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Die Saison 2026 ist noch jung – und trotzdem fühlt es sich schon jetzt so an, als würde der Kitesport gerade auf mehreren Ebenen gleichzeitig explodieren. Auf dem Wasser. Im World Cup. In der Produktentwicklung. Und vor allem in den Köpfen der Menschen, die unseren Sport prägen.
Während ich diese Zeilen schreibe, läuft draußen der Frühsommer an. Die ersten langen Sessions nach dem Winter liegen hinter uns, die World Tour ist bereits mit voller Wucht gestartet – und irgendwie spürt man überall diesen besonderen Mix aus Aufbruch, Kreativität und Progression. Genau dieses Gefühl zieht sich durch diese Ausgabe.
Da ist zum Beispiel Finn Flügel. Mit gerade einmal 16 Jahren bereits Freestyle-Weltmeister, Vizeweltmeister im Hydrofoil Big Air und einer der komplettesten Rider seiner Generation. Was mich an Finn besonders beeindruckt: Trotz all der Titel wirkt er weder kalkuliert noch verbissen. Er liebt einfach das Kiten – in all seinen Facetten. Und genau das spürt man – im Interview ab Seite 22.
Überhaupt scheint gerade eine neue Generation den Sport neu zu definieren. Die jungen Rider wachsen ganz selbstverständlich in mehreren Disziplinen gleichzeitig auf. Freestyle, Big Air, Foil, Strapless – die Grenzen verschwimmen zunehmend. Vielleicht ist genau das die Zukunft des Kitesports: weniger Schubladen, mehr Ausdruck.
Gleichzeitig erleben wir aber auch, wie wichtig die Wurzeln unseres Sports bleiben. Carlos „Bebe“ Mario kehrt 2026 zurück auf die Freestyle-Tour. Einer der prägendsten Rider aller Zeiten. Fünffacher Weltmeister. Eine absolute Legende. Sein Interview ab Seite 41 zeigt eindrucksvoll, warum Freestyle weit mehr ist als nur Wettkampf und Tricks – nämlich Persönlichkeit, Kreativität und Leidenschaft.
Auch hinter der Kamera verändert sich der Sport. Fotografen wie André Magarao oder Filmemacher wie Noè Font erzählen und interpretieren Kiteboarden heute völlig neu. Projekte wie Turbulence is Bliss oder die Island-Roadtrips von Camille Losserand und Edgar Ulrich (Seite 28) zeigen, dass moderne Kite-Videos längst mehr sind als reine Actionclips. Es geht um Menschen, Charaktere, Freundschaften und darum, wie wir diesen Sport leben.
Und dann wäre da noch die Materialentwicklung. Duotone entwickelt seine D/LAB-Serie konsequent weiter, Harlem – das zur Zeit immer noch am stärksten wachsende Brand – erweitert sein Portfolio gleich um drei weitere Kites mit einem jeweils auf den Einsatzbereich des Kites abgestimmten Board. CrazyFly überrascht mit dem ersten mechanisch befestigten Kite-Ventil der Branche, Airush startet unter Alex Pastor in eine neue Ära – und kleine Brands wie WAY watersports beweisen, dass bahnbrechende Innovation nicht zwingend von großen Brands kommen muss.
Besonders spannend finde ich dabei, dass sich viele Entwicklungen nicht mehr nur um „mehr Leistung“ drehen. Themen wie Nachhaltigkeit, Haltbarkeit, Reparaturfreundlichkeit oder smartere Konstruktionen werden immer wichtiger. Vielleicht ist genau das ein gutes Zeichen für die Reife unseres Sports.
Auch die GKA World Tour entwickelt sich weiter. Drei World Cups in Deutschland, neue Formate, neue Medienkonzepte und mit Mykonos ein Big-Air-Projekt, das neue Maßstäbe setzen könnte. Das Interview mit Dr. Jörgen Vogt ab Seite 46 zeigt, wie komplex und gleichzeitig fragil die Organisation einer globalen Tour heute geworden ist – und wie viel Leidenschaft hinter der World Tour steckt.
Und dann gibt es noch diese Geschichten, die uns daran erinnern, warum wir überhaupt kiten. Menschen wie Gabi Steindl. Ihre Abenteuer, ihre Reisen und ihre Sicht auf das Leben zeigen, dass Kitesurfen weit mehr sein kann als Leistung oder Wettbewerb. Vielleicht ist genau das die größte Stärke unseres Sports: Dass er uns Freiheit gibt. Und Perspektive.
KB#161 ist eine Ausgabe über Progression – aber auch über Haltung. Über Leistung, aber genauso über Leidenschaft. Über Weltmeister, Visionäre, Kreative und Menschen, die den schönsten Sport der Welt auf ihre jeweils ganz unterschiedliche Weise prägen.
Und jetzt genug geschrieben. Der Wind wartet.
Aloha, Dirk Seifert


04 – 05 Editorial
08 – 19 Sport als Kunstform Portfolio | André Magarao
22 – 27 Noch lange nicht fertig! Interview mit Finn Flügel
28 – 29 OFF THE GRID #unfiltered on Iceland’s Roads
30 – 35 VORTEX Turbulence is Bliss
30 – 35 Dem Sport noch viel geben Interview mit Carlos Mario und Kaya Lehmann
90 – 97 Echte Legacy Brand Interview mit Alex Pastor

64 – 65 Duotone Evo
– 65 Duotone Juice
– 67 Duotone Neo D/LAB
Duotone Twintips
– 77 Harlem Lite X & Rise
– 79 Harlem Flow & Surge
– 79
Hadlow Pro & Descent

Duotone Evo classic / SLS / D/LAB
– 83 Harlem Thrive vs. Peak
–
CrazyFly Sculp vs. Nuke
IMPRESSUM
VERLAG, REDAKTION
Waii Media GmbH
Nordkamp 5 31177 Harsum
Mail: info@kiteboarding.eu
Web: www.kiteboarding.eu
© Waii Media GmbH ISSN 1865-5556
CHEFREDAKTEUR
Dirk Seifert dirk@kiteboarding.eu
GRAFIK UND PRODUKTION
Studio Polenta www.studiopolenta.com
DRUCK
Schipplick+Winkler Printmedien www.printmedien.de
*FOTOGRAFEN UND FOTOGRAFINNEN DIESER AUSGABE
André Magarao . Toby Bromwich . Lukas K. Stiller. Svetlana Romantsova . Lacy Kobulsky
Samuel Cárdenas . Noè Font . Xander Raith
Simone Pullen . Sabrina Nimmrichter . Hugo
Martin . Aris Giannoukos . Anna Rauter
Stephan Kleinlein . Gill Chabaud . Pedro Gomes
ANZEIGEN
Dirk Seifert
Nordkamp 5 31177 Harsum
Mail: dirk@kiteboarding.eu
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 28 vom 05.11.2025

46 – 53 Bei jedem Event einen Top-Livestream Interview mit Dr. Jörgen Vogt
52 – 53 GKA Kite World Tour 2026 Tourplan
54 – 57 Alles andere als episch GKA Kite-Surf World Cup Cape Verde 2026
58 – 61 Lords of Tram GKA Big Air Kite World Cup Frankreich

102 – 105 Seamenrace Hamata/Ägypten Kitefun & Testival
106 – 114 Feuer für Wind, Wasser und Exploration Interview mit Gabi Steindl

Rider: Noè Font
Foto: André Magarao
Spot: Ceará/Brasilien
ABONNEMENTS
KITEBOARDING-Leserservice
D-65341 Eltville
Mail: abo@kiteboarding.eu
Web: kiteboarding.eu
VERTRIEB
VU VERLAGSUNION KG Meßberg 1
D-20086 Hamburg
Web: verlagsunion.de
*AUTOREN UND AUTORINNEN DIESER AUSGABE
André Magarao · Ian MacKinnon · Gemma Hamaini · Simone Pullen · Camille Losserand Edgar Ulrich · Xander Raith · Noè Font · Tom Bridge · Andy Cain · Isak Petersen · Ramiro Gallart · Matteo Dorotini · Hanna Twaróg · Carlos Mario · Alex Pastor · Kaya Lehmann
Dr. Jörgen Vogt · Niklas Pasterniak · Anna Rauter · Jan Vojacek · Gabi Steindl
Die Autoren dieser Ausgabe werden bei den Artikeln genannt. Die Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung von Verlag oder Redaktion wieder. Unverlangt eingesandte Beiträge sind immer willkommen. Der Verlag kann jedoch keine Haftung übernehmen. Verlag, Redaktion und Autor haften auch nicht für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden. Bestehende Patente, Warenzeichen, Gebrauchsmuster und ähnliches sind nicht immer als solche gekennzeichnet, und das Fehlen eines solchen Hinweises lässt nicht den Schluss zu, dass Warennamen, Konstruktionen u. ä. frei sind. Reproduktionen des Inhalts oder Auszüge des Inhalts bedürfen der schriftlichen Genehmigung des Verlags.

Der aus Rio de Janeiro stammende Fotograf André Magarao zählt heute zu den innovativsten Action- und Sportfotografen weltweit. Seine Arbeiten, geprägt von einem unverwechselbaren Stil, konzentrieren sich auf Outdoor-, Wasser- und Extremsportarten.
Jeden Herbst kehrt der inzwischen in Kalifornien lebende Fotograf in seine Heimat Brasilien zurück – genauer gesagt nach Ceará im Nordosten des Landes. Dort, an den legendären Kite-Lagunen von Cauípe und Taíba, trifft er sich mit einigen der weltbesten Kiteboarder um mit ihnen zu shooten. Auf den folgenden Seiten präsentieren wir eine Auswahl seiner eindrucksvollsten Aufnahmen aus dem Herbst 2025.

Rails zu fotografieren hat eine eigene Dynamik. Der Rider ist an eine Linie gebunden, die Bewegung verdichtet sich zu etwas Klarerem, Kontrollierterem. Für mich entsteht dadurch Raum – Raum für Perspektiven, für mutigere Winkel und für Aufnahmen aus Positionen, die sonst kaum möglich wären. Tief, nah am Feature, manchmal fast darunter. Genau dort entsteht diese Spannung, dieses feine Gleichgewicht zwischen Kontrolle und Risiko, das einen Shot lebendig macht.
Rider: Noè Font Spot: Ceará/Brasilien


Rami vereint rohe Kraft mit einem unverkennbar sauberen Stil auf dem Rail. Nach Wochen der Verletzungspause hätte man Zurückhaltung erwarten können – stattdessen das Gegenteil: volle Präsenz. Jede Bewegung präzise, jeder Moment bewusst gesetzt. Keine Spur von Unsicherheit. Nur Fokus. Klar, direkt, kompromisslos.
Rider: Ramiro Gallat Spot: Ceará/Brasilien

Bei Vollmond zu fotografieren ist für mich mehr als ein Setting – es ist eine Herausforderung, die jedes Mal aufs Neue reizt. Dieses Jahr hat alles zusammengepasst: ein wolkenloser Himmel und ein Mond, der tief am Horizont aufging – selten, fast perfekt inszeniert. Ben kenne ich schon länger, doch erst in dieser Saison haben wir zum ersten Mal gemeinsam geshootet. Umso intensiver war die Zusammenarbeit. Viele Sessions, viele Bilder – und das Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort gewesen zu sein.
Rider: Ben Hoffmann Spot: Ceará/Brasilien

Ich komme aus der analogen Fotografie und war schon immer ein großer Fan von Velvia 50, ein Film, der für seine intensiven Farben und starken Kontraste bekannt ist. Ich habe stets versucht, diesen Look digital nachzubilden


GRENZEN DES MACHBAREN
Matteo arbeitet konstant an der Grenze – und verschiebt sie dabei Stück für Stück. Sein Stil ist eigenständig, kompromisslos und weit entfernt vom Gewöhnlichen. Umso erstaunlicher, dass ihm nicht immer die Aufmerksamkeit zukommt, die er verdient. Wer genau hinsieht, erkennt schnell: Hier entsteht etwas, das bleibt.
Rider: Matteo Dorotini Spot: Ceará/Brasilien
Noè war stark in ein ION-Videoprojekt eingebunden, parallel zog es mich für einen Golfdreh nach Kalifornien. Zwei Zeitpläne, die sich nur kurz überschnitten haben. Was blieb, waren wenige Sessions – und das Gefühl, dass noch viel mehr möglich gewesen wäre. Manchmal ist genau das der stärkste Antrieb für die nächste Saison.
Rider: Noè Font Spot: Ceará/Brasilien

Als ich dann mit dem Kitesurfen anfing, wurde mir schnell klar, dass sich Blitzlicht auch hier einsetzen lässt. Ich habe mich gefragt, warum das nicht mehr Fotografen tun. Der Einstieg
war allerdings ziemlich anspruchsvoll.
Der brasilianische Fotograf André Magarao stammt aus Rio de Janeiro. Seine ersten fotografischen Schritte machte er mit der analogen Kamera seines Vaters, sportlich aktiv war er zu der Zeit mit dem Mountainbike. Eine Erfahrung, die sein Gespür für Timing, Bewegung und Dynamik schärfte. Heute gilt Magarao als einer der innovativsten Action- und Sportfotografen weltweit, spezialisiert auf Outdoor-, Wasserund Extremsportarten.
Bekannt ist Magarao für seine einzigartige Lichttechnik. Er war der erste Fotograf, der Blitzlicht gezielt in der Kitefotografie einsetzte – ein Know-how, das er ursprünglich aus der Skateboard-Fotografie übernahm. Seine Aufnahmen sind aufwendig und künstlerisch inszeniert. Für seine Arbeiten typisch sind dramatische Kontraste zwischen natürlichem Licht und künstlicher Beleuchtung, exakte Lichtführung, die Bewegungen einfriert und eine dynamische Bildsprache, die die Leistung und Persönlichkeit der SportlerInnen hervorhebt.
Magarao beschreibt seine Arbeit als „Balance zwischen technischer Präzision und purer Leidenschaft. Licht kontrollieren, wo andere Chaos sehen. Sport als Kunstform zeigen und mit den Athleten auf Augenhöhe zusammenarbeiten“ – eine Haltung, die in seinen Bildern spürbar ist.
Auszeichnungen
Sein Projekt „Action and Light“ brachte ihm den Titel „Sports Photographer of the Year“ bei den International Photography Awards (IPA) ein. Auch bei den European Photography Awards gewann er in der ategorie Editorial Photography – Sports.
Heute lebt der 42-jährige Brasilianer in Laguna Beach, Kalifornien, bleibt seinem Heimatland und den Spots in Ceará aber eng verbunden. Seinen fotografischen Ansatz entwickelt er ständig weiter. Wir trafen ihn zum Interview.
KB: André, du warst einer der Ersten, der Blitzlicht in der Kitesurf-Fotografie eingesetzt hat. Welche Herausforderungen bringt diese Arbeitsweise mit sich?
AM: Bevor ich mit der Kitesurf-Fotografie begann, habe ich bereits Skateboard- und Radfahrer fotografiert – Bereiche, in denen der Einsatz von Blitzlicht ein fester Bestandteil der Bildsprache ist. Das hat mir schon immer großen Spaß gemacht, weil es eine spannende Herausforderung darstellt und gleichzeitig enorme kreative Möglichkeiten eröffnet. Mit Blitzlicht kann man eine ansonsten flache oder wenig interessante Lichtsituation in etwas wirklich Ausdrucksstarkes verwandeln.
Als ich dann mit dem Kitesurfen anfing, wurde mir schnell klar, dass sich Blitzlicht auch hier einsetzen lässt. Ich habe mich gefragt, warum das nicht mehr Fotografen tun. Der Einstieg war allerdings ziemlich anspruchsvoll: Ich musste nicht nur die technischen Aspekte des Blitzens beherrschen, sondern auch eng mit den Fahrern zusammenarbeiten. Sie müssen genau wissen, wie sie sich positionieren, denn beim Fotografieren mit Blitz kommt es auf höchste Präzision an – der Fahrer muss einen ganz bestimmten Punkt im Verhältnis zu den Lichtquellen treffen.
Ich komme aus der analogen Fotografie und war schon immer ein großer Fan von Velvia 50, ein Film, der für seine
intensiven Farben und starken Kontraste bekannt ist. Ich habe stets versucht, diesen Look digital nachzubilden. Gerade in Kombination mit Wasser entfaltet diese Ästhetik eine besondere Wirkung. Als ich begann, Kitesurfen zu fotografieren, fühlte sich das wie die perfekte Verbindung an. Wasser mit Blitzlicht zu inszenieren hat einfach etwas Einzigartiges.
Auch Ceará spielte dabei eine entscheidende Rolle. Als ich das erste Mal dort war, war ich sofort fasziniert. Der Wind weht fast täglich perfekt zum Sonnenuntergang, doch das natürliche Licht kann aufgrund der Nähe zum Äquator recht hart sein. Gleichzeitig wirkt es durch den vom Land kommenden Wind, der feinen Salzwassernebel mit sich bringt, oft etwas flach, was den Kontrast reduziert. Genau das sind für mich ideale Bedingungen, um mit Blitzlicht zu arbeiten und Bilder zu schaffen, die sich deutlich vom natürlichen Licht abheben.
Im Gegensatz dazu herrschen an Orten wie Hood River fast den ganzen Tag über perfekte Lichtverhältnisse, sodass weniger Eingriffe nötig sind. In gewisser Weise hat mich auch meine brasilianische Herkunft in diese Richtung geprägt: Der Blitz wurde für mich zu einem Werkzeug, um schwieriges Licht in etwas Dynamisches und Eigenständiges zu verwandeln.
Solche Wellen sind in Brasilien selten – weich, rund, fast schwerelos. Wenn sie kommen, zählt jeder Moment. Ben nutzt genau diesen Raum. Der Front Stalefish sitzt perfekt, aber es ist der gehaltene Grab über den 12-Uhr-Punkt hinaus, der den Shot trägt. Ein kurzer Moment, der alles erzählt: Kontrolle, Timing, Commitment.
Rider: Ben Hoffmann Spot: Ceará/Brasilien


ANDRÉ MAGARAO
ALTER 42 Jahre
NATIONALITÄT Brasilianer
LEBT IN Laguna Beach, Kalifornien
WEBSITE andremagarao.com
SOZIALE MEDIEN @andre_magarao
KB: Wie hat sich dein Stil über die Jahre verändert? Was war dir vor zehn Jahren wichtig – und was heute?
AM: Ich glaube, dass sich Stil nicht grundlegend verändert. Er entwickelt sich vielmehr organisch über die Zeit – ähnlich wie beim Kitesurfen. Dein Stil entsteht aus deinen Erfahrungen und aus allem, was du im Leben gesehen, beobachtet und aufgenommen hast. Natürlich passe ich meine Herangehensweise je nach Projekt an, aber es gibt immer einen bestimmten Look und ein Gefühl, das mich besonders anspricht. Was sich hingegen deutlich verändert hat, ist die Ausrüstung. Wie auch im Kitesurfen eröffnet neue Technik in der Fotografie ständig neue Möglichkeiten, Ideen umzusetzen und Grenzen zu verschieben. Aber im Kern ist das, was mich visuell reizt, über die Jahre hinweg ziemlich konstant geblieben.
KB: Wie haben sich die Fahrer, mit denen du arbeitest, verändert?
AM: Das Niveau im Freestyle hat sich enorm gesteigert. Für mich macht das vieles einfacher, weil es heute mehr Tricks und damit auch mehr Möglichkeiten gibt, spannende Momente festzuhalten. Zudem arbeite ich seit vielen Jahren mit einigen Fahrern zusammen, sodass ein starkes gegenseitiges Verständnis entstanden ist. Wir wissen genau, was der jeweils andere braucht, um ein starkes Bild zu erzeugen.
Gleichzeitig ist die Arbeit aber auch anspruchsvoller geworden. Die Fahrer sind schneller und kraftvoller, die Tricks spektakulärer – dadurch werden Timing und Positionierung noch entscheidender. Gerade beim Einsatz von Blitzlicht ist Präzision heute wichtiger denn je.
Ehrlich gesagt hat sich jedoch vor allem die Lagune selbst verändert. Cauípe wurde durch behördliche Eingriffe beeinflusst und liegt heute nicht mehr so optimal im Wind wie früher, was bestimmte Aufnahmen erschwert. Taíba funktioniert in den letzten Jahren besser, ist aber ebenfalls nicht perfekt.
Auch das Umfeld hat sich gewandelt: Früher hatten wir deutlich mehr Freiheit, die Spots zu nutzen. Heute gibt es mehr Kite-Kurse, mehr Fahrer und insgesamt mehr Betrieb – das Arbeitsumfeld ist ein völlig anderes geworden.
KB: Das Titelbild dieser Ausgabe stammt von dir. Es ist nicht das erste KB-Cover mit einem Foto von dir, aber dein erstes mit Noè Font. Du arbeitest oft mit ihm zusammen. Was verbindet euch?
AM: Noè ist ein außergewöhnlicher Fahrer, nicht zuletzt, weil er auch ein sehr guter Filmer ist. Dadurch versteht er viel besser als viele andere, was ich visuell erreichen möchte – und das macht einen großen Unterschied. Er arbeitet intensiv daran, seinen Stil weiterzuentwickeln. Das erlaubt uns, uns sehr detailliert mit einzelnen Tricks auseinanderzusetzen und gemeinsam zu überlegen, wie wir sie am besten festhalten. Wir tauschen uns viel über die Ästhetik eines Shootings aus, was mir persönlich großen Spaß macht.
KB: Alex Pastor hat die Marke Airush übernommen. Wie bewertest du diesen Schritt?
AM: Ich freue mich sehr für Alex. Er ist ein großartiger Mensch und verfügt über ein tiefes Verständnis für Kite-Design und dessen Einfluss auf die Entwicklung des Sports. Ganz ehrlich: Wenn es möglich gewesen wäre, wäre ich damals sogar öfter nach Tarifa gereist, nur um häufiger mit ihm zu arbeiten. Ich wünsche ihm alles Gute für seine neue Rolle und hoffe, dass sich in Zukunft Gelegenheiten ergeben, gemeinsam an Airush-Projekten zu arbeiten. Spannend ist auch, wie er mit Bruna, Davi, Baby Shark und Rami – der inzwischen fast schon als Brasilianer durchgeht – ein starkes brasilianisches Team aufbaut.
KB: Du hast auch ein enges Verhältnis zu Carlos „Bebe“ Mario. Was schätzt du an ihm – und wie siehst du sein Comeback im Freestyle mit der deutschen Brand F2?
AM: Bebe ist ein unglaublich herzlicher Mensch. Es beeindruckt mich immer wieder, wie freundlich und selbstlos er ist. Manchmal wünsche ich mir, er würde Englisch sprechen, damit ihn noch mehr Menschen weltweit so schätzen könnten, wie er es verdient. Er erholt sich aktuell noch von seiner Verletzung, daher ist schwer abzuschätzen, wie viele Wettkämpfe er dieses Jahr bestreiten kann. Aber er erhält viel Unterstützung von F2, die sehr offen dafür sind, ihr Material an seine Bedürfnisse anzupassen – das ist großartig zu sehen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was er mit einem C-Kite wieder zeigen wird.
KB: Du fotografierst hauptsächlich Freestyle und Park-Riding. Was fasziniert dich daran?
AM: Ich fotografiere Freestyle und Park unglaublich gerne, nicht zuletzt, weil diese Disziplinen perfekt zu der Art von Licht passen, mit der ich arbeite – insbesondere in Kombination mit Blitzlicht bei Sonnenuntergang. Ein weiterer Faktor ist aber auch die Zugänglichkeit. Shootings an Orten wie Südafrika sind kostspielig, und es ist schwierig, dort längere Zeit zu arbeiten, ohne einen konkreten Auftrag von Marken oder Fahrern zu haben. Trotzdem würde ich sehr gerne häufiger dort fotografieren. Wenn sich also Möglichkeiten zur Zusammenarbeit ergeben, bin ich jederzeit offen dafür.
KB: Wer hat die Obstacles auf den diesjährigen Fotos aus Brasilien gebaut?
AM: Noè hat sie vor einigen Jahren gebaut. Am Ende der Saison werden sie jeweils demontiert und eingelagert und im nächsten Jahr wieder rausgeholt und aufgebaut. Seit Jahren sind es dieselben Elemente – wir geben ihnen jede Saison mit neuer Farbe einen frischen Look.
KB: Du lebst in Kalifornien – wirst du im Herbst 2026 wieder in Ceará sein?
AM: Ja, ich freue mich schon sehr darauf, wieder in Ceará zu sein. Ehrlich gesagt würde ich am liebsten sofort zum Big-AirEvent nach Frankreich reisen, um dort zu fotografieren. Ich liebe die Kitesurf-Fotografie und würde sie gerne noch viel häufiger ausüben. Wenn sich mehr Gelegenheiten ergeben, ich bin sofort dabei.
Pursuit of perfection.

Brand new Diamond Light Weave and NW carbon construction.



Finn Flügel ist Weltmeister – im Freestyle. Der erst 16-jährige Athlet aus Hof schreibt damit Geschichte: Als erster deutscher männlicher Fahrer holt er den Titel in der Königsdisziplin des Kitesurfens. Eine außergewöhnliche Leistung. Und es bleibt nicht dabei: In der letzten Saison sichert sich der Youngster zudem den Vizeweltmeistertitel im Hydrofoil
Big Air, wird U19-Weltmeister im Big Air und beendet die Männerwertung auf einem starken fünften Platz.
Wir haben mit dem erfolgreichsten deutschen Kiteboarder – und einem der vielversprechendsten Talente im Kitesport – darüber gesprochen, was ihm der Freestyle-Weltmeistertitel bedeutet und welche Ziele er als Nächstes verfolgt.

Grundsätzlich glaube ich, dass die Entwicklung im Big Air in den nächsten Jahren stärker sein wird als im Freestyle, und das spornt mich schon an
KB: Finn, mega Congrats! Du bist Freestyle-Weltmeister 2025 –was für eine Leistung! Was bedeutet dir dieser Titel?
FF: Dieser Titel bedeutet mir wirklich alles! Auch nach ein paar Monaten fühlt es sich manchmal noch nicht real an, und ja, ich denke sehr oft daran und daran, wie es war, als ich wusste: Ich habe es wirklich geschafft. Wie du weißt, habe ich, seit ich ungefähr 11 Jahre alt bin und mit dem Freestylen angefangen habe, daraufhin trainiert. Dass ich mir diesen Traum dann tatsächlich schon mit 16 erfüllen konnte, ist wirklich ein unglaubliches Gefühl.
KB: Du bist aktuell der erfolgreichste Kiteboarder weltweit: Weltmeister im Freestyle, Vizeweltmeister im Hydrofoil Big Air, U19-Weltmeister im Big Air und in der Männerwertung im Big Air auf Platz 5. Besonders beeindruckend ist deine Vielseitigkeit. Wie schaffst du es, in zwei unterschiedlichen Disziplinen – Freestyle und Big Air – so erfolgreich zu sein?
FF: Ganz easy, ich kite einfach gerne. Im Ernst, was soll ich sagen: Ich bin nicht der Typ Kiter, der auf die perfekten Conditions am Strand wartet und dann erst aufs Wasser geht. Ich gehe einfach immer raus, sobald irgendein Schirm oben bleibt. Also glaube ich schon, dass es die vielen Stunden auf dem Wasser sind, die einen gut werden lassen. Hinzu kommt, dass man seinen Sport professionell angehen muss. Da gibt es in anderen Sportarten genügend Vorbilder, und das muss auch in unsere Köpfe rein. Ich selbst kann mir gar nicht vorstellen, nur alleine zu trainieren, auch wenn man denkt, ich kann schon quasi alles. Es sind die vielen kleinen Feinheiten und Movements, die meiner Meinung nach am Ende den Unterschied ausmachen – und vielleicht noch ein bisschen Bewegungstalent.
KB: 2026 stehen bei der GKA im Freestyle drei Events (Mexiko, Borkum, Taiba), im Big Air zwei (Lords of Tram und Mykonos) und im Hydrofoil Big Air ebenfalls zwei World Cups (Sylt und Abu Dhabi) auf dem Programm. Auf welchen World Cups wirst du in der Saison 2026 starten?
FF: Gerade erreichst du mich in Frankreich, zu Hause bei Nico Delmas, meinem Trainer. Hier bereite ich mich auf Lords of Tram vor, und danach geht es direkt wieder zurück nach Gouna, wo ich mich auf Freestyle vorbereiten werde. Ich hatte jetzt seit Anfang Dezember trainingsfrei, sprich, ich bin immer nur mit meinen Friends kiten gewesen, und das habe ich sehr genossen. Auch, um einfach mal ein wenig runterzukommen. Ich habe viel Padel gespielt und habe seit einiger Zeit das Soaring für mich entdeckt. Ich gehöre übrigens jetzt auch zum Flare International Team. Zurück zu deiner Frage: Ich trete bei allen Events an, ganz nach dem Motto „wenn schon, denn schon“.
KB: Du bist nicht nur ein Ausnahmetalent im Kitesport, sondern auch im Wingfoilen und Foilen Weltklasse. Warum hast du dich für eine Karriere im Kitesport entschieden?
FF: Kiten ist einfach alles für mich! Die Technik, Höhe, Adrenalin, Weite und die Ruhe mit einem Foil, wenn es durchs Wasser zischt – es gibt nichts Besseres. Dieses Feeling habe ich bis dato bei keiner anderen Sportart gefunden. Klar ist es schön, Wingen oder Foilen zu gehen, und sehe ich die Tricks von den Jungs, dann probiere ich die natürlich auch aus, und es motiviert mich. Aber ich will mich auf Kiten konzentrieren, alles andere mache ich „for fun“.
KB: Mit sechs Jahren standest du zum ersten Mal mit einem Kite auf dem Board. Wie kam es, dass du so früh mit dem Kiten begonnen hast?
FF: Das lag natürlich zum großen Teil an meinen Eltern, die ja auch in jeder freien Minute auf dem Wasser sind. Sie haben mich immer überall mit hingenommen, und so bin ich einfach von ganz klein auf hineingewachsen. Alles drumherum hat mich schon immer interessiert, und sie haben mich einfach machen lassen. Vielleicht habe ich sie auch einfach zu doll genervt. Jedenfalls durfte ich, nachdem ich Hunderte Stunden Trainerkite geflogen bin und Wakeboarden konnte, mit einem unserer damaligen Kitelehrer aufs Wasser, und nach einer Woche bin ich hin und her gefahren.
KB: Deine Eltern sind beide begeisterte Boardsportler – auf dem Wasser und im Schnee – und unterstützen dich, ebenso wie dein Trainer. Wie wichtig ist dieses Umfeld und diese Unterstützung für dich?
Das ist für mich super wichtig, und ich kann mir nicht vorstellen, darauf verzichten zu müssen! Ich bin jetzt 16 Jahre alt und reise natürlich noch nicht überall alleine hin, sodass ein wichtiger Punkt für mich ist, dass mich jemand von meinen Eltern begleitet. Meine Mom kümmert sich natürlich um die Flüge und Unterkünfte, und ich hoffe, das bleibt auch noch lange so. Ohne Nico kann ich mir mein Training nicht vorstellen. Wir sind über die Jahre so eng zusammengewachsen, dass ich uns schlichtweg als Dreamteam bezeichnen würde. Er kennt mich in- und auswendig, sodass er es mir auch nicht krumm nimmt, wenn ich mal nicht super gelaunt bin, weil Tricks an diesem einen Tag nicht klappen.
KB: Dein Trainer ist Nico Delmas, der unter anderem auch die sechsfache und amtierende Freestyle-Weltmeisterin Bruna Kajiya trainiert. Wie entscheidend ist die Arbeit mit einem Trainer, um im World Cup so erfolgreich zu sein wie du?
FF: Unverzichtbar! Wie ich schon gesagt habe, kennen wir uns beide supergut und haben ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Aber er ist und bleibt mein Trainer, und ich vertraue ihm voll und ganz. Denke ich z. B. an Brasilien zurück, dann haben wir sozusagen eine Arbeitsteilung: Er sagt an, welche Tricks ich machen soll – natürlich haben wir das vorab besprochen – und ich halte mir den Kopf so weit frei, dass ich mich rein auf meine Leistung fokussieren kann. Das klappt mittlerweile auch mental supergut, was für mich ein entscheidender Faktor geworden ist.
KB: Nico ist Freestyler. Arbeitest du mit Nico nur im Freestyle oder auch im Big Air?
FF: Ich arbeite mit Nico in allen meinen Disziplinen zusammen. Ich würde auch gar nicht mehr sagen, dass sein Fokus auf Freestyle liegt – er ist einfach ein super Trainer und kann mir bei meinen Bewegungsabläufen ziemlich genau sagen, was ich anders machen muss. Da ist es egal, ob ich Hydrofoil oder Big Air fahre. Wichtig ist einfach, dass du einen Trainer hast, der dir auch taktisch hilft und sich auskennt. Da ist es ziemlich gleich, ob er Freestyler oder Big-Air-Rider ist.
KB: 2021 hast du – mit 12 Jahren – deinen ersten Freestyle-Weltmeistertitel (in der U14-Wertung) gewonnen. Nur ein Jahr später, 2022 – mit 13 bzw. 14 – bist du erstmals bei den Män-
nern gestartet und hast die Saison auf Platz 12 der Gesamtwertung beendet. Im selben Jahr hast du auch deinen U14-Weltmeistertitel verteidigt und im Strapless Freestyle (ebenfalls U14) Platz 4 belegt. Im Big Air hattest du im März 2023 bei den Lords of Tram in Barcarès mit 15 Jahren dein Debüt im Big Air – und wurdest 13. Gemeinsam mit Leonardo Casati warst du der jüngste Teilnehmer. Im Big Air darf man erst in einem höheren Alter starten als im Freestyle, oder?
FF: Zumindest bei den GKA-Events kann ich dir das gar nicht so genau beantworten. In jedem Fall musst du, um bei den Herren starten zu dürfen, 14 Jahre alt sein. Ich durfte damals schon ein Jahr früher und bin mit einer Wildcard in Kolumbien reingekommen. Grundsätzlich finde ich aber, dass du bei Big Air einfach kräftiger sein musst, sodass es weniger Sinn macht, so früh schon bei den Herren zu starten. Beim Freestyle, finde ich, fällt das nicht so ins Gewicht. Wenn ich so für mich überlege, dann war mein Big-AirDebüt im Herbst 2024 in Brasilien genau richtig. Da war ich 15, und ich fand, dass ich zumindest dort keinen Nachteil hatte. Bei den Red-Bull-Events ist es tatsächlich so, dass man in den meisten Ländern 18 sein muss, um starten zu dürfen. Aber es gab auch im letzten Jahr schon Ausnahmen, und ich hoffe, dass ich in diesem Jahr auch bei dem einen oder anderen dabei sein darf.
KB: Diese Fragen bekommst du bestimmt oft gestellt: Was reizt dich aktuell mehr – Freestyle oder Big Air?
FF: Das kann ich so gar nicht entscheiden. Ich liebe einfach beides, und es kommt immer auch darauf an, wo ich bin.

Wenn ich in El Gouna bin, dann trainiere ich am liebsten Old-School-Airstyle mit dem Twintip oder Foil, weil wir weder starken Wind noch butterflat Conditions haben. Wenn ich weiß, es geht für vier Wochen nach Griechenland, dann bin ich natürlich im Freestyle-Mode. Gleiches gilt für Tarifa: Balneario zum Freestylen – eher nicht! Grundsätzlich glaube ich aber, dass die Entwicklung im Big Air in den nächsten Jahren stärker sein wird als im Freestyle, und das spornt mich schon an.
KB: Im Freestyle hast du mit deinem WM-Titel bereits alles erreicht, was es zu erreichen gilt. Und das bereits mit 16 Jahren. Worum geht es dir ab jetzt im Freestyle?
FF: Im Ernst, ich habe mir schon die Frage gestellt: „Und was kommt jetzt?“ Ich finde, es ist auch normal, dass man solche Gedanken hat und sich erst einmal sammeln muss. Man muss zwei Dinge unterscheiden. Erstens: Ja, ich möchte im Freestyle weitere Titel holen. Da bin ich noch lange nicht fertig. Und zweitens: Worum geht es mir persönlich? Ich möchte sehr gerne zeigen, dass Freestyle auch Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und des eigenen Fahrstils ist. Dazu gehören für mich auch meine Straps, auch wenn manche Leute das nicht so gut finden. Ich will weiter an meinem eigenen Stil arbeiten und meine aktuellen Tricks optimieren, um noch mehr herauszuholen. Natürlich hoffe ich, dass noch viele neue Tricks entstehen.
Freestyle ist einfach mehr als die Tricks, die jahrelang bei allen Comps zu sehen waren. Dafür stehe ich, und ich hoffe, dass die jungen Rider, die nachkommen, das auch so sehen.
KB: Einer der ganz Großen im Freestyle ist Carlos Mario. Nach seinem Comeback bist du häufig gegen ihn angetreten. Seit 2025 fährt er im F2-Team, dem Team deines Vaters. Altersmäßig trennen euch mehr als zehn Jahre. Gemeinsam mit Bruna Kajiya warst du lange im Airush-Team. Welche Rolle spielen Ausnahmetalente, die lange den Freestyle und/oder den Big Air geprägt haben und mehrere Titel und Auszeichnungen geholt haben, wie Aaron Hadlow, Carlos Mario, Bruna Kajiya, Kevin Langeree, Ruben Lenten oder auch Alex Pastor, für dich?
FF: Also ich freue mich sowohl für Carlos als auch für meinen Dad. Die beiden kennen sich schon viele Jahre, und ich glaube, dass Carlos gut mit F2 zusammenarbeiten kann. Mein Dad ist in jedem Fall eine Person, die alles in Bewegung setzt, um seinen Ridern das beste Material zur Verfügung zu stellen. Natürlich kenne ich sowohl Carlos als auch Bruna gut, und gerade mit Bruna trainiere ich häufig zusammen, weil wir beide von Nico gecoacht werden. All diese Namen haben natürlich eine Beständigkeit im Kiten. Aber wenn ich jemanden nennen soll, dann ist es immer wieder Carlos. Er hat so viel aus seiner Karriere herausgeholt, ist bodenständig, und davor habe ich großen Respekt.
KB: Du bist nicht nur der erfolgreichste deutsche Kiteboarder aller Zeiten, sondern auch der einzige deutsche Red-BullAthlet im Kitesport. Was bedeutet dir die Unterstützung von Red Bull?
FF: Das ist natürlich selbstverständlich! Es war mein Kindheitstraum, der mit Red Bull in Erfüllung gegangen ist. Ich hatte das Glück, dass sie schon vor einigen Jahren auf mich aufmerksam geworden sind, und wir konnten uns langsam herantasten. Gerade so junge Athleten, wie ich es war, dürfen sich noch nicht von einer Energy-Marke unterstützen lassen. Aber ich sag dir mal was: Red Bull ist viel mehr als ein Energy Drink. Sie haben mir von Anfang an die bestmögliche Unterstützung gegeben, sei es mit Workshops oder ihrem Performance Center. All das war mir am Anfang gar nicht so bewusst. Ich bin jetzt im zweiten Jahr, und ich möchte deren Unterstützung nicht mehr missen.
KB: Bisher bist du im Freestyle und Big Air auf F2-Twintips gestartet. Ab 2026 wirst du im Freestyle und im Big Air ausschließlich mit Duotone-Material antreten. Ist das für dich eine große Umstellung?
FF: Die Umstellung kommt ja nicht von heute auf morgen. Ich hatte die Gelegenheit, die Boards ausführlich zu testen, und ich bin wirklich happy mit meinem neuen Material. Gerade auch die Freestyle-Boards wurden so angepasst, dass sie mit meinem Riding-Style optimal funktionieren. Ich finde es super, dass ich auch gefragt werde und nicht einfach so die Boards vor die Nase gesetzt bekomme.
KB: Beim Hydrofoil-Worldcup in Abu Dhabi bist du zunächst mit einem Flysurfer-Softkite gestartet. Im Finale hast du kurz vor Ende deines Heats auf einen Tubekite gewechselt und einen Handlepass – also einen klassischen Freestyle-Trick –gezeigt. Welche Rolle spielen Freestyle-Elemente im Big Air?

Ich möchte einfach verletzungsfrei bleiben und meine Zeit mit meinen Freunden und der Familie auf dem Wasser verbringen. Mehr brauche ich nicht.
FF: Wenn du dich an Abu Dhabi erinnerst, dann sind wir quasi ohne Wind gefahren. Es wäre nahezu unmöglich gewesen, mit Tubekites die komplette Comp zu fahren, weil sie nicht am Himmel geblieben sind. Wir hatten teilweise unter 10 Knoten. Natürlich ist es nicht gerade ideal für einen Rider, wenn man nicht das Material des Sponsors fährt, aber ich hatte keine andere Möglichkeit. Ich hatte mich bereits vor dem Finale mit Nico abgesprochen, dass ich, wenn der Wind ausreicht, einen Freestyle-Trick machen werde. Das gab es so noch nicht in einer Comp, und wir beide sind davon ausgegangen, dass ich einen hohen Score dafür bekomme. Leider war es dann am Ende nicht so, und die Judges wollten lieber noch eine Umdrehung mehr sehen. Das hat mich definitiv den Titel gekostet. Für mich spielen die verschiedenen Elemente eine große Rolle, und ich finde, dass man einiges an Freestyle im Big Air mit einbauen kann. Ich selbst werde das auch so beibehalten, auch wenn es immer ein Risiko bedeutet und am Ende vielleicht nicht bewertet wird.
KB: Freestyle ist die älteste Disziplin im Kitesport und hat sich seit den Anfängen stetig weiterentwickelt. Besonders prägend war der Einfluss von Boots und Wakestyle-Tricks. Du warst einer der ersten Rider, die wieder mit Schlaufen im Freestyle angetreten sind. Wie glaubst du, wird sich der Freestyle in Zukunft verändern?
FF: Das ist ganz schwierig zu beantworten. Gehen wir wieder dorthin, wo Freestyle noch vor ein paar Jahren war, dann wird es ziemlich schwer für die Zukunft werden. Es dauert schlichtweg Jahre, bis man das Wettkampfniveau erreicht, und ich sehe es an mir selbst, wie viele Hunderte Stunden und wie viel Einsatz es braucht, um dorthin zu gelangen. Viele der jüngeren Rider fangen damit nicht ganz so früh an, wie ich es getan habe, und wenn du schon mal 20 und älter bist, dann ist es wahrscheinlich schon zu spät, um in den Wettkampfzirkus einzusteigen. Daher ist für mich der einzige Weg, Freestyle vielseitiger zu machen, weiter an Blind- und Toeside-Tricks sowie Combos zu arbeiten – und vor allen Dingen die Leute selbst entscheiden zu lassen, ob sie Boots oder Straps fahren wollen. Alles andere wird den Freestyle-Sport irgendwann killen – für mich fühlt sich das wie eine Sackgasse an.
KB: Welche neuen Trends erwartest du im Big Air?
FF: Viel Board-Technik – oder soll ich sagen: Akrobatik? Ich denke, dass der Trend stark in Richtung inverted Flips geht sowie Osmosis-Tricks und sauber ausgeführte, hohe Single Loops. All das wären für mich die neuen Trends.
KB: Wie sind deine Ambitionen, beim Red Bull King of the Air zu starten?
FF: Klar und deutlich ein JA! Natürlich möchte ich diesmal dabei sein. Aber ich stresse mich nicht: Entweder sie wollen mich dabeihaben und denken, dass ich ready dafür bin –oder eben nicht. Ich kann deren Entscheidung sowieso nicht beeinflussen.
KB: Und deine Pläne und sportlichen Ziele für 2026?
FF: Ziele: meinen Freestyle-Weltmeistertitel verteidigen! Ebenso möchte ich so gut wie möglich im Big Air abschließen, und ich schaue auch auf den Hydrofoil-Titel. Der Youth-Weltmeistertitel – egal ob Big Air oder Freestyle – ist auch eines meiner erklärten Ziele. Ansonsten möchte ich einfach verletzungsfrei bleiben und meine Zeit mit meinen Freunden und der Familie auf dem Wasser verbringen –mehr brauche ich nicht.

Finn Flügel
Alter 16
Nationalität Deutsch
Instagram @flyfinni
Mein
Ziel
ist
es, den Freestyle Weltmeister Titel zu verteidigen! Und ich möchte ich so gut es geht im Big Air abschließen – und ich schaue auch auf den Hydrofoil Titel.
Geburtsort Hof/Oberfranken
Lebt zurzeit in Hof und El Gouna/Ägypten
Lieblingsspots Taiba (Freestyle), Balneario Tarifa (Big Air)
Homespot El Gouna/Ägypten

Camille Losserand nimmt uns mit durch die atemberaubenden Landschaften Islands und lässt uns an – neben packender Kite-Action – auch an offenen Gesprächen teilhaben. Sie spricht über Vorbilder, Authentizität und darüber, wie Frauen im Kitesurfen gestärkt werden können. Zwischen rauen Küsten, langen Autofahrten und intensiven Sessions gibt Camille mit seltener, unverblümter Ehrlichkeit Einblicke in ihr Leben. Ein einzigartiger Kitesurf-Clip aus weiblicher Perspektive.



Edgar Ulrich, französischer Kitesurfer aus Hyères, zählt zu den explosivsten Talenten des Sports. Während seines IslandRoadtrips bekommen wir die seltene Gelegenheit, hinter die Fassade des „coolen Typen“ zu blicken. In ihm steckt weit mehr Tiefe, Intensität und ungebändigte Energie, als viele vermuten. Am fokussiertesten ist Edgar, wenn er sich extremen Herausforderungen stellt. Das Gefühl beim Sprung von einer 300 Meter hohen Klippe mit seinem Kite? Pure Ruhe. Was andere denken, interessiert ihn nicht. Getrieben von Leidenschaft und einem unstillbaren Drang nach Adrenalin verschiebt er immer wieder die Grenzen des Möglichen – ob beim Kitesurfen oder in anderen Actionsportarten. Edgar liefert Momente, die den Atem rauben.
Link zum Video
Ich hoffe, wir können den Schwung von Vortex nutzen. Freunde, die das tun, was sie lieben und sich gegenseitig pushen.

Das neuste Filmprojekt von Tom Bridge, Xander Raith und Noè Font
Mit ihrem Debütfilm „Vortex“ – veröffentlicht im Februar 2025 – haben Tom Bridge, Xander Raith und Noè Font nicht nur einen Meilenstein in ihrer Karriere gesetzt – die drei passionierten Kiteboarder haben mit Vortex auch einen neuen Standard im Bereich der Kiteboarding-Filme gesetzt. Vortex ist mehr als ein Film. Neben beeindruckender Kiteaction bietet Vortex zudem auch einen sehr persönlichen Einblick in ihre Welt, ihren Lifestyle und ihre Art, den Sport zu leben. Ein zeitloses Stück moderner Medienkultur, das weit über den Moment hinaus Bestand haben wird. Wer den Film gesehen hat, erinnert sich vielleicht an die letzten Sekunden nach dem Abspann. Dort taucht ein Hinweis auf ihr nächstes Projekt auf: „AFTER VORTEX COMES TURBULENCE, AND TURBULENCE IS BLISS.“

Am Ende spielt es keine Rolle, wo du bist oder was du tust. Es sind die Menschen um dich herum, die eine Erfahrung prägen.
Xander Raith

Turbulence Crew: Tom Bridge, Xander Raith, Noè Font, Andy Cain, Isak Petersen, Ramiro Gallart, Matteo Dorotini und Hanna Twaróg.
Damals war das kaum mehr als eine Idee – kein konkreter Plan, sondern vielmehr das Versprechen, ihre gemeinsame Dynamik und Perspektive weiterzuführen.
Doch nach der Premiere in Kapstadt und dem Online-Release wurde schnell klar: Vortex hatte einen Nerv getroffen. Besonders die Chemie zwischen Tom, Xander und Noè sowie ihre Persönlichkeiten standen im Fokus. Das Feedback ging weit über das Riding hinaus – die Zuschauer wollten mehr über das Leben hinter den Kulissen sehen, über Freundschaft, Entscheidungen und den Lifestyle, der ihre Projekte so besonders macht.
Genau daraus entstand die Grundlage für das nächste Kapitel. Vortex funktionierte, weil die drei nicht nur außergewöhnliche Rider sind, sondern weil jeder von ihnen eine eigene Identität mitbringt. Diese Individualität wurde im ersten Film nur angerissen – und sollte nu weiterentwickelt werden. Das Ergebnis: Turbulence, das neueste Projekt von Knot Future.

Turbulence sollte größer werden als Vortex. Mehr Rider, mehr Perspektiven, mehr Energie. Zur Crew stießen Andy Cain, Isak Petersen, Ramiro Gallart, Matteo Dorotini und Hanna Twaróg

Baja ist perfekt für unser Filmprojekt: frischer Fisch, endlose Margaritas, riesige Kakteen – und eine Lagune als perfekter Playground für Kiteboarding

Ich hoffe, das Projekt zeigt, wie viel Ausdruck im Riding mit Features steckt – und inspiriert andere, ihren eigenen Weg zu gehen.
Andy Cain
Willkommen in Baja California Sur, wo die Geschichte weitergeht – erzählt aus der Perspektive von Xander Raith.
„Am Ende spielt es keine Rolle, wo du bist oder was du tust“, sagt Xander. „Es sind die Menschen um dich herum, die eine Erfahrung prägen.“ Und doch hilft es, wenn man mit einer Crew unterwegs ist, die man sich besser nicht wünschen könnte – an einem Ort, der wie gemacht ist fürs Kitesurfen. Baja ist genau das: frischer Fisch, endlose Margaritas, riesige Kakteen – und eine Lagune, die sich wie ein perfekter Playground für Kiteboarding anfühlt.
Während Vortex noch mit einem kleinen Team entstand – einfach, effizient und getragen von einer gemeinsamen Vision –war schnell klar: Turbulence sollte größer werden. Mehr Rider, mehr Perspektiven, mehr Energie. Zur Crew stießen bekannte Namen wie Andy Cain, Isak Petersen, Ramiro Gallart, Matteo Dorotini und Hanna Twaróg.
Andy Cain –der Schlüssel zu Choco Lake
Im Zentrum dieses Trips stand jedoch eine Person: Andy Cain. Für Noè ist klar: „Wenn ich an Baja denke, denke ich zuerst an Andy. Er ist der Inbegriff dessen, was Park Riding so besonders macht.“ Andy ist ruhig, bescheiden und gleichzeitig so etwas wie der heimliche Hüter eines der außergewöhnlichsten Spots im Kiteboarding: Choco Lake. Diese flache Lagune liegt mitten in der Wüste, nur wenige Kilometer vom Meer entfernt. Umgeben von gigantischen Cardón-Kakteen – den größten der Welt – wirkt der Spot fast surreal. Gespeist wird er indirekt vom Ozean, und über die Jahre ist er zu Andys zweitem Zuhause geworden. Ohne ihn wäre dieser Ort vermutlich einfach nur ein unscheinbares Stück flaches Wasser geblieben. Doch Andy hat daraus etwas erschaffen: einen Playground. Er baut Rails, Features und Setups – oft komplett selbst. Noch bevor die Crew ankam, hatte er bereits anhand ihrer Skizzen neue Elemente konstruiert und perfekt verschweißt. Für ihn ist Choco ein Ort unbegrenzter Möglichkeiten. Sein Style auf dem Wasser spiegelt genau das wider: kraftvoll, smooth, kompromisslos. Während andere schon überpowert sind, fährt er entspannt seinen 14er. Groß, stark, ruhig – ein Typ, den man ruft, wenn der Kühlschrank bewegt werden muss. Und gleichzeitig jemand, den jeder sofort ins Herz schließt.
Was Turbulence besonders macht, ist nicht nur das Level auf dem Wasser, sondern auch das, was im Hintergrund passiert. Die Idee war nie, Vortex zu kopieren – sondern darauf aufzubauen. Tom bringt es auf den Punkt: „Ich hoffe, wir können den Schwung von Vortex nutzen und etwas zeigen, das im Kiteboarding fehlt. Es geht nicht nur um Tricks, sondern um das Gefühl dahinter – drei Freunde, die das tun, was sie lieben, und sich gegenseitig pushen.“ Statt eines klassischen Films ist Turbulence als Serie angelegt. Der Trip nach Baja bildet den ersten Teil – und zeigt nicht nur die besten Clips, sondern auch den Weg dorthin. Denn oft steckt hinter wenigen Sekunden Footage ein ganzer Tag Arbeit. Oder mehrere.
Wenn ich an Baja denke, denke ich zuerst an Andy. Er ist der Inbegriff dessen, was Park Riding so besonders macht.
Noè Font
Jeder Tag begann in der Hitze der Wüste und endete mit den letzten Schatten der Kakteen. Stundenlanges Filmen, Aufbauen, Ausprobieren. Manche Tage liefen perfekt. Andere gar nicht.
Dazwischen lagen auch Rückschläge – inklusive einer schweren Verletzung, die einen Teil der Saison beendete. Doch genau das gehört dazu. „Alles, was wirklich etwas bedeutet, kommt selten ohne Hindernisse“, sagt Xander. Und trotzdem – oder gerade deshalb – war dieser Trip etwas Besonderes.
Fast jeder Moment wurde dokumentiert. Kameras waren mehr als genug vorhanden – und Isak Petersen hatte gefühlt permanent den Finger auf dem Record-Button. Hunderte Gigabyte Material entstanden. Jede Session, jeder Aufbau, jeder kleine Fortschritt. Denn genau darum geht es bei Turbulence: nicht nur das Ergebnis zu zeigen, sondern den gesamten Prozess.
Turbulenz als Zustand
Andy selbst beschreibt die Vision so: „Ich hoffe, das Projekt zeigt, wie viel Ausdruck im Riding mit Features steckt – und inspiriert andere, ihren eigenen Weg zu gehen.“ Genau das ist der Kern von Turbulence: Progression, Kreativität, Freundschaft – und ein gemeinsames Erlebnis an einem Ort, der für alle eine besondere Bedeutung hat. Und so wurde aus einer Idee Realität.
Oder, um es mit eigenen Worten zu sagen: In Baja war Turbulenz tatsächlich pures Glück.
„Turbulence is Bliss“ ist seit Ende Mai 2026 online.










Take your riding to the next level
Der Titel als GKA Youth World Champion 2023, mein 3. Platz bei meinem ersten GKA Freestyle World Cup in Dunkerque und mein dritter Platz im Overall Ranking der GKA World Tour 2024 sind meine Highlights

Interview mit Kaya Lehmann
Kaya Lehmann gehört zu den spannendsten NachwuchsfahrerInnen der internationalen Kitesurf-Szene. Aufgewachsen in Dänemark, startet die 20-jährige im World Cup für Deutschland. Wir haben mit ihr über ihren Weg in den Sport, große Momente auf der GKA World Tour und ihren größten Wunsch gesprochen.

KB: Kaya, du lebst in Dänemark, startest international aber für Deutschland. Wie kommt das?
KL: Meine Eltern sind Deutsche, wir leben aber seit über 17 Jahren in Kopenhagen. Die Nähe zum Wasser macht Dänemark zu einem perfekten Kite-Revier. Seit diesem Jahr wohne ich in Hvide Sande an der dänischen Westküste – mit idealen Bedingungen für Wassersport. Seit meinem Einstieg in die GKA World Tour 2023 starte ich für Deutschland – das Team ist größer und bietet somit mehr Möglichkeiten.
KB: Du bist schon sehr früh in den Wassersport eingestiegen. Wann begann deine Wettkampfkarriere im Kiten?
KL: Ja, ich habe mit sechs Jahren angefangen zu segeln – im Optimisten – und auch an internationalen Regatten teilgenommen. 2018 kam das Kiten dazu. 2020 startete ich bei meinen ersten nationalen Wettbewerben, 2021 folgte mein internationales Debüt beim GKA Youth World Cup in Tarifa mit zwei dritten Plätzen – im Freestyle und Strapless. 2023 wurde ich Youth World Champion im Freestyle.
KB: Was fasziniert dich am Kitesurfen?
KB: Du startest in mehreren Disziplinen. Wo liegt dein Schwerpunkt?
KL: Am meisten liegt mir die technische Seite des Sports – also Freestyle und Strapless Freestyle. Je nach Bedingungen aber auch Big Air und Wave. Dieses Jahr liegt mein Fokus klar auf Freestyle-Wettkämpfen. Und ich plane auf der GKA Tour im Strapless auf Sylt und in Brasilien anzutreten.
KB: Was war bisher dein emotionalster Karriere-Moment?
KL: Der Titel als GKA Youth World Champion 2023 und mein 3. Platz bei meinem ersten GKA Freestyle World Cup in Dun-
KL: Die Vielfalt. Je nach Wind, Welle und Spot können wir völlig unterschiedliche Disziplinen fahren – Freestyle, Big Air oder Strapless. Genau diese Abwechslung macht den Sport für mich so spannend.
Es
ist super motivierend, Teil eines so starken und erfolgreichen Teams zu sein. Mit Finn Flügel verbindet mich eine lange Freundschaft

kerque 2024 waren große Highlights. Besonders emotional aber war mein dritter Platz im Overall Ranking der GKA World Tour 2024.
KB: Wie bist du abseits der Wettkämpfe?
KL: Ich bin sehr zielstrebig, aber brauche auch Ausgleich. Ich studiere online Immobilienwirtschaft an der IU. In meiner freien Zeit bin ich meistens auf dem Wasser – beim Surfen, Waken oder einfach mit Freunden.
KB: Wie gehst du mit Druck und Erwartungen im Wettkampf um?
KL: Nach meinem dritten Platz in meinem ersten GKA-Jahr waren die Erwartungen hoch. Mittlerweile versuche ich, entspannter damit umzugehen und meinen eigenen Rhythmus zu finden. Viel Training – allein oder mit anderen – hilft mir dabei.
KB: Du bist neu im internationalen F2-Team. Wie fühlt sich das an?
KL: Es ist super motivierend, Teil eines so starken und erfolgreichen Teams zu sein. Gemeinsam mit Finn Flügel, Carlos Mario, Manoel Soares und Estefania Rosa zu starten ist großartig und super inspirierend für mich. Wir kenn uns ja schon von dem Wettkämpfen und Trainings her. Und mit Finn Flügel verbindet mich eine lange Freundschaft – wir pushen uns gegenseitig.
KB: Neben deinen Starts auf der GKA World Tour, welche weiteren Wettbewerbe stehen 2026 an?
KL: KL: Wenn es passt, fahre ich die dänische Meisterschaft und auch einige lokale Contests mit.
KB: Die Teilnahme am internationalen Profizirkus ist kostspielig. Wer – außer F2 – unterstützt dich?
KL: Ja, ohne Sponsoren wäre der internationale Wettkampfsport kaum möglich. Neben F2 unterstützt mich seit mehreren Jahren die Ringkøbing Landbobank. Neu dazugekommen ist die Sportförderung von VW Financial Services.
KB: Was darf auf Reisen nie fehlen?
KL: Eine lokale eSIM fürs Handy und Kopfhörer mit guter Musik.
KB: Und wenn du gerade nicht auf dem Wasser bist?
KL: Dann bin ich meist unterwegs im Campervan unterwegs, um neue Kite- und Surfspots für mich zu entdecken. Sardinien gehört definitiv zu meinen Lieblingszielen. Auch liebe ich es, Surfen oder Waken zu gehen.
KB: Dein Blick in die Zukunft?
KL: Ich möchte weiterhin auf der GKA World Tour fahren und möglichst viel Zeit auf dem Wasser verbringen. Parallel mache ich meinen Bachelor in Immobilienwirtschaft, um auch beruflich gut aufgestellt zu sein.
KB: Dein Wunsch für die Zukunft?
KL: Ganz einfach: Weltfrieden.
Interview mit Carlos „Bebe“ Mario

Der Brasilianer Carlos „Bebe“ Mario ist ein absolutes Ausnahmetalent im Kitesport. Bereits mit 15 Jahren startete der fünffache Freestyle-Weltmeister bei internationalen Wettbewerben – und prägte den Freestyle in den vergangenen zwölf Jahren maßgeblich.
Aufgewachsen ist „Bebe“, wie ihn seine Freunde nennen, direkt an der Cauipe-Lagune nahe Cumbuco in Brasilien – einem der weltweit bekanntesten Freestyle-Spots. Seine ersten Kites baute er selbst aus Stöcken und Plastikfolie, seine Boards aus Holz, Kunststoff und Styropor. Viele Jahre fuhr er für Slingshot, bis das amerikanische Brand die Zusammenarbeit Mitte 2025 beendete. Doch „Super Mario“ denkt nicht ans Aufhören. 2026 startet er sein Comeback im Freestyle – unterstützt vom deutschen Brand F2. Und, im Mai wird er beim GKA-Event auf Borkum in Deutschland am Start sein.
KB: Bebe, du bist direkt an der Cauipe-Lagune aufgewachsen. Welche Impulse hat dir das gegeben?
CM: In Cauípe aufzuwachsen war etwas ganz Besonderes. Dort lebt und atmet praktisch jeder für das Kitesurfen – diese Atmosphäre hat mich schon als Kind unglaublich motiviert. Ich hatte viel Unterstützung von meiner Familie und meinen Freunden: mein Onkel Goiaba, mein Bruder Madson, meine Cousins und viele aus der Community. Wir haben unzählige Stunden an der Lagune verbracht, trainiert und uns gegenseitig gepusht. Das hat mich stark geprägt.
KB: Mit fünf Weltmeistertiteln im Freestyle bist du der erfolgreichste Kiteboarder aller Zeiten. Wie hast du deine Tricks gelernt?
CM: An der Lagune trainieren regelmäßig einige der besten Rider der Welt. Ich habe ihnen stundenlang zugesehen und versucht zu verstehen, wie ihre Tricks funktionieren. Als ich meine erste eigene Ausrüstung hatte, habe ich alles direkt ausprobiert – oft durch Trial and Error. Vieles habe ich mir selbst beigebracht, aber immer inspiriert von dem, was ich gesehen habe.
KB: Welche Menschen haben dich am meisten inspiriert?
CM: Mein Bruder Madson war eine meiner größten Inspirationen. Er war immer an meiner Seite, hat mich unterstützt und motiviert. Aber auch die vielen starken Rider aus Cauípe und Cumbuco haben mich geprägt. Dort ist das Niveau extrem hoch – das spornt mich auch heute noch jeden Tag an, besser zu werden.

KB: 2013 bist du mit 15 Jahren bei deinem ersten World Cup an deinem Homespot gestartet. Wie hast du dich vorbereitet – und was hat dieser Moment für dich bedeutet?
CM: Mein erster World Cup zu Hause in Cauípe war etwas ganz Besonderes. Ich war natürlich nervös, aber gleichzeitig auch unglaublich glücklich. Ich habe mich einfach darauf konzentriert, mein Bestes zu geben. Dieser Moment hat mir gezeigt, dass ich mit den besten Ridern der Welt mithalten kann – das war ein echter Wendepunkt für mich.
KB: 2013 begann auch deine Zusammenarbeit mit Slingshot, die 2025 endete. Wie hast du diesen Einschnitt erlebt?
CM: Das war definitiv eine schwierige Phase. Wir haben viele Jahre zusammengearbeitet und große Erfolge gefeiert. Dafür bin ich sehr dankbar. Gleichzeitig gehört Veränderung im Profisport dazu. Ich schaue jetzt nach vorne, nehme neue Herausforderungen an und bin motiviert, mich weiterzuentwickeln.
Ich möchte im Freestyle stark zurückkommen und zeigen, dass ich dem Sport noch viel geben kann – auch als Inspiration für die nächste Generation.
KB: Deinen ersten World Cup hast du in Argentinien gewonnen. Welche Bedeutung hat dieser Sieg für dich?
CM: Meinen ersten World Cup zu gewinnen war ein wahr gewordener Traum. Dieser Sieg hat mir viel Selbstvertrauen gegeben und gezeigt, dass sich die ganze harte Arbeit lohnt. Jeder Erfolg bedeutet mir viel, weil dahinter Jahre an Training, Disziplin und Leidenschaft stecken.
KB: Du hast im Kitesurfen alles erreicht – und gleichzeitig immer junge Locals unterstützt. Warum ist dir das wichtig?
CM: Ich komme selbst aus einer einfachen Community und weiß, wie entscheidend Unterstützung sein kann. Deshalb versuche ich, etwas zurückzugeben und junge Rider aus Cauípe zu fördern. Dort gibt es unglaublich viele Talente –manchmal fehlt ihnen einfach nur eine Chance oder die richtige Unterstützung.
KB: Du hast den Freestyle maßgeblich geprägt. Ist dir diese Rolle bewusst?
CM: Es macht mich sehr glücklich zu sehen, dass neue Rider Tricks machen, die ich mitentwickelt oder populär gemacht habe. Das zeigt mir, dass sich der Sport weiterentwickelt. Ich sehe mich als Teil dieses Prozesses – und das motiviert mich, weiter kreativ zu sein.
KB: Du fährst seit deinem 15. Lebensjahr internationale Wettbewerbe und trittst heute gegen eine neue Generation an. Wie fühlt sich das an?
CM: Die neue Generation ist extrem talentiert und sehr hungrig. Gegen sie zu fahren ist eine große Motivation, weil es mich zwingt, mich ständig weiterzuentwickeln. Ich genieße diese Herausforderung – sie hält mich auf Top-Niveau.
KB: Die letzten Jahre waren sehr intensiv. Welcher Moment hat dich besonders berührt
CM: Es gab viele besondere Momente, vor allem die Weltmeistertitel. Aber am meisten bedeutet es mir, meine Community zu repräsentieren und nie zu vergessen, woher ich komme. Das gibt mir Kraft und hält mich auf dem Boden.
KB: 2026 stehen drei GKA-Freestyle-Events an: Mexiko, Borkum und Taíba. Was sind deine Ziele für die Saison?
CM: Ich möchte im Freestyle stark zurückkommen, bei den Events gute Ergebnisse erzielen und jeden Moment auf dem Wasser genießen. Gleichzeitig will ich mich weiterentwickeln und zeigen, dass ich dem Sport noch viel geben kann – sowohl als Athlet als auch als Inspiration für die nächste Generation.
KB: Bebe, wir freuen uns sehr, dich wieder auf der GKA Freestyle Tour zu sehen – und im Mai auf Borkum. Vielen Dank für das Interview!

Alter 28
Nationalität Brasilianisch
Homespot Cauipe / Brasilien
Erfolge/Titel

5-facher Freestyle Weltmeister 2015 / 2016 / 2017 / 2018 / 2023
GKA Air Games World Champion 2018
Instagram @carlosmariobebe




Wahlheimat Seit einigen Jahren lebt Dr. Jörgen Vogt auf Mauritius, direkt an seinem Lieblingsspot One Eye
Authentizität
Der CEO der GKA ist nicht nur Funktionär, sondern auch Athlet
Rider: Dr. Jörgen Vogt

GKA Event GmbH und Global Kitesports Association e.V. (GKA). Zwei Organisationen – gleiche Kürzel – aber jeweils unterschiedliche Rechtsformen, Strukturen und auch Aufgaben.
Wir haben mit Dr. Jörgen Vogt, CEO beider Organisationen, darüber gesprochen, wie die Verantwortlichkeiten zwischen GmbH und e.V. genau verteilt sind.
Außerdem geben wir einen Überblick über den vollständigen Tourplan der GKA World Tour 2026 und berichten über die ersten beiden Stopps der Saison: den Kite-Surf World Cup Cape Verde 2026 (Wave) sowie den Lords of Tram GKA Big Air Kite World Cup in Frankreich (Big Air).
TEXT/INTERVIEW DIRK SEIFERT
SAMUEL CÁRDENAS
FOTOS
SVETLANA ROMANTSOVA
LUKAS K. STILLER


Interview mit Dr. Jörgen Vogt, CEO der GKA Event GmbH und Secretary General der Global Kitesports Association e.V. (GKA).
Der Hamburger Dr. Jörgen Vogt gehört zu den prägenden Figuren im Kitesport. Als CEO der GKA Event GmbH und Secretary General der Global Kitesports Association e.V. zieht er seit Jahren die Fäden hinter den Kulissen – von politischen Auseinandersetzungen um Kitespots in Deutschland bis hin zur Organisation der Kite World Tour mit Stopps rund um den Globus.
Im Gespräch gibt er Einblicke in die Strukturen der GKA, die Herausforderungen im internationalen Wettkampfsport und die Entwicklungen, die den Kitesport in Zukunft prägen werden. INFO

DR. JÖRGEN VOGT ERÖFFNET DIE GKA AWARDS IN KAPSTADT IM JANUAR 2025
GKA AWARDS
Die GKA Awards zählen zu den bedeutendsten Auszeichnungen im internationalen Kitesurfen. Sie würdigen herausragende Leistungen von Athletinnen und Athleten sowie wichtige Beiträge zur Entwicklung des Sports weltweit. Dabei stehen nicht nur Wettkampferfolge im Fokus, sondern auch Innovation, Einfluss auf die Szene und außergewöhnliche Projekte innerhalb der globalen Kitesurf-Community.
Während eines festlichen Galaabends werden in einer emotionalen Zeremonie 14 Trophäen verliehen. In verschiedenen Kategorien – Freestyle, Big Air, Wave und Nachwuchsleistungen – werden die besten Rider und prägendsten Persönlichkeiten des Sports ausgezeichnet. Die genauen Kategorien können sich von Jahr zu Jahr leicht ändern, orientieren sich aber immer an den wichtigsten Disziplinen und Einflüssen im Sport.
Die GKA Awards sind damit mehr als nur eine Preisverleihung: Sie sind ein zentraler Treffpunkt der internationalen Szene, ein Rückblick auf die wichtigsten Momente des Sports und zugleich auch ein Ausblick in die Zukunft.
Die Global Kitesports Association ist ein Verein, die GKA Event GmbH eine privatrechtliche Firma. Da war ich bei der Namensgebung etwas einfallslos.
KB: Moin Jörgen, du bist CEO der GKA Event GmbH und Secretary General der Global Kitesports Association e.V. Zwei Organisationen, ein Dach. Wie teilen sich die Aufgaben zwischen GmbH und Verein konkret auf?
JV: Hier muss ich zunächst die rechtliche Struktur klarstellen. Die Global Kitesports Association ist ein Verein, man kann auch sagen eine Organisation. Die GKA Event GmbH ist eine privatrechtliche Firma. Das gemeinsame Dach besteht nicht rechtlich, sondern vielleicht dadurch, dass ich mich um beides hauptverantwortlich kümmere. Verwirrend ist, dass beides dieselbe Abkürzung GKA im Namen trägt – wie ja auch die GKA Kite World Tour. Da war ich bei der Namensgebung etwas einfallslos. Nun zu den Aufgaben: Die GKA Organisation ist der Verband der Hersteller. Zu seinen Aufgaben gehört z.B., Produktstandardisierungen zu erreichen, wie etwa die ISO-Zertifizierung der Quick Releases, das Erstellen von Statistiken über den Kite-Markt und, für viele vermutlich noch in Erinnerung, der Kampf gegen das von Habeck angestrebte Kiteverbot an der Nordsee. Die Event GmbH wiederum richtet die GKA Kite World Tour und die GWA Wingfoil World Tour aus.
KB: Als Geschäftsführer beider Organisationen – der GKA Event GmbH und des GKA e.V. – kommt es dabei gelegentlich zu Interessenskonflikten – oder greifen die Strukturen sauber ineinander?
JV: Da die Aufgabenbereiche keine Überschneidungen haben, ist der einzige Interessenkonflikt mein Zeitkontingent. Da ich aber ein recht großes und super Team bei den World Touren habe, die mir einen Großteil an Arbeiten im Zusammenhang mit den World Touren abnehmen, kann ich beiden Aufgabenfeldern gerecht werden.
KB: Der GKA e.V. als Herstellerverband wurde 2014 gegründet und ist somit älter als die GKA Event GmbH, die die Kite World Tour veranstaltet. Was war damals der aktuelle Anlass für die Gründung des Verbands?
JV: Bis zur Gründung der GKA hatten die Kite Brands kein gemeinsames Vertretungsorgan, das der Industrie eine einheitliche Stimme hätte geben können. So waren viele Brands z.B. nicht glücklich mit dem Freestyle-Format der damaligen World Tour, weil dieses sich nicht nur immer weiter vom Kunden entfernte, sondern auch zu extrem vielen Verletzungen bei den Fahrern führte. Diesen Weg wollten viele Brands nicht mehr unterstützen und gemeinsam einen Modernisierungsvorschlag erarbeiten. Ein anderes Thema waren die Bestrebungen der deutschen Politik, das
Kiten zu beschränken oder gar zu verbieten. Auch bei diesem Thema konnte sich nur eine starke Stimme Gehör verschaffen und nicht ein vielstimmiger Chor. Last but not least kam 2014 das Thema Olympia auf, und die Brands wünschten sich eine gemeinsame Beteiligung an den Entscheidungsprozessen.
KB: Eine der Bestrebungen der deutschen Politik, das Kiten einzuschränken, war 2014 die Novellierung der Befahrensverordnung im Nationalpark Wattenmeer. Diese ist inzwischen verabschiedet. Wie ist dein Fazit – können wir als Kiteboarder mit der finalen Fassung zufrieden sein?
JV: Wenn man sich den ursprünglichen Plan von Habeck und Co. vor Augen führt, ist die Antwort JA. Es ist uns gelungen, die relevanten Kitespots in Norddeutschland zu erhalten und in Niedersachsen nicht nur Rechtssicherheit für die bestehenden Kitespots zu erzielen, sondern auch einige weitere Flächen für die Ausübung unseres Sports dazuzugewinnen. Ganz entscheidend ist aber, dass die von Habeck gewollte Beweislastumkehr verhindert wurde. Danach wäre Kiten nämlich grundsätzlich komplett verboten gewesen und es wären nur ein paar Erlaubniszonen eingerichtet worden, die aber von den zuständigen Behörden jederzeit hätten zugemacht werden können; es sei denn, Betroffene hätten beweisen können, dass an dem jeweiligen Spot durch das Kiten keine Beeinträchtigung des Naturschutzes gegeben wäre. Ein völlig unmögliches Unterfangen, da bereits das bloße Aufhalten in diesen Gebieten als Beeinträchtigung gewertet werden kann.
KB: Als CEO des damals neu gegründeten GKA e. V. warst du an den Änderungen gegenüber der ursprünglichen Fassung maßgeblich beteiligt. Wie lief dieser Prozess – besonders der hinter den Kulissen – ab?
JV: Der erzielte Erfolg hatte viele Mütter und Väter. Ohne den aufopfernden Einsatz von vielen Freiwilligen sähe das Bild für den Kitesport in Norddeutschland heute anders aus. Wir konnten die unterschiedlichen Aktivitäten für die Verhandlungen auf Bundesebene bei der GKA zentralisieren und auf der regionalen Ebene durch die Unterstützung der Vereine vor Ort Kompromisse mit den Gemeinden treffen, die für alle akzeptierbar waren. Es gab aus meiner Sicht jedoch drei entscheidende Meilensteine. Der erste war der Medienlärm, den wir veranstaltet haben. Nur dieser hat die Politiker aufhorchen lassen und so wurde das Thema auch zum Wahlkampfthema in Schleswig-Holstein. Es gab sogar eine Anfrage der FDP zum Thema im Deutschen Bundestag. Dadurch musste sich Habeck öffentlich erklären und sich kritischen Fragen von diversen Wirtschaftsverbänden und der Opposition stellen. Damit konnte das Verbot nicht mehr im Verborgenen durchgemogelt werden. Der zweite Meilenstein war ein Gutachten zur Scheuchwirkung auf Vögel durch Kites, das wir von demselben Institut erstellen ließen, das auch vom Bundesumweltministerium und anderen Bundesministerien beauftragt wird. Dieses kam in seinem Gutachten zur gegenteiligen Auffassung wie die Verbotsbefürworter. Drittens der gegen das Land Niedersachsen gewonnene Prozess, in dessen Urteil alle Kite-Verbote in Niedersachsen als rechtsunwirksam erklärt wurden. Natürlich war das Ganze dann auch ein politisches Strategiespiel zwischen den unterschiedlichen Regierungsparteien auf Bundes- und Landesebene.

GKA Awards 14 Trophäen wurden vergeben.
Foto: Samuel Cárdenas

Ich habe die Wave-&-Strapless-Freestyle-Tour gegründet.
Nach einigen Geburtswehen kam die Disziplin Freestyle dazu.
Rider: Gianmaria Coccoluto Foto: Svetlana Romantsova

Wir versuchen, bei der Tour gleichzeitig konstant und auch innovativ zu sein. Neue Disziplinen müssen sich über eine gewisse Zeit etablieren.
Rider: Alex Soto, Charles Brodel, Jaimie Overbeek, Maxime Chabloz Foto_ Samuel Cárdenas

Immer ein Ohr für die Rider Gianmaria Coccoluto,

Stylische Trophäen Freestyle World Cup Katar 2023

KB: Wie ist die aktuelle Situation in Deutschland? Vor zwei Jahren plante der Umweltminister von Schleswig-Holstein, Tobias Goldschmidt (Bündnis 90/Die Grünen), einen Nationalpark Ostsee von Fehmarn bis zur Flensburger Förde – mit erheblichen Einschränkungen für Wassersportler. Wie sicher sind unsere Spots wirklich?
JV: Mit dem Vorhaben, die Ostsee zum Nationalpark zu machen, konnte sich die Landesregierung in SchleswigHolstein ja nun nicht durchsetzen. Allerdings wurden diverse neue Schutzgebiete eingerichtet. Davon sind besonders die West- und Nordseite Fehmarns betroffen. Ich hoffe, dass das Thema jetzt erst einmal Ruhe findet und alle mit den gefundenen Kompromissen leben können. Dennoch sollten wir immer wachsam sein. Politischen Entscheidungsträgern zu vertrauen und auf ihre gemachten Zusagen zu bauen, kann zu einem bösen Erwachen in der nächsten Wassersportsaison führen.
KB: 2021 bist du mit deiner Familie von Hamburg nach Mauritius gezogen und steuerst seitdem von dort aus die GKA. Hat sich der Fokus des GKA e. V. über die Jahre verändert? Und wird der Einsatz für den Erhalt von Spots in Deutschland auch weiterhin eine zentrale Rolle spielen?
JV: Die zentrale Rolle bestimmen die Märkte. Da Deutschland zu den drei größten Kitemärkten der Welt gehört, wird sich an dem Fokus nichts ändern. Dabei versucht die GKA, die in Deutschland gemachten Erfahrungen beim Kampf gegen Wassersportverbote in anderen Ländern zu nutzen und weiterzugeben.
KB: Kommen wir zur Tour: 2015 hat die GKA erstmals Weltmeister gekürt. Wie kam es zur Gründung der GKA Event GmbH als Veranstalter der Kite World Tour – zusätzlich zum Verband?
JV: Ich habe 2015 die Tour gegründet, weil damals die IKA (International Kiteboarding Association, Anm. der Red.) und die Virgin Tour aufgrund von Streitigkeiten untereinander gleichzeitig zwei Freestyle-Weltmeister gekürt haben. Das hatte zur Folge, dass Brands keinen Sinn im Sponsoring von Fahrern mehr sahen und Eventveranstalter sich anderen Sportarten zuwenden wollten. Beides hätte nicht nur für den Sport an sich, sondern auch für die Brands einen herben Verlust an Marketing-Sichtbarkeit bedeutet. Um einen Ausweg aus diesem Dilemma zu finden und nicht die dritte Freestyle-Tour zu gründen, habe ich dann die Wave-&-Strapless-Freestyle-Tour gegründet. Alle Eventveranstalter, die auf dem Absprung waren, konnten so für den Sport gehalten werden. Als die Mediationsversuche der GKA zwischen den beiden Freestyle-World-Touren nicht fruchteten und World Sailing mich fragte, ob wir nicht wieder Ordnung im professionellen Kitesport mit Unterstützung der Brands herstellen könnten, kam dann auch nach einigen Geburtswehen die Disziplin Freestyle dazu. Dass die World Tour von der GKA Event GmbH veranstaltet wird, hat seine Begründung darin, dass die GKA sich eben nicht als Veranstalter einer Tour sieht, sondern ganz andere Aufgaben hat. Daneben spielten auch steuerrechtliche und haftungsrechtliche Gründe eine Rolle.
Das ist leider selten einfach.
KB: Wie komplex ist es und wo liegen die größten Herausforderungen, eine globale Tour mit rund einem Dutzend Stopps in mehreren Disziplinen zu organisieren?
JV: Die größte Herausforderung liegt eindeutig darin, mit der Unzuverlässigkeit diverser Vertragspartner umzugehen. Ferner spielt aber auch die politische Großwetterlage eine gewichtige Rolle. Gleichzeitig wollen Fahrer, Sponsoren, Brands, Medien, Fans und die GKA World Tour-Crew rechtzeitig verbindliche Zusagen haben, dass ein World Cup auch stattfindet. Das ist leider selten einfach. Um einen World Cup Event tatsächlich zu realisieren, verhandeln der Tour Manager Tom Hartmann und ich mit fünf bis sechs Eventveranstaltern über viele Monate, manchmal Jahre, hinweg. Das sind dann bei den 12 World Cup Events im Jahr rund 60 Dauerverhandlungen parallel
KB: Tourmanager und somit wichtiger Mann hinter den Kulissen ist Tom Hartmann, den du schon lange kennst. Wie kam er damals ins GKA-Team?
JV: Ich habe ihn bei der Event-Party unseres ersten World Cup in Mauritius kennengelernt. Er hat damals die EFPT (Europäische Windsurf Freestyle Tour) geleitet. Ich habe ihn gelockt mit der Aussage, dass das bei der GKA Kite World Tour gar nicht so viel Arbeit sei. Manchmal müssen wir immer noch darüber lachen.
KB: Wie groß ist das Kernteam der GKA – und wie sieht die Crew aus, die bei den einzelnen Events vor Ort ist?
JV: Das Kernteam besteht aus 10 Personen: Tour Management, Media und Buchhaltung. Die Event-Crew richtet sich nach dem Event-Budget und damit, wie umfassend die Mediaproduktion ist. So ist es z. B. nicht immer möglich, Livestream zu finanzieren, was bereits acht Crew-Mitglieder sind. Ein 5-Star-Event hat rund 30 Crew-Mitglieder beim Event – plus die lokale Event-Crew.
KB: Vor der GKA hat die PKRA (Professional Kiteboard Riders Association) die World Tour organisiert. Was macht ihr heute bewusst anders?
JV: Ich denke, bewusst anders handhaben wir, dass wir die Interessen und Bedürfnisse aller Stakeholder ausgewogen berücksichtigen und einen für alle tragbaren Kompromiss bei der Durchführung der Tour und der Events leben. Das heißt, dass wir insbesondere die Interessen der Fahrer, der Brands, der Eventveranstalter und Medien berücksichtigen und allen eine Stimme geben, damit alle hinter der Tour stehen und einen Sinn darin sehen, mitzumachen.
KB: Die Disziplinen der Tour haben sich seit der Gründung verändert. Big Air ist noch relativ neu, Park kam vor zwei Jahren hinzu. Nach welchen Kriterien wählt ihr die Disziplinen aus?
JV: Wir versuchen, bei der Tour gleichzeitig konstant und auch innovativ zu sein und auf Entwicklungen zu reagieren. Damit eine neue Disziplin in die Tour aufgenommen wird, muss sie sich aber über eine gewisse Zeit etablieren und eine kritische Größe haben. Wir wollen aber auch nicht zu viele Disziplinen haben, damit jede Disziplin auch die nötige Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bekommt.
KB: Park – in Kooperation mit der KPL (Kite Park League) – ist aktuell nicht mehr Teil der Tour. Warum?
JV: Wir hatten bis jetzt nur zwei Park-Events, bei denen dann auch ein PARK-Weltmeister gekürt wurde. Diese Events wurden durch den Tour-Sponsor Qatar Airways finanziert. Da wir derzeit keinen Tour-Sponsor mehr haben, können wir den finanziellen Aufwand nicht mehr leisten. Die KPL könnte aber die Rechte von der GKA Kite World Tour, denn diese wurden von World Sailing auf die Tour übertragen, zur Krönung des Park World Champions bekommen. Darüber habe ich mit dem KPL-Team schon häufig gesprochen. Der Haken dabei ist, dass die KPL dann bestimmte Anforderungen von World Sailing bei ihren Events erfüllen müsste, was den Freigeist dieser Disziplin einengen kann. Aber letztendlich liegt insoweit die Entscheidung bei der KPL.
KB: Habt ihr für 2026 Änderungen an den Competition-Formaten vorgenommen?
JV: Nein, wesentliche Änderungen zum letzten Jahr gibt es in keiner unserer World Tour Disziplinen.
KB: Die Locations der Tourstopps variieren von Jahr zu Jahr. Nach welchen Kriterien wählt ihr die Spots aus?
JV: Wir versuchen natürlich, die idealen Spots für die jeweilige Disziplin zu akquirieren. Aber wir müssen auch Kompromisse zwischen Finanzierbarkeit und sportlichem Traum eingehen. Wichtig ist, dass die World Cup Events so weit wie möglich über die Welt verteilt sind, um dem Anspruch einer World Tour gerecht zu werden.
KB: 2026 wird es gleich drei World Cups in Deutschland geben: Freestyle auf Borkum, Youth Freestyle in St. Peter-Ording
und Wave und Hydrofoil Big Air auf Sylt. Die Tourstopps werden in Kooperation mit nationalen Agenturen umgesetzt – Choppy Water GmbH (Borkum und St. Peter-Ording) und Act Agency GmbH (Sylt). Welche Aufgaben übernehmen die Agenturen, welche die GKA Event GmbH?
JV: Die Agenturen sind verantwortlich für den Aufbau der Event-Infrastruktur und dafür, dass diese über den Event-Zeitraum funktioniert. Die GKA Event GmbH ist für die sportfachliche Durchführung, die Medienproduktion und Distribution und die Fahrer-Kommunikation verantwortlich.
KB: Die Big-Air-Weltmeister werden dieses Jahr in Mykonos gekürt. Ein neuer Event auf der Tour. Was können wir erwarten?
JV: Ich konnte letztes Jahr das Unternehmen capital.com davon überzeugen, die Finanzierung der Big-Air-Weltmeisterschaft 2026 finanziell abzusichern. Diese Situation ist ein Novum, da wir sonst hinsichtlich der finanziellen Absicherung der World Cup Events von den nationalen Veranstaltern abhängig sind. Da das Budget aber nicht unbeschränkt ist, brauchte ich einen Spot, der ein kurzes Event-Window erlaubt, d. h. einen windzuverlässigen Spot, um die Waiting-Periode so kurz wie möglich zu halten. Ferner sollte es ein Spot sein, der im europäischen Sommer gut funktioniert und für die Fahrer attraktiv ist. So fiel die Wahl auf Mykonos. Da wir dieses Event selbst organisieren und die Bürokratie in Griechenland noch einmal viele Stufen über der deutschen angesiedelt ist, ist der Arbeitsaufwand für das GKA World Tour Team riesig. Wenn alles klappt, wie wir hoffen, wird dieser Event neue Maßstäbe in der Medienproduktion und im Medienerlebnis setzen. So haben wir Google als Technical Partner des Events gewinnen können. Google wiederum arbeitet nun mit technischen Teams unserer Medien-Produktionspartner sowie Big-Air-Experten aus dem Kitesport an der Media Coverage für dieses Event zusammen. Natürlich soll dieser Aufwand nicht nur für das Event 2026 betrieben werden, sondern ist längerfristig geplant. Mein Wunsch und Ziel ist es, den Mykonos Big Air Event zu einer festen und konstanten Größe im Big Air Kiten zu machen.

GKA Kite-Surf World Cup Cape Verde 2026
Rider: Robertney Barros Foto: Lukas K. Stiller
Ich wünsche mir, die mediale Aufmerksamkeit für die Tour so weit zu steigern, dass der Sport für Sponsoren noch interessanter wird, wir den Athleten mehr Preisgeld zahlen können und den Fans bei jedem Event einen TopLivestream bieten können.

DR. JÖRGEN VOGT

ALTER 54
NATIONALITÄT Deutsch
LEBT ZUR ZEIT IN Mauritius
HOMESPOT One Eye
LIEBLINGSSPOT One Eye
SPORTARTEN
Kitesurfing (Wave) Wingfoiling (Wave) Surf-Foiling
Wir
KB: Welchen Stellenwert haben Jugend-Wettbewerbe auf der GKA Tour?
JV: Diese sind natürlich sehr wichtig, weil die Jugend ja die Zukunft des Kitesports ist. Allerdings ist die Finanzierung von Youth World Championships immer sehr schwierig und bedarf immer eines zum Teil nicht unerheblichen Investments der Tour selbst.
KB: Du bist auch CEO der Global Wingsports Association (GWA). Was unterscheidet die GKA von der GWA?
JV: Die beiden Wirtschaftsverbände GKA und GWA haben fast deckungsgleiche Aufgabenfelder. Es wurde auch zunächst darüber nachgedacht, das Wingfoilen in die GKA zu integrieren. Ich habe dann aber argumentiert, dass viele Wingfoiler und Wingfoil Brands aus dem Windsurfen kommen und sich wohl weniger mit einem KiteVerband identifizieren können.
KB: Auf der GWA Tour ist die Boot Düsseldorf ein offizieller Tourstopp. Wie wichtig sind solche Indoor-Formate für die Sichtbarkeit und Entwicklung des Sports?
JV: Mega wichtig! Kite geht natürlich nicht indoor. Aber durch das Indoor-Format der Wingfoil World Tour mit dem Event bei der Boot Düsseldorf haben wir dem Sport eine nicht erwartete Sichtbarkeit gegeben. Plötzlich kamen Anfragen von Veranstaltern aus den USA, Asien und anderen Orten, die Interesse an der Ausrichtung eines Events haben. Das bringt den Sport in ganz neue Regionen und führt dann zum Teil auch zu öffentlichen Förderungen von Nachwuchssportlern aufgrund dieser neuen internationalen Events.
KB: Du lenkst seit über einem Jahrzehnt die Geschicke der GKA. Was wünschst du dir für die Zukunft – für den Sport und für die GKA?
JV: Ich wünsche mir ganz allgemein, dass diejenigen, die überall neue Kriege anzetteln, zur Besinnung kommen. Denn dann leben wir nicht nur alle sicherer und glücklicher, sondern junge Menschen haben dann auch die Möglichkeit, den Traum eines Kiteprofis zu leben und eine Bar statt einer Waffe in den Händen zu halten. Im Kleineren wünsche ich mir, dass es uns gelingt, die mediale Aufmerksamkeit für die Tour so weit zu steigern, dass der Sport für Sponsoren noch interessanter wird, sodass wir den Athleten mehr Preisgeld zahlen können und den Fans bei jedem Event einen Top-Livestream bieten können.
versuchen, die idealen Spots für die jeweilige Disziplin zu akquirieren. Aber wir müssen auch Kompromisse zwischen Finanzierbarkeit und sportlichem Traum eingehen.
GKA Kite World Tour 2026
Kite-Surf World Cup Cape Verde 2026
16. bis 21. Februar 2026 | Sal / Kapverden
ALLES ANDERE ALS EPISCH
Traditionell – und in diesem Jahr einen Monat früher als 2025 –startete die GKA Kite World Tour mit dem Wave-Event in Ponta Preta auf Sal (Kapverden). Ein epischer Spot, der zum Saisonauftakt normalerweise mit spektakulärer Action auf dem Wasser und ebenso spektakulären Bildern begeistert. Um es gleich vorwegzunehmen: In diesem Jahr waren die Bedingungen leider alles andere als episch.

RANKING MÄNNER
GKA KITE-SURF WORLD CUP
CAPE VERDE 2026
1. JAMES CAREW (AUS)
1. SEBASTIAN RIBEIRO (BRA)
3. GABRIEL BENETTON (BRA)
3. MATCHU LOPES (ESP)
www.gkakiteworldtour.com

Im zweiten Halbfinale standen sich Sebastian Ribeiro und Matchu Lopes gegenüber. Beide erwischten einen starken Start, Ribeiro übernahm mit einer 8,97 die Führung, Lopes kämpfte um den Anschluss.
Rider: Matchu Lopes Foto: Lukas K. Stiller


GKA KITE WORLD TOUR 2026 � TOURPLAN DATUM
16. – 21. FEB 2026
28. MÄRZ – 26. APR 2026
26. – 30. MAI 2026
03. – 07. JUNI 2026
15. – 21. JUNI 2026
19. – 23. AUG 2026
25. – 30. AUG 2026
04. – 11. OKT 2026
20. – 25. OKT 2026
28. – 31. OKT 2026
05. – 13. NOV 2026
16. – 22. NOV 2026
GKA Kite-Surf World Cup Cape VerdeSal, Kap Verde Kite-Surf
Lords of Tram – GKA Big Air World CupLe Barcarès, FrankreichBig Air
GKA Freestyle Kite World Cup MexicoPuerto Vallarta, MexikoFreestyle
GKA Freestyle Kite World Cup GermanyBorkum, DeutschlandFreestyle
GKA Big Air Kite World Cup GreeceMykonos, GriechenlandBig Air
GKA Youth Freestyle World Championship St. Peter-Ording, Deutschland Freestyle (Youth)
GKA Kite World Cup Sylt Sylt, DeutschlandKite-Surf & Hydrofoil Big Air
GKA Kite-Surf World Cup DakhlaDakhla, MarokkoKite-Surf
GKA Hydrofoil Big Air World Cup Abu Dhabi Abu Dhabi, UAE Hydrofoil Big Air & Freestyle
GKA Freestyle Kite World Cup TaibaTaiba, Brasilien Freestyle
GKA Kite-Surf World Cup IbiraqueraIbiraquera, BrasilienKite-Surf
GKA Kite-Surf World Cup Taiba (Finale)Taiba, Brasilien Kite-Surf
Rider: Alex Middeler Foto: Lukas K. Stiller
Die Wave Tour 2026 umfasst fünf Stopps. Zum Auftakt-Event auf Sal reisten 24 Männer und 18 Frauen aus 13 Nationen auf die Kapverden. Bei den Frauen galten die amtierende Weltmeisterin Capucine Delannoy (FRA), die im vergangenen Jahr erstmals in Ponta Preta gewann, sowie die Brasilianerinnen Kesiane Rodrigues (Gesamtzweite 2025) und Serena Luz (Gesamtdritte 2025) als Favoritinnen. Die erst 19-jährige Delannoy peilt in dieser Saison ihren vierten WM-Titel an.
Nicht am Start war der brasilianische Titelverteidiger Pedro Matos, der eine Wettkampfpause einlegt. Seine Erfolgsgeschichte hatte im vergangenen Jahr mit einem historischen Sieg in Ponta Preta begonnen, wo er die lokale Legende Airton Cozzolino (ITA) in einem epischen Finale bezwang. Zu den Top-Favoriten auf Sal zählten in diesem Jahr die Lokalmatadoren Airton Cozzolino und Matchu Lopes, die ehemaligen Weltmeister Gabriel Benetton (BRA) und James Carew (AUS) sowie Sebastian Ribeiro (BRA). Ebenfalls im Feld: die Casati-Brüder – Big-Air-Weltmeister Lorenzo und sein jüngerer Bruder Leonardo. Und wie jedes Jahr stand auch 2026 die kapverdische Wave-Legende Mitu Monteiro im Line-up.

FINAL HIGHLIGHTS
CAPE VERDE 2026
Das Event begann bei schwachen Bedingungen. Nach vier Tagen konnten zumindest die ersten beiden Runden der Männer ausgetragen werden, am letzten Tag ging es bis ins Halbfinale.
Im ersten Halbfinale traf James Carew auf Gabriel Benetton. Carew eröffnete den Heat mit einer starken 8,33. Benetton konterte mit zwei soliden Wellen, doch Carew legte nach und baute seinen Vorsprung weiter aus. Damit sicherte er sich den Einzug ins Finale.
Im zweiten Halbfinale standen sich Sebastian Ribeiro und Matchu Lopes gegenüber. Beide erwischten einen starken Start, doch gegen Ende des Heats übernahm Ribeiro mit einer 8,97 die Führung. Lopes kämpfte um den Anschluss, doch die Zeit lief ihm davon.
Für das Finale reichte das Tageslicht schließlich nicht mehr aus. James Carew und Sebastian Ribeiro teilen sich somit den ersten Platz, Matchu Lopes und Gabriel Benetton beenden das Event auf Rang drei.

Für das Finale reichte das Tageslicht schließlich nicht mehr aus. James Carew und Sebastian Ribeiro teilen sich somit den ersten Platz, Matchu Lopes und Gabriel Benetton beenden das Event auf Rang drei.
GKA Kite World Tour 2026
Lords of Tram | GKA Big Air Kite World Cup Frankreich
28.März – 26. April 2026 | Le Barcarès/Frankreich

Text: Ian MacKinnon Fotos: Hugo Martin

Im Männerwettbewerb setzte sich der Niederländer Jamie Overbeek eindrucksvoll. Mit einer konstant starken Leistung, einem Vorsprung von vier Punkten und einem perfekten Abschlusssprung, der mit der Höchstwertung von 10 Punkten bewertet wurde, dominierte er klar das Finale und sicherte er sich souverän den Sieg.
Rider: Jamie Overbeek
Es zahlt sich aus, auch unter schwierigen Bedingungen zu trainieren
Jamie Overbeek

Bei eisigen Temperaturen, brachialen Tramontana-Winden und Bedingungen am Limit startete die GKA Big Air World Tour 2026 in Le Barcarès, Frankreich. Beim „Lords of Tram“ lieferten sich die besten Big Air-Kiterinnen und Kiter der Welt eine Show der Extraklasse – geprägt von Risiko, Technik und beeindruckender Nervenstärke.
Windgeschwindigkeiten von teils über 40 Knoten forderten den Athletinnen und Athleten alles ab. Während die Vorläufe der Frauen am Finaltag aufgrund der extremen Bedingungen abgesagt werden mussten, verlagerte sich der Fokus auf die Männer, die unter diesen Grenzbedingungen antraten.

Mit seinem zweiten Platz sorgte der amtierende Freestyle-Weltmeister Finn Flügel für ein Highlight des Events. Der Deutsche bewies nicht nur fahrerisches Können, sondern auch mentale Stärke auf höchstem Niveau

Im Männerwettbewerb setzte sich der Niederländer Jamie Overbeek eindrucksvoll durch. Mit einer konstant starken Leistung, einem Vorsprung von vier Punkten und einem perfekten Abschlusssprung, der mit der Höchstwertung von 10 Punkten bewertet wurde, dominierte er klar das Finale und sicherte er sich souverän den Sieg. „Es zahlt sich aus, auch unter schwierigen Bedingungen zu trainieren“, erklärte Overbeek, der für seine kompromisslose Vorbereitung bekannt ist. Für ein weiteres Highlights des Events sorgte der amtierende Freestyle-Weltmeister Finn Flügel. Der Deutsche bewies nicht nur fahrerisches Können, sondern auch mentale Stärke auf höchstem Niveau. Nach einem dramatischen Start ins Finale – mit zwei Stürzen, Materialproblemen und einem geplatzten Kite – schien er früh aussichtslos zurückzuliegen. Doch mit einem schnellen Materialwechsel, großer Nervenstärke und einer beeindruckenden Aufholjagd kämpfte er sich Trick für Trick zurück und sicherte sich am Ende sensationell den zweiten Platz.
Den dritten Rang sicherte sich der erst 16-jährige Italiener Leonardo Casati, der sich gegen starke Konkurrenz im Halbfinale durchsetzen konnte.
Das Teilnehmerfeld war insgesamt hochkarätig besetzt. Im Feld der Männer überzeugten junge Talente und etablierte Namen gleichermaßen. Andrea Principi erreichte das Halbfinale, konnte dort jedoch nicht sein volles Potenzial ausschöpfen. Baptiste Jacquemain beeindruckte mit starken Leistungen gegen namhafte Konkurrenz und bewies, dass er zur erweiterten Weltspitze gehört. Für eine Überraschung sorgte das frühe Aus des amtierenden Weltmeisters Lorenzo Casati, dessen Viertelfinal-Niederlage von einer umstrittenen Juryentscheidung begleitet wurde.
Bei den Frauen feierte die Deutsche Alessa Sophia Mensch einen bedeutenden Erfolg und gewann erstmals ein Event der GKA Big Air World Tour. Nach einem zunächst zurückhaltenden Start im Finale steigerte sie sich kontinuierlich und setzte sich am Ende knapp gegen die Brasilianerin Mikaili Sol durch, die lange wie die sichere Siegerin wirkte. Den dritten Platz belegte die Slowenin Lana Herman, die nach einer verletzungsbedingten Pause ein starkes Comeback zeigte und unter anderem mit dem höchsten Sprung des Wettbewerbs überzeugte.
Insgesamt zeigte das Event eindrucksvoll die Entwicklung des Sports: Neben erfahrenen Athleten rückten auch junge Talente wie die 15-jährige Aya Kasabova in den Fokus, die mit starken Leistungen und großer Kontrolle auf sich aufmerksam machte.
Mit Jamie Overbeek und Finn Flügel auf den Plätzen eins und zwei bei den Herren sowie Alessa Mensch an der Spitze bei den Damen setzte der Saisonauftakt ein klares Zeichen. Die Messlatte für die kommenden Events liegt hoch – und alle Augen richten sich nun auf den nächsten Tourstopp im Juni auf Mykonos. Der Ausgang der Weltmeisterschaft bleibt weiterhin offen.


ERGEBNISSE MÄNNER
1. JAMIE OVERBEEK (NED)
2. FINN FLÜGEL (GER)
3. LEONARDO CASATI (ESP)
4. ZAC ADAMS (USA)
ERGEBNISSE FRAUEN
1. ALESSA MENSCH (GER)
2. MIKAILI SOL (BRA)
3. LANA HERMAN (SLO)
4. ZARA HOOGENRAAD (NED)











Juice und Evo
Duotone bleibt seinem bewährten Zwei-Zyklen-Modell treu. Jeweils zwischen September und Dezember präsentiert der Weltmarktführer traditionell den Hauptteil seiner Kites neu, im letzten Herbst waren das neun Linien: Rebel SLS und D/LAB, Dice SLS, Neo Classic, SLS und D/LAB, Evo SLS und D/LAB sowie den Juice D/ LAB. Im Frühjahr folgen die Classic-Versionen von Evo und Juice – und der Mono (Single-Strut-Kite).




Der Juice ist und bleibt Duotones Spezialist für Leichtwind. Er kommt in drei Größen (14.0, 15.0 und 17.0) und in zwei Bauweisen: als Classic mit ein Strutgerüst aus Dacron und als High-End-Variante D/LAB aus Aluula. Während der D/ LAB bereits im Herbst 2025 vorgestellt wurde, zieht jetzt der Juice Classic nach. Für 2026 hat Duotone den Classic nochmals nachgeschärft: Eine neue 6-Punkt-Waage, ein steiferer Strut-Rahmen, eine dünnere Fronttube und überarbeitete Tips sollen für ein spürbar optimiertes Gesamtpaket sorgen. Das Ergebnis: besseres Höhelaufen, noch einfachere Wasserstarts und ein Plus an Drehfreude. Konzipiert ist der Juice für alle, die auch bei wenig Wind aufs Wasser wollen –egal ob mit einem Twintip, Foil – oder sogar Waveboard.



Der Evo ist Duotones erfolgreichste Kitelinie. Als vielseitiger Allrounder deckt er den größten Einsatzbereich ab und eignet sich für alle Könnensstufen – vom Einsteiger bis zum erfahrenen Fahrer. Er wird in drei Bauweisen angeboten: Classic, SLS und D/LAB. Die Modelle Evo SLS und Evo D/LAB des Jahrgangs 2026 sind bereits seit Herbst 2025 erhältlich, das preisgünstigere Basismodell Evo Classic seit März 2026.
Größen und Preise
Größen und Preise
14.015.017.0
JUICE CLASSIC2.3192.3992.599
JUICE D/LAB3.3993.4993.699

Für 2026 hat Duotone das Basismodell seines Erfolgskites umfassend überarbeitet. Eine optimierte Aerodynamik sorgt für ein stabileres Fluggefühl, ein direkteres Steuerverhalten und weniger Flattern in den Turns. Zudem wurde die Naht zwischen den Segmenten der Fronttube neugestaltet, was die Steifigkeit erhöht und damit ein präziseres Handling sowie klareres Feedback an der Bar ermöglicht. Auch Stabilität und Kontrolle bei böigem Wind sollen weiter verbessert worden sein.
Einsatzbereich � Freeride / Wave Konstruktion � Delta-Hybrid | 3 Struts | 4 (5) Leinen Kitedesigner � Sky Solbach
Der Duotone Neo D/LAB ist die High-End-Version innerhalb der Neo-Serie – und damit die konsequente Weiterentwicklung eines Kites, der ohnehin schon zu den vielseitigsten Wavekites am Markt zählt. Der Neo ist nicht nur ein ausgewiesener Spezialist für die Welle, sondern funktioniert im Gegensatz zu vielen anderen Wavekites auch hervorragend in Kombination mit einem Twintip. Genau diese Vielseitigkeit zieht sich durch die gesamte Range – im D/LAB erreicht sie ihr technisches Maximum.
Duotone bietet den Neo in drei Bauweisen an: Classic (Strutgerüst aus Dacron), SLS (Strutgerüst aus Penta TX) und D/LAB (Strutgerüst aus Aluula). Während die Classic-Version besonders für Ein- und Aufsteiger interessant ist und der SLS sich an sportlich ambitionierte Fahrer richtet, steht die D/LAB-Version für kompromisslose Hightech-Performance. Hier kommt das ultra-leichte Aluula-Material zum Einsatz, ein Laminat, das deutlich leichter, steifer und formstabiler ist als herkömmliche Gewebe wie Dacron oder Penta TX. Das Ergebnis: ein




Rider: Matchu Lopes
Foto: Toby Bromwich
Beim neuen Neo D/LAB verbaut DUOTONE das neue (graue) Aluula D/TX. Es ist nochmals leichter und steifer als das bisher verwendete (gelbe) Aluula
spürbar größerer Windbereich, mehr Leistung – vor allem bei wenig Wind –und ein direkteres und präziseres Flugverhalten.
Mit dem 2026er Neo D/LAB, der seit Ende Mai 2026 erhältlich ist, hebt Duotone die Performance nochmals auf ein höheres Level. Die wichtigste Neuerung ist das weiterentwickelte Material Aluula D/TX, erkennbar an seiner grauen Farbe. Aluula D/TX ist nochmals leichter und steifer als die bisher verwendete (gelbe) Aluula und sorgt für eine höhere Torsionssteifigkeit. Dadurch werden Lenkimpulse noch direkter auf die Kappe übertragen, was sich in einem präziseren, schnelleren und vorhersehbareren Steuerverhalten bemerkbar macht – ein entscheidender Vorteil beim Kiten in der Welle.
Zusätzlich wurde die Geometrie der Fronttube überarbeitet. Die Kappe steht nun weiter vorne am Windfensterrand, was den Zugaufbau sanfter und kontrollierbarer macht. Gleichzeitig verbessert sich der Vortrieb. Der neue Neo D/ LAB entwickelt auch bei leicht durchhängenden Leinen zuverlässig Zug. In Kombination mit der hohen strukturellen Steifigkeit bleibt das Profil selbst im depowerten Zustand stabil – Verformungen und Flattern werden reduziert, was zu einem sauberen, kontrollierten Driftverhalten führt.
Gerade im Drift setzt der neue Neo D/LAB Maßstäbe. Die verbesserte Kontrolle im depowerten Zustandund die höhere Formstabilität sorgen dafür, dass der Kite auch bei wenig Leinenspannung ruhig in der Luft steht. Das intuitive Bar-Feedback unterstützt eine klare, direkte Rückmeldung – ideal für Rider, die sich voll auf die Welle konzentrieren wollen.
Trotz seines klaren Fokus auf Wave-Performance bleibt der Neo D/LAB vielseitig. Seine Freeride- und Cruising-Eigenschaften sind auf hohem Niveau, und auch die Sprungperformance kann sich sehen lassen. Dennoch liegt seine größte Stärke eindeutig in der Welle. Im Vergleich zum SLS wirkt der D/LAB etwas harmonischer in der Kraftentfaltung – mit weniger aggressiven Leistungsspitzen, dafür aber mehr Kontrolle und Flow.
Der Neo D/LAB ist der leistungsstärkste Kite der Neo-Linie – mit dem größten Windbereich. Entwickelt für ambitionierte Rider, die maximale Kontrolle, direktes Feedback und höchste Performance suchen – und die bereit sind, dafür in die Spitze der Materialentwicklung zu investieren.
Größen und Preise


Rider: Reno Romeu
Foto: Toby Bromwich
Die Twintip-Range von Duotone umfasst 13 verschiedene Boards, die für unterschiedlichste Fahrstile und Bedingungen konzipiert wurden. Seit September sind die Modelle der TSSerie (Park, Freestyle, Big Air), das Jaime/Jaime SLS, das Select/Select SLS, das Soleil/Soleil SLS sowie das Shed verfügbar. Seit April sind zudem die neuen Modelle des Gonzales sowie die beiden Spike-Boards für Leichtwind (Spike und Spike SLS) erhältlich.
Das Gonzales ist das preisgünstigste Twintip von Duotone und eignet sich hervorragend für Einsteiger sowie für Aufsteiger, die schnell Fortschritte machen möchten. Als Allround-Freeride-Twintip bietet es einen extrem vielseitigen Einsatzbereich und ist auf hohen Komfort und einfaches Handling ausgelegt. Die runde Outline sorgt für eine fehlerverzeihende Fahrweise und ermöglicht problemloses Carven. Der Absorption Flex (weicher Flex) sorgt für angenehme Dämpfung und Komfort, der leichte Holzkern sorgt für ein geringes Gewicht. Die breite Mono-Konkave im Tip ermöglicht ein schnelles und müheloses Angleiten, besonders bei leichterem Wind. Das Gonzales richtet sich an alle, die ein unkompliziertes und vielseitiges Board suchen, das den Einstieg in den Kitesport sowie die ersten Schritte in Richtung fortgeschrittenes Niveau erleichtert. Erhältlich in fünf Größen.
Das Spike ist Duotones Antwort auf Leichtwindbedingungen, erhältlich in zwei verschiedenen Bauweisen: Spike CB (Concept Blue) und Spike SLS (Carbon). Beide Varianten haben denselben Shape, unterschiedlich sich die Materialien – und der Preis. Das Spike CB setzt auf eine robuste, preiswerte Bauweise, das Spike SLS ist durch die Verwendung von Carbon leichter und steifer und bietet eine höhere Leistung. Der Shape ist für den Leichtwindeinsatz optimiert, die taillierte Outline optimiert das Höhelaufen, die flache Bodenkurve und großzügige Fläche in den Tips begünstigen ein frühes Angleiten. 153 X 46.5 | 164 X 46.5 789 EURO (SPIKE CB) | 1.199 EURO (SPIKE SLS)






DIRECT DRIVE. FEATHERWEIGHT. ERGONOMIC FIT.

Rider: Reno Romeu
Foto: Toby Bromwich


Rider: Reno Romeu
Foto: Toby Bromwich

Einsatzbereich � Freeride / Allround
Konstruktion � Delta-Hybrid | 3 Struts | 4 Leinen
Kitedesigner � Manuel Zwinz
Der Evo Classic ist das Basis-Modell. Das Strut-Gerüst besteht aus Dacron, er der günstigste der drei Evo-Linien. Erhältlich in neun Größen (5.0 bis 13.0), in zwei Farbkombinationen (grün und purple) und als Concept Blue (ungefärbtes Tuch).
Einsatzbereich � Freeride / Allround
Konstruktion � Delta-Hybrid | 3 Struts | 4 Leinen
Kitedesigner � Manuel Zwinz
SLS steht für „Strong Light Superior“, das Strut-Gerüst besteht aus Penta TX. Der Evo SLS markiert die mittlere Preisklasse und richtet sich an fortgeschrittene Kiter*innen. Lieferbar in sieben Größen (7.0 bis 13.0), in zwei Farbkombinationen (grün und grau) und als Concept Blue (ungefärbtes Tuch).

D uotone Evo – der vielseitige Allrounder Evo classic vs. Evo SLS vs. Evo D/LAB

Duotone Evo D/LAB 2026
Einsatzbereich � Performance Freeride / Allround
Konstruktion � Delta-Hybrid | 3 Struts |
4 Leinen
Kitedesigner � Manuel Zwinz
Der Evo D/LAB markiert das Spitzenmodell unter den drei Evo-Modellen. D/LAB steht für „Duotone Labor“, sein Strutgerüst besteht aus LeichtbauMaterial (Aluula). Seine Performance die höchste der drei Evo-Modelle –besonders im unteren und obersten Windbereich. Lieferbar in acht Größen (8.0 bis 13.0) und zwei Farben (hellgrau und dunkelgrau).
Mit dem Evo hat Duotone seit Jahren einen der beliebtesten Allround-Kites im Programm. Kaum ein anderer Kite deckt ein so breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten ab – vom entspannten Freeriden über Wave bis zum Big Air, selbst Freestyle ist (bedingt) noch möglich. Der Evo ist in drei Varianten erhältlich: Classic, SLS und D/LAB. Wie sagen euch, wie sich die drei Ausführungen unterscheiden – und für wen sich welche Version lohnt.
Drei Varianten – drei Leistungsstufen
Die drei Bauweisen unterscheiden sich im Strut-Material, das Flugtuch ist jeweils identisch (TrinityTX). Der Shape ist leicht unterschiedlich.
Evo Classic Basismodell, das Strut-Gerüst besteht aus Dacron. Evo SLS (Strong.Light.Superior). Strut-Gerüst aus Penta TX Penta TX ist leichter und dehnungsarmer als Dacron. In der SLS-Version ist der Evo leichter als der Classic, seine Fronttube dünner. Er besitzt mehr Leistung als die Basis-Version, seine Zielgruppe sind fortgeschrittene Kiter.
Evo D/LAB Strutgerüst aus Aluula. Aluula ist nochmals leichter und steifer als Penta TX. D/LAB steht für „Duotone Labor“ und bezeichnet die High-End-Version aus Leichtbau-Material (Aluula).
Concept Blue Evo Classic und SLS sind auch in der Concept Blue Variante erhältlich – eine umweltfreundlichere Produktionsweise mit ungefärbten Stoffen, Kunststoffteilen aus Recycling-Material und biobasierten Bladdern, die den Energie- und Wasserverbrauch sowie den CO₂-Fußabdruck deutlich senken. Die Flugeigenschaften sind identisch zu den farbigen Pendants, besser ist die Umweltbilanz.
Evo classic Der Evo ist ein idealer Kite für Freizeitkiter, die sich weiterentwickeln und verschiedene Disziplinen ausprobieren wollen
Rider: Reno Romeu Foto: Toby Bromwich


Duotone Evo – der vielseitige Allrounder Evo
Mit dem Evo hat Duotone seit Jahren einen der beliebtesten
Allround-Kites im Programm. Kaum ein anderer Kite deckt ein so breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten ab – vom entspannten Freeriden über Wave bis zum Big Air, selbst Freestyle ist (bedingt) noch möglich. Der Evo ist in drei Varianten erhältlich: Classic, SLS und D/LAB. Wie sagen euch, wie sich die drei Ausführungen unterscheiden – und für wen sich welche Version lohnt.
Drei Varianten – drei Leistungsstufen
Die drei Bauweisen unterscheiden sich im Strut-Material, das Flugtuch ist jeweils identisch (TrinityTX). Der Shape ist leicht unterschiedlich.
Evo Classic Basismodell, das Strut-Gerüst besteht aus Dacron. Evo SLS (Strong.Light.Superior). Strut-Gerüst aus Penta TX Penta TX ist leichter und dehnungsarmer als Dacron. In der SLS-Version ist der Evo leichter als der Classic, seine Fronttube dünner. Er besitzt mehr Leistung als die Basis-Version, seine Zielgruppe sind fortgeschrittene Kiter.
Evo D/LAB Strutgerüst aus Aluula. Aluula ist nochmals leichter und steifer als Penta TX. D/LAB steht für „Duotone Labor“ und bezeichnet die High-End-Version aus Leichtbau-Material (Aluula).
Concept Blue Evo Classic und SLS sind auch in der Concept Blue Variante erhältlich – eine umweltfreundlichere Produktionsweise mit ungefärbten Stoffen, Kunststoffteilen aus Recyc-
Concept Blue Evo Classic und Evo SLS sind auch in der Concept Blue Variante erhältlich – eine umweltfreundlichere Produktionsweise mit ungefärbten Stoffen, Kunststoffteilen aus Recycling-Material und biobasierten Bladdern
Rider: Paula Novotna Foto: Toby Bromwich
Für viele Freizeitkiter ist der Evo Classic völlig ausreichend und zudem die preisgünstigste Option
ling-Material und biobasierten Bladdern, die den Energie- und Wasserverbrauch sowie den CO₂-Fußabdruck deutlich senken. Die Flugeigenschaften sind identisch zu den farbigen Pendants, besser ist die Umweltbilanz.
Modell-Zyklus Duotone bringt jedes Jahr ein neues Modell. Die aktuellen Evo SLS und Evo D/LAB sind seit Herbst 2025 auf dem Markt, der 2026er Evo Classic ist seit Frühjahr 2026 verfügbar.
Veränderungen zu den Vorjahresmodellen
Evo Classic 2026
Der Evo Classic ist das Basis-Modell. Auch ist er die günstigste Baureihe der drei Evo-Linien. Neu am 2026er Modell ist eine optimierte Aerodynamik, die für ein stabileres Fluggefühl, ein direkteres Steuerverhalten und weniger Flattern in den Turns sorgen soll. Zudem wurde die Naht zwischen den Segmenten der Fronttube neu gestaltet, was die Steifigkeit erhöht und damit ein präziseres Handling sowie klareres Feedback an der Bar ermöglicht. Auch Stabilität und Kontrolle bei böigem Wind konnten verbessert werden. Erhältlich in zwei Farbkombinationen (grün und purple) und als Concept Blue (ungefärbtes Tuch).
Evo SLS 2026
SLS steht für „Strong Light Superior“. Der Evo SLS markiert die mittlere Preisklasse und richtet sich an fortgeschrittene Kiter*Innen. Den 2025er Evo SLS launchte Duotone im Früh-
Evo D/LAB Beim Foilkiten zeigt der D/LAB besonders deutlich seine Stärken. In Kombination mit einem Foilboard ist er die beste Wahl innerhalb der Evo-Serie
Rider: Reno Romeu Foto: Toby Bromwic


Evo SLS Der SLS ist leichter, fliegt schneller und reagieren direkter als der Classic. Er spricht sportlich orientierte Rider an Rider: Reno Romeu, Noè Font Foto: Toby Bromwich
jahr 2025, das 2026er Modell bereits schon Anfang November 2025. Neu am 2025er Evo SLS war die 6-Punkt-Waage (5-Punkt beim Vorgänger), eine leichte Gewichtsreduzierung und eine höhere Tuchspannung, sodass die Kappe im Loop weniger flattert. Neu am 2026er Evo SLS ist die Naht der Fronttube-Segmente und ein stark überarbeitetes Tip-Design. Überarbeitet wurden auch die Position der Anknüpfpunke der Steuerleinen. Der neue Evo soll schneller drehen und etwas spielerisches und reaktionsfreudigeres Fahrgefühl vermitteln.
Erhältlich in zwei Farbkombinationen (grün und dunkelgrau) und als Concept Blue (ungefärbtes Tuch).
Evo D/LAB
LAB hat Duotone auf den Herbst (Anfang Dezember) verschoben. Neu am 2026er Evo D/LAB ist – wie beim SLS – die Tip-Konstruktion, die neue Naht der Segmente der Fronttube und die 6-Punkt-Waage (anstatt 5-Punkt beim Vorgänger). Anders als bei Rebel D/LAB und Juice D/LAB verbaut Duotone im Evo D/ LAB weiterhin das bewährte „goldgelbe“ Aluula-Material, beim aktuellen Rebel D/LAB und Juice D/LAB ist Duotone auf ein graues gewechselt
Für ambitionierte Rider ist der Evo SLS eine gute Wahl, er überzeugt mit spürbar mehr Performance
Der Evo D/LAB markiert das Spitzenmodell unter den drei Evo-Modellen. D/LAB steht für „Duotone Labor“, sein Strutgerüst besteht aus Aluula, die Kappe ist leichter, seine Performance die höchste der drei EvoModelle – besonders im unteren und obersten Windbereich. Den für das Frühjahr 2025 geplante Launch des neuen Evo D/
Größen und Preise
Barsysteme
Alle Evo Modelle können sowohl mit der Trust Bar als auch mit der Click Bar geflogen werden.
Click Bar: Adjuster im Barholm, Power-Einstellung über Ratsche am Barende
Trust Bar: traditionelle Vor-Einstellung über eine Belegklemme (Clamcleat)
Click Bar: ab 838 Euro | Trust Bar: ab 628 Euro
Evo Classic Als Freeride-Kite spielt der Evo seine größten Stärken aus. Besonders der Classic ist der ideale Begleiter für entspannte Sessions
Foto: Toby Bromwich

Test

Evo SLS Neu am 2026er Evo SLS ist die Naht der Fronttube-Segmente und das Tip-Design. Der neue Evo dreht schneller, ist spielerischer und reaktionsfreudiger
Rider: Paula Novotna Foto: Toby Bromwich
Windrange
Eine der größten Stärken des Evo ist sein enormer Windbereich. Besonders die D/LAB-Version bietet eine exzellente Leichtwindperformance und dem insgesamt größten Einsatzbereich. Der Classic benötigt aufgrund seines etwas höheren Gewichts etwas mehr Wind, um seine volle Leistung zu entfalten. Der SLS positioniert sich genau dazwischen: Sein Windbereich ist größer als beim Classic, reicht jedoch nicht an den des D/LAB heran.
Handling und Kontrolle
Beim Handling zeigt sich schnell der Charakter der drei Versionen. Der Evo Classic präsentiert sich besonders zugänglich und fehlerverzeihend. Seine ruhigere Flugweise macht ihn ideal für Einsteiger und entspannte Freeride-Sessions. Der SLS ist merklich dynamischer und reaktionsfreudiger. Hier steigt das Leistungsniveau, gleichzeitig verlangt der Kite aber auch mehr Kontrolle vom Fahrer.
Am sportlichsten ist der D/LAB. Er reagiert extrem direkt und schnell auf Steuerimpulse und richtet sich klar an erfahrene Rider, die das maximale Performancepotenzial ausschöpfen wollen.
Bargefühl
Typisch für Duotone liefert auch der Evo ein sehr direktes Feedback an der Bar. Die Depower arbeitet sauber und linear, wodurch sich die Leistung jederzeit gut kontrollieren lässt.
Während der Classic etwas gedämpfter wirkt, setzen SLS und D/LAB Steuerimpulse noch unmittelbarer um. Dadurch fühlen sich diese Varianten deutlich sportlicher an – verlangen aber auch mehr Präzision beim Fahren.
Höhe laufen
Beim Höhelaufen haben SLS und D/LAB klar die Nase vorn.
Beide Modelle stehen weiter vorne im Windfenster und ermöglichen dadurch eine deutlich bessere Upwind-Performance.
Der Classic bleibt etwas tiefer im Windfenster und verliert minimal an Höhe, was ihn jedoch gleichzeitig gutmütiger im Handling macht.
Sprungleistung – Lift und Hangtime
Der Evo gehört seit Jahren zu den beliebtesten Freeride- und Big-Air-Kites. Schon die Classic-Version liefert beeindruckende Sprunghöhen und eine sehr gute Hangtime.
Der SLS legt hier noch einmal nach und sorgt für mehr Lift und Dynamik in der Luft.
Die D/LAB-Version zeigt schließlich die stärkste Performance. Mit ihr gelingen besonders hohe und weite Sprünge – oft bereits bei relativ wenig Wind.
Freeride und Cruising
Als Freeride-Kite spielt der Evo seine größten Stärken aus. Die Kombination aus Power, Stabilität und intuitivem Flugverhalten macht ihn zum idealen Begleiter für entspannte Sessions.
Der Classic eignet sich besonders für komfortorientiertes Cruisen. SLS und D/LAB fliegen schneller, reagieren direkter und sprechen sportlich orientierte Rider an.
Relaunch
Der Relaunch gehört zu den einfachsten Disziplinen des Evo. Dank der Deltaform mit runden Tips startet der Kite sehr zuverlässig aus dem Wasser. Bei wenig Wind lässt er sich auch rückwärts starten. SLS und D/LAB sind etwas steifer konstruiert, wodurch der Relaunch minimal weniger geschmeidig wirkt. Aufgrund ihres geringeren Gewichts steigen sie jedoch schneller wieder auf – im unteren Windbereich besonders der D/LAB.
Kiteloops
Beim Loopen zeigt der Evo einen kraftvollen und runden Drehverlauf.
Der D/LAB liefert die schnellsten und aggressivsten Loops und
Evo SLS (Strong.Light.Superior). In der SLS-Version
besitzt der Evo mehr Leistung als die Basis-Version, seine Zielgruppe sind fortgeschrittene Kiter
Foto: Toby Bromwich


Evo D/LAB D/LAB steht für „Duotone Labor“ und bezeichnet die High-End-Version aus LeichtbauMaterial (Aluula)
Rider: Reno Romeu | Foto_ Toby Bromwich
fängt den Fahrer besonders sauber wieder auf. Der Classic dreht im Vergleich etwas gemächlicher und wirkt dadurch kontrollierter.
Big-Air-Performance
Dass der Evo auch im Wettkampf funktioniert, zeigt Big-AirWeltmeister Andrea Principi. Er setzt im Wettbewerb auf die D/LAB-Version des Evo – ein deutliches Zeichen für das enorme Leistungspotenzial dieses Modells.
Freestyle (unhooked)
Entwicklungspotenzial
Der Evo ist ein idealer Kite für Kiter, die sich weiterentwickeln möchten. Der Classic bietet eine hervorragende Plattform für Aufsteiger, die verschiedene Disziplinen ausprobieren wollen. Mit zunehmendem Fahrkönnen kann später problemlos auf den leistungsstärkeren SLS gewechselt werden, da sich die grundlegende Flugcharakteristik nicht stark verändert.
Das Spitzenmodell Evo D/LAB bietet maximale Leistung – besonders bei wenig Wind und im obersten Windbereich
Unhooked-Manöver sind mit dem Evo durchaus möglich, stehen aber nicht im Fokus seiner Konstruktion. Im Vergleich zu anderen Freeride-Kites aus dem Duotone-Sortiment (besonders der Dice) ist seine Freestyle-Ausrichtung eher gering.
Wave-Einsatz
Für reines Wavekiten bleibt der Duotone Neo aufgrund seines besseren Drifts die erste Wahl. Dennoch funktioniert auch der Evo in der Welle erstaunlich gut – besonders die Versionen SLS und D/LAB bringen hier viel Fahrspaß.
Einsteigerfreundlichkeit
Der Evo gehört zu den zugänglichsten Kites im DuotoneLineup und eignet sich deutlich besser für Einsteiger als Rebel oder Dice. Besonders der Evo Classic ist eine hervorragende Wahl für Kite-Ein- und Aufsteiger.
Foilen
Beim Foilkiten zeigt der D/LAB besonders deutlich seine Stärken. Seine starke Leichtwindperformance und hohe Fluggeschwindigkeit machen ihn in Kombination mit einem Foilboard zur besten Wahl in der innerhalb der Evo-Serie.
Fazit
Der Evo ist ein echter Allrounder und für einen Großteil der Kitesurfer eine hervorragende Wahl. Nicht ohne Grund zählt der PerformanceAllrounder zu den erfolgreichsten Kites weltweit. Dank der drei Varianten deckt er eine enorme Bandbreite an Ridern ab – vom Einsteiger bis zum BigAir-Profi. Für viele Freizeitkiter ist der Evo Classic völlig ausreichend und zudem die preisgünstigste Option. Ambitionierte Rider greifen zum SLS, der mit spürbar mehr Performance überzeugt. Der D/LAB bildet schließlich die sportliche Speerspitze der Evo-Serie und bietet maximale Leistung – besonders bei wenig Wind – und im obersten Windbereich.
Mit den ConceptBlue-Modellen können umweltbewusste Kiter außerdem dazu beitragen, die Umweltbelastung bei der Produktion von Kitesurf-Equipment zu reduzieren.
√ riesiger Einsatzbereich
√ sehr intuitive Flugcharakteristik
√ starke Sprungperformance
√ einfacher Relaunch
√ große Modellvielfalt (Classic / SLS / D/LAB)
SCHWÄCHEN
× unhooked Freestyle nicht seine Paradedisziplin
× D/LAB Version zwar leistungsstark, aber teuer


Harlem Kitesurfing startet mit einem klaren Statement in die Saison 2026: Drei neue Kites, drei perfekt abgestimmte Boards –maßgeschneidert für Freestyle, Wave und Leichtwind. Mit dem Hadlow Pro, dem Flow und dem Lite X bringt die immer noch am schnellste wachsende Brand in Kitesport Spezialisten in drei weiteren Spielarten des Kitesurfens ab – jeweils kombiniert mit dem passenden Board: Descent, Surge und Rise.
Passend dazu folgt im Juni mit dem Surge das erste Directional von Harlem.
Maximale Performance bei minimalem Wind
Leichtwind muss nicht gleich Leichtkost bedeuten: Der Thrive Lite X zeigt, wie viel Performance auch bei wenig Wind möglich ist. Basierend auf dem bewährten Thrive wurde die Konstruktion gezielt optimiert – mit angepasstem Profil, modifizierten Waageleinen und einem besonders leichten 32-g-Canopy.
Das Ergebnis: ein extrem leichter, reaktionsfreudiger Freeride-Kite, der selbst bei marginalen Bedingungen früh ins Gleiten bringt. Mit nur 3,2 kg (15.0) beziehungsweise 3,5 kg (17.0) setzt er ein klares Ausrufezeichen in Sachen Gewicht.
Im Zusammenspiel mit dem Rise-Twintip wird jede Leichtwind-Session zur sicheren Nummer – länger fahren, früher starten, mehr rausholen.
GRÖSSEN & PREISE
15.017.0
2.7942.994






Mit dem Flow bringt Harlem einen Wave-Kite an den Start, der auf Kontrolle und Spielfreude setzt. Das Open-C-/Delta-Hybrid-Design, drei Struts und das 8-PunktWaagesystem mit einer Umlenkrolle (Pulley) zwischen den beiden Waagepunkten zum Tip hin sorgen für ein direktes, lebendiges Fluggefühl. In der Welle zeigt der Flow seine Stärken: leichte Barkräfte, enge Turns und ein hervorragendes Driftverhalten machen ihn zum idealen Begleiter für saubere Lines.
5.06.07.08.09.010.0
Der Name ist Programm: Der Hadlow Pro wurde kompromisslos für modernen, technischen Freestyle entwickelt. Als klassischer 5-Leiner-C-Kite liefert er genau das, worauf es bei anspruchsvollen Tricks ankommt – präzisen Slack, kontrollierten Zug und punktgenauen Drift. Federführend (mit)entwickelt von Aaron Hadlow, dem fünffachen Freestyle-Weltmeister und heutigen Produktdesigner bei Harlem, richtet sich der Hadlow Pro klar an Rider, die das Maximum im Freestyle erreichen wollen. Zwei Power-Optionen und zwei Lenkeinstellungen ermöglichen eine feine Abstimmung von Slack und Barkräften.
In Kombination mit dem Descent-Twintip entsteht ein Setup, das keine Freestyle-Wünsche offen lassen soll –direkt, explosiv und kompromisslos auf Performance getrimmt.
GRÖSSEN & PREISE




Aaron Hadlow Foto: Aris Giannoukos



Baptiste Bourdoulous Foto: Aris Giannouko

Einsatzbereich Performance Freeride / Big Air Konstruktion Delta-Hybrid | 5 Struts | 4 Leinen Kitedesigner Ralf Grösel
Größen und Preise
Einsatzbereich Performance Freeride / Allround Konstruktion Delta-Hybrid | 3 Struts | 4 Leinen Kitedesigner Ralf Grösel
Größen und Preise
Mit Thrive und Peak hat Harlem Kitesurfing zwei moderne High-Performance-Kites im Programm, die auf den ersten Blick ähnlich wirken, sich auf dem Wasser jedoch deutlich unterscheiden. Während der Thrive als vielseitiger Allrounder konzipiert ist, richtet sich der Peak klar an Big-Air-orientierte Rider. Beide Modelle profitieren von modernen Leichtbaumaterialien und einer sportlichen Grundabstimmung – sprechen jedoch unterschiedliche Zielgruppen an. Wir zeigen euch, wo die Unterschiede liegen und welcher Kite besser zu eurem Fahrstil passt.
Thrive
Der Thrive ist das Allround-Modell im Harlem-Lineup. Er wurde für ein breites Einsatzspektrum entwickelt – vom entspannten Freeriden und Cruisen über Big Air, den ersten Kiteloops, bis hin zum Waveriding. Sein Fokus liegt auf einfachem Handling, geringem Gewicht, starker Leistung, hoher Effizienz und einem großen Einsatzbereich.
Peak
Der Peak ist als Big-Air-Wettbewerbskite konzipiert – leistungsorientiert und auf maximale Sprungperformance ausgelegt. Er besitzt eine straffere Abstimmung als der Thrive, eine höhere Zugentwicklung und erfordert ein hohes Fahrkönnen. Er richtet sich an fortgeschrittene bis sehr gute Kiter, die das Maximum aus ihren Big-Air-Sessions herausholen wollen.
Barsystem
Thrive und Peak werden mit der Lead Bar geflogen. 22 m (12 + 10 m) oder 24 m (22 + 2 m) | 684 Euro
Veränderungen zu den Vorjahresmodellen
Weder Thrive noch Peak besitzen Vorgängermodelle, sie sind die ersten ihrer Art. Beide Kites stammen aus der Feder des Star-Kitedesigners Ralf Grösel und werden in Europa (Nordmazedonien) bei Brainchild gefertigt. Das Interessante an den Brainchild-Kites ist ihr extremer Leichtbau – Thrive und Peak wiegen deutlich weniger als vergleichbare Kites anderer Hersteller – und das digital bedruckte Tuch (Twincross Flylite), das den Harlem-Kites ihr unverwechselbares Design verleiht.
Windrange
Der Thrive überzeugt mit einem sehr großen Windbereich und einem äußerst guten Low-End. Durch sein sehr geringes Gewicht bringt er den Rider früh ins Gleiten und bleibt im oberen Windbereich lange kontrollierbar. Der Peak startet später, spielt seine Stärken besonders im oberen Windbereich aus. Hier liefert er maximale Kontrolle und enorme Leistung.
Handling und Kontrolle
Der Thrive zeigt ein sehr ausgewogenes und fehlerverzeihendes Handling. Er reagiert direkt, bleibt dabei aber stets kontrollier- und berechenbar – ideal für lange Sessions und unterschiedliche Bedingungen und Einsatzbereiche. Der Peak ist deutlich sportlicher, reagiert schneller, aggressiver und verlangt ein höheres Fahrkönnen.

WENIGER RADIKAL
Im Vergleich mit dem Peak liefert der Thrive weniger radikale Kiteloops
Rider: Lana Herman Foto: Andy Troy

KOMFORTABEL, EFFIZIENT & VIELSEITIG
Der Thrive ist der klassische Freeride-Kite. Er eignet sich perfekt für entspanntes Cruisen und lange Sessions
Rider: Sarah Sadek Foto: eslampiko
Bargefühl
Beide Kites bieten ein direktes Feedback, unterscheiden sich jedoch in der Intensität. Der Thrive ist gedämpfter und somit komfortabler. Der Peak ist direkt, straff und präzise – sportlicher und besonders für ambitionierte Rider interessant.
Höhelaufen
Beide Modelle laufen sehr gut Höhe. Der Peak steht etwas weiter vorne im Windfenster und ermöglicht dadurch eine bessere Upwind-Performance, der Thrive – im direkten Vergleich mit dem Peak – ist etwas weniger aggressiv im Höhelaufen.
Sprungleistung – Lift und Hangtime
Hier zeigt sich der größte Unterschied: Der Thrive bietet einen leicht abrufbaren Lift, eine sehr gute Sprunghöhe und eine solide Hangtime. Der Lift des Peak ist deutlich stärker und explosiver, die Hangtime länger – allerdings nur, wenn der Rider über ein entsprechend hohes Fahrkönnen verfügt. Da der Thrive einfacher zu springen ist, erzielen viele Freizeitkiter mit dem Thrive bessere Ergebnisse als mit dem Peak, obwohl dieser eine höhere Performance besitzt und auf maximale Höhe und Airtime ausgelegt ist.
Freeride und Cruising
Der Thrive ist der klassische Freeride-Kite: komfortabel, effizient und vielseitig. Er eignet sich perfekt für entspanntes Cruisen und lange Sessions. Der Peak kann ebenfalls freeriden, fühlt sich dabei aber immer sportlicher und fordernder an.
Relaunch
Der Relaunch funktioniert bei beiden Kites zuverlässig und einfach. Der Thrive lässt sich etwas leichter starten, der Peak verlangt etwas mehr Technik.
Kiteloops
Beim Loopen trennen sich beide Kites deutlich. Der Thrive zirkelt kontrollierte, eher weichere Loops. Wird er eng gedreht, erzeugt er einen nur geringen Querversatz, ist somit leicht zu beherrschen und eignet sich auch für Loop-Einsteiger. Der Peak liefert kraftvolle, aggressive Loops mit massivem Zug und richtet sich an Rider, die Loops aktiv in ihren Fahrstil integrieren wollen.
Big-Air-Performance
Hier ist der Peak klar dem Thrive überlegen. Er liefert mehr Höhe, eine längere Hangtime und aggressivere Performance bei starkem Wind. Der Thrive ist im Big Air einsetzbar, aber weniger radikal abgestimmt.
Freestyle (unhooked)
Beide Kites sind nicht auf unhooked Freestyle ausgelegt. Mit dem Thrive sind unhooked Tricks noch möglich, der Peak ist klar „strictly hooked“.
Wave-Einsatz
Auch hier trennen die beiden Kites Welten. Der Thrive ist hervorragend für die Welle geeignet und kann es – besonders in kleineren Wellen und „mitgeführt“, also aktiv geflogen – mit den besten Wavekites aufnehmen. Der Peak ist in der Welle nicht zuhause.
Einsteigerfreundlichkeit
Der Thrive eignet sich auch für Einsteiger und Aufsteiger, auch wenn die Leichtbauweise Grenzen setzt. Der Peak richtet sich klar an fortgeschrittene bis sehr erfahrene Kiter und ist kein Einsteiger-Kite.

PEAK
Der Peak benötigt einen erfahrenen Rider. Der Fünfstruter ist stark auf die Disziplin Big Air spezialisiert
Rider: Leonardo Casati Foto: Azzan Al Sinani

WELTMEISTER-KITE
Mit dem Peak sichern sich die Harlem Teamrider die Treppchenplätze im Big Air
Rider: Lorenzo Casati Foto: Megaloop
Foilen
Auch hier geht der Punkt klar an den Thrive. Aufgrund seiner Leichtbauweise, des geringen Gewichts und der guten Leistungen bereits im unteren Windbereich ist er hervorragend zum Foilen geeignet. Der Peak weniger.
Entwicklungspotenzial
In seiner Konzeption als leistungsstarker Allrounder ist der Thrive ideal für Rider, die sich weiterentwickeln und auch verschiedene Disziplinen ausprobieren wollen. Der Peak richtet sich an bereits fortgeschrittene Kiter, die sich auf Big Air und Performance spezialisieren möchten.
Mit Thrive und Peak deckt Harlem zwei klar unterschiedliche Einsatzbereiche und Ridergruppen ab. Der Thrive ist einer der besten und leistungsstärksten Allrounder des Marktes, selbst in der Welle liefert er hervorragend ab. Trotz des breiten Einsatzbereiches und der hohen Performance ist der Thrive einfach zu beherrschen – ja, sogar (mit Einschränkung durch die Leichtbauweise) einsteigertauglich. Sein Flugverhalten ist extrem ausgewogen, das Bargefühl äußerst direkt.
Der Peak hingegen benötigt einen erfahrenen Rider. Der Fünfstruter ist stark auf die Disziplin Big Air spezialisiert – und hier auf Weltmeister-Niveau.
Der Thrive eignet sich für die große Mehrheit der Kiter, die einen vielseitigen, leistungsstarken und einfach zu fliegenden Kite suchen. Der Peak ist die richtige Wahl für alle, die gezielt auf Höhe, Hangtime und aggressive Performance setzen.
Der Peak ist die richtige Wahl für alle, die gezielt auf Höhe, Hangtime und aggressive Performance setzen.
STÄRKEN SCHWÄCHEN
THRIVE
extrem vielseitig weniger radikale Big-AirPerformance einfacher und fehlerverzeihender Charakter für extreme Loops begrenzt gute Sprungleistung
breiter Windbereich
starke Low-Wind-Performance
PEAK
maximale Big-Air-Performance anspruchsvoll zu fahren
enorme Sprunghöhe und Hangtime wenig vielseitig kraftvolle Kiteloops geringe Einsteigerfreundlichkeit
sehr direktes Handling






Einsatzbereich Freeride / Big Air / Freestyle
Konstruktion Delta-C-Hybrid | 3 Struts | 4 Leinen
Größen und Preise

Einsatzbereich Freeride / Allround Konstruktion Delta/Bow-Hybrid | 3 Struts | 4 Leinen
Größen und Preise
Mit dem Nuke (Freeride/Big Air) und dem Sculp (Freeride Allround) bietet CrazyFly zwei völlig unterschiedliche – sich aber perfekt ergänzende – KiteLinien. Der Nuke ist seit 2025 im Lineup. Er richtet sich vor allem an Big-AirKiter, spricht aber auch Hangtime-Fans und Freestyler an. Als New-School-Big-Air-Kite benötigt er einen fortgeschrittene Fahrer, der sein Big-Air-Level auf die nächste Stufe bringen will. Der Sculp spricht Freerider und Cruiser an. Als Allrounder benötigt ein geringeres Fahrkönnen als der Nuke.
Veränderungen zu den Vorjahresmodellen
Neu bei den 2026er Modellen von Nuke und Sculp sind das Ventil (Air Lock II) und die Grafiken, identisch zu den Vorjahresmodellen ist der Shape der Kappe. Das Besondere am Air Lock II ist, dass es das einzige Ventil auf dem Markt ist, das nicht geklebt oder geschweißt, sondern mechanisch mit der Leading-EdgeBladder verbunden ist. Dadurch hält es höherem Druck stand, verhindert ein unbeabsichtigtes Ablösen und lässt sich im Reparaturfall schneller und einfacher austauschen.
Barsystem
Alle CrazyFly-Kites werden mit der Savvy Bar geflogen.
Savvy Bar 4 Leinen | 45/50 cm | 24 m – 699 Euro
Savvy Bar XT 4 Leinen | 45/50 cm | 24 m (18 + 4 + 2 m) – 749 Euro

Windrange
Sowohl der Nuke als auch der Sculp decken einen breiten Windbereich ab. Der Sculp bietet bessere Leichtwindeigenschaften, während der Nuke bei stärkerem Wind seine Stärken ausspielt. Der Sculp hat eine höhere Streckung als der Nuke, was ihm bei Leichtwind zugutekommt. Der Nuke ist bei mittlerem und starkem Wind in seinem Element.
Handling und Kontrolle
Hier zeigen sich deutliche Unterschiede. Der Sculp ist deutlich einfacher zu fliegen als der Nuke – er fliegt langsamer und ist leichter zu kontrollieren. Der Nuke ist deutlich schneller und erfordert einen erfahreneren Rider. Das Handling ist sehr präzise und feinfühlig, der Nuke reagiert schneller auf Lenkimpulse.
Bargefühl
Das Bargefühl des Sculp ist sanfter, das des Nuke direkter. Der Sculp bietet mehr Depower über den Barweg. Das Bargefühl des Nuke ist deutlich direkter und sportlicher.
Höhelaufen / Upwind-Performance
Hier ist der Sculp klar im Vorteil, er ist gestreckter, seine Kappe steht weiter vorn am Windfensterrand. Er bietet eine bessere Upwind-Performance als der Nuke.
Delta-C-Hybrid Der Nuke ist richtet sich an Big-AirKiter, spricht aber auch Hangtime-Fans und Freestyler an. Er benötigt einen fortgeschrittene Rider
Foto: Laci Kobulsky

Sprungleistung – Lift und Hangtime
Der Nuke bietet den explosiveren Lift. Er erreicht eine beeindruckende Höhe und fängt den Rider für die Landung sicher auf. Der Sculp liftet sanfter, die Gleitphase ist länger. Der Sculp springt nicht so hoch wie der Nuke, bietet aber die längere Hangtime.
Freeride und Cruising
Der Sculp ist ein sehr komfortabler Cruiser- und Freeridekite, besonders bei schwächerem bis mittelstarkem Wind. Mit ihm kann der Rider entspannt seine Session genießen. Der Nuke will aktiver geflogen werden.
Relaunch
Beide Kites starten zuverlässig aus dem Wasser. Durch seine rundere Form startet der Nuke etwas einfacher als der Sculp.
Kiteloops
Kiteloops sind die Paradedisziplin des Nuke. Er zirkelt schnell, präzise und rund, erzeugt einen satten Querzug, fängt sicher auf und setzt den Rider sanft wieder ab. Der Sculp dreht langsamer und weiter als der Nuke, sein Querzug ist geringer. Bei wenig(er) Wind eignet er sich für erste Kiteloop-Versuche.
Big-Air-Performance
Hier ist der Nuke der klare Sieger. Er wurde für Big Air, Kiteloops und Höchstleistungen bei stärkerem Wind entwickelt. Auch der Sculp bietet eine gute Sprung-Performance, er liftet sanft und beherrschbar, seine Hangtime bietet ausreichend Zeit für Hooked-Freestyle und Old-School-Tricks.
Freestyle (unhooked)
Die bessere Unhooked-Performance bietet der Nuke – durch seine C-Shape-Elemente.
Doch auch mit dem Sculp ist es möglich, erste UnhookedTricks zu lernen. In früheren Zeiten haben die CrazyFly Teamrider den Sculp sogar auf der GKA Freestyle Tour eingesetzt. Das zeigt, dass Freestyle mit dem Sculp möglich ist, obwohl er als Allrounder gilt.
Freerider und Cruiser
Der Sculp spricht Freerider und Cruiser an. Er ist einfacher zu fliegen als der Nuke – und fliegt
langsamer
Foto: Laci Kobulsky

Wave-Einsatz
Sculp und Nuke sind keine Wavekites, dennoch ist ein Einsatz möglich. Der Nuke performt in der Welle besser als der Sculp, da er wendiger ist, direkter reagiert und auch besser driftet.
Einsteigerfreundlichkeit
Hier glänzt der Sculp. Der Sculp ist einsteigerfreundlich, sein Handling ist einfach und vorhersehbar. Der Nuke benötigt einen erfahrenen Rider.
Entwicklungspotenzial
Als Allrounder bietet der Sculp ein hohes Wachstums- und Entwicklungspotenzial in allen wichtigen Disziplinen – besonders Freeride und Hooked Freestyle, aber auch im Unhooked Freestyle, bei Kiteloops und bedingt auch in der Welle. Der Nuke ist ein spezialisierter Kite für New-School-Big-Air, Kiteloops und Unhooked Freestyle, er richtet sich an bereits fortgeschrittene Rider.
STÄRKEN
SCULP
SCHWÄCHEN
komfortabel im Freeride und Cruising weniger explosiver Lift einsteigerfreundlich und leicht zu kontrollieren langsamere Drehgeschwindigkeit
vielseitig weniger geeignet für aggressive Kiteloops
sanfter Lift und lange
Hangtime
hohes Entwicklungspotenzial
NUKE
explosiver Lift geringere Einsteigerfreundlichkeit
sehr gute Big-AirPerformance weniger komfortabel im entspannten Cruising
schnelles, präzises und direktes Handling weniger fehlerverzeihend hohe Performance bei starkem Wind
dynamisches, sportliches Fahrgefühl
Mit Sculp und Nuke deckt CrazyFly zwei sich ergänzende Einsatzbereiche ab. Der Sculp ist ein unkomplizierter Allrounder, er deckt alle wichtigen Disziplinen ab. Seine Stärken sind Freeride und Hooked Freestyle, auch ist er – bedingt – freestyletauglich und in der Welle einsetzbar. Der Nuke ist ein spezialisierter New-School-Big-Air-Kite. Seine Paradedisziplin sind Kiteloops, seine volle Performance entfaltet er im oberen Windbereich. Der Nuke ist der schnellste Kite, den CrazyFly je gebaut hat. Er soll Stärke, Geschwindigkeit, Power und Selbstvertrauen verkörpern.
Fünf Fragen an CrazyFly zum neuen Air Lock II
KB: Was sind die Vorteile des Air Lock II gegenüber herkömmlichen SUP-Ventilen, wie sie andere Premium-Hersteller an ihren Kites verbauen?
CF: Der größte Vorteil ist, dass das Ventil weder geklebt noch geschweißt ist. Dadurch ist es nahezu ausgeschlossen, dass es sich vom Bladder löst. Wie ihr ja wisst, ist das ein großes Problem in der Branche. Denn eine Klebeverbindung kann sich durch Hitze, UV-Strahlung oder auch Kälte lösen, bei einer mechanischen Verbindung ist das ausgeschlossen. Die Idee stammt aus dem SUP-Bereich, wo Ventile verschraubt werden. Wir haben es für den Einsatz in der Kiteproduktion optimiert.
KB: Was war dabei die größte Herausforderung?
Der Sculp ist ein unkomplizierter Allrounder, er deckt alle wichtigen Disziplinen ab

Neu an Nuke und Sculp ist das Air Lock II Ventil. Das Air Lock II ist ein SUP-Ventil, das nicht geklebt oder geschweißt, sondern mechanisch mit der Innertube (Bladder) verbunden wird. Es ist robuster und langlebiger als herkömmliche SUP-Ventile, mit denen Kites ausgestattet werden, da es sich an der Klebeoder Schweißnaht nicht lösen kann, auch hält es einen höheren Druck aus.
CrazyFly ist der erste und bisher einzige Hersteller, der mit dem Air Lock II ein mechanisch befestigtes und nicht geklebtes Ventil verbaut – ein absolutes Novum in der Branche. Das Air Lock II kann nachträglich auch an älteren CrazyFly-Kites (ab 2017) nachgerüstet werden – und funktioniert mit dem gleichen Pumpenadapter wie alle anderen gängigen SUP-Ventile.
CF: Die Herausforderung war das sehr dünne Material der KiteBladder. SUP-Material ist rund 3 mm dick, eine Kite-Bladder nur 0,1 mm. Wir haben die Stelle, an der das Ventil sitzt, mit einem Kunststoff-Inlay verstärkt. Dadurch entsteht eine luftdichte, stabile Verbindung – ähnlich wie bei einem Flaschendeckel. Das System verhindert so auch ein Lösen durch Vibrationen oder Belastung. Eine weitere Herausforderung war der Push-and-Turn-Mechanismus, dieser ist am Air Lock II stabiler als an herkömmlichen SUP-Ventilen. Wir haben das Air Lock II über fünf Jahre entwickelt und mehr als zwei Jahre getestet – ohne Ausfälle.
KB: Warum ist CrazyFly der einzige Hersteller, der das Air Lock II verbaut?
CF: Das Air Lock II zu entwickeln war recht aufwändig, die Idee unkonventionell, auch wenn die Lösung im Nachherein recht einfach ist. Und wir wollten es erst verwenden, nachdem wir sicher waren, dass es funktioniert und einen Vorteil bringt. Das Air Lock II ist aber nicht exklusiv für CrazyFly. Wir möchte die Technologie frei verfügbar machen, damit die gesamte Branche davon profitieren kann.
KB: Kann das Air Lock II an Kites anderer Marken nachgerüstet werden?
CF: Ja, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Es muss ein kompletter Bladder-Austausch erfolgen und der Kite muss mit SUP-Ventilen kompatibel sein.
KB: Was kostet das Air Lock II als Ersatzteil?
CF: Das Air Lock II wird nicht als Einzelersatzteil angeboten, da ein Austausch ohne Beschädigung der Bladder schwierig ist. Stattdessen wird im Schadensfall die gesamte Leading-Edge-Bladder ersetzt. Sollte das Air Lock II-Ventil aus irgendeinem Grund im Urlaub defekt sein, kann es übergangsweise durch ein selbstklebendes SUP-Ventil ersetzt werden, um eure Urlaubs-Sessions zu retten. Wir empfehlen aber, danach eine neue Leading Edge-Bladder mit dem Air Lock II-Ventil zu erwerben.


Interview mit Alex Pastor, neuer CEO und Miteigentümer von Airush Kiteboarding
Vom talentierten Nachwuchsfahrer zum Weltmeister bis zum CEO von Airush, einer der traditionsreichsten Marken im Kitesport: Alex Pastor hat eine außergewöhnliche Karriere hingelegt. Schon als 13-jähriger erhielt er seinen ersten Sponsorvertrag, feierte internationale Erfolge auf der World Tour und prägte mit seinem Fahrstil eine ganze Generation von Freestyle-Ridern. Heute steht er an der Spitze von Airush Kiteboarding und gestaltet die Zukunft des Sports nicht mehr nur auf dem Wasser, sondern auch hinter den Kulissen. Im Interview spricht Pastor über seine Anfänge, prägende Momente seiner Wettkampfkarriere, technische Innovationen im Kitesport – und darüber, wie er Airush als Marke weiterentwickeln möchte.
Seit ich im Team bin, hat Airush mir bei der Entwicklung des Razor viel Vertrauen geschenkt. Ich habe eine enge Zusammenarbeit mit unserem Kite-Designer aufgebaut
Rider: Alex Pastor Foto: André Magarao
Kite: Airush Razor
Spot: Ceará/Brasilien

KB: Alex, du hast 2003 mit dem Kitesurfen begonnen und bereits 2004 deinen ersten Sponsorenvertrag unterschrieben. Mit welcher Marke war das?
AP: Ja, 2003 – da war ich gerade 13 Jahre alt. Und ja, 2004 wurde ich vom lokalen Wipika-Shop unterstützt. Ein paar Jahre später wurde ich dann auch in das internationale Team aufgenommen.
2006 bist du deine erste Saison auf der PKRA World Championship Tour gefahren und hast den 13. Gesamtrang erreicht. 2007 – nach deinem Schulabschluss hast du dich ganz auf den Wettkampfsport konzentriert. Es folgten mehrere Podiumsplätze, darunter ein zweiter Platz beim World Cup in Brasilien, wo du den damaligen Weltmeister Aaron Hadlow geschlagen hast. Von 2010 bis 2012 wurdest du dreimal in Folge Vizeweltmeister, bevor du 2013 schließlich PKRA Freestyle-Weltmeister wurdest.
Ein weiteres Highlight war für mich 2011, als ich begann, mit Boots zu fahren. Das führte letztlich dazu, dass immer mehr Rider auf der World Tour Boots nutzten und den Freestyle-Bereich nachhaltig verändert haben.
KB: 2016 wurdest du von der GKA zum „Rider of the Year“ gewählt. Was bedeutet dir dieser Titel?
AP: In diesem Jahr begann die GKA, stärker in den Wettkampfsport einzusteigen. Da es noch keine klar strukturierte Tour gab, wurde der Titel „Rider of the Year“ an den komplettesten Fahrer vergeben – also dem Rider, der auf der Freestyle World Tour, dem Triple S und dem King of the Air gleichermaßen gut abgeschnitten hat. Für mich war es eine große Ehre, diesen Titel zu gewinnen, denn es ging darum, nicht nur in einer Disziplin gut zu sein.
Airush wurde im Jahr 2000 auf Maui gegründet. Damals gab es nur zwei weitere Kite-Marken auf dem Markt. Das macht Airush zu einer echten „Legacy Brand“
KB: Wie hast du diese Zeit erlebt?
AP: Ich war eigentlich den Großteil meiner Karriere sehr stark auf Wettkämpfe fokussiert. Mein erstes Ziel war es, überhaupt aufs Podium der World Tour zu kommen – und als ich das geschafft hatte, habe ich mir direkt das nächste Ziel gesetzt: Weltmeister zu werden. Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich Aaron Hadlow 2007 in Brasilien geschlagen habe. Ich hatte einen unglaublichen Heat bei diesem PKRA-Event – ich hatte das Gefühl, besser zu fahren, als ich es eigentlich konnte. Ehrlich gesagt war ich selbst überrascht, denn Aaron war mein großes Idol und damals auf seinem absoluten Topniveau. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich mir eine Zukunft im Kitesurfen aufbauen kann – es fühlte sich an, als würde ich einen Traum leben. Danach gab es viele Höhen und Tiefen: Verletzungen, Rückschläge bei Wettkämpfen. Erst ab 2010 habe ich wirklich eine gute Trainingsroutine, Strategie und mentale Stärke entwickelt, die es mir ermöglicht haben, mich jedes Jahr weiter zu verbessern. 2012 war ich ganz nah dran am Titel – und 2013 habe ich ihn schließlich gewonnen.
KB: Im Freestyle – der Königsdisziplin des Kitesports – gehörst du zu den einflussreichsten Ridern deiner Generation. Du warst einer der ersten, die Wakeboard-Boots statt Straps im Wettkampf verwendet haben. Wie haben Boots den Kitesport verändert, insbesondere im Freestyle?
AP: Ich war tatsächlich der erste, der ein internationales Event und später auch ein PKRA-Event mit Boots gewonnen hat. Damals gab es zwar schon ein paar Rider wie Andre Phillip, die Boots gefahren sind, aber die waren eher im Park- oder Freeride-Bereich unterwegs und nicht im klassischen Freestyle-Wettkampf. Wenn sie doch teilgenommen haben, sind sie meist wieder auf Straps gewechselt. Bei mir begann das in Brasilien, als ich mich auf das letzte Event der Saison vorbereitet habe. Ich hatte dort extrem viel Spaß mit Boots und habe gemerkt, dass sich mein Fahrniveau dadurch verbessert. Also bin ich nach Neukaledonien nur mit Boots gereist – ohne Straps – und habe genau dieses Event gewonnen. Ab diesem Zeitpunkt wurde klar, dass Boots im Freestyle echte Vorteile bieten: Man kann mit deutlich mehr Power landen, erzielt mehr Höhe und Weite – und auch der Style profitiert enorm.


Ich sehe großes Potenzial und freue mich sehr über die Entwicklung unseres Teams.
Alex Pastor
Airush verfügt über ein bemerkenswertes Team, darunter Bruna Kajiya (amtierende sechsfache FreestyleWeltmeisterin, Foto), Ramiro Gallart (Vize-Weltmeister im Park), Victor Hays (Freestyler, Ambassador des Sports) und bis vor Kurzem auch der amtierende Freestyle-Weltmeister Finn Flügel. Als neuer CEO hat Alex Pastor einige Veränderungen vorgenommen und neue Talente ins Team geholt, wie Davi Ribeiro und Antoine Ollivier.
Introducing Airush CEO, Alex Pastor
Ich hatte einen unglaublichen Heat bei diesem PKRA-Event. Ich hatte das Gefühl, besser zu fahren, als ich es eigentlich konnte. Es fühlte sich an, als würde ich einen Traum leben.
KB: Heute bist du CEO und Eigentümer von Airush Kiteboarding, deinem langjährigen Sponsor. Was hat dich dazu motiviert, die Marke zu übernehmen?
AP: Für mich ist das immer noch unreal – weit über das hinaus, was ich mir je erträumt hätte. Ich bin seit 2010 ein riesiger Fan von Airush, seit ich ins Team aufgenommen wurde. Ich hätte mir nie vorstellen können, irgendwann selbst CEO und Eigentümer zu sein.
Mein ursprünglicher Traum war es, vielleicht einmal im Produktbereich, Marketing oder Teammanagement zu arbeiten. Aber jetzt die gesamte Marke führen und in die Richtung entwickeln zu können, die ich mir vorstelle, ist einfach unglaublich. Die Motivation kam letztlich durch die Gelegenheit: Der vorherige Eigentümer aus der Starboard-Gruppe wollte sich stärker auf Wingfoil, Windsurfen und SUP konzentrieren und hat mir angeboten, die Marke zu lizenzieren –mit der Perspektive, sie in ein paar Jahren komplett zu übernehmen.
die von Anfang an dabei war. Später zog das Unternehmen nach Kapstadt um und sitzt heute in Tarifa – wir waren also an einigen der ikonischsten Kitespots der Welt zuhause.
KB: Du bist seit 2010 Teil des Airush-Teams und hast die Marke stark geprägt, insbesondere bei der Entwicklung des Razor und des Livewire. Hast du nur im Freestyle-Bereich mitgewirkt oder auch bei anderen Segmenten?
AP: Seit ich im Team bin, war für mich das Beste, dass Airush mir beim Razor so viel Vertrauen geschenkt hat. Ich habe eine enge Zusammenarbeit mit unserem Kite-Designer aufgebaut – er versteht genau, was ich meine, wenn ich Änderungen vorschlage, und setzt sie sehr präzise um. Bisher war ich hauptsächlich an Razor und Livewire beteiligt, aber jetzt kann ich mit allen Designern und Ridern an sämtlichen Kites und Boards arbeiten. Ich bin überzeugt, dass wir auch in anderen Bereichen große Fortschritte machen können.
Ich war tatsächlich der erste, der ein PKRAEvent mit Boots gewonnen hat. Damals gab es zwar schon ein paar Rider wie Andre Phillip, die Boots gefahren sind, aber die waren eher im Park- oder FreerideBereich unterwegs und nicht im klassischen Freestyle-Wettkampf.
KB: Airush ist eine der ältesten Kite-Marken der Welt. Ich bin mein erstes Airush-Board 2001 gefahren. Wann genau wurde Airush gegründet?
AP: Airush wurde im Jahr 2000 auf Maui, Hawaii, gegründet. Damals gab es nur zwei weitere Kite-Marken auf dem Markt. Das macht Airush zu einer echten „Legacy Brand“,
KB: Wie möchtest du Airush als neuer CEO führen, und was sind deine Pläne?
AP: Mein Fokus liegt darauf, bessere Produkte für alle Kunden zu entwickeln – genau dafür stand Airush schon immer. „Besser“ bedeutet für manche höhere Performance, für andere mehr Haltbarkeit oder einen günstigeren Preis.
Ich bin überzeugt: Wenn die Produkte in allen Kategorien überzeugen, spricht das Produkt für sich – und das Interesse der Kunden kommt ganz von allein.
KB: Airush gilt als besonders innovativ, etwa durch das Load Frame und WebTech. Wirst du diese Technologien beibehalten?
AP: Der Load Frame ist für bestimmte Produkte sehr sinnvoll. Bei anderen können wir Gewicht sparen oder die Kites günstiger machen, wenn wir darauf verzichten. Deshalb werden wir es weiterhin einsetzen – aber nicht bei allen Modellen.


Relentless - The Rise of Baby Shark | Episode 1 -A New Chapter.

Rider: Josué San Ferreira / Baby Shark Foto: Samu Carderas

Wir sind die erste Marke, die diese Technologie bei Ultra-PE-Fronttubes einsetzt. Wir haben auch Aluula getestet. Die Performance ist zwar gut, aber die Haltbarkeit kommt nicht an unser H2-Material heran. Beim Gewicht sind wir ähnlich, aber unser Material ist steifer, wodurch wir dünnere Fronttubes verwenden können, ohne Stabilität zu verlieren – selbst bei starkem Wind.
KB: An welchen technischen Innovationen arbeitet ihr aktuell?
AP: Wir haben gerade das H2-Material mit verschweißten Nähten fertig entwickelt und sind die erste Marke, die diese Technologie bei Ultra-PE-Fronttubes einsetzt. Das ist ein großer Fortschritt, und unsere Tests zeigen, dass das Material extrem langlebig ist.
Aktuell liegt mein Fokus weniger auf neuen Materialien, sondern darauf, das volle Potenzial daraus herauszuholen. Wir arbeiten an neuen Prototypen – und es kommen wirklich spannende Kites.
KB: Warum setzt ihr bei Premium-Kites auf Dyneema H2 statt auf Aluula?
AP: Wir haben Aluula getestet. Die Performance ist zwar gut, aber die Haltbarkeit kommt nicht an unser H2-Material heran. Beim Gewicht sind wir ähnlich, aber unser Material ist steifer, wodurch wir dünnere Fronttubes verwenden können, ohne Stabilität zu verlieren – selbst bei starkem Wind.
KB: Was macht den Alex Pastor Kite Club besonders?
AP: Ich habe ihn 2014 gegründet, kurz nach meinem Weltmeistertitel und während einer verletzungsbedingten Pause. Unser Fokus liegt auf einer möglichst einfachen und flexiblen Buchung sowie einer hochwertigen Lernerfahrung für alle Schüler.
KB: Wirst du deinen YouTube-Kanal weiterführen?
AP: Ich habe das immer gern gemacht, hatte zuletzt aber keine Zeit. In Zukunft möchte ich wieder mehr Content produzieren – vermutlich eher über den Airush-Kanal.
KB: Was ist deine wichtigste Veränderung für 2026 – und wo siehst du Airush in fünf Jahren?
AP: Die wichtigste Veränderung ist, dass wir den Fokus wieder voll auf die Entwicklung der besten Kite-Produkte legen. Mein Ziel ist es, Airush in den nächsten fünf Jahren wieder dorthin zu bringen, wo die Marke hingehört: an die Spitze als echte Traditionsmarke.
Ich habe neue Talente ins Team geholt, wie Davi Ribeiro und Antoine Ollivier. Ich sehe großes Potenzial und freue mich sehr über die Entwicklung unseres Teams

Alter 36
Nationalität Spanisch
KB: Wird das aktuelle Kite-Portfolio bestehen bleiben?
AP: Ja. Es gibt nicht den einen Kite für alle. Deshalb wollen wir die Vielfalt beibehalten – jede Disziplin braucht ihr eigenes Modell.
KB: Gibt es Änderungen bei den Boards?
AP: Im Moment bleibt alles wie es ist. Ich habe die Twin-TipSerie gerade überarbeitet, und auch hier braucht es unterschiedliche Modelle für unterschiedliche Fahrer.
KB: Wird es Veränderungen im Team geben?
AP: Ja, ich habe bereits einige Änderungen vorgenommen und neue Talente ins Team geholt, wie Davi Ribeiro und Antoine Ollivier. Ich sehe großes Potenzial und freue mich sehr über die Entwicklung unseres Teams.
KB: Wird Airush weiterhin Wingfoil-Produkte anbieten?
AP: Im Rahmen unserer Vereinbarung mit Starboard werden wir bis 2027 keine Wingfoil-Produkte entwickeln. Aktuell konzentrieren wir uns komplett auf Kitesurfen.
Homespot Málaga, Spain
Lebt zurzeit in Tarifa, Spain
Kitesurfing seit 2003
Lieblingsspot Tarifa und Drepano (Griechenland)
Erster Wettbewerb PKRA Brazil 2025
Erste World Tour 2006 PKRA World Championship Tour
2010 Vice World Champion (PKRA)
2011 Vice World Champion (PKRA)
Erfolge
2012 Vice World Champion (PKRA)
2013 Freestyle World Champion (PKRA)
2016 Rider of the Year (GKA)
Instagram @alexpastorkite
Website www.alexpastorkiteclub.com
TEXT/INTERVIEW Dirk Seifert
FOTOS WAY watersports

WAY watersports PORTAL | die Twintip-Performance-Finne
Die PORTAL Twintip-Performance-Finne liefert mehr Grip, Traktion und Upwind-Performance – und somit höhere Sprünge – als eine normale Finne. Auch kannst du mit der PORTAL die Windrange deines Kites erweitern: Bei Schwachwind kommst du schneller ins Gleiten, bei Starkwind kannst du länger die Kante halten. Die PORTAL ist im BoxWing-Konzept designt, inspiriert durch die Aerodynamik aus dem Rennsport und der Luftfahrt. Ein Wegrutschen bei Absprung und Landung ist fast unmöglich, du erhältst mehr Laufruhe im Chop. Die PORTAL passt auf (so gut wie) alle Twintips, egal ob M5-, M6- oder F-ONE-System.
WAY watersports RISE | das Riserpad
Das RISE ist ein Riserpad – also ein verstellbarer Keil – , der die Bindung in Richtung Ferse in zwei Stufen erhöhen kann.
RISE lässt dich aufkanten wie nie zuvor!
RISE wird unter der Bindung montiert und verbessert den Aufkantwinkel des Boards.
RISE ist eine echte Revolution: Mit RISE wird dein Twintip schneller, agiler und spritziger. Du brauchst weniger Kraft, fährst leichter Höhe – und springst höher!

WAY watersports | PORTAL TwintipPerformance-Finne und RISE Pad
„Die Kombination aus PORTAL und RISE macht einen größeren Unterschied als das Board selbst.“
Jan Vojacek

WAY watersports ist ein kleines, aber feines Start-up in der Kitebranche, gegründet von drei leidenschaftlichen KiterInnen vom Neusiedler See in Österreich. Der Markteintritt war vor etwas mehr als einem Jahr – mit der PORTAL, einer Twintip-Performance-Finne. Jetzt launcht das immer noch junge Startup sein zweites Produkt – die RISE, ein variables Pad, mit dem der Aufkantwinkel erhöht werden kann – für mehr Leistung, höhere Sprünge und bessere Höhelaufeigenschaften. Wir haben bei den drei Tüftlern nachgefragt, in welchen Einsatzbereichen ihre Produkte eine höhere Leistung bringen – und ob eine Kombination von PORTAL und RISE Sinn macht.

WAY watersports Mastermind Niklas Pasterniak
Im Frühjahr 2022 entwarf Niklas Pasterniak den ersten Prototypen der PORTAL-FIN. Seine Motivation dahinter war simpel: Er wollte die Leistung seines Boards steigern und den Grip optimieren. Was als Gedankenspiel begann, entwickelte sich schnell zu einem entschlossenen Plan und einer klaren Vision: Zusammen mit Anna Rauter und Jan Vojacek gründete er WAY watersports, ein junges Start-up in der SurfBranche. Als unabhängiger Performance-KomponentenHersteller legt WAY watersports den Fokus auf Entwicklungen, für die bei großen Herstellern die Ressourcen fehlen.
Das erste WAY watersports Produkt ist die PORTAL, eine Twintip-Performance-Finne. Das zweite ist die RISE, ein variabler Keil unter dem Pad, der das Board schneller und agiler macht, besser Höhe laufen lässt – und durch ein leichteres Ankanten höhere Sprünge ermöglicht.
In der Kombination aus PORTAL und RISE verspricht WAY watersports, dass jeder Rider aus jedem Twintip deutlich mehr Leistung holt.
KB: Ihr seid jetzt seit etwas mehr als einem Jahr mit eurer Twintip-Performance-Finne PORTAL auf dem Markt. Wie ist die Resonanz?
WW: Der Produktlaunch der PORTAL-FIN und damit die Geburt von WAY watersports im letzten Frühjahr war ein voller Erfolg. An dieser Stelle wollen wir uns auch gleich bei allen KundInnen, TeamriderInnen und allen, die daran mitgewirkt haben, bedanken. Es war großartig mitzuerleben, wie viele Leute an unserem Produkt genauso viel Freude haben wie wir. Letzten Sommer sind wir teilweise mit der Produktion gar nicht nachgekommen. Zunächst haben wir die PORTAL-FIN nur im 4er-Set verkauft, da dieses maximalen Grip, Power und Höhelaufeigenschaften erzeugt. Nach einigen Anfragen von KundInnen und TeamriderInnen haben wir im Herbst zusätzlich ein 2er-Set als Heelside Edition gelauncht. Dieses kann etwa 70 % der Leistung erzielen, dreht jedoch etwas verspielter – und ist natürlich auch günstiger.
KB: Jetzt habt ihr mit dem RISE euer zweites Produkt gelauncht. In drei Sätzen: Was hat es mit dem RISE-PAD auf sich?
WW: Das RISE ist ein Riserpad, also ein verstellbarer Keil, der die Bindung in Richtung Ferse in zwei Stufen erhöhen kann. RISE lässt dich aufkanten wie nie zuvor! Es wird unter der Bindung montiert und verbessert den Aufkantwinkel des Boards, das sich dadurch extrem agil, schnell und spritzig anfühlt. Durch die bessere Krafteinleitung bekommst du eine direktere Verbindung zum Board, brauchst deutlich weniger Kraft und fährst leichter mehr Höhe. Durch eine höhere Leinenspannung kannst du nicht nur mehr Power erzeugen und kontrollieren, sondern diese auch mit einem unglaublich explosiven Pop direkt in Sprunghöhe umwandeln. Beim Seamenrace in Hamata hatten wir bereits die Vorserie von RISE zum Testen mit. Das Feedback war wirklich erstaunlich: Von geringeren Knieschmerzen bis zu neuen persönlichen Rekorden war alles dabei!
WAY watersports RISE
Die RISE wird unter der Bindung montiert und verbessert – in zwei Stufen – den Aufkantwinkel des Boards. WAY verspricht: Du läufst besser Höhe und springst höher!
way-watersports.com
@way.watersports

„Wir setzen bei unseren Produkten auf abrufbare Leistung. Wenn etwas nicht einfach zu benutzen ist, ist es noch nicht fertig.“
Niklas Pasterniak
KB: Wie genau funktioniert das RISE-PAD?
WW: Ankanten ist ein Kernelement des Kitesports – egal, ob du den Wasserstart übst, Höhe läufen oder Rekorde brechen willst. Kaum zu glauben, aber der Aufkantwinkel ist anatomisch begrenzt. Bevor das Optimum erreicht ist, limitieren Sprunggelenk und Knie den Aufkantwinkel. Dies lässt sich auch daran erkennen, dass wir intuitiv die Zehen nach oben ziehen, um am Strap der Bindung das Board auf die Kante zu hebeln. Diese Techniken helfen zwar, allerdings wird dadurch Standfestigkeit und Kontrolle aufgegeben – und es ist anstrengend.
Das RISE-PAD erhöht den Winkel zwischen dem Rider und dem Board so, dass – je nach Modus – zwischen 5 und 10 % mehr aufgekantet wird. Dadurch entsteht von alleine mehr Kantendruck und mehr Leinenspannung. Das Board fährt mehr über den Rocker und du nutzt den Flex besser aus, was die agilen Manöver und den explosiven Pop erklärt. Der ganze Fuß bleibt stabil auf dem Pad stehen, wodurch du jederzeit die bestmögliche Verbindung zum Board hast und mit viel weniger Kraftaufwand mehr Höhe ziehst.
KB: Für welche Einsatzbereiche bietet das RISE-PAD Vorteile?
WW: Kurz gesagt: wann immer du ankantest. Für Freestyle und Big Air sind Pop, Kontrolle und Power entscheidend. Beim Freeriden brauchst du weniger Kraft und in der Welle machen die engeren Turns einfach nur Spaß. Eigentlich fühlt sich das Fahren mit RISE gar nicht grundlegend anders an – es ist nur alles etwas einfacher, schneller und weniger anstrengend. Man könnte es mit einem Chiptuning beim Auto vergleichen: Alles bleibt gleich, es geht einfach mehr ab.
KB: Welche Verstellmöglichkeiten bietet das RISE-PAD?
WW: Mit einer zweistufigen Schnellverstellung kannst du im Wasser zwischen dem subtilen und intuitiven Balance Mode für Leichtwind- oder Freeride-Sessions und dem energischeren Attack Mode für ultraexplosive Absprünge und maximale Kontrolle bei Starkwind wählen. Der Balance Mode ist so gewählt, dass er deine gewohnte Technik unterstützt und verbessert, ohne dass du dich anpassen musst. Ziehst du an der Schlaufe im Fersenbereich, wird das RISE-PAD deutlich höher, das Board steht voll auf der Kante und läuft von allein Höhe. Es kann zwar sein, dass du bewusst etwas abfallen musst, um für einen Sprung zu beschleunigen – aber wenn du dann zum Absprung die Kante reindrückst … halte dich lieber fest!
KB: Macht eine Kombination des RISE-PAD mit den PORTALFINS Sinn?
WW: Sowohl die PORTAL-FINS als auch RISE funktionieren ohne Einschränkungen als eigenständige Produkte und liefern jeweils spezifische Vorteile. Wir haben bei der Konstruktion der Finne Features eingebaut, die durch das RISE-PAD nochmals verstärkt werden. Die Kombination aus Grip und Laufruhe der Finne sowie der Drehfreude und dem explosiven Pop von RISE sorgt für ein außergewöhnliches Fahrgefühl, das mit keinem anderen Produkt vergleichbar ist. Du musst es einfach gefahren sein!
KB: Auf die einzelnen Einsatzbereiche bezogen, wie viel mehr Leistung kann ein Rider mit PORTAL-FINS und RISE-PADS aus seinem Twintip rausholen?
WW: Hier eine genaue Prozentzahl zu nennen, wäre unseriös. Wir trauen uns aber zu, zu sagen, dass die Kombination aus PORTAL und RISE einen größeren Unterschied macht als das Board selbst.
KB: Mit euren beiden Produkten – der Performance-Finne PORTAL und dem RISE-PAD – können Twintip-Rider mehr Leistung aus ihrem Board holen. Macht das auch für Cruiser Sinn oder nur für weit fortgeschrittene Kiter und Contest-Rider?
WW: Wir setzen bei unseren Produkten auf abrufbare Leistung. Wenn etwas nicht einfach zu benutzen ist, ist es noch nicht fertig. Alle bei WAY und um uns herum sind passionierte KitesurferInnen. Wir wollen den Sport verbessern und die Freude am Kitesurfen mit unseren KundInnen teilen. Es war nie das Ziel, einzelnen Personen aufs Podium zu helfen – auch wenn wir mit Freude sehen, wie unsere professionellen Teamrider die verrücktesten Tricks in atemberaubenden Höhen zeigen. Eigenschaften wie Boardkontrolle, Effizienz und Höhelaufen sind für alle relevant.
KB: Ein Blick in die Zukunft: An welchen weiteren Produkten arbeitet ihr zurzeit?
WW: Da gibt es noch einige Ideen, aber die können wir natürlich noch nicht verraten. Wir sind aber immer auch offen für Vorschläge und hören uns jede Idee unserer wachsenden Community sorgfältig an. Wenn es etwas Neues gibt, erfahrt ihr es zuerst.
„Grip und Laufruhe der Finne sowie die Drehfreude und der explosive Pop von RISE sorgen für ein außergewöhnliches Fahrgefühl, das mit keinem anderen Produkt vergleichbar ist.“
Anna Rauter

Startgeld sind 100 Euro plus eine Tafel Milka-Schokolade – inklusive Event-Lycra

Hakuna Hamata Hier treffen Hobby-Kiter auf Materialexperten und Race-Fieber auf Beachbar-Vibes

Offiziell ist das Seamenrace ein Testival mit Fun-Races. In Wahrheit aber ist es eine dieser Wochen, in denen aus Sessions Geschichten werden

ARTICLE Dirk Seifert
FOTOS Sabrina Nimmrichter

Style Contest Hier zählen Hangtime, Oldschool, Freestyle und der persönliche Ausdruck

Mr. Klaus In Hamata zählt Milka als eigene Währung

Die Kampfrichter sind das Publikum –unkompliziert, also genau so, wie es zu diesem Event passt: direkt, laut, herzlich

Mein Kite steht im Zenit, mein Board schwimmt rechts neben mir. Ich stehe an der Startlinie zum Seamenrace. Vor mir die türkisblaue Lagune und – weiter draußen – die Insel, die es zu umrunden gilt. Drei, zwei, eins – GO! Einen Moment lang ist alles still, dann explodiert die Fläche: Dutzende Kiterinnen und Kiter jagen los, hinaus aus dem Stehrevier, über das Riff. Die Wasserfarbe ändert sich – von helltürkis auf tiefblau. Im Pulk halten wir Kurs auf die erste vorgelagerte Insel. Willkommen beim Seamenrace.
Vom 20. bis 24. April 2026 war das Kite-Village Hamata erneut der Treffpunkt der Kitesurf-Community. Offiziell ist das Seamenrace ein Testival mit Fun-Races, in Wahrheit aber ist es eine dieser Wochen, in denen aus Sessions Geschichten werden. Hier treffen Hobby-Kiter auf Materialexperten und RaceFieber auf Beachbar-Vibes. Das Motto bleibt: Hakuna Hamata. Im Mittelpunkt des Seamenrace stand auch 2026 wieder das
legendäre „Race around the Island“. Die Startlinie ist rund einen Kilometer breit, alle starten gemeinsam, alle haben ein Ziel: Gemeinsam geht es um die erste der vorgelagerten Inseln. Die Strecke ist mit mehreren Rettungsbooten gesichert, und wer sicher Höhe laufen und wenden kann, bringt die wichtigsten Voraussetzungen bereits mit. Das macht den besonderen Charme des Seamenrace aus: Es ist kein Eliterennen, sondern ein Jedermann-Event auf Twintips – mit Adrenalin, aber ohne Verbissenheit und Härte.
Ein weiteres Format ist der Style Contest. Hier zählen Hangtime, Oldschool, Freestyle und der persönliche Ausdruck. Dieser Event wurde am Nachmittag nach dem Race around the Island gestartet. Die Kampfrichter sind das Publikum – unkompliziert, also genau so, wie es zu diesem Event passt: direkt, laut, herzlich. Für sehr erfahrene Rider war zusätzlich noch ein Long-Distance-Race geplant, doch die Bedingungen passten diesmal nicht.
Seamenrace Das legendäre „Race around the Island“ ist der Mittelpunkt des Events. Mit Twintips geht es um die vorgelagerte Insel

Harlem Kitesurfing hatte die drei Kites Thrive, Peak und den neuen Flow dabei – und die beiden Twintips Ascent und Launch


WAY Watersports Vor etwas mehr als einem Jahr begann die Erfolgsstory der PORTAL Fin. Zum Seamenrace präsentierte das Trio vom Neusiedler See ihr zweites Produkt – die RISE

Duotone Kiteboarding Das DTK-Team ließ keine Wünsche offen. Alles, was Duotone zu bieten hat, stand zum Test zur Verfügung. Inklusive des neuen Neo D/LAB

KOLD Shapes ist das Label des mehrfachen deutschen und Europameisters Mario Rodwald. Vor Ort beim Seamenrace war seine Mutter Ute Rodwald. Zum Test hatte sie auch das brandneue Polar III dabei

F-One Vom Homespot des Mr. Klaus, dem Neusiedler See, angereist waren Helmut Chlebecek und Hannes Radmann. Im Gepäck hatten sie auch die Brainchild-Editionen von Trigger und Bandit
Test. Ride. Repeat.
Parallel zu den Rennen läuft das Kite-Village-Testival. Neueste Kites und Boards können direkt am Spot getestet werden. Duotone, Harlem, Kold Shapes, F-One und Way Watersports waren mit einem Team und ihren Produkten vor Ort und nahmen sich jede Menge Zeit, mit den Teilnehmern zu fachsimpeln und ihre Produkte zu erklären. Die Teilnahmegebühr ist überschaubar: 100 Euro – plus eine Tafel Milka-Schokolade (inkl. Event-Lycra).
Die Milka-Schokolade ist längst Teil der Seamenrace-Historie. Wer Klaus Schweighofer kennt, besser bekannt als „Mr. Klaus“, weiß: In Hamata zählt Milka fast als eigene Währung. Klaus und sein Kite-Village-Team organisieren das Event in einer Mischung aus Saisonauftakt und Kitesurf-Festival. Mit ganz viel Herzblut – und Herz. Nach dem Kiten treffen sich alle an der Beachbar, später zur Siegerehrung – danach das festliche Beach-BBQ direkt am Strand.
Der Spot: eine Kulisse aus Riff, Inseln und Mangroven Hamata liegt weit im Süden Ägyptens und bietet eines der
machen diesen Spot besonders – sollten aber auch respektiert und nicht betreten werden.
Kite-Village Hamata
Das Kite-Village ist mehr als eine Station. Es ist der soziale Mittelpunkt des Spots. Start- und Landehelfer, Storage, Verleih, Testmaterial, Shop, Restaurant, Beachbar, Schattenplätze, Duschen, Toiletten und ein Massage-Angebot sorgen für das perfekte Ambiente – für den perfekten Kite-Tag auf dem Wasser. Die Wege sind kurz, die Stimmung familiär. Und wer alleine anreist, findet schnell Anschluss. Direkt hinter der Station liegt das Kite-Village Hotel. Hier wird „vom Bett aufs Brett“ sprichwörtlich gelebt. Denn die Bungalows im maurischen Stil liegen nur wenige Schritte vom Spot entfernt. Terrasse, Meerblick, Frühstück, Kitegröße checken – und los geht’s. Restaurant, Wellnessbereich, Sauna, Dampfbad, Massage, Fitnessraum und Lobby-Bar – und bald auch ein Pool – sorgen für ein „Rundum-sorglos-Paket“. Und wenn der Wind einmal Pause macht, locken Schnorchel- und Tauchausflüge, Bootstouren zu den Inseln im Roten Meer oder eine Quadtour in die Wüste.
seamenrace.com kite-village.com

Seamenrace Kein Eliterennen, sondern ein Jedermann-Event auf Twintips – mit Adrenalin, aber ohne Verbissenheit und Härte
größten Stehreviere am Roten Meer. Vor dem Kite-Village breitet sich eine riesige Lagune aus: flaches, meist knie- bis hüfttiefes Wasser, viel Platz, türkisfarbene Flächen und eine Kulisse aus Riff, Inseln und Mangroven. Das Revier ist ideal für Einsteiger, Aufsteiger und Könner – mit großem Stehbereich und konstanten Sideshore-Bedingungen.
Der Wind ist der Hauptdarsteller in Hamata. Durch die südliche Lage, die Nähe zum nördlichen Wendekreis und die lokale Thermik gilt der Spot als besonders windsicher. Typisch ist ein Tagesverlauf, bei dem der Wind morgens schräg ablandig startet, dann auf Sideshore von links dreht und im Laufe des Tages zulegt. Für das Inselrennen ist der Vormittag deshalb die beste Zeit: hoher Wasserstand, guter Wind und ein guter Winkel, um zur Insel aufzukreuzen.
Trotz aller Laborbedingungen bleibt Hamata ein Naturspot. Außenriff, Gezeiten und die vorgelagerten Inseln machen den Spot abwechslungsreich. Trips über das Riff hinaus sollten mit der Station abgesprochen und am besten in kleinen Gruppen organisiert werden. Die Inseln und Mangrovenbereiche
Der nächstgelegene Zielflughafen ist Marsa Alam. Von dort dauert der Transfer nach Hamata knapp zwei Stunden. Alternativ ist die Anreise über Hurghada möglich, dann müsst ihr –trotz der inzwischen gut ausgebauten Straße – mit einem deutlich längeren Transfer rechnen.
Save the Date
Das Seamenrace 2027 geht vom 16. bis 20. April in seine nächste Runde – und verspricht wieder eine Woche voller Kitefun und Highlights. Das Seamenrace ist kein Rennen, bei dem ihr nur eine Platzierung mit nach Hause nehmt. Es ist eine Woche voller Sessions, Materialtests, Feiern und Sonnenuntergänge. Das Kite-Village liefert die Bühne: warmes Wasser, viel Platz, verlässlicher Wind und diese besondere Mischung aus Wüste, Lagune und Rotem Meer. Wenn ihr beim Seamenrace 2027 an der Startlinie steht, fahrt ihr nicht nur um eine Insel. Ihr fahrt mitten hinein in das, was Kitesurfen ausmacht.

Anfang der 2000er lebte Gabi Steindl, damals Mitte 20, in Hongkong und arbeitete als Marketing-Managerin für die größte asiatische Mediengruppen im Bereich Abenteuerreisen und Extremsport. Internationale Karriere, Büro im Hochhaus – ein Leben von dem viele träumen. 2002 machte sie während eines Business-Trips nach Bali einen Kitekurs.
Kaum Wind, nur ein Trainerkite am Strand. Zurück in Hongkong traf sie eine radikale Entscheidung: Sie kündigte ihren Job und kehrte nach Europa zurück, um kiten zu lernen. Dass daraus einmal eine Profikarriere entstehen würde, wusste sie damals nicht.
Heute, mehr als zwei Jahrzehnte später, gehört sie zu den faszinierendsten Persönlichkeiten des Sports. Erst im World-Cup-Zirkus unterwegs, später als Freeriderin und Explorerin. Ihre Expeditionen führten sie in extrem abgelegene Regionen – häufig als erste Kiterin und nicht selten auch als erster westlicher Besucher.
Im vergangenen Jahr wurde sie 50. Für viele im Actionsport eine Zäsur. Nicht für Gabi Steindl. „Mit dem Alter kommen Klarheit, Erfahrung und ein noch stärkeres Feuer für Wind, Wasser und Exploration. Die Zahl hat sich verändert – das Feuer nicht.“
Wir trafen die heute mit ihrem Mann Corey in Westaustralien lebende KiteExplorerin und sprachen mit ihr über mutige Entscheidungen, das Reisen allein – und darüber, warum Leidenschaft kein Ablaufdatum hat.

Geh deinen eigenen Weg und hör nach innen. Wenn dich etwas zurückhalten will, sei stärker
Foto: Gill Chabaud Rider: Gabi Steindl
Gute Wellen, wilde Natur, freundliche Menschen

KB: Gabi, wenn dich heute jemand nach deiner Berufsbezeichnung fragt – was antwortest du?
GS: Ich sage meistens: Profi-Kitesurferin, Journalistin und Texterin. Oft kommt dann: “Wow, you get paid to kite – you’re so lucky.” Aber mein Leben hat wenig mit Glück zu tun. Außer, dass ich gesund in einem sicheren Land wie Österreich aufgewachsen bin. Alles andere war harte Arbeit, Risiko und ein Batzen an Durchhaltevermögen. Den Lifestyle, den ich heute lebe, habe ich mir selbst aufgebaut. 2002 hast du deinen gut bezahlten Marketing-Job in Hongkong gekündigt, um Kitesurferin zu werden – noch bevor du überhaupt auf einem Kiteboard gestanden hattest. Hast du das jemals bereut? Nein, nie. Aber manchmal frage ich mich schon, was mich damals geritten hat, mein Leben komplett umzukrempeln. Ich war gerade 26 und hatte weder Geld angespart noch den Ausstieg geplant. Seit meinen Teenagerjahren hatte ich auf diese Karriere hingearbeitet – erst in London, dann in Hongkong. Mit Mitte zwanzig: Büro im Hochhaus, internationale Karriere, eigene Sekretärin – Miss Penny Wong, doppelt so alt wie ich. Dann machte mir mein Herz einen Strich durch die Rechnung. Meine Sehnsucht nach Wassersport war stärker, und obwohl es verdammt schwierig war, bin ich diesem Ruf gefolgt. Und ja, das Verrückteste daran
ist: Ich habe meinen Job gekündigt, noch bevor ich überhaupt auf einem Kiteboard gestanden bin. Heute wirkt es durch Social Media fast normal, seine Träume zu leben, um die Welt zu reisen und vom Laptop zu arbeiten. Anfang der 2000er war das noch völlig anders – man lebte seine Träume im Urlaub, nicht als Lebensmodell.
KB: Du warst später jahrelang im World-Cup-Zirkus unterwegs. Wie blickst du heute auf diese Zeit zurück?
GS: Faszinierend war, Teil der Anfangszeit dieses Sports zu sein. Wir sind von Event zu Event gereist und haben neue Spots entdeckt. Brasilien war damals eine andere Welt – kleine Dörfer, leere Lagunen, kaum Infrastruktur. Diese Energie war unglaublich. Mental war der Wettkampfzirkus für mich hart – vor allem wegen des finanziellen Drucks und weil ich völlig allein unterwegs war. Ich hatte niemanden hinter mir, weder finanziell noch emotional. In Freeride-Sessions war ich auf Weltmeister-Niveau. Ich gehörte zu den wenigen Frauen, die damals Handlepasses standen. Aber im Contest konnte ich dieses Level kaum abrufen, weil ich mir enormen Druck machte. Ich dachte: Wenn ich nicht gewinne, finde ich keine Sponsoren und kann diesen Weg nicht weitergehen. Contestfahren war nie der Teil des Sports, der mir am meis-

ten Freude gemacht hat. Aber damals war der World Cup die einzige Möglichkeit, Sponsoren zu bekommen – Freerider gab es noch nicht. Also musste ich mir meine eigene Nische im Sport aufbauen.
KB: 2007 hast du dich vom Contest-Kiten zurückgezogen und bist danach als Kite-Explorerin um die Welt gereist. Was hat dich daran gereizt?
GS: Ich wollte den Sport endlich so erleben, wie er sich für mich richtig anfühlte: frei, neugierig und ohne Judges. Diese Explorer-Trips gehören zu den intensivsten Erfahrungen meines Lebens. Ich war immer mit minimalem Budget unterwegs – oft steckte ein ganzes Jahr Planung und unterschiedlichste Barter-Deals hinter einer einzigen Expedition, sonst wären diese Projekte gar nicht möglich gewesen. Viele Reisen führten mich in Regionen mit kaum Kontakt zur westlichen Welt. Ich lebte in Dörfern, in denen die Menschen weder ihr Alter noch das Datum kannten. Als große, blonde Frau wirkte ich bei meiner Ankunft oft wie ein Alien – und wurde trotzdem überall unglaublich herzlich aufgenommen. Dort meinen Kite auszupacken und aufs Wasser zu gehen, das sind Gefühle, die kaum zu beschreiben sind. Die Kinder auf den Rücken zu nehmen und mit ihnen über
Ich wollte den Sport so erleben, wie er sich für mich richtig anfühlt: frei, neugierig und ohne Judges. Meine Explorer-Trips gehören zu den intensivsten Erfahrungen meines Lebens
das Wasser zu flitzen – ihre Freude und ihr Lachen bedeuten mir heute mehr als jeder Wettkampfsieg.
KB: Du reist häufig allein. Warum?
GS: Weil man beim Alleinreisen alles intensiver erlebt. Man ist freier, spontaner und kann sich viel stärker auf den Moment einlassen. Natürlich ist es auch härter. Man muss Entscheidungen allein treffen und mit allem, was passiert, selbst klarkommen. Aber genau darin liegt für mich der Reiz. Und Begegnungen mit Menschen bekommen eine ganz andere Tiefe. Wenn man allein unterwegs ist, öffnet man sich mehr – und die Menschen, denen man begegnet, tun das auch. 2010 hast du den Big-Wave-Windsurfer Corey Jones geheiratet und bist nach Westaustralien gezogen.
Meine Basis in Westaustralien hatte ich schon, bevor Corey und ich ein Paar wurden. Ich lernte ihn auf meinem ersten Trip dorthin kennen – im tiefsten Outback. Damals war ich mit Kite-Buddies dort, aber sie waren keine Outback-Fans und wollten zurück nach Perth ins Flachwasser. Also sagte ich: Ihr nehmt das Auto, ich nehm‘ das Zelt und bleibe hier. So lebte ich einen Monat allein in der Wildnis. Die Windsurfer dort oben hatten noch nie eine Frau allein dort draußen gesehen – noch dazu ohne Auto. Corey war lange einfach mein Mate in Perth – dort stand mein Auto, wenn ich wie-






1. Westaustralien Der Indische Ozean. Die Wellen. Fernab der Zivilisation
2. Als große, blonde Frau wirkte ich bei meiner Ankunft oft wie ein Alien –und wurde trotzdem überall unglaublich herzlich aufgenommen
Foto: Stephan Kleinlein
3. Ich habe ich noch viele Träume. Mein Athletinnenleben und mein ExplorerDasein haben kein Ablaufdatum.
Foto: Stephan Kleinlein
4. Alleinreisen ist intensiver. Man ist freier, spontaner und kann sich viel stärker auf den Moment einlassen. Begegnungen mit Menschen bekommen eine ganz andere Tiefe
Foto: Pedro Gomes
5.Alter ist nur eine Zahl. Andererseits denke ich manchmal schon: 50 –das ist eigentlich uralt
Foto: Stephan Kleinlein
6. Meine Explorer-Trips gehören zu den intensivsten Erfahrungen meines Lebens. Ich war immer mit minimalem Budget unterwegs, oft steckte ein ganzes Jahr Planung hinter einer einzigen Expedition
Foto: Stephan Kleinlein
Alter ist nur eine Zahl. Mit dem Alter kommen Klarheit und Erfahrung. Die Zahl hat sich verändert, das Feuer nicht
der auf Expedition ging. Irgendwann wurde aus Freundschaft Liebe, aber Heiraten stand für uns beide nie auf der Bucket List. Aber wir wussten schnell: He’s my man and I’m his girl. Also sind wir nach Bali geflogen und haben dort Las-Vegas-Style geheiratet – spontan und ein bisschen verrückt.
Heute ist Westaustralien mein Zuhause: gute Wellen, wilde Natur, freundliche Menschen – vieles, was ich mir immer erträumt habe. Die letzten Jahre waren auch herausfordernd, weil Corey gesundheitlich zu kämpfen hat. Aber genau das zeigt, was Ehe bedeutet: Wir gehen diesen Weg gemeinsam. Wir sind ein Team.
KB: Ihr verbringt mehrere Monate im Jahr im abgelegenen australischen Outback. Was zieht euch dorthin?
GS: Der Indische Ozean. Die Wellen. Das Campingleben. Unter Sternen einschlafen und das Meer hören. Im Rhythmus der Mondphasen leben, fernab der Zivilisation, in unendlicher, roher Natur und völlig “back to basics”. Für viele wäre das Outback die Hölle: extreme Sonne, brutaler Wind, Sandstürme, giftige Tiere, der nächste Ort oft 200 Kilometer entfernt. Aber diese Weite, diese Wildheit, diese Abgeschiedenheit – manchmal fühlt es sich an wie ein anderer Planet. Genau das – und der Ozean direkt vor unserem Zelt – ziehen uns immer wieder dorthin zurück.
KB: Du bist jetzt 50. Was bedeutet dieses Alter für dich?
GS: Einerseits stimmt es: Alter ist nur eine Zahl. Andererseits denkt man manchmal schon: 50 – das ist eigentlich uralt. Im Kopf fühle ich mich eher wie 30, körperlich nicht mehr ganz, aber durch extrem viel Sport mein Leben lang, bin ich topfit. Als Athletin lerne ich fortlaufend dazu – im Kiten wie im Wellenreiten. Und mich immer weiter zu pushen, ist super spannend. Als Frau bin ich ruhiger in mir selbst, kenne mich besser und weiß, was mir wichtig ist. Und als Explorerin habe ich noch viele Träume. Wenn ich heute auf mein Leben blicke, kann ich sagen: Mein Athletinnenleben und mein Explorer-Dasein haben kein Ablaufdatum. Mit dem Alter kommen Klarheit und Erfahrung – und ein noch stärkeres Feuer für Wind, Wasser und Exploration. Die Zahl hat sich verändert, das Feuer nicht.
KB: Wenn du eine Sache weitergeben könntest, die du in deinem Leben gelernt hast – welche wäre das?
GS: Geh deinen eigenen Weg und hör nach innen. Wir hören oft zu sehr auf Stimmen von außen – auf Erwartungen, Regeln und Meinungen. Aber dein Leben ist dein eigener Weg. Hab keine Angst vor der Angst. Wenn dich etwas zurückhalten will, versuche stärker zu sein und tu genau die Dinge, die dir Angst machen. Denn dort beginnt Wachstum. Und eine Sache möchte ich auch noch sagen, weil ich selbst schon mit 70- und 80-jährigen Kitern auf dem Wasser war: Es ist nie zu spät, mit dem Kiten anzufangen!

Die Kinder auf den Rücken zu nehmen und mit ihnen über das Wasser zu flitzen – ihre Freude und ihr Lachen bedeuten mir mehr als jeder Wettkampfsieg
Foto: Stephan Kleinlein

Viele Reisen führten mich in Regionen mit kaum Kontakt zur westlichen Welt. Ich lebte mit Menschen, die weder ihr Alter noch das Datum kannten. Dort meinen Kite auszupacken und aufs Wasser zu gehen, das sind Gefühle, die kaum zu beschreiben sind

Im letzten Jahr bin ich 50 geworden. Im Kopf fühle ich mich eher wie 30, körperlich nicht mehr ganz. Als Athletin lerne ich fortlaufend dazu. Als Frau bin ich ruhiger, kenne mich besser und weiß, was mir wichtig ist

GABI STEINDL-JONES
NATIONALITÄT Österreicherin
LEBT ZURZEIT IN Margaret River, Westaustralien
KITET SEIT 2002
HOMESPOT MARGARET RIVER MAIN BREAK
LIEBLINGSSPOT SOMEWHERE IN THE DEEPEST OUTBACK
ERSTER CONTEST 2003
2004 1ST KOTA DUBAI/VAE
2005 1st PKRA World Cup Coche Island/Venezuela
ERFOLGE/TITEL
2006 1st PKRA Team World Cup Fleixeiras/Brasilien
2007 1st Kiteival, Mauritius
Instagram @kite_gabi
Web www.kitegabi.com

















