Deutsch für Kinder
Das Magazin für frühe sprachliche Förderung

Mit Impulsen, Tipps und Praxismaterial für Kinder mit Sprachförderbedarf
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Das Magazin für frühe sprachliche Förderung

Mit Impulsen, Tipps und Praxismaterial für Kinder mit Sprachförderbedarf
Verkehrssicherheit und Sprachförderung in elementaren Bildungseinrichtungen und Familien
Ausgabe
Liebe Leserinnen & Leser!
Gemeinsam mit der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und dem Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) hat der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) die fünfte Ausgabe des Praxismagazins „Deutsch für Kinder“ entwickelt.
In dieser Ausgabe dreht sich alles um das Thema Verkehrssicherheit und Sprachförderung. Das Magazin beinhaltet Stimmen von Expert/innen, anregende Tipps für pädagogisches Fachpersonal und Eltern sowie eine Fülle an Materialien für die Praxis.
Alle Praxismaterialien finden Sie auch online oder mithilfe der QR-Codes im Magazin. Diese leiten Sie zu den Praxismaterialien, zum mehrsprachigen Hörbeitrag „Verkehrswege üben – Tipps für Familien“, zu den Bildkarten und zur Hörgeschichte „So ein Schlingel“.
Die ersten Schritte von Kindern in die Welt sind immer auch Schritte in Richtung Selbstständigkeit. Mit wachsendem Alter erweitern sie ihren Bewegungsraum – zunächst im Spiel mit anderen, später beim eigenständigen Weg zur Schule.
Gerade dabei zeigt sich, wie wichtig es ist, dass Kinder lernen, Sprache bewusst einzusetzen und sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Kommunikation, Verstehen und Handeln greifen eng ineinander: Nur wer Anweisungen versteht, sich mitteilen kann und Regeln kennt, kann sich im Verkehr sicher orientieren.
Das Verstehen von Regeln, Zeichen und Signalen ist für die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr besonders wichtig.
Judith Wölfl, AUVA-Referentin für Prävention in Bildungseinrichtungen
Jüngere Kinder reagieren oft impulsiv und können Gefahren noch nicht gut einschätzen. Erst ab etwa acht bis zehn Jahren entwickeln viele jene Fähigkeiten, die für einen selbstständigen Schulweg wichtig sind. Deshalb ist es sinnvoll, schon im Kindergarten die Grundlagen zu vermitteln.
Sprachförderung und Verkehrserziehung lassen sich gut verbinden: Kinder lernen Begriffe wie Ampel, Zebrastreifen oder Stopp und üben gleichzeitig, auf Signale zu reagieren, Anweisungen zu befolgen und Hilfe zu holen.
Einfach mit dem Smartphone scannen und in mehreren Sprachen anhören! Auch abrufbar unter sprachportal.at

Das Praxismagazin „Deutsch für Kinder“ möchte Eltern, Pädagog/innen und alle Interessierten darin bestärken, Sprache mit alltagsnahen Kompetenzen zu verknüpfen. Ziel ist es, Kinder sprachlich zu fördern und zugleich ihr Bewusstsein für Sicherheit, Rücksichtnahme und Selbstvertrauen zu stärken. Denn wer versteht, kommuniziert und handelt, bewegt sich nicht nur sicherer im Straßenverkehr, sondern gewinnt auch Selbstvertrauen im Alltag.

Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) führt die soziale Unfallversicherung für rund 82.000 Kinder im letzten Kindergartenjahr durch. Mit kindgerecht aufbereiteten Materialien stärkt sie das Bewusstsein für Prävention im Kindergarten. www.auva.at

Der ÖAMTC setzt sich seit vielen Jahren für mehr Verkehrssicherheit ein. Mit Programmen zur Verkehrserziehung sowie kindgerechten Materialien und Übungen fördert der Club sicheres Verhalten im Straßenverkehr schon von klein auf. www.oeamtc.at
Kinder sind von Anfang an im Straßenverkehr unterwegs – zuerst mit Erwachsenen, später zunehmend selbstständig. Je früher sie dabei altersgerecht vorbereitet werden, desto besser. Denn spätestens vor dem Schuleintritt sollten sie grundlegende Verkehrssituationen sicher bewältigen können.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
• Kinder werden im Straßenverkehr oft schlechter wahrgenommen als Erwachsene – etwa wenn sie hinter parkenden Autos oder anderen Sichthindernissen stehen. Viele Unfälle passieren, weil Kinder plötzlich auf die Fahrbahn laufen.
• Kinder haben ein deutlich engeres Sichtfeld als Erwachsene. Sie sehen eingeschränkt, wie mit Scheuklappen. Daher nehmen sie Fahrzeuge, die von der Seite kommen, erst wesentlich später als Erwachsene wahr.
• Das Gehör ist bei Kindern noch nicht voll ausgebildet. Sie können Geräusche schwer unterscheiden oder einer Quelle zuordnen. Ob sich Geräusche nähern oder entfernen, ist für sie oft schwer einzuschätzen.
• Kinder bewegen sich nicht geradlinig oder zielgerichtet. Sie brauchen zum Anhalten oder Ausweichen mehr Zeit.
• Kinder sind noch nicht in der Lage, vorausschauend Gefahren zu erkennen. Das Erfassen von komplexen Verkehrssituationen fällt ihnen schwer und überfordert sie schnell.
• Kinder lassen sich leicht ablenken. Eine kontinuierliche Konzentration auf die Herausforderungen des Straßenverkehrs fällt ihnen schwer. Auch wenn sie schon viel über Verkehr wissen, ist sicheres Verhalten daher nicht selbstverständlich.
Verkehrserziehung mit dem Kindergartenalltag verknüpfen
Verkehrserziehung lässt sich gut in den Kindergartenalltag einbauen. Bewegung, Wahrnehmung, Sprache und Konzentration spielen dabei eine zentrale Rolle. Wer z. B. Bewegungen bewusst steuern kann, stoppt rechtzeitig vor einer Überquerung, hält Sicherheitsabstände leichter ein und reagiert im Straßenverkehr an-
gemessen. Spielerische Übungen wie „aus der Bewegung heraus stehen blei ben“ fördern diese Fähigkeiten.

Sprache fördert Sicherheitswissen
Gespräche im Kindergarten und Elternhaus fördern vorausschauendes Denken, die Fähigkeit, Probleme zu lösen, und das Verständnis abstrakter Verkehrsregeln. Einfache Merksätze wie „Zuerst stehen bleiben, dann nach beiden Seiten schauen, dann gehen“ geben Kindern Orientierung und Sicherheit. Sprachliche Kompetenzen helfen Kindern, Situationen zu erfassen, sich mitzuteilen und sicher zu handeln.
Verkehrserziehungsangebote der AUVA
Die AUVA unterstützt Kindergärten und Eltern mit Angeboten zur Verkehrserziehung:
• Mit der ÖAMTC/AUVA-Aktion „Das kleine Straßen 1x1“ lernen Kinder im letzten Kindergartenjahr, sich spielerisch auf die Gefahren des Straßenverkehrs vorzubereiten.
• Die Aktion „Glühwürmchen“ sensibilisiert Kinder für die Gefahren bei schlechter Sicht sowie Dunkelheit und vermittelt die Bedeutung guter Sichtbarkeit im Straßenverkehr.
• Eltern und Pädagog/innen erfahren in Workshops, wie Kinder den Verkehrsraum wahrnehmen und wie spielerische Verkehrserziehung die Basis für später legt.
• Im Bilderbuch „Ein Zebra im Wald“ zeigen die Handpuppen Bibi und Kiki Kindern, wie sie den Zebrastreifen sicher überqueren.
• AUVA-Elternbroschüren vermitteln Tipps zu richtigen Verhaltensweisen im Verkehr –egal ob Kinder zu Fuß, mit dem Tretroller, dem Bus oder dem Rad unterwegs sind.
Mehr dazu: auva.at/sicherlernen
Judith Wölfl, AUVA-Referentin für Prävention in Bildungseinrichtungen
Tipps zur Sprachförderung im Straßenverkehr in

1. Präpositionen
Situation: Zebrastreifen überqueren
Fokus: vor, über, auf, neben, hinter, …
Wo gehst du?
Ich gehe über den Zebrastreifen.

7. Zusammengesetzte Nomen
Situation: Verkehrsschilder
Fokus: Wortbildung und Bedeutung
Zebra + Streifen = Zebrastreifen Fahrrad + Weg = Fahrradweg Park + Platz = Parkplatz
2.
Trennbare Verben
Situation: Verkehrsmittel Fokus: festhalten, einsteigen, aussteigen, umsteigen, angurten, …
Ich halte mich am Haltegriff fest.

8. Modalverben
Situation: Verkehrsregeln besprechen Fokus: müssen, sollen, dürfen
Am Gehsteigrand musst du stehen bleiben.
Bei Rot müssen wir warten.


3. Dativ (3. Fall)
Situation: Am Gehsteig gehen
Fokus: Fragewort Wo?
Wo gehen wir?
Wir gehen auf dem (am) Gehsteig.

9. Nebensätze
Situation: Verkehrsschilder und Bodenmarkierungen
Fokus: Fragewort Warum?
Warum dürfen hier Radfahrer/innen fahren?
Weil das ein Radweg ist.

4. Akkusativ (4. Fall)
Situation: Verkehr beobachten Fokus: Fragewort Was?
Was siehst du? Ich sehe das rote Auto.

5. Imperativ
Situation: Straße überqueren Fokus: direkte Aufforderungen und Anweisungen
Bleib stehen! Schau mehrmals nach beiden Seiten! Warte!

6. Temporaladverbien
Situation: Bushaltestelle Fokus: Fragewörter Wann? Wie lange?
Wann kommt der Bus? Der Bus kommt gleich/ später/jetzt.
10. Vergangenheitsform
Situation: Gespräch im Kindergarten
Fokus: Perfekt mit haben/sein
Zebrastreifen gegangen.


Holen Sie sich die Tipps zur Sprachförderung im Straßenverkehr als Bildkarten!
Aufgabenblatt: Im Straßenverkehr unterwegs – wo darf ich was?
Dieses Aufgabenblatt unterstützt Kinder dabei, richtiges Verhalten im Straßenverkehr kennenzulernen. Gemeinsam mit den Kindern betrachten Sie acht Szenen und überlegen: Was ist hier erlaubt, was nicht? Die Kinder ordnen vier Bewegungsformen – stehen, gehen, laufen und Rad fahren – den passenden Farben zu und malen unter jedem Bild die richtigen Kreise aus. Pro Szene können mehrere Antworten richtig sein. So erweitern Kinder spielerisch ihren Wortschatz, üben den richtigen Gebrauch von Verben und lernen zusätzlich, wie man sich im Straßenverkehr richtig verhält.
Aufgabenblatt Name:

Darfst du hier laufen?

Darfst du hier Rad fahren?

Darfst du hier stehen?

Darfst du hier gehen?

Das Aufgabenblatt zum Ausdrucken und Kopieren finden Sie auf sprachportal.at
Im Straßenverkehr ist immer viel los. Polizistin, Busfahrerin, Schulkind und Radfahrer – alle sind sie unterwegs. Aber nicht immer tun sie das, was sie eigentlich tun sollten. Plötzlich regelt der Radfahrer den Verkehr und das Schulkind lenkt den Bus.
In diesem Kartenspiel geht es darum, genau zu schauen und schnell zu reagieren, um als Erstes seinen Kartenstapel loszuwerden. Aber Achtung – bei den sogenannten Verkehrskarten wird es richtig spannend.
Art der Karten:
Karten, auf denen die Personen ihrer eigentlichen Tätigkeit korrekt nachgehen, heißen VERKEHRSKARTEN. Wird eine davon aufgedeckt, wird eine Aufgabe durchgeführt.
Alle anderen Karten, auf denen Personen abgebildet sind, egal in welcher Situation oder Tätigkeit, heißen SPIELKARTEN.
Die BUSFAHRKARTEN werden offen und nebeneinander in die Tischmitte gelegt. Es wird immer eine Busfahrkarte weniger ausgelegt, als Personen mitspielen.
Ziel des Spiels:
Wer zuerst keine Karten mehr hat, gewinnt das Spiel.
Und so geht’s:
Alle Karten werden gemischt und gleichmäßig verteilt. Jedes Kind legt seinen Kartenstapel verdeckt vor sich ab. Das Kind, das auf dem Weg in den Kindergarten die meisten Zebrastreifen überquert hat, beginnt. Es hebt die oberste Karte seines Stapels auf und legt sie aufgedeckt in die Tischmitte. Ist die Karte keine Verkehrskarte, kommt das nächste Kind an die Reihe und legt eine weitere Karte aufgedeckt auf den Kartenstapel. Ist die Karte eine Verkehrskarte, müssen alle Kinder so schnell wie möglich folgende Aufgabe ausführen.
Spielmaterialien
72 Karten insgesamt
68 Spielkarten
4 Busfahrkarten



Aufgaben bei Verkehrskarten:




Polizistin: Alle strecken die Arme zur Seite und rufen Stopp.
Kind: Alle stehen auf und schauen mehrmals nach links und nach rechts.
Busfahrerin: Alle versuchen, sich schnell eine Busfahrkarte aus der Tischmitte zu schnappen.
Radfahrer: Alle schlagen mit der flachen Hand auf die ausgespielten Karten in der Tischmitte und rufen Klingeling.
Das Kind, das am langsamsten reagiert, erhält den Kartenstapel und legt ihn unter seine eigenen Karten. Führt ein Kind die falsche Reaktion aus, teilt es sich den Kartenstapel mit dem langsamsten Kind. Reagiert ein Kind, obwohl es keine Verkehrskarte ist, bekommt es eine Strafkarte.



Holen Sie sich die Spielmaterialien!
Die ÖAMTC Blickuntersuchung erklärt das Blickverhalten von Kindern im Straßenverkehr und zeigt spannende Ergebnisse:
1. Großer Abstand zur Fahrbahn: Kinder stehen oft nahe der Hausmauer und dadurch zu weit von der Fahrbahn, die sie überqueren wollen, entfernt.
Übung: Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es eine Rucksackbreite entfernt vom Gehsteigrand stehen soll. So kann es gut auf die Fahrbahn schauen und wird von Verkehrsteilnehmenden gesehen.
2. Falsche Blickführung: Kinder starren beim Warten nahezu ausschließlich auf die Ampel.
Übung: Zeigen Sie Ihrem Kind, wo es hinschauen soll. Es sollte die Ampel im Blick behalten und ab und zu auch Sicherheitsblicke auf beide Seiten werfen.
3. Orientierung an anderen: Kinder machen oft nach, was andere Personen im Straßenverkehr tun.
Übung: Üben Sie mit Ihrem Kind in echten Verkehrssituationen. So gewinnt es Sicherheit und lernt, Situationen selbstständig zu bewältigen.
4. Schlechte Sicht: Gegenstände wie Mistkübel, Telefonzellen, Fahrräder oder Sträucher verstellen die Sicht auf das Kind.
Übung: Zeigen Sie Ihrem Kind geeignete Stellen, um die Straße gut sichtbar zu überqueren.
5. Zebrastreifen: Kinder überqueren Zebrastreifen oft hektisch und gehen eher am Rand des Zebrastreifens statt in der Mitte.
Übung: Üben Sie mit Ihrem Kind mittig vor dem Zebrastreifen zu stehen und in der Mitte des Zebrastreifens zu gehen. Das Kind sollte flott gehen, aber nicht laufen.

Augenhöhe
Die Grafik zeigt, wie eingeschränkt Kinder im Straßenverkehr sehen – und gesehen werden. Kinder haben eine deutlich niedrigere Augenhöhe als Erwachsene und können daher Gefahren schlechter erkennen. Gleichzeitig werden sie von anderen Verkehrsteilnehmenden leichter übersehen.
Kinder lernen im Straßenverkehr durch Beobachten und Nachahmen. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern Verkehrsregeln erklären, richtiges Verhalten vorleben und mit ihrem Kind üben. So wird der Weg in den Kindergarten oder in die Schule sicherer. Die folgenden Tipps unterstützen dabei.
1. Seien Sie ein Vorbild! Zeigen Sie es richtig vor und sagen Sie, was Sie tun.


2. Achten Sie auf gute Sicht! Überqueren Sie die Straße bei Ampel und Zebrastreifen.
5. Planen Sie genug Zeit ein! Im Stress passieren Unfälle.


6.
Gemeinsam üben! Nutzen Sie jeden Weg, um Verkehrsregeln zu wiederholen.
3.
Stehen, schauen, gehen: Vor dem Queren stehen bleiben und mehrmals nach beiden Seiten schauen.


4. Keine Ablenkungen! Handys gehören im Straßenverkehr in die Tasche.
7. Sichtbar machen! Mit Reflektoren oder Leuchtstreifen sieht man Ihr Kind besser.
Hören Sie sich die Tipps für Familien in verschiedenen Sprachen an!


Mit Bildkarten
Richtig oder falsch? Schauen Sie die Bilder gemeinsam an und sprechen Sie mit den Kindern über richtiges und falsches Verhalten im Straßenverkehr!

Heute macht die Kindergartengruppe einen Ausflug zum Spielplatz. Pädagoge Thomas hilft den Kindern beim Anziehen der Warnwesten. „So“, sagt er, „jetzt sind wir gut sichtbar.“
Die Kinder stellen sich zu zweit an der Tür an. Thomas erklärt die Regeln noch einmal: „Wir gehen alle zusammen. Wir halten die Hand von dem Kind neben uns. Wir lassen nicht los.“ Ali steht neben Mina. Mina trägt heimlich einen roten Ball unter ihrer Warnweste.
Die Gruppe geht los. Sie gehen auf dem Gehweg und überqueren am Zebrastreifen eine Straße. Thomas geht ganz vorne. Mina schaut immer wieder auf den Ball. Da hören die Kinder plötzlich: „Klingeling!“ Ein Radfahrer kommt von hinten angesaust. Er fährt viel zu nah an der Gruppe vorbei. Mina erschrickt und stolpert einen Schritt zur Seite. Der Ball fällt ihr dabei aus der Hand, rollt Richtung Straße und bleibt mitten auf der Fahrbahn liegen.
Für einen Moment ist es ganz still. Ali macht einen Schritt nach vorne und will loslaufen. „Ich hole den Ball!“, ruft er. Doch Thomas ruft sofort laut: „Stopp!“ Ali bleibt stehen.
Thomas kommt zu Ali. Er hält seine Hand wie ein Stoppschild hoch. „Achtung“, sagt er ruhig. „Da kommen Autos. Wir warten.“ Ali schaut zum Ball. „Aber … der Ball“, sagt er traurig. Thomas nickt. „Erst müssen wir stehen bleiben und warten.“ In diesem Moment kommt ein Auto. Es fährt vorbei – ganz knapp am Ball.
Die Kinder schauen mit großen Augen. Mina hält den Atem an. Nichts passiert. Der Ball bleibt liegen. Alle stehen ganz still am Gehsteig. Niemand geht auf die Straße. Dann wird es wieder ruhig. Kein Auto ist zu sehen. Thomas schaut nach links, nach rechts und noch einmal nach links. Dann sagt er: „Jetzt. Ich hole den Ball. Ihr bleibt hier. Ihr wartet.“ „Wir warten“, wiederholen ein paar Kinder.
Thomas geht schnell auf die Straße, nimmt den Ball und kommt sofort zurück.

Er steckt ihn in seinen Rucksack: „Den Schlingel lassen wir lieber erst wieder am Spielplatz raus“, sagt er lachend. Mina nickt.
Die Kinder stellen sich wieder in die Zweierreihe. Sie geben sich die Hand. Thomas geht voraus. Bald kommen sie zu einem Zebrastreifen. Thomas bleibt stehen. „Stopp, hier ist ein Zebrastreifen“, sagt er. „Wir schauen mehrmals nach beiden Seiten. Wir warten. Erst wenn die Straße frei ist, können wir gehen.“ Gemeinsam gehen sie über die Straße.
Da sehen sie schon den Spielplatz. Thomas zeigt auf die Wiese. „Wenn wir auf der Wiese sind, dürft ihr das Kind neben euch loslassen und laufen.“ Zusammen gehen sie bis zur Wiese. Thomas bleibt stehen, hebt die Hand und ruft laut: „Loooooos!“ Die Kinder stürmen los und laufen fröhlich zum Spielplatz.
Am Spielplatz kommt Mina zu Thomas. Sie schaut auf seinen Rucksack. „Darf er jetzt wieder raus?“, fragt sie leise. Thomas lacht, nimmt den Ball aus seinem Rucksack und gibt ihn Mina. „So ein Schlingel. Nächstes Mal nehmen wir ein Ballnetz mit. Dann kann er nicht mehr wegrollen.“ Mina beginnt zu lächeln. Dann läuft sie wieder fröhlich zu den anderen Kindern und kickt dabei den Ball vor sich her.
Alexandra Treiss ist Elementarpädagogin und entwickelt beim ÖIF Materialien für die frühe sprachliche Förderung.

Hören Sie sich die Geschichte in verschiedenen Sprachen an! Mit Bildkarten
Kinderbücher und Materialien zur frühen Sprachförderung
Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) bietet Kinderbücher mit umfangreichen Praxismaterialien für die frühe sprachliche Förderung an. Auf sprachportal.at können Sie die Bücher bestellen und kostenlose Materialien downloaden. Kontakt unter: fsf@integrationsfonds.at

IMPRESSUM
Medieninhaber, Herausgeber, Redaktion und Hersteller: Österreichischer Integrationsfonds, Schlachthausgasse 30, 1030 Wien. Verlagsund Herstellungsort: Schlachthausgasse 30, 1030 Wien. Text und Redaktion: Bianca Kratschmayr, Alexandra Treiss, Judith Wölfl. Grafik: Katharina Blieberger. Illustrationen: Bianca Kratschmayr. Druck: PV Pensionsversicherungsanstalt, Friedrich-Hillegeist-Straße 1, 1021 Wien. Offenlegung gem. § 25 MedienG: Sämtliche Informationen über den Medieninhaber und die grundlegende Richtung dieses Mediums können unter integrationsfonds.at/impressum abgerufen werden.