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26FS_HSLU_IAR_Projekt_UmnutzungKirchen_Booklet

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KIRCHEN DOKUMENTATION TRANSFORMATION

Inhalt

Einleitung 5 – 11

Exemplarische Arbeiten 12 – 71 Liste aller Studierende 78 – 81 Ausstellung & Podium 82 – 89 Impressum 91

Einleitung

Vier Kirchen - Neue Perspektiven

Dieses Booklet präsentiert Arbeiten von Architekturstudierenden des Bachelor Intermediate der Hochschule Luzern, die sich mit der möglichen Transformation von vier Luzerner Kirchen befassen: St. Maria, St. Paul, St. Michael und St. Anton. Ausgangspunkt war die Frage, wie sich sakrale Räume unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen weiterdenken lassen –architektonisch, räumlich und sozial. Im Zentrum stehen Entwurfsprojekte, Modelle, Zeichnungen und räumliche Untersuchungen, die Kirchen als bestehende Bauwerke respektieren und zugleich neue Zukunftsbilder entwerfen.

Die Auseinandersetzung ist in einen grösseren gesellschaftlichen Wandel eingebettet: Während religiöse Ausdrucksformen vielfältiger werden, nimmt die kirchliche Bindung nicht nur in der Schweiz seit Jahrzehnten ab. Damit geraten auch viele Kirchengebäude in eine neue Situation. Ihre Nutzung, ihre Relevanz und ihre Zukunft stehen zunehmend zur Diskussion. Dieses Booklet versteht diese Entwicklung nicht als Verlustgeschichte, sondern als Anlass, über den Wert dieser Räume und über neue Formen ihrer Nutzung nachzudenken.

Vom Sakralraum zum Wohnraum

Im Herbstsemester 2025 standen exemplarisch vier Kirchenbauten in der Stadt Luzern im Fokus, deren Potenziale für eine Umnutzung zu Wohnraum untersucht wurden. Dabei ging es nicht nur um die Anpassung der baulichen Substanz an neue Funktionen, sondern auch um die Reflexion der historischen und kulturellen Bedeutung dieser Gebäude. Im Zentrum standen grundsätzliche architektonische Fragen: Wie kann aus einem ehemals gemeinschaftlich-sakralen Raum ein Ort privaten Alltags entstehen? Welche neuen Typologien sind denkbar? Wie lassen sich bestehende Räume und Tragstrukturen produktiv weiterverwenden?

Die Auseinandersetzung mit der Umnutzung von Kirchenräumen wirft komplexe architektonische, städtebauliche und gesellschaftliche Fragen auf. Sie verlangt ein sensibles Gleichgewicht zwischen Erhalt und Veränderung, bei dem materielle wie immaterielle Werte berücksichtigt werden müssen. Zugleich eröffnet sie die Chance, neue Nutzungen zu ermöglichen, gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und Kirchengebäude als lebendige Orte in die Gesellschaft zurückzuführen. Die Projekte verstehen Kirchen deshalb nicht als Problemfälle, sondern als räumliche Ressourcen.

6 St. Michael
8 St. Paul
St. Maria
St. Maria
St. Paul
St. Michael
St. Anton

12 St. Michael

Baujahr Architekt Adresse

1964 - 67

Hanns A. Brütsch

Rodteggstrasse 2, 6005 Luzern

St. Michael

Aline Häberli

Das Dazwischen

Zwischen Bestand und neuen Wohnvolumen entsteht ein räumlicher Puffer als vermittelnde Schicht. Er macht die ursprüngliche Struktur neu lesbar, schafft zugleich Distanz und Beziehung und erzeugt neue Qualitäten von Licht, Luft und Atmosphäre. Die Wohnvolumen entwickeln sich aus der bestehenden Struktur und stehen in direkter Beziehung zur Dachkonstruktion. Als offener, flexibel nutzbarer Bereich dient der Zwischenraum der Begegnung und Gemeinschaft und erweitert den Wohnraum über seine privaten Grenzen hinaus. Die Transformation wird als Weiterdenken des Bestehenden verstanden und ermöglicht neue Formen des Zusammenlebens.

Hive of Commons

Die Kirche St. Michael in Luzern wird zu einem Ort des gemeinschaftlichen Wohnens und der Kultur umgestaltet. Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie sich das soziale und räumliche Erbe eines Sakralbaus in eine Wohnnutzung überführen lässt. Das Raumkonzept sieht kompakte, private Wohneinheiten sowie gemeinschaftlich genutzte Räume für alltägliche Hausarbeiten vor. Durch ergänzende Veranstaltungsräume bleibt das Gebäude ein sozialer Treffpunkt im Quartier und knüpft damit an seine ursprüngliche Rolle an.

Sara Cota

Situation- Bewegung- Licht

Der Entwurf untersucht, wie die Kirche St. Michael in Luzern in zeitgemässen Wohnraum transformiert werden kann, ohne ihre Identität und gemeinschaftliche Bedeutung zu verlieren. Zentrale Qualitäten wie Lichtführung, räumliche Dramaturgie sowie das Prinzip des Geschlossenen und sich Öffnenden werden aufgegriffen und in eine neue Wohnform übersetzt. Atelierwohnungen, flexible Grundrisse und ein gemeinschaftlicher Innenhof ermöglichen ein Zusammenspiel von Wohnen, Arbeiten und Öffentlichkeit. Der Innenhof fungiert dabei als soziales und funktionales Herzstück und vermittelt zwischen privaten, gemeinschaftlichen und öffentlichen Bereichen. Durch den respektvollen Umgang mit dem Bestand und den Einsatz nachhaltiger Materialien entsteht ein Dialog zwischen Alt und Neu. Die Arbeit zeigt, dass Kirchen durch einen sorgfältigen Umbau in lebendige und zeitgemässe Wohnräume umgewandelt werden können.

Donika Kafexholli

Fünf Innenhöfe

Die St. Michael Kirche in Kriens wird zu einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt transformiert. Der Entwurf bewahrt die prägende Sichtbetonhülle des Bestands und entwickelt die neue Wohnstruktur aus der polygonalen Geometrie des Gebäudes heraus. Fünf Innenhöfe bringen Licht, Luft und Orientierung in die Tiefe des Gebäudes und bilden das räumliche Gerüst für ein Clusterwohnkonzept mit gemeinschaftlichen und privaten Bereichen.

Schnitt
Donika Kafexholli

24 St. Anton

Baujahr Architekt Adresse

1952 - 54

Alois Anselm

Langensandstrasse 3, 6005 Luzern

St. Anton

Noah Grunder

Ein poröses Raumkonstrukt

Die Kirche St. Anton befindet sich in einem Vorstadtquartier von Luzern. Aufgrund demografischer Veränderungen und der steigenden Nachfrage nach Wohnraum wird die Nutzung von Kirchen neu überdacht. Dieses Projekt transformiert das Kirchenschiff in eine gemischt genutzte Wohnumgebung mit Werkstätten. Das Konzept basiert auf der Zugänglichkeit des Gebäudes und der Porosität der bestehenden Struktur. Vorhandene Öffnungen und mehrere Eingänge zeigen ein Gebäude, das bereits stark mit seiner Umgebung verbunden ist. Durch die Öffnung der Nordfassade wird die Beziehung zwischen Innen- und Aussenraum weiter gestärkt und werden flexible Wohnformen ermöglicht. Die Wohnungen sind als geschichtete räumliche Sequenzen konzipiert, während die Erdgeschosswohnungen Arbeiten und Wohnen verbinden. Gleichzeitig bleibt die soziale Rolle des Gebäudes zentral, und gemeinschaftsorientierte Programme werden erweitert. Die kleine Kapelle wird vom Hauptvolumen getrennt und das ehemalige Pfarrhaus als Boulderhalle genutzt.

Luzi Aregger

Quartiergasse St. Anton

Das Projekt Quartiergasse transformiert die Kirche St. Anton in einen hybriden Wohnund Kulturort. Das Motiv ist eine innere Gasse, die durch das Einstellen zweier hölzerner Wohnriegel in das bestehende Betonskelett des Mittelschiffs entsteht. Im Erdgeschoss belebt ein Café zusammen mit einem Ausstellungs- und Bibliotheksraum die Gasse. Während in den Seitenschiffen Turmwohnungen Platz finden, bleibt der Chorraum als „Ort der Stille“ in seiner ursprünglichen Form erhalten. Die geöffnete Dachhaut führt der Gasse direktes Tageslicht zu. Das farbige Fassadenkonzept des Holzbaus referenziert dabei auf die abstrakte Glaskunst von Paul Stöckli.

Das Projekt behandelt die Umnutzung der Kirche St. Anton zu einem gemeinschaftlich orientierten Wohngebäude. Die Kirche war neben ihrer religiösen Funktion auch ein sozialer Treffpunkt, dessen Werte von Gemeinschaft, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft im Entwurf weitergeführt werden sollen. Private Wohnungen werden durch gemeinschaftliche Bereiche ergänzt, bestehend aus einem zentralen Raum und einem öffentlichen Café als Orte der Begegnung und des Austauschs. Die verschiedenen Wohnungen reagieren auf Struktur, Licht und Ausrichtung des Bestands. So entsteht ein zeitgemässes Wohnkonzept, das diese Werte räumlich umsetzt.

Michelle Hubschmid
Wandel mit Werten
SCHNITT 1:100 Lebensformen HS25 I M che le Hubschmid

Ramona Schmidiger

Der lichtfilternde Baum

Das Architekturprojekt orientiert sich an der Atmosphäre der Kirche St. Anton in Luzern, insbesondere an ihrem Spiel von Licht, Farbe und Raum. Daraus entstand das Konzept des „lichtfilternden Baums“: ein Gebäude, das Licht, Begegnung und Gemeinschaft aufnimmt, filtert und weitergibt. Die Struktur folgt dieser Analogie: Ein zentraler Erschliessungsraum bildet den „Stamm“ als verbindendes Herzstück. Die Wohnungen verzweigen sich als „Äste“ um den Kern und stehen in Beziehung zur Gemeinschaft. Die Fassade als „Blattwerk“ besteht aus beweglichen Elementen, die Licht und Einblicke steuern und zwischen Privatheit und Öffentlichkeit vermitteln.

38 St. Paul

Baujahr Architekt Adresse 1912
Karl Moser Moosmattstrasse 2, 6005 Luzern
St. Paul

Dominik Mutti

Dreiseitigkeit im Diamant

Mein Entwurf reagiert auf die spezifische städtebauliche Lage der Kirche und die daraus entstehenden Spannungsfelder zwischen Stadt, Quartier und Privatheit. Die bestehende Raumstruktur wird nicht negiert, sondern als ordnendes Gerüst genutzt. Die Gewölbelinien des Kirchenraums dienen als räumliche Hilfslinien für die Organisation der Wohnungen und prägen deren Geometrie und Proportionen. Der Umgang mit dem Bestand ist bewusst zurückhaltend; nur wenige, gezielte Eingriffe verändern das Vorgefundene. Die neuen Wohnräume entwickeln sich aus dem Inneren der bestehenden Struktur heraus und sind durch räumliche Verwebungen auf verschiedenen Ebenen miteinander verbunden. So entsteht ein Wohngefüge, das individuelle Rückzugsräume mit gemeinschaftlichen Bereichen verknüpft und den sakralen Raum in eine neue alltägliche Nutzung überführt.

Lukas Ottiger

Die vorliegende Arbeit untersucht die Umnutzung des Kirchturms der Kirche St. Paul in Luzern zu Wohnraum, vor dem Hintergrund veränderter Nutzungsanforderungen sakraler Bauten. Ausgehend von einer Analyse der architektonischen, städtebaulichen und konstruktiven Qualitäten des Bestands wird ein Entwurf entwickelt, der vertikales Wohnen im historischen Kirchturm ermöglicht. Ziel ist es, eine Wohnform zu schaffen, ohne die identitätsstiftende Wirkung und stadträumliche Präsenz des denkmalgeschützten Bauwerks zu verlieren. Der Entwurf kombiniert den Erhalt der massiven historischen Struktur mit gezielten, klar ablesbaren Erweiterungen. Im Entwurfsprojekt werden die Innenräume des Kirchturms und der zwei Seitentürme in Wohnraum transformiert und mit Anbauten erweitert. Dabei orientiert sich der Entwurf an den vorhandenen Qualitäten und nimmt Rücksicht auf den Bestand. Die Anbauten schmiegen sich bestimmt an die bestehende Struktur an und setzten zur Adressbildung einen eigenen Fuss auf dem Vorplatz der Pauluskirche ab. Die Kirchennutzung bleibt bestehen.

DIE ARCHE

Das Projekt „Die Arche“ transformiert die Kirche St. Paul in Luzern zu einem Ort des Zusammenlebens zwischen Kirche und schutzsuchenden Personen. Acht kompakte Wohneinheiten in den Seitenschiffen verbinden Alltag und Spiritualität. Durch Eingriffe wie die Öffnung des Dachs wird das Mittelschiff gestärkt und bleibt zentraler Gemeinschaftsraum. Flexible Verbindungen ermöglichen Austausch ebenso wie Rückzug. Ergänzende Gemeinschaftsräu me und Gärten fördern Integra tion und ein lebendiges Mitei nander – eine Brücke zwischen Bestehendem und Neuem.

Betel Tesfaye Kofler

Die Arche

Das Projekt „Die Arche“ transformiert die Kirche St. Paul in Luzern zu einem Ort des Zusammenlebens zwischen Kirche und schutzsuchenden Personen. Acht kompakte Wohneinheiten in den Seitenschiffen verbinden Alltag und Spiritualität. Durch Eingriffe wie die Öffnung des Dachs wird das Mittelschiff gestärkt und bleibt zentraler Gemeinschaftsraum. Flexible Verbindungen ermöglichen Austausch, ebenso wie Rückzug. Ergänzende Gemeinschaftsräume und Gärten fördern Integration und ein lebendiges Miteinander – eine Brücke zwischen Bestehendem und Neuem.

Städtischer Innenraum

Mein Entwurf untersucht die Umnutzung der Kirche St. Paul im Obergrundquartier Luzern zu Wohn- und Begegnungsraum. Im Zentrum steht der Erhalt des Kirchenraums als öffentlich zugängliche, gedeckte Mitte für das Quartier – ein räumliches Angebot, das heute selten geworden ist. Die Kirche bleibt damit ein identitätsstiftender Ort und Raum für Gemeinschaft und Austausch. Seitlich eingefügte Atelierwohnungen ergänzen den Bestand und ermöglichen ein Zusammenspiel von Wohnen, Arbeiten und Öffentlichkeit. So entsteht ein Gefüge, das gemeinschaftliche und private Nutzungen im bestehenden Raum vereint.

Quartierskristalle

Mein Entwurf reagiert auf den gesellschaftlichen Wandel und übersetzt Karl Mosers architektonischen Epochenwechsel in eine zeitgemässe Nutzung. Der historische Kirchenraum geht dabei nicht verloren, sondern wird im Erdgeschoss als multifunktionale Raumstruktur dem Quartier als öffentlicher Treffpunkt zurückgegeben. Eine skulpturale Treppe symbolisiert diese Transformation und führt in das eigentliche Herzstück des Projekts – den atmosphärischen Dachstuhl. Dessen rohe Tragstruktur dient als Gerüst für neue Wohnräume, die sich um zwei markante, das Dach durchstossende Glaskristalle anordnen. Diese lichtspendenden Körper verweben private Wohnbereiche über Galerien mit gemeinschaftlichen Dachterrassen und markieren nach aussen selbstbewusst die neue Adresse sowie den Wandel zum lebendigen Quartiersmittelpunkt.

Michèle Lustenberger

Zick- Zack

Der Entwurf untersucht die Umnutzung der Kirche St. Paul in Luzern zu Wohnraum. Ziel ist es, neue Wohnformen in den sakralen Bestand zu integrieren und gleichzeitig dessen räumliche und atmosphärische Qualität zu bewahren. Acht Wohnungen werden als vertikal organisierte, dreigeschossige Einheiten in das Kircheninnere eingefügt und nutzen dessen Höhe als zentrales räumliches Potenzial. Durch eine geschickte Raumstruktur kommen die Wohnungen jeweils mit nur einem Fenster aus. Die Eingriffe bleiben möglichst zurückhaltend, sodass die ursprüngliche Struktur, Grosszügigkeit und besondere Atmosphäre des Kirchenraums in neuer Form erlebbar bleiben.

Alicia Germann

Der Dachstuhl im Sakralbau

Das Projekt beruht auf dem räumlichen und konstruktiven Potenzial des Dachstuhls der Kirche St. Paul in Luzern, mit dem Ziel, diesen in zeitgemässen Wohnraum zu transformieren. Auf Grundlage einer Analyse des Bestands, der seriellen Schottenstruktur und der historischen, aber nie ausgeführten Dachgauben wird ein Wohnkonzept entwickelt. Der Entwurf umfasst eine neue Erschliessungslogik über den Kirchturm, die präzise statische Ertüchtigung der Tragstruktur sowie die Ausbildung eines maisonetteartigen Wohnungstyps über zwei Ebenen. Die Integration neuer Gauben verbessert die Belichtung und ermöglicht klare Grundrisse.

56 St. Maria

St. Maria

Nico Uhlmann

Leben im Lichthof

Der Ausgangspunkt für den Eingriff liegt in der äusseren Erscheinung der Kirche St. Maria. Gegenüber den Aussenräumen verschliesst sich die Kirche; sie erlaubt weder Einblicke noch eine Nutzung entlang der Längsfassaden – dies sowohl zum Park als auch zum Franziskanerplatz hin. Die Absicht des Projekts ist es, die bestehenden Fensteröffnungen bis an den Boden zu öffnen und den Kirchenraum als öffentlichen Raum zu lesen und zu bespielen. Die hängende Wohnstruktur wird auf die Längswände des Mittelschiffs gesetzt und belastet die Struktur entsprechend ihrem statischen Prinzip. Die Wohnungen sind offen gestaltet und orientieren sich vertikal bis ins Dach entlang des neuen Lichthofs. Das Projekt umfasst sechs Wohnungen, eine Gastronutzung und ein Detailhandelsgeschäft.

Urs Büchi

Lass die Kirche im Dorf

Die denkmalgeschützte Franziskanerkirche im Herzen von Luzern soll als sozialer Begegnungsraum bestehen bleiben. Im Zentrum der Erweiterung steht der respektvolle Umgang mit der Identität des Ortes. Die aus der Struktur des Bestandes entwickelte zusätzliche Wohnnutzung in den Dachräumen von Kirche und Kloster fügt sich behutsam ein und ermöglicht zugleich eine zukünftig flexible Nutzung des Kirchenraumes. Das Wohnkonzept verfolgt eine Mehrfachdeutung von Nutzflächen und schafft durch die Reduktion von Erschliessungsflächen Wohnungen mit hoher räumlicher Qualität und vielseitiger Nutzbarkeit bei Flächen von nur 58 bzw. 94 m2

Fayun Wydler

Nische im Kirchendach

Der Entwurf aktiviert die ungenutzten Dachnischen der Franziskanerkirche St. Maria in Luzern als neuen Wohnraum. Diese verborgene Schicht zwischen Kirchenraum und Dachhaut besitzt eine eigene räumliche Logik; schmale Erschliessungen, gedämpftes Licht und wechselnde Raumhöhen erzeugen eine Atmosphäre des Rückzugs. Der sakrale Hauptraum bleibt unangetastet – Wohnen wird als additive Schicht eingefügt. Leichte Einbauten fügen sich in die bestehende Tragstruktur ein und lassen Mauerwerk und Dachstuhl ablesbar. Neue Nutzung entsteht nicht durch Überformung, sondern durch Ergänzung.

Lars Elmiger

Aperturae

Die Franziskanerkirche in Luzern wurde bereits mehrfach an neue Nutzungen angepasst – stets durch kleine Eingriffe, jedoch nie radikal verändert. Der Entwurf knüpft daran an und führt die Geschichte des Gebäudes weiter. Der Projektname „Aperturae“ (lat. für „Öffnungen“) beschreibt die zentrale Entwurfsstrategie: Alle Eingriffe orientieren sich an den bestehenden Öffnungen, die nicht verändert, sondern weitergedacht, aktiviert und räumlich interpretiert werden. Der Eingriff ist reversibel konzipiert. Auskragende Balkone machen die neue Nutzung nach aussen sichtbar, und das Bauwerk wird stärker mit dem umliegenden Freiraum verbunden.

Yannis Regamey

Spiel und Domizil

Die St. Maria Kirche wird zu einem hybriden Ort aus Theater, Öffentlichkeit und Wohnen transformiert. Die Raumhöhen der Basilika bleiben erhalten und dienen einem frei bespielbaren Theater für verschiedene Formate. Der Chor wird als Bar aktiviert und zieht den Franziskanerplatz ins Gebäude. Er wird zum Treffpunkt im Quartier. Darüber entstehen Maisonette-Wohnungen, erschlossen über den Laubengang. Die Wohnungen folgen dem Rhythmus der Basilikabögen und reichen ins südliche Seitenschiff. Ein neues Holzbaudach setzt sich bewusst vom historischen Bestand ab, respektiert dessen Proportionen. Die Dachterrasse bildet den gemeinschaftlichen Abschluss.

plätze ermöglichen weiterhin einen Ort für Liturgie, Messen und Trauungen.

Jan Marbach

Noah Neumann

Ladina Müri

Matteo Süess

Donika Kafexholli

Maximilian Althammer

Lena Borer

Nico Rodriguez

Dominik Mutti

Alex Kriemler

Karin Wyss

Adrian Breschan Bermejo

Astrid Henggeler

Michelle Keller

Sara Cota

Tobias Benz

Tom Kreyenbühl

Francesca Rubino

Fabio Ueltschi

Lydia Sidler

Shanice Bucher

Jérôme Vernay

-Michelle Hubschmid

Aleksandra Ilic

Remo Stadlin

Robin Eggimann

Annalea Rohrer

Ronja Ziswiler

Nina Peter

Luzi Aregger

Isabelle Schuler

Livio Fanger

Jan Bähler

Nicola Ackermann

Leonora Salihi

Urs Büchi

Lars Elmiger

Franziska Tegtmeyer

Ramon Pohland

Andrina Haas

Noah Grunder

Lia Britschgi

Jewan Ahmed

Ramona Schmidiger

Maja Lukic

Raphael Scheibler

Simon Fuchs

Patrick Omlin

Julia Wawrzak

Michèle Lustenberger

Benjamin Hunziker

Marco Spreiter

Jessica Ramalhos Da Silva

Lea Lenherr

Stéphane Aebischer

Jonas Gyr

Céline Lüthy

Marco Hartmeier

Christian Fischlin

Jessica Vonrüti

Yanis Schären

Alicia Germann

Noa Wolf

Florian Zuka

Nils Müller

Csaba Perge

Betel Kofler

Nico Uhlmann

Aline Häberli

Albulena Tahiraj

Alina Hunkeler

Alisha Ruiz

Talvin Kummer

Sadira Lux

Dominik Bucher

Nicole Troxler

Noah Ming

Joe Suter

Elias Haltinner

Noëlle Kirchhofer

Leon Detroy

Dominik Häfliger

Lukas Pregla Garcia

Fayun Wydler

Cristina Burdi

Yannis Regamey

Vincent Jakob

Lukas Ottiger

Ausstellung und Podiumsgespräch

Untersuchen und weiterdenken

Die vier Kirchen wurden in ihrer jeweiligen Eigenart untersucht. Gerade ihre Unterschiede in Entstehungszeit, Konstruktion, Materialität und Raumwirkung bildeten die Grundlage der studentischen Entwurfsarbeiten. Ausgehend von einer umfassenden Analyse wurden im Austausch mit Vertreter:innen der Katholischen Kirche sowie weiteren Expertinnen und Experten Fragestellungen entwickelt, die sich aus dem spezifischen Kontext der Gebäude ergaben. Analysiert wurden konstruktive Voraussetzungen, bestehende Raumqualitäten und die Zusammenhänge zwischen Konstruktionsweise und Raumgestalt. Daraus entstanden Entwurfsstrategien, die in individuellen Projekten architektonisch-räumlich ausgearbeitet wurden und neue Möglichkeiten für die zukünftige Nutzung dieser Gebäude aufzeigen.

Die Kirche als Gesprächspartnerin

Ein wesentlicher Teil des Projekts war der Austausch mit Vertreter:innen der Katholischen Kirche sowie mit weiteren Expert:innen. Dadurch wurde die Kirche nicht nur zum Gegenstand der Untersuchung, sondern auch zu einer aktiven Gesprächspartnerin im Prozess. Sie erscheint hier als Institution, die ihre Gebäude nicht allein verwaltet, sondern ihre Zukunft mit zur Diskussion stellt und sich der Frage öffnet, welche gesellschaftliche Rolle diese Orte künftig spielen können.

Impressum

Lehrteam

Didier Balissat

Alessandro Bosshard

Nina Cattaneo

Christoph Flury

Kasia Jackowska

Prof. Angelika Juppien

Assistierende

Sylwia Jezewska

Noemi Elise Grodtke

Julian Holz

Studierende

Alle Studierenden des Bachelor Intermediate HS25 / FS26

Projektleiter Um- und Zwischennutzung, Katholische Kirche

Mario Stübi

Podiumsgespräch

Deborah Arnold

Betel Kofler

Antonius Liedhegener

Bill Lischer

David Reimann

Moderation

Nina Cattaneo

Fotos

Miriam Rutherfoord/HSLU

Gestaltung

Aline Häberli & Fayun Wydler

Luzern, 16. Juni 2026

Herausgeberin

Hochschule Luzern

Technik & Architektur

Technikumstrasse 21

6048 Horw

Grundriss 1. Obergeschoss 1:100

Grundriss Erdgeschoss mit Umgebung 1:100

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