www.kirchenzeitung.at | 4. Juni 2026 | Spezial 02-2026
Die Pfarrgemeinden
Die acht Pfarrgemeinden der Pfarre Urfahr St. Junia stellen sich vor: ihre Geschichte, ihre Kirchen und ihre Schwerpunkte in der Seelsorge.
Seite IV bis VI
Kirche in der Stadt
Wie vielfältig das Leben der Pfarre Urfahr ist, sieht man an den Veranstaltungen der bischöflichen Visitation, zu denen alle herzlich eingeladen sind. Seite VIII
Glaube und Kirche in Fluß _
Was den Platz von Glaube und Kirche in der Gesellschaft betrifft, ist vieles in Bewegung. Die Pfarre Urfahr St. Junia ist gefordert, Wege zu den Menschen zu finden und Orientierung für die Menschen zu bieten.
Seite II und III
Ein herzliches
Grüß
Gott!
Die Kirche lebt – und sie ist äußerst vielfältig. In jeder Region Oberösterreichs zeigt sie unterschiedliche Ausprägungen und setzt eigene Schwerpunkte. Überall jedoch ist sie ein wesentlicher Teil der Gesellschaft und von großer Bedeutung für viele Menschen. Das trifft auch auf den städtischen Raum des Linzer Nordens sowie auf Lichtenberg zu.
Im Juni werde ich gemeinsam mit einem Team der Diözesanleitung für eine Woche die Pfarre Urfahr – im Rahmen einer sogenannten Visitation – besuchen. Auch wenn ich selbst in Linz wohne, ist das eine gute Gelegenheit, dem kirchlichen und gesellschaftlichen Leben hier in der Stadt noch intensiver nachzuspüren. Wir möchten hinhören: Was funktioniert gut, wo sind die Kraftquellen, wie wird der Glaube gelebt? Was bewegt oder belastet die Menschen hier?
Wir möchten ins Gespräch kommen, Eindrücke sammeln und miteinander feiern. Es wird zahlreiche gemeinsame Gottesdienste und Begegnungen geben.
Die Kirche steht angesichts der sich rasch verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vor vielen Herausforderungen. Sie hat im Geist Jesu immer wieder passende Wege gefunden, indem sie Bewährtes weitergeführt und Neues aufgegriffen hat. Wir möchten sehen, wie die neue Pfarrstruktur gelebt wird und was sich bereits bewährt hat.
Wir freuen uns auf diese Visitation – auf einen Besuch in der Pfarre Urfahr, bei dem die Verbundenheit im gemeinsam gelebten Glauben sichtbar und spürbar wird. Auf einem solchen Boden kann Hoffnung wachsen.
Gemeinsam Kirche sein
Die acht Pfarrgemeinden des Linzer Stadtteils Urfahr, Lichtenberg mit eingeschlossen, sind unter ein gemeinsames Dach gegangen und zur Pfarre Urfahr-St. Junia geworden. Seit mehr als drei Jahren halten sie nun gemeinsam die Kirche in Urfahr lebendig.
Die Pfarre Urfahr-St. Junia hat durch und durch städtischen Charakter. Die Zahlen zeigen dies deutlich: Von den knapp 60.000 Bewohner:innen des Pfarrgebiets gehören etwas weniger als 22.000 der katholischen Kirche an. Pfarrer Zarko Prskalo erinnert sich noch, als die Anzahl der Katholiken bei fünfzig Prozent lag. Das ist rund zwanzig Jahre her. „Wir erleben einen Werte- und Gesellschaftswandel“, sagt Sonja Sommergruber, die Obfrau des pfarrlichen Pastoralrats. „Wir blicken nicht nos-
talgisch zurück, sondern wir nehmen die Situation wahr, akzeptieren sie und arbeiten damit.“ Mit dem Pastoralvorstand Matthias List sind sich Pfarre und Pastoralrats-Obfrau über die Beschreibung der acht Pfarrgemeinden, die die eine Pfarre Urfahr bilden, völlig einig: „Alle Pfarrgemeinden sind sehr lebendig und mit Ehrenamtlichen gesegnet.“
VERNETZUNGSARBEIT
Das Engagement beziehe sich vor allem auf einzelne Projekte, präzisiert Sommergruber.
Wakolbinger
Pfarrer Zarko Prskalo (von links), Sonja Sommergruber, Obfrau des pfarrlichen Pastoralrats, und Pastoralvorstand Matthias List. KIZ/JW
Feste Gruppen zu gründen, die sich wöchentlich oder zumindest regelmäßig treffen, geht eigentlich nicht mehr. „Durch Corona ist das Gemeinschaftliche nochmals spürbar zurückgegangen“, sagt Matthias List und verweist auch auf das große Kultur-, Sport- und Freizeitangebot, das die Stadt bietet: „Wir als Pfarre sind ein Player unter vielen. Darum ist die Vernetzungsarbeit entscheidend.“
ÖFFENTLICHE KIRCHE
Die Erfahrung zeigt, dass auch andere Gruppen froh um eine Zusammenarbeit sind. So habe zum Beispiel das Jubiläum eines Fußballvereins zu einem Festgottesdienst geführt, erzählt Pfarrer Prskalo: „Wichtig ist, mit anderen Gruppen in Verbindung zu treten.“ Die Pfarre geht bewusst auch auf öffentliche Plätze. Mit dem Pfarrgründungsfest unter der Eisenbahnbrücke im Juni 2023 hat die Pfarre in diesem Sinn ein viel beachtetes Zeichen gesetzt.
Auch mit dem Bischof wird die Pfarre Urfahr im Rahmen der Visitation dort am 14. Juni um 10 Uhr ihr „Junia-Fest“ feiern:
das Pfarrfest mit Gottesdienst und Frühschoppen.
GEWOHNTE KOOPERATION
Die Pfarre Urfahr-St. Junia ist eine der fünf Pionierpfarren Oberösterreichs, mit denen das neue Pfarrmodell, der Zusammenschluss von Pfarrgemeinden zu einer Pfarre, gestartet wurde. Da die acht Pfarrgemeinden der Pfarre Urfahr, als sie noch im losen Verbund des Dekanates zusammengehörten, sich schon um Kooperation bemühten, war der Schritt in eine gemeinsame Pfarre kein allzu großes Problem. „Der Rechtsakt der Pfarrwerdung hat unserer Zusammenarbeit Verbindlichkeit gegeben“, sagt der Pfarrer. So sind alle Pfarren dem Klimabündnis beigetreten, es gibt eine gemeinsame Firmvorbereitung und auch in der Trauerpastoral arbeitet man zusammen. Ebenso kommt der Pfarre die Geografie zugute, da die größte Entfernung vom zentralen Büro in der Pfarrgemeinde Christkönig lediglich fünfzehn Kilometer beträgt. Aber nicht nur das Zusammenwachsen der seelsorglichen
Aktivitäten, auch der Aufbau der gemeinsamen Administration und Buchhaltung brauche viel Energie, sagt Sonja Sommergruber. Im wirtschaftlichen Bereich ist gerade auch ein Gebäudeentwicklungsprozess im Gange.
PASTORALE KNOTENPUNKTE
„Geld ist immer ein Thema –weil es knapp ist“, meint der Pfarrer, um aber gemeinsam mit Pastoralvorstand und Obfrau des Pastoralrates nachdrücklich zu betonen: „Wir wachsen zusammen, weil wir
miteinander Kirche sein wollen – Hauptamtliche, Ehrenamtliche und Bevölkerung. Das ist der größte Gewinn des Ganzen.“ Zum Ganzen gehören für die Pfarrverantwortlichen auch die „pastoralen Knotenpunkte“. Dazu zählen unter anderem zwei Seniorenheime, die Schulen der Oblatinnen am Elmberg und im Petrinum, die Jugendkirche Grüner Anker, die Wallfahrtsbasilika am Pöstlingberg, die Telefon- und Notfallseelsorge, die Kindergärten sowie die Schulseelsorge im Petrinum. WALLNER
Die Kirchenzeitung in jedes Haus
Als Vorbereitung auf den Besuch von Bischof Manfred Scheuer in der Pfarre Urfahr-St. Junia erhält jeder Haushalt in der Region kostenlos diese Sonderausgabe der Kirchenzeitung der Diözese Linz. Der Bischof und sein Team sind vom Sonntag, 14. bis Samstag, 20. Juni 2026 in den acht Pfarrgemeinden unterwegs. Auf der letzten Seite der Zeitung finden Sie eine Reihe von Veranstaltungen, wo Sie Bischof Manfred Scheuer und seiner Begleitung begegnen können. Eine gute Gelegenheit ist das JuniaFest am Sonntag, 14. Juni um 10 Uhr unter der Eisenbahnbrücke mit Festmesse und Frühschoppen. Weiters berichten wir auf den Seiten 6 und 7 der Kirchenzeitung über die Pfarre Urfahr.
Das Fest unter der Eisenbahnbrücke im Juni 2023 war ein fulminanter Start der neuen Pfarre Urfahr-St. Junia. KIZ/JW
Die acht Gemeinden
Heiliger Geist
Die Kirche ist, wie der Name verrät, dem Hl. Geist geweiht (1971) und in besonderer Sichtbetonbauweise gestaltet. Den Kirchturm sucht man aus der Ferne vergeblich – steht er doch am Kirchenvorplatz. Das zusammenhängende Pfarrzentrum wird durch den Pfarrhof, das Pfarrheim sowie den Kindergarten Hl. Geist ergänzt. Hinzu kommt auch noch der zweite pfarrliche Kindergarten St. Berthold am Aubrunnerweg. Der Kirchenraum beeindruckt nicht nur durch seine Größe (über 400 Sitzplätze), sondern auch durch die besonderen
Pfarrzentrum Heiliger Geist. Pfarrgemeinde
Wandteppiche von Fritz Riedl (+2012).
Die Pfarrgemeinde beherbergt auch noch weitere spirituelle Zentren wie die KHG (Katholische Hochschulgemeinde) samt Mensa in der Mengerstraße oder die Barmherzigen Schwestern am Elmberg. Und wer die Pfarrgemeinde nicht wegen der spirituellen Angebote besucht, dem sind wahrscheinlich zumindest die großen Sommerflohmärkte ein Begriff. Gerade erst feierte die Pfarrgemeinde das 50-jährige Flohmarktjubiläum.
Die Pfarre Urfahr-St. Junia umfasst acht Pfarren, die vielfältige Aspekte des kirchlichen Lebens zeigen. Wir stellen die Pfarren in kurzen Porträts vor.
St. Markus
Die Pfarrgemeinde St. Markus liegt am Fuße des Gründbergs und an der Leonfeldnerstraße, einer pulsierenden Hauptverkehrsader in das Mühlviertel. Diese spürbare Lebendigkeit an der Stadtgrenze und die Bodenständigkeit der hier lebenden Menschen, sind typisch für die Gemeinde. „Brückenbauer“ Johann Maislinger, erster und letzter Pfarrer, hat vor fast 50 Jahren der damaligen Expositur von Christkönig Leben eingehaucht und diese geprägt. Erich Scheichl, der Architekt der Kirche, plante mit dem Kreis als Grundform Orte der Begegnung für die Seelsorge und die Leibsorge. Künstlerisch
Landkarte der Pfarre
werteten Erich Wulz und Robert Himmelbauer den Kirchenraum auf. 2006 hat Matthias List die Leitungsverantwortung als Seelsorger übernommen. Unterstützt von vielen engagierten Mitarbeiter:innen wurde St. Markus für den Zukunftsweg fit gemacht. Eva Ulbrich hat als Seelsorgerin das 2023 neu installierte Seelsorgeteam verstärkt, seit 2025 tut dies auch Rémy Remus Nduwayo. Das Motto „brüllen, feiern, lieben“ sowie die Offenheit allen Menschen gegenüber stehen für ein lebendiges, beherztes und vielfältiges Gemeindeleben. St. Markus wünscht allen ein herzliches „Grüß Gott“.
Kirche St. Markus. Pfarrgemeinde
Urfahr-St. Junia.
der Pfarre
Pöstlingberg
Die Pöstlingbergkirche ist eine Pfarrgemeinde- und Wallfahrtskirche auf dem Linzer Hausberg. Seit 2023 gehört die frühere eigenständige Pfarre als Teilgemeinde zur Pfarre Urfahr-St. Junia. Die Kirche ist dem Gedächtnis der sieben Schmerzen Mariens geweiht; ihr Patrozinium wird am 15. September gefeiert. Im Jahr 1964 erhob Papst Paul VI. die Wallfahrtskirche zur Basilika. Heute zählt sie zu den meistbesuchten Wallfahrtsorten Österreichs. Seit 1960 liegt die Seelsorge sowohl für die Pfarrgemeinde als auch für die Wallfahrer in den Händen der Oblaten des heiligen Franz von Sales. Aktuell wirken hier die Patres Paulraj Ramaiyan und Hans Ring, die zugleich auch priesterliche Dienste in anderen Gemeinden der Pfarre Urfahr übernehmen. Die Ursprünge der Wallfahrt gehen bis auf den Beginn des 18. Jahrhunderts zurück. Um wegen des wachsenden Zustroms einem Vesperbild der „Mater Dolorosa“, das ursprünglich an einem Wetterkreuz angebracht war, einen würdigen Ort zu geben, begann man 1746 mit dem Bau der Basilika. Eine besondere Rolle im Kirchenjahr spielen die sogenannten „Fatimatage“
von Mai bis Oktober. Jeweils am 13. des Monats finden um 16 und 19 Uhr feierliche Gottesdienste mit Gastpredigern statt. Bereits eine halbe Stunde davor wird der Rosenkranz gebetet und eine Stunde vorher führt ein Kreuzweg vom Petrinum auf den Pöstlingberg. Vor allem in den Sommermonaten zieht die Basilika zahlreiche Wallfahrergruppen sowie viele einzelne Gläubige an, die hier die Fürsprache der Gottesmutter erbitten. Darüber hinaus ist die Pöstlingbergkirche auch eine beliebte Hochzeits- und Taufkirche.
Christkönig
Die Pfarrgemeinde Urfahr-Christkönig liegt an der großen Kreuzung von Freistädterstraße und Leonfeldnerstraße und ist vielen Menschen besser unter dem Namen „Friedenskirche“ bekannt. Das ganze Jahr über bemüht sich die Pfarrgemeinde, ein vielfältiges Angebot für unterschiedlichste Zielgruppen zu gestalten. Zwei Kindergärten sind Teil der lebendigen Gemeinschaft. Das Seelsorgeteam besteht aus acht Personen, unterstützt von zwei ehrenamtlichen Diakonen sowie acht Wortgottesfeierleiterinnen. Die Kirchenmusik hat einen besonderen Stellenwert in Christkönig.
Seit 2023 gehört die Pfarrgemeinde zum Klimabündnis. Offenheit für alle Menschen ist ein zentrales Anliegen, weshalb
Lichtenberg
In Lichtenberg steht die jüngste Kirche in Oberösterreich, künstlerisch und architektonisch ansprechend sowie energieeffizient (eine bäuerliche Nahwärmegenossenschaft ist im Seelsorgezentrum eingemietet und heizt hier ein!). Das 2010 fertiggestellte Seelsorgezentrum bietet Platz für viele pfarrliche und auch nichtpfarrliche Veranstaltungen und Zusammenkünfte und ist ein offenes Haus, mit dem sich viele Lichtenberger:innen identifizieren. Lichtenberg ist eine Zuzugsgemeinde mit einem gut funktionierenden Netzwerk. Ein für
viele Menschen wichtiger Ort ist die Gis. Bei der Pfarrvisitation wird Bischof Manfred am 18. Juni das neue Gipfelkreuz segnen. Das alte Gipfelkreuz stand ursprünglich vor dem 1967 errichteten Pfarrheim, das gut 40 Jahre lang auch als provisorische Kirche genutzt wurde. Der größte Schatz sind die vielen Ehrenamtlichen, die die Pfarrgemeinde am Leben erhalten. Seit über 20 Jahren wird Lichtenberg von einem Leitungsteam aus Ehrenamtlichen und einem hauptamtlichen Seelsorger geleitet. Herausgewachsen aus der Doppelpfarre Pöstlingberg-Lichtenberg wurde Lichtenberg mit der Pfarrgründung 2023 eine eigenständige Pfarrgemeinde.
man sich derzeit auch um das a+o-Prädikat bemüht. Mit großer Dankbarkeit wird jedes Jahr die Weihnachtspost an rund 500 ehrenamtlich Engagierte verschickt. Was die Pfarrgemeinde besonders auszeichnet, ist das große Engagement vieler Menschen: eine erfolgreiche Sternsingeraktion, der beliebte Schnitzelsonntag, ein regelmäßiges Sonntagsbuffet sowie rund 30 hervorragende Kuchenbäckerinnen und etwa 15 engagierte Köchinnen. Hinzu kommen Familiengottesdienste, ein großer Flohmarkt, Weinverkostungen sowie acht ehrenamtliche Mesnerinnen und zehn Organistinnen. Ein Besuch in Christkönig lohnt sich: Hier kommt man sowohl liturgisch als auch kulinarisch auf seine Kosten.
Pfarrkirche Christkönig. Pfarre
Seelsorgezentrum Lichtenberg. Pfarrgemeinde
Wallfahrtskirche Pöstlingberg. Pfarrgemeinde
St. Josef und Jugendkirche
Lange Zeit bekannt als „Stadtpfarrkirche Urfahr“, befindet sich die 1702 geweihte ehemalige Kapuzinerkirche an der Donau in unmittelbarer Nachbarschaft des Ars Electronica Center (AEC). Willkommenskultur wird in der Pfarrgemeinde großgeschrieben. Während des Urfahraner Herbst- und Frühjahrsmarkts wird im Rahmen der „Offenen Kirche“ über die Stiegen zum Portal ein roter Teppich ausgerollt, mit dem Passant:innen zum Hereinkommen eingeladen werden. Gemeindemitglieder stehen zum Zuhören und für Gespräche zur Verfügung, um die Kirche herum gibt es Pflücktexte zum Mitnehmen.
Urfahr-St. Josef ist auch das pastorale Zentrum für die Gehörlosen im Raum Linz. Mindestens jeder zweite Gottesdienst wird in Gebärdensprache übersetzt. Der 2024 geschaffene Gedenk-
St. Leopold
Die Kirche ist dem heiligen Markgrafen Leopold III. aus dem Geschlecht der Babenberger geweiht. Die Pfarrgemeinde entstand 1966 als Expositur der Stadtpfarre Urfahr, um den in den 1950er- und 1960erJahren stark wachsenden Stadtteil Auberg zu betreuen. Das Pfarrzentrum wurde zwischen 1967 und 1971 errichtet, 1972 wurde St. Leopold zur eigenständigen Pfarre und 2023 in die neue Pfarrstruktur UrfahrSt. Junia integriert. Nach einem schweren Brand 1986 wurde die Kirche bis 1987 in veränderter Form wieder aufgebaut und neu geweiht. Prägend ist die markante Architektur aus Sichtbeton und Ziegelmauerwerk auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes, ergänzt durch eindrucksvolle Glasfenster. Neben seelsorglichen Angeboten ist die Pfarre ein sehr lebendiges Zentrum des Stadtteils mit großem ehrenamtlichem Engagement. Sie beherbergt einen
ort für Sternenkinder am Pfarrfriedhof ist mit seinen leuchtenden Erinnerungszeichen ein Ort für Trauer, Trost und Hoffnung.
St. Josef verbindet Tradition mit Offenheit für Neues. Unter dem Leitgedanken „Kirche am Fluss – Kirche in Fluss“ ist sie Heimat der Jugendkirche „Grüner Anker“ und schafft mit ihrer flexiblen Bestuhlung Raum für lebendige Spiritualität sowie für zeitgenössische Kunst, Kultur, Musik und Klang. Ein Beispiel für den neuen Zugang zur Kirche zeigte sich bei einer Aktion des Grünen Ankers am Dienstag nach Ostern, als vom AEC-Maindeck bunte Luftballons in den Himmel stiegen. Für eine Schulklasse sollte so die österliche Botschaft der Befreiung spürbar werden. Doch der heilige Nutzraum der einzigen Jugendkirche Österreichs bietet weit mehr: Im Kreuzweg
Kindergarten, bietet Raum für zahlreiche Gruppen und Veranstaltungen und engagiert sich durch die Pfarrcaritas sozial über den Auberg hinaus. Das Pfarrstüberl dient als wichtiger Treffpunkt, während auch die bekannte Theatergruppe und die von Studierenden genutzte Orgel das vielfältige Gemeindeleben prägenP
Die Kirche St. Josef liegt in Nachbarschaft zum AEC und beherbergt die Jugendkirche „Grüner Anker“. Pfarre
für queere Menschen und im Krafthafen – eine spirituelle Feier – wird die Gegenwart Gottes gefeiert, während im Sinnlabor Schulklassen neue Zugänge zu Glauben und Leben eröffnet werden.
Der Grüne Anker ist ein Experimentier- und Lernort für kirchliche Jugendpastoral und junge Menschen. Hier wird am Mittwochabend gekocht, die Theaterproduktion „Krabat“ wurde im Mai aufgeführt und im Juli
St. Magdalena
St. Magdalena verbindet als älteste Kirche Urfahrs eine über 900-jährige Geschichte mit einem lebendigen Pfarrleben. Ihr Ursprung reicht bis ins frühe 12. Jahrhundert zurück. Das spätgotische Netzrippengewölbe und barocke Elemente prägen den Kirchenraum und machen ihn zu einem besonderen Ort. Gleichzeitig ist die Pfarrgemeinde ein offener Lebensraum für viele Menschen und junge Familien. Ein starkes Netzwerk an Vereinen prägt das Miteinander im Stadtteil und trägt eine lebendige Festkultur – sichtbar etwa bei gemeinsamen Veranstaltungen wie „Wein am Berg“. Ein besonderes Profil gewinnt die Pfarrgemeinde durch ihr soziales Engagement, getragen vom Verein „Eine Welt St. Magdalena“, der sich für Entwicklungsprojekte und Bewusstseinsbildung einsetzt. Besondere Akzente setzen Initiativen wie der Benefizlauf „Magdaman“, die „Magdalena-
startet die Jugendreise nach Kroatien. Tanzveranstaltungen in Kooperation mit Vereinen und der Bruckneruni schaffen besonders für kirchenferne junge Menschen einen spannenden Anker. Die Nutzung des sakralen Raums wird dabei als Wertschätzung ihrer eigenen Lebenswelt erlebt. Der Psalm 31,9 „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ leitet das pastorale Verständnis und weitet das Wirken der Kirche.
Kirche St. Magdalena. Wikipedia/Haeferl
messe“ – komponiert im Kontext der Kulturhauptstadt Linz 09 –, der Erinnerungsort für Sternenkinder am Friedhof oder künstlerische Impulse wie das Fastentuch „Katenoide“. So versteht sich St. Magdalena als Ort, an dem Glaube konkret wird: im Miteinander vor Ort und in der Verantwortung für eine gerechtere Welt.
Kirche St. Leopold. Privat
Kindergärten der Pfarre wollen Lebensorte sein
In der Pfarre Urfahr-St. Junia gibt es sechs kirchliche Kindergärten mit derzeit fünfzehn Gruppen und rund 280 Kindern. Die Kindergärten befinden sich in den Pfarrgemeinden St. Leopold, Christkönig (in der Peuerbachstraße und Hölderlinstraße), St. Josef (Schwalbennest im Lentia) und Hl. Geist (zwei Kindergärten: Hl. Geist und St. Berthold).
Das Pastoralkonzept der Pfarre UrfahrSt. Junia hat den kirchlichen Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen ausführlich Platz gegeben, weil „Kinder ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft und wertvoller Teil der Kirche sind“. Grundlage und Basis jeglicher Arbeit mit den Kindern besteht in der Überzeugung: „Wir sehen alle Kinder als von Gott geliebt. Jedes Kind ist einzigartig und besonders.“ Die Kinder werden als „Philosoph:innen und Theolog:innen bezeichnet“; sie sprechen unbefangen von Gott und der Welt und haben die Fähigkeit zu staunen und Fragen nach dem Sinn des Lebens zu stellen.
Gemeinsames Pfarrblatt „Grüß Gott Urfahr“
Ein unübersehbares Zeichen, wie sehr aus den acht Pfarrgemeinden bereits eine Pfarre geworden ist, sieht man im gemeinsamen Pfarrblatt „Grüß Gott Urfahr“. Jede Pfarrgemeinde hat „ihre“ Doppelseite und gleichzeitig können Inhalte für alle thematisiert werden. So war für den Monat Mai eine Überblickseite für sämtliche Maiandachten in der Pfarre zu finden.
Rundgang der „Not und der Hoffnung“
Die Pfarrcaritas-Teams und die CaritasVerantwortlichen in den Seelsorgeteams der Pfarrgemeinden laden im Rahmen der Bischofsvisitation am 17. Juni 2026 um 10 Uhr zu einem Rundgang der „Not und der Hoffnung“ ein.
Das Kennenlernen von Hilfseinrichtungen will allen Interessierten die Augen für die vielfältigen Formen der Not öffnen. Gleichzeitig werden Hoffnungsorte der Pfarre vorgestellt. Treffpunkt für den Rundgang ist das Pfarrheim St. Josef (ehemalige Stadtpfarre Urfahr; Schulstraße 6), wo die Pfarrcaritas Sozial-Sprechstunden abhält. Weiter geht es zum „Caritas-Krankenzimmer“, zum Haus für Mutter und Kind und zu einer Vinzenzstunde, die in der Pfarrgemeinde St. Leopold stattfindet. Nach etwa zwei Stunden endet der Weg in der Schule für Wirtschafts- und Pflegeberufe der Schwestern Oblatinnen.
Bischof Manfred Scheuer, Generalvikar Severin Lederhilger, Bischofsvikar Christoph Baumgartinger und Pastoralratsvorsitzende Brigitte Gruber-Aichberger besuchen die Pfarre Urfahr-St. Junia. Hier finden Sie alle öffentlichen Termine der Visitation.
Sonntag, 14. Juni
10 Uhr: Junia-Fest (Pfarrfest) mit Gottesdienst, Segnung der Junia-Pilgerstäbe und Frühschoppen unter der Eisenbahnbrücke in Urfahr mit Bischof Manfred Scheuer
Montag, 15. Juni
8 Uhr: Gottesdienst in UrfahrChristkönig mit Bischofsvikar Christoph Baumgartinger
10 Uhr: Gottesdienst in UrfahrPöstlingberg mit Generalvikar Severin Lederhilger
Dienstag, 16. Juni
7:15 Uhr: Morgenlob in UrfahrSt. Markus mit Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger
8 Uhr: Gottesdienst in UrfahrSt. Leopold mit Bischof Scheuer
8:30 Uhr: Gottesdienst in Urfahr-St. Josef mit Generalvikar Severin Lederhilger
15 Uhr: Gottesdienst im Seniorenzentrum Hillingerheim (Kaarstraße 15-17) mit Bischof Manfred Scheuer
15 Uhr: Gottesdienst im Seniorenzentrum Sombartstraße mit GV Lederhilger
19 Uhr: Gottesdienst in UrfahrHeiliger Geist mit Bischofsvikar Christoph Baumgartinger
Mittwoch, 17. Juni
8 Uhr: Gottesdienst in UrfahrChristkönig mit Bischof Scheuer
10 Uhr: Weg der Not und Hoffnung. Rundgang zu Hilfseinrichtungen in Urfahr mit Bischof Manfred Scheuer und Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger; Treffpunkt St. Josef; Anmeldung und Detailprogramm siehe Seite VII.
17 Uhr: Mahlzeit: Gemeinsames Kochen und Essen mit Jugendlichen im Grünen Anker | Jugendkirche Linz. Mit Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger
Donnerstag, 18. Juni
8:15 Uhr: Gottesdienst in
Urfahr-St. Magdalena mit Bischof Manfred Scheuer
9:30 Uhr: Gedenken am Erinnerungsort Sternenkinder (frühverstorbene Kinder) des Pfarrfriedhofs St. Magdalena mit Bischof Manfred Scheuer
11 Uhr: Treffen in der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) mit Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger
18.15 Uhr: Wanderung auf die Gis und Segnung des neuen Giskreuzes mit Bischof Scheuer. Startpunkt: Bauernhof Baumgartner (Gisstraße 59).
Freitag, 19. Juni
8.30 Uhr: Gottesdienst in Urfahr-Lichtenberg mit Generalvikar Severin Lederhilger
8:30 Uhr: Gottesdienst in Urfahr-Heiliger Geist mit Bischof Manfred Scheuer
15 Uhr: Kreuzweg vom Bischöf-
lichen Gymnasium Petrinum Linz auf den Pöstlingberg mit Visitatorin Brigitte GruberAichberger
16 Uhr: Gehörlosen-Firmung in Urfahr-St. Josef mit Bischof Manfred Scheuer
17 Uhr: Firmung in Urfahr-Heiliger Geist mit Bischofsvikar Christoph Baumgartinger
19 Uhr: Gespräch über Kunst und Kirche mit Bischof Manfred Scheuer in Urfahr-St. Josef
Samstag, 20. Juni
9:30 Uhr: Firmung in UrfahrLichtenberg mit Bischof Manfred Scheuer
9:30 Uhr: Firmung in UrfahrChristkönig mit Generalvikar Severin Lederhilger
18 Uhr: Abschlussfest mit Sonnwendfeuer in UrfahrSt. Josef mit allen Visitator:innen
Besuchen Mitte Juni die Pfarre Urfahr-St. Junia (von links): Bischof Manfred Scheuer, Bischofsvikar Christoph Baumgartinger, Generalvikar Severin Lederhilger