Soziale Arbeit
«Wieviel Wille soll’s denn für wen sein!?»
Der Wille im Kindesund Erwachsenenschutz
Luzerner Tagung zum Kindes- und Erwachsenenschutz
Donnerstag, 7. Mai 2026
Walter-von-Moos-Promenade 1, Luzern
hslu.ch/tagung-kes
Das Recht auf Selbstbestimmung spielt eine zentrale Rolle im Kindes- und Erwachsenenschutz. Der Wille könnte generell als die Summe der subjektiven Äusserungen eines Menschen hinsichtlich einer bestimmten Fragestellung oder Situation definiert werden. Wie aber definieren und erheben wir den subjektiven Willen im Kindes- und Erwachsenenschutz? Meinen wir auch Wünsche und Erwartungen, geäusserte Anliegen oder nonverbale Willensbekundungen? Für wen oder was dient die Willenserforschung? Und wie berücksichtigen wir alsdann den erhobenen Willen in der Entscheidungsfindung und in der Mandatsführung?
Die diesjährige Luzerner Tagung zum Kindes- und Erwachsenenschutz befasst sich mit dem Versuch zur Definition von Willen, dem Verständnis der Willensbildung. Es werden zudem psychologische, rechtliche und sozialarbeiterische Aspekte der Erhebung und Berücksichtigung des Willens in der Abklärung, Entscheidungsfindung und Mandatsführung beleuchtet sowie diesbezügliche Herausforderungen und Grenzen diskutiert.
Am Vormittag widmen sich drei Referate der Bedeutung des Willens im Kindesund Erwachsenenschutz mit Erkenntnissen aus dem Gutachten des EBGB und dem Stand der Umsetzung der UN-BRK, einem Einblick in die Fachdebatte und die Erfahrungen in der rechtlichen Betreuung in Deutschland sowie einem wissenschaftlichen Blick auf den Kindeswillen.
Am Nachmittag vertiefen die Teilnehmenden in Workshops ausgewählte Fragestellungen oder Themenbereiche aus dem Kindesoder Erwachsenenschutz zur Erhebung und Berücksichtigung des Willens bei der Entscheidungsfindung und Mandatsführung und diskutieren Fallbeispiele.
Abgerundet wird die Tagung mit einem Überblick zur aktuellen Rechtsprechung sowie zu aktuellen Gesetzgebungsprojekten.
Kosten
Tagungsgebühr: CHF 360.– / online Teilnahme CHF 200.– (ohne Workshops) Bachelor-Studierende HSLU Soziale Arbeit: 100.–Alumni: registrierte HSLU-Alumni-Mitglieder erhalten einen Tagungsrabatt von 10%
Anmeldung
Das Anmeldeformular finden Sie unter hslu.ch/tagung-kes
Die Platzzahl ist beschränkt.
Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt.
Anmeldeschluss ist der 28. April 2026.
Kontakt
Tagungsleitung
Elena Lanfranconi Jung elena.lanfranconijung@hslu.ch
Tagungsorganisation
Ricarda Achermann ricarda.achermann@hslu.ch, T +41 41 367 49 06
Programm
08:10 Uhr Empfang und Begrüssungskaffee
08:40 Uhr Begrüssung und Einführung
Elena Lanfranconi Jung, Dozentin und Projektleiterin Hochschule Luzern –Soziale Arbeit
08:50 Uhr «Dein Wille geschehe…!?» Bedeutungen im Kindes- und Erwachsenenschutz
Prof. Dr. Daniel Rosch, Professor Hochschule Luzern – Soziale Arbeit
09:35 Uhr Berücksichtigung von Wunsch und Wille – Das Gelingen in der Praxis und Fachdebatte rund um § 1821 BGB in Deutschland
Mandy Catic, Bachelor of Laws (LL.B), Bankkauffrau, Berufsbetreuerin
10:20 Uhr Pause
10:50 Uhr Kindlicher Wille
Prof. Dr. Jelena Zumbach-Basu, Head – Forensic Psychology, University of Basel –Faculty of Psychology
11:35 Uhr Rückblick auf den Vormittag mit multiperspektivischen Stimmen
11:45 Uhr Überleitung Workshops und anschl. Stehlunch
13:00 Uhr Erste Durchführung Workshops
Workshop 1
Workshop 2
Workshop 3
Workshop 4
Workshop 5
Workshop 6
Workshop 7
Erfassen, Verstehen, Berücksichtigen: Die Perspektive von Kindern im Spannungsfeld von Familie, Armut und Kindesschutz
Prof. Dr. Margot Vogel Campanello, Rechtsdienst Mandatszentrum Zug
Mit dem Kindeswillen arbeiten
Sabine Brunner, lic.phil. Psychologin, eidg. anerk. Psychotherapeutin, Supervisorin – Marie Meierhoher Institut für das Kind
Loyalität – Mal anders gedacht!
Ursula Leuthold, Dozentin und Projektleiterin Hochschule Luzern – Soziale Arbeit
Ausgewählte Aspekte zum Kindeswillen in der Kindesvertretung
Patrizia Carù, Sozio-Juristische Fallführerin, Angebotsleiterin Mavivo
Lena Sorg, Sozio-Juristische Fallführung Mavivo
Berücksichtigung des Willens bei der Entscheidungsfindung
Margot Dörig, Präsidentin Kindes- und Erwachsenschutzbehörde Dübendorf
Äusserung, Wunsch, Wille, unterstützte Entscheidungsfindung? – Alles Willkür, damit der/die Klient:in macht, was ich will?! Praxisaustausch anhand eines konkreten Beispiels
Prof. Dr. Daniel Rosch, Professor Hochschule Luzern – Soziale Arbeit
Berücksichtigung des Willens bei der Vermögensverwaltung nach VBVV
Prof. Beat Reichlin, Dozent und Projektleiter Hochschule Luzern – Soziale Arbeit
13:50 Uhr Wechsel zur zweiten Durchführung Workshops
14:00 Uhr Workshops zweite Durchführung
14:50 Uhr Pause
15:20 Uhr Kurze Ergebnispräsentation aus den Workshops
15:40 Uhr Das Bundesamt für Justiz informiert
Philipp Weber / Debora Gianninazi, Fachbereich Zivilrecht und Zivilprozessrecht, Bundesamt für Justiz
16:10 Uhr Übersicht Rechtsprechung im Kindes- und Erwachsenenschutzrecht
Prof.Dr.iur. Dr. h.c. Thomas Geiser, Universität St. Gallen
16:40 Uhr Rückblick auf die Tagung und Tagungsabschluss mit Elena Lanfranconi Jung und multiperspektivischen Stimmen
17:00 Uhr anschliessender Apéro
Programmänderungen vorbehalten.
Hochschule Luzern
Soziale Arbeit
Walter-von-Moos-Promenade 1
Postfach
6002 Luzern
T +41 41 367 48 48
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