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JAGERN No 01 2026

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Der Biber in der Kulturlandschaft

Die Jagd in der Literaturgeschichte II GEKOCHT Wild Sous-vide

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Manchmal braucht es keine großen Worte, sondern einen kleinen Richtungswechsel. Genau darum geht es in dieser Ausgabe von JAGERN. Frischer Wind bedeutet für uns aber keinen Bruch mit der Tradition, sondern ein Weiterdenken dort, wo es sinnvoll ist.

In der Wildküche zeigen wir, wie moderne Methoden wie Sous-vide helfen können, Wildbret kontrolliert und sauber zuzubereiten – nicht als Spielerei, sondern als Werkzeug für alle, die Wert auf Qualität und vollständige Verwertung legen. Eine Rehhaxe bekommt Zeit, keine Hitze – das Ergebnis spricht für sich.

Auch im Revier bleibt der Blick ruhig. Moderne Optik unterstützt das Beobachten, nicht das schnelle Abkommen. Ein Jagdtag ohne Strecke kann trotzdem wertvoll sein, wenn die Ausrüstung verlässlich arbeitet und das Ansprechen sicherer macht.

Technik begleitet uns auch bei der Arbeit. Ob Motorsäge im Frühjahr oder digitale Helfer bei der Jagd – Sicherheit, Wartung und Maßhalten bleiben entscheidend. Die Frage, wie viel Technik die Jagd verträgt, ist dabei allerdings kein rein theoretisches Thema, sondern tägliche Praxis.

Bei der Bekleidung bewegt sich einiges: neue Materialien, leichtere Stoffe, funktionale Schnitte. Vieles ist gut, manches kritisch zu sehen. Wir schauen genau hin, was im Revier wirklich taugt und was nur gut aussieht.

Dazu kommen einige leise Inhalte: Die Nachtkerze als Heilpflanze des Jahres 2026 zeigt, wie viel Nutzen in einfachen Wildpflanzen steckt. Jagdwissen für Kinder erklärt den Osterhasen ohne Kitsch, aber mit biologischem Hintergrund. Und ein Blick in die Geschichte erinnert daran, dass Jagd immer auch im Wandel war.

Mit frischem Wind starten wir in den Frühling – sachlich, bodenständig und nah an der Praxis. Genauso, wie Jagd heute gelebt werden sollte. Weidmannsheil

& FELD

GESCHOSSEN

Der Biber in der Kulturlandschaft

4

MENSCH & NATUR

Die Gemeine Nachtkerze

14

&

Frag Reini: Ein Jagdtag ohne Strecke 34

46

Jagdprüfungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz

18

Jagdwissen für Kinder

64

Kann Technik den Jäger ersetzen?

74

Der Louisiana Catahoula Leopard Dog

38 RS3 – die erste echte Neuerfindung seit Langem

42 Arbeitsschutz im Revier

GEKOCHT

Wild Sous-vide

GETROFFEN

Die Jagd in der Literaturgeschichte II

32 Sous-vide-Garen

54

Mit Stil ... die Kolumne von Sabine Steindl

56 Frauen und Jagd im Mittelalter

80 Ausblick & Impressum

Partner oder Plagegeist? Der Biber in der

Kulturlandschaft

Ein sonniger Frühlingstag, eine sanfte Brise und ein entspannter Nachmittagsspaziergang auf der Donauinsel – so kann man sich trotz des hektischen Großstadtalltags rundherum in Wien nach Herzenslust an der Natur erfreuen. Doch, o Schreck! Wo kommen denn die ganzen gefällten Stämme plötzlich her? Welch gewissenloser Umweltzerstörer hackt inmitten der Metropole die schönen Bäume um? Ein genauer Blick auf die benagten Stümpfe im Uferbereich bringt jedoch Erleichterung: Der Biber war’s! Die niedlichen Nager gehören ja selbst zur Natur, und die erobert sich nun eben den gestohlenen Lebensraum vom Menschen zurück. Der ökologisch besorgte Stadtbewohner kann somit seinen Weg beschwingt fortsetzen. Weniger Freude wird hingegen ein Autolenker in Oberndorf bei Salzburg gehabt haben, als er an einem kalten Wintermorgen mit seinem Vehikel unversehens gegen einen Baumstamm auf der Landstraße prallte. Es brachen aber keine Räuber aus dem Unterholz, um sich der Besitztümer des zwar verdutzten, aber zum Glück unverletzten Fahrers zu bemächtigen. Urheber der Misere war vielmehr wieder ein Biber, der einfach seiner Nagetiernatur gefolgt war. Böse kann man dem kleinen Kerl deswegen also nicht sein, doch was anfangen mit der Rückkehr einer streng geschützten, aber mancherorts ungemein lästigen Tierart? Da die Wiederverbreitung des Bibers so frischen Wind in die Diskussion rund um Landschaftsnutzung und Naturschutz bringt, widmen wir uns hier dieser an Kuriositäten nicht armen Frage.

Ausrottung und Rückkehr

Der Biber ist nach dem Capybara das zweitgrößte Nagetier der Welt und als solches recht genügsam. Im Grunde braucht er nicht viel mehr als ausreichend Wald sowie ein ordentliches Binnengewässer – schon fühlen sich die kleinen Konstrukteure pudelwohl. Kein Wunder also, dass einst weite Teile Europas und Asiens von Castor fiber besiedelt waren. Unseren Vorfahren kam das durchaus gelegen, denn das Fleisch der Tiere wurde als Delikatesse und Fastenspeise geschätzt – immerhin verbrachte so ein Biber trotz fehlender Kiemen ausreichend Zeit im Wasser, um ihn ernährungstechnisch unter der Rubrik Fisch verbuchen zu können. Der fettreiche Schwanz etwa galt, gebraten und mit Zitrone garniert, als besonders feines Schmankerl. Seine ausgezeichnete Anpassung an das nasse Element wurde dem europäischen Biber dann im 19. Jahrhundert auch zum Verhängnis. Allerdings war hier nicht der kulinarische, sondern der modische Geschmack ausschlaggebend. Der dichte, wasserabweisende Pelz war vor allem als Material für Hüte, aber auch andere Kleidungsstücke der letzte Schrei und wurde dementsprechend teuer gehandelt. In der Folge wurden Biber trotz obrigkeitlicher Schutzverordnungen derart intensiv bejagt, dass sich die Art nur in wenigen Gebieten an Elbe, Rhone und Beresina sowie in Südnorwegen zu halten vermochte. Seinem etwas größerem Vetter in Nordamerika, Castor canadensis, wurde ebenso stark zugesetzt, bildete er doch die Grundlage für den Aufschwung des TrapperGewerbes. In der alten Welt sollte der Biber für

undFastenspeiseKopfbedeckung

weit mehr als ein Jahrhundert ein absolut seltener Anblick bleiben, bis man sich in den 1970ern infolge des neuen ökologischen Bewusstseins an dessen erneute Ansiedlung machte. Diese Wiedereinführungsprojekte hatten derart großen Erfolg, dass der europäische Biber 2016 von der IUCN (der Naturschutzorganisation mit der berühmten roten Liste) offiziell als nicht mehr gefährdet eingestuft wurde. Laut Schätzungen trieben sich 2021 um die 40.000 Stück der kleinen Holzfäller an bundesdeutschen Gewässern herum, während in Österreich von ungefähr 7.000 bis 8.000 ausgegangen wurde. In der Schweiz dürften es bereits über 5.000 Stück sein, weshalb sie auch dort zwar nicht mehr auf der roten Liste stehen, aber nach wie vor durch das Bundesjagdgesetz geschützt werden.

Immer Ärger mit den neuen Nachbarn!

Den kuriosen Nagern geht es also wieder gut und die Bestände wachsen kontinuierlich. Ein Erfolg auf ganzer Linie also! Oder etwa doch nicht? Wer könnte denn bitte etwas gegen die possierlichen kleinen Viecherl mit dem tapsigen Gang und der Vorliebe für Baumrinde haben? Gar nicht so wenige Leute, wie sich herausstellte. Was sich auf dem Papier wie ein problemloses Artenschutzprojekt ausnahm, zeitigt nun gerade durch den großen Erfolg der Wiederansiedlung erhebliches Konfliktpotenzial mit den Anrainern der vom Biber besiedelten und dabei oft tiefgreifend umgestalteten Gewässer. Zum einen wäre da einmal der ordentliche Appetit der Pelzträger zu nennen,

der sie unter Umständen bis zu 100 Meter weit vom Ufer wegführen kann. Der jeweiligen Jahreszeit entsprechend ernähren sich Biber vom Grün diverser kleinerer Pflanzen oder den Trieben, Knospen sowie der Rinde von Bäumen. Dabei werden weiche und leicht verdauliche Gehölze wie Weiden oder Pappeln bevorzugt, aber auch festere Kost wie Ahorn, Birke oder Eiche nicht verschmäht. Bei Gelegenheit tut sich Bokert, wie unser Freund in Goethes Reineke-Epos heißt, außerdem sehr gerne an Feldfrüchten wie Mais gütlich. Insgesamt stehen an die 235 verschiedenen Pflanzenarten auf seiner Speisekarte. Dabei sorgen die zwecks Nahrungsund Baumittelbeschaffung gefällten Stämme nicht nur beim Waldbesitzer für Ärger, sondern stellen mitunter ein Sicherheitsrisiko dar, wie etwa der eingangs erwähnte Autounfall bei Oberndorf beweist. Dass so ein Biber nicht nur essen, sondern auch entsprechend schlafen muss, kann die guten Beziehungen zum Nachbarn ebenso schnell ins Bröckeln bringen. Ist die Uferböschung hoch und die Erde weich genug, gräbt sich der fleißige Häuslbauer sein Domizil einfach in den Hang, wobei natürlich keinerlei Rücksicht auf die Stabilität von menschlichem Firlefanz wie Straßen, Bahnstrecken oder Uferschutzanlagen genommen wird. Der Ingenieur auf vier Beinen versteht sich jedoch bei Weitem nicht nur auf den Tiefbau. Anstelle einer bescheidenen unterirdischen Behausung kann er auch aus nicht viel mehr als Ästen und Schlamm eine stattliche Biberburg mitten ins Wasser zimmern. Bei beiden Varianten liegt der Eingang stets unter Wasser,

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben ...

während sich der Kessel für Schlaf und Jungenaufzucht weiter oben im Trockenen befindet. Damit die Tür zum trauten Heim stets schön fest vor Räubern verschlossen bleibt, bauen Biber ihre berühmten Dämme. Das so aufgestaute Nass gewährleistet nicht nur einen für die Tiere lebenswichtigen Mindestpegel, sondern erweitert durch die Gewässerausdehnung auch noch den Aktionsradius des ausgezeichneten Schwimmers. Bei uns unsinnigen Landratten sorgt der Eingriff in den Wasserpegel hingegen für weniger Freude, wenn dadurch etwa ein frisch eingesäter Acker absäuft oder der Abfluss eines Klärwerks verstopft. Wenn man ihm zu nah kommt, kann so ein Biber für einen reinen Pflanzenfresser sogar ordentlich handgreiflich werden. Seit einigen Jahren mehren sich die Berichte über Hunde, die bei einem Abstecher ins kühle Nass unfreiwillig Bekanntschaft mit den scharfen Beißwerkzeugen der erbosten Nager gemacht haben. Mit einer gehörigen Portion Pech bleibt man selbst als vernunftbegabter Zweibeiner nicht vom Zorn des großen Dammbauers verschont, wie Vorfälle aus der Schweiz und Deutschland beweisen. In Weißrussland versuchte 2013 ein unvorsichtiger Angler, einen harmlos wirkenden Biber zu fotografieren und wurde derart heftig in den Oberschenkel gebissen, dass er an Ort und Stelle infolge einer Arterienverletzung verblutete.

Baumeister der Biodiversität

Trotz seines überraschend hohen Aggressionspotenzials ist der Biber vielerorts ein gern gesehener Gast. Von seinem sprichwörtlichen Fleiß profitieren nicht nur zahlreiche andere Arten, sondern auch ganze Ökosysteme, was zu ihrem durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der EU streng geschützten Status beitrug. Eine in der südfinnischen Seenlandschaft durchgeführte Studie zeigte beispielsweise, wie die großen Nager ihren Lebensraum für diverse andere Säugetiere wesentlich attraktiver gestalten. So fanden sich in den betroffenen Uferarealen etwa um 380 Prozent mehr Elche und deutlich mehr als doppelt so viele Marder sowie Fischotter wie in den Vergleichsgebieten. Andere Untersuchungen legen darüber hinaus nahe, dass Biberdämme die Rückhaltefähigkeit von Flusssystemen verbessern, die Durchschnittstemperatur des geführten Wassers senken und dessen Qualität erhöhen können, wobei insbesondere auf eine Reduktion des Düngemittel- und Pestizideintrags aus der Landwirtschaft verwiesen wird.

Doch damit nicht genug. Der Genosse mit den großen Schneidezähnen leistet sogar einen Beitrag zur Volkswirtschaft!

Eine Studie von 2023 kam nämlich zu dem Schluss, dass der spanische und der portu giesische Staat Millionen an Steuergeldern sparen könnten, wenn man für die geplante klimagerechte Renaturierung der Flussverbauungssysteme anstatt kostenintensiver Baumaßnahmen einfach die Biber frei gewähren ließe. Unerwartete Unterstützung für dieses kuriose Sparvorhaben kam dabei letztes Jahr aus Österreich.

Nahe Hallein im Bundesland Salzburg hatten nämlich einige Biber für ordentliches Kopfzerbrechen gesorgt, da sie mit ihren Bauten einen für den Erhalt des dortigen Abschnitts der Tauernautobahn A10 wichtigen Entwässerungsgraben blockierten. So oft die Dämme auch entfernt wurden, die achtköpfige Sippe errichtete immer wieder neue Sperren, welche die Sicherheit der wichtigen Transitroute gefährdeten. Nach einem geschlagenen Jahr war das Maß dann

Ein Nager mit vielen Vorzügen

schließlich voll und die Erlegung der hartnäckigen Saboteure wurde bewilligt. In letzter Minute habe die Beauftragte des Landes laut eigener Aussage aber über das „Bibernetzwerk“ (was auch immer das sein mag) erfahren, dass man in Portugal dringend nach tierischem Personal für den oben geschilderten Zweck suchte. Das schweren Herzens verhängte Todesurteil wurde demnach sogleich in lebenslange Verbannung umgewandelt und die Delinquenten zwecks Verschickung eingefangen. Heute können die Unruhestifter das mildere hispanische Klima genießen, während sie die Ufer des Douro an der nördlichen Grenze zu Spanien unsicher machen. Verbrechen zahlt sich halt manchmal doch aus. In gewissen Fällen sogar für den Steuerzahler, wie ein Beispiel aus Tschechien beweist: Dort hatte es lange ein politisches Tauziehen um die etwaige Renaturierung eines ehemaligen Truppenübungsplatzes im Landschafts-

schutzpark Brdy gegeben. Genauer gesagt wurde darüber gestritten, ob der teilweise mit einem künstlichen Kanalbett versehene Klabava-Fluss südwestlich von Prag aufwendig zurückgebaut werden sollte. Ehe man sich versah, hatte ein Clan von Bibern vollendete Tatsachen geschaffen, indem er den Kanal durch einen Damm aufstaute und das Ufer gratis in eine Aulandschaft zurückverwandelte. Mit Bibern lassen sich also selbst böhmische Dörfer erobern!

Staatliche Lösungsansätze

Alles schön und gut, aber wie nun umgehen mit den neuen Nachbarn? Immerhin hat sich die Landschaft in weiten Teilen Westeuropas seit der Ausrottung des Bibers grundlegend verändert, sodass eine Neubesiedlung vielerorts Konflikte zwischen verschiedenen Interessengruppen hervorruft. Und selbst die Portugiesen werden irgendwann einmal ihren Bedarf an lebenden Pelzimporten gedeckt haben. Jede Biberfamilie benötigt immerhin 1 bis 5 Kilometer Uferlandschaft als Revier, aus dem die territorialen Elterntiere fremde Artgenossen und den fortpflanzungsfähigen Nachwuchs ver-

drängen. Dies führt bei steigenden Bestandszahlen über kurz oder lang zur Besiedlung wenig günstiger Gebiete wie eben neben der A10. Die putzigen Fellkegel erwecken viel Sympathie in der Berichterstattung und einflussreiche Nichtregierungsorganisationen (NGOs) – allein für den WWF sind im Förderplan der deutschen Bundesregierung von 2020 bis 2027 ganze 87 Millionen Euro reserviert – setzen sich vehement gegen Abschüsse ein. In Kombination mit dem strengen Schutzstatus führt dies dazu, dass die zumindest für uns Weidleute offensichtlichste Lösung des Problems über eine generelle Bejagung der Art gegenwärtig keine Option darstellt. Stattdessen versuchen die Gesetzgeber in den Bundesländern hüben wie drüben, den Konflikt mittels spezieller Verordnungen zu lösen. Hier kann der Blick auf zwei regionale Beispiele nicht schaden: Im Land Salzburg wird die Biberpopulation auf 360 bis 400 Stück mit einer jährlichen Zuwachsrate von ungefähr 7 Prozent geschätzt. Die seit 12. September 2025 geltende Maßnahmenverordnung der Landesregierung sieht vor, dass in sechs genau festgelegten Biberrevieren insgesamt maximal 15 Exemplare pro Jahr geschossen werden dürfen. Dies darf vom 15. September bis zum 15. März und auch unter Zuhilfenahme von Lebendfallen oder Nachtsichtgeräten geschehen. Die „Begnadigten“ aus dem vorherigen Absatz zählten offensichtlich auch schon zu der Quote. Die erwähnten Biberreviere erstrecken sich übrigens größtenteils über mehrere Jagdreviere (Was hoffentlich nicht zu Neid und Eifersüchteleien auf den tollen Pelz des Kollegen führt!). In 14 anderen Gewässerbereichen ist die Entfernung beziehungsweise Absenkung von Dammbauten generell erlaubt. Für Dämme, die nicht der Absicherung einer Burg dienen, braucht es für deren Abriss lediglich die Erlaubnis des Biberbeauftragten – ohne extra Erwähnung des betreffenden Gebiets in der Landesverordnung (sofern der in der Juristerei wenig bewanderte Autor diese richtig interpretiert hat). Regulierung

Schutz mit Schotter

Was sich in der Alpenrepublik noch beschaulich ausnehmen mag, hat beim bundesdeutschen Nachbarn schon gehörig Fahrt aufgenommen. In BadenWürttemberg tummeln sich bereits an die 13.000 Vertreter des Castor fiber in bis zu 2.500 Revieren. Aktivisten wie der ausgerechnet in Isny, dem weltbekannten Blaser-Hauptquartier, ansässige Ökologe und Landschaftsarchitekt Erhard Bolender betonen, dass Abschüsse keine Erleichterung und durch den Eingriff in die Altersstruktur nur noch mehr Wanderungen der Biber bringen würden (Vielleicht hat die Allgäuer Waffenschmiede ja allein aus nachbarschaftlicher Rücksicht noch keine eigene Biberbüchse auf den Markt gebracht? Dabei liefe das Marketing für den neuen Beaver Buster praktisch von selbst!). Statt letaler Lösungen stellt Bolender die auch andernorts vorgebrachte Forderung nach einer Pufferzone entlang der badischen und württembergischen Gewässer, in der sich die Biber nach Herzenslust austoben könnten. Bei ihm ist die Rede von 20 Metern, während sich die vom WWF bestellte Expertin Sarah Layendeker (Wir erinnern uns: 87 Millionen!) in Bescheidenheit übt und lediglich 10 Meter einmahnt. Die Causa Castor hat sogar für ein Zerwürfnis in der der schwarz-grünen Landesregierung gesorgt, da sich der Landwirtschaftsminister nicht mit dem für die Umwelt zuständigen Pedant einigen konnte, da letzterem eine jährliche Biberabschussquote von 10 Prozent partout nicht passen wollte. Um dem Problem auf imagefreundliche und zum Status als innerdeutscher Exportmeister passende Weise Herr zu werden, nahm man schließlich ordentlich Geld in die Hand, schrieb Förderungen für die Außernutzungsstellung von Uferflächen aus, schuf eine eigene „Clearingstelle Biber“ und bestellte 220 Biberberater. An Baumaßnahmen ließ man es ebenso nicht mangeln, denn das neu aufgestellte Konzept zum „Biber-Management“ sieht im Konfliktfall auch Lösungen wie Steinschüttungen an gefährdeten Uferböschungen, das Anbringen von Drainagen und Grabschutzmatten oder das Anlegen sogenannter „Bypässe“ vor, für die – ganz wie bei der gleichnamigen Herzoperation – ein kleiner Kanal am Hindernis

vorbei geschaffen wird, um mehr Durchfluss zu erlauben. Damit die lieben kleinen Nager ungestört ihrem Lebensunterhalt nachgehen können, wurden vom Land Baden-Württemberg in den letzten acht Jahren zudem 440.000 Euro in den Erwerb von 38 betroffenen Grundstücken investiert. Das absolute Glanzstück in dem Arsenal bilden aber die Kunstbaue, welche den Biber an eine unbedenkliche Stelle binden sollen. Bei richtiger Anlage werden sie von diesem laut Berichten auch gerne angenommen. Wie bei Fertigteilhäusern üblich kommt das Domizil in mehreren Varianten: einer rustikalen aus Holz und einer modern-avantgardistischen aus Betonteilen. Der Kostenpunkt eines solchen Eigenheims beläuft sich je nach Situation auf 2.000 bis 8.000 Euro. Sollte das alles nicht helfen, ist in der für Baden-Württemberg neu vorgesehenen, aber nach Kenntnisstand des Verfassers noch nicht beschlossenen, Verordnung sogar die Möglichkeit eines Abschusses enthalten.

Biberjagd – wie geht das eigentlich?

Wie könnte es jetzt aber anders sein, als dass wir zum Schluss noch einen kleinen Blick auf Möglichkeiten der Bejagung und kulinarischen Verwertung des Bibers werfen? Wie bei jedem anderen Wild auch, müssen für eine erfolgreiche Jagd zunächst einmal körperliche Eigenschaften, Lebensweise und Wesensart in Betracht gezogen werden. Da der europäische Biber lange aus weiten Teilen des Kontinents verschwunden war, lassen sich weidmännische Kenntnisse hauptsächlich zu seinem amerikanischen Cousin finden. Dies dürfte jedoch aufgrund der großen Ähnlichkeit zwischen den beiden Zweigen der Familie kein Problem für uns darstellen. In einigen US-Bundesstaaten wie Kansas oder North Carolina etwa ist die Biberjagd nicht nur erlaubt, sondern erfreut sich zudem einer gewissen Beliebtheit, wobei heutzutage in vielen Gegenden die Vermeidung von Schäden an der Infrastruktur im Vordergrund stehen dürfte. Was nun immer sein Beweggrund sein mag, in der einschlägigen Literatur wird der angehende Biberjäger als Erstes auf die ausgeprägte Schwimm- und Tauchfähigkeit seiner Beute hingewiesen. Die Tiere können für 15 bis 20 Minuten die Luft an-

halten und Nase sowie Ohren vor dem kühlen Nass verschließen, haben dabei aber ihr Umfeld stets im Blick, da sie über durchsichtige Augenlieder verfügen. Ähnlich wie die Murmeltiere in unseren Breiten schlagen sie sofort Alarm, wenn etwas in der Nähe ihren Verdacht erregt. Dies ist durchaus wörtlich zu verstehen, da Biber ihren Schwanz nicht nur als ausgezeichnete Schwimmhilfe und Stütze beim Herumwerkeln an Land nutzen, sondern bei Gefahr mit ihrer Kelle auch laut aufs Wasser klatschen. Da die Art für gewöhnlich dämmerungs- und nachtaktiv ist, lässt sich die Umgebung einfach untertags ohne Beunruhigung auf typische Spuren absuchen. Allen voran sind da klarerweise die Biberburgen, Dämme und charakteristischen Nagespuren als offensichtliche Zeichen zu nennen, doch können auch kleine, vom Biber am Ufer ausgetretene Pfade als gute Hinweise dienen. Solche regelmäßig aufgesuchten Wechsel können sich gut

My home is my castle!

zum Ansitz eignen, wenn man nicht wie früher üblich Fallen aufstellt. Erfahrene Jäger erkennen am oberen Teil einer Burg, ob sich die Mühe überhaupt lohnt: Solange die Gegend von Bibern besiedelt wird, bessern diese nämlich ihren Bau konstant mit Schlamm und frischen Ästen aus. Ohne die fleißige Arbeit der Pelzträger wäscht der Regen allmählich den angebrachten Kitt ab und zeugt so von deren Abwesenheit. Bei der Wahl des Kalibers darf man sich nicht von der niedrigen Körperhöhe des Bibers täuschen lassen, denn wie viele andere Nagetiere ist er überraschend robust. Die Art bringt durchschnittlich 10 bis 30 Kilogramm auf die Waage und bewegt sich somit annähernd in derselben Gewichtsklasse wie Rehwild. Aus diesem Grund sind in Schweden beispielsweise nur Geschosse mit mindestens 3,2 Gramm und 800 Joule auf 100 Meter zur Biberjagd zugelassen. Manche Quellen empfehlen sogar starke Kaliber

wie die .308 Winchester oder die .30-06 Springfield im Teilmantel, um ausreichend ballistischen Spielraum zu haben. Bei Gefahr zieht es die mit einem feinen Geruchssinn ausgestatteten Tiere instinktiv sofort ins Wasser, wo sie zu einem sicheren Versteck tauchen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich stark, die ausgezeichneten Schwimmer erst aufs Korn zu nehmen, wenn sie sich zwecks Nahrungssuche an Land begeben haben. Wer jetzt selbst Appetit auf ein wenig Biber bekommen hat, muss einstweilen auf eine Erweiterung der Ausnahmegenehmigungen hoffen. Oder sich im Internet nach Jagdreisen erkundigen: Eine schnelle Recherche brachte Angebote in Estland (Bogenjagd möglich!), Lettland (nur Büchse, aber dafür mit Hunden!??) und North Carolina (USA, yehaa!!!) hervor.

Biber à la carte

Nager und Kelle eines erlegten Bibers gelten gemeinhin als beliebte Trophäen, doch auch das Fleisch soll sich gut verwerten lassen. Eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat dies unlängst der bekannte Spitzenkoch Max Stiegl. Sein kulinarischer Ehrgeiz brachte dem gebürtigen Slowenen einst nicht nur schon im zarten Alter von 21 Jahren einen Michelin-Stern ein, sondern sorgt ebenso dafür, dass er selbst vor ungewöhnlichen Zutaten nicht zurückschreckt. Dem Betreiber eines Haubenlokals am Neusiedlersee liegt es nämlich schwer im Magen, dass das Wildbret erlegter Biber in Österreich aus gesetzlichen Gründen – die Tiere zählen aufgrund ihres Schutzstatus offiziell ja nicht zum eigentlichen Jagdwild – nicht vermarktet werden darf und daher meist schnurstracks in die Tierkörperverwertung wandert. Da es aber

Am geliebt,Bildschirm am Teller gehasst

vor Stiegls Haustür im Burgenland per Sonderverordnung zur Entnahme einiger Exemplare kam, wollte der Gastronom das im Geschmack an Wild, Ente oder Kaninchen erinnernde Fleisch nicht ungenutzt verkommen lassen. Seinen Angaben im Internet zufolge bereitete der Sternekoch daraus solch klassische Schmankerl wie Salami oder Sugo zu, während sich der Schwanz ausgezeichnet zum Schmoren eigne. Alles für den Eigengebrauch versteht sich. Diese Wiederentdeckung eines lukullischen Erbes schmeckte jedoch bei Weitem nicht allen Nutzern sozialer Netzwerke, weshalb eine Flut an empörten und wütenden Kommentaren nicht lange auf sich warten ließ. Stiegl wahrte allerdings ruhig Blut und rechnete seinen Kritikern gelassen vor, dass bei jährlich ca. 150 Biberabschüssen, wie sie letztes Jahr etwa allein von der Kärntner Landesregierung geplant wurden, ganze 2,5 Tonnen feinstes Fleisch verschwendet werden würden. Ein derartiger Umgang mit einem regional gewonnen Lebensmittel von hoher Qualität erscheint den Prinzipien der Nachhaltigkeit und des Naturschutzes geradezu entgegengesetzt und wäre letztlich wohl nichts anderes als ein Bärendienst gegenüber dem Biber. Wenn sich diese spezielle Tierart nämlich weiterverbreiten und schließlich einen gesicherten Platz in der Kulturlandschaft einnehmen soll, wird man über kurz oder lang nicht an einer zielführenden Bestandskontrolle vorbeikommen. Es wird also nicht zuletzt an uns Weidleuten liegen, durch realitätsnahes und umsichtiges Handeln einen Ausgleich der Interessen zu schaffen.

Heilpflanze des Jahres 2026

Die Gemeine Nachtkerze

Oenothera biennis

Wenn es abends kühler wird, öffnet die Gemeine Nachtkerze ihre gelben Blüten. Das geschieht meist erst in der Dämmerung und oft innerhalb weniger Minuten. Ihr dezenter Duft zieht Nachtfalter an und macht sie zu einer wichtigen Pflanze für die heimische Insektenwelt. Doch die Nachtkerze ist nicht nur botanisch interessant. Sie ist eine vielseitige Heilpflanze mit langer Tradition und wurde deshalb zur „Heilpflanze des Jahres 2026“ gewählt. Eine Auszeichnung, die sie mehr als verdient. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, ist sie längst in Europa heimisch geworden. Anspruchslos, robust und genügsam wächst sie dort, wo andere Pflanzen längst aufgegeben haben: an Wegrändern, auf Schotterflächen oder an Bahndämmen. Und genau dort entfaltet sie ihre ganze Kraft.

TEXT: Nadine Sodia

So erkennst du die Nachtkerze sicher:

▶ zweijährige Pflanze

▶ im ersten Jahr eine flache Blattrosette

▶ im zweiten Jahr ein aufrechter Blütenstängel mit bis zu 1,5 m Höhe

▶ große, vierzählige, schwefelgelbe Blüten, die sich erst am Abend öffnen

▶ längliche, lanzettliche Blätter mit leicht gezähntem Rand

▶ fleischige Pfahlwurzel mit rötlichem Schimmer, auch „Schinkenfleischwurz“ genannt

Das Besondere an der Nachtkerze ist ihre Ganzheitlichkeit – von der Wurzel über die Blätter bis zu den Samen ist alles nutzbar. Kaum eine heimische Wildpflanze verbindet Ernährung und Heilkraft so selbstverständlich.

Inhaltsstoffe und Heilwirkung

Die Samen der Nachtkerze enthalten Gamma-Linolensäure, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure mit hoher biologischer Wirkung. Dazu kommen Schleimstoffe, Gerbstoffe, Phytosterole und Flavonoide.

Traditionell wird die Nachtkerze eingesetzt:

▶ bei trockener und empfindlicher Haut

▶ bei Neurodermitis und Schuppenflechte

▶ zur Unterstützung des Hormonhaushalts bei PMS und in den Wechseljahren

▶ zur Stärkung des Immunsystems

▶ die Wurzel als nahrhaftes Kräftigungsmittel

Die Nachtkerze wirkt nicht laut. Sie drängt sich nicht auf. Ihre Kraft ist leise, ausgleichend und nachhaltig. Genau darin liegt ihre Stärke.

Nachtkerzenöl als Mazerat

EIN EINFACHES, BEWÄHRTES PFLEGEÖL FÜR HAUT UND SEELE

Zutaten:

▶ 2 EL Nachtkerzensamen, leicht angestoßen (alternativ eine Handvoll getrocknete Nachtkerzenblüten)

▶ 100 ml hochwertiges Basisöl (Bio-Olivenöl oder Bio-Sonnenblumenöl)

▶ 1 sauberes Schraubglas

▶ 1 dunkle Glasflasche zum Abfüllen

Zubereitung:

Die Samen im Mörser leicht andrücken, damit sich die Wirkstoffe lösen können. In das Schraubglas geben und mit dem Öl vollständig übergießen. Das Pflanzenmaterial muss gut bedeckt sein.

Das Glas an einen warmen, hellen Ort stellen, jedoch nicht in die pralle Sonne. Das Öl etwa 3–4 Wochen ziehen lassen und dabei täglich sanft schwenken.

Nach der Reifezeit durch ein feines Tuch abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. Kühl und lichtgeschützt gelagert, ist das Öl mehrere Monate haltbar.

Anwendung

▶ pur als Gesichtsöl bei trockener und empfindlicher Haut

▶ zur Pflege rauer Hände, Ellenbogen und Füße

▶ als Pflegeöl nach dem Duschen (auf die noch leicht feuchte Haut auftragen)

▶ als sanftes Öl bei juckender oder gereizter Haut

▶ auch ideal als Basis für selbst gemachte Salben

Nachtkerze im Revier oder im eigenen Garten anbauen

Die Gemeine Nachtkerze ist eine ausgesprochen genügsame Pflanze und eignet sich hervorragend für den Anbau im Revier ebenso wie im naturnahen Garten. Sie bevorzugt sonnige bis vollsonnige Standorte und kommt mit trockenen bis mäßig feuchten, durchlässigen Böden bestens zurecht. Besonders wohl fühlt sie sich auf mageren Flächen, an Wegrändern, Böschungen, Revierwegen oder auf offenen Bodenstellen. Gedüngt werden muss sie nicht, im Gegenteil. Je ärmer der Boden, desto stabiler und aromatischer entwickelt sich die Pflanze.

Die Aussaat erfolgt idealerweise direkt ins Freiland – von April bis Juni oder alternativ im Herbst ab September. Die Samen werden nur leicht angedrückt, da es sich um Lichtkeimer handelt. Im Revier reicht es oft aus, die Samen locker auf offene Bodenstellen zu streuen. Die Natur übernimmt dann zuverlässig den Rest. Im ersten Jahr bildet die Nachtkerze lediglich eine bodennahe Blattrosette aus und sammelt Kraft. Erst im zweiten Jahr treibt sie ihren kräftigen Blütenstängel und zeigt ihre leuchtend gelben Blüten in der Abenddämmerung.

In der Pflege ist die Nachtkerze nahezu anspruchslos. Sie benötigt kein regelmäßiges Gießen und kommt auch mit längeren Trockenperioden gut zurecht. Ein Rückschnitt ist nicht notwendig. Lässt man einige Pflanzen zur Samenreife kommen, sorgt sie zuverlässig für Selbstaussaat und etabliert sich dauerhaft am Standort. So entsteht mit wenig Aufwand ein stabiler Bestand über viele Jahre.

Auch aus ökologischer Sicht ist die Nachtkerze ein Gewinn. Sie ist eine wertvolle Nektarpflanze für Nachtfalter, bietet Struktur an Randflächen und wird vom Schalenwild kaum verbissen. Damit verbindet sie Revierpflege, Artenschutz und die eigene Naturapotheke auf ideale Weise.

Jagdwissenfür Kinder

Woher kommt der Osterhase?

Du kennst ihn gut. Er ist braun oder aus Schokolade, manchmal etwas geheimnisvoll und jedes Jahr rund um Ostern erstaunlich fleißig: der Osterhase. Aber hast du dich schon einmal gefragt, warum ausgerechnet ein Hase die Eier bringt und kein Reh, kein Fuchs und schon gar kein Wildschwein? Schauen wir gemeinsam hinter die Kulissen dieses alten Brauchs – mit offenen Augen und ein wenig Jagdwissen.

TEXT: Nadine Sodia

Warum ein Hase?

Hasen gehören zu den ersten Wildtieren, die im Frühjahr Nachwuchs bekommen. Während viele andere Tiere noch im Wintermodus sind, sind Feldhasen schon mitten im Familienleben. Das machte sie früh zu einem Symbol für Fruchtbarkeit, Neubeginn und Leben.

Auch das Ei steht seit Jahrtausenden genau dafür. Neues Leben, Anfang, Hoffnung. Zwei starke Symbole treffen aufeinander: der Hase und das Ei. Eine ziemlich gute Kombination.

Woher stammt die Idee vom Osterhasen?

Naturwissen hinter dem Osterhasen

Ursprünglich war gar nicht der Hase das wichtigste Ostertier, sondern das Lamm. Bis heute werden zu Ostern Kuchen in Lammform gebacken. Einer alten Geschichte nach soll sich beim Backen einmal ein Osterlamm so verformt haben, dass es eher wie ein Hase aussah. Hübsch erzählt, aber eher unwahrscheinlich. Viel glaubwürdiger ist eine andere Erklärung. Der Osterhase stammt vermutlich aus dem protestantischen Raum und wurde im 18. Jahrhundert besonders in Städten beliebt. Während man in katholischen Gegenden Ostereier weihte, entwickelte sich in evangelischen Familien ein weltlicher Brauch. Eier wurden bunt gefärbt, versteckt und von Kindern gesucht.

Wer brachte früher die Ostereier?

Der Hase war nicht überall sofort der Star. In manchen Regionen brachte die Osterhenne die Eier, anderswo übernahmen Fuchs, Hahn, Kuckuck oder sogar der Storch diese Aufgabe. Erst im 19. Jahrhundert setzte sich der Hase als gemeinsames Symbol durch und verdrängte seine tierischen Vorgänger.

Was hat das mit echtem Jagdwissen zu tun?

Feldhasen verhalten sich draußen ganz anders, als viele denken. Sie bauen keinen Bau wie Kaninchen, sondern liegen tagsüber in einer flachen Mulde im Feld. Diese Mulde nennt man „Sasse“. Dort verharren sie regungslos, bis die Gefahr ganz nah ist. Dann flüchten sie blitzschnell. Früher glaubten die Menschen, diese Sassen seien Plätze, an denen der Hase etwas abgelegt habe. Eier zum Beispiel. So wurde aus genauer Naturbeobachtung eine fantasievolle Geschichte.

Dazu kommt, dass Hasen im zeitigen Frühjahr öfter in Gärten und an Höfen zu sehen waren. Nicht aus Neugier, sondern aus Hunger. Für die Menschen damals war klar: Wenn der Hase im Garten war, dann sicher nicht ohne Grund.

Eine echte Besonderheit im Tierreich

Der Feldhase bringt nicht nur viele Junge zur Welt, er kann etwas, das im Tierreich extrem selten ist. Diese besondere Fähigkeit nennt man „Superfötation“. Das bedeutet, dass eine Häsin erneut trächtig werden kann, obwohl sie bereits trächtig ist. In ihrem Körper entwickeln sich dann Jungtiere in unterschiedlichen Entwicklungsstadien gleichzeitig. Während die einen kurz vor der Geburt stehen, sind andere noch ganz am Anfang.

Für die Natur ist das ein kluger Trick. Der Hase lebt offen in der Feldflur, ohne schützenden Bau. Seine Jungen sind von Anfang an vielen Gefahren ausgesetzt. Durch die Superfötation kann die Häsin mehrere Würfe in kurzer Zeit bekommen und so Verluste ausgleichen. Im Durchschnitt bringt eine Häsin pro Wurf zwei bis fünf Junghasen zur Welt. Über ein Jahr hinweg können es mehr als zwanzig Junge sein. Genau diese außergewöhnliche Fruchtbarkeit hat den Hasen seit Jahrhunderten zum Sinnbild für Leben, Neubeginn und Frühling gemacht.

Ein Bild mit Bedeutung

Schon seit dem 18. Jahrhundert taucht auf Ostereiern ein besonderes Motiv auf. Drei Hasen, die im Kreis laufen und sich drei Ohren teilen. Jeder Hase scheint zwei Ohren zu haben, doch insgesamt sind es nur drei. Dieses sogenannte „Dreihasenbild“ stand lange für Zusammenhalt und wurde auch als Zeichen der Dreieinigkeit gedeutet. Da es häufig als Osterschmuck verwendet wurde, zog man daraus den Schluss, dass die abgebildeten Hasen auch die Eier brächten.

Steckbrief

Feldhase

▶ Gewicht: 4–7 kg

▶ lange Löffel mit schwarzen Spitzen

▶ große, seitlich stehende Augen

▶ kräftige Hinterläufe für hohe Geschwindigkeit

▶ Fellfarbe: braun bis graubraun

▶ lebt ohne Bau in einer „Sasse“

▶ aktiv in der Dämmerung und nachts

▶ sehr gutes Gehör und weites Blickfeld

▶ Pflanzenfresser

▶ Jungtiere kommen behaart und sehend zur Welt

Der Osterhase ist also kein Zufall. Er ist das Ergebnis von Naturbeobachtung, Frühlingsgefühlen, religiösen Symbolen und ein bisschen menschlicher Fantasie. Und wenn du an Ostern im Morgengrauen draußen bist, vielleicht am Feldrand oder auf der Wiese, und ein Hase sitzt plötzlich reglos da, dann weißt du jetzt mehr als viele andere: Der Osterhase ist kein Märchenwesen. Er hat ein echtes Vorbild draußen in der Natur.

Die Jagd in der Literaturgeschichte

Teil 2: Von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert

Frischen Wind gibt’s natürlich nicht nur auf dem Feld der Technik – manchmal bläst er auch durch die Seiten, und was dabei so herauskommt, zählt manchmal zu den ewigen Klassikern im geistigen Fundament unserer Gesellschaft. Richtig spannend wird es für uns, wenn dabei einige Aspekte des Weidwerks mit hineingeweht werden. Genau darum soll es im zweiten Part unserer Serie zur Literaturgeschichte gehen, in dem wir uns wieder auf eine spannende Entdeckungstour begeben.

TEXT: Othmar F. C. Hofer

Illustration aus dem Falkenbuch

Kaiser Friedrich II. ( De arte venandi cum avibus), 13. Jahrhundert.

Gemeinfrei. Quelle: Wikimedia

Frischer Wind aus Italien

In der letzten Ausgabe beendeten wir unseren literarischen Streifzug mit den (spät-)mittelalterlichen Jagdbüchern von Kaiser Friedrich II. und Gaston Fébus, welche durch ihre Gestaltung und reiche Ausstattung einen Höhepunkt der Schriftkultur ihrer Zeit verkörpern. Mit Anfang des 14. Jahrhunderts begannen sich von den norditalienischen Städterepubliken ausgehend neue geistige und künstlerische Strömungen zu entwickeln. Diese frischen Ansätze orientierten sich am Vorbild der Antike, und dazu gehörte nicht nur ein neues Menschenbild, sondern auch eine verstärkte Wertschätzung der klassischen griechisch-römischen Kunst in Wort und Bild. Spätere Historiker fassten die Epoche daher unter dem Begriff Renaissance, dem französischen Wort für „Wiedergeburt“ zusammen. Wie bereits erwähnt, lag das Zentrum dieser Erneuerung in den wohlhabenden Handelszentren Oberitaliens, von denen aus sie sich allmählich über Europa verbreitete. Noch bevor Michelangelo, Raffael oder Tizian ihre weltberühmten Meisterwerke der Malerei und Bildheuerkunst schufen, wirbelten geniale Dichter wie Dante Alighieri, der mit seiner Göttlichen Komödie der italienischen Volkssprache zum Durchbruch verhalf, die literarische Welt auf. Giovanni Boccaccio war ein Zeitgenosse Dantes und steht seinem einflussreichen Schriftstellerkollegen in nichts nach. Der ebenso aus der florentinischen Oberschicht stammende Boccaccio verfasste mit seinem Decamerone eine Sammlung von 100 Kurzerzählungen, welche die westliche Literatur nachhaltig beeinflusste. Das „Zehn-Tage-Werk“ – so der wörtlich übersetzte Titel – war beim Publikum so erfolgreich, dass

sich spätere Autoren daran orientierten und so die Gattung der Novelle geprägt wurde. Den Rahmen der Handlung bildet die Katastrophe des ausgehenden Mittelalters schlechthin: der schwarze Tod. Da sie sich vor der Pestepidemie in Sicherheit bringen wollen, flüchtet eine Gruppe aus sieben jungen Damen und drei Herren aus dem dichtbevölkerten Florenz in ein abgelegenes Landhaus. Um sich dort die Zeit zu vertreiben, wird beschlossen, dass täglich jeder der Anwesenden eine Geschichte zum Besten geben muss, was nach zehntägigem Aufenthalt dann schließlich zu einer Sammlung von 100 Erzählungen führt. Diese Storys gegen Langeweile zeichnen sich alle durch ihre vergleichsweise kurze und figurenarme Handlung sowie den Umstand aus, dass darin etwas Neues, Aufsehenerregendes erzählt wird. Die Gattungsbezeichnung „Novelle“ leitet sich nicht umsonst vom lateinischen novus für „neu“ beziehungsweise vom italienischen novella für „Neuigkeit“ ab.

Der Falke

Ich briet mir einen Falken.

Im Kern solcher Kurztexte begegnet dem Leser noch heute häufig ein sogenanntes „Dingsymbol“ in Form eines speziellen Gegenstandes oder Ähnlichem, welches eine überraschende Wende der Handlung einleitet. Gerade hier kommt jetzt das Weidwerk ins Spiel, das manche von euch schon sehnsüchtig erwartet haben dürften. Der mithin berühmteste Teil aus Boccaccios Zyklus ist unter der Bezeichnung „Falkennovelle“ bekannt, da darin der titelgebende Greifvogel eine zentrale Rolle spielt.

Der Edelmann Federigo verliebt sich Hals über Kopf in Giovanna, welche zwar sehr schön, aber leider auch sehr verheiratet ist. In seinem Minnestreben lässt sich unser Held jedoch nicht auf-

hinter ihrem Besuch, was in einer herben beiderseitigen Enttäuschung resultiert. Um das Unglück komplett zu machen, entschläft wenig später dann auch noch der todkranke Bub, ohne den ersehnten Greifvogel noch einmal gesehen zu haben. Nach dieser Misere endet die Novelle aber versöhnlich: Von ihren Verwandten zu einer erneuten Heirat gedrängt und von dessen Aufrichtigkeit beeindruckt, gibt Giovanna Federigo schließlich doch noch das Jawort. Ende gut, alles gut! Obwohl oder gerade weil er so unrühmlich als Brathendlersatz endete, wurde der Falke dann lange nach Boccaccio von Literaturtheoretikern zum Inbegriff des Dingsymbols erhoben, weswegen der Raubvogel noch in unseren Tagen seine Kreise durch die Fachwelt zieht. So geht’s zu in der lustigen Wissenschaft!

Zauberhafte Tipps und Tricks

halten und investiert beinah seine ganze Habe, um die Gunst der Angebeteten zu gewinnen. Dummerweise will diese aber nichts von ihrem Verehrer wissen, sodass ihm nur sein wertvoller Jagdfalke bleibt. Nach dem Ableben ihres Ehemanns zieht die Dame gemeinsam mit ihrem Sohn dann zufällig in ein Anwesen in der Nähe von Federigos Wohnstätte, wo der Knabe Gelegenheit hat, den Falken zu bewundern. Als das Kind von einer schweren Krankheit befallen wird, wünscht es sich den schönen Vogel, welchen die besorgte Mutter ihrem siechen Kleinen natürlich beschaffen möchte und sich daher zum Nachbarn aufmacht. Immerhin hat der nach wie vor eine Schwäche für seine Giovanna und wird den Piepmatz gewiss herausrücken, wenn sie lieb darum bittet. Und tatsächlich gerät Federigo in helle Aufregung, als ihm der bereits herannahende Besuch angekündigt wird. In der freudigen Eile unterläuft ihm jedoch ein grober Schnitzer, denn da der verarmte Edelmann auf die Schnelle keine anderen standesgemäßen Speisen zur Bewirtung der Witwe auftreiben kann, lässt er kurzerhand seinem Falken den Hals umdrehen. Nach dem luxuriösen Mahl offenbart Giovanna die Absicht

Tarnen, täuschen, zaubern.

Von unserem italienischen Ausflug in die Beziehung zwischen literarischen Gattungen und der Jagd kehren wir nun wieder in deutschsprachige Gefilde zurück. Dort gab es neben Bezügen zum Weidwerk in der auf Unterhaltung und Kunstfertigkeit ausgelegten Belletristik (quasi „schöngeistige Literatur“) auch vom 16. bis ins 18. Jahrhundert Werke, die praxisbezogene Kenntnisse über die Jagd vermitteln wollten und die wir heute wohl als „Sachbuch“ bezeichnen würden. Laut dem bekannten weidmännischen Historiker Kurt Lindner wurden im Zeitraum von 1480 bis 1850 ungefähr 1.200 diesbezügliche Werke in deutschen Landen veröffentlicht. In den älteren dieser Bücher tauchen schon viele Gepflogenheiten auf, die dem heutigen Leser vertraut vorkommen, während uns andere Aspekte fremd und abergläubisch erscheinen mögen. Diese für frühneuzeitliche Texte aller Sparten durchaus typische Erscheinung wird beispielsweise an einem Jagdtraktat aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts deutlich, welcher uns im baden-württembergischen Zentralarchiv der Grafschaft Hohenlohe erhalten geblieben ist. Darin ist etwa eingehend beschrieben, wie man auf verschiedene Weisen Lecken für das Rotwild anlegen oder Luder für Füchse bereiten kann. An anderer Stelle schildert der vermutlich selbst als Jäger tätig gewesene Verfasser, wie man sich aus Leinwand ein Schneehemd für die Pirsch im Winter richten kann. Selbst modern anmutende

Szene aus dem Decamerone Giovanni Boccaccios, Buchillustration, 15. Jahrhundert. Gemeinfrei. Wikimedia Commons.

Methoden zur Camouflage tauchen auf, wenn vom „schleichen mitt dem strauch“ die Rede ist. Wenn aber sogar die geschickte Tarnung hinter einem eigens dafür in den Gürtel gesteckten Buschen beim Heranschleichen ans Wild nichts bringt, kann nur noch eins helfen: Man nehme einen Topas gemeinsam mit „abrautenkraut“ (Eberraute) in den Mund und begebe sich auf die Pirsch. Ist die Beute in Sicht, muss man den Mundinhalt nur noch in ein Seidentuch spucken, dieses verknoten und an die Stelle des Anblicks werfen, damit „das wildbreth stillstee vnd nit fliehe“! Vermutlich spielt bei diesem Spezialrezept die magische Bannwirkung eine Rolle, die der Volksmund der Eberraute (Artemisia abrotanum) beim Werben um das schöne Geschlecht nachsagte. Da die Wirkung des Liebeszaubers aber nach einiger Zeit ins Gegenteil umschlagen soll, wird das Kraut auf Englisch auch Kiss-me-quickand-go genannt. Na, zumindest beim behexten Hirsch hätte das wohl kein Problem dargestellt. Oder war da am Ende schon ein bisserl Jägerlatein dabei?

Vernunft und Nutzen

Mit dem Aufkommen der Aufklärung traten im 18. Jahrhundert die abergläubischen Elemente in der jagdlichen Fachliteratur immer mehr in den Hintergrund und die Abhandlungen begannen den

Giovanni Boccaccio und die vor der Pest geflüchteten Florentiner,Buchmalerei aus einer Ausgabe des Decamerone, Frankreich, ca. 1485. Gemeinfrei. Wikimedia Commons.

Vom magischen zum rationalen

uns heute bekannten Texten ähnlicher zu werden. Gemeinsam mit der verstärkten Betonung der Rationalität und Verwissenschaftlichung wuchs gleichzeitig das Bestreben um die Steigerung der ökonomischen Effizienz in Hinblick auf die Forstwirtschaft, wie es etwa in der Jäger-Practica des Autodidakten Heinrich Wilhelm Döbel (1699–1759) seinen Niederschlag findet. So setzte sich genannter Döbel etwa für ein weidmännisches Vorgehen mit Rücksicht auf den Schutz der Holzbestände ein. Ein anderer verbreitere Jagdautor der Zeit war der kursächsische Oberforst- und Wildmeister Johann Friedrich von Flemming (1670–1733). Dieser brachte interessanterweise nicht nur das Werk Der vollkommene teutsche Jäger heraus, sondern beschrieb in einem anderen Text auch den vollkommenen deutschen Soldaten. Zum einen ist dies kein Zufall, da die Bereiche Jagd und Militär zwei wesentliche Betätigungsfelder des Adels bildeten. Zum anderen stellten weidmännische Fähigkeiten wie zielgenaues Schießen oder die heimliche Bewegung durch anspruchsvolles Gelände hilfreiche militärische Ressourcen dar, welche die Heerführer in der Epoche der Kabinettskriege durch die Aufstellung von eigenen Jägerabteilungen für sich zu nutzen wussten. Man wurde also allmählich vernünftig draußen im Walde, sodass auf Spuk und Spucke verzichtet werden konnte. Im Gegenzug galt es

dann dafür aber, als braver, rationaler Untertan im Förster- oder Soldatenrock die herrschaftlichen Interessen durchzusetzen. Gegen Bürokratie und Technik ist halt kein Kraut gewachsen!

Ein schelmischer Jäger

Bevor es aber gar zu vernünftig zu Ende geht, müssen wir unsere Aufmerksamkeit noch einer volkstümlichen Perle der barocken Dichtkunst zuwenden! Die Rede ist vom AbenteuerlichenSimplicissimus Teutsch, in dem das wechselhafte Schicksal eines Schelms vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges beschrieben wird. Der Autor Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (ca. 1622–1676), den es selbst als Soldat und Regimentsschreiber durch weite Teile des kriegsgebeutelten Heiligen Römischen Reiches gezogen hat, lässt seinen Protagonisten Simplicius (lateinisch für „der Einfältige“) eine Fülle an spannend-witzigen Schicksalen und Schwänken erleben, in denen er sein Dasein abwechselnd als Hofnarr, Diener, Soldat, Musiker, Quacksalber und Einsiedler bestreiten muss. Eines Tages verschlägt es den jungen Simplicius in die Umgebung von Soest in Westfalen, wo er nicht nur zu einer Montur aus grünem Tuch kommt, sondern auch das Weidwerken erlernt, als er gemeinsam mit seinem Dienstherrn ein begütertes Kloster, das sogenannte „Paradeis“, bewachen muss. Da ihm das bloße Schinkenschlemmen und Biertrinken nicht als Beschäftigung ausreicht, zieht es den frischgemachten Dragoner bald auf waghalsige Unternehmungen gegen den Feind. Durch seine gute Ortskenntnis und seine Großzügigkeit gegenüber den Einwohnern, die ihn dafür bereitwillig mit Informationen versorgen, gelingt Simplicius ein Husarenstück nach dem anderen. Aus diesem Grund wird er als „Jäger von Soest“ weithin bewundert und gefürchtet. Bei einem Streifzug geht seinem Trupp aber einmal der Proviant aus, weswegen der findige Schelm kurzerhand über den Kamin in die Küche des örtlichen Pfarrers einsteigt, um die dort aufgehängten Selchwaren zu

Der Exorzist und der Knackwurst-Dämon

requirieren. Als ihm durch einen Unfall der Rückzug aus dem Pfarrhof abgeschnitten wird, verlegt sich der hungrige Einbrecher auf psychologische Kriegsführung, indem er sich mit Ruß beschmiert und dem Geistlichen vorgaukelt, der Teufel höchstpersönlich hätte sich in die Speisekammer verirrt. Immerhin soll der Leibhaftige laut Volksglauben gerne mal in grüner Kluft auftreten. Die übernatürliche Maskerade zeigt jedenfalls Wirkung, woraufhin sich der Unhold selbst exorziert und schnell nach draußen entwischt. Der so organisierte Speck stärkt Simplicius derart, dass er bei einem Überfall auf einen Händlerzug ordentlich Beute machen kann. Da der Teilzeitteufel die Scharade später nicht nur aufklärt, sondern sich auch noch durch einen wertvollen Ring beim Pfarrer revanchiert, trägt man ihm seine kleine Dämonie nicht nach, sondern spricht in der Gegend nur umso begeisterter über „dat Jäjerken“. Auch dessen Schöpfer ist man alles andere als böse. Immerhin schuf Grimmelshausen den ersten großen Antihelden der deutschsprachigen Literatur und hinterließ zudem deren ersten Schelmen- und Abenteuerroman, dessen Einfluss bis zu Thomas Mann und Günther Grass reicht. In Soest selbst kürt man übrigens anlässlich der traditionellen Allerheiligenkirmes seit 1976 jährlich ein eigenes „Jägerken“. Welch eigenartige Wege das Weidwerk doch manchmal einschlagen kann.

Frontispiz der Erstausgabe von Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch, 1668. Gemeinfrei. Wikimedia Commons.

In der Literaturgeschichte der Frühen Neuzeit tauchen jagdliche Themen und Motive immer wieder auf, sodass hier nur ein grober Überblick möglich ist. Von gebratenen Beizvögeln über Zaubertricks zum Bannen von Wild bis hin zu einem teuflisch sympathischen Schelm – die Bandbreite an kreativen Darstellungen scheint unbegrenzt. Nebenbei dürfte jedoch bei aller Lust am Kuriosen auch hervorgegangen sein, dass literarische Be- und Verarbeitungen des Weidwerks immer auch Ausdruck der Mentalität und Vorstellungswelt unserer Vorfahren sind. Hoffentlich amüsieren sich kommende Generationen vor lauter frischem Wirbelwind nicht zu sehr über unsere Vorstellungen!

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Die HANWAG Produktfamilie

Kalixfors bietet wahre Alleskönner für Jägerinnen und Jäger. Ob Pirsch, Ansitz- oder Gesellschaftsjagd – mit ihrem hochwertigen Nubukleder, der wasserdichten GORE-TEX Membran und der Vibram Trekking SF Laufsohle mit breiter, stabiler Auftrittsfläche sorgen die leichten Jagdstiefel für Schutz und Stabilität in unwegsamer Natur.

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Wenn das Reh jung ist

Eine Küche, die dem Zeitpunkt gerecht wird.

Es ist Frühling und es ist das erste Stück des Jahres – das Reh ist jung, das Fleisch feinfaserig und von Natur aus zart. Genau deshalb braucht es keine laute Küche und keine schweren Begleiter. Eine schonende Zubereitung reicht vollkommen aus.

Sous-vide eignet sich für dieses erste Wildbret besonders gut. Die niedrige Temperatur sorgt für gleichmäßiges Garen, das Fleisch bleibt saftig und behält seinen Eigengeschmack. Gerade beim Frühlingsreh ist Zurückhaltung entscheidend: weniger Hitze, weniger Würze, mehr Kontrolle.

Dazu passen leichtes Gemüse und eine klare Jus. Kein Winterballast, keine Opulenz. Ein Teller, der dem Zeitpunkt im Jagdjahr entspricht und dem Stück gerecht wird.

TEXT: Nadine Sodia

Rehhaxe Sous-vide

auf Rosenkohl, Wurzelgemüse und Rotwildjus (4 Portionen)

Zutaten:

FÜR DIE REHHAXE:

▶ 4 gut parierte Rehhaxen

▶ Salz

▶ 2 Zweige Thymian

▶ 1 Zweig Rosmarin

▶ 2 Knoblauchzehen, angedrückt

▶ Butter zum Anbraten

▶ schwarzer Pfeffer

FÜR DIE BEILAGE:

▶ 400 g Rosenkohl

▶ 2 Karotten

▶ 1 kleines Stück Sellerie

▶ Butter

▶ Salz

Der Lava Sous Vide Stick LX.20 von LANDIG wurde von uns getestet und hat sich besonders bei der Zubereitung von Wild bewährt. Die präzise Temperaturführung sorgt auch bei langen Garzeiten für konstante Ergebnisse. Gerade bei Rehhaxe, Blatt oder Träger ist das entscheidend, um gleichmäßige Zartheit ohne Übergaren zu erreichen. Die einfache Handhabung und die zuverlässige Umwälzung des Wassers machen den Stick sowohl für Einsteiger als auch für ambitionierte Wildköche inter essant. In Kombination mit einem normalen Kochtopf reicht er vollkommen aus, um Sous-vide auch zu Hause sauber umzusetzen.

FÜR DIE WILDJUS:

▶ 2 Schalotten

▶ 200 ml trockener Rotwein

▶ 400 ml Wildfond

▶ 2 TL Preiselbeeren

▶ kalte Butter

Zubereitung:

Rehhaxen: Die Rehhaxen sorgfältig parieren, säubern und trocken tupfen. Leicht salzen, gemeinsam mit Thymian, Rosmarin und Knoblauch in Vakuumbeutel geben und mit dem Vakuumiergerät luftdicht verschweißen.

Sous-vide-Becken oder alternativ einen großen Kochtopf mit Wasser füllen. Sous-vide-Stick befestigen und auf 80 °C einstellen. Sobald die gewünschte Wassertemperatur erreicht ist, die vakuumierten Rehhaxen vollständig in das Wasserbad legen. Achtet darauf, dass die Beutel komplett mit Wasser bedeckt sind.

Die Rehhaxen acht Stunden im Wasserbad garen. Der Sous-vide-Stick hält die Temperatur konstant und übernimmt die gesamte Arbeit.

Gemüse: Etwa eine halbe Stunde vor Ende der Garzeit den Rosenkohl putzen und halbieren. Karotten und Sellerie in feine Streifen schneiden. Das Gemüse in Butter bei mittlerer Hitze langsam an-

Neben den Zutaten benötigt man für die Zubereitung:

▶ ein Vakuumiergerät mit passenden Vakuumbeuteln

▶ einen Sous-vide-Stick zur konstanten Temperaturführung

▶ ein Sous-vide-Becken oder alternativ einen großen Kochtopf

braten, bis es weich, aber noch bissfest ist. Leicht salzen und warm halten.

Wildjus: Schalotten fein würfeln und in wenig Butter glasig anschwitzen. Mit Rotwein ablöschen und auf etwa ein Drittel einkochen lassen. Wildfond zugeben und nochmals sanft reduzieren. Preiselbeeren einrühren. Kurz vor dem Servieren kalte Butter einarbeiten und abschmecken.

Finalisieren: Die Rehhaxen aus den Beuteln nehmen, trocken tupfen und in sehr heißer Butter rundum kurz anbraten – jede Seite etwa 30–45 Sekunden, damit Röstaromen entstehen. Erst jetzt pfeffern und das Fleisch kurz ruhen lassen.

Gemüse mittig auf den Teller setzen. Rehhaxen darauf platzieren oder tranchieren. Den Wildjus sparsam rundherum verteilen. Als Beilage passen schlichte Kartoffeltaler oder einfach gutes Brot.

Bild: Landig

Sous-videGaren

Die leise Revolution in der Wildküche

Es gibt Methoden in der Küche, die kommen laut daher – mit Brutzeln, Zischen und großer Geste. Und dann gibt es Sous-vide. Diese Methode schleicht sich beinahe lautlos an, arbeitet geduldig, präzise und mit einer Gelassenheit, die man sonst nur alten Jägern nachsagt, die wissen, dass Eile selten zum Ziel führt. Sous-vide-Garen ist keine Modeerscheinung, sondern eine konsequente Weiterentwicklung des respektvollen Umgangs mit hochwertigen Lebensmitteln – gerade mit Wildfleisch.

Sous-vide bedeutet übersetzt „unter Vakuum“. Das Fleisch wird vakuumiert und anschließend über mehrere Stunden in einem Wasserbad bei exakt gehaltener Temperatur gegart. Kein Kochen, kein Braten, kein Stress. Nur Zeit, Temperatur und Vertrauen in den Prozess. Genau das ist es, was Wild braucht.

Zeit statt Hitze

Warum Sous-vide und warum gerade für Wild?

Wildfleisch ist ehrlich. Es verzeiht keine Schlamperei und straft Ungeduld sofort mit Trockenheit. Reh, Hirsch oder Gams sind mager, feinfaserig und reich an Eigengeschmack. Genau deshalb ist der richtige Garpunkt entscheidend. Sous-vide nimmt einem dieses Risiko ab. Die Kerntemperatur wird nicht erraten, sondern festgelegt. Punktgenau. Stunde für Stunde. Während im Backofen oder in der Pfanne die Hitze von außen nach innen arbeitet und dabei oft zu viel des Guten tut, wird beim Sous-vide-Garen das gesamte Stück gleichmäßig erwärmt. Das Fleisch bleibt saftig, zart und aromatisch. Der eigene Fleischsaft bleibt dort, wo er hingehört. Im Fleisch.

Zeit als Zutat

Sous-vide braucht Zeit. Aber es ist eine entspannte Zeit. Acht Stunden für eine Rehhaxe sind keine Seltenheit. Und genau hier liegt der Zauber. Kollagenreiche Stücke wie Haxe, Blatt oder Träger haben beim klassischen Braten oft einen schweren Stand. Zu kurz gegart, sind sie zäh. Zu lange und sie zerfallen. Sous-vide findet den schmalen Grat dazwischen. Durch die lange Gar zeit bei moderater Temperatur wandelt sich das Bindegewebe langsam in Gelatine. Das Fleisch wird butterzart, ohne seinen Charakter zu verlieren. Plötzlich stehen Teilstücke im Rampenlicht, die früher bestenfalls geschmort wurden oder im Faschierten endeten.

Aromen bleiben dort, wo sie hingehören

ein enormer Vorteil. Reproduzierbarkeit ist in der Küche Gold wert. Was einmal perfekt war, gelingt wieder –ohne Zittern beim Aufschneiden.

Nach dem Wasserbad ist vor der

Pfanne

Sous-vide ersetzt nicht alles, es ergänzt. Nach dem Garen kommt der finale Schritt: das scharfe Anbraten – kurz, heiß und kompromisslos. Eine gusseiserne Pfanne, etwas Butterschmalz, vielleicht ein Zweig Rosmarin. Mehr braucht es nicht. Die Röstaromen entstehen in Sekunden und geben dem Fleisch Tiefe und Struktur. Innen zart, außen kräftig. Genau so, wie es sein soll.

Ein weiterer Vorteil des Sous-vide-Garens ist der Erhalt der Aromen. Im vakuumierten Beutel gibt es kein Entweichen von Duftstoffen. Alles, was das Wild ausmacht, bleibt erhalten. Wald, Wiese, Herbst. Wer möchte, kann Kräuter, Gewürze oder Zitrusschalen direkt mit einvakuumieren. Rosmarin, Thymian, Knoblauch oder ein Hauch Wacholder wirken intensiv, aber nie aufdringlich. Wichtig ist Zurückhaltung. Wild braucht keine Gewürzorgien – Sous-vide verstärkt, was da ist. Es kaschiert nichts. Qualität rein, Qualität raus.

Kontrolle statt Bauchgefühl

Viele Hobbyköche verlassen sich auf Erfahrung, Gefühl oder Hoffnung. Sous-vide setzt auf Kontrolle. Ein moderner Sous-vide-Stick hält die Temperatur auf ein Zehntelgrad genau. Einmal eingestellt, läuft der Prozess zuverlässig durch. Ihr könnt jagen gehen, Holz machen oder einfach ein Glas Rotwein trinken. Das Fleisch gart währenddessen unbeirrt weiter. Gerade für ambitionierte Wildköche ist das

Nachhaltigkeit beginnt in der Küche

Wer Sous-vide gart, nutzt das ganze Tier bewusster. Plötzlich sind es nicht mehr nur Rücken und Filet, die Aufmerksamkeit bekommen. Die sogenannten „zweiten Stücke“ zeigen ihr wahres Potenzial. Das ist gelebte Nachhaltigkeit. Respekt vor dem erlegten Wild und vor der Arbeit, die dahintersteht. Gerade als Jäger tragen wir Verantwortung. Nicht nur draußen im Revier, sondern auch am Herd. Sous-vide ist kein Widerspruch zur jagdlichen Tradition. Es ist ihre logische Fortsetzung mit modernen Mitteln.

Fazit

Sous-vide-Garen ist keine Spielerei für Technikverliebte. Es ist eine präzise, schonende und ehrliche Methode, Wildfleisch auf den Punkt zu bringen. Wer einmal eine Rehhaxe gegessen hat, die acht Stunden sanft gegart wurde und anschließend kurz Farbe bekam, wird vieles neu bewerten. Es ist Slow Food im besten Sinne – leise, respektvoll und unglaublich gut. Und vielleicht ist genau das die Art zu kochen, die Wild verdient.

Ein Jagdtag

ohne Strecke

Ich hatte das neue Spektiv von SWAROVSKI OPTIK auf der Gamsjagd in meinem eigenen Revier dabei. Es war einer dieser Tage, an denen die Bedingungen stimmen und am Ende trotzdem kein Stück liegt. Klare Luft, gute Sicht, Bewegung im Gelände, aber die Gamsen blieben aufmerksam und immer einen Schritt voraus. Jagdlich kein Erfolg, aber genau solche Tage sind es, an denen Ausrüstung ihren tatsächlichen Wert zeigt. Denn wir beobachten deutlich häufiger, als wir abkommen.

TEXT: Reinhold Sodia

BILDER: SWAROVSKI OPTIK

Freihändig im steilen Gelände

Das AT Balance habe ich bewusst ohne Stativ geführt. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil genau dort sein Anspruch liegt: freihändige Beobachtung auch bei höherer Vergrößerung, ohne das Zittern, das man aus Erfahrung kennt. Gerade im steilen Gelände, wenn der Puls nach dem Anstieg noch arbeitet und der Stand nicht vollkommen ruhig ist, zeigt sich sehr schnell, ob Technik nur verspricht oder tatsächlich unterstützt. Was mich überzeugt hat, war die Ruhe im Bild. Ich konnte Gamswild an der Baumgrenze über längere Zeit beobachten, ohne ständig neu anzusetzen oder nachzuführen. Die Bildstabilisierung arbeitet leise und unauffällig. Nach kurzer Zeit nimmt man sie nicht mehr bewusst wahr. Man merkt lediglich, dass das Bild steht. Das Auge ermüdet weniger und Details bleiben klar erkennbar.

Jagdlicher Vorteil ohne Stativ

Verarbeitung

und Energie im Revieralltag

Auch im praktischen Umgang überzeugt das Spektiv. Das Aluminiumgehäuse wirkt robust und revierfest. Die automatische Arretierung der Linse beim Ausschalten ist ein durchdachtes Detail, das die empfindliche Technik im Rucksack schützt. Der Akku hat den gesamten Jagdtag problemlos überstanden. Die Standby-Funktion arbeitet sinnvoll und schaltet sich durch eine kleine Bewegung sofort wieder frei.

Persönliches Fazit

Der Verzicht auf ein Stativ ist kein Komfortgewinn, sondern ein echter jagdlicher Vorteil. Ich musste keinen Standort aufbauen, keine zusätz liche Bewegung ins Gelände bringen und mich nicht festlegen. Ich konnte ansetzen, beobachten und weiterziehen. Gerade auf der Pirsch oder bei wechselnden Einblicken spart das Zeit, Gewicht und Aufmerksamkeit – all das bleibt dort, wo es hingehört: beim Wild.

Optische Leistung bei wechselndem

Licht

Optisch liefert das AT Balance genau das, was man von SWAROVSKI OPTIK erwartet. Hohe Randschärfe, natürliche Farbwiedergabe und ein kontrastreiches Bild auch bei schwierigem Licht. An diesem Tag war das besonders wertvoll, weil die Gamsen häufig im Übergang zwischen Sonne und Schatten standen. Das sichere Ansprechen blieb jederzeit möglich, ohne Unsicherheit oder Detailverlust.

Ich bin an diesem Tag ohne Strecke heimgegangen. Das gehört zur Jagd. Was geblieben ist, war die Erkenntnis, dass dieses Spektiv tatsächlich etwas verändert. Nicht laut, nicht spektakulär, sondern ruhig

Das AT Balance ist kein Technikspielzeug, sondern ein ernsthaftes jagdliches Werkzeug. Für Jäger, die viel im Gelände unterwegs sind und Beobachtung als zentralen Teil der Jagd verstehen, ist es eine klare Empfehlung.

N SHAKE.

BILDSTABILISIERUNG FÜR RUHIGES BEOBACHTEN

FREIHÄNDIGE FÜHRUNG

KLARHEIT AUF EINEN BLICK. HANDELN MIT EINEM GRIFF.

Präsentation statt Pirsch:

RS3 – die erste echte Neuerfindung seit Langem

Ich war bei der Präsentation des neuen RS3 in Ulm. Kein Revier, kein Wind im Gesicht, kein Wild vor der Optik. Und trotzdem war nach wenigen Minuten klar: Hier steht etwas Neues vor uns. Nicht ein weiteres Facelift, nicht die nächste Variante eines bekannten Systems, sondern ein konsequent neu gedachter Jagdrepetierer. So etwas erlebt man selten. Ehrlich gesagt: zu selten.

TEXT: Reinhold Sodia

BILDER: Carl Walther GmbH

In den letzten Jahrzehnten wurde viel optimiert: bessere Abzüge, leichtere Schäfte, präzisere Läufe. Alles wichtig, alles richtig. Aber das Grundprinzip blieb immer gleich. Der RS3 bricht genau an dieser Stelle auf und stellt eine einfache, aber lange unbeantwortete Frage: Warum denken wir den Jagdrepetierer nicht von Anfang an so, wie wir ihn heute tatsächlich nutzen?

Schalldämpfer als System, nicht als Zubehör

Der entscheidende Gedanke hinter dem RS3 ist schnell erklärt und technisch sauber umgesetzt. Der Schalldämpfer ist kein aufgeschraubtes Extra, sondern integraler Bestandteil des Waffensystems. Das klingt banal, ist es aber nicht. Jahrzehntelang haben wir uns mit zu langen, kopflastigen Waffen arrangiert oder Läufe gekürzt und dafür ballistische Einbußen in Kauf genommen. Beides war nie wirklich befriedigend.

Der RS3 löst dieses Dilemma: volle Lauflänge bei kompakter Gesamtlänge. Mit montiertem Schalldämpfer bleibt die Waffe führig, ausgewogen und intuitiv im Anschlag. Die Balance sitzt dort, wo sie hingehört, zwischen den Händen. Wer die Büchse aufnimmt, merkt sofort: Sie zeigt dorthin, wo man hinschaut –ohne Nachdenken, ohne Korrektur.

Handspannung dort, wo sie Sinn ergibt

Besonders überzeugt hat mich die Handspannung im Pistolengriff. Kein Umgreifen, kein Suchen, kein Bruch im Anschlag. Das Spannen geschieht dort, wo die Hand ohnehin ist. Der Spannzustand ist jederzeit fühlbar und sichtbar – auch mit Handschuhen oder bei Kälte. Das ist keine Spielerei, sondern jagdliche Logik.

Geradeaus. Fokussiert.

Gerade auf der Drückjagd oder bei schnellen Situationen zählt jede Bewegung. Der RS3 reduziert diese Bewegungen auf ein Minimum. Ziel erfassen, Anschlag, spannen – alles in einer fließenden Abfolge. Sicher, leise und kontrolliert.

Geradezug, der im Anschlag bleibt

Der Geradezugverschluss läuft linear und ruhig. Repetiert wird im Anschlag, das Auge bleibt im Ziel. Wer das einmal bewusst ausprobiert hat, versteht den Unterschied sofort. Der Folgeschuss kommt schneller, kontrollierter und ohne Hektik. Die Waffe spannt beim Repetieren nach und ist sofort wieder einsatzbereit. Genau so muss das sein.

Präzision ohne Pathos

Der Walther Performance Jagdabzug bricht trocken und sauber bei rund 800 Gramm. Leicht genug für Präzision, schwer genug für Sicherheit. Kein Showabzug, sondern ein ehrliches Werkzeug für die Praxis. Dazu das Monocoque Systemgehäuse, aus dem Vollen gefräst. Maximale Steifigkeit, minimale Toleranzen, reproduzierbare Präzision. Sub MOA ist hier kein Marketingbegriff, sondern konstruktive Konsequenz.

Mein Fazit

Ich habe den RS3 nicht im Revier geschossen, sondern in Ulm in die Hand genommen, erklärt bekommen und bewusst hinterfragt. Und genau deshalb ist mein Urteil klar: Der RS3 ist die erste wirkliche Innovation im Jagdwaffenbau seit sehr langer Zeit. Nicht laut, nicht verspielt, sondern durchdacht, konsequent und jagdlich sinnvoll.

Diese Waffe versucht nicht, Tradition zu kopieren. Sie respektiert sie und denkt sie weiter. Für mich ist das zeitgemäß. Und ehrlich gesagt längst überfällig.

Der RS3 ist kein Kompromiss. Er ist eine Antwort.

DIE ZUKUNFT DER JAGD

Short - Safe - Silent

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Wir präsentieren dort unser neues Jagdgewehr – erleben Sie die Neuheit live vor Ort!

Für mehr Infos:

Arbeitschutz im Revier

Sicher mit der Kettensäge durch den Frühling

Der Frühling ist die Zeit der Revierarbeiten: Wege werden freigeschnitten und Kanzeln freigestellt, Windwurf wird aufgearbeitet und Brennholz gemacht. Fast immer ist dabei die Kettensäge im Einsatz. Und genau sie ist das meistunterschätzte Werkzeug im Revier. Bei falscher Handhabung kann sie in Sekundenbruchteilen zu schwersten Verletzungen führen. Gerade jetzt ist es sinnvoll, den eigenen Umgang mit der Motorsäge kritisch zu hinterfragen.

Ein Werkzeug ohne Fehlertoleranz

Ob elektrisch oder benzinbetrieben – die Kettensäge verzeiht keine Fehler. Jährlich kommt es zu zahlreichen Unfällen mit teils gravierenden Folgen. Besonders tückisch ist, dass viele Verletzungen nicht bei großen Fällarbeiten passieren, sondern bei scheinbar einfachen Tätigkeiten am Boden. Ursachen sind meist mangelnde Konzentration, falsche Technik, fehlende Schutzausrüstung oder eine schlecht gewartete Maschine.

Die richtige Säge für den richtigen Einsatz

Je nach Einsatzgebiet kommen unterschiedliche Sägen zum Einsatz. Elektrosägen eignen sich vor allem für leichtere Arbeiten rund um Wege, Hochsitze oder im Hof. Sie sind leiser, leichter und wartungsärmer, bringen aber deutlich weniger Leistung. Benzinbetriebene Kettensägen bieten maximale Kraft sowie Bewegungsfreiheit und sind für stärkere Dimensionen unverzichtbar. Gleich-

Die

meisten schweren Unfälle mit der Kettensäge passieren nicht aus Unwissen, sondern aus Routine – und genau darin liegt die größte Gefahr.

zeitig bergen sie zusätzliche Risiken durch Abgase und das leicht entzündliche Benzin-Öl-Gemisch. Beim Kauf sollte stets auf die CE-Kennzeichnung und eine EG-Konformitätserklärung geachtet werden. Ein zusätzliches GS-Zeichen ist ein klares Plus in Sachen Produktsicherheit.

Wartung ist aktiver Unfallschutz

Ein oft unterschätzter Punkt ist die Wartung. Eine schlecht gepflegte Kettensäge wird schnell zur Gefahrenquelle. Vor jedem Einsatz müssen Kettenspannung und Ölstand kontrolliert werden. Die Schienenspitze muss sauber sein, der Umlenkstern geschmiert und die Kettenführung frei von Rissen oder Graten. Ebenso wichtig ist eine scharfe Kette. Stumpfe Ketten erhöhen den Kraftaufwand, verschlechtern die Kontrolle und steigern das Unfallrisiko erheblich. Bei benzinbetriebenen Sägen gehört zudem die regelmäßige Kontrolle von Zündkerze, Luft und Kraftstofffilter zur Pflicht.

Sichere Arbeitstechnik rettet Leben

Auch die Arbeitstechnik entscheidet über Sicherheit oder Unfall. Ein fester Stand und ausreichend Platz sind Grundvoraussetzungen. Niemand darf sich im Fallbereich aufhalten. Arbeiten über Schulterhöhe sind zu vermeiden, da hier die Kontrolle über die Maschine schnell verloren geht. Die Kettensäge wird immer mit beiden Händen geführt. Besonders gefährlich ist das Arbeiten mit der Kettenspitze. Wird sie von unten nach oben angesetzt, kann es zu einem heftigen Rückschlag kommen, bei dem die Säge mit großer Wucht in Richtung Oberkörper oder Gesicht schlägt.

Besondere Vorsicht bei Benzin-Motorsägen Bei Benzin-Motorsägen kommen weitere Sicherheitsaspekte hinzu. Aufgrund der Abgase darf ausschließlich im Freien gearbeitet werden. Beim Tanken ist größte Sorgfalt geboten, da schon kleinste Mengen Kraftstoff auf dem heißen Auspuff akute Explosionsgefahr bedeuten. Beim Starten der Säge muss die Kettenbremse eingelegt sein und die Maschine sicher am Boden fixiert werden. Vor Arbeitsbeginn ist die Kettenbremse bewusst zu testen. Sie muss die Kette sofort stoppen.

Schutzkleidung ist Pflicht, nicht Kür Ein zentrales Thema ist die Schutzkleidung. Wer mit der Kettensäge arbeitet, arbeitet nur vollständig geschützt. Ein Schutzhelm mit Visier bewahrt vor herabfallenden Ästen und Splittern. Ein Gehörschutz schützt vor dauerhaften Hörschäden. Schnittschutzhose und Schnittschutzstiefel können im Ernstfall Leben retten. Schnittfeste Handschuhe sorgen für zusätzlichen Schutz und sicheren Halt. Schutzkleidung ersetzt keine saubere Technik, sie mindert jedoch die Folgen eines Fehlers erheblich.

Kettensäge mit Benzin oder Akku?

BENZIN-KETTENSÄGE

Vorteile:

Der Motorsägenschein als Sicherheitsfaktor

Auch der Motorsägenschein ist für Jäger ein wichtiges Thema. Wer im öffentlichen Wald, beruflich oder auf fremdem Grund arbeitet, kommt an ihm nicht vorbei. Doch auch für private Revierarbeiten ist er dringend zu empfehlen. In den Kursen werden sichere Arbeitstechniken, Gefahreneinschätzung und der richtige Umgang mit der Maschine vermittelt – Wissen, das im Ernstfall den entscheidenden Unterschied macht!

Die Kettensäge ist ein unverzichtbares Werkzeug im jagdlichen Alltag. Sie ist leistungsstark, effizient und gefährlich zugleich. Gerade im Frühling, wenn viele Arbeiten anstehen und Routine leichtsinnig macht, ist besondere Aufmerksamkeit gefragt. Wer mit Respekt, Sachverstand und vollständiger Ausrüstung arbeitet, sorgt dafür, dass Revierarbeit Freude macht und nicht im Rettungseinsatz endet.

• sehr hohe Leistung auch bei starkem Holz

• uneingeschränkte Bewegungsfreiheit im Revier

• ideal für längere Einsätze und stärkere Dimensionen

Nachteile:

• Abgase und hohe Lärmbelastung

• höheres Gewicht

• Explosionsgefahr beim Umgang mit Benzin-Öl-Gemisch

• höherer Wartungsaufwand

AKKU-KETTENSÄGE

Vorteile:

• leise und abgasfrei

• geringes Gewicht

• sofort startklar

• ideal für leichtere Arbeiten rund um Wege und Kanzeln

Nachteile:

• begrenzte Laufzeit

• geringere Leistung

• abhängig von Akkukapazität und Ladezustand

• weniger geeignet für starkes Holz Persönliche Schutzausrüstung bei der Kettensägenarbeit

Zur sicheren Revierarbeit mit der Kettensäge gehören zwingend:

• Schutzhelm mit Visier gegen herabfallende Äste und Splitter

• Gehörschutz zum Schutz vor dauerhaften Hörschäden

• Schnittschutzhose zum Schutz von Oberschenkeln und Unterleib

• Schnittschutzstiefel oder Schnittschutzschuhe mit Stahlkappe

• Schnittfeste Handschuhe für sicheren Halt und zusätzlichen Schutz

Schutzkleidung schränkt nicht ein. Sie ermöglicht konzentriertes, sicheres Arbeiten und kann im Ernstfall Leben retten.

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Wie läuft

das beim Nachbarn?

Jagdprüfungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz

Die Jagdprüfung dürfte bei den meisten von uns schon ein Weilchen her sein, doch wird vielen jener bedeutsame Tag noch nach Jahrzehnten lebhaft in Erinnerung sein. Ob man nun mit Stolz oder Schaudern auf die bangen Minuten der Prüfung zurückblicken mag – man gehört jedenfalls durch den erfolgreich erbrachten Leistungsbeweis offiziell zur Schar der Weidleute, die alle etwas mehr oder weniger Ähnliches erlebt haben. Mehr oder weniger, da sich nicht nur die individuellen Erfahrungen, sondern auch die Prüfungs- sowie Ausbildungsmethoden regional unterscheiden. Ein schneller Blick auf diese kleinen, aber feinen Unterschiede mag nicht nur kurzweilig sein, sondern vielleicht ebenso zum gegenseitigen Verständnis und Zusammenhalt der Weidleute über Grenzen hinweg beitragen.

TEXT: Othmar F. C. Hofer

Österreich

Obwohl vielen von euch das Prozedere um den Erwerb der Jagderlaubnis in der Alpenrepublik aus eigener Erfahrung leidlich bekannt sein dürfte, fangen wir diesen Vergleich der Vollständigkeit halber im schönen Heimatland unserer lieben Zeitschrift an. Wer hier offiziell dem Weidwerk frönen möchte, braucht eine sogenannte „Jagdkarte“, was dem bundesdeutschen „Jagdschein“ und dem schweizerischen „Jagdpatent“ entspricht. Um sich für ein solches Dokument zu qualifizieren, muss natürlich eine vom jeweiligen Jagdverband des Bundeslandes nach eigenem Ermessen gestaltete und organisierte Prüfung erfolgreich abgelegt werden. Volljährigkeit gehört zu den wesentlichsten Voraussetzungen, wobei jedoch bei Einverständnis eines Erziehungsberechtigten je nach Bundesland der Antritt auch schon früher erfolgen kann. So darf sich die Tiroler Jugend mit dem vollendeten 14. Lebensjahr zum Jungjäger prüfen lassen.

Föderal. Praxisnah. Traditionsbewusst.

Die bürokratischen Feinheiten gehen aber noch weiter: In Vorarlberg braucht es für den Anmeldeantrag sogar ein ganzes Dokumentenpaket: von der Geburtsurkunde über eine Meldebestätigung des Hauptwohnsitzes bis hin zum Strafregisterauszug. Letzterer ist in der Steiermark ebenso vonnöten, wobei neben der obligatorischen Geburtsurkunde auch ein amtsärztliches Gutachten beizufügen ist. Ein Kurs, praktische Vorerfahrungen oder dergleichen sind meist nicht zwingend erforderlich. Im heiligen Land Tirol herrscht demgegenüber aber eine Pflicht zum Kursbesuch, welche auch genaue Anwesenheitskontrollen umfasst. Ohne die systematische Vermittlung der zahlreichen Fachgebiete von Wildtierkunde bis Waffenhandhabung schaut es mit den Erfolgschancen jedoch auch in den anderen Bundesländern mau aus, wenn der Kandidat nicht gerade schon von Kindesbeinen an in die Materie eingearbeitet wurde. Wer also nicht unter den Fittichen eines Berufsjägers im Forsthaus aufgewachsen ist, sollte lieber die ungefähr 150 Stunden an Theorie und Praxis investieren, die während eines der typischen Kurse auf vier bis sechs Monate aufgeteilt werden. Damit bei späteren Revierausflügen nichts schiefgeht, gehört die Ablegung eines Erste-Hilfe-Kurses für nicht medizinisch geschulte Anwärter ebenso zum österreichweiten Pflichtumfang. Die Kosten für ein volles Kursprogramm samt Lernunterlagen und Übungsmunition dürften sich im geschätzten österreichischen Durchschnitt zwischen 800 und 1.000 Euro bewegen. Die Prüfung selbst erfolgt mündlich und per praktischer Demonstration, was Grundsätze der sicheren Waffenhandhabung betrifft.

So wie sich die Jagdgesetze der einzelnen Bundesländer in einzelnen Details unterscheiden können, im Großen und Ganzen aber einheitlich sind, so bestehen auch leichte Unterschiede hinsichtlich der Prüfungsanforderungen von Vorarlberg bis ins Burgenland. Es werden beispielsweise zwar stets die Schießkünste der angehenden Jägerinnen und Jäger überprüft, jedoch in jeweils regional spezifischer Weise. Die allermeisten Jagdverbände interessieren sich sowohl für die Fähigkeiten des weidmännischen Novizen an der Büchse als auch

für jene an der Flinte. Nur in Tirol wird bei der Schießprüfung auf Schrot verzichtet, wohl weil die ausgesprochen gebirgige Landschaftsnatur wenig Gelegenheit zu Niederwildjagden bietet. In Niederösterreich, dem flächenmäßig größten Bundesland voll ausgedehnter Felder, wird demgegenüber klarerweise viel Gewicht auf die hohe Kunst des Flintenschießens gelegt. Hierbei kommen auf 35 Meter entweder Tontauben oder ein Rollhase zum Einsatz, von denen bei zehn beschossenen Stück mindestens drei sichtlich getroffen werden müssen. Daneben wird vom Kandidaten noch der korrekte und treffsichere Gebrauch der Büchse verlangt, sowohl sitzend aufgelegt als auch stehend angelehnt. Sogar das Schießen ohne Einstechen soll demonstriert werden. In den anderen Bundesländern wie etwa Salzburg oder Oberösterreich wird gleichfalls der Umgang mit beiden Waffenarten überprüft, doch ohne besondere Auflagen zu Stecher und Co. Wer sich vielleicht schon bei der einen oder anderen Bestimmung gewundert haben mag, wird erst richtig staunen, wenn er hört, wie die Prüfung des Wiener Landesjagdverbandes abläuft. Die mindestens drei von zehn Wurfscheiben in der Disziplin Trap FA mögen noch kein Kuriosum darstellen. Die fünf Schuss stehend angestrichen auf eine 100 Meter entfernte Gamsscheibe ebenso wenig, doch dass dabei ein Kleinkalibergewehr in .22 lr zum Einsatz kommt, darf wohl als ungewöhnlich gelten. Vielleicht ist aber gerade hierin der Grund für die niedrige Strecke an Gämsen in Wien zu suchen …

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Deutschland

In der Bundesrepublik kann der eingeschränkte Jugendjagdschein mit 16, der vollumfängliche mit 18 Jahren erworben werden. Der Jugendjagdschein berechtigt nur zum Weidwerken in Begleitung eines zugelassenen Erwachsenen und wird mit Erreichen der Volljährigkeit automatisch auf die normale, eigenständige Berechtigung erweitert. Voraussetzungen für den Erhalt sind wieder Unbescholtenheit sowie körperliche und geistige Eignung. Die Vorbereitungskurse finden entweder als kompakte Einheiten über mehrere Wochen intensiven Lernens oder aber über mehrere Monate verteilt als Abend- bzw. Wochenendveranstaltungen statt. Die einzelnen Bundesländer setzen auch hier teilweise unterschiedliche Anforderungen, doch nehmen Unterricht, Schießübungen etc. deutschlandweit durchschnittlich um die 180 Stunden in Anspruch. Der Deutsche Jagdverband empfiehlt mindestens 100 Stunden theoretischen Unterricht. In Bayern etwa sind insgesamt 120 Einheiten vorgesehen, wobei die eine Hälfte der Theorie und die andere der praktischen Unterweisung dienen soll. In Hessen existiert keine vorgeschriebene Mindeststundenanzahl, aber dafür ist der Besuch eines Kurses mit Ausbildungsrahmenplan verpflichtend. In allen Fällen kommt jedoch natürlich noch einiges an zeitlichem Aufwand für das eigenständige

Staatlich. Umfangreich. Theorielastig.

Lernen dazu. Auch der finanzielle Aspekt ist nicht zu vernachlässigen, da einer Umfrage zufolge drei Viertel der Jäger in spe 1.500 bis 3.000 Euro in Kurs und Prüfung investieren. Die staatliche Prüfung wird in der Regel über drei Tage hinweg durchgeführt und umfasst einen schriftlichen, einen mündlichen und einen praktischen Teil, bei dem Waffenhandhabung und Treffgenauigkeit getestet werden. Die schriftlichen Prüfungen bestehen in den meisten Bundesländern aus Multiple-Choice-Fragen zu typischen Themengebieten wie Wildbiologie oder Jagdrecht, welche der Prüfling innerhalb einer festgesetzten Frist zu beantworten hat. Dabei dürfte man ganz schön ins Schwitzen kommen: Im (vorgeblich) gemütlichen Bayern sind es beispielsweise 100 Fragen, die in genau 100 Minuten abgehakt sein sollen. Wer den sportlichen Schnitt von einer Frage pro Minute nicht schafft, muss darauf hoffen, dass er auch so die erforderliche Quote von mindestens 75 richtigen Antworten erreicht. Immerhin existiert ein öffentlich zugänglicher Fragenkatalog zur Vorbereitung. In Schleswig-Holstein werden die Aspiranten der grünen Zunft mit 180 Minuten Prüfungszeit für 80 Fragen zwar bei Weitem nicht so gehetzt, sie sind dafür aber auch mit anderen als Multiple-Choice-Fragestellungen konfrontiert

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und werden darüber hinaus auch noch mit Schulnoten bewertet. Bei der mündlichen Prüfung sind vier bis sechs Fachbereiche vorgesehen, zu denen der Prüfling jeweils ca. zehn Minuten lang Frage und Antwort stehen muss. In Sachsen hingegen werden die geprüften Inhalte nach den vier Bereichen Jagdkunde, Waffenkunde, Verbraucherschutz und Recht gegliedert. Bei einer vorgeschriebenen Höchstgrenze von 15 Minuten pro Fach ergibt sich eine Gesamtdauer von maximal einer Stunde für den mündlichen Prüfungsteil.

oder über Kaliber 6,5 mm geprüft haben wollen, verlangt man in der Hansestadt unter anderem fünf Schuss auf die Fuchsscheibe aus liegend freier Position.

Kantonal. Langfristig. Systemvielfalt.

Das Schießen bildet den dritten Bestandteil der Eignungsprüfung für den Jagdschein und wird je nach Region entweder als Erstes oder aber als Letztes durchgeführt. Mancherorts wird die Schießprüfung zum mündlich-praktischen Teil gezählt. In Bayern müssen bei der eigentlichen Schießprüfung mit fünf Patronen nur genügend Ringe auf der 100 Meter entfernten Rehbockscheibe sitzend aufgelegt und stehend angelegt erreicht werden. Allerdings werden andere Arten des jagdlichen Schießens schon während des Kurses intensiv geübt und überprüft. So müssen neben dem Training am laufenden Keiler auch insgesamt 25 Serien mit jeweils zehn Wurfscheiben am Tontauben- und mindestens fünf Schuss am Faustfeuerwaffenstand absolviert werden. Während in den meisten Bundesländern bei der Schießprüfung nur das Treffvermögen mit Langwaffen kontrolliert wird, verlangen Sachsen-Anhalt und RheinlandPfalz auch Zielsicherheit mit Pistole oder Revolver. Die Pfälzer und Rheinländer müssen sogar vier von fünf Treffern innerhalb der Ringe einer in sieben Metern Entfernung vorbeiziehenden Keilerscheibe platzieren. Gleich wie in Österreich müssen die Prüflinge in beinahe allen Gegenden der Bundesrepublik ihr Können sowohl mit der aufgelegten und/oder angelehnten Büchse als auch mit der Flinte unter Beweis stellen. Länder wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder Baden-Württemberg zählen zu der mehr als die Hälfte der Gesamtheit ausmachenden Gruppe, in der zusätzlich noch der laufende Keiler obligatorisch ist. Thüringen und Hamburg fallen in diesem Kontext durch gewisse Eigenheiten auf. Während die Behörden des Freistaats im Herzen Deutschlands lediglich den Umgang mit einer Büchse mit

Schweiz

In der Eidgenossenschaft kann man in der Regel ab 18 jagen, wobei gewisse Kantone jedoch höhere Altersgrenzen vorgeben können. Ausbildung und Prüfung der Anwärter liegen laut Bundesgesetz in den Händen der kantonalen Jagdbehörden. Die konkrete Umsetzung erfolgt dann aber in unterschiedlicher Weise durch Jagdverbände, private Schulen oder die Kantonsbehörde selbst. Als grundlegendes einheitliches Lehrmittel über die wesentlichen Belange des Weidwerks wird dabei in der gesamten Eidgenossenschaft das Buch Jagen in der Schweiz – Auf demWeg zur Jagdprüfung genutzt. Angesichts der sich aus der Landesgeschichte ergebenden starken Autonomie der einzelnen Kantone und der sprachlichkulturellen Vielfalt aus deutschen, französischen, italienischen und rätoromanischen Einflüssen mag dies wenig verwundern, zumal in der Schweiz insgesamt drei verschiedene Jagdsysteme zur Anwendung kommen. In nördlichen Kantonen wie Solothurn, Aargau oder St. Gallen werden Reviere verpachtet, so wie man es in Österreich oder der Bundesrepublik gewohnt ist. In den anderen Gebieten wie Waadt, Tessin, Uri oder Graubünden gilt das Patentjagdrecht, bei dem die einzelnen Weidleute Erlaubnisscheine für gemeinsame Jagdgebiete lösen. Da in Genf die private Jagdausübung per Volksentscheid verboten wurde, sind dort ausschließlich kantonale Berufsjäger tätig. In den anderen Kantonen nimmt die zur Jagderlaubnis nötige Ausbildung je nachdem zwischen eineinhalb und zwei Jahre in Anspruch und umfasst gleich wie in den Nachbarländern die Kernbereiche um Waffenhandhabung, Wildtierbiologie etc.

Da aus Platzgründen nicht auf jede Gegend einzeln eingegangen werden kann, sollen auch hier wieder die Regelungen einzelner Kantone als Beispiel dienen. In St. Gallen etwa erfolgt im Juni die Anmeldung zum Kurs beim Amt für Natur, Jagd und Fischerei. Von Februar bis Mai des folgenden Jahres werden die theoretische Waffenschulung

und die praktische Schießausbildung mitsamt anschließender Prüfung der Fähigkeiten mit Büchse und Flinte vorgenommen, deren erfolgreicher Abschluss Voraussetzung für den weiteren Kursbesuch ist. Von Juni bis November finden die sogenannten „obligatorischen Ausbildungskurse“ statt, welche dem zum Besuch verpflichteten Jagdanwärter an vier Terminen wesentliches weidmännisches Wissen vermitteln sollen. Danach können noch weitere derartige Kurse auf freiwilliger Basis besucht werden, bis dann wieder im Juni die mündliche Prüfung in vier Teilbereichen sowie ein schriftlicher Test in einem Teilbereich erfolgen. In Graubünden muss nicht nur eine anerkannte Ausbildung zu Waffenkunde und Schießfertigkeiten, sondern auch ein Kurs zu Wildbrethygiene und Wildtieranatomie absolviert werden. Hier darf ebenso nur zur theoretischen Prüfung antreten, wer seine Zielgenauigkeit unter Beweis gestellt hat. Zusätzlich sind noch mindestens 50 Arbeitsstunden in der Hege nachzuweisen. Im Kanton Wallis, der zur Romandie, also zum französisch geprägten Westteil der Schweiz gehört, dauert es zwei Jahre, bis ein Neuling das ersehnte Jagdpatent in Händen halten kann. Das erste Jahr gehört der praktischen Schulung von Waffenhandhabung bis Ökologie über 50 Stunden hinweg, während es im zweiten an wenigstens sieben Terminen um theoretische Aspekte aus Feldern wie Recht oder Technik geht. Neben einem Strafregisterauszug ist zur erfolgreichen Anmeldung noch die Zahlung des Kursbeitrags von 750 Schweizer Franken erforderlich, was beim derzeitigen Wechselkurs ca. 813 Euro entspricht. Im nordwestlich gelegenen Solothurn belaufen sich die Kosten für Kurse, Unterlagen und Prüfung zum Vergleich auf 600 Franken. Die Schießprüfungen dürften sich schweizweit dahingehend nicht stark von denen in Österreich und der BRD unterscheiden, als auch bei den Eidgenossen wohl (fast) überall sowohl Flinte als auch Büchse treffsicher gehandhabt werden müssen. Selbstredend gibt es auch in helvetischen Gefilden Auflagen, die dem Außenstehenden kurios erscheinen mögen: Im Kanton Schwyz hat der Prüfungsteilnehmer mit der Büchse etwa nur 15 Sekunden pro Schussversuch. Wird länger zum Zielen gebraucht, muss der zögerliche Schütze absetzen und die Aktion wird mit null Ringen bewertet. In Solothurn hingegen hat jeder Prüfling bei der Begehung eines Jagdparcours einige Entfernungsschätzungen abzugeben, welche hinsichtlich ihrer Genauigkeit bewertet werden.

Abschließend lässt sich festhalten, dass auch jagdlich alle Wege letztlich nach Rom zu führen scheinen. Was für den einen vertraute Gewohnheit und notwendige Gewissheit ist, mag für den anderen eine exotische Ausgefallenheit sein. Der Blick über die eigenen (Gewohnheits-)Grenzen hinweg könnte aber letztlich viel mehr sein als die bloße Befriedigung der Neugier und – wer weiß – vielleicht sogar etwas frischen Wind in den Alltag als Weidmann bringen.

JFrischher Wind in der Jagdbekleidung

agdbekleidung erlebt derzeit eine bemerkenswerte Renaissance. Was lange als funktionale Ausrüstung galt, bekommt – nicht nur bei jungen Jägerinnen und Jägern – zunehmend modische Nuancen. Hersteller setzen verstärkt auf technische Innovationen, nachhaltige Materialien und ein modernes Design, ohne die bewährten Anforderungen an Robustheit und Praxisnutzen aus den Augen zu verlieren.

Traditionell bestand Jagdbekleidung aus Loden, Wolle, Leinen, Baumwolle und Leder. Loden war wegen seiner Winddichtheit, Geräuscharmut und natürlichen Wasserabweisung besonders geschätzt und prägte über Jahrzehnte hinweg das klassische Jagdbild. Reine Schurwolle bot gute Wärmeisolierung, auch in feuchtem Zustand, war jedoch schwer und trocknete langsam. Leinen und Baumwolle wurden vor allem für Sommerbekleidung verwendet und punkteten durch Atmungsaktivität, boten aber kaum Schutz vor Nässe. Leder war für Schuhe, Riemen, Besätze, aber auch in der Bekleidung unverzichtbar – robust, langlebig, aber pflegeintensiv.

Einige dieser Stoffe haben bis heute ihren festen Platz. Neu sind veredelte oder mit

synthetischen Fasern gemischte Varianten. Zudem gewinnen Leichtigkeit, Atmungsaktivität und Multifunktionalität an Bedeutung. Dünne, aber widerstandsfähige Softshells mit Membranen, die Wind und Wetter trotzen, gehören zu den Trends der Saison. Dazu kommen innovative Isolationsschichten, die Wärme je nach Aktivitätsniveau variabel speichern. Die Annäherung an allgemeine Outdoor- und Sportswear-Trends ist auch bei der Jagdbekleidung beobachtbar. Funktionen wie Belüftungsreißverschlüsse, modular kombinierbare Schichten und ergonomische Schnitte findet man heute genauso bei Trekking- oder Skikleidung.

Doch nicht alles ist ein Fortschritt. Die neuen modischen Elemente gehen oft auf Kosten der Langlebigkeit. Dünnere Stoffe entsprechen zwar modischen Ansprüchen, sind aber im dichten Unterholz anfälliger für Abrieb. Auch die Kosten steigen, da Hightech-Produkte und nachhaltige Herstellungsverfahren ihren Preis haben.

Grundsätzlich kann gesagt werden: Jagdbekleidung ist technisch gereift und ästhetisch vielfältiger geworden, wobei die Funktion ein zentrales Element bleibt. Es weht jedenfalls ein frischer Wind durch die Branche – zur Freude vieler Jägerinnen und Jäger!

TEXT: Sabine Steindl

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Ich zoch mir einen valken

Frauen und Jagd im Mittelalter

Was fällt euch ein, wenn ihr an das Weidwerk im Mittelalter denkt? Ein edler Ritter in schimmernder Rüstung, der auf seinem getreuen Ross wacker gegen gefährliches Getier anstürmt? Oder vielleicht ein zottiger Waldläufer auf der Pirsch nach Rotwild, das er heimlich mit seinem Langbogen erlegen kann? Erlauchte Hofdamen, die mit prächtigen Gewändern angetan ihrer Beute hinterherreiten, dürften sich wohl eher die wenigsten vorstellen. Ganz zu schweigen von noblen Jungfern, die mit Armbrust und Saufeder souverän Sauen und Hirsche erbeuten. Doch hat es das denn damals wirklich schon gegeben? Die überraschende Antwort, so viel sei schon verraten, fällt viel spannender aus als ein simples Ja oder Nein!

Geschlecht und Recht

Bevor wir uns nun näher mit den Bedingungen und verschiedenen Formen weiblicher Jagd im Mittelalter beschäftigen können, sollten wir uns noch einmal schnell mit den gesellschaftlichen Grundlagen der Epoche vertraut machen. Immerhin bezieht sich unser heutiger Begriff „Mittelalter“ auf eine nicht zu knappe Zeitspanne von ca. 1.000 Jahren zwischen Spätantike und Früher Neuzeit, in der sich allen hartnäckigen modernen Vorstellungen von kulturellem Stillstand zum Trotz vielfältige Entwicklungen mit teils großen regionalen Unterschieden abspielten. Was für eine einfache Landadlige im Ostfrankenreich des 10. Jahrhunderts galt, mochte für eine kastilische Prinzessin 500 Jahre später keinerlei Bedeutung haben und umgekehrt. Demgegenüber gab es aber auch bestimmte Merkmale, die über die gesamte Epoche hinweg charakteristisch für Kultur und Gesellschaft bleiben sollten. Ein solches wiederkehrendes und weit über das Mittelalter hinauswirkendes Element stellt die hierarchische Ordnung der Gesellschaft nach sogenannten „Ständen“ dar. Diese fußte auf einer groben Einteilung der Bevölkerung in die drei Grundkategorien der Geistlichen, des Adels und der Bauern. Je nach Zugehörigkeit zu Lehr-, Wehr- oder Nährstand verfügte man über unterschiedliche Pflichten und Rechte, wobei Position und Handlungsspielraum innerhalb der eigenen sozialen Gruppe noch von Aspekten wie Abstammung, Vermögen und nicht zuletzt Geschlecht bestimmt wurden. So befand man sich als adlige Frau zwar in einer politisch, sozial und ökonomisch wesentlich besseren Position als die Bevölkerungsmehrheit, war jedoch im Vergleich zu den männlichen Mitgliedern des eigenen Standes in seinem Aktionsradius beschränkt. Dies äußerte sich etwa in einer eingeschränkten Rechtsfähigkeit, welche eine gewisse Abhängigkeit von einem männlichen Vormund, etwa dem Vater oder Ehemann, mit sich brachte. Nichtsdestoweniger musste eine Adlige mit dem ihrer gesellschaftlichen Stellung gebührenden Respekt behandelt werden, insbesondere – aber nicht nur – von weiter unten in der gesellschaftlichen Hierarchie rangierenden Personen.

Wortklaubereien

Diese besondere Position wird auch deutlich, wenn wir mit wîp und vrouwe zwei wichtige Begriffe aus der Sprache unserer mittelalterlichen Vorfahren unter die Lupe nehmen. Beide mittelhochdeutschen Wörter beschreiben eine Vertreterin des weiblichen Geschlechts. Während jedochwîp lediglich den Aspekt der Weiblichkeit zum Ausdruck bringt und somit sozusagen die Frau schlecht-

hin bezeichnet (das lustige Hakerl über dem „i“ bezeichnet man übrigens als Zirkumflex und es zeigt uns an, dass man den Buchstaben lang aussprechen muss), teilte vrouwe oder vrowe nebenbei auch den hohen sozialen Status einer Zeitgenossin mit. Wie Schnelldenker jetzt sicher schon bemerkt haben, fand im Laufe der Zeit nicht nur ein Laut-, sondern ebenso ein Bedeutungswandel statt, welcher dem rein auf das Geschlecht bezogenen, ursprünglich neutralen Ausdruck eine heute abwertend wahrgenommene Komponente verlieh, während er das einstmals einer elitären Klasse vorbehaltene Wort zum wertfreien Standardbegriff machte. Eine vrouwe war also Mitglied eines Adelsgeschlechts und nahm als solches auch an den typischen Tätigkeiten ihrer privilegierten Gesellschaftsschicht teil, was nicht zuletzt ausgedehnte Jagden umfasste. Das Weidwerk war ab dem Hochmittelalter für den Adel viel mehr als ein exklusiver Zeitvertreib, es diente auch als Mittel zur Darstellung der besonderen Stellung innerhalb der feudalen Gesellschaft. Die dabei zum Einsatz kommenden kostspieligen Pferde, Hunde und Greifvögel unterstrichen Reichtum und Einfluss der Jäger ebenso wie die simple Tatsache, dass sich diese einem solch aufwendigen Freizeitvergnügen überhaupt erst widmen konnten, da sie nicht für ihren Lebensunterhalt direkt zu arbeiten brauchten. Darüber hinaus zählte das bei Jagden zur Schau gestellte Vermögen zur Mobilität und Präsenz im Raum zu den typischen Attributen der Herrschaft – bewegte man sich hierbei doch auf dem sprichwörtlichen hohen Ross durch das Revier.

Urheber: Unbekannt, nach Friedrich II. von Hohenstaufen, 13. Jh. Quelle: Vatikanische Apostolische Bibliothek. Gemeinfrei.

Da die Jagd, wie schon öfter erwähnt, weitestgehend das Vorrecht des Adels war, beschränkt sich unser Blick auf die Damen der Aristokratie. Zudem bezieht sich das erhaltene Schrifttum aus der Zeit fast ausschließlich auf Belange der Oberschicht, was angesichts der über weite Strecken des Früh- und Hochmittelalters auf das Umfeld von Klös-

tern, Kirchen und Herrscherhöfen beschränkten Schreibkunst nicht verwundert. Zu etwaigen weidmännischen Tätigkeiten von Frauen aus dem einfachen Volk lassen sich daher nur vage Vermutungen anstellen. Wenn eine Stadtbürgerin oder Bauersfrau überhaupt einmal Zeit und Muße für dergleichen gefunden hätte, wäre vermutlich der Vogelfang die wahrscheinlichste Option gewesen. Adlige Vertreterinnen des schönen Geschlechts befanden sich demgegenüber zwar in einer weitaus vorteilhafteren Position, waren aber auf ihre Weise auch gewissen gesellschaftlichen Konventionen unterworfen. So war im damaligen Weltbild der Umgang von Frauen aller Schichten mit (Kriegs-)Waffen grundsätzlich nicht vorgesehen beziehungsweise unerwünscht. Eine Figur wie Johanna von Orléans, welche während des Hundertjährigen Krieges in voller Rüstung resolut im Kampfgeschehen mitmischte, stellte eine absolute Seltenheit und gewissermaßen die Ausnahme von der Regel dar. Immerhin nutzten die erbosten Engländer dieses wehrhafte Verhalten dann auch als Vorwand, als sie die gefangene Jeanne nach einem eingefädelten Ketzereiprozess auf den Scheiterhaufen verfrachteten. Demzufolge hätten sich die Damen lediglich bei der Beizjagd im engeren Sinne weidmännisch betätigen können, da dort bekanntlich der abgerichtete Greifvogel das Erlegen der Beute übernimmt und ergo kein direkter Waffengebrauch stattfindet. Von dieser für die höfische Kultur des Mittelalters besonders prägenden Jagdform wird an späterer Stelle noch die Rede sein, doch kann jetzt schon einmal festgehalten werden, dass die aktive und regelmäßige Teilnahme von Frauen der Adelsgesellschaft an Beizjagden als gesichert gilt. Andere Spielarten der damali-

gen Jagd, wie etwa die Hatz auf Rotund Schwarzwild vom Pferderücken aus, sorgen durchaus noch für Kopfzerbrechen und Diskussionen unter Forschenden. Früher wurde davon ausgegangen, dass Frauen bei solchen anstrengenden und mitunter gefährlichen Jagden höchstens als Zuschauerinnen oder Gäste des anschließenden Festmahls mit von der Partie waren. Demgegenüber wird seit dem Aufkommen neuer wissenschaftlicher Perspektiven im Rahmen der sogenannten „Geschlechtergeschichte“ verstärkt der Ansatz vertreten, dass es auch bei den risikoreicheren Jagdarten zu weiblicher Beteiligung kam. Aufgrund der spärlichen Quellenlage gestaltet sich die Beschäftigung mit dem Thema als schwierige Spurensuche, bei der man vor allem auf zeitgenössische Lehrbücher und Buchmalereinen zurückgreifen muss.

Fest im Sattel?

Bevor es aber schon wieder um Bücher geht, werfen wir noch einen Blick auf praktischere Belange. Da das Reiten essenzieller Teil der Jagdkultur war, stellt sich zunächst die Frage, ob Frauen überhaupt die erforderlichen Fortbewegungsmethoden zur Verfügung standen. Im sogenannten „Damensitz“, wie er schon seit der Antike bekannt war und im Mittelalter weiterhin praktiziert wurde, war nämlich an die Teilnahme an einer Jagd nicht zu denken. Mit beiden Beinen auf einer Seite schräg auf dem Rücken eines Pferdes konnte weder in die Richtung geschaut werden, in die sich das Reittier fortbewegte, noch war der Halt im Sattel stabil genug, um sich sicher und eigenständig im Gelände fortbewegen zu können. Selbst fernab wilden Jagdtreibens konnte es zu verheerenden Stürzen kommen, wie etwa der tödliche

Unfall Isabella von Aragóns 1271 beweist. Die schwangere französische Königin war beim Durchqueren einer eisigen Furt vom Pferd gefallen. Erst mit der technischen Weiterentwicklung des Damensattels in späteren Zeiten wurde dieser für anspruchsvollere Ritte nutzbar. Auf mittelalterlichen Darstellungen finden sich jedoch häufig auch Frauen im sogenannten „Spreizsitz“, also der heute üblichen Sitzweise mit jeweils einem Bein auf jeder Flanke des Tieres. Laut Katharina Fietze dominiert bei solchen Bildern bis ins 12. Jahrhundert sogar der Spreizsitz. Die Forscherin geht davon aus, dass sich die Damen von Rang und Namen damals je nach den Erfordernissen der konkreten Situation unterschiedlich aufs Ross setzten. Die kunsthistorischen Betrachtungen legen jedenfalls eindeutig den Schluss nahe, dass den Frauen eine taugliche Reitmethode für die Jagd zur Verfügung stand.

Feminine Falknerei

Wirklich spannend wird es nun bei der Frage, ob Frauen nun selbst dem Wild nachstellten oder nicht. In der zeitgenössischen Literatur finden sich jedenfalls mit Abstand die meisten Erwähnungen weib-

licher Beteiligung am Weidwerk im Kontext der Beizjagd. Insbesondere der Sperber wird als ein für Frauen besonders geeigneter, da leicht zu handhabender Greifvogel beschrieben. Jedoch kamen auch andere typische Arten wie Falken oder Habichte zum Einsatz. Die Falknerei dürfte im Leben vieler Damen keine geringe Rolle gespielt haben, da sich ab dem 12. Jahrhundert manche sogar auf ihren Siegeln bei der Beize darstellen ließen. Davor schien für andere die Falknerei so wichtig gewesen zu sein, dass sie die geschätzten Jagdhelfer sogar noch über den Tod hinaus bei sich behielten: In frühmittelalterlichen Gräbern aus merowingischer und selbst noch karolingischer Zeit wurden neben den Gebeinen von Frauen und Männern auch die Überreste von Greifvögeln gefunden. Die Begeisterung für die Beizjagd war wohl mitunter deshalb so groß, da die Bewegungen der abgerichteten Vögel in der Luft ein unterhaltsames Spektakel für die ganze Hofgesellschaft boten und sich damit gleichzeitig Können und Reichtum des Jägers zur Schau stellen ließen. Hierbei wurde zwischen dem hohen und dem niederen Flug unterschieden. Bei ersterem ließ man den Falken hoch aufsteigen und sich dann auf die von einem Hund hochgemachte Beute stürzen, bei der es sich um Federwild wie Reiher, Kraniche, Schwäne, Trappen oder Gänse handeln konnte. Etwas weniger aufwendig gestaltete sich die niedere Jagd, da man hier den Greif direkt von der Hand losschickte, um langsamere Vögel wie Rebhühner, Tauben, Wachteln und Elstern oder Hasen und Kaninchen zu schlagen. Obwohl die Jagd mittels Raubvögeln als sichere Spielart des

Weidwerks gelten mochte, konnte sie dennoch mit einem gewissen Risiko verbunden sein, wie ein gleichermaßen berühmter wie buchstäblicher Fall aus der Geschichte beweist: Maria von Burgund wurde nicht nur zu den liebreizendsten

Mittelalterliche Verkehrssicherheit

Frauen ihrer Zeit gezählt, sondern verfügte als Alleinerbin nach dem Tod ihres Vaters Karl dem Kühnen in der Schlacht von Nancy 1477 zudem über außerordentliche Reichtümer. Kein Wunder also, dass der junge Erzherzog Maximilian von Habsburg noch im selben Jahr in die Trauung per Stellvertreter einwilligte und so de iure uxoris zum Herzog von Burgund wurde. Das Eheglück währte leider für den letzten Ritter und die kultivierte Schönheit nicht besonders lange, da es im März 1482 während der Vogelbeize zu einem verhängnisvollen Unfall kam. Die geschickte Reiterin und Jagdbegeisterte Maria stürzte von ihrem Pferd und verstarb drei Wochen später in Brügge an den dabei erlittenen Verletzungen. Diesen schweren Verlust soll Maximilian auf persönlicher Ebene zeitlebens nicht ganz verwunden haben. Was nicht alles passieren kann, wenn eine Herzogin zur Jagd aufbricht …

Die Ausritte zur Beizjagd boten naturgemäß viele Gelegenheiten zu sozialem Austausch und Kontaktaufnahme. Gleichzeitig bot das offene, relativ übersichtliche Gelände, wie es nun einmal für die Ausübung der Falknerei notwendig ist, aber ausreichend Aufsichtsmöglichkeiten durch die höfische Gesellschaft, die sogenannte huote, um den Anstand zu wahren. So lobt der zwischen 1360 und 1377 entstandene Roman des Deduis (Buch derVergnügungen, in dem es ausschließlich um das Weidwerk geht!) an der Beizjagd die Möglichkeit, auch Frauen teilnehmen zu lassen. Bei

einer chaotischen Treibjagd durch den Wald hätten sich die Anstandsdamen der Hofgesellschaft demgegenüber viel schwerer dabei getan, ständig auf der Hut zu sein, weshalb diese Jagdweise für Frauen wohl zusätzlich problematisch war. Immerhin war die Ehre das soziale Kapital der Ständegesellschaft und als solches unbedingt zu erhalten, am besten, indem man schon im Vorhinein jede Möglichkeit zum Zweifel ausschloss.

Nichtsdestoweniger war die Beziehung zwischen Mann und Frau natürlich auch schon vor tausend Jahren ein Dauerbrenner, der im Hochmittelalter seine spezielle künstlerische Ausprägung in Form der Minnedichtung fand. Eines der wichtigsten Dingsymbole in der Liebeslyrik des 11. bis 13. Jahrhunderts war wiederum der Falke, mit dem zum Beispiel Schönheit und gleichzeitig Vergänglichkeit des Liebesglücks ausgedrückt werden konnten. Der von Kürenberg, welcher als einer der ersten bekannten Minnesänger gilt, verfasste daher nicht von ungefähr sein berühmtes Falkenlied, in dem es nur vordergründig um den titelgebenden Greifvogel geht. Laut gängiger Interpretation dreht sich Ich zoch mir einen valken um eine Dame, deren Liebling sich davongemacht hat. Im weltberühmten Nibelungenlied darf das Motiv auch nicht fehlen: Ganz am Anfang hat Kriemhild, bevor sie ihren Vorzeigeritter Siegfried trifft, einen prophetischen Traum vom gewaltsamen Ableben eines schönen Falken. Wie wir wissen, geht die Geschichte dann für den etwas zu vertrauensseligen Drachentöter auch sehr schlecht aus, so wie später dann für eigentlich alle anderen Akteure ebenso – vom Hofkaplan einmal abgesehen.

„Ich zoch mir einen valken mere danne ein jar. do ich in gezamete, als ich in wolte han, und ich im sin gevidere mit golde wol bewant, er huop sich uf vil hohe und floug in anderiu lant.“

Der von Kürenberg, Mitte 12. Jahrhundert ¹

Bücher von, für und mit Frauen

So viel also zum Umgang der Damen mit dem lieben Federvieh. Aber wie schaut es nun endlich mit der eigentlichen Gretchenfrage hier aus? Pirschten sich Hofdamen tatsächlich durch neblige Urwälder und mit schussbereit vorgehaltenem Bogen an arglos äsendes Rotwild heran? Oder wagten sie es sogar, sich nur mit der Saufeder in Händen einem wütend aus dem Unterholz hervorbrechenden Keiler entgegenzustellen? Oder beschränkten sich die Edelfrauen bei solch wildem Treiben dann doch lieber auf den Status als Zaungäste? Auf der verzweifelten Suche nach Hinweisen, welches Geschichtsbild denn nun das einzig und endgültig richtige sein möge, greifen wir erneut ins Bücherregal und ziehen mit dem Book of Saint Albans und den Taymouth Hours zwei Werke aus dem mittelalterlichen England als letzten Trumpf hervor. Das erstgenannte Buch aus St. Albans entstand 1486 und zählt somit zu den frühesten Druckwerken der englischen Geschichte. Sein Inhalt orientiert sich an den Interessen des damaligen Landadels und enthält im Wesentlichen drei Traktate zu den Themen Falknerei, Jagd und Heraldik. Das für uns Interessante: Darin wird einer Edelfrau namens Juliana Berners die Urheberschaft für das ganze Werk oder zumindest den jagdbezogenen Teil zugeschrieben. Besagte Dame soll um 1400 geboren und Priorin eines Klosters in der Nähe des Druckortes gewesen sein, doch können aufgrund der spärlichen Quellenlage keine sicheren biografischen Angaben gemacht werden. Vergleichende Untersuchungen sind zu dem Schluss gekommen, dass wohl weite Teile des Inhalts der Abhandlung über die Jagd im Book of Saint Albans aus anderen zeitgenössischen Werken stammen und nur in eine lyrische Reimform übertragen wurden. Dieser damals gängigen Praxis ungeachtet – das Konzept von Urheberrechten sollte erst viel später aufkommen –, würde das Buch den Schluss nahelegen, dass sich mittelalterliche Adelsfrauen

¹ Der von Kürenberg gilt als einer der frühesten bekannten Minnesänger des deutschsprachigen Raums. Das sogenannte Falkenlied entstand Mitte des 12. Jahrhunderts und wird heute meist als allegorische Darstellung von Liebe, Verlust und Bindung gelesen.

Abbildung: Sperber, Buchmalerei aus De arte venandi cum avibus, 13. Jahrhundert.

zumindest theoretisch mit anderen Formen der Jagd als der Falknerei beschäftigen konnten.

Außergewöhnlich spannend wird es aber erst mit dem Stundenbuch von Taymouth (Taymouth Hours). Wie die Bezeichnung schon nahelegt, dient ein Stundenbuch dem täglichen, nach festen Tagezeiten strukturierten Gebet, weshalb dessen Text selbstverständlich religiöschristlicher Natur ist. Jetzt werdet ihr euch wahrscheinlich fragen: Wie kann so ein frommes Buch nun mit dem doch ziemlich weltlichen Weidwerk zu tun haben?

Guter Punkt, also hier die Antwort: Neben den Gebeten, Psalmen und Bibeltexten fand sich am Rand meist noch jede Menge Platz für Bilder – und diese mussten im Gegensatz zu unseren heutigen Gewohnheiten nicht zwangsläufig mit dem Textinhalt übereinstimmen! So tauchen in den zwischen 1325 und 1335 entstandenen Taymouth Hours neben Szenen aus der Vita von Heiligen wie Franz von Assisi oder Thomas Becket auch spannende Jagddarstellungen auf. Auf einer Seite schießt eine Dame mit einem speziellen Pfeil Kaninchen ab, während auf der anderen ein losgelassener Windhund die Arbeit des Projektils übernimmt. An anderer Stelle sieht man Frauen in Wildwestmanier aus dem Pferdesattel heraus mit dem Bogen hantieren. In manchen Abschnitten des Buches stehen die einzelnen Miniaturen mehrerer direkt aufeinanderfolgender Seiten offenbar in Bezug zueinander und scheinen eine Geschichte zu erzählen –ein mittelalterlicher Comic sozusagen. Am Anfang dieser Darstellungsfolge späht eine Dame mit dem Bogen in der Rechten im durch zwei Bäume angedeuteten Forst umher. Ihr langes Schleppenkleid scheint sie dabei ebenso wenig zu stören wie die zwei erwartungsvoll hochblickenden Hunde an der Leine. Auf den nächsten Buchmalereien sieht man, wie ein Hirsch entdeckt und beschossen wird, jedoch scheinbar unversehrt abspringt. Zum Glück steht ein fermer Hund bereit, der das flüch-

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tige Rotwild stellt und sich in dessen Träger verbeißt. Am Schluss der Episode sind insgesamt vier Jägerinnen nebeneinander beim Versorgen der Beute zu sehen: Jeweils eine hält den Hirsch an Geweih und Hinterläufen fest, während ihn ihre Kollegin mittels eines großen Messers aufbricht. Die Vierte hat das Haupt schon als Trophäe auf einen Stab gespießt und bläst zufrieden ins Horn. Bei dieser Szenerie vermeint man schon fast das Signal „Hirsch tot“ zu vernehmen, würden von der Seite daneben nicht schon die Martyrien der Heiligen Petrus und Stephanus herüberblitzen und zu Pietät ermahnen.

Frauen auf der Treibjagd – ja oder nein (oder auch vielleicht)?

Halten wir nun endlich den ersehnten Beweis in Händen?

Immerhin sprechen die Bilder im höchstwahrscheinlich für Johanna von England (Joan of the Tower) angefertigten Stundenbuch aus Taymouth doch eine eindeutige Sprache? Zum Spaß wird man ja wohl die aufwendigen Illustrationen nicht eingefügt haben! Nun, genau da liegt jedoch der Hund begraben, denn viele Illustrationen in mittelalterlichen Handschriften waren eben gerade alles andere als ernst gemeint. Immerhin stößt man bei längerer Lektüre vermehrt auf Ritter im verzweifelten Kampf gegen riesige Schnecken oder bewaffnete Hasen, die den Spieß umgedreht und sich auf die Jagd nach Hunden sowie Menschen gemacht haben –groteske Mischwesen und viele andere skurrile Bilder. Die Fachwelt bezeichnet solche Darstellungen als „Drolerien“ und es wird vermutet, dass diese neben humoristischen Zwecken auch Botschaften vermittelten, die wir in unserem heutigen kulturellen Kontext schlicht nicht mehr ganz nachvollziehen können. In den Taymouth Hours selbst finden sich jedenfalls auch Darstellungen mit fantastischen, eindeutig fiktionalen Motiven. Die Bilder von

Mittelalterliche Comics?

Wildmann und Dame, Taymouth Hours, um 1325–1335. Die Miniaturen des Stundenbuchs verbinden Jagdszenen mit symbolischen und fiktionalen Bildtraditionen.

einem am ganzen Körper behaarten wilden Mann oder einem Ritter im Kampf gegen gleich zwei Drachen dürften beispielsweise einem damals beliebten höfischen Roman entnommen sein. Solche Buchmalereien richteten sich in der Regel nach dem Geschmack und den Wünschen des Lesers bzw. Auftraggebers und dienten somit viel eher der Unterhaltung und Ausschmückung als der Abbildung tatsächlicher Verhältnisse. Während also manche die Darstellungen des Stundenbuchs als Beleg für reale Jagdpraktiken verstehen, können die Bilder auch als das Ergebnis künstlerischer Kreativität ohne direkten Wirklichkeitsanspruch interpretiert werden.

Unter Berücksichtigung der Sitten und sozialen Konventionen des europäischen Mittelalters erscheint es jedoch eher unwahrscheinlich, dass Damen größeres Wild aktiv bejagten bzw. erlegten. Sowohl der Umgang mit Waffen und das Eingehen von körperlichen Risiken jenseits der Schwangerschaft als auch das Herumstreifen im Revier ohne angemessene Begleitung gehörten nicht zum gesellschaftlich anerkannten Konzept vom Verhalten einer Adligen. Hierbei können aber bisher aufgrund der mageren Quellenlage im Grunde keine endgültigen Aussagen gemacht werden. Demgegenüber darf es als gesichert gelten, dass Edelfrauen über die Falknerei und vielleicht auch andere Jagdarten dem Niederwild nachstellten. Wenn sich die Vergangenheit des weiblichen Weidwerks zugegebenermaßen dann wohl doch nicht ganz so hollywoodreif ausgenommen haben mag, zeigt die Beschäftigung mit diesem Teil der Geschichte doch, dass neue Perspektiven spannende Einsichten ermöglichen, selbst bei vermeintlich alten Hüten.

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JULIA SCHEIB für

Kann Technik den Jäger ersetzen?

Armbrust für die Jagd auf kurze Distanzen – bei solchen Jagdarten war es für Jäger unbedingt erforderlich, das Verhalten der Wildtiere zu kennen. (Fotos: A. Deutz)

Was ist die Seele der Jagd?

Laut Duden ist die „Seele“ alles, was ein Mensch denkt, fühlt und empfindet und damit ein Synonym des Wortes „Psyche“. Mit der Seele meint man das, was den Menschen ausmacht, den eigentlichen Menschen als einzelnes Wesen, das es so nicht ein zweites Mal gibt. Die Seele fühlt, denkt und hat ein Bewusstsein. Eine weitere Definition nach bestimmten Glaubensrichtungen bezeichnet die Seele als einen nicht-körperlichen Teil von Menschen, der nach dem physischen Tod weiter existiert, also unsterblich ist. Die Seele in der Medizin ist der immaterielle Teil eines Lebewesens, also die Gesamtheit seiner auf elektrophysiologischen Prozessen beruhenden psychischen und emotionalen Vorgänge und wird deshalb häufig mit der „Psyche“ gleichgesetzt.

In der prähistorischen Höhlenmalerei sollte durch Jagd- und Fruchtbarkeitszauber die Fruchtbarkeit der Tiere gesichert werden. Beim Zeichnen eines Tieres glaubte man, dessen Seele kontrollieren und den Fortbestand der Art sichern zu können. Später dachte man, die Seele besäße die Handlungsmöglichkeit, sich vom Körper zu trennen und in eine „Überwirklichkeit“ zu reisen. Diese Trennung von Körper und Seele könne allerdings Krankheit oder Tod verursachen. Jäger und Sammler der animistischen Religion gingen davon aus, dass sie auf die Seelen anderer Lebewesen Einfluss nehmen könnten. Nach diesen Glaubensrichtungen hatten/haben also auch Tiere Seelen.

Fangjagd auf Rebhühner (Hinterglasmalerei von A. Hirschvogel, Nürnberg, 16. Jh.) (Foto: A. Deutz)

Alte Jagdarten

Bei der Lock- und auch der Fangjagd, sehr alten Jagdformen, mussten sich Jäger noch stark in die Eigenarten der Beutetiere einfühlen können. Im engeren Sinne wird unter Lock-, Ruf- oder Reizjagd das Anlocken von Wild durch Nachahmung von Tierlauten mit und ohne Lockinstrumenten verstanden. Im weiteren Sinne können optische oder geruchliche Lockmittel auch zur Lockjagd gezählt werden, da beispielsweise durch Kirrungen ebenfalls Wild angelockt wird. Zu Kirrungen gibt es national und international durchwegs recht genaue gesetzliche Bestimmungen und Einschränkungen, weshalb es auch erforderlich ist, „moderne“ Formen der Lockjagd wie die Verwendung von elektronischen Tonträgern mit diversen Tierstimmen rechtlich zu beurteilen und Einschränkungen zu erwägen. Die Verwendung solcher Geräte kann man zudem unter dem Aspekt sehen, dass damit auch im Bereich der Lockjagd langsam ein Stück jagdliches Handwerk verloren geht. Konnten früher viele noch mit dem Grashalm oder dem Buchenblatt das Fiepen nachahmen, fanden langsam immer mehr „Lock-Accessoires“ Einzug – wie so oft in der Jagd also ein schleichender, aber kontinuierlicher Prozess, bei dem über die Zeit Wissen und Geschick verloren gehen. Die althergebrachte Rufjagd wird bis heute vor allem auf Brunfthirsch, Rehbock, Fuchs, Enten und Gänse, Rabenvögel, Tauben oder – wo noch bejagbar – auch auf den Birk- und Haselhahn ausgeübt. Früher wurden sogar Rebhühner oder Eulen und Habichte gelockt.

Werbung für Jagdoptik aus den frühen 1960er-Jahren. (Foto: A. Deutz)

„Chancengleichheit“ für das Wild

Aus einem zum Nachdenken anregenden Artikel von Fritz Völk dürfen einige Passagen zitiert werden:

• „ChanceoderChancenlosigkeitdesverfolgtenWildeszuentkommen,ist dasKriteriumfürJagdoderSchlächterhandwerk.“ (LINDNER, 1978)

• „JagdistgenaubetrachtetdieReihevonBemühungenundGeschicklichkeiten,diederJägeraufwendenmuss,ummitausreichenderHäufigkeit überdieGegenwirkungendesgejagtenTieresHerrzuwerden.“ (ORTEGA Y GASSET, 1957)

• „…dasseineJagdumsojagdlicherist,jehöherdieUnsicherheitihresAusgangesunddiedemWildvorgegebeneEntkommenschanceanzusetzenist unddieFaszinationdesJagensnichtvomTötenausgeht,sondernvonsämtlichenVorgängenundHandlungen,diedemErbeutendesWildesvorangehen.“ (LINDNER, 1978)

• „Faszination und Problematik des Beutemachens als ‚Naturerlebnis‘ in der heutigen,intensivgenutztenKulturlandschaft“ (VÖLK, 1990)

Rechtliches rund um Wildkameras und Zielhilfen

Im Südtiroler Landesgesetz (Artikel 15) sind künstliche Lichtquellen, Spiegel, Vorrichtungen zur Beleuchtung der Ziele sowie Visiervorrichtungen für das Schießen bei Nacht mit Bildumwandler oder elektronischem Bildverstärker verboten. Dieses Verbot gilt nicht für Wildzählungen sowie für Monitoring- und Wildvergrämungsaktionen, welche Jagdschutzorgane durchführen. Weiters ist es verboten, bei der Jagd und insbesondere beim Aufstöbern von Wild Funksprechgeräte oder Foto-Videofallen zu verwenden. In Arizona/USA wurde das Bestätigen und Aufspüren von Wild mittels Wildkamera zum Zwecke der Erlegung 2022 verboten, in Utah und Nevada ist das Verbot schon länger in Kraft.

Optische Zielhilfen für die Nachtjagd sind mittlerweile in mehreren österreichischen Bundesländern erlaubt (auf Schwarzwild), verwendet werden sie aber auch in anderen Bundesländern und vermutlich nicht nur auf Schwarzwild. Es bräuchte dringend Selbstbeschränkung oder rechtliche Vorgaben, die auch kontrollierbar sind (z. B. Mindestkaliber oder Beschränkung der Verwendung von Fahrzeugen wie in der Schweiz oder Verbot gewisser „Hilfen“ nicht nur nach dem Jagdgesetz, sondern auch nach dem Waffenrecht). Das Schalenwild wird jedenfalls auf die 24/7-Bejagung reagieren und die Spirale, sowohl was die Scheuheit des Wildes als auch das technische Aufrüsten in der Jagd betrifft, wird sich weiterdrehen. Mittlerweile findet vieles aus militärischen Bereichen Verwendung in der Jagd.

Natürlich darf man sich technischen Errungenschaften gegenüber nicht vollständig verschließen – nur sind wir jetzt an einem Punkt angekommen, an dem es nicht nur rechtliche, sondern auch ethische Regeln und eine gewisse Selbstbeschränkung geben muss. Denken wir beispielsweise an den Einsatz von Drohnen, die zuerst zur Rehkitzrettung eingesetzt und mittlerweile jagdlich zur Wildsuche missbraucht werden. Technisch wäre es auch schon möglich, über Drohnen Tiere anzusprechen, zu erlegen und dann vielleicht auch noch mit größeren Bergedrohnen zu bergen. Dann haben wir uns als Jägerinnen und Jäger allerdings vollends durch Technik ersetzen lassen …

Jagdstrategien

DACHS (2020) hat den jagdlichen Weg zur Beute in fünf Schritten beschrieben: Stadium 1 „Wild finden“, Stadium 2 „Pirschplanung“, Stadium 3 „Ansprechen“, Stadium 4 „Schießen“ und Stadium 5 „Verwertung“. Zumindest die ersten vier Stadien sind heute schon stark durch Technik beeinflussbar, sogar Ansprech-Apps sind schon erhältlich und zum Schießen sind Zielfernrohre mit vielerlei technischen Finessen am Markt. Mittlerweile erzielen die technischen „Jagdkrücken“ enorme Umsätze, nur wenige Jäger investieren aber in Kühleinrichtungen oder beispielsweise in einen pH-Meter zur Messung des pH-Wertes des Wildbrets, der u. a. einen Einfluss auf die Verarbeitungsmöglichkeiten hat.

In der jagdwissenschaftlichen Systematik nach Reimoser (1996) wird zwischen „Jagdmethodik“, „Jagdart“ und „Jagdstrategie“ unterschieden. Während die Jagdart die konkrete technische Ausführung beschreibt, bezeichnet die Jagdstrategie die Zielsetzung und den geplanten Einsatz dieser Technik innerhalb eines jagdlichen Gesamtkonzepts. Die Jagdmethodik bildet dabei den übergeordneten Rahmen.

Ob hinsichtlich der Jagdstrategien viele Wege nach Rom oder viele Wege in Sackgassen führen (werden), hängt von jeder einzelnen Jägerin und jedem einzelnen Jäger ab. Leider ist zu vermuten, dass mit der Hochtechnisierung der Jagd (Weitschusswaffen, Nachtzielhilfen, Live-Wildkameras, KI-Ansprechhilfen, Drohnen usw.) einerseits viel Wissen rund um Wildtiere und deren „körpernahe“ Bejagung verloren geht und andererseits die Scheuheit – besonders von Rot- und Schwarzwild – stetig zunimmt, was schlussendlich die Abschusserfüllung sinken lässt.

Intervallbejagung (mit ausreichend langen Ruhezeiten)

Das Schalenwild stellt sich auf neue technische Hilfsmittel rasch ein und reagiert mit zunehmender Vorsicht sowie Verlagerung von Aktivitäten auf Freiflächen in die Nacht.

(Foto: A. Deutz)

Grundsätzlich wünschenswert ist geringer Jagddruck auf möglichst großer Fläche zur Reduktion der Scheuheit des Wildes, das heißt, „effizientes Jagen“ abwechselnd mit ausreichend langen Jagdpausen zur Steigerung der Vertrautheit des Wildes. Auf Intervalle mit Bejagung folgen Intervalle ohne Bejagung (auch innerhalb längerer gesetzlicher Jagdzeiten – um diese regionalspezifisch geschickt zu nutzen, vgl. REIMOSER, 2004). Vorteilhaft ist die Nutzung von „Überraschungseffekten“ (unerwartete „wolfsartige Überfälle“). Das macht vor allem bei lernfähigen Wildarten eine kreative Anpassung der Bejagung anstatt einer starren Beibehaltung gleichbleibender Vorgangsweisen notwendig. Intervall-

jagd erfordert Zeit zu einer jagdgünstigen Periode, gute Beobachtungsgabe, Gespür für das Verhalten des Wildes und somit solides jagdhandwerkliches Können (Wahl der geeigneten Jagdmethoden, Jagdhelfer und Jagdgeräte; Wahl von günstigen Jagdzeiten, Örtlichkeiten, Anfahrts- und Pirschwegen sowie Ansitzplätzen; ruhiges, „unauffälliges“ Verhalten vor und nach dem Schuss; Minimierung „lebender Zeugen“ bei der Entscheidung zur jagdlichen Entnahme von Wildstücken; effiziente Nutzung „erfolgsträchtiger“ Zeiträume! Kurz und heftig – kein Zögern, kurzfristig eine höhere Stückzahl zur Strecke zu bringen). Bei Überlegungen, was im Rahmen der Wildbejagung jeweils das „gelindeste Mittel“ ist, das angewendet werden soll, wird primär an das zu erlegende Wildtier gedacht, häufig aber leider zu wenig an den verbleibenden Wildbestand!

Schwerpunktbejagung (lokale „Dauerbelagerung“)

Beim gezielten Einsatz eines hohen Jagddrucks – beschränkt auf klar abgegrenzte, besonders schadensgefährdete Bereiche –geht es einerseits um die Erlegung „schadenstiftender Tiere“ und andererseits um die gezielte Nutzung des Vertreibungseffektes, z. B. durch besonders häufiges Auftauchen des Jägers im Bereich schadensgefährdeter Flächen, durch Erlegung von Jungwild „aus der Gruppe“ (Lerneffekte durch bewussten „Schuss ins Rudel“) und zusätzlich durch Anbieten benachbarter Ruhegebiete, wohin das vertriebene Wild ausweichen kann.

angestrebten Zweck der Wildschadensreduktion erfüllen (VÖLK, 2012). Deshalb kann lokal begrenzte Schwerpunktbejagung sinnvoll und notwendig sein. „Strecke machen“ – also den Wildstand regulieren – darf man von Schwerpunktbejagung im Regelfall also nicht erwarten. Denn hoher Jagddruck bringt das Wild ja gewollt zum Ausweichen. Da es in nahezu jedem Jagdrevier einzelne wildschadenanfällige Flächen gibt, ermöglicht die dort zweckmäßige Schwerpunktbejagung eine zeitlich intensive jagdliche Betätigung – auch während allfälliger größerflächiger Ruhepausen im Rahmen der Intervallbejagung. Eine lokale „Dauerbelagerung“ kann auch sehr kleinflächig sinnvoll sein, zum Beispiel auf einzelnen schadenanfälligen Verjüngungsflächen (insbesondere auf Rehwild, das im Regelfall nicht mit großräumigen Raumnutzungsänderungen reagiert, sondern mit Beharrlichkeit wiederkehrt, wenn es nicht „belagert“ oder erlegt wird).

Strategie statt

Dauerjagd

Hoher Jagddruck kann auf solchen Flächen je nach Bedarf für kürzere oder längere Zeit notwendig sein – je nach saisonalem Wildverhalten. Schwerpunktbejagung erfordert Jagd zur rechten Zeit und oftmals auch Ausdauer. Sie erfordert konsequente „Wildbelagerung“ in schadensgefährdeten Bereichen, insbesondere vor und während schadenskritischen Zeiträumen. Werden diese Zeiten versäumt, kann spätere Bejagung nicht mehr den

Begriffliche Missverständnisse

Erfahrungsgemäß führen nicht selten sprachliche Ungenauigkeiten oder begriffliche Verwechslungen zu Missverständnissen und Fehlanwendungen von Jagdstrategien in der Praxis. Wer zum Beispiel meint, in einem Schutzwaldsanierungsgebiet „Schwerpunktbejagung“ praktiziert zu haben, wenn er dort einen oder mehrere herbstliche SchalenwildRiegler durchgeführt hat, unterliegt einem Irrtum. Eine zeitliche „Schwerpunktsetzung“ – kurz und intensiv – ist ihrer Wirkung nach nämlich eine typische Form der „Intervallbejagung“, sofern davor und danach der Jagddruck ausbleibt.

Arten von Bewegungsjagden

Bei diversen Formen der Bewegungsjagd kommt es darauf an, die Schützen so zu positionieren, dass sie das anwechselnde Wild rechtzeitig wahrnehmen können und sich das Wild nicht flüchtig am Schützen vorbeibewegt. „Lichtbrücken“ (z. B. Forstwege, Schneisen) sind deshalb meist nur gut zum Zählen des Wildes, aber weniger geeignet zum

Erlegen, weil es dort im Normalfall am schnellsten kommt („Flugwild“). Zur Vermeidung von Missverständnissen durch die zum Teil uneinheitliche Begriffswahl soll hier auf die verschiedenen Arten von Bewegungsjagden und deren Bezeichnungen in aller Kürze eingegangen werden (in Anlehnung an WÖLFEL). Bewegungsjagd ist ein Sammelbegriff für das Jagen auf Wild, das in Bewegung gebracht wird. Dieser Begriff wird für die Treibjagd ebenso verwendet wie für verschiedene Formen von Beunruhigungsjagden. Folgende Arten der Beunruhigungsjagd auf Schalenwild werden praktiziert:

▶ Gemeinschaftsansitz

▶ Gemeinschaftsansitz mit Anrühren des Wildes in den Einständen

▶ Drückjagd (sanfte und für Wildwiederkäuer geeignete Form der Treibjagd)

▶ Riegeljagd (Drückjagd-Variante im Gebirge: Zwangswechsel werden abgeriegelt)

▶ Stöberjagd (ausschließlich spurlaut und solo jagende Hunde mobilisieren das Wild)

Treibjagden im engeren Sinne sind Jagden mit engen Treiberketten und Jagden mit schnellen, stillen oder sichtlauten Hunden. Dazu zählen Kesseltreiben, Stand-/Vorstehtreiben und die Streifjagd. Diese werden vorwiegend auf Nicht-Schalenwildarten eingesetzt sowie in bestimmten Varianten auf Schwarzwild, sind aber auf Wildwiederkäuer abzulehnen.

Beim Gemeinschaftsansitz werden – wenn er als Form der Bewegungsjagd organisiert wird – möglichst viele jagdliche Einrichtungen besetzt und das

Schalenwild wird durch die Schützendichte (Wild ortet den Menschen geruchlich) zum Ortswechsel veranlasst. Beim Gemeinschaftsansitz mit Anrühren des Wildes in den Dickungen gehen zusätzlich einzelne Beunruhiger verhältnismäßig still und langsam durch die Einstände des Wildes (ohne Hunde). Es gibt aber auch Formen des Gemeinschaftsansitzes, die wegen der geringeren Schützendichte nicht als Form der Bewegungsjagd einzustufen sind.

Bei der Drückjagd werden keine Treiberketten eingesetzt, sondern einzelne ortskundige Beunruhiger (und im Einzelfall ausgewählte, kurz jagende Hunde) bewegen sich durch die Dickungen und Einstände des Jagens, wodurch das Wild relativ langsam auszuweichen versucht (sanfte, schalenwildtaugliche Form der Treibjagd).

Die Riegeljagd ist eine im Hochgebirge traditionelle Variante der Drückjagd auf Rot- und Gamswild. Geländebedingte Zwangswechsel werden durch Schützen abgeriegelt.

Die Stöberjagd kennzeichnet sich dadurch, dass ausschließlich spurlaut und solo jagende Stöberhunde das Wild in Bewegung setzen. Diese Jagdform kommt ohne menschliche Treiber aus. Spurlaut sind Hunde mit Brackenerbe, die bereits auf den geruchlichen Reiz der Fährte mit einem „Bellen in Kopfstimme“ reagieren (vor allem Dackel, Wachtelhund, Spaniel, speziell für Stöberjagden abgeführte und eingearbeitete Bracken sowie solo jagende Terrier). Die Hundeführer sind gleichzeitig Schützen und werden im Regelfall im Nahbereich von größeren Deckungseinständen postiert. Stöberjagden stellen bei geeigneten Rahmenbedingungen eine wertvolle Ergänzung zu Ansitzjagd und Pirsch dar, besonders wenn die Erfüllung der erforderlichen Abschüsse Probleme verursacht. Im waldreichen Rotwildrevier eignen sie sich – bei professioneller Planung und Durchführung – gut zur jagddruckarmen und raschen Erfüllung des Kahlwildabschusses (z. B. zwischen Brunft und Winterbeginn), sofern sich ausreichend schussbares Wild im Jagdgebiet befindet.

Dadurch kann eine Verkürzung der Jagdzeit und damit eine Beruhigung des Wildes vor Schusszeitende erreicht werden. Solche Jagden haben sich beispielsweise in waldreichen Rotwildgebieten Deutschlands und Österreichs über viele Jahre sehr gut bewährt. Stöberjagden stellen für das Rotwild eine besonders „naturnahe“ Form der Bejagung dar, zumal sich das Rotwild über viele Jahrtausende mit dem Wolf als Hauptfeind evolutiv entwickelt hat. Der wichtigste Unterschied zur Jagd des Wolfsrudels ist, dass bei Stöberjagden das Wild keinesfalls gehetzt werden soll, sonst kann es von den Schützen nicht angesprochen und treffsicher erlegt werden. Durch den verlässlichen Spurlaut der Hunde wird die herannahende „Gefahr“ für das Wild berechenbar, es kann rechtzeitig und besonnen ausweichen, kommt dadurch in der Regel langsam vor die Schützen – sofern diese fachgerecht verteilt und zweckmäßig postiert worden sind – und kann somit gut angesprochen und sauber beschossen werden. Das „Feindbild Wolf“ wirkt so stark, dass durch diese Form der Bejagung das „Feindbild Mensch“ in den Hintergrund tritt und sich das Wild mit ganzer Aufmerksamkeit an den „lästigen Kläffern“ orientiert. Sogar dem Dackel als „Mini-Wolfsattrappe“ weicht das Rotwild aus, obwohl er es weder hetzen noch ihm gefährlich werden könnte. Aber auch auf Stöberjagden stellt

sich Rotwild, wenn solche Jagden in einem Gebiet schon mehrfach durchgeführt wurden, vom Verhalten her ein und ändert die Fluchtwechsel oder wechselt schon beim Anstellen aus.

Ziel von Regulierungs- bzw. Reduktionsphasen

Das oberste Ziel nach jeder Regulierungs- oder Reduktionsphase von beispielsweise Rot- oder Schwarzwild sollte sein, noch vertrautes Wild mit einer guten Struktur im Revier zu haben. Jeder Rotwildspezialist hat unterschiedliche Strategien, um diese zu erreichen. Jedes Revier hat andere Voraussetzungen (Jäger, Gelände, Erschließung, Größe usw.) und wird unterschiedliche, teils gegensätzliche Ansätze entwickeln, um zum gleichen Erfolg zu kommen. Notwendig ist jedenfalls ein Einfühlungsvermögen für Wild und nicht ein blindes Vertrauen auf die Technik. Sonst könnte es passieren, dass wir Jäger uns sukzessive durch Technik ersetzen (lassen). Bei allen technischen Möglichkeiten sollten wir noch immer versuchen, uns etwas in Wildtiere hineinzuversetzen und keine allzu großen negativen Erlebnisse für den überlebenden Bestand zu provozieren.

Armin Deutz/Harald Bretis/Friedrich Völk

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Univ. Doz. Dr. med. vet. Armin DEUTZ

Allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter SV für Veterinärwesen, Jagd, Fütterung, Tierschutz, Tierhaltung, Milch und Milchprodukte, Wildbret; Fachtierarzt für Wild- und Zootiere

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HOFLIEFERANT DES SCHWEDISCHEN KÖNIGHAUSES

Der Louisiana Catahoula Leopard Dog

Wer dem Louisiana Catahoula Leopard Dog begegnet, spürt sofort: Das ist kein gewöhnlicher Jagdhund. In seinem durchdringenden Blick, seiner muskulösen Haltung und seinem fließenden, katzenhaften Gang liegt etwas Archaisches – ein Rest Wildheit, den die moderne Zucht nie ganz gezähmt hat.

Geboren aus den Sümpfen und mit Wildnis im Blut

Seine Ursprünge liegen tief im Süden der USA, in den sumpfigen Wäldern Louisianas. Bereits im 18. Jahrhundert beschrieben französische Siedler Hunde, die gemeinsam mit den Indianerstämmen auf Wildschwein, Puma und Waschbär jagten. Kreuzungen aus europäischen Lauf- und Windhunden mit den robusten Jagdhunden der Choctaw- und Catahoula-Stämme legten den Grundstein für eine Rasse, die heute als Louisiana Catahoula Leopard Dog bekannt ist. Sein Name geht auf den Catahoula Lake zurück – ein weitläufiges Feuchtgebiet im Zentrum des Bundesstaates und die mutmaßliche Ursprungsregion dieser Hunde. 1979 wurde der Catahoula zum offiziellen „State Dog of Louisiana“ ernannt – eine Ehre, die nur wenigen Rassen zuteilwird.

Im Herzen ein geborener Jäger

Die Menschen Louisianas brauchten einen Hund, der alles konnte: Spuren lesen, Vieh treiben, Wild stellen und notfalls auch allein bestehen. Genau daraus entstand der Catahoula – ein universeller Arbeitshund mit klarem Verstand, starker Nervenlage und kompromissloser Jagdleidenschaft. In seiner Heimat wird er als „Baying Dog“ bezeichnet: ein Hund, der Wild aufspürt, es einkreist und mit rhythmischem, anhaltendem Bellen bindet, bis der Jäger eingreift. Diese Arbeitsweise macht ihn besonders wertvoll bei der Jagd auf Schwarzwild, Kojoten und Pumas, wo Mut, Instinkt und

Entscheidungsfähigkeit wichtiger sind als blinder Gehorsam. Anders als viele europäische Stöber- oder Vorstehhunde arbeitet der Catahoula extrem selbstständig. Er beurteilt Situationen eigenständig, trifft Entscheidungen und agiert mit bemerkenswerter Intelligenz. Genau das macht ihn für erfahrene Jäger so faszinierend – und für unerfahrene Hundeführer zur Herausforderung. Der Catahoula ist kein Spezialist, sondern ein vielseitiger Allrounder mit Schwerpunkten in der Nachsuche und Stöberarbeit. Besonders in der Schwarzwildjagd überzeugt er durch Mut, Härte und Ausdauer. Seine Qualitäten zeigt er ebenso in der Fährtenarbeit, wo er auch kalte Spuren über große Distanzen sicher hält. Bei der Nachsuche in schwerem Gelände – ob sumpfig, dicht bewaldet oder unwegsam – kennt der Catahoula nur ein Prinzip: niemals aufgeben. Er arbeitet sowohl allein als auch im Verband. Im Team mit anderen Hunden zeigt er eine beeindruckende Koordination und Übersicht. In den USA wird der Catahoula zudem zur Kontrolle von halbwildem Vieh eingesetzt. Seine Fähigkeit, Herden zu treiben und einzelne Tiere gezielt herauszulösen („cutten“), beruht auf demselben Instinkt, der ihn zu einem so leistungsfähigen Jagdhund macht.

Körper und Geist einer Arbeitsmaschine

Der Louisiana Catahoula Leopard Dog ist ein kraftvoller, mittelgroßer Hund mit ausgewogenen Proportionen. Rüden und Hündinnen erreichen eine Schulterhöhe von etwa 55 bis 66 Zentimetern bei

einem Gewicht von 25 bis 40 Kilogramm. Sein kurzes, dichtes Fell ist pflegeleicht und prädestiniert für nasses, heißes oder dornenreiches Gelände. Charakteristisch ist die sogenannte „Leopardenzeichnung“ – eine marmorierte Mischung aus Grau, Schwarz, Rot oder Blau, die dem Hund eine beinahe wildkatzenhafte Optik verleiht. Viele Catahoulas besitzen unterschiedlich gefärbte Augen, sogenannte „Glass Eyes“, was ihren intensiven Ausdruck zusätzlich verstärkt.

Seine eigentlichen Werkzeuge sind seine Sinne sowie seine Kondition und Beweglichkeit. Ein feiner Geruchssinn ermöglicht das sichere Verfolgen auch alter Spuren. Seine Wendigkeit erlaubt blitzschnelle Reaktionen selbst im dichtesten Dickicht und seine Ausdauer ist legendär: Ein gesunder Catahoula kann stundenlang in schwierigstem Gelände arbeiten, ohne sichtbar zu ermüden. Wie alle leistungsstarken Jagdhunde benötigt er eine proteinreiche, ausgewogene Ernährung mit hohem Fleischanteil. Rohoder teilrohe Fütterung hat sich bei vielen Hundeführern bewährt, sofern sie fachgerecht umgesetzt wird. Bei hoher Arbeitsbelastung ist sein Energiebedarf enorm, insbesondere bei winterlicher Jagd oder ausgedehnten Nachsuchen. Ergänzend können hochwertige Öle, Spurenelemente und gelenkunterstützende Zusätze sinnvoll sein. Das kurze Fell ist pflegeleicht, dennoch sind regelmäßige Kontrollen von Pfoten, Ohren und Zähnen Pflicht – vor allem bei Hunden, die häufig im Wasser oder in sumpfigem Gelände

Besonderheiten wie Taubheit bei stark merle-gezeichneten Hunden sowie vereinzelt auftretende Hüft- und Ellbogendysplasien erfordern eine verantwortungsvolle Zuchtauswahl.

Ausbildung zwischen Freiheit und Führung

Die Ausbildung eines Catahoulas unterscheidet sich deutlich von der klassischer europäischer Jagdhunderassen. Er braucht keinen Drill – mehr noch: Er akzeptiert ihn nicht. Gefragt sind klare, konsequente Führung, Fairness und vor allem sinnvolle Arbeit. Catahoulas sind hochintelligent und sensibel. Sie reagieren stärker auf Haltung, Konsequenz und Körpersprache als auf Lautstärke oder Zwang. Wer versucht, einen Catahoula „zu brechen“, verliert ihn. Wer ihn respektiert, gewinnt einen Partner, der seinem Hundeführer bedingungslos folgt. Eine erfolgreiche Ausbildung verbindet Praxisnähe, Grundgehorsam und bewusst zugelassene Selbstständigkeit. Frühzeitige Sozialisation ist unerlässlich, da die Rasse territorial veranlagt ist. Im Jagdeinsatz profitieren Catahoulas von klar definierten Aufgaben und einer engen Bindung an ihren Führer.

Kurz und knapp:

ein Prachtbursche, wenn …

erreichen ein Alter

Der Louisiana Catahoula Leopard Dog ist kein Hund für jedermann – schon gar nicht für die Stadtwohnung oder das Sofa. Für passionierte Jäger und erfahrene Hundeführer jedoch ist er ein Geschenk. Er vereint die urtümliche Kraft eines Naturhundes mit der Intelligenz eines echten Arbeitspartners. Er verlangt Bewegung, Aufgaben und mentale Auslastung – täglich, konsequent und ernsthaft. Optimal ist ein jagdlich geprägtes Umfeld mit ausreichend Gelände und engem Bezug zum Hundeführer. Als Familienhund funktioniert er nur in klar strukturierten, jagdlich orientierten Haushalten. Fremden gegenüber zeigt er Wachsamkeit ohne grundlose Aggressivität. Innerhalb seines Rudels ist er loyal, anhänglich und überraschend sanft. Wer ihm jagdlich gerecht wird, erhält einen furchtlosen, ausdauernden und zuverlässigen Gefährten – keinen Modehund, keinen Zwingerhund, keinen reinen Gehorsamsschüler. Er ist eben ein Catahoula – Wildnis auf vier Pfoten.

Catahoulas

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Zur „Hohen Jagd 2026“ –von 19. bis 22. Februar 2026 verlost Austrojagd wieder exklusive Preise von führenden Marken der Jagd- und Outdoorbranche. Mitmachen lohnt sich. www.austrojagd.at/gewinnspiel

Messezeitraum: 19.–22. Februar 2026 (Donnerstag bis Sonntag)

Preisvergabe: Sonntag, 13:00 Uhr – live auf der Messe, mit Foto, Applaus und Medienbegleitung. Alle Gewinne werden direkt auf der Messe überreicht. Alle Angaben ohne Gewähr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barablöse der Gewinne ist nicht möglich.

Die nächste JAGERN-Ausgabe erscheint am 15. September 2026

Anzeigenschluss: 28. August 2026

IMPRESSUM

IDEE & KONZEPT: Nadine Sodia

Ausblick Für diesen einen Moment

▶ Bewegungsjagd: Sekunden, die zählen

▶ Wildbret beginnt im Augenblick

▶ Mentale Vorbereitung

AUTOREN: Armin Deutz, Othmar F. C. Hofer, Matthias Leinich, Reinhold Sodia, Nadine Sodia, Sabine Steindl

ART-DIREKTION & GRAFIK: Alexandra Brindlinger | ab-jetzt.at

LEKTORAT: Elisabeth Skardarasy | elisabeth-skardarasy.at

DRUCK & HERSTELLUNG: Ferdinand Berger & Söhne GmbH

MEDIENINHABER: Nadine und Reinhold Sodia

HERAUSGEBER: SODIA Jagdwaffen- und Bekleidungs GmbH

ANZEIGENSERVICE: anzeigen@sodia.cc

REDAKTIONSANSCHRIFT: Vogelweiderstraße 55, 5020 Salzburg, T: 0662 872123, E: redaktion@sodia.cc

Zur besseren Lesbarkeit wird das generische Maskulinum verwendet, wobei gleichermaßen männliche, weibliche und diverse Personen gemeint sind.

Deine eigene JAGERN -Tasse? Gibt’s auf www.sodia.cc unter JAGERN Magazin

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