Fokus: Disrupted Age

Simon Michel, CEO und Verwaltungsrat der Ypsomed Gruppe

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Fokus: Disrupted Age

Simon Michel, CEO und Verwaltungsrat der Ypsomed Gruppe

«Disrupted Age» – das diesjährige Thema des St.Gallen Symposium ist auch unser alma-Schwerpunkt. Und natürlich haben wir alle eine Vorstellung von Disruption – für die einen ist es ein Synonym für Märkte im Umbruch, die Chancen für neue Ideen, Produkte und Unternehmen eröffnen. Für die anderen ist es ein Buzzword für die Gefahr, jederzeit von Entwicklungen in Wirtschaft und Politik aus der eigenen Position oder auch Komfortzone «weggespült» zu werden.

Chefredaktor
Roger Tinner

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Datengetriebene, transparente Geopolitik-Analysen Startup Downstream Intelligence
Machen wir uns nichts vor: «Disrupt» heisst «zerstören», und dahinter steckt die Erkenntnis, dass Innovationen alte Strukturen, Produkte und Organisationen überflüssig machen und ablösen können. Das ist keineswegs neu, aber die Geschwindigkeit, mit der solche Veränderungen heute Sicherheiten in Frage stellen und Märkte verändern, überfordert uns oft. Es ist Zeit, darüber kritisch nachzudenken und sich zu fragen, wie wir mit der «schöpferischen Zerstörung» (Joseph Schumpeter hat den Begriff vor über 80 Jahren geprägt!) umgehen, wenn sie rasend schnell erfolgt und (auch) uns selbst betrifft.
Impressum
Das Alumni-Magazin der Universität St. Galle n (bis 1997: «St.Galler Hochschulnachrichten»)
ISSN 1422-5980, Nr. 2/2026 (März 2026)
Auflage: 28 200 Ex emplare, erscheint alle 3 Monate
Herausgeber: HSG Alumni
Verlagsleitung: Stefano Alghisi
Chefredaktion: Roger Tinner
Gestaltung: Schalter&Walter GmbH, St.Gallen
Druck: Stämpfli AG, Bern
Papier: Refutura, 100 % Altpap ier, Blauer Engel
Titelbild
Simon Michel (Foto zVg)
Beiträge
Desislava Ainsley, Damian Borth, Harry Büsser, Andrei Ciortea, Marco Eugster, Friederike Geiselberger, Fabiola Günther, Christoph Heusgen, Valeria Jenni, Hans G. Knüttgen, Kaspar Köchli, Flóra Lacza, Dora Maric, Christopher Niedermaier, Julius Renk, Nikos Rodakis, Claudia Schmid, Katja Schmid, Clara Streit, Mario Tinner, Roger Tinner, Beat Ulrich, David Weimann, Paulina Widmer, Anja Zähner
Redaktion, Anzeigen, Verlag Redaktion: alea iacta ag, Rosenbergstrasse 85, CH-9000 St. Galle n, alma@alea-iacta.ch
Anzeigen: Fachmedien, Tiefenaustrasse 2, CH-8640 Rapperswil, T +41 44 928 56 11, info@fachmedien.ch
Adressänderungen: HSG Alumni, Dufourstrasse 50, CH-9000 St. Galle n, T +41 71 224 30 10, alumni@unisg.ch

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«Ohne Alumni wäre das überhaupt nicht möglich» Lena-Sophie Vogt, Präsidentin International Students’ Committee
Weitere Inhalte
02 HSG-Alumni-Team gewinnt extremes Ruderrennen über den Atlantik
18 The Value of Dialogue
24 Harrys Corner
25 Nominierung Engagement Award 2026
28 Kurznews aus unseren Clubs
Ein Boot mit drei HSG-Alumni an Bord hat das weltweit härteste Ruderrennen gewonnen. Das Team 44 West war dafür 31 Tage auf dem Atlantik unterwegs und legte rund 5000 Kilometer nur mit Muskelkraft zurück. Dabei sammelten die Extremsportler auch Geld für den Wiederaufbau von Korallenriffen.
Text HSG-K ommunikation Bilder W orld's Toughest Row
Am 14. Januar gegen Mitternacht Schweizer Zeit war der Jubel beim Team 44 West grenzenlos: Nach rund 31 Tagen auf dem Atlantik überquerte das Team auf der karibischen Insel Antigua als Erste das Ziel des Ruderrennens «World’s Toughest Row». Das Team: Die HSG-Alumni Lorenzo Henseler, Luca Fayd’herbe de Maudave und Julian Müller sowie ETH-Absolvent Matthias Fernandez. Alle vier haben Rudersport auf Hochleistungsniveau betrieben und haben Erfahrung und Titel an internationalen Wettkämpfen geholt.
Nun holten sie mit einer Zeit von 31 Tagen, 8 Stunden und 8 Minuten – und deutlichem Vorsprung – den Sieg im extremsten Ruderrennen der Welt: Fast 5000 Kilometer legten sie bei der Atlantiküberquerung rudernd zurück, hatten mit Seegras zu kämpfen, das sich im Steuerruder verfing und sahen auf dem offenen Meer Delfine und Buckelwale.
Zwei Teammitglieder sassen jeweils für etwa zwei Stunden an den Rudern, dann gabs einen Schichtwechsel. Dazwischen hiess es möglichst gut erholen, bis zu 5000 Kalorien täglich aufnehmen und ein wenig Schlaf finden. Über ihren Instagram-Kanal schickte das Team immer wieder Updates an Interessierte, Freunde und Familie.

«Wir haben es geschafft. Ein Abenteuer fürs Leben, vollendet.»
An Bord ihres Boots «La Luna» – dieses hatten sie mit einem Crowdfunding finanziert – hatten die HSG- und ETH-Absolventen sämtliche Versorgung und Technik selbst dabei. Dazu gehören etwa ein Funkgerät, Kochgeräte, eine Wasseraufbereitungsanlage, diverses Sicherheitsmaterial, ein Rettungsboot oder abgepackte «Foodbags». Das Boot hat auch eine kleine Kabine. Sicherheit wird beim Rennen grossgeschrieben: Die Teams werden rund um die Uhr via GPS getrackt, sind täglich mit den Organisatoren in Kontakt und erhalten Updates zu Wetter und anderen Faktoren.

Mit seinem Boot «La Luna» legte das Team 44 West rund 5000 Kilometer über den Atlantik zurück.
Euphorisch und körperlich gezeichnet
Die vier jungen Schweizer waren am Ziel in Antigua bei strahlendem Karibikwetter euphorisch, aber auch körperlich gezeichnet von den Strapazen. Zur Feier zündeten die vier jungen Männer noch auf dem Boot die Notsignalfackeln, die sie auf dem Meer glücklicherweise nicht gebraucht hatten. An Land gabs beim Sieginterview dann zuerst ein paar Dosen Cola für die Extremsportler.
Mit ihrer Teilnahme am Rennen unterstützen die vier auch die Biodiversität des Meeres: Mit einem Crowdfundingfördern sie den Bau eines Korallenriffs auf den Philippinen. Das ETH-Spin-off rrreefs wird mit dem Betrag ein künstliches Riff aufbauen, das dann natürlich besiedelt wird. So wird die Biodiversität gefördert.
Das World’s Toughest Row zählt zu den extremsten Herausforderungen im Ausdauersport: Mitte Dezember 2025 starteten über 40 Teams aus aller Welt auf der Atlantik-Route des legendären Ruderrennens. Der Start erfolgte traditionell in San Sebastián auf La Gomera (Kanarische Inseln), von wo aus die Teilnehmer rund 4.800 km – etwa ein Achtel des Weltumfangs - quer über den Atlantik rudern; ohne motorisierte oder windunterstützte Hilfsmittel.

Das Team 44 West (von links nach rechts): Lorenzo Henseler, Matthias Fernandez, Luca Fayd'herbe de Maudave und Julian Müller.
Mehr zum Team und zum Projekt auf 44west.ch
An der Universität St.Gallen weiss man um den Druck auf Unternehmen, Institutionen und Individuen im «Disrupted Age» und hat erkannt, wie entscheidend exzellente Bildung und die gezielte Förderung von Top-Talenten sind. Daher wurde letztes Jahr das Exzellenzförderprogramm «HSG Best Talents» ins Leben gerufen – auch, um die besten Talente an die HSG zu holen.
Autorin Friederike Geiselberger Bilder zVg
Dank der grosszügigen Unterstützung der HSG-Community, ihrer Alumni und Alumnae und weiterer Förderpartner kann das Stipendienprogramm «HSG Best Talents» im Herbstsemester 2026 starten. Ursprünglich war vorgesehen, das Exzellenzprogramm mit mindestens 15 Studierenden zu lancieren, sobald die Finanzierung für 5 Jahre gesichert ist. Aktuell ermöglichen private Fördermittel die Aufnahme von 35 Masterstudierenden jährlich! Dieses grossartige Engagement markiert einen bedeutenden Erfolg und einen nachhaltigen Mehrwert für die HSG. Ein weiterer Erfolg der Kampagne: Über 100 neue Förderinnen und Förderer konnten für die HSG gewonnen werden. «Je stärker unser Förderkreis wächst, desto mehr können wir gemeinsam für die HSG und damit für Wirtschaft und Gesellschaft bewirken. Ganz herzlichen Dank an alle, die zum Erfolg beigetragen haben, ganz gleich mit welchem Beitrag», sagt Sonja Fehr, Geschäftsführerin ad interim der HSG Foundation.
Aktuell können sich Bachelorabsolventen aus EU- und EFTA-Staaten als Best Talents bewerben. Die zukünftigen Stipendiatinnen profitieren von einer ganzheitlichen Förderung. Neben fachlicher und finanzieller Förderung steht der Ausbau von Future Skills, der persönlichen Entwicklung sowie exzellente Netzwerk- und Austauschmöglichkeiten im Zentrum. Gleichzeitig werden sie gefordert, Eigeninitiative zu zeigen und sich für Gesellschaft, Wirtschaft oder Umwelt nachweislich zu engagieren. Mittelfristig soll das HSG Best Talents Programme auf bis zu 45 Studierende ausgebaut werden. Im Juni 2026 entscheidet die Programmleitung, abhängig von den eingegangenen Spenden, wie viele Talente definitiv in der ersten Kohorte ab Herbst 2026 im Programm starten können. Spende noch heute und ermögliche einem weiteren Talent einen Platz!

«Eine exzellente Ausbildung ist die Grundlage für verantwortungsvolle Führung und nachhaltigen Erfolg. Ebenso wichtig ist für mich die internationale Vernetzung – sie eröffnet Studierenden neue Perspektiven und stärkt die HSG als global vernetzte Institution.»
«Das HSG Best Talents Programme ist für uns ein wichtiger Schritt, um die besten Talente für die Universität St.Gallen zu gewinnen. Mit unserem Beitrag möchten wir die HSG gezielt in ihrer überzeugenden Vision, führende Wirtschaftsuniversität in Europa zu werden, unterstützen.»

Hier mehr erfahren und Exzellenz an der HSG fördern hsg-foundation.ch Bewerbungen und Informationen unisg.ch
Das unternehmerische Ökosystem der Universität St.Gallen wächst rasant – und wird zunehmend diverser, nachhaltiger und technologiegetriebener. In einer neu gestalteten Übersicht zieht die HSG Bilanz und stellt Förderprogramme, Spin-offs und das wachsende StartupNetzwerk vor.
Text HSG-K ommunikation
Wie der neue «HSG Entrepreneurship Monitor 2025» dokumentiert, entstanden zwischen 2014 und 2024 insgesamt 845 Startups im Umfeld der HSG. Zum Stichtag 31. August 2025 tragen 118 das offizielle HSG-Spin-Off-Label und 64 das HSG-Startup-Label. Damit zählt die HSG laut einer Vergleichsstudie der TU München zu den drei gründungsstärksten Hochschulen im deutschsprachigen Raum – hinter der TUM und der ETH Zürich.
Der Monitor erfasst das HSG Entrepreneurship Ökosystem systematisch und gibt einen Überblick über Startups, Spin-offs, Förderprogramme, neue unternehmerische Initiativen und Talente. Das Wichtigste der neuen Übersicht in Kürze:
D ie HSG fördert eine gemeinsame, mutige und verantwortungsbewusste Gründerkultur über alle Statusgruppen hinweg.
D ie Universität befähigt Gründertalente, unternehmerische Lösungen für globale Herausforderungen zu finden.
Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung stehen im Zentrum der Innovationsstrategie der HSG, die auch das HSG-EntrepreneurshipÖkosystem prägt.
Ein Labor für Zukunftslösungen
Entrepreneurship-Professor und HSG-Prorektor Dietmar Grichnik bezeichnet den Monitor als «wichtigen Teil unserer Bemühungen, das unternehmerische Ökosystem
kontinuierlich zu erfassen, zu verstehen und gezielt weiterzuentwickeln». Die Universität wolle auf Basis dieser Daten systematisch lernen, welche Bedingungen Innovation fördern – und wie Wissen noch effizienter in Wirtschaft und Gesellschaft transferiert werden kann. In einer Welt, die von technologischen Umbrüchen, Globalisierung und Klimawandel geprägt ist, sieht die HSG im Unternehmertum einen entscheidenden Hebel, um «Lösungen zu entwickeln und neue Wege zu beschreiten». Entsprechend will sie laut Grichnik eine innovative, verantwortungsbewusste und mutige Gründerkultur stärken und die Zusammenarbeit mit technischen Hochschulen wie der ETH entlang der voralpinen Innovationsachse München-St.Gallen-Zürich vertiefen.
Neue Programme und Fördermodelle
Mit dem Best Founders Programme und dem HSG START Accelerator baut die Universität ihr Unterstützungsnetz für Gründerinnen und Gründer gezielt aus. Zwei Förderlinien – Entrepreneurial Talents und Entrepreneurial Champions – begleiten Startup-Talente von der ersten Idee bis zum nachhaltigen Markteintritt. «Unser Ziel ist es, Studierende, Forschende und Alumni gleichermassen zu befähigen, Risiken zu managen und unternehmerisch zu handeln», betont Grichnik. Dazu kombiniert die HSG praxisnahe Programme mit forschungsbasiertem Wissen – etwa im Global Center for Entrepreneurship and Innovation (GCEI-HSG), das Studien zu nachhaltiger Innovation und verantwortungsvollem Wachstum durchführt.
Für die Zukunft plant die Universität St.Gallen, den HSG Entrepreneurship Monitor jährlich zu aktualisieren und St.Gallen als Startpunkt für Gründerreisen weiter auszubauen. Dietmar Grichnik formuliert das Ziel klar: «Wir wollen der führende europäische Hub für Entrepreneurship werden – mit globaler Wirkung und regionaler Verantwortung.»

Die KI-Revolution der letzten Jahre folgt einer einfachen Logik: mehr Daten, mehr Rechenleistung, bessere Modelle. Doch diese Logik stösst an Grenzen –nicht nur wegen Kosten und Energie, sondern auch, weil «neue» Daten nicht unendlich verfügbar sind. Eine spannende Alternative lautet: Statt immer weiter aus Daten zu lernen, lässt man KI aus der «DNA» bereits trainierter KI-Modelle lernen. Genau hier setzt Weight Space Learning an – und macht aus Modellen selbst eine neue Datenquelle.
Autor Damian Borth Bild z Vg
Warum «mehr Daten» nicht ewig funktioniert
Ob Bilderkennung, Spracherkennung oder Textgenerierung: Viele Fortschritte der letzten Dekade wurden möglich, weil Modelle grösser wurden und mit immer mehr Daten trainiert werden konnten. Das hat einen regelrechten Wettlauf ausgelöst – neue Chips, neue Rechenzentren, neue Trainingsläufe. Doch je weiter wir skalieren, desto deutlicher wird: Diese Richtung ist teuer, energieintensiv – und sie hängt davon ab, dass wir stetig frische, hochwertige Trainingsdaten finden.
Die gute Nachricht: Wir haben bereits eine riesige, wachsende Ressource, die oft übersehen wird – fertig trainierte KI-Modelle, die öffentlich verfügbar sind. Auf Hugging Face, einer der bekanntesten Plattformen für KI-Modelle stehen über 2.2 Millionen sogenannte Open-WeightModelle, also Modelle, deren «Weights» oder «Gewichte» öffentlich zugänglich sind, zum Download bereit.
Und diese «Gewichte» sind nicht nur «Zahlen» – sie sind eine komprimierte Spur dessen, was das Modell über Epochen an Trainingszyklen gelernt hat – sozusagen die DNA der trainierten KI.
Warum sind «Weights» so wertvoll?
Wenn man KI trainiert, verändert man viele Millionen (oder Milliarden) winziger «Stellschrauben» im Inneren eines neuronalen Netzes. Diese Stellschrauben nennt man Gewichte (engl. weights). Weight Space Learning fragt nun: Wenn wir viele «KIs» betrachten, die alle auf unterschiedlichen Daten trainiert wurden – können wir aus ihren «Gewichten» ein gemeinsames Muster erkennen?
In der Forschung sprechen wir von einer Sammlung vieler trainierter Modelle, die sich z.B. in Architektur, Trainingsdaten, Zielaufgabe oder Trainingsdauer unterscheiden. Die zentrale Idee ist, diese Vielzahl nicht einzeln zu bewerten, sondern als Population zu betrachten – wie in der Biologie nicht nur ein Tier zu analysieren, sondern ganze Ökosysteme.
Aus solchen Populationen lässt sich eine Art «AIGenome» für KIs lernen. Dieses kann man dann nutzen, um zum Beispiel KI-Modelle zu analysieren und sie ohne Testdaten vollständig aus ihren Gewichten zu testen. Und es geht noch weiter: Wenn man diese Strukturen gut genug versteht, kann man nicht nur analysieren, sondern auch generieren – also neue Modelle aus dem AI-Genome «erzeugen», die zu einer gewünschten Eigenschaft passen.
« Das ganz grosse Ziel: Vertrauen und Nachhaltigkeit.»
Weight Space Learning eröffnet eine zusätzliche Perspektive: Modell-DNA lesen lernen. Wenn wir aus den Gewichten verlässliche Hinweise auf Robustheit, Überanpassung, Verzerrungen oder Stabilität gewinnen, könnte das Prüfprozesse beschleunigen – und langfristig sogar dabei helfen, Zertifizierung und Regulierung technisch besser zu unterstützen, etwa im Kontext des EU AI Act.
Sustainable AI – weniger Energie, weniger CO₂, weniger «Neu-erfinden»
Das Training grosser Netze ist sehr energieintensiv und damit teuer. Ein Kernversprechen von Weight Space Learning ist daher: Mehr aus gelerntem lernen und weniger von Null starten. Statt ein Modell von Grund auf zu trainieren (pre-training) oder umfangreich nachjustieren zu müssen (fine-tuning), kann man im Gelernten AI-Genome Sequenzen finden, die bereits nahe am Ziel liegen – und dadurch Trainingszeit sparen. In unseren bisherigen Ergebnissen deutet sich an, dass sich Trainingszeiten spürbar reduzieren lassen, wenn man mit passenden Sequenzen des AI-Genomes startet. Unsere bisherigen Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass wir so die KI-Modelle substanziell energiesparender, schneller und kostengünstiger trainieren können.
Um ein konkretes Beispiel zu nennen: In einer aktuellen grossangelegten Studie konnten wir mit unserem Ansatz neuronale Netze 30x schneller trainieren als mit bekannten KI-Lehrverfahren. Anstelle von 12 000 Stunden Training im Datenzentrum benötigen unsere neuronalen Netze nur 400 Stunden Training – und das bei gleicher oder besserer Performance.
Prof. Dr. Damian Borth ist seit
2018 Ordinarius für Informatik an der Universität St.Gallen mit Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz und Maschinellem Lernen sowie Akademischer Direktor des Promotionsprogrammes in Informatik. Er ist Jahrgang 1981, studierte und promovierte an der Technischen Universität Kaiserslautern (Deutschland) und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Nach der Promotion mit Forschungsaufenthalten an der Columbia University in New York City, forschte er als Postdoc an der UC Berkeley und dem International Institute of Computer Science in Berkeley. Trustworthy AI – Modelle prüfen, ohne alles neu zu testen
Heute ist Qualitätsprüfung oft datengetrieben: Man sammelt Testdaten, führt Benchmarks aus, dokumentiert Ergebnisse. Das ist sinnvoll – aber langsam, teuer und manchmal schlicht nicht möglich (wenn z.B. Daten fehlen, sensibel sind oder sich die Welt schneller verändert als die Testdaten).
In den letzten Jahrzehnten hat das World Wide Web mehrere Entwicklungssprünge durchlaufen. Nun steht es vor einem weiteren wichtigen Schritt, um den Anforderungen der modernen Gesellschaft und der nächsten Generation künstlicher Intelligenz gerecht zu werden. Die Universität St.Gallen prägt diese Entwicklung mit.
Das World Wide Web wurde 1989 am CERN erfunden und 1993 in die «Public Domain» überführt. Heute bildet es das Fundament unserer modernen Gesellschaft und integriert den Grossteil der Informationssysteme im Internet.
Über die Jahrzehnte hat sich das Web kontinuierlich weiterentwickelt, um seinem Wachstum in Umfang und Komplexität gerecht zu werden. Viele heutige Websites –etwa google.com oder amazon.com – werden von Milliarden Menschen genutzt. Das sind bemerkenswerte technologische Leistungen: komplexe Systeme, die enorme Datenmengen speichern, verarbeiten und bereitstellen. Indem das Web Unternehmen unmittelbaren Zugang zu einem globalen Publikum verschaffte, schuf es wirtschaftliche Anreize zum Aufbau riesiger Computersysteme – und ebnete damit den Weg für das moderne Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI). Dieses Wachstum brachte jedoch auch neue Herausforderungen.

Andrei Ciortea ist seit 2022 Assistenzprofessor für Informatik mit Fokus auf Webbasierte Systeme an der Universität St.Gallen. Zudem ist er im World Wide Web Consortium (W3C), dem zentralen Standardisierungsgremium für das Web, aktiv und koordiniert eine Community Group mit. Diese Community Group untersucht, wie sich das Web weiterentwickeln kann, um KI-Systeme der nächsten Generation zu unterstützen.
Ein Faktor, der die Zukunft des Webs prägt, ist die Dezentralisierung. Die zunehmende Zentralisierung von Daten und Kontrolle durch grosse Technologieunternehmen hat Bedenken geweckt. Sie kann den Missbrauch persönlicher Daten begünstigen, die Verbreitung von Fehlinformationen erleichtern und sogar demokratische Prozesse bedrohen. Als Reaktion darauf hat Sir Tim BernersLee eine Initiative namens Solid ins Leben gerufen, um das Web zu «redezentralisieren». Die Grundidee: Webanwendungen werden von Nutzerdaten entkoppelt. Nutzerinnen und Nutzer speichern ihre Daten in einem persönlichen Daten-Pod unter eigener Kontrolle und können Anwendungen selektiv Zugriff gewähren oder entziehen. Offene Spezifikationen und Implementierungen sind bereits verfügbar, Standardisierungsarbeiten laufen.
Ein weiterer Faktor ist der rasante Fortschritt der KI. Heutige KI-Modelle werden mit enormen Datenmengen trainiert, und ein Grossteil dieser Daten wird aus dem Web gelesen. Das weckt bei Inhaltsanbietern – etwa journalistischen Medien – Bedenken bezüglich Urheberrecht und Monetarisierung. Viele Verlage sind auf Website-Besuche angewiesen. Chatbots wie ChatGPT, Claude oder Gemini umgehen dies jedoch häufig, indem sie Anfragen direkt auf Basis von Webdaten aus dem Training beantworten. Zudem übernehmen KI-Agenten zunehmend komplexe Aufgaben im Auftrag von Nutzerinnen und Nutzern. Dafür müssen sie Webdienste effizient, zuverlässig und vertrauenswürdig nutzen. Das ist für Anbieter herausfordernd, eröffnet aber auch Raum für innovative Mechanismen – zum Beispiel automatisierte Mikrozahlungen (Micropayments) für Inhaltsanbieter. In der School of Computer Science erforschen wir Erweiterungen der Webarchitektur, die moderne KI-Systeme besser unterstützen, und bringen unsere Forschung durch aktive Beteiligung an WebStandardisierungsinitiativen in die Praxis ein.
MEHR ZUR INFORMATIK AN DER HSG:
HSG-Alumnus Simon Michel ist CEO und Verwaltungsrat der Ypsomed Gruppe und engagiert sich gleichzeitig als Nationalrat. An der HSG hat er nicht nur studiert, sondern sich auch bei START und in der Zofingia engagiert – und seine Frau kennengelernt.
Interview Roger Tinner Bil der z Vg
Wie sieht dein beruflicher Werdegang aus, wieso hast du für die Ausbildung die HSG ausgewählt?
Ich bin in Burgdorf (Kanton Bern) aufgewachsen und habe dort das Gymnasium mit Vertiefungsrichtung Wirtschaft besucht. Weil alle nach Bern studieren gingen, habe ich St.Gallen gewählt. Ich bin zwar behütet mit meinem Bruder bei meinen Eltern aufgewachsen, wollte aber nach Matura und Militär ausziehen und Neues und Anderes sehen. Hätte ich in Bern studiert, wäre ich wohl in Burgdorf geblieben.
Was hast du an der HSG studiert, welche Abschlüsse hast du und welchen Schwerpunkt hatte dein Studium?
Ich habe 1997 begonnen und habe nach einem Zwischenjahr – mit Offizierschule, Auslandsemester in Lancaster (UK) und Praktika in den USA – in Medien- und Kommunikationsmanagement vertieft. Es war die Zeit der Internet-Bubble, der Digitalisierung, der ersten Online-Collaboration-Tools. Ich war fasziniert. Wir haben zum Teil Lehrinhalte mitentwickelt.

Was ist dir von der HSG besonders gut in Erinnerung geblieben? Wie beurteilst du in der Rückschau den Praxisbezug der Ausbildung?
Ich habe an der HSG meine heutige Frau Monika kennengelernt, wurde Zofinger und war bei START. Noch heute gehen viele unserer engsten Freundschaften auf die Studentenverbindung zurück. Und bei START kam ich mit Unternehmertum in Kontakt, wir haben Konferenzen organisiert, haben Tag und Nacht gearbeitet. Wir waren ein super Team.
Welche Erkenntnisse des Studiums kannst du besonders gut im beruflichen Alltag brauchen?
Fokussieren und Priorisieren. Die schiere Anzahl Fächer und die Menge an Stoff waren enorm gross. Wollte man Erfolg haben, musste man Mut zur Lücke haben und die Eisenhower-Methode anwenden.
Was genau ist dein heutiges Job- bzw. Tätigkeits-Profil, was sind deine Aktivitäten?
Mein Vater hat vor über 40 Jahren das Medizintechnikunternehmen Disetronic gegründet, welches Insulinpumpen und Injektionssysteme für die Verabreichung flüssiger Medikamente entwickelte und herstellte. Daraus ist nach dem Verkauf des Pumpengeschäfts an Roche 2003 Ypsomed entstanden. Ich bin nach dem Studium und drei Jahren Telecom bei Orange im Unternehmen eingestiegen. Die ersten 10 Jahre verbrachte ich im Verkauf und Produktmanagement, ich habe viel Zeit in Asien verbracht. Seit 2014 leite ich das Unternehmen.
Nebenbei habe ich mich politisch engagiert, wurde 2017 für die FDP in den Kantonsrat Solothurn gewählt und 2023 in den Nationalrat. Dort sitze ich unter anderem in der Aussenpolitischen Kommission und bin verantwortlich für das Europa-Dossier, welches für die Stabilisierung und Weiterentwicklung der Bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der EU.
Wie viele Leute führst du, wie gross ist euer Unternehmen und was sind eure (wichtigsten) Ziele?
Ich übernahm 2014 mit rund 900 Mitarbeitenden und 250 Millionen Franken Umsatz. Heute sind wir 2 200 Mitarbeitende und machen dreimal so viel Umsatz. In drei Jahren werden wir die Milliarde knacken. Von den 2 200 Mitarbeitenden arbeiten rund 1 500 in der Schweiz, in Burgdorf und Solothurn, und 700 in unseren Produktionswerken in Schwerin (Deutschland), Changzhou (China) und Holly Springs (NC, USA). Ypsomed ist Weltmarktführerin in der Entwicklung und Herstellung von Injektionssystemen, sogenannten Pens, für die Verabreichung von flüssigen Medikamenten durch Patienten selbst. Es ist ein B2B-Geschäft. Unsere Kunden sind Pharma- und Biotech-Unternehmen weltweit. Vor einem halben Jahr haben wir unser B2C-Geschäft mit Insulinpumpen (in welches wir 2009 erneut ein-
gestiegen sind) verkauft, und rund 750 Mitarbeitende und 20 Vertriebsgesellschaften haben uns verlassen. Ein bewusster Schritt zur Fokussierung, denn wir wollen in unserem Kerngeschäft auch in den kommenden Jahren mit gegen 20 % wachsen. Hier sind wir Nummer 1.
Was ist das Spannendste an deiner Funktion bzw. deiner Tätigkeit?
Unserer Familie gehören rund 70 % der Ypsomed-Aktien. Das Wissen, die Verantwortung nicht nur zu tragen, aber sie auch effektiv zu haben, motiviert zu unternehmerischem Gestalten. Wir tun Dinge, probieren aus, gehen neue Wege, weil wir es können. So waren wir z.B. eines der ersten Unternehmen in der Schweiz, das bei der SBTi (Science Based Targets initiative zur Erreichung von Klimazielen) unterzeichnete.
In meiner Funktion als Nationalrat kann ich zudem Verantwortung für unser Land übernehmen. Ich engagiere mich aussenpolitisch stark und setze mich für gute Beziehungen mit unseren wichtigsten Handelspartnern ein.
Was sind deine Ziele als Parlamentarier und wie gelingt es dir, zwei so anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen?
Es ist ein Spagat und es braucht sehr gutes Zeitmanagement. Aber eben auch die Fähigkeit, zu fokussieren und nur das zu tun, was wirklich Impact hat, was wichtig ist. Ypsomed ist ein modernes Unternehmen, aber mit klaren Führungsrhythmen. Bei fast 20% Wachstum muss die Geschäftsleitung auf Deck sein und muss off-hands arbeiten. Das gelingt uns gut. Und in Bern halte ich mich strikt an meine Schwerpunktthemen und vertraue meinen Fraktionskolleginnen und -kollegen bei den anderen Geschäften.
Was ist dein eigenes Führungsverständnis?
Wir haben seit vielen Jahren eine wertebasierte Führungskultur implementiert. Vertrauen, Ehrlichkeit und Offenheit stehen für uns im Zentrum. Alle bei uns haben Verantwortung und erhalten auch die Kompetenz und Mittel, ihre Aufgabe so selbständig wie möglich auszuführen. Wir sind ehrlich zueinander, sprechen über Fehler und verbessern uns. Und wir sind offen für Neues, sind neugierig und interessiert, stellen Fragen und hören zu, wägen ab und entscheiden, so faktenbasiert wie möglich. Ich fordere auch die faktenbasierte Entscheidungsfreudigkeit. In einer immer schneller werdenden Welt müssen wir rasch entscheiden, damit die Organisation weiterarbeiten kann.
Wie wichtig ist es für euch, auch soziale, ökologische und ethische Aspekte in den Geschäftstätigkeiten zu berücksichtigen?
Wir haben früh mit Nachhaltigkeit begonnen. Heute sind wir führend mit unseren neuen Produktplattformen,

welche 80% weniger CO2 enthalten. Die Industrie muss auch ihren Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstosses leisten. Es macht absolut Sinn, dass wir Rohstoffe im Kreislauf halten und diese solange und so oft wie möglich wiederverwenden.
Als modernes Unternehmen haben wir uns zudem schon vor 10 Jahren mit neuen Arbeitsmodellen auseinandergesetzt. Haben die Bogenkarriere eingeführt (Führungspersonen wechseln mit 55/60 in Expertenrollen, ohne Lohneinbussen, machen Platz für jüngere Mitarbeitende), flexible Pensionierung bis 70, sowie FlexWork (work anytime anywhere) und sind seit bald 10 Jahren Equal Pay (mussten das damals auch wirklich forcieren). Wir bieten eine breite Palette an Weiterbildungsmöglichkeiten an und verfügen über eine gesunde Firmenkultur mit vielen Aktivitäten für Mitarbeitende. Wir haben eine Fluktuationsrate von rund 5 %, haben also sehr wenig Abgänge.
«Disrupted Age» heisst das Schwerpunkt-Thema des kommenden St.Gallen Symposiums und dieser alma. Wie stark betrifft «Disruption» aus deiner Sicht die Wirtschaft und eure Branche?
Neue Medikamente in Entwicklung sind in den allermeisten Fällen komplexe, (grosse) Moleküle, welche auch morgen gespritzt werden müssen, weil sie die Magenwand – rein physiologisch – nicht passieren können. Ergo sind wir vor echter Disruption bis auf weiteres geschützt. Es können nicht plötzlich Tabletten kommen. (Klammerbemerkung: Gewisse Abnehmpräparate (GLP-1s) sind kleinere Moleküle und können auch oral verabreicht werden.)
Bei Ypsomed haben wir aber bereits vor über fünf Jahren unsere nächste technologische S-Kurve identifiziert, damit wir nach dem Patentablauf unserer heutigen Technologien 2032, weiterhin Marktführerin sein können. Wir haben uns für Zirkularität entschieden. Unsere neuen Produktplattformen sind so designed, dass sie rezykliert werden können, und zwar zurück zu Pens, ohne Downcycling. Damit haben wir unsere Branche vor gut einem Jahr überrascht und «aufgemischt». Nur wenige haben das erwartet. Die neuen Produktplattformen stossen auf sehr grosses Interesse.
Wie gehst du persönlich mit dem disruptiven, unsicheren Umfeld in Wirtschaft und Politik um bzw. wie findest du trotzdem Sicherheit für Entscheidungen?
Enterprise Risk Management hat an Wichtigkeit zugenommen. Nach der Pandemie und dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine, u.a. mit der Explosion der Energiepreise, haben wir uns neu aufgestellt und unsere Lieferketten massiv gestärkt. Wir gehen heute näher zu den Kunden, regionalisieren, kaufen auch lokal ein und bauen unabhängigere Sites, welche auch autonom funktionieren können. Mit Eventualplanungen bereiten wir uns auf neue Schocks vor und werden resilienter. Ich erachte es als wichtig, dass man immer noch so viele Fakten wie möglich zusammenträgt, bevor man entscheidet. Meinen, denken, glauben oder gar hoffen können wir uns in unseren Positionen nicht leisten, wir müssen wissen, müssen die Sachverhalte in ihrer Ganzheitlichkeit versuchen zu verstehen. Privat haben wir unsere Finca in Mallorca komplett autark ausgestaltet. Nur mit dem Gemüseanbau hapert es noch ein wenig. Wir können leider noch nicht oft genug dort sein.
Zum Schluss: Du und deine Frau, ihr habt beide an der HSG studiert. Schafft das einen besonderen Bezug zur alma mater?
Wir sind regelmässig mit unseren beiden Buben (17, 16) in St.Gallen. Meine Schwiegereltern wohnen noch dort. Auch bin ich seit 8 Jahren Verwaltungsrat des international tätigen Textilunternehmens Forster Rohner AG in St.Gallen.
Wie ist dein (heutiger) Bezug zur HSG und zu HSG Alumni?
Wir unterstützen mit Ypsomed seit vielen Jahren das St.Gallen Symposium. Privat unterstütze ich die Aktivitäten von START und ihrer Foundation und ich bin Mitglied des Beirats des KMU-HSG Instituts von Professor Thomas Zellweger.
Im Januar 2026 bewertete das Modell von Downstream Intelligence es als wahrscheinlich, dass Nicolas Maduro nicht bis Ende März Präsident Venezuelas bleiben würde. Die Veröffentlichung dieser Vorhersage fand gerade einmal 10 Stunden vor der Operation Absolute Resolve statt, bei der die USA Maduro ausser Landes brachten. Ein Volltreffer für das PredictionStartup, das HSG-Alumnus Raffael Hueberli mitgegründet hat.
Autor Mario Tinner Bil d zVg
Auf ein «Holy shit, es funktioniert» folgte sogleich die kritische Frage «War das Glück oder System?». So erklärt Raffael Hueberli das rückblickend ziemlich surreal erscheinende Ereignis. Doch für ihn und sein Team ist klar: «Unser Value liegt nicht darin, einzelne spektakuläre Vorhersagen zu machen, sondern systematisch tausende Signale zu verarbeiten und Muster zu erkennen, bevor sie offensichtlich werden.» Es gehe um Reproduzierbarkeit, nicht um Glück.
St.Gallen – San Francisco – Boston
Raffael Hueberlis Werdegang ist trotz seines jungen Alters bemerkenswert vielseitig. Dass der Ostschweizer keine halben Sachen macht, wird schon beim Blick auf sein Engagement vor und während des Bachelorstudiums klar: Ob vom Praktikum bei den «Wiler Nachrichten» nach der Kanti über ein Engagement im Media Team der Startwoche oder auch beim Teaching Innovation Lab bis hin zur studentischen Mitarbeit für den «Meet the CFO»-Podcast. Im Studium selbst war der Fokus gesetzt: International Affairs bezeichnet er als seine Leidenschaft. Da war das BIA-Programm der HSG die ideale Wahl.
Nach dem Bachelor-Studium zog es ihn dann an die Westküste der USA: In San Francisco arbeitete er als Communications Associate bei Swissnex, dem Schweizer Innovationskonsulat. Ein Jahr später ging es weiter an die Ostküste nach Boston: «Hier begann ich mit dem Dual-Degree Program der Fletscher School of Law and Diplomacy und der HSG», so Hueberli, der somit aktuell wieder in St.Gallen studiert: «Dass ich für den Master durch das DualDegree Programm nochmals an die HSG zurückkam, war

HSG-Alumnus Raffael Hueberli: Volltreffer mit Prediction-Startup.
eine bewusste Entscheidung. Dieses Programm war bereits im Bachelor mein 'Traum-Master' – die Kombination aus Fletchers geopolitischer Expertise und dem HSG-BusinessFokus ist ideal für jemanden, der an der Schnittstelle von Geopolitik und Wirtschaft arbeiten will.»
Während seiner Zeit in Boston gründete er zusammen mit zwei Fletcher-Kommilitonen – Sandy Glickman (CEO) und Rachel Leighton (CTO) – das Startup «Downstream Intelligence». Hueberli verantwortet die Bereiche Business Development und Operations – mit besonderem Fokus auf den europäischen Markt. Mit seinem Modell produziert das Unternehmen geopolitische Szenarien nach eigenem Algorithmus – und das rund um die Uhr. «Natürlich analysieren wir unsere Prognosen im Vergleich zu tatsächlichen Entwicklungen und passen die Gewichtungen entsprechend an», so Hueberli.
Greifbare Startup-Welt an der HSG Was Raffael Hueberli besonders hervorhebt, wenn es um den Einfluss der HSG auf ihn und seine Arbeit geht, ist einerseits die geforderte Selbstständigkeit: «Der Aufbau des Studiums mit ganz verschiedenen Abgaben und Terminen, die sich aneinander reihen, braucht gute Planung, und das ist etwas, was mir nun auch im Startup sehr hilft.» Und andererseits fühle sich die Startup-Welt an der HSG «sehr greifbar» an – von Events über den Start Summit bis hin zu Clubs, die eigene Panels mit Gründer:innen anbieten. «Die Normalisierung eines Karrierewegs als Gründer:in hat mir sehr geholfen, dass bei Downstream schon ganz früh Fragen zur Umsetzung und nicht zur Machbarkeit dominierten», hält Hueberli fest.
Menschliche Expertise verstärken
Die Idee zu Downstream Intelligence entstand, als das Gründerteam im Studium die Reaktionen auf geopolitische Ereignisse während Trumps zweiter Amtszeit analysierte: «Wir bemerkten ein strukturelles Problem und fragten uns bei Diskussionen über Entwicklungen wie den Panama-Kanal oder Handelskonflikte: Auf Basis welcher Daten treffen Analysten und Policy-Maker eigentlich ihre Einschätzungen? Durch unsere früheren Arbeitserfahrungen und das Studium wussten wir, dass selbst bei Top-Institutionen viele geopolitische Einschätzungen hauptsächlich auf manueller Recherche und Intuition von Experten basieren.» Und genau hier sahen sie die Chance für KI und Machine Learning: Es geht darum, «die Informationsverarbeitung zu systematisieren und transparente, reproduzierbare Wahrscheinlichkeitseinschätzungen zu generieren».
Das Unternehmen befindet sich bewusst in der PreRevenue-Phase: «Weil wir zuerst den Produkt-Markt-Fit
validieren wollen, bevor wir skalieren. Ein Paid-Tier ohne bewiesenen Mehrwert wäre kontraproduktiv», betont Hueberli. So messen sie Erfolg derzeit an der PrognoseGenauigkeit und User Validation. «Langfristig sehen wir Downstream als das bevorzugte Tool für Risikomanager, Strategen und Policy-Maker, die datengetriebene, transparente Geopolitik-Analysen brauchen.» Es sei nicht das Ziel, menschliche Expertise zu ersetzen, sondern diese systematisch zu verstärken.
«We Map Uncertainty»
Wer den Claim des Startups liest, fragt sich unweigerlich: Kann ein solches Tool in (zumindest scheinbar) unsicheren und äusserst disruptiven Zeiten (ein wenig) Sicherheit schaffen? «Ja, ich denke schon, oder zumindest ein wenig mehr Transparenz.» Die Methode von Downstream Intelligence (vgl. Box) schaffe Sicherheit, weil Nutzer:innen wüssten, «welche Quellen zu unserer Einschätzung beitragen und welche weiteren Signale in die Einschätzung eingeflossen sind». Das Startup versucht, einen Überblick und Szenarien zu generieren, die so objektiv wie möglich sind. «Unsere Szenarien beruhen auf transparenten Wahrscheinlichkeitsrechnungen, während die Szenarien von Analyst:innen auf deren persönlicher Einschätzung basieren. Unser Modell ist Schritt für Schritt nachvollziehbar», ergänzt Hueberli.
1. Datenverarbeitung: tägliche Überführung von Events.
2. Event-Clustering: Identische Ereignisse aus verschiedenen Quellen werden zusammengeführt.
3. Priorisierung: Jedes Event erhält einen PIUMCNScore (Probability, Impact, Urgency, Momentum, Corroboration, Novelty) von 1 bis 10.
4. Szenario-Generierung: Für alle Events generiert das System Base/Upside/Downside-Szenarien mit transparenten Wahrscheinlichkeiten, basierend auf verschiedenen gewichteten Faktoren. Hier geht's zur Website von Downstream Intelligence
Christoph Heusgen war von 2022 bis 2025 Vorsitzender der Munich Security Conference und ist Co-Conference Chair des St.Gallen Symposium. Der HSG-Alumnus plädiert in seinem Beitrag zum diesjährigen Symposiumsthema für eine «neue Allianz», inspiriert vom kanadischen Premierminister.
Autor Chris toph Heusgen Bil d z Vg
Als der kanadische Premierminister Carney auf dem WEF in Davos vergangenen Januar in seiner eindrucksvollen Rede von einer «Rupture» der Weltordnung sprach, musste ich sofort an unser Symposium und das vom ISC gewählte diesjährige Topic denken: «Disrupted Age». Und so möchte ich gleich zu Beginn dieses Beitrags gegenüber dem studentischen Team des St.Gallen Symposiums meine Hochachtung ausdrücken. Und dies nicht nur wegen der weitsichtigen Auswahl des Themas, sondern ganz grundsätzlich für seinen enormen Einsatz für das Gelingen dieser grossartigen Veranstaltung, bei der ich als Co-Conference Chair mitwirken darf.
«Disrupted» gilt für vieles, was lange als stabil galt – in der Geopolitik, in der Technologie und in der Demografie. Es gilt für die Folgen politischer Entscheidungen ebenso wie für den Klimawandel, den Einsatz von KI und die Verschiebungen in unseren Gesellschaften. Migration, Polarisierung und veränderte Einkommensverteilungen sind Teil derselben Dynamik: alte Gewissheiten lösen sich auf, neue Zusammenhänge entstehen.
Nun wird sich das diesjährige Symposium nicht allein damit begnügen, das Phänomen «Disruption» zu beschreiben. Im Gegenteil. Hauptziel wird es sein, Wege aus dem disruptiven Zeitalter zu weisen.
Stephen Miller, der stellvertretende Stabschef des Weissen Hauses und treuer, langjähriger Weggefährte des US-Präsidenten hat jüngst seinen Weg dargelegt, der gekennzeichnet ist vom «eisernen Gesetz der Welt», dem «von Stärke, von Gewalt, von Macht».
Europa hat einen anderen Weg verfolgt. Die Gründer des Europäischen Einigungsprozesses teilten die feste Überzeugung, dass das von Miller propagierte Recht des Stärkeren kein «eisernes» Gesetz ist. Winston Churchill hat dies vor 80 Jahren in seiner eindrucksvollen Rede in Zürich dargelegt, als er die «Vereinigten Staaten von Europa» als Ziel vorgab. Er mahnte dazu, dem Nationalismus abzuschwören und gemeinsame europäische Institutionen zu errichten. In die Praxis umgesetzt haben dies Charles de Gaulle, Konrad Adenauer und ihre Weggefährten. Sie bestanden darauf, dass das Recht des Stärkeren, das zwischen 1870 und 1945 zu drei verheerenden Kriegen führte, eben kein «eisernes» war. Sie brachten die Europäische Union auf den Weg, in der Konflikte nicht länger auf dem Schlachtfeld ausgefochten werden, sondern im Europäischen Rat und letztlich vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Heute herrscht in Europa die Stärke des Rechts und nicht Millers Recht des Stärkeren. Dank der Weitsicht ihrer Gründer können wir im Zentrum Europas heute auf die längste Periode des Friedens in der Geschichte des Kontinents zurückblicken.
Die Gründer der Vereinten Nationen hatten ähnliche Ambitionen wie die Europäer: Nach dem verheerenden 2. Weltkrieg sollte mit den Vereinten Nationen eine Institution errichtet werden, die für die Regelung von Konflikten auf friedlichem Weg sorgt. Nur der Sicherheitsrat durfte die Anwendung von Gewalt autorisieren, die ansonsten auf die reine Selbstverteidigung beschränkt war. Anders als in Europa gab und gibt es auf der Weltbühne allerdings nur sehr begrenzte Möglichkeiten, Recht durchzusetzen. Und die Siegermächte des 2. Weltkrieges bedingten sich ein Vetorecht aus, womit sie sich und ihre engsten Freunde immer wieder der Übernahme von Verantwortung für Verstösse gegen das Völkerrecht entziehen konnten. Die Unvollkommenheiten des Völkerrechts sind offensichtlich, allerdings ist bis heute keine potentiell wirksamere Alternative vorgeschlagen worden. Deswegen besteht aus meiner Sicht keine Alternative, als am Völkerrecht und den Vereinten Nationen festzuhalten und weiter zu versuchen, dieses Gerüst zu reformieren und zu stärken.
Donald Trump hat eine Alternative vorgeschlagen: einen Friedensrat unter seiner Führung, in den sich Interessierte mit einer Milliarde Dollar einkaufen können. Dieser Rat, ursprünglich zur Lösung des Gazakonfliktes gedacht, soll eine globale Rolle übernehmen. Gefragt von der New York Times, woran er sich bei seinen Entscheidungen orientiere, antwortete Trump, dass seine eigene Moral der Massstab sei, an dem er seine Entscheidungen ausrichte – nicht an internationalen Gesetzen oder externen Institutionen. Politikwissenschaftler würden das Trump'sche System wohl als Diktatur bezeichnen.
Zurück nach Davos und zum kanadischen Premierminister Carney. Er äusserte völlig andere Vorstellungen darüber, wie er sich die Zukunft vorstellt. Er regte an, dass mittelgrosse Staaten gemeinsam handeln müssten, die NATO-Allianz gestärkt, transatlantische Kooperationen vertieft und gleichzeitig neue strategische Partnerschaften weltweit aufgebaut werden sollten, um in einer Ära grosser Machtkonkurrenz nicht marginalisiert zu werden. Etwas Ähnliches gründeten der frühere deutsche Aussenminister Heiko Maas und sein französischer Kollege Yves Le Drian während der ersten Amtszeit Präsident Trumps, und zwar eine «Allianz für den Multilateralismus». Die Idee war,
diejenigen Länder aus allen Kontinenten zusammenzuführen, die sich dem «Multilateralismus» auf der Grundlage der Charta der Vereinten Nationen verpflichtet fühlten. Zahlreiche Länder schlossen sich der Initiative an. Sie war allerdings nicht konkret genug und entfaltete nicht die gewünschte Wirkung. Mit dem Amtsantritt Joe Bidens, eines überzeugten Transatlantikers, der den Vereinten Nationen wohlgesonnen war, geriet die Allianz in Vergessenheit.
Aus meiner Sicht ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, inspiriert vom kanadischen Premierminister, eine neue Allianz zu gründen, ein Zusammenschluss von Staaten aus allen Kontinenten, die sich dem Völkerrecht, der «Stärke des Rechts», verpflichten und gemeinsam aus dem «disruptive age» in ein «age of cooperation» führen. Denn die vielen Herausforderungen, vor denen wir stehen, können wir nur gemeinsam meistern, wenn wir das Ziel teilen, dass sich die Welt und unsere Staaten nicht nach Gewinnern und Verlierern sortieren, sondern wenn wir das Gemeinwohl im Blick behalten wollen.

Christoph Heusgen war von 2022 bis 2025 Vorsitzender der Munich Security Conference. Zuvor diente er als Ständiger Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen in New York (2017–2021) und leitete den UNSicherheitsrat im April 2019 und Juli 2020. Von 2005 bis 2017 beriet er Angela Merkel in Fragen der Aussen- und Sicherheitspolitik. Heusgen studierte unter anderem an der Universität St.Gallen, wo er auch lehrte. Heute ist er Co-Conference Chair des St.Gallen Symposium und engagiert sich für den generationenübergreifenden Dialog.

Clara Streit ist Vorsitzende des Aufsichtsrats der Deutschen Börse. In ihrem Beitrag zum diesjährigen Thema des St.Gallen Symposium geht sie der Frage nach, wie KI – bewusst und reflektiert eingesetzt – die Qualität der Gremienarbeit erhöhen und damit bessere Entscheidungen ermöglichen kann.
Das diesjährige Jahresthema des St.Gallen Symposiums «Disrupted Age» ist längst kein theoretisches Szenario mehr, wir sind mittendrin. Geopolitik, Technologie und künstliche Intelligenz verändern nicht nur Geschäftsmodelle und Entscheidungsprozesse von Unternehmen, sondern am Ende unser Leben und unseren Alltag.
Es überrascht daher nicht, dass künstliche Intelligenz aktuell eines der meistdiskutierten Themen ist. Das Thema ist natürlich auch für einen Aufsichtsrat hochrelevant, denn es transformiert ganze Wertschöpfungsprozesse in den Unternehmen, ja Industrien. Diese Veränderungen bringen enorme Chancen für Produktivität und Innovation, erfordern aber auch Anpassungsfähigkeit, neue Kompetenzen und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Risiken.
Je früher sich Aufsichtsräte mit künstlicher Intelligenz befassen, desto grösser ist nicht nur die Chance, die Qualität und Professionalität ihrer Arbeit zu verbessern. Es entsteht auch eine Leuchtturm-Wirkung in das Unternehmen hinein – ein Signal von ganz oben, wie Chancen von KI verantwortungsvoll genutzt werden können.
Noch gibt es keine bindenden Vorgaben, was den Einsatz und die Nutzung von KI-Systemen in einem Aufsichtsrat anbelangt. Doch mit wachsender Leistungsfähigkeit wird es immer schwieriger werden, deren Nicht-Einsatz sinnvoll zu begründen. Fairerweise muss man sagen, dass der professio-
nelle Einsatz von KI eine ganze Reihe rechtlicher, technischer und ökonomischer Aspekte mit sich bringt. Rechtlich stehen Haftung, Datenschutz, Transparenz, Regulierung und Ethik im Fokus. Technisch sind Datenqualität und Sicherheit zentral. Ökonomisch geht es um Investitionen und regulatorische Kosten. Und ganz wesentlich: ein realistisches Verständnis von Nutzen und Grenzen des Einsatzes von KI.
Am Ende ist die KI ein Hilfsmittel zur besseren Entscheidungsfindung. Es kann und soll aber nicht die Urteilskraft und die Verantwortung der handelnden Personen ersetzen. Es ist also notwendig, für den Einsatz von KI in einem Aufsichtsrat ein effektives Regelwerk, eine geeignete KI-Governance zu entwickeln.
Der Einstieg in die KI-Welt muss nicht disruptiv oder abrupt sein. Vielmehr bietet sich ein schrittweises Vorgehen an – mit Raum zum Lernen und Experimentieren und für gezielte Anwendungen. Drei aufeinander aufbauende Stufen sind dabei unserer Ansicht nach praktisch sinnvoll: In der ersten Stufe geht es vor allem um die sinnvolle Nutzung der KI bei Routineaufgaben. Die KI kann den Aufsichtsrat entlasten, indem sie repetitive Aufgaben übernimmt: automatische Zusammenfassungen, Texterkennung, Protokollentwürfe oder Dokumentenorganisationen. Die digitale Assistenz bei solchen Ausgaben erhöht die Effizienz und schafft Freiraum für inhaltliche Diskussionen.
In der zweiten Stufe kann die KI sozusagen als «intelligente Lupe» dienen – für Recherchen, Querverweise und strukturierte Auswertungen. Dazu gehören zum Beispiel die Suche in umfangreichen Unterlagen, die Identifikation von Mustern und Anomalien, aber auch die Risikobewertungen oder das Generieren und Vergleichen von Kennzahlen. Hier sollte die Historie der eigenen Gremienarbeit zunächst die primäre Datenbasis sein. Für Benchmarking, also Markt und Wettbewerb, sind dann zusätzlich externe Datenquellen hilfreich – etwa Geschäftsberichte oder Analysten-Reports, die über sichere Schnittstellen oder Datenimporte angebunden werden können.
In der dritten Stufe schliesslich geht es um strategisches Sparring und das Durchspielen von Szenarien. Hier wird nun die KI zum Impulsgeber für strategische Diskussionen – etwa durch simulationsgestützte Szenarien, Schwachstellen-Analysen oder Logikprüfungen. Die Anwendungsfälle reichen von Investitionsbewertungen über Standortentscheidungen bis hin zu M&A-Bewertungen oder Lieferkettenstrategien.
Und wenn wir einen Blick in die Zukunft werfen: Dann werden sogenannte Agentic-AI-Systeme auch in der AR-Arbeit an Bedeutung gewinnen. Das sind KI-Agenten, die selbständig Aufgaben verfolgen, Empfehlungen aussprechen und Tools bedienen. Sie agieren nicht nur reaktiv, sondern auch initiativ. Sie benötigen deshalb besonders klare Ziele, Kontrollpunkte und Entscheidungslogiken. In diesem Zusammenhang ist mir ein Punkt wichtig: Der Aufsichtsrat muss nicht zwingend mit KI-Expertinnen und -Experten besetzt sein – anders als etwa bei der gesetzlich geforderten Finanzexpertise. Gleichwohl kann technisches Know-how – abhängig vom Geschäftsmodell und der strategischen Ausrichtung des Unternehmens – selbstverständlich ein echter Mehrwert sein.
Ganz generell gilt: Der Einsatz von künstlicher Intelligenz in einem Aufsichtsrat setzt keine Spezialkenntnisse voraus – wohl aber ein gemeinsames Grundverständnis über Funktionsweise, Möglichkeiten und Grenzen. Dieses lässt sich – wie in anderen komplexen Themenfeldern auch –schrittweise aufbauen: zum Beispiel durch gezielte Schulungen, den Rückgriff auf externe Expertise oder durch Tools, die Erklärbarkeit und Kontext schaffen.
Damit unterscheidet sich der Umgang mit KI am Ende nicht grundsätzlich von etablierten Praktiken – etwa, wenn sich der Aufsichtsrat finanzmathematische Modelle oder komplexe rechtliche Sachverhalte erläutern lässt. Entscheidend ist also nicht technisches Detailwissen, sondern die Bereitschaft, sich auf neue Denk- und Arbeitsweisen einzulassen.
Die KI darf dabei niemals Selbstzweck sein, sondern muss der Qualität der Gremienarbeit dienen. Gleichzeitig gilt es, sich derzeitige Grenzen klar bewusst zu machen. KI kann Muster erkennen, ihre Analysen können Entscheidungen vorbereiten, aber sie ersetzen nicht das, was gute Aufsichtsratsarbeit vor allem ausmacht: die verantwortungsvolle Abwägung, das kritische Hinterfragen oder das ethische Urteilsvermögen von handelnden Personen.
Wer KI bewusst und reflektiert einsetzt, kann die Qualität der Gremienarbeit erhöhen und somit am Ende bessere Entscheidungen treffen. Und genau darum sollte es gehen.

Clara Streit ist Vorsitzende des Aufsichtsrats der Deutsche Börse AG (seit 2024) sowie der Vonovia SE (seit 2013). Zudem leitet sie seit 2023 die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex. Zuvor war sie über 20 Jahre bei McKinsey & Company, zuletzt als Senior Partner. Nach ihrem Studium an der Universität St.Gallen bringt sie ihre umfassende Erfahrung heute als Mitglied des Stiftungsrats des St.Gallen Symposium aktiv ein.
Die Welt befindet sich in einer Phase tiefgreifender Umbrüche. Geopolitische Verschiebungen, technologische Entwicklungen und demografische Veränderungen wirken gleichzeitig: schnell, komplex und mit globaler Reichweite. In einem solchen «disrupted age» wird Dialog zu einer zentralen Voraussetzung für verantwortungsvolle Entscheidungen. Unterschiedliche Perspektiven tun gerade angesichts von Informations-Bubbles doppelt gut – insbesondere, wenn sie aus rund 100 Nationen kommen und so auch einen Beitrag zum besseren gegenseitigen Verständnis in der Welt leisten.
Autor:innen Bea t Ulrich, CEO St.Gallen Symposium F abiola Günther, President International Students’ Committee
Seit über 55 Jahren steht das St.Gallen Symposium für diese Überzeugung, dass nachhaltige Lösungen dort entstehen, wo sich unterschiedliche Generationen mit internationalen Perspektiven auf Augenhöhe begegnen: by bringing together today’s decision-makers and tomorrow’s leaders, the Symposium creates a space for open, critical and forwardlooking exchange.
Was das Symposium einzigartig macht
Seit der Gründung 1969 durch Studierende unserer Universität St.Gallen, ist das Symposium bis heute primär student-driven. Jedes Jahr organisiert und kuratiert das International Students’ Committee (ISC) in Zusammenarbeit mit dem Stiftungsteam gemeinsam auch mit Hunderten studentischer Volunteers eine globale Konferenz mit aktuellstem Thema und Programm. Ziel ist es, die sorgfältig ausgewählten und engagierten Leaders of Tomorrow mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft in Dialog zu bringen.
What makes the St. Gallen Symposium unique is its format and mindset: Unterschiedliche Dialogformate von Plenarsessions über Executive Roundtables bis hin zu CoCreation-Workshops und auch informellen Gatherings und Dinners, ermöglichen substanzielle Gespräche, auch jenseits kurzfristiger Positionierungen. Der Fokus liegt nicht auf schnellen Antworten, sondern auf langfristiger Orientierung.
In St.Gallen verankert
Parallel zu seiner internationalen Strahlkraft ist das Symposium tief in St.Gallen verankert. Der Campus der Universität St.Gallen bildet den intellektuellen KonferenzRahmen, regionale Partner und Institutionen sind Teil des Dialogs. Gleichzeitig reicht die Wirkung weit über die zwei Tage im Mai hinaus: Mit ganzjährigen Initiativen und inhaltlichen Projekten bleibt der Austausch lebendig, lokal wie global. Beispiele sind die jährliche Global Leadership Challenge zusammen mit der University of Oxford oder das jährliche St.Gallen Symposium Singapore Forum.
Auf Anhieb erfolgreich und mittlerweile gewachsen ist auch das St.Gallen Symposium in Town das öffentlich ist und auch diesen 6. und 7. Mai 2026 St.Gallen wieder zur internationalen Dialogstadt für alle machen wird. Diverse Speaker werden an Formaten u.a. in Altstadtrestaurants oder im Pfalzkeller und in der Stiftsbibliothek mit der regionalen Bevölkerung im Austausch sein.
In einer zunehmend polarisierten Welt schafft das St.Gallen Symposium etwas Seltenes: einen Raum für Verständnis ohne Vereinfachung und für Fortschritt mit Verantwortung. Unsere Vision «Leading with the next generation in mind» ist dabei kein Leitspruch, sondern gelebte Praxis und wohl aktueller und bedeutender denn je.
Mehr als ein Symposium
Dafür bringt das St.Gallen Symposium jährlich rund 120 internationale Referentinnen mit unseren «Leaders of Tomorrow» sowie Teilnehmenden aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft entlang eines kuratierten Programms zusammen. Die unterschiedlichen Formate – von generationenübergreifenden Paneldiskussionen über Executive Roundtables bis hin zu Co-Creation-Workshops – ermöglichen dabei Austausch auf verschiedenen Ebenen: öffentlich und vertraulich, strategisch und explorativ. Ergänzt wird das Programm durch zahlreiche bilaterale Gespräche, Hintergrundgespräche und diplomatische Formate. Auch gezielte Firmenbesuche in und um St.Gallen sowie in der Schweiz tragen dazu bei, den Standort im direkten Austausch erlebbar zu machen und nachhaltig bei unseren internationalen Teilnehmenden zu positionieren. All diese Formate sind dabei kein Selbstzweck, sondern Ausdruck eines Verständnisses von Dialog als Arbeitsform: kontrovers, respektvoll und auf Augenhöhe.
Wie stark dieser Ansatz überzeugt, zeigt die Entwicklung der letzten Jahre. Das Symposium hat kontinuierlich an internationaler Tiefe gewonnen: Immer mehr hochrangige Länderdelegationen nutzen St.Gallen als Ort, um mit führenden CEOs und der nächsten Generation in den Austausch zu treten. Teilnehmende aus inzwischen nahezu 90 Nationen setzen ein starkes Zeichen für die Relevanz eines offenen, generationenübergreifenden Dialogs – und für den Anspruch, globale Herausforderungen nicht isoliert, sondern gemeinsam zu verhandeln.
Das Thema 2026: Disrupted Age
Wir erleben eine Zeit, in der tiefgreifende Umbrüche nicht mehr nacheinander, sondern verstärkt gleichzeitig wirken – und bestehende Ordnungen unter permanenten Anpassungsdruck setzen. Besonders sichtbar wird dies in drei Bereichen, die sich durch ihre Geschwindigkeit, globale Reichweite und tiefgreifende Wirkung auszeichnen: technologische Beschleunigung, geopolitische Neuausrichtung und demografische Divergenz.
Künstliche Intelligenz und Automatisierung verschieben wirtschaftliche Modelle, politische Entscheidungswege und berufliche Identitäten. Während neue Technologien Effizienz und Lösungen versprechen – vom Gesundheitswesen bis zur Energiewende – entstehen zugleich Unsicherheiten über Regulierung, Teilhabe und den Wert menschlicher Arbeit. Fortschritt und Friktion liegen eng beieinander.
Parallel ordnen sich geopolitische Machtzentren neu. Handelsarchitekturen werden hinterfragt, alte Sicherheitsgarantien verlieren an Selbstverständlichkeit, und neue Allianzen entstehen in Echtzeit. Staaten reagieren unterschiedlich: mit Re-Industrialisierung, Aufrüstung, oder der Suche nach strategischer Autonomie.

Schliesslich verschieben demografische Bewegungen die Gewichte zwischen Nord und Süd, Alt und Jung. Alternde Gesellschaften ringen mit Fachkräftemangel und steigenden fiskalischen Lasten, während junge Bevölkerungen Chancen und Wachstumsdynamik mitbringen – jedoch oft ohne stabile soziale oder ökologische Infrastruktur. Migration verbindet diese Realitäten, aber nicht ohne Konsequenzen für politische Kohäsion.
Diese Kräfte wirken nicht isoliert. Die geopolitische Fragmentierung verstärkt den Bedarf an technologischer Souveränität; der demografische Wandel erhöht den Druck zur Automatisierung; und der technologische Wettbewerb verändert wiederum geopolitische Strategien.
Doch wie können Staaten, Unternehmen und Institutionen mit dem gleichzeitigen Druck aus Technologie, Geopolitik und Demografie umgehen? Welche politischen Entscheidungen, welche Investitionen und welche Formen der Zusammenarbeit braucht es, um Spielräume zu sichern und handlungsfähig zu bleiben?
Unser Bestreben am 55. St.Gallen Symposium ist es, diese Fragen aufzugreifen und insbesondere die produktiven Seiten dieser Umbrüche gemeinsam zu reflektieren – um daraus tragfähige Perspektiven für zukünftiges Handeln zu entwickeln.
Das St. Gallen Symposium setzt im Sinne dieses bewährten Dialoges auch auf Kontinuität. Ab Sommer 2026 wird Dr. Gunnar Hauptmann, langjähriger Programm-Chef, die CEO-Rolle des Symposiums von Beat Ulrich übernehmen.
Nächstes Symposium vom 6. bis 7. Mai
Das diesjährige St.Gallen Symposium holt erneut hochkarätige Referent:innen in die Ostschweiz, darunter Karin Keller-Sutter, Andres Sutt, Philipp Navratil, Oliver Blume, Sergio P. Ermotti, Meline von Bretano, Richard David Precht, u.v.m.
Erfahre mehr unter symposium.org
Zwei kleine Länder, eine Idee: Was 1999 als Vision begann, wurde zur beständigsten Partnerschaft des St.Gallen Symposiums. 25 Jahre Ministerpräsenz, über 250 Leaders of Tomorrow, ein Netzwerk über Generationen hinweg.
Autor K aspar Köchli Bil d z Vg
Als Teo Chee Hean am 21. November 2025 das Podium im Asian Civilisations Museum betritt, schliesst sich ein Kreis. 25 Jahre zuvor war er als erster singapurischer Kabinettsminister am St.Gallen Symposium aufgetreten. Damals Bildungsminister, ist er heute Chairman von Temasek Holdings – dem Staatsfonds Singapurs – sowie Senior Advisor im Prime Minister's Office.
Was zwischen diesen beiden Auftritten liegt, hat mehr mit St.Gallen zu tun, als man vermuten würde. Es ist die Geschichte einer Idee, die Generationen verbindet, Kontinente überbrückt und aus Dialog eine dauerhafte Partnerschaft gemacht hat.
Der Grundstein
Die Wurzeln reichen zurück ins Jahr 1999. James Soh, Direktor des National Youth Achievement Awards (NYAA), brachte gemeinsam mit dem damaligen Symposiums-Geschäftsführer Andreas Kirchschläger erstmals die Idee nach Singapur. Soh, der den NYAA bis heute leitet, erinnert sich: «Wir suchten eine Plattform, die junge Singapurer mit globalen Entscheidungsträgern zusammenbringt. Das St.Gallen Symposium war genau das.» Im Jahr 2000 reiste schliesslich die erste offizielle Delegation in die Ostschweiz: Bildungsminister Teo Chee Hean, die damalige Botschafterin Pang Chen Lian, James Soh sowie Alexander Melchers.
Eine stetige Tradition auf Ministerebene
Was folgte, ist aussergewöhnlich: In vielen der vergangenen 25 Jahre war Singapur auf Ministerebene vertreten.
Die Liste ist lang und eindrücklich: Mah Bow Tan sprach 2003 mitten in der SARS-Krise über Singapurs Krisenmanagement; Lawrence Wong, heute Premierminister, war 2018 in St.Gallen. Hinzu kamen unter anderen Tharman Shanmugaratnam (2009, 2015), Chan Chun Sing (2016), Ong Ye Kung (2017), Grace Fu (2021), Desmond Lee (2023) und Dr. Tan See Leng (2024) bis hin zu Heng Swee Keat, der 2019 und 2025 als Deputy Prime Minister das Symposium besuchte. Auch der spätere Präsident Tony Tan war in St.Gallen, ebenso wie zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft und Civil Service.
Besonderen Eindruck hinterliess das Interview des damaligen Finanzministers und heutigen Präsidenten Singapurs Tharman Shanmugaratnam mit BBC-Moderator Stephen Sackur am 45. St.Gallen Symposium. Weltweit erreichte es über 1.7 Millionen Zuschauer. Auf die Frage, ob Singapur jene auffange, die durch die Risse einer erfolgreichen Wirtschaft fallen, antwortete Shanmugaratnam mit dem Bild eines Trampolins statt eines Sozialnetzes. Die Metapher prägt bis heute die singapurische Sozialpolitik – und der Präsident selbst nennt den Auftritt auf Social Media seinen «St.Gallen Moment».
Über 250 junge Singapurer auf der globalen Bühne
Die nachhaltigste Wirkung der Partnerschaft zeigt sich in der Förderung der nächsten Generation. Über 250 junge Singapurer haben in den vergangenen 25 Jahren als Leaders of Tomorrow am Symposium teilgenommen – und in der Global Essay Competition regelmässig vordere Plätze belegt.

Ein Vierteljahrhundert Dialog: Ehrengäste aus Singapur, die St.Galler Regierungsdelegation und das St.Gallen Symposium feiern gemeinsam.
Zum Jubiläum: Kontakte vertiefen
Das Jubiläum bot die Gelegenheit, die Kontakte zwischen St.Gallen, Partnern des Symposiums und Singapur weiter zu intensivieren. Das St.Gallen Symposium organisierte ein Programm, das Einblicke in Singapurs Innovations- und Wirtschaftslandschaft ermöglichte. Auf dem Programm standen Firmenbesuche am Protein Innovation Center der Bühler Group, ein Austausch zum Startup-Ökosystem bei SGInnovate sowie ein Besuch im Hafen Singapurs – inklusive Führung durch das neue hochautomatisierte Tuas Terminal und einer Podiumsdiskussion mit Peter Voser (Chairman St.Gallen Symposium, ABB und Port Authority of Singapore) und Dominic Barton (Chairman Rio Tinto). Abgerundet wurde das Programm durch einen Besuch am St.Gallen Institute for Management in Asia sowie dessen Asia Term Closing Dinner.
Regierungspräsident Beat Tinner fasste zusammen: «Singapur setzt konsequent auf Innovation und Fortschritt. Talentförderung, lebenslanges Lernen und Mentoring sind Schlüssel zum Erfolg. Wandel wird als Chance verstanden – das können wir für den Kanton St.Gallen mitnehmen.»
Wenn Geschichte lebendig wird
Zur Jubiläumsfeier kamen über 120 Gäste zusammen: ehemalige Leaders of Tomorrow in Führungspositionen, langjährige Partner, HSG-Alumni sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft beider Länder. Ehrengast Teo Chee Hean sprach über die Bedeutung mutiger Fragen und der Umsetzung von Dialog in konkrete Lösungen. Die Podiumsdiskussion mit Peter Voser und Ho Kwon Ping (Gründer, Banyan Tree) widmete sich der Frage, wie Disruption zur Chance werden kann. Geehrt wurden jene, die diese Partnerschaft über die Jahre getragen haben: neben Teo Chee Hean auch Mah Bow Tan, Heng Swee Keat, Lee Ming San und Dr. Beh Swan Gin, Letzterer selbst lange Mitglied des HSG Advisory Boards.
Die HSG-Verbindung
Die Beziehung reicht weit über das Symposium hinaus. 2011 eröffnete die Universität St.Gallen mit dem St.Gallen Institute of Management in Asia (SGI) ihr erstes Institut ausserhalb Europas. Seither haben über 4 000 HSG-Studierende in Singapur studiert, geforscht und Netzwerke aufgebaut.
Heute leben und arbeiten weit über 200 HSG-Alumni in Singapur – eine der grössten Auslandsgemeinschaften der HSG in Asien. Seit 2012 betreibt das St.Gallen Symposium ein eigenes Büro am SGI und arbeitet eng mit Prof. Gralf Sieghold und Institutsleiter Prof. Dr. Stefan Morkötter zusammen.
Brückenbauer zwischen zwei Welten
Keine Würdigung dieser Partnerschaft wäre vollständig ohne Alexander C. Melchers. Als Präsident des HSG Alumni Club Singapore und Special Advisor des St.Gallen Symposiums baut er seit über drei Jahrzehnten Brücken zwischen der Schweiz und Singapur. Er begleitete und mentorierte unzählige ISC-Teams, öffnete Türen zu Entscheidungsträgern und hielt die Verbindung selbst in schwierigen Zeiten aufrecht. Melchers bilanziert: «Over 250 students from Singapore benefited from the all-paid trip to the St.Gallen Symposium. All of them understood that St.Gallen is not an event, but a movement.»
Ausblick: Die nächsten 25 Jahre
Nun richtet sich der Blick nach vorn: auf das 55. St.Gallen Symposium im Mai 2026 – und auf eine neue Generation von Leaders of Tomorrow, die den St.Gallen Spirit nach Singapur und in die ganze Welt tragen werden. Was vor 25 Jahren als mutiger Brückenschlag begann, ist heute ein lebendiges Netzwerk.
Mehr zur 25-jährigen Partnerschaft: symposium.org/sg25

Lena-Sophie Vogt ist eine der drei Präsident:innen des International Students’ Committee, ein Team von 30 Studierenden, die gemeinsam das 55. St.Gallen Symposium organisieren – ein Event, das mit über 1 0 00 Teilnehmern aus über 80 Ländern ein hohes Level an Organisation und Zusammenarbeit von dem studentischen Team abverlangt. Im Gespräch erzählt sie uns, wie sie zum Symposium kam und welche zentrale Rolle die Alumni spielen.
Autor Valeria Jenni , prisma-Redaktion Bil d ISC
Ein studentisches Grossprojekt – wie das alljährliche St.Gallen Symposium – lebt von neuen Ideen und vielen Jahren Erfahrung. Dieses Jahr jährt sich das Symposium zum 55. Mal, das heisst zum 55. Mal organisieren Studierende der Universität St.Gallen die Konferenz mit Unterstützung eines riesigen Netzwerks. Mittendrin steht Lena-Sophie Vogt, eine der drei Präsident:innen des International Students’ Committee (ISC).
Ihr Weg zum Symposium
Schon immer interessiert sich die Berlinerin für Menschen und ihre Geschichten. Nach einem achtwöchigen «Directing Kurs» an einer Berliner Film Hochschule, brachten sie die Faszination, Teams und Ideen für ein gemeinsames Ziel zusammenzubringen an die HSG. Während ihrem Assessmentjahr trat sie dem Studierendenmagazin «prisma» bei, um journalistisch den Geschichten von Menschen eine Stimme zu geben und den Dialog anzuregen.
Dort lernte sie Jade Röller, eine gute Freundin, kennen, durch die sie später auch zum Symposium kam. Auf Grund einer spontanen Anfrage durften Lena und Jade als Communication Volunteers am 53. St.Gallen Symposium VideoInhalte von dem Event drehen. In den drei Tagen hatten sie die Möglichkeit viele Eindrücke zu sammeln. Die hier geschaffene Plattform für generationenübergreifenden Austausch zu globalen Themen faszinierte sie. Diese Erfahrungen und die Erzählung von Jade, die bereits im Sommer dem

International Students’ Committee beitrat, trugen zu Lenas Entscheidung bei, sich im Dezember 2024 für das ISC zu bewerben.
Nach einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch fing Lena im Februar eine halbjährliche Stelle beim Symposium an und wurde verantwortlich für Food & Beverage und Social Sessions.
«Das Symposium war genau das, was ich brauchte. In der Uni konzentriert man sich sehr auf sich selbst und das, was man selbst lernt. Das ist oft sehr theoretisch. Hier beim Symposium geht es um das grosse Ganze und um das Team. Man hat das Gefühl, wirklich etwas bewegen zu können und jeder Tag ist anders. Ich habe Austausch mit den unterschiedlichsten Menschen aus der ganzen Welt und Zusammenarbeit auf einem völlig neuen Level kennengelernt.»
Jedes Jahr nach dem Symposium werden drei ISCler als Leitung des Organisationskomitees (LOK) für das kommende Jahr angefragt. Dabei geschieht diese Anfrage immer an eine Dreierkonstellation. Als Lena im Sommer 2025 solch eine Anfrage erhielt, fiel ihr die Entscheidung leicht: «Das war für mich ein ziemlicher No-Brainer, weil ich wusste: Das ist die tägliche Arbeit, die mir Spass macht und gleichzeitig eine bessere Vision für mein Studium gibt und meinen weiteren Werdegang gibt.»

«Das
war für mich ein ziemlicher No-Brainer, weil ich wusste: Das ist die tägliche Arbeit, die mir Spass macht und gleichzeitig eine bessere Vision für mein Studium gibt und meinen weiteren Werdegang gibt.»
Hilfe von Alumni
Austausch nicht nur global über Kontinente hinweg, sondern besonders auch über Generationen ist ein zentrales Merkmal des Symposiums. Die engen Verbindungen der Teammitglieder bleiben langjährig bestehen und das Alumni-Netzwerk steht den Newcomern in jedem Jahr in allen Fragen unterstützend zur Seite.
Der Rückhalt aus dem Alumni-Netzwerk sei allgegenwärtig. Grundsätzlich sei es eine enorme Hilfe, bei jeder Frage eine Ansprechperson zu haben, Antworten zu erhalten und Hilfe zu bekommen. Es sei auch schon vorgekommen, dass Lena um acht Uhr abends ein WhatsAppNachricht geschickt habe und um neun Uhr ein Alumnus vor der Tür gestanden sei, um zu helfen. Dies ist kein Einzelfall, denn jedes Jahr kommen viele Alumni für das Symposium an die HSG zurück, um ihren Nachfolger:innen bei den operativen Aufgaben unter die Arme zu greifen.
Gleichzeitig helfen die Alumni nicht nur bei operativen Herausforderungen. Der regelmässige Austausch mit ihrer Mentorin unterstütz Lena bei ihren täglichen Herausforderungen, in Führungsfragen, wie auch in ihrer persönlichen Weiterentwicklung.
Dass dieses Netzwerk weit über St.Gallen hinausreicht, wurde für Lena Anfang Januar noch einmal greifbar. Auf ihrem ISC-Trip nach New York und Boston waren HSGAlumni wichtige Verknüpfungspunkte. Bereits im Vorfeld habe sie zahlreiche Kontakte angeschrieben – fast immer mit Resonanz. Besonders in Erinnerung blieb ihr der Fondue-Abend des örtlichen HSG-Alumni-Vereins: Dort brachte ein Alumnus, welcher seit über 28 Jahren in New York lebt, die aktuelle alma zum Teilen mit. Für Lena zeigt diese Begegnung, wie stark die Verbundenheit zur Universität ist, geografische Distanz spiele kaum eine Rolle.
«Ohne Alumni wäre das überhaupt nicht möglich», so schliesst Lena unser Gespräch. Jedes Jahr organisiert ein neues studentisches Team das St.Gallen Symposium, während die Alumni durch Wissenstransfer, Orientierung und Verlässlichkeit für Kontinuität und Stabilität sorgen. Gerade dieses Zusammenspiel aus frischen Ideen der Studierenden und der gewachsenen Erfahrung der Alumni mache das Symposium seit 55 Jahren erfolgreich und ermögliche es Studierenden, Verantwortung zu übernehmen und daran zu wachsen.
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prisma-hsg.ch
Ihre
existiert nicht wegen Talent. Sie existiert wegen der Eisenbahn und des Telegraphen.
Das ist keine Beleidigung, sondern Wirtschaftsgeschichte.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts waren Unternehmen klein, lokal, überschaubar. Eigentümer führten selbst. Dann kamen Eisenbahn und Telegraph. Sie überwanden Distanz, beschleunigten Märkte – und erzeugten Komplexität. Niemand konnte plötzlich alles wissen. Also erfand man Manager.
Ihre Aufgabe war nicht Wertschöpfung, sondern Koordination. Sie übersetzten zwischen Wissenssilos: Technik, Recht, Finanzen, Vertrieb. Management wurde zur menschlichen Schnittstelle. Zur API der Industrialisierung. Die moderne Organisation – Hierarchien, Reporting-Linien, Karrierepfade – ist kein Naturgesetz. Sie ist ein Nebenprodukt von Technologien aus dem 19. Jahrhundert.

Und jetzt kommt das Problem. Künstliche Intelligenz macht das Gegenteil der Eisenbahn. Sie reduziert Komplexität bis zum Kollaps.
Was früher Teams aus Spezialisten brauchte –Jurist, Analyst, Texter, Programmierer, Projektleiter –kann heute oft eine einzelne Person mit KI leisten. Nicht perfekt. Aber schnell. Günstig. Und immer öfter gut genug. Expertise wird skalierbar. Koordination wird billig.
Damit verliert eine bestimmte Managerrolle ihren Zweck: der reine Koordinator, Informationsmakler, Meeting-Architekt. Nicht, weil diese Menschen unfähig wären. Sondern, weil das System verschwindet, das sie gebraucht hat.
Universitäten wie die HSG entstanden, weil Industrie Management brauchte. Textilfabriken. Handelsketten. Grossunternehmen. Führung hiess: Strukturen bauen, Prozesse steuern, Menschen koordinieren. Mehrere Diskussionen unter HSG-Alumni haben mich bestärkt, diesen Gedanken weiterzudenken. Und die Frage zu stellen: Wenn sich die Technologie so radikal dreht – wie radikal müssen wir dann unser eigenes Rollenverständnis drehen?
Harry Büsser studierte an der HSG Betriebswirtschaft mit Vertiefung im Risikomanagement. Er ist vielfach ausgezeichneter Autor, ComparisExperte und Sparringpartner für Menschen, die in stürmischen Zeiten klar sehen wollen. Seine Bücher Richtig Geld anlegen und Longevity –50 Antworten rund ums längere Leben zeigen, wie klügeres Denken zu besseren Entscheidungen führt –in Finanzfragen wie im Leben.
Heute entstehen Ein-Personenund Kleinstunternehmen mit Umsätzen und Wirkung, für die früher ganze Konzerne nötig gewesen wären. Werden wir also alle Selbstunternehmer? Nein. Der Selbstunternehmer war lange ein Mythos der Digitalisierung. KI macht ihn real – aber nur für Menschen, die bereit sind, Unsicherheit gegen Freiheit zu tauschen. Und selbst dann braucht nachhaltige Skalierung meist wieder Menschen – nur deutlich weniger pro Umsatzfranken als früher. Die Gewinner der KI-Ära sind keine besseren Manager. Sie sind bessere Entscheider.
KI weiss viel. Aber sie weiss nicht, wofür Sie optimiert Mittel, aber keine Ziele. Genau hier entstehen neue Rollen: strategische Entscheider, PlayerCoaches mit Fachtiefe, People-Leader mit Kontext- und Empathieverständnis, Architekten für Kultur, Wandel und Verantwortung.
Die Eisenbahn hat den Manager erfunden. KI entlässt ihn nicht – sie befreit ihn aus der Koordinationsrolle. Was bleibt und wertvoller wird, sind Menschen, die Richtung geben, Verantwortung tragen und entscheiden, wohin die Reise geht.
Genau dafür wurden viele von uns einst an der HSG ausgebildet. Vielleicht ist genau jetzt der Moment, dieses Versprechen einzulösen – oder zuzugeben, dass wir es nie ganz ernst gemeint haben.

Seit 2023 würdigt der HSG Alumni Engagement Award jedes Jahr eine Persönlichkeit, die sich mit Herzblut für die Universität St.Gallen einsetzt. Der Preis ist mit CHF 5 000 dotiert – und ein starkes Zeichen der Wertschätzung für gelebtes Engagement.
Text HSG Alumni Foto zVg
Engagement macht den Unterschied. Der HSG Alumni Engagement Award zeichnet Menschen aus, die Verantwortung übernehmen, Initiative zeigen und unsere Community aktiv mitgestalten. Nominiert werden können Studierende, Alumnae und Alumni, Fakultätsmitglieder, Mitarbeitende der HSG sowie externe Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für die HSG einsetzen.
Das Preisgeld von CHF 5 000 behält die ausgezeichnete Person nicht für sich: Es wird an eine andere Institution im HSG-Netzwerk weitergegeben, die bisher keine Unterstützung von HSG Alumni erhalten hat. So entsteht ein Kreislauf des Gebens – und unser gemeinsames Ökosystem wird nachhaltig gestärkt.
Nominierung 2026: Jetzt mitmachen Kennst du jemanden, der oder die unsere Community mit Ideen, Zeit und Energie bereichert? Dann nominiere diese Person bis zum 31. März 2026 für den HSG Alumni Engagement Award 2026. Mehrfachnennungen sind möglich.
Der Vorstand von HSG Alumni erstellt gemeinsam mit dem Rektorat und der Studentenschaft der HSG bis Mitte April eine Shortlist mit drei Persönlichkeiten. Anschliessend wählen die Clubpräsident:innen von HSG Alumni die Preisträgerin oder den Preisträger. Die Bekanntgabe erfolgt Ende Mai.
Setze ein Zeichen der Anerkennung – und mache Engagement sichtbar.
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Die 11. Jahreskonferenz des HSG Alumni Seniors Club hat die aktuelle Sicherheits- und Welthandelsordnung thematisiert. Expertinnen und Experten ordneten aus verschiedenen Perspektiven ein, wie die geopolitische Lage zu beurteilen ist, wie mögliche Zukunftsszenarien aussehen und welche Auswirkungen eine «Welt in (Un)Ordnung» auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft hat.
Autorin Claudia Schmid Fo tos Markus Senn

«Sicherheit: Traum oder Trauma?» lautete der Titel der Jahreskonferenz 2025. Das Thema stiess auf grosses Interesse: Über 300 Alumnae und Alumni strömten in die Räumlichkeiten von Google Schweiz in Zürich. Europa sei aus dem Trauma zweier Weltkriege entstanden, mit dem kollektiven Schwur «Nie wieder!», erklärte Präsident Alain D. Bandle in seinen Begrüssungsworten. «Heute erleben wir eine Welt, in der neue Autokraten, Angriffskriege, Handelskonflikte, Cyberangriffe und Desinformation dieses ‹Nie wieder› auf die Probe stellen.»
An der Jahreskonferenz gab es schliesslich zwei Verabschiedungen aus dem Vorstand des HSG Alumni Seniors Club. Präsident Alain D. Bandle und Otto C. Honegger wurden für ihr langjähriges und unermüdliches Engagement bei der Organisation der jährlichen Konferenzen gewürdigt. Der scheidende Präsident gab das Lob an den gesamten Vorstand weiter. Herausragendes sei nur möglich, wenn man mit den richtigen Leuten zusammenarbeite und er
habe auf den besten Vorstand zählen können. Neuer Präsident wird André Helfenstein, neue Vorstandsmitglieder sind Hanna Henkel und Samy Liechti.
Beim anschliessenden Apéro nutzten viele der Alumnae und Alumni die Gelegenheit, um sich über das Gehörte an der Jahreskonferenz weiter auszutauschen. Vor und nach dem Event äusserten Teilnehmende ihre Wertschätzung für die Auswahl der Referentinnen und Referenten und die perfekte Organisation des Anlasses.

Autor Chris topher Niedermaier
Als HSG Alumni Healthcare & Lifesciences Club durften wir Ende Januar das neue Forschungszentrum des Kinderspitals Zürich besuchen. Prof. Matthias Baumgartner, Direktor Forschung und Lehre, führte uns in die spannende Geschichte sowie die international vernetzte Forschung und Infrastruktur am KiSpi ein. Eine inspirierende Führung durch das Zentrum inkl. schweizweitem Neugeborenenscreening und ein geselliger Apéro mit vertiefenden Gesprächen rundeten den Abend ab. Unser Club vernetzt inzwischen rund 350 Mitglieder aus dem Gesundheitsbereich und wächst kontinuierlich – neue Teilnehmende sind jederzeit gerne willkommen!


Im Dezember besuchten wir vom HSG Alumni Club Rhein-Main die Kunstausstellung unseres geschätzten Vorstandsmitglieds Desislava Ainsley im NIO House Frankfurt. Die Ausstellung ist der abstrakten Kunst gewidmet. Geboren in Bulgarien, lebt Desi seit über 15 Jahren in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden und ist beruflich in der Finanzwelt tätig. Ihre Werke zeichnen sich durch intensive Farben, freie Formen und ungewöhnliche Materialien aus. Dynamische Konturen, unterschiedliche Strichstärken sowie spontane Akzente mit Acrylfarbe, Pastellkreiden, Asche und Sand schaffen lebendige Oberflächen und emotionale Stimmungen.

The Christmas Dinner of the HSG Alumni Hellenic Club in December at Casa Mexicana in Athens was a great success. Members and friends of the HSG community gathered to celebrate the festive season, reconnect, and share updates from the past year. The evening was filled with lively conversations, great food, and a strong spirit of togetherness, reflecting the Club’s ongoing commitment to strengthening the HSG network in Greece.
Beim traditionellen Fondueanlass im Restaurant Rosengarten trafen sich die Berner HSG-Alumnae und -Alumni zu einem genussvollen Winterabend. In entspannter, herzlicher Atmosphäre wurde gelacht, diskutiert und in Erinnerungen an die Studienzeit geschwelgt. Der Anlass steht für unser Engagement: HSG Alumni Bern verbindet mit geselligen Treffen, kulturellen Events und beruflichem Networking in der Region Bern.


Author Fl óra Lacza
The HSG Alumni Club Hungary Annual Flagship Event was hosted at the Embassy of Switzerland in Budapest, where Ambassador Alexander Renggli welcomed nearly 50 alumni. A lively and interactive roundtable, “The New Startup Playbook – Careers, Capital, and Trends Shaping 2026,” featured four panelists, including startup co-founders and a VC partner, discussing the startup landscape, venture capital and career paths in Hungary, Europe and beyond. The event also welcomed new alumni and closed with a reception and networking.
Autor Hans G. Knüttgen
Beim HSG Alumni Kamingespräch mit Alexander Rosell, Head of Data & AI bei Zurich Deutschland, wurde deutlich: In der Versicherungsbranche herrscht keine KI-Euphorie, sondern eine Mischung aus Neugier und Skepsis. Diskutiert wurden Leistungsfähigkeit, Jobfolgen und Geschäftsmodelle. Im Vertrieb bleibt bei komplexen Produkten der Mensch zentral, etwa bei Lebensversicherungen. In standardisierten Sparten wie KFZ könnten KI-Agenten stärker steuern. Fazit: eher Evolution als Revolution. Im globalen AI Lab setzt Zurich AG auf Nähe zu Universität St.Gallen und ETH Zürich.

Autorin Dor a Maric
Der HSG Alumni Luxury Club lud im Textilmuseum St.Gallen zum Event «The (De)Value of Fashion». Nach einer Führung durch die Ausstellung «Mode sammeln. Von T-Shirts bis Haute Couture» diskutierten Expertinnen über ökonomische, ökologische, kulturelle und emotionale Werte von Mode. Themen waren Handwerk, Verantwortung, Bildung und zirkuläre Modelle. Besonders im Fokus: «Lieblingsteile» als Ausdruck bewussten Konsums. Der Abend bot inspirierende Impulse, lebendigen Austausch und viel positives Echo.

Autor Marco Eugster
Der HSG Alumni Industrial Club (HAIC) vernetzt seit 2011 HSG-Alumni mit Industriebezug und zählt mittlerweile über 600 Mitglieder. Unser Ziel: Eine Plattform für Einblicke, Begegnungen und Gespräche unter Gleichgesinnten schaffen. Unter diesem Motto durften wir im November unsere Eventreihe «HAIC zu Gast bei» fortsetzen – diesmal mit einem spannenden Anlass bei Saint-Gobain Schweiz. HSG-Alumnus Patrick Maier und sein Team empfingen uns herzlich im Marmoran-Werk von Saint-Gobain Weber in Volketswil. Der eindrückliche Produktionsrundgang zeigte, wie am Standort Schweiz mit Automatisierung und kundenzentrierter Prozessinnovation erfolgreich produziert wird.

HSG Alumni Women’s Club
Full House beim Women’s Club-Event
«Leading Forward – was brauchen Frauen heute, um wirksam zu führen?»
Autorin Katja Schmid
Nach starken Impulsen von Gudrun Sander, Ann-Kristin Koch und Michelle Müller wurde deutlich: Damit mehr Frauen Führung übernehmen wollen, braucht es mehr als gut gemeinte Programme. Gefragt sind Vorbilder, Vereinbarkeit, neue Leadership-Modelle und Vertrauen. Karrierewege sind oft zu linear gedacht, Lebensrealitäten deutlich vielfältiger. Das zentrale Take-away: Inclusive Leadership gelingt nur gemeinsam, mit strukturellen Veränderungen, generationenübergreifendem Verständnis und dem Mut, sichtbar zu werden. Ein ausgebuchter Abend mit ehrlichen Diskussionen und regem Austausch beim Apéro.

Ändert nicht deinen
Aber die Art, damit umzugehen.
Zur Linderung körperlicher und geistiger Symptome bei Stress und Überarbeitung.
Bei Müdigkeit, Erschöpfung, Reizbarkeit und Anspannung.

Pflanzlich: Mit Rosenwurz-Extrakt

Bewährte Anwendung mit langjähriger Tradition
Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilage.


Autorin Anja Zähner
HSG Alumni Ostschweiz veranstaltete im Februar in Herisau ihr viertes Kamingespräch. Gast war Alt-Bundesrat Hansruedi Merz, der eindrücklich über die Schuldenbremse, die Bundesfinanzen und politische Verantwortung sprach. Er zeigte die Wirkung von Bildern und Symbolik in der Politik auf und betonte einen zentralen Erfolgsfaktor der Schweiz: die Qualität des Schweizer Bildungssystems. Im persönlichen Rahmen bot sich ein Austausch, der interessante Einblicke in die Komplexität der nationalen Politik vermittelte.


Mitte Januar trafen sich HSG-Alumni aus der Romandie mit ihren Familien im Olympischen Museum Lausanne – drei Wochen vor den Winterspielen in Mailand und Cortina war die Vorfreude spürbar. Nach einer Führung durch 125 Jahre Sportgeschichte folgte der legendäre Brunch im IOC-Hauptsitz mit Blick auf den Genfersee. Zwischen Buffets und Croissants entstanden angeregte Gespräche, neue Kontakte und frische Ideen. Ein sportlich-genussvoller Jahresauftakt 2026.
Autorin Paulina Widmer
Im November widmeten wir uns der Frage, wie Nachhaltigkeit von abstrakten Richtlinien zu gelebter Praxis wird. HSG-Alumni Dr. Joana Racine und Dr. Andreas Schwendener vom For Planet Strategy Lab zeigten auf, warum Menschen, Partizipation und Mindset zentrale Treiber wirksamer Transformation sind. Anhand einer Case Study wurde veranschaulicht, wie der Weg zu gelebter Strategie über kollektive Routinen führt und somit Nachhaltigkeit als echte strategische Leitlinie in Organisationen verankert werden kann.
Was passiert, wenn Energie fehlt, Lieferketten reissen, Daten ausfallen oder kritische Infrastruktur unter Druck gerät? Zurich Insights gibt Einblick in die Mechaniken hinter der Versorgungssicherheit in hochvernetzten Systemen. Mit interaktiven Workshops in Unternehmen und gemeinsamem Abschluss im Circle am Flughafen.

SAVE THE DATE: 12. JUNI 2026
Entdecke mit unserem Alumni-Netzwerk faszinierende Orte weltweit – persönlich, inspirierend und im vertrauten HSG-Rahmen. Unsere Reiseleiter:innen sind mit der Universität St.Gallen verbunden und bringen ihre wissenschaftliche Expertise sowie ihre Leidenschaft für ihr Fachgebiet direkt in die Reise ein.
Freue dich auf exklusive Einblicke, besondere Begegnungen und anregende Diskussionen – ganz im Sinn unserer HSG-Community. Gemeinsam reisen, lernen und den Horizont erweitern.
29.8. BIS
5.9.2026


Scanne den QR-Code für das detaillierte Reiseprogramm. BALTIKUM
Das Baltikum: Europas digitales Labor und geopolitische Schlüsselregion
Wissenschaftliche Begleitung: Yves B. Partschefeld, Dr.rer.soc. HSG
CHINA
11. BIS 25.10.2026


China – ins Reich der Mitte: Im Hochgeschwindigkeitszug zu Wurzeln und Blüten der chinesischen Zivilisation
Wissenschaftliche Begleitung: Prof. Dr. phil. Patrick Ziltener
Scanne den QR-Code für das detaillierte Reiseprogramm.
hsgalumni.ch/reisen