Tod , Begräbnis und Auferstehung Jesu Christi Da rief Mose alle Ältesten Israels zusammen und sprach zu ihnen: Nehmt euch für jede Familie ein Lamm und schlachtet das Passahlamm. Nehmt einen Büschel Ysop, taucht ihn in das Blut im Becken und bestreicht damit den Türsturz und die beiden Türpfosten. Niemand von euch soll bis zum Morgen sein Haus verlassen. Denn der HERR wird durchziehen, um die Ägypter zu schlagen. Wenn er aber das Blut am Türsturz und an den Türpfosten sieht, wird er an eurer Tür vorübergehen und nicht zulassen, dass der Verderber in eure Häuser eindringt, um euch zu schlagen. (2. Mose 12,21–23) Wenn jemand eine Sünde begangen hat, die den Tod verdient, und er getötet werden soll, und du ihn an ein Holz hängst, so soll sein Leichnam nicht die ganze Nacht am Holz bleiben, sondern du sollst ihn unbedingt noch am selben Tag begraben; denn wer gehängt wird, ist von Gott verflucht, damit dein Land nicht verunreinigt wird, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe gibt. (5. Mose 21,22-23) Denn Hunde haben mich umzingelt, die Rotte der Bösen hat mich eingeschlossen; sie haben meine Hände und Füße durchbohrt. Ich kann alle meine Gebeine zählen; sie sehen und starren mich an. Sie teilen meine Kleider unter sich und losen über mein Gewand. Psalm 22,16-18 Und nach zweiundsechzig Wochen wird der Messias ausgerottet werden, aber nicht für sich selbst; und das Volk des kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören; und ihr Ende wird wie eine Flut sein, und bis zum Ende des Krieges sind Verwüstungen beschlossen. Daniel 9,26 Und ich werde über das Haus David und über die Einwohner Jerusalems den Geist der Gnade und des Flehens ausgießen. Und sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben, und werden um ihn trauern, wie man um seinen einzigen Sohn trauert, und bitterlich um ihn sein, wie man um seinen Erstgeborenen trauert. Sacharja 12,10 Denn ich habe euch zuallererst das überliefert, was ich auch empfangen habe: dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, wie es in der Schrift steht; dass er begraben wurde und dass er am dritten Tage auferstanden ist, wie es in der Schrift steht. (1. Korinther 15,3-4)
Prophet Jesaja Jesaja 53 1 Wer hat unserer Botschaft geglaubt? Und wem ist der Arm des HERRN offenbart worden? 2 Denn er wuchs vor ihm auf wie ein zarter Schössling, wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Schönheit; und als wir ihn sahen, war da keine Anmut, dass wir ihn hätten begehren können. 3 Er war verachtet und von den Menschen verworfen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; und wir verbargen gleichsam unser Angesicht vor ihm; er war verachtet, und wir achteten ihn nicht.
Tod, Begräbnis und Auferstehung Jesu Christi
4 Fürwahr, er trug unsere Leiden und lud auf sich unsere Schmerzen; wir aber hielten ihn für gestraft, von Gott geschlagen und geplagt. 5 Doch er wurde um unserer Übertretungen willen verwundet, um unserer Sünden willen zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. 6 Wir alle irrten wie Schafe, ein jeder ging seinen eigenen Weg; aber der HERR lud auf ihn die Schuld von uns allen. 7 Er wurde misshandelt und gequält, aber er tat seinen Mund nicht auf; wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das vor seinen Scherern stumm ist, so tat er seinen Mund nicht auf. 8 Er wurde aus dem Gefängnis und vom Gericht weggeführt; wer kann seine Nachkommen zählen? Denn er wurde aus dem Land der Lebenden ausgerottet; wegen der Übertretung meines Volkes wurde er geschlagen. 9 Und er ließ sein Grab bei den Gottlosen und bei den Reichen in seinem Tod machen, weil er kein Unrecht getan hatte und kein Betrug in seinem Mund war. 10 Doch es gefiel dem HERRN, ihn zu zerschlagen; er hat ihn mit Kummer erfüllt. Wenn du aber sein Leben zum Sündopfer machst, so wird er Nachkommen sehen, er wird lange leben, und der Wille des HERRN wird durch ihn gelingen. 11 Er wird die Mühsal seiner Seele sehen und sich daran sättigen; durch seine Erkenntnis wird mein gerechter Knecht viele gerecht machen; denn er wird ihre Sünden tragen. 12 Darum will ich ihm einen Anteil geben unter den Großen, und er soll die Beute teilen mit den Starken; denn er hat sein Leben in den Tod gegeben und wurde zu den Verbrechern gezählt; und er trug die Sünde vieler und legte Fürbitte ein für die Verbrecher.
Evangelium nach Matthäus Matthäus 26 1 Und als Jesus alle diese Worte beendet hatte, sprach er zu seinen Jüngern: 2 Ihr wisst, dass in zwei Tagen das Passahfest ist, und der Menschensohn wird ausgeliefert, um gekreuzigt zu werden. 3 Da versammelten sich die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten des Volkes im Palast des Hohenpriesters, der Kaiphas hieß. 4 Und sie berieten sich, wie sie Jesus durch List gefangen nehmen und ihn töten könnten. 5 Sie aber sagten: Nicht am Festtag, damit es nicht zu einem Aufruhr unter dem Volk komme. 6 Als Jesus nun in Bethanien war, im Haus von Simon dem Aussätzigen, 7 Da kam eine Frau zu ihm, die ein Alabastergefäß mit kostbarem Öl hatte, und goss es ihm über das Haupt, während er zu Tisch saß. 8 Als aber seine Jünger das sahen, wurden sie empört und sprachen: Wozu soll diese Verschwendung gut sein? 9 Denn man hätte dieses Salböl für viel Geld verkaufen und den Armen geben können. 10 Als Jesus das begriff, sagte er zu ihnen: Warum macht ihr der Frau so viel Ärger? Denn sie hat mir ein gutes Werk getan. 11 Denn die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer. 12 Denn indem sie dieses Öl auf meinen Leib gegossen hat, hat sie es zu meinem Begräbnis getan. 13 Wahrlich, ich sage euch: Wo immer dieses Evangelium in der ganzen Welt verkündet wird, wird auch dies, was diese Frau getan hat, zu ihrem Andenken erzählt werden. 14 Da ging einer von den Zwölf, Judas Iskariot, zu den Hohenpriestern. 15 Und er sprach zu ihnen: Was wollt ihr mir geben, und ich will ihn euch ausliefern? Und sie einigten sich mit ihm auf dreißig Silberlinge. 16 Und von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn zu verraten.
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Tod, Begräbnis und Auferstehung Jesu Christi
17 Am ersten Tag des Festes der ungesäuerten Brote kamen die Jünger zu Jesus und fragten ihn: Wo sollen wir das Passahmahl für dich zubereiten? 18 Und er sprach: Geh in die Stadt zu einem solchen Mann und sage ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; ich will das Passahfest in deinem Haus mit meinen Jüngern feiern. 19 Und die Jünger taten, wie Jesus es ihnen befohlen hatte, und bereiteten das Passahmahl vor. 20 Als es nun Abend geworden war, setzte er sich mit den Zwölf zu Tisch. 21 Und während sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten. 22 Und sie wurden sehr traurig und fingen an, einer nach dem anderen zu ihm zu sagen: Herr, bin ich es? 23 Er aber antwortete und sprach: Wer mit mir die Hand in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. 24 Der Menschensohn geht dahin, wie von ihm geschrieben steht; wehe aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre besser für diesen Menschen gewesen, wenn er nicht geboren worden wäre. 25 Da antwortete Judas, der ihn verraten hatte: Meister, bin ich es? Er sprach zu ihm: Du hast es gesagt. 26 Während sie aßen, nahm Jesus das Brot, segnete es, brach es und gab es den Jüngern mit den Worten: Nehmt und esst; das ist mein Leib. 27 Und er nahm den Becher, dankte und gab ihn ihnen und sprach: Trinkt alle daraus; 28 Denn dies ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. 29 Ich aber sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von dieser Frucht des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, an dem ich sie neu mit euch trinke im Reich meines Vaters. 30 Und als sie ein Loblied gesungen hatten, gingen sie hinaus auf den Ölberg. 31 Da sprach Jesus zu ihnen: Ihr werdet euch alle in dieser Nacht an mir ärgern; denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen. 32 Aber wenn ich auferstanden bin, werde ich vor euch hergehen nach Galiläa. 33 Petrus antwortete und sprach zu ihm: Auch wenn sich alle Menschen an dir ärgern werden, ich aber werde mich niemals ärgern. 34 Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. 35 Petrus sagte zu ihm: „Auch wenn ich mit dir sterben müsste, würde ich dich nicht verleugnen.“ Ebenso sagten auch alle Jünger. 36 Dann ging Jesus mit ihnen an einen Ort namens Gethsemane und sprach zu den Jüngern: Setzt euch hier, während ich hingehe und dort bete. 37 Und er nahm Petrus und die beiden Söhne des Zebedäus mit sich und begann, traurig und sehr betrübt zu sein. 38 Da sprach er zu ihnen: Meine Seele ist zutiefst betrübt bis zum Tod; bleibt hier und wacht mit mir. 39 Und er ging ein wenig weiter, fiel auf sein Angesicht und betete: Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. 40 Und er kam zu den Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Konntet ihr nicht eine Stunde mit mir wachen? 41 Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. 42 Er ging zum zweiten Mal weg und betete: Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht an mir vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille. 43 Und er kam wieder und fand sie schlafend; denn ihre Augen waren schwer. 44 Und er verließ sie und ging wieder weg und betete zum dritten Mal und sprach dieselben Worte. 45 Dann ging er zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Schlaft nun und ruht euch aus; siehe, die Stunde ist nahe, und der Menschensohn wird in die Hände von Sündern ausgeliefert.
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Tod, Begräbnis und Auferstehung Jesu Christi
46 Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, er ist nahe, der mich verrät. 47 Und während er noch redete, siehe, da kam Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes. 48 Der ihn aber verraten hatte, gab ihnen ein Zeichen und sprach: Wen ich auch küssen werde, der ist es; haltet ihn fest. 49 Und sogleich ging er zu Jesus und sprach: Sei gegrüßt, Meister!, und küsste ihn. 50 Jesus aber sprach zu ihm: Freund, warum bist du gekommen? Da kamen sie, legten Hand an Jesus und nahmen ihn fest. 51 Und siehe, einer von denen, die mit Jesus waren, streckte seine Hand aus, zog sein Schwert und schlug einen Diener des Hohenpriesters und schlug ihm das Ohr ab. 52 Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert wieder an seinen Platz; denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen. 53 Meinst du, ich könnte jetzt nicht meinen Vater bitten, und er würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schicken? 54 Wie sollen dann aber die Schriften erfüllt werden, dass es so geschehen muss? 55 In derselben Stunde sprach Jesus zu der Volksmenge: Seid ihr wie gegen einen Räuber mit Schwertern und Stöcken ausgezogen, um mich festzunehmen? Ich saß täglich mit euch im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht ergriffen. 56 Dies alles geschah aber, damit die Schriften der Propheten erfüllt würden. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. 57 Die aber, die Jesus festgehalten hatten, führten ihn zu Kaiphas, dem Hohenpriester, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren. 58 Petrus aber folgte ihm von weitem bis zum Palast des Hohenpriesters, ging hinein und setzte sich zu den Dienern, um das Ende zu sehen. 59 Die Hohenpriester, die Ältesten und der ganze Hohe Rat suchten aber falsche Zeugenaussagen gegen Jesus, um ihn töten zu lassen. 60 Aber sie fanden keinen; ja, obwohl viele falsche Zeugen kamen, fanden sie keinen. Zuletzt kamen zwei falsche Zeugen, 61 Und er sagte: Dieser Mann sagte: Ich kann den Tempel Gottes zerstören und ihn in drei Tagen wieder aufbauen. 62 Da stand der Hohepriester auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts? Was ist es, was diese gegen dich aussagen? 63 Jesus aber schwieg. Da antwortete der Hohepriester und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich beim lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes. 64 Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt; dennoch sage ich euch: Von nun an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen. 65 Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gotteslästerung geredet; wozu brauchen wir noch Zeugen? Seht, nun habt ihr seine Gotteslästerung gehört. 66 Was meint ihr? Sie antworteten: Er ist des Todes schuldig. 67 Da spuckten sie ihm ins Gesicht und schlugen ihn; andere aber schlugen ihn mit den Handflächen. 68 Und er sprach: Weissage uns, Christus, wer ist es, der dich geschlagen hat? 69 Petrus aber saß draußen im Palast; da kam ein Mädchen zu ihm und sprach: Auch du warst mit Jesus von Galiläa zusammen. 70 Doch er leugnete vor allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst. 71 Als er aber in den Vorraum hinausgegangen war, sah ihn eine andere Magd und sagte zu denen, die dort waren: Dieser Mann war auch mit Jesus von Nazareth zusammen. 72 Und er leugnete abermals mit einem Eid: Ich kenne den Mann nicht. 73 Nach einer Weile traten die, die dabeigestanden hatten, zu ihm und sprachen zu Petrus: Gewiss gehörst auch du zu ihnen; denn deine Rede verrät dich.
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Tod, Begräbnis und Auferstehung Jesu Christi
74 Da fing er an zu fluchen und zu schwören und sprach: Ich kenne den Mann nicht. Und sogleich krähte der Hahn. 75 Da erinnerte sich Petrus an das Wort Jesu, der zu ihm gesagt hatte: „Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Und er ging hinaus und weinte bitterlich. Matthäus 27 1 Als es Morgen geworden war, hielten alle Hohenpriester und Ältesten des Volkes Rat gegen Jesus, um ihn zu töten: 2 Und als sie ihn gefesselt hatten, führten sie ihn ab und übergaben ihn dem Statthalter Pontius Pilatus. 3 Als Judas, der ihn verraten hatte, sah, dass er verurteilt worden war, bereute er es und brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Ältesten zurück. 4 Sie sagten: „Ich habe gesündigt, indem ich unschuldiges Blut verraten habe.“ Und sie sagten: „Was geht uns das an? Sieh du das zu!“ 5 Und er warf die Silberstücke in den Tempel, ging weg und erhängte sich. 6 Da nahmen die Hohenpriester die Silberstücke und sprachen: Es ist nicht erlaubt, sie in den Opferstock zu legen, denn es ist Blutgeld. 7 Und sie hielten Rat und kauften dazu den Töpferacker, um dort Fremde zu begraben. 8 Darum wurde jenes Feld auch Blutacker genannt, bis auf den heutigen Tag. 9 Da erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden war: Und sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Preis dessen, der geschätzt worden war, den die Israeliten geschätzt hatten. 10 Und ich gab sie für den Töpferacker, wie der Herr es mir befohlen hatte. 11 Und Jesus trat vor den Statthalter; und der Statthalter fragte ihn: Bist du der König der Juden? Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst es. 12 Als er nun von den Hohenpriestern und Ältesten angeklagt wurde, antwortete er nichts. 13 Da sprach Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, was sie alles gegen dich aussagen? 14 Und er antwortete ihm kein Wort, sodass der Statthalter sehr erstaunt war. 15 Nun pflegte der Statthalter bei diesem Fest einen Gefangenen dem Volk freizulassen, den es wünschte. 16 Und sie hatten damals einen bekannten Gefangenen, namens Barabbas. 17 Als sie nun versammelt waren, fragte Pilatus sie: Wen wollt ihr mir freigeben? Barabbas oder Jesus, der Christus genannt wird? 18 Denn er wusste, dass sie ihn aus Neid ausgeliefert hatten. 19 Als er auf dem Richterstuhl Platz genommen hatte, sandte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: „Lass dich nicht auf diesen gerechten Mann ein; denn ich habe heute im Traum seinetwegen viel gelitten.“ 20 Aber die Hohenpriester und Ältesten überredeten das Volk, Barabbas zu fragen und Jesus umzubringen. 21 Der Statthalter antwortete und sprach zu ihnen: Welchen von den beiden wollt ihr, dass ich euch freilasse? Sie sagten: Barabbas. 22 Pilatus fragt sie: Was soll ich nun mit Jesus tun, der Christus genannt wird? Sie alle antworten ihm: Er soll gekreuzigt werden. 23 Da sprach der Statthalter: Was hat er denn Böses getan? Aber sie schrien noch lauter und sprachen: Kreuzige ihn! 24 Als Pilatus sah, dass er nichts ausrichten konnte, sondern dass vielmehr ein Aufruhr entstand, nahm er Wasser, wusch sich vor dem Volk die Hände und sprach: Ich bin unschuldig am Blut dieses Gerechten; seht ihr zu. 25 Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder. 26 Da gab er Barabbas in ihre Hände; und nachdem dieser Jesus hatte geißeln lassen, lieferte er ihn zur Kreuzigung aus.
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Tod, Begräbnis und Auferstehung Jesu Christi
27 Da führten die Soldaten des Statthalters Jesus in den Versammlungsraum und versammelten die ganze Soldatenschar um ihn. 28 Und sie zogen ihn aus und legten ihm einen scharlachroten Mantel um. 29 Und sie flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf den Kopf und gaben ihm ein Schilfrohr in die rechte Hand; und sie beugten die Knie vor ihm und verspotteten ihn mit den Worten: Sei gegrüßt, König der Juden! 30 Da spuckten sie ihn an, nahmen das Schilfrohr und schlugen ihm damit auf den Kopf. 31 Danach aber verspotteten sie ihn, zogen ihm das Obergewand aus, legten ihm seine eigenen Kleider an und führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen. 32 Als sie hinausgingen, trafen sie einen Mann aus Kyrene, mit Namen Simon; ihn zwangen sie, sein Kreuz zu tragen. 33 Und als sie an einen Ort kamen, der Golgatha heißt, das heißt Schädelstätte, 34 Sie gaben ihm Essig mit Galle vermischt zu trinken; aber als er davon gekostet hatte, wollte er nicht trinken. 35 Und sie kreuzigten ihn und verteilten seine Kleider unter sich, indem sie das Los warfen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt ist: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los über mein Gewand. 36 Und sie setzten sich und sahen ihn dort an; 37 Und er brachte über seinem Haupt die Schrift an, die die Anklage lautete: DIES IST JESUS, DER KÖNIG DER JUDEN. 38 Es wurden aber auch zwei Räuber mit ihm gekreuzigt, einer zu seiner Rechten und einer zu seiner Linken. 39 Die Vorübergehenden aber schmähten ihn und schüttelten den Kopf. 40 Und sie sagten: „Du, der du den Tempel zerstörst und ihn in drei Tagen wieder aufbaust, rette dich selbst! Wenn du Gottes Sohn bist, steig herab vom Kreuz!“ 41 Ebenso verspotteten ihn auch die Hohenpriester zusammen mit den Schriftgelehrten und Ältesten und sagten: 42 Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Wenn er der König von Israel ist, soll er jetzt vom Kreuz herabsteigen, dann werden wir an ihn glauben. 43 Er vertraute auf Gott; soll er ihn jetzt erretten, wenn er ihn haben will; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. 44 Auch die Räuber, die mit ihm gekreuzigt wurden, warfen ihm dasselbe in die Zähne. 45 Von der sechsten Stunde an herrschte Finsternis im ganzen Land bis zur neunten Stunde. 46 Um die neunte Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 47 Einige von denen, die dabeistanden, sagten, als sie das hörten: Dieser Mann ruft nach Elia. 48 Und sogleich lief einer von ihnen hin, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig, steckte ihn auf ein Schilfrohr und gab ihm zu trinken. 49 Die Übrigen aber sagten: Lass es, lass uns abwarten, ob Elias kommt und ihn rettet. 50 Als Jesus abermals mit lauter Stimme schrie, gab er seinen Geist auf. 51 Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriss von oben bis unten in zwei Teile; und die Erde erbebte, und die Felsen spalteten sich. 52 Und die Gräber öffneten sich, und viele Leiber der Heiligen, die entschlafen waren, wurden auferweckt. 53 Und er kam nach seiner Auferstehung aus den Gräbern heraus, ging in die heilige Stadt und erschien vielen. 54 Als nun der Hauptmann und die, die mit ihm Jesus beobachteten, das Erdbeben und die anderen Dinge sahen, die geschahen, erschraken sie sehr und sagten: Wahrlich, dieser war Gottes Sohn. 55 Und viele Frauen waren dort und sahen von ferne zu, die Jesus von Galiläa gefolgt waren und ihm dienten:
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Tod, Begräbnis und Auferstehung Jesu Christi
56 Darunter waren Maria Magdalena, Maria, die Mutter von Jakobus und Joses, und die Mutter der Kinder des Zebedäus. 57 Als es Abend geworden war, kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef, der selbst auch ein Jünger Jesu war: 58 Er ging zu Pilatus und bat ihn um den Leichnam Jesu. Daraufhin befahl Pilatus, den Leichnam herauszugeben. 59 Und als Josef den Leichnam genommen hatte, wickelte er ihn in ein reines Leinentuch. 60 Und er legte es in sein eigenes neues Grab, das er in den Felsen gehauen hatte; und er wälzte einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging fort. 61 Und da saß Maria Magdalena und die andere Maria dem Grab gegenüber. 62 Am nächsten Tag, dem Rüsttag, kamen die Hohenpriester und Pharisäer zu Pilatus. 63 Er sagte: Herr, wir erinnern uns, dass dieser Betrüger, als er noch lebte, sagte: Nach drei Tagen werde ich wieder auferstehen. 64 Darum gebietet, dass das Grab bis zum dritten Tag bewacht wird, damit seine Jünger nicht in der Nacht kommen und ihn stehlen und dem Volk sagen: Er ist von den Toten auferstanden; so wäre der letzte Irrtum schlimmer als der erste. 65 Pilatus sagte zu ihnen: Ihr habt eine Wache; geht nun hin und vergewissert euch so gut ihr könnt. 66 So gingen sie hin und sicherten das Grab, versiegelten den Stein und stellten eine Wache auf. Matthäus 28 1 Am Ende des Sabbats, als der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besichtigen. 2 Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben; denn ein Engel des Herrn fuhr vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein vom Eingang weg und setzte sich darauf. 3 Sein Antlitz war wie ein Blitz, und seine Kleider weiß wie Schnee. 4 Und aus Furcht vor ihm zitterten die Wächter und wurden wie tot. 5 Der Engel antwortete den Frauen: Fürchtet euch nicht! Denn ich weiß, dass ihr Jesus sucht, den Gekreuzigten. 6 Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo der Herr gelegen hat. 7 Und geht schnell hin und sagt seinen Jüngern, dass er von den Toten auferstanden ist; und siehe, er geht vor euch her nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen: siehe, ich habe es euch gesagt. 8 Und sie verließen schnell das Grab mit Furcht und großer Freude und liefen hin, um seinen Jüngern die Nachricht zu verkünden. 9 Und als sie hingingen, um es seinen Jüngern zu sagen, siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten hinzu, umfassten seine Füße und beteten ihn an. 10 Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen sollen, und dort werden sie mich sehen. 11 Als sie nun weggingen, siehe, da kamen einige von der Nachtwache in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. 12 Und als sie sich mit den Ältesten versammelt hatten und Rat gehalten hatten, gaben sie den Soldaten viel Geld. 13 Sie sagten: Sagt: Seine Jünger kamen in der Nacht und stahlen ihn, während wir schliefen. 14 Und wenn dies dem Statthalter zu Ohren kommt, werden wir ihn überzeugen und euch in Sicherheit bringen. 15 Sie nahmen also das Geld und taten, wie sie gelehrt worden waren. Und dieses Wort wird unter den Juden bis auf den heutigen Tag allgemein erzählt. 16 Die elf Jünger gingen dann nach Galiläa auf einen Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. 17 Und als sie ihn sahen, beteten sie ihn an; einige aber zweifelten. 18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.
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Tod, Begräbnis und Auferstehung Jesu Christi
19 Geht nun hin und macht alle Völker zu Jüngern, indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. 20 Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt. Amen.
Markusevangelium Markus 14 1 Zwei Tage später war das Passahfest und das Fest der ungesäuerten Brote; und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten überlegten, wie sie ihn listig fangen und töten könnten. 2 Sie aber sagten: Nicht am Festtag, damit es nicht zu einem Aufruhr im Volk komme. 3 Und als er in Bethanien im Haus von Simon dem Aussätzigen zu Tisch saß, kam eine Frau, die ein Alabastergefäß mit einer sehr kostbaren Salbe aus Nardenöl hatte; und sie zerbrach das Gefäß und goss den Inhalt über sein Haupt. 4 Einige aber waren in sich empört und sprachen: Warum wurde diese Verschwendung des Salböls begangen? 5 Denn man hätte es für mehr als dreihundert Denare verkaufen und den Armen geben können. Und sie murrten gegen sie. 6 Jesus aber sprach: Lasst sie in Ruhe! Warum macht ihr ihr Schwierigkeiten? Sie hat mir ein gutes Werk getan. 7 Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, und ihr könnt ihnen Gutes tun, wann immer ihr wollt; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Sie hat getan, was sie konnte: Sie ist vorausgekommen, um meinen Leib für das Begräbnis zu salben. 9 Wahrlich, ich sage euch: Wo immer dieses Evangelium in der ganzen Welt verkündet wird, wird auch von dem, was sie getan hat, zum Andenken an sie geredet werden. 10 Und Judas Iskariot, einer der Zwölf, ging zu den Hohenpriestern, um ihn an sie zu verraten. 11 Als sie das hörten, freuten sie sich und versprachen ihm Geld. Er aber überlegte, wie er ihn am besten verraten könnte. 12 Am ersten Tag der ungesäuerten Brote, als sie das Passahlamm schlachteten, fragten ihn seine Jünger: Wohin sollen wir gehen und es zubereiten, damit du das Passahmahl essen kannst? 13 Und er sandte zwei seiner Jünger aus und sprach zu ihnen: Geht in die Stadt hinein, und es wird euch ein Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt; folgt ihm nach. 14 Und wo immer er hineingeht, so sprecht zu dem Hausherrn: Der Meister lässt fragen: Wo ist der Gastraum, wo ich mit meinen Jüngern das Passahmahl essen kann? 15 Und er wird euch einen großen, eingerichteten und vorbereiteten Obersaal zeigen; dort bereitet alles für uns vor. 16 Und seine Jünger gingen hinaus und kamen in die Stadt und fanden alles so vor, wie er es ihnen gesagt hatte; und sie bereiteten das Passahmahl vor. 17 Und am Abend kommt er mit den Zwölf. 18 Und als sie da saßen und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch, der mit mir isst, wird mich verraten. 19 Und sie begannen traurig zu werden und einer nach dem anderen zu ihm zu sagen: Bin ich es?, und ein anderer sagte: Bin ich es? 20 Er aber antwortete ihnen: Einer von den Zwölf ist es, der mit mir in die Schüssel taucht. 21 Der Menschensohn geht zwar hin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Gut wäre es für diesen Menschen, wenn er nie geboren worden wäre. 22 Und während sie aßen, nahm Jesus das Brot, segnete es, brach es und gab es ihnen und sprach: Nehmt, esst; das ist mein Leib. 8
Tod, Begräbnis und Auferstehung Jesu Christi
23 Und er nahm den Becher, dankte und gab ihn ihnen; und alle tranken daraus. 24 Und er sprach zu ihnen: Dies ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird. 25 Wahrlich, ich sage euch: Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, an dem ich sie neu trinke im Reich Gottes. 26 Und als sie ein Loblied gesungen hatten, gingen sie hinaus auf den Ölberg. 27 Und Jesus sprach zu ihnen: Ihr werdet euch alle in dieser Nacht an mir ärgern; denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen. 28 Aber wenn ich auferstanden bin, werde ich vor euch hergehen nach Galiläa. 29 Petrus aber sprach zu ihm: Auch wenn alle Anstoß nehmen werden, ich werde es nicht tun. 30 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute, noch in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. 31 Er aber redete umso heftiger: „Und wenn ich mit dir sterbe, so will ich dich doch in keiner Weise verleugnen.“ Ebenso sagten alle. 32 Und sie kamen an einen Ort, der Getsemani hieß. Und er sprach zu seinen Jüngern: Setzt euch hier hin, während ich beten will. 33 Und er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich und begann sehr zu erschrecken und schwer bedrückt zu werden; 34 Und er sprach zu ihnen: Meine Seele ist zutiefst betrübt bis zum Tod; bleibt hier und wacht. 35 Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf die Erde und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorübergehen möge. 36 Und er sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. 37 Und er kam und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Simon, schläfst du? Konntest du nicht eine Stunde wachen? 38 Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist bereit, aber das Fleisch ist schwach. 39 Und er ging abermals weg, betete und redete dieselben Worte. 40 Und als er zurückkam, fand er sie wieder schlafend vor (denn ihre Augen waren schwer), und sie wussten auch nicht, was sie ihm antworten sollten. 41 Und er kommt zum dritten Mal und spricht zu ihnen: Schlaft nun und ruht euch aus; es ist genug, die Stunde ist gekommen; siehe, der Menschensohn wird ausgeliefert in die Hände von Sündern. 42 Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, mein Verräter ist nahe. 43 Und sogleich, während er noch redete, kam Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und den Ältesten. 44 Der ihn aber verraten hatte, gab ihnen ein Zeichen und sprach: Wen ich auch küssen werde, der ist es; nehmt ihn und führt ihn sicher fort. 45 Und als er gekommen war, ging er sogleich zu ihm und sprach: Meister, Meister!, und küsste ihn. 46 Und sie packten ihn und nahmen ihn fest. 47 Und einer von denen, die dabeistanden, zog sein Schwert, schlug damit einen Diener des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab. 48 Jesus antwortete ihnen: Seid ihr etwa mit Schwertern und Knüppeln ausgezogen, um mich zu ergreifen wie einen Räuber? 49 Täglich war ich bei euch im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht mitgenommen; aber die Schriften müssen erfüllt werden. 50 Und sie alle verließen ihn und flohen. 51 Und es folgte ihm ein junger Mann, der nur mit einem Leinentuch um seinen nackten Leib bekleidet war; und die jungen Männer ergriffen ihn. 52 Und er ließ das Leinentuch zurück und floh nackt von ihnen. 53 Und sie führten Jesus zum Hohenpriester ab; und mit ihm versammelten sich alle Hohenpriester, die Ältesten und die Schriftgelehrten.
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54 Petrus aber folgte ihm von ferne bis in den Palast des Hohenpriesters; und er setzte sich zu den Dienern und wärmte sich am Feuer. 55 Und die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugen gegen Jesus, um ihn töten zu lassen; und sie fanden keine. 56 Denn viele haben gegen ihn falsch Zeugnis abgelegt, aber ihre Zeugen stimmten nicht überein. 57 Und es traten einige auf, die falsch gegen ihn aussagten und sagten: 58 Wir hörten ihn sagen: Ich werde diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, zerstören und in drei Tagen einen anderen bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. 59 Aber auch ihre Zeugen waren sich nicht einig. 60 Da trat der Hohepriester in der Mitte auf und fragte Jesus: „Antwortest du gar nichts? Was sagen diese gegen dich aus?“ 61 Er aber schwieg und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester erneut: Bist du der Christus, der Sohn des Gesegneten? 62 Und Jesus sprach: Ich bin es; und ihr werdet den Menschensohn sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommend auf den Wolken des Himmels. 63 Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Wozu brauchen wir noch Zeugen? 64 Ihr habt die Gotteslästerung gehört; was meint ihr dazu? Und alle verurteilten ihn zum Tode. 65 Da fingen einige an, ihn anzuspucken, sein Gesicht zu verhüllen, ihn zu schlagen und zu ihm zu schreien: Weissage! Und die Knechte schlugen ihn mit den Handflächen. 66 Und als Petrus unten im Palast war, kam eine der Mägde des Hohenpriesters: 67 Als sie aber sah, dass sich Petrus wärmte, blickte sie ihn an und sprach: Auch du warst mit Jesus von Nazareth zusammen. 68 Er aber leugnete und sprach: Ich weiß nichts und verstehe nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorraum; und der Hahn krähte. 69 Und eine Magd sah ihn wieder und fing an, zu denen, die dabeistanden, zu sagen: Das ist einer von ihnen. 70 Und er leugnete es erneut. Kurz darauf sagten die Umstehenden abermals zu Petrus: „Du gehörst doch zu ihnen, denn du bist ein Galiläer, und deine Rede passt dazu.“ 71 Aber er fing an zu fluchen und zu schwören und sprach: Ich kenne diesen Mann nicht, von dem ihr redet. 72 Und beim zweiten Mal krähte der Hahn. Da erinnerte sich Petrus an das Wort Jesu: „ Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Und als er darüber nachdachte, weinte er. Markus 15 1 Und sogleich am Morgen hielten die Hohenpriester eine Beratung mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Rat ab, fesselten Jesus, führten ihn ab und übergaben ihn Pilatus. 2 Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er antwortete ihm: Du sagst es. 3 Und die Hohenpriester klagten ihn vieler Dinge an; aber er antwortete nichts. 4 Und Pilatus fragte ihn abermals und sprach: Beantwortest du nichts? Sieh doch, wie vieles sie gegen dich aussagen. 5 Jesus aber antwortete immer noch nichts; so dass Pilatus sich wunderte. 6 Bei jenem Festmahl ließ er ihnen einen Gefangenen frei, wen sie auch immer wünschten. 7 Und es gab einen Mann namens Barabbas, der mit denen, die mit ihm den Aufruhr gewagt hatten, gefesselt lag; der hatte bei dem Aufruhr einen Mord begangen. 8 Und die Volksmenge schrie laut auf und verlangte, dass er tue, wie er es immer an ihnen getan habe. 9 Pilatus aber antwortete ihnen und sprach: Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden freilasse? 10 Denn er wusste, dass die Hohenpriester ihn aus Neid ausgeliefert hatten. 11 Aber die Hohenpriester drängten das Volk, dass er ihnen lieber Barabbas freilassen solle.
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12 Pilatus antwortete ihnen und sprach abermals: Was wollt ihr denn, was ich mit dem tun soll, den ihr den König der Juden nennt? 13 Und sie schrien abermals: Kreuzige ihn! 14 Da fragte Pilatus sie: Was hat er denn Böses getan? Und sie schrien noch lauter: Kreuzige ihn! 15 Und Pilatus, der das Volk besänftigen wollte, gab Barabbas frei und lieferte Jesus, nachdem er ihn hatte geißeln lassen, zur Kreuzigung aus. 16 Und die Soldaten führten ihn hinaus in den Saal, der Prätorium genannt wird; und sie riefen die ganze Schar zusammen. 17 Und sie kleideten ihn in Purpur und flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf den Kopf. 18 Und sie begannen, ihn zu grüßen: „Sei gegrüßt, König der Juden!“ 19 Und sie schlugen ihn mit einem Schilfrohr auf den Kopf und bespuckten ihn und beugten die Knie vor ihm nieder. 20 Nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel ab, legten ihm seine eigenen Kleider an und führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen. 21 Und sie zwangen einen gewissen Simon aus Kyrene, der vorüberkam und aus dem Land kam, den Vater von Alexander und Rufus, sein Kreuz zu tragen. 22 Und sie brachten ihn an den Ort Golgatha, was übersetzt bedeutet: Schädelstätte. 23 Und sie gaben ihm Wein zu trinken, der mit Myrrhe vermischt war; aber er nahm ihn nicht an. 24 Und als sie ihn gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider unter sich und warfen das Los darüber, was jeder nehmen sollte. 25 Und es war die dritte Stunde, da kreuzigten sie ihn. 26 Und die Überschrift seiner Anklage wurde überschrieben: DER KÖNIG DER JUDEN. 27 Und mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, den einen zu seiner Rechten und den anderen zu seiner Linken. 28 Und so erfüllte sich die Schrift, die sagt: „Und er wurde zu den Verbrechern gezählt.“ 29 Und die Vorübergehenden lästerten über ihn, schüttelten den Kopf und sprachen: Ach, du, der du den Tempel zerstörst und ihn in drei Tagen wieder aufbaust! 30 Rette dich selbst und steig herab vom Kreuz. 31 Ebenso spotteten auch die Hohenpriester untereinander mit den Schriftgelehrten: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. 32 Christus, der König Israels, soll jetzt vom Kreuz herabsteigen, damit wir es sehen und glauben. Und die, die mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn. 33 Und als die sechste Stunde gekommen war, herrschte Finsternis im ganzen Land bis zur neunten Stunde. 34 Und zur neunten Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eloi, Eloi, lama sabachthani?, was übersetzt bedeutet: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 35 Einige von denen, die dabeistanden, hörten es und sagten: Siehe, er ruft Elia. 36 Da lief einer hin, füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Schilfrohr und gab ihm zu trinken und sprach: Lasst uns sehen, ob Elia kommt, um ihn herunterzuholen. 37 Und Jesus schrie mit lauter Stimme und verschied. 38 Und der Vorhang des Tempels zerriss von oben bis unten in zwei Teile. 39 Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, dass er so schrie und seinen Geist aushauchte, sprach er: Wahrlich, dieser Mann war Gottes Sohn. 40 Es waren aber auch Frauen da, die von ferne zusahen; unter ihnen waren Maria Magdalena, Maria, die Mutter von Jakobus dem Jüngeren und von Joses, und Salome. 41 (Die ihm auch in Galiläa nachgefolgt war und ihm gedient hatte;) und viele andere Frauen, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren. 42 Als es nun Abend geworden war, weil es der Rüsttag war, das heißt der Tag vor dem Sabbat, 43 Josef von Arimathäa, ein angesehener Ratsherr, der auch auf das Reich Gottes wartete, kam und ging kühn zu Pilatus hinein und verlangte den Leichnam Jesu.
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44 Pilatus wunderte sich, ob er schon tot sei; und rief den Hauptmann zu sich und fragte ihn, ob er schon eine Weile tot sei. 45 Als er dies von dem Hauptmann erfuhr, übergab er den Leichnam Josef. 46 Und er kaufte feine Leinwand, nahm ihn hinunter, wickelte ihn in die Leinwand und legte ihn in ein Grab, das aus einem Felsen gehauen war, und wälzte einen Stein vor den Eingang des Grabes. 47 Und Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Joses, sahen, wo er hingelegt wurde. Markus 16 1 Und als der Sabbat vorüber war, kauften Maria Magdalena, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. 2 Und sehr früh am Morgen des ersten Tages der Woche kamen sie zum Grab, als die Sonne aufging. 3 Und sie sprachen untereinander: Wer soll uns den Stein vom Eingang des Grabes wegrollen? 4 Und als sie hinschauten, sahen sie, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. 5 Und als sie in das Grab hineingingen, sahen sie einen jungen Mann auf der rechten Seite sitzen, der mit einem langen weißen Gewand bekleidet war; und sie erschraken. 6 Und er sprach zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden und nicht hier. Seht die Stätte, wo sie ihn hingelegt hatten. 7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er euch nach Galiläa vorausgeht; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. 8 Und sie gingen schnell hinaus und flohen vom Grab; denn sie zitterten und waren bestürzt; und sie sagten auch zu niemandem etwas, denn sie fürchteten sich. 9 Als Jesus am frühen Morgen des ersten Tages der Woche auferstanden war, erschien er zuerst Maria Magdalena, aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. 10 Und sie ging hin und erzählte es denen, die mit ihm gewesen waren, während sie trauerten und weinten. 11 Und als sie hörten, dass er lebte und von ihr gesehen worden war, glaubten sie es nicht. 12 Danach erschien er in anderer Gestalt zweien von ihnen, als sie umhergingen und aufs Land hinausgingen. 13 Und sie gingen hin und erzählten es den Übrigen; aber auch diese glaubten ihnen nicht. 14 Danach erschien er den Elf, als sie zu Tisch saßen, und tadelte sie wegen ihres Unglaubens und ihrer Herzenshärte, weil sie denen nicht geglaubt hatten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten. 15 Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung. 16 Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. 17 Und diese Zeichen werden die begleiten, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Zungen reden; 18 Sie werden Schlangen aufheben; und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; sie werden Kranken die Hände auflegen, und sie werden gesund werden. 19 Nachdem der Herr mit ihnen gesprochen hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. 20 Und sie gingen hinaus und predigten überall, und der Herr wirkte mit ihnen und bestätigte das Wort durch die begleitenden Zeichen. Amen.
Lukas-Evangelium Lukas 22 1 Nun nahte das Fest der ungesäuerten Brote, das man Passah nennt.
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2 Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten überlegten, wie sie ihn töten könnten; denn sie fürchteten das Volk. 3 Da fuhr der Satan in Judas, genannt Iskariot, der einer der Zwölf war. 4 Und er ging seines Weges und unterhielt sich mit den Hohenpriestern und Hauptleuten darüber, wie er ihn an sie verraten könne. 5 Und sie freuten sich und beschlossen, ihm Geld zu geben. 6 Und er versprach es und suchte nach einer Gelegenheit, ihn ihnen zu verraten, während die Volksmenge abwesend war. 7 Dann kam der Tag der ungesäuerten Brote, an dem das Passahlamm geschlachtet werden musste. 8 Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin und bereitet uns das Passahmahl, damit wir es essen können. 9 Und sie sprachen zu ihm: Wo willst du, dass wir uns bereiten? 10 Und er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr in die Stadt hineinkommt, wird euch ein Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt; folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht. 11 Und ihr sollt zu dem Hausherrn sagen: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist der Gastraum, wo ich mit meinen Jüngern das Passahmahl essen kann? 12 Und er wird euch einen großen, eingerichteten Obersaal zeigen; dort bereitet alles vor. 13 Und sie gingen hin und fanden es so, wie er ihnen gesagt hatte; und sie bereiteten das Passahfest vor. 14 Als die Stunde gekommen war, setzte er sich, und die zwölf Apostel mit ihm. 15 Und er sprach zu ihnen: Ich habe mich sehr danach gesehnt, dieses Passahmahl mit euch zu essen, ehe ich leide. 16 Denn ich sage euch: Ich werde nicht mehr davon essen, bis es im Reich Gottes erfüllt ist. 17 Und er nahm den Becher, dankte und sprach: Nehmt ihn und teilt ihn unter euch auf. 18 Denn ich sage euch: Ich werde nicht von der Frucht des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes kommt. 19 Und er nahm das Brot, dankte, brach es und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird; dies tut zu meinem Gedächtnis. 20 Ebenso trinkt ihr nach dem Abendessen den Kelch und sprecht: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird. 21 Aber siehe, die Hand dessen, der mich verrät, ist mit mir am Tisch. 22 Und der Menschensohn geht hin, wie es beschlossen war; aber wehe dem Menschen, durch den er verraten wird! 23 Und sie fingen an, untereinander zu fragen, wer von ihnen es sei, der dies tun solle. 24 Und es entstand auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen der Größte sein sollte. 25 Und er sprach zu ihnen: Die Könige der Heidenvölker herrschen über sie; und die Gewalt über sie ausüben, werden Wohltäter genannt. 26 Ihr aber sollt nicht so sein; sondern wer unter euch der Größte ist, der soll sein wie der Jüngste, und wer der Erste ist, wie der Dienende. 27 Denn wer ist größer, der zu Tisch sitzt oder der dient? Ist es nicht der, der zu Tisch sitzt? Ich aber bin unter euch wie einer, der dient. 28 Ihr seid es, die mit mir in meinen Versuchungen geblieben sind. 29 Und ich bestimme für euch ein Königreich, wie es mein Vater für mich bestimmt hat; 30 Damit ihr an meinem Tisch in meinem Königreich essen und trinken und auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten könnt. 31 Und der Herr sprach: Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu haben, dass er euch sieben kann wie Weizen. 32 Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du dich bekehrt hast, so stärke deine Brüder. 33 Und er sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen.
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34 Und er sprach: Ich sage dir, Petrus, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal verleugnest, dass du mich kennst. 35 Und er sprach zu ihnen: Als ich euch ohne Geldbeutel, Tasche und Schuhe aussandte, fehlte euch da etwas? Sie antworteten: Nichts. 36 Da sprach er zu ihnen: Nun aber, wer einen Geldbeutel hat, der nehme ihn mit, ebenso seine Tasche; und wer kein Schwert hat, der verkaufe sein Gewand und kaufe sich eins. 37 Denn ich sage euch: Das, was geschrieben steht, muss sich noch an mir erfüllen: „Und er wurde zu den Verbrechern gezählt.“ Denn die Dinge, die mich betreffen, haben ein Ende. 38 Und sie sprachen: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Und er sprach zu ihnen: Es genügt. 39 Und er ging hinaus und begab sich, wie er es gewohnt war, zum Ölberg; und seine Jünger folgten ihm. 40 Und als er an dem Ort angekommen war, sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Versuchung geratet. 41 Und er entfernte sich von ihnen etwa einen Steinwurf weit, kniete nieder und betete. 42 Sie sprachen: Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. 43 Und es erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. 44 Und er betete in seiner Todesangst noch inständiger; und sein Schweiß war wie große Blutstropfen, die auf die Erde fielen. 45 Als er nun vom Gebet aufstand und zu seinen Jüngern kam, fand er sie vor Kummer schlafend. 46 Und er sprach zu ihnen: Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. 47 Und während er noch redete, siehe, da kam eine Volksmenge, und einer, der Judas hieß, einer der Zwölf, ging vor ihnen her und trat zu Jesus, um ihn zu küssen. 48 Jesus aber sprach zu ihm: Judas, verrätst du den Menschensohn mit einem Kuss? 49 Als die, die um ihn herumstanden, sahen, was geschehen würde, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir ihn mit dem Schwert erschlagen? 50 Und einer von ihnen erschlug den Diener des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab. 51 Jesus antwortete: Lasst es bis hierher geschehen. Und er berührte sein Ohr und heilte ihn. 52 Da sprach Jesus zu den Hohenpriestern, den Hauptleuten des Tempels und den Ältesten, die zu ihm gekommen waren: Wollt ihr wie gegen einen Räuber mit Schwertern und Stöcken ausziehen? 53 Als ich täglich mit euch im Tempel war, habt ihr keine Hand gegen mich erhoben; aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis. 54 Da nahmen sie ihn mit sich, führten ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte ihnen von weitem. 55 Und als sie mitten in der Halle ein Feuer angezündet hatten und sich beisammengesetzt hatten, setzte sich Petrus mitten unter sie. 56 Aber eine Magd sah ihn, wie er am Feuer saß, und blickte ihn ernst an und sagte: Dieser Mann war auch bei ihm. 57 Und er verleugnete ihn und sprach: Frau, ich kenne ihn nicht. 58 Nach kurzer Zeit sah ihn ein anderer und sagte: „Du gehörst auch zu ihnen.“ Petrus aber sprach: „Nein, ich gehöre nicht zu ihnen.“ 59 Und nach etwa einer Stunde bekräftigte er voller Überzeugung: „Wahrlich, dieser Mann war auch mit ihm; denn er ist ein Galiläer.“ 60 Petrus aber sprach: Mensch, ich verstehe nicht, was du sagst. Und sogleich, noch während er redete, krähte der Hahn. 61 Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. 62 Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich. 63 Die Männer aber, die Jesus festhielten, verspotteten ihn und schlugen ihn.
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64 Und sie verbanden ihm die Augen, schlugen ihm ins Gesicht und fragten ihn: Weissage: Wer ist es, der dich geschlagen hat? 65 Und vieles andere lästerten sie gegen ihn. 66 Und als es Tag geworden war, kamen die Ältesten des Volkes, die Hohenpriester und die Schriftgelehrten zusammen und führten ihn in ihren Rat und sprachen: 67 Bist du der Christus? Sage es uns! Und er sprach zu ihnen: Wenn ich es euch sage, werdet ihr es nicht glauben. 68 Und wenn ich euch auch bitte, werdet ihr mir nicht antworten und mich nicht gehen lassen. 69 Von nun an wird der Menschensohn zur Rechten der Macht Gottes sitzen. 70 Da fragten sie alle: Bist du denn der Sohn Gottes? Er aber sprach zu ihnen: Ihr sagt, dass ich es bin. 71 Und sie sagten: Wozu brauchen wir noch Zeugen? Wir haben es ja selbst aus seinem Mund gehört. Lukas 23 1 Und die ganze Volksmenge erhob sich und führte ihn zu Pilatus. 2 Und sie fingen an, ihn anzuklagen und sagten: Wir haben diesen Mann dabei ertappt, wie er das Volk verführt und verbietet, dem Kaiser Steuern zu zahlen, indem er sagt, er selbst sei Christus, ein König. 3 Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er antwortete ihm: Du sagst es. 4 Da sprach Pilatus zu den Hohenpriestern und zum Volk: Ich finde an diesem Mann keine Schuld. 5 Und sie wurden noch heftiger und sagten: Er verstört das Volk und lehrt in ganz Judentum, angefangen von Galiläa bis hierher. 6 Als Pilatus von Galiläa hörte, fragte er, ob der Mann ein Galiläer sei. 7 Als er aber erfuhr, dass er unter die Gerichtsbarkeit des Herodes fiel, sandte er ihn zu Herodes, der sich zu jener Zeit selbst in Jerusalem aufhielt. 8 Als Herodes Jesus sah, freute er sich sehr; denn er hatte sich schon lange danach gesehnt, ihn zu sehen, weil er viel von ihm gehört hatte und hoffte, ein Wunder von ihm zu sehen. 9 Dann befragte er ihn mit vielen Worten; aber er antwortete ihm nichts. 10 Da traten die Hohenpriester und Schriftgelehrten vor und klagten ihn heftig an. 11 Und Herodes und seine Krieger verachteten ihn, verhöhnten ihn, legten ihm ein prächtiges Gewand an und schickten ihn wieder zu Pilatus. 12 Am selben Tag schlossen Pilatus und Herodes Freundschaft; zuvor waren sie nämlich Feinde gewesen. 13 Und Pilatus rief die Hohenpriester, die Obersten und das Volk zusammen. 14 Ich sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Mann zu mir gebracht als einen, der das Volk verführt; und siehe, ich habe ihn vor euch verhört und habe an ihm keine Schuld gefunden in dem, dessen ihr ihn anklagt. 15 Nein, auch Herodes nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, es ist ihm nichts geschehen, was des Todes würdig wäre. 16 Darum werde ich ihn züchtigen und ihn dann freilassen. 17 (Denn er muss ihnen zwangsläufig einen zum Festmahl freilassen.) 18 Und sie schrien alle auf einmal: Weg mit diesem Mann und gebt uns Barabbas frei! 19 (Er wurde wegen eines in der Stadt begangenen Aufruhrs und wegen Mordes ins Gefängnis geworfen.) 20 Pilatus wollte nun Jesus freilassen und redete wieder mit ihnen. 21 Aber sie schrien: Kreuzigt ihn, kreuzigt ihn! 22 Und er sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Ich habe keinen Grund zum Tode an ihm gefunden; darum will ich ihn züchtigen und ihn dann freilassen. 23 Und sie erhoben sogleich laute Stimmen und forderten, dass er gekreuzigt werde. Und ihre Stimmen und die der Hohenpriester setzten sich durch.
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Tod, Begräbnis und Auferstehung Jesu Christi
24 Und Pilatus sprach das Urteil, dass es so geschehen solle, wie sie es verlangten. 25 Und er gab ihnen den frei, der wegen Aufruhrs und Mordes ins Gefängnis geworfen worden war, den sie begehrt hatten; Jesus aber übergab er ihrem Willen. 26 Und als sie ihn abführten, ergriffen sie einen gewissen Simon, einen Mann aus Kyrene, der aus der Gegend kam, und legten ihm das Kreuz auf, damit er es Jesus nachtrage. 27 Und es folgte ihm eine große Menge Volk, darunter viele Frauen, die ihn beklagten und beweinten. 28 Jesus aber wandte sich zu ihnen und sprach: Ihr Töchter Jerusalems, weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und über eure Kinder. 29 Denn siehe, es kommen Tage, da wird man sagen: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäugt haben. 30 Dann werden sie anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallt auf uns!, und zu den Hügeln: Bedeckt uns! 31 Denn wenn sie dies an einem grünen Baum tun, was wird dann erst an einem dürren geschehen? 32 Es wurden aber auch zwei andere Übeltäter mit ihm abgeführt, um hingerichtet zu werden. 33 Und als sie an den Ort kamen, der Golgatha genannt wird, kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter, den einen zur Rechten und den anderen zur Linken. 34 Da sprach Jesus: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Und sie teilten seine Kleider unter sich auf und warfen das Los. 35 Und das Volk stand da und schaute zu. Auch die Oberen spotteten mit ihnen über ihn und sprachen: Andere hat er gerettet; wenn er Christus ist, der Auserwählte Gottes, so rette er sich doch selbst. 36 Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten zu ihm und boten ihm Essig an. 37 Und er sprach: Wenn du der König der Juden bist, so rette dich selbst. 38 Und über ihm wurde auch eine Überschrift geschrieben in griechischen, lateinischen und hebräischen Buchstaben: DIES IST DER KÖNIG DER JUDEN. 39 Und einer der Verbrecher, die mit ihm gehängt wurden, lästerte über ihn und sprach: Bist du Christus, so rette dich selbst und uns. 40 Der andere aber antwortete ihm und wies ihn zurecht: Fürchtest du Gott nicht, da du doch im selben Gericht bist? 41 Und wir auch mit Recht, denn wir empfangen den verdienten Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. 42 Und er sprach zu Jesus: Herr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst. 43 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. 44 Es war um die sechste Stunde, und es kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 45 Und die Sonne verfinsterte sich, und der Vorhang des Tempels zerriss mitten entzwei. 46 Und Jesus rief mit lauter Stimme: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Und als er dies gesagt hatte, verschied er. 47 Als der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott und sprach: Wahrlich, dieser Mann war gerecht. 48 Und das ganze Volk, das zu diesem Schauspiel gekommen war, schlug sich an die Brust und kehrte um. 49 Und alle seine Bekannten und die Frauen, die ihm von Galiläa gefolgt waren, standen in der Ferne und sahen dies alles. 50 Und siehe, da war ein Mann namens Josef, ein Ratgeber; und er war ein guter und gerechter Mann. 51 (Derselbe hatte dem Rat und der Tat der Juden nicht zugestimmt;) er stammte aus Arimathäa, einer Stadt der Juden; auch er wartete auf das Reich Gottes. 52 Dieser Mann ging zu Pilatus und bat ihn um den Leichnam Jesu.
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53 Und er nahm es ab, wickelte es in Leinen und legte es in ein steinernes Grab, in dem noch nie ein Mensch gelegen hatte. 54 Und es war der Rüsttag, und der Sabbat brach an. 55 Auch die Frauen, die mit ihm aus Galiläa gekommen waren, folgten ihm nach und sahen das Grab und wie sein Leichnam hineingelegt wurde. 56 Und sie kehrten zurück und bereiteten wohlriechende Öle und Salben und ruhten den Sabbattag, wie es das Gebot vorschrieb. Lukas 24 1 Am ersten Tag der Woche, sehr früh am Morgen, kamen sie zum Grab und brachten die wohlriechenden Öle mit, die sie zubereitet hatten, und einige andere begleiteten sie. 2 Und sie fanden den Stein vom Grab weggewälzt. 3 Und sie gingen hinein und fanden den Leichnam des Herrn Jesus nicht. 4 Und es geschah, als sie darüber sehr bestürzt waren, siehe, da standen zwei Männer in glänzenden Gewändern bei ihnen: 5 Als sie aber erschraken und ihr Angesicht zur Erde neigten, sprachen sie zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden unter den Toten? 6 Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch, wie er zu euch sprach, als er noch in Galiläa war. 7 Sie sagten: Der Menschensohn muss in die Hände von sündigen Menschen ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen. 8 Und sie erinnerten sich an seine Worte. 9 Und sie kehrten vom Grab zurück und berichteten dies alles den Elf und allen Übrigen. 10 Es waren Maria Magdalena, Johanna, Maria, die Mutter des Jakobus, und andere Frauen, die mit ihnen waren, die den Aposteln diese Dinge berichteten. 11 Und ihre Worte erschienen ihnen wie leeres Gerede, und sie glaubten ihnen nicht. 12 Da stand Petrus auf, lief zum Grab, beugte sich hinunter und sah die Leinentücher allein daliegen. Dann ging er fort und wunderte sich in sich über das, was geschehen war. 13 Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tag in ein Dorf namens Emmaus, das etwa sechzig Stadien von Jerusalem entfernt lag. 14 Und sie redeten miteinander über all das, was geschehen war. 15 Und es geschah, während sie miteinander redeten und miteinander sprachen, dass Jesus selbst hinzutrat und mit ihnen ging. 16 Aber ihre Augen waren verhüllt, dass sie ihn nicht erkannten. 17 Und er sprach zu ihnen: Was sind das für Gespräche, die ihr untereinander führt, wenn ihr unterwegs seid und traurig seid? 18 Einer von ihnen, dessen Name Kleopas war, antwortete ihm: Bist du nur ein Fremder in Jerusalem und hast nichts von dem mitbekommen, was sich dort in diesen Tagen ereignet hat? 19 Und er fragte sie: Was ist los? Sie antworteten ihm: Es geht um Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. 20 Und wie die Hohenpriester und unsere Oberen ihn ausgeliefert haben, um ihn zum Tode zu verurteilen, und ihn gekreuzigt haben. 21 Wir aber vertrauten darauf, dass er es gewesen war, der Israel erlösen sollte; und außerdem ist heute der dritte Tag, seitdem dies alles geschehen ist. 22 Ja, und auch einige Frauen aus unserer Gesellschaft, die früh am Grab waren, haben uns erstaunt. 23 Und als sie seinen Leichnam nicht fanden, kamen sie und sagten, sie hätten auch eine Engelserscheinung gehabt, die ihnen gesagt habe, dass er lebe. 24 Einige von denen, die mit uns waren, gingen zum Grab und fanden es so vor, wie die Frauen gesagt hatten; ihn aber sahen sie nicht.
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25 Da sprach er zu ihnen: Ihr Unverständigen, wie schwer fällt es euch doch im Herzen, alles zu glauben, was die Propheten geredet haben! 26 Musste Christus nicht all dies erleiden und so in seine Herrlichkeit eingehen? 27 Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was ihn betraf. 28 Und sie näherten sich dem Dorf, wohin sie gegangen waren; und er tat, als wolle er noch weitergehen. 29 Doch sie drängten ihn und sagten: „Bleib bei uns! Es ist schon Abend, und der Tag ist weit fortgeschritten.“ Und er ging hinein und blieb bei ihnen. 30 Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, dass er das Brot nahm, es segnete, es brach und es ihnen gab. 31 Da wurden ihre Augen aufgetan, und sie erkannten ihn; und er verschwand vor ihren Augen. 32 Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns die Schriften auslegte? 33 Und sie standen noch in derselben Stunde auf und kehrten nach Jerusalem zurück und fanden die Elf versammelt und die, die mit ihnen waren. 34 Sie sagten: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und ist dem Simon erschienen. 35 Und sie erzählten, was auf dem Weg geschehen war und wie er sich bei ihnen beim Brotbrechen als solcher erwiesen hatte. 36 Und während sie noch redeten, trat Jesus selbst in ihre Mitte und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch. 37 Sie aber erschraken und fürchteten sich sehr und meinten, einen Geist gesehen zu haben. 38 Und er sprach zu ihnen: Warum seid ihr so bestürzt? Warum kommen solche Gedanken in euren Herzen auf? 39 Seht meine Hände und meine Füße an, dass ich es selbst bin. Betastet mich und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe. 40 Und als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Füße. 41 Und als sie vor Freude noch nicht glauben konnten und sich wunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? 42 Und sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch und ein Stück Honigwabe. 43 Und er nahm es und aß vor ihren Augen. 44 Und er sprach zu ihnen: Dies sind die Worte, die ich zu euch geredet habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben steht. 45 Da öffnete er ihnen das Verständnis, damit sie die Schriften verstanden. 46 Und er sprach zu ihnen: So steht es geschrieben, und so musste Christus leiden und am dritten Tage von den Toten auferstehen. 47 Und dass in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden gepredigt werden soll unter allen Völkern, angefangen in Jerusalem. 48 Ihr aber seid Zeugen dieser Dinge. 49 Und siehe, ich sende euch die Verheißung meines Vaters; ihr aber bleibt in der Stadt Jerusalem, bis ihr mit Kraft aus der Höhe ausgerüstet werdet. 50 Und er führte sie hinaus bis nach Bethanien, hob seine Hände auf und segnete sie. 51 Und es geschah, während er sie segnete, dass er von ihnen schied und in den Himmel aufgenommen wurde. 52 Und sie beteten ihn an und kehrten mit großer Freude nach Jerusalem zurück. 53 Und sie waren beständig im Tempel und lobten und priesen Gott. Amen.
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Tod, Begräbnis und Auferstehung Jesu Christi
Johannesevangelium Johannes 18 1 Nachdem Jesus diese Worte gesprochen hatte, ging er mit seinen Jüngern über den Bach Kedron. Dort war ein Garten; er ging hinein, und seine Jünger folgten ihm. 2 Auch Judas, der ihn verriet, kannte den Ort; denn Jesus ging oft mit seinen Jüngern dorthin. 3 Judas aber, der von den Hohenpriestern und Pharisäern eine Schar von Männern und Offizieren erhalten hatte, kam mit Laternen, Fackeln und Waffen dorthin. 4 Jesus aber, der alles wusste, was ihm widerfahren sollte, ging hinaus und sprach zu ihnen: Wen sucht ihr? 5 Sie antworteten ihm: „Jesus von Nazareth!“ Jesus sprach zu ihnen: „ Ich bin es.“ Und auch Judas, der ihn verraten hatte, stand bei ihnen. 6 Als er nun zu ihnen sagte: „Ich bin es“, wichen sie zurück und fielen zu Boden. 7 Da fragte er sie abermals: Wen sucht ihr? Sie antworteten: Jesus von Nazareth. 8 Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr mich also sucht, lasst diese gehen. 9 Damit das Wort erfüllt würde, von dem er gesprochen hatte: Von denen, die du mir gegeben hast, habe ich keinen verloren. 10 Da zog Simon Petrus, der ein Schwert hatte, es und schlug damit den Diener des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab. Der Diener hieß Malchus. 11 Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide! Sollte ich den Kelch, den mir mein Vater gegeben hat, nicht trinken? 12 Da nahmen die Männer, der Hauptmann und die Offiziere der jüdischen Gemeinde Jesus fest und fesselten ihn. 13 Und er führte ihn zuerst zu Annas; denn er war der Schwiegervater von Kaiphas, der in demselben Jahr Hohepriester war. 14 Es war aber Kaiphas, der den Juden riet, dass es gut sei, dass ein Mann für das Volk sterbe. 15 Und Simon Petrus folgte Jesus, und auch ein anderer Jünger; dieser Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus in den Palast des Hohenpriesters hinein. 16 Petrus aber stand draußen vor der Tür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus, redete mit der Türhüterin und ließ Petrus hereinbringen. 17 Da fragte das Türmädchen Petrus: „Bist du nicht auch einer von seinen Jüngern?“ Er antwortete: „Nein.“ 18 Die Diener und Offiziere aber standen dabei, sie hatten ein Kohlenfeuer angezündet, denn es war kalt; und sie wärmten sich daran. Auch Petrus stand bei ihnen und wärmte sich. 19 Da fragte der Hohepriester Jesus nach seinen Jüngern und nach seiner Lehre. 20 Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich zur Welt gesprochen; ich habe immer in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo sich die Juden stets versammeln; und im Verborgenen habe ich nichts gesagt. 21 Warum fragst du mich? Frag doch die, die mich gehört haben, was ich ihnen gesagt habe! Siehe, sie wissen, was ich gesagt habe. 22 Und als er dies gesagt hatte, schlug einer der Diener, die dabeistanden, Jesus mit der Handfläche und sprach: Antwortest du dem Hohenpriester so? 23 Jesus antwortete ihm: Wenn ich Böses gesagt habe, so bezeuge das Böse; wenn ich aber recht habe, warum schlägst du mich? 24 Annas aber hatte ihn gefesselt zu Kaiphas, dem Hohenpriester, geschickt. 25 Simon Petrus aber stand auf und wärmte sich. Da fragten sie ihn: „Bist du nicht auch einer seiner Jünger?“ Er verneinte es und sprach: „Nein.“ 26 Einer der Diener des Hohenpriesters, ein Verwandter, dem Petrus das Ohr abgehackt hatte, sagte: Habe ich dich nicht im Garten mit ihm gesehen? 27 Da leugnete Petrus es erneut; und sogleich stürmte der Hahn. 19
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28 Dann führten sie Jesus von Kaiphas in den Gerichtssaal. Es war noch früh, und sie selbst gingen nicht in den Gerichtssaal hinein, damit sie sich nicht verunreinigen, sondern das Passahmahl essen konnten. 29 Da ging Pilatus zu ihnen hinaus und fragte: Was erhebt ihr gegen diesen Mann? 30 Sie antworteten ihm: Wenn er kein Übeltäter wäre, hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert. 31 Da sprach Pilatus zu ihnen: Nehmt ihn und richtet ihn nach eurem Gesetz! Die Juden aber sprachen zu ihm: Es ist uns nicht erlaubt, jemanden zu töten. 32 Damit sich das Wort Jesu erfülle, das er gesprochen hatte und das andeutete, welchen Tod er sterben würde. 33 Da ging Pilatus wieder in den Gerichtssaal, rief Jesus und sprach zu ihm: Bist du der König der Juden? 34 Jesus antwortete ihm: Sagst du das von dir selbst, oder haben es dir andere von mir gesagt? 35 Pilatus antwortete: Bin ich etwa ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohenpriester haben dich mir ausgeliefert; was hast du getan? 36 Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Reich von dieser Welt wäre, würden meine Diener kämpfen, damit ich nicht den Juden ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Reich nicht von hier. 37 Da fragte ihn Pilatus: „Bist du also ein König?“ Jesus antwortete: „ Du sagst es. Ich bin ein König. Dazu bin ich geboren und dazu bin ich in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“ 38 Pilatus fragte ihn: Was ist Wahrheit? Und als er dies gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und sagte zu ihnen: Ich finde keinerlei Schuld an ihm. 39 Aber ihr habt den Brauch, dass ich euch zum Passahfest einen freilasse; wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden freilasse? 40 Da riefen sie alle erneut: „Nicht dieser, sondern Barabbas!“ Barabbas aber war ein Räuber. Johannes 19 1 Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. 2 Und die Soldaten flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf den Kopf und legten ihm einen Purpurmantel an. 3 Und sie sprachen: Sei gegrüßt, König der Juden! Und sie schlugen ihn mit ihren Händen. 4 Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich bringe ihn zu euch heraus, damit ihr wisst, dass ich keine Schuld an ihm finde. 5 Da trat Jesus hervor, bekleidet mit der Dornenkrone und dem Purpurmantel. Und Pilatus sprach zu ihnen: Seht, welch ein Mensch! 6 Als nun die Hohenpriester und die Beamten ihn sahen, schrien sie: „Kreuzigt ihn! Kreuzigt ihn!“ Pilatus sagte zu ihnen: „Nehmt ihn und kreuzigt ihn! Ich finde keine Schuld an ihm.“ 7 Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach unserem Gesetz muss er sterben, weil er sich selbst zum Sohn Gottes gemacht hat. 8 Als Pilatus nun das hörte, fürchtete er sich umso mehr. 9 Und er ging wieder in den Gerichtssaal und sprach zu Jesus: Woher kommst du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. 10 Da sprach Pilatus zu ihm: Sprichst du nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich die Macht habe, dich zu kreuzigen und die Macht habe, dich freizulassen? 11 Jesus antwortete: Du könntest keinerlei Macht über mich haben, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre; darum hat der, der mich dir ausgeliefert hat, die größere Sünde. 12 Und von nun an suchte Pilatus ihn freizulassen; aber die Juden schrien: Wenn du diesen Mann freilässt, bist du nicht ein Freund des Kaisers; denn wer sich selbst zum König macht, redet gegen den Kaiser.
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13 Als Pilatus das hörte, ließ er Jesus herausführen und setzte sich auf den Richterstuhl an einem Ort, der Pflaster genannt wird, auf Hebräisch aber Gabbatha. 14 Es war die Vorbereitungszeit für das Passahfest, etwa um die sechste Stunde; da sprach er zu den Juden: Seht, euer König! 15 Doch sie schrien: „Weg mit ihm! Weg mit ihm! Kreuzigt ihn!“ Pilatus fragte sie: „Soll ich euren König kreuzigen?“ Die Hohenpriester antworteten: „Wir haben keinen König außer dem Kaiser.“ 16 Da lieferte er ihn ihnen aus, damit er gekreuzigt würde. Und sie nahmen Jesus und führten ihn ab. 17 Und er, der sein Kreuz trug, ging hinaus an einen Ort, der Schädelstätte genannt wird, auf Hebräisch Golgatha. 18 Dort kreuzigten sie ihn und zwei andere mit ihm, je einen zu seiner Rechten und Linken, Jesus aber in der Mitte. 19 Und Pilatus ließ eine Inschrift anfertigen und befestigte sie am Kreuz. Die Inschrift lautete: JESUS VON NAZARETH, DER KÖNIG DER JUDEN. 20 Viele Juden lasen damals diesen Titel, weil der Ort, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag; und er war in Hebräisch, Griechisch und Latein geschrieben. 21 Da sagten die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. 22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. 23 Als die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und teilten sie in vier Teile, jedem Soldaten einen Teil; auch seinen Rock. Der Rock war nahtlos, von oben bis unten durchgewebt. 24 Da sagten sie untereinander: „Wir wollen es nicht zerreißen, sondern darum losen, wem es gehören soll.“ So sollte sich die Schrift erfüllen, die besagt: „Sie teilten meine Kleider unter sich auf und losten um mein Gewand.“ Dies taten die Soldaten. 25 Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Kleophas, und Maria Magdalena. 26 Als Jesus nun seine Mutter und den Jünger, den er liebte, dabeistehen sah, sprach er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! 27 Da sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich nach Hause. 28 Danach, da Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, damit sich die Schrift erfüllte, sprach er: Mich dürstet. 29 Es wurde aber ein Gefäß voll Essig bereitgestellt; und sie füllten einen Schwamm mit Essig, steckten ihn auf Ysop und hielten ihn an seinen Mund. 30 Als Jesus nun den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte sein Haupt und verschied. 31 Da es sich um einen Rüsttag handelte, damit die Leichname am Sabbat nicht am Kreuz blieben (denn dieser Sabbat war ein hoher Feiertag), baten die Juden Pilatus, dass man ihnen die Beine brechen und sie abnehmen möge. 32 Da kamen die Soldaten und brachen dem ersten die Beine und auch dem anderen, der mit ihm gekreuzigt wurde. 33 Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, brachen sie ihm die Beine nicht. 34 Aber einer der Soldaten stieß mit einem Speer in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. 35 Der es aber gesehen hat, hat es bezeugt, und seine Aussage ist wahr; und er weiß, dass er die Wahrheit sagt, damit ihr glaubt. 36 Denn dies geschah, damit das Wort der Schrift erfüllt würde: »Kein Knochen von ihm soll zerbrochen werden.« 37 Und an anderer Stelle heißt es in der Schrift: Sie werden den ansehen, den sie durchbohrt haben.
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38 Danach bat Josef von Arimathäa, ein Jünger Jesu, der sich jedoch aus Furcht vor den Juden heimlich weigerte, Pilatus, ihm die Erlaubnis zu erteilen, den Leichnam Jesu abzunehmen. Pilatus erlaubte es ihm. Josef kam also und nahm den Leichnam Jesu ab. 39 Und es kam auch Nikodemus, der zuerst nachts zu Jesus gekommen war, und brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, ungefähr hundert Pfund schwer. 40 Dann nahmen sie den Leichnam Jesu und wickelten ihn in Leinentücher mit den wohlriechenden Ölen, wie es bei den Juden üblich ist zu bestatten. 41 An dem Ort, wo er gekreuzigt worden war, befand sich ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in das noch nie ein Mensch gelegt worden war. 42 Dort legten sie Jesus also hin, weil es der Rüsttag der Juden war; denn das Grab war nahe. Johannes 20 1 Am ersten Tag der Woche kam Maria Magdalena früh, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. 2 Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. 3 Da gingen Petrus und jener andere Jünger hinaus und kamen zum Grab. 4 So liefen beide zusammen; der andere Jünger aber überholte Petrus und kam als Erster zum Grab. 5 Und er bückte sich und schaute hinein und sah die Leinenkleider daliegen; dennoch ging er nicht hinein. 6 Da kam Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein und sah die Leinentücher daliegen. 7 Und das Schweißtuch, das um seinen Kopf war, lag nicht bei den Leinentüchern, sondern war zusammengerollt an einem besonderen Ort aufbewahrt. 8 Da ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grab gekommen war; und er sah und glaubte. 9 Denn sie kannten die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen musste. 10 Danach kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück. 11 Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte; und während sie weinte, beugte sie sich hinab und schaute in das Grab hinein. 12 Und er sah zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen am Kopfende und einen am Fußende, wo der Leib Jesu gelegen hatte. 13 Und sie sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie sagte zu ihnen: Weil sie meinen Herrn weggenommen haben, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. 14 Und als sie dies gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus stehen; sie erkannte ihn aber nicht. 15 Jesus spricht zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie, die ihn für den Gärtner hielt, spricht zu ihm: Herr, wenn du ihn von hier weggebracht hast, sag mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich will ihn holen. 16 Jesus sagte zu ihr: Maria! Sie wandte sich um und sagte zu ihm: Rabbuni!, was so viel heißt wie: Meister! 17 Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. 18 Maria Magdalena kam und sagte den Jüngern, dass sie den Herrn gesehen habe und dass er ihr dies gesagt habe. 19 Am selben Tag, am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch. 20 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.
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21 Da sagte Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22 Und als er dies gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! 23 Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr sie behaltet, dem sind sie behalten. 24 Thomas aber, einer der Zwölf, genannt Didymus, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Da sagten die anderen Jünger zu ihm: „Wir haben den Herrn gesehen.“ Er aber sprach zu ihnen: „Wenn ich nicht die Nägelmale an seinen Händen sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, werde ich nicht glauben.“ 26 Acht Tage später waren seine Jünger wieder beisammen, und Thomas war bei ihnen. Da kam Jesus, obwohl die Türen verschlossen waren, trat in ihre Mitte und sprach: Friede sei mit euch. 27 Da sprach er zu Thomas: Leg deinen Finger her und sieh meine Hände an; leg deine Hand her und lege sie in meine Seite; und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. 28 Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! 29 Jesus spricht zu ihm: Thomas, weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben. 30 Viele andere Zeichen aber tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht in diesem Buch aufgeschrieben sind: 31 Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben an seinen Namen das Leben habt. Johannes 21 1 Nach diesen Ereignissen erschien Jesus den Jüngern wieder am See Tiberias; und so offenbarte er sich ihnen. 2 Es waren zusammen Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus, Nathanael aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei weitere seiner Jünger. 3 Simon Petrus sagte zu ihnen: „Ich gehe fischen.“ Sie sagten zu ihm: „Wir kommen auch mit dir.“ Sie gingen hinaus und stiegen sogleich in ein Boot; aber in jener Nacht fingen sie nichts. 4 Als es aber Morgen geworden war, stand Jesus am Ufer; aber die Jünger erkannten ihn nicht. 5 Da fragte Jesus sie: Kinder, habt ihr etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. 6 Und er sprach zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Schiffes aus, so werdet ihr etwas finden. Da warfen sie es aus, und nun konnten sie es vor lauter Fischen nicht mehr einholen. 7 Da sagte jener Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: „Es ist der Herr!“ Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich sein Fischerhemd um (denn er war nackt) und stürzte sich ins Meer. 8 Die anderen Jünger aber kamen in einem kleinen Boot; denn sie waren nicht weit vom Land entfernt, sondern etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. 9 Als sie dann an Land kamen, sahen sie dort ein Kohlenfeuer, darauf lagen Fische und Brot. 10 Jesus spricht zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt. 11 Simon Petrus ging hinauf und zog das Netz an Land, voll von großen Fischen, hundertdreiundfünfzig; und obwohl es so viele waren, riss das Netz nicht. 12 Jesus sagte zu ihnen: Kommt und esst! Und keiner der Jünger wagte ihn zu fragen: Wer bist du?, denn sie wussten, dass es der Herr war. 13 Dann kommt Jesus, nimmt Brot und gibt es ihnen, ebenso Fische. 14 Dies ist nun das dritte Mal, dass Jesus sich seinen Jüngern zeigt, nachdem er von den Toten auferstanden ist. 15 Als sie nun gegessen hatten, fragte Jesus Simon Petrus: „ Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich mehr als diese?“ Er antwortete ihm: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Jesus sagte zu ihm: „ Weide meine Lämmer.“ 16 Er fragte ihn zum zweiten Mal: Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich? Er antwortete: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Er sagte zu ihm: Weide meine Schafe.
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17 Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich? Petrus war betrübt, weil er ihn zum dritten Mal fragte: Liebst du mich? Er antwortete ihm: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe. 18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jung warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. 19 Dies sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Und als er dies gesagt hatte, sprach er zu ihm: Folge mir nach! 20 Da wandte sich Petrus um und sah den Jünger, den Jesus liebte, ihm folgen; der sich auch beim Abendessen an seine Brust gelehnt und gesagt hatte: Herr, wer ist es, der dich verrät? 21 Als Petrus ihn sah, fragte er Jesus: Herr, was wird dieser Mann tun? 22 Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht dich das an? Folge du mir nach! 23 Da verbreitete sich unter den Brüdern das Gerücht, dieser Jünger werde nicht sterben. Doch Jesus sagte nicht zu ihm: Er wird nicht sterben, sondern: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht dich das an? 24 Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen Zeugnis ablegt und diese Dinge aufgeschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist. 25 Und es gibt noch vieles andere, was Jesus getan hat; wenn man alles aufschreiben wollte, so würde, meine ich, die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die geschrieben werden müssten. Amen.
Apostelgeschichte Apostelgeschichte 1
1 Die frühere Abhandlung habe ich, o Theophilus, über alles verfasst, was Jesus zu tun und zu lehren begann. 2 Bis zu dem Tag, an dem er in den Himmel aufgenommen wurde, nachdem er durch den Heiligen Geist den Aposteln, die er erwählt hatte, Gebote gegeben hatte: 3 Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden auch lebend durch viele unfehlbare Beweise; er erschien ihnen vierzig Tage lang und redete über die Dinge, die das Reich Gottes betreffen. 4 Und als er mit ihnen zusammen war, gebot er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern auf die Verheißung des Vaters zu warten, von der ihr , wie er sagte, von mir gehört habt. 5 Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden. 6 Als sie nun zusammengekommen waren, fragten sie ihn: Herr, willst du in dieser Zeit das Königtum für Israel wiederherstellen? 7 Und er sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, die Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seiner eigenen Macht festgesetzt hat. 8 Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an die Enden der Erde. 9 Und als er dies gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, sodass sie ihn nicht mehr sahen. 10 Und während sie unverwandt zum Himmel blickten, als er emporfuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen. 11 Sie sagten auch: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen.
Evangelium nach Nikodemus Kapitel 1 1 Annas und Kaiphas und Summas und Datam, Gamaliel, Judas, Levi, Nephtalim, Alexander, Kyrus und andere Juden gingen zu Pilatus wegen Jesus und beschuldigten ihn vieler schwerer Verbrechen.
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Tod, Begräbnis und Auferstehung Jesu Christi
2 Und er sprach: Wir wissen, dass Jesus der Sohn des Zimmermanns Josef ist, der Sohn Marias, und dass er sich selbst als Sohn Gottes und als König ausgibt; und nicht nur das, sondern er versucht auch, den Sabbat und die Gesetze unserer Väter aufzulösen. 3 Pilatus erwiderte: Was verkündet er, und was versucht er aufzulösen? 4 Die Juden sagten zu ihm: Wir haben ein Gesetz, das es verbietet, am Sabbat Heilungen durchzuführen; aber er heilt an diesem Tag Lahme und Taube, Gelähmte, Blinde, Aussätzige und Besessene mit bösen Methoden. 5 Pilatus fragte: Wie kann er das mit bösen Mitteln tun? Sie antworteten: Er ist ein Beschwörer und treibt die Dämonen durch den Fürsten der Dämonen aus; und so wird ihm alles unterworfen. 6 Da sagte Pilatus: „Das Austreiben von Dämonen scheint nicht das Werk eines unreinen Geistes zu sein, sondern es geschieht durch die Kraft Gottes.“ 7 Die Juden antworteten Pilatus: Wir bitten Eure Hoheit, ihn vor Euer Gericht zu laden und ihn selbst anzuhören. 8 Da rief Pilatus einen Boten und fragte ihn: Auf welchem Wege soll Christus hierher gebracht werden? 9 Da ging der Bote hinaus, erkannte Christus und betete ihn an; und breitete den Mantel, den er in der Hand hielt, auf dem Boden aus und sprach: Herr, geh darauf und geh hinein, denn der Statthalter ruft dich. 10 Als die Juden merkten, was der Bote getan hatte, riefen sie Pilatus an: „Warum hast du ihm die Vorladung nicht durch einen Küster, sondern durch einen Boten überbracht? Denn der Bote hatte ihn gesehen, war vor ihm niedergefallen, hatte den Mantel, den er in der Hand hielt, vor sich auf den Boden ausgebreitet und zu ihm gesagt: ‚Herr, der Statthalter lässt dich rufen.‘“ 11 Da rief Pilatus den Boten und sprach: Warum hast du das getan? 12 Der Bote antwortete: Als du mich von Jerusalem zu Alexander sandtest, sah ich Jesus in einer niederen Gestalt auf einer Eselin sitzen, und die Kinder der Hebräer riefen Hosanna und hielten Zweige in ihren Händen. 13 Andere breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus und sprachen: Hilf uns, du im Himmel! Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn! 14 Da schrien die Juden gegen den Boten und sagten: Die Hebräer haben ihre Rufe auf Hebräisch geäußert; wie konntest du, der du ein Grieche bist, Hebräisch verstehen? 15 Der Bote antwortete ihnen: Ich habe einen der Juden gefragt: Was ist das, was die Kinder auf Hebräisch rufen? 16 Und er erklärte es mir und sprach: Sie rufen Hosanna, was übersetzt heißt: O Herr, rette mich! oder: O Herr, rette! 17 Da fragte Pilatus sie: „Warum bezeugt ihr selbst die Worte der Kinder, indem ihr schwiegen? Was hat der Bote denn verbrochen?“ Und sie schwiegen. 18 Da sprach der Statthalter zu dem Boten: Geh hinaus und bemühe dich auf jede erdenkliche Weise, ihn hereinzubringen. 19 Der Bote aber ging hinaus und tat wie zuvor und sprach: Herr, komm herein, denn der Statthalter ruft dich. 20 Und als Jesus von den Feldzeichenträgern hereinkam, die die Banner trugen, verneigten sich deren Oberhäupter und beteten Jesus an. 21 Daraufhin schrien die Juden noch heftiger gegen die Feldzeichen. 22 Pilatus aber sprach zu den Juden: Ich weiß, es gefällt euch nicht, dass sich die Spitzen der Feldzeichen von selbst verneigten und Jesus anbeteten; warum aber klagt ihr gegen die Fahnen, als ob sie sich verneigten und anbeteten? 23 Sie antworteten Pilatus: Wir sahen die Feldzeichen selbst, wie sie sich vor Jesus verneigten und ihn anbeteten. 24 Da rief der Statthalter die Feldherren zusammen und fragte sie: Warum habt ihr das getan?
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25 Die Feldzeichen sagten zu Pilatus: Wir sind alle Heiden und verehren die Götter in Tempeln; wie sollten wir da etwas denken, was es heißt, ihn zu verehren? Wir hielten nur die Feldzeichen in unseren Händen, und sie beugten sich und beteten ihn an. 26 Da sprach Pilatus zu den Synagogenvorstehern: Wählt ihr selbst ein paar starke Männer aus, die die Banner halten sollen; dann werden wir sehen, ob sie sich dann von selbst beugen werden. 27 Da suchten die Ältesten der Juden zwölf der stärksten und fähigsten alten Männer aus und ließen sie die Standarten halten; und sie stellten sich in die Gegenwart des Statthalters. 28 Da sagte Pilatus zu dem Boten: „Nimm Jesus hinaus und bring ihn auf jeden Fall wieder herein!“ Und Jesus und der Bote verließen den Saal. 29 Und Pilatus rief die Feldzeichenträger, die zuvor die Banner getragen hatten, und schwor ihnen, dass er ihnen die Köpfe abhacken würde, wenn sie die Banner nicht auf diese Weise getragen hätten, als Jesus zuvor hereingekommen war. 30 Da befahl der Statthalter Jesus, wieder hereinzukommen. 31 Und der Bote tat, wie er es zuvor getan hatte, und bat Jesus eindringlich, er möge auf seinem Mantel gehen und darauf wandeln; und er ging darauf und trat hinein. 32 Und als Jesus hineinging, neigten sich die Fahnen wie zuvor und beteten ihn an. Kapitel 2 1 Als Pilatus dies sah, fürchtete er sich und wollte von seinem Stuhl aufstehen. 2 Doch als er sich zum Aufstehen überlegte, ließ ihm seine Frau, die in der Ferne stand, sagen: „Lass dich nicht auf diesen Gerechten ein; denn ich habe in dieser Nacht in einer Vision viel seinetwegen gelitten.“ 3 Als die Juden dies hörten, sagten sie zu Pilatus: Haben wir dir nicht gesagt: Er ist ein Zauberer? Siehe, er hat deine Frau träumen lassen. 4 Da rief Pilatus Jesus zu sich und sprach: Du hast gehört, was sie gegen dich aussagen, und gibst keine Antwort? 5 Jesus antwortete: Wenn sie nicht reden könnten, könnten sie nicht reden; da aber jeder über seine eigene Zunge bestimmen kann, Gutes und Böses zu reden, soll er darauf achten. 6 Die Ältesten der Juden aber antworteten Jesus: Worauf sollen wir uns verlassen? 7 Erstens wissen wir von dir, dass du durch Unzucht geboren wurdest; zweitens, dass wegen deiner Geburt die Kinder in Bethlehem getötet wurden; drittens, dass dein Vater und deine Mutter Maria nach Ägypten flohen, weil sie ihrem eigenen Volk nicht trauen konnten. 8 Einige der Juden, die dabeistanden, sagten etwas positiver: Wir können nicht sagen, dass er durch Unzucht geboren wurde; wir wissen aber, dass seine Mutter Maria mit Josef verlobt war, und so wurde er nicht durch Unzucht geboren. 9 Da sagte Pilatus zu den Juden, die behaupteten, er sei durch Unzucht geboren: Eure Aussage ist nicht wahr, da es eine Verlobung gab, wie eure eigenen Leute bezeugen. 10 Annas und Kaiphas sprachen zu Pilatus: Man muss auf diese ganze Volksmenge achten, die schreit, er sei durch Unzucht geboren und ein Zauberer; aber die, die leugnen, dass er durch Unzucht geboren ist, sind seine Proselyten und Jünger. 11 Pilatus fragte Annas und Kaiphas: Wer sind die Proselyten? Sie antworteten: Es sind die Kinder der Heiden, die nicht Juden geworden sind, sondern Anhänger Jesu. 12 Da antworteten Eleaser, Asterius, Antonius, Jakobus, Karas, Samuel, Isaak, Pinees, Krispus, Agrippa, Annas und Judas: Wir sind keine Proselyten, sondern Kinder von Juden und sagen die Wahrheit; wir waren bei Marias Verlobung dabei. 13 Da wandte sich Pilatus an die zwölf Männer, die dies gesagt hatten, und sprach zu ihnen: Ich beschwöre euch beim Leben des Kaisers, dass ihr wahrheitsgemäß aussagt, ob er durch Unzucht geboren wurde und ob das, was ihr berichtet habt, wahr ist.
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14 Sie antworteten Pilatus: Wir haben ein Gesetz, das uns das Schwören verbietet, da es eine Sünde ist. Sollen sie beim Leben des Kaisers schwören, dass es nicht so ist, wie wir gesagt haben, und wir wollen uns damit zufriedengeben, getötet zu werden. 15 Da sagten Annas und Kaiphas zu Pilatus: „Diese zwölf Männer wollen uns nicht glauben, dass wir wissen, dass er von niederer Geburt und ein Zauberer ist, obwohl er vorgibt, der Sohn Gottes und ein König zu sein. Wir glauben das so gar nicht, dass wir beim Hören zittern.“ 16 Da befahl Pilatus allen, hinauszugehen, außer den zwölf Männern, die sagten, er sei nicht durch Unzucht geboren, und Jesus, sich in die Ferne zurückzuziehen, und sprach zu ihnen: Warum wollen die Juden Jesus töten? 17 Sie antworteten ihm: „Sie sind zornig, weil er am Sabbat Heilungen vollbracht hat.“ Pilatus fragte: „Wollen sie ihn etwa für seine guten Taten töten?“ Sie sagten zu ihm: „Ja, Herr.“ Kapitel 3 1 Da wurde Pilatus zornig, ging aus dem Saal hinaus und sprach zu den Juden: Ich rufe die ganze Welt als Zeugen an, dass ich an diesem Mann keine Schuld finde. 2 Die Juden antworteten Pilatus: Wenn er kein böser Mensch gewesen wäre, hätten wir ihn nicht vor dich gebracht. 3 Pilatus sagte zu ihnen: Nehmt ihn gefangen und richtet ihn nach eurem Gesetz. 4 Da sagten die Juden: Es ist uns nicht erlaubt, jemanden zu töten. 5 Pilatus sagte zu den Juden: Das Gebot „Du sollst nicht töten“ gilt euch, aber nicht mir. 6 Und er ging wieder in den Saal hinein, rief Jesus beiseite und sprach zu ihm: Bist du der König der Juden? 7 Jesus antwortete Pilatus: Sprichst du das von dir selbst, oder haben dir die Juden das über mich gesagt? 8 Pilatus antwortete Jesus: Bin ich etwa ein Jude? Das ganze jüdische Volk und seine Obersten haben dich mir ausgeliefert. Was hast du getan? 9 Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so würden meine Diener kämpfen, und ich wäre nicht den Juden ausgeliefert worden. Nun aber ist mein Reich nicht von hier. 10 Pilatus fragte: Bist du also ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich sei ein König. Dazu bin ich geboren und dazu bin ich in die Welt gekommen; dazu bin ich gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege, und jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme. 11 Pilatus fragt ihn: Was ist Wahrheit? 12 Jesus sagte: Die Wahrheit kommt vom Himmel. 13 Pilatus sagte: Darum ist die Wahrheit nicht auf Erden. 14 Jesus sagte zu Pilatus: Glaube, dass die Wahrheit auf Erden bei denen ist, die, wenn sie die Macht des Urteilens haben, sich von der Wahrheit leiten lassen und ein gerechtes Urteil fällen. Kapitel 4 1 Da ließ Pilatus Jesus im Saal zurück, ging hinaus zu den Juden und sagte: Ich finde keine Schuld an Jesus. 2 Die Juden sagten zu ihm: Er aber sagte: Ich kann den Tempel Gottes zerstören und ihn in drei Tagen wieder aufbauen. 3 Pilatus fragt sie: Was für ein Tempel ist das, von dem er spricht? 4 Die Juden sagten zu ihm: Was Salomo sechsundvierzig Jahre lang gebaut hat, das hat er gesagt, das will er zerstören und in drei Tagen wieder aufbauen. 5 Pilatus sagte abermals zu ihnen: Ich bin unschuldig am Blut dieses Mannes; seht darauf. 6 Die Juden sagten zu ihm: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ Da rief Pilatus die Ältesten, Schriftgelehrten, Priester und Leviten zusammen und sagte unter vier Augen zu ihnen:
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„Handelt nicht so! Ich habe in eurer Anklage nichts gefunden, was ihn der Heilung Kranker oder der Missachtung des Sabbats bezichtigt und den Tod verdient.“ 7 Die Priester und Leviten antworteten Pilatus: Beim Leben des Kaisers! Wer Gott lästert, der ist des Todes würdig; dieser aber hat den Herrn gelästert. 8 Da befahl der Statthalter den Juden abermals, den Saal zu verlassen; und rief Jesus zu sich und sprach zu ihm: Was soll ich mit dir tun? 9 Jesus antwortete ihm: Tue, wie es geschrieben steht. 10 Pilatus fragte ihn: Wie steht es geschrieben? 11 Jesus spricht zu ihm: Mose und die Propheten haben über mein Leiden und meine Auferstehung geweissagt. 12 Als die Juden dies hörten, wurden sie wütend und sagten zu Pilatus: Warum willst du dir die Gotteslästerung dieses Mannes noch länger anhören? 13 Pilatus spricht zu ihnen: Wenn euch diese Worte als Gotteslästerung erscheinen, so nehmt ihn fest, bringt ihn vor euer Gericht und richtet ihn nach eurem Gesetz. 14 Die Juden antworteten Pilatus: Unser Gesetz sagt, dass er neununddreißig Schläge empfangen muss; wenn er aber auf diese Weise den Herrn lästert, soll er gesteinigt werden. 15 Pilatus spricht zu ihnen: Wenn seine Rede Gotteslästerung war, so richtet ihn nach eurem Gesetz. 16 Die Juden sagten zu Pilatus: Unser Gesetz gebietet uns, niemanden zu töten; wir wünschen aber, dass er gekreuzigt werde, denn er hat den Tod am Kreuz verdient. 17 Pilatus spricht zu ihnen: Es ist nicht recht, dass er gekreuzigt werde; er soll nur gegeißelt und weggeschickt werden. 18 Als aber der Statthalter das anwesende Volk und die Juden ansah, sah er viele Juden weinen und sagte zu den Hohenpriestern der Juden: „Nicht das ganze Volk wünscht seinen Tod.“ 19 Die Ältesten der Juden antworteten Pilatus: Wir und das ganze Volk sind gerade deshalb hierher gekommen, damit er sterbe. 20 Pilatus fragt sie: Warum muss er sterben? 21 Sie sagten zu ihm: Weil er sich selbst als Sohn Gottes und als König ausgibt. Kapitel 5 1 Aber Nikodemus, ein Jude, trat vor den Statthalter und sprach: Ich bitte dich, gerechter Richter, mir die Freiheit zu gewähren, einige Worte zu sprechen. 2 Pilatus sagte zu ihm: Sprich weiter. 3 Nikodemus sagte: Ich habe zu den Ältesten der Juden, den Schriftgelehrten, den Priestern und den Leviten und der ganzen Menge der Juden in ihrer Versammlung gesprochen: Was wollt ihr mit diesem Mann tun? 4 Er ist ein Mann, der viele nützliche und glorreiche Wunder vollbracht hat, wie sie kein Mensch vor ihm vollbracht hat und je wieder vollbringen wird. Lasst ihn gehen und tut ihm kein Leid; wenn er von Gott kommt, werden seine Wunder (seine wundersamen Heilungen) andauern; wenn er aber von Menschen kommt, werden sie vergeblich sein. 5 Als Mose von Gott nach Ägypten gesandt wurde, vollbrachte er vor dem Pharao, dem König von Ägypten, die Wunder, die Gott ihm geboten hatte. Und obwohl die Zauberer dieses Landes, Jannes und Jambres, durch ihre Zauberei dieselben Wunder vollbrachten wie Mose, konnten sie doch nicht alles vollbringen, was er vollbracht hatte. 6 Und die Wunder, die die Magier vollbrachten, waren nicht von Gott, wie ihr wisst, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer; sondern die, die sie vollbrachten, kamen um mit allen, die ihnen glaubten. 7 Und nun lasst diesen Mann gehen; denn die Wundertaten, derer ihr ihn beschuldigt, sind von Gott, und er ist des Todes nicht würdig. 8 Da sagten die Juden zu Nikodemus: Bist du etwa sein Jünger geworden und redest zu seinen Gunsten?
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9 Nikodemus sagte zu ihnen: Ist etwa auch der Statthalter sein Jünger geworden und hält er Reden für ihn? Hat ihn nicht der Kaiser auf dieses hohe Amt gesetzt? 10 Als die Juden dies hörten, erschraken sie und knirschten mit den Zähnen gegen Nikodemus und sagten zu ihm: Mögest du seine Lehre für wahr halten und dein Teil mit Christus haben! 11 Nikodemus antwortete: Amen, ich will seine Lehre annehmen und mein Teil mit ihm teilen, wie ihr gesagt habt. 12 Da stand ein anderer Jude auf und bat den Statthalter um Erlaubnis, ihn einige Worte anhören zu dürfen. 13 Und der Statthalter sprach: Sprich, was du meinst. 14 Und er sprach: Ich lag achtunddreißig Jahre lang am Schafsteich in Jerusalem und litt unter einer schweren Krankheit und wartete auf meine Heilung durch das Kommen eines Engels, der zu einer bestimmten Zeit das Wasser bewegte; und wer als Erster nach der Bewegung des Wassers hineinstieg, wurde von jeder Krankheit, die er hatte, geheilt. 15 Als Jesus mich dort liegen sah, fragte er mich: Willst du gesund werden? Ich antwortete: Herr, ich habe niemanden, der mich in den Teich zurückbringen könnte, wenn das Wasser in Aufruhr gerät. 16 Und er sprach zu mir: Steh auf, nimm dein Bett und geh! Und sogleich wurde ich gesund, nahm mein Bett und ging. 17 Da sagten die Juden zu Pilatus, unserem Herrn Statthalter, fragen Sie ihn doch, an welchem Tag er von seiner Krankheit geheilt wurde. 18 Der Kranke antwortete: Es war am Sabbat. 19 Die Juden sagten zu Pilatus: Haben wir nicht gesagt, dass er seine Heilungen am Sabbat vollbrachte und die Dämonen durch den Fürsten der Dämonen austrieb? 20 Da trat ein anderer Jude hervor und sagte: Ich bin blind, höre Geräusche, sehe aber niemanden; und als Jesus weiterging, hörte ich die Volksmenge vorbeiziehen und fragte: Was ist da? 21 Sie sagten mir, Jesus gehe vorbei. Da rief ich: „Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ Und er blieb stehen, befahl, mich zu ihm zu bringen, und fragte mich: „Was willst du?“ 22 Ich sagte: Herr, dass ich mein Augenlicht wiedererlangen möge. 23 Er sprach zu mir: Du kannst wieder sehen! Und sogleich sah ich und folgte ihm nach, freute mich und dankte. 24 Ein anderer Jude trat ebenfalls hervor und sagte: Ich war aussätzig; und er heilte mich allein durch sein Wort, indem er sprach: Ich will, sei rein! Und sogleich war ich von meinem Aussatz geheilt. 25 Da trat ein anderer Jude hervor und sprach: Ich war krumm, und er hat mich durch sein Wort gerade gemacht. 26 Und eine gewisse Frau namens Veronika sagte: Ich litt zwölf Jahre lang an Blutungen; und als ich den Saum seines Gewandes berührte, hörte meine Blutung auf. 27 Da sagten die Juden: Wir haben ein Gesetz, dass eine Frau nicht als Zeugin zugelassen werden darf. 28 Und nach anderen Dingen sagte ein anderer Jude: Ich sah Jesus mit seinen Jüngern zu einer Hochzeit eingeladen, und es herrschte Weinmangel in Kana in Galiläa. 29 Als der Wein ausgetrunken war, befahl er den Dienern, sechs Krüge, die dort standen, mit Wasser zu füllen. Sie füllten sie bis zum Rand, er segnete sie und verwandelte das Wasser in Wein. Und das ganze Volk trank und staunte über dieses Wunder. 30 Da trat ein anderer Jude vor und sprach: Ich sah Jesus in der Synagoge in Kapernaum lehren; und in der Synagoge war ein Mann, der von einem Dämon besessen war; und er schrie: Lass mich in Ruhe! Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, dass du der Heilige Gottes bist. 31 Jesus aber gebot ihm und sprach: Schweig, du unreiner Geist, und fahr aus von dem Menschen! Und sogleich fuhr er aus von ihm und tat ihm keinerlei Leid.
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32 Ein Pharisäer sagte Folgendes: Ich sah, dass eine große Menge Menschen aus Galiläa und Judäa, von der Küste und aus vielen Ländern rund um den Jordan zu Jesus kam; und viele Kranke kamen zu ihm, und er heilte sie alle. 33 Und ich hörte die unreinen Geister schreien und sagen: „Du bist der Sohn Gottes!“ Jesus aber gebot ihnen streng, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten. 34 Danach sagte ein anderer Mann, namens Centurio: Ich sah Jesus in Kapernaum und bat ihn: Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause. 35 Und Jesus sagte zu mir: Ich werde kommen und ihn heilen. 36 Aber ich sprach: Herr, ich bin nicht würdig, dass du unter mein Dach kommst; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund werden. 37 Und Jesus sprach zu mir: Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und mein Diener war von jener Stunde an gesund. 38 Da sagte ein gewisser Adliger: Ich hatte einen Sohn in Kapernaum, der im Sterben lag; und als ich hörte, dass Jesus nach Galiläa gekommen war, ging ich hin und bat ihn, er möge zu mir herunterkommen und meinen Sohn heilen, denn er lag im Sterben. 39 Er aber sprach zu mir: Geh hin, dein Sohn lebt. 40 Und mein Sohn war von dieser Stunde an geheilt. 41 Darüber hinaus riefen auch viele andere Juden, Männer wie Frauen: Er ist wahrhaftig der Sohn Gottes, der alle Krankheiten allein durch sein Wort heilt und dem die Dämonen gänzlich untertan sind. 42 Einige von ihnen sagten weiter: „Diese Kraft kann nur von Gott kommen.“ 43 Pilatus sagte zu den Juden: Warum unterwerfen sich eure Ärzte nicht den Dämonen? 44 Einige von ihnen sagten: Die Macht, Dämonen zu unterwerfen, kann nur von Gott kommen. 45 Andere aber sagten zu Pilatus, er habe Lazarus von den Toten auferweckt, nachdem dieser vier Tage im Grab gelegen hatte. 46 Als der Statthalter dies hörte, sprach er zitternd zu der Menge der Juden: Was nützt es euch, unschuldiges Blut zu vergießen? Kapitel 6 1 Da rief Pilatus Nikodemus und die fünfzehn Männer zusammen, die sagten, Jesus sei nicht durch Unzucht geboren, und sprach zu ihnen: Was soll ich tun, da es wohl zu einem Aufruhr unter dem Volk kommen wird? 2 Sie sagten zu ihm: Wir wissen es nicht; die, die den Aufruhr verursachen, sollen es sich ansehen. 3 Da rief Pilatus die Volksmenge wieder zusammen und sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass es bei euch Brauch ist, dass ich euch am Passahfest einen Gefangenen freilasse. 4 Ich habe einen bekannten Gefangenen, einen Mörder, der Barabbas heißt, und Jesus, der Christus genannt wird. Ich finde nichts an ihnen, was den Tod verdient. Welchen von beiden meinst du, dass ich euch freilassen sollte? 5 Sie alle schreien auf und sagen: Gib uns Barabbas frei. 6 Pilatus fragt sie: Was soll ich nun mit Jesus tun, der Christus genannt wird? 7 Sie alle antworteten: Er soll gekreuzigt werden. 8 Da schreien sie wieder und sagen zu Pilatus: „Bist du nicht ein Freund des Kaisers, wenn du diesen Mann freilässt? Denn er hat erklärt, er sei der Sohn Gottes und ein König. Willst du etwa, dass er König werde und nicht der Kaiser?“ 9 Da wurde Pilatus zornig und sprach zu ihnen: Euer Volk ist immerwährend aufrührerisch, und ihr seid immer gegen die, die euch gedient haben. 10 Die Juden antworteten: Wer sind diejenigen, die uns nützlich gewesen sind? 11 Pilatus antwortete ihnen: Euer Gott, der euch aus der harten Knechtschaft der Ägypter befreit hat und euch über das Rote Meer geführt hat, als wäre es trockenes Land, und euch in der Wüste mit
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Manna und Wachtelfleisch gespeist hat und Wasser aus dem Felsen hervorgebracht hat und euch ein Gesetz vom Himmel gegeben hat: 12 Ihr habt ihn auf jede erdenkliche Weise gereizt und euch ein gegossenes Kalb gewünscht, es angebetet und ihm Opfer dargebracht und gesagt: „Das sind deine Götter, Israel, die dich aus dem Land Ägypten geführt haben.“ 13 Deshalb war euer Gott geneigt, euch zu vernichten; aber Mose legte Fürbitte für euch ein, und euer Gott erhörte ihn und vergab euch eure Schuld. 14 Danach geriett ihr in Wut gegen eure Propheten Mose und Aaron und wolltet sie töten, als sie in die Stiftshütte flohen; und ihr murrtet ständig gegen Gott und seine Propheten. 15 Und er stand von seinem Richterstuhl auf und wollte hinausgehen; aber die Juden schrien alle: Wir erkennen den Kaiser als König an und nicht Jesus. 16 Als dieser Mann geboren war, kamen die Weisen und brachten ihm Geschenke dar. Als Herodes dies hörte, erschrak er sehr und wollte ihn töten. 17 Als sein Vater dies erfuhr, floh er mit ihm und seiner Mutter Maria nach Ägypten. Herodes aber, der von seiner Geburt hörte, wollte ihn töten lassen; und so sandte er Boten aus und ließ alle Kinder in Bethlehem und Umgebung, die zwei Jahre alt waren und jünger, umbringen. 18 Als Pilatus dies hörte, fürchtete er sich; und er befahl dem lärmenden Volk zu schweigen und sprach zu Jesus: Bist du etwa ein König? 19 Alle Juden antworteten Pilatus: „Er ist derjenige, den Herodes umbringen lassen wollte.“ 20 Da nahm Pilatus Wasser, wusch sich vor dem Volk die Hände und sprach: Ich bin unschuldig am Blut dieses Gerechten; seht es euch an. 21 Die Juden antworteten: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder. 22 Da befahl Pilatus, Jesus vor ihn zu bringen, und sprach zu ihm: 23 Dein eigenes Volk hat dich angeklagt, dich selbst zum König gemacht zu haben; darum verurteile ich, Pilatus, dich nach den Gesetzen der früheren Statthalter auszupeitschen; und dass du zuerst gefesselt und dann an dem Ort, wo du jetzt Gefangener bist, an ein Kreuz gehängt wirst; und auch zwei Verbrecher mit dir, deren Namen Dimas und Gestas sind. Kapitel 7 1 Dann ging Jesus aus dem Saal hinaus, und die beiden Räuber folgten ihm. 2 Und als sie an den Ort kamen, der Golgatha heißt, zogen sie ihm die Kleider aus, gürteten ihn mit einem Leinentuch, setzten ihm eine Dornenkrone auf und gaben ihm ein Schilfrohr in die Hand. 3 Ebenso verfuhren sie mit den beiden Räubern, die mit ihm gekreuzigt wurden, Dimas zu seiner Rechten und Gestas zu seiner Linken. 4 Jesus aber sprach: Mein Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun. 5 Und sie verteilten seine Kleider unter sich und warfen das Los um sein Gewand. 6 Das Volk aber blieb stehen, und die Hohenpriester und Ältesten der Juden verspotteten ihn und sagten: Andere hat er gerettet, nun soll er sich selbst retten, wenn er kann; wenn er der Sohn Gottes ist, soll er jetzt vom Kreuz herabsteigen. 7 Die Soldaten verspotteten ihn auch und nahmen Essig und Galle, reichten es ihm zu trinken und sprachen zu ihm: Wenn du der König der Juden bist, so rette dich! 8 Da nahm Longinus, ein Soldat, einen Speer, 1 durchbohrte ihn in die Seite, und sogleich flossen Blut und Wasser heraus. 9 Und Pilatus ließ die Inschrift in hebräischen, lateinischen und griechischen Buchstaben auf das Kreuz schreiben, nämlich: Dies ist der König der Juden. 10 Aber einer der beiden Räuber, die mit Jesus gekreuzigt wurden, mit Namen Gestas, sagte zu Jesus: Wenn du der Christus bist, so rette dich selbst und uns. 11 Der Dieb aber, der zu seiner Rechten gekreuzigt war, mit Namen Dimas, antwortete ihm, wies ihn zurecht und sprach: Fürchtest du Gott nicht, der zu dieser Strafe verurteilt ist? Wir empfangen ja recht und gerecht die Schuld unserer Taten; aber dieser Jesus, was hat Böses getan?
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12 Nach diesem Seufzen sagte er zu Jesus: Herr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst. 13 Jesus antwortete ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. Kapitel 8 1 Und es war um die sechste Stunde, und es kam eine Finsternis über das ganze Angesicht der Erde bis zur neunten Stunde. 2 Und während die Sonne verfinstert war, siehe, der Vorhang des Tempels zerriss von oben bis unten; und auch die Felsen zerrissen, und die Gräber öffneten sich, und viele Leiber von Heiligen, die entschlafen waren, wurden auferweckt. 3 Um die neunte Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Hely, Hely, lama zabacthani?, was übersetzt heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 4 Nach diesen Dingen sprach Jesus: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist. Und als er dies gesagt hatte, verschied er. 5 Als aber der Hauptmann sah, dass Jesus so schrie und starb, pries er Gott und sprach: Wahrlich, dieser war ein gerechter Mann. 6 Und alle, die dabeistanden, waren über den Anblick sehr bestürzt; und als sie über das Geschehene nachdachten, schlugen sie sich an die Brust und kehrten dann in die Stadt Jerusalem zurück. 7 Der Hauptmann ging zum Statthalter und berichtete ihm alles, was geschehen war. 8 Als er aber all dies gehört hatte, war er sehr betrübt. 9 Und er rief die Juden zusammen und sprach zu ihnen: Habt ihr das Wunder der Sonnenfinsternis gesehen und die anderen Dinge, die geschahen, während Jesus im Sterben lag? 10 Als die Juden dies hörten, antworteten sie dem Statthalter: „Die Sonnenfinsternis ist zu ihrer üblichen Zeit geschehen.“ 11 Alle aber, die mit Christus bekannt waren, standen in der Ferne, ebenso wie die Frauen, die Jesus von Galiläa an gefolgt waren, und beobachteten all dies. 12 Und siehe, ein Mann aus Arimathäa namens Josef, der auch ein Jünger Jesu war, aber nicht offenkundig, aus Furcht vor den Juden, kam zu dem Statthalter und bat ihn, ihm zu erlauben, den Leichnam Jesu vom Kreuz abzunehmen. 13 Und der Statthalter erlaubte es ihm. 14 Und Nikodemus kam und brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe mit, ungefähr hundert Pfund schwer; und sie nahmen Jesus unter Tränen vom Kreuz ab und banden ihn in Leinentücher mit Gewürzen, wie es bei den Juden Brauch war, ihn zu begraben. 15 Und sie legten ihn in ein neues Grab, das Josef hatte bauen und aus einem Felsen heraushauen lassen, in dem noch nie ein Mensch gelegen hatte; und sie wälzten einen großen Stein vor den Eingang des Grabes. Kapitel 9 1 Als die ungerechten Juden hörten, dass Josef gebettelt und den Leichnam Jesu begraben hatte, suchten sie Nikodemus auf; und jene fünfzehn Männer, die vor dem Statthalter bezeugt hatten, dass Jesus nicht durch Unzucht geboren wurde, und andere rechtschaffene Menschen, die ihm gegenüber Gutes getan hatten. 2 Als sich aber alle aus Furcht vor den Juden verbargen, trat Nikodemus allein zu ihnen und sprach: Wie können solche Leute in die Synagoge gehen? 3 Die Juden antworteten ihm: Wie konntest du es wagen, in die Synagoge zu gehen, der du mit Christus verbündet warst? Dein Schicksal soll mit ihm im Jenseits sein. 4 Nikodemus antwortete: Amen, so sei es, dass ich mit ihm in seinem Reich Anteil habe. 5 Ebenso sprach Josef, als er zu den Juden kam, zu ihnen: Warum seid ihr zornig auf mich, weil ich den Leichnam Jesu des Pilatus begehre? Seht, ich habe ihn in mein Grab gelegt und in reines Leinen gewickelt und einen Stein vor den Eingang des Grabes gelegt.
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6 Ich habe ihm gegenüber gerecht gehandelt; ihr aber habt ungerecht gehandelt und den Gerechten entsetzt, indem ihr ihn gekreuzigt, ihm Essig zu trinken gegeben, ihn mit Dornen gekrönt, seinen Leib mit Geißeln zerrissen und die Schuld seines Blutes auf euch herabgerufen habt. 7 Als die Juden dies hörten, gerieten sie in Unruhe und waren bestürzt. Sie ergriffen Josef und befahlen, ihn noch vor dem Sabbat in Gewahrsam zu nehmen und ihn dort bis zum Ende des Sabbats festzuhalten. 8 Da sagten sie zu ihm: Bekenne deine Schuld! Denn es ist in dieser Zeit nicht erlaubt, dir etwas anzutun, bis zum ersten Tag der Woche. Wir wissen aber, dass du eines Begräbnisses nicht würdig erachtet wirst; vielmehr wollen wir dein Fleisch den Vögeln des Himmels und den Tieren des Feldes geben. 9 Joseph antwortete: „Diese Rede gleicht der Rede des stolzen Goliath, der den lebendigen Gott verhöhnte, indem er gegen David redete. Ihr Schriftgelehrten und Rechtsgelehrten aber wisst, dass Gott durch den Propheten spricht: ‚Mein ist die Rache, und ich werde euch ein Übel vergelten, das dem gleich ist, was ihr mir angedroht habt.‘“ 10 Der Gott, den ihr ans Kreuz gehängt habt, kann mich aus eurer Hand erretten. All eure Bosheit wird auf euch zurückfallen. 11 Denn der Statthalter wusch sich die Hände und sagte: „Ich bin rein vom Blut dieses Gerechten.“ Ihr aber antwortetet und schriet: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder! Wie ihr gesagt habt, sollt ihr für immer umkommen.“ 12 Als die Ältesten der Juden diese Worte hörten, gerieten sie in großen Zorn; und sie ergriffen Josef und sperrten ihn in eine Kammer ohne Fenster; sie verriegelten die Tür und versiegelten das Schloss. 13 Und Annas und Kaiphas stellten eine Wache darauf und berieten sich mit den Priestern und Leviten, dass sie sich alle nach dem Sabbat versammeln sollten, und sie beschlossen, wie sie Josef hinrichten sollten. 14 Nachdem dies geschehen war, befahlen die Fürsten, Annas und Kaiphas, Josef vorzuführen. Kapitel 10 1 Als die ganze Versammlung dies hörte, staunten sie und waren erstaunt, denn sie fanden dasselbe Siegel am Schloss der Kammer und konnten Josef nicht finden. 2 Da gingen Annas und Kaiphas hinaus, und während alle noch staunten, dass Josef fort war, siehe, da sprach einer der Soldaten, die das Grab Jesu bewachten, in der Versammlung. 3 Während sie das Grab Jesu bewachten, geschah ein Erdbeben; und wir sahen einen Engel Gottes, der den Stein vom Grab wegwälzte und sich darauf setzte. 4 Und sein Angesicht war wie ein Blitz und sein Gewand wie Schnee; und wir wurden vor Furcht wie Tote. 5 Und wir hörten einen Engel zu den Frauen am Grab Jesu sagen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus sucht, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, wie er es vorhergesagt hat. 6 Kommt und seht die Stelle, wo er hingelegt wurde; und geht sogleich hin und sagt seinen Jüngern, dass er von den Toten auferstanden ist; und er wird euch nach Galiläa vorausgehen; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat. 7 Da riefen die Juden alle Soldaten zusammen, die das Grab Jesu bewachten, und fragten sie: Wer sind diese Frauen, zu denen der Engel gesprochen hat? Warum habt ihr sie nicht festgenommen? 8 Die Soldaten antworteten: Wir wissen nicht, wer die Frauen waren; außerdem sind wir vor Angst wie tot, wie hätten wir da die Frauen ergreifen können? 9 Die Juden sagten zu ihnen: So wahr der Herr lebt, wir glauben euch nicht. 10 Die Soldaten antworteten den Juden: „Als ihr Jesus so viele Wunder tun saht und hörtet und ihm nicht glaubtet, wie solltet ihr uns dann glauben? Ihr habt recht gesagt: So wahr der Herr lebt, denn der Herr lebt wahrhaftig.“ 11 Wir haben gehört, dass ihr Josef, der den Leichnam Jesu begraben hatte, in einem verschlossenen Zimmer eingesperrt habt. Als ihr es öffnetet, fandet ihr ihn nicht mehr darin.
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12 Wenn ihr nun Josef, den ihr in der Kammer bewacht habt, vorführt, werden wir Jesus vorführen, den wir im Grab bewacht haben. 13 Die Juden antworteten: „Wir wollen Josef hervorbringen; bringt ihr Jesus hervor!“ Josef aber ist in seiner Stadt Arimathäa. 14 Die Soldaten antworteten: Wenn Josef in Arimathäa und Jesus in Galiläa ist, so haben wir den Engel den Frauen sagen hören. 15 Als die Juden dies hörten, fürchteten sie sich und sagten untereinander: Wenn diese Dinge aber bekannt werden, dann werden alle an Jesus glauben. 16 Da sammelten sie eine große Summe Geld und gaben sie den Soldaten mit den Worten: Sagt dem Volk, dass die Jünger Jesu in der Nacht, als ihr schlieft, gekommen sind und den Leichnam Jesu gestohlen haben; und wenn Pilatus, der Statthalter, davon hört, werden wir ihn zufriedenstellen und euch in Sicherheit bringen. 17 Die Soldaten nahmen also das Geld und sagten, was ihnen die Juden befohlen hatten; und ihre Geschichte verbreitete sich unter dem Volk. 18 Aber ein gewisser Priester Pinees, Ada, ein Lehrmeister, und ein Levit namens Ageus, die drei kamen von Galiläa nach Jerusalem und sagten den Hohenpriestern und allen, die in den Synagogen waren: 19 Wir haben Jesus, den ihr gekreuzigt habt, mit seinen elf Jüngern reden sehen. Er saß mitten unter ihnen auf dem Ölberg und sagte zu ihnen: 20 Geht hinaus in alle Welt und verkündet das Evangelium allen Völkern; tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes; und jeder, der glaubt und getauft wird, wird gerettet werden. 21 Und als er dies zu seinen Jüngern gesagt hatte, sahen wir ihn in den Himmel auffahren. 22 Als die Hohenpriester, die Ältesten und die Leviten dies hörten, sagten sie zu den drei Männern: Gebt dem Gott Israels die Ehre und bekennt vor ihm, ob das, was ihr gesehen und gehört habt, wahr ist. 23 Sie antworteten: So wahr der Herr unserer Väter lebt, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, so wie wir Jesus mit seinen Jüngern reden hörten und so wie wir ihn in den Himmel auffahren sahen, so haben wir euch die Wahrheit gesagt. 24 Die drei Männer antworteten weiter und sagten: Wenn wir nicht bekennen würden zu den Worten, die wir Jesus sprechen hörten, und dass wir ihn in den Himmel auffahren sahen, so würden wir uns der Sünde schuldig machen. 25 Da standen die Hohenpriester sogleich auf, hielten das Buch des Gesetzes in ihren Händen und beschworen diese Männer: Ihr sollt von nun an nicht mehr das sagen, was ihr über Jesus geredet habt. 26 Und sie gaben ihnen eine große Geldsumme und sandten andere Leute mit ihnen, die sie in ihr eigenes Land geleiten sollten, damit sie auf keinen Fall in Jerusalem bleiben müssten. 27 Da versammelten sich alle Juden und brachten ihre tiefste Besorgnis zum Ausdruck: „Was ist dieses außergewöhnliche Ereignis, das in Jerusalem geschehen ist?“ 28 Annas und Kaiphas aber trösteten sie und sprachen: Warum sollten wir den Soldaten glauben, die das Grab Jesu bewachten, wenn sie uns sagen, dass ein Engel den Stein vom Eingang des Grabes weggewälzt hat? 29 Vielleicht haben es ihnen seine eigenen Jünger gesagt und ihnen Geld gegeben, damit sie es sagen, und sie selbst haben den Leichnam Jesu weggenommen. 30 Bedenkt außerdem, dass Fremden kein Vertrauen geschenkt werden kann, denn auch sie haben viel Geld von uns genommen und uns gemäß unseren Anweisungen Auskunft gegeben. Sie müssen entweder uns oder den Jüngern Jesu treu sein.
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Kapitel 11 1 Da stand Nikodemus auf und sprach: Ihr habt recht, ihr Söhne Israels, ihr habt gehört, was jene drei Männer beim Gesetz Gottes geschworen haben, die sagten: Wir haben Jesus mit seinen Jüngern auf dem Ölberg reden sehen und wir haben ihn in den Himmel auffahren sehen. 2 Und die Schrift lehrt uns, dass der selige Prophet Elia in den Himmel aufgenommen wurde. Als die Prophetensöhne Elisa fragten: „Wo ist unser Vater Elia?“, antwortete er ihnen: „Er ist in den Himmel aufgenommen worden.“ 3 Da sprachen die Prophetensöhne zu ihm: Vielleicht hat ihn der Geist auf einen der Berge Israels entrückt; vielleicht werden wir ihn dort finden. Und sie baten Elisa darum, und er ging drei Tage mit ihnen umher, aber sie konnten ihn nicht finden. 4 Und nun hört mir zu, ihr Söhne Israels, und lasst uns Männer in die Berge Israels senden, damit nicht etwa der Geist Jesus entrückt hat; vielleicht finden wir ihn dort und werden zufrieden sein. 5 Und der Rat des Nikodemus gefiel dem ganzen Volk; und sie sandten Männer aus, die Jesus suchten, aber sie konnten ihn nicht finden. Und als sie zurückkehrten, sagten sie: Wir sind überall hingegangen, aber haben Jesus nicht gefunden; aber Josef haben wir in seiner Stadt Arimathäa gefunden. 6 Als die Obersten dies hörten, und das ganze Volk freuten sich und priesen den Gott Israels, weil Josef gefunden worden war, den sie in einem Gemach eingesperrt hatten und nicht finden konnten. 7 Und als sie eine große Versammlung gebildet hatten, fragten die Hohenpriester: Wie sollen wir Josef zu uns bringen, damit er mit uns redet? 8 Und sie nahmen einen Zettel, schrieben ihn an ihn und sprachen: Friede sei mit dir und deiner ganzen Familie! Wir wissen, dass wir gegen Gott und dich gesündigt haben. Kommt doch bitte zu uns, euren Vätern, denn wir waren völlig überrascht von eurer Flucht aus dem Gefängnis. 9 Wir wissen, dass wir böswillig gegen dich vorgegangen sind, und dass der Herr dich beschützt und dich vor unseren Plänen bewahrt hat. Friede sei mit dir, Josef, der du beim ganzen Volk hohes Ansehen genießt. 10 Und sie wählten sieben von Josefs Freunden aus und sagten zu ihnen: Wenn ihr zu Josef kommt, grüßt ihn in Frieden und gebt ihm diesen Brief. 11 Als die Männer also zu Josef kamen, grüßten sie ihn in Frieden und gaben ihm den Brief. 12 Und als Josef dies gelesen hatte, sprach er: Gepriesen sei der Herr, mein Gott, der mich von den Israeliten errettet hat, sodass sie mein Blut nicht vergießen konnten. Gepriesen sei Gott, der mich unter seinen Flügeln beschützt hat. 13 Und Josef küsste sie und nahm sie in sein Haus auf. Am nächsten Tag bestieg Josef seinen Esel und ritt mit ihnen nach Jerusalem. 14 Als nun alle Juden dies hörten, gingen sie ihm entgegen und riefen: Friede sei mit dir, Vater Josef! 15 Darauf antwortete er: Wohl dem ganzen Volk vom Herrn! 16 Und alle küssten ihn; und Nikodemus nahm ihn mit in sein Haus, nachdem er ein großes Festmahl vorbereitet hatte. 17 Am nächsten Tag aber, dem Rüsttag, sagten Annas, Kaiphas und Nikodemus zu Josef: Bekenne vor dem Gott Israels und beantworte uns alle Fragen, die wir dir stellen werden. 18 Denn wir waren sehr beunruhigt, weil du den Leichnam Jesu begraben hast und wir dich, nachdem wir dich in ein Zimmer eingeschlossen hatten, nicht mehr finden konnten. Seitdem fürchten wir uns bis zu deiner Wiederkehr unter uns. Berichte uns nun vor Gott alles, was geschehen ist. 19 Da antwortete Josef: Ihr habt mich tatsächlich am Rüsttag bis zum Morgen in Gewahrsam genommen. 20 Doch während ich mitten in der Nacht betete, umringten vier Engel das Haus; und ich sah Jesus wie den Glanz der Sonne und fiel vor Furcht zu Boden. 21 Jesus aber ergriff meine Hand und hob mich vom Boden hoch, und der Tau sprengte sich auf mich; er aber trocknete mein Gesicht ab, küsste mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht, Josef; sieh mich an, denn ich bin es.
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22 Da blickte ich ihn an und sprach: Rabbuni Elias! Er antwortete mir: Ich bin nicht Elias, sondern Jesus von Nazareth, dessen Leichnam du begraben hast. 23 Ich sagte zu ihm: Zeig mir das Grab, in das ich dich gelegt habe. 24 Da nahm mich Jesus bei der Hand und führte mich zu dem Ort, wo ich ihn hingelegt hatte. Er zeigte mir die Leinentücher und das Schweißtuch, das ich ihm um den Kopf gelegt hatte. Da erkannte ich, dass es Jesus war, und betete ihn an und sprach: Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! 25 Jesus nahm mich abermals bei der Hand und führte mich nach Arimathäa in mein Haus und sprach zu mir: Friede sei mit dir; aber verlass dein Haus nicht bis zum vierzigsten Tag; ich muss aber zu meinen Jüngern gehen. Kapitel 12 1 Als die Hohenpriester all dies hörten, waren sie bestürzt und fielen mit dem Gesicht zur Erde wie tot. Sie schrien zueinander: „Was ist dieses außergewöhnliche Zeichen, das sich in Jerusalem ereignet hat? Wir kennen den Vater und die Mutter Jesu.“ 2 Ein Levit sagte: Ich kenne viele seiner Verwandten, fromme Leute, die gewöhnlich im Tempel dem Gott Israels Opfer und Brandopfer darbringen und dabei beten. 3 Und der Hohepriester Simeon nahm ihn in seine Arme und sprach zu ihm: Herr, nun lässt du deinen Knecht in Frieden scheiden, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben dein Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast: ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zum Ruhm deines Volkes Israel. 4 Simeon segnete ebenso Maria, die Mutter Jesu, und sprach zu ihr: Ich sage dir über jenes Kind: Er ist dazu bestimmt zu fallen und wieder aufzustehen und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. 5 Ja, auch deine Seele wird ein Schwert durchdringen, und die Gedanken vieler Herzen werden offenbar werden. 6 Da sagten alle Juden: „Lasst uns zu den drei Männern senden, die gesagt haben, sie hätten ihn mit seinen Jüngern auf dem Ölberg reden sehen.“ 7 Danach fragten sie sie, was sie gesehen hätten. Sie antworteten einmütig: „Vor dem Gott Israels bezeugen wir, dass wir Jesus deutlich mit seinen Jüngern auf dem Ölberg reden sahen und wie er in den Himmel auffuhr.“ 8 Dann nahmen Hannas und Kaiphas sie mit an verschiedene Orte und verhörten sie einzeln. Alle bekannten einstimmig die Wahrheit und sagten, sie hätten Jesus gesehen. 9 Da sagten Annas und Kaiphas: »Unser Gesetz besagt: Jede Sache soll durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen bestätigt werden.« 10 Was aber haben wir gesagt? Der selige Henoch gefiel Gott und wurde durch Gottes Wort entrückt; und das Grab des seligen Mose ist bekannt. 11 Jesus aber wurde Pilatus ausgeliefert, gegeißelt, mit Dornen gekrönt, bespuckt, mit einem Speer durchbohrt, gekreuzigt, starb am Kreuz und wurde begraben. Seinen Leichnam bestattete der ehrenwerte Josef in einem neuen Grab, und er bezeugt, dass er ihn lebend gesehen hat. 12 Außerdem haben diese Männer bezeugt, dass sie ihn auf dem Ölberg mit seinen Jüngern reden sahen und wie er in den Himmel auffuhr. 13 Da stand Josef auf und sagte zu Hannas und Kaiphas: Ihr seid mit Recht sehr überrascht, dass euch gesagt wurde, Jesus lebe und sei in den Himmel aufgefahren. 14 Es ist in der Tat eine erstaunliche Sache, dass er nicht nur selbst von den Toten auferstanden ist, sondern auch andere aus ihren Gräbern auferweckt hat, die von vielen in Jerusalem gesehen wurden. 15 Hört mir nun ein wenig zu: Wir alle kannten den seligen Simeon, den Hohepriester, der Jesus als Säugling im Tempel auf seine Arme nahm. 16 Dieser Simeon hatte selbst zwei Söhne, und wir alle waren bei ihrem Tod und ihrer Beerdigung anwesend.
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17 Geht nun hin und seht ihre Gräber, denn sie sind offen, und sie sind auferstanden; und siehe, sie sind in der Stadt Arimathäa und verbringen ihre Zeit gemeinsam in frommen Gottesdiensten. 18 Einige haben zwar ihre Stimmen im Gebet gehört, aber sie wollen mit niemandem reden, sondern bleiben stumm wie Tote. 19 Kommt, lasst uns zu ihnen gehen und uns ihnen gegenüber mit aller gebotenen Achtung und Vorsicht verhalten. Und wenn wir sie dazu bringen können, zu schwören, werden sie uns vielleicht einige der Geheimnisse ihrer Auferstehung offenbaren. 20 Als die Juden dies hörten, freuten sie sich sehr. 21 Da gingen Annas und Kaiphas, Nikodemus, Josef und Gamaliel nach Arimathäa, fanden sie aber nicht in ihren Gräbern; sondern sie gingen in der Stadt umher und fesselten sie an ihre Knie, wo sie ihre Andacht hielten. 22 Sie begrüßten sie mit aller Ehrfurcht und Respekt vor Gott und brachten sie in die Synagoge nach Jerusalem; und sie schlossen die Tore und nahmen das Buch des Gesetzes des Herrn an sich. 23 Und er legte es ihnen in die Hände und schwörte bei Gott, dem Herrn, dem Gott Israels, der zu unseren Vätern durch das Gesetz und die Propheten gesprochen hat: Wenn ihr glaubt, dass der, der euch von den Toten auferweckt hat, Jesus ist, so sagt uns, was ihr gesehen habt und wie ihr von den Toten auferweckt worden seid. 24 Charinus und Lenthius, die beiden Söhne Simeons, erschraken, als sie dies hörten, und seufzten; und zugleich blickten sie zum Himmel auf und machten mit den Fingern auf der Zunge das Zeichen eines Kreuzes. 25 Und sogleich sprachen sie: Gebt jedem von uns Papier, und wir wollen euch alles aufschreiben, was wir gesehen haben. Und sie setzten sich jeder hin und schrieben: Kapitel 13 1 O HERR Jesus und Vater, der du Gott bist, auch die Auferstehung und das Leben der Toten, erlaube uns, deine Geheimnisse zu verkünden, die wir nach dem Tod an deinem Kreuz gesehen haben; denn wir schwören bei deinem Namen. 2 Denn du hast deinen Knechten verboten, die verborgenen Dinge zu verkünden, die durch deine göttliche Macht in der Hölle gewirkt wurden. 3 Als wir mit unseren Vätern in die tiefste Hölle, in die finsterste Finsternis, versetzt waren, erschien plötzlich etwas von der Farbe der Sonne, golden, und ein helles, purpurfarbenes Licht erleuchtete den Ort. 4 Sogleich freute sich Adam, der Stammvater der Menschheit, mit allen Patriarchen und Propheten und sprach: „Dieses Licht ist der Urheber des ewigen Lichts, der verheißen hat, uns in das ewige Licht zu entrücken.“ 5 Da rief der Prophet Jesaja: „Dies ist das Licht des Vaters und der Sohn Gottes, wie ich es prophezeit habe, als ich noch auf Erden lebte.“ 6 Das Land Sebulon und das Land Nephlit jenseits des Jordans, ein Volk, das in Finsternis wandelte, sah ein großes Licht; und denen, die im Land des Todesschattens wohnten, ist ein Licht aufgegangen. Und nun ist er gekommen und hat uns erleuchtet, die wir im Tod saßen. 7 Und während wir uns alle über das Licht freuten, das auf uns schien, kam unser Vater Simeon zu uns, lobte die ganze Gemeinde und sprach: Verherrlicht den Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes. 8 Ihn nahm ich als Säugling im Tempel in meine Arme und wurde vom Heiligen Geist bewegt und sprach zu ihm und bekannte: 1 Nun haben meine Augen dein Heil gesehen, das du vor allem Volk bereitet hast, ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zum Ruhm deines Volkes Israel. 9 Als die Heiligen aber in der tiefsten Hölle waren, freuten sie sich umso mehr, als sie das hörten. 10 Danach trat einer hervor, der aussah wie ein kleiner Einsiedler, und alle fragten: Wer bist du? 11 Darauf antwortete er: Ich bin die Stimme eines Rufers in der Wüste, Johannes der Täufer und der Prophet des Höchsten, der vor seinem Kommen herging, um seinen Weg zu bereiten, um seinem Volk die Erkenntnis des Heils zu geben zur Vergebung der Sünden.
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12 Und ich, Johannes, als ich Jesus auf mich zukommen sah, vom Heiligen Geist bewegt, sprach ich: Seht, das Lamm Gottes, seht, der die Sünde der Welt hinwegnimmt. 13 Und ich taufte ihn im Jordan und sah den Heiligen Geist in Gestalt einer Taube auf ihn herabkommen und hörte eine Stimme vom Himmel her rufen: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. 14 Und nun, während ich vor ihm herging, bin ich hierher herabgekommen, um euch zu verkünden, dass der Sohn Gottes uns als nächstes besuchen wird und wie der Morgenstern aus der Höhe zu uns kommen wird, die wir in Finsternis und Todesschatten sind. Kapitel 14 1 Als aber der erste Mensch, unser Vater Adam, dies hörte, dass Jesus im Jordan getauft worden war, rief er seinen Sohn Seth und sprach: 2 Verkünde deinen Söhnen, den Patriarchen und Propheten, all das, was du von dem Erzengel Michael gehört hast, als ich dich zu den Toren des Paradieses sandte, um Gott zu bitten, dass er mein Haupt salbe, als ich krank war. 3 Da trat Seth zu den Patriarchen und Propheten und sprach: Ich, Seth, betete zu Gott am Tor des Paradieses, als mir der Engel des Herrn, Michael, erschien und sprach: Ich bin vom Herrn zu dir gesandt; ich bin eingesetzt, über die menschlichen Körper zu herrschen. 4 Ich sage dir, Seth, bete nicht unter Tränen zu Gott und bitte ihn nicht um das Öl vom Baum der Barmherzigkeit, mit dem du deinen Vater Adam wegen seiner Kopfschmerzen salben kannst. 5 Denn du kannst es auf keinen Fall erlangen bis zum Jüngsten Tag und in der Jüngsten Zeit, nämlich bis zum Ablauf von fünftausendfünfhundert Jahren. 6 Dann wird Christus, der barmherzige Sohn Gottes, auf die Erde kommen, um den menschlichen Leib Adams aufzuerwecken und zugleich die Leiber der Toten aufzuerwecken; und wenn er kommt, wird er im Jordan getauft werden. 7 Dann wird er mit dem Öl seiner Barmherzigkeit alle salben, die an ihn glauben; und das Öl seiner Barmherzigkeit wird auch künftigen Generationen zugutekommen, denen, die aus Wasser und Heiligem Geist zum ewigen Leben geboren werden. 8 Und wenn zu jener Zeit der barmherzige Sohn Gottes, Christus Jesus, auf die Erde herabkommt, wird er unseren Vater Adam ins Paradies, zum Baum der Barmherzigkeit, einführen. 9 Als alle Patriarchen und Propheten dies alles von Set hörten, freuten sie sich umso mehr. Kapitel 15 1 Während sich alle Heiligen freuten, siehe, da sprach Satan, der Fürst und Heerführer des Todes, zum Fürsten der Hölle: 2 Bereitet euch darauf vor, Jesus von Nazareth selbst zu empfangen, der sich rühmte, der Sohn Gottes zu sein, und doch ein Mensch war, der den Tod fürchtete und sagte: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. 3 Außerdem hat er mir und vielen anderen viel Unrecht getan; denn die, die ich blind und lahm gemacht hatte, und auch die, die ich mit verschiedenen Dämonen gequält hatte, hat er durch sein Wort geheilt; ja, und die, die ich tot zu dir gebracht hatte, hat er dir mit Gewalt weggenommen. 4 Darauf antwortete der Fürst der Hölle dem Satan: Wer ist dieser so mächtige Fürst, der doch den Tod fürchtet? 5 Denn alle Herrscher der Erde sind meiner Macht unterworfen, die du durch deine Macht unterworfen hast. 6 Wenn er aber in seiner menschlichen Natur so mächtig ist, so bezeuge ich dir wahrhaftig, dass er in seiner göttlichen Natur allmächtig ist und kein Mensch seiner Macht widerstehen kann. 7 Als er also sagte, er fürchte den Tod, beschloss er, dich in eine Falle zu locken, und unglücklich wirst du sein in alle Ewigkeit.
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8 Da antwortete der Satan dem Fürsten der Hölle: Warum hast du gezweifelt und dich gefürchtet, diesen Jesus von Nazareth anzunehmen, der sowohl dein als auch mein Widersacher ist? 9 Ich aber habe ihn versucht und mein altes Volk, die Juden, mit Eifer und Zorn gegen ihn aufgehetzt. 10 Ich schärfte den Speer für sein Leiden; ich mischte Galle und Essig und befahl ihm, es zu trinken; ich bereitete das Kreuz, um ihn zu kreuzigen, und die Nägel, um Ibis Hände und Füße zu durchbohren; und nun ist sein Tod nahe, ich werde ihn hierher bringen, dir und mir unterworfen. 11 Da antwortete der Fürst der Unterwelt: Du hast mir eben gesagt, er habe mir die Toten mit Gewalt weggenommen. 12 Diejenigen, die hier aufbewahrt wurden, bis sie wieder auf Erden leben würden, wurden nicht aus eigener Kraft, sondern durch Gebete zu Gott weggenommen, und ihr allmächtiger Gott nahm sie von mir. 13 Wer ist denn nun dieser Jesus von Nazareth, der durch sein Wort die Toten von mir weggenommen hat, ohne dass ich zu Gott beten musste? 14 Vielleicht ist es derselbe, der mir Lazarus wegnahm, nachdem er vier Tage tot war und sowohl stank als auch verwest war, und den ich wie einen Toten in Besitz hatte, und ihn doch durch seine Macht wieder zum Leben erweckte. 15 Satan antwortete dem Fürsten der Hölle: Es ist ein und derselbe Jesus von Nazareth. 16 Als der Fürst der Hölle dies hörte, sprach er zu ihm: Ich beschwöre dich bei der Macht, die dir und mir gehört, dass du ihn nicht zu mir bringst. 17 Denn als ich von der Macht seines Wortes hörte, zitterte ich vor Furcht, und meine ganze gottlose Gesellschaft geriet zugleich in Aufruhr. 18 Und wir konnten Lazarus nicht festhalten, sondern er schüttelte sich, zeigte alle Zeichen der Bosheit und ging sogleich von uns weg; und die Erde, in der der Leichnam des Lazarus lag, spuckte ihn sogleich lebendig aus. 19 Und ich weiß nun, dass er der allmächtige Gott ist, der solche Dinge vollbringen kann, der mächtig ist in seiner Herrschaft und mächtig in seiner menschlichen Natur, der der Retter der Menschheit ist. 20 Bringt also diesen Menschen nicht hierher, denn er wird alle, die ich wegen Unglaubens im Gefängnis halte und die ich mit den Fesseln ihrer Sünden gebunden halte, befreien und sie zum ewigen Leben führen. Kapitel 16 1 Und während Satan und der Fürst der Hölle so miteinander redeten, ertönte plötzlich eine Stimme wie von Donner und Brausen von Winden, die sprach: Hebt eure Tore auf, ihr Fürsten! Hebt euch auf, ihr ewigen Tore, und der König der Herrlichkeit wird einziehen! 2 Als der Fürst der Hölle dies hörte, sprach er zu Satan: „Weiche von mir und verlasse meine Wohnungen! Wenn du ein starker Krieger bist, so kämpfe gegen den König der Herrlichkeit! Aber was hast du mit ihm zu schaffen?“ 3 Und er verstieß ihn aus seinen Wohnungen. 4 Und der Fürst sprach zu seinen gottlosen Offizieren: Verschließt die ehernen Tore der Grausamkeit und verriegelt sie mit eisernen Riegeln und kämpft tapfer, damit wir nicht gefangen genommen werden. 5 Als aber die ganze Gemeinde der Heiligen dies hörte, riefen sie dem Fürsten der Hölle mit lauter, zorniger Stimme zu: 6 Öffne deine Tore, damit der König der Herrlichkeit einziehen kann. 7 Und der göttliche Prophet David rief aus: Habe ich nicht, als ich auf Erden war, wahrhaftig geweissagt und gesagt: O dass die Menschen den Herrn preisen für seine Güte und für seine Wundertaten an den Menschenkindern? 8 Denn er hat die ehernen Tore zerbrochen und die eisernen Riegel entzweigeschlagen. Er hat sie wegen ihrer Schuld ergriffen und wegen ihrer Ungerechtigkeit geplagt.
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9 Danach sprach ein anderer Prophet, nämlich der heilige Jesaja, in gleicher Weise zu allen Heiligen: Habe ich euch nicht recht geweissagt, als ich noch auf Erden lebte? 10 Die Toten werden leben, und die in ihren Gräbern sind, werden auferstehen, und die auf Erden sind, werden sich freuen; denn der Tau vom Herrn wird ihnen Rettung bringen. 11 Und ich sprach an anderer Stelle: Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? 12 Als alle Heiligen diese Worte Jesajas hörten, sprachen sie zu dem Fürsten der Unterwelt: Öffne nun deine Tore und nimm deine eisernen Riegel weg; denn du wirst nun gefesselt sein und keine Macht mehr haben. 13 Da ertönte eine gewaltige Stimme wie Donner, die sprach: Hebt eure Tore auf, ihr Fürsten, und hebt euch auf, ihr Tore der Hölle, damit der König der Herrlichkeit einziehe! 14 Als der Fürst der Hölle dieselbe Stimme wiederholt hörte, rief er aus, als ob er es nicht geahnt hätte: Wer ist dieser König der Herrlichkeit? 15 David antwortete dem Fürsten der Unterwelt und sprach: Ich verstehe die Worte dieser Stimme, denn ich habe sie durch seinen Geist gesprochen. Und nun, wie ich oben gesagt habe, sage ich dir: Der Herr, stark und mächtig, der Herr, mächtig im Kampf: Er ist der König der Herrlichkeit, und er ist der Herr im Himmel und auf Erden; 16 Er hat herabgeschaut, um das Stöhnen der Gefangenen zu hören und um die zum Tode Verurteilten freizulassen. 17 Und nun, du schmutziger und stinkender Fürst der Hölle, öffne deine Tore, dass der König der Herrlichkeit einziehe; denn er ist der Herr des Himmels und der Erde. 18 Während David dies sagte, erschien der mächtige Herr in Gestalt eines Mannes und erleuchtete die Orte, die zuvor in Finsternis gelegen hatten. 19 Und er zerbrach die Fesseln, die zuvor nicht zerbrochen werden konnten, und suchte mit seiner unbesiegbaren Macht die heim, die in tiefer Finsternis sitzen durch Ungerechtigkeit und im Schatten des Todes durch Sünde. Kapitel 17 1 Als der gottlose Tod und seine grausamen Diener dies hörten, wurden sie in ihren jeweiligen Königreichen von Furcht ergriffen, als sie die Klarheit des Lichts sahen. 2 Und plötzlich erschien Christus selbst in ihren Wohnungen; da schrien sie auf und sprachen: Wir sind an dich gebunden; du scheinst zu wollen, dass wir vor dem Herrn in Verlegenheit geraten. 3 Wer bist du, der du keine Spur von Verfall trägst, sondern nur jenen strahlenden Schein, der ein voller Beweis deiner Größe ist, die du aber selbst scheinbar nicht beachtest? 4 Wer bist du, so mächtig und doch so schwach, so groß und doch so klein, ein Geringster und doch ein Soldat ersten Ranges, der in Gestalt eines Dieners wie ein einfacher Soldat befehligen kann? 5 Der König der Herrlichkeit, tot und lebendig, obwohl er einst am Kreuz getötet wurde? 6 Der du tot im Grab lagst und lebendig zu uns herabgekommen bist, und in deinem Tod erbebten alle Geschöpfe und alle Sterne wankten, und nun hast du deine Freiheit unter den Toten und bringst unsere Legionen in Unruhe? 7 Wer bist du, der du die Gefangenen befreist, die durch die Erbsünde in Ketten gelegt waren, und sie in ihre frühere Freiheit zurückführst? 8 Wer bist du, der du ein so herrliches und göttliches Licht über die ausbreitest, die von der Finsternis der Sünde erblindet sind? 9 Ebenso wurden alle Legionen von Teufeln von demselben Entsetzen ergriffen und schrien in unterwürfigster Furcht auf und sprachen: 10 Woher kommt es, o Jesus Christus, dass du ein so mächtiger und herrlicher Mensch bist, so strahlend, dass du keinen Makel hast, und so rein, dass du keine Schuld trägst? Denn jene niedere Welt der Erde, die uns bis jetzt unterworfen war und von der wir Tribut empfingen, hat uns noch nie einen solchen Toten gesandt, noch nie solche Gaben den Fürsten der Hölle.
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11 Wer bist du also, der du mit solchem Mut in unsere Wohnstätten kommst und dich nicht nur nicht scheust, uns mit den größten Strafen zu drohen, sondern auch noch alle anderen aus den Fesseln zu befreien, mit denen wir sie halten? 12 Vielleicht bist du ja jener Jesus, von dem der Satan eben zu unserem Fürsten gesprochen hat, dass du durch den Tod am Kreuz die Macht des Todes empfangen würdest. 13 Da trat der König der Herrlichkeit den Tod mit Füßen, ergriff den Fürsten der Hölle, entriss ihm alle seine Macht und nahm unseren irdischen Vater Adam mit sich in seine Herrlichkeit. Kapitel 18 1 Da ergriff der Fürst der Hölle den Satan und sprach mit großer Deutlichkeit zu ihm: Du Fürst des Verderbens, Urheber von Beelzebubs Niederlage und Verbannung, Verhöhnung der Engel Gottes und Abscheulichkeit aller Gerechten! Was hat dich zu diesem Handeln bewogen? 2 Du wolltest den König der Herrlichkeit kreuzigen und hast uns durch seine Vernichtung große Vorteile versprochen, aber wie ein Narr hast du nicht erkannt, was du vorhast. 3 Denn siehe nun, dass Jesus von Nazareth mit dem Glanz seiner herrlichen Göttlichkeit alle schrecklichen Mächte der Finsternis und des Todes vertreibt; 4 Er hat unsere Gefängnisse von oben bis unten niedergerissen, alle Gefangenen entlassen, alle Gebundenen befreit, und alle, die früher unter der Last ihrer Qualen zu stöhnen pflegten, haben uns jetzt beleidigt, und wir werden wohl durch ihre Gebete besiegt werden. 5 Unsere gottlosen Herrschaftsgebiete sind unterworfen, und kein Teil der Menschheit ist mehr in unserer Unterwerfung; andererseits trotzen sie uns alle kühn. 6 Doch zuvor wagten es die Toten nie, sich uns gegenüber unverschämt zu benehmen, noch konnten sie, da sie Gefangene waren, jemals fröhlich sein. 7 O Satan, du Fürst aller Bösen, Vater der Gottlosen und Verlassenen, warum wagst du dieses Unheil, wo doch unsere Gefangenen bisher immer ohne die geringste Hoffnung auf Erlösung und Leben waren? 8 Aber jetzt seufzt keiner von ihnen mehr, und es ist auch nicht die geringste Spur einer Träne in irgendeinem ihrer Gesichter zu sehen. 9 O Fürst Satan, du großer Hüter der Unterwelt, alle deine Vorteile, die du durch den verbotenen Baum erlangt hast, und den Verlust des Paradieses, hast du nun durch das Holz des Kreuzes verloren; 10 Und dein Glück war nun völlig vorbei, als du Jesus Christus, den König der Herrlichkeit, kreuzigtest. 11 Du hast gegen dein eigenes und mein Interesse gehandelt, wie du bald an den großen Qualen und unendlichen Strafen erkennen wirst, die du nun erleiden wirst. 12 O Satan, Fürst allen Übels, Urheber des Todes und Ursprung allen Stolzes, hättest du zuerst die bösen Verbrechen Jesu von Nazareth untersuchen sollen, dann hättest du festgestellt, dass er keiner Sünde schuldig war, die den Tod verdiente. 13 Warum hast du es gewagt, ihn ohne Vernunft und Gerechtigkeit zu kreuzigen und einen unschuldigen und gerechten Menschen in unsere Gegend gebracht und dadurch alle Sünder, Frevler und Ungerechten auf der ganzen Welt verloren? 14 Während der Fürst der Hölle so mit Satan redete, sprach der König der Herrlichkeit zu Beelzebub, dem Fürsten der Hölle: Satan, der Fürst soll für immer deiner Herrschaft unterworfen sein, anstelle von Adam und seinen gerechten Söhnen, die mein sind. Kapitel 19 1 Da streckte Jesus seine Hand aus und sprach: Kommt zu mir, ihr alle meine Heiligen, die ihr nach meinem Bild geschaffen seid, die ihr verurteilt seid durch den Baum der verbotenen Frucht und durch den Teufel und den Tod; 2 Lebt nun vom Holz meines Kreuzes; der Teufel, der Fürst dieser Welt, ist überwunden, und der Tod ist besiegt.
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3 Sogleich versammelten sich alle Heiligen unter der Hand des höchsten Gottes; und der Herr Jesus ergriff Adams Hand und sprach zu ihm: Friede sei mit dir und all deinen gerechten Nachkommen, die mein sind. 4 Da warf sich Adam Jesus zu Füßen und sprach mit Tränen in den Augen in demütiger Sprache und mit lauter Stimme zu ihm: 5 Ich will dich preisen, HERR, denn du hast mich erhöht und meine Feinde nicht über mich triumphieren lassen. HERR, mein Gott, ich rief zu dir, und du hast mich geheilt. 6 Herr, du hast meine Seele aus dem Grab heraufgeführt; du hast mich am Leben erhalten, dass ich nicht hinabfahre in die Grube. 7 Singt dem Herrn, alle ihr Heiligen, und dankt ihm, wenn ihr an seine Heiligkeit denkt! Denn sein Zorn währt nur einen Augenblick, seine Gnade aber ist Leben. 8 Ebenso fielen alle Heiligen zu Jesu Füßen nieder und sprachen einmütig: Du bist gekommen, Erlöser der Welt, und hast alles vollbracht, was du durch das Gesetz und deine heiligen Propheten vorhergesagt hast. 9 Du hast die Lebenden durch dein Kreuz erlöst und bist zu uns herabgekommen, damit du uns durch deinen Tod am Kreuz von der Hölle und durch deine Macht vom Tod errettest. 10 O Herr, wie du die Zeichen deiner Herrlichkeit im Himmel gesetzt und das Zeichen deiner Erlösung, dein Kreuz, auf Erden aufgestellt hast, so setze, Herr, auch das Zeichen des Sieges deines Kreuzes in die Hölle, damit der Tod keine Macht mehr habe. 11 Da streckte der Herr seine Hand aus und machte das Zeichen des Kreuzes auf Adam und auf alle seine Heiligen. 12 Und er ergriff Adam bei dessen rechter Hand und stieg aus der Hölle hinauf; und alle Heiligen Gottes folgten ihm. 13 Da rief der königliche Prophet David kühn: 1 Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er hat Wunderbares getan; seine Rechte und sein heiliger Arm haben ihm den Sieg errungen. 14 Der Herr hat sein Heil kundgetan, seine Gerechtigkeit hat er vor den Augen der Heiden offenkundig gemacht. 15 Und die ganze Schar der Heiligen antwortete: Diese Ehre gebührt allen seinen Heiligen. Amen, Lobet den Herrn! 16 Danach rief der Prophet Habakuk 3 laut: Du bist ausgezogen zur Rettung deines Volkes, ja, zur Rettung deines Volkes. 17 Und alle Heiligen sprachen: 4 Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Denn der Herr hat uns erleuchtet. Er ist unser Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit; er wird über uns herrschen in alle Ewigkeit. Amen. 18 Ebenso redeten alle Propheten die heiligen Worte seines Lobes und folgten dem Herrn. Kapitel 20 1 Da nahm der Herr Adam bei der Hand und übergab ihn dem Erzengel Michael; und dieser führte sie ins Paradies, erfüllt von Barmherzigkeit und Herrlichkeit. 2 Und zwei sehr alte Männer begegneten ihnen und wurden von den Heiligen gefragt: Wer seid ihr, die ihr noch nicht mit uns in der Hölle gewesen seid und deren Leiber schon im Paradies sind? 3 Einer von ihnen antwortete: Ich bin Henoch, der durch Gottes Wort entrückt wurde; und dieser, der bei mir ist, ist Elia, der Tischbiter, der in einem feurigen Wagen entrückt wurde. 4 Hier sind wir bis jetzt gewesen und haben den Tod nicht geschmeckt, sondern wir werden nun bei der Ankunft des Antichristen zurückkehren, gerüstet mit göttlichen Zeichen und Wundern, um mit ihm zu kämpfen und von ihm in Jerusalem getötet zu werden und nach dreieinhalb Tagen wieder lebendig in die Wolken aufgenommen zu werden. 5 Und während der heilige Henoch und Elias dies erzählten, siehe, da kam ein anderer Mann in einer erbärmlichen Gestalt, der das Kreuzzeichen auf seinen Schultern trug.
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6 Als ihn nun alle Heiligen sahen, sprachen sie zu ihm: Wer bist du? Denn dein Angesicht gleicht dem eines Diebes, und warum trägst du ein Kreuz auf deinen Schultern? 7 Darauf antwortete er: Ihr habt recht, denn ich war ein Dieb, der auf Erden allerlei Unrecht trieb. 8 Und die Juden kreuzigten mich zusammen mit Jesus; und ich sah die erstaunlichen Dinge, die bei der Kreuzigung des Herrn Jesus in der Schöpfung geschahen. 9 Und ich glaubte, dass er der Schöpfer aller Dinge und der allmächtige König sei; und ich betete zu ihm und sprach: Herr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst. 10 Er erhörte sogleich mein Flehen und sprach zu mir: Wahrlich, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. 11 Und er gab mir dieses Kreuzzeichen und sprach: Nimm dies und geh ins Paradies; und wenn dich der Engel, der der Wächter des Paradieses ist, nicht einlässt, so zeige ihm das Kreuzzeichen und sprich zu ihm: Jesus Christus, der jetzt gekreuzigt ist, hat mich zu dir gesandt. 12 Als ich dies getan und dem Engel, dem Wächter des Paradieses, all dies mitgeteilt hatte und er es hörte, öffnete er sogleich die Tore, führte mich ein und stellte mich zur Rechten im Paradies. 13 Sie sagten: Bleibt eine kurze Zeit hier, bis Adam, der Vater aller Menschen, mit all seinen Söhnen, den heiligen und gerechten Knechten Jesu Christi, des Gekreuzigten, hineingeht. 14 Als die Patriarchen dies alles vom Dieb gehört hatten, sprachen sie einmütig: „Gepriesen seist du, allmächtiger Gott, Vater der ewigen Güte und Vater der Barmherzigkeit, der du denen, die gegen dich gesündigt hatten, so gnädig warst und sie in die Gnade des Paradieses geführt und sie in deinen reichen und geistlichen Gaben zu einem geistlichen und heiligen Leben geführt hast. Amen.“ Kapitel 21 1 Dies sind die göttlichen und heiligen Geheimnisse, die wir gesehen und gehört haben. Mir, Charinus und Lenthius ist es nicht erlaubt, die anderen Geheimnisse Gottes zu verkünden, wie uns der Erzengel Michael geboten hat. 2 Sie sollen sagen: Geht mit meinen Brüdern nach Jerusalem und verweilt dort im Gebet, indem ihr die Auferstehung Jesu Christi verkündet und verherrlicht, da er euch gleichzeitig mit sich selbst von den Toten auferweckt hat. 3 Und ihr sollt mit keinem Menschen reden, sondern stumm dasitzen bis zu der Zeit, da der Herr euch erlauben wird, die Geheimnisse seiner Göttlichkeit zu verkünden. 4 Der Erzengel Michael befahl uns ferner, über den Jordan hinaus in ein ausgezeichnetes und fruchtbares Land zu gehen, wo viele sind, die zusammen mit uns von den Toten auferstanden sind, zum Beweis der Auferstehung Christi. 5 Denn uns sind nur drei Tage von den Toten gegeben worden, die wir auferstanden sind, um mit unseren Eltern das Passahfest unseres Herrn zu feiern und Zeugnis für Christus, den Herrn, abzulegen; und wir sind im heiligen Jordan getauft worden. Und nun sieht sie niemand mehr. 6 Dies ist alles, was Gott uns erlaubt hat, euch mitzuteilen. Lobt und ehrt ihn und kehrt um, dann wird er euch gnädig sein. Friede sei mit euch von dem Herrn, unserem Gott Jesus Christus, dem Erlöser aller. Amen. 7 Und nachdem sie das Schreiben beendet und auf zwei getrennten Blättern Papier geschrieben hatten, gab Charinus das Geschriebene in die Hände von Annas, Kaiphas und Gamaliel. 8 Lenthius gab das, was er geschrieben hatte, ebenfalls in die Hände von Nikodemus und Joseph; und sogleich verwandelten sie sich in überaus weiße Gestalten und waren nicht mehr zu sehen. 9 Es stellte sich aber heraus, dass ihre Schriften vollkommen übereinstimmten; die eine enthielt keinen Buchstaben mehr und keines weniger als die andere. 10 Als die ganze Versammlung der Juden diese erstaunlichen Berichte von Charinus und Lenthius hörte, sagten sie zueinander: Wahrlich, all dies ist von Gott gewirkt worden, und gepriesen sei der Herr Jesus von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 11 Und sie gingen umher mit großer Sorge und Furcht und Zittern und schlugen sich an die Brust und gingen ein jeder nach Hause.
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Tod, Begräbnis und Auferstehung Jesu Christi
12 Sofort aber berichteten Josef und Nikodemus dem Statthalter alles, was die Juden in ihren Synagogen über Jesus erzählt hatten. 13 Und Pilatus schrieb alle diese Vorgänge auf und trug alle diese Aufzeichnungen in die öffentlichen Register seines Saals ein. Kapitel 22 1 Nach diesen Ereignissen ging Pilatus zum Tempel der Juden und rief alle Obersten, Schriftgelehrten und Gesetzeslehrer zusammen und ging mit ihnen in eine Kapelle des Tempels. 2 Und er befahl, alle Tore zu schließen, und sprach zu ihnen: Ich habe gehört, dass ihr ein großes Buch in diesem Tempel habt; ich bitte euch nun, es vor mich zu bringen. 3 Als nun das große Buch, das von vier Dienern des Tempels getragen wurde und mit Gold und Edelsteinen geschmückt war, gebracht wurde, sagte Pilatus zu ihnen allen: Ich beschwöre euch bei dem Gott eurer Väter, der diesen Tempel gemacht und seinen Bau befohlen hat, dass ihr mir die Wahrheit nicht verheimlicht. 4 Ihr wisst ja alles, was in diesem Buch geschrieben steht. Sagt mir nun, ob ihr in den Schriften etwas über diesen Jesus gefunden habt, den ihr gekreuzigt habt, und zu welcher Zeit der Welt er hätte kommen sollen: Zeigt es mir. 5 Nachdem sie Annas und Kaiphas vereidigt hatten, befahlen sie allen anderen, die mit ihnen waren, die Kapelle zu verlassen. 6 Und sie schlossen die Tore des Tempels und der Kapelle und sprachen zu Pilatus: Du hast uns, o Richter, beim Bau dieses Tempels schwören lassen, dir zu verkünden, was wahr und recht ist. 7 Nachdem wir Jesus gekreuzigt hatten, ohne zu wissen, dass er der Sohn Gottes war, sondern weil wir meinten, er vollbringe seine Wunder durch Zauberei, versammelten wir eine große Gemeinde in diesem Tempel. 8 Und als wir untereinander über die Wunder berieten, die Jesus gewirkt hatte, fanden wir viele Zeugen aus unserem eigenen Land, die erklärten, dass sie ihn nach seinem Tod lebend gesehen und ihn mit seinen Jüngern reden gehört und ihn bis zur Höhe des Himmels hinauffahren und in ihn hineingehen gesehen hätten. 9 Und wir sahen zwei Zeugen, deren Leiber Jesus von den Toten auferweckt hatte. Sie erzählten uns von vielen merkwürdigen Dingen, die Jesus unter den Toten getan hatte; wir haben einen schriftlichen Bericht davon bei uns. 10 Und es ist unser Brauch, alljährlich dieses heilige Buch vor der Versammlung aufzuschlagen und darin nach dem Rat Gottes zu forschen. 11 Und wir fanden im ersten der siebzig Bücher, wo der Erzengel Michael mit dem dritten Sohn Adams, dem ersten Menschen, spricht, einen Bericht, dass nach fünftausendfünfhundert Jahren Christus, der geliebteste Sohn Gottes, auf die Erde gekommen ist. 12 Und wir erwogen ferner, dass er vielleicht der Gott Israels selbst war, der zu Mose sprach: Du sollst die Lade des Zeugnisses machen; zweieinhalb Ellen soll ihre Länge sein, anderthalb Ellen ihre Breite und anderthalb Ellen ihre Höhe. 13 Anhand dieser fünfeinhalb Ellen für den Bau der Bundeslade des Alten Testaments erkannten wir, dass Jesus Christus in fünftausend Jahren und einem halben (eintausend) Jahren in der Bundeslade oder dem Zelt eines Leibes kommen sollte. 14 Und so bezeugen unsere Schriften, dass er der Sohn Gottes und der Herr und König Israels ist. 15 Und weil unsere Hohenpriester nach seinem Leiden über die Zeichen, die durch ihn gewirkt wurden, staunten, öffneten wir das Buch, um alle Generationen bis zur Generation von Josef und Maria, der Mutter Jesu, zu erforschen, da wir ihn für einen Nachkommen Davids hielten. 16 Und wir fanden den Bericht über die Schöpfung und zu der Zeit, als er Himmel und Erde und den ersten Menschen Adam erschuf, und dass von da bis zur Sintflut zweitausendzweihundertundzwölf Jahre vergangen waren.
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17 Von der Sintflut bis Abraham waren es neunhundertundzwölf, von Abraham bis Mose vierhundertunddreißig und von Mose bis König David fünfhundertundzehn. 18 Von Davids Zeit bis zur babylonischen Gefangenschaft waren es fünfhundert Jahre. Von der babylonischen Gefangenschaft bis zur Menschwerdung Christi waren es vierhundert Jahre. 19 Die Summe davon beträgt fünftausendundeineinhalb (eintausend). 20 Und so erweist sich, dass Jesus, den wir gekreuzigt haben, Jesus Christus, der Sohn Gottes und wahrer und allmächtiger Gott ist. Amen.
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