HGZ No 27
Die Branchenzeitung der Hotel & Gastro Union seit 1886 CXL. Jahrgang
Luzern, den 15. Oktober 2025
Aktuell
Grosse Umfrage zur Berufsbildung 2030: Jede Stimme zählt!
Wie Ernährung Gesundheit und Klima schützt
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Nächste Ausgabe am 22. Oktober
Ausgabe für Deutsche Schweiz und Tessin
Pe r s ö n l i c h
Schwerpunkt
Koch auf Abruf Wenn’s brennt, springt er ein: Tobias Kwapisz ist Mietkoch und kocht überall da, wo gerade jemand ausgefallen ist. Er liebt die Freiheit und Vielfalt, die dieses Modell mit sich bringt.
Mit dem richtigen Brot die Kosten senken
Der Verein Cuisine sans frontières feiert sein 20-Jahre Jubiläum.
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Wortwahl ist nicht wurst
Es könnte dazu kommen, dass Burger oder andere pflanzliche Erzeugnisse ohne Fleisch in Europa bald anders heissen müssen.
A D O B E-S TO CK
ADIEU VEGGIEBURGER Das Bundesgericht hat Anfang Mai in einem Urteil die Nennung der Tierart mit dem Hinweis auf die pflanzliche Herkunft eines Produkts verboten. So sind in der Schweiz Bezeichnungen wie planted Chicken, veganes Rindsfilet oder Kalbsbratwurst auf Sojabasis nicht zulässig. Weiterhin erlaubt sind Begriffe wie Sellerie-Schnitzel, Randen-Wurst oder Auberginen-Steak. Anders ist die Situation in der EU: Im Namen besorgter Tierhalter reichte Céline Imart im Europaparlament
Response zentral
e inen Vorstoss ein. Laut diesem dürfen den Vorstoss von Céline Imart angedie Begriffe Burger, Schnitzel, Steak nommen. Vorerst ändert sich jedoch und Wurst in der EU nur noch für Pro- nichts in den Regalen der Supermärkte. dukte verwendet werden, in denen tat- Denn der Beschluss hat noch keinen sächlich Fleisch vorkommt. Hersteller Gesetzesrang. Erst folgen Verhandlunpflanzlicher Alternativen müssen sich gen mit den 27 Regierungen. Ob sie neue Namen ausdenken. Die Europa- eine Mehrheit finden, ist noch unklar. abgeordnete Céline Imart kennt die Vor der Abstimmung wurde das mögliwirtschaftliche Not der Tierhalter. che Verbot kontrovers diskutiert. DesSchliesslich führt sie im Südwesten sen Ziel sei, unter dem Vorwand des Frankreichs selber einen Grossbetrieb, Konsumentenschutzes den zum Teil auf dem sie Getreide produziert. Nun gelegentlichen Fleischverzicht auszuhat das Europaparlament letzte Woche bremsen. Die Organisation Foodwatch
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kritisierte das Vorhaben gar als «Geschenk an die Fleischindustrie», wie die «NZZ» schrieb. Sollte das Gesetz dereinst angenommen werden, könnte es sich durchaus als obsolet erweisen. Denn nach anfänglich starkem Wachstum ist der Hype um vegane Alternativen zu Lebensmitteln tierischer Herkunft stark abgeflacht. Einer der Gründe dafür ist, dass stark verarbeitete Lebensmittel mit zahlreichen Erkrankungen in Verbindung gebracht worden sind. G A B R I EL TI N GU ELY
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In meiner Funktion als Redak- tionsleiter der Hotellerie Gastronomie Zeitung habe ich auch das Amt des Sprachwächters inne. Als ehemaligem Gastgewerbler fällt es mir leicht, dafür zu sorgen, dass Fachbegriffe immer gleich geschrieben werden. Herausfordernd wird es bei trendigen Produktbezeichnungen wie Hafer- oder Sojamilch, die korrekt Haferdrink oder Sojadrink heissen. Auch das Wort Fleischersatz lässt bei mir die Alarmglocke schrillen. Denn einen gleichwertigen Ersatz gibt es nicht. Nach miserablen Ernten von Feldfrüchten hat Fleisch den Menschen über Jahrhunderte das Überleben gesichert. Dass die Industrie, allen voran die Fleischindustrie, den Menschen, die auf Tierisches verzichten wollen, Alternativen anbietet, ist legitim. Ob ich, würde ich vegan leben, eine pflanzliche Wurst einem Erbseneintopf vorzöge, ist eine andere Frage. Um Irreführungen zu vermeiden, sollen die Bezeichnungen von Alternativprodukten geltendem Recht entsprechen. Wer damit nicht einverstanden ist, kann demokratische Hebel in Bewegung setzen, um dies zu ändern. Bis darüber abgestimmt wird, gilt die Information mit dem sperrigen Titel «vegane und vegetarische Alternativen zu Lebensmitteln tierischer Herkunft» des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. G A B R I EL TI N GU ELY
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