Monthly Market Monitor
September 2021
Inhalt
Konjunktur-Radar Auf einen Blick
Am Puls der Wirtschaft
Unsere Sicht auf die Märkte
06
04
Bergsicht Die geopolitische HeatMap
Anlagestrategie Notizen vom Investment-Komitee
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08
Thema im Fokus
Die letzte Seite
China zieht die Regulierungs-Schraube an
ESG: Rund ums Thema Nachhaltigkeit
Anlageklassen und Agenda
Eine erneute Klima-Warnung
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Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - September 2021
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Auf einen Blick
Unsere Sicht auf die Märkte
(Noch) kein «Tapering» Die US-Notenbank zieht sich weiterhin nur in Trippelschritten aus der lockeren Geldpolitik zurück. Am (virtuellen) «Jackson Hole»-Symposium liess Fed-Chef Powell genauere Details zum Beginn des «Taperings» missen. Er deutete einzig an, dass die Bedingungen dafür demnächst gegeben sein könnten. Noch vor Jahresende dürfte er die Katze aber aus dem Sack lassen. Derweil denkt man auch in den Reihen der EZB langsam an eine Verringerung der Anleihekäufe. Statistischer Rückenwind Aus saisonaler Sicht stehen im September und Oktober traditionell etwas stürmischere Zeiten am Aktienmarkt bevor. Doch wenn 2021 weiter den Spuren von 2017 folgt, bleiben grössere Turbulenzen dieses Jahr aus. Zwar gibt es aus taktischer Sicht widersprüchliche Signale, doch solide Unternehmensgewinne, weiterhin expansive Geldpolitik und nicht zuletzt stützende Aktienrückkaufprogramme bleiben beruhigende Faktoren. Und auch die Statistik spricht bis Jahresende für weiter steigende Kurse. Die Qual der (Bundestags-)Wahl Wenige Wochen vor der deutschen Bundestagswahl ist das Rennen um die Kanzlerschaft wieder komplett offen. Die Wahrscheinlichkeiten für mögliche Koalitionen
wurden in den letzten Wochen nochmals kräftig durcheinandergewürfelt. Aus heutiger Sicht dürften drei Parteien nötig sein, um eine neue Regierung zu bilden. Das Szenario Rot-Grün-Rot (SPD, Grüne, Linke) ist nun mehr als nur ein «Tail Risk» und hätte mittelfristig negative Konsequenzen für die Konjunkturlokomotive Deutschland. China zieht die Regulierungs-Schraube an Unter dem Motto «Wohlstand für alle» will die chinesische Regierung sozioökonomische Ungleichgewichte glattbügeln und die Legitimität des Regimes langfristig sicherstellen. Dies geht vorerst zu Lasten der privaten Unternehmen, welche sich mit einer zunehmend härteren Gangart konfrontiert sehen. Doch auch unter dem neuen regulatorischen Regime dürfte es langfristig Gewinner geben. Eine erneute Klima-Warnung Der im August veröffentlichte erste Teil des neuen Weltklimarat-Berichts warnt lautstark vor nie dagewesenen, zum Teil unumkehrbaren Veränderungen des Klimas. Um einen Kollaps zu vermeiden, sind intensive klimapolitische Anstrengungen notwendig. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang der Preis, den Treibhausgasemittenten für ihren ökologischen Fussabdruck zahlen müssen – dieser ist noch (viel) zu günstig.
Grafik des Monats Der Honeymoon ist vorbei | US-Präsident Biden verliert in der Wählergunst Zustimmungsquote für den US-Präsidenten
Quellen: Real Clear Politics, Kaiser Partner Privatbank
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Der Beliebtheitsgrad von Joe Biden befindet sich in den letzten Wochen auf steter Talfahrt. Seit Amtsantritt im Januar ist seine Zustimmungsquote mittlerweile um acht Prozentpunkte gefallen. Hintergrund ist nicht nur sein unglückliches Handling beim chaotisch-vorschnellen Abzug des US-Militärs aus Afghanistan, sondern auch eine weitere COVID19-Welle in den Vereinigten Staaten. Auch die Wirtschaftspolitik Bidens wird inzwischen etwas weniger positiv beurteilt. Nachlassende Zustimmungswerte (nach dem Honeymoon der ersten 100 Amtstage) sind in der Historie der US-Präsidentschaft fast schon typisch und ein Schicksal, das auch Obama und Trump ereilte. Die für dieses Jahr noch auf Bidens Agenda stehenden Reformvorhaben (Infrastruktur und Soziales) haben dennoch gute Aussichten auf Erfolg. Für die Chancen der Demokraten bei den «Mid Terms» im Herbst 2022 sieht es da schon anders aus.
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Konjunktur-Radar Am Puls der Wirtschaft
US-Notenbankchef Powell liess im August eine weitere Chance verstreichen, den Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik einzuläuten. Die globale Konjunktur bleibt indes – trotz vereinzelter Stolpersteine – auf Erholungskurs.
US-Notenbank im Schneckentempo dieser Elemente aber wieder aus der InflationsberechSelten haben die Finanzmärkte so gespannt auf eine nung herausfallen. Anschliessend dürfte sich die TeueRede gewartet wie auf jene von Fed-Chef Powell am rung im Euroraum bei 1.5% bis 2% - und damit etwas diesjährigen (virtuellen) «Jackson Hole» – und ebenso oberhalb des Niveaus der letzten Dekade – einpendeln. selten konnten daraus so wenige Informationen gezogen werden wie in diesem Jahr. Nachdem sich einige …und richtet den Fokus auf die EZB Fed-Vertreter in den Vorwochen durchaus «hawkish» Nachdem die Euro-Inflation mit den neuesten Zahlen geäussert hatten, wären Andeutungen zur Reduktion bereits deutlich über dem von der Europäischen Zentder Anleihekäufe nicht verwunderlich gewesen. Doch ralbank für das 4. Quartal projizierten Hoch liegt, werscheinbar scheint es innerhalb des Gremiums noch kei- den die Notenbanker in Frankfurt am Main ihre Progne Einigkeit zu geben. Und so geschieht der Rückzug aus nosen im Meeting am 9. September wohl nach oben der lockeren Geldpolitik weiter nur in Trippelschritten. adjustieren (müssen). Immer mehr dürfte sich auch Vor Jahresende ist eine Ankündigung des «Tapering» für sie die Frage stellen, inwieweit die hochvolumigen aber dennoch wahrscheinlich. Denn unverantwortlich Anleihekäufe angesichts anziehender Teuerung und wollen die US-Notenbanker auch nicht handeln. fortschreitender Wirtschaftserholung noch zu rechtfertigen sind. Die kritischeren Stimmen innerhalb des Euro-Inflation springt nach oben… EZB-Gremiums dürften diesbezüglich lauter werden In der Eurozone stieg die Inflation von 2.2% im Juli auf und ein europäisches «Tapering» könnte schon gegen 3.0% im August. Die Erwartungen (2.7%) wurden damit Jahresende in Aussicht stehen. deutlich übertroffen. Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass die Ursache für die erhöhte Teuerung im Eu- Konsensschätzungen Wachstum & Inflation 2020 2021 2022 roraum – mehr noch als in den USA – tatsächlich temBIP-Wachstum (in %) porär sein sollte. Gründe für den Inflationsanstieg im Schweiz -3.2 3.5 2.9 letzten (und auch in den kommenden) Monat(en) sind Eurozone -6.8 4.7 4.4 insbesondere die Energiepreise, das Auslaufen der reGrossbritannien -9.9 6.9 5.4 duzierten deutschen Mehrwertsteuer und weitere tem- USA -3.5 6.2 4.3 poräre Faktoren. Zu letzteren zählen auch diverse Fla- China 2.3 8.4 5.6 schenhälse auf der Angebotsseite (beispielsweise bei Inflation (in %) Mikrochips) und nach wie vor stockende Lieferketten, Schweiz -0.7 0.4 0.5 die sich nicht zuletzt in stark angestiegenen Frachtraten Eurozone 0.3 2.0 1.5 widerspiegeln. Spätestens Anfang 2022 dürften viele Grossbritannien 0.9 2.1 2.4
Verzehnfacht | Frachtraten werden immer teurer Baltic Dry Index
USA
1.3
4.2
2.9
China
2.5
1.3
2.3
3M
12M
Zinserwartungen Kaiser Partner Privatbank Letzter Leitzinsen (in %) Schweiz
-0.75
→
↗
Eurozone
-0.50
→
↗
Grossbritannien
0.10
→
↗
USA
0.25
→
↗
China
2.95
→
→
Schweiz
-0.32
→
→
Eurozone
-0.38
→
→
Grossbritannien
0.72
→
→
USA
1.32
→
→
China
2.83
→
→
10-jährige Renditen (in %)
Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank 6
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Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank
Bergsicht
Die geopolitische HeatMap
Die Qual der (Bundestags-)Wahl liesse. Das grössere Risiko – für die deutsche Wirtschaft Wer wird der/die nächste Bundeskanzler(in)? Wenige und auch für die Finanzmärkte – liegt im bisherigen Wochen vor der deutschen Bundestagswahl am 26. «Tail Risk» Rot-Grün-Rot (SPD, Grüne, Linke), welches September ist das Rennen unerwarteterweise wieder inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von 15% bis komplett offen. Nach dem ersten TV-Triell liegen die 20% beziffert werden muss. In einem solchen Szenario Sozialdemokraten mit ihrem Kandidaten Olaf Scholz in wären höhere Steuern, die Umkehr von Reformen und einigen Umfragen mit einem Stimmenanteil von 25% eine stärkere Regulierung für einige Wirtschaftsbrangar in Führung. Die Wahrscheinlichkeiten für mögli- chen zu erwarten und könnten über die Zeit zu einem che Koalitionen wurden damit jüngst nochmals kräftig langsameren Trendwachstum für die Konjunkturlokodurcheinandergewürfelt. Ohne weitere Umfrage-Über- motive Deutschland führen. raschungen sind aus heutiger Sicht drei Parteien notwendig, um eine neue Regierung zu bilden. Eine Re- China & Krieg im Cyberspace gierungsbeteiligung der in den letzten 16 Jahren (mit) Der überstürzte Abzug der USA aus Afghanistan und das regierenden CDU ist dabei nicht zwingend nötig. Viel- damit einhergehende Leid haben in den letzten Womehr ist mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 25% chen die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen. auch eine «Ampel» (SPD, Grüne, FDP) in realistische Für die Finanzmärkte ist die menschliche Tragödie – leiNähe gerückt – ein Szenario, das keinen grundlegenden der – kein relevantes Thema. Aus geopolitischer Sicht Politikwechsel und im Vergleich zu heute auch keine markiert der Rückzug einen weiteren Schlussstrich unnennenswerte weitere fiskalische Lockerung erwarten ter die amerikanische Militärpolitik der letzten 20 Jahre und erlaubt es zukünftig noch mehr Energie auf die Bedrohung aus Asien – sprich China – zu verwenden. Die Auseinandersetzung findet dabei nicht nur in der Wirtschaft und zunehmend im südchinesischen Meer, sondern auch im Cyberspace statt. Ein möglicher Cyberkrieg kann inzwischen bereits als «graues-NashornEvent» betrachtet werden (hohe Wahrscheinlichkeit und hohe Auswirkung). Der Cyberspace ist der einzige verbleibende Raum ohne Regeln, in dem Länder wie China und Russland, aber auch Iran und Nordkorea den westlichen Ländern ernsthaften Schaden zufügen können. Selbst US-Notenbankchef Powell bezeichnete einen digitalen Krieg bereits als grösseres Risiko als eine neue Finanzkrise. Auch für Unternehmen – und damit für die Finanzmärkte – wird die Problematik zunehmend relevant. Jedes zwanzigste Unternehmen nimmt das Thema Cyberrisiken mittlerweile explizit in seiner Berichterstattung auf. Noch 2013 waren es nur 2% der Unternehmen.
Geopolitische Entwicklungen machen vor den Finanzmärkten nicht Halt. Vielmehr sind sie in den letzten Jahren zu einer immer wichtigeren Einflussgrösse geworden. In der «Bergsicht» werfen wir einen Blick auf die aktuell wichtigsten Brennpunkte.
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Anlagestrategie
Notizen vom Investment-Komitee
Aus saisonaler Sicht stehen im September und Oktober traditionell etwas stürmischere Zeiten am Aktienmarkt bevor. Doch wenn 2021 weiter den Spuren von 2017 folgt, bleiben grössere Turbulenzen dieses Jahr aus.
Asset Allocation Monitor -
+
-
Liquidität
Aktien
Festverzinsliche Anlagen
Global
Staatsanleihen
Schweiz
Unternehmensanleihen
Europa
Mikrofinanz
Grossbritannien
Inflationsbasierte A.
USA
Hochzinsanleihen
Schwellenländer
Schwellenländeranleihen
Alternative Anlagen
Versicherungsbasierte A.
Gold
Wandelanleihen
Immobilien
Laufzeiten
Hedgefonds
Währungen
Strukturierte Produkte
US-Dollar
Private Equity
+
Schweizer Franken Euro Britisches Pfund
Aktien: Die Mühen des Aktienstrategen (und einfachen) Kursgewinne am Aktienmarkt nun • Wer den Aktienmarkt taktisch «spielen» möchte, hinter uns liegen, fokussieren wir aktuell zudem wiesieht sich derzeit mit verschiedensten (und teils konder stärker auf den «Quality-Bias». Mittelfristig sehen trären) Signalen konfrontiert. Einerseits markieren die wir angesichts solider Gewinnentwicklung, weiterhin marktbreiten Indizes regelmässig neue Allzeithochs, expansiver Geldpolitik und nicht zuletzt stützender was für sich genommen Stärke signalisiert. AndererAktienrückkaufprogramme seitens der Unternehmen seits wird der Markt nur noch von wenigen Titeln für Aktien weiteres Aufwärtspotential. Längerfristig getragen. So befinden sich an der New Yorker Börse betrachtet geht die sehr gute Performance von heute trotz Rekordkursen beispielsweise nur noch 55% der (und «gestern») allerdings auf Kosten des RenditepoAktien oberhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts. Auch tentials in den kommenden Jahren. Daher sollten Anhänger der «Dow-Theorie» sehen Risiken, denn der Anleger ihr Blickfeld zukünftig noch stärker für PrivatDow Jones Transportation Index hat bereits im Mai ein marktanlagen öffnen, die auch in Zukunft ein höheres Hoch gebildet und bestätigte zuletzt nicht mehr die Ertragspotential versprechen. neuen Preishochs im Dow Jones Industrials Index. Die Small Caps schliesslich bewegen sich schon seit rund Scorecard + einem halben Jahr nur noch seitwärts. Doch ob man Konjunktur angesichts dieser Risikopunkte nun mit einem Bein Geld- und Fiskalpolitik aus dem Aktienmarkt aussteigen sollte ist – wie einUnternehmensgewinne gangs angedeutet – die schwierig zu beantwortende Bewertung Preisfrage. Denn wie die Auswertung diverser SentiTrend mentdaten zeigt, scheinen dies viele Marktteilnehmer Anlegerstimmung bereits getan zu haben. Die Stimmung ist zumindest nicht (mehr) sonderlich bullisch und schon bei kleins- Anleihen: Bodenbildung bei den Anleiherenditen (?) ten Korrekturen werden Absicherungen gegen weiter • Mit (langlaufenden) Staatsanleihen war in den letzfallende Kurse aufgebaut. ten Monaten – dank sinkender Renditen – durchaus • Vor diesem Hintergrund versuchen wir in unserer nochmals Geld zu verdienen. Die Rally bei den StaatAktienstrategie auf grössere taktische Wetten zu verspapieren war in diesem Fall aber weniger eine Flucht zichten. Stattdessen halten wir eine ausgewogene in die Sicherheit angesichts weiterer Corona-Wellen Mischung aus Wachstumstiteln und zyklischem Expoals vielmehr der Abbau einer überverkauften techsure weiterhin für angemessen. Nachdem die grossen nischen Lage. Zudem haben die Langfristzinsen die 8
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bestehenden Anlagenotstand und aufgrund ihres soliunvermeidliche Abkühlung der Konjunkturdynamik den Risiko-Rendite-Profils dürften alternative Anlagen vorweggenommen. Nachdem die Konjunkturerwarmit Immobilienbezug zukünftig gar noch eine grössetungen des Marktes im Frühsommer etwas zu optire Rolle innerhalb unserer Asset Allocation spielen. mistisch waren – und nur enttäuscht werden konnten – hat das Pendel zuletzt wieder etwas zu sehr in die andere Richtung umgeschlagen. So notiert beispielswei- Währungen: Die SNB interveniert wieder se der US Economic Surprise Index bei rund-50 klar im • EUR/USD: Die globale Wachstumsdynamik hat ihren Höhepunkt überschritten und bei der US-Notenbank negativen Bereich und bereits nahe von Niveaus, bei zeichnet sich immer mehr der Einstieg in den Ausstieg denen historisch eine Trendumkehr zu beobachten aus der ultralockeren Geldpolitik ab. Für den US-Dolwar. Demnächst wieder positive Datenüberraschunlar ist diese Konstellation die beste aller Welten – entgen bei gleichzeitig weiterhin überdurchschnittlichem sprechend ging es für den EUR/USD-Kurs im letzten Wirtschaftswachstum sprechen dafür, dass die 10-jähMonat weiter abwärts. Inzwischen haben die Marktrigen Staatsanleiherenditen auf den Augusttiefs (1.2% teilnehmer ihre Dollar-Shortpositionen allerdings in den USA und -0.5% in Deutschland) einen Boden merklich reduziert. Daher stehen die Chancen gut, bilden dürften, von dem es in der mittleren Frist tendass der Euro auf dem Niveau 1.16-1.17 USD vorerst denziell wieder nach oben gehen sollte. einen Boden findet. Damit könnte die Seitwärtsrange des letzten Jahres noch länger intakt bleiben. Alternative Anlagen: Immobilienfonds bleiben gefragt • Am Markt für Schweizer Wohnimmobilien bleibt im • GBP/USD: Auch bei der Bank of England zeichnet sich eine Normalisierung der Geldpolitik ab. Neben der Jahr 2021 alles wie gehabt: Die Preise für Häuser und Inflation hat die BoE dabei explizit die Beschäftigung Eigentumswohnungen steigen weiterhin konstant und im Blick. Damit dürfte die weitere Zins- und letztlich ohne Unterbruch – selbst «Corona» führte nicht zu eiauch die Währungsentwicklung etwas mehr von den ner nennenswerten Delle im Preischart. Letzteres gilt Arbeitsmarktstatistiken abhängig werden. Im Baauch für börsenkotierte Schweizer Immobilienfonds, sisszenario erwarten die Notenbanker nun schon im welche längst wieder auf neuen Allzeithochs notieren. Sommer 2022 den ersten Zinsschritt. Mit dieser ZinsSeit Jahresbeginn liegt der entsprechende Index inzwifantasie im Rücken sollte sich das Pfund auch in den schen nahezu 10% im Plus. Die Agios der Anlagevehikel kommenden Monaten gut behaupten. – also der Preisaufschlag gegenüber dem Inventarwert – sind inzwischen auf neue Rekordhochs von teilweise • EUR/CHF: Der EUR/CHF-Kurs ist im August bis auf das Level von 1.07 CHF abwärtsgedriftet. Auf dieüber 60% gestiegen. Selbst wenn man die Aufschläge sem Niveau scheint die Schweizerische Nationalbank für das weiterhin bestehende Tiefstzinsniveau adjusinterveniert zu haben, um eine weitere Frankenauftiert, sind sie überdurchschnittlich hoch und deuten wertung zu bremsen. Dies lässt zumindest der Aneine gewisse Überbewertung der Anlageklasse an. Anstieg bei den Sichteinlagen vermuten. Wie gross der gesichts von Ausschüttungsrenditen von über 2% sind Interventions-Appetit der SNB tatsächlich ist und wo sie gegenüber Schweizer Eidgenossen, welche gegenihre «Schmerzgrenze» liegt, werden die nächsten Wowärtig -0.4% rentieren, für viele Anleger aber nach chen zeigen. Da der «faire Wert» der Relation EUR/ wie vor die eindeutig attraktivere Alternative. Auch CHF aufgrund der tieferen Schweizer Inflation stetig für uns bleiben indirekte Immobilieninvestments ein fällt, erscheinen stärkere Eingriffe in den Markt aber wichtiger Portfoliobaustein (und aus taktischer Sicht zunehmend weniger gerechtfertigt. eine solide Halteposition). Gerade im Hinblick auf den Die diesjährige Entwicklung am US-Aktienmarkt erinnert stark an das Jahr 2017: Es gibt kaum Korrekturen, stattdessen aber regelmässig neue Allzeithochs. Die letzte Korrektur des S&P500-Index von mehr als 5% liegt inzwischen mehr als 200 Handelstage zurück. Derweil hat der Blue-Chip-Index dieses Jahr bereits mehr als 50 neue Rekordhochs markiert (bisheriger Rekord: 77 Tage im Jahr 1995). Per Ende August liegen die 500 grössten US-Aktien nun schon mehr als 15% im Plus. Statistisch betrachtet sind daher auch die Perspektiven bis Jahresende positiv. Denn mit Ausnahme der Jahre 1986 und 1987 (-25%) ging es in den letzten Dekaden in diesem Fall stets weiter aufwärts. Gegen einen scharfen Einbruch in nächster Zeit spricht auch Folgendes: In den letzten Monaten gab es bereits Korrekturen unter der Oberfläche, nämlich in den zuvor am meisten gehypten Sektoren wie hyper-Wachstumsaktien (ARK Innovation ETF), SPACs und IPOs.
Chart unter der Lupe Korrektur unter der Oberfläche | Aus den Blasen-Kandidaten ist bereits Luft entwichen S&P500-Index vs. spekulative Marktsegmente
Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - September 2021
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Thema im Fokus
China zieht die Regulierungs-Schraube an
Privatwirtschaft unter Druck tums entstanden sind, sollen reduziert und die Macht Für Chinas Privatunternehmen weht seit Monaten ein der Kommunistischen Partei letztlich gestärkt werden. rauer Gegenwind. Zunächst wurde das Rekord-IPO des Zwar erscheint die Ziellinie mit dem Jahr 2049 – dem 100. grössten chinesischen Fintechs Ant Group im vergan- Geburtstag der Volksrepublik – in weiter Ferne. Themen genen November in letzter Minute gestoppt, nachdem wie die immer grösser werdende Einkommens- und Versich dessen Grüner Jack Ma wohl zu kritisch gegenüber mögensungleichheit, schwache öffentliche Dienste und den staatlichen Banken geäussert (und auch sonst den die oft ungenügende soziale Absicherung sollen aber Zorn der Regierung auf sich gezogen) hatte. Mitte Juli schrittweise adressiert und die Mittelschicht gestärkt kam dann der Fahrdienstleister Didi Chuxing aufgrund werden. Ein weiter wie bisher kann es für die Staatsfühvermeintlich fragwürdiger Sicherheit von Kundendaten rung nicht geben, denn die zunehmenden Ungleichgeins Visier. Und kurz darauf kam es noch dicker: Der 100 wichte drohen das bestehende Regime zu destabilisieMilliarden US-Dollar schweren privaten Bildungsbran- ren. Von Beginn an hat die Regierung unter Xi daher stets che wurde es verboten weiterhin gewinnorientiert zu die dringendsten Anliegen der Bevölkerung aufgegriffen arbeiten, neues Kapital aufzunehmen oder sich an einer und beispielsweise gegen Umweltverschmutzung, KorBörse zu listen. Die härtere Gangart der Regierung ge- ruption und Überschuldung durchgreifende Massnahgenüber den Branchen E-Commerce, Fintech, Gaming men vorgenommen. Vor diesem Hintergrund sind auch und Bildung widerspiegelt sich seit Jahresbeginn auch an die aktuellen Kampagnen zu verstehen. den internationalen Börsenplätzen, wo die chinesischen Technologieindizes in Hongkong und New York zwischen- «Stop-and-Go» ist das wahrscheinlichste Szenario zeitlich um mehr als 50% nachgegeben haben. Der inlän- PPekings Vision einer besser regulierten, stärker besteudische Star 50-Markt, welcher unter anderem (nicht auf erten und besserverdienenden Gesellschaft darf sicher dem Radar der Regierung befindliche) Chip- und Elektro- nicht unterschätzt werden. Der «Track Record» beim mobilhersteller enthält, liegt hingegen klar im Plus. Abarbeiten von Plänen ist in China allerdings durchwachsen. Denn die langfristige Ambition, bis zur Mitte des «Wohlstand für alle» Jahrhunderts ein wohlhabendes Land zu werden, muss So willkürlich das Vorgehen der Regierung auch scheint – stets mit den kurzfristigen Wachstumsperspektiven es folgt einem klaren Plan. Diesen hat Präsident Xi Jinping ausbalanciert werden. Und so dürften Reforminitiatiim August unter dem Motto «Wohlstand für alle» öffent- ven verzögert werden, falls die wirtschaftliche Erholung lich dargelegt und dürfte die Innenpolitik der nächsten nach der Pandemie zu sehr ins Stocken gerät. Da sich Dekaden prägen. Soziale und ökonomische Ungleich- die Wirtschaftsindikatoren in China in den letzten Monagewichte, die in den letzten 40 Jahren rasanten Wachs- ten schon merklich abgekühlt haben, hat das Politbüro im Juli bereits signalisiert den Fuss von der Bremse zu Investoren wechseln die Pferde | Insbesondere international gelistete Tech-Aktien unter Druck nehmen. Die Fiskalpolitik dürfte daher demnächst wieChinesische Technologieindizes der gelockert werden. Ebenso wie die Geldpolitik, wo die Notenbank im Juli bereits den Mindestreservesatz für Banken gesenkt hatte. Noch ist das Zeitfenster für ein weiteres Anziehen der Regulierungs-Schraube aber nicht geschlossen, zumindest, solange die Märkte nicht noch stärker rebellieren. Die kommenden Wochen dürften somit von anhaltender Unsicherheit bezüglicher der längerfristigen Implikationen einer strikteren Regulierung für die Unternehmensgewinne geprägt sein. Aus taktischer Sicht können die grossen chinesischen Tech-Aktien, welche nun zu deutlich günstigeren Bewertungen zu haben sind, aber schon bald attraktiv werden. Und auch längerfristig halten wir chinesische Wachstumsaktien weiterhin für interessant, denn auch unter dem neuen regulatorischen Regime dürfte es langfristig Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank Gewinner geben. Unter dem Motto «Wohlstand für alle» will die chinesische Regierung sozioökonomische Ungleichgewichte glattbügeln und die Legitimität des Regimes langfristig sicherstellen. Dies geht vorerst zu Lasten der privaten Unternehmen, welche sich mit einer zunehmend härteren Gangart konfrontiert sehen. Wie weiter für Wirtschaft und Anleger?
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ESG: Rund ums Thema Nachhaltigkeit Eine erneute Klima-Warnung
Klare Fakten… Am 9. August hat der Weltklimarat (IPCC) den ersten Teil des lang erwarteten sechsten Klimaberichts veröffentlicht. Auf knapp 4000 Seiten beschreiben Experten darin die physikalischen Grundlagen des Klimawandels. Sie machen deutlich, dass allein der Mensch für die gegenwärtige Klimakrise verantwortlich ist und dass sich die Erde selbst im besten Szenario bis spätestens 2040 um mehr als 1.5 Grad (gegenüber der vorindustriellen Zeit) erwärmen wird. Der Bericht des Weltklimarats dürfte eine wesentliche Grundlage für die schon in zwei Monaten stattfindende 26. UN-Klimakonferenz in Glasgow bilden. Aufgrund seiner Brisanz wäre zu hoffen, dass er ein mächtiges Instrument sein kann, um die Regierungen beim Klimaschutz noch mehr in die Verantwortung zu ziehen. Bisher reichen die freiwilligen Zusagen der Länder nämlich bei Weitem nicht aus um die Erderwärmung unter 2 Grad Celsius (geschweige denn 1.5 Grad) zu halten. …und Implikationen Auch für die Finanzwelt sind die neuesten Einschätzungen des Weltklimarats ein Aufruf. Zwar kann die Finanzwirtschaft die Klimakrise nicht allein lösen. Dennoch muss die Industrie weitere Anstrengungen unternehmen, um zu verstehen, wie Anlagekapital zu nachhaltigeren Ergebnissen in der Realwelt führen kann. Auf Ebene des einzelnen Anlegers ist es in diesem Zusammenhang zunächst wichtig den ökologischen Fussabdruck des eigenen Anlageportfolios zu kennen. Genau für diesen Zweck hat die Kaiser Partner Privatbank ein umfassendes Nachhaltigkeits-Reporting entwickelt. Dieses erlaubt es Portfoliounternehmen mit einer schlechten Klimabilanz zu identifizieren und entsprechende Handlungsoptionen abzuleiten. Parallel zur fortlaufenden „Vergrünung“ der Investmentbranche sind jedoch insbesondere auch weitere klimapolitische Schritte notwendig. Bisher hinken die Massnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen der Realität nämlich mit zu grossem Abstand hinterher. Eines der stärksten klimapolitischen Instrumente ist in diesem Zusammenhang die Bepreisung von CO2-Emissionen im Rahmen vom Emissionshandelssystemen (ETS) oder Kohlendioxid-Steuern. Gemäss der Weltbank gab es per August 2021 weltweit insgesamt 64 Initiativen zur Bepreisung von Kohlendioxid. In Summe decken diese rund 21.5% der globalen Treibhausgasausstösse ab. Die Dynamik bezüglich neuer Bepreisungs-Initiativen war in den letzten zwei Jahren eindeutig positiv.
Ein (grosser) Wermutstropfen relativiert aber diesen scheinbaren Erfolg: In der Mehrheit sind die derzeitigen CO2-Preise noch extrem tief. Nur knapp 4% aller Emissionen unterliegen einem Preismechanismus mit CO2-Preisen von mehr als 40 US-Dollar pro Tonne – dem Minimum, welches Weltbank-Experten veranschlagen, um die 2015 in Paris vereinbarten Klimaziele zu erreichen. Auch die Analyse, wie viel Unternehmen für ihre Emissionen eigentlich zahlen müssen, liefert unbefriedigende Ergebnisse. Die dafür nötigen Daten liefert das Carbon Disclosure Project, welches jährlich die Emissionsdaten für einen Grossteil der weltweit börsennotierten Unternehmen ermittelt. Gemäss einer darauf basierenden Studie von JP Morgan waren im Berichtsjahr 2019 nur 32% der rapportierenden Unternehmen einem Preismechanismus unterworfen. Und selbst Firmen, die heute bereits einem Preisschema unterliegen, müssen für ihren ökologischen Fussabdruck letztlich nur in den seltensten Fällen materielle Kosten tragen. Allein in den Branchen Energieerzeugung und Infrastruktur erreichen die Kosten für Unternehmen mit 4%-6% des EBITDA effektiv eine spürbare Grösse. Trotz einiger ermutigender Signale seitens der Politik steht unserer Gesellschaft sowie den Entscheidungsträgern also noch viel klimapolitische Arbeit bevor. Angesichts der Tatsache, dass die Bepreisung von Kohlendioxid als einer der effizientesten politischen Mechanismen zur Reduktion von Treibhausgasen gilt, müssen die bestehenden Ansätze weiter verbessert und insbesondere stringenter durchgesetzt werden.
Der WeltklimaratBericht warnt lautstark vor einem Kollaps des Klimas. Unternehmen zahlen für ihren ökologischen Fussabdruck währenddessen immer noch einen (viel) zu tiefen Preis.
Lesen Sie mehr:
Es wird immer wärmer | Der Fussabdruck des Menschen ist unübersehbar Globale Erwärmung der Erdoberfläche (Abweichung vom Zeitraum 1901-2000)
Quellen: NOAA National Centers for Environmental information, Climate at a Glance: Global Time Series, Kaiser Partner Privatbank Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - September 2021
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Die letzte Seite
Anlageklassen und Agenda
Performance per 31. August 2021 Anlageklassen
seit Jahresbeginn
1 Monat
1 Jahr
3 Jahre
Liquidität CHF
-0.1%
-0.7%
-2.0%
EUR
0.0%
-0.5%
-1.3%
USD
0.0%
0.2%
4.1%
Staatsanleihen
-0.3%
-0.4%
9.9%
Unternehmensanleihen
-0.4%
2.4%
20.4%
Festverzinsliche Anlagen
Mikrofinanz
0.2%
3.1%
10.2%
Inflationsbasierte Anleihen
0.0%
6.2%
23.4%
Hochzinsanleihen
0.6%
8.6%
20.1%
Schwellenländeranleihen
1.1%
4.5%
23.6%
Versicherungsbasierte Anl.
0.3%
4.4%
11.9%
Wandelanleihen Aktien
1.5%
23.3%
58.3%
Global
2.7%
30.1%
50.8%
Schweiz
2.3%
24.1%
45.8%
Europa
2.5%
32.4%
29.3%
Grossbritannien
1.9%
23.8%
5.2%
USA
2.9%
31.3%
65.1%
Schwellenländer
2.4%
18.8%
23.9%
-0.3%
30.9%
14.6%
0.0%
-7.8%
51.0%
-0.9%
19.7%
39.5%
0.6%
9.0%
13.1%
EUR/USD
-0.5%
-1.1%
1.8%
EUR/CHF
0.6%
0.2%
-3.9%
GBP/USD
-1.1%
2.9%
6.1%
Alternative Anlagen Rohstoffe Gold Immobilien Schweiz Hedgefonds Währungen
Auf unserer Agenda 9. September: Finance Forum Liechtenstein Unter dem Titel „The Future of Finance“ kommen in Vaduz erneut mehrere Hundert hochkarätige Entscheidungsträger, Führungskräfte und Finanzfachleute aus dem deutschsprachigen Raum zusammen. Auch die Kaiser Partner Privatbank wird wieder mit einem Stand vor Ort sein. 26. September: Bundestagswahlen Deutschland Die Ära Merkel geht im Herbst nach knapp 16 Jahren endgültig zu Ende. Ein radikaler Politikschwenk ist auch unter neuer Führung nicht zu erwarten. Selbst mit (wahrscheinlicher) grüner Regierungsbeteiligung dürfte Deutschland ein Stabilitätsanker innerhalb Europas bleiben. 30. September: Internationaler Tag der Übersetzung Sprache und deren komplexe Auswirkungen auf Identität, Kommunikation, Bildung und Entwicklung sind von strategischer Bedeutung für Menschen, Wirtschaftswelt und unseren Planeten insgesamt. Am 30. September, dem Todestag vom heiligen Hieronymus (Übersetzer der Bibel), wird den Sprachberufen gebührender Tribut gezollt.
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Monthly Market Monitor - September 2021 | Kaiser Partner Privatbank AG
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