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Kaiser Partner Privatbank - Monthly Market Monitor März 2021

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Monthly Market Monitor

März 2021


Inhalt

Bergsicht Die geopolitische HeatMap

Auf einen Blick

Unsere Sicht auf die Märkte

04

07

Thema im Fokus

KonjunkturRadar

Verzinsliche Alternativen

Am Puls der Wirtschaft

Anlagestrategie Notizen vom Investment-Komitee

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Die letzte Seite

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06 ESG: Rund ums Thema Nachhaltigkeit Wie viel ist uns das Wasser wert?

Anlageklassen und Agenda

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Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - März 2021

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Auf einen Blick

Unsere Sicht auf die Märkte

Biden legt nochmals nach Die US-Demokraten haben ihre hauchdünne Mehrheit im Senat genutzt und ein weiteres Corona-Hilfspaket auf den Weg gebracht. Die Konjunkturspritze für den Wiederaufschwung nach der Pandemie beläuft sich damit nun auf 5 Billionen US-Dollar – oder 24% der US-Wirtschaftsleistung. Angesichts des fiskalischen Aktivismus sehen einige Auguren am Horizont bereits wachsende Gefahren für ein Heisslaufen der amerikanischen Wirtschaft aufziehen. Favoritenwechsel an den Aktienmärkten Der ungewöhnlich schnelle Anstieg der Anleiherenditen hat die Finanzmärkte in den letzten Wochen durcheinandergewirbelt. Aktienanleger verkauften ihre langjährigen Lieblinge (aus dem Technologiesektor) und setzten auf neue Favoriten aus zyklischen, konjunktursensitiven Branchen. Den intakten Aufwärtstrend an den Aktienmärkten sollte diese Rotation höchstens bremsen, nicht aber dessen Ende bedeuten. Italien lanciert grüne Anleihe Wer in Anleihen investiert ist, musste in den letzten Wochen aufgrund steigender Zinsen Kursverluste hinnehmen. Nicht jeder Anleger kann aber einfach einen Bogen um die Anlageklasse machen. Wer aufgrund seines Risikoprofils oder bestehender Restriktionen investieren muss, dem bieten sich zumindest immer mehr

Grafik des Monats Globaler Zinsanstieg | Bereits eine Gefahr für die Märkte? Rendite 10-jähriger Staatsanleihen 2%

1%

0

USA

Schweiz

Deutschland

Grossbritannien

01/2021

10/2020

07/2020

04/2020

01/2020

-1%

Australien

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank 4

Monthly Market Monitor - März 2021 | Kaiser Partner Privatbank AG

Möglichkeiten dies nachhaltig zu machen. Inzwischen ist auch Italien am Markt für „Green Bonds“ vertreten. Die erste grüne Anleihe war 9-fach überzeichnet. Ausblick für das 50/50-Portfolio Ein einfaches ausgewogenes Portfolio, bestehend aus Aktien sowie Staats- und Unternehmensanleihen, dürfte in den kommenden fünf Jahren mit 3.3% nur noch einen in etwa halb so hohen Ertrag erwirtschaften wie in den letzten Jahrzehnten. Wer auch zukünftig gute risikoadjustierte Renditen erzielen möchte, muss verzinsliche Alternativen in der Vermögensallokation berücksichtigen. Mit einem derart optimierten Portfolio lässt sich mit einem vergleichbaren Risikoprofil auch in den nächsten fünf Jahren eine Rendite von mehr als 5% erzielen. Weltwassertag Der Weltwassertag am 22. März thematisiert in diesem Jahr den Wert von Wasser – eine Fragestellung, die komplexer nicht sein könnte. Mancherorts in Unmengen vorhanden, aber in immer mehr Regionen ein knappes Gut, ist das blaue Gold eine lebensnotwendige Ressource, deren Bedeutung stetig zunimmt. Auch als Anlagethema ist „Wasser“ aktueller denn je.

Die Renditen für langlaufende Staatsanleihen sind seit Jahresbeginn deutlich angestiegen. Die Finanzmärkte preisen damit sowohl die für dieses Jahr erwartete Konjunkturerholung als auch steigende Inflationserwartungen ein. Man könnte meinen, dass die Notenbanken diese Entwicklung begrüssen sollten, denn eine Teuerung in Höhe von 2% (und damit mehr als in den letzten Monaten gemessen) sowie höheres Wachstum sind wesentliche Ziele ihrer Geldpolitik. Doch ein zu schneller Anstieg des Zinsniveaus ist auch nicht erwünscht. So haben sich einige Vertreter der Europäischen Zentralbank bereits für neue geldpolitische Massnahmen im Falle weiterer Zinsanstiege ausgesprochen. Die australische Notenbank hat Anfang des Monats bereits reagiert und ihre täglichen Anleihekäufe verdoppelt. Die Notenbanker scheinen sich immer mehr in eine Sackgasse zu begeben, aus der es sich nur noch schwierig hinausmanövrieren lässt.


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Konjunktur-Radar Am Puls der Wirtschaft

„Make America Great Again!” – dieses Motto gilt offenbar auch für US-Präsident Joe Biden beziehungsweise die demokratische Partei. Dank des jüngst verabschiedeten dritten Corona-Konjunkturpakets wird die amerikanische Wirtschaft nochmals einen Gang höher schalten. Europa droht abgehängt zu werden.

„Give me my stimmy“ Die US-Demokraten machen Tempo. Mit nur wenigen Abstrichen (z.B. beim Mindestlohn) gelang es ihnen ein drittes Corona-Hilfspaket in Höhe von 1.9 Billionen US-Dollar auf den Weg zu bringen. Dieses beinhaltet auch diesmal wieder Schecks für die Bevölkerung, die den Konsum ankurbeln sollen. Die neue Konjunkturspritze kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die US-Wirtschaft ganz offensichtlich bereits auf dem Wachstumspfad befindet, wie nicht zuletzt der positive Arbeitsmarktbericht für den Monat Februar aufzeigt. Nicht wenige Auguren sehen infolge der Dauer-Stimulierung bereits Überhitzungsgefahren am Horizont. Europa hinkt hinterher Während die USA in Bezug auf die Wirtschaftsleistung bereits zur Jahresmitte wieder das Vorkrisenniveau er-

Zurück zu „normalen“ Verhältnissen | Steilere Zinskurve als Signal des Konjunkturaufschwungs US-Zinskurve (Renditedifferenz 10-jähriger und 2-jähriger Staatsanleihen)

reichen könnten, dürfte dies im Euroraum frühestens ein ganzes Jahr später gelingen. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt im letzten doppelt so stark fiel wie auf der anderen Seite des Atlantiks, sieht sich der alte Kontinent zu Beginn dieses Jahr mit einem virusinduzierten „Double Dip“ konfrontiert. Spätestens am Ende des Frühlings (und mit wärmeren) Temperaturen dürfte der Konjunkturaufschwung aber an Schwung gewinnen. Fed unbesorgt, EZB besorgt Angepasst an die aktuellen Wachstumsaussichten waren in den letzten Wochen auch die Reaktionen der Notenbanker auf den (deutlichen) Anstieg der Langfristzinsen. Während US-Notenbankchef Powell diese Bewegung als erfreuliches Konjunktursignal interpretierte und deutlich machte, dass kein Grund für eine Abkehr von der derzeitigen Geldpolitik besteht, sahen sich einige EZB-Notenbanker bereits zu verbalen Interventionen gezwungen. Auf der März-Sitzung machte EZB-Präsidentin dann auch ganz offiziell deutlich, dass die Notenbank weitere Zinsanstiege in Schach zu halten gedenkt.

3%

Chinas (Wachstums-)Pläne Nachdem China im Jahr der Pandemie auf ein offizielles Wachstumsziel verzichtete, gab Ministerpräsident Li Keqiang auf dem Nationalen Volkskongress wieder eine Zielgrösse vor: 6% - ganz offensichtlich ein Platzfüller, rechnet der Konsens der Analysten für 2021 doch mit einem Wachstum von mehr als 8%. Die COVID19-Stimuli sollen in diesem Jahr zurückgefahren und der Fokus wieder vermehrt auf die Reduzierung der (Staats-)Schulden gelegt werden. Der Binnenkonsum soll derweil weiter gestärkt werden, um die Abhängigkeit vom Ausland zu verringern.

2%

1%

0

2020

2016

2012

2008

2004

2000

-1%

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank

Konsensschätzungen Wachstum & Inflation 2020

Zinserwartungen Kaiser Partner Privatbank

2021

2022

BIP-Wachstum (in %)

3M

12M

Schweiz

-3.2

3.2

2.8

Schweiz

-0.75

Eurozone

-6.8

4.2

4.1

Eurozone

-0.50

Grossbritannien USA

-10.0

4.6

5.5

Grossbritannien

0.10

-3.5

5.5

3.8

USA

0.25

2.3

8.4

5.5

China

2.95

→ →

China Inflation (in %)

10-jährige Renditen (in %)

Schweiz

-0.7

0.2

0.4

Schweiz

-0.27

Eurozone

0.3

1.4

1.2

Eurozone

-0.32

Grossbritannien

0.9

1.5

1.9

Grossbritannien

0.71

USA

1.3

2.3

2.2

USA

1.53

China

2.5

1.5

2.3

China

3.25

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank 6

Letzter Leitzinsen (in %)

Monthly Market Monitor - März 2021 | Kaiser Partner Privatbank AG

Quelle: Kaiser Partner Privatbank


Bergsicht

Die geopolitische HeatMap

USA vs. China In seinem ersten Telefongespräch mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinpeng hat US-Präsident Biden einen unverändert harten Kurs der USA gegenüber China zu erkennen gegeben. Er äusserte „grundlegende Sorgen über Pekings zwangsweise und unfaire wirtschaftliche Praktiken und zunehmend herausfordernde [militärische] Aktionen in der Region“. China hat sein Militärbudget für 2021 derweil um 6.8% (und damit mehr als erwartet) erhöht. Wir sehen einen fortgesetzten Kalten Krieg zwischen den beiden Wirtschaftsmächten und das Säbelrasseln im Südchinesischen Meer als eines der grössten geopolitischen Risiken in den kommenden Jahren. Populismus in Europa Die Gefahr seitens der populistischen Parteien in Europa wurde in den vergangenen Jahren tendenziell überschätzt. Die Corona-Krise brachte für sie in vielen Ländern, in Deutschland beispielsweise für die AfD, massiven Gegenwind – und Rückenwind für die traditionellen, etablierten Parteien. Nachdem der ehemalige

EZB-Präsident Mario Draghi alle bedeutenden Parteien in die neue Regierung integriert hat, ist auch dort die Gefahr von links und rechts vorerst gebannt. In Frankreich allerdings ist Präsident Macron im Umfragetief, während die Rechtspopulistin Le Pen ein Comeback erlebt – eine Entwicklung, die wir weiter beobachten werden. Was kommt nach Merkel? Nach knapp 16 Jahren geht die Ära von Angela Merkel als deutsche Bundeskanzlerin im Herbst endgültig zu Ende. Während ihrer Regierungszeit wandelte sich Deutschland nicht nur vom kranken Mann Europas zur Wachstumslokomotive, sondern auch zum Stabilitätsanker der Europäischen Union. Mit der Wahl Armin Laschets zum neuen CDU-Vorsitzenden haben die deutschen Christdemokraten ein erstes Signal der Kontinuität gesetzt. Sollte er der nächste Bundeskanzler werden, dürfte er den vorsichtigen Pro-Europäismus Merkels und die Politik des Ausgleichs zwischen dem reicheren Norden und dem ärmeren Süden innerhalb der EU fortsetzen.

Geopolitische Entwicklungen machen vor den Finanzmärkten nicht Halt. Vielmehr sind sie in den letzten Jahren zu einer immer wichtigeren Einflussgrösse geworden. In der „Bergsicht“ werfen wir einen Blick auf die aktuell wichtigsten Brennpunkte.

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Anlagestrategie

Notizen vom Investment-Komitee

Der ungewöhnlich schnelle Anstieg der Anleiherenditen hat die Finanzmärkte in den letzten Wochen durcheinandergewirbelt. Aktienanleger verkauften ihre langjährigen Lieblinge und setzten auf neue Favoriten. Ein über Branchen, Anlagestile und Anlageklassen diversifiziertes Portfolio kann einem möglichen Regimewechsel aber entspannt entgegensehen.

Asset Allocation Monitor -

+

-

Liquidität

Aktien

Festverzinsliche Anlagen

Global

Staatsanleihen

Schweiz

Unternehmensanleihen

Europa

Mikrofinanz

Grossbritannien

Inflationsbasierte A.

USA

Hochzinsanleihen

Schwellenländer

Schwellenländeranleihen

Alternative Anlagen

Versicherungsbasierte A.

Rohstoffe

Wandelanleihen

Gold

Laufzeiten

Immobilien

Währungen

Hedgefonds

US-Dollar

Strukturierte Produkte

Schweizer Franken

Private Equity

+

Euro Britisches Pfund

Aktien: Rotation hält an Scorecard • Zwei Schritte vor, einen Schritt zurück – unter dem + Strich geht es für die globalen Aktienmärkte seit Jah- Konjunktur resanfang leicht nach oben. Unter der Oberfläche Geld-, Fiskalpolitik sind die Kursausschläge allerdings deutlich grösser. Unternehmensgewinne So hat der US-Technologieindex Nasdaq seit seinem Bewertung Höchststand Mitte Februar zwischenzeitlich rund Trend 10% korrigiert. Klassische zyklische Branchen wie Fi- Anlegerstimmung nanzen oder Energie, die von steigenden Zinsen und/ oder der bevorstehenden Konjunkturerholung profitieren, waren derweil wieder en vogue und liegen Anleihen: Taper Tantrum 2.0? seit Jahresbeginn zwischen 15% und 30% im Plus. Auf • Anleiheanleger müssen in diesem Jahr schmerzhaft Gesamtmarktebene dürften die steigenden Staatsanfeststellen, dass festverzinsliche Wertpapiere nicht leiherenditen nur ein temporärer Bremsklotz, nicht immer eine sichere und schwankungsarme Anlageaber der Auslöser für eine Trendumkehr sein. kategorie sind. Insbesondere dann nicht, wenn sich • Fundamental sehen wir den Aufwärtstrend bei Akdie Renditen auf rekordtiefen Niveaus befinden und tien gut untermauert. Die Berichtssaison für das 4. kaum noch weiter fallen können. In den USA ist die Quartal 2020 brachte viele positive ÜberraschunRendite für 10-jährige Staatsanleihen seit Jahresbegen. Auch europäische Unternehmen konnten die ginn von 0.9% auf 1.6% angestiegen. Wer in ebenErwartungen der Analysten diesmal (ungewöhnlich jenen Papieren investiert war, musste Kursverluste häufig) übertreffen – auch wenn die Gewinne im von rund 6% hinnehmen. Der beliebte iShares 20+ Vergleich zum Vorjahr rückgängig waren. Für 2021 Year Treasury Bond ETF, verlor im gleichen Zeitraum erwarten wir nun wieder einen kräftigen Gewinnangar circa 15% an Wert. Hohe Volatilität bei tiefer Listieg und tiefschwarze Ergebnisse. Seitens der Noquidität prägten das Bild und der Vergleich mit dem tenbanken dürften die Geldschleusen nach wie vor berühmten „Taper Tantrum“ im Jahr 2013, als der weit geöffnet bleiben. Eine Einbahnstrasse dürften US-Anleihemarkt das letzte Mal durchgeschüttelt wir aber auch in den kommenden Monaten nicht wurde, drängt sich auf. US-Notenbankchef Jerome beobachten. Immer dann, wenn die AnlegerstimPowell äusserte sich Anfang März über die zu beobmung kurzfristig heissläuft, ist mit zwischenzeitliachtenden Turbulenzen wenig besorgt und begrüsschen Korrekturen zu rechnen. te den Anstieg der Zinsen vielmehr als erfreuliches 8

Monthly Market Monitor - März 2021 | Kaiser Partner Privatbank AG


die Realzinsen, welche im Beispiel der USA seit Anfang Konjunktursignal. Wir sehen uns derweil in der AufFebruar um 0.5% angestiegen sind und die Opportunifassung bestätigt, dass Anleihen im Anlegerportfolio tätskosten für das Halten von Gold erhöhen. Nach eizwar weiterhin einen Platz haben, dieser aber – zuner Korrektur von rund 20% seit August letzten Jahres gunsten von attraktiveren Fixed-Income-Alternatinähert sich der Goldpreis aus taktischer Sicht einem ven – kleiner sein sollte als in der Vergangenheit. interessanten Niveau. Als Inflationsschutz und Diver• Auch mit europäischen Anleihen war zuletzt kein sifikationsbaustein im Portfolio dürfte das Edelmetall Blumentopf zu gewinnen. Nicht jeder Anleger kann im Falle noch tieferer Preise auf Kaufinteresse stossen. um die Anlageklasse aber einfach einen Bogen machen. Wenn schon, dann aber „grün“. Seit Anfang März könnte ein solches Investment nun auch in Währungen: EUR/CHF erwacht zum Leben grünen Staatsanleihen aus Italien gemacht werden. • EUR/USD: An den Zinsmärkten stehen die Vorzeichen derzeit zu Gunsten des US-Dollars. Angesichts der Der entsprechende Green Bond mit 14 Jahren war Kombination aus steigenden Inflationserwartungen 9-fach überzeichnet und wurde mit einer Rendite und rosiger (kurzfristiger) Wachstumsaussichten aufvon 1.547% emittiert. Die „grüne“ Prämie gegengrund der Dauer-Stimulierung durch die US-Regieüber „normalen“ italienischen Staatsanleihen belief rung sehen die Marktteilnehmer steigende Chancen sich zu Handelsbeginn auf rund 12 Basispunkte. für einen (etwas) früheren Ausstieg der Fed aus der ultralockeren Geldpolitik. Die Konsensmeinung, welche Alternative Anlagen: Rohöl top, Gold flop zu Jahresbeginn klar einen schwächeren Greenback • Die Ölförderländer scheinen aus früheren Strafavorisierte, könnte sich – ebenso wie die hohen Wettegiefehlern gelernt zu haben. Nach der überraten auf einen stärkeren Euro – als falsch herausstellen. schenden Drosselung der Produktion durch Saudi-Arabien im Januar wurde das Förderniveau am • GBP/USD: Das britische Pfund hat sich auch im letzten Monat gut behauptet. Wachstumstechnisch dürfOPEC(+)-Treffen Anfang März unverändert gelassen. te Grossbritannien dieses Jahr zu den Spitzenreitern Die Konsenserwartungen lagen hingegen bei einer gehören. Auch die „Impf-Dynamik“ ist derzeit weitererheblichen Erhöhung der Produktionsmenge. Die hin auf Seiten der Briten. Die langfristig vorhandene Disziplin zahlt sich bisher aus: Seit Jahresanfang ist Unterbewertung der Währung dürfte sich aber erst der Ölpreis um ein Drittel gestiegen und befindet dann nachhaltig weiter abbauen, wenn das Pfund für sich wieder auf Vor-Corona-Niveau. Da die Überausländisches Kapital wieder interessant wird – sei es schussvorräte bereits um mehr als die Hälfte reduaufgrund höherer Zinsen oder als Investitionsstandort. ziert wurden und der bevorstehenden Konjunkturerholung dürfte der Ölmarkt eher früher als später • EUR/CHF: Der EUR/CHF-Kurs verhielt sich in den vergangenen Wochen ungewöhnlich volatil. Ohne – auf tendenziell noch höherem Preisniveau – in ein eindeutigen Auslöser wertete der Schweizer Franken neues Gleichgewicht finden. seit Ende Februar um mehr als 3% ab. Aus charttech• Der Goldpreis hat seine Abwärtstendenz im letzten nischer Sicht wurde der bisherige Widerstand bei 1.09 Monat hingegen fortgesetzt und ist zeitweise unter CHF klar und dynamisch überwunden. Auch wenn aus die Marke von 1‘700 US-Dollar gefallen. Damit hat das fundamentaler Sicht wenig für eine dauerhafte Frangelbe Metall inzwischen jegliche Kursgewinne aus der kenschwäche spricht, muss der kurzfristigen Preisdyzweiten Jahreshälfte 2020 wieder hergegeben. Hinternamik Beachtung geschenkt werden. grund der jüngsten Kursschwäche sind insbesondere

Chart unter der Lupe Favoritenwechsel | Anleger setzen auf neue Zugpferde Russell 1000 Growth relativ zu Russell 2000 Value 120

100

80

60

40

20

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank

2020

2016

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Moden kommen, Moden gehen… – auch an den Finanzmärkten. Am US-Aktienmarkt haben einige langjährige Anlegerlieblinge wie Amazon und Facebook in den letzten Monaten offensichtlich an Zuspruch verloren, zumindest haben deren Aktien schwächer abgeschnitten als der Gesamtmarkt. Zu den neuen Favoriten der Investoren zählten zuletzt Unternehmen mit deutlich kleinerer Marktkapitalisierung aus zyklischen Branchen. Hintergrund für die „Style-Rotation“ ist vor allem – und damit einmal mehr – der Aufwärtstrend bei den Zinsen und die Hoffnung auf einen Konjunkturboom in der Post-Corona-Zeit. Zwar sind wir der Meinung, dass das höhere Wachstum auch in Zukunft bei den Technologieaktien zu finden sein wird. Das vorhandene Aufholpotential von langjährig vernachlässigten Value-Titeln und Zyklikern erkennen wir aber an. Ein ausgewogener Mix der verschiedenen Anlagestile erscheint uns derzeit angemessen. Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - März 2021

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Thema im Fokus Verzinsliche Alternativen

Die regelmässige Überprüfung der strategischen Asset Allocation ist für langfristig orientierte Anleger eine wiederkehrende Pflichtübung. Insbesondere mit Blick auf den verzinslichen Teil der Vermögensallokation ist diese eigentliche Routineaufgabe momentan eine besondere Herausforderung. Wer sein Portfolio solide aufstellen möchte, muss jedenfalls offen sein für (kleine) Innovationen.

Die guten einfachen Jahre sind vorbei Langfristig orientierte Investoren (und Vermögensverwalter) stehen heutzutage vor einer wichtigen Frage: Wie soll das Vermögen auf die verschiedenen Anlageklassen verteilt werden, damit es auf Sicht der nächsten fünf bis zehn Jahre weiterhin eine attraktive risikoadjustierte Rendite generiert? Eine solche Bestandsaufnahme der strategischen Asset Allocation sollte regelmässig, idealerweise alle zwei bis drei Jahre, vorgenommen werden. Im besten Fall – dann, wenn alle Anlageklassen günstig bewertet und die erwartbaren Renditen hoch sind – ist diese Aufgabe reine Routine. Doch nicht so im Jahr 2021. Denn heute sind nahezu alle (klassischen) Anlagekategorien hoch bis sehr hoch bewertet und die Renditen für sichere Zinspapiere aufgrund jahrelang währender Innovationsfreude der Notenbanken sehr tief (bis negativ). Wer sein Portfolio heute für die Zukunft fit machen möchte, steht vor einer grösseren Herausforderung. Er oder sie muss bereit sein über den Tellerrand hinauszuschauen und offen sein für (kleine) Innovationen. Hat das ausgewogene Portfolio ausgedient? Ein ausgewogenes Portfolio aus 50% Aktien und 50% Anleihen hat in den vergangenen Jahrzehnten stets gute Dienste geleistet. So haben (US-)Aktien seit 1983 mit 11.2% einen zweistelligen Renditebeitrag geliefert (in Europa immerhin 8.5%), während Anleihen nicht nur ebenfalls solide rentierten (USA: 7.1%, Europa: 7.4%), sondern zudem als Versicherung dienten und Kursverluste bei Aktien meist abfederten. In der Folge war nicht nur die absolute Rendite eines 50/50-Portfo-

Eine sichere Bank | Auf das 50/50-Portfolio war in den letzten Jahrzehnten Verlass Jährliche Rendite eines ausgewogenen Portfolios (50% US-Aktien, 50% US-Anleihen) 30%

20%

10%

0

-10%

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank 10

Monthly Market Monitor - März 2021 | Kaiser Partner Privatbank AG

2020

2015

2010

2005

2000

1995

1990

1985

1980

-20%

lios mit 9.1% (7.9%) sehr hoch. Aufgrund der negativen Korrelation von Aktien und Anleihen (insbesondere in Krisenphasen) war zudem auch die risikoadjustierte Rendite attraktiv. Nur fünfmal innerhalb der letzten 40 Jahre mussten Anleger mit einem ausgewogenen Portfolio in der Jahresendabrechnung rote Zahlen hinnehmen. Doch dies ist der Blick in den Rückspiegel. Gemäss unseren Berechnungen wird ein einfaches ausgewogenes Portfolio, bestehend aus Aktien sowie Staats- und Unternehmensanleihen, in den kommenden fünf Jahren mit 3.3% nur noch einen in etwa halb so hohen Ertrag erwirtschaften wie in den letzten 40 Jahren. Verzinsliche Alternativen sind gefragt Möchte man auch zukünftig gute risikoadjustierte Renditen erzielen, so muss man etwas mehr Kreativität walten lassen, insbesondere bei den verzinslichen Anlagen. Der Anspruch an diesen sicheren Portfoliobestandteil bleibt derweil derselbe wie zuvor: Es soll eine solide Mindestrendite erwirtschaftet werden und die Korrelation zu Aktien sollte verhältnismässig tief sein, so dass das Gesamtportfolio in Krisenphasen stabil bleibt. Zu den Anlageklassen, die diesem Anspruch gerecht werden, zählen wir insbesondere inflationsgeschützte Anleihen, versicherungsbasierte Anleihen („Cat-Bonds“) und Mikrofinanzanleihen. Ergänzt man diese verzinslichen Alternativen um klassische Staats- und Unternehmensanleihen sowie High-Yield- und Schwellenländeranleihen und kombiniert diesen verzinslichen Teil mit Aktien zu einem ausgewogenen Portfolio, so lässt sich auch zukünftig eine attraktive Rendite generieren. Für ein derart optimiertes (und diversifiziertes) Anlageportfolio liegt die Renditeerwartung für die kommenden fünf Jahre gemäss unseren Berechnungen bei 4.7%. Und dies sogar bei etwas geringerem Risiko (Volatilität) im Vergleich zum 50/50-Portfolio. Eines gibt es dabei aber zu beachten: Es gibt keinen „free lunch“. Wenn man verzinsliche Alternativen ins Portfolio integriert, bekommt man zwar ähnlich gute Diversifikationseigenschaften und eine bessere Rendite als bei Anleihen, die Liquiditätseigenschaften sind aber weniger gut. Da der Anlagehorizont für ein ausgewogenes Portfolio typischerweise drei bis fünf Jahre beträgt, kann man diese „Liquiditätsprämie“ jedoch in Kauf nehmen. Anleger sollten sich generell von dem Gedanken lösen, tägliche Liquidität auf ihren langfristigen festverzinslichen Anlagen zu haben – oder sich zumindest der Opportunitätskosten bewusst sein.


ESG: Rund ums Thema Nachhaltigkeit Wie viel ist uns das Wasser wert?

Ein essenzielles Thema Dass Wasser ein knappes Gut ist, könnte man als Verbraucher in Nord- und Mitteleuropa sowie in Nordamerika leicht vergessen. Schliesslich kommt das nasse Element in unseren Breitengraden jeden Morgen verlässlich und in bester Qualität aus dem Wasserhahn. Doch dies ist nicht überall auf der Welt so. Gemäss Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben weltweit 2.2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, gar 4.5 Milliarden Menschen fehlt der Zugang zu sanitären Einrichtungen. Nach Schätzungen der Weltbank führen eine schlechte Sanitär- und Wasserversorgung sowie unzureichende Hygiene jährlich zu 675`000 Todesfällen und kosten in besonders betroffenen Ländern bis zu 7% an Wirtschaftsleistung. Die Preisfrage Diese Zahlen zeigen eindrücklich: (Sauberes) Wasser ist wertvoll – und es hat einen Wert. Doch wie hoch ist dieser? Genau diesem Thema widmet sich der diesjährige „World Water Day“, welcher seit 1993 jeweils am 22. März zelebriert wird. Die Frage nach Wert beziehungsweise Wertschätzung des Wassers bezieht sich dabei auf verschiedene Dimensionen. So geht es neben dem Ernährungs- und Gesundheitsaspekt von Wasser auch um dessen Wert als Produktionsfaktor in Landwirtschaft und Industrie sowie den (oft unterschätzten) Wert von Wasser-Infrastruktur (Speicherung, Aufbereitung und Versorgung). Der Weltwassertag soll auch daran erinnern den natürlichen Wasserkreislauf – die vielleicht wichtigste Dienstleistung unseres Ökosystems – mehr wertzuschätzen und entsprechende Schritte zum Schutz unserer Umwelt voranzutreiben. Und schliesslich soll auch dem soziokulturellen Aspekt des Wassers Wert beigemessen werden – als Quelle der Erholung und des Spirituellen sowie als intrinsischer Teil jeder Kultur. Die Frage nach dem fairen (ökonomischen) Wert von Wasser ist nicht leicht zu beantworten, auch weil es keine universelle Antwort gibt. Da Wasser immer knapper wird, müsste es eigentlich teurer werden. Angesichts der komplexen Preisgestaltung und ineffizienter Märkte entsprechen die Preise aber selten dem wahren Wert. Wasser ist ein besonderes Gut. Beim Entspringen hat es den Charakter eines öffentlichen Guts, welches einer strengen Regulierung (Umweltschutz) bedarf, damit die Quellen erhalten bleiben. Durch Kanäle, Rohrund Aufbereitungssysteme wird es zu einem privaten Gut. Man kann das Wassergeschäft daher nicht allein dem freien Markt überlassen – es braucht den richtigen

regulatorischen Rahmen. In Australien hat sich in den letzten Jahrzehnten ein Markt für den Handel von Wasserrechten etabliert. Politische Skandale um überteuerte Wasserlizenzen und Schlagzeilen über profitgierige institutionelle Investoren blieben aber nicht aus und offenbarten die Risiken eines Preisschilds für die knappe Ressource. Auch in Kalifornien hat sich seit Längerem ein Markt für Wasserrechte etabliert. Seit Dezember letzten Jahres lassen sich die kalifornischen Wasserpreise an der Chicagoer Rohstoffbörse CME nun auch mittels Terminkontrakten handeln. Die Bilanz nach den ersten Wochen fällt allerdings ernüchternd aus: Bisher fanden täglich nur wenige Transaktionen statt und das Handelsvolumen ist entsprechend gering. Der blaue Trend bietet Anlagechancen Doch wichtiger als das Wissen um die (lokalen) Marktpreise von Wasser sollte der Blick aus der Vogelperspektive sein – auch für Anleger. Neben den oben beschriebenen Kategorien, welche Wasser aus verschiedenen Perspektiven einen Wert geben, bieten Investitionen in Wassersicherheit und -versorgung zugleich auch eine wert- und nachhaltige Anlagemöglichkeit. Eine gängige (und gut diversifizierte) Variante sind Themenfonds, die sich auf „Wasser“ spezialisiert haben. Sie bieten Anlegern die Möglichkeit in Unternehmen zu investieren, die Technologien, Produkte oder Dienstleistungen mit Bezug zur Wertschöpfungskette anbieten – einem Markt, der sowohl viel Innovation als auch Wachstum verspricht.

Der Weltwassertag am 22. März thematisiert in diesem Jahr den Wert von Wasser – eine Fragestellung, die komplexer nicht sein könnte. Mancherorts in Unmengen vorhanden, aber in immer mehr Regionen ein knappes Gut, ist das blaue Gold eine lebensnotwendige Ressource, deren Bedeutung stetig zunimmt. Auch als Anlagethema ist „Wasser“ aktueller denn je.

Das Wasser wird knapp | „Business as usual“ wird problematisch Wasserstress im Jahr 2040 auf Basis der geschätzten Entnahmen und Vorräte

Wasser-Stress Level 0.0

0.5

1.0

1.5

2.0

2.5

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Quellen: World Resources Institute, Kaiser Partner Privatbank

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Die letzte Seite

Anlageklassen und Agenda

Performance per 28. Februar 2021 Anlageklassen

seit Jahresbeginn

Liquidität

1 Monat

1 Jahr

3 Jahre

0

CHF

-0.1%

-0.1%

-0.6%

-2.0%

EUR

-0.1%

0.0%

-0.4%

-1.2%

0.0%

0.4%

5.2%

USD

0.0%

Festverzinsliche Anlagen

0

Staatsanleihen

-2.5%

-1.8%

-1.1%

9.1%

Unternehmensanleihen

-2.6%

-1.6%

5.4%

17.0%

Mikrofinanz

0.7%

Inflationsbasierte Anleihen

-3.4%

Hochzinsanleihen

0.3%

Schwellenländeranleihen

-4.3%

Versicherungsbasierte Anl.

0.0%

Wandelanleihen Aktien

0

4.3%

Global

1.9%

Schweiz

-2.0%

Europa

2.2%

Grossbritannien

1.0.%

USA

1.6%

Schwellenländer

3.7%

Alternative Anlagen

9.3% -8.7%

Immobilien Schweiz

-2.0%

Hedgefonds

1.3%

Währungen EUR/USD

1.5%

GBP/USD

10.3% 16.9% 19.1%

0.1%

7.1%

-2.9%

0.7%

14.1%

-0.3%

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11.9%

1.9%

45.9%

59.2% 36.2%

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-0.2%

-1.8%

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0 -1.2%

EUR/CHF

1.6% 2.0%

0

Rohstoffe Gold

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Auf unserer Agenda 17. März: Parlamentswahlen in den Niederlanden Die Wahlen in den Niederlanden sind der Auftakt für ein europäisches Wahljahr. Nachdem die Regierung im Januar wegen einer Affäre um Kinderbeihilfen zurücktrat, besteht kurzzeitig ein politisches Vakuum. In den Umfragen liegt die rechtsliberale Partei VVD von Ministerpräsident Rutte weit vorne. 20. März: International Day of Happiness Seit 2013 feiern die Vereinten Nationen den Internationalen Tag des Glücks. Er erinnert daran, welche Bedeutung Glück und Wohlergehen als Ziel der Menschen haben. Initiiert wurde er von Bhutan, welches seit den 70er Jahren das Ziel des Bruttonationalglücks gegenüber dem Bruttosozialprodukt priorisiert. 25. März: Geldpolitische Lagebeurteilung der SNB Das Treffen der Schweizerischen Nationalbank dürfte keine grossen Überraschungen mit sich bringen. Die Notenbanker dürften weder Inflationsgefahren erkennen noch Absichten zur einer Änderung ihrer Zinspolitik bekunden. Auch Deviseninterventionen zur Schwächung des Franken sind derzeit nicht nötig.

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Monthly Market Monitor - März 2021 | Kaiser Partner Privatbank AG


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