ShareChair Luca Hochuli – HSLU Technik & Architektur meets Design & Kunst
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 07 001 Not only for the taste of it 002 Raumsoziologie
Recherche & Konzept
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003 Teilen und geteilt werden 004 Sharechair 005 Inspiration 006 So viel wie möglich
Entwurf 33 007 Weniger ist mehr
Materialisierung & Detaillierung 43
008 Materialisierung 009 Verbindungen 010 Drehknöpfe 011 Ergonomie 012 Nachhaltigkeit 013 Farben
Prototyp 57 014 Pläne & Stückliste
Quellenverzeichnis & Impressum
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Vorwort
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001 Not only for the taste of it. Tido von Oppeln Für unsere Körper ist die Aufnahme von Nahrung unumgänglich und notwendig. Mahlzeiten sind dennoch vielmehr als nur Momente der Bedürfnisbefriedigung. Sie sind in der Lage soziale Räume zu bilden, in denen wir uns während dem gemeinsamen Speisen begegnen und austauschen. Diese Momente sind Keimzellen der Sozietät. Gemeinsame Mahlzeiten können Momente sehr persönlicher oder gar intimer Familienerlebnisse sein aber auch repräsentative und öffentliche Anlässe rahmen. Die Esskultur hält folglich eine bemerkenswerte Bandbreite an sehr
unterschiedlichen Formaten für Situationen in unserer Kultur bereit. Selbst das Zubereiten der Speisen muss als soziale Praxis betrachtet werden, weil oft überliefertes Wissen über das Wie, etwas zubereitet wird, auf der einen Seite voraussetzt aber auch immer neu tradiert. Essen ist sowohl eine physische als auch eine psychische Voraussetzung für unser Leben.
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002 Raumsoziologie Martina Löw Betrachtet man Raum als relationale (An) Ordnung sozialer Güter und Menschen, so muss das Angeordnete und das Anordnende systematisch unterschieden werden. Nicht nur als Bausteine sind Menschen in die Konstitution einbezogen, sondern im alltäglichen Handeln, in der Planung, der Kunst oder Wissenschaft werden in der Regel Ensembles sozialer Güter als ein Element wahrgenommen oder definiert und mit anderen Elementen verknüpft. Räume entstehen also nur erstens dadurch, dass sie aktiv durch Menschen verknüpft werden. Dabei verknüpfen Menschen nicht nur Dinge, sondern auch (selbst aktiv in das Geschehen eingreifende) andere Menschen oder Menschengruppen. Somit gehen zweitens mit der Entstehung von Räumen meistens Platzierungen einher.
Platzierungen. Spacing bezeichnet bei beweglichen Gütern oder bei Menschen sowohl den Moment der Platzierung als auch die Bewegung zur nächsten Platzierung. Zweitens bedarf es zur Konstitution von Raum aber auch einer Syntheseleistung, das heisst, über Wahrnehmungs-, Vorstellungs- oder Erinnerungsprozesse werden Güter und Menschen zu Räumen zusammenfasst. Im alltäglichen Handeln der Konstitution von Raum existiert eine Gleichzeitigkeit der Syntheseleistungen und des Spacing, da Handeln immer prozesshaft ist. Tatsächlich ist das Spacing ohne Syntheseleistung, das heißt ohne die gleichzeitige Verknüpfung der umgebenden sozialen Güter und Menschen zu Räumen, nicht möglich. Martina Löw, Soziologie des Raums, S.158-159
Spacing und Syntheseleistung Spacing bezeichnet das Errichten, Bauen oder Positionieren. Als Beispiele können hier das Aufstellen von Waren im Supermarkt, das Sich-Positionieren von Menschen gegenüber anderen Menschen, das Bauen von Häusern, das Vermessen von Landesgrenzen, das Vernetzen von Computern zu Räumen genannt werden. Es ist ein Positionieren in Relation zu anderen
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Recherche & Konzept
003 Teilen und geteilt werden Objekte, die soziale Räume verändern Das gemeinsame Essen und die damit einhergehende geistige Verbindung wird durch Gegenstände, welchen diesen Prozess unterstützen, als sozialer Raum erlebbar. Dabei wird gemeinsames Essen meistens durch einen Teilungsvorgang begleitet: In diversen Kulturen werden Gespräche zu einem zentralen Element der Zivilisation. Geteilt wird jedoch nicht nur physisch das Lebensmittel, sondern auch der Raum dieser Begegnung sowie die zeitliche Dimension. Ebenfalls wird ein gemeinsames Erlebnis, ein Festakt oder eine Erfahrung geteilt. Teilen wird hier konträr zum Teilungsvorgang mit dem Wort «zusammen» gleichgesetzt.
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Das Möbel, welches diesen Teilungsprozess des Essens und somit des sozialen Raumes begleitet, bekommt eine grosse Wichtigkeit. Je nach Ausgestaltung kann der Essensvorgang gesteuert oder beeinflusst werden. Das Wort «teilen» ist sprachlich also vielschichtig zu verstehen und steht somit in direktem Zusammenhang mit dem sozialen Raum. Als Weiterführung des Einführungstextes entsteht somit das Gruppenthema «teilen und geteilt werden» und soll im Möbelentwurf thematisiert werden.
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004 Sharechair Nicht nur ein Stuhl. Ein Stuhl zum Teilen. Geteilter Komfort Ein Candlelightdinner am Strand mit einfachsten Mitteln – ist das nicht eine romantische Vorstellung? Der Moment ist allein der Zweisamkeit gewidmet. Wir fühlen uns wohl, trotzdem wir nur im Sand sitzen. Es ist nicht relevant welchen Komfort die uns umgebenden Objekte bieten. Vielmehr prägt sich dieses Ereignis in unsere Erinnerungen, genau weil wir die Komfortzone der Möbel verlassen. Der Sharechair spielt mit dem Komfort und begünstigt zugleich das Gemeinschaftliche: In wenigen Handgriffen lässt sich der bequeme Stuhl in drei spielerische Hocker teilen. Der Sitzkomfort reduziert sich. Bei einer spontanen Runde mit Freunden spielt das aber keine Rolle – die Gemeinschaft steht dabei im Zentrum. Als Stuhl sind die Hocker weggeräumt und ergänzen ihn zu seinem Ganzen. Dennoch sind sie sichtbar im Raum und stehen griffbereit zur Verfügung. Die Kombination aus Statik, Ergonomie und Funktion verleiht den Objekten ihr spielerisches Design.
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005 Inspiration Die Auswahl an Stühlen ist fast unendlich. Es gibt sie in allen Formen, Grössen und Materialien. Ein Stuhl wird in der Regel von nur einer Person auf einmal benützt. Für eine spontane Runde mit Freunden braucht es folglich mehrere Sitzobjekte. Das Ziel ist ein Stuhl, der zu mehreren Hockern geteilt werden kann. Durch die Teilung und das Geben, gibt man ein Stück vom eigenen Komfortüberfluss ab, vergrössert aber sein sozialen Raum um
diese Person. In herkömmlichen Stühlen Hockerformen zu sehen und zu finden war zu Beginn eine Herausforderung. Schematische und vorerst kubische Skizzen erleichtern den Einstieg und setzen den Fokus auf die Funktion des teilbaren Stuhls. Als Inspiration dienten kubische Sitzmöbel von Donald Judd sowie der Ulmer Hocker von Max Bill, der eine ähnliche Formensprache besitzt.
Prinzip Diese schematische Skizze verdeutlicht das angestrebte Prinzip: Teilt man den Stuhl, erhält man zwei einzelne Sitzmöglichkeiten, welche aber nicht mehr den gleichen Komfort aufweisen. Das schematische Objekt besticht durch seine Einfachheit und die gleiche Formensprache der einzelnen Elemente. In einem 1:1 Modell kann rasch überprüft werden, wie sich die Proportionen verhalten und auswirken. Beim Bauen dieses einfachen Tests, erhält man bereits wichtige Hinweise auf Herausforderungen der Ergonomie, Fügung und Statik.
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Die Suche nach der richtigen TrennArt führt von verschiedenen Hocker-Stuhl-Kombinationen zu spielerischen Formen. Der Versuch, sich nicht zu stark an die herkömmlichen Stuhlformen zu binden, fällt nicht immer leicht.
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006 Soviel wie möglich Im ersten Konzeptentwurf ist das Ziel, so viel Hocker aus einem Stuhl wie möglich zu generieren. Ein Objekt soll mehrfach geteilt werden können, bis es seine reduzierteste Form erreicht. Für einen ergonomischen Stuhl werden Sitzwinkel, Sitzhöhe und Sitzbreite, Rückenlehne, und Rückenlehnenwinkel angepasst. Aus dieser Basis sollen nun statisch stabile Hocker generiert werden. Wie weit kann der Komfort reduziert werden? Um schlussendlich möglichst viele Hocker zu haben war es wichtig, sich mit dem Komfort und der Ergonomie eines Hockers zu Beschäftigen. Wie sieht die reduzierteste Form des Sitzens aus und wie kann sie zu einem Stuhl kombiniert werden?
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Prinzip
Konzeptionelle Herausforderung
Stück für Stück wird vom eigenen Komfortüberfluss abgegeben: Als erstes verzichtet man auf die Armlehnen (rot, 1), dann auf die Rückenlehne (grün, 2) und als letztes die eigene Sitzfläche (schwarz, 3) Jedes einzelne Teil-Element kann ein weiteres Mal geteilt werden.
Beim Teilen des Stuhls ergeben sich diverse Sitzmöglichkeiten. Die Rückenlehne (grün) ist als einziges Element nicht direkt als Hocker verwendbar. Das L-förmige Sitzschalenelement könnte nur mit zusätzlichen Aufwand zu einem Hocker umfunktioniert werden. Als Sitzschale für auf dem Boden fällt sie als einziges Element aus der Reihe.
Ästhetik Der Stuhl wirkt durch die ergonomischen Massnahmen vertraut und ansprechend. Das Modellmaterial Karton, lässt ihn leicht und filigran wirken. Die einzelnen Hockerelemente sind nicht auf den ersten Blick ersichtlich und darum ist der Überraschungseffekt beim Teilen in sechs Hocker umso grösser. Statik Ein bogenförmiger Hocker, verlangt nach einer dicken Materialstärke für die Verbindung. Bei dünner Materialstärke würde ein zusätzliches Strebeelement benötigt oder eine dritte, verbindende Fläche. Zusätzlich wird bei dünnem Material die Verbindungstechnik sehr herausfordernd.
Fazit Das Resultat entwickelt sich nicht in die gewünschte Richtung, da der Fokus zu stark auf technischen Lösungen liegt und die Formensprache der Hocker nicht durchgängig ist. Ein erneutes überdenken von Form und der Fügung ermöglicht eine andere Herangehensweise, wie die Hocker zu einem Stuhl gefügt werden könnten.
Technische Herausforderungen Das Gewicht eines vergleichbaren Holzstuhls liegt bei rund 12 kg. Durch die dreifache Sitzfläche (rot auf grün auf schwarz) fällt enorm viel Gewicht an. Besonders, wenn die Materialstärke aus technischen Gründen eher dick gewählt wird. Eine weitere Herausforderung ist das Verbinden von sechs Hockern zu einem Stuhl. Dabei sollten die Verbindungen optisch nicht offensichtlich sein. Daraus entwickelte sich der verschränkte Entwurf, bei dem die einzelnen Hocker beim Zusammenbauen miteinander verschränkt werden und sich gegenseitig sperren.
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ENTWURF
007 Weniger ist mehr Reduziert auf drei Hocker, einfache und ansprechende Formensprache. Der Entwurf nimmt wieder die Grundidee des kubischen Stuhls vom Anfang auf. Im Fokus stehen: Die Einfachheit in Funktion und Formensprache, sowie die Geste des Teilens und des Gebens.
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Prinzip
Grundgedanke
Die Skizze zeigt einen anderen Ansatz, Armlehne und Rückenlehne zu verbinden. So entfällt der L-förmige Sitzwinkel vom Letzen Entwurf und es entsteht eine vielversprechende, neue Form.
Alle drei Hocker sind Formbögen und lassen sich zu einem komfortablen Stuhl fügen. Die Form der Hocker beinhaltet eine Ähnlichkeit in der Formensprache. Statik, Ästhetik und Ergonomie sind wichtige Faktoren der Gestaltung und gelten in ein Gleichgewicht zu bringen.
Ästhetik Die bisher kubischen Formen werden durch Rundungen ersetzt. Ästhetisch-, ergonomisch- und auch technisch bringt das Vorteile. Die Reduktion auf drei Hocker mindert das Gewicht des Stuhls, da doppelte Flächen gemieden werden. Die Objektaussage bleibt trotz Reduktion gleich. Hocker in U-Form fordern aufgrund der Radien ein geeignetes Material. Angedacht ist Formsperrholz, das schon bei geringen Materialstärken stabil genug sein kann, um auf ein Strebeelement zu verzichten.
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Prototyp aus Karton Ein erster Modell-Prototyp, des neuen Entwurfes im Massstab 1:1, erfolgt in Karton. Negativformen aus Polystyrol dienen als Pressform für die Kartonformen. So wird schnell klar, wie Form und Erscheinung in Originalgrösse wirken. Die übergrossen Formen können stückweise in Form geschnitten werden, während das Design laufend überprüft werden kann. Klebeband suggeriert andere Formvarianten, ohne den Karton zu schneiden. Durch die farbliche Differenz kann der Betrachter die Wirkung der Form besser beurteilen. Es hilft, beiden Stuhlseiten eine differenzierte Form zu geben. So kann beim Betrachten rasch die Seite gewechselt werden, um einen direkten Vergleich der beiden Varianten zu erhalten. 3D-CAD als Unterstützung Formstudien können schnell mit einem 3D-CAD-Programm gemacht werden. Stuhl, sowie die einzelnen Hocker können nebeneinander betrachtet werden.
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Form Der Stuhl soll optisch einladend und ansprechend wirken. Gleichzeitig müssen die ergonomischen Anforderungen in beiden Fällen erfüllt werden. Die Ansprüche an die zwei Zustände helfen für die Formfindung und die Selektion der Formvarianten. Die gewählte Form ist einladend. Sie wirkt zurückgelehnt und betont die einzelnen Formbögen. Als Hocker haben sie eine gleiche Formensprache, während jeder Bogen individuell angepasst ist, um ergonomisch in beiden Situationen zu funktionieren. Die vordere Sitzbogenfläche ist leicht nach hinten geneigt, während die hintere Fläche eine stärkere Neigung nach vorne hat. Diese Form nimmt die Rücklage des Stuhls auf und lässt ihn optisch im Gleichgewicht wirken. Auf flächige Ausschnitte in den Formen wird verzichtet, damit das Hocker-Ensemble eine gleiche Formensprache hat. Die Armlehne ist durch den Sitzwinkel von etwa 4° ebenfalls nach hinten geneigt. Sie unterstreicht die Rücklage und wirkt so einladender. Im Gegensatz dazu lässt eine nach vorne geneigte Armlehne den Stuhl aufrecht bzw. nach vorne geneigt wirken. Sie bringt ihn optisch von seiner Rücklage in eine gerade, aufrechte Position. Die Kanten der Formbögen sollen ohne Einschnitte durchlaufen, um ihre Form zu betonen. Eine Freisetzung der Bogenüberschneidungen durch einen Einzug würde die einzelnen Formbögen schlechter erkennbar machen. Die Rückenlehne soll so hoch wie möglich sein, damit der Stuhl bequemer ist. Zuviel erlaubt der Hocker nicht, da er sonst kippt. Die gewählte Form ist einen Mittelweg damit beide Zustände funktionieren.
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Materialisierung & Detaillierung
008 Materialisierung Formsperrholz sind dünne, schichtweise verleimte Holzschichten. Sie lassen sie sich in Formen pressen. Zusammen mit dem Leim geben der Spann- und Zug-Gurt (= beide Deckschichten) der Form ihre Stabilität. Die bogenförmigen Hocker verzichten auf ein Querverstrebendes Element und verlangen dadurch eine gewisse statische Stabilität des Materials. Die Kreuzverleimung sperrt das Quellund Schwindverhalten des Materials. Die Materialstärke wird nach ihren statischen Anforderungen dimensioniert. Der Hocker muss genügend stark sein, um eine sitzende Person tragen zu können. Auch rutschende Bewegungen, also horizontale Schubkräfte muss er aufnehmen können. Biegeradien sind Materialspezifisch angepasst. Geeignete Materialien für Formsperrholz sind Esche, Ahorn und Buche. Das verwendete Material ist Ahorn. seine helle Farbe und die dezente, schöne Maserung verleiht dem Stuhl seine Leichtigkeit.
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009 Verbindungen
Alle drei Elemente müssen befestigt werden können: Rückenlehne an Armlehne und Armlehne an Sitzbogen. Die Verbindungen können unsichtbar oder bewusst als gestalterisches Element gezeigt werden.
Der Entschluss fällt auf eine Handdrehschraube. Drei Stück halten die Hocker zusammen und bilden so einen Stuhl. Ihr Dasein wird gezeigt und ihre Funktionalität durch entsprechende Gestaltung begünstigt.
Damit die Einfachheit des Konzeptes erhalten bleibt, soll die Trennung auf einfache und verlässliche Weise geschehen.
Die Handdrehschrauben erfüllen die Anforderungen und überdeckt zugleich die Schwächen der anderen Varianten, die viel Kraftaufwand verlangen oder unschöne Führungsnuten in der Oberfläche hinterlassen.
Die Ideen führen von Klemmen, ermöglicht durch die Materialflexibilität, über Stecken und Einschieben, zu Schrauben mittels Drehköpfen. Die Verbindungstechniken sollen folgende Anforderungen erfüllen: • auftretenden Kräften vom Nutzer standhalten • in wenigen Handgriffen lösbar sein • keine Verwendung von Werkzeugen oder zusätzlichen Elementen verlangen.
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010 Drehknäufe Die Gestaltung der Drehknäufe beeinflusst deren Charakter und die Aussage am gesamten Objekt. Eine flache, schmale Scheibe aus Metall wirkt als ein edles Zierelement am Stuhl. Ihre Optik verbindet man aber nicht mit einem handbedienten Drehknauf, sie verbirgt ihre eigentliche Funktion. Dafür ist der Überraschungseffekt umso grösser, wenn man durch lösen dieses Elementes plötzlich den ganzen Stuhl in seine Einzelteile zerlegen kann. Als Gegensatz steht die Handdrehschraube aus Aluminium. Durch die Griffkerben und ihre bekannte Optik weiss Jedermann, dass man sie mit den Händen bedient. Ihre Gestaltung spricht also für sich selbst. Für die Gestaltung der Drehknöpfe waren folgende Faktoren wichtig: • möglichst grosse Flächenpressung • ästhetische Grösse und ergonomisch für Männer- sowie Frauenhände • selbstsprechendes Design
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Eine grosse Flächenpressung verhindert das Beschädigen ‒ das Quetschen ‒ der Holzoberfläche und zusätzlich können grössere Kräfte aufgenommen werden. Für die Verbindung der Rücken- und Armlehne zum Sitzbogen ist das relevant, da dies die am stärken beanspruchte Verbindung ist. All diese Faktoren führen zur schlussendlichen Gestaltung des Drehknaufes: Aluminium weist eine dekorative und haptische Materialeigenschaft auf. Die Funktion, dass sie von Hand bedient wird, wird mit einer Rändelung verdeutlicht. Die Form wirkt präsent und unterstreicht das spielerische am Objekt ‒ es begünstigt das Drehen und somit das Teilen des Stuhls.
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011 Ergonomie Hocker
Zusammenbau
Die Ergonomie des Sharechairs ist an herkömmlichen Stühlen und Sesseln angelehnt. Essstühle differenzieren sich jedoch stark von Lounge-Sesseln. Die Höhe variiert zwischen 45 cm und 48 cm. Die Breite ist für einen Essstuhl maximal 60 cm, hingegen Sessel viel breiter sind. Die Sitzposition ist beim Essen aufrecht, während ein Sessel gelassener in der Sitzposition sein darf. Bevor man die Holzformen auf die geplanten Endmasse sägt, werden die verschiedenen Sitzkomfort der Hocker überprüft: Ein Holzbrett als Sitzfläche wird auf der jeweiligen Höhe mit der entsprechenden Neigung platziert.
Die Bedienung des Stuhls ist für den Nutzer optimiert. Damit das Zusammenbauen der drei Hocker rasch und einfach gelingt, sind Führungszapfen und am Gegenteil Führungsnuten vorhanden. So kann leichter die Lochposition gefunden werden, um die Drehschrauben zu befestigen.
Drehknauf Die Drehknauf-Grösse ist so gewählt, dass sie am Stuhl optisch passt. Es wurde darauf geachtet, dass Mann und auch Frau sie bequem anziehen können. Die Schraube weist mit der Rändelung auf ihre Funktion hin und bietet guten Griff für das Eindrehen.
Diese Massnahme definiert gleichzeitig die Positionen der Bögen: Die Drehschrauben alleine reichen für die Positionssicherung der Teile nicht aus, da sie sich um diese Achse drehen würden. Dazu braucht es einen zweiten Punkt der die Position definiert. Die Führung für den Zusammenbau bildet gleichzeitig den zweiten Punkt, der das drehen der Teile verhindert. So kommt der Stuhl mit lediglich drei sichtbaren Drehschrauben aus.
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012 Nachhaltigkeit Die Materialien sind roh und «low-tech», die Konstruktion nachvollziehbar simpel. Formsperrholz vermittelt in ihrer handwerklichen Verarbeitung Langlebigkeit. Als dauerhaft wird das Objekt auch wahrgenommen, weil Formsperrholz zu den bewährten Qualitätskonstanten in der Geschichte des Möbeldesigns gehört. Holz ist ein natürlicher, nachwachsender Rohstoff. Bei Formsperrholz kommt er in Furnierschichten zur Anwendung. Weniger nachhaltig ist die Verwendung von Leim. Bei Formsperrholz ist er jedoch ein unerlässlicher Faktor. Als Verbindungselement der dünnen Holzschichten bringt er zusammen mit dem Holz die Festigkeit des Bauteils. Die verbindenden und stark beanspruchten Elemente sind aus metallischen Werkstoffen. Sie tragen viel zur Langlebigkeit des Objekts bei. Die Zweitfunktionen als Hocker führen dazu, dass der Verschleiss der einzelnen Formen steigt. So wird die Armlehnen-Auflage zugleich auch die Kontaktstelle zum Boden als Hocker. Bei Rutschbewegungen würde die Stirnseite der Sperrholzformen rasch ausreissen. Um dies vorzubeugen übernehmen Massivholzleisten den Kontakt zum Boden. Somit wird die Lebensdauer der Formen und die Qualität des Stuhles erhöht. Zusätzlich weisen die Kontaktleisten der Arm- und Rückenlehne, im zusammengebauten Zustand auf deren Zweitfunktion hin.
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013 Farben Die Verwandelbarkeit des Stuhls soll nicht unerkannt bleiben. Mehrere Hinweise deuten auf seine Teilbarkeit hin: Fussleisten die als Armlehne dienen, ähnliche Formensprache, Drehknäufe mit Rändelungen und Farbe. Der Stuhl erhält durch die Farben seinen verspielten Charakter. Farbig werden alle Innenseiten der Hocker, die Fussleisten bleiben unlackiert. Dies verdeutlicht noch mehr die Verschränkung der Formen und weist verstärkt auf die Zweitfunktion der Teile als Hocker hin. Bei einer maschinellen Produktion des Stuhls, könnte die innere Deckschicht vom Sperrholz aus farbigen Kunstharzplatten sein oder im vornherein farbig behandelt werden. Die Innenseiten der Fussleisten nachzulackieren wäre einen zu grossen Aufwand. Die Farbkombinationen sind Geschmackssache. Witzig wäre, wenn jeder seinen individuell-farbigen Stuhl herstellen lassen könnte. Farbkombinationen wurden im CAD visualisiert. Dies erleichtert die Wahl der favorisierten Farbkombination. Argo blue Lava orange Bali green Aluminium
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PROTOTYP
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Der Prototypenbau gehört zu den wichtigsten Schritten des Entwicklungsprozesses. Bereits während dem Bauen werden Fehler- und Potentiale entdeckt. Man gewinnt Erkenntnisse über die Bau-Abläufe sowie die benötigen Hilfsmittel. Die Statik des Möbels kann real überprüft werden um früh genug auf Schwächen reagieren zu können. Für diesen Entwurf war entscheidend, ob die einzelnen Form-Bögen aus Formsperrholz genügend Stabilität aufbringen, um eine sitzende Person tragen zu können. Gleichzeitig erbringt der Bau die wahren Materialstärken, welche im Kartonmodell nicht verdeutlicht werden. Gegenformen aus festem Material erleichtern den Pressvorgang und ergeben präzisere Formen. Aus zeitlichen Gründen wurden Negativformen aus Polystyrol eingesetzt. Trotz der Weichheit vom Material ist das Formpressen überraschend gut gelungen. Das gewählte Ahornfurnier ist rund 45 cm breit. Das Furnierblatt wird direkt in seine ganzen Breite verpresst.
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Die Formen werden Stück für Stück zugeschnitten und dazwischen jeweils im zusammengesetzten Zustand in deren Ergonomie und Optik überprüft und verglichen zum danebenstehenden Karton-Modell. An Teststücken konnte die Verbindungstechnik überprüft werden, bevor sie an den Formen umgesetzt wurde. Die verschiedenen Drehknöpfe konnten direkt am Prototyp betrachtet und angepasst werden. Am Schluss werden die Formen innenseitig in der gewählten Farbe lackiert und mit einem transparenten Acryllack geschützt.
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014 Pläne & Stückliste
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QUELLENVERZEICHNIS & IMPRESSUM
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Seite 8 Anu Tuominen (Hg.): Takapihan appelsiinit / Backyard Oranges. http://www.anutuominen.fi (12.01.19). Seite 15 Kawartha World Issues Centre (Hg.): Collective Cooking: Building Community Resilience through food sharing http://www.kwic.info (12.01.19). Seite 18 Singer, Jill: Two Lost Donald Judd Interviews, Part II: On Color and Defining ‘Modernism’. https://www.sightunseen.com (12.01.19). Seite 19 oben Mittler, Bettina: Donald Judd. Chairs. https://schellmannart.com/ (12.01.19). Seite 19 unten Neues Museum. Nuremberg (Hg.): PRESENTATION. THE ULM SCHOOL OF DESIGN (1953-1968). A RETROSPECTIVE. https://dnstdm.de (12.01.19).
Fachhochschule Hochschule Technik & Architektur Hochschule Luzern Design & Kunst Semester 3/6 Herbstemester 2018 Studierender Luca Hochuli Projekt Sharechair Modulverantwortliche Elvira Mühlebach Hanspeter Wirth Dozierende Christoph Jenni Tanja Lütolf Elvira Mühlebach Mundy Nussbaumer Tido von Oppeln Christof Sigerist Fabian Weber This Weber Thomas Wüthrich Assistentierende Anne-Sophie Marguet Gäste Regula Stüdli Ralph Schelling Christian Horisberger Barbara Terpoorten KoorperationspartnerIn Orea AG David Spielhofer Viola Quenzer Module TA.PD+IA TA.MAHA+OP TA.WEKO+ERG TA.MO+PRO