Val Gardena Magazine
Kultur- und Touristik Informationsmagazin Jahr 19 - Nr. 20/2019
Alice Rachele Arlanch
MISS ITALIA
20. AUSGABE
IN ERWEITERTER REALITÄT
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Das Val Gardena Magazine ist
EINE SONDERAUSGABE IN ERWEITERTER REALITÄT
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Sie können das Magazin nicht nur in Papierform lesen, sondern darüber hinaus in die magische Welt der erweiterten Realität (Augmented Reality) eintauchen
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Durch Ihr Smartphone betrachtet erwachen die Seiten des Val Gardena Magazine zum Leben und bieten einzigartiges Lesevergnügen mit Videos, Bildern und weiteren exklusiven Inhalten. Warum haben wir uns für die erweiterte Realität entschieden? Weil wir davon überzeugt sind, dass die erweiterte Realität, Englisch: „Augmented Reality“ (AR), als dynamischer, mitreißender und umfassender Kommunikationsweg eine einzigartige und exklusive Erfahrung für ebenso einzigartige Leser bietet. Wie funktioniert AR? Zu allererst benötigen Sie die kostenlose App „VG Magazine“, die Sie über Google Play für Android-Geräte oder über iTunes für iOs herunterladen können. Beim Starten aktiviert die App automatisch die Kamera Ihres Smartphones. Richten Sie die Kamera einfach auf die mit gekennzeichneten Seiten und das Titelblatt, und genießen Sie SCAN an Ihrem Bildschirm. die AR-Erfahrung SCAN
Die diesjährige Ausgabe erscheint zur Feier des zwanzigjährigen Jubiläums mit einer ganz unserem Testimonial, MISS ITALIA Alice Rachele Arlanch, gewidmeten Sondertitelseite. Aber das ist noch nicht alles. Am Zeitungsstand ist ab sofort auch die Sammlung „20 Jahre Val Gardena Magazine“ mit allen Ausgaben von 1999 bis 2019 erhältlich.
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Diese Sonderausgabe enthält alle im Laufe dieser Jahre veröffentlichten Artikel und soll dazu beitragen, für ANNI unsere Nachkommen ein Tourist Info Stück Geschichte unseres Val Gardena Magazine Tals zu bewahren. TOURIST
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Pubblicazione di cultura ed informazione turistica Anno 19 - N°20/2019
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MINDESTVORAUSSETZUNGEN: iOS 9 oder neuer. Kompatibel mit iPhone, iPad und iPodTouch. Optimiert für iPhone 5se oder neuer. Android 4.0 oder neuer.
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Val Gardena Magazine
Pubblicazione di cultura ed informazione turistica Anno 19 - N°20/2019
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Zwanzig Jahre voller Nachrichten, Kuriositäten, Geschichten, Persönlichkeiten, Events und Erinnerungen unseres wunderschönen Tals. Zwanzig Jahre, während denen sich das Magazin dank der hohen Qualität der enthaltenen Informationen und der unterschiedlichen und anregenden Themen als nützliches Mittel für die Touristen erwiesen und den Kontakt mit den Bewohnern und den Traditionen des Tals nicht nur aufrecht erhalten hat, sondern zu dessen Botschafter geworden ist.
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Das „Val Gardena Magazine“ wird stolze 20 Jahre alt.
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Was bietet die AR-Version des Val Gardena Magazine? Die AR-Version wartet mit zahlreichen Zusatzinhalten auf: Adressen, Geolokalisierung für die Suche nach Ihrem POI, Kontaktdaten, Galerien, Videos und viele weitere Informationen, die für eine einzigartige Erfahrung und wirksames Lesevergnügen sorgen.
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Val Gardena Magazine
di cultura Pubblicazione turistica ed informazione Anno 16 - N°17/2016
Pubblicazione ed informazione di cultura Anno 17 turistica N°18/2017
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Val Gardena Magazine
Pubblicazione ed informazione turistica Anno 18 - N°19/2018
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Pubblicazione di cultura
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ed informazione turistica Anno 13 – N° 14 2012
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IMPRESSUM Gennaio / Januar / January 2019 Nr. 20 - Year 19 PUBLISHER: SNOW EVENTS www.valgardenamagazine.it, info@valgardenamagazine.it Cover: Alice Rachele Arlanch EDITORS-IN-CHIEF: Alex Pitscheider Miss Italia 2017 COORDINATION: Renè Venturini (Tourist info) EDITORS: Ludovica Pineider, Ulrich Peter Lardschneider, Monika Kelder da Poz, Sara Senoner, Isabella Penzo, Leo Senoner, Massimo Arrighi, Angelika Schrott PHOTOS: Alan Bianchi Photography, Simon Messner, Werner Dejori, Benjamin Pfitscher, Andreas Fuchs, IDM Südtirol/Daniel Geiger/ Frieder Blickle, Hannes Niederkofler, Marco Wanker, Diego Moroder, Harald Wisthaler, Massimo Arrighi, Samuel Debon, Matthäus Kostner, Simon Perathoner, Andreas Senoner, Ass. Tur. di Selva Val Gardena, Michael Mair am Tinkhof/Saslong Classic, Freddy Planinschek, Dietmar Insam, Shutterstock GRAPHIC & DESIGN: Artprint, www.artprint.bz.it PRINT: Grafiche Futura Srl, www.grafichefutura.it
INDEX 150 Jahre Erstbesteigung des Langkofels
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Vom Postgasthof zum Grandhotel: Das Cavallino Bianco
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50 Jahre Rotes Kreuz in Gröden
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Ladinien und der Traum von Olympia
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Die Comici Hütte
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Traditionelles aus der Südtiroler Küche
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Das Wintermärchen der Nicol Delago
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Gäste erzählen
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Dolomitale bringt die Filmwelt nach Gröden
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Neuer Dolomites UNESCO Geotrail
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Highlights 2019
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Die Sprungschanze im Langental
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Gröden gestern und heute
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150 Jahre Erstbesteigung des Langkofels Es waren Briten, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts maßgeblich dazu beitrugen, unsere Alpen – und damit auch die Dolomiten – weitum bekannt zu machen. Reisetagebücher wie jene von J. Gilbert, G. C. Churchill und Amalia B. Edwards oder ebenfalls von britischen Alpinisten verfasste Wanderführer weckten die Leidenschaft der Leser für die Berge. Daneben machten sich zunehmend auch Deutsche und Österreicher auf, um die seit 1700 aus unzähligen Gemälden, Zeichnungen und Aquarellen bekannten Dolomiten selbst zu erforschen. Wer aus Waidbruck ins Tal kommt, erblickt unweigerlich noch vor den ersten Dörfern und Siedlungen den Langkofel. Der höchste der acht Gipfel dieses eindrucksvollen Berges ragt 3181 m in die Höhe, und seine Nord- und
Westwand scheinen, gleich einer riesigen, vor Millionen von Jahren dem Meer entstiegenen Korallenkathedrale, den Himmel zu berühren. Die Grödner hatten großen Respekt vor dem majestätischen Berg. Niemand hatte ihn je bestiegen. Einige alte Bergführer des Tales erzählen, ein Bauer aus Wolkenstein habe den Langkofel um 1850 erstmals erklommen und nach mehreren mühsamen Tagen am nördlichen Vorgipfel ein Signalfeuer entzündet – allerdings finden sich heute keine Belege für diese Unternehmung. Einer anderen Variante zufolge sollen einst zwei Hirten barfuß bis auf den Gipfel gelangt sein, aber auch hierfür liegen keinerlei Zeugnisse vor. Der erste seriöse und dokumentierte Versuch des Münchener Bergsteigers Waitznbauer, zusammen mit dem Bergführer Pinggera, schlug fehl.
Es war der 1838 in Wien geborene Paul Grohmann, dem schließlich vor 150 Jahren – am 13. August 1869 – die Besteigung des Hauptgipfels in Begleitung der berühmten Bergführer Franz Innerkofler und Peter Salcher gelang. Die drei verbrachten die Nacht vor dem Aufstieg in einer Hütte oberhalb von St. Ulrich und brachen um 4 Uhr morgens auf, um die große Wand aus dem Süd-Westen zu erklimmen. Wenngleich es August war, berichten die Bergsteiger von klirrender Kälte beim Aufstieg (nicht umsonst hat der Langkofel seinen eigenen kleinen Gletscher), die erst wich, als die ersten Sonnenstrahlen auf die Wand fielen. Nachdem sie mehrere Rinnen durchstiegen hatten, bedrohte ein plötzlicher Steinschlag das Unterfangen. Die drei Bergsteiger kamen ungeschoren davon – ein Glück, denn damals gab es keine Helme, sondern lediglich Hüte mit breiter Krempe! Auch einen Sturm, der am Grat wütete, überstanden die drei und stiegen ungeachtet der Gefahren tapfer weiter auf. Grohmann erblickte als erster den Gipfel, den die Gefährten um 11.15 Uhr schließlich glücklich erreichten. Grohmann war ein einfacher, bescheidener Mann: Er lehnte Feiern und Gratulationen der lokalen Behörden dankend ab. 1898 widmeten ihm die Grödner im Gedenken an seine Leistung ein Denkmal und eine Straße. Außerdem wurde ein damals noch namenloser Turm südlich der Fünffingerspitze dem Alpinisten zu Ehren Grohmannspitze getauft. Grohmanns Route wurde von unzähligen Alpinisten nachgeklettert. Anders als der Wiener Bergsteiger, der seinerzeit von den Schotterfeldern oberhalb der heutigen Langkofelhütte aufgebrochen war, steigt man heute
© Benjamin Pfitscher
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jedoch wesentlich müheloser mit der Gondelbahn vom Sellajoch zur Langkofelscharte auf, quert anschließend das „Fassaner Band“ und folgt nur über eine kurze Strecke im mittleren Teil der ursprünglichen Route. Die Leistung Grohmanns wird dennoch als Meilenstein des Alpinismus weiterleben. Ludovica Pineider
LANGKOFEL,
der neue Film von und mit Reinhold Messner Der legendäre Bergsteiger Reinhold Messner überrascht seine Fans immer wieder aufs Neue und versucht sich nun auch als Filmproduzent und Erzähler. Es ist ein neuer Lebensabschnitt, den der Alpinist mit Begeisterung angeht - und sein Erfolg gibt ihm recht. Messners nächster Film soll im Sommer 2019 erscheinen und erzählt die Geschichte von Paul Grohmanns abenteuerlichem Aufstieg auf den Langkofel. Der Dokumentar aus dem Hause „Messner Mountain Movie“ schildert eindrucksvoll historische Ereignisse und wartet mit herrlichen Aufnahmen auf, die den Berg als Protagonisten des Films in seiner ganzen spektakulären Schönheit zeigen.
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Vom Postgasthof zum Grandhotel
DAS CAVALLINO BIANCO
Die Wiege der Grödner Gastlichkeit
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Zum wiederholten Male wurde das „Cavallino Bianco“ in St. Ulrich als weltbestes Familienhotel ausgezeichnet. Damit setzt es eine alte Tradition fort. Denn vor allem von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an bis hin zur Option 1939“ war das Haus als „Weißes Rößl“ ein weltbekanntes Zentrum des Alpinismus in den Dolomiten und Zentralpunkt des Wintersports und des Tourismus, heute Quelle des Grödner Wohlstands. Es maß sich mit den großen führenden Hotels der Städte. Ein Artikel in der „Bozner Zeitung“ preist 1896 das Haus als „modernes Monstrehotel“, das allen Ansprüchen gerecht werde. Mit den hoteleigenen Parkanlagen in Überwasser bis hinauf nach Ronc genieße es europäischen Ruhm. Das Haus dürfte auf dem Grund stehen, wo die Keimzelle von St. Ul-
rich war. Es dürfte auch das älteste Gasthaus Grödens sein, das den Säumern mit ihren Lastpferden, den frühen Trägern des Warentransports über die Alpen, als Herberge diente. Dafür spricht die Größe des Hauses in Verbindung mit der Nutzung von zwei großen Stadeln, ohne entsprechende landwirtschaftliche Nutzfläche Anfang des 19. Jahrhunderts. Dafür spricht auch die Bezeichnung in Urkunden als „Wirthsbehausung zu Oberuhr - oder auf dem Pichl genannt“; als „Wirthsbehausung“, welche die Beherbergung von Gästen einschließt. 1640 und 1690 werden ein Christian Obleter und ein Trebinger ausdrücklich als Besitzer eines „Wirthsgewerbes“ bezeichnet. 1793 kehrt als Schlichter des Streits um den Bau der neuen
Kuratiekirche der Kreishauptmann von Leicharding im „Dour“ ein und übernachtet. In den napoleonischen Kriegen wird das Haus von den Familien Welponer und Pineider bewirtschaftet. Der Name „Weißes Rößl“ kommt erst Anfang des 19. Jahrhunderts auf, lange Zeit bevor die kaiserliche königliche Post der Monarchie Einzug hält. Auch dies ist ein Anzeichen für die alte Tradition als Herberge. Denn das „Schild zum weißen Rößl“ deutete an, dass Fremde beherbergt werden und gute Stallungen für Pferde vorhanden sind.
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Meist war hierfür Voraussetzung eine von der Obrigkeit eine seit alters her verliehene „Gerechtigkeit“. Auch heute noch ziert das alte Rösslein das Haus. Es waren die Familien Sanoner und Lardschneider aus den Höfen „Costa dedora“ und „Larciunëi desëura“ in Wolkenstein, welche die Zeichen der Zeit in der Öffnung des Tales durch den schon damals diskutierten Bau einer Straße nach Gröden erkannten. Zu mühselig waren die Saumwege von Bozen über Kastelruth und von Klausen über Lajen. Beide Familien waren über zwei Generationen hin durch wechselseitige Heiraten eng verschwägert. 1810 ersteigerte Joseph Anton Sanoner das „Daverda“, das heutige Hotel „Adler“. Über 30 Jahre später folgte ihm 1843 sein Neffe Johann Peter Lardschneider, allgemein als Pieròta bekannt. Finanziert aus dem Vermögen seiner jungen Frau Anna Wegleiter, einer Burgers- und Wirtstochter aus Klausen, und unterstützt von deren Bruder Johann Wegleiter, der nominell als Käufer auftrat, erwarb er die „Wirthsbehausung mit dem Schilde zum weisen Rössle“ von Josef Pineider. Bald nach dem Bau der Mautstraße von Waidbruck herauf im Jahr 1856 wurde Gröden auch postalisch er-
schlossen. Die k.k. Post übertrug Pieròta das Recht der Post- und öffentlichen Personenbeförderung. Pieròta war nun Postmeister und Posthalter. Aus dem „Rößl“ wurde ein Postgasthof. Vor allem sein Sohn Josef Lardschneider baute ab 1878, als der Pionier des Fremdenverkehrs in Gröden, das Haus zu einem führenden Hotel der 1. Kategorie aus. Es sollte keine gewöhnliche Herberge sein. An der Giebelseite des aufgestockten Baus ließ er ein für Gröden einzigartiges filigranes Schnitzwerk anbringen. Neben seinen Initialen „J“ und „“L“ erhielt das Zierwerk zwei Medaillons, eines mit einem Edelweiß, das andere mit einer hochalpinen Gebirgslandschaft und jeweiligen Umschriften: „Deine Kraft dem Alpenland Sie weihe! gedeihe!“ und „Mit Herz und Hand fürs Alpenland“. Damit machte er sein Programm kund, die Dolomiten und Gröden für den Fremdenverkehr zu erschließen, was nicht überall in Gröden auf Gegenliebe stieß. Zudem war das Zierwerk eine Verbeugung vor der traditionellen Schnitzkunst und dem Spitzenklöppeln. Der Tod von Josef Lardschneider 1910, der erste Weltkrieg und die Krankheit von dessen Sohn bremsten die Erfolgsgeschichte. Die Witwe
des Sohnes Rosa Lardschneider, sie stammte aus einer Hotelierfamilie in Klobenstein, erwarb in den 1920er Jahren das Hotel „Adria“ in MeranObermais. Der Ausbau dieses Hotels beanspruchte sie ganz. Und als 1939 das Rößl neu gebaut werden sollte, kamen die „Option“ und der erneute Weltkrieg dazwischen. Rosa optierte für das „Reich“, blieb aber in Gröden. Auf Druck der deutschen Auswanderungsbehörde, die vorgab, der italienische Staat würde sie enteignen, verkaufte sie schließlich das „Rößl“ an das „Ente per le tre Venetie“. Der Erlös wurde vom „Reich“ einbehalten. Das „Adria“ in Obermais konnte sie behalten, wohin sie sich nach 1945 zurückzog. Nach Jahren der Verwüstung während der Nutzung des Hauses als Hilfslazarett für das italienische und das reichsdeutsche Militär und der Zeit des Leerstands übernahm die italienische Hotelfamilie Dei das Haus und betrieb es wieder als Hotel. Schließlich erwarb es Leo Obletter. Er und vor allem sein Enkel Ralph A. Riffeser führten das Haus zu neuem Glanz. Als Vermächtnis sieht es Ralph A. Riffeser an, das Erscheinungsbild des Hauses zu erhalten und an seine große Vergangenheit anzuknüpfen. Ulrich Peter Lardschneider
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INFOGardena 8 EISSTADION / EISLAUFPLÄTZE Wolkenstein: Sportstadion Pranives, Tel. 0471 794 265 St. Christina: Center Iman, Tel. 0471 777 800 (nur im Winter) St. Ulrich: Parkplatz Setil (nur im Winter)
TENNIS Wolkenstein: Tennis Center St. Christina: Tennis Center Iman, Tel. 0471 793 525 St. Ulrich: Tennis Center Runggaditsch, Tel. 0471 797 275
REITEN Wolkenstein: Reitschule Pozzamanigoni La Selva, Tel. 0471 794 138 St. Christina: Reitstall und Kinderpark Monte Pana St. Ulrich: Reitcenter Gardena Cowboy Ranch, Tel. 338 243 09 00
SCHWIMMEN UND SAUNA St. Ulrich: „Mardolomit“ Hallenbad und Freibad, Tel. 0471 797 131
94,2 / 92,6 MhZ
RADIO GHERDËINA
MUSEUM GHERDËINA
St. Ulrich: Rezia Straße 116, Tel. 0471 797 415
St. Ulrich: Rezia Straße, Tel. 0471 797 554
HOCHSEILWEG St. Ulrich: Emozion Col de Flam Tel. 333 880 60 80 (nur im Sommer)
FITNESS-CENTER St. Ulrich: Fit 181, Tel. 0471 797 006
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Wolkenstein: Tel. 0471 777 906 St. Christina: Tel. 0471 777 800 St. Ulrich: Tel. 0471 777 600
Wolkenstein: Nivesplatz,, Tel. 0471 794 133 St. Christina: Center Iman, Tel. 0471 777 800 St. Ulrich: Tennis Center Runggaditsch, Tel. 0471 797 275
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50 JAHRE ROTES KREUZ IN GRÖDEN
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In den 1960er Jahren nahm sich ein junger Mann aus St. Christina namens Gotthard Insam vor, für das damals vor allem dank der Ski-WM im Aufschwung befindliche Grödnertal einen Ersthilfe- und Rettungsdienst einzurichten. Diesen Plan unterstützte auch der Arzt Dr. Otto Dellago, der im Zuge einer Vereinbarung mit dem Mailänder Rettungsdienst Croce Blu einen Rettungswagen erstand und einen Sitz im Tal gründete. Einige Monate später erhielt die Gemeinde St. Christina ein Schreiben vom Assessor der Region TrentinoSüdtirol, Dr. Fronza, der die Schließung der Einrichtung und ihre Angliederung an einen der beiden anderen Rettungsdienste des Landes – Weißes Kreuz und Rotes Kreuz – forderte, um weitere Probleme zwischen den beiden Vereinen zu unterbinden. Der Präsident des Südtiroler Landesausschusses, Dr. Regele, genehmigte daraufhin die Einrichtung eines Sitzes des Roten Kreuzes in Gröden. Nach Ostern 1968 wurde somit in St. Christina der erste Sitz des Südtiroler Roten Kreuzes außerhalb der Stadtgebiete eröffnet. Der Leiter
dieser sogenannten „Delegation“ war Dr. Otto Dellago, der direkt dem Zentralausschuss in Rom unterstand. 1975 wurde die Sektion direkt dem Landesausschuss Bozen unterstellt und stellte seine ersten fünf Mitarbeiter ein. Nicht zuletzt dank der wertvollen Unterstützung freiwilliger Helfer wuchs das Grödner Rote Kreuz kontinuierlich. Insam stieg Ende 1979 aus und überließ seinen Platz Herbert Comploi, der für seinen Eifer weitum bekannt war. In den Wintermonaten, als besonders viel Arbeit anstand, nahm er den Rettungswagen sogar mit nach Hause, um nur ja keine Zeit zu verlieren. In jener Zeit war es nicht leicht, das nötige Personal aufzutreiben – besonders im Winter wäre die Bewältigung der Krankentransporte in Italien und ins Ausland ohne Hilfe aus Bozen kaum möglich gewesen. Außerdem musste das Rote Kreuz selbstverständlich auch bei Veranstaltungen wie dem Ski-Weltcup, Hockey-Spielen der Serie A und zahlreichen weiteren Veranstaltungen stets verfügbar sein. Comploi ging schließlich pünktlich
zum 30-jährigen Jubiläum 1995 in Rente und erhielt zum 35. Jubiläum eine Ehrenauszeichnung vom Zentralausschuss in Rom. An seine Stelle rückte Erich Bernardi, der mit der Unterstützung von Ewald Moroder, dem ehemaligen Bürgermeister von St. Ulrich, die Zahl der Freiwilligen erheblich aufstockte. Unter der Führung Bernardis wurde der Fuhrpark durch neue, modernere Fahrzeuge für lange Fahrten und Einsätze auf sechs Stück vergrößert. Als der Balkankrieg ausbrach, organisierte Bernardi Kleider- und Lebensmittelsammlungen für die Waisenkinder im Kriegsgebiet. 1997 wurde Renè Venturini zum Freiwilligenreferenten und nahezu gleichzeitig zum Dienstleiter des Grödner Roten Kreuzes gewählt. Er übte beide Ämter 10 Jahre lang aus und erweiterte das Tätigkeitsfeld der Grödner Station, so etwa um ein ErsteHilfe-Team, das nach wie vor mit der Unterstützung der Carabinieri auf den Skipisten unterwegs ist. Außerdem wurde die erste Hundestaffel des Tales gegründet. Die Zahl der Freiwilligen stieg auf stolze siebzig. Der Sitz in St. Christina war mittlerweile zu
klein geworden und entsprach nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften, weshalb Venturini 2004 die Bürgermeister des Tales um eine geeignete Lösung für Rotes Kreuz und Weißes Kreuz bat. Die beiden Vereine übersiedelten kurzerhand nach St. Ulrich, wo sie bis zur Fertigstellung des neuen Sitzes auch zwölf Jahre lang blieben. 2006 wurde Caterina De Toni Freiwilligenreferentin und setzte sich zehn Jahre lang mit Begeisterung für den Ausbau der Tätigkeit ein. Im selben Jahr wurde der derzeitige Bürgermeister von Lajen, Dr. Stefan Leiter, zum Dienstleiter gewählt: Er war als Zivildiener zum Roten Kreuz gestoßen und später zum festen Mitarbeiter geworden. Nach der Reform des italienischen Roten Kreuzes im Jahr 2016 wurde der Landesausschuss Bozen nach öffentlichem Recht in einen lokalen Ausschuss nach privatem Recht mit den Sektionen Brixen, Leifers, Gröden, Meran und Passeier umgewandelt.
Gleichzeitig fanden auf nationaler Ebene Wahlen statt, und Dr. Monika Schivari wurde zur Präsidentin für Südtirol gewählt. Im November 2016 folgte Erwin Moroder als Freiwilligenreferent. Der neue Sitz für Rotes Kreuz, Weißes Kreuz, Alpin Dogs und den Bergrettungsdienst in Soplajes, St. Christina, wurde im Juli 2017 fertig gestellt und schließlich am 6. Juli 2018 eröffnet. Am Projekt hatten sich die 4 Grödner Gemeinden und die Provinz Bozen beteiligt. Derzeit sind acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie vierzig Freiwillige für das Rote Kreuz Gröden tätig. Zu den Haupttätigkeiten gehören der Verwundeten- und Krankentransport, der Notrufdienst rund um die Uhr mit einem neuen Fahrzeug der letzten Generation, der Transportdienst für Proben des Sanitätsbetriebs, der Pisteneinsatzdienst mit Motorschlitten, der Dienst bei Veranstaltungen, Lebensmittelsammlungen und Zivilschutz.
Zentrum Iman in St. Christina das 50-jähre Bestehen des Grödner Roten Kreuzes gefeiert. Im Rahmen einer Messe wurde das neue Rettungsfahrzeug mit seiner hochmodernen Ausstattung geweiht, anschließend folgten einige Beiträge der geladenen Gäste, darunter Präsidentin Dr. Schivari, Landesrat Dr. Florian Mussner, die Landesrätin für Gesundheit Dr. Marta Stocker und der Bürgermeister von St. Ulrich, Dr. Tobia Moroder. Auch Gotthard Insam, Erich Bernardi (leider abwesend), Renè Venturini, Stefan Leiter und Erwin Moroder wurden auf die Bühne gebeten. Den vielen Freiwilligen aus ganz Italien, die angereist waren, um den großen Tag zusammen mit ihren Grödner Kolleginnen und Kollegen zu verbringen, galt besonderer Dank. Für die Zukunft hofft der Verein weiterhin auf großen Zuwachs an jungen Freiwilligen, die sich mit Begeisterung in den Dienst ihrer Mitmenschen stellen.
Am 30. September 2018 wurde im
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Ladinien und der Traum von Olympia 12
Die ladinischen Dolomitentäler sind eine beliebte Destination für Wintertourismus mit zahlreichen Beherbergungsbetrieben, Skipisten und Aufstiegsanlagen. Seit der Alpintourismus vor mehr als einhundert Jahren in dieser Gegend Fuß gefasst hat, wurden in den Tälern eine ansehnliche Reihe von Veranstaltungen, Rennen, Wettbewerben und Turnieren in allen Wintersportdisziplinen ausgetragen. Zu den wichtigsten zählen zweifellos die Olympischen Winterspiele von Cortina d’Ampezzo 1956 und die alpine Ski-Weltmeisterschaft in Gröden 1970. Die Idee, sich gemeinsam unter dem Namen Ladinia, der das gesamte Dolomitengebiet um den Sellastock bezeichnet, für die Olympischen Winterspiele zu bewerben, stammt von einer handvoll junger und unternehmungsfreudiger Ladiner anfang der 1990er Jahre. Hier sei erstmals öffentlich von diesem Vorhaben berichtet.
Ihre Vision mag wagemutig klingen, kam aber nicht von ungefähr. Gröden, Fassatal, Fleimstal, Gadertal und Cortina d’Ampezzo sollten gemeinsam die Olympischen Winterspiele in ihren Tälern austragen. Zahlreiche Studien und Untersuchungen sowie der Vergleich mit anderen Austragungsorten wie Albertville (’92), Lillehammer (’94) und Nagano (’98) zeigten, dass es sich bei der Idee nicht um ein bloßes Hirngespinst handelte. Die Bettenkapazität in Ladinien war doppelt so hoch wie in Lillehammer, und die Entfernung der verschiedenen Schauplätze war in keinem Fall größer als in Albertville oder Nagano. Infrastrukturen und Sportanlagen waren bereits vorhanden und mussten im schlechtesten Fall modernisiert werden. Dennoch kann man sich leicht vorstellen, dass der Weg von der Bewerbung bis zur Zuweisung der Olympischen Spiele komplex und schwer ist. Die Entscheidung obliegt letzten Endes dem IOC (Internationales Olympisches
Komitee). Die Bewerber für die Olympischen Spiele 2002 waren Östersund (SWE), Quebec (Kanada), Sion (CH) und Salt Lake City (USA). Salt Lake City machte schlußendlich das Rennen. Im Falle eines Zuschlags für Ladinien hätte man die Spiele in den vier Tälern von Cortina, Gröden, Fassa und Gadertal abgehalten: die Eröffnungs- und Abschlussfeierlichkeiten sowie die Hockey-, Kunsteislauf- und BobWettbewerbe, Nordische Kombination und Skispringen in Cortina. Ski Alpin, Freestyle und Hockey in Gröden und im Gadertal und schließlich Langlauf, Biathlon, Hockey und Shorttrack im Fassatal. Da sämtliche Anlagen und die nötige Expertise zur Organisation von internationalen Sportevents bereits vorhanden waren, war die Ausgangsbasis für die erfolgreiche Abwicklung der Olympischen Winterspiele gut. Außerdem hätte dies vermutlich auch zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen den ladinischen Tälern geführt – sowohl, was Fremdenverkehr und Wirtschaft betrifft, als auch hinsichtlich einer Stärkung der Identität der ethnischen und sprachlichen Minderheit. Allerdings hätte die Ausrichtung der Olympischen Spiele nicht bloß positive, sondern auch negative Folgen für Umwelt und Menschen gehabt. Die Bevölkerung – und dies wäre wohl auch die größte Herausforderung ge-
wesen – hätte die Veranstaltung selbstverständlich mittragen müssen. Natürlich hätten die Dolomiten am internationalen Fremdenverkehrsmarkt schon lediglich durch die Bewerbung für die Spiele bedeutend profitiert, denn für die Olympischen Winterspiele wären eine Verbesserung des Straßennetzes, Eisenbahnverbindungen innerhalb der Täler und der Bau von Fremdenverkehrsinfrastrukturen vonnöten gewesen. Nach einer Abwägung aller Vor- und Nachteile entschied man sich letzten Endes das Projekt nicht weiter zu verfolgen. Heute erleben wir ein neues Kapitel: Cortina d’Ampezzo hat sich eigenständig und erfolgreich für die Ausrichtung der Ski-Weltmeisterschaften 2021 beworben und seine Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2026 eingereicht … diesmal allerdings nicht, wie 1956, im Alleingang, oder zusammen mit den anderen ladinischen Tälern rund um den Sellastock, sondern zusammen mit Mailand. Wir wünschen der „Perle der Dolomiten“ viel Glück bei diesem Vorhaben. Sara Senoner
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Die Comici Hütte SCAN
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Die Comici Hütte wurde 1948 auf Betreiben von Carl Runggaldier aus Ciaslat zu Ehren des legendären Triester Bergsteigers Emilio Comici in 2414 m Höhe am Fuße des Langkofels errichtet. Der 1901 geborene Comici zog im Jahr 1939 nach Wolkenstein, wo er nicht nur aufgrund seiner alpinistischen Fähigkeiten, sondern auch menschlich sehr geschätzt war. In Wolkenstein leitete er von 1939 bis 1940 - als er zum Kommissarischen Verwalter (einige Quellen führen ihn als Amtsbürgermeister, „Podestà“) ernannt wurde - auch die Skischule. Am 19. Oktober 1940 verunglückte er tödlich im Langental, bei einem banalen Unfall an der Kletterwand „Parei de Ciampac“. In Gedenken an diese großartige Persönlichkeit wurde 2010 von der italienischen Alpenvereinssektion Triest in der Nähe der Ciampac Hütte ein kleines, von Tita Demetz (Pinzigher) geschnitztes Denkmal errichtet. Seine sterblichen Überreste sind hingegen auf dem Friedhof von Wolkenstein begraben. Aber nun zurück zu unserer Hütte: Noch vor ihrer endgültigen Fertigstellung wurde sie von Kasslatter an eine Gruppe leidenschaftlicher Skifahrer verkauft, die immer wieder ins Grödnertal kamen. Zu dieser Gruppe zählte unter anderem
Gianni Marzola, der die Hütte fertigbaute und 1950 eröffnete. Auch heute noch ist sie mit ihren typischen himmelblauen Fensterläden, die einen schönen Kontrast zum weißen Schnee bilden, von weitem erkennbar. Ich kann mich noch an den ersten Skilift erinnern, der hierher führte. Es war der „Piz Sella“, ein Schlepplift mit hölzernen Bügeln. Ich hasste solche Schlepplifte, weil man oft mit größeren oder kleineren Personen einsteigen und die ganze Strecke hinauf um etwas Gleichgewicht kämpfen musste. Die Comici Hütte zeichnet sich nicht nur durch ihren Charme und ihre Eleganz aus, die ganz den Charakter des Triester Alpinisten wiederspiegeln, sondern auch und insbesondere durch die hier angebotenen kulinarischen Köstlichkeiten. Der Wein kommt direkt vom Weingut der Familie Marzola aus Grado, und der Fisch wird früh morgens in der Adria gefangen, um gegen Mittag garantiert fangfrisch in der Hütte zu landen! Leider hat am schicksalhaften Nachmittag des 29. Oktober 2018 ein ungeheurer Sturm im Trentino-Südtirol und Veneto gewütet, von dem das Grödnertal nur marginal getroffen wurde. Lediglich die Comici Hütte
wurde schwer beschädigt und verlor durch das Unwetter ihr schützendes Dach. Es ist ganz dem Fleiß und der Einsatzbereitschaft der Grödner zu verdanken, dass das Gebäude in nur 11 Tagen wieder aufgebaut wurde und schon an den Weihnachtsfeiertagen erneut für Gäste offen stand. Und die Familie Marzola war mit ihrem unvergleichlichen Sinn für Gastfreundschaft ebenfalls gleich startbereit, um mit bewährter Leidenschaft ihre immer wieder überraschenden kulinarischen Raffinessen aufzutischen, für die sie zu Recht bereits seit über sechzig Jahren wohlverdienten Erfolg erntet! Ludovica Pineider
DOG FRIENDLY Seit einigen Sommern erkennt man die beispielhafte Gastlichkeit der Familie Marzola auch an der Reihe an Wasserschüsseln, die vor der Hütte auf durstige Vierbeiner warten.
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Kochrezepte Eine Liebeserklärung an die heimatliche Tradition in Buchform Sieben Bäuerinnen aus Gröden haben ihre Rezepte in einem kürzlich veröffentlichten Buch vorgestellt: „Maië bon te Gherdëina“. Die Sammlung mit dem ladinischen Titel ist in deutscher und italienischer Sprache verfügbar. Kochbücher sind derzeit sehr beliebt, weshalb sich dieses Werk bestens in den Trend einreiht – nicht zuletzt auch, weil der kulinarische Tourismus heute floriert.
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„Maië bon te Gherdëina“ enthält etwa vierzig Rezepte, von Knödeln, Crafuncins und Tirtlen bis hin zu Süßspeisen wie Strudel, Kaiserschmarren und Crafons, den bei Dorffesten beliebten Krapfen mit Mohnfüllung. Für die von Generation zu Generation weitergereichten Rezepte wurden lokale Zutaten verwendet, wie sie einst direkt am Hof erzeugt wurden. Jedes einzelne spiegelt alte Bräuche und das einfache Leben der Acker- und Viehbauern wider. Es sind einfache Gerichte aus den damals verfügbaren Rohstoffen. Einige Bäuerinnen haben alte Familienrezepte für längst vergessene Speisen wiederentdeckt und damit alte Erinnerungen zum Leben erweckt, etwa an die berühmten Madeleines, wie sie der französische Literat Marcel Proust eindrücklich beschrieb! Mit solchen Überlieferungen werden Tradition und Brauchtum erhalten und an die nächsten Generationen weitergegeben. Die Rezepte wurden nicht überarbeitet, und sämtliche Anweisungen streng befolgt. Somit gilt das Buch auch als Zeugnis alter Zeiten und als Archiv. Die professionellen Abbildungen setzen die Gerichte gekonnt in Szene und machen Lust auf Verkosten und Ausprobieren. Jede der Autorinnen stellt sich vor und erzählt von der Geschichte ihres Hofes – denn nur, wer einen Hof hat,
darf der Gruppe der Grödner Bäuerinnen angehören. Einige der Bäuerinnen leben auf sogenannten Erbhöfen. Mit dieser Bezeichnung bescheinigt die Autonome Provinz Bozen, dass ein Hof seit mindestens 200 Jahren von derselben Familie bewohnt und direkt von einer Generation an die nächste weitergegeben wurde. Ein Grund zum Stolz! Die Grödner Bäuerinnen gibt es seit nunmehr vier Jahren, und die Gruppe gehört der 1981 gegründeten Südtiroler Bäuerinnenorganisation an. Letztere zählt heute rund 16.000 Mitglieder, die sich zu Anlässen selbstverständlich in traditionelle Trachten kleiden. Sie alle verbindet die Liebe zu alten Werten und zur Natur, zu ihren Höfen und den Tieren. Die Schönheit von Wiesen und Wäldern sind auch dem Einsatz der Bäuerinnen zu verdanken, die Tag für Tag am Land arbeiten und die Leidenschaft dafür den Besuchern und Gästen vermitteln. Die Gruppe organisiert Kochkurse, arbeitet regelmäßig an Bauernmärkten mit und übernimmt bei verschiedenen Events, beispielsweise beim Riesentorlauf Gardenissima, das Catering. Die Einnahmen gehen dabei nicht nur in die Gruppenkasse, sondern werden zum Teil auch gespendet, etwa an bedürftige Südtiroler Familien oder an die Erdbebenopfer in den Abruzzen. Mit dem neu erschienenen Kochbuch wenden sich die Bäuerinnen an Grödner, die ihre Traditionen entdecken und erleben möchten, wie auch an alle Interessierten, die besondere Urlaubserinnerungen aus Gröden mit nach Hause nehmen wollen. Isabella Penzo
Traditionelles aus der ladinischen Küche Crafons da pavè Crafons für acht Personen
Der mit reichlich Puderzucker bestreute Krapfen, das im 15. Jahrhundert in Österreich entstandene und in Tirol weit verbreitete süße Siedegebäck aus Hefeteig, ist allseits wohlbekannt. Die Crafons da Pavè sind eine halbmondförmige Variante mit Mohnfüllung. In Gröden werden sie traditionell bei den Segras, den Dorffesten aufgetischt. Das bekannteste Fest des Tals ist wohl die Segra Sacun, die alljährlich Mitte Oktober in St. Ulrich abgehalten wird. Damit die Crafons gelingen, sind lediglich einige grundlegende Aspekte zu beachten, etwa die Temperatur des Raums und der Zutaten. ZUBEREITUNG DES TEIGS Etwa die Hälfte der lauwarmen Milch mit der zerbröselten Butter vermischen und Mehl hinzugeben, bis ein weicher Teig - das sogenannte „Dampfl“ - entsteht. Abdecken und eine halbe Stunde lang in warmer Umgebung ziehen lassen. Die übrige lauwarme Milch mit Mehl, Zucker, Vanillezucker, den Eidottern, der geschmolzenen Butter, der Sahne, einem Tropfen Likör oder Rum, dem Salz und dem „Dampfl“ mischen. Das Eiweiß fest schlagen und unterheben. Die Mischung mit einem Holzlöffel verrühren, bis sie aufzugehen beginnt. Abdecken und eine Stunde lang in warmer Umgebung ziehen lassen. ZUBEREITUNG DER FÜLLUNG Wasser und Zucker aufkochen. Das Zuckerwasser vom Feuer nehmen und die Mohnkörner hinzufügen. Mit Zimt, Honig und Nelkenpulver abschmecken. Die Füllung sollte dickflüssig sein. ZUBEREITUNG DER CRAFONS Den Teig auf einer bemehlten Fläche etwa 1 cm dick ausrollen. Mit einer glatten, runden Form ca. 10 cm breite Blätter ausstechen. Einen gehäuften Esslöffel Mohnfüllung in die Mitte geben, die runden Blätter halbmondförmig falten und die Ränder andrücken, damit die Füllung nicht ausläuft. Die Krapfen auf ein Tuch oder ein bemehltes Brett geben, mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort ruhen lassen. Etwa eine halbe Stunde lang ziehen lassen. Das Öl in einer Pfanne auf ca. 170–180°C (Stufe 6 bei Keramikkochplatten) erhitzen. Die Krapfen mit der mehligen Seite nach oben in das Öl legen, den Deckel darauf geben um die Temperatur konstant zu halten, und rund 1 bis 2 Minuten lang goldgelb ausbacken. Anschließend umdrehen und warten, bis auch die andere Seite goldgelb wird.
ZUTATEN für den Teig > 1 kg Mehl > 500 ml Milch > 150 g Zucker > 100 g Butter > 70 ml Sahne > 40 g Hefe > 3/4 Eier > 1 Briefchen Vanillezucker > 1 Löffel Salz > 20 cl Schnaps oder Rum
ZUTATEN für die Füllung > 40 g grob gemahlene Mohnkörner > 180 g Zucker > 50 g Honig > 100–150 ml Wasser > 1 gehäufter Teelöffel Zimt > 1 Prise Nelkenpulver > Erdnussöl oder reines Keimöl zum Sieden > Puderzucker zum Bestreuen
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Das Wintermärchen der Nicol Delago
Wenn der Skisport seine schönsten Geschichten schreibt 18
Ein Rennen auf jener Heimstrecke zu fahren, wo sie vor Jahren ihre ersten Schwünge drehte, und dabei auch noch einen Podestplatz zu ergattern, war für die Skirennläuferin Nicol Delago die Erfüllung eines Traums. Darum wurde am Dienstag, 18. Dezember 2018 in Gröden nach der FIS-Weltcupabfahrt gebührend gefeiert. Die Wolkensteinerin fuhr hinter der Slowenin Ilka Stuhec auf den zweiten Platz und ließ alle Favoritinnen – darunter die drittplatzierte Ramona Siebenhofer, die mehrfache Saisonsiegerin Nicole Schmiedhofer, Lara Gut, Tina Weirather und Anna Veith – weit hinter sich. Die Saslong ist seit nunmehr 50 Jahren ein beliebter Schauplatz für die Abfahrtsläufe der Herren. Seit der alpinen Skiweltmeisterschaft 1970 finden hier alljährlich Skiweltcup Abfahrtsrennen statt. Und seit etwa 20 Jahren auch Super G Weltcuprennen. Erstmals Damenrennen auf der Saslong Heuer fanden in Gröden auch die Speed-Rennen, Abfahrt und Super-G der Damen statt. Das Organisationskomitee unter der Führung von Rainer Senoner nahm die Einladung an, das aus Schneemangel abgesagte Rennen von Val d’Isere zu übernehmen. Der organisatorische
Aufwand war enorm – er hatte sich im Handumdrehen verdoppelt. Mitte Dezember wurden somit gerade einmal zwei Tage nach den Herren-Rennen am Freitag und Samstag die Damen-Rennen abgehalten. Erstmals fanden auf der Saslong eine Damenabfahrt und ein Damen-Super-G statt. Lediglich 1970 gab es in Gröden eine Damenabfahrt, allerdings auf der Cir im Langental. „Ein Damen-Rennen auf der Saslong war seit jeher ein Traum von mir“, so die mehrfache Medaillenträgerin bei Olympia und Weltmeisterschaften und erfolgreichste Speedläuferin der italienischen Nationalmannschaft, Isolde Kostner. Dasselbe gilt vermutlich auch für Verena Stuffer, die Skirennläuferin aus St. Christina, die gerade heuer, nach mehr als 10 Jahren im Skiweltcup, ihre Karriere beendet hat. Auf der Herrenpiste der Saslong, die durch einige Änderungen an den schwierigsten Stellen – den Kamel-Buckeln und den Kurven der Ciaslat – abgemildert wurde, fanden zwei atemberaubende Rennen statt. Die Slowenin Ilka Stuhec, die in Gröden schon mehrmals die „Gardenissima“ am Seceda für sich entscheiden konnte, gewann beide Wettbewerbe.
Ein Traum wird wahr Nicol Delago auf dem zweiten Platz Bei der Abfahrt auf der Saslong trennen lediglich 14 Hundertstel die Hausherrin Nicol Delago (sie wohnt wenige Hundert Meter von der Piste entfernt) von der ausgezeichneten Siegerin Ilka Stuhec. Nicol jubelte und strahlte angesichts ihres unglaublichen Ergebnisses. „Meine Fans gaben mir Mut, und ich sagte mir: gib alles. Bei den Probeläufen habe ich die Piste zusammen mit meinen Technikern sorgfältig studiert. Ich habe mich stark auf die Linie konzentriert und konnte während des Rennens die Ideallinie finden. Ich glaube, ich habe wirklich alles gegeben. Nie hätte ich mir gedacht, ein Weltcuprennen auf der Saslong zu fahren und dann auch noch Zweite zu werden. Es ist wie ein Traum. Unglaublich, mir fehlen die Worte … ich bin überglücklich. Ich möchte diesen Erfolg meiner Familie und vor allem meinem Vater widmen, denn er steht mit Herz und Seele hinter mir und meiner Schwester, damit wir diesen Traum leben können.“
Und der Traum von der Sportkarriere scheint für Nicol Delago tatsächlich in greifbare Nähe gerückt zu sein. Mit ihrem ersten Podestplatz, den sie ausgerechnet auf ihrer Heimstrecke im Rahmen eines Ausnahmerennens in Gröden gewonnen hat, hat sie ihr Können eindrücklich unter Beweis gestellt. Auch ihre jüngere Schwester Nadia ist ein vielversprechendes Talent in der italienischen Nationalmannschaft. Sie konnte zwei EuropacupAbfahrten im österreichischen Zauchensee gewinnen, gerade als Nicol auf der legendären Saslong ihren ersten großen Erfolg im Weltcup feiern durfte. Leo Senoner
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GÄSTE ERZÄHLEN
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„Füße am Boden, Blick gen Himmel“ Ich war zehn Jahre alt, als uns mein Vater im Juli 1956 zum ersten Mal von Rom nach Wolkenstein brachte. Zusammen mit meiner Mutter und meinem Bruder verbrachten wir hier ganze elf Jahre lang mehrere Urlaubsmonate, von Anfang Juli bis Ende September. Meine Eltern liebten Gröden nicht nur wegen des herrlichen Panoramas und der magischen Natur. Es zog sie immer weiter hinauf. Wenn ich mir heute die Fotos ansehe, die mein Vater hoch oben in den Bergen – er verglich sie mit dem Paradies – geknipst hat, fällt mir immer wieder ein wichtiges Detail auf. Auf der Rückseite vermerkte er nicht nur Datum und Ort, sondern auch die Meereshöhe. Die höchsten Punkte sind stets mit einem Ausrufezeichen versehen. Meine Eltern wollten, rigoros zu Fuß, immer höher hinaus und gaben sich nie zufrieden. Ihr Blick war
stets nach oben gewandt, auf der Suche nach neuen Horizonten. Wann immer sie auf einem Gipfel standen, richteten sie ihren Blick auf die Bäche, Wälder und Häuser, die das unvergleichlich schöne Tal belebten. Vater und Mutter hatten ein besonderes Gefühl für die Schönheit, die Himmel und Erde verbindet, und fühlten eine Kraft, die sie immer wieder zu Tränen rührte. Ich erinnere mich daran, wie mein Vater auf wenig bekannten Pfaden oft seufzend vor Glück den Blick nach oben richtete, oder wie meine Mutter beim Gedanken an das Leid und den beschwerlichen Alltag der damals noch großteils armen Bevölkerung von Wolkenstein, St. Christina und St. Ulrich weinte. Mir war es genug, sie dabei zu beobachten, wie sie ruhig und ohne viele Worte auf felsigen Bergwegen
höher und höher stiegen, um zu verstehen, dass ihre Lebensart sich gegen all jene Ideologien und Meinungen richtete, die verlockend anmuteten, aber letztlich lediglich ein Versuch waren, mein Leben zu bestimmen. Die Aufstiege waren oft mühsam, und Mutter putschte uns mit Zuckerwürfeln auf – die hatte sie stets dabei, und nicht selten fütterten wir damit auch die scheuen wilden Pferde, die wir manchmal entlang der Pfade, auf den Almen oder im Wald antrafen. Wann immer wir nach Rom zurückkehrten, schien es mir, als hätte ich in Gröden die Fähigkeit erlernt, zu sehen und zu hören, was anderen verborgen blieb. Ich schätzte Dinge, die meine Freunde für unwesentlich hielten. Mein Gefühl der Leichtigkeit – das wusste ich – war für sie, die unter der Last des Alltags lebten, unverständlich. Wer die Berge liebt und lebt, erlernt jene innere Wendigkeit, mit der sich jedes Hindernis überwinden lässt. Man lässt sich vom Alltag nicht betrüben, beklagt sich nicht und fühlt sich weder matt, noch verbittert oder lustlos. Wolkenstein schwang meine jugendliche Seele in neue Höhen der Idealität und Freiheit und schenkte mir jene innere Kraft, dank der ich mich langsam, aber unaufhaltsam und mit dem Gefühl, Zeit und Ewigkeit, Erde und Himmel, Körper und Geist zu verbinden, fortbewegte. Ich stieg auf, erreichte einen Horizont und erblickte den nächsten … und weiter, bis ich die notwendige Leichtigkeit entwickelte, aus Freude weiterzugehen und schier unendliche Ausblicke zu entdecken – Felsen, die in den Himmel emporragten, Farbwelten, und der Geruch tausender Blumen im Wind.
für ich leben möchte.“ Um festzustellen, wofür ich nun leben mochte, um mein Leben zu erfüllen, blickte ich nach oben in den Himmel und auf die Gipfel und wusste, dass irgendwo da oben eine Schutzhütte mit einem Platz für mich war. Was ich heute bin, verdanke ich den Bergen Grödens, den unwegsamen Pfaden durch dichte Wälder, mühsamen Aufstiegen, dem Ausblick auf die unendliche Schönheit schwindelerregender Panoramen, langen Märschen, die mein Durchhaltevermögen auf die Probe stellten, schweigsamen Verschnaufpausen für Körper und Seele, dem Sieg über Mühen, Gefahren, Durst, Hunger und Schmerz, der mir unweigerlich zeigte, dass ich lebte und Kraft hatte. All das verdanke ich diesem Tal, das mich geformt und verwandelt hat. Ebenso verdanke ich es meinen Eltern, die mir mit Aufopferung, Eigensinn und unendlicher Leidenschaft den schönsten Teil meiner Jugend geschenkt haben. Für sie schrieb ich eine Reihe von Erzählungen, die in Form eines Tagebuches für die Jahre 1956 bis 1967 unter dem Titel „Piedi a terra e sguardo al cielo“ veröffentlicht wurden. Ein Teil der Einnahmen wird dem Bergrettungsdienst Aiut Alpin Dolomites zukommen. Das Buch eignet sich gut als Geschenk und soll nicht nur eine angenehme Lektüre sein, sondern auch ein Zeichen der Solidarität für die freiwilligen Helfer, die Tag für Tag ihr Leben aufs Spiel setzen, um Menschen in Bergnot beizustehen.
Mein Vater sagte: „Sei stets demütig. Bleib mit den Füßen fest am Boden und richte den Blick nach oben.“ Dazu zitierte er den Mönch und Dichter Thomas Merton: „Wenn Sie mich kennenlernen wollen, fragen Sie mich nicht, wo ich wohne, oder was ich gerne esse, oder wie ich meine Haare kämme, sondern fragen Sie mich, wofür ich glaube, dass ich lebe, im Detail, und fragen Sie mich, was ich denke, was mich davon abhält, das zu leben, wo-
Haben Sie besondere Erinnerungen an Gröden? Schreiben Sie Ihre Geschichte an unsere E-mail-Adresse: info@valgardenamagazine.it
Massimo Arrighi
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bringt die Filmwelt nach Gröden Südtirol ist nicht nur geprägt von einer einzigartigen und atemberaubenden Naturlandschaft, sondern auch von einer ausgewogenen kulturellen Vielfalt. Kein Wunder, dass in den letzten Jahren immer mehr Filmemacher sich für unsere kleine Provinz südlich der Alpen interessieren. Dass Südtiroler Filmproduzenten und die einzigartige Naturlandschaft allemal das Zeug zum Filmstar haben, wurde neuerdings wieder dank der Organisation des Filmfestivals Dolomitale unter Beweis gestellt. Das Filmfestival, dass im November 2018 in St. Ulrich/Gröden im Kreis für Kunst und Kultur stattgefunden hat, ist das erste Langfilmfestival aus dem rätoromanischen Sprachraum und den Dolomiten. Ziel der Dolomitale war es ein Bindeglied zwischen Südtirol und der weiten Filmwelt herzustellen und somit den heimisch produzierten Filmen und Filmproduzenten eine Bühne zu bieten, um sie weit über die Grenzen hinaus bekanntzumachen.
Filme ausgestrahlt, die soziale und politische Fragen beinhalten und täglich den örtlichen Diskurs prägen. Ein weiterer Schwerpunkt des Festivals lag in der Förderung des Nachwuchses sowie in der Vernetzung der lokalen Filmszene. Für den Nachwuchs, referierte in ihrer Masterclass, die preisgekrönte österreichische Filmemacherin Nathalie Halla über die Arbeit als Filmemacher und wie ein Film von der Idee bis zur Prämiere entstehen kann. Unter anderem standen zahlreiche Regisseure, Produzenten und Protagonisten im Anschluss an die jeweiligen Vorstellungen dem Publikum für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Ein Highlight der Dolomitale war der Kurzfilmwettbewerb, bei dem der beste Südtiroler Kurzfilm ausgezeichnet wurde. Insgesamt wurden fünfzig Filme mit einer Laufzeit zwischen 20 Sekunden und 20 Minuten eingeschickt, von denen insgesamt acht vom Organisationskomitee für den Wettbewerb ausgewählt wurden.
Neben Filmen mit thematischem Bezug zu Südtirol, wurden auch jene
Unter den acht Filmen wurde der Film „Zuflucht“ des Brixner Filmproduzenten Daniel Andrew Wunderer als Gewinner prämiert. Der Film bietet einen sehr gelungenen Vergleich zwischen Flucht und Intoleranz des Individuums und wurde für seine hohe Regiequalität in der Erzählung sowie in der Ästhetik ausgezeichnet. Im Rahmen des Wettbewerbs wurde auch ein Publikumspreis vergeben. Dieser ging an den Film „Der Wolf“ von Benjamin Thun. Im Rahmen des Filmfestivals Dolomitale wurden auch Südtirol bezogene Produktionen gezeigt, die es bis in die renommierte deutschsprachige Kinolandschaft geschafft haben, darunter „Amelie rennt“, „König Laurin“ und „Mister Universo“. Mit der Dolomitale meldet sich das Grödnertal, das schon in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts mit seinem bekanntesten Schauspieler und Regisseur Luis Trenker auf sich aufmerksam machte, definitiv in der Filmszene zurück.
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Sara Senoner
© Samuel Debon
© Simon Perathoner
© Diego Moroder
Neuer Dolomites UNESCO Geotrail 24
Mitten durch die versteinerte Meereslandschaft des Weltnaturerbes Dolomiten führt der neue Dolomites UNESCO Geotrail. In zehn Etappen durchläuft er die gesamte Entstehungsgeschichte der Dolomiten auf bestehenden Wegen. Die Etappen können auch als Tagestouren erwandert werden. Wer also wissen möchte, wie in mehr als 200 Millionen Jahren aus einem tropischen Meer mit Atollen, Vulkanen und Korallenriffen der versteinerte Archipel der Dolomiten von heute wurde, kann das am Dolomites UNESCO Geotrail erfahren. Vor rund zehn Jahren haben die Dolomiten die höchste Auszeichnung für eine Naturstätte bekommen. Sie wurden von der UNESCO als Naturerbe in die Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen. Die bleichen Berge, wie die Dolomiten oft genannt werden, sind nicht nur überwältigend schön, sondern vor allem auch geologisch und geomorphologisch einzigartig. Dies soll der Geotrail zeigen. St. Ulrich ist einmal Endpunkt der Etappe 4 „Das Reich der Vulkane“, die beim Tierser Alpl beginnt und über die Seiser Alm führt. Ein anderes Mal, nämlich bei der Etappe 5 „Die Dolomiten heben sich“, ist St. Ulrich Startpunkt der Wanderung, die über die Raschötz und Seceda, entlang der Geisler und oberhalb des Langentals bis auf die Hochebene des Puez führt. Der Geologe Corrado Morelli und der Bergführer Christian Ladurner haben den Geotrail konzipiert. In einem Wanderführer zum Geotrail von den beiden gibt es Wissens-
wertes zu den Dolomiten, den einzelnen Etappen der Weitwanderung und den geologischen Highlights sowie Panoramakarte, Wanderkarten und Höhenprofilen. Den Wanderführer „Dolomites UNESCO Geotrail“ kann man im Buchhandel kaufen. Neben dem geologischen Thema haben sie für jede Etappe zwei Punkte ausgewählt, die für die geologische Geschichte der Dolomiten besonders interessant oder bedeutsam sind. Bei der Etappe 4 nimmt der Geostop G die vulkanischen Gesteine bei den Rosszähnen genauer unter die Lupe. Beim Geostop H kommt man dem Geheimnis der eigenartigen bis zu einigen Metern großen kugeligen Gebilden auf dem Vulkangestein, nämlich der Zwiebelschalenverwitterung, auf die Spur. Bei der Etappe 5 erklärt der Geostop I die „Störungen“ in den Dolomiten, beispielsweise an den Geislerspitzen, wobei es darum geht, wie sich die Gesteinsmassen bewegt und verschoben haben. Ein besonderer Störungstyp ist der geologische Lift. Um diesen geht es beim Geostopp K. Hier wird gezeigt, wie sich ältere Gesteinspakete auf und über jüngere Gesteinspakete geschoben werden. Für jeden Haltepunkt, also Geostop, gibt es eine einfache Beschreibung mit Fotos und erklärenden Skizzen. So können die Wanderer die geologischen Besonderheiten der Dolomiten entlang der Route erfahren und kommen vielleicht auf den Geschmack deren faszinierende Geschichte noch genauer zu erforschen. Angelika Schrott
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13.–14.12.2019
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FIS Ski World Cup Val Gardena Gröden: Super G & Abfahrtsrennen der Herren
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Die Sprungschanze im Langental Heute wissen nur mehr wenige Menschen, dass Wolkenstein auch einmal eine eigene Skisprungschanze hatte. Im Langental, wo sich heute der Klettergarten Parëi dl Ciampac befindet, wurde sie 1934 mit der großzügigen Unterstützung einer britischen Lady namens Holda Tutino Steel errichtet. Lady Tutino Steel war von den Dolomiten fasziniert und verbrachte von 1934 bis 1956 ihren Urlaub hier, nachdem die Briten Gröden und seine Bergwelt für sich entdeckt hatten. Sie lebte in der Villa Frainela in Wolkenstein bei den Complojs und ließ sich vom berühmten Skilehrer Ferdinand Glück (1901– 1987) weit herum führen. Holda Tutino Steel war für ihre Zeit eine wahrlich außerordentliche Frau, die allerdings nicht nur gut und gerne kletterte, sondern auch viel rauchte und trank. Dennoch war Lady Tutino Steel, wie bereits erwähnt, durchaus großzügig und sponserte unter
anderem die bekannte Skirennläuferin Paula Wiesinger. Eines Tages soll sie, möglicherweise aus Zuneigung zu ihrem schönen Skilehrer, gesagt haben: „Ferdinand, ich will dir etwas schenken. Hättest du lieber ein Haus oder eine Sprungschanze?“ „Eine Sprungschanze!“ soll Ferdinand prompt geantwortet haben. So ließ die Dame 1934 auf eigene Kosten (35.000 Lire) im Langental eine Sprungschanze bauen, die 1936 verbessert und endgültig fertiggestellt wurde. An der Konstruktion waren zahlreiche Arbeiter beteiligt. Da man damals keine Bagger hatte, wurde mühsam mit der Spitzhacke gearbeitet. Um die richtige Starthöhe zu erreichen, mussten riesige Felsblöcke auf mehr als 10 m Höhe aufgetürmt werden! Die Springer mussten ihre extrem langen Skier schultern und den Steinturm umgehen, um an den Startpunkt zu gelangen. Zum Landen war genügend Platz vorhan-
den, da es das Trainingszentrum der Carabinieri damals noch nicht gab. Der Grund gehörte einem gewissen Rudi Kasslatter. Johann Baptist Mussner, der Großvater des heutigen Besitzers der Garni Murfreid, Karl Mussner, brachte Tag für Tag den Arbeitern ihre „marënda“ - so nennt man auf Ladinisch das Mittagessen (nicht zu verwechseln mit der in Südtirol bekannten nachmittäglichen „Marende“) - ins Langental. In Zeiten, in denen die Schanze nicht verwendet wurde, sperrte ein Wächter den Zugang zur Anlaufpiste mit einem Stahlseil ab – allerdings hielt das die Grundschulkinder damals nicht davon ab, die Schanze nach Schulschluss dennoch zu benutzen. Wenn der Schanzenwart sie erwischte, liefen sie in Windeseile davon!
Lara Malsiner, Elena Runggaldier, Evelyn Insam und Alex Insam, die allesamt zur italienischen Nationalmannschaft gehören und bei den Olympischen Winterspielen von Pyeongchang dabei waren. Schade, dass Holda Tutino Steel, die heute in Seis begraben liegt, das nicht mehr miterleben konnte! Ludovica Pineider
Die Sprungschanze war allerdings schlecht gebaut. Es wurden zwar Wettbewerbe ausgetragen, aber alle Springer klagten über unzureichende Anlaufmöglichkeiten. Die Konstruktion wurde schließlich Wind und Wetter überlassen und verfiel allmählich. Heute ist nicht mehr viel davon übrig. Auf dem Monte Pana oberhalb von St. Christina wurde allerdings 2006 eine neue, schönere Schanze errichtet, auf der wichtige Wettbewerbe stattfinden und auf der vielversprechende junge Grödner Skispringerinnen und Skispringer trainierten, darunter Manuela und
Dominik Paris
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gestern und heute 30
Š Ass. Tur. di Selva Val Gardena
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