HGZ No 19
Die Branchenzeitung der Hotel & Gastro Union seit 1886 CXL. Jahrgang
Luzern, den 16. Juli 2025
Swiss Skills / Euro Skills
MitarbeiterRecruiting ist ein strategischer Erfolgsfaktor.
Junge Talente im Endspurt für Berufswettbewerbe
Seite 12
Seite 15 und 19
Nächste Ausgabe am 30. Juli
Ausgabe für Deutsche Schweiz und Tessin
Pe r s ö n l i c h
Schwerpunkt
Patrick Feller ist IT-Sicherheitsberater bei der Swiss Infosec AG in Sursee/LU. Mit dem Kurs «Wenn Hacker einchecken» informiert er Gastronomen, wie sie sich vor Cyberbedrohungen schützen können.
Ein Forscher, seine Rebe und der Wein
«Beck und Bank» – eine Kooperation für die Zukunft.
Seite 6
Seite 13
Seite 10
Ist das der Kundenwunsch?
Der Bund denkt darüber nach, das Trinkgeld zu besteuern. Im Blick hat er vor allem Trinkgelder, die bei Kartenzahlung gewährt werden.
A D O B E-S TO CK
GESCHENKE VERSTEUERN? NEIN! Ob im Service, am Empfang oder auf der Etage, zufriedene Gäste bedanken sich gerne mit einem Trinkgeld. Sie müssten das nicht tun, denn im Gegensatz zu Ländern wie den USA sind in der Schweiz Trinkgelder im Service inbegriffen. Und das schon seit 1974. Weil sich die Sozialpartner bei uns vor fünfzig Jahren auf «Service inbegriffen» geeinigt haben, gibt es zwischen dem Trinkgeld in der Schweiz und jenem in den USA einen kleinen, aber sehr wesentlichen Unterschied. In den USA ist
Response zentral
das Trinkgeld ein wichtiger Bestand- gehen. Im März 2024 ist die Volksinititeil des Gehalts. In der Schweiz hinge- ative für eine 13. AHV-Rente angegen ist das Trinkgeld keine Pflicht. Es nommen worden, ohne dass klar gereist ein Obolus, den die Gäste absolut gelt war, wie diese finanziert werden freiwillig entrichten. «Rechtlich gese- soll. Deshalb sucht die Bundesrätin hen, haben Trinkgelder in der Schweiz Elisabeth Baume-Schneider jetzt nach Schenkungscharakter. Sie sind weder Möglichkeiten, die AHV finanziell zu Lohn noch Lohnbestandteil, sondern stabilisieren. Eine Lösung sieht sie in ein Geschenk des Gastes an die Mitar- der Besteuerung von digital erhaltebeitenden», sagt Roger Lang. Er ist Lei- nen Trinkgeldern. Die Hotel & Gastro ter Recht, Sozialpolitik und Kampag- Union ist von dieser Idee gar nicht begeistert. Würden Trinkgelder tatnen bei der Hotel & Gastro Union. Nun soll es diesem Geschenk an den Kragen sächlich besteuert, müssten Arbeit-
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nehmende nicht nur Steuern auf ein Geschenk bezahlen, das sie vom Gast erhalten haben. Sie müssten auch höhere Lohnnebenkosten in Kauf nehmen. Unter dem Strich bliebe ihnen weniger zum Leben als jetzt. Hinzu kommt, dass Trinkgelder für viele Mitarbeitende ein Motivationsfaktor sind, um dem Gastgewerbe treu zu bleiben und nicht in andere Branchen abzuwandern. Daher sagt die Hotel & Gastro Union ganz klar: «Hände weg von unseren Trinkgeldern!» R I CC A R DA FR EI
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Kürzlich war ich an einer Veranstaltung zum Thema Food Waste. Mittlerweile gibt es viele vor allem kleine Firmen, die mit grossem Einfallsreichtum Lebensmittel retten und daraus spannende Produkte herstellen. Wie beispielsweise Produkte aus dem Fleisch von «ausgedienten» Legehennen. An diesem Anlass wurde aufgezeigt, wo am meisten Lebensmittelabfälle entstehen. Privathaushalte sind leider immer noch die absoluten Spitzenreiter. Als grosse Verursacher wurden auch Landwirte oder die Gastronomie genannt. Die anwesenden Detailhändler jedoch klopften sich gegenseitig auf die Schulter, da sie sich laut eigenen Angaben stark für die Reduktion von Food Waste einsetzen. Sie nannten verschiedene Massnah- men, die sie lancierten und damit für weniger Lebensmittelabfälle sorgen. Das mag sein, dennoch sind sie meiner Meinung nach ein grosser Treiber für Food Waste. Sie sind es, die den Landwirten nur «perfekte» Früchte und Gemüse abnehmen. Die Bauern können dann schauen, was sie mit den krummen Gurken und Rüebli oder den zu gross geratenen Äpfeln anfangen. Dabei heisst es, die Kunden kaufen nur perfekte Ware. Das glaube ich nicht. Viele Leute wünschen sich eine gute Qualität von Früchten oder Gemüse, dabei ist die Grösse oder Form zweitrangig. DA N I EL A O EG ER LI
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