HGZ No 29
Die Branchenzeitung der Hotel & Gastro Union seit 1886 CXXXIX. Jahrgang
Luzern, den 30. Oktober 2024
Schwerpunkt
Roger Lang: «Es tut sich was bei der Mitsprache in den Betrieben.»
Brot-Chef: Bäckerberuf im Rampenlicht
Seite 19
Seite 6
Nächste Ausgabe am 6. November
Ausgabe für Deutsche Schweiz und Tessin
Aktuell
Zagg Spezial
Alessandro Cogoni führt die «Jo. Bar de quartier» in Freiburg. Mit seinen Drinks überzeugte er die Juroren des Swiss Bar Awards. Das brachte ihm den Titel «Barkeeper of the Year 2024» ein.
Perspektiven für die Branche
Arbeitssicherheit: So bleibt die Lingerie ein sicherer Arbeitsort.
Seite 12
Seite 16
Seite 4
Erbsenzählerei auf dem Klo
Die Berggastronomie ist einem Wandel unterworfen. Nicht nur die steigenden Preise fürs Skifahren, auch der Klimawandel fordert zunehmend Anpassungen.
V ER B I ER 4 VA LLÉE S
BERGGASTRONOMIE IM WANDEL In zehn Jahren soll ein Tages-Skipass 200 bis 300 Franken kosten: Mit dieser Prognose sorgte Reto Gurtner, Verwaltungsratspräsident der Weissen Arena Gruppe Flims/Laax, für Aufsehen. Verschiedene Player relativierten daraufhin. Unter anderem der Verband Seilbahnen Schweiz, der betonte, Skifahren solle nicht zum Luxussport werden. In den nächsten drei Jahren rechne man mit Preisanstiegen von einem bis eineinhalb Prozent jährlich, so Präsident Hans Wicki gegenüber
dem «Tagesanzeiger». Jürg Stettler, gebieten die Zahl der Skifahrer und Leiter des Instituts für Tourismus und Skitage zurückgehen, was sich auch auf Mobilität an der Hochschule Luzern, die Nachfrage in der Berggastronomie geht davon aus, dass 200 oder sogar auswirken wird», so Jürg Stettler. Die 300 Franken der Maximalpreis in der genauen Auswirkungen seien schwer Hochsaison in grossen, schneesicheren vorherzusagen und dürften stark von Gebieten sein wird. In den kleineren, der Art und Positionierung der Skigeauf Familien ausgerichteten Gebieten biete und damit der Restaurants abdürfte die Entwicklung weniger dyna- hängen. Wie preissensibel sind die misch sein. Doch die Preise werden Gäste? Wie hoch ist der Anteil an Gässteigen. Und das dürfte auch Folgen ten mit Saisonkarten? «Letztere konfür die Berggastronomie haben. «Auf- sumieren eher mehr, weil die Ausgaben grund der Preise dürfte in einigen Ski- für die Tageskarte wegfallen.» Verän-
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dere sich die Zusammensetzung der Gäste – weniger Schweizer und mehr ausländische Gäste, die sich Skifahren weiterhin leisten können und wollen –, könnten die Auswirkungen weniger gravierend sein. «Aber vielleicht haben diese andere Bedürfnisse, und es braucht ein anderes Gastronomie-Angebot.» Einen Wandel brauche es ohnehin, auch wegen des Klimas: «Der Winter dürfte schwieriger werden, dafür ergeben sich neue Chancen im Sommer und Herbst.» A LI CE GU LD I M A N N
Eine Firma in Neuenburg verlangt von ihren Angestellten, dass sie ausstempeln, wenn sie aufs WC gehen müssen. Der Fall kam vors Kantonsgericht – und ging zugunsten des Arbeitgebers aus. Die Firma ist überzeugt: Für Pausen muss man ausstempeln, egal, ob man sie zum Essen, Telefonieren oder eben für den Toilettengang nutzt. In anderen Unternehmen der Region scheint es diese Praxis ebenfalls zu geben – das geht sogar so weit, dass Arbeitgeber ein ärztliches Attest verlangen, wenn sie finden, dass ihre Angestellten zu oft aufs WC gehen. Man stelle sich vor, wie klein das Vertrauen in die Mitarbeitenden sein muss, wenn man solch kleinliche Anordnungen trifft. Die Angestellten werden in solchen Firmen wohl einzig nach ihrer Effizienz und ihrem Beitrag zum Umsatz bemessen. Natürlich sind solche Dinge wirtschaftlich gesehen wichtig – aber ist eine Mitarbeiterin, der man das Recht zugesteht, während der Arbeitszeit natürliche Bedürfnisse zu befriedigen und vielleicht auch mal ein kurzes privates Gespräch zu führen, nicht vielleicht im Endeffekt produktiver, weil sie sich bei der Arbeit wohlfühlt? Solche Arbeitgeber dürfen sich jedenfalls nicht wundern, wenn die Mitarbeitenden ebenfalls jede einzelne Minute aufschreiben und wohl kaum gewillt sind, in hektischen Zeiten mehr zu leisten als Dienst nach Vorschrift. A N G EL A H Ü P P I
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