Design Film Kunst
Leitbild
CC Produkt & Textil
Material Strategien
Design & Nachhaltigkeit
Akteur:innen Beteiligung & kulturelle Transformation
Zirkularität & Systeme
Wir, die Forschungsgruppe Produkt & Textil der Hochschule Luzern, setzen unsere Forschungsarbeit unter das Leadthema «Design & Nachhaltigkeit». Unser Ziel ist es, der weiteren ökologischen Schädigung unseres Planeten zu begegnen und uns bei dem Aufbau einer nachhaltigen Industrie und Konsumkultur zu beteiligen. Unser Forschungsteam agiert agil und transdisziplinär, entlang von drei Perspektiven mit Einbezug der relevanten Stakeholder. Textilien bilden dabei einen Schwer- und Ausgangspunkt unserer Forschung. Das dabei entwickelte Know-how übertragen wir auf andere Materialien und Branchen und entwickeln es weiter.
Challenges
Das etablierte lineare Wirtschaftsmodell der Industrie führt zu katastrophalen Schäden an der Ökosphäre unseres Planeten, die auch unsere eigene Existenz bedrohen. Überkonsum und -Produktion, kurze Nutzungsphasen, geringe Wiederverwendung und Reparaturfähigkeit sind dabei massgebliche Faktoren. Die Textilindustrie ist in besonderem Masse für ökologische Schäden verantwortlich. Ihr Ressourcenverbrauch und Ihre CO2-Emissionen tragen entscheidend dazu bei, dass planetare Grenzen überschritten werden, weshalb ein Umdenken und eine Transformation hin zu einer zirkulären und nachhaltigen Wirtschaft notwendig sind. Neue EU-Regularien, welche diese Probleme adressieren, sind unmittelbare Transformationstreiber für die Industrie. Ebenso zwingt der steigende Konkurrenzkampf Firmen innovativ zu bleiben. Die Umweltauswirkungen von Produkten werden massgeblich durch das Design bestimmt und es wird davon ausgegangen, dass nachhaltiges Handeln in der Design- und Entwicklungsphase bis zu 80% davon beeinflussen kann. Hier setzen wir mit nachhaltigen Materialstrategien und zirkulären Designstrategien an, die von Anfang an eine kaskadische Nutzung von Produkten vorsehen. So begegnen wir der Ressourcenknappheit und fördern die Ressourcenregeneration. Wir erforschen zum Beispiel Nutzungsoptionen für Altkleider, die entlang der R-Strategien den höchstmöglichen Wert der Produkte erhalten und letztlich mit neuentwickelten Faser-zu-Faser-RecyclingTechnologien zu Sekundärrohstoffen verarbeitet werden. Mit dem Einbezug multipler Stakeholder und Konsument:innen wirken wir der Überproduktion und dem Überkonsum mit Sensibilisierung und wissenschaftsbasierten Konzepten, die in die Praxis überführt werden können, entgegen. Drei Handlungsfelder liegen dabei im Zentrum unserer Forschung:
Handlungsfeld 1 Gestalten von zirkulären (Wertschöpfungs)systemen
Die praxisorientierte Entwicklung prototypischer zirkulärer (Wertschöpfungs) systeme, Produkte sowie neuer Werkzeuge und Methoden für zirkuläres Design unterstützt sowohl die Designpraxis als auch die Designausbildung. Sie fördert Designentscheidungen, die innovative zirkuläre Kollektionen und Produkte mit mehreren Lebenszyklen ermöglichen. Solche Kollektionen und Produkte bilden eine neue Designform für eine kaskadische Nutzung.
Die Etablierung zirkulärer Systeme und Standards birgt großes Potenzial, soziale und ökologische Auswirkungen zu verringern und die Lebensdauer von Produkten und Materialien zu verlängern. Zirkuläre Systeme sind nicht nur vom Design abhängig, sondern basieren auch auf der Kooperation vielfältiger Akteur:innen entlang der Wertschöpfungskette. Neben Brands sind Rollen in der Produktion, Sammlung & Sortierung, und dem Recycling von Produkten in zirkulären Wertschöpfungsketten zentral. Auch die Konsument:innen gewinnen an Bedeutung: Sie werden zu Prosument:innen und Teil zirkulärer Wertschöpfungsketten.
Design & Nachhaltigkeit
Akteur:innen Beteiligung & kulturelle Transformation
Zirkularität & Systeme
Handlungsfeld 2
Akteur:innen einbeziehen und kulturelle Transformation herbeiführen
Handlungsfeld 3 Nachhaltige Materialstrategien und zirkuläre Designstrategien entwickeln & vermitteln
Die Umstellung auf eine nachhaltige und wünschenswerte Lebensweise ist eine Generationenaufgabe und lässt sich unmöglich allein durch technische Innovationen erreichen. Wir tragen dieser Tatsache Rechnung, indem wir die Transformation auch als eine kulturelle Aufgabe beschreiben. Wie bereits vor der Industrialisierung muss unsere Kultur wieder eine Nachhaltige sein. Dabei ist die Berücksichtigung und – nach Möglichkeit – die Beteiligung aller von Designprozessen betroffenen Akteur:innen von zentraler Bedeutung.
Dabei verstehen wir explizit auch nicht menschliche Lebensformen als Akteur:innen, deren Rechte wir anerkennen und schützen. Extreme Ausprägungen unserer gegenwärtigen nicht-nachhaltigen Kultur, wie beispielsweise dem Massenkonsum, begegnen wir, indem wir gemeinsam mit unseren Forschungspartner:innen gegebene Produkt- und Verwendungsvorstellungen hinterfragen. Wir beteiligen uns durch die Veröffentlichung unserer Forschungsergebnisse an dem gesellschaftlichen Diskurs und wirken auf diese Weise dabei mit, dass Gesetze und Normen verändert, Wertschöpfungsketten neu gedacht werden und bei der Produktion neuer Güter zuerst die Frage nach den bereits vorhandenen Ressourcen gestellt wird.
Die Materialisierung von Produkten und Textilien wirkt sich massgeblich auf deren Zirkularität und Nachhaltigkeit aus. Darum setzen wir auf neue Materialstrategien, die designgetrieben und anwendungsorientiert entwickelt werden sowie im Einklang mit den Klimazielen stehen. Unsere Forschung trägt dazu bei, Nachhaltigkeit, Funktionalität und Ästhetik zu vereinen, und schafft Grundlagen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.
Für dieses Ziel setzen wir unsere Infrastruktur in Kooperation mit unseren Forschungs- und Industriepartner:innen ein. Wir arbeiten experimentell, schaffen neue Möglichkeiten der Materialisierung und entwickeln Prototypen. Durch die Erstellung vermittelnder Visualisierungen und die Veröffentlichung wissenschaftlicher Publikationen, leisten wir einen Beitrag zum kontinuierlichen Wissensaufbau der Forschungsgemeinde und fördern so ein Umdenken in der Industrie bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, Prozesse und Produkten.
Design & Nachhaltigkeit
Akteur:innen
Beteiligung & kulturelle
Design & Nachhaltigkeit
Akteur:innen
Beteiligung & kulturelle Transformation
Zirkularität & Systeme
Zirkularität & Systeme
Handlungsoptionen
Angesichts vielfältiger Herausforderungen mag die ökologische Krise aktuell nur als eines von vielen Problemen erscheinen. Aber gerade jetzt ist es für uns als Forscher:innen besonders wichtig wissenschaftlich entwickelten Massstäben zu folgen und evidenzbasiert zu agieren. Wir wissen, dass die ökologischen Konsequenzen unseres Handelns das Potential haben unseren Planeten für immer zu verändern und das Leben wie wir es kennen vor Herausforderungen zu stellen, wie sie in der Evolution des Lebens einmalig sind. Angesichts dieser Gewissheit müssen wir unsere Forschung fokussieren. Der Impact von Produktund Textildesign ist dabei besonders gross. Gerade die Textilindustrie beeinflusst die Umwelt nachhaltig durch einen hohen Wasser-, Pestizid- und Flächenverbrauch beim Anbau von Naturfasern sowie durch den grossen Bedarf an fossilen Rohstoffen bei der Herstellung synthetischer Fasern. Mit etwa zehn Prozent der globalen CO2-Emissionen trägt sie signifikant zum Klimawandel bei und überschreitet in mehreren Bereichen die planetaren Belastungsgrenzen. Auch am Ende des Lebenszyklus von Textilien entstehen erhebliche Herausforderungen, wenn diese in den globalen Süden gelangen und dort ökologische und soziale Folgen verursachen. Eine Transformation hin zu nachhaltigeren und zirkulären Handlungspraxen und Geschäftsmodellen ist daher dringend notwendig. Der technologische Innovationsschub in der Recyclingtechnologie, verändert die Textilbranche nachhaltig. Dadurch haben wir die Chance die anstehende Transition der Wirtschaft mit bestehenden und neuen Playern in zirkulären Ökosystemen mitzuprägen.
Heute ist die Ressourcenknappheit von textilen Materialien bereits klar sichtbar – insbesondere im Bereich der Textilwirtschaft: Baumwollfelder trocknen aus, da der Wasserbedarf für die industriellen Anbauformen aufgrund des Klimawandels
Hochschule Luzern
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nicht gestillt werden kann. Polyester konkurrenziert als erdölbasierter Rohstoff mit dessen Einsatz als Treibstoff und Betriebsmittel. Es ist daher unbedingt notwendig alternative nachhaltig gewonnene Rohstoffe und Sekundärrohstoffe zu gewinnen. Recyclingtechnologien, die sich gerade in Entwicklung befinden, werden nur einen Teil der Problematik lösen. Allerdings sind textile Produkte heute so komplex aufgebaut, dass die Reinheit eine grosse Herausforderung ist und Sortierprozesse höchst kostspielig sind. Daher muss die Nutzungsdauer der Produkte unbedingt erhöht und die Materialkomplexität durch innovative Designstrategien reduziert werden.
Wir sind uns bewusst, dass ohne unser Handeln die ökologische Krise nicht abgewendet wird. Unsere Ressourcen ermöglichen es uns, die Initiative zu ergreifen und nehmen uns zugleich in die Pflicht. Unser Wissen, unsere Kompetenzen, Kreativität und Innovationsgeist im Sinne eines nachhaltigen Wandels zu nutzen, erachten wir als unsere Verantwortung, die wir an niemand anderen Abtreten können. Als Teil der internationalen Forschungsgemeinschaft haben wir die Möglichkeit einen Beitrag zur Entwicklung und dem Aufbau jenes neuen Wissens zu leisten, das es uns erlaubt unseren Planeten als einen lebenswerten Ort für alle Formen des Lebens zu erhalten. Die Arbeit, die wir zu leisten vermögen, mag mal einen grösseren, mal einen kleineren direkten Impact haben. Aber der wissenschaftlichen Evolution verpflichtet, sind wir Teil des Übergangs zu einer nachhaltigen Wirtschaft. Die Erhaltung und Unterstützung unserer Textilbranche bei der Transformation zu einer kreislauffähigen Wertschöpfungskette – unter Einbindung der Stakeholder durch Designforschung, Innovation und Vernetzung – ist alternativlos. Sie ist zugleich ein höchst sinnstiftendes Ziel mit grossem Impact, dem wir uns mit voller Überzeugung verschrieben haben. Leitbild
