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«Tanzt!» - Abokonzert Kammerorchester Basel | Abendprogramm

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TANZT!

Fr 13.3.2026 – 19.30 Uhr, Don Bosco

Bomsori Kim Violine
Baptiste Lopez Violine und Leitung
Mike Svoboda Leitung Svoboda

Wir danken unseren Partnerinnen und Partnern

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Mit freundlicher Unterstützung von:

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Das Team von Soup&Chill bedient Sie in der Pause mit Getränken.

Die Bezahlung erfolgt auf Spendenbasis. Soup&Chill ist eine Wärmestube in Basel, Infos dazu finden Sie hier:

Das Kammerorchester Basel ist mit diesem Programm auf Tournee:

9.3.2026 Zürich, Tonhalle

11.3.2026 Visp, Kultur- und Kongresszentrum La Poste

27.3.2026 Liège, Salle Philharmonique

13.3.2026 – 19.30 Uhr Don Bosco

Basel

Igor Strawinsky (1882 – 1971)

Danses Concertantes

I. Marche. Introduction

II. Pas d'action

III. Thème varié

IV. Pas de deux

V. Marche. Conclusion 20'

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)

Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 in A-Dur, KV 219

I. Allegro aperto

II. Adagio

III. Rondeau. Tempo di Menuetto

IV. Allegro

Camille Saint-Saëns (1835 – 1921)

Introduction und Rondo capriccioso, op. 28

Wolfgang Amadeus Mozart

Sinfonie Nr. 31 in D-Dur «Pariser Sinfonie», KV 297

I. Allegro assai

II. Andante

III. Allegro

Mike Svoboda (*1960)

«Pas de deux» für Orchester (Kompositionsauftrag, UA)

I. Entrée

II. Adagio

III. Variations

IV. Coda

Konzertende ca. 21.40 Uhr

Besetzung

Bomsori Kim Violine

Baptiste Lopez Violine und Leitung

Mike Svoboda Leitung Svoboda

Kammerorchester Basel

Flöte

Isabelle Schnöller

Regula Bernath

Oboe

Anna Štrbová

Francesco Capraro

Klarinette

Markus Niederhauser

Etele Dosa

Fagott

Federico Loy

Matteo Severi

Horn

Konstantin Timokhine

Mark Gebhart

Trompete

Simon Lilly

Jan Wollmann

Posaune

Mike Svoboda

Violine 1

Baptiste Lopez*

Regula Schwaar

Mathias Weibel*

Annina Woehrle

Mirjam SteymansBrenner

Laia Azcona Morist

Violine 2

Anna Troxler*

Eva Miribung *

Regula Schär

Tamás Vásárhelyi*

Elisabeth Kohler*

Viola

Mariana Doughty

Bodo Friedrich

Stefano Mariani

Carlos Vallés García

Violoncello

Rebecca Krieg

Georg Dettweiler

Hristo Kouzmanov

Kontrabass

Stefan Preyer

Peter Pudil

Pauken

Alex Wäber

*Violinen Strawinsky

Stand 18.2.2026, Änderungen vorbehalten

Die ausführlichen Biografien der Künstler:innen und des Kammerorchester Basel lesen Sie auf unserer Website: Die Recherche für die Kurzbiografien ab S. 17 entstanden mit Hilfe von KI (perplexity.ai).

Einfache Sprache

Das Programm in einfacher Sprache

Sie hören heute verschiedene Stücke zum Thema Tanz.

Igor Strawinsky: Danses Concertantes

Strawinsky hat sehr viel Musik fürs Ballett geschrieben.

Die Danses Concertantes, die konzertanten Tänze, sind aber ein Orchesterwerk.

Trotzdem wurde auch dieses Stück fürs Ballett verwendet.

Strawinsky schafft es, eine sehr tänzerische Musik zu schreiben.

Der Marsch am Anfang ist klar strukturiert.

Die Instrumente verkörpern den Einzug der Tänzer:innen.

Camille Saint-Saëns: Introduction und Rondo capriccioso

Dieses Stück für Violine und Orchester gehörte zum ersten Violinkonzert von Saint-Saëns.

Es wurde so beliebt, dass es allein veröffentlicht wurde.

Es war also nicht Teil des Violinkonzerts.

Die Musik ist tänzerisch.

Deshalb verwendete der japanischen Eiskunstläufer Yuzuru Hanyu 2021 die Musik in seinem Programm bei den olympischen Spielen.

Mike Svoboda: Pas de deux

Im Mittelpunkt dieses Stücks steht der Kontrabass.

Er gibt den Musiker:innen den Puls vor.

In dieser Musik tanzen Solovioline und Solocello miteinander.

Am Ende kommt es zu einem wilden Tanz.

Auf Seite 11 wird erklärt, was ein Pas de deux ist.

Das Kammerorchester Basel setzt sich für eine inklusive Gesellschaft ein. Ein Text in einfacher Sprache ist Teil davon.

Tanzt!

Die Aufforderung zum Tanzen findet nicht nur auf der Tanzfläche statt. Ein rhythmischer Impuls, ein leichtfüssiger oder virtuoser Charakter genügen, um die Vorstellungskraft in Bewegung zu setzen. In unterschiedlichen Epochen, Stilen und ästhetischen Welten verbirgt sich ein gemeinsamer Impuls: Musik, die Bewegung nicht nur beschreibt, sondern hervorruft, nicht nur auf der Tanzfläche, sondern auch im Konzertsaal. Musik, die Publikum wie Musiker:innen, manchmal subtil, manchmal offensichtlich zum Tanz inspiriert. Was damals klang, hallt bis heute nach: Auch Kompositionen unserer Gegenwart knüpfen an die Idee des tänzerischen Dialogs an und eröffnen neue Wege, wie ein musikalischer «Pas de deux» ungeahnte Perspektiven auf das Zusammenspiel von Klang und Körper entstehen lassen kann.

Eine choreografische Einladung

Die «Danses concertantes» schrieb Strawinsky 1941/42 als Auftrag für ein Unterhaltungsorchester in Kalifornien, dem Werner Janssen Symphony Orchestra. Dass das Werk eine eigentliche Aufforderung zum Tanz ist, zeigt sich nicht nur in dessen Titel, sondern auch in seiner Struktur. So entstand nur zwei Jahre nach der Uraufführung eine legendäre Choreografie von Georg Balanchine für die Ballets Russe de Monte-Carlo im heutigen New Yorker City Center.

New York City Ballet in Amsterdam, Georg Balanchine 1965, Ron Kroon/Anefo, CC0 © wikimedia commons

Als graziöse Tänze im Stil des Neoklassizismus streben die «Danses concertantes» nach klaren formalen Strukturen und bilden mit ihren fünf Teilen geradezu eine Grundlage für eine Bühnenaufführung: So bittet der beginnende «Marche. Introduction» die Tänzer:innen auf die Bühne. Der erste Zwischensatz «Pas d’Action» weist schon durch seinen Titel auf die Ballettszene hin, die die Handlung vorantreibt. Im Mittelteil «Thème varié» wird die Handlung durch die vier Solovariationen weitergeführt, langsam beginnend mit dem Drang zum Drama, aber auch einer immer wiederkehrenden Leichtigkeit und Sprunghaftigkeit durch alle Register hindurch. Der Höhepunkt bildet der zweite Zwischensatz, der «Pas de Deux», das Duett von Primaballerina und erstem Tänzer. Dabei tritt die Musik selbst in einen dialogischen, bewegten Austausch. Oboe und Klarinette entfalten im «Pas de Deux» ein feinsinniges tänzerisches Zwiegespräch, in dem die schlanke Oboe die Primaballerina verkörpert, während die warm bewegliche Klarinette als ihr kraftvoller Partner an ihrer Seite erscheint. Das übrige Orchester bildet dabei die Bühne und umspielt mit markanten Akzenten und federndem Untergrund die tänzerischen Bewegungen der beiden Solotänzer. Der kurze abschliessende «Marche. Conclusion» lässt die Tänzer:innen schlussendlich wieder beschwingt abtreten. Mit ihren markanten Rhythmen sowie abrupten und überraschenden Einwürfen erzählen die «Danses concertantes» nicht nur eine Geschichte, sondern zeigen sich als eine choreografische Einladung, mitzutanzen und der Bewegung zu folgen, sei es nur in Gedanken oder mit dem gesamten Körper.

Ballettmusik im türkischen Stil

Mozarts fünf Violinkonzerte entstanden von 1773 bis 1775 in Salzburg, geprägt von seiner Tätigkeit als Konzertmeister und seinen Reiseerfahrungen. Erst posthum veröffentlicht, gehören sie heute zum Standardrepertoire. Das Violinkonzert in A-Dur KV 219 hebt sich innerhalb der fünf Konzerte als das prunkvollste, anspruchsvollste, längste und melodisch einprägsamste Konzert ab. Kurz vor Weihnachten 1775 beendete Mozart das Werk, in einer Zeit, in der sich wohl die Chance für eine besonders eindrucksvolle Aufführung ergeben hat. Von Anfang an trägt das Konzert eine tänzerische Energie in sich: Der erste Satz pulsiert vor Spannung, doch im Finale entfaltet sich die eigentliche Tanzlust. Das Rondo beginnt als elegantes Menuett, das die Solovioline immer lebhafter in Bewegung setzt. Dann bricht ein wilder, rhythmisch scharf

auf Seite

WISSEN IN DER MITTE

Das Kammerorchester Basel probt viel und spielt oft.

Hör-Impuls

Strawinsky entfaltet gleich zu Beginn der «Danses concertantes» mit einer markanten Geste eine Mischung aus spielerischer Schärfe, Eleganz und feiner Ironie. Die Motive springen wie Funken zwischen den Instrumenten und erzeugen eine unmittelbare, gespannte Aufmerksamkeit. Wer sich auf diesen Moment einlässt, wird direkt in die tänzerisch vibrierende Welt der «Danses concertantes» hineingezogen.

Zum Hörbeispiel

Neben dem Hörbeispiel ist auch dieses Programmheft über den QR-Code abrufbar.

Das Kammerorchester Basel ist mehr als ein Orchester.

MITTE

Pas de deux im klassischen Ballett

Der Pas de deux, aus dem Französischen «Tanz zu zweit», ist ein Tanzduett in einem Ballett für eine Solotänzerin und einen Solotänzer und oft der Höhepunkt. Der Pas de deux ist romantisch oder dramatisch ohne eine feste Struktur.

Zusätzlich gibt es den Grand Pas de deux, der einem strengen Aufbau in fünf Teilen folgt: Entrée, der prächtige Einzug der Tänzer:in, Adagio, die elegante Partnerarbeit, Variationen des Mannes mit virtuosen Solosprüngen und Drehungen, Variationen der Frau, ein Ballerina-Solo mit technischen Highlights, und die Coda, ein gemeinsames brillantes Finale.

Französische Romantik (ca. 1820 bis 1900)

In Frankreich ist die Musik der Romantik leidenschaftlich und ausdrucksstark. Wichtig ist die Individualität und Virtuostiät der Musiker:innen, deshalb wird vielfältig orchestriert. Die persönlichen Gefühle, die Naturverbundenheit und die Literatur standen in dieser Zeit im Vordergrund sowohl in Frankreich als auch in Deutschland. In der Spätromantik gab es eine Tendenz zur Programmmusik, also aussermusikalische Themen wie z. B. Geschichten, zu vertonen (C. Saint-Saëns' «Der Karneval der Tiere»).

Der Kammerorchester Basel-Klang

Wir spielen bei den Streichern sowohl die neue Musik als auch die klassischen Werke mit blanken Darmsaiten. Die Werke von Mozart mit klassischen Bögen, wechseln aber zwischendurch auf moderne Bögen. Die Holzbläser sind modern, spielen mit wenig Vibrato und sehr schlank. In diesem Konzert spielen unsere Blechbläser die Werke von Mozart auf originalen Naturinstrumenten, alle anderen Werke werden auf modernen Hörnern und Trompeten gespielt. Wir versuchen immer, uns einem historischen Klang der entsprechenden Werke und des Zeitgeistes so weit wie möglich anzunähern.

Das Kammerorchester Basel macht aus Altem viel Neues.

I. Strawinsky

Danses Concertantes

Besetzung

Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, 2 Hörner, Trompete, Posaune, Streicher, Pauken

Entstehung

1942

Uraufführung

8. Februar 1942 in Los Angeles

Dauer

ca. 20 Minuten

Ausgabe

1942 Associated Music Publishers, Inc. assigned to Schott Musik International, Mainz, renwed 1971

Schott Musik International, Mainz

W. A. Mozart

Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 in A-Dur, KV 297

Besetzung

2 Oboen, 2 Hörner, Streicher

Entstehung

1775

Uraufführung

Während der Weihnachtszeit 1775 in Salzburg

Dauer

ca. 30 Minuten

Ausgabe

1957 und 1983

Bärenreiter-Verlag, Kassel

C. SaintSaëns

Introduction und Rondo capriccioso, op. 28

Besetzung

2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 2 Hörner, 2 Trompeten, Streicher, Pauken

Entstehung

1863

Uraufführung

Wahrscheinlich am

27. April in Paris, Salle Pleyel

Dauer

ca. 10 Minuten

Ausgabe

Breitkopf & Härtel, Wiesbaden und G. Henle Verlag, München

Aufgrund der vielen Werke heute Abend wurde auf dieser Seite eine Auswahl getroffen.

Das Kammerorchester Basel ist selbstständig und eigenständig zugleich.

akzentuierter «türkischer Marsch» hervor, der die tiefen Streicher wie Schlaginstrumente tanzen lässt. Dieser überraschende Einschub verwandelt das Finale in eine regelrechte Aufforderung zum Mitwippen. Wenn das Menuett danach wiederkehrt, wirkt es beinahe so als hätte es selbst einen neuen Tanzschritt gelernt.

Sinfonischer Überraschungseffekt

Nur drei Jahre nach dem Violinkonzert hatte Mozart seinen ersten grossen Auftritt in Paris, wofür er seine «Pariser Sinfonie» KV 297 komponierte. Sein Ziel: das Pariser Publikum begeistern und mit seinem Genie überraschen. Und er traf ins Schwarze. Pompös liebten es die Pariser und so komponierte Mozart seine Sinfonie: er setzte mehr Instrumente als sonst ein. Das erste Mal verwendete er in einer seiner Sinfonien Klarinetten, ergänzt durch Pauken, Trompeten, Flöten, Oboen, Fagotte und Hörner. Mit viel Prunk aber auch überraschenden Wendungen und Kontrasten schaffte er es, das für seine Unaufmerksamkeit bekannte Pariser Publikum in seinen Bann zu ziehen. Einer dieser Überraschungsmomente findet sich zu Beginn des dritten Satzes: anstelle eines im damaligen Paris typischen mit allen Instrumenten beginnenden Allegro, fängt Mozart den dritten Satz lediglich mit im Piano spielenden ersten und zweiten Violinen an, nur um neun Takte später mit einem Forte in allen Instrumenten zu überraschen: «[…] mithin machten die Zuhörer, wie ichs erwartete, beim piano schschsch, dann kam gleich das forte – sie das forte zu hören und die Hände zu klatschen war eins.» Die Pariser Sinfonie ist ein energiegeladenes Werk mit dem Ziel, Furore zu machen und die Herzen des Publikums zum Tanzen zu bringen.

Der Zauberbogen

«Ein Meister der französischen Musik – wohlgemerkt kein französischer Meister der Musik.» Mit dieser Aussage beschrieb der irische Dichter und Musikkritiker Georg Bernard Shaw den Komponisten Camille SaintSaëns. Er dachte dabei an das in den Werken von Saint-Saëns typisch nationale musikalische Etwas, welches vor allem in seinen Virtuosenstücken zu finden ist. So auch in seinem «Introduction et Rondo capriccioso» für Violine und Orchester, welches er für den Violinenvirtuosen Pablo de Sarasate schrieb. 1864 komponiert, wurde es erst 1867 uraufgeführt.

Der leichtlebige Charme und die launenhaften Tanzrhythmen wurden

von Publikum und Kritikern begeistert aufgenommen. Dankbar schrieb Saint-Saëns über seinen Solisten: «Mit seinem Zauberbogen trug Pablo de Sarasate meine Kompositionen in alle Länder […]». Nach der Uraufführung verschwand das Konzert zunächst von den Programmen – bedingt durch Saint-Saëns’ pianistische Karriere und die geringe Aufnahmebereitschaft französischer Konzertgesellschaften für zeitgenössische Werke. Erst mit der Gründung der Société nationale de musique 1871 änderte sich das und in den 1870er- und 1880er-Jahren spielten es immer mehr bedeutende Solisten, so dass es um 1890 zu Saint-Saëns’ beliebtesten Kompositionen zählte. Der Zauber des auf den Saiten tanzenden Bogens lässt bis heute nicht nach. Die Solovioline wirbelt, singt, springt – «eine Art Fantasie-Walzer im spanischen Stil und mit bezaubernder Wirkung», wie es beschrieben wurde, der zugleich charmant und herausfordernd ist, ein funkelnder Dialog zwischen Solist und Orchester. Der tanzende Bogen ruft durch seine mitreissenden Bewegungen das gesamte Orchester dazu auf, der eingängigen Melodie und dem rasendem Tempo zu folgenden. Ein artistisches Feuerwerk, das auch das Publikum nicht unberührt sitzen lässt.

Während Strawinsky, Mozart und Saint-Saëns das Tänzerische in ihrer jeweiligen musikalischen Sprache gestalten, führt Svoboda in seinem «Pas de deux» diesen Gedanken weiter, indem er ihn in räumliche, stereophone Klangbewegungen übersetzt. An die Stelle von Primaballerina und Tänzer treten ausdrucksstarke Klanggesten, die einen lebendigen Dialog zwischen Orchester und Publikum bewirken. (Den Werktext zu «Pas de deux» finden Sie auf Seite 16).

Ob Strawinskys pointierte Rhythmen, Mozarts elegante tänzerische Gestik, Saint-Saëns’ virtuoses Spiel mit Schwung und Brillanz oder Svobodas Hommage an den Pas de deux: Sie alle verwandeln Bewegung in Klang und Klang in Bewegung. Ganz gleich in welchem Jahrhundert, ob elegant, ausgelassen oder brillant, stets steckt hinter diesen Werken eine unmissverständliche Aufforderung, sich vom Rhythmus erfassen zu lassen. Musik beginnt dort zu leben, wo sie uns, innerlich oder äusserlich, zum Tanzen bringt.

Chantal Bernstein

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Pas de deux

Mein Arbeitstitel «Evas and Adam’s dance fight at 288 beats per minutes» verweist auf die zentrale Bedeutung des Pulses als treibende Kraft dieses intensiven, zwölfminütigen Orchesterballetts «Pas de deux». Getragen von einem verstärkten Kontrabass, der zentral in der Orchesterlandschaft positioniert ist, bildet der allgegenwärtige Puls von 288 bpm den Brennpunkt unseres rhythmischen Schweifens über die Tanzfläche.

«Pas de deux» ist ein Wechselspiel zweier Kräfte: Adam und Eva, du und ich, sie und wir – ein Hin und Her, ein Schwanken und Drehen, ein Schieben und Ziehen. Das Stück zeichnet soziale Interaktion in ihrer grundlegendsten und zugleich freudvollsten Form nach: als Tanz, wie er in allen Kulturen der Welt gefeiert wird. Das Publikum ist eingeladen mitzutanzen oder wie ein Tänzer, der kurz aus dem Fest heraustritt, den Blick schweifen zu lassen: ihn mal auf einzelne Tanzpaare zu richten, mal in die Menge zu weiten und so das Ereignis als grossformatige Klangszenerie zu erleben.

Die Entstehung von «Pas de deux» würde ich mit dem Nachwachsen eines Eidechsenschwanzes vergleichen – nur dass hier am Schwanz ein völlig neuer Körper nachwächst. In Anlehnung an die klassische vierteilige Ballettform gleichen Namens mit Entrée, Adagio, Variationen und Coda, wirbeln unsere beiden Protagonisten – Solovioline und Solovioloncello –durch die ersten drei Abschnitte. In der Coda, dem an den Schwanz nachgewachsene Körper, kreisen sie, tollen und taumeln, verstrickt in ein dynamisches Ringen um Standpunkte und Perspektiven, Ideen und Träume, bis sie schliesslich das ganze Orchester mit sich ziehen.

Als Kulminationspunkt paraphrasiere ich die Schlussszene meiner Oper «Adam und Eva», eine Proklamation individueller Freiheit, Verantwortung und Kreativität mit dem Mantra «love, beauty, serenity, novelty, mischief, and mirth» (Liebe, Schönheit, Gelassenheit, Neuheit, Unfug und Heiterkeit) die einem wilden, entfesselten Tanz gleicht.

Name

Bomsori Kim (Bomsori ist koreanisch und heisst Klang des Frühlings)

Instrument

Bomsori spielt die 1725 Giuseppe Guarneri del Gesù «Moller» Geige, die ihr von der Samsung Foundation of Culture und der Stradivari Society of Chicago zur Verfügung gestellt wird.

Ausbildung

Sie erhielt mit vier Jahren Klavierunterricht. Sie begeisterte sich auch für Gesang und Ballet, aber mit sieben Jahren hörte Sie Chung Kyung-wha und wandte sich ganz der Geige zu.

Letzte Aufnahme

2025 Bruch und Korngold mit den Bamberger Symphonikern unter der Leitung von Jakub Hrůša.

Name

Baptiste Lopez

Instrument

Violine; seit 2018 Konzertmeister beim Kammerorchester Basel

Ausbildung

Am Pariser Konservatorium bei Jean-Jaques Kantorow.

Historisch informiert

Baptiste begeistert sich für den klanglichen Reichtum der Streichinstrumente mit Darmsaiten. Diese Beschäftigung mit der Alten Musik hat einen starken Einfluss auf seine Art, Musik zu spielen, und verhilft ihm zu einem architektonischen, harmonischen und kontrapunktischen Denken.

Baptiste Lopez © Matthias Müller
Bomsori Kim © Bartek Barczyk

Name

Mike Svoboda

Ausbildung

Er studierte Komposition und Dirigieren an der University of Illinois in den USA.

1983 bis 1996 Zusammenarbeit mit Karlheinz Stockhausen.

Preise

2008 Musikinnovationspreis des Praetorius Musikpreises des Landes Niedersachsen; 2005 Preis der deutschen Schallplattenkritik für die CD «Giacinto Scelsi – Suono Rotondo»; 2000 Schneider-Schott-Musikpreis Mainz gemeinsam mit Michael Riessler; 1982 Gewinn des BMI Young Composers Awards.

Meine Musik

«Musik muss überraschen, herausfodern und berühren – genau das ist mein Ziel.»

Kammerorchester Basel

Spiellust und musikalischer Entdeckergeist zeichnen das Kammerorchester Basel seit seiner Gründung 1984 aus. Mit grosser Energie und stilistischer Offenheit widmen sich die Musiker:innen einem breiten

Repertoire. Dabei entsteht ein lebendiger, unverwechselbarer Klang, getragen von der Begeisterung für gemeinsames Musizieren auf höchstem Niveau.

In Basel fest verankert, geniesst das Ensemble eine hohe internationale Reputation. Über 100 Konzerte pro Saison insgesamt führen das Orchester regelmässig auf grosse europäische Bühnen und zu renommierten Festivals. Ausgezeichnet mit dem Schweizer Musikpreis 2019, begeistert das Kammerorchester Basel mit künstlerischer Exzellenz und Ausdauer. Eine preisgekrönte Diskografie und vielfältige Vermittlungsformate runden das lebendige Wirken des Orchesters ab. Seit 2019 ist die Clariant Foundation Presenting Sponsor des Kammerorchester Basel.

Mike Svoboda © Fotowerk
Kammerorchester Basel © Matthias Müller

Mi 18.3.2026 – 20.00 Uhr, Fondation

Beyeler

Nachtklang im Museum: CEZANNE UND

DIE MUSIK SEINER ZEIT

Musik von M. Ravel, E. Satie, C. Debussy und A. Roussel

Mit: Anna Troxler, Valentina Giusti, Anne-Françoise Guezingar, Ekachai Maskulrat, Isabelle Schnöller, Etele Dosa und Consuelo Giulianelli

Mi und Do 25. und 26.3.2026 –19.00 Uhr, Don Bosco

Vermittlungsprojekt mit «Basel gyygt»: PAS DE DEUX

Mike Svoboda adaptiert sein Stück «Pas de deux» (UA) zu einem Musikvermittlungsprojekt für ca. 40 Kinder.

Do 2.4.2026 – 12.30 Uhr, Don Bosco

Kostprobe: CONDUCTING ACADEMY

Mit Musik von G. Mahler, J. Haydn, u. a. Johannes Schlaefli und Teilnehmer:innen der Masterclass

Mo 13.4.2026 – 19.30 Uhr, Stadtcasino

Abokonzert: HAYDN IN LOVE

Galatea, Luigi De Donato Polifemo, René Jacobs Leitung Nächste

J. Haydn: Sinfonien Nr. 96 und 97, Werke für Sopran und Orchester

Giulia Semenzato Sopran, Giovanni

Antonini Leitung, Kammerorchester Basel und Il Giardino Armonico

Sa 9.5.2026 – 19.30 Uhr, Stadtcasino

Abokonzert: AUFBRUCH

P. Hindemith: Kammermusik Nr. 4 op. 36

Nr. 3 für Solo-Violine und grösseres

Kammerorchester; F. Schubert: Sinfonie

Nr. 8 in C-Dur «Die Grosse», D 944

Vilde Frang Violine, Pierre Bleuse Leitung

Fr 15.5.2026 – 19.30 Uhr, Don Bosco

Abokonzert: IDOLE

Mit Musik von Felix Mendelssohn

Bartholdy, Johann Sebastian Bach und Edvard Grieg

Vilde Frang Violine, Baptiste Lopez Violine und Leitung

Di 4.8.2026 – 19.30 Uhr, Martinskirche

Extrakonzert: ACI, GALATEA E POLIFEMO

G. F. Händel: Ouvertüre zur Oper «Agrippina» HWV 6, «Aci Galatea e Polifemo», dramatische Kantate, konzertante Aufführung

Kateryna Kasper Aci, Sophie Harmsen

Wählen Sie Ihre Lieblingskonzerte und buchen Sie Ihre Tickets : www.kammerorchesterbasel.ch | 061 306 30 44 (Mo, Mi, Do: 10.30 – 12.30 Uhr) oder bei Bider & Tanner

Impressum

Herausgeber Kammerorchester Basel

Direktor Marcel Falk

Redaktion Claudia Dunkel, Anna Maier Text Chantal Bernstein Design Stadtluft GmbH Druck Gremper AG, Patteln

Stand 18.2.2026, Änderungen vorbehalten. Dieses Programmheft erscheint einmalig zum Konzert am 13.3.2026, in einer Auflage von 500 Exemplaren. Inhaber von Urheberrechten, die wir nicht ermitteln konnten, werden wegen nachträglicher Rechtsabgeltung um Nachricht gebeten.

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