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Die 300 Top-Geschäfte
Ausgabe 2019
Extraheft: FRANKFURT CITY EXCLUSIVE
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Aktuelle Trends und Shopping-Themen • Geschenkideen für sie & ihn • Vintage-Trends • Superfood saisonal • Rad-Ratgeber • Florale Tapeten • Natural Wine • Lichtkonzepte • Hygge-Chic • Soundsysteme für zuhause • Typgerechte Brillenformen • Mate, Matcha & Co. • Modulküchen • Urkornbrote • Frankfurter Designer • It-Pieces 2019 • Colour Blocking an der Wand • Trendsport HIIT • Cooles Re- & Upcycling • Fitness Tracker im Vergleich • Third Wave Coffee
FASHION
GESCHENKIDEEN FÜR SIE
Schenken leicht gemacht
DAS MACHT FR AU Fro h Für alle, die sich bei der Suche nach dem perfekten Geschenk wie ein Tourist ohne Landkarte fühlen, stellen wir zehn originelle Geschenkideen für Sie vor.
Top 10 Geschenke & schöne Dinge: Affentor Seite 178 Apotheke im Hbf. Seite 178 Etagerie Seite 180 Höchster Porzellanmanufaktur Seite 184 Michael Müller Friseure Seite 203 Nuuna Seite 188 Red Wing Shoes Seite 204 Schmidt’s Papeterie & Wohnaccesoires Seite 220 Schmuck Birgit Pelzinger Seite 204 Silberstudio Seite 221
Für Bastlerinnen
DO -IT-YOURSELF! Für alle, die gerne kreativ sind, sind Bastelutensilien die idealen Geschenke. Ein Musthave in jedem Bastelschrank sind die qualitativ hochwertigen Stifte von Faber-Castell! Ab 10 Euro, gesehen bei Schmidt’s Papeterie & Wohnaccessoires
Für kreative Köpfe
Platz für Gedanken Notizbücher sind Speicher für Ideen und kreative Einfälle. Nuuna sorgt dafür, dass sie nicht nur festgehalten, sondern auch schön verpackt sind. Hier gibt es die kleinen Begleiter in zahlreichen Designs und Größen. 24,90 Euro, gesehen bei Nuuna
Für Trendsetterinnen
Stilsicher unterwegs Cognacfarben und mit weißer Sohle – das Modell 3375 von Red Wing ist ein echter Hingucker und zugleich ein zeitloser Klassiker. Das perfekte Geschenk für die modebewusste, Frau, die androgyne Styles liebt. 299,90 Euro, gesehen bei Red Wing Shoes
Fotos: Nuuna, Red Wing Shoes, Faber-Castell, Birgit Pletzinger, Sina Eichhorn, Affentor, Höchster Porzellanmanufaktur, Silber-Studio, Eva Kirchhoff, Shutterstock/Africa Studio
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FR ANKFURT K AUF T EIN! 2019
Für Stilikonen
Für Ha(a)rmoniebedürftige
Stilsicher unterwegs
Happy Hair Für alle, die das „Frisch-vom-Frisör-Gefühl“ verschenken möchten, eignet sich ein Gutschein bei Michael Müller Friseure. Ob trendiger Calligraphy Cut, eine Haarverlängerung oder auch nur die Spitzen – ein neuer Look ist garantiert.
Wer auf extravaganten Schmuck steht, freut sich über diese verspielten Ohrringe. Die Ohrstecker Frames von Birgit Pletzinger bestehen aus Feinsilber und 935er Silber. Mit roter Emaille sorgen sie für einen Blickfang am Ohr.
ab 60 Euro, Michael Müller Friseure
195 Euro, gesehen bei Birgit Pletzinger
Für Naturschönheiten
Für Glanzstücke
Gepflegt beschenkt
Silber schenken
Wenn ein Last-Minute-Geschenk her muss, lohnt ein Besuch in der Apotheke im Hauptbahnhof. Hier gibt es ein großes Angebot an hochwertiger Naturkosmetik
Eine Etagere ist genau das Richtige, um Süßigkeiten, Gebäck, Obst oder andere Leckereien ansprechend zu präsentieren. 35 Euro gesehen bei Silber-Studio
21,60 Euro, gesehen bei Apotheke im Hauptbahnhof
Für Blumenfreunde
Stilvoll Bevast Blumen sind ein Geschenkklassiker. Was oft aber fehlt, ist die passende Vase dazu. Eine klassische Form kombiniert mit traditionellen Farben und Akzenten in Platin macht dieses Modell zu einem echten Hingucker.
Für Weltverbesserinnen
Nachhaltig gepackt Handgemachte Handtaschen wie diesen zeitlosen Begleiter findet man bei Affentor. Das Beste: Er besteht aus Upcycling-Materialien. 99 Euro, gesehen bei Affentor
349 Euro, gesehen bei Höchster Porzellanmanufaktur
Für Sammlerinnen
Tolle Unikate Wie wäre es mit einem Einzelstück aus der Region? Die Künstlerin Alexandra Hoffmann designt unter ihrem Offenbacher Label „Betonstück“ Sammeltassen, die sie mit Beton verbindet. 19 Euro, gesehen bei Etagerie
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FASHION
GESCHENKIDEEN FÜR IHN
Schenken leicht gemacht
DAS MACHT Man n Fro h Inspiration für ein originelles Geschenk für Ihn gesucht? Nicht verzweifeln beim Geschenkekauf! Diese zehn Ideen schaffen Abhilfe.
Top 10 Für Rhythmische
Geschenke & schöne Dinge: CDs am Goethehaus Seite 179 HiFi-Profis Seite 215 Ikarus Seite 215 Kaufhaus Hessen Seite 185 kp ochs Cut & Color Barber Shop Seite 186 Liebesdienste Wine Seite 186 Montblanc Seite 188 Schuh Sauer Seite 206 Zahnarztpraxis Dr. Moghadam Seite 195 Zeit und Genuss Seite 195
Platten, Cds und Co. Eine Vinylplatte erinnert an die guten alten Zeiten und ist ein Geschenk der besonderen Art. Besonders Sammler kann man mit einer seltenen Schallplatte glücklich machen. Ab 20 Euro, gesehen bei CDs am Goethehaus
Für Ideensammler
Alltagshelfer Notizbuch Mit einem hochwertigen Notizbuch kann jeder etwas anfangen. In coolen Designs und edel verarbeitet, macht sich das besondere Stück gut in jeder Tasche. 72 Euro, gesehen bei Montblanc
Für Genießer
Der etwas andere Gin Ein edler Tropfen sollte auf keinem Geschenketisch fehlen. Anstatt des alt bekannten Klassikers – der Flasche Wein – könnte es doch mal ein Gin sein! Aber nicht irgendeiner: Der Frankfurter Gin basiert auf den sieben Kräutern der Grünen Soße. 30 Euro, gesehen bei Kaufhaus Hessen
Fotos: fotolia/Christian, Kaufhaus Hessen, iStockphoto/dima_sidelnikov, Blade_kostas, Dirk Ostermier, Nhia Moua /Unsplash, Zeit & Genuss, istock?, Liebesdiesnte Wine & More
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FR ANKFURT K AUF T EIN! 2019
Für Flanierer
Für Extravagante
Gut zu Fuß
Hell erleu erleuchtet
Männer mit besonders großen oder kleinen nen Füßen finden nur schwer ein passendes Paar le Schuhe. Schuh Sauer führt für solche Fälle spezielle Modelle von dem deutschen Hersteller Manz.
Kleine Details werten jeden Raum auf. Wie wäre es mit einer eine stylishen Lampe in Federoptik? Das Präsent Präs trifft extravagante Geschmäcker und w wird garantiert zum Hingucker im Wohn Wohn- und Schlafzimmer oder im Büro.
139 Euro, gesehen bei Schuh Sauer
79 Euro, gesehen bei be Ikarus
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Für Grinsebacken
Für Bärtige
Für Party Kings
Professionell aufgehellt
Modischer Moustache
Harte Bässe
Dieses Geschenk zaubert nicht nur ein Lächeln ins Gesicht, sondern ist auch ausgesprochen nützlich: ein Gutschein für eine professionelle Zahnreinigung oder eine Zahnaufhellung. 85 Euro, Zahnarztpraxis Dr. Moghadam und Kollegen
Ein Gutschein für ein Verwöhn-Programm beim Friseur ist auch für den Mann eine tolle Geschenkidee. Von Kopf bis Bart, mit Kopfmassage, Styling und Bartfrisur startet Mann frisch gestylt in den Tag. Die ausgebildeten Barbiere beraten bei der Wahl der passenden Bartfrisur.
Die kleinen Musikboxen sorgen für laute Klänge und können, anders als eine große Musikanalage, überall mit hingenommen werden. Wer das Tanzbein also nicht nur in der Disco schwingen will, ist mit einer Musikbox bestens ausgestattet. 162 Euro gesehen bei HiFi-Profis
Bis 20 Euro, bei kp ochs Cut & Color Barber Shop
Für Feinschmecker
Hessisch für Anfänger Die Bembel Box versorgt den hungrigen Mann mit allerhand hessischen Köstlichkeiten. Das Paket für Feinschmecker beinhaltet Rindswurst mit Frankfurter Senf, Mispelchen-Gelee, Apfelwein-Kuchen, Grüne-Soße-Salz und einen Bembel. 43 Euro, gesehen bei Zeit & Genuss
Für Anspruchsvolle
Edle Weine Ganz besondere Tropfen findet man bei Liebesdienste Wine and More, wie zum Beispiel den seltenen Pignolo. Er überzeugt durch kräftiges Beeren-Aroma und seine Lakritz-Note. 35 Euro gesehen bei Liebesdienste Wine & More
FASHION
GESCHENKIDEEN FÜRS KIND
Mini Trendsetter
G ro s s e s fü r d i e Kle i n e n Hoch sind die Erwartungen, wenn Kids voller Vorfreude Präsente innullkommanix auspacken. Diese Geschenktipps sorgen garantiert für leuchtende Kinderaugen.
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Für Partytiere
Luftikuss
Alles fürs kind: C. Pauli Nature Seite 198 idee.creativmarkt Seite 184 Kreativ Ballon Seite 186 Lassners TaschenRanzen Seite 186 Lepo Kinderschuhe und mehr Seite 201 Made by you Seite 187 Nordendglück Seite 188 Spielzeux Seite 191 Steiff Seite 191 Tausendfüßler Seite 207
Für Neugierige
Volle Fahrt voraus
17 Euro, gesehen bei Kreativ Ballon
Ohren auf!
Mit den Laufrädern von Banwood können die Kleinen (stil-)sicher ins Verkehrsleben starten und auf Entdeckungstour gehen. Sie sind in Pastellrosa, Rot und Marineblau erhältlich. 154,95 Euro, gesehen bei Spielzeux
Die Toniebox spielt, je nachdem, welche Figur man auf den Lautsprecher setzt, ein anderes Hörspiel ab. 79,95 Euro, gesehen bei Spielzeux
Für Erstklässler
Klassenzimmer-King Beim Schulstart besonders wichtig: der perfekte Schulranzen. Das Modell „Space“ von step by step mit ist geräumig, hat eine gute Passform, und die Motive können nach Lust und Laune getauscht werden.
Für Spaziergänger
239 Euro, gesehen bei Lassners
Schritt für Schritt Die ersten Schrittchen der ganz Kleinen erleichtern die Lauflernschuhe von Falcotto in vielen Farben. 59,95 Euro, gesehen bei Lepo Kinderschuhe und mehr
Fotos: Spielzeux, Lassners, Lepo, Paperchase
Top 10
Für Entdecker
Was ist eines der wichtigsten Dinge bei einem Geburtstag? Richtig: die passende Deko. Sehr originell gestaltete Ballonfiguren wie diesen peppigen Flamingo gibt es bei Kreativ Ballon.
Stand Oktober 2018 | Š trafďŹ Q Frankfurt am Main
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LIFESTYLE
BASTEL-TRENDS
Mach’s doch selbst!
D o it yo u r s e lf g e s ch e n ke Geschenke kaufen kann jeder – doch wer seine Liebsten mit einem wirklich individuellen Geschenk überraschen will, der sollte selbst kreativ werden. Wir haben Ideen und Tipps gesammelt, wie originelle Do-it-yourself-Geschenke gelingen. Text: H E L E N SCHI N DL E R
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Top 5 BastelShops: Boesner Seite 179 idee. Creativmarkt Seite 184 Ideenreich Seite 184 Made by you Seite 187 Nähe Main Seite 188
schenke gelingen? „Sich genug Zeit zu nehmen ist die Voraussetzung, damit das Geschenk etwas wird und der Hobby-Bastler nicht frustriert wird. Perfektionismus ist an dieser Stelle nicht angebracht. Wer gefrustet ist, kapituliert schnell. Deshalb gilt: klein anfangen.“ Neben der passenden Anleitung sind die richtigen Materialien wichtig. „Natürlich sollte man stets mit hochwertigen Materialien arbeiten“, so die Expertin. „Ich rate dazu, lieber zu viel als zu wenig zu kaufen. Nervig wird es, wenn man nicht alle Ma-
Der Laden bietet eine riesige Auswahl an Bastelwaren für jeden Gebrauch. Gerlach-Kubis berät täglich zahlreiche Kunden und weiß, worauf es ankommt. „In Handarbeiten wie Nähen oder Stricken beispielsweise kann man sich richtig vertiefen. Man nimmt sich selbst eine kleine Auszeit vom Alltag, in der man einfach mal abschalten kann. Das kann durchaus eine therapeutische Wirkung haben. Man tut sich also auch selbst etwas Gutes“, so die Expertin. Doch worauf muss man achten, damit Do-it-yourself-Ge-
Zusammen mit Kursleiterin Xenia Vaas tauchen die Teilnehmer in die Welt des Handletterings ein. Erlernt werden geschwungene Buchstaben, das Zeichnen mit Brush-Pens und ein individuelles KartenDesign. Und damit auch nichts vergessen wird, erhält jeder Teilnehmer ein umfangreiches Workbook für zu Hause.
Handlettering-kurs
Weitere Infos und Anmeldung unter www.frankfurter-stadtevents.de
terialien beisammen hat. Man sollte immer gleich alles mitnehmen, was man benötigen könnte.“ Und das ist oft gar nicht so viel, wie man denkt: Für Handlettering beispielsweise braucht man lediglich Karten und Umschläge, Stifte, einen Pinsel, eine Downloadvorlage und Graphitpapier. Gerade bei Anfängern sei es darüber hinaus enorm wichtig, jemanden zu haben, der einem zeigt, wie es geht. Auch YouTube-Videos findet Gerlach-Kubis hilfreich: „Sich eine Anleitung im bewegten Bild anschauen ist immer gut.“ Für Leute, die generell ihre kreative Ader entdecken oder ausleben wollen, oder wenn noch viel Zeit ist, ein Geschenk anzufertigen, sind auch entsprechende Kurse toll. Denn: Zusammen lernt es sich besser als allein. „Man kann immer mal beim Nachbarn schauen, was der so macht. Voneinander lernen ist ein wichtiger Faktor. Im Mittelpunkt steht aber der Spaß“, so Gerlach-Kubis. Das kann natürlich auch auf privater Ebene stattfinden: Trommeln Sie einfach einmal im Monat ihre Freunde zu einem gemeinsamen kreativen Abend zusammen. Gerlach-Kubis ist davon überzeugt, dass jeder potenziell dazu in der Lage ist, ein kreatives Geschenk anzufertigen. „Aber nicht jeder kann alles. Da muss man sich ein bisschen ausprobieren. Wie bei allem im Leben hat ja jeder etwas, für das sein Herz schlägt.“ Do-it-yourselfGeschenke sind natürlich nicht auf Handarbeiten und Basteln beschränkt: Ein gestrickter Pullover ist auch etwas Tolles, aber wie wäre es zum Beispiel mal mit selbst gemachten Pralinen, Naturkosmetik oder Schmuck? Egal, für was Sie sich im Endeffekt entscheiden – Ihre Liebsten werden sich garantiert freuen und es zu schätzen wissen, dass Sie sich die Mühe gemacht haben.
Foto: idee.Creativmarkt
„M
al ehrlich: Bei einem Geschenk geht es nicht darum, wie teuer es ist, sondern darum, wie viel Liebe und Aufmerksamkeit darin stecken. Deswegen sind selbst gemachte Geschenke einfach die besseren. Sie sind in jedem Alter cool, die Bandbreite ist riesig, und das Beste: Es ist gar nicht so schwierig! Wie wäre es mal mit selbst gegossener Seife? Mit Handlettering gestalteten Karten oder einem selbst genähten Turnbeutel? Mit den richtigen Anleitungen und ein paar Tipps und Tricks gelingen selbst jene Geschenke, deren Herstellung anspruchsvoll klingt. Als Kind gestaltet man ganz selbstverständlich Geschenke selbst. Kleinkinder malen Bilder, die sie ihren Eltern schenken. Doch je älter man wird, desto mehr entfernt man sich von Do it yourself. „Das ist schade, denn selbst gemachte Geschenke sind für den Beschenkten immer etwas ganz Besonderes. Aber noch viel schöner: Das gilt auch für denjenigen, der das Geschenk macht“, sagt Silvia Gerlach-Kubis vom idee.Creativmarkt in Frankfurt.
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FASHION Stil von Frauen für Frauen: Frauenbetriebe Design, Seite 199
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HOME Lorey bietet cooles Design für Küche und Haushalt, Seite 217
Das Bett für einen erholsamen Schlaf von Betten Zellekens, Seite 210
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Über die Jahre hinweg
Geschäfte mit Geschichte Dass es mitten in Frankfurt nicht nur hektisch, sondern auch beständig zugehen kann, beweisen diese drei Traditionsunternehmen. Mit Herzblut und Leidenschaft stehen sie für Qualität und Treue – und das schon seit Jahren. Text: SI NA EICHHOR N
Angelika Kleine kennt jede Bürste in ihrem Laden. Ein elektronisches Verzeichnis braucht sie nicht
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Legen selbst Hand an: Angelika Zülch Busold mit Tochter Nicole
Fotos: Dirk Ostermeier
wenn das sortiment wächst und wächst „Über 100 Jahre, so lange gibt es das kleine Bürstenhaus mitten in der Frankfurter Innenstadt schon. Wie lange genau, das kann selbst Inhaberin Angelika Kleine nicht sagen: „Es war nach der Zeit der fahrenden Händler. Da beschloss Erna Drossner, ihr Sortiment an Bürsten und Kämmen erstmals an einem festen Ort anzubieten.“ Unweit der Zeil, in der Stiftstraße 9 bis 17, hatten die Frankfurter nun die Gelegenheit, ihren Bedarf an Bürsten jederzeit abzudecken. „Wir blicken auf eine lange Familiengeschichte voller kreativer Köpfe zurück, die das Geschäft zu dem gemacht haben, was es heute ist“, so Angelika Kleine. Mit der Nachfolge des Ehepaars Diebow erweiterte sich das Sortiment um sogenannte Luxusartikel. Mit Dachshaar versehene Pinsel und handgezogene Bürsten machten das Bürstenhaus auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. 1975 übernahm dann das Ehepaar Werndt den Laden, die später Kleines Schwiegereltern werden sollten. Als Hausfrau durch und durch lag es Frau Werndt besonders am Herzen, Produkte zu entwickeln und zu verkaufen, die besonders praktikabel sind. Getreu ihrem Motto „einen Handgriff weniger“ erweiterte sich das Sortiment beispielsweise um eine Unterlage, die unschöne Seifenreste am Waschbecken verhindern sollte.
Doch es war nicht immer leicht für das kleine Familienunternehmen. Ansässig in Frankfurt, einer Stadt, die stetig wächst und baut, blieb auch die Stiftstraße nicht verschont. Eine dreijährige Kernsanierung des Gebäudes 1989, der Abriss umliegender Kaufhäuser und das Verschwinden zahlreicher kleiner Unternehmen stellten die Familie vor große Herausforderungen. 2011 war es dann schließlich so weit: Durch die Möglichkeit zu expandieren beschloss das Ehepaar Kleine, in die Töngesgasse 27 umzuziehen.
„WIR WURDEN VON KLEIN AUF INTEGRIERT. DER LADEN BEDEUTET FÜR UNS HEIMAT.“
Dort befindet sich das Bürstenhaus seit fünf Jahren wieder unter reiner Frauenleitung. „Es ist mein Herzstück. Ich mache alles im Laden, egal ob putzen, einkaufen oder natürlich Kunden beraten. Und das klappt prima“, erzählt Kleine stolz. Unterstützt werde sie noch von einem Mitarbeiter und einer Aushilfe, denn gerade in der Vorweihnachtszeit brumme der Laden. Bislang hat Angelika Kleine noch keinen Nachfolger für ihren Laden gefunden. Doch sie möchte noch lange weitermachen. „Wir wollen nicht stagnieren und gehen mit der Zeit. Es gibt einen kleinen Online-Versand exklusiver Artikel, und ich passe mein Sortiment an die Nachfrage meiner Kunden an. So gibt es zum Beispiel inzwischen auch vegane Pinsel aus Kunsthaaren.“
Wenn Kaffee durch die Adern fließt Ein intensiver Geruch nach frisch aufgebrühtem Kaffee, im Hintergrund das Mahlen der Bohnen und zahlreiche Kunden, die Schlange stehen – ein Besuch im Kaffeehaus von Wacker’s am Kornmarkt ist ein Fest für die Sinne. Auf den rund 60 Quadratmetern des sogenannten Stammhauses kann es besonders zu Stoßzeiten etwas enger werden. Doch ändern möchte Angelika Zülch-Busold, die die Filiale gemeinsam mit ihrer Tochter Nicole Busold leitet, nichts: „Es ist ein Tribut an meine Großmutter Luise Wacker. Wir wollen den Laden so erhalten, wie sie ihn 1914 gegründet und ihr
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TRADITION
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Mitten in seinem zweiten Wohnzimmer: Thomas Reußenzehn bei der Arbeit
Top 10 TraditionsGeschäfte: Bürstenhaus Seite 179 Café Wacker Seite 192 Frankfurter Röhrenmanufaktur Seite 182 Gref-Völsings Seite 183 Koffer24 Store Seite 185 Kunst- und Auktionshaus Döbritz Seite 186 Kurzwaren Wächtershäuser Seite 192 Samen Andreas Seite 190 Sinn Spezialuhren Seite 206 Waffen Dotzert Seite 192
Leben lang gekannt hat.“ Dementsprechend haben die beiden den Laden, der inzwischen als ein Kulturdenkmal geschützt ist, mit viel Mühe und Liebe zum Detail über drei Monate lang restaurieren lassen und sind dafür in die freien Räumlichkeiten nebenan gezogen. „Es ist wie damals, nur schöner“, freuen sich nun ihre zahlreichen Stammkunden, die das Familienunternehmen schon jahrelang kennen. 1911 kam die damals 23-Jährige Luise Wacker nach Frankfurt und begann eine Lehre im Feinkosthandel. Statt nach Amerika auszuwandern, wie sie es ursprünglich geplant hatte, eröffnete sie drei Jahre später ein Feinkostgeschäft mit eigener Kaffeerösterei. Erlesene Sorten machten den Laden schnell zu einem beliebten Treffpunkt, wenn es um guten Kaffee und Espresso ging. Neben Jahren des Erfolgs gab es auch schwere Zeiten: Vom Krieg gezeichnet, der einen völlig zerstörten Laden hinterließ, war der Kampfgeist Luises geweckt. Gemeinsam mit ihrer Tochter Margarete eröffnete sie daraufhin 1955 das Stammhaus am Kornmarkt. Heute, über 50 Jahre später, schenken die Wackers ihren Kaffee an drei weiteren Standorten in Frankfurt aus. Ein nächster ist seit Dezember 2018 in Sachsenhausen auf der Schweizer Straße zu finden. Doch nicht nur Frankfurter kommen in den Genuss, denn durch den Online-Handel versorgen sie Kunden aus der ganzen Welt mit ihren besonderen Röstungen aus Fechenheim.
Ihre Bohnen beziehen sie aus vielen Ländern der Welt, setzen dabei jedoch auf kurze Wege und wenige Zwischenhändler. Einige Bohnen werden sogar direkt bezogen. Heute leiten Angelika Zülch-Busold und ihr Bruder Hans Zülch das Unternehmen. Mit Nicole Busold, einer der sieben Urenkel(innen) Luise Wackers, steht bereits die vierte Generation im Laden. „Der Zusammenhalt in unserer Familie ist groß. Wir alle werden schon von klein auf integriert. Der Laden bedeutet für uns Heimat.“
Wenn ein Kindheitstraum wahr wird Er wirkt wie Daniel Düsentrieb, wenn Thomas Reußenzehn in seiner Werkstatt, der Frankfurter Röhrenmanufaktur, steht. Da wundert es nicht, dass er bereits eines seiner erfolgreichen Geräte nach dem Tüftler aus den beliebten Comic-Heften benannt hat. Es handelt sich dabei um ein Spezialgerät für den optimalen Klang von Gitarren, auf das Reußenzehn besonders stolz ist: „Die Idee dazu kam mir damals wie ein Geistesblitz und hat sich letztendlich als ein großer Wurf entpuppt.“ Und das Tüfteln scheint ihm im Blut zu liegen. Schon als Dreizehnjähriger baute er seine erste Gitarre, kurz darauf seine erste Stereoanlage. Denn die waren damals noch Mangelware und von seinem kleinen Taschengeld unerschwinglich. „Das war eine tolle Zeit. Zwischen 1967 und 1970 hat die Luft gebrannt. Da war Woodstock, die Beatles,
tolle Filme – das ganze Programm. Musik bekam einen ganz neuen Stellenwert“, schwärmt Reußenzehn. Und von da an wusste er, womit er sich sein Leben lang beschäftigen möchte. Nachdem er seine Lehre beendet hatte, absolvierte er ein Studium der Elektrotechnik, das er sich mit Musik und Reparaturen von Verstärkern selbst finanzierte. Nur drei Monate danach wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit, der er bis heute nachgeht. Sein Sortiment wächst beständig, und so fertigt er heute Röhrenverstärker für HiFiAnlagen, Gitarren, Plattenspieler, Kopfhörer und auch Radios an. Dementsprechend breit gefächert ist auch sein Kundenstamm: von Musikern und Musikliebhabern über Tonstudios bis hin zu Ärzten, die seine Kopfhörersysteme im Operationsaal oder in Therapien einsetzen. Sie alle schätzen die Qualität seiner Produkte und sicherlich auch seine Ehrlichkeit. Denn Reußenzehn möchte nicht nur Geld verdienen, sondern vor allem glücklich machen: „Teurer heißt nicht unbedingt besser. Je nach Musikgeschmack und Akustik in den jeweiligen Räumlichkeiten bremse ich meine Kunden auch mal aus.“ Nach mehreren Standortwechseln hat er seinen Firmensitz seit zehn Jahren fest in Frankfurt, und dort will er auch noch lange bleiben. Sein Erfolgsgeheimnis? „Das ist einfach“, erzählt Reußenzehn. „Demut. Es ist wichtig, auch nach all den Jahren der Arbeit nicht überheblich zu werden. Man kann noch so viel Erfahrung haben – alles weiß man nie.“
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Alle s s o s ch ö n O ld S ch o o l Text: DET L EF K I NSL E R
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ie denken, der Unterschied zwischen Retro und Vintage ist nur eine Marginalie? Dann schlagen Sie doch mal die Definitionen im Internet nach. Demnach bedeutet Retro, dass lediglich Elemente früherer Stilrichtungen in Musik, Design und Ähnlichem nachgeahmt werden. Vintage (vom Englischen altmodisch, klassisch, aus einer bestimmten Zeit) dagegen bezeichnet etwas, das hohe Qualität hat und authentisch ist. Auch wenn der Begriff ursprünglich nur für Mode im Stil der Dreißiger- bis Siebzigerjahre Verwendung fand, wird er heute längst für alles von bleibendem Wert benutzt. Vintage ist tatsächlich auch der Begriff, der im Gespräch mit Marc Douha fällt. Die Röhre Frankfurt heißt sein Laden in Sachsenhausen. Den definiert er als nostalgischen HiFi- und HighEnd-Gebrauchtmarkt. Die Regale sind voll mit allem, was Musik zum Genuss macht. Und die Objekte üben eine hohe Anziehungskraft auf ein „breites Publikum“ aus. Lange kamen nur Männer über 50. „Aber mittlerweile sind es auch jüngere Leute, die Spaß daran finden, Platten abzuspielen, von der Technik und natürlich dem Klang begeistert sind“, versichert Douha. „Es gibt sogar wieder Anfragen nach Walkmans.“ Musik im MP3-Format oder auf Smartphones zu hören ist eben nicht sexy. Es kommen sogar Menschen in den Laden, die
bringen ihre alten Platten mit, suchen gezielt die Geräte, auf denen sie klingen wie vor 40 Jahren. „Das darf dann auch knistern und rauschen“, lacht der erfahrene Inhaber. Gerne kommt er dem Wunsch nach intensiver Beratung nach. Der ästhetische Anspruch an die Maschinen spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Kompaktanlagen in einheitlichem Design sind nicht gefragt. Lieber das Kassettendeck
„MUSIK IM MP3-FORMAT ODER AUF SMARTPHONES ZU HÖREN IST NICHT SEXY.“
in Silber, der Verstärker champagnerfarben, der CD-Player in Schwarz. „Es ist einfach toll, wenn nicht alles gleich aussieht.“ Dem Verkauf frönt Douha mit Leidenschaft, Geld verdient er mit seinem Service. Er beschäftigt drei Techniker die ganze Woche in Vollzeit. „Die alten Geräte lassen sich noch reparieren.“ Dennoch muss er oft improvisieren. Wenn mal Ersatzteile fehlen, hilft – Ironie der Geschichte – eine neue Technologie. Mit 3DDruckern lassen sich zum Beispiel Zahnräder nachbauen. Wer sich einen Plattenspieler kauft, ist natürlich ein Fan der schwarzen Scheiben. Auch wenn Vinyl der darbenden Plattenindustrie ein leichtes Umsatzplus bescherte, gibt es mit CDs am Goethehaus nur noch einen Fachhändler am Ort. Dem steht gleich eine ganze Reihe an Secondhand-Anbietern gegenüber. All die, die aus Gründen der Unverfälschtheit lieber Originale als Nachpressungen alter Titel kaufen möchten, stöbern bei Sick Wreckords, Lucky Star, Mythos, Analoge Tonträger, Memphis Records und City Beat Records. In Between, wo man stolz auf das größte Jazzangebot der Stadt ist, teilt sich die Räume mit Die Röhre. Kaum zwei Minuten Fußweg entfernt wirbt No.2 Records in der Wallstraße mit einer riesigen Auswahl und geprüfter Qualität zu besten Preisen. Groß, hell und luftig ist der Laden. Hier kann man nach Herzensluft stö-
Fotos: Detlef Kinsler, Shutterstock/Vladimir Sukhachev
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Wer die Originale den Fälschungen vorzieht, steht auf Vintage, nicht auf Retro. Das gilt für Vinyl-Schallplatten wie für klassische HiFi-Komponenten, alte Bücher oder Auto-Oldtimer. Längst entpuppen sind auch junge Käufer als absolute Ästheten.
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bern und Musik hören. „Es ist ja nun mal authentischer, hier einzukaufen, als Neuware zu kaufen. Und wenn es ein echter Sammler ist und nicht einfach nur ein Konsument, dann geht natürlich nichts über ein Original“, weiß Inhaber Michael Baumann. Der gebürtige Tauberbischofsheimer kam als junger Musikfan auf der Suche nach neuen Schätzchen gerne auf den Flohmarkt nach Frankfurt und auch als Verkäufer, um Überschüssiges wieder loszuwerden. Irgendwann reifte die Idee, einen eigenen Laden aufzumachen. Aus dem Hobby wurde ein Beruf. 2014 konnte im No.2 das 30. Jubiläum gefeiert werden. „Die Bedeutung der Schallplatte war in meinem Laden über all die Jahre die gleiche, sie war immer ein wichtiger Teil im Repertoire, auch als CDs noch richtig geboomt haben“, betont Baumann. „Ich habe immer gesagt, dass es schön ist, so eine Platte in den Händen zu halten. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, sie zu verramschen.“ Die Bandbreite reicht von CDs für 2,50 Euro bis zu Vinyl zum Preis von 250 Euro. Für rare Krautrockplatten in gutem Zustand etwa wird das (und mehr) gerne mal bezahlt. Dass die Langspielplatte Leidenschaft, ja Leben für Baumann bedeutet, zeigt, dass letztes Jahr gleich noch einmal gefeiert wurde. Der 33⅓-Geburtstag. Das ⅓ irritierte die Jüngeren. Sie bekamen prompt Nachhilfeunterricht. Mit wie viel Umdrehungen wird die Langspielplatte abgespielt? Mit 33⅓. Eben. Auch für das Hobby seiner
Frau ist Platz. Im Design-Flohmarkt gibt es Geschirr, Vasen, Taschen, Spiele und vieles mehr. Alles herrlich old school. Ewig gestrige mögen die lästern, für die die Zukunft nicht aufzuhalten ist. Und da steht die Prophezeiung im Raum, dass das E-Book das gedruckte Buch unweigerlich vom Markt ver-
drängen wird. Die, die noch in den Buchhandel gehen, um sich ein Hardcover zu kaufen, werden schon als hoffnungslose Romantiker belächelt. Als was muss man dann Kunden eines Antiquariats bezeichnen? Als absolute Nostalgiker? „Nein, das sind keine Nostalgiker“, mag Thomas Orban diese Vermutung nicht unterschreiben. Er betreibt zusammen mit Ines Streu das Antiquariat Orban & Streu im Nordend. „Im Gegenteil, es sind einfach Leute, die Bücher mögen und sich sagen: Ich will in so einen Laden gehen, habe zwar keine feste Vorstellung, was ich suchen soll, will mich aber einfach mal anspringen lassen von den Titeln und interessante Bücher finden und sie mitnehmen.“ Rund 5000 Bücher stehen auf nicht einmal 100 Quadratmetern, viermal so viele warten noch im Lager. Gegenüber der Musterschule findet man vieles zwischen Schnäppchen und Schätzchen, ob alte in Leder gebundene Bibeln oder bunte rororo-Taschenbücher im Fünfzigerjahre-Design. Die Frage nach dem teuersten Exemplar im Sortiment vermag Orban auf Anhieb nicht zu beantworten. „Aber die Zeitschrift des Alpenvereins von der ersten Nummer 1870 bis 1945 kostet dann schon richtig Geld“, verrät er. Für eine Sonderausgabe von Helmut Newtons „Sumo“ – fast 40 Kilogramm schwer – musste man schon mal mit einem hohen vierstelligen Betrag kalkulieren. Ein Fokus im Laden liegt auf der großen Frankfurt-Kollektion. Über 1000 Exemplare zählt sie. „Und was wir nicht haben, besorgen wir“, verspricht Orban.
Top 5 VintageLäden: Antiquariat Orban & Streu Seite 178 Die Röhre Seite 180 No.2 Seite 188 Oxfam Seite 188 Glinicke Classic Cars Seite 183
LIFESTYLE
FAHRRÄDER
Richtig radeln
D e r ag i le R ad R atg e b e r Es ist so einfach, etwas fĂźr die Umwelt, die Natur und die eigene Gesundheit zu tun. Steigen Sie doch einfach mal aufs Rad. Im Fachhandel finden Sie ein Riesenangebot zum Cruisen, Sprinten oder Shoppen. Dabei sind nicht nur E-Bikes ein echter Renner. Text: DET L EF K I NSL E R
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Moderne trifft auf Tradition: E-Bikes aus der Bike Boutique und klassische Räder bei Per Pedale
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Fotos: Diamond Lifestyle, Bike Boutique, Alexander Heimann
oogelt man die fahrradfreundlichsten Orte Europas, so sind es keine deutschen Städte, die da regelmäßig in den Top Ten zu finden sind. Nicht mal Münster, das regelmäßig den Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) anführt, kann gegen Kopenhagen, Amsterdam, Utrecht, Straßburg oder Eindhoven anstinken. Fahrradfahren liegt im Trend, nur tragen dem die Stadtoberen bei ihren Mobilitätsplanungen auf höchst unterschiedliche Weise Rechnung. Eine Metropole wie London setzt dabei auf ein Konzept namens „Cycle Superhighways“. Reine Fahrradspuren sollen für Sicherheit sorgen. Separierte Streckenführung heißt das Zauberwort. Dem 2011 verstorbenen damaligen Verkehrsdezernenten der Stadt Frankfurt, Lutz Sikorski, wird attestiert, bis zu seinem Tod Wesentliches zur Förderung des Radverkehrs beigetragen zu haben. Natürlich war der Grünen-Politiker zu den Ortsterminen auf dem Drahtesel unterwegs, baute das bundesweit erste Radfahrbüro auf, auch um Bürgeranregungen zu sammeln, setzte das Radeln gegen Einbahnstraßen um. Seine Idee war, Fußgänger, Rad- und Autofahrer miteinander zu konfrontieren – auf dass sie sich verstehen lernen. Nur setzte man da eine soziale Kompetenz voraus, die man nicht jedem Verkehrsteilnehmer bei den wachsenden Egoismen in der Gesellschaft wirklich zuschreiben kann. Also vielleicht doch besser auf Protected Bike Lanes setzen. Gesicherte Radfahrstreifen, sprich dem Autoverkehr abgerungene Spuren, die dann womöglich noch mit baulichen Barrieren vorm Überfahren und Zuparken geschützt werden. Nur braucht es dazu Platz. Der wird geschaffen, wenn es zu tödlichen Unfällen kommt. Da drängt die städtische Unfallkommision auf eine schnelle Umgestaltung. Das Aufpinseln von weißen Markierungen allein wird aber das Risiko für Radfahrer kaum minimieren. Nicht überall lassen sich rot-weiß gestreifte „Klemmfixe“ anbringen. Darauf zu hoffen, dass Pkw-Lenker auch konsequent in ihrer Spur bleiben, wäre fatal. So ist auch nicht jede gut gemeinte Baumaßnahme in der Stadt zu verstehen, etwa die Umgestaltung der Eschersheimer Landstraße zwischen Hügelstraße und Weißer Stein. Gefährdet sind Zweiräder eher zwischen Dornbusch und Hügelstraße. Da biegen Pendler aus dem Taunus in Richtung A661 ab. Warum man da, wo sich
Fußgänger und Radfahrer seit Jahren problemlos breite Bürgersteige teilen, wie zum Beispiel in der Sophienstraße in Bockenheim oder der Stephanstraße auf Höhe der Peterskirche in der Innenstadt, die Fahrspuren verengt, bleibt ein Rätsel. Auf einer „Rennstrecke“ wie dem Alleenring grenzt die Umleitung auf die Straße an grobe Fahrlässigkeit. Und dennoch: Frankfurter sind oft mit dem Fahrrad unterwegs, und die Händler können sich über mangelndes Kaufinteresse nicht beschweren. Sie sind sich aber einig: Bei der Infrastruktur ist noch viel Luft nach oben. Der Anreiz für potenzielle Radler ließe sich locker noch erhöhen. Nicht allein bei E-Bikes verzeichnen die Verkäufer großes Interesse. Ein Trend in der Stadt sind, na klar, Stadträder. Bei Familien liegen Lastenräder gut im Rennen. Wobei die „Last“ hier vier Kinder bis zu einem Alter von sieben Jahren sein können. Eine solche Family Performance ist mit bis zu 5000 Euro nicht ganz billig. Ein apartes Großstadtgefährt ist das Hollandrad. „In den Bergen ist das kein Thema“, lacht Jürgen Welz vom Zweirad-Center Stadler. „Hier in der Stadt gehen sie dagegen gut.“ Ein gutes Hollandrad gibt es ab 300 Euro, die Räder der Firma Gazelle, deren renoviertes Werk 2014 von König WillemAlexander wiedereröffnet wurde, können schon mal mehr als das Doppelte kosten. Hollandräder gibt es auch in schicken Pastelltönen wie hellem Mint, zartem Rosa und lichtem Blau. Anfangs als Rentnerrad belächelt, ist das E-Bike längst in allen Generationen angekommen. Fahrrad Denfeld in Bad Homburg versteht sich als E-BikeExperte mit einer der größten E-Bike- und Pe-
„GENERELL GILT: WER GÜNSTIG KAUFT, KAUFT MEHRFACH.“
delec-Auswahlen in Deutschland. Die Topografie „in einer bergig-hügeligen Region“, so Marc Denfeld, spielte dem 1982 gegründeten Familienbetrieb in die Karten. Darauf konnte er mit seinem Marketing einsteigen, und die Taunusstädter punkteten schon vor zehn Jahren mit Elektrofahrrädern. Aber ist Radeln mit Motorhilfe wirklich sportlich? Denfeld verweist auf den „Hybrid-Charakter“ des Gefährts. „Das fährt nicht von allein, der Motor vervielfacht nur“, unterstreicht er. Der Fahrer bleibe tatsächlich selber in Bewegung. Ein Argument für Pendler ist, dass sie nicht verschwitzt bei der Arbeit ankommen. Für ein qualitativ vernünftiges Fahrrad sollte man 2000 Euro ausgeben. Sonst gilt: „Wer günstig kauft, kauft mehrfach.“ Wer Rennräder bevorzugt, sucht sich gleich einen Spezialisten wie etwa die Gnewikow & Fülberth Radsport-Frankfurt GmbH in Eschersheim. Gegründet wurde das Geschäft von Peter Max Gnewikow. Der war selber noch Fahrer beim Sechstagerennen in der Festhalle und stand Lokalmatador Didi Thurau auch als Mechaniker zur Seite. Das schafft Authentizität. Die allein zahlt nicht die Miete, hilft aber wie die gute alte Mundpropaganda – und das in Zeiten digitaler Kommunikation . „Wir leben von Kunden, die schon seit Jahrzehnten zu uns kommen und die uns durch Empfehlungen neue Kunden bringen“, erzählt Thomas Fülberth. Der versteht sich und sein Team nicht vorrangig als Verkäufer, sondern als Berater. „Das ist halt der Unterschied“, betont er. Und ein sympathischer Zug. Hier frönen Menschen spürbar ihrer Leidenschaft. Da es „den typischen Radrennfahrer“ nicht mehr gibt, gilt es, die potenziellen Käufer einschätzen zu lernen. „Die Kunden sollen uns beschreiben, was für ein Typ sie sind.“ Ein Superrennrad kriegt man schon für einen Preis zwischen 1500 und 2000 Euro. Danach, so formuliert es Fülberth, kommen Emotionen ins Spiel. „Wenn du mehr ausgibst, dann nur, weil du Spaß an einer speziellen Lackierung, einer besonderen Schaltung oder an mehr Elektronik hast“, weiß der Fachmann. „Zeitschriften propagieren was anderes. Die schreiben, du brauchst Karbon. Du brauchst eine elektronische Schaltung. Dann reden wir gleich von 3000 Euro.“ Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. „Für 5000 bis 7000 Euro bekommst du Tour-deFrance-Material; das, was die Profis original fahren. Das macht dann den Reiz am Rennradfahren mit Hightech-Material aus.“
Top 10 Geschäfte für Fahrräder und E-Bikes: Bike Boutique Seite 178 Einfallsreich Seite 180 Fahrrad Böttgen Seite 180 Fahrrad Denfeld Seite 180 Gnewikow & Fülberth Radsport Seite 183 Hibike Seite 184 Main Bike Seite 187 Pedalinski Seite 189 Per Pedale Seite 189 Zweirad Stadler Seite 195
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LIFESTYLE
FITNESS
Work hard, train hard
I s t H I IT d e r H it ? High Intensity Intervall Training (HIIT) ist zurzeit total im Trend. Doch was genau verbirgt sich dahinter, und welche Vorteile bringt es gegenüber dem herkömmlichen Trainieren im Fitnessstudio? Text: H E L E N SCHI N DL E R
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ass Bewegung und Sport wichtig sind, ist Konsens. Und grundsätzlich fördert auch jede Sportart die Gesundheit. Trotzdem gibt es effektive und weniger effektive Methoden, seinen Körper zu trainieren. Der Fitness-Trend schlechthin ist High Intensity Intervall Training (kurz: HIIT). Doch was genau verbirgt sich dahinter? Wie so vieles kam auch dieser Trend aus den USA und schwappte allmählich über den großen Teich nach Deutschland. Der genaue Ablauf eines HIIT Trainings variiert, aber grundsätzlich handelt es sich dabei um ein Ganzkörpertraining, das sich aus einer Mischung aus hochintensiven Belastungsphasen und Ruhephasen zusammen-
Muskelbepackt am Gerät
setzt. Die knackigen und schweißtreibenden Workouts haben das Ziel, das Herz-KreislaufSystem optimal zu stärken. „Bei einem HIITTraining werden der Stoffwechsel und der Kreislauf richtig angekurbelt und die Sauerstoffaufnahme gesteigert“, sagt Mieke Tasch von den Urban Heroes. Als erstes Studio in Deutschland haben sich die Urban Heroes auf HIIT spezialisiert. Das Studio befindet sich in Hamburg, ein Ableger in Frankfurt ist für 2019 geplant. In den hochintensiven Phasen des Workouts wird die Herzfrequenz auf 85 bis 100 Prozent gesteigert, in den Ruhephasen auf 40 bis 50 Prozent der maximalen Herzfrequenz runtergefahren. Das führt dazu, dass während der hochintensiven Phasen mehr Sauerstoff benötigt wird,
als der Körper in dem Moment bereitstellen kann. Dieser Bedarf muss nach dem Training nachgeholt werden. Die Sauerstoffmehraufnahme regt den Stoffwechsel an und führt zu einem Kalorienumsatz, der höher ist als bei normalem Ausdauertraining. Bernadette Buhl, Geschäftsführerin des Frankfurter Fitnessstudios Unio, sieht den Hype kritisch: „HIIT ist ein Trend, weil die Menschen immer was Neues brauchen. Es unterscheidet sich nicht wesentlich von einem herkömmlichen Cardio-Training.“ Im Prinzip seien sowohl HIIT als auch herkömmliche Cardio-Einheiten gleichwertige Kraft-AusdauerTrainings. Auch beim Cardio-Training werden Pausen, beziehungsweise Intervalle, gemacht. Um ein gezieltes Herz-Kreislauf-Training zu absolvieren, sei Cardio unersetzlich. Es helfe gegen Bluthochdruck, könne Übergewicht reduzieren und stärke das Immunsystem. „Auch kann ein HIIT-Kurs niemals das Krafttraining an einem Gerät ersetzen, da dort viel gezielteres Training absolviert werden kann“, so Buhl. Beim Krafttraining werden je nach Übung bestimmte Muskelgruppen angesprochen. HIIT hingegen ist ein Ganzkörpertraining, bei dem die allgemeine Fitness gesteigert wird. „Wenn ich meine Fitness feststellen will, muss ich mir im Prinzip die Frage stellen: Wie schnell erhole ich mich? Denn eine gute Fitness bedeutet, dass man von einer hohen Herzfrequenz schnell wieder auf seinen Ruhepuls kommt, was im Umkehrschluss bedeutet, dass man belastbarer und leistungsfähiger wird“, so Fitnesstrainerin Mieke Tasch. Durch die in Intervallen durchgeführte maximale Belastung wird bei einem HIIT Workout genau das trainiert. HIIT Work-
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Fotos: Shutterstock/RomarioIen
outs sorgen für einen messbaren Körperfettabbau – dies wurde inzwischen durch wissenschaftliche Studien belegt. Wichtig ist, auf die richtige Ausführung der Übungen zu achten. Denn durch die geforderte Schnelligkeit besteht die Gefahr, Übungen halbherzig oder mit einer falschen Technik auszuführen. „Was bei HIIT unbedingt beachtet werden sollte, ist, dass es ein sehr fordernder Sport ist, der nicht für jeden geeignet ist. Man sollte sich daher unbedingt vorher durchchecken lassen, zumindest kardiologisch“, so Unio-Geschäftsführerin Buhl. Allerdings kann das Workout je nach Fitness-Level angepasst werden. Anfänger beginnen beispielsweise mit einer Belastungszeit von 30 Sekunden und einer doppelt so langen Ruhephase. Je fitter man ist, desto länger werden die Belastungs- und desto kürzer die Ruhephasen. Aber auch die Intensität innerhalb der Belastungsphasen kann variiert werden: Bei den Urban Heroes können verschiedene Geschwindigkeitsstufen auf dem Laufband und unterschiedlich schwere Gewichte beim Muskelaufbautraining genutzt werden. Das Muskelaufbautraining kann beispielsweise Grundübungen wie Liegestütz, Kniebeuge und Ausfallschritte umfassen. Wichtig ist, bei jedem Intervall an sein Limit zu gehen. „Da das Training in Intervallen mit kurzer Dauer stattfindet, kann mit maximalem Gewicht trainiert werden. Dadurch wird der Nachbrenneffekt gesteigert“, so die Fitnesstrainerin. „Dank des hohen Nachbrenneffekts verbrennt man bei einem HIIT-Workout extrem viele Kalorien.“ Für schnelle und sichtbare Erfolge empfiehlt Tasch, drei Mal pro Woche eine HIIT-Session zu absolvieren. Wichtig sei aber auch eine angemessene Regenerationszeit zwischen den einzelnen
Trainingseinheiten. Da HIIT-Einheiten oft nur um die 20 bis 30 Minuten dauern, muss insgesamt deutlich weniger Zeit in das Training investiert werden als beim reinen Ausdauer- oder Krafttraining mit moderaterer Intensität.
„DANK KURZER INTERVALLE KANN MIT MAXIMALEM GEWICHT TRAINIERT WERDEN.“
HIIT ergänzt sich zudem gut mit einem anderen aktuellen Fitnesstrend: dem Trainieren in der Gruppe. Immer mehr Leute trainieren lieber mit Gleichgesinnten als alleine. Aus diesem Bedürfnis heraus hat sich ein neues Konzept entwickelt: Fitness Boutiquen. Auch die Urban Heroes verstehen sich als Fitness Boutique. Im Gegensatz zu einem Fitnessstudio wird in einer Fitness Boutique nicht die Vielfalt an sportlichen Möglichkeiten angeboten, man spezialisiert sich vielmehr auf ein konkretes Sportkonzept. „Da alle die gleichen Kurse besuchen, kann man sich ziemlich sicher sein, dass man immer wieder mit denselben Leuten trainiert. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl“, sagt Tasch. „Gemeinsam trainiert es sich besser als alleine.“ Zwar können HIIT Workouts auch alleine zu Hause absolviert werden, aber auch viele Fitnessstudios bieten entsprechende Kurse an. Die beiden Trends scheinen sich also gut zu ergänzen. Ein HIIT-Training hat mit Sicherheit einige Vorteile: einen hohen Verbrauch an Kalorien, die Reduktion von Körperfett und die Steigerung der Ausdauer. Im Endeffekt muss aber jeder für sich selbst ausprobieren und entscheiden, welches Sportkonzept am besten zu einem passt. „Egal wofür man sich am Ende entscheidet – der erste Schritt sollte immer ein Beratungsgespräch sein. Nur dann kann man das Training individuell an die Wünsche, Belange und Probleme anpassen“, so Buhl vom Fitnessstudio Unio.
Top 10 Fitness: TG Bornheim Seite 192 Unio Seite 192 Elements Seite 180 Prime Time Fitness Seite 189 Pure Training Seite 189 Amiga Frauen Fitness Seite 178 Fitness First Seite 182 Mainhattan Sports Seite 187 Kieser Training Seite 185 Fit 711 Seite 182
LIFESTYLE
ERNÄHRUNG
Öko-Siegel
Natü r li ch e Ko s t : I s t B i o G le i ch b i o? Kein anderes Wort löst in Deutschland ein derartiges Vertrauen bei Konsument und Käufer aus. Denn: Bio ist Trend, Bio boomt. Doch was bedeutet es eigentlich? Und ist Bio wirklich immer besser? Text: SI NA EICHHOR N
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„N Top 5 Naturkostläden: Alnatura Seite 178 Bio Markt Picard Seite 179 Biometzgerei Spahn Seite 179 gramm.genau Seite 183 Lebe gesund Seite 186
och nie war das Interesse an gesunder Ernährung größer, als es derzeit ist. Allein im Jahr 2017 ist der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland um knapp sechs Prozent gestiegen und lag somit bei mehr als zehn Milliarden Euro. Miriam Eisenhauer, Ökotrophologin von Vitaliq in Frankfurt ,sagt: „Wir werden immer achtsamer. In einer Welt, in der vieles nicht zu kontrollieren ist, fangen wir an, uns mehr mit uns selbst zu beschäftigen. Angefangen beim Einkauf, denn der ist zu kontrollieren.“ Bei vielen Bio-Käufern spielt der Umweltgedanke eine Rolle. Die Verbraucher wollen lange Transporte und den Einsatz von Pestiziden vermeiden. Bei anderen wiederum steht die Regionalität im Vordergrund, weil sie nachhaltig ist und die Landwirtschaft in der Region stärkt. Deutschland alleine kann die steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln jedoch längst nicht mehr decken, beträgt der Ökoanteil der Agrarflächen hierzulande nur knapp acht Prozent (Stand 2017). Das hat zur Folge, dass immer mehr Biolebensmittel aus dem Ausland importiert werden. Erdbeeren im Dezember und Mandarinen und Orangen im Juli – was verlockend klingt und als biologisch gekennzeichnet wird, widerspricht teilweise dem Grundsatz, regional und saisonal einzukaufen. Dr. Annette Weber, Diplom-Ökotrophologin und aus Frankfurt, erklärt: „Beim Kauf von Bioprodukten sollte der Verbraucher vor allem auf regionale Produkte zurückgreifen. Ein Bio-Apfel zum Beispiel aus Italien ist aus ökologischer Sicht natürlich nicht sinnvoll, wenn es auch Bio-Äpfel aus
der Region zu kaufen gibt.“ Die besten Lebensmittel könne man frisch auf dem Wochenmarkt, im Bioladen oder direkt vom Hof kaufen. Dann sind sie weder in Plastikfolie verpackt, noch haben sie weite Transportwege hinter sich. Wer seinen Einkauf dennoch lieber im Supermarkt oder Discounter tätigt und trotzdem nicht auf Bio-Qualität verzichten möchte, sollte einiges beachten, denn Bio ist nicht gleich Bio. Viele Supermärkte und Discounter haben sich den Trend zur bewussten Ernährung zunutze gemacht und ihre eigene Bio-Linie auf den Markt gebracht. Sie wissen um
„LETZTLICH IST ABER BIOLOGISCHE ERNÄHRUNG NICHT ALLES – ES MUSS AUSGEWOGEN SEIN“
die Bereitschaft der Verbraucher für Lebensmittel entsprechender Bio-Qualität deutlich tiefer in die Tasche zu greifen. Ein Aufschlag von 30 bis 100 rozent ist gängig. Mit einer Fülle an bunten Siegeln und bedeutungsschwangeren Begriffen auf den Verpackungen suggerieren sie dem Verbraucher, dass er etwas Gutes für sich und die Umwelt tut. Aber was ist dran? Es stellt sich die Frage, ob sich die Investition lohnt und Bio wirklich immer besser ist. Ein geschulter Blick kann da schnell Klarheit verschaffen, um sicher durch das Labyrinth an Prüfsiegeln zu finden. Eine hellgrüne Flagge, darauf zwölf Sterne in der Form eines geschwungenen Blattes: Seit Juli 2010 ist das europäische Prüfsiegel Pflicht, alle abgepackten Bio-Lebensmittel müssen damit kenntlich gemacht werden. Es garantiert, dass bei der Herstellung und Kontrolle der Produkte die Anforderungen der EU-Öko-Verordnung erfüllt wurden. Diese implizieren einen Verzicht von chemischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie das Verbot von Gentechnik. Futtermittel der Tiere müssen biologisch und ohne Zusatz von Antibiotika sein. Darüber hinaus wird die höchstzulässige Anzahl von Tieren pro Hektar festgelegt. Zusätzlich ist das ältere, zuvor eingeführte, deutsche Siegel, ein Sechseck mit der Inschrift „Bio“, weiterhin parallel im Einsatz. Drei weitere Prüfsiegel sind die Anbauverbände Demeter, Bioland und Naturland. Mit Kriterien, die strenger im Vergleich zur EU-Norm sind, gelten sie als „sehr empfehlenswert“. So treffen sie zusätzlich Richtlinien zur Distanz von der Weide zum Schlachthof und begrenzen Transporte auf 200 Kilometer oder maximal vier Stunden. Außerdem reduzieren sie die Besatzdichten bei Geflügel auf 280 Masthühner
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Foto: rawpixel-780498 /Unsplash
oder 140 Legehennen pro Hektar. Laut EUVerordnung hingegen sind sogar 580 Masthühner oder 230 Legehennen zulässig. So verschieden die Kriterien der Siegel sind, sie alle heben Produkte deutlich von jenen aus konventionellem Anbau ab und rechtfertigen die höheren Preise. „Durch die Einhaltung der strengen Richtlinien für Öko-Lebensmittel können geringere Mengen mit einem höheren Aufwand an Zeit und Arbeit hergestellt werden. Die Hersteller müssen dies dann durch höhere Preise ausgleichen“, erklärt Ernährungsexpertin Annette Weber. Besonders bei unverarbeiteten, frischen Produkten wie Obst, Gemüse, Eiern und Fleisch empfiehlt Expertin Miriam Eisenhauer, auf BioHerkunft zu setzen: „Auch wenn sie nicht zwingend mehr Nährstoffe und Vitamine enthalten, so sind sie sicherlich ohne Pestizide.“ Die Weidenfütterung von Tieren in Öko-Haltung bewirke zudem, dass das Fleisch und die Milch eine bessere Fettsäurezusammensetzung haben, als Fleisch und Milch aus konventioneller Produktion, erklärt Weber weiter. Bio ist nicht gleich Bio. Das gelte auch für verschiedene Produktpaletten, so die Expertin. Während Bio bei Lebensmitteln inzwischen ein in der EU geschützter Begriff ist, sieht das bei Kosmetikartikeln, Textilien oder Reinigungsmitteln ganz anders aus. Hier gilt es, sich über die Marken zu informieren. Bio ist nicht alles. Ein weiteres Wörtchen spielt eine große Rolle: die Ausgewogenheit. Denn wer nur Bio-Kartoffelchips und Bio-Schokolade isst, lebt nicht gesund. Umweltbewusste kaufen am besten regional und nach Saison ein. Ein Blick auf Herkunft und Siegel verrät zudem, wer mit dem Produkt den eigentlichen Gewinn macht.
LIFESTYLE
WEIN
Gute Tropfen
D e n Tr e n d s ch lü r fe n Was kommt im neuen Jahr ins Glas? Wir haben uns in den Weinbergen und im Weinhandel umgesehen und -gehört: Das trinkt man 2019! Text: BASTI A N FI E BIG
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ode dreht sich nicht nur um Schuhe oder Klamotten. Auch Wein unterliegt charakteristischen Strömungen und Trends, die, beeinflusst von unterschiedlichen Faktoren, dafür sorgen, dass innerhalb kurzer Zeit auf den Weinkarten und in den Regalen der Weinhändler eine bestimmte Rebsorte oder ein konkreter Weintyp überhandnimmt. Und leider oft auch zugrunde gerichtet wird. Sie verstehen mich nicht? Dann sage ich nur: Chianti, Lambrusco, Barbera, Chardonnay, Pinot Grigio, Prosecco und aktuell Sauvignon blanc, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Der Hype begann immer mit Qualität und endete meist im Discounterregal. Oder denken Sie mal (gewisse Erfahrung vorausgesetzt) an die Achtziger zurück, als Riesling noch so sauer wie Gurkenwasser zu sein hatte und kein Gramm Restzucker das angebliche Vergnügen trüben durfte. Das ist lange vorbei, und die meisten der genannten Rebsorten haben es früher oder später geschafft, wieder zu alter Reputation zurückzufinden. Doch was trinkt man 2019? Sicherlich noch etwas vom bereits genannten Sauvignon blanc, dessen sich unterdessen auch zahlreiche deutsche Winzer erfolgreich angenommen haben. Doch ein weiterer Gewinner des Klimawandels steht bereits in den Startlöchern: Weißburgunder alias Pinot blanc alias Pinot bianco fühlt sich in Lagen, die für Riesling zu warm geworden sind, pudelwohl. So kommen denn auch die ersten richtig interessanten Beispiele für die nächste Mode-Rebsorte nicht zufällig aus dem Rheingau oder sogar von der Mosel. Ebenfalls angesagt sind Weine aus dem ehemaligen Jugoslawien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und den ehemaligen Sowjetrepubliken. Zwar noch auf Insiderniveau,
doch wir werden bald mehr von diesen außergewöhnlichen Weinen hören und trinken, denn große Weinproduzenten haben hier in modernste Kellereitechnik investiert, und die Ergebnisse sollen ja nicht im Fass vergammeln.
Fotos: Shutterstock/stockfour, taa22, iStockphoto/Michele_Caldarisi
Deutsche Weine sind als solche schon kein temporärer Trend mehr, sondern in der Gunst des Publikums bereits ganz oben angekommen. Allerdings unterscheiden die Kunden immer genauer und entscheiden sich zunehmend für Naturwein, wobei die Grenze hier nicht scharf gezogen wird. Der eine Winzer lässt den Wein exakt so gären, wie man das bereits vor Tausenden von
„FRASCATI, CHIANTI UND BARDOLINO WAREN GESTERN.“
Jahren gemacht hat, der andere nimmt durchaus eine Prise Reinzuchthefe, um das Ganze besser steuern zu können, und so lautet der Trend hier eher Individualität denn Naturwein. Die lässt sich nun mal besser erzielen, wenn man die auf der Beerenschale lebenden Hefestämme in Ruhe machen lässt (Spontangärung), anstatt die Kollegen aus dem Labor (Reinzuchthefen) ranzulassen. Bio ist sowieso ein gutes Argument, und einen jungen Wilden zu entdecken ist immer eine feine Sache. Die jungen Wilden sind eine neue Winzergeneration, die nun insbesondere in den großen Weinbaugebieten Rheinhessen und Pfalz das Ruder, respektive die Weinpresse, übernommen und – begünstigt durch die neueren Weinkategorien – die Eltern zum Kuchenbacken und Staunen verdammt hat. Das deutsche Weingesetz ist, weiß Gott, immer noch kompliziert genug, doch die vom VDP gestiftete Qualitätspyramide Ortswein – Gutswein – Lagenwein – Erstes Gewächs – Großes Gewächs ist für Weinliebhaber deutlich besser nachvollziehbar und bringt ihre eigenen Trends hervor. So sind Cuvées, früher als Panscherei verschrien, heute ganz vorn dabei und insbesondere in Sachen Rotwein ein spannendes Experimentierfeld, das erstaunliche Ergebnisse hervorbringt. Neuzugänge im Weinberg wie etwa Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah und Neuzüchtungen wie Cabernet Dorsa, aber auch alte, bereits verdrängte Bekannte wie Dornfelder ergeben unter der geschickten Hand des
Winzers häufig spannende Allianzen, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Dabei lässt man sich auch gern fantasievolle Namen und Etiketten einfallen, die den Abverkauf zusätzlich fördern, und schwupps, da ist der nächste Trend. Komplizierte Etiketten sind hingegen zumindest mit Blick auf die breite Masse an Weintrinkern mega-out, während die Individualität der Weine zunimmt. Das ist jedoch nur scheinbar ein Widerspruch, denn spätestens bei der ersten Verkostung entscheidet sich nun mal das Schicksal eines Weines. So gehen in der Gastronomie auch (endlich) die Zeiten der einheitlichen Weinkarten zu Ende. Frascati, Chianti und Bardolino waren gestern, heute wollen Gäste genau wissen, wo ihr Wein herkommt und wer ihn gemacht hat. Das lässt man sich durchaus was kosten, und so ist ein eher unangenehmer Trend das steigende Preisniveau im offenen Ausschank. Ein echtes Comeback zum Schluss: Süßweine sind wieder in! Nicht die süße Plörre, die viele noch aus früheren Zeiten kennen, sondern mit hohem Aufwand erzeugte Spitzengewächse, an denen nichts künstlich und alles aufregend ist. Diesen Trend verdanken wir der Gastronomie, die den Deutschen behutsam beigebracht hat, wie diese Weine am besten funktionieren: als Aperitif, zu Desserts oder als alleiniger Protagonist am Ende des Abends. Selbst Portwein, unter Kennern sowieso nie von der Bildfläche verschwunden, wird nun wieder in der Sternegastronomie angeboten und Madeira ist ebenfalls wieder hoffähig, weil die Winzer vor Ort die Botschaft verstanden haben: Qualität vor Quantität bitte! Das muss man deutschen Winzern nicht erklären, denn die verfügbaren Mengen an allem, was den Titel Beerenauslese, Trockenbeerenauslese oder gar Eiswein trägt, ist grundsätzlich verschwindend gering und dementsprechend hoch bepreist. Doch hat man sich mal in Ruhe mit solchen Ausnahmegewächsen beschäftigt, ist man ihnen schnell hoffnungslos verfallen, insbesondere in Begleitung von Tarte aux pommes oder Gänseleber. Und was noch? Der Trend zu aufwändigen Weinkühlschränken ist zwar nur im kleinen Kreis solventer Weinliebhaber spürbar, aber dennoch existent. Die anderen legen sich auch mal einfach ein paar Kisten in den Keller und freuen sich auf reifere Weine. Die kommen ebenfalls immer mehr in Mode, wovon das Weingut Wegeler ein Lied singen kann: Hier füllt man seit ein paar Jahren regelmäßig eine Vintage-Serie mit ausgesuchten gereiften Rieslingweinen ab, deren Flaschen nach kürzester Zeit vergriffen sind. Und sofort zum Genuss locken!
Top 10 Weinhandlungen: Cool Climate Seite 180 Frankfurt/Wein Seite 182 Guido Giovo Seite 183 K&M Gutsweine Seite 185 Liebesdienste Weine & more Seite 186 Rupert Rösch Seite 190 Vinum Autmundis Seite 192 Weinhalle Seite 193 Weinhandelshaus Frankhof Seite 193 Weinhandlung Dr. Teufel Seite 193
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