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IHWA-Programmheft "Happy Birthday, Franz Schubert" - 31. Januar 2024 (neue Version)

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Happy Birthday, Franz Schubert!

Mittwoch, 31. Januar 2024 Weißer Saal, Neues Schloss Stuttgart

ALLEIN SEYN IST ÖDE ... mit Esther Dierkes, Diana Haller, Moritz Kallenberg, David Steffens und Hadulla SO, 7. Markus FEBRUAR 2021 WorldWideWeb I ab 18.00 CET WWW.IHWA.DE

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ALLEIN SEYN IST ÖDE...

FRANZ SCHUBERT (1797–1828)

Die Geselligkeit (Lebenslust) D 609

Esther Dierkes, Diana Haller, Moritz Kallenberg, David Steffens, Markus Hadulla

Bei Dir allein D 866

Diana Haller, Markus Hadulla

Der Einsame D 800

David Steffens, Markus Hadulla

Irdisches Glück D 866

Moritz Kallenberg, Markus Hadulla

Die Männer sind mechant D 866

Esther Dierkes, Markus Hadulla

Das Abendrot D 236

Esther Dierkes, Diana Haller, David Steffens, Markus Hadulla

An Silvia D 891

Moritz Kallenberg, Markus Hadulla

Alles um Liebe D 241

Esther Dierkes, Markus Hadulla

Trauer der Liebe D 465

David Steffens, Markus Hadulla

Die Liebe D 522

Diana Haller, Markus Hadulla

Gott im Ungewitter D 985

Esther Dierkes, Diana Haller, Moritz Kallenberg, David Steffens, Markus Hadulla

Hymne an den Unendlichen D 232

Esther Dierkes, Diana Haller, Moritz Kallenberg, David Steffens, Markus Hadulla

PAUSE

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An die Sonne D 439

Esther Dierkes, Diana Haller, Moritz Kallenberg, David Steffens, Markus Hadulla

Mignon und Harfner D 877

Esther Dierkes, Moritz Kallenberg, Markus Hadulla

Du liebst mich nicht D 756

Diana Haller, Markus Hadulla

Als ich sie erröten sah D 153

Moritz Kallenberg, Markus Hadulla

Heimliches Lieben D 922

Esther Dierkes, Markus Hadulla

Der Traum D 213

David Steffens, Markus Hadulla

Licht und Liebe (Nachtgesang) D 352

Diana Haller, Moritz Kallenberg, Markus Hadulla

Linde Lüfte wehen D 725 (Fragment ergänzt von Markus Hadulla)

Esther Dierkes, Moritz Kallenberg, Markus Hadulla

Der Hochzeitsbraten D 930

Esther Dierkes, Moritz Kallenberg, David Steffens, Markus Hadulla

Gott der Weltschöpfer D 986

Esther Dierkes, Diana Haller, Moritz Kallenberg, David Steffens, Markus Hadulla

Esther Dierkes, Sopran Diana Haller, Mezzosopran Moritz Kallenberg, Tenor David Steffens, Bass Markus Hadulla, Klavier 3


GESPRÄCH

»ALLEIN SEYN IST ÖDE, WER KANN SICH DA FREUN...« Cornelia Weidner im Gespräch mit Markus Hadulla

Lieber Markus, Du hast nun schon das zweite Programm für die IHWA konzipiert, das nicht nur aus Solo-Liedern von Franz Schubert besteht, sondern auch einige Ensembles enthält. Was macht dieses Repertoire für Dich so besonders interessant? Letztlich ist es ja nur mehr Arbeit für Dich, oder? Na ja, Arbeit ist es letztlich immer (lacht). Aber der besondere Reiz so eines Programms ist natürlich in erster Linie die Tatsache, dass diese Ensemblestücke von Franz Schubert wirklich nur sehr selten zu hören sind und man eben auch nur selten überhaupt die Gelegenheit bekommt, diese Werke aufzuführen. Das ist also per se schon einmal spannend. Und dann sind die Schubert’schen Ensembles, die wir hier im Programm haben, auch ganz besondere Perlen, da sie Ausdruck von Schuberts besonderer Sehnsucht sind, Opern zu schreiben. Es geht hier ja durchaus theatralisch zu. Sie sind wie ein Zwischending zwischen Lied und Oper. Diese Stücke sind ein bisschen leichter, »italienischer«, und lassen einen deutlichen Opernduktus spüren. Das ist eine ganz eigene Farbe im Schubert’schen Liedœuvre. Es hat einfach großen Spaß gemacht, dieses Repertoire zu sichten und das Programm zusammenzustellen, passende Sololieder dazu auszusuchen und das Ganze so zu kombinieren und in eine Abfolge zu bringen, dass dabei eine eigene Geschichte entsteht. Das »Nachthelle«-Programm hatte ja schon gut funktioniert und letztlich auch die Lust geweckt, hier weiterzumachen. Der Weg zu diesem Programm war dann eigentlich gar nicht mehr so weit. Das Besondere und Spannende an diesem Programm ist, dass wir es ja nicht nur mit größeren vierstimmigen Ensembles zu tun haben, sondern dass die Abwechslung in den Besetzungen hier noch größer ist – das ist einfach sehr reizvoll. Es versteckt sich in diesem Programm übrigens auch noch eine kleine Novität: Das Duett Linde Lüfte wehen auf einen Text von 4


Christian Graf zu Stolberg-Stolberg wurde von Schubert als Fragment hinterlassen. Er vertonte im April 1821 nur einen Teil des dialogischen Textes, nach der ersten Strophe bricht die Musik einfach ab. Ich habe das Stück nun behutsam aus dem vorhandenen Material ergänzt bzw. vervollständigt, da dieser Zwiegesang so wunderbar in unser Programm passt und weil es eben ansonsten kaum Duette von Schubert gibt. Für dieses Programm war es mir aber wichtig, dass sich nicht nur Vierer-Ensembles mit Einzelliedern abwechseln, sondern dass hier unterschiedliche Paarungen zusammenfinden und auch wieder auseinandergehen. Letztlich erzählt das Programm eine kleine Geschichte – Sopran und Tenor finden dann schließlich im krönenden Terzett Der Hochzeitsbraten zusammen – bei Mezzosopran und Bass ist es (wie ja oft auch in der Oper) eher ein Hin und Her, und man weiß nicht so recht, wie das ausgehen wird… Musst Du als Liedpianist »anders« spielen und auch »anders« hören, wenn Du drei oder vier Sänger*innen begleitest als wenn es »nur« einer ist? Gibt es da einen Unterschied – oder ist es letztlich das Gleiche? Tatsächlich ist es sehr anders. Zum einen entsteht vieles erst wirklich in den Proben, wenn alle vier Sängerinnen und Sänger zusammenkommen. Da entwickelt sich eine ganz eigene Dynamik, wenn das Programm dann als Ganzes zusammengefügt wird. Das wird spannend. Man muss dann natürlich zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen – im »normalen« Liedprogramm sind ja »nur« zwei Meinungen unter einen Hut zu bringen – hier sind es dann fünf. Außerdem kommt mir als Pianisten in den Ensemblestücken eine geradezu dirigentische Aufgabe zu. Das heißt, man muss doch sehr viel mehr leiten, die Stimmen führen und zusammenhalten. Bei den Proben ist mehr Abstimmung vonnöten. Natürlich ist man als Pianist Teil des Ganzen, man spielt ja mit – und muss zugleich eben wie ein Dirigent den Blick aufs Ganze behalten, immer dabei sein, hören, was sinnvoll ist und gut passt und was eher nicht. Aber ich habe immer schon, bereits seit dem Studium und als junger Musiker, häufig mit mehreren Gesangsstimmen gearbeitet. Das ist also nichts Neues oder Ungewöhnliches für mich. Bei unserem ersten Ensemble-Programm »Nachthelle!« war der Duktus der Lieder ja eher melancholisch, schwermütig – so wie wir es eigentlich von Franz Schubert kennen. Dieses Programm ist nun vorwiegend heiter, ja zum Teil augenzwinkernd – eine eher selten zu findende Farbe in Schuberts Liedschaffen, wobei er selbst doch auch durchaus ein geselliger Mensch war. Oder nicht? Warum gibt es so wenig lustige Lieder von Schubert? 5


GESPRÄCH

Die Vermutung liegt nahe – aber das ist reine Spekulation –, dass Schuberts eigene litera­ rische Vorlieben zumeist melancholischeren und schwermütigeren Texten galten. Diese Ensembles, die wir im heutigen Programm aufführen, mit ihrem heiteren Duktus, entstanden sehr häufig als Gelegenheitskompositionen, die Schubert spontan für einen Anlass und eine bestimmte Besetzung komponierte, die er eben gerade zur Verfügung hatte. Nicht selten boten die berühmten Schubertiaden diese Gelegenheit, für die dann solche Kompositionen entstanden. Die Inspiration und die Impulse zu diesen heiteren Werken kamen oftmals von seinen Freunden, die ihn auf Texte hinwiesen und zu Kompositionen anregten, vermutlich auch mit dem Hintergedanken, dass er hiermit etwas schreiben würde, dass sich gut verkaufen ließe und mit dem der Name Schubert größere Popularität erreichen könnte. Bei aller Melancholie und Schwermut, die Schuberts Musik innewohnen, und seinem Hang zu den düsteren Themen – es gibt ja kaum einen anderen Komponisten, bei dem das Moll so heiter klingt und das Dur so düster – ist es schön, dass wir in diesem Programm auch einmal diese leichtere, heitere Seite Schuberts zeigen können. Die hatte er nämlich in jedem Fall auch! Schubert war durchaus gesellig und als unterhaltsamer Zeitgenosse von seinen Freunden geschätzt. Eine besondere Episode in seinen jungen Jahren war da sicherlich Schuberts Zugehörigkeit in der Wiener »Unsinnsgesellschaft«, einer Künstler-Brüderschaft, die sich 1817/18 wöchentlich im Gasthaus »Zum rothen Hahn« traf und unter anderem das VereinsHeft Archiv des menschlichen Unsinns – ein langweiliges Unterhaltungsblatt für Wahnwitzige mit ironischen und sarkastischen Texten, Aufsätzen, Parodien, kurzen Theaterstücken, Illustrationen usw. herausbrachte. Und Schubert war da mittendrin. Es ist schön, dass dieses Programm wieder einen anderen Teil des gesamten Schubert’schen Facettenreichtums zeigen kann, zu dem eben auch diese heitere und ein bisschen theatralisch-komische Seite gehört.

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Wir feiern mit diesem Konzert ja auch Schuberts 227. Geburtstag. Warum erfreut sich dieser Komponist einer so ungebrochenen Beliebtheit beim Liedpublikum und auch bei den Interpret*innen? Was macht seine Lieder so besonders zugänglich? Ich denke, dass Schubert im besten Sinne des Wortes ein volksnaher Komponist ist. Er hat sehr melodiös komponiert, war dem Volkstümlichen immer eng verbunden. Vieles bei Schubert ist der volkstümlichen Musik entlehnt bzw. hat hier seinen Ursprung. So tiefgründig und intellektuell seine Kompositionen auf der einen Seite natürlich sind, so sind sie auf der andere Seite doch auch immer eingängig und volksnah geblieben. Es ist dieses faszinierende Spannungsfeld bei Schubert, diese magische Disparatheit, die ihn letztlich auch einzigartig machen. Bei Schubert ist immer alles zugleich vorhanden – bei aller Sehnsucht, Traurigkeit und Melancholie schwingt immer auch ein wenig tänzerische Heiterkeit mit. Das ist glaube ich das Einzigartige bei Schubert. Viele seiner Kompositionen finden ihre Inspiration in Tanz- oder auch Gebrauchsmusik, waren eben bei und für Gesellschaften geschrieben, waren in dieser Weise populär und sind es auch bis heute. Wir hatten ja gerade wieder das Neujahrskonzert im Wiener Musikverein und bei der Walzerseligkeit, die dieses Ereignis versprüht, kann ich mir den Gedanken nicht verwehren, dass da sicher auch ein Ursprung in den Schubert'schen Ländlern, Walzern und Deutschtänzen liegt, die bei seinen Freunden so beliebt waren. Welches (Schubert-)Repertoire würde Dich als nächstes reizen? Gibt es schon neue Pläne? Oh, es gibt da noch einige spannende Programme in der Schublade. Gerade bei Schubert gibt es neben den großen Liedzyklen, die ja häufig aufgeführt werden, noch so viel zu entdecken. Mich würde zum Beispiel ein Programm interessieren, das sich nur um das Jahr 1817 dreht. Das war das Jahr, in dem Schubert unter anderem das Lied Erlafsee komponierte, das Anfang 1818 als seine erste Komposition im Druck erschien [Anm.: als Beilage zur Anthologie Mahlerisches Taschenbuch für Freunde interessanter Gegenden. Natur- und Kunst-Merkwürdigkeiten der Österreichischen Monarchie]. Außerdem entstanden 1817 großartige Lieder wie Ganymed, Die Forelle oder auch Der Tod und das Mädchen. Es war das Jahr, in dem Schubert sich erstmals als selbstständigr Künstler emanzipierte und in Erscheinung trat und schließlich den ungeliebten Lehrdienst quittierte. Ein wichtiges Jahr in seiner Entwicklung also, dass ich gerne mal in einem Programm mit verschiedenen Aspekten aus Schuberts Leben kombinieren würde, vielleicht auch in Zusammenarbeit mit einem Schauspieler oder Sprecher. Also, wir wissen, worauf wir uns noch freuen können! Ich danke herzlich für das schöne Gespräch – sowie für die Planung und Organisation dieses wundervollen Programms! 7


TEXTE FRANZ SCHUBERT

BEI DIR ALLEIN

Bei dir allein Empfind’ ich, dass ich lebe, Dass Jugendmut mich schwellt, Dass eine heit’re Welt Der Liebe mich durchbebe; Mich freut mein Sein Bei dir allein!

DIE GESELLIGKEIT (LEBENSLUST)

Wer Lebenslust fühlet, Der bleibt nicht allein, Allein sein ist öde Wer kann sich da freun! Im traulichen Kreise, Beim herzlichen Kuss, Beisammen zu leben, Ist Seelengenuss!

Bei dir allein Weht mir die Luft so labend, Dünkt mich die Flur so grün, So mild des Lenzes Blüh’n So balsamreich der Abend, So kühl der Hain, Bei dir allein!

Das lehrt uns der Tauber Für Liebe und Lust Erhebt sich dem Täubchen Die seidene Brust, Es girret für Wonne, Es lehret im Kuss: Beisammen zu leben Sei Herzensgenuss.

Bei dir allein Verliert der Schmerz sein Herbes, Gewinnt die Freud’ an Lust! Du sicherst meine Brust Des angestammten Erbes; Ich fühl’ mich mein Bei dir allein!

[…] Dem folget, ihr Guten, Und singet nicht mehr: Die Einsamkeit wäre Nicht öde, nicht leer; Allein sein erzeuget Nur Sehnsucht und Schmerz, Beisammen zu leben Befriedigt das Herz.

Johann Gabriel Seidl (1804–1875)

DER EINSAME D 800

Wenn meine Grillen schwirren, Bei Nacht, am spät erwärmten Herd, Dann sitz’ich mit vergnügtem Sinn Vertraulich zu der Flamme hin, So leicht, so unbeschwert.

Johann Karl Unger (1771–1836)

Ein trautes, stilles Stündchen Bleibt man noch gern am Feuer wach, Man schürt, wenn sich die Lohe senkt, Die Funken auf und sinnt und denkt: 8


»Nun abermal ein Tag!« Was Liebes oder Leides Sein Lauf für uns dahergebracht, Es geht noch einmal durch den Sinn; Allein das Böse wirft man hin, Es störe nicht die Nacht.

Um manches Herz hab ich geworben, Doch währte mein Triumph nicht lang, Denn Blödheit hat mir oft verdorben, Was kaum mein Frohsinn mir errang. D’rum bin ich auch dem Netz entgangen; Denn, weil kein Wahn mich hielt umfangen Kam ich von keinem auch zurück: Und das ist doch gewiss ein Glück!

Zu einem frohen Träume, Bereitet man gemach sich zu, Wenn sorgenlos ein holdes Bild Mit sanfter Lust die Seele füllt, Ergibt man sich der Ruh.

Und ruft der Bot’aus jenen Reichen Mir einst, wie allen, ernst und hohl, Dann sag ich willig, im Entweichen, Der schönen Erde »Lebe wohl!« Sei’s denn, so drücken doch am Ende Die Hand mir treue Freundeshände, So segnet doch mich Freundesblick: Und das ist, Brüder, doch ein Glück!

Oh, wie ich mir gefalle In meiner stillen Ländlichkeit! Was in dem Schwarm der lauten Welt Das irre Herz gefesselt hält, Gibt nicht Zufriedenheit.

Johann Gabriel Seidl Zirpt immer, liebe Heimchen, In meiner Klause eng und klein. Ich duld’euch gern: ihr stört mich nicht, Wenn euer Lied das Schweigen bricht, Bin ich nicht ganz allein.

DIE MÄNNER SIND MÉCHANT

Du sagtest mir es, Mutter: Er ist ein Springinsfeld! Ich würd’es dir nicht glauben, Bis ich mich krank gequält! Ja, ja, nun ist er’s wirklich; Ich hatt’ihn nur verkannt! Du sagtest mir’s, o Mutter: »Die Männer sind méchant!«

Karl Lappe (1773–1843)

IRDISCHES GLÜCK

So mancher sieht mit finst’rer Miene Die weite Welt sich grollend an, Des Lebens wunderbare Bühne Liegt ihm vergebens aufgetan. Da weiss ich besser mich zu nehmen, Und fern, der Freude mich zu schämen, Geniess’ich froh den Augenblick: Das ist denn doch gewiss ein Glück.

Vor’m Dorf im Busch, als gestern Die stille Dämm’rung sank, Da rauscht’es: »Guten Abend!« Da rauscht’es: »Schönen Dank!« Ich schlich hinzu, ich horchte; Ich stand wie festgebannt: Er war’s mit einer Andern – »Die Männer sind méchant!« 9


TEXTE

O Mutter, welche Qualen! Es muss heraus, es muss! – Es blieb nicht bloss bei’m Rauschen, Es blieb nicht bloss bei’m Gruss! Vom Grusse kam’s zum Kusse, Vom Kuss zum Druck der Hand, Vom Druck, ach liebe Mutter! – »Die Männer sind méchant!«

AN SILVIA

Was ist Silvia, saget an, Dass sie die weite Flur preist? Schön und zart seh’ich sie nah’n, Auf Himmels Gunst und Spur weist, Dass ihr alles untertan. Ist sie schön und gut dazu? Reiz labt wie milde Kindheit; Ihrem Aug’eilt Amor zu, Dort heilt er seine Blindheit, Und verweilt in süsser Ruh’.

Johann Gabriel Seidl

DAS ABENDROT

Der Abend blüht! Der Westen glüht! Wo bist du holdes Licht entglommen? Aus welchem Stern herabgekommen?

Darum Silvia, tön’, o Sang, Der holden Silvia Ehren; Jeden Reiz besiegt sie lang, Den Erde kann gewähren: Kränze ihr und Saitenklang!

[...] Eduard von Bauernfeld (1802 –1890) Wie sieht so hehr Das düstre Meer! Die Welle tanzt des Glanzes trunken, Und sprüht lusttaumelnd Feuerfunken.

ALLES UM LIEBE

Was ist es, das die Seele füllt? Ach, Liebe füllt sie, Liebe! Sie füllt nicht Gold noch Goldes wert, Nicht was die schnöde Welt begehrt, Sie füllt nur Liebe, Liebe!

Es malt der Strahl Das liebe Thal, Das sie bewohnt der Holden Holde, Mit Rosengluth und mattem Golde.

[...] Geuß, Hesperus Mit leisem Gruß Auf sie, den Inhalt meiner Lieder, Die schönsten deiner Rosen nieder.

Was ist’s, wonach das Herz zerlechzt? Es lechzet, ach, nach Liebe! Es schmachtet nicht nach Druck und Kuss, Nicht nach der Wollust Vollgenuss; Es schmachtet nur nach Liebe.

[...] Ludwig Gotthard Kosegarten (1758 – 1818) 10


Und sollt' ich fern von Ihr, von Ihr Dahin mein Leben trauern, Und wüsste nur, dass Du mich liebst, Dass Du mir, Herzgeliebter, bliebst, Wer dürfte mich bedauern?

DIE LIEBE

Wo weht der Liebe hoher Geist? Er weht in Blum und Baum, Im weiten Erdenraum; Er weht, wo sich die Knospen spalten, Und wo die Blümlein sich entfalten. Wo weht der Liebe hoher Geist? Er weht im Abendglanz, Er weht im Sternenkranz; Wo Bien’und Maienkäfer schwirren, Und zart die Turteltauben girren.

[...] Ludwig Gotthard Kosegarten

TRAUER DER LIEBE

Wo die Taub’in stillen Buchen Ihren Tauber sich erwählt, Wo sich Nachtigallen suchen, Und die Rebe sich vermählt; Wo die Bäche sich vereinen, Ging ich oft mit leichtem Scherz, Ging ich oft mit bangem Weinen; Suchte mir ein liebend Herz.

[...] Wo weht der Liebe hoher Geist? In Wasser, Feuer, Luft Und in des Morgens Duft; Er weht, wo sich ein Leben reget, Und wo sich nur ein Herz beweget.

O, da gab die finstre Laube Leisen Trost im Abendschein; O, da kam ein süßer Glaube Mit dem Morgenglanz im Hain; Da vernahm ichs in den Winden; Ihr Geflüster lehrte mich: Dass ich suchen sollt', und finden, Finden, holde Liebe! dich.

Gottlieb von Leon (1800 –1890)

Aber ach! wo blieb auf Erden, Holde Liebe, deine Spur? Lieben, um geliebt zu werden, Ist das Loos der Engel nur. Statt der Wonne, fand ich Schmerzen, Hing an dem was mich verließ; Frieden gibt den treuen Herzen Nur ein künftig Paradies.

Er lagert sich in schwarzer Nacht; Die Völker zittern schon: Geflügeltes Verderben wacht Um seinen furchtbarn Thron.

Johann Georg Jacobi (1740 -1814)

GOTT IM UNGEWITTER

Du Schrecklicher, wer kann vor dir Und deinem Donner stehn? Groß ist der Herr, was trotzen wir? Er winkt, und wir vergehn.

Rothglühend schleudert seine Hand Den Blitz aus finstrer Höh: Und Donner stürzt sich auf das Land, In einer Feuersee: 11


TEXTE

Dass selbst der Erde fester Grund Vom Zorn des Donners bebt, Und was um ihr erschütternd Rund Und in der Tiefe lebt.

Seinen Gott dem vernünftgen Wurm Orgle prächtig, Gewittersturm! Horch! er orgelt – Den Fels wie er herunterdrönt! Brüllend spricht der Orkan Zebaoths Namen aus. Hingeschrieben mit dem Griffel des Blitzes: Kreaturen, erkennt ihr mich? Schone, Herr! wir erkennen dich.

Den Herrn und seinen Arm erkennt Die zitternde Natur, Da weit umher der Himmel brennt Und weit umher die Flur. Wer schützt mich Sterblichen, mich Staub, Wenn der im Himmel wohnt, Und Welten pflückt, wie dürres Laub, Nicht huldreich mich verschont?

Friedrich Schiller (1759–1805)

AN DIE SONNE

O Sonne, Königin der Welt, Die unser dunkles Leben erhellt, O Sonne, Königin der Welt, Die unser dunkles Rund erhellt, In lichter Majestät; Erhab’nes Wunder einer Hand, Die jene Himmel ausgespannt Und Sterne hingesät!

Wir haben einen Gott voll Huld, Auch wann er zornig scheint: Er herrscht mit schonender Geduld, Der große Menschenfreund. Johann Peter Uz (1720–1796)

Noch heute seh’ich deinen Glanz, Mir lacht in ihrem Blumenkranz Noch heute die Natur. Der Vögel buntgefiedert Heer Singt morgen mir vielleicht nicht mehr Im Wald und auf der Flur.

HYMNE AN DEN UNENDLICHEN

Zwischen Himmel und Erd', hoch in der Lüfte Meer, In der Wiege des Sturms trägt mich ein Zackenfels, Wolken türmen unter mir sich zu Stürmen, Schwindelnd gaukelt der Blizt umher Und ich denke dich, Ewiger.

Ich fühle, dass ich sterblich bin, Mein Leben welkt wie Gras dahin, Wie ein verschmachtend Laub. Wer weiss, wie unerwartet bald Des höchsten Wort an mich erschallt: Komm wieder in den Staub!

Deinen schauernden Pomp borge dem Endlichen, Ungeheure Natur! Du der Unendlichkeit Riesentochter! Sei mir Spiegel Jehovahs!

Johann Peter Uz 12


MIGNON UND HARFNER

ALS ICH SIE ERRÖTEN SAH

Nur wer die Sehnsucht kennt Weiß, was ich leide! Allein und abgetrennt Von aller Freude Seh ich an's Firmament Nach jener Seite. Ach, der mich liebt und kennt, Ist in der Weite. Es schwindelt mir, es brennt Mein Eingeweide. Nur wer die Sehnsucht kennt Weiß, was ich leide!

All’mein Wirken, all’mein Leben Strebt nach dir, Verehrte, hin! Alle meine Sinne weben Mir dein Bild, o Zauberin! Du entflammest meinen Busen Zu der Leier Harmonie, Du begeisterst mehr als Musen, Und entzückest mehr als sie. Ach, dein blaues Auge strahlet Durch den Sturm der Seele mild, Und dein süsses Lächeln mahlet Rosig mir der Zukunft Bild.

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

Herrlich schmückt des Himmels Grenzen Zwar Aurora’s Purpurlicht, Aber lieblicheres Glänzen Überdeckt dein Angesicht,

DU LIEBST MICH NICHT

Mein Herz ist zerrissen, du liebst mich nicht! Du ließest mich's wissen, du liebst mich nicht! Wiewohl ich dir flehend und werbend erschien, Und liebebeflissen, du liebst mich nicht! Du hast es gesprochen, mit Worten gesagt, Mit allzugewissen, du liebst mich nicht! So soll ich die Sterne, so soll ich den Mond, Die Sonne vermissen? du liebst mich nicht! Was blüht mir die Rose, was blüht der Jasmin, Was blühn die Narzissen? du liebst mich nicht!

Wenn mit wonnetrunk’nen Blicken Ach! und unaussprechlich schön, Meine Augen voll Entzücken Purpurn dich erröten seh’n. Bernhard Ambros Ehrlich (1765 – 1827)

August von Platen (1796–1835)

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TEXTE HEIMLICHES LIEBEN

DER TRAUM

O du, wenn deine Lippen mich berühren, So will die Lust die Seele mir entführen; Ich fühle tief ein namenloses Beben Den Busen heben.

Mir träumt', ich war ein Vögelein, Und flog auf ihren Schoß, Und zupft’ihr, um nicht lass zu sein, Die Busenschleifen los. Und flog, mit gaukelhaftem Flug, Dann auf die weiße Hand, Dann wieder auf das Busentuch, Und pickt’am roten Band.

Mein Auge flammt, Glut schwebt auf meinen Wangen; Es schlägt mein Herz ein unbekannt Verlangen; Mein Geist, verirrt in trunkner Lippen Stammeln, Kann kaum sich sammeln.

[...] Sie spielte, wie ich tiefer sank, Mit leisem Fingerschlag, Der mir durch Leib und Leben drang, Mich frohen Schlummrer wach; Sah mich so wunderfreundlich an, Und bot den Mund mir dar, Dass ich es nicht beschreiben kann, Wie froh, wie froh ich war.

Mein Leben hängt in einer solchen Stunde An deinem süssen, rosenweichen Munde, Und will, bei deinem trauten Armumfassen, Mich fast verlassen. O! dass es doch nicht ausser sich kann fliehen, Die Seele ganz in deiner Seele glühen! Dass doch die Lippen, die voll Sehnsucht brennen, Sich müssen trennen! Dass doch im Kuss’ mein Wesen nicht zerfliesset, Wenn es so fest an deinen Mund sich schliesset, Und an dein Herz, das niemals laut darf wagen, Für mich zu schlagen!

Da trippelt’ich auf einem Bein, Und hatte so mein Spiel, Und spielt’ihr mit dem Flügelein Die rote Wange kühl. Doch ach! kein Erdenglück besteht, Tag sei es oder Nacht! Schnell war mein süßer Traum verweht, Und ich war aufgewacht. Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748–1776)

Karoline Luise Karsch von Klenke (1750–1802)

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LICHT UND LIEBE (NACHTGESANG)

LINDE LÜFTE WEHEN (Fragment)

Männliche Stimme. Liebe ist ein süßes Licht. Wie die Erde strebt zur Sonne, Und zu jenen hellen Sternen In den weiten blauen Fernen, Strebt das Herz nach Liebeswonne: Denn sie ist ein süßes Licht.

Sie Linde Lüfte wehen, Atmen Balsamdüfte Von Jasmingesträuchen, Und von Veilchenau'n. Er Alles, o Geliebte, Alles um uns ist Leben, alles Wonne, Blütenlenz!

Weibliche Stimme. Sieh! wie hoch in stiller Feier Droben helle Sterne funkeln: von der Erde fliehn die dunkeln Schwermutsvollen trüben Schleier. Wehe mir, wie so trübe Fühl ich tief mich im Gemüte, Das in Freuden sonst erblühte, Nun vereinsamt, ohne Liebe.

Sie Auf den Blütenzweigen Hüpfen, regnen Rosen hüpft und wiegt Sich die Nachtigall. Singe, liebe, kleine Nachtigall! Singe Deinen Lenzgesang Es lauschen Braut und Bräutigam.

Beide Liebe ist ein süßes Licht. Wie die Erde strebt zur Sonne, Und zu jenen hellen Sternen In den weiten blauen Fernen, Strebt das Herz nach Liebeswonne. Denn sie ist ein süßes Licht.

Christian, Graf zu Stolberg-Stolberg (1748–1821)

Matthäus Casimir von Collin (1779 – 1824)

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TEXTE DER HOCHZEITSBRATEN

THEOBALD

Text: Franz von Schober (1796 – 1882)

Hier ist der Ort,

THERESE

THERESE

Ach liebes Herz, ach Theobald, Lass dir nur diesmal raten, Ich bitt’dich, geh nicht in den Wald, Wir brauchen keinen Braten.

Gsch! gsch! prr, prr. THEOBALD

Jetzt treibe fort, Jetzt hier im Kraut, Jetzt im Gebüsch.

THEOBALD

Der Stein ist scharf, ich fehle nicht, Den Hasen muss ich haben, Der Kerl muss uns als Hauptgericht Beim Hochzeitschmause laben.

THEOBALD

Nur nicht so laut! THERESE

Nur immer frisch!

THERESE

Ich bitt’dich, Schatz – KASPAR

Horch! horch!

THEOBALD

Ich geh allein. THEOBALD

Nur still! nur still!

THERESE

Sie hängen dich. KASPAR

Potz Blitz, was soll das sein? Ich glaub sie jagen. Da schlag der Hagel drein! Potz Blitz!

THEOBALD

Was fällt dir ein! THERESE

Allein kann ich nicht bleiben. THEOBALD

Still! Still!

THEOBALD

Nun gut, so magst du treiben. THERESE

Nur aufgepasst!

THERESE

Wo steckt er denn? KASPAR

Potz Blitz!

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THEOBALD

THERESE & THEOBALD

Da sprach ja wer?

Nun ist es aus.

THERESE

KASPAR

Was du nicht hörst!

Den Hasen gebt, die Büchs heraus!

KASPAR

THEOBALD

Der kommt nicht aus, den sperr ich ein.

Ich muss…

THEOBALD

KASPAR

Es wird der Wind gewesen sein.

Ins Loch, ins Arbeitshaus!

THERESE

THERESE

O Lust, ein Jägersmann zu sein. Ein Has, ein Has!

Ich will... THERESE & THEOBALD

O weh! oh weh! Mit uns ist’s aus.

THEOBALD

Da liegt er schon! KASPAR KASPAR

Ich treib euch schon das Stehlen aus.

Nun wart, Hallunk, dich trifft dein Lohn! Du Galgenstrick, du Enakssohn, Du Haupthallunk, dich trifft dein Lohn!

THERESE & THEOBALD

Herr Jäger, seid doch nicht von Stein, Die Hochzeit sollte morgen sein!

THEOBALD

Welch Meisterschuss, Grad in die Brust! O Lust, o süsse Jägerlust!

KASPAR

Was kümmert’s mich! THEOBALD

THERESE

Mit Most will ich euch reich verseh’.

O sieh! den feisten Rücken, Den will ich trefflich spicken. O Lust, o süsse Jägerlust!

THERESE

KASPAR

THERESE & THEOBALD

Halt Diebsgepack!

O hört, o hört, er sei euer Dank!

Und ich, ich strick euch einen Beutel.

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TEXTE KASPAR

KASPAR

(Das Mädchen ist verzweifelt schön.) Nein, nein, ’s ist alles eitel!

Hol euch der Fuchs, ich wäre fast Der Bräutgam lieber als der Gast, Sie ist kein schlechter Braten, Der Kerl ist gut beraten! La la la ...

THERESE & THEOBALD

Und dieser Taler weiss und blank, Lasst ihr uns gehn, er sei euer Dank. Ach! statt den Hasenrücken Muss ich den Jäger spicken!

GOTT DER WELTSCHÖPFER

Zu Gott, zu Gott flieg auf, hoch über alle Sphären! Jauchz ihm, weitschallender Gesang, Dem Ewigen! Er hieß das alte Nichts gebähren; Und sein allmächtig Wort war Zwang. Ihm, aller Wesen Quelle, werde Von allen Wesen Lob gebracht, Im Himmel und auf Erden Lob seiner weisen Macht!

KASPAR

Sie ist doch zum Entzücken, Ich muss ein Aug zudrücken. Nun wohl, weil ernstlich ihr bereut, Und’s erstemal im Forste seid, Mag Gnad für Recht heut walten, Ihr möget Hochzeit halten. THERESE & THEOBALD

O tausend Dank! O lieber Herr! Gebt uns zur Hochzeit doch die Ehr!

Johann Peter Uz

KASPAR

Es sei,ich komme morgen, (Für’n Braten will ich sorgen.) ALLE

Lebewohl, Lebewohl bis morgen. THERESE & THEOBALD

Das Herz ist frei von seiner Last, Wir haben Hochzeit und ’nen Gast, Und Obendrein den Braten, So sind wir gut beraten! La la la ...

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MITWIRKENDE

ESTHER DIERKES, Sopran

Von der Opernwelt nominiert als Sängerin des Jahres wird die jugendlichdramatische Sopranistin Esther Dierkes in der Spielzeit 2023/24 als Jenůfa in Janáčeks gleichnamiger Oper sowie erneut als Gretel in Humperdincks Hänsel und Gretel, als Freia (Das Rheingold) und Gutrune (Götterdämmerung) im neuen Ring an der Staatsoper Stuttgart zu hören sein. Als 1. Dame in der Zauberflöte debütiert sie an der Opéra de Lausanne und wird die 5. Magd in Richard Strauss’ Elektra in der Kölner Philharmonie, am Théâtre des Champs-Élysées und an der Staatsoper Stuttgart interpretieren, deren Ensemble sie seit 2017 angehört. Hier gestaltete sie bisher Partien wie Rusalka, Mimì, Gretel, Pamina, Zerlina, Freia, Gerhilde, Gutrune, Josephe Asteron (UA Erdbeben.Träume.), Gretchen und Una Poenitentium in Schumanns Faust-Szenen sowie Susanna und Micaela. Beim Glyndebourne Festival, den BBC Proms und der Komischen Oper Berlin war sie als 1. Dame in der Zauberflöte zu hören. Als Lied- und Konzertsängerin gastiert Esther Dierkes mit dem MDR Sinfonieorchester, der NDR Radiophilharmonie, der Nordwestdeutschen Philharmonie, dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester, dem hr-Sinfonie Orchester, dem Gürzenich-Orchester und bei der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie. Außerdem ist die Sopranistin regelmäßig zu Gast in der Kölner Philharmonie, der Berliner Philharmonie, dem Gewandhaus Leipzig, der Alten Oper Frankfurt und arbeitet mit Dirigenten wie Hartmut Haenchen, Philippe Herreweghe, Elias Grandy, Cornelius Meister, Sylvain Cambreling, Risto Joost, Marc Soustrot, Andrew Manze, Marek Janowski und Bertrand de Billy. Die Sopranistin ist Stipendiatin des »Richard-Wagner-Verbands«, erhielt das Stipendium der katholischen Studienstiftung »Cusanuswerk« und wurde zudem durch die »Da Ponte« -Stiftung und Yehudi-Menuhin »Live Music Now« e.V. gefördert. Sie studierte in der Klasse von Prof. Hedwig Fassbender an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt am Main und war bereits während ihres Studiums an der Oper Frankfurt, am Staatstheater Darmstadt, beim »Festival junger Künstler« in Bayreuth, beim Rheingau Musik Festival und bei den Opernfestspielen St. Margarethen zu hören.

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MITWIRKENDE

DIANA HALLER, Mezzosopran

Die kroatische Mezzosopranistin Diana Haller studierte am Giuseppe Tartini Konservatorium in Triest, an der Royal Academy of Music in London sowie an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart bei Dunja Vejzović. Nach einem Jahr im Opernstudio der Staatsoper Stuttgart wurde sie in der Spielzeit 2010/11 als jüngstes Ensemblemitglied aufgenommen und singt dort alle wesentlichen Partien ihresFachs. Im Jahr 2021 erfolgte die Ernennung zur Kammersängerin, in der Saison 2022/23 ist sie Schirmherrin des Internationalen Opernstudios. In Stuttgart sang sie als Ensemblemitglied u. a. Cherubino (Le nozze di Figaro), Enrichetta (Die Puritaner), Hänsel (Hänsel und Gretel), die Titelpartie von Ariodante, Dorabella (Così fan tutte), den Komponisten (Ariadne auf Naxos), Octavian (Der Rosenkavalier, konzertant), Vagaus (Juditha triumphans), Ruggiero (Alcina), Adalgisa (Norma) und Rosina (Il barbiere di Siviglia). 2011 gab Diana Haller mit der Titelpartie in Siroe, Rè di Persia von J. A. Hasse ihr Debüt beim London Handel Festival und in Il noce di Benevento von Giuseppe Balducci beim Festival Rossini in Wildbad. 2014 gastierte die Mezzosopranistin als Ines (Il trovatore) bei den Salzburger Festspielen, 2015/16 als Angelina (La Cenerentola) am Gärtnerplatztheater in München, 2020 als Adalgisa (Norma) an der Staatsoper Hamburg und 2021 als Ruggiero (Alcina) an der Opéra National du Rhin in Straßburg. Beim Savonlinna Opera Festival sang sie im Juli 2022 die Titelpartie in Händels Giulio Cesare. Gastengagements führten sie zudem zum London Handel Festival, an die Oper Köln, die Semperoper Dresden, an das Opernhaus Zürich, an die Mailänder Scala, die Opernhäuser Rijeka und Zagreb, an die Oper Frankfurt und die Metropolitan Opera New York. Konzerte sang sie beim Maggio Fiorentino unter Fabio Luisi (Mahler, 8. Sinfonie), bei den Bregenzer Festspielen unter Kirill Petrenko, unter Philippe Herreweghe war sie mit Mozarts c-Moll-Messe und dem Requiem auf Tournee. Weitere Stationen waren u. a. Mahlers Lied von der Erde beim Heidelberger Frühling, Rossinis Stabat Mater (WDR Sinfonieorchester), Dvořáks Requiem in der Kölner Philharmonie und Rossinis Petite Messe Solennelle (Amsterdam Concertgebouw). Ihre Diskografie umfasst Werke von Händel und Bach, ein Album mit Liedern von Schumann und Wolf, Faust von Gounod und Echoes of the Grand Canal mit dem Ensemble Diderot. In ihren zahlreichen Engagements auf der Konzert- und Opernbühne ist Diana Haller auch als Regisseurin tätig. Ihr Regiedebüt gab sie 2013 am Stadttheater Weißenhorn mit Telemanns Pimpinone, wo sie auch Bellinis Norma (2015) und I Capuleti e i Montecchi (2018) inszenierte. In der Spielzeit 2023/24 führte sie in einer Neuproduktion von Donizettis Anna Bolena am Kroatischen Nationaltheater in Rijeka Regie. 20


MORITZ KALLENBERG, Tenor

Nach zwei Jahren im Internationalen Opernstudio der Staatsoper Stuttgart ist Moritz Kallenberg seit der Saison 2019/20 Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart. In der Spielzeit 2022/23 gab der junge Tenor in Rameaus Platée als Thespis/Mercure sein Debüt an der Semperoper Dresden (in der Inszenierung: Rollando Villazon). Im Verlauf der Spielzeit 22/23 folgten weitere Debüts als Evangelist in einer inszenierten Johannespassion an der Staatsoper Stuttgart sowie in der Rolle des Le Lepreaux in Olivier Messiaens Oper St. Francois d'Assise. 2023/24 ist er in Stuttgart als Erster Geharnischter (Die Zauberflöte) und als Loge (Das Rheingold) zu erleben. Zudem wirkt er im Eröffnungskonzert Belonging together und in der Hybridoperette Hotel Savoy mit und gestaltet das 4. Liedkonzert. Weitere Rollen an der Staatsoper Stuttgart waren u. a. Thespis/Mercure (Platée), Orfeo (L'Orfeo), Graf Hohenzollern (Der Prinz von Homburg) und Oronte (Alcina). Darüber hinaus debütierte Moritz Kallenberg als Contino Belfiore in Mozarts La Finta Giardiniera im Rahmen einer Europatournee mit dem Barockrchester Les Arts Florissants unter der Leitung von William Christie an verschiedenen internationalen Opernhäusern (u.a. Theater an der Wien, Opera Royal Versaille, Palau de las Artes Valencia). Weitere Engagements führten ihn an die Opéra National du Rhin Straßbourg, an Teater Petruzelli Bari, das Aalto-Theater Essen, die Oper Leipzig und das Festspielhaus BadenBaden. Als gefragter Konzertsänger ist er darüber hinaus regelmäßig im In- und Ausland zu erleben. Neben den klassischen Werken seines Fachs reicht sein Repertoire vom frühen Barock bis zur Moderne. Er arbeitete mit Dirigenten wie u. a. William Christie, Thomas Guggeis, Paul Agnew, Cornelius Meister, Sir Simon Rattle, Diego Fasolis, Benjamin Bayl, Ruben Jais zusammen und konzertierte u. a. am Gewandhaus Leipzig, an der Pariser Philharmonie, am Amsterdam Concertgebouw, an der Tonhalle Zürich, der Kölner Philharmonie, der Tchaikovky Hall Moskau und im Mailänder Dom. Moritz Kallenberg erhielt seine Gesangsausbildung an der Musikhochschule Freiburg bei Reginaldo Pinheiro sowie am Conservatorio L. Cherubini in Florenz. Meisterkurse bei Brigitte Fassbaender, Margaret Honig und Ulrike Härter runden seine musikalische Ausbildung ab.

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MITWIRKENDE

DAVID STEFFENS, Bass

David Steffens wuchs im bayerischen Bad Reichenhall auf und war schon während seiner Gymnasialzeit Jungstudent an der Universität Mozarteum in Salzburg. Er erhielt seine Ausbildung bei Prof. Horiana Branisteanu im Konzertfach Gesang am Mozarteum, in der Opernklasse des Mozarteums bei Josef Wallnig und Eike Gramss sowie in der Liedklasse von Wolfgang Holzmair. Das Cusanuswerk (Bonn) förderte ihn während des Studiums. Als bester Absolvent seines Jahrgangs wurde er 2011 mit der Lilli-Lehmann-Medaille der Internationalen Stiftung Mozarteum in Salzburg ausgezeichnet und im selben Jahr mit der Gottlob-Frick-Medaille geehrt. Er besuchte Meisterkurse bei Dietrich Fischer-Dieskau, Ruggero Raimondi, Christa Ludwig, Thomas Hampson, Helmut Deutsch, Rudolf Piernay, Francisco Araiza und Thomas Moser. Als Bartolo in Le nozze di Figaro debütierte er am Salzburger Landestheater, war anschließend im Internationalen Opernstudio am Opernhaus Zürich engagiert sowie bei den Salzburger Festspielen im Rahmen des Young Singers Project u. a. als Sarastro in Mozarts Die Zauberflöte zu erleben. 2012 bis 2014 war David Steffens Mitglied des Ensembles am Stadttheater Klagenfurt; seit der Spielzeit 2015/16 gehört er dem Ensemble der Stuttgarter Staatsoper an, wo er u.a. in der Titelrolle von Mozarts Le nozze di Figaro, als Sarastro und als Fürst Gremin in Eugen Onegin zu hören war. Gastengagements führten David Steffens darüber hinaus zur Salzburger Mozartwoche, an die Deutsche Oper am Rhein, an das Teatro Real in Madrid, an die Wiener Volksoper, die Opéra National de Lyon, das Teatro Verdi in Triest, das Nationaltheater in Prag, das Theater St. Gallen, die Opéra de Lausanne, zu den Festspielen Baden-Baden und zu den Schweriner Schlossfestspielen. 2016 debütierte David Steffens mit großem Erfolg als König Heinrich (Lohengrin) am Theater St. Gallen. Am Pariser Théâtre des Champs-Elysées war der Bass in einer konzertanten Aufführung des Don Giovanni als Komtur und Masetto zu hören. Er gastierte als Ochs auf Lerchenau in Strauss’Der Rosenkavalier am Theater Chemnitz und gab sein Debüt als Kaspar in Webers Der Freischütz an der Opéra National du Rhin in Straßburg. Als Komtur in Mozarts Don Giovanni gab er schließlich sein Hausdebüt an der Dresdner Semperoper. Im Sommer 2021 verkörpert er bei den Salzburger Festspielen den Masetto in Mozarts Don Giovanni unter Leitung von Teodor Currentzis. 2023/24 ist David Steffen als Escamillo (Carmen), als Fasolt (Das Rheingold) und als Sarastro/Sprecher (Die Zauberflöte) an der Staatsoper Stuttgart zu erleben. Als gefragter Konzertsänger gastierte David Steffens darüber hinaus am Gewandhaus Leipzig, dem Herkulessaal München, dem Teatro Manzoni Bologna und bei der Schubertiade Hohenems.

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MARKUS HADULLA, Klavier

Der in Köln geborene Pianist Markus Hadulla interessierte sich neben dem solistischen Repertoire schon früh für die Verbindung von Literatur und Musik. Er begann sein Studium bei dem Liedpianisten Hartmut Höll in Karlsruhe. Weitere Studien folgten bei Anne Grappotte am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris und in den USA an der Yale University/School of Music bei Peter Frankl. Mit dem Gewinn des Preises für den besten Pianisten beim Internationalen Hugo-Wolf-Wettbewerb in Stuttgart 1994 machte er früh auf sich aufmerksam. Dietrich FischerDieskau lud ihn daraufhin in seine Berliner Liedklasse ein. Seither machte sich Markus Hadulla besonders als Liedpianist und Kammermusikpartner einen Namen. Er musizierte mit namhaften Sängerinnen und Sängern wie Sandrine Piau, Janina Baechle, Stella Doufexis, Christianne Stotijn, Angelika Kirchschlager, Rainer Trost, Markus Schäfer und Udo Reinemann. Kammermusikalisch ist er mit Tianwa Yang, Wolfgang Meyer, Sebastian Manz, Claudio Bohorquez, Tabea Zimmermann und Antoine Tamestit aufgetreten. Programme, die Musik und Literatur miteinander verbinden, entstanden in Zusammenarbeit mit Peter Härtling, Inge und Walter Jens, dem Regisseur Norbert Beilharz und auch mit Udo Samel, Maria Happel, Johannes Krisch, Rudolf Guckelsberger und Reinhold Ohngemach. Konzerte führten den Pianisten in international renommierte Konzerthäuser wie die Berliner Philharmonie, das Concertgebouw Amsterdam, die Wigmore Hall London, das Konzerthaus Wien, das Auditorium du Louvre in Paris, das Teatro La Fenice, das Lincoln Center und die Carnegie Hall New York sowie zu Festivals wie dem Rheingau Musik Festival, dem Schleswig-Holstein Musik Festival, Luzern Festival, Festival de la Roque d’Antheron sowie nach Südkorea, Japan, Hongkong und in die USA. Nach Lehrtätigkeit an den Hochschulen für Musik in Berlin »Hanns Eisler« und Karlsruhe hat Markus Hadulla heute die Professur für Lied und Klaviervokalbegleitung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien inne. Außerdem gibt er Seminare für deutsches Lied am Conservatorio Svizzera Italiana in Lugano und hält ausgewählte Meisterkurse wie an der Savonlinna Music Academy in Finnland, am Königlichen Konservatorium in Brüssel, an der Chopin-Universität in Warschau, in Japan und Korea. Von 2001 bis 2023 war er Künstlerischer Leiter der literarisch-musikalischen Konzertreihe »wort+ton« im württem­­bergischen Winnenden, die mit innovativen Programmkonzepten Publikum und Presse gleichermaßen begeisterte. Aufnahmen mit Solo-, Kammermusikund Liedrepertoire entstan­den sowohl für das Fernsehen als auch für verschiedene Rundfunkanstalten. Seine CD-Einspielungen für verschiedene Label wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet.

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Herausgeber Internationale Hugo-Wolf-Akademie für Gesang, Dichtung, Liedkunst e.V. Stuttgart, Jägerstraße 40, 70174 Stuttgart, Deutschland, Telefon +49(0)711-22 11 77, Fax +49(0)711. 22 79 919, info@ihwa.de, www.ihwa.de Vorstand Prof. Dr. Hansjörg Bäzner (Vorsitzender), Hans Georg Koch (Stv. Vorsitzender), Albrecht Merz (Schatzmeister), Walter Kübler (Schriftführer), Erster Bürgermeister Dt. Fabian Mayer (Ver treter der Landeshauptstadt Stuttgart), MDgt Dr. Claudia Rose (Ver treterin des Landes Baden-Württemberg), Cornelius Hauptmann, Richard Kriegbaum, Patrick Strub Künstlerischer Beirat Prof. Marcelo Amaral, Oswald Beaujean, Prof. Dr. h.c. Thomas Hampson, Prof. Christiane Iven, Dr. Regula Rapp Intendanz & Redaktion Dr. Cornelia Weidner Bildnachweis Titel: Josef Kriehuber (1800–1876): Franz Schubert, Lithographie 1846 – www.commons.wikimedia.org; Seite 4: Gesellschaftsspiel der Schubertianer in Atzenbrugg; schwarz-weiß Reproduktion eines Bildes von Leopold Kupelwieser (1821) – www.commons.wikimedia.org; Seite 6: Carl Friedrich Zimmermann, Zur Unsinniade 5. Gesang, 1817, Quelle: Historisches Museum der Stadt Wien (I.N. 71.695/43) – www.commons.wikimedia.org; Matthias Baus (Esther Dierkes, Diana Haller, Moritz Kallenberg, David Steffens), Nancy Horowitz (Markus Hadulla) Änderungen des Programms und der Mitwirkenden vorbehalten.

Dieses Programmheft wurde auf Recyclingpapier weiß, Blauer Engel, FSC gedruckt.


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IHWA-Programmheft "Happy Birthday, Franz Schubert" - 31. Januar 2024 (neue Version) by hugo-wolf-academy - Issuu