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RM_Kallham-Gesamt-KW08-2026

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www.kirchenzeitung.at | 19. Februar 2026 | Spezial 01-2026

Die Pfarren

Die 13 Pfarren des Dekanats Kallham stellen sich vor: ihre Geschichte, ihre Kirchen und ihre Schwerpunkte in der Seelsorge.

Seite 4 bis 7

Zusammenarbeit

Warum das Dekanat Kallham bei der Pfarrreform auf einem guten Weg ist, erklärt die Leitung des Dekanatsrats.

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Glaubenstreu

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Die Beichte, das Gebet und die Gemeinschaft der Gläubigen sind im Dekanat Kallham gut verankert. Die Region im Hausruckviertel steht im Mittelpunkt, wenn Bischof Manfred Scheuer und sein Team die Pfarren visitieren und zu Begegnungen einladen.

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Ein herzliches Grüß Gott!

Bei meinen zahlreichen Besuchen in den Pfarren und Dekanaten unserer Diözese nehme ich wahr: Die Kirche ist sehr unterschiedlich. Jede Gegend, ja jede Pfarrgemeinde, hat ihre Eigenheiten und Besonderheiten. Überall ist sie jedoch ein wesentlicher Teil der lokalen Gesellschaft und hat Bedeutung für viele Menschen. Das ist auch bei euch in der Region um Grieskirchen so. Unser einwöchiger Besuch im Rahmen der Visitation ist eine gute Gelegenheit, dem kirchlichen und gesellschaftlichen Leben in eurem Dekanat, dem Dekanat Kallham, noch einmal intensiver nachzuspüren und in den gegenseitigen Austausch zu kommen. Mein Visitationsteam und ich wollen sehen und hören, wie es den Menschen in den Pfarren geht. Was funktioniert gut, wo sind die Kraftquellen, wie wird der Glaube gelebt? Wo hapert es, welche Sorgen sind da? Welche Erwartungen gibt es an die Diözese bzw. an die kirchlichen Strukturen vor Ort? Wie können wir als Kirche in Oberösterreich gemeinsam gut unterwegs sein? Die Kirche steht angesichts der sich rasch ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vor vielen Herausforderungen. Sie hat in der Spur Jesu immer wieder passende Wege gefunden, indem sie Bewährtes weitergeführt und Neues aufgegriffen hat. Ich möchte auch im Dekanat Kallham dafür werben, das Gemeinsame in den Pfarrgemeinden zu sehen, die Zusammenarbeit mit Blick auf den diözesanen Zukunftsweg zu stärken und dabei in allem zuversichtlich auf den Geist Gottes zu vertrauen. Mein Visitationsteam und ich freuen uns schon sehr auf viele Begegnungen!

Zusammen stark im Glauben

Im Dekanat Kallham haben die Feier der Eucharistie und die Beichte einen besonders hohen Stellenwert im religiösen Leben.

Die katholische Kirche hat im Dekanat Kallham eine zentrale Bedeutung für das religiöse, soziale und kulturelle Leben der Region, für die das Spannungsfeld zwischen dem städtischen Grieskirchen und den ländlichen Gemeinden typisch ist. In den Pfarren finden nicht nur Gottesdienste und kirchliche Feste statt, sondern auch zahlreiche Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen. Die Kirche trägt durch Seelsorge, Bildung und karitative Initiativen wesentlich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Historisch gewachsene Pfarrstrukturen prägen bis heute das Ortsbild und die Identität der Gemeinden. Zugleich steht das Dekanat im Rahmen der Pfarrreform vor der Aufgabe, neue Formen von Zusammen-

arbeit und gelebtem Glauben zu entwickeln, um den Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen. Sehr treffend ist vor diesem Hintergrund auch das Motto der Visitation gewählt: „Wer das Ziel kennt, findet einen Weg“. Das Dekanat Kallham wird im Zuge der Pfarrreform in der Diözese ab Jänner 2028 zur Pfarre werden, die 13 Pfarrgemeinden umfasst. Die neue Struktur sieht vor, dass die Pfarrgemeinden als Teil der neu gebildeten Pfarren verstärkt kooperieren. „Es werden sich sicher Schwerpunktsetzungen bei den kirchlichen Angeboten in den einzelnen Pfarrgemeinden ergeben“, sagt Christine Krempl, Pfarrgemeinderatsobfrau in Gallspach und stellvertretende Vorsitzende des Dekanatsrats.

Wakolbinger
Dechant Johann Gmeiner, PGR-Obfrau Christine Krempl und Pfarrer Karl Mittendorfer (von links im Bild). KIZ/PS

Teilweise ist das schon jetzt spürbar, wenn etwa Gallspach sich besonders durch eine aktive Jugendgruppe hervortut oder Pfarrer Karl Mittendorfer mit den Alphakursen in Riedau spezielle Akzente zur Glaubensvertiefung setzt. „Mir ist eine Seelsorge wichtig, die auf Menschen zugeht, um Glaubenserfahrungen möglich zu machen“, betont Karl Mittendorfer, der als Pfarrer neben Riedau auch in Dorf an der Pram zuständig ist. Er ist zudem stellvertretender Vorsitzender des Dekanatsrats Kallham.

AUF EINEM GUTEN WEG

Was die überpfarrliche Zusammenarbeit betrifft, sieht Dechant Johann Gmeiner das Dekanat Kallham auf einem guten Weg. Zum einen, weil es in drei der 13 Pfarrgemeinden bereits Seelsorgeteams gibt und sich viele Ehrenamtliche engagieren; zum anderen, weil Dechant Gmeiner als Seelsorger für sechs Pfarrgemeinden zuständig ist, was diese näher hat zusammenrücken lassen.

Seit 42 Jahren ist er Stadtpfarrer von Grieskirchen, im Laufe der Jahre kam die Verantwortung für immer mehr Pfarrgemeinden hinzu, was auch dem allge-

meinen Priestermangel geschuldet ist. „Natürlich würde ich mir mehr Berufungen wünschen“, sagt Gmeiner, der sich mehr Glaubenspraxis in der Bevölkerung erhofft. „Die Menschen haben zu wenig lebendige Gottesbeziehungen“, sagt Johann Gmeiner, und: „Das Erlebnis von Freude und Frieden beim Beten, nicht nur in den Kirchen, sondern auch in den Familien, möchte ich allen von Herzen wünschen!“

EUCHARISTIE UND BEICHTE

Er hebt in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Eucharistie hervor, wie es auch im Statut der neuen Pfarre vorgesehen ist (§ 19, Absatz 2): Der größte Teil der Sonntagsgottesdienste können im Dekanat als Eucharistie gefeiert werden. Das ist durch die verhältnismäßig gute Versorgung mit Priestern möglich. Ebenso zählt für den Dechant das Sakrament der Versöhnung als eine ganz wesentliche Säule in der katholischen Kirche, wie es Papst Franziskus auch gesagt hat. „Die Reform der Kirchen beginnt im Beichtstuhl“, zitiert Gmeiner Franziskus. „Dafür müssen Gläubige im Dekanat nicht lange suchen, wenn sie im versöhnenden Sakrament der Beichte Belastendes und Schuld able-

gen und so wieder frei werden wollen für einen neuen Anfang“. Passend dazu werden während der Visitationswoche Anfang März vor vielen Gottesdiensten eigene Beichtmöglichkeiten angeboten. Diese Visitation findet ja in der österlichen Bußzeit statt. Auch abseits davon gibt es vielerorts regelmäßige Beichtgelegenheiten und Grieskirchen hat beispielsweise mit Kaplan Norbert Purrer einen Priester, der hier besonders gefragt ist.

Gmeiner erlebt natürlich auch Enttäuschungen. Er bekommt aber immer wieder positive Rückmeldungen für das Tun und Wirken der katholischen Kirche. Zu den hoffnungsvollen Signalen im Dekanat Kallham zählt er, dass es immer wieder Getaufte gibt, die in die Kirche zurückkehren, in manchen Jahren mehr, in manchen weniger. „Die Begegnung mit den Menschen, gerade auch in persönlichen Glaubensgesprächen, gibt mir Kraft“, sagt er. In diesem Sinne freut er sich gemeinsam mit dem Team des Dekanats Kallham besonders auf die vielen Veranstaltungen während der Visitation. „Möge dieses pastorale Bemühen in die Herzen vieler Menschen eindringen“, betont Dechant Gmeiner.

Oberösterreich hat mehr als

Kirchen und pfarrliche Bauten.

Wir sorgen für den Erhalt dieser Glaubensorte und Kulturdenkmäler. Danke für Ihren Kirchenbeitrag!

Pfarrkirche Pollham | Foto: Markowetz

Die 13 Pfarren des

Hofkirchen an der Trattnach

Die Pfarrkirche ist dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht. Die gotische Kirche ging 1620 während des Dreißigjährigen Krieges in Flammen auf und es dauerte fast 100 Jahre, bis sie als Barockkirche wieder hergestellt wurde. Der Kirchturm ist mit einer Zwiebelkuppel versehen und wurde im Jahr 2015 aufwendig saniert. Hervorzuheben ist die ganz besondere Akustik im Gotteshaus, die bei Konzerten für ein klangvolles und wunderbares Hörerlebnis sorgt. Die Pfarre wird seit 2016 von einem Seel-

sorgeteam und einem Pfarrprovisor geleitet. Das Pfarrleben ist geprägt durch eine gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen sowie der Gemeinde. Zusätzlich zu den Fachausschüssen gibt es noch verschiedene Gruppierungen, z. B. Lesepaten, Nähcafé, Reparaturcafé, Mesnerteam usw. Die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für ein lebendiges und gutes Miteinander.

Das Dekanat Kallham umfasst 13 Pfarren, die vielfältige Aspekte des kirchlichen Lebens zeigen. Wir stellen die Pfarren in kurzen Porträts vor.

St. Georgen bei Grieskirchen

Besucht man den Ort, sieht man als Erstes den gotischen Spitzturm der Pfarrkirche herausragen, die von einem kleinen Friedhof umgeben ist. Der Eingang zur Gruft des Adelsgeschlechts Revertera-Salandra lässt eine lang zurückliegende Geschichte erahnen. 1357 wurden Ulrich II. und Helmhard Jörger zu den Begründern der Pfarre St. Georgen. In der Georgskapelle sind 1490 Fresken gemalt worden und man vermutet die Jörger als Auftraggeber. 1560 führten die Jörger unter Belassung der alten Kapelle einen völligen Neubau der Kirche in der für die Gegend ungewöhnlichen

Ziegelbauweise durch (Backsteingotik). Die Gemeinde hat über 1.200 Einwohner. Die Pfarre umfasst nicht das ganze Gemeindegebiet. Etwa 40 Prozent der Einwohnerzahl sind Angehörige der Pfarre. Pater Herbert ist seit 2001 Pfarrprovisor, und seither wurden einige Änderungen eingeführt. So z. B. die alte Tradition, in der Karwoche das Hl. Grab aufzubauen, mit dem alten Grabeschristus (1854) als Mittelpunkt. Nach Abstimmung im Pfarrgemeinderat wird das Fronleichnamsfest zweisprachig gefeiert: Der Gemeinschaftscharakter mit polnischen Gästen ist für alle Beteiligten ein Gewinn.

Pfarrkirche St. Georgen bei Grieskirchen. Pfarre
Pfarrkirche Hofkirchen an der Trattnach. Pfarre
Landkarte des Dekanats Kallham.

Dekanats

Grieskirchen und Schlüßlberg

1075 wurde die damals schon bestehende Pfarre Grieskirchen von Bischof Altmann aus Passau dem Chorherrenstift St. Nikola übergeben. Seit der Aufhebung dieses Klosters 1803 wirken hier Weltpriester in der ausgedehnten Pfarre. Ein regelmäßig erscheinendes Pfarrblatt gibt Auskunft über die umfangreichen Aktivitäten im Pfarrleben.

Franziskanerinnen führen das Krankenhaus und ein nigerianischer Frauenorden wirkt in der Pfarre, von 1866 bis 2024 auch die Borromäerinnen. Täglich wird in der Kirche mit nicht wenigen Gläubigen Eucharistie gefeiert. Die Feier des Bußsakramentes wird regelmäßig angeboten und auch wahrgenommen. Die Verbindung zur Weltkirche ist lebendig – durch Aushilfspriester aus verschiedenen Ländern und jahrzehntelanger Unterstützung verschiedener Entwicklungsprojekte.

SCHLÜSSLBERG

1996/97 wurde im Sinne seelsorglicher „Nahversorgung“ zwischen Grieskirchen und Bad Schallerbach eine Seelsorgestelle errichtet, und zwar in der Gemeinde Schlüßlberg. Aufgrund re-

ger Bautätigkeit und Errichtung eines neuen Gemeindezentrums, später auch einer Volksschule, wurde eine Kirche gebaut – geweiht der Hl. Familie –, ein Pfarrheim und eine Seelsorgerwohnung, alles unter einem Dach. Sehr lebendig hat sich ein christliches Gemeinschaftsleben entwickelt. Wie in der ganzen Pfarre wird auch im Einzugsgebiet dieser Seelsorgestelle sehr vieles vom großen Idealismus der Gläubigen und dem großen Einsatz der Ehrenamtlichen getragen.

Pfarrkirche Grieskirchen (linkes Bild) und Seelsorgestelle Schlüßlberg.

Wikipedia/C. Stadler Bwag, Wikipedia/Aberpram

Pollham

Die Pfarre Pollham mit aktuell ca. 700 Pfarrangehörigen besteht seit 1784. Die Geschichte des Ortes ist eng mit dem Adelsgeschlecht der Pollheimer verbunden. Der markante Turm der Pfarrkirche stammt aus einem spätgotischen Kirchenbau und wird in der Chronik auf das Jahr 1452 datiert. Der bestehende Kirchenbau im neugotischen Stil entstand Anfang des 20. Jahrhunderts und wurde 1908 eingeweiht. Pfarrpatron ist der hl. Laurentius, der als Diakon in Rom unter Kaiser Valerian im Jahr 258 das Martyrium erlitt. Die aufwendige Generalsanierung der Pfarrkirche mit Umsetzung eines Kunstprojektes von Judith Fegerl und der Neugestaltung der liturgischen Orte erfolgte in den Jahren 2017 bis 2021 mit großer fi-

Gallspach

Die Pfarrkirche von Gallspach ist der hl. Katharina geweiht. Erste Aufzeichnungen über die Pfarrgründung gibt es aus dem Jahr 1343. In den 1960er-Jahren entstand der Wunsch nach einer neuen, größeren Kirche. Nach mehreren Planungsphasen entstand ein Neubau, nur der Turm und der Altarraum und ein Teil des Langhauses blieben von der alten Kirche erhalten. Der neue Kirchenraum wurde auf einer darunterliegenden Ebene errichtet. Alles wird durch einen ellipsenförmigen Ring verbunden.

Der ortsansässige Künstler Erwin Burgstaller hat im Außen- und Innenbereich einen Kreuzweg mit Bronzestatuen ausgestaltet. Am 11. Dezember 2005 konnte die Pfarre ihre von Bischof Ludwig Schwarz geweihte Kirche zur Nutzung übernehmen. Nur wenige Jahre später wurde eine neue Orgel ihrer Bestimmung übergeben. Viele ehrenamtliche Helfer tragen zum intakten Pfarrleben und einer lebendigen Seelsorge bei. Es wird täglich eine Messe gefeiert, teilweise mit Anbetungszeiten. Zusätzliche spirituelle Angebote wie der Abend der Jugend, die Nacht der 1.000 Lichter u. v. m. werden gerne in Anspruch genommen.

nanzieller und arbeitstechnischer Unterstützung der Pfarrbevölkerung. Die 20 Kirchenfenster zählen zu den künstlerisch herausragenden Ausstattungsdetails der Pfarrkirche und stammen aus der Werkstatt der Tiroler Glasmanufaktur TGM. Besonderes Augenmerk legt die Pfarre Pollham auf eine qualitätsvolle Gestaltung der Liturgie in ihrer Vielfalt, der Pflege ansprechender Kirchenmusik und einer einladenden Fest- und Feierkultur.

Seit dem Oktober 2022 beteiligt sich ein bischöflich beauftragtes und ehrenamtliches Seelsorgeteam gemeinsam mit dem Pfarrgemeinderat an der Pfarrleitung. Die Pfarre Pollham ist dadurch bestens gerüstet für den Umstieg in die neue Pfarrstruktur im Jänner 2028.

Pfarrkirche Pollham. Pfarre
Pfarrkirche Gallspach. Pfarre/Siegi Wipplinger

Kallham

Die mächtige Barockkirche der Pfarre Kallham, oft als „Dom im Landl“ bezeichnet, ist mit ihrem markanten Zwiebelturm schon von Weitem sichtbar.

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde 1228 erstmals kirchlich erwähnt und unterstand über Jahre den Bischöfen von Passau. Kriegseinwirkungen setzten dem Gotteshaus ebenso zu wie ein verheerender Blitzschlag mit anschließendem Brand.

Pfarrkirche Kallham. Wikipedia/UEb-at

Doch die Bevölkerung ließ ihre Kirche nicht im Stich: Mit großem Einsatz wurde der Dom Schritt für Schritt wieder aufgebaut. Seit heuer läuft eine Kirchturmsanierung, bei der die Fachleute besonders die beeindruckende Konstruktion und handwerkliche Qualität des Turms hervorheben. Zum Pfarrgebiet gehört auch die Filialkirche Kimpling, die bereits durch ihre erhöhte Lage einen reizvollen Anblick bietet. Ein Höhepunkt im Jahreslauf ist der Kallhamer Kirtag am 15. August, der zu Mariä Himmelfahrt gefeiert wird. Mit Festgottesdienst und geselligem Beisammensein verbindet er religiöse Tradition mit lebendigem Dorfleben und stärkt das Gemeinschaftsgefühl der gesamten Pfarrgemeinde.

Dorf an der Pram

Riedau

Riedau wurde ursprünglich um 1430 als Filialkirche der Pfarre Taiskirchen angegliedert. Nach den Wirren der Reformationszeit erfolgte im Jahr 1642 die Erhebung von Riedau zur eigenständigen Pfarre. In dieser Zeit wurde die Kirche erweitert und erhielt dabei ihre bis heute bestehende Grundfläche. Nach einem Großbrand im Jahr 1866 wurde die Inneneinrichtung neugotisch ausgestaltet. Im Zuge der Generalsanierung von 1996 bis 1998 entstand im Eingangsbereich eine Taufkapelle. Die Pfarre Riedau zeichnet sich durch eine lebendige Gottesdienstgestaltung aus, die von der Mitwirkung verschiedener musikalischer Gruppen geprägt ist. Zahlreiche pfarrliche Dienste werden durch ehrenamtliches Engagement getragen. Seit 2020 finden regelmäßig Segnungs- und Heilungsgottes-

Pram

Pfarrkirche Riedau.

Pfarre

dienste statt, zudem wird in der Pfarrkirche eine tägliche Anbetung gehalten. Neben der Pfarrkirche wurde ein Gedenkort für den besonders musikalischen Pfarrer Anton Reidinger (Pfarrer in Riedau von 1876 bis 1891) errichtet, der als Schöpfer des bekannten Adventliedes „Es wird scho glei dumpa“ in Erinnerung bleibt.

Pfarrkirche Dorf an der Pram. Wikipedia/Bwag

Die Gründung von Dorf an der Pram geht auf das Jahr 1481 zurück. Damals erbat Sigmund Auckhentobler vom Pfarrer von Taiskirchen die Erlaubnis, in Dorf eine Kapelle zu Ehren des hl. Wolfgang erbauen zu dürfen. 1501 wurde das Kirchlein von Dorf von Bischof Wiguleus von Passau geweiht. Mit der Einsetzung eines eigenen Priesters in Dorf beginnen 1680 die Matrikenbücher. Dorf an der Pram wurde erst 1891 kirchenrechtlich eine eigenständige Pfarre. 1896 erhielt die Pfarre einen neuen Friedhof. In den folgenden Jahren wurde die Kirche erweitert und die Sakristei neu gebaut. Verschiedene pfarrliche Gruppen bemühen sich in Dorf um eine lebendige Liturgie und um die würdige Gestaltung der kirchlichen Feste. Eine aktive Katholische Frauenbewegung und Katholische Männerbewegung prägen das pfarrliche Leben. Die Fachausschüsse des Pfarrgemeinderats tragen Sorge für das gute Zusammenleben innerhalb der Pfarrgemeinde. Seit 1981 teilt die Pfarre den zuständigen Pfarrer mit Riedau. Die Liebe zu Jesus in der Eucharistie zeigt sich in der regelmäßigen Anbetung an einigen Tagen der Woche. Darin liegt die Hoffnung der Pfarrgemeinde für eine lebendige Zukunft.

Die Pfarre Pram liegt am westlichen Rand des Dekanates Kallham. Erstmals wurde Pram 903 urkundlich erwähnt. Die Pfarrkirche ist dem hl. Stephanus geweiht, dies deutet auf die Zugehörigkeit zum Bistum Passau hin. Die Pfarrkirche erlebte viele Schäden, Brände, Um- und Aufbauarbeiten. Von unschätzbarem Wert sind in der Pfarrkirche der Marienaltar und die Pramer Krippe, die in sieben Szenen dargestellt ist. Die Kunstwerke stammen von der bekannten Innviertler Künstlerfamilie Schwanthaler. Ein besonderes Juwel ist die bezaubernde Filialkirche von St. Nikola. Unter dem bereits verstorbenen Monsignore Kaltseis wurde vielen jungen Männern ermöglicht, ihr Diakonatsjahr in der Pfarre Pram zu absolvieren. Viele Ehrenamtliche tragen zum lebendigen Miteinander bei: Kinderliturgie, Ministranten, Kirchenchor, Wortgottesdienste, Pfarrbücherei, Pfarrkaffee, Kräutersonntag, Erntedankfest, Liturgie mit Vereinen u. v. m. Besonders freut sich die Pfarre, dass heuer eine Firmung von Jugendlichen aus Pram/Wendling stattfindet. Anlässlich 400 Jahre Bauernkrieg feiert die Gemeinde im Herbst einen ökumenischen Gottesdienst am Granatzweg.

Pfarrkirche Pram. Pfarre

Wendling

Die Pfarre Wendling blickt auf eine über 800-jährige Geschichte zurück. Im 12. Jahrhundert wurde die Kirche, dem heiligen Ulrich geweiht, erstmals urkundlich erwähnt. An das einschiffige, dreijochige und im Kern gotische Langhaus schließt ein einjochiger Chor an. Die Einrichtung ist neugotisch und das Taufbecken klassizistisch. Beim Ortsbrand im Jahre 1884 brannte auch der Kirchturm ab. 1901 kam es zum Turmneubau, bei dem der Spitzturm eine Höhe von 48 Meter erhielt. Die Pfarrgemeinde hat auch eine Filialkirche in Zupfing, die dem heiligen Georg geweiht ist. Viele ehrenamtliche Helfer:innen tragen zu einem intakten Pfarrleben bei. Örtliche Vereine und der gesamte Pfarrgemeinderat bemühen sich, den kirchlichen Festen wie Erstkommunion, Fronleichnam

und Erntedank einen würdevollen Rahmen zu geben. Hervorzuheben ist noch, dass es in der Pfarre eine KFB, eine KMB, eine Jungschar, Kinderliturgie, Sternsingen und eine große Schar an Ministrant:innen gibt. Das informative Pfarrblatt und die Website geben laufend Einblick in die Lebendigkeit der Wendlinger Pfarre.

Neumarkt im Hausruck

Der Ort Neumarkt im Hausruckkreis ist einer der ältesten Märkte Oberösterreichs und wurde bereits im Jahr 1220 urkundlich unter dem Namen „Novum Forum“ erwähnt. Der erste gesicherte Beleg für eine Kirche in Neumarkt ist aus einem Stiftsbrief von 1536 ersichtlich. Die zweite Kirche von Neumarkt ist die Kalvarienbergkirche. Während der Sommermonate werden hier einmal im Monat die Vorabendmessen zelebriert. Die Kreuzwegandachten und Maiandachten (bei den vielen Kapellen im Pfarrgebiet) werden von den Gruppierungen der Pfarre abgehalten. Die Frauenbewegung gestaltet beinahe einmal im Monat eine Frauenmesse mit anschließendem Frühstück im Pfarrheim und im Oktober Rosenkranzgebete in der Kalvarienbergkirche. Die Jungschar bringt sich u. a. bei der Sternsinger-Aktion und beim Osterbasar ein. Die Männerbewegung organisiert

Pfarrkirche Neumarkt im Hausruck.

Pfarre

einen Tagesausflug (1. Mai) und Sammlungen für „Sei So Frei“ und EZA. Nicht unerwähnt darf auch der Kirchenchor und ein außergewöhnlich gut aufgestellter Begräbnischor bleiben. Auch von der Goldhauben- und Hutgruppe wird die Pfarre tatkräftig unterstützt (Trachtenund Kräutersonntag, Fest der Jubelpaare).

Rottenbach

Die Pfarre wurde erstmals 1130 urkundlich erwähnt. Der Kirchenbau in der heutigen Form fällt in die Zeit um 1500. Sie ist dem hl. Petrus geweiht. Besonders erwähnenswert ist das Südportal mit Vorhalle und historischer Tür mit original mittelalterlichen Eisenbeschlägen. Die Gottesdienstangebote der Pfarre werden von vielen Gläubigen gerne angenommen, die es schätzen, dass in Rottenbach jeden Sonntag und an zwei Wochentagen die hl. Messe gefeiert wird. An jedem Herz-Jesu-Freitag wird das Allerheiligste ausgesetzt. Hervorzuheben ist, dass die Legio Mariens vor jeder hl. Messe zum Rosenkranz einlädt. Die Gestaltung des Anbetungstages, das Überbringen der Geburtstagsbriefe an die älteren Jubilare und wöchentliche Zusammenkünfte mit Gebet sind ebenfalls Fixpunkte der Legio

Scherfler

Mariens. Große Freude bereitet der Kinder- und Jugendchor, der Kirchenchor und die Ministrant:innen, die den Festen und Gottesdiensten eine ganz besonders feierliche und freudige Stimmung verleihen. Der Zusammenhalt ist überall spürbar und sprichwörtlich: „Übers Zusammenhelfen steht nix auf“.

Taufkirchen an der Trattnach

Pfarrkirche Taufkirchen an der Trattnach. Pfarre

Die Kirche von Taufkirchen wurde erstmals 785 urkundlich erwähnt. Bereits ab der Jahrtausendwende war Taufkirchen als „Taufkirche“ der Seelsorgemittelpunkt eines ausgedehnten Gebietes. Fast alle der umliegenden heutigen Pfarren gehörten damals zu Taufkirchen. Die Pfarrkirche zum hl. Martin wurde mehrmals umgebaut und erweitert. 1725 wurde die Sebastianikapelle angebaut und damit erhielt die Kirche ihre gegenwärtige Form. Derzeit ist die Neugestaltung und Restaurierung der Kirche in Planung. Ein besonderes Juwel ist die Filialkirche in Hehenberg, die mit einem Gnadenbild der Gottesmutter seit Jahrhunderten ein beliebter Wallfahrtsort ist. Die Geschichte dieser Kirche ist auch auf einem der bunten Gemäldefenster im Neuen Linzer Dom zu bewundern. Seit 2016 leitet Dechant Johann Gmeiner als Pfarrprovisor die Pfarre. Regelmäßig kommen Aushilfspriester und Gastpriester. Diakon Rudolf Knoll hilft, in der Seelsorge den gewohnten Pfarralltag aufrechtzuerhalten. Die Pfarr- und Marktgemeinde Taufkirchen/Tr. zeichnet eine Vielfalt von Ortschaften und Vereinen aus. Ihr Zusammenhalt trägt zu einem guten Miteinander der Pfarr- und Gemeindebevölkerung bei.

Pfarrkirche Rottenbach. Pfarre/Petra
Pfarrkirche Wendling. Pfarre

Programm der Visitation

Bischof Manfred Scheuer, Generalvikar Severin Lederhilger, Bischofsvikar Christoph Baumgartinger und Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger besuchen das Dekanat Kallham. Hier finden Sie alle öffentlichen Termine der Visitation.

Sonntag, 1. März

9 Uhr: Gottesdienst in Grieskirchen mit Bischofsvikar Christoph Baumgartinger (ab 8:15 Uhr Beichtgelegenheit)

9:30 Uhr: Gottesdienst in Hofkirchen mit Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger

9:30 Uhr: Gottesdienst in Pollham mit Generalvikar Severin Lederhilger (ab 8:45 Uhr Beichtgelegenheit). Nach dem Gottesdienst „Fastensuppe essen“ mit der Katholischen Frauenbewegung

9:45 Uhr: Gottesdienst in Pram mit Bischof Manfred Scheuer (ab 9 Uhr Beichtgelegenheit)

14 Uhr: Gemeinsames „Pilgern“ nach Rottenbach. Start von zwei Ausgangspunkten:

1) Pfarrkirche Hofkirchen (Anschlussmöglichkeit in Innersee) 2) Pfarrkirche Wendling

16 Uhr: Andacht in der Pfarrkirche Rottenbach. Anschließend Einkehrmöglichkeit im Gasthaus Mauernböck. Mit allen Visitator:innen

Montag, 2. März

16:30 Uhr: Gottesdienst in Dorf a. d. Pram mit Bischofsvikar Christoph Baumgartinger (ab 15:30 Uhr Anbetung und Beichtgelegenheit)

18:30 Uhr: Gottesdienst in Gallspach mit Bischof Manfred Scheuer

Dienstag, 3. März

9 Uhr: Gottesdienst in Schlüßlberg mit Bischof Manfred Scheuer

19 Uhr: Gottesdienst in Riedau mit Generalvikar Severin Lederhilger

19:30 Uhr: Gottesdienst in St. Georgen mit Bischofsvikar Christoph Baumgartinger

19 Uhr: Impulsvortrag „Wer das Ziel kennt, findet einen Weg“, mit Pater Ferdinand Karer, anschl. Podiumsdiskussion, Veranstalter Katholisches Bildungswerk. Im Veranstaltungssaal der Gemeinde in Taufkirchen mit Bischof Manfred Scheuer und Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger

Mittwoch, 4. März

6 Uhr: Gottesdienst in Grieskirchen mit Bischof Manfred Scheuer (5:35 Uhr Laudes)

8 Uhr: Gottesdienst in Kimpling mit Bischofsvikar Christoph Baumgartinger

19 Uhr: Gottesdienst in Neumarkt mit Generalvikar Severin Lederhilger

20 Uhr: Bibelgespräch mit Diakon Mitterlehner im Pfarrzentrum Hofkirchen mit Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger

Donnerstag, 5. März

10 Uhr: Gottesdienst im Marienheim (FraDomo) bei den Franziskanerinnen in Gallspach mit Bischof Manfred Scheuer 16 bis 18 Uhr: Näh- und Strickcafé im Pfarrzentrum Hofkirchen – FA Um.welt.bewusst.sein. Mit Bischofsvikar Christoph Baumgartinger

18 Uhr: Gottesdienst in Taufkirchen mit Generalvikar Severin Lederhilger (17–18 Uhr Anbetung)

18:30 Uhr: Gebet um gute Familien und geistliche und kirchliche Berufe in der Kirche in Grieskirchen mit Bischof Scheuer

19:30 Uhr: Treffen mit allen Pfarrgemeinderäten des Dekanates im Pfarrheim Grieskirchen mit Bischof Manfred Scheuer, Bischofsvikar Christoph Baumgartinger und Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger

Freitag, 6. März

8 Uhr: Gottesdienst in Wendling mit Generalvikar Severin Lederhilger

15 Uhr: Kreuzwegandacht in Gallspach mit Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger, anschließend 16 Uhr: Kirchenführung in Gallspach mit Künstler Erwin Burgstaller

16:30 Uhr: Gottesdienst am Herz-Jesu-Freitag in Rottenbach mit Bischof Manfred Scheuer (15:30 Uhr eucharistische Anbetung und Beichtgelegenheit)

18:30 Uhr: Jugendgottesdienst „Abend der Jugend“ in Gallspach mit Bischofsvikar Christoph Baumgartinger und Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger

Samstag, 7. März

9:30–12 Uhr: Ministrant:innen-Treffen in Neumarkt mit Bischofsvikar Christoph Baumgartinger Anmeldung ist erwünscht unter pauline.holzinger@dioezeselinz.at

17 Uhr: Abschlussgottesdienst der Visitationswoche: gemeinsame Vorabendmesse mit den Chören des Dekanats in Kallham mit allen Visitator:innen, anschließend Abschluss im Saal des Altenheims in Kallham (keine Sonntagsvorabendmessen in den anderen Pfarren des Dekanats)

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