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KIRCHE IN NOT
Nr. 7 · Oktober 2022
„Der Priester ist der Ärmste der Menschen, wenn Jesus ihn nicht durch seine Armut reich macht; er ist der nutzloseste Knecht, wenn Jesus ihn nicht Freund nennt, er ist der Hilfloseste der Christen, wenn der Gute Hirt ihn nicht inmitten der Herde stärkt.“ Papst Franziskus, Predigt, Chrisam-Messe, 17. April 2014 Ein neugeweihter ukrainischer Priester bei seiner ersten heiligen Messe.
wenn ein Priester über das Priestersein schreibt, muss er – vor allem in unserer Zeit – damit rechnen, dass ihm Misstrauen, Abneigung, ja sogar Verachtung, Aggression oder, im besseren Fall, Ironie entgegengebracht werden. In der öffentlichen Meinung wird das Priestertum oft gebrandmarkt und als eine Machtmaschinerie verspottet, eine Behinderung des Fortschritts und ein Nest der Missbrauchstäter. Ja, der Priester kann seine Berufung verraten und ein gewaltiges Ärgernis, sogar eine Schande für die Kirche werden. Und dennoch hat Gott ihn erwählt, Mittler zwischen Himmel und Erde zu sein. Der Priester ist das „Projekt“ Gottes für das Heil der Welt, das mit nichts und von niemand anderem ersetzt werden kann. Es ist Gott, der den Berufenen berührt und seine Hand auf ihn legt, damit er dann seinerseits Gott für die Menschen berührbar macht. „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt ...“ (Joh 15,16). Deshalb hat der Priester auch nicht seine eigenen Pläne zu verwirklichen oder gar seine eigene Karriere zu machen. Er hat seine ganze Existenz Christus übereignet und muss die
Worte seines Meisters verkünden. Das ist die tiefste und einfachste Realität der Priesterberufung.
Liebe Freunde, die Unterstützung der Priester gehört zu den wichtigsten „Projekten“ von KIRCHE IN NOT. Es ist ein „Projekt“ der Sünder für die Sünder, um die Welt zu „entDer Priester muss den Mut haben, die einfa- sündigen“ und sie mit der Liebe Gottes in Beche Realität des Glaubens ohne Umwege und rührung zu bringen. Deshalb brauchen die Ausreden in diese Welt hineinzurufen. Die Priester Euer Gebet, Euren Glauben und Eure Gegenwart Gottes bringt das Licht in die Her- Hilfe. In diesem Sinne wandte sich der heilige zen der Menschen und die Reinigung des Ge- John Henry Newman im Namen der Priester wissens. Die eigentliche Last und Krankheit an die Gläubigen: „Wir sind keine Engel vom Himmel, die zu euch sprechen, son„Der Priester ist das ‚Projekt‘ dern Menschen, die die Gnade, und Gottes für das Heil der Welt, nur die Gnade, dazu gebracht hat, sich von euch zu unterscheiden … So das mit nichts ersetzt vergesst nun nicht diejenigen, die Diener eurer Versöhnung sind; und werden kann.“ wie sie euch jetzt bitten, euren Frieunserer Zeit ist doch gerade das Verstummen den mit Gott zu machen, so bittet ihr, wenn des Gewissens. Wo die Sünde nicht mehr als ihr versöhnt seid, für sie, dass sie die große Sünde erkannt wird, bleibt der Weg zur Hei- Gabe der Beharrlichkeit erlangen, dass sie in lung verschlossen. Für die Seele ist es lebens- der Gnade bleiben, in der sie jetzt zu stehen bedrohend, wenn wir uns der Sünde nicht glauben, damit sie nicht, nachdem sie andemehr bewusst sind, sie nicht mehr reinigen ren gepredigt haben, vielleicht selbst verworund sühnen. Der Priester hat vor allem den fen werden.“ Auftrag, in der Beichte und in der heiligen Messe als Stellvertreter Christi die Sünde der Es segnet Euch Euer Welt abzutragen. Deshalb muss sich der Priester auch selbst heiligen. Das reine Herz öffnet uns dann den Zugang zu der Heiligen Eucharistie, in der das ganze Leben Gottes P. Martin Maria Barta eingeschlossen ist. Geistlicher Assistent 1