HGZ No 22
Die Branchenzeitung der Hotel & Gastro Union seit 1886 CXXXIX. Jahrgang
Luzern, den 4. September 2024
Aktuell
Der Bundesrat will keine tiefere Mehrwertsteuer mehr für Hotels.
Zürich will Städtetourismus neu denken
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Nächste Ausgabe am 11. September
Ausgabe für Deutsche Schweiz und Tessin
Pe r s ö n l i c h
Schwerpunkt
Anna Heuer ist Geschäftsführerin von HSMA Deutschland. Um Lösungen für den Nachwuchsmangel zu finden, hat sie sich mit den Generationen Z und Alpha befasst. Eine spannende Analyse.
Jeder Region ihre eigene Food-Tour
Sommeliers kürten die spannendsten Weinkarten des Landes.
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Kein Platz für Hass
Wandern gehört hierzulande zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Die Erwartungen der Wandernden sind zuweilen höher als die Berge rundherum.
SCH W EIZ TO U R I SM U S
KEIN HOTELSERVICE IN DER HÜTTE Das Wandern ist offenbar nicht nur des Müllers Lust. Seit der Pandemie hat die Freizeitbeschäftigung an Beliebtheit zugelegt. Laut der Studie «Sport Schweiz light 2022», die vom Schweizer Sportobservatorium in Auftrag vom Bundesamt für Sport herausgegeben wurde, wandern 58 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren regelmässig. Jedoch wird den Wanderern nachgesagt, dass sie kaum Wertschöpfung für die touristischen Anbieter wie Restaurants, Hotels oder Transportunter-
Response zentral
nehmen generieren, da sie oft mitgebrachte Speisen aus dem Rucksack essen und meist nur Tagesausflüge unternehmen. Dieser Schein trügt: Die Tourismusanbieter erzielen im Zusammenhang mit dem Wandern und der Nutzung der frei zugänglichen Wanderwege eine direkte Wertschöpfung von rund 3,6 Milliarden Franken pro Jahr. Das ist in der Publikation «Schweizer Tourismus in Zahlen» zu lesen, welche vom Schweizer Tourismus-Verband herausgegeben wird. Doch Wanderinnen
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und Wanderer machen sich mancherorts unbeliebt. So werden heute Orte überrannt, die in sozialen Medien Publizität erlangt haben. Ein Beispiel ist das Berggasthaus Aescher im Alpsteingebiet. Die grosse Popularität führt dazu, dass sich viele Leute mit mangelnder Ausrüstung in die Berge begeben. Rekordwerte verzeichnen auch die SAC-Hütten bei den Übernachtungszahlen. Im letzten Jahr verbuchten sie in ihren 147 Hütten rund 370 000 Übernachtungen. Zunehmend beklagen sich
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Hüttenverantwortliche über gesteigerte Erwartungen der Gäste. «Viele neue Gäste verlangen A-la-carte-Menüs am Abend, Doppelzimmer mit täglichem Wechsel der Bettwäsche und einer Dusche sowie öffentliches Wlan», sagte Bruno Lüthi, Fachleiter Hüttenbetrieb bei SAC gegenüber dem «Blick». Gäste, die nur wegen der Instagram-tauglichen Fotos die Hütten besuchten, hätten einzelnen Hüttenwartinnen und Hüttenwarten die Freude am Beruf genommen. DA N I EL A O EG ER LI
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«Geht’s noch!?!» schoss es mir durch den Kopf, als ich die Schlagzeile «Jude in Davos verprügelt» las. Dass Menschen mit anderen kulturellen Hintergründen, Werten, Erwartungshaltungen und Gepflogenheiten manchmal herausfordernd sein können, streite ich nicht ab. Herausforderungen sind dazu da, um sie zu meistern und an ihnen zu wachsen. Im Idealfall geschieht diese Entwicklung gegenseitig, was zu einem besseren Verständnis für einander sowie zu einer Erweiterung des Horizonts führt. Wie begrenzt muss der geistige Horizont der Menschen sein, die eine andere Person bespucken und verprügeln, nur weil diese «anders» ist? Ein solches Verhalten ist absolut inakzeptabel! Es darf von uns als Gesellschaft, die zum grossen Teil direkt oder indirekt vom Fremdenverkehr lebt, in keiner Art und Weise geduldet werden. Mir ist es völlig egal, ob es sich bei der angegriffenen Person um einen Menschen einer bestimmten Religion, Nationalität, politischen Färbung oder eines bestimmten oder unbestimmten Geschlechts handelt. Hass und Intoleranz dürfen gerade im Tourismus keinen Platz haben. Deshalb müssen wir alle dafür sorgen, dass sich Gäste und auch Gastgeber wieder sicher fühlen können, indem wir das Verständnis füreinander fördern und so Hass unterbinden. R I CC A R DA FR EI
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