Soziale Arbeit Weiterbildung
Fallarbeit und interprofessionelle Entscheidungsfindung in der Pflege
Komplexe Pflegesituationen analysieren, reflektieren und fundiert entscheiden. Mehr Infos unter

Komplexe Pflegesituationen analysieren, reflektieren und fundiert entscheiden

Stefanie Hutter-Rothauge
Dozentin und Projektleiterin, Programmleitung
Hochschule Luzern – Soziale Arbeit
Pflegefachpersonen treffen täglich komplexe Entscheidungen in anspruchsvollen Versorgungssituationen. Dabei gilt es, klinische Erkenntnisse, pflegerische Erfahrungen, ethische Fragestellungen sowie die Perspektiven verschiedener Berufsgruppen zu berücksichtigen. Strukturierte Fallarbeit unterstützt dabei, Situationen systematisch zu analysieren, Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen und die Versorgungsqualität nachhaltig zu verbessern.
In diesem SAS-Programm erwerben die Teilnehmenden fundierte Kompetenzen in der pflegerischen und interprofessionellen Fallbesprechung sowie in der klinischen und ethischen Entscheidungsfindung. Sie lernen, komplexe Pflegesituationen evidenzbasiert zu beurteilen, kollegiale Beratungen zu moderieren und unterschiedliche Sichtweisen konstruktiv in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Zudem setzen sie sich mit pflegeethischen Fragestellungen auseinander und entwickeln Sicherheit im Umgang mit Unsicherheit, Konflikten und herausfordernden Situationen im Berufsalltag.
Das Programm verbindet aktuelles Fachwissen mit praxisnahen Methoden, Reflexion und Austausch. Fallanalysen, Übungen und konkrete Praxisbeispiele ermöglichen den direkten Transfer in das eigene Arbeitsfeld und fördern eine professionelle, reflektierte und begründete Entscheidungsfindung.
Haben Sie noch Fragen? Dann melden Sie sich bei uns. Wir beraten Sie gerne.
Inhalt des SAS
Das SAS Fallarbeit und interprofessionelle Entscheidungsfindung in der Pflege besteht aus insgesamt sieben Kurstagen.
Themenblock 1: Grundlagen der Fallarbeit & klinischen Entscheidungsfindung (1 Tag)
– Bedeutung von Fallarbeit in der professionellen Pflege
– Vorstellung verschiedener Arten von Fallbesprechungen
– Grundlagen der klinischen Entscheidungsfindung
Themenblock 2: Evidenzbasierte Entscheidungsfindung (1 Tag)
– Definitionen von evidenzbasiertem Handeln
– Entwicklung, Relevanz und Herausforderung von evidenzbasiertem Handeln
– Sechs Schritte von evidenzbasiertem Handeln
– Recherche in Literaturdatenbanken des Gesundheitswesens
– Wissenschaftliche Daten lesen und verstehen
– Kritische Bewertung von Fachliteratur
– Implementation von neuem Wissen in die Praxis
Themenblock 3: Pflegerische Fallbesprechung & klinisches Denken (1 Tag)
– Modelle und Strukturierung von pflegerischen Fallbesprechungen
– Systematische Analyse komplexer Pflegesituationen
– Förderung von Critical Thinking
– Verknüpfung mit klinischem Denken und Entscheidungsprozessen
– Moderation und Steuerung von Fallbesprechungen
Themenblock 4: Kollegiale Beratung (1 Tag)
– Konzept und Zielsetzung der kollegialen Beratung
– Ablauf und Rollenverständnis in der kollegialen Beratung
– Methoden zur Förderung der Entscheidungsfindung im Team
– Umgang mit Unsicherheit und Ambiguität
– Erste praktische Anwendungen
Themenblock 5: Interprofessionelle Fallbesprechung (1 Tag)
– Strukturierung von interprofessionellen Fallbesprechungen
– Rollenklärung und Kommunikation im Team
– Einbringen pflegerischer Perspektiven in Entscheidungsprozesse
– Argumentation und Begründung von Entscheidungen
– Umgang mit Konflikten im Team
– Bearbeitung komplexer Fallsituationen
– Reflexion der eigenen Entscheidungsprozesse
Themenblock 6: Grundlagen der Pflegeethik (1 Tag)
– Einführung in die Pflegeethik
– Ethische Prinzipien und deren Bedeutung für Entscheidungen
– Spannungsfelder zwischen klinischer und ethischer Perspektive
– Ethisches Problem versus ethisches
Dilemma
– Ethische Betrachtung von Praxisbeispielen
Themenblock 7: Ethische Fallbesprechung & ethische Entscheidungsfindung (1 Tag)
– Modelle ethischer Entscheidungsfindung
– Strukturierte ethische Fallbesprechung
– Integration von klinischen, rechtlichen und ethischen Aspekten
– Moderation/Gesprächsführung in ethisch sensiblen Situationen
– Bearbeitung von ethischen Fallbeispielen
(Änderungen vorbehalten)
Didaktisches Konzept, Ziele und Zielgruppen
Didaktisches Konzept
Die Weiterbildung basiert auf einem praxisorientierten und partizipativen Lernansatz. Eigene Fallbeispiele der Teilnehmenden bilden den Ausgangspunkt für die Anwendung und Vertiefung der vermittelten Inhalte.
– Kurze theoretische Inputs zur Einführung in Konzepte und Methoden
– Gruppenarbeiten zur Analyse und Bearbeitung eigener Praxisfälle
– Strukturierte Fallbesprechungen und kollegiale Beratung
– Interprofessioneller Erfahrungsaustausch und Peer-Feedback
– Reflexion von Entscheidungsprozessen und Handlungsmöglichkeiten
– Transferaufgaben zur Anwendung des Gelernten im Berufsalltag
Durch die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis werden Reflexions-, Entscheidungs- und Handlungskompetenzen nachhaltig gefördert.
Ziele
Die Teilnehmenden:
– analysieren komplexe Pflegesituationen systematisch.
– führen strukturierte Fallbesprechungen und kollegiale Beratungen durch.
– treffen evidenzbasierte klinische Entscheidungen.
– reflektieren und begründen pflegerische Entscheidungen fundiert.
– berücksichtigen ethische Aspekte in Entscheidungsprozessen.
– stärken ihre Kompetenzen in der interprofessionellen Zusammenarbeit.
Zielgruppen
Pflegefachpersonen (HF/FH), Berufsbildner:innen, Teamleitungen sowie weitere Fachpersonen im Gesundheitswesen mit einem Tertiärabschluss, die ihre Kompetenzen in der strukturierten Reflexion und Bearbeitung komplexer Pflegesituationen vertiefen möchten.
Zulassung und Abschluss
Dozierende, Daten, Anmeldung, Auskunft und Beratung Kosten, Dauer, Zeitaufwand,
Kosten
Die Kosten des SAS-Programmes entnehmen Sie bitte der Website unter hslu.ch/sas234
Dauer und Zeitaufwand
Das siebentägige Kurzprogramm findet im April und Mai 2027 statt. Pro Tag ist mit einer Vor- und Nachbereitung von einem Tag zu rechnen.
Zulassung
Die Aufnahme in ein SAS-Programm setzt einen Tertiärabschluss voraus. Zugelassen sind somit Personen mit einem Abschluss einer Fachhochschule, Universität oder ETH oder mit einem Abschluss der Höheren Berufsbildung (Höhere Fachschule, eidg. Höhere Fachprüfung, eidg. Berufsprüfung). Personen mit einem Abschluss der Höheren Berufsbildung müssen über mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in einem für die Weiterbildung relevanten Berufsfeld verfügen.
Diese Weiterbildung kann auch als Fachkurs absolviert werden. Für den Besuch des Fachkurses gibt es keine formalen Zulassungsbedingungen. Teilnehmende, die das Angebot als Fachkurs besuchen, erarbeiten keinen Leistungsnachweis und können keine ECTS-Credits erwerben.
Abschluss
Der erfolgreiche Abschluss des SAS Fallarbeit und interprofessionelle Entscheidungsfindung in der Pflege führt zum Titel «Short Advanced Studies Hochschule Luzern/FHZ in Fallarbeit und interprofessionelle Entscheidungsfindung in der Pflege». Die Teilnehmenden erhalten den Titel, sofern sie: – die erforderlichen 5 ECTS-Credits erarbeitet, – mindestens 80 Prozent des Kontaktstudiums besucht, – den Leistungsnachweis bestanden haben.
Teilnehmende, die das Angebot als Fachkurs besuchen, erhalten eine Kursbestätigung der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit (ohne ECTSCredits).
Dozierende
Die Dozierenden verfügen über ausgewiesene Fach-, Praxis- und Lehrerfahrung in den Bereichen Pflege, klinische und ethische Entscheidungsfindung, evidenzbasierte Praxis sowie interprofessionelle Zusammenarbeit. Sie verbinden aktuelles wissenschaftliches Wissen mit langjähriger Erfahrung aus der direkten Versorgung, der Weiterbildung und der Beratung im Gesundheitswesen. Durch ihre Expertise vermitteln sie praxisnahe Methoden zur Analyse komplexer Pflegesituationen, zur Moderation von Fallbesprechungen sowie zur fundierten klinischen und ethischen Entscheidungsfindung und fördern den Transfer in den Berufsalltag der Teilnehmenden. Die Namen der Dozierenden entnehmen Sie der Website hslu.ch/sas234 .
Daten
Die Durchführungsdaten entnehmen Sie der Website hslu.ch/sas234 .
Anmeldung
Den Link für die Anmeldung zum SAS-Programm, den Anmeldeschluss sowie weiterführende Informationen finden Sie auf der Website unter hslu.ch/sas234
Administration (Auskunft)
Yvonne Stocker, T +41 41 367 49 19 yvonne.stocker@hslu.ch
Leitung
(konzeptionelle und inhaltliche Fragen)
Stefanie Hutter-Rothauge, T +41 367 49 68 stefanie.hutter-rothauge@hslu.ch
Hochschule Luzern –Soziale Arbeit
Die Hochschule Luzern – Soziale Arbeit bietet den Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit mit den Studienrichtungen Sozialarbeit, Soziokultur – in der Deutschschweiz einzigartig – und Sozialpädagogik, den Master-Studiengang Soziale Arbeit sowie Weiterbildungen zu folgenden Themen an: Arbeitsintegration; Behinderung und Lebensqualität; Bildung, Erziehung und Betreuung; Devianz, Gewalt und Opferschutz; Gemeinde-, Stadt- und Regionalentwicklung; Kindes- und Erwachsenenschutz; Methoden und Verfahren; Prävention und Gesundheit; Soziale Sicherheit; Sozialmanagement und Sozialpolitik sowie Soziokultur.
Mit Projekten in Forschung und Entwicklung sowie Dienstleistungen unterstützt die Hochschule Luzern –Soziale Arbeit die Entwicklung des Sozialwesens und die Professionalisierung der Sozialen Arbeit.
Hochschule Luzern
Soziale Arbeit
Walter-von-Moos-Promenade 1
Postfach
6002 Luzern
T +41 41 367 48 48 sozialearbeit@hslu.ch hslu.ch/sozialearbeit
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