham St. Annes

Lieblingsspots

Brasilien, Kapstadt Sommersessions in Großbritannien

Erster Wettbewerb

BKSA – The British Tour 2007

Erste Weltmeisterschaft

PKRA World Tour, Deutschland, 2009

Erfolge

3-fache Britische Meisterin Kitesurf-Speed-Weltmeisterin Vize-Weltmeisterin Big-Air Vize-Weltmeisterin Freestyle

Instagram

@hannahwhiteleyofficial

Website

www.hannahwhiteley.com

In gleichmäßigem Morgenwind. In einem 12er Kite. Und in dem Gefühl, den Ozean für einen kurzen Moment ganz für mich allein zu haben. Vielleicht ist das die eigentliche Magie Kapstadts. Nicht der Wind, über den alle sprechen. Sondern die Sessions, für die kaum jemand bereit ist, vor Sonnenaufgang aufzustehe.


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Kapstadt im ersten Licht Hannah Whiteleys frühe Sessions

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Kiteboarding Magazin #162 by KiteboardingMagazin - Issuu