Liebe Leserinnen und Leser, 2026 ist für uns ein besonderes Jahr: Hoelzle wird 75. Drei Vierteljahrhundert Fahrzeugelektrik und ‑elektronik – und eine Konstante, die sich durch alles zieht: Was wirklich zählt, sieht man oft nicht auf den ersten Blick.
Diese Ausgabe zeigt das an mehreren Stellen. Die verdeckten Einsatzfahrzeuge der Luzerner Polizei sind äusserlich unauffällig, im Inneren hochkomplex ausgerüstet. Bei der Instagrid 400 V Lösung und im Erfahrungsbericht der Scheuss Baumaschinen Service AG entsteht der Wert nicht aus dem einzelnen Gerät, sondern aus dem durchdachten Zusammenspiel. Und bei Suter Industries mit ABB Harnessflex wird deutlich: Wenn Antriebe an ihre Grenzen gehen, entscheidet selten die Hauptkomponente – es ist die Summe vieler unsichtbarer Details.
Demselben Prinzip folgen die smarten Verkabelungslösungen von Murrelektronik sowie die Natrium Ionen Batterien von natbat, die neue Möglichkeiten dort eröffnen, wo Robustheit und Sicherheit zählen. Innovation entsteht selten laut, sondern oft im stillen Detail.
Dass solche Lösungen überhaupt entstehen, hat einen Grund: Menschen, die wissen, was sie tun. Deshalb widmen wir dem dualen Bildungssystem viel Platz – mit der Reportage bei der Heim Landtechnik AG und der Rubrik #HoelzleBasics zum Thema Kabelschutz.
Und damit sind wir beim Kern: Vertrauen. Vor 75 Jahren haben meine Grosseltern Ella und Richard Hölzle den Grundstein gelegt – mit einer Haltung, die bis heute gilt: «Wir verkaufen nicht nur Kabel, Stecker und Steuerungen, wir verkaufen auch Vertrauen.» Dieses Vertrauen lebt von Beständigkeit ebenso wie vom Mut, Neues anzupacken. Genau zwischen diesen beiden Polen bewegen sich die Beiträge dieser Ausgabe – Innovation mit Tradition.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre. Reservieren Sie sich gerne bereits jetzt den 4. Juli 2026 für unser Jubiläum.
Ihr
Simon Baumann
Geschäftsführer
VERDECKTE EINSATZFAHRZEUGE –AUFBAU ZWISCHEN UNSICHTBARKEIT
UND FUNKTION
VERDECKTE EINSATZFAHRZEUGE GEHÖREN ZUM ALLTAG VIELER POLIZEIKORPS – UND BLEIBEN FÜR DIE ÖFFENTLICHKEIT DENNOCH MEIST UNSICHTBAR. WAS AUF DEN ERSTEN BLICK WIE EIN GEWÖHNLICHER PERSONEN- ODER KASTENWAGEN ERSCHEINT, IST IN WIRKLICHKEIT EIN HOCHKOMPLEX AUSGERÜSTETES EINSATZMITTEL.
DANIEL STAUFFER, KUNDENBERATER
Unsichtbar – aber voll ausgestattet
Ein Besuch bei der Garage der Luzerner Polizei zeigt, wie viel Pla nung, Erfahrung und Detailarbeit in diesen Fahrzeugen steckt. Die Kernaufgabe für das Team von Toni Emmenegger, Chef Fahr zeugwerkstatt, ist simpel formuliert und höchst anspruchsvoll: Die Fahrzeuge müssen äusserlich wirken wie normale Fahrzeuge, selbst ein Blick durch die Scheibe darf keine Auffälligkeiten zeigen. Im Inneren müssen aber diverse Einsatzmittel vorhanden und in stalliert sein:
• Blaulichtsteuerungen und Signalanlagen
• Blitzer und verdeckte Leuchten
• Innenraumbeleuchtung
• Kommunikationssysteme und Hornanlagen
• Zusatzinstallationen im 230 V Bereich (z. B. Akkuladestationen oder Kompressoren)
Der Platz, der dafür zur Verfügung steht, ist stark limitiert – hier muss das Team immer wieder Kreativität und handwerkliches Ge schick zeigen.
Viel Handarbeit und Know-how
Bei der Luzerner Polizei wird ein grosser Teil des Ausbaus in Eigenre gie umgesetzt. Bedienelemente, Schalter und Steuerungen werden individuell konfiguriert und eingebaut. In der Werkstatt in Emmen werden jährlich bis zu 25 Fahrzeuge umgerüstet. Jedes Fahrzeug ist anders: Bauform, Jahrgang, Marke, aber auch Einsatzzweck. Kein Auftrag ist wie der vorherige.
Die Fahrzeuge werden zunehmend komplexer. Moderne Fahr zeugsysteme lassen sich nicht mehr einfach «anzapfen», wie das früher möglich war. Stattdessen erfolgt die Signalverarbeitung häufig über CAN Bus Module, die die benötigten Fahrzeugdaten gezielt auslesen und bereitstellen.
Zwei Beispiele aus der Praxis
Kastenwagen als «Drohnenfahrzeug»
Hier liegt der Fokus auf Energieversorgung und Einsatzfähigkeit vor Ort:
• Blaulicht mittels versteckten Blitzleuchten aussen am Fahrzeug
• Blaulichtsteuerung und bedienung im Fahrzeug – dürfen nicht sichtbar sein ausserhalb von Einsätzen
• DEFA Plug aussen am Fahrzeug (230 V AC Steckdose)
• zusätzliche Innenraumbeleuchtung
• Energieversorgung der Ladeinfrastruktur für technische Geräte mit 230 V über EcoFlow Delta Powerstation und EcoFlow Alternator Ladegerät
Kriminalpolizeifahrzeug
Diskretion steht im Vordergrund:
• Blitzer an der Front des Pkw
• Kojak Drehleuchte1 griffbereit, aber von aussen nicht sicht bar, wenn nicht im Einsatz
• unauffällige Bedienelemente, z. B. integrierte USB Lade ports mit Steuerfunktion
In beiden Fällen gilt: Technik muss funktionieren – ohne sichtbar zu sein.
Individuelle Lösungen statt Standard
Einheitliche Standards gibt es in der Schweiz nur bedingt. Jedes Korps hat eigene Anforderungen, Abläufe und Präferenzen.
Gerade deshalb entstehen viele Lösungen individuell – abge stimmt auf:
• Fahrzeugtyp
• Einsatzgebiet
• interne Prozesse
• kantonale Strassenverkehrsvorgaben
1 Kojak Leuchten = Blitzleuchten mit Magnetsockel und Spiralkabel
Ein Produkt – sowohl gut sichtbar als auch beinahe unsichtbar. Blitzleuchte, Art. CR06/bl/smk, in der Stossstange
Erfahrung und Handarbeit – Arbeit an einem Fahrzeug der Luzerner Polizei
Innenraumbeleuchtung und Verteilerdose im Einsatzfahrzeug
Mit Daniel Stauffer konnte das Hoelzle Vertriebsteam durch einen Spezialisten im Bereich Blaulicht ergänzt werden.
Steuerungs und Sicherungselemente, Kojak Leuchte und Lichtsteuerung – alles versteckt im sportlichen Pkw
Die Garage der Luzerner Polizei deckt dabei einen grossen Teil der technischen Umsetzung selbst ab – von der Planung bis zur Inte gration.
Hoelzle als Ausrüstungspartner
Als Lieferant unterstützt Hoelzle bei solchen Projekten vor allem auf der Komponentenebene.
Dazu gehören unter anderem:
• Steuerungen und Bedieneinheiten
• programmierbare Steuerungen – komplettes Engineering durch Hoelzle
• Beleuchtungssysteme wie Blitzer, Kojak Leuchten oder Dachbalken
• Fahrzeugelektrik und Installationsmaterial
• Energie und 230 V Lösungen
• individuelle Anpassungen je nach Kundenanforderung
• Beratung und Unterstützung vor Ort
Neben dem Sortiment ist das Zusammenspiel von Produktma nagement, Engineering und Aussendienst entscheidend – beson ders bei projektspezifischen Anforderungen. ®
INSTAGRID 400 V: MOBILER
DREHSTROM – NEU GEDACHT
MIT DER ROBUSTEN INSTAGRID ONE WURDE MOBILE ENERGIE BEREITS NEU ERFUNDEN. DIE WEITERENTWICKELTE 400-V-LÖSUNG ÜBERTRÄGT DIESES KONZEPT NUN AUF DREHSTROM:
DREI INSTAGRID ONE IN DER 400-V-READY-AUSFÜHRUNG WERDEN ZU EINER TRAGBAREN 400-V-DREHSTROMVERSORGUNG KOMBINIERT, DIE HOHE LEISTUNG MIT ECHTER MOBILITÄT VERBINDET.
SAMUEL KNÖPFLI, LEITUNG PRODUCT MANAGEMENT
Im HOELZLE Journal 26 stand die Instagrid ONE als kompakte, leistungsstarke 230 V Stromquelle im Mittelpunkt. Der techni sche Ansatz dahinter war klar: Leistungsstarke, portable Energie sollte nicht mehr zwangsläufig an Generatoren, Verbrennungsmo toren oder schwere Aggregate gebunden sein, sondern direkt dort verfügbar werden, wo gearbeitet wird.
Die 400 V Lösung führt dieses Prinzip weiter. Statt eines einzelnen schweren Drehstromaggregats basiert sie auf einem modularen Auf bau: Drei Instagrid ONE in der 400 V ready Ausführung werden über den LINK 400 zu einer 3 Phasen Drehstromversorgung kombiniert. Die Prinzipzeichnung auf Seite 8 verdeutlicht den Aufbau.
Aus drei einzelnen, tragbaren Einheiten entsteht eine 3 Pha sen Lösung mit 400 V.
Technisch interessant ist diese Lösung vor allem deshalb, weil sie zwei Anforderungen zusammenbringt, die bisher meist gegenein anderstanden: hohe Leistung und echte Mobilität. Das komplette System kann in einem normalen Personenwagen transportiert und am Einsatzort durch eine Person aufgebaut werden. Genau darin liegt der Unterschied zu vielen herkömmlichen 400 V Systemen, die als schwerer Gesamtblock ausgeführt sind und meist einen Lieferwagen, eine Hebehilfe oder deutlich mehr Transportaufwand voraussetzen.
Dazu kommt der Vorteil der Modularität. Die drei Instagrid ONE bleiben nicht nur Bestandteil des 400 V Systems, sondern sind weiterhin eigenständige Einheiten. Wo kein Drehstrom benötigt wird, können sie separat eingesetzt und bei Bedarf zusammen geführt werden. Damit ist die 400 V Lösung nicht einfach ein
Instagrid ONE
Instagrid ONE 2.1
Instagrid ONE 2.1 kWh
Drei Instagrid ONE in der 400 V ready Ausführung werden über den LINK 400 zu einer 3 Phasen Drehstromversorgung kombiniert.
weiteres Aggregat für Spezialfälle, sondern die Fortsetzung des be kannten Instagrid Prinzips: tragbar, flexibel und modular.
Der LINK MAX bildet das Herzstück der 400 V Einheit. Er koordi niert die drei Instagrid Einheiten zu einer sauberen Drehstromver sorgung und stellt diese über die CEE 16 Dose bereit. Integriertes Phasenmonitoring, Isolationsüberwachung und Leitungsschutz ge währleisten einen sicheren Betrieb am Einsatzort, auf der Baustelle und überall dort, wo Drehstrom benötigt wird.
LEISTUNGSDATEN
Ausgangsspannung 400 VAC / 50 Hz
Ausgangsstrom 16 A (Drehstrom, 3 phasig)
Nennleistung 11'000 W
Spitzenleistung 54'000 W
Ausgangssteckdose 1 x CEE 5 polig 16 A 6 h
Direkter Vergleich: Bisheriger Generator gegenüber der neuen Lösung mit Instagrid – die drei Instagrid ONE 400 V ready können platzsparend positioniert werden und nutzen vorhandene Freiflächen.
Instagrid
ERFAHRUNGSBERICHT SCHEUSS BAUMASCHINEN SERVICE
ÜBER MOBILE ENERGIE IM BAUSTELLENALLTAG
Praxis statt Theorie – Scheuss Baumaschinen Service arbeitet täglich dort, wo schwere Maschinen im Einsatz stehen. Im Interview schildern uns Heinz, Dominik und der Lernende Mike, weshalb mobile Energie direkt am Einsatzort im Baustellenalltag entscheidend ist – und warum bereits das dritte Fahrzeug mit dem 400-V-System ausgestattet wird.
Welche Arbeiten führt die Scheuss AG typischerweise aus?
Wir führen einen grossen Teil unserer Service und Reparaturarbei ten direkt vor Ort aus, etwa auf Baustellen, auf Autobahnabschnit ten oder direkt an grossen Baumaschinen. Entsprechend wichtig ist für uns, dass wir in einem top ausgerüsteten Servicefahrzeug unabhängig arbeiten können.
Wie wurde die mobile Stromversorgung früher gelöst?
Früher arbeiteten wir mit einem fest eingebauten Generator im Servicefahrzeug. Die Lösung funktionierte grundsätzlich, hatte im Alltag aber klare Nachteile.
Wo lagen die grössten Nachteile dieser bisherigen Lösung?
Vor allem beim Lärm und bei den Abgasemissionen. Wenn der Ge nerator lief, war eine normale Verständigung kaum mehr möglich. Gleichzeitig waren Geruch und Abgase im und rund um das Fahr zeug ein klarer Nachteil. Der Lärm konnte gerade über Mittag oder am Abend auf Baustellen schnell zum Problem werden.
Wofür setzt Scheuss die Instagrid-400-VLösung heute ein?
Vor allem für Luftkompressoren und Schweissarbeiten, getestet wurde auch der Einsatz eines Plasmaschneiders –also überall dort, wo auf der Baustelle leistungsfähige und zugleich mobile Energie gebraucht wird.
Was ist der grösste praktische Vorteil im Alltag?
Gut ausgerüstet unterwegs: das Team von Heinz Scheuss (rechts). Diese Einstel lung bekam Heinz früh mit auf den Weg: «Mein Vater hat immer gesagt: Das Teuerste am Werkzeug ist das Beschaffen, wenn man es nicht hat – und nicht das Werkzeug selber. Was nichts kostet ist nichts wert.»
oder direkt an der Maschine. Mit der mobilen Lösung kann die Energie unmittelbar an den Einsatzort ge bracht werden. Das reduziert den Aufwand mit Verlängerungskabeln deutlich.
«Das teuerste Werkzeug im Servicefahrzeug ist immer das, das man im entscheidenden Moment nicht dabeihat.»
Heinz
Der wichtigste Punkt ist die Flexibilität. Wenn 400 V gebraucht werden, steht die Leistung zur Verfügung. Wenn direkt am Objekt gearbeitet werden muss, kann auch mit einer einzelnen 230 V Einheit gearbeitet werden. So ist die Energie dort, wo sie tatsächlich gebraucht wird.
Welche Rolle spielt das auf der Baustelle konkret?
Auf vielen Baustellen fehlt der Stromanschluss genau dort, wo gear beitet werden muss, etwa in der Baugrube, unter der Autobahnbrücke
Warum ist das gerade beim Schweissen relevant?
Beim Schweissen merkt man, ob direkt an der Stromquelle gearbeitet wird oder ob lange Kabelwege dazwischenliegen. Mit einer einzelnen Einheit kann direkt am Einsatzort gearbeitet werden. Das ver einfacht die Arbeit, vermeidet Spannungsver luste und reduziert das Risiko beschädigter Kabel auf der Baustelle.
Wie wichtig ist die modulare Nutzung der einzelnen Einheit?
Das ist ein grosser Vorteil im Alltag. Wenn die drei Einheiten nicht als 400 V Systemverbund gebraucht werden, können sie einzeln verteilt werden. So bleibt man flexibel und kann je nach Arbeit Ein heiten direkt dort zur Verfügung stellen, wo sie gebraucht werden.
Wie funktioniert das im praktischen Einsatz über längere Zeit?
Während mit einer Einheit gearbeitet wird, können andere bereits geladen werden. Wenn eine Einheit leer ist, wird sie einfach aus getauscht. Dadurch bleibt die Stromversorgung auch bei längeren Arbeiten praxistauglich.
Ist die Instagrid-Lösung im Alltag schon an Grenzen gestossen?
Im normalen Servicealltag bisher nicht. Für die typischen Arbei ten im mobilen Baustellenservice hat sich die Lösung als sehr all tagstauglich erwiesen. Im Notfall laden wir die Einheiten während der Fahrt via einen im Fahrzeug verbauten 2000 Watt Wechsel richter von Hoelzle nach.
Wie beurteilt Scheuss die Lösung insgesamt?
Weniger Lärm, keine Abgasemissionen am Arbeitsplatz und Ener gie genau dort, wo sie benötigt wird: Das sind aus unserer Sicht die entscheidenden Punkte.
Mobilität als Vorteil: Instagrid One ausserhalb des Fahrzeugs im Einsatz
Ordnung, Logik und Leistung: Die Scheuss AG setzt auf starkes Werkzeug und bestens ausgerüstete Werkstattfahrzeuge. In der ersten Version (links) sind sämtliche Instagrid 400 V Elemente unten im Regal. In der neuen Version (rechts) konnten die Komponenten noch effizienter verstaut werden. Für den Aufbau der Werkstatt konnte mit der Firma Sortimo eine optimale Lösung realisiert werden.
Nicht nur die Stromversorgung begeistert: Samuel Knöpfli, Leiter Produktmanagement bei Hoelzle, ist begeistert von den Fahrzeugen der Scheuss AG.
GESCHWINDIGKEIT, LEISTUNG UND GUT GESCHÜTZTE KABEL
WENN TECHNISCHE SYSTEME AN IHRE GRENZEN GEHEN, ENTSCHEIDET OFT NICHT NUR DIE HAUPTKOMPONENTE ÜBER ERFOLG ODER AUSFALL – SONDERN DIE SUMME VIELER DETAILS. ABB HARNESSFLEX KABELSCHUTZ IM EXTREMEINSATZ.
ANTONIO HORN, PRODUCT MANAGER
Dass die Summe vieler Details über Sieg oder Niederlage entschei den kann, ist bei Suter Industries tief in der DNA verankert. Das Schweizer Engineering und Produktionsunternehmen entwickelt hochleistungsfähige Antriebs und Stromerzeugungssysteme für Anwendungen, in denen Zuverlässigkeit unter extremen Bedin gungen entscheidend ist.
Die Systeme von Suter kommen überall dort zum Einsatz, wo kom pakte Bauweise, hohe Leistungsdichte und Effizienz gefragt sind: Zu den Fachgebieten des Turbenthaler Unternehmens gehören unter anderem Rennmotorräder, Stromerzeuger und Motoren für Drohnen. In diesen Leistungsbereichen gehören starke Vibrationen, intensive Temperaturschwankungen von bis zu −33° C bis +100° C sowie mechanische Beanspruchung durch Bewegung und enge Einbauräume zu den Grundherausforderungen. Auch mögliche
Meta Fauler von Hoelzle zu Besuch bei Suter Industries. Hansueli Schwendener und Eskil Suter zeigen fürs Hoelzle Journal die Abläufe bei der Entwicklung von Antrieben
Durch die Kombination von Wellrohren, Verschraubungen, Steck verbindern und weiterem Zubehör entsteht ein breit aufgestelltes Produktsortiment für unterschiedliche Anwendungen.
Einflüsse durch Betriebsstoffe wie Diesel oder Schmiermittel dür fen nicht ausser Acht gelassen werden.
Gerade unter solchen Bedingungen wird die elektrische Verka belung zu einem kritischen Faktor. Kabelbäume verlaufen dicht gepackt durch komplexe Systeme, bewegen sich mit und sind permanent mechanischem Stress ausgesetzt. Ohne geeigneten Schutz können Abrieb, Beschädigungen der Isolation oder langfris tige Materialermüdung auftreten – mit direkten Auswirkungen auf die Betriebssicherheit.
ABB Harnessflex – Kabelschutz als entscheidender Faktor
Um diese Risiken zu minimieren, setzt Suter Industries auf Lösun gen von ABB Harnessflex. Die Kabelschutzsysteme sind speziell für anspruchsvolle industrielle Anwendungen entwickelt worden und bieten eine Kombination aus Flexibilität, mechanischer Robustheit und einfacher Integration.
ABB Harnessflex ist ein umfassendes Kabelschutzsystem für die sichere Führung und den Schutz elektrischer Verkabelungen,
insbesondere im Fahrzeugbau. Es bietet komplette Systemlösun gen, die Kabelbäume zuverlässig vor mechanischem Abrieb, Flüs sigkeitseintritt und korrosiven Einflüssen schützen.
Die Lösungen verhindern das Eindringen von Schmutz, Wasser und Fremdkörpern und tragen so dazu bei, Fehlfunktionen und Ausfälle elektrischer Systeme zu vermeiden. Damit eignet sich Harnessflex besonders für anspruchsvolle Einsatzbereiche wie Nutzfahrzeuge oder industrielle Anwendungen mit hohen Umwelteinflüssen. All diese Vorzüge führten zur Entscheidung von Suter Industries, auf dieses System zu setzen.
Ein entscheidender Vorteil liegt in der Flexibilität der Systeme. Ge rade in engen Einbauräumen müssen sich Kabelschutzlösungen an komplexe Geometrien anpassen, ohne an Stabilität zu verlieren. ABB Harnessflex vereint diese Eigenschaften und erfüllt gleichzei tig relevante Industrie und Normanforderungen.
Bei Suter Industries wird der Kabelschutz nicht nachträglich er gänzt, sondern bereits in der Konstruktionsphase eingeplant – und schon bei Prototypen integriert.
Zuverlässigkeit durch Details
Die Auswirkungen dieser durchdachten Integration zeigen sich im laufenden Betrieb. Der mechanische Schutz der Kabelbäume wird deutlich verbessert, die Systeme arbeiten stabiler und sind weniger anfällig für Ausfälle. Von der strukturierten Kabelführung profitie ren auch Montage und Wartung.
«Unsere Antriebs und Generatorsysteme arbeiten häufig unter extrem anspruchsvollen Bedingungen. Zuverlässigkeit ist deshalb nicht nur eine Frage der Hauptkomponenten, sondern auch der vielen Details im Gesamtsystem», sagt Eskil Suter, Founder und CEO von Suter Industries. «Eine robuste Kabelschutzlösung trägt wesentlich zur langfristigen Betriebssicherheit bei.»
Engineering-Kompetenz aus der Schweiz
Suter Industries steht für präzises Engineering und langjährige Er fahrung in der Entwicklung leistungsstarker Antriebssysteme. Den
ABB Harnessflex Kabelschutzelemente in Antrieben von Suter Industries
Bei Suter Industries wird der Kabelschutz nicht nachträglich ergänzt, sondern bereits in der Konstruktionsphase eingeplant – und schon bei Prototypen integriert.
Grundstein dafür legte Eskil Suter direkt nach seiner Lehre. Auf Wunsch seiner Eltern absolvierte er eine Lehre als Zimmermann – Mechaniker wollte er nicht lernen, da er bereits im Kindsalter an Motoren schraubte und sich selbst grosses Wissen aneignete. Um gehend nach dem Lehrabschluss begann Suter, selbst Motorrad rennen zu fahren. Ab 1996 nahm die heutige Suter Industries den Betrieb auf. Das Unternehmen hat sich auf Anwendungen speziali siert, bei denen es auf maximale Effizienz bei minimalem Bauraum ankommt. Ein schönes Beispiel dafür ist die Suter MMX2 – mit die sem gerade einmal 138 kg leichten Rennmotorrad gewann Suter Motorcycles 2012 die Moto2 als Konstrukteur und machte Marc Márquez zum Weltmeister.
Solch ein Erfolg erfordert ein ganzheitliches Verständnis der Systeme. Alle Komponenten – vom Motor über die Stromerzeugung bis hin zur Verkabelung – müssen optimal aufeinander abgestimmt sein. Nur so lassen sich langlebige und zuverlässige Lösungen realisieren.
Dabei zeigt sich immer wieder: Innovation entsteht nicht nur durch neue Technologien, sondern auch durch die konsequente Optimie rung bestehender Lösungen. Gerade im Detail liegt oft das grösste Potenzial.
Mehr als nur Schutz
Kabelschutz ist weit mehr als ein ergänzendes Bauteil. Er ist ein zentraler Bestandteil des Gesamtsystems und trägt entscheidend dazu bei, dass komplexe Anwendungen auch unter extremen Be dingungen zuverlässig funktionieren.
Die Anwendungen mit ABB Harnessflex bei Suter Industries zeigen deutlich, wie wichtig diese oft unscheinbaren Komponenten sind. Sie verbinden nicht nur Kabel – sondern sichern die Funktion gan zer Systeme.
Denn am Ende gilt: Die Stärke eines Systems zeigt sich nicht nur in seiner Leistung, sondern in seiner Zuverlässigkeit im Alltag. Und genau hier machen durchdachte Lösungen den Unterschied. ®
Eskil Suter bietet fürs Hoelzle Journal einen Blick hinter die Kulissen bei Suter Industries
Weltmeistermaschine Suter MMX2
SMARTE VERKABELUNG
FÜR MOBILE MASCHINEN
WO FRÜHER KOMPLEXE KABELBÄUME UND AUFWENDIGE KLEMMKÄSTEN NOTWENDIG WAREN, KOMMEN HEUTE ZUNEHMEND AUCH STECKBARE, DEZENTRALE INSTALLATIONSSYSTEME ZUM EINSATZ. SIE REDUZIEREN DEN VERKABELUNGSAUFWAND UND ERLEICHTERN SOWOHL DIE MONTAGE ALS AUCH DEN SPÄTEREN SERVICE UND DIE DIAGNOSE IM FEHLERFALL DEUTLICH.
URS DÄSCHER, PRODUCT MANAGER & FIELD APPLICATION ENGINEER
Der deutsche Hersteller Murrelektronik verfolgt diesen Ansatz und bietet mit den DataPanel Produkten sowie passenden Signallei tungen eine durchgängige Lösung an.
Wenn die Verkabelung zur Herausforderung wird
In mobilen Maschinen stellt die elektrische Verkabelung oft einen erheblichen Aufwand dar. Viele einzelne Leitungen müssen sauber verlegt, angeschlossen und geprüft werden. Zudem sind die Platz verhältnisse häufig begrenzt, und die Systeme sind permanent Vibrationen, Schmutz und Feuchtigkeit ausgesetzt.
Klassische Lösungen mit Kabelbaum oder Klemmkasten brin gen dabei einige Nachteile mit sich. Beispielsweise müssen
Masseleitungen von Magnetspulen oft mühsam in den Kabelbaum gespleisst oder einzeln zurückgeführt werden. Erweiterungen las sen sich nur schwer umsetzen, Varianten werden schnell unüber sichtlich, und Reparaturen sind oft zeitintensiv. Hinzu kommt, dass Probleme wie Kondenswasser oder undichte Gehäuse die Zuver lässigkeit zusätzlich beeinträchtigen können. Gerade bei Maschi nen im Feld zeigt sich, wie entscheidend eine robuste und gleich zeitig einfache Installation ist.
Dezentrale Systeme als neuer Ansatz
Mit den DataPanel Xtreme Produkten von Murrelektronik wird ein anderer Weg verfolgt. Anstatt alle Signale konventionell zentral zu bündeln, werden diese über kompakte, dezentrale Module direkt
KONZEPT DEZENTRALES SYSTEM
an der Maschine verteilt. Die Verkabelung wird dadurch klar struk turiert, lange Kabelwege sowie komplexe Kabelbäume entfallen weitgehend. Stattdessen kommen vorkonfektionierte Leitungen und steckbare Verbindungen zum Einsatz, die sich schnell und ein fach installieren lassen. Das System basiert auf bewährten Konzep ten aus der industriellen Verdrahtung und überträgt die Vorteile gezielt auf die Anforderungen mobiler Maschinen. Der grösste Vor teil liegt in der einfachen Handhabung. So sind die Systeme steck bar und meist identisch aufgebaut. Dadurch entfällt ein grosser Teil der klassischen Verdrahtungsarbeit. Gleichzeitig lassen sich Anla gen bei Bedarf einfach erweitern oder anpassen.
Die Installation wird übersichtlicher und kann schneller durchge führt werden. In vielen Fällen ist keine aufwendige Konfektionie rung oder spezielle Ausrüstung notwendig. Das reduziert nicht nur den Zeitaufwand, sondern ermöglicht auch, spezialisierte Fach kräfte für gezielte Aufgaben einzusetzen.
Verschiedene Konzepte hinter dem System
Die Grundlage bilden die DataPanel Xtreme Produkte sowie die pas senden Stamm und Signalleitungen. Der Hersteller Murrelektronik bringt dabei seine langjährige Erfahrung in der Automatisierungs technik ein und setzt auf robuste, praxiserprobte Komponenten.
• Multivoltfähig für 12 V /24 V Anwendungen
• Produkte erfüllen mit Murr MDC Leitungen Schutzarten bis IP69K
• Stamm und Signalleitungen sind umspritzt und mecha nisch sehr robust aufgebaut
• Hohe Beständigkeit gegenüber Witterungs und chemi schen Einflüssen
• ADR konforme Ausführung je nach Variante möglich
• Einsatz von Amphenol(Deutsch) Steckverbindern
Passive Verteiler
Passive Verteiler wie der Artikel DPV34045/6 übernehmen die ein fache Signalverteilung für bis zu 16 Ein oder Ausgänge. Da keine eigene Logik vorhanden ist, arbeitet der Verteiler rein passiv.
Die einzelnen Signale werden gebündelt und über eine zentrale 18 polige Leitung zur Steuerung zurückgeführt. Dadurch reduziert sich der Verdrahtungsaufwand deutlich.
Der Verteiler verfügt über 4 polige Amphenol(Deutsch) Steck buchsen. Pro Anschluss stehen zwei Signal Pins sowie je ein Pin für Spannung und Masse zur Verfügung. Versorgung und Masse werden intern zusammengeführt und über eine gemeinsame Ader zurückgeführt. Besonders bei Anwendungen mit Hydraulikmag netventilen oder Sensoren zeigt sich dieser Vorteil von gebündel ten Versorgungs oder Masseanschlüssen. Befestigt wird das ganze Modul über Schraubverbindungen durch Löcher im Gehäuse.
Die Module sind optional mit LEDs zur Signalüberwachung erhält lich. Die Art des Signals bleibt dabei vollständig dem Anwender überlassen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine Datenbuslei tung zu weiteren Verbrauchern mit CAN Schnittstelle durchzu schleifen. Nicht benötigte Anschlüsse können mit Blindsteckern verschlossen und bei Bedarf später einfach aktiviert werden.
Auch für die Datenkommunikation stehen passende Lösungen zur Verfügung. Der Artikel DPV40044/CAN ermöglicht die einfache Vernetzung von bis zu sechs Teilnehmern in einem CAN Netzwerk.
Dabei werden über den 4 poligen Amphenol(Deutsch) Stecker so wohl die Versorgung (Spannung und Masse) als auch die CAN Sig nale (CAN High / CAN Low) geführt.
Entsprechende Pins sind intern gebrückt, wodurch sich eine ein fache und übersichtliche Verteilung ergibt. Grosser Vorteil: Die Terminierung des CAN Busses kann direkt über einen Abschlusswi derstand in Steckerform an einem freien Port erfolgen.
Aktive Verteiler
Aktive Module gehen einen Schritt weiter. Sie erfassen und ver arbeiten Signale direkt vor Ort und kommunizieren über den Da tenbus, beispielsweise das standardisierte J1939 Protokoll, mit der Steuerung.
Einsatz eines CAN Verteilers an einem Traktor
Einsatz eines Passiv Verteilers zur Ansteuerung von Elektrohydraulikventilen
Ein Beispiel ist der Artikel DPVA40044/8. Dieses Modul stellt acht zuschaltbare digitale Ausgänge zur Verfügung und verfügt über eine integrierte Logik, die auf eingehende Befehle reagieren kann. Dadurch lässt sich die Verkabelung weiter reduzieren. Die Steu erung sendet lediglich einen Befehl über den Datenbus, und das Modul aktiviert den entsprechenden Ausgang – beispielsweise zur Ansteuerung eines Scheinwerfers.
Für die Installation sind somit nur noch die Versorgungsspannung sowie die Datenbusleitung erforderlich, während die Signalverar beitung dezentral im Modul erfolgt.
Signal und Stammleitungen
Damit das System durchgängig steckbar aufgebaut werden kann, stehen passende Stamm und Signalleitungen zur Verfügung. Die se sind in verschiedenen Längen vorkonfektioniert, vollvergossen und mit robusten PUR Mantelleitungen ausgestattet.
Die Stammleitungen verbinden die Stromversorgung und die Steu erung mit den Verteilern. Je nach Anwendung sind die Adern unter schiedlich ausgelegt, etwa mit stärker dimensionierten Leitungen für die Versorgung oder verdrillten Adern für Datenbusse.
Signalleitungen verbinden Sensoren, Aktoren oder weitere Module. Auf der Modulseite kommen standardisierte 4 polige Steckverbin dungen zum Einsatz, während auf der Verbraucherseite gängige Steckertypen oder vorkonfektionierte Lösungen verfügbar
sind. Alternativ sind auch Leitungen mit offenen Enden oder Y Ver teiler erhältlich, um individuelle Anbindungen zu ermöglichen.
Praxisbeispiel: Weniger Verbindungen, weniger Aufwand
In der Praxis zeigt sich immer wieder – auch in Projekten, die Hoelz le mit seinen Systemlösungen umgesetzt hat –, dass der Aufwand für die Verkabelung häufig unterschätzt wird. Ist eine Steuerung oder Schaltung bereit für den Einbau, soll die Installation möglichst schnell erfolgen. Genau in diesem Schritt wird oft sichtbar, wie auf wendig eine saubere Verkabelung tatsächlich ist.
Viele Anwender fokussieren sich zunächst auf die Materialkosten, während der Arbeitsaufwand schwer abzuschätzen ist. Konventi onelle Lösungen wirken dadurch auf den ersten Blick einfacher –zumindest theoretisch. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell ein anderes Bild.
Konventionelle Lösung
Es sollen neun Elektromagnetventile sowie ein Sensor angesteuert werden. Dafür sind mindestens 21 Verdrahtungspunkte in einem Verteilerkasten notwendig (18 für die Magnetventile, 3 für den Sensor).
Masseleitungen müssen teilweise aufwendig in den Kabelstrang in tegriert werden. Eine Unterverteilung ist nicht vorgesehen, und Er weiterungen sind nur schwer möglich – insbesondere dann, wenn der Kabelbaum bereits geschützt in einem Wellschlauch verlegt ist.
Lösung mit DataPanel Xtreme Passiv Verteiler
Mit einem Passiv Verteiler bleiben alle Funktionen vollständig er halten. Die Signale werden jedoch intern gebündelt, wodurch sich die Anzahl der Verdrahtungspunkte deutlich reduziert.
Für dieselbe Anwendung werden nur noch 12 Anschlusspunkte so wie 5 Steckverbindungen benötigt (9 Signale für die Magnetspu len, 1 gemeinsame Masse, 1 Versorgung und 1 Sensorsignal).
Die Anzahl der Verdrahtungspunkte reduziert sich damit von 21 auf 12 – bei identischer Funktion.
Der grösste Einsparungsfaktor liegt in der Arbeitszeit. Weniger Verbindungen bedeuten weniger Montageaufwand, eine geringere Fehleranfälligkeit und eine schnellere Inbetriebnahme. Gleichzeitig bleibt das System flexibel und kann jederzeit erweitert werden –Plug & Play und ohne grossen Zusatzaufwand.
Fazit
Die elektrische Verkabelung wird häufig unterschätzt, ist jedoch einer der wichtigsten Bestandteile jeder mobilen Maschine. Mit steckbaren, dezentralen Lösungen wie DataPanel Xtreme von Mur relektronik lässt sich dieser Bereich deutlich einfacher und effizien ter umsetzen.
Das Ergebnis sind übersichtlichere Systeme, kürzere Montagezeiten und eine höhere Betriebssicherheit. Gleichzeitig lässt sich die Lösung optimal mit Produkten aus dem Hoelzle Portfolio kombinieren. ®
KONVENTIONELLE VERKABELUNG VS. LÖSUNG MIT DATAPANEL XTREME PASSIVVERTEILER
Hauptverteilung
Stammleitung
Signalverteilung?
Hauptverteilung
Stammleitung
Signalverteilung mit DP Passivverteiler
Signalleitungen
9 x 9 x
Signalleitungen
Varianten der Signalverteilung
NATRIUM-BATTERIEN – EINE ALTERNATIVE ZU LITHIUM?
BATTERIESYSTEME ENTWICKELN SICH AKTUELL IN MEHRERE RICHTUNGEN GLEICHZEITIG. NEBEN DER OPTIMIERUNG BESTEHENDER LITHIUM-TECHNOLOGIEN RÜCKEN ALTERNATIVEN IN DEN FOKUS – DARUNTER DIE NATRIUM-IONEN-BATTERIE.
THEO VIGNUDA, PRODUCT MANAGER
Auf den ersten Blick unterscheidet sie sich kaum vom bekannten Lithium Ionen System. Der grundlegende Aufbau bleibt gleich: zwei Elektroden, getrennt durch einen Elektrolyten, zwischen de nen Ionen beim Laden und Entladen hin und herwandern. Der Energiefluss entsteht – wie gewohnt – über den Elektronenstrom im äusseren Kreis.
Der feine Unterschied liegt beim Ladungsträger
Statt Lithium Ionen (Li⁺) kommen Natrium Ionen (Na⁺) zum Einsatz. Diese sind grösser und schwerer, was zu einer geringeren Energiedichte führt, gleichzeitig aber auch Vorteile bei Stabilität und Materialverfügbarkeit mit sich bringt.
Elektronen
Geladen
Anode Kathode
Aufbau einer Natriium Batterie: zwei Elektroden, getrennt durch einen Elektrolyten, zwischen denen Ionen beim Laden und Entladen hin und herwandern. Der Energiefluss entsteht über den Elektro nenstrom im äusseren Kreis
Natrium gilt als ökologisch und nahezu unbegrenzt verfügbarer Roh stoff, da es auf Natriumchlorid (NaCl) basiert. Dieses kommt als Stein oder Meersalz vor und wird ähnlich wie herkömmliches Koch salz gewonnen – entweder aus dem Meer oder in Salzbergwerken.
Dieses natürliche Vorkommen verringert die Abhängigkeit von kri tischen Lieferketten und macht die Technologie langfristig planba rer und nachhaltiger als Lithium.
Technisch besonders relevant sind die Eigenschaften im Betrieb. Natrium Ionen Batterien weisen eine hohe thermische Stabilität auf und tendieren deutlich weniger zum sogenannten «Thermal Runaway» (unkontrollierte Selbsterhitzung einer Lithium Batterie durch sich verstärkende chemische Reaktionen, die zu Brand oder Explosion führen kann) als Lithium Ionen Systeme. Dadurch redu ziert sich das Brandrisiko erheblich. Gleichzeitig wird die Systemin tegration in vielen Anwendungen vereinfacht, da weniger komple xe Sicherheits und Kühlsysteme erforderlich sind.
Hinzu kommt ein breiterer nutzbarer Temperaturbereich. Während Lithium Systeme bei niedrigen Temperaturen an Leistungsfähigkeit
VERGLEICH: NATRIUM VS. LITHIUM
Eigenschaft
Natrium-Ionen-Batterie
verlieren oder aktiv temperiert werden müssen, bleiben Natri um Batterien auch bei deutlichen Minusgraden nahezu unbe schränkt funktionsfähig. Eine zusätzliche Erwärmung – wie sie bei LiFePO₄ Batterien für das Laden unter 0° C erforderlich ist – kann in vielen Fällen entfallen.
Ein aktueller Nachteil liegt in der geringeren Energiedichte im Ver gleich zu Lithium Systemen. Natrium Ionen Batterien speichern weniger Energie pro Gewicht und Volumen, was sich in grösseren und schwereren Speichern niederschlägt. Dennoch hat die Techno logie inzwischen ein Reifestadium erreicht, das den Einsatz auch in mobilen Anwendungen ermöglicht – von Personenwagen über leichte Nutzfahrzeuge bis hin zu Lkws.
Eine zusätzliche Herausforderung ergibt sich aus der vergleichswei se hohen Ladeschlussspannung von rund 15.8 V in 12 V Systemen. Diese kann bei bestehenden Ladegeräten, Lichtmaschinen sowie im Bordnetz zu Kompatibilitätsfragen führen.
Zudem liegt ein relevanter Teil der nutzbaren Kapazität im un teren Spannungsbereich. Insbesondere bei leistungsstarken
Lithium-Ionen-Batterie
Energiedichte niedriger höher
Rohstoffverfügbarkeit sehr hoch (z. B. aus Salz) begrenzt, teils kritisch
Sicherheit sehr hoch, geringes Risiko von Thermal Runaway erhöhtes Risiko bei Fehlbetrieb
Temperaturverhalten sehr breit ( 40° bis ca. +70° C) eingeschränkt bei Kälte/Hitze
Gewicht höher bei gleicher Kapazität (z. B. 100 Ah 14 kg) geringer (z. B. 100 Ah 10 kg)
Reifegrad im Aufbau etabliert
12 V Verbrauchern wie Wechselrichtern kann dies dazu führen, dass Geräte aufgrund von Unterspannung abschalten, obwohl noch Energie in der Batterie verfügbar wäre.
Besonders geeignet sind Natrium Batterien überall dort, wo Ro bustheit, Sicherheit und ein stabiles Temperaturverhalten wichti ger sind als maximale Energiedichte. So bieten sie beispielsweise als Versorgungsbatterien in Campern, Wohnwagen oder Booten eine zuverlässige Grundlage für eine weitgehend autarke Strom versorgung.
Im Vergleich zu LiFePO₄ Batterien sind sie aktuell noch grösser und schwerer, stellen jedoch gegenüber klassischen Blei Batterien eine deutlich leichtere und kompaktere Alternative dar. Dadurch positionieren sie sich als interessante Lösung zwischen hoher Leis tungsfähigkeit und praktischer Alltagstauglichkeit.
In der Praxis bedeutet das: Natrium Ionen Batterien sind keine direkte Konkurrenz zu Lithium in allen Bereichen – sondern eine gezielte Ergänzung.
Dort, wo Systeme zuverlässig funktionieren müssen, auch unter schwierigen Bedingungen, entsteht ein klarer Vorteil. Genau in diesen Anwendungsfeldern beginnt sich die Technologie aktuell zu etablieren.
Mit Anbietern wie natbatt sind erste Lösungen bereits verfüg bar und zeigen, dass es hier nicht mehr nur um Forschung geht,
sondern um konkrete Anwendungen. Gleichzeitig eröffnet die Partnerschaft die Möglichkeit, bestehende Herausforderungen –insbesondere im Bereich der Systemintegration und Spannungsan passung – gezielt zu lösen und weiterzuentwickeln.
Mit der weiteren technischen Reife und verbesserten Systeminteg ration ist davon auszugehen, dass sich Natrium Batterien in deut lich breiteren Anwendungsfeldern etablieren werden – und diese sollen künftig auch als Teil des Hoelzle Angebots bereitgestellt werden.
Die natbatt AG ist ein junges Unternehmen mit Sitz in Luzern. Ge gründet im Jahr 2025, ist es im Umfeld von Natrium Ionen Batte rien und Energiespeichern tätig.
Im Zentrum steht dabei nicht die Zellentwicklung, sondern die Umsetzung in praxistaugliche Systeme. Entsprechend richtet sich das Portfolio an Anwendungen, bei denen Robustheit, Temperatur beständigkeit und Sicherheit im Vordergrund stehen.
Ein besonderer Fokus liegt zudem auf Nachhaltigkeit: Systeme werden so ausgelegt, dass sie möglichst langlebig sind und im Ser vicefall – wo technisch sinnvoll – repariert werden können, anstatt direkt ersetzt oder entsorgt zu werden. ®
TECHNISCHE DATEN EINER 100-AH-NATRIUM-BATTERIE
Natrium-Ionen-Batterie 12 v 100 Ah Angaben
Nominale Kapazität 100 Ah (1 C bei Raumtemperatur)
Nominale Spannung 12 V
Energie 1'200 Wh
Betriebsspannung 6.8 ~ 15.8 V
Zyklus Lebensdauer 10'000 Zyklen bei 80% SOH
Arbeitsbereich
Laden: 20° ~ 65° C Entladen: 40° ~ 65° C
Batteriegewicht 14.4 kg
Grösse der Batterie 398 x 178 x188 mm
Standard-Lademodus 0.5 C CC/VC, cutoff 15.8 V / 0.05 C
Standard-Ladestrom 120 A
Standard-Entlademodus 0.5 C CC, cutoff 6 V 0.5 C
Standard-Entladestro, 120 A
Max. kontinuierlicher Entladestrom 120 A 15° ~ 45° C
Max. Entladeimpulsstrom 1'000 (10 s) 15° ~ 45° C
75 JAHRE HOELZLE AG –VERTRAUENSVOLLE
PARTNERSCHAFTEN
VOR GENAU 75 JAHREN HABEN MEINE GROSSELTERN ELLA UND RICHARD HOELZLE IN ZÜRICH OERLIKON DEN GRUNDSTEIN GELEGT – IN EINFACHSTEN VERHÄLTNISSEN: DIE WOHNUNG WAR DAS BÜRO, DIE GARAGE DAS LAGER. AUS DIESER BESCHEIDENEN STARTPOSITION IST EIN HANDELSUNTERNEHMEN IM BEREICH FAHRZEUGELEKTRIK UND -ELEKTRONIK GEWACHSEN, DESSEN VISION BIS HEUTE UNVERÄNDERT GILT: «WIR VERKAUFEN NICHT NUR KABEL, STECKER UND STEUERUNGEN, WIR VERKAUFEN VERTRAUEN.»
SIMON BAUMANN, GESCHÄFTSFÜHRER
Heute, ein Dreivierteljahrhundert später, ist genau dieses Vertrau en unser grösstes Kapital. Und die Menschen, die es Tag für Tag leben, stehen jetzt im Mittelpunkt dieses Jubiläums.
Da ist Ivan «Ivo» Vrankic. 44 Jahre bei uns – das sind nicht einfach nur Arbeitsjahre, das ist ein ganzes Berufsleben. Ivo hat noch mit meinem Grossvater Kaffee getrunken, im Kundendienst unsere Kun den auf Deutsch, Französisch und Englisch beraten, im operativen Einkauf Preise verhandelt, Waren auf dem Nachhauseweg zu Kun den gebracht, im Laden gestanden und war in früheren Zeiten ein mal Lagerleiter. Schlagfertig und immer mit einem guten Spruch auf Lager hat Ivo unsere gemeinsamen Pausen aufgewertet, und wenn etwas schiefging, so hat man dies auch gehört. Und das braucht es: Die Realität muss auf den Tisch; nur so können die Probleme gelöst werden. Diesen Sommer geht Ivo in Pension. Wir freuen uns schon darauf, an einem zukünftigen Sommerfest zu erfahren, wie es sich als Pensionierter an der schönen kroatischen Adriaküste so lebt.
Und Ivo ist bei Weitem nicht allein. Isolde Schaub aus der Kon fektion war über 51 Jahre im Unternehmen – ein Rekord, den
Die ersten beiden Gererationen an einem Tisch: Robert Baumann, Ella und Richard Hölzle
wohl kaum jemand toppen wird – und ist vor zwei Jahren in Pen sion gegangen. Nicole Sigg, unsere Leiterin Finanzen, bringt es bereits auf stolze 35 Jahre. Dazu kommen drei weitere Kollegen mit über 20 Jahren Betriebszugehörigkeit, 14 mit mehr als zehn Jahren und 17 mit fünf und mehr Jahren. Alle über der durch schnittlichen Verweildauer in der Schweiz von gut fünf Jahren. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Kultur, in der jede und jeder nicht einfach eine ersetzbare Zahl ist, sondern man miteinander am selben Strick zieht und auch in schwierigen Zei ten füreinander da ist.
Dieses Vertrauen pflegen wir nicht nur intern. Es erstreckt sich auch auf unsere Kundinnen und Kunden, Lieferanten – viele davon begleiten wir seit Jahrzehnten. Wir haben Lieferanten, die uns in der Coronakrise Material geliefert haben, obwohl sie selbst kaum mehr Lagerbestände hatten. Und Kunden, die uns auch dann noch
44 Jahre treuer Teil des Hoelzle Teams – «Ivo» begleitete mehr als die Hälfte der Unterneh mensgeschichte
die Hand geben, wenn mal das falsche Paket angekommen ist. Warum? Weil beide Seiten wissen: Hier geht es nicht um ein kurz fristiges Geschäft, sondern um eine langfristige Partnerschaft. In unserer schnelllebigen Zeit ein zunehmend rares Gut. Was gewinnt man? Ruhe. Sicherheit. Das Gefühl, nicht allein zu sein.
75 Jahre Hoelzle AG sind deshalb kein Anlass für Selbstbeweih räucherung, sondern für tiefe Dankbarkeit. Danke, Ivan. Danke, Isolde. Danke, Nicole. Danke an alle langjährigen Mitarbeitenden. Danke an unsere Kunden und Lieferanten, die mit uns bereits über Jahrzehnte sicherstellen, dass die Räder unserer Gesellschaft nie stillstehen. Ihr seid der Beweis, dass in einer Welt, die sich immer schneller dreht, Verlässlichkeit die grösste Stärke ist.
Wir freuen uns auf die nächsten 75 Jahre –gemeinsam unterwegs. ®
75 Jahre Hoelzle AG – 4. Juli 2026 in Bubikon 2026 feiert Hoelzle ihr 75 jähriges Bestehen. Seit 1951 stehen wir für Qualität, Verlässlichkeit und kontinuierliche Weiterentwicklung. Unter dem Motto «75 Jahre Innovation mit Tradition» blicken wir auf unsere Geschichte zurück – und gleichzeitig nach vorn. Merken Sie sich den Jubiläumsanlass vor und feiern Sie mit uns dieses besondere Kapitel in unserer Firmengeschichte.
Nicole Sigg, Ana da Costa und Janja Baresic kommen zusammen auf 67 Dienstjahre und sind weiterhin tatkräftig dabei – Isolde Schaub ist mit 51 Jahre Rekordhalterin bei Hoelzle
ERFOLGSMODELL LEHRE – WIE
SCHWEIZER BETRIEBE IHREN EIGENEN NACHWUCHS AUFBAUEN
DIE AUSBILDUNG VON FACHKRÄFTEN WIRD FÜR VIELE BETRIEBE ZUNEHMEND ZUR STRATEGISCHEN AUFGABE. DAS DUALE BILDUNGSSYSTEM IN DER SCHWEIZ BIETET VIELEN BETRIEBEN DIE OPTIMALE VORAUSSETZUNG, UM ZUKÜNFTIGE FACHKRÄFTE SELBST AUSZUBILDEN. WIE ERFOLGREICH DIESES MODELL IN DER PRAXIS FUNKTIONIERT, ZEIGT EIN BLICK INS TOGGENBURG.
SIMON BAUMANN, GESCHÄFTSFÜHRER
Das duale Bildungssystem als Fundament
Die berufliche Grundbildung ist ein zentraler Pfeiler des Schwei zer Bildungssystems. Rund zwei Drittel entscheiden sich nach der Oberstufe für eine Lehre. Das duale System verbindet die prakti sche Ausbildung im Betrieb mit theoretischem Unterricht in der Berufsfachschule und wird durch überbetriebliche Kurse ergänzt.
Dass das Schweizer Bildungsmodell ein Erfolg ist, zeigen die im in ternationalen Vergleich tiefe Jugendarbeitslosigkeit und die hohe Qualität der Fachkräfte im handwerklichen Bereich.
Heim Landtechnik AG – Ausbildung mit Weitblick
Ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung dieses Modells ist die Heim Landtechnik AG in Ebnat Kappel. Der Toggenburger Betrieb
Lernende sammeln vom ersten Tag an Berufserfahrung, während sie gleichzeitig die notwendigen theoretischen Grundlagen er werben. Unternehmen haben dadurch die Möglichkeit Fachkräfte gezielt entsprechend den eigenen betrieblichen Bedürfnissen auszubilden.
setzt seit Jahren konsequent auf die Ausbildung von Landmaschi nenmechanikern – mit dem klaren Ziel den eigenen Nachwuchs im Betrieb aufzubauen. Und das scheint zu gelingen. Ein Besuch vor Ort zeigt das Bild eines bestens funktionierenden Teams. Man ist stolz auf die eigene Arbeit, die für viele ein wahr gewordener «Bubentraum» ist.
Gleicher Auftrag, komplett verschiedene Fahrzeuge. Traktoren haben sich in den Jahren massiv weiterentwickelt – und dementsprechend auch der Beruf der Landmaschinenmechanikerin und des Landmaschi nenmechanikers.
Ramon Wohlgensinger hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht
Tobias Roth an der Arbeit – für den SwissSkills Sieger steht bald die nächste Lehre an
«Die Hauptmotivation besteht darin, die eigenen Fachkräfte selbst auszubilden. Der freie Arbeitsmarkt reicht dafür nicht aus», erklärt Simon Scheiwiller, verantwortlich für Werkstatt, Kundendienst und Lehrlingsausbildung.
Dieser Plan scheint aufzugehen. Der Betrieb konnte in den ver gangenen Jahren seinen Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu grossen Teilen aus der eigenen Ausbildung decken. Darüber hinaus bleiben viele Lernende nach der Lehre im Unternehmen.
Aber auch die gesellschaftliche Verantwortung spielt eine Rolle: Die Ausbildung junger Menschen wird als sinnstiftende Aufgabe verstanden.
Vielfalt und moderne Technik als Motivation
Ein wichtiger Erfolgsfaktor liegt in der Attraktivität des Berufs und des Arbeits platzes. Die Arbeit an Landmaschinen ist vielseitig und ent wickelt sich ständig weiter.
«Der Beruf bietet ein stabiles Fundament. Man lernt Mechanik, Elektrik und
vieles mehr – darauf
«Es ist spannend, weil man nicht immer das Gleiche macht. Neue Projekte und ein modernes Maschinenport folio tragen viel dazu bei», so Scheiwiller.
kann man aufbauen.»
Tobias Roth
Die technische Entwicklung prägt den Beruf zunehmend. Elektro nik, Software und Diagnosetechnik sind heute fester Bestandteil des Arbeitsalltags.
«Ein heutiger Traktor ist mit einem von vor 30 Jahren kaum mehr zu vergleichen.»
Diese Entwicklung stellt auch die Ausbildung vor Herausforderun gen und hat einen stetig steigenden Ausbildungsumfang zur Fol ge. Die Anforderungen verändern sich kontinuierlich, während die Grundlagen weiterhin vermittelt werden müssen.
«Die Stoffmenge nimmt zu. Neue Technologien kommen hinzu, ohne dass man bei den Grundlagen einfach kürzen kann.»
Trotz dieser Dynamik funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Berufsschulen grundsätzlich gut. Die praxisnahe Ausrichtung der Ausbildung bleibt ein entscheidender Vorteil des dualen Systems.
Erfolgreiche Nachwuchsförderung in der Praxis
Wie erfolgreich dieses Modell sein kann, zeigt Tobias Roth. Er ab solvierte seine Lehre bei der Heim Landtechnik AG, blieb anschlie ssend im Betrieb und gewann im Herbst 2025 die SwissSkills in der
Kategorie Landmaschinenmechanikerin/Landma schinenmechaniker.
Seine Begeisterung für den Beruf entwickel te sich bereits frühzeitig: «Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und hatte schon immer mit Maschinen zu tun.» Nach ei nem Schnuppertag war für Tobias schliess lich klar, dass er die Lehre zum Landma schinenmechaniker machen will. Die Lehre beschreibt er als anspruchsvoll und abwechs lungsreich: «Man lernt ständig Neues.»
«Mich haben Maschinen schon immer interessiert.
Ich bin damit aufgewachsen.»
Ramon Wohlgensinger
Der Erfolg bei den SwissSkills kam nicht zufällig. Eine starke Ausbildung im Betrieb und eine gezielte Förderung bil deten die Grundlage.
Sein Fazit: «Der Beruf bietet ein stabiles Fundament. Man lernt Mechanik, Elektrik und vieles mehr – darauf kann man aufbauen.»
Trotz seines Erfolgs verzichtet Tobias Roth auf eine Teilnahme an den WorldSkills und startet bereits im Sommer seine nächste Aus bildung zum Landwirt. Ein schönes Beispiel dafür, wie die berufli che Grundbildung weitere Wege eröffnet und zusätzliche Qualifi kationen ermöglicht.
Ausbildung aus Sicht eines Lernenden
Ramon Wohlgensinger ist im zweiten Lehrjahr zum Landmaschi nenmechaniker bei der Heim Landtechnik AG und hat sich be wusst für die Berufslehre entschieden. «Mich haben Maschinen schon immer interessiert. Ich bin damit aufgewachsen.» Beson ders schätzt er die praktische Arbeit: «Der Umgang mit Maschinen ist spannend. Man arbeitet viel mit den Händen.»
Gleichzeitig ist die Ausbildung anspruchsvoll. Vor allem der theo retische Teil, etwa im Bereich Elektrik, stellt eine Herausforderung dar. Dennoch fällt sein Zwischenfazit positiv aus: Die Berufswahl war richtig.
Beitrag der Branche zur Ausbildung
Die Ausbildung von Fachkräften ist eine gemeinsame Aufgabe von Betrieben und Branche. Auch Hoelzle profitiert direkt vom dualen Bildungssystem: Mitarbeitende mit Praxiserfahrung bringen wertvolles Know how mit und verstehen die Anforderungen aus dem Arbeitsalltag. Gerade im Produktma nagement und im Kundendienst sind sol che praktischen Erfahrungen eine wertvolle Bereicherung.
Um Lernende zusätzlich zu unterstützen, erscheint im Ho elzle Journal seit einigen Ausgaben jeweils ein Bericht für Lernende. Die Kategorie «#HoelzleBasics» beschäftigt sich mit wichtigem Grundlagenwissen aus den Bereichen Fahrzeugelektrik und Fahrzeu gelektronik. Seit 2025 wird zusätzlich ein Diagnoseset mit Multi meter und Amperezange zum Vorzugspreis für Lernende angeboten.
Solche Initiativen ergänzen die Ausbildung im Betrieb und helfen, den Einstieg in die Praxis zu erleichtern.
Gleichzeitig gilt der Dank den zahlreichen Ausbildungsbetrieben in der Schweiz. Sie investieren Zeit, Ressourcen und Fachwissen, um die nächste Generation von Fachkräften auszubilden. Damit sichern sie die Zukunft der gesamten Branche.
Ein grosser Start mit guten Aussichten
Auch im Sommer 2026 werden in der Schweiz wieder gut 90'000 Jugendliche in die Lehre, die Matura oder die Fachmittelschule ein treten. Es ist ein grosser Schritt und eine erste grosse, eigenständig getroffene Entscheidung für die eigene berufliche Zukunft. Hoelzle wünscht allen angehenden Profis viel Erfolg, Freude sowie Moti vation und bedankt sich bei allen Beteiligten Betrieben, Schulen, Lehrkräften und Ausbildenden für die Förderung und Ausbildung der Fachkräfte von morgen. ®
Das Diagnoseset «DIAG/Set» von Hoelzle kann für lernende Me chanikerinnen und Mechaniker aus den Bereichen Landmaschinen, Baumaschinen, Nutzfahrzeuge und Pkw (ab Sommer 2026) für einen Preis von CHF 97.00 erworben werden.
#HoelzleBasics
Nützliches Wissen für die Profis von morgen
Kabelschutz
Kabelschutz ist ein zentraler Bestandteil jeder elektrischen Installation. Er gewährleistet, dass Kabel und Leitungen vor mechanischen Einflüssen, Feuchtigkeit oder anderen Umwelteinflüssen geschützt sind und ohne Probleme funktionieren.
Ein Kabel besteht aus einem Leiter und einer Isolation (zum Beispiel aus Gummi, PVC und andere). Die Isolation ist bereits ein Schutz, aber eben nur für den Leiter.
Kabelschutz – der Extraschutz für spezielle Anforderungen
Nicht jeder Einsatz ist gleich. Du musst immer überlegen:
• Wird das Kabel bewegt oder fest verlegt?
• Soll das Kabel im Inneren des Fahrzeugs oder au sserhalb des Fahrzeugs verlegt werden?
• Liegt es frei oder geschützt?
• Werden mehrere Kabel zusammen verlegt?
• Gibt es mechanische Belastung oder Feuchtigkeit?
Je nach Situation braucht es mehr Schutz als nur die Iso lation.
In dieser Kategorie möchten wir den Profis von morgen die Grundlagen der Fahrzeugelektrik vermitteln. Schülerin nen und Schüler, Lernende und alle die sich neu mit den Themen Fahrzeugelektrik und elektronik auseinanderset zen möchten, finden hier spannende Informationen und Wissenswertes für den Berufsalltag. Die Themen werden in Absprache mit der Abteilung für Berufsbildung des Auto Gewerbe Verband Schweiz («AGVS») erarbeitet.
Möglichkeiten für Kabelschutz
Für den zusätzlichen Schutz stehen dir verschiedene Lösungen zur Verfügung:
• Wellrohr (geschlossen oder geschlitzt)
Schützt Kabel mechanisch und ist flexibel verleg bar. (nicht für enge Radien geeignet)
• Spiralschlauch/Spiralband
Gut zum Bündeln mehrerer Kabel, auch bei Bewegung
• PVC- oder Schutzschläuche
Flexibel und robust, je nach Material hitze oder abriebfest
• Geflechtschläuche oder spezielle
Schutzsysteme
Für zusätzlichen mechanischen Schutz oder saubere Bündelung
Geschlitzte Varianten sind praktisch, wenn du Kabel nachträglich einlegen musst.
Mehradrige
Kabel und doppelte Isolation
Wenn mehrere Litzen in einem Kabel zusammenge fasst sind (zum Beispiel 7 x 1.5 mm²), spricht man von einem mehradrigen Kabel.
Jede einzelne Litze ist bereits isoliert, zusammen im Mantel ergibt das eine zusätzliche Schutzschicht. Auch bekannt als Anhängerkabel (farbige Kabel) oder Steu erkabel (nummerierte Kabel). Der Ausdruck «doppelt isoliert» wird nur bei einzelnen Leitern verwendet, die eine zweite Isolierung verwenden.
Feindrähtiges Litzenkabel mit Isolation, oder auch nur Kabel genannt
Mehradriges Kabel mit zweiter Isolation (auch Anhängerkabel genannt)
Spezielle Schutzlösungen
• Schrumpfschlauch: wird erhitzt und legt sich eng um das Kabel ideal für Übergänge oder Verbindungen