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Dokumentation 2025: Kerim Ergül

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Kerim Ergül Dokumentation Bachelorarbeit HSLU Objektdesign, 2025


Appatizer

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Einleitung Motivation Vorhaben

Erster Gang

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Morbus Parkinson Marktrecherche Firmenbesuch sKnifes Besuch Pflegeheim Sonnenberg Eigenversuch

Zweiter Gang

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Prototypenbau Griff Laffe Ornamente Erster Versuch

Dritter Gang

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Besteck Set Produktion

Dessert

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Pflegeheim Test Produkt Fotos

Digestif Wie geht es weiter Fazit Danksagung

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Einleitung Essen ist ein Grundbedürfnis aller Lebewesen, es dient nicht nur den Nahrungsaufnahme, sondern bildet auch Identität, Gemeinschaft und Kultur. In Mitteleuropa dient Gabel, Meser und Löffel als bindeglied zwischen uns und dem Essen. Doch so vielfältig wie unsere Gesellschaft, sind auch die individuellen Bedürfnisse beim Essen. Einige Menschen haben mühe mit herkömmlichem Besteck zu Essen. Sei es aufgrund physischen Einschränkungen, altersbedingter Veränderungen oder anderer körperlicher Herausforderungen. In meiner Arbeit «Yerim» (türkisch für «ich esse») wurde ein inklusives Besteck entwickelt, das auf die Bedürfnisse von Menschen mit Parkinson eingeht. Stigmatisierende Speziallösungen werden oft von den betroffenen Menschen abgelehnt. Deshalb wurde ein neuer gestalterischer Ansatz verfolgt, der durch ihre Form und ihre Ästhetik den Gebrauch erleichtert. Die Arbeit lädt dazu ein unsere Esskultur neu zu denken und diese offener, zugänglicher und vielfältiger zu erfahren. 7


Motivation Essen ist ein kulturelles Phänomen, das Menschen auf der ganzen Welt verbindet. In nahezu jeder Gesellschaft symbolisiert die gemeinsame Mahlzeit Zusammenhalt, schafft Raum für Austausch und stärkt das Gefühl von Gemeinschaft. Doch während Essen verbindet, kann es auch ausgrenzen. Ein besonderer Fokus liegt in dieser Arneit auf Menschen mit Parkinson ,einer neurologischen Erkrankung, die in der Schweiz rund 15‘000 Menschen betrifft. Durch das Absterben bestimmter Nervenzellen verliert der Körper nach und nach die Kontrolle über die Muskulatur, was sich unter anderem durch Zittern äussert. Aus persönlicher, familiärer Erfahrung weiss ich, wie sehr dies zu Schamgefühlen führen kann und wie stark sich Betroffene dadurch aus sozialen Essenssituationen zurückziehen. Ich bin überzeugt, dass sich durch die Gestaltung von Besteck bestimmte Barrieren abbauen lassen. Zielwäre mehr Menschen in unsere Esskultur einzubinden und ihnen ein gemeinsames, würdevolles Essen zu ermöglichen.

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Vorhaben Das Besteck, wie wir es heute kennen, gibt nicht nur vor, wie wir essen, sondern auch, wie wir uns dabei zu verhalten haben. Das will ich in meiner Arbeit kritisch hinterfragen und aus der Geschichte heraus neu denken. Im Zusammenhang mit dem Thema Parkinson und speziellem Besteck für Betroffene versuche ich, einen neuen gestalterischen Ansatz zu entwickeln. Durch Veränderungen in Form und Ästhetik sollen Lösungen entstehen, bei denen sich Menschen nicht ausgeschlossen fühlen, ohne sich anpassen zu müssen oder auf auffälliges Spezialbesteck angewiesen zu sein. 9


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Morbus Parkinson Morbus Parkinson ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen in der Schweiz. Über 15‘000 Menschen sind davon betroffen, und jedes Jahr kommen etwa 1‘000 bis 1‘500 weitere Fälle hinzu. Die meisten erkrankten Personen sind bei der Diagnose zwischen 50 und 60 Jahre alt. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Parkinson zu erkranken, deutlich an. Bei der Krankheit sterben nach und nach bestimmte Nervenzellen im Gehirn ab. Vor allem jene, die für die Produktion des Botenstoffs Dopamin zuständig sind. Dopamin spielt eine zentrale Rolle in der Kommunikation zwischen Nervenzellen und ist wesentlich für die Steuerung von Bewegungen. Fehlt dieser Stoff, entsteht ein Ungleichgewicht im Zusammenspiel der Botenstoffe im Gehirn. Dies führt zu typischen Symptomen wie Zittern, verlangsamten Bewegungen, Muskelsteifheit und Gleichgewichtsproblemen. Heilen lässt sich die Krankheit bisher nicht. Durch Medikamente und gezielte körperliche Übungen kann der Verlauf jedoch verlangsamt und die Lebensqualität verbessert werden. 13


Marktrecherche Durch die Marktforschung wollte herausfinden, welche Besteckalternativen es bereits gibt und wie diese funktionieren. Dabei fiel mir schnell auf, dass viele dieser Produkte eine sehr ähnliche Ästhetik haben. Oft ist schnell erkennbar, dass es sich um spezielles Besteck handelt. Genau das kann auf die Nutzerinnen und Nutzer stigmatisierend wirken. Da sich das Zielpublikum meist aus älteren Personengruppen zusammensetzt, kam noch ein weiterer Gedanke hinzu. Viele dieser Produkte wirken ungewohnt oder sogar fremd. Ab einem gewissen Alter fällt es Menschen oft schwerer, sich auf neue Dinge einzulassen, besonders bei etwas, das man täglich benutzt. Diese Erkenntnisse waren für mich zentral. Ich begann, mir Punkte zu notieren, die ich bei meiner eigenen Arbeit unbedingt beachten wollte.

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Ergonomi Design Gruppen,1980 Bromma, Sweden

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Firmenbesuch sknife Mir war schnell klar, dass ich meine Prototypen und auch das Endprodukt selbst herstellen möchte. Deshalb begann ich, mich zu informieren, wie Besteck industriell hergestellt wird und welche Möglichkeiten es dabei gibt. In der Schweiz gibt es ein paar Firmen, die Besteck designen, aber ich musste feststellen, dass niemand Regional produziert, da es sich wirtschaftlich nicht lohnt. Beim Recherchieren bin ich auf die Firma SKnife in Biel gestossen. Eine der wenigen, die in der Schweiz entwerfen und produzieren. Ich konnte einen Besuch machen und einen spannenden Einblick bekommen, wie sie mit Besteck umgehen, wie es hergestellt wird und worauf man in der Produktion achten muss. Relativ schnell wurde mir dabei auch klar, dass eine Massenproduktion für mein Projekt nicht in Frage kommt. Grosse Gusseisenformen oder Stanzwerkzeuge wären viel zu teuer und aufwendig.

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Besuch Pflegeheim Sonnenberg Um die Krankheit Parkinson genauer zu verstehen, habe ich Kontakt mit dem Pflegeheim Sonnenberg aufgenommen. Ich durfte dort einen Nachmittag in der Demenzabteilung verbringen und mich mit den Patient*innen sowie den Pfleger*innen austauschen. Viele der Bewohner*innen waren an Parkinson erkrankt oder hatten ähnliche motorische Einschränkungen und damit Mühe, selbstständig zu essen. Besonders eindrücklich war für mich zu beobachten, wie die meisten das spezielle Besteck ablehnten. Sie waren es ein Leben lang gewohnt, mit normalem Metallbesteck zu essen, plötzlich auf dicke Plastikgriffe umzusteigen, fühlte sich für viele falsch an. Es wirkte ungewohnt, unästhetisch und in manchen Fällen sogar beschämend. Die meisten wollten deshalb weiterhin mit klassischem Besteck essen, obwohl es ihnen sichtlich schwerfiel. Diese Erfahrung hat mir nochmals deutlich gezeigt, wie stark Gestaltung mit Würde, Gewohnheit und Selbstbild verknüpft ist und wie wichtig es ist, Alternativen zu schaffen, die sich nicht nach Hilfsmittel anfühlen.

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Eigenversuch Nach meinen Beobachtungen wollte ich selbst erste Versuche machen. Dafür habe ich im Brockenhaus altes Besteck gekauft, um funktionale Ideen auszuprobieren und eine Ausgangsbasis zu schaffen. Es ging es mir in erster Linie um die Funktionalität und weniger um das Aussehen. Ausserdem wollte ich ein Gefühl dafür bekommen wie sich das Material verarbeiten lässt und wie viel Zeit die einzelnen Arbeitsschritte benötigen. Die ersten Ergebnisse waren ein Löffel und eine Gabel, die ich mit meiner Grossmutter testen konnte, welche selbst Parkinson hat. Anfangs hatte sie wenig Lust, das Besteck auszuprobieren, weil es für sie sehr ungewohnt aussah. Doch mit der Zeit wurde sie vertrauter damit. Ich habe verschiedene Videos aufgenommen, um genau zu beobachten, an welchen Stellen das Zittern besonders stark war und worauf ich bei der Form besonders achten muss.

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Prototypenbau Nach meiner Recherche habe ich begonnen, erste Prototypen zu entwickeln. Dafür habe ich das Besteck in verschiedene Bereiche unterteilt, um gezielter arbeiten zu können. Recht schnell habe ich dann begonnen Entwürfe im CAD zu zeichnen und die Griffe im 3D-Druck herzustellen und zu testen. Parallel dazu entwickelte ich Varianten für den vorderen Teil des Bestecks, die ich aus Karton ausgelasert habe. Diese kombinierte ich mit den 3D-gedruckten Griffen, um die Finale Form herauszufinden. 29


Während des gesamten Prozesses begann ich, Besteck aus dem Brockenhaus zu sammeln und auch im Alltag bewusster darauf zu achten. Ob bei Besuchen oder zu Hause, ich nahm Besteck anders wahr. Mir wurde immer klarer, welche Rolle es im Alltag spielt und wie selbstverständlich man es behandelt, ohne gross darüber nachzudenken. 30


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Griff Ein wichtiger Teil meines Projekts ist der Griff. Da es im Verlauf der Krankheit zunehmend schwieriger wird, die Hand zu schliessen, war es mir wichtig, einen austauschbaren Griff zu entwickeln. Zunächst habe ich die Grundform aus Blech ausgeschnitten und dann mit Plastilin verschiedene Formen modeliert. Zusätzlich habe ich bestehende Oberflächen als Negativformen verwendet und versucht, verschiedene Strukturen einzubringen. Diese Ergebnisse habe ich anschliessend meinen Klassenkolleg*innen vorgestellt. In einer kleinen Umfrage habe ich herausfunden, welche Form sie am schönsten finden und weshalb sie sich von bestimmten Varianten mehr oder weniger angesprochen fühlen. Gewinner war Form ganz links auf dem Bild. Die Seitenkontur verläuft konisch und ist mit einer Fase versehen. Durch diese Form lässt sich der Griff gut halten, und die Fase erzeugt zusätzliche Kanten, an denen man sich orientieren und festhalten kann. Den Griff habe ich anschliessend im CAD modelliert und in verschiedenen Dicken getestet.

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Laffe Die Formen für den oberen Teil des Löffels wollte ich so gestalten, dass man das Essen von der Seite einfacher erreichen kann. Ich liess mich dabei von bereits existierendem Spezialbesteck inspirieren und entwickelte darauf aufbauend eigene Ansätze weiter. Viele meiner Skizzen habe ich anschliessend im CAD ausgearbeitet. Um ein besseres Gefühl für Dimension, Form und Handhabung zu bekommen, arbeitete ich zusätzlich mit ausgeschnittenen Modellen, die ich laufend anpasste.

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Ornamente Um das Besteck aufzuwerten, wollte ich Ornamente in den Griff einarbeiten. Ich liess mich dabei von verschiedenen Mustern inspirieren, insbesondere von griechischen und arabischen Ornamenten, was zu einer spannenden Mischung führte. In einem zweiten Schritt verfolgte ich die Idee, Ornamente zu gestalten, die sich von Flecken ableiten. Die Inspiration kam von Altersflecken und Flecken die beim Essen entstehen, beides wollte ich bewusst nicht als etwas Negatives darstellen, sondern als etwas Schönes, das Teil des Lebens ist. Schlussendlich habe ich mich bei dieser Testrunde aber gegen Ornamente entschieden. Die Zeit reichte nicht aus, um die Idee überzeugend umzusetzen, und die gestalterische Richtung war für mich noch zu unklar.

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Erster Versuch Nach meinen Kartonmodellen war der nächste Schritt, das Besteck aus Chromstahl herzustellen. In der Werkstatt probierte ich zunächst den Plasmaschneider aus, wechselte dann aber zur Säge und Stanze. Anschliessend schliff ich sie von Hand und mit der Maschine. Die Laffe formte ich mit der Stanzmaschine, den Rand verdünnte ich durch gezielte Hammerschläge, dabei entstanden spannende Abdrücke, die ich gestalterisch interessant fand. Die Innenseite wurde geschlischliffen und poliert, um einen Kontrast zur gehämmerten Aussenseite zu schaffen. Die ersten Prototypen testete ich selbst und liess sie auch von meinen Mitstudierenden ausprobieren, um ein besseres Gefühl für die Dimensionen und das Handling zu bekommen.

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Besteck Set Für die Finalen Prototypen entschied ich mich, insgesamt vier Besteck Sets zu produzieren. Dabei achtete ich darauf, verschiedene Aspekte und Anforderungen einzubeziehen, wollte aber dennoch eine zusammengehörige Objektfamilie gestalten. Beim Besteck war mir der Löffel am wichtigesten da meien Zielgruppe bersonders mühe mit flüssigkeiten hatte. Zwei der vier Sets beinhalten auch kleineres Besteck, das sich für Kuchen, Frühstück oder auch für Kinder eignet. 51


Set Nr. 1 Griff klein: 5 mm Griff gross: 6 mm

Das erste Set wollte ich möglichst geometrisch und simpel gestalten. Mir war wichtig, mit der Schräge zu spielen, um dem Ganzen eine elegante Wirkung zu verleihen. Der Löffel ist bei diesem Set vorne breit und eher weich geformt, während der restliche Aufbau sehr klar, geometrisch und auf einfache Formen reduziert ist.

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Set Nr. 2 Griff klein: 7 mm Griff gross: 8 mm

Das zweite Set habe ich bewusst weicher gestaltet als das erste. Die Formen sind insgesamt etwas breiter und runder. Der Löffel ist in der Mitte mit einer dezenten Kerbe versehen, ein Hinweis darauf, dass er auch von der Seite benutzt werden kann.

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Set Nr. 3 Griff: 10 mm

Das dritte Set war ein Versuch, Besteck möglichst minimalistisch zu gestalten. Ich habe die Formen stark reduziert und spielerisch mit der Vereinfachung experimentiert.

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Set Nr. 4 Griff: 12 mm

Beim vierten Set habe ich mich entschieden eienen dickeren Griff zu brauchen. Dabei fiel mir auf, dass sich der Griff sich leichter von der Seite halten lässt. Um diese Haltung zu unterstützen, habe ich das gesamte Besteck leicht erhöht um die Essfläche dann um 90 Grad zu verdrehen.

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Produktion Um die finalen Besteckteile herzustellen, wurde mir schnell klar, dass das Ausschneiden von Hand sehr zeitaufwändig wäre. Deshalb suchte ich nach Alternativen. Durch eine Freundin erfuhr ich, dass es an der ZHdK eine Metall-Lasermaschine gibt, und fragte nach, ob ich diese nutzen dürfte (an dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Elaine und Robin). Nachdem die Einzelteile ausgelasert waren, musste ich sie nur noch formen, ausdünnen, schleifen und polieren. Die Griffe habe ich mit dem 3D-Drucker aus PETG hergestellt. Dabei experimentierte ich mit verschiedenen Farben, um dem Kunststoff ein hochwertigeres Aussehen zu verleihen. Da es sich um einen Prototyp handelt und der 3D-Druck mir schnelle und präzise Anpassungen ermöglichte, fiel die Entscheidung bewusst auf dieses Verfahren.

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Pflegeheim Test Nachdem ich meine Prototypen fertiggestellt hatte, ging ich zurück ins Pflegeheim, um es zu testen. Da es zeitlich nicht gereicht hat, komplette Sets zu produzieren, habe ich einzelne Besteckteile mitgenommen und gezielt ausprobiert. Als ich mein Projekt vorstellte und einige Bewohner*innen fragte, ob sie Lust hätten, damit zu essen, waren die Reaktionen sehr positiv. Ich hatte zuerst die Sorge, dass sie das Besteck ablehnen würden, wegen der etwas anderen Form oder der Griffe aus Kunststoff. Doch das Gegenteil war der Fall. Viele fanden das Besteck schön, und einige hatten sogar mehr Freude beim Essen, weil sie sich ihre Lieblingsfarbe beim Griff aussuchen durften. Durch die Form des Griffs konnten sie das Besteck besser halten, und auch die Löffelform erwies sich als ideal, um seitlich zu essen. Auch von den Pfleger*innen erhielt ich positives Feedback, sie freuten sich, dass ich mich mit dem Thema auseinandersetze, und zeigten sich begeistert von meinen Lösungsansätzen. 69


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Wie geht es weiter Da ich nun meine Prototypen fertiggestellt habe, möchte ich sie weiter testen. Besonders interessiert mich, wie sich das Kunststoffmaterial über längere Zeit verhält. Auch potenzielle Stellen, an denen sich Schmutz sammeln könnte, möchte ich noch identifizieren und optimieren. Ich konnte bereits mit dem Pflegeheim sprechen, und sie haben Interesse daran, das Besteck über mehrere Monate im Alltag zu testen, um mir besseres Feedback zu geben. Darüber hinaus würde ich das Produkt gerne auch weiteren Alters- oder Pflegeeinrichtungen vorstellen oder sogar Restaurants, um unterschiedliche Perspektiven einzuholen. Ich bin gespannt, was kommt und freue mich auf die nächsten Schritte! 89


Fazit Während des Prozesses hatte ich viele Zweifel und schwierige Momente, in denen ich nicht sicher war, ob es wirklich funktionieren würde. Ich konnte mich nicht vollständig in die Lage einer Person hineinversetzen, die beim Essen zittert. Trotzdem vertraute ich auf meine Beobachtungen und meinem Konzept. Nach unzähligen Versuchen und vielen Stunden des Polierens bin ich nun am Ziel und kann mit Stolz hinter meinem Projekt stehen. Die Reaktionen und die Freude der Bewohner*innen im Pflegeheim haben mir gezeigt, dass sich all die Mühe gelohnt hat. Es erfreut mich, Menschen unterstützen zu können und ihnen durch Gestaltung mehr Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Besonders beim Essen, einem Moment, der Gemeinschaft schafft, ist es mir wichtig, dass alle einbezogen werden. Ich hoffe, mit dieser Arbeit auch andere Gestalter*innen dazu zu inspirieren, inklusiver und durchmischter zu denken. Für eine offene, zugängliche und vielfältig Zukunft.

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Danksagung Ich danke von Herzen all meinen Freund*innen und meiner Familie, die mich während dieser intensiven Projektzeit unterstützt, begleitet und ermutigt haben. Ein besonderer Dank gilt meiner Grossmutter Saliha, du warst die Inspiration für dieses Projekt und hast mir Hoffnung gegeben, mit meiner Arbeit etwas Gutes zu bewirken. Danke an das Pflegeheim Sonnenberg für die Offenheit, die spannenden Gespräche und die Möglichkeit, meine Ideen vor Ort zu testen. Ein grosses Merci auch an Senol Abi für den Kontakt. Dank an Elaine und Robin, ohne euch und euren Einsatz beim Lasern der Blechteile wäre ich wahrscheinlich immer noch am ausscheiden. Danke an die Metall- und 3D-Druck-Werkstätten der HSLU für eure Geduld, euer Wissen und eure Unterstützung. Danke an meine Mentor*innen Andreas und Mònica dass ihr mir immer weiterhelfen konntet und an meine und mich Arbeit geglaubt habt. Danke an meine Kommiliton*innen für die gemeinsame Zeit im Atelier, den Austausch und all die besonderen Momente, die dort entstanden sind. 91


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