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Editorial

ich möchte Ihnen heute den Artikel von Ernst Eisenbichler über München vorstellen, der die Geschichte Münchens in wenigen Worten so treffend beschreibt. Stadt des schönen Scheins München - der sprichwörtliche sinnenfrohe Ort barocker Lebensfreude zeigt gern seine vielen schönen Seiten. Dennoch oder gerade deswegen - haben Stadtführer nicht immer einen leichten Job, vor allem, wenn die Reisegruppen aus Italien stammen. „Kommen Sie doch einmal zu uns“, heißt es immer wieder, „da können sie die Originale sehen“. In der Tat: In Rom und Florenz stehen sie, die Vorbilder von Theatinerkirche, Residenz oder Feldherrnhalle. Im Jahr 2008 feierte München das 850jährige Jubiläum - alt und doch verhältnismäßig jung, etwa im Vergleich zu Augsburg oder Regensburg. Hunderte von Jahren stand München im Schatten dieser freien Reichsstädte und konnte sich erst allmählich daraus befreien. Kräftig halfen dabei die Wittelsbacher Fürsten, um aus München eine prächtige Stadt zu machen. Man scheute keine Kosten für imposante Bauten, auch wenn der Drang zur architektonischen Reproduktion groß war und die Fassade manchmal wichtiger als die Funktion. König Ludwig I. war in dieser Hinsicht besonders eifrig. Aus seiner Zeit stammt Münchens Ruf als „Kunststadt“. Später gesellten sich weitere Etiketten dazu: „Bierstadt“, „Hauptstadt der Bewegung“ oder „heimliche Hauptstadt“ und „Weltstadt mit Herz“.

PS: Die 23. Ausgabe der „Münchner Innenstadt“ erscheint Mitte Juli 2010 und wird Sie dann wieder zum Spaziergang 3


Veranstaltungstermine 2010 der Münchner Marktkaufleute und Schausteller 16. April bis 2. Mai Münchner Frühlingsfest Die Münchner Volksfestsaison beginnt mit dem Frühlingsfest auf der Theresienwiese. 24. April bis 2. Mai Auer Dult (Maidult) am Mariahilfplatz Mit der Maidult beginnt der traditionsreiche Markt mit Volksfestcharakter, der bereits im Mittelalter urkundlich belegt ist. 12. bis 13. Juni Stadtgründungsfest in der Münchner Innenstadt Den Jahrestag der Stadtgründung Münchens, der im „Augsburger Schied“ von Kaiser Friedrich Barbarossa am 14. Juni 1158 urkundlich belegt ist, feiert die Landeshauptstadt alljährlich mit einem großen Fest in der Stadtmitte. 10. Juli bis 18. Juli Magdalenenfest im Hirschgarten Ein Geheimtipp unter den Münchner Volksfesten ist das Magdalenenfest, das alljährlich im Juli im Hirschgarten stattfindet. Idyllisch im Park und direkt neben dem größten Biergarten der Welt gelegen bietet das kleine Volksfest mit Marktteil für Groß und Klein was das Herz begehrt. 24. Juli bis 1. August Auer Dult (Jakobidult) am Mariahilfplatz Die Jakobidult mit vielen Highlights, unter anderem wieder mit der langen Dultnacht. 29. Juli bis 15. August Sommerfest im Olympiapark Fun und Action gibt es beim beliebten Sommerfest auf dem Coubertinplatz im Olympiapark. Fischerstechen auf dem Olympiasee, Familientage, Live Acts von Rock- und Jazzgruppen aus der Münchner Musikszene im Theatron, eine Vielzahl von Schaustellergeschäften und einen großen Marktbereich und Feuerwerk. 18. September bis 4. Oktober 200 Jahre Münchner Oktoberfest auf der Theresienwiese „Ozapft is“ – mit diesem Ausruf des Münchner Oberbürgermeisters beim Anstich des ersten Fasses Festbier beginnt das größte Volksfest der Welt. 16. bis 24. Oktober Auer Dult (Kirchweihdult) am Mariahilfplatz. Die Kirchweihdult beendet die Münchner Dultsaison. 26. November bis 24. Dezember Münchner Christkindlmarkt auf dem Marienplatz Der Christkindlmarkt im Herzen der Landeshauptstadt München. Weitere Weihnachtsmärkte finden im gesamten Stadtgebiet statt, wie z. B. am Sendlinger Tor, Weißenburger Platz, usw…

info@blv-muenchen.de

www.veranstaltungen-bezirksstelle-muenchen.de


Editorial

ich möchte Ihnen heute den Artikel von Ernst Eisenbichler über München vorstellen, der die Geschichte Münchens in wenigen Worten so treffend beschreibt. Stadt des schönen Scheins München - der sprichwörtliche sinnenfrohe Ort barocker Lebensfreude zeigt gern seine vielen schönen Seiten. Dennoch oder gerade deswegen - haben Stadtführer nicht immer einen leichten Job, vor allem, wenn die Reisegruppen aus Italien stammen. „Kommen Sie doch einmal zu uns“, heißt es immer wieder, „da können sie die Originale sehen“. In der Tat: In Rom und Florenz stehen sie, die Vorbilder von Theatinerkirche, Residenz oder Feldherrnhalle. Im Jahr 2008 feierte München das 850jährige Jubiläum - alt und doch verhältnismäßig jung, etwa im Vergleich zu Augsburg oder Regensburg. Hunderte von Jahren stand München im Schatten dieser freien Reichsstädte und konnte sich erst allmählich daraus befreien. Kräftig halfen dabei die Wittelsbacher Fürsten, um aus München eine prächtige Stadt zu machen. Man scheute keine Kosten für imposante Bauten, auch wenn der Drang zur architektonischen Reproduktion groß war und die Fassade manchmal wichtiger als die Funktion. König Ludwig I. war in dieser Hinsicht besonders eifrig. Aus seiner Zeit stammt Münchens Ruf als „Kunststadt“. Später gesellten sich weitere Etiketten dazu: „Bierstadt“, „Hauptstadt der Bewegung“ oder „heimliche Hauptstadt“ und „Weltstadt mit Herz“.

PS: Die 23. Ausgabe der „Münchner Innenstadt“ erscheint Mitte Juli 2010 und wird Sie dann wieder zum Spaziergang 3


Münchner Kirchen

Münchner-Brunnen

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„The Fabulous Four“

Alte Pinakothek Sir Benjamin Thompson, Reichsgraf von Rumford

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Münchner Zeittafel

für Sie probiert...

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münchner

Innenstadt 22/April 2010

Impressum Herausgeber: Jenny Schmidbauer Sedanstraße 14 81667 München e-mail: mario.schmidbauer@t-online.de

Gesamtherstellung und Anzeigen: sms-schmidbauer GbR Sedanstraße 14 81667 München T 089-480 68 68-6 F 089-480 68 68-7 e-mail: info@sms-schmidbauer.de Grafik, Design und Foto: studio liebhart Breisacher Straße 3 81667 München T 089-459 94 38 -19 F 089-459 94 38 - 50 e-mail: mail@fotostudioliebhart.de Fotos und Text: Landeshauptstadt-München, Stadtarchiv München, Münchner Stadtmuseum, Haus der Bayerischen Geschichte, Susanne, Herbert und Philipp Liebhart, Petra Perle, Ingrid Sudhoff,

Bayerischer Rundfunk

14 Münchner-Brunnen Der Bierbrunnen

Inhalt

Verlag und Redaktion: sms-schmidbauer GbR Sedanstraße 14 81667 München T 089-480 68 68-6 F 089-480 68 68-7 e-mail: info@sms-schmidbauer.de www.münchner-innenstadt.com

6 Münchner Kirchen St. Lukas

16 Münchner Straßen

20 Stadtteilbesuch Glockenbachviertel

28 Münchner Denkmäler Friedrich Wilhelm Joseph Ritter von Schelling 30 Alte Pinakothek

32 Münchner Zeittafel

35 für Sie gesehen...

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St. Lukas

Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Lukas, genannt auch Lukaskirche, ist der dritte evangelisch-lutherische Kirchenbau in München. Sie wurde 1893-1896 nach Plänen von Albert Schmidt errichtet. St. Lukas ist die einzige, fast vollständig erhaltene evangelische Pfarrkirche des Historismus in München. Der stetige Zuwachs an Gemeindegliedern ließ die beiden bestehenden evangelischlutherischen Pfarrkirchen St. Matthäus und St. Markus schnell zu klein werden. Schon 1893 wurden an drei weiteren Orten in Haidhausen, Schwabing und Neuhausen evangelische Gottesdienste gefeiert. Insofern war ein dritter evangelischer Kirchenbau unumgänglich.

Als Bauplatz war die Nordspitze der Kohleninsel, der heutigen Museumsinsel, vorgesehen. Dort sollte eine bescheidene Kirche gebaut werden. Da das bayerische Herrscherhaus um die eindeutige katholische Dominanz in München besorgt war, erhielten andere christliche Konfessionen nur Bauplätze, die nicht stadtbildprägend werden konnten; die einzige Ausnahme von diesem Prinzip sollte der 1938 abgebrochene Kirchenbau von St. Matthäus bilden. Damit wollte sich das Evangelisch-Lutherische Kirchenbauamt nicht zufrieden geben. So konnte es sowohl Prinzregent Luitpold als auch der Re6

gierung von Oberbayern überzeugen, dass der Entwurf Schmidts, vom Prinzregenten und von der Regierung von Oberbayern favorisiert, einen größeren Bauplatz als den auf der Kohleninsel erforderte. Gleichzeitig argumentierte das Kirchenbauamt, dass für die Zwecke der evangelischen Gemeinde auch ein einfacherer Bau genüge und die Kosten für die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in München zu hoch seien; also förderte die königliche Haupt- und Residenzstadt München den Bau, indem sie ein großzügiges Grundstück am Mariannenplatz im Lehel zur Verfügung stellte. Am 29. Juni 1893 wurde der Grundstein für St. Lukas gelegt, am 1. Advent 1896 fand die Einweihung statt. Die Finanzierung des Baus kam in Wesentlichen durch Spenden und Zuwendungen aus der Kirchenumlage zustande, in etwa dem heutigen Kirchgeld vergleichbar. Zur Pfarrkirche wurde St. Lukas erst 1900 mit der Errichtung der Kirchengemeinde erhoben. Im Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstört, überstand St. Lukas im Gegensatz zum Pfarrhaus auch die Modernisierungs- und Purifikationswellen der 1960er und 1970er Jahre. Seit 1945 bis in die 1950er Jahre hinein diente die Kirche für Gottesdienste von Angehörigen der US-amerikanischen Besatzungsmacht. Obwohl schon 1976 von der Haager Konvention in


die Liste schützenswerter Kulturgüter aufgenommen, wurde die Kirche nie generalsaniert. St. Lukas liegt direkt am Isar-Ufer, zwischen der Steinsdorfstraße und Mariannenplatz. Sie nimmt etwa die Mitte des Isar-Ufers zwischen Ludwigsbrücke und Maximiliansbrücke ein. Obwohl das Grundstück zum Mariannenplatz gehört, ist der Haupteingang an der Steinsdorfstraße zu finden. Grund ist nicht nur die Ostung der Kirche, der einen Eingang im Westen, also an der Steinsdorfstraße erfordert. Vielmehr kann St. Lukas seiner städtebaulich dominierenden Lage am Isarufer gerecht werden. Somit ordnet St. Lukas das linke Isarufer, ohne prägend zu werden. Der Architekt Albert Schmidt greift bewusst auf vorreformatorische Baustile zurück: Die Außenarchitektur ist von romanischen Formen bestimmt, während der Innenraum an rheinische Frühgotik erinnert. Der Grundriss zeigt einen Zentralbau. Dieser ist auf der geometrischen Figur eines griechischen Kreuzes aufgebaut. Im Osten befindet sich eine dreiseitig geschlossene Apsis. Das Westwerk ist siebenseitig und besitzt quadratische Türme. Insofern ist St. Lukas ein Bau, der von innen nach außen konstruiert wurde. Kritiker bemerken deswegen, dass der Bau außen verwirrend wirke, während der Innenraum in sich harmonisch sei. Mit der

Blick durch das Kirchenschiff zum Altarraum

Verwendung vorreformatorischer Baustile sollte St. Lukas in die Silhouette eines „katholischen“ Münchens eingeordnet werden. „Ur-katholische“ Formen, die zudem um 1900 noch Ausdruck der Treue zum dynastischen Herrscherhaus waren, sollten den Eindruck eines rebellischen Luthertums vermeiden. Seit April 2001 läuft die Aktion „Rettet Sankt Lukas e. V.“, dafür wurde extra ein Verein gegründet. Spenden sind willkommen. Was viele nicht wissen, in St. Lukas befindet sich eine Unterkunft für obdachlose Frauen. In der Winterzeit können hier 12 Frauen in Kirchenräumen übernachten und bekommen ein Abendessen, ein Frühstück und ein Bett. Jeden 1. Sonntag im Monat findet ein Obdachlosenbrunch im Gemeindesaal statt, rund 100 Mahlzeiten werden dabei ausgegeben.

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D i e Pa t r i z i e r Die Patrizier stellten die gesellschaftliche und meist

auch politische Oberklasse des antiken Roms dar. Patrizier nahmen für sich in Anspruch, Abkömmlinge der Familien, welche Rom gegründet haben oder die sich kurz nach dessen Gründung dort ansiedelten, zu sein. Das Wort Patrizier (patricius) leitet sich vom lateinischen Wort pater, patres (Väter, Vorfahren) ab.

In der frühen Römischen Republik waren Mischehen zwi-

schen Patriziern und Plebejern, also dem gewöhnlichen Volk, zunächst verboten. Patrizier durften ihre Einkommen nur aus ihrem Grund und Boden, zumeist also der Landwirtschaft oder Beute im Krieg erzielen. Bankiers oder Handelsgeschäfte waren ihren zunächst noch verboten und galten später zumindest als verpönt. Im Zuge der Ständekämpfe lockerten sich diese Einschränkungen, als sich die Plebejer ihr Recht auf Teilhabe an der politischen Macht erstritten. Ab der Zeit der mittleren Republik bildeten die patrizischen Familien und mehrere plebejische Familien die politische Führungsschicht Roms.

Dennoch blieben den Patriziern bis in die Kaiserzeit be-

stimmte religiöse Ämter, wie bspw. das des Flamen dialis oder des Pontifex Maximus vorbehalten. Umgekehrt waren den Patriziern manche Ämter versperrt, darunter das Amt des in der späten Republik mächtigen Volkstribunen. Die Patrizier genossen prinzipiell auch noch in der späten Republik besonderes Ansehen und neigten zumeist der politischen Richtung der Optimaten zu. Das hinderte jedoch bekannte Patrizier wie Gaius Iulius Caesar oder Publius Clodius Pulcher nicht daran, zu den Popularen überzutreten oder deren Partei zu ergreifen.

Die patrizischen Familien schwanden bereits während

der Zeit der hohen römischen Republik ab ca. 150 vor Christus deutlich an Anzahl, da sie häufig entweder unter Unfruchtbarkeit litten oder in den aufkommenden Krisen der Republik durch Krieg und Bürgerkrieg oder Proskriptionen dezimiert wurden. Einst die staatstragende Bevölkerungsschicht, verschwanden die Patrizier bis gegen 30. vor Christus vor allem in der Zeit des zweiten Triumvirats zahlenmäßig weitgehend.

Bekannte Patrizierfamilien, die auch viele Konsuln und

andere hohe Beamte der römischen Republik stellten, waren unter anderem die Cornelier, Valerier, Julier, Claudier, Aemilier und Fabier.

Im spätantiken Römischen Reich führte Kaiser Konstantin der Große den Titel Patricius als Ehrentitel für Bürger, die sich um das Reich verdient gemacht hatten, ein. Bis zum

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Ende der Antike war er als Ehrentitel von Bedeutung (vgl. etwa Petros Patrikios).

In den deutschen Reichsstädten des Mittelalters bildete

sich ab dem 11. Jahrhundert ein Patriziat aus dem ehemaligen Ortsadel und/oder der örtlichen Ministerialität heraus. Sie nannten sich selbst „Geschlechter“. Die Patrizier besetzten den Rat und wichtige andere städtische Ämter und versuchten, sich ein ausschließliches Recht auf diese Ämter zu wahren, also die Patrizier zu den alleinigen ratsfähigen Geschlechtern zu machen. Da sie vornehmlich als Kaufleute tätig waren schlossen sie sich in Gilden zusammen und setzten ein erbliches Recht auf die begehrten Ämter durch.

Mit dem Erstarken des Handwerks und der Herausbildung eines in Zünften organisierten Bürgertums kam es seit dem 13. Jahrhundert zu Kämpfen der Handwerker gegen die Vorrechte der in Gilden vereinigten Patrizier. In der Regel konnten die Zünfte eine Beteiligung am Stadtrat erlangen. In Köln wurde die gesamte Stadtverfassung auf die Zunftverfassung zugeschnitten, während sich in Augsburg, Nürnberg, Frankfurt und in der Mehrzahl der Hansestädte das Patriziat behaupten konnte. Das mittelalterliche „Patriziat“ nannte sich selbst nicht so;

man sprach üblicherweise von „Geschlechtern“, wie etwa für Köln, Frankfurt am Main und Nürnberg nachgewiesen. Der Ausdruck „Patrizier“ in seiner Übertragung auf die städtische Oberschicht des Mittelalters entstammt selbst nicht dieser Zeit, sondern erst der Renaissance. Im Jahr 1516 wurde der Nürnberger Ratskonsulent (Stadtjurist) Dr. Christoph von Scheurl (1481–1542) vom Generalvikar des Augustinerordens Dr. Johann Staupitz beauftragt, einen Abriss der Nürnberger Verfassung auszuarbeiten; diesen überreichte er am 15. Dezember desselben Jahres in Form der heute noch berühmten Epistel. Da diese Arbeit in lateinischer Sprache verfasst war, bezeichnete Scheuerl die Nürnberger „Geschlechter“ in durchaus naheliegender Analogie an römische Verfassungszustände als „patricii“, die dann in der zeitgenössischen Rückübersetzung zum „Patriziat“ wurden. Der Begriff selbst setzte sich in dieser Verwendung jedoch erst im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts allgemein durch.

Die Patrizier gelten als dem landgesessenen Adel ebenbürtig. So nimmt das genealogische Handbuch des Adels unverändert jene Familien auch ohne Adelsprädikat auf, deren Mitglieder nachweislich spätestens im 14. Jahrhundert erbgesessene Ratsgeschlechter in deutschen Reichsstädten waren.


Machtübernahme durch die Bürger Ab dem 14. Jahrhundert kann man als Ziegelhersteller

in München gute Geschäfte machen. 1327 zerstört eine Feuersbrunst den Großteil der Stadt. Künftig dürfen Neubauten nur noch aus Stein gebaut und mit Ziegeln gedeckt werden. Die Verordnung lässt sich aber nur teilweise durchsetzen, so dass in den folgenden Jahrhunderten die Stadt immer wieder durch Großbrände stark beschädigt wird. Auch Pestepidemien, Missernten und Hungersnöte machen im 14. und 15. Jahrhunderten das Leben vieler - vor allem ärmerer - Münchner zur Hölle.

Patrizier am Ruder

verjagen den Bürgermeister ins Exil und übernehmen das Stadtregiment. Die früheren Herren lassen sich das aber nicht gefallen. Es folgt ein jahrelanger blutiger Kampf um die Macht, der 1403 mit dem „Stadtgrundgesetz“ endet: Die Bürgerschaft erkennt zwar weiterhin die Herrschaft der Herzöge an, erhält aber eine eigene bewaffnete Macht und ein Widerstandsrecht im Fall von unrechtmäßiger Bedrückung.

Durch diese Ereignisse fühlen sich die Wittelsbacher nun

im Alten Hof nicht mehr sicher und igeln sich in einer am nordöstlichen Stadtrand neu gebauten trutzigen Wasserburg ein - mit einem „Fluchttor“ nach draußen. Die sogenannte „Neuveste“ ist Vorläufer der heutigen Residenz, des Herrschersitzes der Wittelsbacher bis 1918.

Diesen anonymen Schicksalen stehen Namen wie

Kazmair, Barth, Pütrich, Ligsalz oder Ridler gegenüber: Münchner Patrizierfamilien, die sich zwar nicht mit den Augsburger Fuggern messen können, aber durch Weingeschäfte mit Italien, Tuchhandel mit Flandern oder Edelmetallabbau in Tirol wohlhabend geworden sind. Die reichen Bürger übernehmen Ende des 13. Jahrhunderts de facto das Ruder in München und sitzen in den hohen Verwaltungsgremien: im „Inneren Rat“ Vertreter alter Geschlechter, im „Äußeren Rat“ der vermögende Mittelstand. Außerdem existiert noch die „Gemeinde“. Diese vorwiegend aus Handwerkern bestehende Versammlung kontrolliert die beiden Räte.

München hat zwar nicht den Status freier Reichsstädte

wie Augsburg oder Regensburg, doch Stadtluft macht auch an der Isar etwas freier von adeliger Willkür - wenn auch nur für die reichen Bürger. Formell ist zwar der Herzog der Stadtherr, aber der hält sich - solange die Steuergelder regelmäßig eingehen - weitgehend aus der Münchner Regierung heraus.

Aufstand der Handwerker Am Ende des 14. Jahrhunderts destabilisieren jedoch

Machtkämpfe der Wittelsbacher die Lage. Vor allem ihre Steuerpolitik ist der Stadt ein Dorn im Auge. In der Folge wird einer der Vertrauten der Herzöge, der Patrizier Johann Impler, verhaftet und enthauptet. 1398 ist es die Patrizier-Regierung, die den wachsenden Unmut der Handwerker zu spüren bekommt. Unzufrieden mit ungenügendem Einfluss, besetzen sie das Rathaus,

Patrizierhaus in der Isarvorstadt München in Zahlen Um 1500 zählt München etwa 13.000 Einwohner. Zum Vergleich: In der freien Reichsstadt Augsburg wohnen rund 20.000 Menschen - in Paris, Venedig oder Neapel etwa 100.000.

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G´schichten aus dem Münchner Bratwurstherzl AKTION Renovierung der Fresken in der Heilig-Geist-Kirche! Weiterhin, von jeder verkauften Original Nürnberger Bratwurst geht ein Cent als Spende an die HeiligGeist-Kirche. Spenden willkommen!

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zeugten mit den Darbietungen aus dem aktuellen Programm. Etliche Stammgäste und die „Chefin Frau Herta Uhl“ bekamen den Orden der Würmesia, vom Prinzenpaar überreicht. Der diesjährige Würmesiaorden wurde wieder vom Stammgast und Kunstmaler Josef Wahl gestaltet. Die Gäste und Stammgäste des „Münchner Bratwurstherzel“ freuen sich schon jetzt auf den nächsten Fasching mit der Würmesia.

Der Fasching ist zwar vorbei, doch einen Rückblick möchten wir Ihnen nicht vorenthalten. Die Würmesia rissen mit ihrem gekonnten und amüsanten Programm auch heuer im Münchner Bratwurstherzl die Gäste am Fachingssonntag wieder zu wahren Begeisterungsstürmen hin.

Ob Prinzengarde, Männerballett, Hofnarr Annemarie, Prinzessin Viola I. und Prinz Florian I. über10

Und hier noch ein paar Impressionen vom gelungenem Faschingsausklang im „Münchner Bratwurstherzl“.


5 Jahre Stammtisch feierten Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunkes im „Münchner Bratwurstherzl“

Der Stammtisch „Leopold“, bedankten sich mit einem großen Das Motto vom „Münchner BratBlummenstrauß (unterstützt vom wurst Herzl“ „Obergmoa Zwoagsang“) zum 50jährigen Schulabschluß-Jubilä- „Tue deinem Leib Gutes, damit die um und die ehemaligen Mitglieder Seele Lust hat, darin zu wohnen“. bei Ingrid Sudhoff, die all die Jahre Hl. Theresia von Avila die ehemaligen Schüler der Handelsschule Dr. Leopold in München Ihre Mannschaft vom zusammengehalten hat. „Münchner Bratwurstherzl“ Die Treffen am Stammtisch im „Bratwurstherzl“ sind seit Jahren eine Hertha Uhl Betriebs GmbH feste Einrichtung und sorgen stets Dreifaltigkeitsplatz 1 für unterhaltsame Stunden bei einer 80331 München zünftigen Brotzeit. Tel.: 089-29 51 13 11


Der Bierbrunnen Der Bierbrunnen am Oskar-von-MillerRing wurde 1958 von Joachim Bertold geschaffen. Jedes Jahr findet In München am 23. April der Tag des Bayerischen Bieres statt. Am Georgitag des Jahres 1516 erließen die Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig V. das Bayerische Reinheitsgebot. Bis heute halten sich Bayerns Brauer an die strenge Vorschrift, Bier nur aus Wasser, Malz und Hopfen herzustellen (als man erkannte, dass Hefe die Gärung auslöste, wurde sie als vierte Zutat aufgenommen). Damit ist das Reinheitsgebot das älteste Verbraucherschutz-Gesetz der Welt! Bierliebhaber aus der ganzen Region treffen sich in München um den reinen bayerischen Biergenuss zu feiern. Beim Bierbrunnenfest des Brauerbundes (vor dem Brauerhaus, Oskar-von-Miller-Ring 1, sprudelt tatsächlich frisches Bier aus

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den Brunnenhähnen – und das auch noch in verschiedenen Sorten! Der Bierbrunnen hat eine tiefere Bedeutung. Er symbolisiert die Brunnen, aus denen viele bayerische Brauereien bis heute ihr gutes, reines Brauwasser schöpfen.


Das 28. Münchner Hofgartenturnier 2010

HB Maitanz 2010

23.03.2010

10:44 Uhr

Seite 5

TANZ- UND MUSIKVERANSTALTUNGEN IM HOFBRÄUHAUS 01.05.2010 MAITANZ MIT DEN WELLBUAM

Kartenvorverkauf im Reservierungsbüro. 29.04.2010 Fernsehübertragung Eintritt 12 € auf allen Plätzen im Festsaal, 2. Stock MAIBOCKANSTICH Aus dem Hofbräuhaus mit Django Asül

07.05.2010 imMÜNCHNER TANZBODEN Erkerzimmer, 2. Stock bayerischen Fernsehen um 21.45 uhr 12.05.2010 MAITANZ VOLKSMUSIK-ABEND der Wastl-Fanderl-Schule 01.05.2010 MIT DEN WELLBUAM im Festsaal mit der Weinbergmusi, der Zirbelstubnmusi Kartenvorverkauf im Reservierungsbüro. und den 12 jungen Riederinger Musikanten. Eintritt € auf allen Plätzen im Reservierungsbüro imKartenvorverkauf Festsaal, 2. Stock

11.06.2010 MÜNCHNER VORSTADTHOCHZEIT 07.05.2010 TANZBODEN Der legendäre Künstlerball

Erkerzimmer, 2. Stock Kartenvorverkauf im Reservierungsbüro. Eintritt 30 € VOLKSMUSIK-ABEND auf allen Plätzen inklusive der Wastl-Fanderl-Schule im Festsaal Hochzeitsessen anno 1905 mit der Weinbergmusi, Einlass 18.30 Uhr der Zirbelstubnmusi Beginn UhrRiederinger im Festsaal, 2.Musikanten. Stock und den19.30 jungen Kartenvorverkauf im Reservierungsbüro

Am 16. Juli 2010 Miniturniere

12.05.2010

Vom 17.-18. Juli 2010 28. Münchner Hofgartenturnier

Erkerzimmer, 2. Stock Eintritt frei 11.06.2010 VORSTADTHOCHZEIT

Veranstalter und Ausrichter des Turnieres: 1. Münchner Kegelwurfunion Pétanque Munichoise e.V. Weitere Infos unter: www.mkwu.de

24.06.2010 1. TANZKURS ZUM KOCHERLBALL Der legendäre Künstlerball im Reservierungsbüro. 25.06.2010 Kartenvorverkauf MÜNCHNER TANZBODEN Erkerzimmer Eintritt 30 € auf allen Plätzen inklusive Hochzeitsessen anno 1905. 01.07.2010 Einlass 2. TANZKURS 18.30 Uhr ZUM KOCHERLBALL Beginn 19.30 Uhr imZUM Festsaal, 2. Stock 08.07.2010 3. TANZKURS KOCHERLBALL

15.07.2010 1.4.TANZKURS TANZKURS ZUM ZUM KOCHERLBALL KOCHERLBALL 24.06.2010 Erkerzimmer, 2. Stock Eintritt frei

30.07.2010 MÜNCHNER TANZBODEN Erkerzimmer

25.06.2010 MÜNCHNER TANZBODEN

15.10.2010 Erkerzimmer MÜNCHNER TANZBODEN Erkerzimmer

01.07.2010 2. TANZKURS ZUM KOCHERLBALL

28.10.2010 1. TANZKURS ZUM KATHREINTANZ

2. Stock Eintritt frei 08.07.2010 3.Erkerzimmer, TANZKURS ZUM KOCHERLBALL

11.11.2010 2. TANZKURS ZUM KATHREINTANZ 18.11.2010 3. TANZKURS ZUM KATHREINTANZ

15.07.2010 4. TANZKURS ZUM KOCHERLBALL 30.07.2010 MÜNCHNER TANZBODEN

20.11.2010 Erkerzimmer MÜNCHNER KATHREINTANZ im historischen Festsaal, 2.Stock

Jeden 1. Montag im Monat Jeden 1. Montag im Musikantentreff imMonat Bräustüberl Musikantentreff im Bräustüberl Das ist eine kleine Auswahl der Veranstaltungen im Hofbräuhaus. Alle Veranstaltungen finden sie unter: www.hofbraeuhaus.de Platzl 9 · 80331 München · Tel 089 - 29 01 36 - 0 Fax 089 - 22 75 86 · Öffnungszeiten: 9.00 Uhr bis 23.30 Uhr 15


Münchner

Straßen und Plätze und ihre Herkunft

Wann und wie sie zu ihren Namen kamen. Genau genommen sind Straßen und Plätze ja nur anonymer Raum zwischen Häuserzeilen. Charakter und Stil bekommen sie erst, wenn Menschen ihnen Namen geben. Dabei könnte die Bezeichnung von diesem Gässchen und jenem Sträßchen in vielen Fällen einen historischen Roman erzählen. Hier verweist der Name auf ein altes Rittergeschlecht. Dort standen die Vips unterschiedlichster Epochen Pate.

Juifenstraße, Untersendling, *1945: Nach dem Juifen (1987 m), einem Berg nordwestlich des Achensees in Östereich.

Jungfernturmstraße, Altstadt, *seit vor 1666: Nach dem in den Jahren 1485 -1488 errichteten Junfernturm, der als zusätzlicher Wehrturm in dem weiten Bogen der Stadtmauer zwischen Karlstor und Schwabinger Tor (auf dem heutigen Odeonsplatz) diente und im Frühjahr 1804 im Zuge der Entfestigung »behufs Verschönerung des umgebenden Stadtteils« bis auf einen Rest abgebrochen wurde; dieser Rest an der gleichnamigen Straße ist der einzige oberirdisch erhaltene teil der inneren Zwingmauer Münchens. Hier stand der Junfernturm erbaut 1493 abgebrochen 1804, Teile der alten Stadtmauer sind hier auch noch zu sehen.

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Jungwirthstraße, Schwabing, *1900: Franz Xaver Jungwirth, Kupferstecher; schuf viele Stiche nach religiösen Darstellungen zeitgenössischer bayer-ischer Künstler sowie »Münchner Stadtansichten« und Ansichten von der Umgebung Münchens (heute im Stadtmuseum).

Kaiser-Ludwig-Platz, Ludwigsvorstadt, *1886: Ludwig IV., der Bayer (1282-1347), Herzog von Oberbayern, deutscher König (seit 1314) und römischer Kaiser (seit 1328), residierte in München in der ehemaligen Ludwigsburg (jetzt Alter Hof), deren Ausbau er veranlasste; erster Wittelsbacher auf dem deutschen Königs- und Kaiserthron; während seiner Regierungszeit heftige Konflikte mit dem Papsttum, die zu seiner Exkommunikation führten; Ausdehnung der wittelsbachischen Hausmacht auf Brandenburg, Holland, Hennegau, Seeland, Friesland und Tirol; alle Gebiete gingen nach seinem Tod für die Wittelsbacher wieder verloren; Grab in der Frauenkirche.

Kaiserplatz, Schwabing, *1893; Zur Erinnerung an die Proklamierung des zweiten deutschen Kaiserreichs am 8.Januar 1871 im Spiegelsaal des Schlosses Versailles.


Kaiserstraße, Schwabing , *1892; s. Kaiserplatz

Kapuzinerstraße, Isarvorstadt, *1867: s. Kapuzinerplatz

Kanalstraße, Lehel, *vor 1823; Nach dem Kanal (einem Überrest des ehemaligen äußeren Stadtgrabens), der unter dieser Straße verläuft und beim Englischen Garten in den großen Stadtbach mündet.

Kardinal-Döpfner-Straße, Maxvorstadt, *1977; Julius Döpfner (1913-1976), Kardinal (seit 1958); wurde 1948 Bischof von Würzburg, 1961 Erzbischof von München und Freising; er war Vorsitzender der Deutschen und Bayerischen Bischofskonferenz sowie Präsident der Gemeinsamen Synode der Bistümer der Bundesrepublik Deutschland in Würzburg (1975)

Kapellenstraße (von 1526 bis 1544 Gilgengässel, ab 1781 Herzog-Max-Gassl, danach Schlossergässel, um 1806 Eisenbrecher-Gäßchen), Altstadt, *seit vor 1818; Die Straße führte früher zu einer Kapelle in der ehemaligen Herzog-Max-Burg, die 1597 geweiht und 1870 aufgelassen würde.

Kapuzinerplatz, Isarvorstadt, *1867; Nach dem zweiten in München errichteten Kapuzinerkloster St. Anton, dessen Bau 1846/47 bei der Schmerzhaften Kapelle errichtet. 1850 bis 1852 erweitert und 1854 bis 1856 mit dem Nordtrakt vollendet wurde; mit dem Kloster verbunden wurde die westlich des Klosters 1893 bis 1895 errichtete Klosterkirche St. Anton.

Kardinal-Faulhaber-Straße (um 1375 ein Teil davon Barts Gassen, Ende des 18.Jahrhunderts Graf-Portia-Prangers-Gasse, von 1818 bis 1952 Promenadestraße), Altstadt *1952; Michael von Faulhaber (1869-1952), Kardinal (seit 1921); er wurde 1917 Erzbischof der Erzdiözese München-Freising; stellte sich in öffentlichen Predigten entschieden gegen den Rassismus und die Kirchenfeindlichkeit der Nationalsozialisten; Ehrenbürger der Stadt München.

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Das Glockenbachviertel ist ein Münchner Stadtviertel und gehört zum Stadtbezirk Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, er gilt als das neue Münchner In- und Szeneviertel. Der ehemalige Münchner Stadtbezirk 11 erstreckt sich im Nordosten von der Fraunhoferstraße entlang der Isar im Südosten bis zur Braunauer-Eisenbahnbrücke bzw. Lagerhausstraße im Südwesten. Im Nordwesten bildet die Thalkirchnerstraße am Alten Südfriedhof die Grenze zur Ludwigvorstadt. Die Grenze läuft weiter über einen Teil der Pestalozzistraße und die Müllerstraße im Nordosten zurück zur Fraunhoferstraße. Im Stadtbezirk enthalten war auch das Dreimühlenviertel im Süden. um die Baum- und Palmstraße, ehemals zwischen Isar und Pesenbach gelegen, bildeten die Pechsieder eine der ersten Ansiedlungen der Isarvorstadt. Noch heute ist das Gebiet unter dem Namen „Pechwinkel“ bekannt. Seit 1563 existierte ein Pestfriedhof, aus dem der Südfriedhof entstand, welcher zeitweise der einzige von München benutzte Friedhof war und in dem deshalb zahlreiche berühmte Persönlichkeiten ruhen. 1944 wurden die Bestattungen dort eingestellt und nach dem Krieg in einen Park umgestaltet, in dem trotz schwerer Kriegsschäden noch zahlreiche Grabsteine erhalten sind.

Das durch die Fraunhoferstraße getrennte Gärtnerplatzviertel wird mit Glockenbachviertel oft synonym als Bezeichnung für den Gesamtbereich beider Viertel benutzt, da beide eine ähnliche Struktur aufweisen. Außerhalb des damaligen München, vor dem Sendlinger Tor beim Kalkofen bestand von 1476 - 1671 ein Gießhaus, wo auch Glocken hergestellt wurden. Der daneben fließende Bach wurde Glockenbach genannt, was 1575 erstmals belegt ist. Der Gießerei verdankte auch die ehemalige Glockenstraße am Friedhof ihren Namen, die seit 1897 Pestalozzistraße heißt. In der Baumstraße errichtete man im 16. Jahrhundert ein zwischen zwei Stadtbächen gelegenes „Brechhaus“ (Pesthaus). Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Haus für die Tuchfabrik Max Emanuels in der Au verwendet. Danach war es bis zur Eröffnung des neuen Lazaretts in der Müllerstraße 1777 ein Militärlazarett. 1828 wurde das Haus abgerissen. In der Gegend 20

Das Viertel war früher von vielen aus der Isar abgeleiteten Stadtbächen durchzogen, welche verschiedene Gewerbebetriebe als Kraft- oder Wasserspender oder Verkehrsweg versorgten, woran noch einige Namen erinnern. Der heute noch teilweise sichtbare Westermühlbach erhielt seinen Namen von der 1345 vom Heiliggeistspital erbauten Westamill (heute Holzstraße 28). Über ihn konnten Flöße bis zur Oberen Lände (heute die Grünanlage Am Glockenbach) schiffen. Zur Versorgung der Tiere, welche für den Weitertransport des Holzes eingesetzt wurden, ent-


ren, vor allem Hochwasser und Überschwemmungen, lange eine systematische Überbebauung des isarnahen Gebiets. Nachdem München seit 1806 Hauptstadt eines Königreichs war, wurde sie nach einem Generalplan von 1810 planmäßig erweitert. Man begann bei der Ludwigvorstadt. Im Schlachthofviertel entstanden nach dessen Eröffnung in den 1870ern Arbeiterquartiere. Im Dreimühlenviertel siedelten sich Industriebetriebe an. Die am frühesten besiedelten Teile des Stadtbezirks, der Pechwinkel und die Umgebung der Floßlände im heutigen Glockenbachviertel, wurden städtebaulich erst spät erschlossen. stand eine Pferdetränke am Westermühlbach, die später eine Kanalwache wurde. Noch heute befindet sich neben dem Haus die Zufahrt zur Bachauskehr. Als ab 1966 die Bäche großteils trockengelegt und verfüllt wurden, blieb er als Kühlwasserzufluss für das Heizkraftwerk Müllerstraße erhalten. Er fließt teilweise oberirdisch und wird dort oft fälschlicherweise als Glockenbach bezeichnet, in der Pestalozzistraße zweigt er in den unterirdisch verlaufenden Glockenbach ab. Die eigentliche Fortsetzung zum Lazarettbach wurde wie die anderen Bäche trockengelegt.

1826 wurde im Süden des Glockenbachviertels das Kapuzinerkloster St. Anton neu gegründet, nachdem ein gleichnamiges von 1600 bis 1802 bestehendes Kloster am heutigen Lenbachplatz in der Altstadt im Zuge der Säkularisierung aufgelöst und abgerissen wurde. Nach Erweiterungen erlangte das Kloster 1895 seine heutige Größe.

In der Ickstattstraße eröffnete 1874 das von Franz Kil erbaute Theater Colosseum. Es bestand über zwei Weltkriege hinweg und bot ein auf den jeweiligen Zeitgeist abgestimmtes Unterhaltungsprogramm mit Varieté, Artistik, »Comedy«, wie man heute sagen würde, legendäre Faschingsbälle und auch Box- und Ringkämpfe. 1961 wurde es abgerissen und es entstand an dieser Stelle ein Zweckbau. 1819 zählte die gesamte Isarvorstadt nur 2.300 Einwohner und umfasste 183 Häuser und 19 staatliche oder städtische Gebäude. Die hier lebenden Leute waren vor allem Müller, Gärner, Milchmänner, Wäscher, Bleicher, Zimmerleute, Floßmeister, Pferdehändler und Tagelöhner in häufig ärmlichen Behausungen. In der heutigen Palmstraße (damals Pechwinkel) lebten die Pechsieder der Stadt. Das Wasser verhinderte aber auch durch seine Gefah-

Auf dem Gelände der Westermühle in der Holzstraße 2830 siedelte sich 1877 die Elektrotechnische Fabrik Alois Zettler an, welche unter Nutzung der Wasserkraft in der Frühzeit der Elektrizität Staubsauger, Heizkörper und Rufanlagen produzierte. Als der Möbelfabrikant Heinrich Pössenbacher und seine Söhne 1951 aufhörten, kaufte Zettler den Komplex in der Jahnstraße 45 und eröffneten 21


dort das Werk II, wo sich heute das Tertianum befindet. Die Firma wurde 1998 aufgelöst und die Gebäude verkauft. Die etwa 200 Meter lange Hans-Sachs-Straße wurde erst recht spät durch die Privatinitiative von Heinrich Lempuhl erschlossen. Die 1897–1900 entstandenen neubarocken Häuser waren von vornherein für eine gehobene Klientel geplant und über dem hier üblichen Standard, etwa mit Bädern ausgestattet. 1981 wurden die schönen Fassaden unter Ensembleschutz gestellt. 1912 eröffnete in der Straße das Kino Neue Arena seine Pforten und heute ist es eines der letzten kleinen Kinos Münchens. Es ist jetzt ein anspruchsvolles Programmkino und hat dafür 2005 den Kinoprogrammpreis der Landeshauptstadt bekommen. Im Glockenbachviertel entwickelte sich ein gemischtes Mietshaus- und Gewerbeviertel. Aus Galizien kamen zahlreiche Juden, welche sich in der Isarvorstadt, im „KleineLeute-Viertel“, ansiedelten. Es wurde zwar kein Schtetl, aber es entstand doch jüdisches Gemeinschaftsleben, welches sich vor allem im gewerblichen Bereich bemerk-

bar machte, durch die stark vertretenen Textil- und Bekleidungsbranche und die koscheren Lebensmittelgeschäfte. Im Gärtnerplatzviertel wurde ein Bethaus gebaut und in der Ludwigvorstadt gab es ein Krankenhaus, ein Altersheim und ein Ritualbad. Wegen des Wachstum Münchens wurde 1883 beschlossen insgesamt drei neue Kirchen zu bauen und es wurden Kirchenbauvereine gegründet. Da die damalige Mutterkirche Heilig Geist im Tal die Gläubigen nicht mehr aufnehmen konnte und die Geldmittel für einen Neubau noch nicht ausreichten wurde 1893 die Schulbaracke in der Auenstraße zu einer Notkirche umgebaut. 1895 wurde dann in der Auenstraße 1, am Ufer der Isar, mit dem Bau der neoromanischen Kirche St. Maximilian begonnen und am 6. Oktober 1901 wurde sie eingeweiht. Am 31. März 1903 wurde St. Maximilian eine eigenständige Pfarrei und zur Stadtpfarrkirche erhoben,

wobei das Pfarrgebiet in etwa das Glockenbachviertel umfasst. In der Isarvorstadt etablierten sich auch zahlreiche Bordelle. Wilhelm Craemer nennt in dem am 7. August 1912 im Münchener Neuigkeits-Blatt erschienenen Artikel „Die Straßen-Prostitution in München während der Fremdensaison“ die Müllerstraße als Ort der Prostitution. Vor allem ab den 1920ern begann die Gesellschaft liberaler zu werden, was der Schwulenszene Auftrieb gab, besonders in Berlin, aber auch in den anderen Deutschen Großstädten. Der Arndthof, am Glockenbach 12, war ein bekanntes Szenelokal. München, speziell auch Ludwigvorstadt-Isarvorstadt, spielte auch beim Aufstieg der NSDAP eine bedeutende Rolle. In der Pestalozzistraße 40/42, der „Arbeiterburg“, hatte der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund seinen Sitz und auch einige sozialdemokratische Einrichtungen. Deshalb gab es schon während der „Kampfzeit“ der Nationalsozialisten wiederholt Drohungen. Nach der Machtergreifung wurde das Gebäude besetzt und diente einige Wochen lang als Haftstätte für NS-Gegner. Auch für andere änderte sich die Situation recht schnell. Juden flohen, wurden drangsaliert, in Sammelunterkünften zu-

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Schwulenszene wieder Fuß zu fassen, wenn auch vorsichtig wegen der noch existierenden verschärften Version des § 175. Auch die rigide Auslegung des § 184 StGB, Verbreitung unzüchtiger Schriften, und Personenkontrollen an Treffpunkten, die bis in die 1980er Jahre zu einem Eintrag in einer Rosa Liste führen konnten, legten große Vorsicht nahe. Auch für viele lesbische Frauen spielt die

sammengepfercht, in KZs gesperrt und ermordet. Nach der aufgesetzten Empörung über Ernst Röhms Homosexualität, nach seiner Ermordung am 30. Juni 1934 führte die bayrische Polizei am 20./21. Oktober 1934 eine Razzia gegen Homosexuelle durch, die viele von ihnen in »Schutzhaft« in das Konzentrationslager Dachau brachte. Auch das Glockenbachviertel litt unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs. St. Maximilian etwa wurde bei Luftangriffen zwischen September 1943 und November 1944 mehrmals getroffen und dabei stark zerstört. Ab Ostern 1946 konnten in einer im rechten Seitenschiff eingerichteten Notkirche wieder Gottesdienste gefeiert werden. Ab 1949 wurde sie wiederaufgebaut, was 1953 mit der Weihe des Hochaltars großteils abgeschlossen war. 1954 - 55 wurde der Alte Südfriedhof nach Plänen von Hans Döllgast umgestaltet und steht heute unter Denkmalschutz. Im Jahre 1947 wurden Bezirksausschüsse ins Leben gerufen, welchen Nummern zugeordnet wurden. Da dies zu anonym erschien führte man zusätzliche Namen ein und am 2. Februar 1954 erhielt der damalige Stadtbezirk 11 den Namen Isarvorstadt-Glockenbachviertel. Ab den 1950er Jahren begann in der Umgebung auch die

Schwulenszene eine wichtige Rolle. In den 1960er Jahren galt das Glockenbachviertel als Rock‘n Roll- und TwistHochburg und man konnte von einer Kneipe zur anderen ziehen. Ebenfalls in den 1960ern wollte ein Unternehmer eine schwule Kneipe in Schwabing aufmachen. Die Poli-

zei erlaubte dies dort nicht und riet ihm das Lokal im Glockenbachviertel zu eröffnen, da es dort geduldet werde. Mit der Zeit veränderte sich nach dem Krieg die Bausubstanz durch den Abriss alter Firmengebäude, die das Viertel geprägt hatten, wie etwa Hurth und Zettler. Sie wurden oft durch Häuser mit Eigentumswohnungen ersetzt. Das Viertel wandelte sich von einem gemischten Wohn- und 23


eine Zeit lang als Konkurrenz an. 1988 siedelte die Aids-Hilfe um und mit den von der Stadt genehmigten Zuschüsse wurde in deren Räumlichkeiten in der Müllerstraße 44a den SUB, Infoladen für schwule Männer eröffnet. Der Verein wird in Sub - Schwulen Kommunikations- und Kulturzentrum München e.V. umbenannt. Er ist täglich geöffnet, bietet Beratung, Information, Bibliothek, Archiv und ist Heimstatt oder Ausgangspunkt für verschiedene Gruppen für alle Altersstufen und verschiedene Interessen. Er bietet damit ein bis dahin beispielloses Programm in der Münchner Szene und eine kleine

Gewerbeviertel zu Wohnquartier mit Dienstleistungsbetrieben. Seit den 1980er Jahren zogen auch zahlreiche Künstler, Starfriseure und andere Freischaffende in die billigen Altbauwohnungen in zentraler Lage, zahlreiche Kneipen und Bars ziehen Publikum aus dem ganzen Stadtgebiet an. Alternative zur kommerziellen Lokalszene. 1990 zog man in die Müllerstraße 38 um und 1991 wurde es in die städtische Regelförderung aufgenommen. Damals fand auch aus Anlass des 5jährigen Bestehens zum ersten Mal das Hans-Sachs-Straßenfest statt. In den 1990er Jahren hat sich das ursprünglich einfache Bürgerviertel, dessen Bausubstanz im Zweiten Weltkrieg stark gelitten hatte, durch Gentrifizierung (Yuppisierung) zu einem der begehrtesten Wohn- und Ausgehviertel Münchens mit entsprechend gestiegenen Mietpreisen Im Jahre 1986 schließen sich verschiedene Vereine zusammen und gründen den Verein Schwules Kultur- und Kommunikationszentrum (SchwuKK), welcher am 4. September 1986 ins Vereinsregister eingetragen wird. Heimstatt ist anfangs das Selbsthilfezentrum, aber schon bald gibt es jeweils freitags erste Thekenabende im Café Szenerand in der Auenstraße. Nicht partizipierende Vereine sehen das SchwuKK 24


der von Michael Borio und Robert C. Rore gestaltete Integrationsmaibaum aufgestellt. Das Viertel verfügt heute über einen recht hohen und gepflegten Altbaubestand. Es ist das am dichtesten besiedelte Wohnviertel Münchens mit inzwischen gehobenen Mieten. Zusammen mit dem Gärtnerplatzviertel gibt es dort die meisten Kneipen und Restaurants und die Gegend etabliert sich immer mehr als Zentrum des Nachtlebens, zur Zeit macht ein Currywurst-Lokal nach dem anderen auf. Es hat sich eine rege Stadtteilkultur in Straßenfesten, Kunstaktionen und auch vielen Galerien und kunsthandwerklichen Läden durchgesetzt, die in starkem Maße von der schwul-lesbischen Bewegung getragen entwickelt. Der Platz an der Ecke Holzstraße / Am Glockenbach wurde 1998 nach Karl Heinrich Ulrichs (1825–1895) benannt,

dem Pionier der Homosexuellenbewegung in Deutschland, welcher schon 1867 auf dem Juristentag in München forderte die Liebe unter Männern straffrei zu stellen. Auf dem Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz wird auch seit 2007

wird. Die Münchner Schwulen- und Lesbenszene ist vor allem um die Müllerstraße herum angesiedelt. In den Innenstadtbezirken Altstadt-Lehel, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Maxvorstadt leben die wenigsten Kinder. Aber gerade im Bereich Glockenbachviertel/Gärtnerplatzviertel schnellte die Geburtenrate in den letzten Jahren in dieHöhe, was 2005 erstmals als „Babyboom“ in den Medien angemerkt wurde. 2010 finden im und ums Glockenbachviertel folgende Straßenfeste statt, Donnerstag, 3. Juni ab 14.00 Uhr, das Klenzefest, zwischen Fraunhoferstraße und Gärtnerplatz, Samstag, 26. Juni von 12.00-23.00 Uhr, das 16. Glockenbachfest, Am Glockenbach-Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz. Hans-Sachs-Straßenfest 21. August von 15.00-22.00 Uhr. Seit 1980 wird der Christopher Street Day (CSD), das größte Fest der Gay Community, in München gefeiert. Unter dem Motto „Lust auf Leben“ hatte die schrillste Straßenparade der Stadt am 11. und 12. Juli 2009 wieder ihren großen Auftritt. Sein 30-jähriges Jubiläum begeht der Christopher Street Day am 17. und 18. Juli 2010 mit einem besonderen Programm.

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Seit über fünf Jahren perfektionieren die „Fabulous Four“ die Kunst der komödiantischen Travestie

sowohl in der besonderen Mischung dieser Truppe als auch in der Form ihrer Darstellung: Bei den „Fabulous Four“ verwandeln sich zwei Männer kunstvoll zu Diva und schlagfertigem Vamp, eine Frau mit Humor schlüpft schon mal ins Männerkostüm, und der Vierte im Bunde gibt zur Freude des weiblichen und männlichen Publikums mit einem Augenzwinkern den smarten Liebhaber und tapferen Helden. Perfekt beherrschen Irène la Fleur, Baronesse de Luxe, Kashmaa Rosé und Perle Jürgen (so ihre Künstlernamen) diese ganz besondere Kunst der komödiantischen Travestie. Seit über fünf Jahren spielen die im „wahren Leben“ selbstständige Floristin Irene (Blumen Kölbl, Reichenbachstraße), die Servicekraft Wolfgang („Bratwurstherzl“, Dreifaltigkeitsplatz), der Geschäftsmann Dirk („Haben Will“, Reichenbachstraße) und der Journalist Jürgen nun bereits zusammen. Zu ihrem Markenzeichen gehören die selbst geschriebenen, abgeschlossenen Geschichten, die sie ihren Zuschauern erzählen. Letztere erleben amüsiert, wie sich die Vier auf die Suche nach dem „Rosa Stern von Afrika“ machen, oder wie mann / frau der besten Freundin „Lili“ nach Hamburg hinterherreist oder voller Spannung die Ankunft von Kusine „Erna“ aus Berlin erwartet. Immer treten die Eigengewächse aus dem Münchner Glockenbachviertel in ihrer Spielstätte „Zunfthaus“ (Thalkirchnerstraße 76) vor einem bunt gemischten Publikum aus Jung und Alt auf.

Und der Kreis ihrer Freunde und Förderer wird von Jahr zu Jahr größer. Davon profitiert auch das Ambulante Kinderhospiz München (AKM), dessen Arbeit die „Fabulous Four“ mit einem Teilerlös aus den ShowEintrittsgeldern regelmäßig unterstützen. München (ff). Diese Vier sind ein Phänomen. Drei Viertel des Jahres machen sie sich rar. Vielleicht hier und da mal ein Auftritt in Form einer feinen Gala im kleinen Kreis. Mehr nicht. Doch im Herbst sind sie auf einmal wieder da: mit einer neuen Showproduktion, einem Feuerwerk an Gags und einer Fülle traumhaft-schöner Kostüme. Dann ist es so, als wären sie nie weggewesen. Und wenn sie spielen, beweisen die „Fabulous Four“ stets aufs Neue, warum sie schon längst die Stufe eines Geheimtipps in der Münchner Travestie-Szene überschritten haben.

Im vergangenen Jahr feierten die vier TravestieKomödianten ihr fünfjähriges Bühnenjubiläum mit der Produktion „Lippenstift und Lackschuh“ (siehe Bilder). Im Februar wiederholten sie die mitreißende Show und verbanden diese am letzten Spielabend mit Einlagen zum 50. Geburtstag von Wolfgang. Jetzt allerdings ist erst mal Ruhe angesagt – eine schöpferische wohlgemerkt. Die Fans dürfen gespannt sein, wie die „Fabulous Four“ diese Zeit bis zum Herbst zu nutzen wissen… Informationen: www.the-fabulous-four.net oder bei Dirk Thomas Mann („Haben Will“, Reichenbachstraße 36). 26


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Friedrich Wilhelm Joseph Ritter von Schelling

Friedrich Wilhelm Joseph Ritter von Schelling, 1812 geadelt (* 27. Januar 1775 in Leonberg, Württemberg; † 20. August 1854 in Bad Ragaz, Schweiz) war einer der Hauptvertreter der Philosophie des deutschen Idealismus.

Ausdruck. Später brach er jedoch mit Fichte. Ein starker Einfluss war für ihn immer die Philosophie Spinozas. Die Grundlagen zu seiner Naturphilosophie legte er mit vertiefenden Studien in Mathematik, Naturwissenschaften und Medizin an der Leipziger Universität (1796-1798). Diese verbreitete er erstmals als Ideen zu einer Philosophie der Natur (1797). Schelling begann Leibniz‘ Denken kennenzulernen, was half, seinen Naturbegriff zu erweitern Ab 1798 lehrte er neben Fichte als Professor in Jena. Es entstand das System des transzendentalen Idealismus (1800), worin Schelling gegenüber der Naturphilosophie die Transzendentalphilosophie als gleichberechtigte Grundwissenschaft darstellte. Er gab außerdem eine Zeitschrift für spekulative Physik (1800/01) heraus, in welcher die Darstellung meines Systems der Philosophie (1801) erschien – das grundlegende Werk seiner Identitätsphilosophie, das stark von seinem Vorbild Spinoza geprägt ist. Nach dem Ende der Zeitschrift gab Schelling gemeinsam mit Hegel das Kritischer Journal der Philosophie heraus (1802-1803). Im Jahre 1802 erschien der im platonischen Stil gehaltene Dialog Bruno oder über das natürliche und göttliche Prinzip der Dinge. Im selben Jahr hält Schelling seine Vorlesungen zur Methode des akademischen Studiums, welche 1803 erscheinen, mit der Zielrichtung die vereinzelten Forschungszweige auf eine einheitliche philosophische Grundlage zu stellen.

Bronzestandbild, 1861 von Friedrich Brugger in der Maximilianstraße vor dem Völkerkundemuseum Schelling stammte aus einer schwäbischen Pfarrersfamilie, die der protestantischen Mystik und dem Pietismus anhing. Er besuchte zunächst die Lateinschule in Nürtingen, dann die evangelische Klosterschule in Bebenhausen. 1790 trat er mit einer Sondergenehmigung bereits im Alter von 15 Jahren in das Tübinger Evangelische Stift ein, das zur Universität gehörte. Dort studierte er mit Friedrich Hölderlin und Georg W. F. Hegel Theologie. Seine Ideen wurden vor allem durch die geistige Welt der theologischen Aufklärung und den Enthusiasmus der Französischen Revolution geprägt. In seinem Studium vertiefte er sich in die Werke von Immanuel Kant und Johann Gottlieb Fichte. Die Nähe zu Fichtes Gedanken kam in seiner Dissertation Vom Ich als Prinzip der Philosophie oder über das Unbedingte im menschlichen Wissen (1795) zum 28

1803 ging er an die Universität Würzburg. Dort entstand die Schrift Philosophie und Religion (1804). Ab 1806 bis 1820 war Schelling in München, wo die sogenannte Freiheitsschrift Philosophische Untersuchungen über das Wesen der menschlichen Freiheit und die damit zusammenhängenden Gegenstände (1809) entstand, die wie Philosophie und Religion vom romantisch-theosophischem Geist inspiriert ist. Seit etwa 1810 arbeitete Schelling an der Philosophie der Weltalter, die eine große Philosophie und Theologie der Geschichte werden sollte, aber nie fertiggestellt wurde. 1820-1826 dozierte er in Erlangen, 1827 wurde er wieder nach München – an die neu errichtete Universität München – berufen, wo seine zweite Münchener Zeit begann (bis 1841). Hier setzte nun die Wende zu Schellings Spätphilosophie ein. 1841 wurde Schelling nach Berlin berufen. Dort lehrte er vor allem Religionsphilosophie (veröffentlicht als Philosophie der Mythologie und der Offenbarung). In der damaligen Metropole des Hegelianismus galt sein Auftreten als das letzte große Universitätsereignis. Unter den Zuhörern, denen Schelling die letzte, alles entscheidende Wende


die in seiner Identitätsphilosophie mündet (1801-1803). Die zweite Periode beginnt mit einer langen Zeit des Übergangs und der Vorbereitung (1804 bis um 1810); es folgt die Arbeit an den Weltaltern (1810-1827) und seit dem Beginn der Münchener Vorlesungen das Spätwerk, das in der Philosophie der Mythologie und der Offenbarung endet (1827 bis 1850). Schelling hat auf den verschiedensten Gebieten, der Naturwissenschaft, der Medizin, der Kunsttheorie, der Rechts- und Staatswissenschaft und der Theologie, tiefe Spuren hinterlassen. Seine Philosophie hat infolge seiner Anregbarkeit so viele Wandlungen durchgemacht, dass man ihn nicht unpassend den „Proteus“ der Philosophie genannt hat. Seine Lehre zerfällt in zwei Hauptperioden, die voneinander durch die 1809 erschienene Abhandlung Über das Wesen der menschlichen Freiheit getrennt werden und von ihm selbst als negative und positive, von anderen (objektiver) als pantheistische und theistische bezeichnet worden sind.

Bronzestandbild, 1861 von Friedrich Brugger in der Maximilianstraße vor dem Völkerkundemuseum in der Philosophie vorlegen wollte, befanden sich neben hohen Staatsbeamten, Militärs, Universitätsprofessoren, auch Bakunin, Kierkegaard, Engels, J. Burckhardt, Savigny, Steffens, Trendelenburg, Ranke, A. v. Humboldt und weitere Bekanntheiten. Die Nachschrift einiger Vorlesungen wurde ohne seine Zustimmung, verbunden mit heftiger Kritik veröffentlicht. Schelling zog sich daraufhin von der Lehrtätigkeit zurück, verblieb aber und arbeitete weiterhin in Berlin. Den Sommer 1854 verbrachte er zur Kur in Bad Ragaz in der Schweiz und starb dort am 20. August 1854, wo auch sein Grabmal mit der Inschrift „Dem ersten Denker Deutschlands“ steht, gestiftet von Bayernkönig Maximilian II., dessen verehrter Lehrer Schelling gewesen war. Während die ältere Schelling-Forschung (Kuno Fischer, Wilhelm Windelband) dazu neigte, eine Reihe völlig verschiedener Systeme im Wandel seines Denkens anzunehmen, betont die neuere Schellingforschung mehr die Kontinuität seiner Grundeinsichten, die sich im Wandel durchhalten. Das Werk Schellings kann in zwei Perioden eingeteilt werden. In der ersten Periode setzt Schelling bei Fichte an (1795/96), entwickelt sodann die Zweiheit von Natur- und Transzendentalphilosophie (1797-1800),

Unter anderem wurden durch Schelling Hegel, Baader, Ernst von Lasaulx, Ludwig Schöberlein, Karoline von Günderrode, Troxler, Steffens, Görres, Bernheim, Lorenz Oken, Windischmann, Schubert, Solger, Cousin, Nishida und vor allem auch Martin Heidegger beeinflusst. In England wirkte er auch auf den Dichter und Literaturkritiker Samuel Taylor Coleridge und den Dichter, Literaturund Kunstkritiker Sir Herbert Read und andere. Jürgen Habermas und Paul Tillich behandelten Schellings Philosophie in ihren Dissertationen. Tillich ist vor allem von Schellings Spätphilosophie beeinflusst. Unter den Vertretern der sog. positiven Disziplinen außerhalb der Naturwissenschaft erfuhren die Mediziner Röschlaub, Marcus, Friedrich Joseph Haass, Carl August von Eschenmayer, unter den Juristen der Rechtsphilosoph Fr. J. Stahl und der Romanist Puchta Anregungen von ihm.

Friedrich Wilhelm Schelling, Gemälde von Christian Friedrich Tieck, ca. 1800 29


Alte Pinakothek

Europäische Malerei vom 14. bis 18. Jahrhundert

Die Alte Pinakothek gehört zu den bedeutendsten Ga-

Die ehemals fürstliche Sammlung spiegelt die wechselvolle Geschichte der Wittelsbacher wie auch den Geschmack der jeweiligen Sammlerpersönlichkeiten; die unerreichbaren Stärken erklären sich dadurch wie auch die deutlichen Lücken im Bestand, die erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch Leihgaben zum Teil ausgeglichen werden konnten.

Hervorgegangen aus verschiedenen älteren Sammlungen, die durch die Erbfolge der Wittelsbacher um 1800 in München vereint wurden, und vermehrt durch den Sammeleifer König Ludwigs I., erhielt der Gemäldebestand zwischen 1826 und 1836 am Rande der Stadt ein neues Gebäude, das Architekturgeschichte schrieb. Ludwig gab ihm einen im deutschen Sprachraum unverwechselbaren Namen: Pinakothek. Erst mit dem Bau der zweiten, neueren Pinakothek wurde daraus die „Ältere“ bzw. „Alte“ Pinakothek.

Das heute sichtbare Gebäude der Alten Pinakothek ist in wesentlichen Bereichen ein Ergebnis des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.

lerien der Welt. Mehr als 700 Gemälde der Zeit vom 14. bis zum 18. Jahrhundert, darunter viele bekannte Hauptwerke der Kunst, sind ständig ausgestellt. Etliche weitere Hundert sind in Filialgalerien in ganz Bayern zu sehen oder befinden sich als Dauerleihgaben in Kirchen und öffentlichen Gebäuden.

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Alte Pinakothek Barer Straße 27 80333 München Tel.: 089/23 80-52 16

www.pinakothek.de


„Chocolaterie, Brasserie, Patisserie, Currywurst mit Blattgold und unerwartete Ausblicke“ Mein täglicher Weg zur Arbeit ins Turmstüberl führt mich durch die Straßen des Glockenbachviertels zum Isartor. Nichts ist beständiger als der Wandel. So erlebe ich im Laufe der Jahre, wie sich das Viertel ändert. Wo gestern noch das Pelzmantelkaufhaus neureichen Flair versuchte zu verströmen, buhlen heute einer von vielen Asiamärkten und ein kleines,individuelles Cafe mit „Kaffee to go“und Kinderaufbewahrungsecke um die Gunst der werten Kundschaft. Wo gestern noch die Orthopädie-Werkstatt war, gibt‘s heute Nägel „und mehr“. Nicht Schrauben, die dazugehörigen Muttern und Nägel sind gemeint, sondern Plastikfingernägel und das „mehr“ ist wohl die Maniküre. Die quirligen Klenzehöfe mit ihren dutzenden Werkstätten, Ateliers und kleinen Läden sind Vergangenheit. Heute ist der Hinterhof verdichtet zum „Thymian-Lavendel-SalbeiWellness-Wohnkomplexe“. Sie haben richtig gelesen. Derart verdichtet, dass in die unteren Wohngeschosse niemals, auch nicht im Hochsommer ein einziger Sonnenstrahl scheinen wird. Wo einst nur 4 Stockwerke waren, gibts jetzt 5 Etagen bei gleichgebliebener Haushöhe. Teuerst verkauft; wahrscheinlich an Doppelverdiener-Zwerge ohne Kinder aber mit Hund, wegen der praktischen Isarauennähe. Im Schattengeschoss ist nun eine Boutique beheimatet, die schon wenige Wochen nach Eröffnung und noch inmitten von Bauschutt und Handwerkern, mit Nachlässen bis zu 70% verzweifelt um Kunden wirbt. Im Vorderhaus befindet sich nun eine Designer-Currywurstbude, wo es statt Ketchup und Mayo, Blattgold und Trüffel zur Wurst gibt. Und Champagner natürlich.Weil ohne dem Luxusgesöff gehts ja jetzt im ehemaligen Glasscherbenviertel nimma. Doch bei allem Wandel befinden sich auch, meist an den Müllerstraße 40 etwas abgelegeneren Stellen, Geschäfte, Werkstätten, Ateliers und Einrichtungen, die wie ein Fels in der Brandung der Gentrifizierung trotzen. Die Galerie Kunstbehandlung in der Müllerstraße ist so ein Beispiel. In einem Anbau des geschichtsträchtigen Hauses No.40, einem hochherrschaftlichen Altbau aus dem Jahre 1812, der Keimzelle der Fraunhofer-Institute, wo einst der russi-

sche Zar eine Sternwarte bestellte. Oben am Speicher ist die Sternwarte als Holzanbau auch noch von sehr schräg gegenüber zu sehen.

Bilder, Robert Brinkschulte

Unscheinbar von außen, allenfalls macht das in Bewegungsunschärfe gehaltene Ladenschild stutzig, eröffnet sich innen eine durch Oberlichter opitmal ausgeleuchtete knapp 60 Meter lange Ausstellungsfläche. Hier kommen auch Künstler aus dem Glockenbachviertel zur Ausstellung. Ich hatte auch schon das Vergnügen dort meine Kunstwerke auszustellen. Der im Viertel wohnende Robert Brinkschulte z.B. stellt hier aus. Seine Bilder befassen sich ausschließlich mit Münchner Themen, die allerdings keine Schokoladenseite zeigen, sondern eher wie Illustrationen zu einem Kriminalfilm anmuten. Viele Themen findet er direkt vor seiner Haustüre. Ein immer wiederkehrendes Motiv ist das Heizkraftwerk Giesing, das in seinen Bildern über die renaturierten Isarauen, wie eine Kathedrale aus dem Dunst auftaucht. Und auch der internationale Sprayer Loomit und seine Frau Astrit Köhler wird durch diese Galerie vertreten. Gut dass es solche Lichtblicke in meinem Viertel noch gibt! Es gibt ja auch die Liebe auf den zweiten Blick findet Eure Wirtin vom Turmstüberl im Isartor, Petra Perle.

Bilder, Astrid Köhler

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Münchner Zeittafel Teil 7

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1919

Kurt Eisner wird von Anton Graf von Arco ermordet

1919

Eduard Schmid wird Erster Bürgermeister

1912

Erste Großveranstaltung der NSDAP im Hofbräuhaus

1923

Eine Maß Bier kostet 72,8 Milliarden Reichsmark

1924

Hitler wird zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt

1925

Karl Scharnagel wird Erster Bürgermeister

1925

Eröffnung des Deutschen Museum

1926

Die Kammerspiele beziehen das Schauspielhaus in der Maximilianstraße

1928

Richtfest des Technischen Rathauses in der Blumenstraße

1929

Thomas Mann erhält den Nobelpreis für Literatur

1931

Eröffnung des Flughafen Oberwiesenfeld

1931

Glaspalast am Alten Botanischen Garten wird durch ein Feuer völlig zerstört

1932

Der FC Bayern wird zum erstenmal Deutscher Fußball-Meister

1933

Hitler wird Reichskanzler

1933

Errichtung des Konzentrationslagers Dachau

1933

Bücherverbrennung am Königsplatz

1933

Grundsteinlegung für das „Haus der Kunst“

1935

Hitler gibt der Stadt den Titel „Hauptstadt der Bewegung“

1938

„Kristallnacht“, Verwüstung der Synagoge in der Herzog- Rudolf-Straße

1939

Beginn des zweiten Weltkriegs

1939

Eröffnung des Flughafens Riem

1939

Bombenattentat Georg Elsers auf Hitler im Bürgerbräukeller


für Sie probiert... Wer schon immer ein Faible für „Savoir Vivre“ hatte, wird diesen kleinen Laden nahe dem Viktualienmarkt lieben. Hier gibt es: - Eclairs und Macarons nach französischen Originalrezepten in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen - hausgemachte Sandwiches - trinkfertige Cocktails und Liköre, die im Laden für Sie abgefüllt werden - weiter kleine feine französische Spezialitäten und vieles mehr in originellen Verpackungen - nette Mitbringsl für jede Gelegenheit, bereits ab 3 Euro

Heilig-Geist-Straße 8 München 80331 Phone: 089 - 23 23 29 94 Öffnungszeiten: Mo. - Fr. 10:00 - 19:00 Uhr

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Kennen Sie München?

Die Auflösung aus Heft 21, die beiden Löwen befinden sich am Giebel von Schloss Fürstenried.

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Wo befindet sich dieses Relief? Die Auflösung wieder im nächsten „Münchner Innenstadt“ Magazin.


für Sie gesehen..... GLANZSTÜCK Das Entree der Viktualienmarkt-Passage beginnt schillernd. Im schmucken Mini-Geschäft blitzen strahlende Steine von Swarovski oder aus Muranoglas um die Wette. Der hochwertige Modeschmuck wurde exklusiv für München zusammengesucht. Jedes Schmuckstück wurde von Hand gearbeitet, vieles kommt aus Frankreich, den Niederlanden, aber auch aus einer kleinen deutschen Schmuckmanufaktur. Glanzstück Viktualienmarkt 8 80331 München Telefon: 089 - 23 72 54 00 Öffnungszeiten: Mo. - Sa. 09:30 - 20:00

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Blazer

99,95

79,95

www.kaufring-muenchen.de

Rock

Mo.-Sa. 9.30-19.30

Fürstenried Ostbahnhof Pasing


m端nchner

Innenstadt 22/2010

Das Magazin f端r Freizeit, Kultur und Shopping


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