Spezial 01-2021 I 4. November 2021 I Tel. 0732 76 10-39 44 I www.kirchenzeitung.at Österreichische Post AG / P.b.b. / Kirchenzeitung / Verlagsort: 5020 Salzburg / RM 13A039658 K
2 Im Gespräch. Dechant Gert Smetanig über die Rolle des Dekanats Braunau als Pionierpfarre 8 Pfarren. Die 14 Pfarren des Dekanats im Porträt 13 Jugend. Was die Kirche den Jugendlichen zu bieten hat Die astronomische Uhr von Braunau, konstruiert von Wolfgang Auer
ALOIS STOCKHAMMER
Bischof Manfred Scheuer besucht vom 14. bis 21. November das Dekanat Braunau
Neue Zeitrechnung für Braunaus Kirche
Für die katholische Kirche hat eine neue Ära begonnen. Das Dekanat Braunau ist als eine der ersten fünf Pionierpfarren gestartet. Die 14 Pfarrgemeinden rücken zusammen, ohne dabei ihre Selbstständigkeit zu verlieren. Die Vielfalt des pfarrlichen Leben und des kirchlichen Angebots wird auch bei der Visitation im Mittelpunkt stehen, wenn Bischof Manfred Scheuer und sein Team das Dekanat besuchen.
2 Dekanat Braunau
4. November 2021
KirchenZeitung Diözese Linz
„Ich mag nicht zurück in die Zeit vor Corona“ Für Dechant Gert Smetanig hat die Pandemie aufgezeigt, worauf es für die Kirche wirklich ankommt. Die Konzentration auf das Wesentliche sei wichtig, um Überlastung zu vermeiden. Verstärkte Kooperationen, die über den Kirchturm hinausschauen lassen, sollen die Zukunft des Dekanats prägen, das eine der fünf Pionierpfarren in Oberösterreich ist. PAUL STÜTZ
2007 kam Gert Smetanig ins Innviertel, um die beiden Pfarrgemeinden Burgkirchen und Mauerkirchen als Pfarrer zu übernehmen. In den vergangenen 14 Jahren sind ihm seine Pfarren sehr ans Herz gewachsen. „Ich mag die Leute und sie mögen mich“, sagt Smetanig. Erleichtert habe ihm das Andocken in der Region, dass seine ursprüngliche Heimat Kärnten und das Innviertel Gemeinsamkeiten aufweisen. „Die Menschen im Innviertel und in Kärnten haben einen Dickschädel im positiven Sinn. Sie sind zuerst beim Kennenlernen einer neuen Person eher kritisch, wenn du sie aber auf deiner Seite hast, gehen sie mit dir durch dick und dünn,“ erzählt Gert Smetanig. Eine logische Pionierpfarre. Auch bei den neuen Herausforderungen, die er als Dechant für das gesamte Dekanat Braunau ansteuert, ist es wohl ein großer Vorteil, dass er viele Menschen an seiner Seite weiß. Immerhin ist das Dekanat eine von fünf Pionierpfarren in der gesamten Diözese Linz (siehe auch Seite 5). Es gilt, in den nächsten Jahren darauf zu schauen, wie die einzelnen Pfarren gut kooperieren können, ohne dabei ihre Selbstständigkeit zu verlieren. Der Dechant sieht Braunau mit seinen 14 Teilgemeinden als „logische Pionierpfarre. Wir haben intensiv darauf hingearbeitet“, betont er. Besonders die Ehrenamtlichen würden schon mit
viel Elan auf den Start der Umsetzung warten. Es ist vor allem der wichtige Impuls aus dem 2016 abgeschlossenen Dekanatsprozess, den Gert Smetanig aufgreifen möchte. Bereits vor fünf Jahren ging es darum, wie Kirche rechtzeitig auf die Zeichen der Zeit reagieren und neue Perspektiven entwickeln kann. Zudem ist dabei das Bewusstsein ge-
Gert Smetanig ist Dechant von Braunau und Altheim-Aspach sowie Regionaldechant des Innviertels. Als Pfarrer wirkt er in Burgkirchen und Mauerkirchen, als Pfarrprovisor in Minnig und St. Peter am Hart. PRIVAT
wachsen, über den eigenen Kirchturm hinauszuschauen. Lebendige Liturgieformen, Jugendarbeit, visionäres Denken und Spiritualität waren die Themen, mit denen sich verschiedene bunt zusammengemischte Gruppen aus den Pfarren beschäftigten. Leitung auf mehrere Schultern verteilt. Ehrenamtlichen etwas zutrauen und sie im Dienste der Kirche beauftragen, war in diesem Prozess ein wichtiger Zugang, der nun auch bei der Pfarrreform der Diözese eine große Rolle spielt. Die Leitung der Pfarren und ihrer Teilgemeinden wird auf mehrere Schultern aufgeteilt. Auf Ebene der Pfarrteilgemeinden kommen Seelsorgeteams zum Einsatz, die vorwiegend von ehrenamtlichen Mitgliedern besetzt werden. Diese kümmern sich um Verkündigung, gemeinsames Feiern von Gottesdiensten, den Dienst an den Nächsten und die Gemeinschaft. Der Pfarrgemeinderatswahl, die im kommenden März ansteht, kommt im Werben um Ehrenamtliche deshalb besondere Bedeutung zu. „Es ist eine doppelte Herausforderung“, meint Gert Smetanig. Denn zum einen müsse man Kandidaten für die Wahl finden, zum anderen Ehrenamtliche für die Seelsorgeteams. „Ein Vorteil ist aber, dass beides Hand in Hand gehen kann und wir dadurch die Chance haben, zwei Fliegen auf einen Streich zu schlagen“, betont Smetanig.
Dekanat Braunau 3
Der Bezirk und die Dekanate Kirche und Staat setzen auf unterschiedliche Gliederungen in der Verwaltung. Somit ist der Bezirk Braunau deutlich größer als das Dekanat Braunau. In seinem Gebiet befinden sich fünf verschiedene Dekanate. Das Dekanat Braunau versucht, neue Perspektive zu entwickeln. Im Bild die Braunauer Altstadt mit der Stadtpfarrkirche ADOBE/MIKAS
„Das Reden nach der Kirche dauert oft so lange wie der Gottesdienst“ DECHANT GERT SMETANIG
Leitung von vier Pfarren. Mit der Pfarrreform will die Diözese Linz auch auf den Priestermangel eine Antwort finden. Dass es trotz vieler fähiger Laientheologen/innen und ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen personell knapp wird, macht die Fülle an Smetanigs Aufgaben und Funktionen deutlich. Seit dem heurigen Herbst ist er zusätzlich zu seinen ursprünglichen Pfarren Mauerkirchen und Burgkirchen auch noch Pfarrprovisor in Mining und St. Peter am Hart. Obendrein kommt im Falle von Gert Smetanig nicht nur der Job des Regionaldechanten des Innviertels und des Dechanten von Braunau hinzu, seit einem dreiviertel Jahr ist er außerdem Dechant von Aspach-Altheim. „Es droht insgesamt schon eine Überlastung“, sagt Smetanig, der sich gut vorstellen kann, sich nächstes Jahr als Pfarrer für die Pionierpfarre zu bewerben und damit den 14 Teilgemeinden vorzustehen. Neue Chancen in der Seelsorge. Was das Arbeitspensum betrifft, hat Gert Smetanig
die Auswirkungen der Pandemie auch als eine Chance erlebt. „Ich möchte nicht zurück in die Zeit vor Corona“, sagt er sehr bestimmt: „Es hat sich teilweise angefühlt wie in einem Hamsterrad.“ Gerade in den ersten Lockdowns sei vieles weggefallen. „Wenn nicht alles möglich ist, dann beschäftigt man sich deutlicher mit der Frage, was wirklich wichtig ist und ob alles so sein muss, wie es ist“, erzählt Gert Smetanig. Als unentbehrlich habe sich in der Pandemie die soziale Komponente in den Pfarren erwiesen. „Man merkt das ja auch daran, dass bei den Leuten das Reden nach der Kirche oft so lange dauert wie der Gottesdienst selber.“ Gerade den älteren Menschen habe der Austausch beim Pfarrcafé gefehlt. Was das Programm in den Pfarren betrifft, glaubt Smetanig aber, dass nicht jede Gemeinde alles bespielen müsse, pfarrübergreifende Kooperationen wie bei der Firmvorbereitung oder der Erstkommunion seien sehr sinnvoll. Gert Smetanig hofft, dass neue kreative Wege, die aufgrund von Corona erstmals beschritten wurden, weiterverfolgt werden. Ein Beispiel ist für ihn die Hauskirche: „Viele Leute haben gelernt, Christsein in ihrer eigenen Familie zu leben. Zu Ostern haben Familien die Kommunion bei mir bestellt und die Mutter oder der Vater hat sie dann zu Hause ausgeteilt. Das finde ich berührend“.
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Nach dem Kirchenrecht der römisch-katholischen Kirche sind Dekanate als pastorale Einheiten der mittleren Ebene eine mögliche Untergliederung einer Diözese. Zu einem Dekanat werden mehrere benachbarte Pfarrgemeinden zusammengeschlossen. Durch die Pfarrreform werden diese zu Teilgemeinden innerhalb der neuen Pfarre, das Dekanat Braunau macht dabei als Pionierpfarre den Anfang (mehr dazu siehe Seite 5). Die katholische Kirche gliedert jedenfalls mit den 39 Dekanaten kleinräumiger, als es bei den 18 Bezirken in Ober österreich der Fall ist. Deswegen umfasst das Dekanat Braunau mit seinen 14 Pfarrgemeinden nur einen Teil des Bezirks (eine detaillierte Beschreibung der Pfarrgemeinden findet sich auf den Seiten 8 bis 11). Weitere Dekanate im Bezirk Braunau sind Ostermiething und Mattighofen. Das Dekanat Aspach-Altheim hat seine Pfarrgemeinden wiederum teilweise in den Bezirken Braunau und Ried im Innkreis. P. S.
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KirchenZeitung Diözese Linz
Braunaus Dechant verzaubert als „The Magic Priest“ sein Publikum Der Pfarrer von Mauerkirchen und Burgkirchen und Dechant von Braunau, Gert Smetanig, verzaubert in seiner Freizeit als „The Magic Priest“ sein Publikum. Auch in TV-Shows war er damit bereits zu sehen. Mit sieben hat er seinen ersten Zauberkasten geschenkt bekommen und danach bei jedem Anlass gezaubert. Bereits mit 14 stand Gert Smetanig zum ersten Mal auf der Bühne. Als er ein paar Jahre später in den Orden der Salesianer Don Boscos eintrat, sagte ihm der Orden zu, dass er weiterhin zaubern darf.
Lebensmittel für Bedürftige Hilfestellung. Menschen helfen und Lebensmittel vor der Tonne bewahren – das ist die Devise der Braunauer Tafel. Entstanden ist sie 2009 durch verschiedene Initiativen und Privatpersonen in Kooperation mit der Pfarre Braunau-St. Franziskus. Jeden Samstag erhalten Menschen, die einen Wohnsitz im Bezirk Braunau haben und nur über ein geringes Einkommen verfügen, Unterstützung in Form von Lebensmittelspenden von Supermärkten und Produzenten in der Region. Meist handelt es sich um Waren, die zwar für den Verkauf nicht mehr verwendbar, aber noch einwandfrei genießbar sind. Durch finanzielle Spenden kann die Tafel außerdem Produkte hinzukaufen, um das Angebot zu ergänzen. Auch im Rahmen der Visitation wird sich die Diözesanleitung ein Bild von dieser wichtigen Arbeit machen.
Seitdem lebt er seine Doppelberufung. „Das Zaubern sehe ich als Akkustation, das gibt mir Kraft für den Priesterberuf“, sagt Gert Smetanig. Entertainer. Wobei die Zauberei Parallelen zum Priesterberuf aufweist. „Ein Priester muss heute Entertainer-Qualitäten haben“, findet Smetanig. Gerade durch Zaubern komme er in Kreise hinein, in die man sonst als Priester nicht eingeladen werde. Und wenn er sich dann als katholischer Pfarrer oute, seien die Leute zu 90 Prozent positiv überrascht. Ideen für neue
Zaubertricks findet er auf Zauberseminaren, bei Kongressen und in alten Zauberbüchern. Sein großes Vorbild ist David Copperfield, den er bereits zwei Mal in Las Vegas treffen konnte. Dabei hat es Gert Smetanig als „The Magic Priest“ zu einer überregionalen Bekanntheit gebracht. Er ist in mehreren TV-Shows aufgetreten, zuletzt in der Sendung „Show your talent“ auf Puls 4, wo er eine Einlage rund um die berühmten „Rubik-Cubes“, also die Zauberwürfel, gezeigt hat. „Das war eine gute Werbung für die Zauberei und die Kirche“, meint
Smetanig im Gespräch mit der KirchenZeitung. Neue Tricks. Im vergangenen Jahr hat Smetanig, der nunmehr 35 Jahre auf der Bühne steht, viele neue Tricks einstudiert. Bei der Visitation im Dekanat wird er bei einem Treffen mit Ministranten des Dekanats ein paar dieser Zauberkunststücke zum Besten geben.
u Termin bei der Visitation: Am Fr., 19. November um 15 Uhr wird Gert Smetanig im Pfarrsaal Mauerkirchen zaubern
Die astronomische Uhr von Braunau Die astronomische Uhr am Rathaus in Prag ist ein nationales Kulturdenkmal, jene von Straßburg weltberühmt. Das Titelbild dieser Ausgabe zeigt die einzigartige astronomische Uhr an der Stadelwand von Wolfgang Auer. Braunau. Der Kunstschlosser und Restaurator hat sie selbst gefertigt. 17 Jahre hat er daran gearbeitet. Mit der astronomischen Uhr hat sich der Schmiedemeister Wolfgang Auer aus Jahrsdorf, dem Dorf zwischen Braunau und St. Peter am Hart, einen Lebens traum erfüllt. Sie ziert seit letztem Frühjahr den Stadel seiner Werkstatt. Neben der Uhrzeit zeigt sie auch die Mondphasen sowie Sonnenaufund Sonnenuntergang an. Der Vater konnte vor Jahrzehnten Wolfgang zwar verbieten, eine Uhrmacherlehre zu beginnen, die Faszination, die Uhren auf seinen Sohn ausübten,
17 Jahre lang arbeitete Wolfgang Auer an der astronomischen Uhr. ALOIS STOCKHAMMER
konnte er ihm trotz allem nicht nehmen. Von Kindertagen an ziehen Uhren Wolfgang Auer in ihren Bann. Die astronomische Uhr an seinem Stadel ist der unwiderlegbare Beweis dafür, dass die Begeisterung ein Leben lang gehalten hat. Und dass er ein sensationeller Handwerker ist, ein Künstler. „Kein einziges Stück der astronomischen Uhr ist mit einer Maschine bearbeitet, jeder Zeiger, jedes Zahn-
rad, ja sogar jede Schraube ist handgemacht, geschmiedet und gefeilt“, sagt Auer. Für ihn steht die Uhr ganz konkret mit der Schöpfungsgeschichte der Bibel in Beziehung, besonders mit dem Werk Gottes der ersten beiden Tage, mit Licht und Finsternis, Abend und Morgen. Alles in allem ist die Uhr ein Impuls für die Menschen, ihr Leben gemäß der Schöpfungsordnung Gottes zu gestalten. J.W.
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Start in den Pionierpfarren Seit Oktober läuft in den fünf Pionierpfarren, darunter auch das Dekanat Braunau, die Umsetzung der Pfarrstrukturreform der Katholischen Kirche in Oberösterreich. Bis zum Sommer sollen die Pfarren ihre neuen Namen, ihr gemeinsames Pfarrbüro und den Pfarrvorstand bestimmt haben. PAUL STÜTZ
Gert Smetanig ist „The Magic Priest“.
CHRISTOPHER MAVRIC
In der Diözese Linz wird es künftig statt 486 Pfarren in 39 Dekanaten 40 Pfarren mit ihren jeweiligen Pfarrteilgemeinden geben, die neu organisiert werden. Die Dekanate Linz-Nord (ohne die Pfarrgemeinde Puchenau, die ins neu geschaffene Dekanat Ottensheim wandert), Eferding, Schärding, Weyer und eben Braunau werden als Pionierpfarren als Erste die Strukturreform umsetzen. Sie haben nun im Herbst begonnen, ihren zweijährigen Übergangsprozess umzusetzen. Bis Weihnachten wird vor allem die Ist-Situation vor Ort analysiert. Es wird beispielsweise erhoben, welche Angebote es in der jeweiligen Pionierpfarre bereits gibt und was gut gelingt. Wichtige Entscheidungen. Einige Entscheidungen müssen innerhalb des Arbeitsjahres bis Sommer 2022 getroffen werden. Nach einer Ausschreibung, die bis Mitte Dezember erfolgt, wird die Leitung der neuen Pfarren im Frühling 2022 bestimmt. An den Spitzen der Pfarren steh Dreier-Teams aus Pfarrer, Pastoral- und Verwaltungsvorstand, wobei die Gesamtleitung beim Pfarrer liegt. Festgelegt werden müssen der Sitz des Pfarrvorstandes sowie des Pfarrbüros als zentrale Anlaufstelle. Im ersten Umsetzungsjahr der Pfarrreform werden auch ein neuer Name für die Pfarren und eine Pfarrkirche festgelegt. Letztere soll genug Platz bieten, damit größere Gottesdienste und Veranstaltungen dort stattfinden können.
Gespräche mit dem Bischof am Wochenmarkt, hier bei der Visitation in Schärding im Jahr 2017 KIZ/JW
Bischof besucht den Wochenmarkt Die Stammkunden schätzen die frischen Produkte: Hunderte Menschen pilgern jeden Mittwochvormittag zu dem traditionsreichen Markt, um frisches Obst und Gemüse zu kaufen. In der Visitationswoche wird auch Bischof Manfred Scheuer den Markt am oberen Stadtplatz in Braunau besuchen (am Mittwoch, 17. November von 10 bis 12 Uhr) und sich unters Volk mischen. Eine gute Gelegenheit für ihn, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.
Seelsorgeteams. Außerdem werden Mitglieder für die Seelsorgeteams in den Pfarrteilgemeinden und für den pfarrlichen Pastoralrat (aus den Pfarrgemeinderäten) gesucht. Die Seelsorgeteams werden nach dem Vorbereitungsjahr mit Beginn des zweiten Jahres damit beauftragt, in Begleitung und Zusammenarbeit die Verantwortung für ihren Bereich in der Pfarrgemeinde zu übernehmen. Die Grundfunktionen der Kirche (Liturgie, Verkündigung, Diakonie und Gemeinschaft) sind allen Getauften aufgetragen, es braucht dazu aber auch Verantwortliche für die Koordination. Selbstständigkeit bleibt. Mit Jahreswechsel 2022/2023 sollen die Pionierpfarren dann komplett umgestellt sein. Die Pfarrteilgemeinden werden dabei mit ihren historischen lokalen Rechtsträgern „Pfarrkirche“ und „Pfarrpfründe“ weiter bestehen. Die Pfarrgemeinden werden eine weitgehende Selbstständigkeit (auch finanzieller Art) für ihren Bereich bewahren können, zugleich aber vom größeren Ganzen der Pfarre profitieren.
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Sexarbeit in Braunau
„Wollen Klischees aufbrechen“ Prostituierten steht ein Mensch oder eine Familie oder ein ganzes Schicksal.“
Die Beratungsstelle „Lena“ der Caritas berät und unterstützt Sexarbeiter/innen. Auch in Braunau, wo es eine erhöhte Anzahl an Laufhäusern und Bordellen gibt, ist das Lena-Team aktiv. LISA-MARIA LANGHOFER
Die sechs Bordelle im Bezirk Braunau sind nach den Corona-Lockdowns wieder geöffnet, doch nicht alle Sexarbeiter/innen sind zurückgekehrt, erzählt Elke Welser von der „Lena“-Beratungsstelle in Linz. „Manche sind einfach unsicher, welche Regeln jetzt gelten, andere sind während der Lockdowns auf ‚Hausbesuche‘ oder in digitale Foren ausgewichen.“ „Lena“ berät Menschen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten oder angeboten haben (siehe Kasten rechts). Ein besonderes Anliegen ist dem Team der Beratungsstelle, zur Entstigmatisierung von Sexarbeiter/innen beizutragen: „Wir wollen Klischees aufbrechen und zeigen, dass Menschen, die freiwillig Sexdienstleistungen anbieten, enorm vielfältig sind. Die Gründe, in dem Job tätig zu sein, reichen vom Abbau von Schulden, der Existenzsicherung und
Elke Welser, Leiterin der Beratungsstelle Lena, weiß, wie die Welt der Sexarbeiter/innen wirklich aussieht. LENA/CARITAS
fehlenden anderen Perspektiven bis dahin, dass jemand damit seinen Traumjob lebt.“ Laut Welser kommen die Sexarbeiter/innen aus allen Schichten: „Es sind nicht nur wenig Gebildete oder Analphabeten, wie man oft meint, sondern auch Uniabsolventen, Magistratsmitarbeiter/innen oder Krankenschwestern.“ Auch eine Sexarbeiterin appelliert an Außenstehende, nicht vorschnell zu urteilen: „Seid nicht so streng mit mir und beurteilt uns mit ein bisschen Barmherzigkeit, so wie Jesus Magdalena. Hinter jeder
Gute Zusammenarbeit. Die Sexarbeiter/ innen wurden durch die Verbote während Corona in die Illegalität gedrängt und sind teilweise dort verblieben, sagt Welser: „Bei den Maßnahmen wurden sie zunächst vergessen, hatten schlagartig kein Einkommen mehr und keinen Anspruch auf soziale Zuwendungen.“ Fragen zu Steuern, zum Härtefallfonds, rechtlichen Belangen und rund um Corona werden derzeit am häufigsten von den Betroffenen an die Lena gerichtet. Speziell in Braunau arbeitete und arbeitet die Einrichtung eng mit der Caritas Sozialberatung, der Regionalcaritas und der Tafel Braunau zusammen. Die Lena selbst blieb per Mail, Telefon und Videochat in Kontakt mit den mehr als 60 Frauen, Transpersonen und Männern, die in der Sexdienstleistung in Braunau arbeiten. Mittlerweile bietet die Beratungsstelle auch mehrsprachige Erklärvideos auf YouTube und ihrer Website an. „Wir wollen die in der Sexarbeit tätigen Personen in ihren Rechten und ihrer Fähigkeit zur Selbstbestimmung stärken“, sagt Welser. Im Zuge der Dekanatsvisitation wird die Beratungsstelle „Lena“ zusammen mit der Regenbogenpastoral und der Männerberatung von beziehungleben.at genauer vorgestellt, und zwar am Montag, 15. November, um 19.30 im VAZ Braunau. LILA
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Beratungsstelle „Lena“ Ziel der Beratungsstelle „Lena“ ist es, Menschen, die in den sexuellen Dienstleistungen tätig sind oder waren, zu beraten und zu unterstützen. Sie bietet Hilfe in sozialen, rechtlichen und gesundheitsrelevanten Belangen sowie bei einem gewünschten beruflichen Umstieg. Lena setzt sich außerdem gegen Diskriminierung, Stigmatisierung und Kriminalisierung von Sexdienstleistenden ein und für eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen. X Info und Kontakt: Elke Welser, lena@caritas-linz.at, 0732 775508, Steingasse 25/2. Stock, 4020 Linz In Braunau gibt es insgesamt sechs Bordelle.
ADOBE/PHOTOSIS
KirchenZeitung Diözese Linz
Dekanat Braunau 7
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Beim 72-Stunden-ohne Kompromiss-Projekt halfen Jugendliche drei Tage lang im Carla Shop in Braunau. PRIVAT (2)
Die Bedeutung und Vielfalt von kirchlicher Jugendarbeit im Dekanat
„Sie sollen mich als Stütze wahrnehmen“ Silvia Klaushofer ist Beauftragte für Jugendpastoral im Dekanat Braunau. Sie ist froh, dass wieder ein Normalbetrieb in der Jugendarbeit möglich ist. Das Angebot im Dekanat kann sich jedenfalls sehen lassen. PAUL STÜTZ
Orientierungslos, mutlos und bisweilen stark belastet durch viele Sorgen. So erlebt Silvia Klaushofer manche der Jugendlichen, mit denen sie in ihrer Arbeit zu tun hat. Die Beauftragte für Jugendpastoral im Dekanat Braunau möchte dabei mithelfen, dass das Leben dieser Jugendlichen in der Coronapandemie wieder etwas leichter wird. „Ich wünsche mir, dass sie mich als Stütze wahrnehmen“, sagt Klaushofer. Generell ist sie froh, dass aktuell wieder Normalbetrieb in der Jugendarbeit möglich ist. So konnte etwa die österreichweite Jugendsozialaktion „72 Stunden ohne Kompromiss“, die auch im Dekanat Braunau vertreten war, stattfinden. Von Mittwoch, 13. Oktober, bis Samstag, 16. Oktober, arbeiteten vier Jugendliche und zwei Betreuerinnen im Zuge eines Projekts gemeinsam mit dem Carla Shop in Braunau zusammen. Monika (16), Chiara (16), Luna (16) und Cris (17) sammelten unter anderem Sachspenden in der Stadt vollführten ein Fotoshooting mit Gewand von Carla. Das Ergebnis präsentierten sie auf der Instagram-Seite ihrer
Silvia Klaushofer: „Ich bin gerne mit Jugendlichen zusammen und interessiere mich für ihre Lebenswelten.“ PRIVAT
Schule. „Ich bin dem Projekt beigetreten, weil ich mich sehr für Mode und Kleidung interessiere und weil mir die Idee gefiel, mit einem Unternehmen zu arbeiten, das sich so „sehr für Menschen in Not einsetzt“, sagt die 16-jährige Monika über das Projekt. „Für alle ist was dabei.“ Dabei sind die „72 Stunden“ natürlich längst nicht das einzige kirchliche Angebot im Dekanat. Die katholische Kirche kommt mit Jugendlichen beispielsweise in Jugendzentren, bei kirchlichen Festen, gemeinsamen Ausflügen oder der Firmvorbereitung in Kontakt. „Die katholische Jugend bietet ein vielfältiges Programm für Jugendliche, sodass für alle etwas dabei ist“, betont Silvia Klaushofer und gibt einige Beispiele dazu. Jährlich wird ein Jungschar- und Ministrantenfest
von Jugendbeauftragten aus der Region organisiert, das in der Landwirtschaftsschule Burgkirchen stattfindet. Das „Jugenddings“ wiederum ist eine ökumenische Veranstaltungsreihe, die sich vor allem an Firmlinge und Konfirmand/innen richtet. Dabei werden verschiedene Formate gewählt. Besonders beliebt sind die Sonnwendfeiern und das Zusammentreffen von Konfirmanden und Firmlingen im Frühjahr. Diese Feste gehen in der Pfarre Mauerkirchen über die Bühne. Nacht der 1000 Lichter. Ein Highlight sind außerdem die Aktionstage im Stadtpark Braunau, die immer in der letzten Schulwoche stattfinden. Gemeinsam mit anderen Vernetzungspartnern aus dem Jugendbereich wird ein breit gefächertes Programm an Spielen und Aktivitäten geboten. Eingeladen werden Schulen aus dem gesamten Dekanat. Immer am 31. Oktober sorgen Jugendliche zudem bei der Nacht der 1000 Lichter in der Stadtpfarre Braunau für eine spezielle Stimmung am Abend vor Allerheiligen. Überhaupt sei die Bereitschaft, kirchliche Feiern festlich zu gestalten, bei den Jugendlichen sehr hoch, berichtet Silvia Klaushofer. Da sehr viele Jugendliche in Vereinen aktiv sind, z. B. Musikkapelle, Feuerwehr, Landjugend, werden Kirchenfeste im Kirchenjahr von ihnen mit viel Engagement begleitet.
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KirchenZeitung Diözese Linz
Die 14 Pfarren im Dekanat Braunau Das Dekanat Braunau umfasst 14 Pfarren, die vielfältige Aspekte des kirchlichen Lebens zeigen. Wir stellen die Pfarren in kurzen Porträts vor. Sie werden auch nach der Pfarrreform als Pfarrteilgemeinden ihre Selbstständigkeit bewahren.
Braunau-Maria Königin
Pfarrkirche Braunau-Maria Königin. Pfarradministrator: GR Mag. Dr. P. Severin Piksa OFM WIKIPEDIA/LEDL
Im Braunauer Stadtteil Laab war während der beiden Weltkriege ein Flüchtlingslager untergebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die dortige Barackenkirche für die vielen Gläubigen zu klein, weshalb die heutige Kirche erbaut wurde. 1950 wurde diese eingeweiht. Im Zentrum der pfarrlichen Tätigkeit steht heute vor allem die spirituelle Vertiefung und in gleichem Maße die Evangelisation: etwa durch durchgehende vier Tage lang andauernde eucharistische Anbetungen einmal im Monat, durch Glaubenskurse zur Pfarrerneuerung oder Familiengottesdienste alle vier bis fünf Wochen mit starker Beteiligung der Kinder. Die Pfarre kümmert sich um die Begleitung von Konvertiten zur Taufe: aktuell zwei Iraner, ein irakischer Kurde und ein Afghane. Eine Besonderheit stellt die Valentinskirche in Haselbach dar. Sie ist die älteste Kirche in Braunau, sie wurde im Wesentlichen im 15. Jahrhundert erbaut. In der Nähe der Valentinskirche befinden sich auch Zeugnisse aus der früheren römischen Besiedlung in Braunau. Die Valentinskirche wurde bei den schweren Unwettern vor fünf Jahren schwerst beschädigt. Durch das große Engagement von Pfarrkurat Stefan Hofer und vielen Helfern der Pfarre gelang es, die Kirche vor dem Verfall zu retten.
Braunau-Ranshofen Als besonders gelungen aus baulicher Sicht kann man die Pfarrgemeinderatsperioden von 1997 bis heute betrachten. Während dieser Zeit wurden die ehemalige Stiftskirche saniert, eine neue Orgel eingebaut und der Pfarrhof im Erdgeschoss total erneuert. Bis zur Covid-19-Pandemie waren die Pfarrfeste immer sehr gut besucht. Der Pfarrgemeinderat Pfarrkirche Braunau-Ransfreut sich schon auf zukünftihofen. Pfarradministrator: GR ge Feste mit der DorfgemeinMag. Dr. P. Severin Piksa OFM schaft, um an diese Tradition PFARRE wieder anknüpfen zu können. Das Pfarrheim steht für alle Dorfbewohner/innen für Familienfeiern gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung. In der Pfarrkirche befindet sich neben der neuen Hauptorgel eine barocke Orgel, die sich in der um 1500 errichteten Empore befindet, eine der ältesten Orgeln in Österreich ist und sehr gut bespielt werden kann.
Braunau-St. Franziskus 1985 wurde St. Franziskus von der Stadtpfarre St. Stephan ausgegliedert und damit zur Selbstständigkeit erhoben. Der Gottesdienstraum ist der einzig „moderne“ im Mitglieder der Pfarre BraunauDekanat Braunau. Die noch junSt. Franziskus. Pfarradministrator: ge Pfarre funktioniert wie eine GR Mag. Dr. P. Severin Piksa OFM große Familie, die zusammenALOIS STOCKHAMMER hält; alle sind willkommen, so wie sie sind. Das ist auch in den Gottesdiensten spürbar. Der Schwerpunkt der Pfarrarbeit liegt auf „Caritas“: großes Herz, offene Augen und Ohren für die Nöte der Zeit. Viele soziale Initiativen wurden von Menschen aus der Pfarre mitbegründet, so etwa die Braunauer Tafel. Die Pfarre freut sich über gelungene Projekte wie den umgekehrten Adventkalender, durch den haltbare Lebensmittel, Hygieneprodukte, Wärmendes oder Gutscheine an Bedürftige verteilt werden konnten. Wichtig wird es auch künftig sein, als Pfarre in einem multikulturellen Stadtteil zu bestehen.
KirchenZeitung Diözese Linz
Die Pfarren 9
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Stadtpfarre Braunau-St. Stephan Die Braunauer Stadtpfarrkirche ist einer der bedeutendsten spätgotischen Kirchenbauten Österreichs. Mit 87 Metern ist der Kirchturm einer der höchsten in Österreich. Die bei Touristen beliebte Kirche bildet mit dem großen Innenraum mit Sitzplätzen für mehr als 600 Personen einen schönen Rahmen sowohl für gottesdienstliche Feiern zu besonderen Anlässen als auch für musikalische Höhepunkte im kulturellen Leben der Stadt Braunau. Die Erhaltung der historisch wertvollen Kirche stellt für die Pfarre eine große Herausforderung dar. Zu den in letzter Zeit besonders gelungenen Akzenten, die seitens der Pfarre gesetzt wurden, gehört die Jubiläumsausstellung „555 Jahre Stadtpfarrkirche Braunau-St. Stephan“; sie läuft seit April dieses Jahres noch bis Ende November. In diesem Zusammenhang feierte die Pfarrgemeinde mit zahlreichen Gästen am 12. September ein großes Kirchweihfest im Gedenken an die Weihe der Kirche durch Bischof Ulrich von Passau im Jahre 1466. Kulturelle Veranstaltungen ergänzen das Programm des Jubiläumsjahres. Im Pfarrgebiet gibt es noch zwei weitere Kirchen: Die Kapuzinerkirche wurde vom Orden an die serbisch-orthodoxe Kirche verkauft und wird von der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde vor Ort für die Feier der Gottesdienste verwendet. Die Bürgerspitalkirche ist seit jeher im Eigentum der Stadt Braunau und wird derzeit der rumänisch-orthodoxen Gemeinde zur Verfügung gestellt. Die Landkarte des Dekanats Braunau
Stadtpfarrkirche Braunau-St. Stephan. Pfarradministrator: GR Mag. Dr. P. Severin Piksa OFM WIKIPEDIA/STADTAMT
Burgkirchen
Gilgenberg
In Burgkirchen werden traditionell-konservative und innovativmoderne Elementen gut kombiniert. Das zeigt sich nicht nur in der Gestaltung des Kirchenraums, sondern wird auch in der Liturgie sichtbar, wenn zum einen traditionelle „Sondergottesdienste“ wie Roraten im Advent, zum anderen auch Zaubertricks des Pfarrers zur Veranschaulichung von Gleichnissen ihren Platz haben. Die Förderung der Gemeinschaft Pfarrkirche Burgkirchen. Pfarrer: etwa durch das Pfarrcafé, Gratis- GR Mag. Gert Smetanig PFARRE Frühstück nach Roraten, Agape nach speziellen Festen oder Kaffee-Einladungen für Jubilare ist der Pfarrgemeinde ein großes Anliegen. Im Kirchenjahr gibt es immer wieder spezielle Gottesdienste für Verliebte, Ehe- und Geburtstagsjubilare, Messen an besonderen Orten (Bergmesse, Feldmesse) und verschiedene Segnungsfeiern (Haustiere, Fahrzeuge). Gut gelungen sind Burgkirchen in der jüngeren Vergangenheit die Renovierung der Pfarrkirche und die Anlage des Urnenfriedhofs. Eine künftige Herausforderung ist die Sanierung der Türme von Pfarrkirche und Filialkirche.
Die Pfarrkirche von Gilgenberg steht auf einer vorspringenden, nach drei Seiten freien Hügelkuppe. Die wuchtige Gestaltung der Friedhofsmauer sowie der hoch aufstrebende Turm verleihen dem Gotteshaus ein imposantes Erscheinungsbild. Eine Besonderheit der Pfarre ist, dass es jedes Jahr zwei Pilger-Wallfahrten gibt: am Pfingstmontag nach St. Wolfgang und immer am letzten Samstag im September mit dem Ziel St. Pantaleon. Das Pfarrleben in Gilgenberg baut nicht zuletzt auf eine sehr gut funktionierende Organisation und Kooperation der Zechpröbste, des Pfarrers und der Mesnerinnen auf. Eine spezielle Aktion ist im heurigen Advent geplant: Die Gilgenberger können ihre Nachbarn und Freunde zu einem kleinen Feuer im Garten einladen. Es ist als kleines Treffen im Stehen um das Feuer gedacht; das gemeinsame Gespräch, Singen und Beten soll eine gelungene EinPfarrkirche Gilgenberg. Pfarrstimmung auf den Beginn des administrator: Mag. P. Efrem Advents sein. Miroslaw Dudzik OFM WIKIPEDIA/FUNKE
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KirchenZeitung Diözese Linz
Handenberg
Mauerkirchen
Bereits im Jahr 1293 wurde Handenberg urkundlich als Pfarre erwähnt. Am 11. Mai 1453 wurde die Kirche zu Ehren des hl. Martin und der hl. Margaretha eingeweiht. Der 56 Meter hohe Turm mit seiner übergroßen Zwiebel und dem Doppelkreuz (Klosterzugehörigkeit) wurde 1598 ferPfarrkirche Handenberg. Pfarrtiggestellt. In der Pfarrkirche administrator: P. Sylwiusz Miroslaw werden wöchentlich vier GotKurcok OFM WIKIPEDIA/FUNKE tesdienste gefeiert, das Rosenkranzgebet vor jedem Gottesdienst sowie die Eucharistische Anbetung freitags von 8.30 Uhr bis 17 Uhr sind Pater Sylwiusz Kurcok sehr wichtig. Durch die Aktivitäten der Katholischen Frauenbewegung, der Jungschar und der Mütterrunde wird das Pfarrleben bereichert. Auch das Strickcafé im renovierten Pfarrhof an jedem ersten und dritten Montag im Monat wird gerne angenommen. Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates laden auch heuer am 14. November – nach dem Festgottesdienst Patrozinium hl. Martin – zum Weißwurstfrühschoppen und am Samstag, 18. Dezember, nach der Roratemesse zum Frühstück in den Pfarrhof ein.
In Mauerkirchen wird Toleranz großgeschrieben. In der Pfarrgemeinde, die früher ein wichtiger Wallfahrtsort war, finden Menschen mit Beeinträchtigung, u.a. durch eine DownSyndrom-Messe, genauso ihren Platz wie gleichgeschlechtliche Pfarrkirche MauerkirPaare, die hier ihren Segen bechen. Pfarrer: GR Mag. kommen. Vorbereitend auf den Gert Smetanig PFARRE Zukunftsweg ist die Pfarre schon breit aufgestellt zur Entlastung des Pfarrers, so gibt es bereits eigene Wortgottesdienst- und Begräbnisleiter. Nichtsdestotrotz ist die Verjüngung der aktiven Pfarrmitglieder eine der Herausforderungen für die kommenden Jahre. Kirchenbesucher freuen sich in Mauerkirchen über die qualitätsvolle musikalische Umrahmung der Messe durch den gut geführten Kirchenchor sowie eine kompakte Gottesdienstgestaltung mit gehaltvollen Predigten. Neben den jährlichen Pfarrausflügen gibt es die jährliche Pfarrreise ins Ausland (heuer Donaukreuzfahrt bis zur Mündung, 2022: Marokko). Sehr beliebt sind die stimmungsvollen Roraten im Advent mit anschließendem Frühstück im Pfarrheim.
Schwand im Innkreis
St. Georgen am Fillmannsbach
Die Geschichte der Kirche Schwand ist eng mit der Geschichte des Klosters Ranshofen verbunden. 1390 kam die Kapelle zum hl. Johannes, wie die Schwandner Kirche benannt wurde, ans Kloster Ranshofen. 1449 wurde eine eigene Curial-Filiale errichtet und von dort aus mit Priestern versorgt.1785 wurde Schwand eine eigene Pfarre. In letzter Zeit gab es viel zu renovieren: 2013 wurde das Kirchenschiff ausgemalt, 2016 war eine ordentliche Orgelrenovierung fällig und 2020 musste die obere Hälfte des Kirchturms erneuert und mit Kupferblech eingedeckt werden. Seit 1984 wird die Pfarre von den Franziskanern aus Polen betreut. Pater Efrem Dudzik hat zurzeit drei Pfarren zu versorgen. Jeden zweiten Sonntag wird eine Wortgottesfeier von Pastoralassistentin und Wortgottesleiter gestaltet. Nachdem durch die Pandemie vieles zum Stillstand kam, hat die Pfarrgemeinde jetzt wieder eine gut funktionierende Ministrantenschar. Eine tüchtige Chorleiterin und Organistin sorgt für festliche Chormusik. Katholische Männerbewegung und Frauenbewegung zählen ebenfalls zu den engagierten Pfarrkirche Schwand. Pfarrund aktiven Gliederungen in der administrator: Mag. P. Efrem Pfarre. Miroslaw Dudzik OFM WIKIPEDIA/FUNKE
Die mit 345 Katholiken kleinste Pfarre im Dekanat ist St. Georgen am Fillmannsbach. Aus Anlass des 500-Jahr-Jubiläums der beiden Glocken der Pfarrkirche St. Georgen am Fillmannsbach konnte das wertvolle Geläute aus dem Jahre 1515 im Jahr 2015 wieder ergänzt werden. Die mittlere Glocke hatte seit dem Ersten Weltkrieg gefehlt. Bemerkenswert bei der Größe der Pfarre ist, dass der Kirchenchor knapp 30 Mitglieder zählt, das entspricht etwa zehn Prozent der Pfarrbevölkerung. Der Chor ist somit eine tragende Säule im Pfarrleben. Zu den Besonderheiten zählt zudem, dass alljährlich im Herbst der Leonhardiritt gefeiert wird. Stolze Pferdebesitzer aus der Umgebung kommen für die Segnung ihrer Tiere zusammen. Kutschen und Pferde werden festlich geschmückt. Fixpunkte des Kirchenjahres sind in St. Georgen zudem schön gestaltete Adventmärkte und eine Jägerandacht im Mai bei der Hubertuskapelle im Ort. Außergewöhnlich ist auch, dass Schulgottesdienste immer abends stattfinden, damit die ganze FaPfarrkirche St. Georgen am Fillmannsmilie mitfeiern bach. Pfarradministrator: GR P. Sylwiusz kann. Miroslaw Kurcok OFM WIKIPEDIA/FUNKE
KirchenZeitung Diözese Linz
Die Pfarren 11
4. November 2021
Mining
Neukirchen an der Enknach
Mining hat drei Schlösser und ist reich an Geschichte. Es hat auch ein sehr gemeinschaftliches Dorfleben. Die Mininger und Miningerinnen helfen bei großen Festen zusammen. Das wirkt sich kirchlich auch aus. So hat die Pfarrgemeinde Mining ein aktives Pfarrleben. Zwei Zahlen belegen das: 20 Zechpröbste und Pfarrkirche Mining. Pfarrprovisor: 20 Ministranten/innen gibt es GR Mag. Gert Smetanig. PFARRE in der 1000-Katholiken-Pfarre. Bildungswerk, Männerbewegung und Frauenbewegung erfreuen sich großer Beliebtheit. Zum reichen Angebot der Pfarre zählen unter anderem die Adventwanderung durch die Mininger Au, Adventfenster in allen Ortschaften, die Caritas-Haussammlung, das Pfarrcafe und der Schlösserlauf (Spende für Soziales). Die Pfarre Mining ist offen für die Pfarrangehörigen, für ihre Anliegen, ihre Sorgen, Nöte und Freuden. Wichtig ist einerseits die Bewahrung von lieben Traditionen und andererseits, immer wieder Neues zu versuchen. Das Augenmerk der Pfarre liegt darauf, sich künftig selbst organisieren zu können, wenn kein Geistlicher mehr jederzeit vor Ort ist.
Das Besondere in der Pfarre Neukirchen an der Enknach ist die gelebte Spiritualität: Aus einem wöchentlichen Gebetskreis, Anbetung heraus engagieren sich Menschen in der Pfarre. Dankbar ist die Pfarre für die rege Beteiligung der vielen Neukirchner Vereine bei den Kirchenfesten. Es gibt zudem aktive Jungschargruppenleiter, die Jugendliche dazu motivieren, sich in der Jungschar zu engagieren. Seit 2009 erklingt die neue Nelson-Orgel. Ein eiPfarrkirche Neukirchen an gens gegründeter Orgelverein erder Enknach. Pfarradministmöglichte die schuldenfreie Firator: GR P. Sylwiusz Miroslaw nanzierung dieser Orgel. Die Kurcok OFM WIKIPEDIA/LUCKYPROF Pfarrkirche ist eine der ältesten Marienkirchen in Oberösterreich. Das heutige Neukirchner Gotteshaus „Zur Himmelfahrt Mariens“ wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Es verfügt über einen der höchsten Kirchtürme des Bundeslandes.
St. Peter am Hart Die Pfarre St. Peter am Hart ist erst 1879 eigenständig geworden. Damit zählt sie zu den jüngeren Pfarren des Bezirkes Braunau. Dass die Pfarre heute für viele Altersschichten attraktiv ist, zeigt der Umstand, dass im Pfarrgemeinderat von St. Peter am Hart Mitglieder im Alter von 25 bis 75 Jahren vertreten sind. Eine Besonderheit ist, dass mindestens jeweils ein Vertreter aus der Musikkapelle, der Freiwilligen Feuerwehr, der Goldhaubengruppe und aus dem Sport kommt. Seit 2018 gibt es eine Wortgottesfeierleiterin und einen Wortgottesfeierleiter, die gut angenommen werden. Die Pfarre ist und will eine offene Kirche für alle Menschen sein. Sie sind zu Gottesdiensten und Veranstaltungen der Pfarre wie Pfarrcafé, Weißwurstfrühschoppen (traditionell jeweils am 15. August), Erntedankfest, Adventkranzweihe, der Palm- und der Fronleichnamsprozession herzlich eingeladen. Pfarrgemeinderatsobmann Anton Zeilberger sieht als größte Herausforderung für die Zukunft das Finden von genügend Ehrenamtlichen für Pfarrgemeinde und Seelsorgeteams. Seiner Meinung nach könne von den ehrenamtlich Mitarbeitenden nicht alles völlig unentgeltlich gemacht werden. Allein die Vorbereitung von Wortgottesdienstfeiern sei sehr zeitaufwendig. Über eine kleine Vergeltung würden sich die Ehrenamtlichen freuen, ist er sich sicher. Gerade wenn man noch Pfarrkirche St. Peter am berufstätig sei und diesen ZeitHart. Pfarrprovisor: GR Mag. aufwand wirklich opfern müsse. Gert Smetanig PFARRE
Überackern Überackern war die erste Pfarre in der Diözese Linz, die keinen eigenen Priester mehr hatte (seit 1950). Seit 2009 teilt die Pfarre den Priester mit zwei weiteren Pfarren (Schwand und Gilgenberg). Die Pfarrbevölkerung ist es also schon lange gewohnt, den jeweiligen Pfarrer in vielen Belangen zu unterstützen und zu entlasten. Die neue Struktur der Pfarren wird demnach nicht sehr viel Neues bzw. Ungewohntes bringen, da es immer schon sehr engagierte Leute gibt, die das Pfarrleben und die Pfarrorganisation am Laufen halten. Von 2016 bis 2017 wurde in Überackern ein neues Pfarrheim gebaut, sodass die Pfarre seither endlich Räume für pfarrliche Gruppierungen, Chorproben, Veranstaltungen und vieles mehr hat. Das Pfarrheim wurde im Zuge der Friedhofserweiterung und des Neubaus der Aussegnungshalle errichtet. Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde (Friedhof und Aussegnungshalle) und Pfarre (Pfarrheim) war sehr gut, sodass dieses für den kleinen Ort riesige Projekt bestens gelungen ist. Das Pfarrheim wird auch von den örtlichen Vereinen und der Gemeinde zu verschiedensten Anlässen genutzt. In Überackern gibt es eine gute Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und der Pfarre, die vor allem bei Festen wie Fronleichnam und Erntedank sehr wichtig ist.
Pfarrkirche Über ackern. Pfarradministrator: Mag. P. Efrem Miroslaw Dudzik OFM PFARRE
12 Dekanat Braunau
4. November 2021
KirchenZeitung Diözese Linz
Linkes Bild: Das Team der Betriebsseelsorge in Braunau: Waltraud Menghin (von links), Irene Huss und Karl-Heinz Hellinger Rechtes Bild: Das Betriebsseelsorgezentrum in Braunau. PRIVAT (2)
Treffpunkt Mensch&Arbeit in Braunau
Betriebsseelsorge geht mit derungen für die Betriebsseelsorge. „Als Betriebsseelsorge bemühen wir uns, die jeweiligen Anliegen und Sorgen der Menschen aufzugreifen“, sagt Irene Huss, die Leiterin des Treffpunkts mensch&arbeit in Braunau.
JOSEF WALLNER
Zuhören als Anfang. Das Erste ist häufig das Zuhören. Einzelberatungen und -begleitungen nehmen einen wichtigen Platz in der Betriebsseelsorge ein. „Manchmal haben die Leute zufällig vom Treffpunkt gehört, andere kommen über Betriebsräte, wieder andere durch Beratungseinrichtungen“, erzählt Huss: „Wir horchen allen einmal zu und sagen nicht gleich: Das gehört nicht zu uns. Durch das Zuhören signalisieren wir: Du bist nicht allein. Das ist eine ganz wichtige Botschaft.“ Angestoßen durch Corona bieten die beiden Betriebsseelsorger Irene Huss und Karl-Heinz Hellinger sowie die Jugendleiterin Waltraud Menghin „(Seelsorge)-Spazier-
Ob die Finanzkrise 2008, die anhaltend hohe Arbeitslosenquote in den vergangenen zehn Jahren oder die Coronapandemie: Was auch die Gesellschaft bewegt – es hat so gut wie immer Auswirkungen auf Unternehmen und Arbeitsplätze. Es sind vor allem die Unsicherheit und die Angst vor Stellenabbau, die mit Krisen unweigerlich einhergehen und die Betroffenen psychisch schwer belasten. Im Fall von Arbeitslosigkeit kommt die finanzielle Not dazu. So vielfältig die Probleme rund um die Arbeit sind, so vielfältig sind die Herausfor-
Auch in schwierigsten Zeiten da Die Pandemie hat die Arbeit der Seelsorge im Krankenhaus St. Josef Braunau mit seinen 390 Betten stark geprägt, berichtet Martina Lainer, Leiterin der Krankenhausseelsorge. Da die Patient/innen keinen bzw. nur beschränkt Besuch erhalten durften und wir immer präsent waren, konnten wir selbst in schwierigsten Zeiten für die Patient/innen, ihre An-
und Zugehörigen und für das Krankenhauspersonal da sein. Wir standen in den verschiedensten, auch krisenhaften Situationen zur Verfügung. Kreativität. Besonders die Sterbe- und Verabschiedungskultur hat uns vor große Herausforderungen gestellt, gewohnte Praktiken konnten nicht umgesetzt werden, Kreativität und Flexibilität waren gefragt. Den Menschen die Möglichkeit zum Reden geben, genaues Hinhören auf ihre Anliegen und Bedürfnisse, aushalten, wenn die Sinn-
Gespräche“ unter dem Motto an: „Wir gehen ein Stück eures Weges mit euch.“ Menschen vernetzen. Natürlich veranstaltet das Betriebsseelsorgeteam auch regelmäßige Treffen. Dazu gehören einmal im Monat ein offenes Frühstück, ökumenische Bibelabende, die Workshopreihe „Verschnaufpausen im (Arbeits-)alltag“, ein Terrassenfest, Angebote für Jugendliche und ein Betreuerinnencafé für 24-Stunden-Pflegerinnen. Dass zum Treffen der Betreuer/innen mehrere Organisationen laden, zeigt ein wichtiges Arbeitsprinzip der Betriebsseelsorge. „Wir arbeiten sehr vernetzt und bemühen uns auch zu vernetzen“, sagt Huss. Im Rahmen der Bischofsvisitation wird die Betriebsseelsorge gemeinsam mit Dekanatsassistentin Ursula Barth ein Treffen organisieren. Es wird zu einer Begegnung mit Kindergärtnerinnen eingeladen.
frage gestellt und Gott hinterfragt wird und beim Finden von Sinnspuren zur Verfügung stehen, gehören zu unseren Kernaufgaben. Die Gesprächsthemen sind explizit oder – sehr häufig – implizit religiös. Wir werden als Expertinnen für Rituale von den Stationen angefragt und arbeiten mit allen Berufsgruppen im Krankenhaus zusammen. Selbstverständlich kümmern wir uns um Covidpatient/innen und achten auf das Personal, für dessen Sorgen, Nöte und Ängste wir ein Ohr haben. MARTINA LAINER
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BERIT HELMLINGER
Seit 35 Jahren besteht der Treffpunkt mensch&arbeit in Braunau. Bei allen gesellschaftlichen Umbrüchen ist eines gleich geblieben: Im Mittelpunkt der Arbeit der Betriebsseelsorger/innen steht der Mensch.
Leiterin der Krankenhausseelsorge Mag.a Martina Lainer (Mitte), Mag.a Saskia Brandstätter (links) und Sr. Katharina Franz MAS (rechts). Unterstützt wird das Team von fünf ehrenamtlich engagierten Frauen.
KirchenZeitung Diözese Linz
4. November 2021
Dekanat Braunau 13
„Via Nova“ verbindet Menschen und Länder Im eigenen Tempo unterwegs sein, die Landschaft betrachten und dabei in sich gehen: Das alles ermöglicht das Pilgern, erzählt Berta Altendorfer. Sie betreut den europäischen Pilgerweg Via Nova, der auch durch Braunau geht. ELISABETH LEITNER
Von Mining, St. Peter am Hart, durch die Stadt Braunau nach Überackern, HochburgAch und St. Radegund führt der 1200 km lange Weg. Er verbindet die Länder Bayern, Österreich und Tschechien miteinander. Bis zu 115 Pilgerwanderungen werden jährlich angeboten. Von unberührten Naturlandschaften bis zu Strommasten am Wegesrand reicht die Palette landschaftlicher Abwechslung.
Unterwegs am Pilgerweg „Via Nova“, der durch das Innviertel führt. Berta Altendorfer betreut den Pilgerweg „Via Nova“ PRIVAT
„Wir gehen durch sehr schöne Landschaften, aber manchmal gibt es auch Strommasten, die beim ersten Anblick stören. Doch auch die gehören zu unserem Leben. Was täten wir ohne Strom? – Und die Frage ist: Wie nutzen wir ihn?“, erzählt Altendorfer, was das Pilgern an Gedanken auslösen
50 JAHRE
Gastfreundschaft und Pilgern. Die Via Nova verbindet Menschen, Länder und Grenzen. Offenheit und Gastfreundschaft gehören zum Pilgern dazu. Dass es eine gute Infrastruktur gibt, darum kümmert sich
auch der Verein Via Nova, für den sie arbeitet. Pilgern liegt im Trend: Ob alleine oder in Gruppen, gerne wird gegangen. Es ist mehr als wandern, da auch die eigene Spiritualität Platz hat, das Schweigen und In-sich-Gehen sind wichtige Elemente. Meist sind mehr Frauen als Männer unterwegs, das Durchschnittsalter liegt zwischen 50 und 85 Jahren. Im Unterschied zum Wallfahren ist der Weg das Ziel. Die neu entflammte Sehnsucht nach Einfachheit macht Pilgern wieder interessant – für alle Konfessionen.
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kann. Das Gefühl der Dankbarkeit kommt genauso auf wie Fragen nach Lebensstil, Bewahrung der Schöpfung und Nachhaltigkeit. Mit allen Sinnen in seinem eigenen Tempo unterwegs zu sein, das schätze sie besonders am Pilgern, sagt Altendorfer.
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14 Kirche in Oberösterreich
4. November 2021
KirchenZeitung Diözese Linz
Pfarrgemeinderatswahl im März 2022
Eine Wahl für die Zukunft Der 20. März ist der österreichweite Termin für die Pfarrgemeinderatswahlen. Im Pfarrgemeinderat engagieren sich Menschen für die Belange vor Ort und legen gemeinsam mit den zuständigen Seelsorger/innen künftige Weichenstellungen fest. Das gilt auch nach der Umstellung auf die neue Pfarrstruktur. Alle Getauften übernehmen gemeinsam Verantwortung für ihre Pfarre. Dazu müssen sie auch die Möglichkeit der Beteiligung haben. Eine Form der Beteiligung ist die Pfarrgemeinderatswahl. Im Pfarrgemeinderat wer den von den Gewählten wichtige Entscheidungen gefällt. Gleichzeitig ist der Pfarrgemeinderat auch das „Herzstück“ des gesamten ehrenamtlichen Engage ments in der Pfarre. Pioniere. In der Diözese Linz wählten bereits 1972 einige Pfarrgemeinden Pfarrgemeinderäte. Flächendeckend wurde in Oberösterreich erstmals mit zwei Wahlterminen 1977 und 1978 gewählt. Insofern ist der Pfarrgemeinderat eine traditionsreiche und bewährte Einrichtung. Doch im Jahr 2022 hat die Wahl nochmals eine besondere Bedeutung: Innerhalb der nächsten Amtsperi ode der Pfarrgemeinderäte sollen die derzeitigen Pfarren den Umstieg auf die neue Pfarrstruktur bewältigt oder zumindest begonnen haben. Das trifft auch auf das derzeitige Dekanat Braunau zu, das ja zu den Pionierpfarren gehört: Aus dem Dekanat wird eine Pfarre neuer Prägung, die bisherigen Pfarren wer den Pfarr(teil)gemeinden.
Die Pfarrgemeinderät/innen besprechen wichtige Entscheidungen.
Mitbestimmung. Darauf, dass Pfarrgemeinderäte gewählt werden, hat das zwar keine Auswirkungen: In jeder künftigen Pfarr(teil)gemeinde ist auch künftig ein Pfarrgemeinderat vorgesehen. Allerdings erhält dieses Gremi um zusätzliche Verantwortung im Umstieg auf die neue Struktur: Neben der Zuständigkeit für das gemeinschaftliche Leben vor Ort entsendet der Pfarrgemeinderat erstens Delegierte aus der Pfarr(teil)gemeinde in den pfarr lichen Pastoralrat der neuen Pfarre. Und zweitens hat der Pfarrgemeinderat eine wichtige Funktion bei der Bildung der Seelsorgeteams, die – soweit noch nicht vorhanden – in den Pfarr(teil)gemeinden vorgesehen sind. Wahlmodelle. Wie der Pfarrgemeinderat gewählt wird, bestimmt die jewei lige Pfarre selbst: Eine Auswahl aus einer Kandidatenliste ist ebenso möglich wie eine Urwahl, bei der Personen genannt werden können, die im Anschluss gefragt werden, ob sie zur Mitarbeit im Pfarrgemeinderat bereit sind. Eine drit te Möglichkeit ist das Einbeziehen von Delegierten aus anderen gesellschaft lichen Bereichen im Gebiet der Pfarrgemeinde. Außerdem gibt es mögliche Wahlmodule wie eine Sprengelwahl, ein Familienwahlrecht oder ein Wahl modell für Gefirmte bereits ab 14 Jahren. Im Falle des Urwahlmodells wird be reits im Februar gewählt, weil Zeit für die Befragung der genannten Personen notwendig ist. NIEDERLEITNER
KIZ
Wilhelm Vieböck ist als Bischofsvikar für pastora le Aufgaben einer der Visitatoren im Dekanat Brau nau. In einer anderen Funktion ist er Herausgeber der KirchenZeitung in der Diözese Linz.
IMPRESSUM KirchenZeitung Diözese Linz. Sonderausgabe in Zusammen-
Am 20. März 2022 ist in Österreich Pfarrgemeinderaswahl. ADOBE/ GINA SANDERS
arbeit mit der Leitung des Dekanates Braunau. Medieninhaberin: Diözese Linz. Herausgeber: Willi Vieböck. Chefredakteur: Heinz Niederleitner. Redaktion der Sonderausgabe: Paul Stütz. Geschäftsführer: Reinhold Hofstetter. Adresse: Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz. Tel. 0732 76 10-39 44, Fax: 0732 76 10-39 39. E-Mail: office@ kirchenzeitung.at. DVR: 0029874/10770 Hersteller: OÖN Druckzentrum GesmbH & Co KG, Medienpark 1, 4061 Pasching. Verlagsort: Linz.
KirchenZeitung Diözese Linz
Dekanat Braunau 15
4. November 2021
ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG
Kostenloser Eintritt
ZeitgeschichteMUSEUM der voestalpine One step ahead - einen Schritt voraus zu sein, ist die Philosophie der voestalpine. Mit dem ZeitgeschichteMUSEUM wirft der heute weltweit tätige Stahl- und Technologiekonzern einen Blick zurück auf die eigene Geschichte und die Anfangsjahre. Die voestalpine tut das in der Verantwortung der eigenen Geschichte und im Bewusstsein, dass nur, wer sich der Vergangenheit stellt, auch in die Zukunft blicken kann.
ADOBE/PROSTOCK-STUDIO
Das Museum beschäftigt sich mit dem Aufbau und Betrieb der Reichswerke Hermann Göring in Linz und geht dabei detailliert auf das System Zwangsarbeit ein. Denn für den Bau und den Betrieb des Werks wurden Zigtausende ausländische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter eingesetzt: Männer und Frauen, Jugendliche und Kinder aus mehr als dreißig Nationen.
Diesen Menschen ist die Ausstellung im ZeitgeschichteMUSEUM der voestalpine in Linz gewidmet, Ihre Schicksale werden gezeigt. So ist das Museum ist ein Ort, der aktives Erinnern, Gedenken und Lernen möglich macht.
Adresse: voestalpine-Straße 1, A-4020 Linz
Öffnungszeiten: Vorangemeldete Gruppen: Montag bis Samstag Der Eintritt in das Museum sowie 09:00 - 17:00 Uhr Führungen sind auch für Gruppen Einzelbesucher: kostenlos. Mittwoch, Donnerstag und Samstag 09:00 - 12:30; 13:00 - 17:00 Freitag 13:00 - 17:00 Uhr Öffentliche Führung: samstags, 15:00 Uhr Kontakt Besucherservice: 050304/15-8900 (Montag bis Donnerstag 08:0016:00, Freitag 8:00 -13:00 Uhr) Alle Infos: www.voestalpine.com/zeitgeschichte VOESTALPINE STAHLWELT
Oberösterreich hat mehr als
2500
Kirchen und pfarrliche Bauten.
ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG
Wir sorgen für den Erhalt dieser Glaubensorte und Kulturdenkmäler. Danke für Ihren Kirchenbeitrag!
Filialkirche St. Valentin / Braunau-Maria Königin (Foto: Thomas Markowetz)
Programm der Visitation Bischof Manfred Scheuer (BMS), Generalvikar Severin Lederhilger (GSL) und Bischofsvikar Willi Vieböck (BWV) besuchen das Dekanat Braunau. Hier finden Sie die Termine der Visitation. Für alle Veranstaltungen gilt die 3-G-Regel, kurzfristige Änderungen aufgrund der Coronasituation sind möglich.
Sonntag, 14. November 2021 10 Uhr, Braunau-St. Stephan, Auftaktgottesdienst mit BMS, anschl. Begegnung 10 Uhr, St. Peter am Hart, Gottesdienst mit GSL, Begegnung im Pfarrheim 10 Uhr, Handenberg, Gottesdienst mit BWV (Patrozinium) 16 Uhr, St. Peter am Hart, Treffen mit erweitertem Dekanatsrat im Pfarrsaal mit BMS, GSL und BWV
Fotos: Mariendom / KiZ elle
Montag, 15. November 2021 7.40 Uhr, Mittelschule Ranshofen, Besuch von BMS 8 Uhr, St. Georgen am Fillmannsbach, Gottesdienst mit GSL 9.30 Uhr, Braunau, Betriebsbesuch Firma Doppler mit BMS 15 Uhr, Braunau, Seniorenzentrum Braunau mit BMS, Gottesdienst mit Krankensalbung 17 Uhr, Braunau, Besuch der Beratungsstelle beziehungleben mit GSL 19.30 Uhr, Braunau, Veranstaltungszentrum, Informationsund Begegnungsabend zum
Thema „Was habt ihr da verloren? Kirche ereignet sich an der Seite der Menschen“ mit BMS, GSL und BWV Dienstag, 16. November 2021 8 Uhr, Überackern, Gottesdienst mit BMS, anschl. Besuch des Waldkindergartens und Austausch mit allen KindergartenLeiterinnen 9 Uhr, Krankenhaus Braunau, Treffen der Krankenhausleitung mit GSL 15 Uhr, Mauerkirchen, Haus für Senioren, Gottesdienst mit BMS 18.30 Uhr, Mining, Gottesdienst mit GSL 19 Uhr, Neukirchen an der Enknach, Abendgottesdienst mit BWV 20 Uhr, Neukirchen an der Enknach, Treffen mit den Caritas-Fachausschüssen, BWV Mittwoch, 17. November 2021 8.30 Uhr, Braunau, Produktionsschule, Besuch der Produktionsschule und Vernetzungstreffen Katholische Jugend und
Treffpunkt Mensch und Arbeit mit BWV 10 bis 12 Uhr, Braunau, Besuch des Wochenmarktes mit BMS 18 Uhr, Krankenhaus Braunau, Gottesdienst mit GSL 18.30 Uhr, Burgkirchen, Abendmesse mit BWV Donnerstag, 18. November 2021 8 Uhr, Neukirchen, Gottesdienst mit BMS 9 Uhr, Mauerkirchen, Begegnung am Bauernmarkt mit BWV 9.30 Uhr, Neukirchen, Treffen mit allen Mesner/innen, BMS und Ines Schaupp-Steinhäusl 15 Uhr, St. Peter, Pfarrsaal, Treffen der Pfarrsekretär/innen mit BMS und Brigitte Gruber-Aichberger 18 Uhr, Gilgenberg, Gottesdienst mit BMS, gemeinsam mit Schwand und Überackern 18.30 Uhr, Mauerkirchen, Abendmesse mit BWV 19.30 Uhr, Braunau-St. Franziskus, Vernetzungstreffen mit dem FA Finanzen, Reinhold Prinz und Birgitte Gruber-Aichberger Freitag, 19. November 2021 8 Uhr, Braunau, Besuch der Kirchenbeitragsstelle mit BMS 10 Uhr, Ranshofen, Treffen im Pfarrsaal mit dem Bürgermeister, BMS und Franz Kehrer
15 Uhr, Mauerkirchen, Gert Smetanig zaubert für alle Ministrant/innen im Dekanat 19.30 Uhr, Braunau-Maria Königin, Abend der Barmherzigkeit mit BMS 19.30 Uhr, Braunau-St. Franziskus, Treffen mit allen, die liturgische Dienste machen, mit BWV, Gabriele Eder-Cakl und Michael Zugmann Samstag, 20. November 2021 8.30 Uhr, St. Peter, Gottesdienst mit den Gruppierungen KFB und KMB im Dekanat, anschl. Frühstück im Dekanat mit BWV 11 Uhr, Burgkirchen, Mehrzweckhalle, Weißwurstessen mit den Ehrenamtlichen, BMS und Brigitte Gruber-Aichberger 17 Uhr, Evangelische Pfarrgemeinde Braunau, Veranstaltung mit Evangelischen, Vesper und Austausch mit BMS 19 Uhr, Ranshofen, CäciliaMesse mit GSL 19 Uhr, Schwand, Abendgottesdienst mit BWV Sonntag, 21. November 2021 10 Uhr, Burgkirchen, Schlussgottesdienst, Bischof Manfred Scheuer veranlasst den offiziellen Start für die Pionierpfarre, anschließend Agape mit BMS, GSL, BWV und Brigitte GruberAichberger
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