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Dokumentation 2025: Chiara Lia

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Dokumentation Trinkwasserbrunnen im öffentlichen Raum ★ Hochschule Luzern - Design Film Kunst Praktische Bachelor Arbeit Lia Chiara Burkhart Mentor: Fritz Gräber Objektdesign 6. Semester 10.06.2025


Einleitung Brunnen erinnern an Kindheitstage, an das Spielen mit Wasser, an Märchen und Geschichten. Brunnen haben eine lange Geschichte als sozialen Knotenpunkt. Früher traf man sich dort, um Wasser zu holen, Wäsche zu waschen, Tiere zu tränken. Heute kommt das Wasser was wir im Alltag zum Kochen, trinken ect brauchen aus dem Wasserhanen und doch hat der Brunnen auch heute noch eine bedeutende Rolle. Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum. Gleichzeitig erzählt jeder Brunnen seine eigene Geschichte – durch Material, Form, Klang. Das Plätschern des Wassers wirkt wie eine Stimme: mal leise murmelnd, mal lebendig plaudernd. So verbindet der Brunnen Vergangenheit und Gegenwart – und lädt ein, gemeinsam neue Bedeutungen und Begegnungen zu schaffen.

Abb. aus dem Eth- Bild Archiv Für meine Bachelorarbeit wollte ich mich mit dem Öffentlichen Raum, wie Objekte und deren Ästhetik darin wirken und wie sie zu den Austausch fördern können. Der Brunnen schien mir die Ideale Ausgangslage dafür zu bieten mich diesen Fragen zu widmen und ein Objekt für den Städtischen Raum zu schaffen, der den Alltag entschleunigt und zum Verweilen einlädt.

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Recherche - Foto Archiv Ich habe eine Sammlung von Brunnen erstellt, die mir im Alltag begegnet sind – sichtbar und zugänglich im öffentlichen Raum. Dabei habe ich verschiedene Aspekte untersucht: Form, Trinkhahn, Sitzmöglichkeiten, Verzierung sowie unterschiedliche Nutzungskategorien. Besonders interessiert haben mich Brunnen, die zum Verweilen einladen – Orte, an denen Funktion und Aufenthaltsqualität zusammenkommen.

Es wurde eine Sammlung von Brunnen erstellt, die im Alltag sichtbar und zugänglich sind. Untersucht wurden dabei Aspekte wie Form, Trinkhahn, Sitzmöglichkeiten, Verzierung sowie unterschiedliche Nutzungskategorien. Besonderes Augenmerk lag auf Brunnen, die zum Verweilen einladen und bei denen funktionale Aspekte mit Aufenthaltsqualität zusammenkommen.

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Idee und Konzept

Austausch / Gemeinschaft

Sitzmöglichkeit mehrere handlungsmöglichkeiten am brunnen Trinkhanen

Inklusion / Zugänglichkeit

Spiel / Geschichte

Abkühlen / Trinken

tritt oder griff der den zugang zum trinkhanen erleichtert sowie stufenfreier zugang Hunde/Katzen becken

wie und wohin fliesst das wasser

Sitzmöglichkeit

Ufer

Fluss

Wasserspiel See Klippe

Erste Ideen und gestalterische Entwürfe orientierten sich an der Idee der zuvor benannten «Ebenen». Mit verschiedenen Würfeln wurden Modellstudien erarbeitet, um das Verhältnis und die Relevanz der einzelnen Ebenen visuell weiterzuentwickeln. Im Zentrum stand das Zusammenkommen – also die Möglichkeit, dass mehrere Personen gleichzeitig am Brunnen verweilen und miteinander in Austausch treten können. Die Arbeit mit den verschiedenen Ebenen – fast als einzelne Module gedacht, die aufeinandergestapelt oder grafisch angeordnet wurden – führte wieder stark in ein funktionales Denken. Es entstand der Eindruck, dass jeder Ebene ein fixer Platz in Form eines gestalterischen Elements zugewiesen wurde. Von diesem Ansatz wurde bewusst Abstand genommen: Ziel war es nicht, einzelne Module für spezifische Nutzergruppen – wie ältere Menschen oder Personen im Rollstuhl – zu gestalten, sondern eine Form des Brunnens zu entwickeln, die für möglichst viele Menschen gleichermassen zugänglich und stimmig ist. Alle sollen vom selben Hahn trinken können – ohne Kategorisierung. In einem weiteren Schritt wurde der Fokus neu gesetzt. Die Aufmerksamkeit richtete sich nun stärker auf das Wasser selbst – auf den Inhalt des Brunnens – und die «Ebenen» wurden vorerst zurückgestellt. Wasser wurde als widerständiges, bewegliches Material verstanden: es fliesst, tropft, prasselt – wie Regentropfen an einer Scheibe. Losgelöst von funktionalen Überlegungen begann die Suche nach der Poesie des Wassers: der Regen, der an die Tramscheibe prasselt auf dem Heimweg, die nassen Strassen, die im Licht der Laternen glänzen, die Strömung eines Flusses. Es wurden möglichst rasch viele Skizzen angefertigt – zunächst nur mit einer Linie, um den «Wasserfluss» darzustellen. Erst nachträglich wurde Volumen ergänzt. Ein einzelner Strich, eine Welle oder ein Tropfen wurde so zum dreidimensionalen Objekt. Aus diesem Prozess entstanden ganze Landschaften: ein Fluss, ein Ufer, eine harte Kante – die Klippe, ein See. Im weiteren Verlauf traten auch die «Ebenen» wieder in Erscheinung – als Anforderungen, die an das entstehende Objekt gestellt werden sollen.

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Idee und Konzept

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Idee und Konzept

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Formfindung

Einen grossen Teil der Formentwicklung erarbeitete ich analog – zuerst mit Skizzen, danach mit kleineren Styropormodellen. Diese wurden mit Gips verspachtelt, angesprayt, anschliessend wieder zerschnitten und neu zusammengesetzt. Dieser Prozess wiederholte sich drei Mal, bis die Form möglichst nahe am angestrebten Endresultat war.

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Formfindung Die Erkenntnisse, die analog erarbeitet wurden, wurden anschliessend ins CAD übertragen. Das Zeichnen mit Rhino ermöglichte es mir, die Masse und Winkel der Holzkonstruktion abzulesen. Um ein letztes Mal zu prüfen, wie die Form nach der Überarbeitung im CAD aussieht, wurde ein 3D-Druck erstellt.

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Wasser - Test

Für die Testrampe wurden einzelne Styroporteile aus Abfallmaterial verklebt und mit Hochleistungsmörtel verputzt.

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Material - Test

Die Schwierigkeit der Umsetzung lag dabei, das Objekt Wasserfest zu machen. Dazu habe ich verschiedene Material Proben an kleinen Modellen durchgeführt. Auf den Abbildungen oben habe ich mit Glasfaser und Jesmonite gearbeitet. Jesmonite ist ein Material auf Gipsbasis und Acrylharz.

Sika Mono Top - 109, 2 Komponentiger Dichtungsmörtel

Das Abdichten stand zwar im vordergrund aber auch das hinzufügen von verschiedenen Pigmenten und das rantasten an die richtige Farbe war teil vom Prozess. Wobei das Mörtel am ehnsten an eine Steinige textur kommt.

Links: Zwei Proben bei denen zuerst mit Jesmonite und dan darüber Dichtungsmörtel gespachtelt wurde, um zu sehen ob der Mörtel haftet. So das für das erzeugen der Oberflächenstruktur auch mit verschiedenen Materialien gearbeited werden könnte

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Umsetung

Das Untergerüst besteht aus Spanplatten und wurde anschliessend mit Styropor ausgekleidet. Die einzelnen Teile wurden teils mit doppelseitigem Klebeband, teils mit Bauschaum verleimt. Der innere Bereich wurde nicht mit dem Holz verklebt. Dies bietet die Möglichkeit, das Styropor nach dem Auftragen der letzten Dichtungsschicht von unten wieder herauszulösen.

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Umsetung

Mit dem Messer wurden die Blöcke in Form geschnitten, abgerundet und geschliffen. Dieser Prozess wiederholte sich mehrfach. Zum Schluss wurden die Nähte, die beim Verkleben der einzelnen Styroporplatten entstanden waren, verspachtelt.

*Test* zum mittagessen geeignet.

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Umsetung Der Brunnen wird nun zur Glauser AG gebracht, wo ich ihn mit Polyurethan einspritzen werde. Die Entscheidung für dieses Material und diese Methode fiel mir keineswegs leicht. Am liebsten hätte ich das Objekt mit Mörtel verspachtelt. Für das Polyurethan sprachen schliesslich jedoch mehrere Punkte: Zum einen ging es um die Langlebigkeit – beim Verspachteln mit Mörtel besteht das Risiko, dass Risse entstehen, der Rand zu bröckeln beginnt oder die Mörtelschicht bei Stössen oder während des Transports beschädigt wird. Dabei würde nicht nur die äussere Oberfläche leiden, sondern auch die Wasserdichtigkeit des Brunnens wäre nicht mehr gewährleistet. Das Objekt wurde im Massstab 1:1 gebaut. Es handelt sich um eine Attrappe – ein Modell, das möglichst realitätsnah darstellt, wie der Brunnen später sein könnte. Dieser Aspekt war mir besonders wichtig: Ich wollte das Objekt testen, in seiner tatsächlichen Grösse erleben. Für mich ist es fast eher ein Möbelstück als ein Brunnen. Es soll möglich sein, darauf zu sitzen und es im städtischen Raum zu erproben. Den Brunnen als Atrappe möglichst 1:1 zu bauen schien mir auch am Zugänglichsten um meine Idee und Konzept zu vermitteln. Damit war klar, wie der Brunnen seine Haut bekommen würde.

Letzte Vorbereitungen vor dem Transport: Damit der Zugang zur Verlegung der Wasserschläuche gewährleistet ist, wird die vordere Platte ausgehöhlt und nur leicht verklebt.

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