Editorial
ich möchte Ihnen heute den Artikel von Ernst Eisenbichler über München vorstellen, der die Geschichte Münchens in wenigen Worten so treffend beschreibt. Stadt des schönen Scheins München - der sprichwörtliche sinnenfrohe Ort barocker Lebensfreude zeigt gern seine vielen schönen Seiten. Dennoch oder gerade deswegen - haben Stadtführer nicht immer einen leichten Job, vor allem, wenn die Reisegruppen aus Italien stammen. „Kommen Sie doch einmal zu uns“, heißt es immer wieder, „da können sie die Originale sehen“. In der Tat: In Rom und Florenz stehen sie, die Vorbilder von Theatinerkirche, Residenz oder Feldherrnhalle. Im Jahr 2008 feierte München das 850jährige Jubiläum - alt und doch verhältnismäßig jung, etwa im Vergleich zu Augsburg oder Regensburg. Hunderte von Jahren stand München im Schatten dieser freien Reichsstädte und konnte sich erst allmählich daraus befreien. Kräftig halfen dabei die Wittelsbacher Fürsten, um aus München eine prächtige Stadt zu machen. Man scheute keine Kosten für imposante Bauten, auch wenn der Drang zur architektonischen Reproduktion groß war und die Fassade manchmal wichtiger als die Funktion. König Ludwig I. war in dieser Hinsicht besonders eifrig. Aus seiner Zeit stammt Münchens Ruf als „Kunststadt“. Später gesellten sich weitere Etiketten dazu: „Bierstadt“, „Hauptstadt der Bewegung“ oder „heimliche Hauptstadt“ und „Weltstadt mit Herz“.
PS: Die 23. Ausgabe der „Münchner Innenstadt“ erscheint Mitte Juli 2010 und wird Sie dann wieder zum Spaziergang 3