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KiZ-Andorf_Spezial_KW44/2022

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Spezial 02-2022 I 3. November 2022 I Tel. 0732 76 10-39 44 I www.kirchenzeitung.at Österreichische Post AG / P.b.b. / Kirchenzeitung / Verlagsort: 5020 Salzburg / RM 13A039658 K

2 Im Gespräch. Dechant Erwin Kalteis über die Pfarrreform und das Schöne am Priesterberuf 4 Bericht. Eine Liege für das ganze Dekanat: Was hat es damit auf sich? 8 Pfarren. Die zwölf Pfarren des Dekanats im Porträt 13 Dekanat. Wie Christen und Muslime beim Projekt „Brücken bauen“ den gemeinsamen Austausch pflegen Das Dekanatsteam: Johannes Weilhartner (Assistent), Angela Schwaiger (Sekretärin) und Erwin Kalteis (Dechant)

KIZ/PS

Bischof Manfred Scheuer besucht von 13. bis 20. November das Dekanat Andorf

Einen guten Platz in der Kirche finden

Das Dekanat Andorf bereit sich intensiv auf die neue Pfarrstruktur vor. Die zwölf Pfarren rücken zusammen, ohne dabei ihre Selbstständigkeit zu verlieren. Klar ist, dass alle Menschen auch künftig in den Pfarrgemeinden ihren Platz finden sollen, um die Kirchen mit Leben zu füllen. Dem kirchlichen Leben wird auch der Bischof bei der Visitation im Dekanat Andorf nachspüren.


2 Dekanat Andorf

3. November 2022

KirchenZeitung Diözese Linz

„Uns Priestern wird auch in Zukunft nicht fad“ Dechant Erwin Kalteis ist der Gastgeber der diözesanen Visitation. Ein Gespräch über Reformen in der Diözese Linz, theologische Spitzfindigkeiten und das Schöne am Priesterberuf. PAUL STÜTZ

Wann haben Sie gewusst, dass Sie Priester werden möchten? Erwin Kalteis: In der Hauptschulzeit, unge-

heimfährst, zahlt sich das an den Wochenenden nicht aus.

fähr mit 14 Jahren, ist das für mich das erste Mal konkreter geworden. Meine Erfahrungen aus der Kindheit, die Schulzeit mit zwei beeindruckenden Kaplänen aus meiner Nachbarpfarre, das hat nachgewirkt und mein Interesse am Priesterberuf geweckt. Ich habe die Kirche wie eine große Familie erlebt. Der Weg zum Priester war zuerst gar nicht so leicht, weil ich quasi in der Bildungssackgasse festgesteckt bin, im B-Zug der Hauptschule. Ich bin froh, dass ich das Aufbaugymnasium in Horn besuchen konnte, das hat mir sehr geholfen. Nach der Matura war nach einigem Hin und Her klar, dass ich Priester werden möchte. Ich habe mich daher für Theologie und gegen das Maschinenbaustudium entschieden.

Allgemein gesprochen: Was mögen Sie an Ihrem Beruf? Kalteis: Der Beruf ist vielfältig, er hat mit

Menschen zu tun. Ich mag die Gemeinschaft mit den Leuten. Man kann immer wieder Impulse geben, wenn die Menschen nach dem Sinn des Lebens suchen. Sie waren von 2002 bis 2008 J­ ugendseelsorger. Was haben Sie sich mitgenommen aus dieser Zeit? Kalteis: Gerade im Bereich der Jugend ist

der persönliche Bezug ausschlaggebend. Die

Gibt es noch Jugendgruppen in den Pfarren des Dekanats Andorf? Kalteis: Teilweise schon, aber nicht über-

all. Was aber durchwegs vorhanden ist, sind Jungschargruppen und Jungschargruppenleiter, die sich regelmäßig treffen. Gerade die Ministrantengruppen sind oft recht groß und sorgen für Lebendigkeit in den Pfarren. In einem Jahr werden die Pfarren des Dekanats Andorf zu Pfarrteilgemeinden innerhalb der neuen Pfarre. Wo stehen Sie momentan bei den Vorbereitungsarbeiten? Kalteis: In den Pfarren ist der Grundstock

an Informationen da. Da sind wir nicht schlecht aufgestellt. Ein Thema ist noch, Seelsorgeteams in jeder Pfarre zu finden. Wir hatten am 8. Oktober eine Startveranstaltung, wo alle Informationen vermittelt wurden. Die Kommunikation zu den einzelnen Pfarrgemeinderät/innen ist uns sehr wichtig.

War damals in Ihrer Jugendzeit eine Aufbruchstimmung in der Kirche zu spüren? Kalteis: Das ist vielleicht etwas zu viel gesagt.

Es war aber jedenfalls eine Lebendigkeit zu spüren und in der Kirche wirkten Personen, die menschlich sehr ansprechend waren. Mit 15 Jahren ins Aufbaugymnasium zu gehen, bedeutete für Sie auch, recht bald selbstständig zu werden? Kalteis: Ja, und ich war dann nur alle heili-

gen Zeiten zu Hause in den Ferien. Damals war bis Samstagmittag Schule und wenn du von Horn fünfeinhalb Stunden öffentlich

­ edien können unterstützend wirken, aber M den direkten Kontakt nicht ersetzen. Außerdem ist wichtig, dass sich die Jugendlichen willkommen fühlen.

Werden Sie der neue Pfarrer sein, der Chef über alle Pfarrteilgemeinden? Kalteis: Das weiß ich noch nicht. Die FunkErwin Kalteis ist Pfarrer von Andorf, Dechant des Dekanats Andorf und Pfarrprovisor in Eggerding. PRIVAT

tionen werden Ende des Kalenderjahres ausgeschrieben, da kann ich mir überlegen, ob ich mich bewerbe. Es ist aber nicht unwahr-


Dekanat Andorf 3

Ein herzliches Grüß Gott!

Am Priesterberuf schätzt Erwin Kalteis nicht zuletzt die Gemeinschaft mit den Leuten. ADOBE/REDPIXEL

scheinlich, dass ich mich für die Stelle des Pfarrers bewerbe. Braucht es zusätzlich zur Strukturreform noch die Öffnung des Zugangs zu den Weiheämtern? Kalteis: Eine Öffnung der Zulassungsbe-

dingungen zum Priesteramt für verheiratete Männer oder auch für Frauen würde der katholischen Kirche guttun. Wir schauen in der Diözese, dass unter den gegebenen Rahmenbedingungen ein guter Weg möglich ist. Wir können nicht warten, bis die großen Sachen gelöst sind, sondern müssen unter den jetzigen Gegebenheiten handeln. Ich begrüße die diözesane Reform. Man könnte auch sagen: Wenn man das Pfarrsystem ohne Reform einfach so belassen hätte, hätten bald viele Priester mindestens sechs bis sieben Pfarren gleichzeitig zu betreuen gehabt. Kalteis: Ja, sicher. Durch diesen Strukturpro-

zess sind wir Pfarrer entlastet. Auch indem wir von Verwaltungsaufgaben weitgehend befreit werden. Sinnvoll ist auch, dass die Ehrenamtlichen vor Ort konkreter als bisher Aufgaben für ihre Pfarren übernehmen können. Da ist künftig mehr eigenverantwortliches Arbeiten möglich. Für Gespräche, für die konkrete Seelsorge bleibt Ihnen also im neuen System mehr Zeit?

Ja, das glaub ich auf jeden Fall, da habe ich schon die Hoffnung und die Erwartung. Trotzdem wird die Zahl der aktiven Priester

laufend kleiner, die Anforderungen werden nicht weniger. Uns Priester wird auch in Zukunft nicht fad. Wird es in Zukunft mehr Wortgottesdienste geben und weniger Eucharistiefeiern? Kalteis: Ja, aber das liegt nicht an der Struk-

turreform, sondern am Priestermangel. Es gibt jetzt Pfarren, die nur Eucharistiefeiern haben und solche, wo die Eucharistie eine Seltenheit geworden ist. Das wird sich ausgleichen. Ich glaube zwar, dass bei vielen der Wunsch nach Eucharistie sehr groß ist. Aber noch wichtiger ist den Leuten, dass Qualität geboten wird, also ist ein ansprechender Wortgottesdienst für sie auch okay. Wenn nun die Diözesanleitung, die Dekanatsleitung und die Menschen in den Pfarren bei der Visitation zusammentreffen, worum soll es gehen? Kalteis: Wichtig ist, dass die Diözesanlei-

tung die Anliegen der Leute vor Ort wirklich sieht und hört. Was ihre Themen sind. Der Großteil der Pfarrbevölkerung ist schon zwei Schritte weiter als die theologischen Diskussionen und Spitzfindigkeiten. Ich gebe ein Beispiel: Für die überwiegende Mehrheit der Gläubigen ist es keine Frage, dass die Kommunionspendung bei der Wortgottesfeier dazugehört. Die theologischen Gründe, die gegen diese Praxis sprechen, kann ich zwar nachvollziehen. Praktisch ist es für die Leute aber wenig sinnvoll, wenn bei der Wortgottesfeier auf die Kommunion verzichtet wird.

Bei meinen Besuchen in den Pfarren und kirchlichen Einrichtungen Oberösterreichs nehme ich eine große Vielfalt des Glaubenslebens und eine lebendige Kirche wahr. Die Kirche ist auch im Innviertel ein wesentlicher Teil der Gesellschaft und hat Bedeutung für viele Menschen. Im Mittelpunkt des kirchlichen Interesses steht das Leben der Menschen. Diesem Leben wollen wir gemeinsam mit Ihnen im Dekanat Andorf bei ­unserer Visitation nachspüren. Nur durch unmittelbaren Kontakt ist es möglich zu sehen und zu hören, wie sich die Situation der Menschen vor Ort darstellt. Was funktioniert gut, wo sind die Kraftquellen, wie wird der Glaube gelebt? Wo hapert es, welche Sorgen sind da? Welche Erwartungen gibt es an die Diözese bzw. an die kirchlichen Strukturen vor Ort? Wie können wir als Kirche in Oberösterreich gemeinsam gut unterwegs sein? Die Kirche steht angesichts der sich rasch ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vor vielen Herausforderungen. Sie hat in der Spur Jesu immer wieder passende Wege gefunden, indem sie Bewährtes weitergeführt und Neues aufgegriffen hat. Ich möchte auch im Dekanat Andorf dafür werben, das Gemeinsame in den Pfarrgemeinden zu sehen, die Zusammenarbeit im Sinne des diözesanen Zukunftsweges zu stärken und dabei in allem zuversichtlich auf den Geist Gottes zu vertrauen. Ich freue mich auf den Besuch bei Ihnen im Innviertel!

+ Manfred Scheuer Bischof von Linz


4 Dekanat Andorf

3. November 2022

KirchenZeitung Diözese Linz

Aus 486 werden in Oberösterreich 39 Pfarren

Was die Pfarren in Zukunft erwartet dienst, Verkündigung, Caritas-Diakonie und Gemeinschaft) lebendig bleiben. Die „Pfarrgemeinden“ werden wie bisher eine weitgehende Selbstständigkeit – auch finanzieller Art – leben können. Jeder „Pfarrgemeinde“ ist ein Priester für die Eucharistiefeiern und die Sakramentenspendung zugeordnet, jedes Seelsorgeteam wird auch von einer durch die Diözese beauftragten Person begleitet.

Damit die Kirche in Oberösterreich zukunfts- und handlungsfähig bleibt, hat die Diözese Linz eine Reform der Pfarrstrukturen beschlossen. Der Schlüssel der Reform besteht darin, dass aus den bisherigen Pfarren „Pfarrgemeinden“ werden, die sich zu einer „Pfarre neu“ zusammenschließen. Konkret heißt das, dass die einzelnen Pfarren eines Dekanates sich in einem zweijährigen Prozess zu einer „Pfarre neu“ vereinen. Die „Pfarre neu“ wird rechtlich das gemeinsame Dach, auch wenn die jetzigen Pfarren als „Pfarrgemeinden“ in vielen Bereichen Selbstständigkeit behalten. Die „Pfarre neu“ wird von einem Pfarrer geleitet, ihm zur Seite stehen ein Pastoralvorstand und ein Verwaltungsvorstand bzw. eine -vorständin. Ein Pfarrlicher Pastoralrat und ein Pfarrlicher Wirtschaftsrat treffen die großen Entscheidungen. Die beiden Räte werden von den „Pfarrgemeinden“, kirchlichen Angestellten und weiteren Vertreter/innen beschickt. In der Diözese Linz wird es künftig statt 486 nur mehr 39 Pfarren geben, die aus den jeweiligen „Pfarrgemeinden“ bestehen. Die ersten fünf Pionierdekanate, deren Grenzen den neuen Pfarren entsprechen, haben im Herbst 2021 bereits mit der Umsetzung be-

Jeder „Pfarrgemeinde“ ist auch künftig ein Priester für die Eucharistiefeiern zugeordnet. ADOBE/GODONG PHOTO

gonnen. Die Grenzen der 39 Dekanate wurden in den letzten Jahren den Grenzen der „Pfarren neu“ angepasst. Im Fall von Andorf war keine Veränderung notwendig. Die zwölf Pfarren des Dekanates Andorf starten im Jahr 2023 als „Pfarre neu“. Seelsorgeteam als Säule. In jeder „Pfarrgemeinde“ wird ein Seelsorgeteam aus überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen entstehen. Das Team trägt dafür Sorge, dass die vier Grundfunktionen von Kirche (Gottes-

Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Am besten können die einzelnen „Pfarrgemeinden“ von der neuen Struktur profitieren, wenn sie bereit sind, über die eigenen Grenzen hinauszuschauen und die Zusammenarbeit mit den anderen „Pfarrgemeinden“ und der Leitung der „Pfarre neu“ suchen – in pastoralen und in wirtschaftlichen Fragen. So wird zum Beispiel in jeder Pfarre ein Wirtschaftsexperte/eine Wirtschaftsexpertin angestellt, an den/die man sich wenden kann. In Zeiten des weiter zunehmenden Mangels an Priestern und Pastoralassistent/innen schafft die „Pfarre neu“ auch einen PersonalAusgleich. Die neue Struktur anzunehmen, ist unter diesem Gesichtspunkt ein Gebot der Fairness und trägt dazu bei, dass alle „Pfarrgemeinden“ mit vergleichbaren Personal-Ressourcen ausgestattet sind. WALLNER/ STÜTZ

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In der Ruhe Gott nachspüren Die Pfarren des Dekanats laden mit der Dekanatsliege dazu ein, Platz zu nehmen, zu verweilen und in der Ruhe Gott nachzuspüren. Dekanat Andorf. Als gelernter Tischler hatte Dekanatsassistent Johannes Weilhartner die Idee zur Liege, die er dann auch gleich selbst umgesetzt hat. Die zwölf Pfarren, die KA-Gliederungen und die Knotenpunkte des Dekanats gestalteten jede/r für sich eine Holzlatte für die Liege. Die Liege sollte erstmals beim Dekanatsfest 2020 zum Einsatz kommen. Beim Festakt sollten

die einzelnen Teile zusammengefügt werden. Da das Fest wegen der Pandemie abgesagt werden musste, konnte dieser Akt leider nicht offiziell durchgeführt werden. Doch „Corona sei Dank“ entstand die Wanderschaft der Liege von Pfarre zu Pfarre im Dekanat. In jeder der zwölf Pfarren stand die Liege zwei Wochen auf dem Kirchenplatz und konnte von allen genutzt werden. Es kamen viele positive Rückmeldungen von Menschen, die unterwegs waren und sich auf der Liege ausruhten. Die Dekanatsliege ist sehr beliebt.

WEILHARTNER


KirchenZeitung Diözese Linz

Dekanat Andorf 5

3. November 2022

Monika Heilmann erläutert, worum es bei der diözesanen Pfarrreform geht. JOHANNES WEILHARTNER

Das Dekanat Andorf startete den Reformprozess

„Wir sind in eine gute Zukunft aufgebrochen“ Mit dem neuen Arbeitsjahr starteten sieben Dekanate in die Vorbereitungsphase für die Umsetzung der Pfarrstrukturreform der Katholischen Kirche in Oberösterreich. Am 8. Oktober 2022 eröffnete das Dekanat Andorf den zweijährigen Prozess mit einer eigenen Veranstaltung. Sieben Dekanate werden als „zweite Gruppe“ mit der Umsetzung der Pfarrstrukturreform auf dem Zukunftsweg mit dem Vorbereitungsjahr beginnen. Es sind die Dekanate Andorf, Frankenmarkt, Gallneukirchen, Kremsmünster, Ried im Innkreis, Steyr und Traun, die einen zweijährigen Prozess durchlaufen werden, an dessen Ende die neu gegründeten Pfarren als pastorale Räume mit Pfarrteilgemeinden stehen. Sie profitieren dabei von den Erfahrungen der „Pionierpfarren“ Linz-Nord, Braunau, Weyer, Schärding und Eferding, die bereits im Herbst 2021 als Vorreiterinnen diesen Weg beschritten haben. Wir-Gefühl entwickeln. Im ersten Jahr geht es im Wesentlichen darum, dass die Pfarrteilgemeinden innerhalb einer Pfarre Kirche weit denken, ein Wir-Gefühl entwickeln und als pastoraler Raum zusammenarbeiten. In jeder der zukünftigen Pfarren wird ein Grobkonzept für ein gemeinsames

Pastoralkonzept erarbeitet, in dem Ziele und Schwerpunkte für das künftige seelsorgliche Handeln festgelegt werden. Gleichzeitig sollen die Leitungsämter von Pfarrer sowie von Pastoral- und Verwaltungsvorstand bzw. -vorständin besetzt werden. Diese arbeiten mit den vorhandenen Priestern, Diakonen, Seelsorger/innen und Ehrenamtlichen zusammen. Außerdem werden Mitglieder für die Seelsorgeteams in den Pfarrteilgemeinden und für den Pfarrlichen Pastoralrat gesucht. Im Herbst 2023 beginnen die sieben Dekanate, unterstützt durch Bildungs- und Begleitprozesse, in der neuen Struktur zu arbeiten. Die rechtliche Gründung als Pfarre wird mit 1. Jänner 2024 erfolgen. Diesen Umstellungsprozess sollen in den kommenden fünf Jahren alle Dekanate bzw. Pfarren durchlaufen. Die Umsetzung wird durch die Stabsstelle Pfarrstruktur u ­ nter der Leitung von Martin Schachinger k­ oordiniert. Lebendige Kirche. Das Dekanat Andorf startete am 8. Oktober den Umsetzungsprozess mit einer eigenen Veranstaltung beim Kirchenwirt in Rainbach. Daran nahmen 65 Personen teil, unter ihnen Dechant Erwin Kalteis, Dekanatsassistent Johannes Weilhartner und Mitglieder des erweiterten Dekanatsrates. „Ich bin überzeugt, wir sind heute aufgebrochen in eine gute Zu-

kunft, in eine lebendige Kirche im Dekanat Andorf“, betonte Erwin Kalteis. An der Startveranstaltung des Dekanats Andorf nahm Monika Heilmann, designierte Leiterin des Bereichs „Pfarre & Gemeinschaft“ der Diözesanen Dienste, als Vertreterin der Diözesan­leitung teil. Im Reformprozess der Pfarren stünden die drei Schwerpunktthemen Spiritualität, Solidarität und Qualität im Mittelpunkt, sagte sie. Wesentlich für das gemeinsame Unterwegssein seien ein Grundvertrauen ineinander und das Vertrauen in Gott sowie ein realistischer Blick auf Lebenssituationen und gesellschaftliche Gegebenheiten: „Die Kirche ist keine Sondergesellschaft, sie ist ‚mittendrin‘ im besten Sinn des Wortes. Es geht beim Weg zu den neuen Pfarren und den neuen Pfarrgemeinden und pastoralen Orten nicht nur um gemeinsame Visionen. Es geht auch darum, Möglichkeiten auszuloten, etwas vom Kopf auf die Beine zu bringen.“ Auch das Fazit von Dekanatsassistent Johannes Weilhartner nach dem gemeinsamen Start fällt positiv aus: „Der Weg von unseren zwölf Pfarren im Dekanat Andorf zur zukünftigen Pfarre hat mit einer gelungenen Veranstaltung begonnen und die ersten Schritte sind getan. Es war eine sehr gute Grundstimmung spürbar.

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6 Dekanat Andorf

3. November 2022

KirchenZeitung Diözese Linz

Walter Miggisch ist Pfarrer von Altschwendt, St. Willibald, Raab und Zell an der Pram

„Ich möchte mit all meinen Talenten für die Leute da sein“ „Mir taugt am Priestersein, dass ich mit dem, was ich von Gott bekommen habe, auf die eine oder andere Weise für die Menschen arbeiten kann“, sagt Walter Miggisch. Der 64-jährige Pfarrer erzählt, was ihm an Talenten geschenkt wurde.

Pfarrer Walter Miggisch legte die Motorsäge beiseite und machte eine Arbeitspause, in der er erklärte, wie er sein Leben und seinen Einsatz als Seelsorger und Priester versteht. Als Reaktion auf die Corona-Pandemie hat er 40 Kurzvideos zu kirchlichen, gesellschaftlichen und lustigen Themen gemacht, um die Menschen daheim zu erreichen. Einige Videos kann man auf der Homepage von Altschwendt oder bei Facebook St. Willibald anschauen. KIZ/JW

JOSEF WALLNER

Von Kindheit an hat Walter Miggisch zu Hause in Oberkappel im Wald und in der Tischlerei des Vaters mitgearbeitet. Die Begeisterung für die manuelle Arbeit ist ihm Zeit seines Leben geblieben: „Wenn mich wer braucht und ich kann das, helfe ich gerne.“ Oft ist es auf Baustellen: Ob beim Betonieren von Güllegruben oder beim Saustall bauen, bei vielen Projekten hat der Pfarrer schon angepackt. Und natürlich auch bei der Waldarbeit: „Ich habe schon hunderte Festmeter Holz gemacht.“ Wenn es irgendwie geht, hilft er auch bei den örtlichen Musik- oder Feuerwehrfesten beim Zeltauf- und abbau und als Kellner. Bei den Pfarrfesten sowieso. Wie das mit vier Pfarren und knapp 6000 Katholik/innen geht? „Man darf sich selbst nicht zu wichtig nehmen“, antwortet er wie aus der Pistole geschossen und fügt an: „Das geht nur, weil wir in den Pfarren so viele gute Leute haben, die sich für ihre Mitmenschen und die Kirche einsetzen.“ Immer ein Instrument dabei. Ein weiteres – ganz großes – Talent ist seine musikalische Begabung. Beim Gottesdienst hat er immer die Gitarre neben sich beim Altar stehen, und wenn er mit Gruppen unterwegs ist, dann nie ohne seine Ziehharmonika: „Ich singe gerne mit den Leuten.“ Für ihn steht dabei die Überzeugung dahinter, dass Singen das Leben interessant, schön und bunt macht. Wie der Schnabel gewachsen ist. Auch die Begabung, begeisternd zu sprechen, wurde ihm geschenkt. Bei den Messfeiern bemüht er sich um eine lebendige Sprache. Wie ihm „der Schnabel gewachsen ist“, so redet er: „Da bleiben die Leute dabei.“ Für

entscheidend hält er auch, dass er als Pfarrer die Erfahrungen der Leute in den Gottesdienst einbringt, das Leidvolle und das Schöne. Ganz schlicht, einfach und aus dem alltäglichen Leben muss sein, was im Gottesdienst zur Sprache kommen soll, betont er. Einfach leben. Was Pfarrer Walter Miggisch noch auszeichnet, ist sein einfacher, naturverbundener Lebensstil: „Der sorgsame Umgang mit der Umwelt bildet unsere Lebensgrundlage. Das können wir gar nicht oft genug bedenken.“ Zwanzig Jahre lang ist er als Seelsorger nur mit dem Fahrrad gefahren: zu Hochzeiten, Begräbnissen, zur monatlichen Krankenkommunion, zu Besuchen nach Ried ins Spital und mehrmals im Jahr in das 28 Kilometer entfernte Gefängnis nach Suben – insgesamt 140.000 Kilometer hat er mit dem Fahrrad zurückgelegt. Jetzt fährt er zwischen seinen vier Pfarren mit einen Renault Twizy, einem kleinen Leichtelektroauto ohne Heizung. „Ich brauche jetzt doch deutlich weniger Zeit, um zu den Terminen zu kommen. Das ist Zeit, die

man in der Seelsorge gut gebrauchen kann.“ Auch der sorgsame Umgang mit Lebensmitteln gehört zum umweltbewussten Lebensstil des Pfarrers. Auf dem Weg zur neuen Pfarre. Soeben hat das Dekanat Andorf, in dem die vier Pfarren von Walter Miggisch liegen, begonnen, den Prozess umzusetzen, in dem aus den Pfarren des Dekanats eine einzige „neue Pfarre“ wird. „Ich bin kein Systematiker“, bekennt der Pfarrer: „Aber natürlich trage ich den Erneuerungsprozess mit, so gut ich kann.“ Er möchte alles tun, damit die Leute die Kirchen in den Ortschaften als Symbol erleben, das in den Himmel weist. „Die Kirchen sollen ein Gegenpol zu den ständigen Events, zum Rackern und Rurcheln sein.“ Mit einer guten Gestaltung und lebendigen Feier der Gottesdienste, der Sakramente oder von Begräbnissen möchte er dazu beitragen, dass die Leute die Kirche als glaubwürdige Gemeinschaft erfahren, wo das Leben gut aufgehoben ist. „Ein solche Kirche wird Bestand haben.“

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KirchenZeitung Diözese Linz

Dekanat Andorf 7

3. November 2022

Klimawandel und Klimaschutz sind bei den Bildungsveranstaltungen im Dekanat Andorf wichtige Themen. PRIVAT (2)

Katholisches Bildungswerk im Dekanat

Große Vielfalt an Bildungsthemen Die Aktivitäten des Katholischen Bildungswerks in der gesamten Region Andorf/ Schärding sind sehr vielfältig. Was eine Pfarre im Bildungsbereich leisten kann, stellt Regionsbegleiter Fredi Steininger anhand des Beispiels Zell an der Pram vor. Das Katholische Bildungswerk (KBW) Zell an der Pram besteht aus einem siebenköpfigen Team und wird von Michaela Haunold geleitet. Genauso vielfältig wie das Team ist auch das Angebot. Es reicht von einer Bergmesse, die gemeinsam mit dem Musikverein organisiert wird, bis zu Veranstaltungen wie Sommerkino, Buchausstellungen, Kräuterwanderungen, Lesungen, Vorträgen und Kirchenkonzerten. Gerne wird das Team auch von Gruppen wie dem Eine-Welt-Kreis oder der Gesunden Gemeinde als Mitveranstalter angefragt. Lange Nacht der Kirchen. Einer der letzten Höhepunkte war die Organisation der Langen Nacht der Kirchen im Juni, bei der sowohl die Pfarrkirche als auch die Filialkirche Jebling bespielt wurden. Mehrere Musikgruppen brachten die Räume mit traditionellen und modernen Stücken zum Erklingen. Der Fotoclub setzte die Pfarrkirche, die den Beinamen Innviertler Dom trägt, auf unkonventionelle Art mit groß projizierten Bildern ohne Leinwand in ein neues Licht.

Ökoengagement des KBW: Reinhard Wimmer aus der Pfarre Zell/Pram, stellt die Speisekarte des Pfarrfests vor, die neben dem Preis auch den ökologischen Fußabdruck ausweist. PRIVAT

Inhaltlich greift das KBW-Team stets aktuelle Themen wie Einsamkeit, Flucht oder Schöpfungsverantwortung auf. Beispielsweise wurde im Rahmen der Aktion „Wochenende für Moria“ mit einem Zelt auf dem Kirchenplatz auf die Zustände in den Flüchtlingslagern aufmerksam gemacht und zahlreiche Briefe an Entscheidungsträger/innen verschickt. Zeller Schlossgespräche. Das KBW der Region Andorf/Schärding ist auch Mitveranstalter der Zeller Schlossgespräche, die sich im vergangenen Jahr drei Tage lang mit dem Thema „Der Erde und dem Menschen

gerecht“ beschäftigt haben. Bei der Planung in der Projektgruppe „Brücken bauen“ des Dekanats Andorf konnte noch niemand ahnen, wie brisant die Themen Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit plötzlich werden. In Kurzvorträgen, einer Podiumsdiskussion sowie bei Kaffeegesprächen wurden einerseits Fakten an die Leinwand geworfen, andererseits aber auch Best-Practice-Beispiele vorgestellt, wie Klimaschutz und soziales Engagement im regionalen Umfeld zur Stärkung der Gesellschaft beitragen können. Ein ganz einfaches Beispiel ist das „gelbe Band“. Dabei hängt jede/r, die/der Früchte zur freien Ernte zur Verfügung stellt, ein gelbes Band an die entsprechenden Bäume und Sträucher. Andere Themen früherer Schlossgespräche beschäftigten sich mit dem Dialog der Religionen bzw. wie weit sie zum sozialen Frieden beitragen können.

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FREDI STEININGER

ZUR SACHE Auch in anderen Pfarren des Dekanats Andorf gibt es aktive KBW-Teams: Andorf, Diersbach, Eggerding, Kopfing, Raab, Rainbach im Innkreis, St. Willibald, Taufkirchen an der Pram. Regionsbegleiter Fredi Steininger unterstützt bei allfälligen Fragen oder auch Neugründungen.


8 Dekanat Andorf

3. November 2022

KirchenZeitung Diözese Linz

Die zwölf Pfarren des Dekanats Andorf Das Dekanat Andorf umfasst zwölf Pfarren, die vielfältige Aspekte des kirchlichen Lebens zeigen. Wir stellen die Pfarren in kurzen Porträts vor. Sie werden auch nach der Pfarrreform als Pfarrteilgemeinden ihre Selbstständigkeit bewahren.

Rainbach im Innkreis

Pfarrkirche von Rainbach. Pfarrer: Thaddäus Kret CHRISTIAN ZALLINGER

In Rainbach wirkt Pfarrer Thaddäus Kret schon seit 25 Jahren, wobei er sich aus großer innerer Überzeugung für ein vielfältiges Glaubensleben einsetzt. Rund um ein Kernteam ist der Pfarrgemeinderat vernetzt und bemüht sich u.a. um die liturgischen Themen und die vielen organisatorischen Handgriffe in der Pfarre. Diese zeichnet sich durch viele aktive Gruppierungen aus: sei es die Jungschargruppe, die Ministrant/innen, das Katholische Bildungswerk oder die Frauenbewegung. Speziell an Rainbach ist außerdem, dass es hier sehr viele musikalisch talentierte Familien in der Pfarre gibt, die sich bei Kirchenchor, Musikkapelle, Bands oder anderen Formationen einbringen. Weit über die Grenzen des Ortes sind die Rainbacher Evangelienspiele bekannt, die Geschichten aus der Bibel vor einem großen Publikum historisch genau auf die Bühne bringen. In unzähligen Arbeitsstunden wurden drei Mammutprojekte in den letzten Jahren umgesetzt: die Orgelrenovierung, die Pfarrheimsanierung sowie die Friedhofserweiterung mitsamt dem Neubau der Aussegnungshalle. Für die Zukunft wünscht sich die Pfarre, offen und einladend zu bleiben und sowohl neu Zugezogene als auch Alteingesessene gemeinsam ins Pfarrleben einzubinden.

Taufkirchen/Pram

Die Pfarrkirche von Taufkirchen. Pfarradministrator: Moses Valentine Chukwujekwu PFARRE

Die römisch-katholische Pfarrkirche Mariä Verkündigung thront auf einer natürlichen Erhebung am Rande des Pramtals und ist weithin sichtbar. Ein Schmuckstück in der Pfarre ist die Filialkirche in Wagholming. Das Altarbild des Hochaltars zeigt den Patron der Kirche, den heiligen Laurentius. Hier finden viele Hochzeiten, Taufen und Andachten statt. Meilensteine in der jüngeren Geschichte der Pfarre waren die Errichtung des neuen Pfarrheims, das in der Bevölkerung sehr beliebt ist und auch die Pfarrbücherei beherbergt. Da das Gebäude in den Hang gebaut ist, sind die beiden Etagen ohne Stufen zugänglich. Ein beeindruckendes Zeugnis des Zusammenhalts in der Pfarre war die große Kirchensanierung im Jahr 2017. Bei der umfassenden Innenrenovierung haben 350 freiwillige Helfer/innen mehr als 8000 Stunden geleistet. Der neue Volksaltar besteht seither so wie Ambo und Priestersitz aus massivem Eichenholz.

Diersbach „An erster Stelle möchte Pfarrer Thaddäus Kret danken, der viermal pro Woche einen Gottesdienst anbietet“, sagt Pfarrgemeinderatsobmann Anton Ertl. Über das Pfarrleben ist die Bevölkerung immer gut informiert durch die Homepage der Pfarre, die Pfarrnachrichten und den Pfarrbrief. Die Pfarre ist durch die aktive Mitarbeit vieler Gruppen lebendig: dazu zählt die Katholische Frauenbewegung, die den Familiengottesdienst gestaltet oder die Katholische Männerbewegung mit dem Einkehrtag und der Bergmesse. Eine wichtige Rolle spielt auch die Goldhaubengruppe u.a. mit der Kräuterweihe und dem Mittagstisch am 15. August. Die Landjugend ist insbesondere durch das Binden der Erntekrone und der musikalischen Gestaltung des Christkönigssonntags in der Pfarre präsent. Eine spezielle Feier ist in Diersbach jedes Jahr die Imkermesse am 7. Dezember zu Ehren des Hl.Ambrosius. Im Pfarrsaal feiern die Kinder fünf bis sechs Mal im Jahr Kinderwortgottesdienst, so wie eine Kreuzwegandacht in der Kirche. Für die Erhaltung der kirchlichen Gebäude und Einrichtungen wurde in der Pfarre durch umfassende Sanierungsmaßnahmen in den letzten Jahren auch gut gesorgt.


KirchenZeitung Diözese Linz

3. November 2022

Die Pfarren 9

Kopfing In Kopfing, das heute 1750 Katholik/innen zählt, gibt es noch die tägliche Messe und die Beichtgelegenheit, die gut genützt werden. Es gibt eine Reihe von Gebetsgruppen, die sich regelmäßig treffen. In Kopfing vorhandene Reliquien unter anderem des Apostels Andreas und der hl. Schwester Faustyna sind Grund für ihre besondere Verehrung. Deswegen kommen viele Gläubige auch von weit her. Nach mehr als 30 Jahren Pause wurden die Mysterienspiele in Kopfing 2017 wieder ins Leben gerufen. Sie zählen bis zu 50 Mitwirkende. Bei den letzten Aufführungen kam eine beachtliche Besucherzahl von 2.400 zustande. Die Stücke wollen christliches Leben und Heilige nahebringen, wie aktuell den seligen Carlo Acutis. Hirtenspiele im Advent, Kleinkindergottesdienste sowie besondere Messgestaltungen zu kirchlichen Festen gibt es das ganze Jahr. Besonders gut gelungen sind die Pfarrhofsanierung und die Erneuerung des kleinen Pfarrsaals. Während einige zuversichtlich sind, bedauern manche regelmäßige Kirchenbesucher viele beabsichtigte Neuregelungen durch die Reform der Pfarren, sehen darin eine große Vernachlässigung und Missachtung der Bedeutung der Sakramente.

Die Pfarrkirche Kopfing. Pfarradministrator: Lambert Wiesbauer. WIKIPEDIA/PETER LAUPPERT

Sigharting Unter dem Habsburger Josef II. wurde Sigharting 1785 als eigenständige Pfarre ins Leben gerufen. Die dem heiligen Pankratius geweihte Kirche ist jedoch viel älter. Sie entstand im 15. Jahrhundert als Schlosskapelle. 2012 erfolgte die letzte gründliche Kirchenrenovierung: Altar und Ambo verstärken seither durch ihre metallische Optik und ihre klaren Formen den offenen und schlichten Charakter des Gotteshauses. Die Pfarrgemeinschaft ist klein, aber fein, man kennt einander und pflegt ein gutes Miteinander auch mit den örtlichen Vereinen. Alt und Jung mischen im Pfarrleben aktiv mit. Froh ist die Pfarre, dass Jugendliche sich als Nachwuchsorganisten engagieren. Besonders für Sigharting ist in der Adventszeit der „Gang in den Advent“ in der Kirche, der in der oft hektischen Aventzeit zur Ruhe kommen lässt. Die Errichtung der Gedenkstätte für pflegelose Gräber ist für die Pfarre ein wichtiger Punkt. Für die Zukunft erhofft Sigharting mehr Unterstützung von der Diözese und dass sich das Gotteshaus wieder mit mehr Menschen füllt.

Pfarrkirche Sigharting. Pfarradministrator: Moses Valentine Chukwujekwu WIKIPEDIA/BWAG

Enzenkirchen

Pfarrkirche Diersbach. Pfarprovisor: Thaddäus Kret WIKIPEDIA/PETER LAUPPERT

Enzenkirchen hat rund 1800 Einwohner/innen und 1550 Katholik/ innen. Die Pfarrkirche wurde im 15. Jahrhundert im spätgotischen Stil erbaut. Die Bewohner/innen von Enzenkirchen mögen an ihrem Gotteshaus, dass der Kirchenraum modern und hell ist und die Taufkapelle eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre ausstrahlt. In Enzenkirchen gibt es aktive Jungschargruppen, die die Pfarre beleben. Die Sternsingeraktion kann ebenso jedes Jahr unter der zahlreichen Beteiligung der Kinder und Jugendlichen des Ortes erfolgreich organisiert werden. Dankbar ist die Pfarre außerdem für die rege Beteiligung der Enzenkirchner Vereine bei den Kirchenfesten. Zu den in letzter Zeit besonders gelungenen Akzenten zählt ein Familiengottesdient zu Beginn der Ferienzeit, der sehr gut besucht war. Bei der letzten Pfarrgemeinderatswahl haben die Enzenkirchner/innen besonders auch junge Frauen in das Gremium gewählt. Als eine der ersten Herausforderungen erwartet den Pfarrgemeinderat und die Pfarrleitung das Finden eines Seelsorgeteams in den nächsten Monaten.

Die Pfarrkirche von Enzenkirchen. Pfarradministrator Anthony Alamezie PFARRE


10 Dekanat Andorf

3. November 2022

KirchenZeitung Diözese Linz

Zell an der Pram Die Pfarre Zell an der Pram wird seit circa zwei Jahren von einem Seelsorgeteam geleitet. Das Pfarrgebiet wird in acht Sprengel aufgeteilt, was eine hohe Beteiligung am Pfarrleben bewirkt. Außerdem werden die Pfarrbriefe von circa 60 Botinnen und Boten ausgetragen. Diese sind gleichzeitig auch ein Sprachrohr in beide Richtungen. In der Pfarre Zell gibt es viele ehrenamtlich Tätige und eine Vielfalt in der Gottesdienstgestaltung. Ein Beispiel sind die Kindergottesdienste, die von Müttern gestaltet werden. Der Fachausschuss „Pastorale Innovationen“ Pfarrkirche Zell an der Pram. Pfarrprohat in der vergangenen Periode viele neue visor: Walter Miggisch. WIKIPEDIA/KAMSN Ideen aufgegriffen: Dazu zählt unter anderem die Ansprechbar, ein umgebauter Wohnwagen, durch den sich für Pfarrmitarbeiter/innen bei Festen Kontaktchancen eröffnen. Sehenswert ist auch das neue Pfarrzentrum, das gemeinsam mit dem Musikverein errichtet wurde und auch von vielen Gruppen gerne genützt wird. Das Team der Pfarre Zell ist besonders offen, es wird eine Haltung der besonderen Achtsamkeit und des Respekts gelebt. Besonders gut gelungen ist die Wahl zum Pfarrgemeinderat. Auch die Ersatzmitglieder werden fix in die Besprechungen eingebunden. Damit teilen sich viele kleine Dienste gut auf alle auf.

Andorf Andorf (ca. 5000 Einwohner/innen) ist eine ländlich geprägte Marktgemeinde mit 56 Ortschaften. Die Pfarre Andorf wird vom Pfarrgemeinderat (PGR) durch die Nennung der wichtigsten „Lieblingsorte“ beschrieben. Dazu zählt der Rundweg „geh.Zeiten“ der Pfarre Andorf: Er ist inspiriert von einigen Gedanken, Geschichten und Symbolen zu einer Bibelstelle und führt bei der Jägerkapelle und der Kaiserlinde vorbei. Beliebt ist die Kirche vor allem auch bei Kerzenschein: In besonderem Licht erstrahlt die Pfarrkirche, wenn sie einzig von Kerzenlicht erleuchtet wird, etwa bei der „Nacht der 1000 Lichter“ oder bei der „Langen Nacht der Kirchen“. Ein Lieblingsort ist auch das Punkt 1, das Pfarr- und Kulturzentrum. Es hat Stil, funktioniert für größere und kleinere Veranstaltungen gleichermaßen gut und die Glasfassade zum Pfarrhofgarten holt die Natur herein – oder man spaziert einfach hinaus, wenn es das Wetter erlaubt. Nicht zuletzt ist das Punkt 1 mit der „Kinderkirche“, die hier gefeiert wird, ein guter Begegnungsraum mit den Jungfamilien, die sich in Andorf niederlassen und die so mit der Pfarre in Berührung kommen. Zu guter Letzt zählt auch das Pfarrbüro zu den Lieblingsorten. Wer es betritt, spürt, dass man willPfarrkirche Andorf. Pfarrer: kommen ist. Erwin Kalteis WIKIPEDIA/BWAG

Raab Raab ist eine Marktgemeinde, die derzeit 2271 Einwohner/innen und 1844 Katholik/innen hat. Das Naturjuwel von Raab, die Kellergröppe, bekannt aus dem Fernsehen (ORF-Sendung „9 Plätze – 9 Schätze“) ist ein Hohlweg mit 26 Sandkellern, dessen Existenz sich bis zum Jahr 1620 zurückverfolgen lässt. Die Pfarrkirche ist dem Erzengel Michael geweiht, das Innere der Kirche ursprünglich gotisch, wobei nach dem Umbau 1753 bis 1755 sehr schöne Stuckverzierungen (Rokoko) dazugekommen sind. Die Wallfahrtskirche Maria Bründl entstand 1645 aufgrund einer heilsamen Quelle. Von der Kirche führt die Rosenkranzstiege hinunter zur Gnadenkapelle, an deren Außenwand sich die Quelle befindet. Noch heute holen sich viele Menschen hier das Quellwasser. Das Raaber Pfarrleben ist sehr vielfältig mit Veranstaltungen, Pfarrfesten und Kirchenfesten. Das Seelsorgeteam absolvierte in diesem Jahr die Ausbildung und arbeitet sehr engagiert in der Pfarrgemeinde (siehe auch Seite 14). Für die Zukunft erwarten die Pfarrangehörigen, dass die PfarPfarrkirche Raab. Pfarrmoderator: re weiterhin selbstständig erhal- Walter Miggisch, Pfarrassistentin: ten bleibt. Katharina Samhaber PFARRE


KirchenZeitung Diözese Linz

Die Pfarren 11

3. November 2022

St. Willibald „In unserer beschaulichen Pfarre, wo jeder jeden kennt, findet man immer Platz. Alle werden herzlich aufgenommen“, erklärt Anita Wurmsdobler, Pfarrgemeinderats-Obfrau und Wortgottesdienstleiterin. Die Sonntagsgottesdienste sind gut besucht, da sie viel Abwechslung hinsichtlich der musikalischen Umrahmung und auch der Leitung bieten. Die Leiter der Gottesdienste wechseln sich an den Sonntagen ab, sodass es immer wieder verschiedene Themen und Aspekte gibt. Das neue Pfarrzentrum wurde sehr nachhaltig mit viel Holz gebaut. Die heimelige Atmosphäre des 2015 eröffneten Gebäudes lädt zum Verweilen und Feiern ein. Besonders beliebt ist auch die im Pfarrzentrum integrierte Bibliothek, die dreimal pro Woche geöffnet hat. „Wir freuen uns, dass wir einen so vielseitigen Pfarrer haben, der auch während der Pandemie viele Ideen hatte, um den Zugang und die Verbundenheit zu den Menschen nicht zu verlieren“, sagt Anita Wurmsdobler. (Mehr zu Pfarrer Walter Miggisch auf Seite 6.)

Eggerding Es ist vor allem einer Person zu verdanken, dass Eggerding eine so moderne und aufgeschlossene Pfarre ist: dem langjährigen, ehrenamtlichen Pfarrassistenten Johann Wimmer, der eine zentrale Rolle einnahm und als Wortgottesdienstleiter und Diakon weiterhin sehr präsent ist Er bemüht sich bis heute stets um die Kinder- und Jugendarbeit, aber auch um die seelsorgerischen Tätigkeiten wie Taufen, Eheschließungen und Begräbnisse. „Wir sind es gewöhnt, Verantwortung in der Pfarrkirche Eggerding. PfarrproPfarre zu tragen“, sagt Josef Einvisor: Erwin Kalteis WIKIPEDIA/BWAG böck, Pfarrgemeinderatsobmann. Bereits vor zehn Jahren wurde ein Seelsorgeteam für Eggerding installiert. Die Kirche und das Pfarrzentrum sind in einem sehenswerten Zustand. Seit September 2018 gibt es zur Freude aller Eggerdinger den neuen Chor eCanto, der aus Spitzensängerinnen und -sängern aus der Pfarre Eggerding besteht und von Johannes Weilhartner geleitet wird. Eggerding verfügt über eine sehr aktive Frauen- und Männerbewegung sowie ein gut funktionierendes Bildungswerk. Auch die Kinderkirche zählt zu den sehr erfolgreichen Projekten. „Für die bevorstehende Kirchenreform sind wir gut gewappnet, da wieder zwei neue SST-Mitglieder für die Pfarrarbeit zur Verfügung stehen“, sagt Josef Einböck.

Das Pfarrzentrum von St. Willibald. Pfarrer: Walter Miggisch PFARRE

Altschwendt Altschwendt umfasst zehn kleine Ortschaften und hat aktuell 718 Einwohner/innen. Der außerordentliche Zusammenhalt zeichnet die Gemeinschaft der Pfarre aus. Die kleine Pfarrgemeinde ist sehr stolz auf ihre große Ministrant/innenschar. Beachtlich ist auch, dass es zwei Chöre in der Pfarre gibt. Berühmt sind die beiden Weihnachtsfenster in der Pfarrkirche Altschwendt, die 1914 in der Oberösterreichischen Glasmalerei in Linz entstanden sind und die Anbetung der Hirten und die Anbetung der Könige zeigen. Das fröhliche Treiben bringt sowohl beim Pfarrgschnas als auch beim Pfarrfest viele Menschen zusammen. Die Herausforderungen der Coronazeit hat die Pfarre Altschwendt gut gemeistert: zum Beispiel mit Messen im Freien und Videos, die zu religiösen Fes- Kirche Altschwendt. Pfarrer: ten oder Anlässen gedreht und Walter Miggisch PFARRE verschickt wurden. Außerdem gab es kleine Aufmerksamkeiten an jeder Haustür durch die Pfarre. Als Chance und Herausforderung zugleich sieht die Pfarre Altschwendt die Jugendarbeit und die Erreichbarkeit der Zugezogenen.


12 Dekanat Andorf

3. November 2022

KirchenZeitung Diözese Linz

Ermin mit CaritasMitarbeiter Markus Scherrer beim Pflegen des Gartens der Caritas-Werkstätte. CARITAS

Caritas-Werkstätte Andorf

„Eine Gemeinschaft, die einen Menschen zum Aufblühen bringt“ Als Ermin (20) im Sommer 2021 erstmals in die Caritas-Werkstätte für Menschen mit Beeinträchtigungen nach Andorf kam, war er schüchtern, zurückhaltend und still. Das hat sich grundlegend geändert.

Erwin Fischer berichtet: „Ermin probierte verschiedene Arbeiten aus: in und rund um die Schule oder im Freibad. Es war nicht zu übersehen, wie viel Spaß er an den Tätigkeiten hatte.“

mit denen er auch in der Freizeit Kontakt pflegt. Das Gefühl, von einer Gemeinschaft angenommen und aufgenommen worden zu sein, hat bei dem jungen Mann innerhalb kürzester Zeit eine bemerkenswert positive Verwandlung bewirkt.

Vor zwei Jahren ist Ermin mit seinen Eltern von Bosnien nach Österreich gezogen. Ein Jahr später bekam er einen Arbeitsplatz in der Caritas-Werkstätte. Dort stellten die geschulten Caritas-Mitarbeiter/innen schnell fest: Trotz Lernschwäche und fehlender Sprachkenntnisse steckt viel Potenzial in dem jungen Mann. Sonja Goldberger, Teamleiterin der Werkstätte Andorf, erzählt: „Ermin ist auf einem kleinen Bauernhof aufgewachsen. Das merkt man, er ist handwerklich sehr geschickt und ‚sieht die Arbeit‘ – egal ob es Laub rechen oder Rasen mähen ist.“ Die Caritas-Mitarbeiter/innen hatten deshalb die Idee, bei der Gemeinde zu fragen, ob dort ein Helfer gebraucht würde. Rückenwind bekamen sie dabei von Johann Litzlbauer, der sich ehrenamtlich für die Werkstatt engagiert und gute Kontakte zu Bürgermeister Karl Buchinger pflegt. Dieser zeigte sich der Idee gegenüber offen und wollte dem jungen Mann eine Chance geben. Gemeindemitarbeiter/innen und Bademeister Erwin Fischer nahmen sich seiner an. Im Juni konnte Ermin an zwei Tagen pro Woche mit der Probearbeit starten.

Wortschatz vergrößern. Mit Begeisterung jätete Ermin Unkraut und half bei der Grünraumpflege mit. Am liebsten arbeitete er mit Maschinen wie der Kehrmaschine im Freibad oder dem Rasenmäher. An den restlichen Wochentagen wird Ermin weiterhin in der Werkstätte begleitet, wo unter anderem fleißig der Abbau der Sprachbarriere trainiert wird. Teamleiterin Sonja Goldberger erklärt augenzwinkernd: „Er sagt meistens zu allem nur ‚Ja, ja‘. Das soll sich ändern.“ Deshalb übt das Team mit Wörterbuch und Google-Übersetzer am Handy, damit sich ­ sein Deutsch-Wortschatz vergrößert. Doch sein „gebrochenes Deutsch“ tut der Beliebtheit von Ermin in der Werkstatt-Gruppe keinen Abbruch. „Er ist freundlich, höflich, sehr aufmerksam und hilfsbereit – er erfüllt alle Aufgaben, die man ihm überträgt“, erzählt Sonja Goldberger. „Außerdem ist er sehr sportlich, er ist ein extrem schneller Läufer, spielt mit anderen im Garten Fußball und nimmt auch an anderen Bewegungsangeboten teil. Er mag es, sich auszupowern.“ Für die Werkstatt-Leiterin ist es am schönsten, zu sehen, dass Ermin in der Werkstatt zum ersten Mal Freund/innen gefunden hat,

MARIA KNAPP

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Angebote im Dekanat Andorf für beeinträchtigte Menschen Caritas-Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen im Dekanat Andorf sind: u Werkstätte Andorf: insgesamt 34 Menschen mit Beeinträchtigungen in einer technisch-kreativen Gruppe, zwei AktivGruppen (hoher ­Unterstützungsbedarf), in der Integrativen Beschäftigung beim örtlichen Spar-Markt und bei der EV Group St. Florian am Inn. u invita-Wohnhaus in Mitterndorf/ Diersbach, wo acht Menschen eine psychosoziale Begleitung erhalten u Wohnverbund Andorf: Wohnen für 28 Erwachsene und Senior/innen mit Beeinträchtigungen


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Dekanat Andorf 13

3. November 2022

„Zusammenleben geht nur im Gespräch“ „Die Botschaft Jesu und die Begegnung mit dem Fremden“ war Inhalt des Projekts „Brücken bauen“, welches gemeinsam von den Dekanaten Andorf und Schärding durchgeführt wurde. Projektleiter Martin Brait erzählt von Herausforderungen und Erfolgen. ANDREA MAYER-EDOLOEYI

„Funktionierendes Zusammenleben geht nur, wenn man im Gespräch bleibt“, erklärt Martin Brait seine Motivation, sich für Menschen anderer Religionen und für ­Geflüchtete zu engagieren. Er leitete das Projekt „Brücken bauen“ die letzten sechs Jahre; seit Kurzem ist der Theologe Pastoralvorstand für die Pionierpfarre Schärding. Sein Zugang ist so verbindend wie pragmatisch: „Es ist Realität, dass Muslime in unserem ­Bezirk leben“ und „Der Staat hat die Schutzwürdigkeit von Geflüchteten entschieden – wir müssen etwas tun, dass das Miteinander vor Ort gelingt.“ Das ist auch sein Appell an die politisch Verantwortlichen, die ihm oft zu zögerlich sind und Migrant/innen lieber woanders als im eigenen Ort sehen. Freie Religionsausübung. Hier konnten Pfarren während des Hochs der Corona-Pandemie „aushelfen“: Muslim/innen brauchten dringend einen Raum für das Freitagsgebet. Die Pfarren Zell an der Pram und Andorf stellten den Pfarrsaal zur Verfügung. Zwischenzeitlich wurde für die Religionsausübung der Muslim/innen ein anderer Raum im Familienzentrum Schärding gefunden. Doch der Islamische Kulturverein bräuchte auch Platz für Treffen zum Austausch unter-

„Brücken bauen“: Das Verbindende und das Gemeinsame aller Menschen stellten ein Lichterweg und Friedensgebete am Schärdinger Stadtplatz dar. BRAIDT

einander und für Nachhilfeunterricht für die Kinder. „Das Grundproblem eines Raums für die Muslime im Bezirk ist nicht gelöst“, weiß Martin Brait. Gemeinsam mit Freiwilligen entstanden in den letzten Jahren verschiedene weitere Aktivitäten in Solidarität mit Menschen auf der Flucht. „Wir können doch Menschen am Rand nicht im Regen stehen lassen“, sagt der Theologe und weiter: „Der Monopolanspruch des Christentums ist seit dem II. Vatikanischen Konzil vorbei. Heute geht es darum, dass das Gemeinsame der Religionen wertvoll ist.“ Für Frieden ... Die Antwort auf den Krieg in der Ukraine war ein Lichterlabyrinth auf dem Schärdinger Stadtplatz unter dem ­Motto „Geh mit für den Frieden“. Zudem

wurden Sachspenden für Geflüchtete aus der Ukraine gesammelt und der „Sommer des Respekts“ gemeinsam mit Künstler/innen organisiert. Schon in den Vorjahren hatten interreligiöse Gebete in der Bezirkshauptstadt stattgefunden. ... und Menschenrechte. Regionale Künstler/innen waren auch bei den „Wochenenden für Moria“ eingebunden. Hier ging es um eine menschenwürdige Behandlung von Geflücheten an den Außengrenzen der EU, insbesondere die Forderung nach der Aufnahme von Kindern in Österreich. Auch mehrere Pfarren des Bezirks Schärding beteiligten sich an den „Wochenenden für ­Moria“ und stellten ein Zelt auf. Sie luden die Menschen ein, sich zu informieren und Briefe an Politiker/innen zu schreiben.

„Brücken bauen“ konkret: Beim „Sommer des Respekts“ stand der lebendige Austausch im Mittelpunkt. Raum fürs Gebet fand sich für Muslim/ innen im Pfarrsaal Zell an der Pram. Begegnung der Religionen passierte in der koptisch-orthodoxen Kirche in Wernstein. KOLLER/KULTURVEREIN/AZER

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14 Kirche in Oberösterreich

3. November 2022

KirchenZeitung Diözese Linz

Das Seelsorgeteam in Raab. Vordere Reihe: Pfarrassistentin Katharina Samhaber, Bettina Eder. Hintere Reihe: Marianne Mayr, Christine Wambacher, Pfarrmoderator Walter Miggisch, Angela Schwaiger und Rosina Augustin. PFARRE

Das Seelsorgeteam in der Pfarre Raab

„Im Team ist man nie allein“ Ein wichtiger Schritt für die neuen Pfarrstrukturen der Diözese Linz ist die Errichtung eines Seelsorgeteams in allen Pfarren, also den künftigen Pfarrteilgemeinden. In Raab wurde dieser Schritt Anfang Oktober umgesetzt. „Wir haben schon in der vorhergehenden Periode des Pfarrgemeinderats Leute dafür gesucht. Nun haben wir die Ausbildung abgeschlossen und ein sehr gutes Team gebildet“, sagt Bettina Eder. Sie ist einerseits Sprecherin des Seelsorgeteams und andererseits Obfrau des Pfarrgemeinderats. Die Institution der Seelsorgeteams wurde in der Diözese Linz bereits vor zwanzig Jahren eingeführt und sie ist derzeit in 71 Pfarrgemeinden installiert. In diesen Teams übernehmen verschiedene, meist ehrenamtlich tätige Personen Grundvollzüge der Kirche in eigener Verantwortung: Liturgie, Caritas, Verkündigung und Gemeinschaft. Gemeinschaft. Bettina Eder ist für Gemeinschaft zuständig. „Einerseits waren die anderen Bereiche bereits gut abgedeckt, andererseits passt diese Aufgabe auch für mich. Ich bin gerne mit Menschen im Gespräch“, sagt sie. Eder ist bereits in der dritten Periode im Pfarrgemeinderat tätig, nun zum ersten Mal als PGRObfrau. Als Sprecherin des Seelsorgeteams ist sie noch einmal in besonderer Weise das „Gesicht der Kirche“ vor Ort. „Zuerst war der Gedanke ein bisschen schwierig für mich. Aber das gehört einfach dazu und wir sind ein Team, das in der Pfarre schon länger freundschaftlich zusammenarbeitet. Da ist man nie allein.“ Was alles mit den einzelnen Aufgaben verbunden ist, habe sie zunächst überrascht, erzählt Eder. „Am Anfang habe ich mir gedacht, da wird ein wichtiger Bereich der Pfarre auf die Ehrenamtlichen abgewälzt. Aber ich habe gesehen,

dass es einfach notwendig ist: Das Seelsorgeteam ist eine Chance für die Pfarrgemeinde, ihre Selbstständigkeit auch in der neuen Struktur zu bewahren. Das Pfarrleben kann weitergehen. Wir können unsere altbewährten Traditionen bewahren, aber auch Neues beginnen, wenn es nötig ist. Vielleicht ist es sogar ein Weg in eine größere Selbständigkeit, als das bisher der Fall war“, sagt die PGR-Obfrau. Sie selbst hat ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der Pfarre begonnen, als ihre Kinder noch jünger waren und sie bei der Kinderliturgie mitgewirkt hat. Das Aufgabenfeld hat sich über de Ministrant/innenarbeit, die Katholische Frauenbewegung und im Pfarrgemeinderat erweitert. Eingesetzt wurde das Seelsorgeteam heuer beim Erntedankfest. Für Liturgie ist Rosina Augustin zuständig, die karitativen Aufgaben teilen sich Angela Schwaiger und Marianne Mayr. Pfarrassistentin Katharina Samhaber zeichnet für die Verkündigung verantwortlich. „Wir waren zwar schon vorher am Arbeiten, aber ab jetzt gilt’s“, sagt Bettina Eder. HEINZ NIEDERLEITNER

IMPRESSUM KirchenZeitung Diözese Linz. Sonderausgabe in Zusammen-

arbeit mit der Leitung des Dekanates Braunau. Medieninhaberin: Diözese Linz. Herausgeber: Willi Vieböck. Chefredakteur: Heinz Niederleitner. Redaktion der Sonderausgabe: Paul Stütz. Geschäftsführer: Reinhold Hofstetter. Adresse: Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz. Tel. 0732 76 10-39 44, Fax: 0732 76 10-39 39. E-Mail: office@ kirchenzeitung.at. DVR: 0029874/10770 Hersteller: OÖN Druckzentrum GesmbH & Co KG, Medienpark 1, 4061 Pasching. Verlagsort: Linz.


KirchenZeitung Diözese Linz

Dekanat Andorf 15

3. November 2022

Verantwortung für die Leitung der Pfarrgemeinde übernehmen!

Eine Chance zur Gestaltung der Kirche Um klare Zuständigkeiten festzulegen und die Leitung von Pfarrgemeinden vor Ort sicherzustellen, geht die Leitung in Pfarrgemeinden in Zukunft auf Seelsorgeteams über. Die Verantwortung wird in der Pfarrgemeindeleitung künftig verstärkt auf mehrere Schultern verteilt. Denn das Organisationsmodell der neuen Struktur von Pfarre und Pfarrgemeinde sieht vor, dass die Leitung des Pfarrgemeinderates und der Pfarrgemeinde von einem Team übernommen wird. Für diese Seelsorgeteams finden sich idealerweise vier Personen, die für die vier Grundfunktionen von Kirche die Leitung übernehmen: Verkündigung, gemeinsames Feiern von Gottesdiensten, der Dienst an den Nächsten und die Gemeinschaft. Findung der Teams. Dieses Leitungsteam wird ergänzt durch die verantwortliche Person für die Finanzen und je nach Größe der Pfarrgemeinde durch die hauptamtliche Be-

zugsperson. Die Suche nach diesen Verantwortlichen (Team­ entwicklung) wird vom Pfarrgemeinderat vorgenommen und bei Bedarf durch Begleiter/innen zur Findung der Seelsorgeteams ­unterstützt. Das notwendige Know-how zur Erfüllung dieser Leitungsaufgaben wird begleitend durch verschiedene Schulungsmodule vermittelt. Die Beauftragung für die Tätigkeit im Seelsorgeteam findet nach dem ersten Ausbildungsmodul durch die zuständigen Pfarrer bzw. Vorständ/innen statt. Lebendige Kirche. „Ich darf alle Engagierten und Interessierten in den Pfarrgemeinden bitten, sich aktiv an der Team­ entwicklung zu beteiligen. Es gilt, die Aufgabenstellungen zu verbreiten, die Chance der Gestaltung von Kirche aktiv aufzugreifen, Personen zu benennen oder sich selbst ins Spiel zu bringen. Danke allen, die Kirche leben und lebendig halten!“, sagt Martin Schachinger, Leiter der Stabstelle Pfarrstruktur.

ZUR SACHE Das Dekanat Andorf ist im Herbst in das Vorbereitungsjahr für die Umstellung in die neue Struktur gestartet. Es gilt, in den nächsten Monaten in allen Pfarrgemeinderäten, aber auch gemeinsam im Dekanat verstärkt darauf zu schauen, was es alles gibt, wer aller aktiv ist, was gut oder weniger gut gelingt. Gemeinsam sollen Schwerpunkte gesetzt werden und so das Dekanat als gemeinsamer pastoraler Handlungsraum für Seelsorge und auch in der Verwaltung entwickelt werden. Das Dekanat wird dann in gut einem Jahr zur gemeinsamen Pfarre mit Pfarrgemeinden fusioniert und durch ein Pastoralkonzept die erforderlichen Schritte in die Zukunft gehen. Kontakt: Mag. Martin Schachinger, Leiter der Stabstelle Pfarrstruktur E-Mail: pfarrstruktur@dioezese-linz.at

Oberösterreich hat mehr als

2500

Kirchen und pfarrliche Bauten.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Wir sorgen für den Erhalt dieser Glaubensorte und Kulturdenkmäler. Danke für Ihren Kirchenbeitrag!

Pfarrkirche Taufkirchen an der Pram (Foto: Thomas Markowetz)


Termine der Visitation Bischof Manfred Scheuer, Generalvikar Severin Lederhilger, Bischofsvikar Willi Vieböck und Brigitte Gruber-Aichberger besuchen das Dekanat Andorf. Hier finden Sie ausgewählte Termine der Visitation. Sonntag, 13. November 2022 8.30 Uhr, Taufkirchen/Pram, Gottesdienst mit Generalvikar Severin Lederhilger 9 Uhr, Diersbach, Gottesdienst mit Bischof Manfred Scheuer 9 Uhr, Raab, Gottesdienst mit Bischofsvikar Willi Vieböck 9.30, St. Willibald, Gottesdienst mit Brigitte Gruber-Aichberger Nach diesen Gottesdiensten gibt es jeweils die Möglichkeit zur Begegnung bei Pfarrcafé und Frühschoppen 14.30 Uhr, Raab, Treffpunkt Maria-Bründl-Kirche, Wanderung über Kellergröppe zur Pfarrkirche, Andacht in der Pfarrkirche Montag, 14. November 2022 19 Uhr, Sigharting, Treffen der Caritas-Teams mit Bischofsvikar Willi Vieböck und Brigitte Gruber-Aichberger 19.30 Uhr, St. Willibald, KBWTreffen mit Bischof Manfred Scheuer 19.30 Uhr, Enzenkirchen, Treffen der Kirchenmusiker mit Generalvikar Severin Lederhilger

Dienstag, 15. November 2022 8 Uhr, Andorf, Gottesdienst mit Bischof Manfred Scheuer 8 Uhr, Diersbach, Gottesdienst mit Generalvikar Severin Lederhilger, im Anschluss Treffen mit Mesner/innen und Kirchenpfleger/innen 19 Uhr, Andorf, kfb-Wanderung, Treffpunkt Riedkirche 19 Uhr Kopfing, Gottesdienst mit Generalvikar Severin Lederhilger 19.30, Eggerding, Treffen der Seelsorgeteams mit Willi Vieböck und Brigitte GruberAichberger Mittwoch, 16. November 2022 7.30 Uhr, Sigharting, Gottesdienst mit Generalvikar Lederhilger 14 Uhr, Altschwendt, Senioreneinkehrtag in Kirche und Gasthaus mit Bischof Manfred Scheuer 14 Uhr, Andorf, Landwirtschaftliche Fachschule, Treffen von Landwirten aus der Region mit Bischofsvikar Willi Vieböck und Brigitte Gruber-Aichberger 19.30 Uhr, Diersbach, KMB-

Treffen im Pfarrrheim mit ­Bischof Manfred Scheuer Donnerstag, 17. November 2022 8 Uhr, Diersbach, Besuch des Bischofs in Kindergarten und Volksschule Im Anschluss Seniorengottesdienst mit Bischof Manfred Scheuer 9 Uhr, HTL Andorf, Begegnung mit Willi Vieböck und Brigitte Gruber-Aichberger Freitag, 18. November 2022 8 Uhr, Rainbach, Gottesdienst mit Generalvikar Severin Lederhilger 10 Uhr, Raab, Mittelschule, Begegnung mit Generalvikar Severin Lederhilger 16 Uhr, Andorf, Treffen der Ministrant/innen und der Katholischen Jungschar mit Brigitte Gruber-Aichberger Samstag, 19. November 2022 7.30 Uhr, Taufkirchen, Gottesdienst mit Bischofsvikar Willi Vieböck 8 Uhr, Enzenkirchen, Gottesdienst mit Generalvikar Severin Lederhilger 8 Uhr, Kopfing, Gottesdienst mit Bischof Manfred Scheuer 16 Uhr, Sigharting, ­Adventmarkt im Schloss

S­ igharting, Begegnung mit ­Bischof Manfred Scheuer 19.30 Uhr, Sigharting, Gottes­ dienst mit Bischof Manfred Scheuer 19.30 Uhr, Zell an der Pram, Jugendgottesdienst mit Generalvikar Severin Lederhilger Sonntag, 20. November 2022 10 Uhr, Sporthalle Andorf, Schlussgottesdienst und Dekanatsfest mit Mittagstisch mit dem gesamten Visitationsteam

Sprechstunden Wer ein persönliches Anliegen hat, kann Bischof Manfred Scheuer in Kopfing, Generalvikar Severin Lederhilger in Andorf und Bischofsvikar Willi Vieböck in Altschwendt zum Einzelgespräch treffen. Sie stehen dazu jeweils am Sa., 19. November, von 10 bis 12.30 Uhr zur Verfügung. Für die Sprechstunden ist eine Anmeldung erforderlich unter johannes.weilhartner@dioezeselinz.at bzw. Tel. 0676/8776-5551.

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