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Hilfswerk Niederösterreich - Mensch zu Mensch 01/2019

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01 / 2019 MENSCH ZU MENSCH

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MENSCH ZU MENSCH Gemeinsam Wege gehen.

01 / 2019 DAS HILFSWERK NIEDERÖSTERREICH INFORMIERT

Möchten Sie mitgehen? »Gemeinsam Wege gehen«. Das Motto des Hilfswerks Niederösterreich ist Programm. Denn in unserer Arbeit geht es darum, gemeinsam mit hilfesuchenden Familien Lösungen zu finden und sie partnerschaftlich im Alltag zu begleiten. Auf diesem Weg braucht das Hilfswerk engagierte und gut ausgebildete Menschen, die mitgehen – mit ihren Kolleginnen und Kollegen, mit den betreuten Familien. Deshalb ist das Hilfswerk in vielen Bereichen auf der Suche nach Teamverstärkung, vor allem aber in der mobilen Pflege und Betreuung. Möchten Sie den Weg mitgehen? Auf www.hilfswerk.at/niederoesterreich/ Pflegedirektorin Gabriela Goll, Hilfswerk-Präsidentin Michaela Hinterholzer und Dr. Ulrike Famira-Mühlberger vom WIFO

Österreichische Post AG, MZ 17Z041287 M, Hilfswerk Niederösterreich Betriebs GmbH, Ferstlergasse 4, 3100 St. Pölten

präsentierten eine exklusive Studie zur Zukunft der Pflege in Niederösterreich. Mehr dazu auf Seite 2/3.

jobs finden Sie alle freien Stellen. Bewerben Sie sich und lernen Sie uns kennen!

Wir müssen an die Zukunft denken Herr K., 86, lebt seit drei Jahren im Pflegeheim seiner Ortschaft, in einer Abteilung, die speziell für Demenzerkrankte wie ihn errichtet wurde. Herr und Frau M., beide über 80, haben eine 24 Stunden-Betreuerin engagiert, mit deren Hilfe sie in ihrem gewohnten Zuhause bleiben können. Frau S. lebt mit ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter im selben Haus, einmal täglich ist eine mobile Krankenpflegerin bei ihnen, um die Familie zu unterstützen. Welches Lebenskonzept auf uns im Alter warten wird, ob wir halbwegs gesund sein dürfen, zuhause oder woanders leben, allein oder mit Familie – so genau kann das niemand wissen. Fakt ist: Das Lebensalter steigt stetig an, und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir in späten Jahren irgendeine Form von Pflege und Betreuung brauchen werden. Und darauf müssen wir uns vorbereiten. Denn die Herausforderungen in struktureller, personeller und finanzieller Sicht sind groß. Als Vater und frischgebackener Großvater ist es mir auch persönlich wichtig, auch in dieser Hinsicht für unsere Kinder vorzusorgen. Denn Kinder, die jetzt zur Welt kommen, haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 79 (Buben) bzw. 83 (Mädchen) Jahren. Das Bewusstsein für die Problematik, wie die Pflege der Zukunft aussehen kann, ist bereits da. Jetzt sind Lösungen gefragt! Mag. Christoph Gleirscher Geschäftsführer

www.hilfswerk.at/niederoesterreich

Bei Wind und Wetter unterwegs Ob Hitze, Platzregen oder spiegelglatte Straßen: Die Hilfswerk-Mitarbeiter/innen sind bei jedem Wetter unterwegs und betreuen ihre Kundinnen und Kunden in ganz Niederösterreich. In vielen Teilen des Landes, wie dem Waldviertel oder dem Voralpenland, waren die winterlichen Verhältnisse auch heuer wieder eine große Herausforderung. Aber: Gut ausgerüstet sind auch bei schwierigen Witterungsbedingungen Pflege und Betreuung durch das Hilfswerk gesichert! DANKE an alle Kolleginnen und Kollegen!


2 MOBILE PFLEGE

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Mobile Dienste: Zukunft der Pflege – Pflege der Zukunft?

»Gezielter und innovativer Ausbau mobiler Dienste«: Die WIFO-Studie Die österreichweite Studie wurde vom Hilfswerk beim Österr. Institut für Wirtschaftsforschung in Auftrag gegeben. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie ein Pflegesystem

Pflege und Betreuung im Alter wird in den nächsten Jahrzehnten DIE Herausforderung unserer Gesellschaft. Die Anzahl der Menschen über 85 Jahre wird bis 2050 um 200% und noch mehr ansteigen. In Niederösterreich werden 2050 über 70.000 Menschen zuhause gepflegt werden. Wie lässt sich das bewältigen? Hilfswerk-Präsidentin Michaela Hinterholzer und Pflegedirektorin Gabriela Goll im Interview. Der Pflegebedarf wird in den nächsten Jahrzehnten eklatant steigen. Wie se-

Wird jedoch der Anteil der durch mobile Dienste betreuten Personen um 10 % erhöht so

hen Sie hier die Rolle der mobilen Dienste?

liegen die Kosten im Jahr 2030 bei „nur« 430 Mio. Euro.

in Österreich aufgestellt sein muss, um den künftigen Herausforderungen begegnen zu können. Die Nachfrage- und Kostensteigerungen von Pflegedienstleistungen wurden dabei in vier Szenarien berechnet. Das Hauptszenario: Am derzeitigen Versorgungsmix wird nichts geändert, die prozentuelle Verteilung der betreuten Personen bleibt annähernd so wie jetzt (45 % Pflege ausschließlich durch Angehörige, 32 % mobile Betreuung durch professionelle Dienste, 16 % stationäre Betreuung, 5 % 24-Stunden-Betreuung, 2

Gabriela Goll: Die Menschen möchten dort alt werden, wo sie sich ihr ganzes Leben lang wohl gefühlt haben: In ihren eigenen vier Wänden. Schon jetzt kommt den mo-

Schon jetzt fehlt es jedoch im mobilen Bereich an Personal. Wie kann man die-

bilen Diensten eine bedeutende Rolle zu. 84 % der Pflegebedürftigen in Österreich

ser Herausforderung begegnen?

werden zuhause betreut, davon über die Hälfte ausschließlich von den Angehöri-

Hinterholzer: Es ist unumgänglich, die Arbeit in der Pflege attraktiver zu gestalten.

gen, aber sehr viele auch mit Unterstützung mobiler Dienste. Das Hilfswerk betreut

Ein großer Schritt in die richtige Richtung wurde hier Ende letzten Jahres mit dem

derzeit 8.500 Menschen in Niederösterreich und hält damit einen Marktanteil von 47

Pflegepaket des Landes Niederösterreich getan. Es darf keinen Einkommensunter-

%. Es kommt daher einem großen Bedürfnis der Familien entgegen, in Zukunft noch

schied zwischen dem stationären und mobilen Bereich geben, und durch entspre-

stärker auf die mobile Pflege zu setzen. Denn wir unterstützen und entlasten die

chende Zulagen für das diplomierte Personal in der mobilen Pflege wurde die Ein-

Familien und machen einen möglichst langen Verbleib im eigenen Zuhause möglich.

kommensschere nun endlich geschlossen. Was es auch braucht sind eine stärkere

Michaela Hinterholzer: Das ist auch eine Frage der Finanzierung. Volkswirtschaftlich

Anerkennung der Kompetenzen und damit eine höhere Wertschätzung dieser so

gesehen kann die Sicherung des Systems nur über den Ausbau der mobilen Dienste

wichtigen Berufsgruppe.

funktionieren. Denn diese kostet in etwa ein Achtel (!) der stationären Pflege. Erst vor

Goll: Man muss auch in der Öffentlichkeit zeigen, wie spannend und schön das

kurzem durften wir eine Studie präsentieren, die wir beim Österr. Institut für Wirt-

Berufsfeld Pflege ist. Gerade die Hauskrankenpflege hat so viele Vorteile: Die hohe

schaftsforschung in Auftrag gegeben haben: Ändert sich an der Zusammensetzung des

Eigenverantwortlichkeit, die oft jahrelange Verbundenheit mit der betreuten Person

Betreuungs-Mix nichts und bleibt die prozentuelle Verteilung der betreuten Personen

und ihrer Familie, das Eingebunden sein in ein multiprofessionelles Team. Wir

innerhalb der verschiedenen Pflegedienste annähernd gleich wie jetzt so steigen die

richten uns da auch stark an Quer- und Wiedereinsteiger, für die der (Neu-)Beginn

öffentlichen Ausgaben von derzeit 257 Millionen Euro auf 481 Millionen im Jahr 2030.

einfacher und attraktiver gestaltet werden muss.

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% teilstationär/Tageszentren). Demnach steigen die Pflegekosten in Niederösterreich von derzeit 257 Mio. Euro auf 481 Mio. Euro im Jahr 2030 und auf 1,2 Mrd. Euro im Jahr 2050. In weiteren Szenarien wird nun durch pflegepolitische Maßnahmen der Versorgungsmix geändert und die Zahl der betreuten Personen jeweils in der stationären/mobilen/informellen Pflege bzw. der 24-Stunden-Betreuung um 5, 10 und 20 Prozent erhöht und bei den anderen Pflegedienstleistungen abgezogen. Fazit: Wird der Anteil der betreuten Personen in der stationären Pflege um 10 Prozent erhöht wird, würde dies die Nettoausgaben für alle Dienste um weitere 31,8 Mio. Euro im Jahr 2030 steigern. Wird dagegen der Anteil der durch mobile Dienste betreuten Personen um 10 Prozent erhöht, sinken die gesamten Nettoausgaben um 51,2 Mio. Euro im Jahr 2030 im Vergleich zum Hauptszenario. »Dies ergibt für uns: Pflege zuhause entspricht nicht nur dem eindeutigen Wunsch der Niederösterreicher/innen, eine stärkere Investition in die mobile Pflege wirkt sich langfristig gesehen auch positiv auf Kosten und Personalbedarf aus«, betont Präsidentin Hinterholzer.

Auch das Pflegepaket der Bundesregierung setzt auf eine stärkere Konzentration auf die Pflege zuhause. Was bedeutet das für die Angehörigen? Goll: Mobile Dienste bedeuten für pflegende Angehörige Unterstützung, fachlichen Beistand und individuelle Beratung. Allein zu wissen, dass täglich oder mehrmals wöchentlich jemand ins Haus kommt und Ansprechpartner in allen Belangen der Pflege und Betreuung ist, bringt eine unheimliche Entlastung mit sich. Und mobile Pflege funktioniert aber auch nur gemeinsam mit den Angehörigen. Sie zu stärken und professionell zu begleiten ist ein wesentliches Ziel, damit das Betreuungssystem der Zukunft funktionieren kann. Hinterholzer: Wir müssen Angehörigen die Sicherheit geben, dass sie die Pflege- und Betreuungssituation zuhause schaffen. Damit sie sich das auch selbst zutrauen. In Kombination mit einer Erhöhung des Pflegegeldes sind auch Sachleistungen anzustreben, wie die Beratung der Familien durch Pflegeprofis. Und der Vorschlag von Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl, die Zeit für die Pflege eines Angehörigen solle auf die Pension angerechnet werden, ist auf jeden Fall auch für uns eine Diskussion wert!

»

Wir müssen Angehörigen die Sicherheit geben, dass sie die Pflege- und Betreuungssituation zuhause schaffen. Michaela Hinterholzer

Die mobile Pflege in Niederösterreich wird gestärkt und aufgewertet: Dies kündigten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Soziallandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister in einer Pressekonferenz an. Neben der finanziellen Absicherung des Angebots wurde mit einer Zulage für diplomierte Pflegekräfte die mobile der stationären Pflege angepasst. »Danke« sagen Hilfswerk-Präsidentin Michaela Hinterholzer und Geschäftsführer Christoph Gleirscher.

www.hilfswerk.at/niederoesterreich

www.hilfswerk.at/niederoesterreich

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Versorgungslandschaft Pflege und Betreuung in Österreich


4 ARBEITEN IN DER PFLEGE

01 / 2019 MENSCH ZU MENSCH

»Sei neugierig auf alles und schau auf dich!«

»Das macht mich sehr zufrieden…«

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»Mein Name ist Hermine Böswarth, ich bin gelernte Schwachstromelektrikerin...« – »Dann habe ich mich bei der Berufsfeuerwehr in Wien beworben, aber die haben keine Frauen genommen.« – »Ich war

Wenn Gabriele Nemeth über ihren Beruf spricht leuchten ihre Augen und ihre Locken tanzen lebhaft auf und ab. Sie scheint ihren wahren Traumberuf gefunden zu haben – in der Pflege beim Hilfswerk Niederösterreich. Als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und ausgebildete Demenztrainerin bereichert sie das Pflegeteam am Hilfswerk-Standort in Melk und ist mit viel Herz und Wissen für ihre Kundinnen und Kunden da. »Meistens beginne ich um 6 Uhr in der Früh, fahre zu meinen Kunden, unterstütze sie beim Aufstehen, bei der Körperpflege und beim Ankleiden, beim Frühstück richten, achte darauf, dass sie ihre Medikamente richtig einnehmen, kontrolliere den Blutzuckerspiegel - alles, was die Menschen eben in ihrer individuellen Situation brauchen«, erzählt Nemeth von einem typischen Arbeitstag. »Zweimal die Woche bin ich für das Demenzservice Niederösterreich in der Koordination tätig. Und wenn meine Kolleginnen und Kollegen Fragen zum Umgang mit demenzerkrankten Kunden haben, bin ich ihr Ansprechpartner.« Begonnen hat sie ihre Karriere im Sozialbereich als diplomierte Sozialarbeiterin (»DIE Ausbildung meines Lebens«), nach der Karenz erlernte sie den Beruf der Heimhelferin und begann beim Hilfswerk. »Nach ein paar Jahren war mir das zu wenig Qualifikation.« Und jetzt ist sie Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin mit Zusatzausbildungen in Palliativpflege sowie als Demenztrainerin. Was sie mit dieser reichen Erfahrung ihrem eigenen 14jährigen Ich raten würde? »Sei neugierig auf alles. Lerne was dich interessiert, du kannst es sicher irgendwann brauchen. Und schau auf dich und dass es dir gut geht. Denn dann geht es auch allen in deiner Umgebung gut.« An ein Ereignis wird sie sich sicher ewig gerne erinnern: »Eine 93jährige Kundin von mir schreitet in ihrer Demenz immer weiter fort. Manchmal ist sie am Abend ziemlich grantig, und das macht die Betreuung schwierig. Und letztens sagt sie zu mir: ,Ich kenn dich von früher. Und wenn ich dich nicht kennen würde, hätt ich dich jetzt nicht hereingelassen.‘ Das hat mich sehr gefreut, so weit in ihren Erinnerungen zu bleiben. Das sind Momente, die sind einfach schön.«

Monteurin für Eisenbahnsicherheitstechnik und habe auf Bahnhöfen Stellwerke gebaut. Ein Bahnhofsvorsteher hat mich einmal zum Putzkammerl geschickt, weil er dachte, ich sei in einer anderen Funktion hier.« – »Meine ältere Tochter hat in Norwegen eine Holzhackerausbildung gemacht, vor kurzem einen Sprengkurs, jetzt baut sie Tunnel.« – »Die Facharbeiterausbildung für Elektromechaniker für Schwachstrom habe ich mit Auszeichnung abgeschlossen, als erste Frau. Der Innungsmeister hat mir daraufhin ein Kochbuch geschenkt.« Die Gelassenheit, mit der Frau Böswarth Geschichten aus ihrem Leben erzählt, steht in einem starken Kontrast zu den überraschenden, kuriosen, oft lustigen Inhalten ihrer Worte. Ein wahrlich aufregendes Gespräch – für uns. Hermine Böswarth kann wohl kaum etwas aus der Ruhe bringen. Seit mehr als sechs Jahren arbeitet sie in der Notrufzentrale des Hilfswerks. Neben einem guten Gehör, Intuition und Stressresistenz gehöre auch Einfühlungsvermögen zu den notwendigen Eigenschaften für diesen Job. »Meine jüngste Kundin ist 6 Jahre, mein ältester 106 Jahre.« Natürlich sind Leid und der Tod sehr präsent in ihrem Beruf, aber sie nehme nur die guten Gedanken mit nach Hause. Und die sind oft auch lustig. »Zum Beispiel, als ein Dame unbewusst laufend Notrufe schickte und wir erst dann bemerkten, dass sich der Notrufknopf im Patschen befand und die Dame diesen permanent mit der Zehe auslöste. Oder als ein Probealarm ausgelöst wurde, weil die Notrufuhr in der Waschmaschine mitgewaschen wurde.« Sie überstand es übrigens unbeschadet. Hermine Böswarth ist Alarmbetreuerin beim Hilfswerk Niederösterreich und arbeitet in der Notrufzentrale. Als ausgebildete Technikerin führt sie in ihrer Region auch Neuanschlüsse, Servicearbeiten und Schlüsselsafe-Montagen durch. Darüber hinaus hat sie 11 Jahre als Tagesmutter für das Hilfswerk gearbeitet. Sie ist verheiratet und hat zwei Töchter, bereist gerne die ganze Welt – von China, Kambodscha und zukünftig auch Südamerika, liebt Kultur und Geschichte. Danke sagen möchte Hermine Böswarth all jenen, denen sie täglich helfen kann. »Das macht mich sehr zufrieden«. Denn all diese Menschen sorgen für einen erfüllten Berufsalltag und viele spannende und wohltuende Momente. Danke!

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Die Geschichte von Hermine Böswarth und noch viele andere können Sie im Hilfswerk-Buch »Danke!« lesen. Es wurde anlässlich des 40 Jahr-Jubiläums

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6 HILFSWERK UNTERWEGS

01 / 2019 MENSCH ZU MENSCH

Das Hilfswerk ist unterwegs!

Mensch steht im Mittelpunkt

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Studentin Daniela Dutter absolviert ihr Berufspraktikum beim Hilfswerk. Neben dem theoretischen Fachwissen ist dabei viel Einfühlungsvermögen gefragt.

Getreu dem Motto »Gemeinsam Wege gehen« wurden Mitarbeiter/innen

Daniela Dutter ist Studentin. Die letzten Wochen hat sie den Hörsaal aber

und Funktionäre des Hilfswerks im Herbst gemeinsam aktiv und legten

nicht betreten. Sie ist zurzeit mit dem Hilfswerk-Auto unterwegs und fährt

hunderte Kilometer auf Niederösterreichs Wander- und Radwegen zu-

von Kunde zu Kunde. Die 22-Jährige besucht den Bachelor-Studiengang

rück. Im September und Oktober waren sie aufgerufen, mit ihren Fami-

Gesundheits- und Krankenpflege an der Fachhochschule St. Pölten und ab-

lien, Freunden oder auch Kunden die Wanderschuhe anzulegen und das

solviert gerade ihr Pflichtpraktikum beim Hilfswerk-Standort im Pielachtal.

Unternehmensmotto zum Leben zu erwecken. In Zusammenarbeit mit der Initiative »tut gut« wurde auf fast 40 Wegen gemeinsam gewandert – am

»Es war klar, dass ich mein Praktikum in der mobilen Pflege beim Hilfswerk

Schneeberg, im Most- und Waldviertel, inmitten von Weingärten und in

mache. Viele Bekannte arbeiten hier und auch von anderen Praktikanten

tiefen Schluchten. Für die Aktion »Hilfswerk unterwegs« wurde sogar ein

wurde mir das Hilfswerk empfohlen«, erzählt Daniela Dutter, die sich auch

eigenes hochwertiges Hilfswerk-Sportoutfit kreiert, das Mitarbeiter/innen

privat im sozialen Bereich engagiert. Unter Anleitung der Praktikumsbeglei-

zum Sonderpreis erwerben konnten.

terin Elisabeth Schagerl-Hachemi darf sie schon einzelne Arbeiten übernehmen. »Das selbstständige Arbeiten nach meinem Abschluss wird eine Herausforderung werden, aber die Aufgaben sind sehr spannend und es

»Als Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag spielt Bewegung eine wichtige Rolle. Deshalb möchten wir mit der Aktion «Hilfswerk unterwegs« ein

Landesrat Martin Eichtinger und Hilfswerk-Präsidentin

Zeichen setzen und unsere Mitarbeiter/innen motivieren, aktiv zu werden«,

Michaela Hinterholzer präsentierten gemeinsam die

betont LAbg. Bgm. Michaela Hinterholzer, Präsidentin des Hilfswerks Nie-

Aktion »Hilfswerk unterwegs«.

gefällt mir sehr gut.« Eine weitere Herausforderung ist die Kommunikation mit den Kundinnen

derösterreich. »Ich gratuliere dem Hilfswerk zu dieser innovativen Aktion

und Kunden. Gerade wenn wir mit ihnen in ihren eigenen vier Wänden arbei-

und freue mich, wenn die Motivation der Menschen in Sachen Gesundheits-

ten, ist viel Empathie und Einfühlungsvermögen gefragt. Das geht über das theoretische Fachwissen weit hinaus, ist aber auch das Besondere an der mobilen Pflege. »Wir sind nur für den einen Kunden da und können uns während der Betreuungszeit

rat für Wohnen, Arbeit und internationale Beziehungen.

nur auf diesen einen Menschen konzentrieren«, bestätigt Daniela Dutter. Die angehende diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin kann das Praktikum beim Hilfswerk

Und machen diese Fotos nicht so richtig Lust aufs Wandern gehen

und auch die Arbeit in der mobilen Pflege nur empfehlen. » Wenn man Freude am selbstständigen Arbeiten hat und gerne mit älteren Menschen arbeiten möchte, dann ist das

im Frühling?

Hilfswerk der richtige Arbeitgeber für die Gesundheits- und Krankenpflege«, so Daniela Dutter.

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bewusstsein und Prävention steigt«, ergänzt Dr. Martin Eichtinger, Landes-

Danke, Hilfswerk!

Bei herrlichem Wetter wanderten St. Valentiner Hilfswerker/innen samt Familien im westlichen Mostviertel.

Immer wenn wir von dir erzählen fallen Sonnenstrahlen in unsere Herzen, halten dich gefangen, so als wärst du nie gegangen.

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Liebes Team vom Hilfswerk Amstetten, ich möchte mich im Namen meiner Mama Rosina B. bei jedem Einzelnen von euch bedanken, die meine Mama, unsere Oma und Uroma so liebevoll und herzlich betreut haben. Gott sei Dank gibt es euch! Ich weiß euren Beruf total zu schätzen. Durch eure Hilfe können viele Menschen zuhause betreut werden, und das ist unglaublich schön. Tausend Dank, Eure Waltraud R. und Familie B. PS: Die Sprüchlein von Mama werden euch hoffentlich lange in euren Herzen bleiben und ihr Dank!

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08.02.19 09:11


8 TAGESELTERN-LEHRGANG

01 / 2019 MENSCH ZU MENSCH

Tageseltern-Lehrgang:

»Ich konnte Ungerechtigkeit schon als Kind nicht leiden ...«

Interaktiv und praxisnah

Das Hilfswerk NÖ bietet eine kostenlose Ausbildung für angehende Tagesmütter und -väter an. Die nächsten Termine sind für Herbst 2019 geplant.

Othmar Karas. Schon in jungen Jahren war Othmar Karas Ungerechtigkeit zuwider. Und das soziale Engagement ließ ihn bis heute nicht mehr los. Seine Funktion als Präsident des Hilfswerk Österreich ist ihm seit nunmehr über 20 Jahren ein besonderes Herzensanliegen. Und Karas hat noch einiges vor.

Kinder beim Erwachsenwerden begleiten und ihnen helfen, ihre eigene Persönlichkeit zu entfalten. Selbstständig bei freier Zeiteinteilung bei sich zuhause arbeiten, ohne pendeln zu müssen. Zeit für die eigene Familie haben und trotzdem berufstätig sein: Nur einige Vorteile, die für den Beruf der Tagesmutter bzw. des Tagesvaters sprechen – einer spannenden, herausfordernden und gesellschaftlich wichtigen Aufgabe, mit der man sich auch persönlich weiter entwickeln kann. Tagesmütter/-väter betreuen Klein- und Schulkinder in ihren eigenen Wohnräumlichkeiten (bzw. als Mobile Tageseltern in den Räumlichkeiten der Familien). Sie bieten einen familienähnlichen Rahmen und können sehr individuell und flexibel auf Bedürfnisse der Kinder und Familien eingehen. Zweistufiger Lehrgang

fige Ausbildung, bestehend aus einer Grundausbildung und einem Aufbaumodul. Der Lehrgang wird von der öffentlichen Hand gefördert. Bei positivem Abschluss der Ausbildung fallen keine Ausbildungskosten an. Die Grundausbildung ist übergreifend für die »Ausbildung zur (Mobilen) Tagesmutter/ zum (Mobilen) Tagesvater«, den »Lehrgang für Betreuungspersonen in niederösterreichischen Tagesbetreuungseinrichtungen« und die »Ausbildung zur/m Kinderbetreuer/in in Kindergärten und Helfer/in in Kinder- und Schülertreffs (Hort)«. In dieser Grundausbildung wird mit Themen wie Entwicklungspsychologie, Pädagogik, Kommunikation oder Erste Hilfe das Fundament für die spätere berufliche Tätigkeit gelegt. Im Aufbaumodul erwerben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer je nach Ausbildungsschwerpunkt fundierte fachspezifische Kenntnisse in Bezug auf die Berufsausübung. Der Lehrgang zur/m (Mobilen) Tagesmutter/-vater umfasst 176 Unterrichtseinheiten, davon 112 Einheiten Theorie (inklusive Vor- und Nachbereitung Praxishospitation) und 64 Einheiten Praxis. Nächste Termine sind für Herbst 2019 geplant. Nähere Informationen und Voranmeldung unter T 02742/249-1502 oder zentrum.support@noe.hilfswerk.at.

»

Als Othmar Karas 1998 zum Präsidenten des Hilfswerks gewählt wurde, sah die Welt

für unsere Gesellschaft als Ganzes. Das Erfolgsgeheimnis dieses laut Karas »stärks-

noch ein Stück weit anders aus. Österreich, damals noch keine drei Jahre in der

ten Europas, das wir je hatten«, liegt im gemeinsamen Gestaltungswillen von 28 Ein-

Europäischen Union, fand sich plötzlich Tür an Tür mit ehemaligen Ostblockstaa-

zelstaaten, in klaren »Spielregeln« und in der Überzeugung, gemeinsam mehr zu er-

ten, die rasant Anschluss an den Westen suchten. Das heimische Pflegesystem war

reichen. Galt in der Vergangenheit zwischen Staaten das Recht des Stärkeren, sitzen

bei weitem nicht so entwickelt wie heute und im Bereich der Kinderbetreuung war

heute gleichberechtigte Gesprächspartner/innen an einem Tisch. »Das mag zwar

an die mittlerweile so selbstverständliche Angebotsvielfalt nicht zu denken. Zwei

gelegentlich etwas langwierig und mühsam erscheinen, im Rückblick betrachtet ist

Jahrzehnte später hat sich das Bild gewandelt. Mehr als 10.000 Mitarbeiterinnen

genau dieser Ausgleich zwischen den Einzelinteressen die Garantie für Stabilität und

und Mitarbeiter des Hilfswerks pflegen täglich weit über 30.000 Menschen daheim,

Zusammenhalt. Ein uneiniges Europa würde zwischen Trump und Putin sowie den

in Tageszentren und Heimen oder begleiten fast 20.000 Kinder und Jugendliche bei

Interessen neuer Großmächte wie etwa jener eines sich rasant entwickelnden China

ihrem Heranwachsen. Diese Entwicklung war nur durch den Einsatz und das beherz-

rasch zerrieben.«, meint Karas.

te Zusammenwirken vieler möglich. Othmar Karas profilierte sich bereits früh mit

Neue Tageseltern sind beim Hilfswerk NÖ herzlich willkommen! Die dafür notwendige Ausbildung erhält man beim Hilfswerk NÖ. Dabei handelt es sich um eine zweistu-

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sozialpolitischen Themen und trieb deren Entwicklung mit Nachdruck voran.

Hilfswerk? Sehr engagiert!

Die Idee eines gemeinsamen Europa weiterentwickeln. Für die Zukunft hat Karas daher konkrete Ziele: »Wir müssen die europäische Idee gemeinsam weiterentwi-

Elternhaus und Schule prägten sein politisches Verständnis. Bereits als Kind

ckeln, sie zu einer Idee machen, die auch Antworten für all jene bietet, die skeptisch

lernte Othmar Karas in seinem Elternhaus im niederösterreichischen Ybbs an der

sind. Und ja, wir müssen die Europäische Union zukunftsfit machen, zeitgemäß

»Freundlich, bemüht, engagiert, erfahren«: So antworten die Nie-

Donau die Herausforderungen, die das Leben an Menschen stellt, in ihrer ganzen

modernisieren, demokratischer gestalten, handlungsfähiger bekommen – und da

derösterreicher/innen, wenn sie nach ihrer Meinung über das Hilfs-

Bandbreite kennen. »Mein Vater war in der Gemeinde engagiert und die Menschen

werden wir gut zu tun haben. Aber glauben Sie mir, das lohnt sich. Denn: Europa ist

werk gefragt werden. Das ist das positive Ergebnis einer Umfrage,

haben sich an ihn gewandt, wenn sie nicht mehr weiter wussten und Hilfe benötig-

unsere Heimat und unsere Zukunft. Und Europa ist der Rahmen, den wir brauchen

die das Hilfswerk im vergangenen Jahr durchführte.

ten«, erzählte Karas. »Vielleicht habe ich mich deshalb schon sehr bald selbst für die

um auch in Österreich sozialen Frieden und soziale Stabilität zu gewährsleisten.«

Gemeinschaft hingestellt und gegen Ungerechtigkeiten angekämpft.« Wie schon zwei Jahre zuvor wurden 400 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher mittels Online-Fragebogen zu Bekannt-

Als Schüler beispielsweise wollte er nicht hinnehmen, dass sich ein Freund aus eher

heit und Image des Hilfswerks befragt. Fazit: Die Bekanntheit des

ärmeren Verhältnissen ein Lernheft für den Unterricht nicht leisten konnte. Karas

Hilfswerks ist ungebrochen hoch. 91 % der Niederösterreicher/

organisierte kurzerhand eine Aktion, bei der die Kinder nicht ihr ganzes Taschengeld

innen kennen das Hilfswerk. Das Hilfswerk-Logo kennen 94 % der

am Schulweg für Zuckerl ausgaben, sondern einen kleinen Teil sparten, um gemein-

Befragten – im Waldviertel sogar 100 %!

sam das Heftchen für den Kollegen zu kaufen. Eine kleine Anekdote, aber nicht untypisch für Othmar Karas‘ Sicht auf die Dinge. Die Kolleginnen und Kollegen wählten

»Wenn Sie an das Hilfswerk denken….«

ihn damals übrigens zum Klassensprecher. Weitere Funktionen als Obmann bei der

»Was fällt Ihnen spontan dazu ein, wenn Sie an das Hilfswerk

Union Höherer Schüler oder der Jungen ÖVP folgten und bereits mit 26 Jahren zog

denken?« Auf diese Frage kamen am häufigsten sehr positiv be-

er als Abgeordneter in den Nationalrat ein.

setzte Aussagen wie »Hilfe im Alltag«, »freundlich«, »bemüht«,

»AUSBILDUNG HILFT IM TAGESMUTTERALLTAG«

»engagiert«, »erfahren«, »organisiert«. Auf den weiteren Plätzen

Soziales entscheidet über die Qualität einer Gesellschaft. Im Jahr 1998 wur-

folgen die konkreten Angebote aus dem Pflege- und Betreuungsbe-

de Othmar Karas zum Präsidenten des Hilfswerk Österreich gewählt und fortan

reich; ganz oben auch die Unternehmensfarbe Gelb, die im öffentli-

standen soziale Themen wie die Weiterentwicklung des heimischen Pflegesystems

chen Auftritt immer präsent ist.

oder der Ausbau der Kinderbetreuung auch für ihn auf der Tagesordnung. »Wohl und Weh unserer Gesellschaft entscheidet sich an der sozialen Frage«, ist Karas

Steffi Kratzer aus Furth bei Göttweig hat den Tageseltern-Lehr-

Anhand verschiedener Kriterien wurde auch das Bild, das die Nieder-

überzeugt und betont mit Nachdruck, wie sehr das Engagement und das Einstehen

gang letztes Jahr absolviert. Seither ist die Waldpädagogin

österreicher/innen vom Hilfswerk im Kopf haben, abgefragt. Auch

für das Hilfswerk ihm ein besonderes Herzensanliegen ist. »Als Politiker habe ich

»Ich will ein Kandidat für alle sein, die von Europa überzeugt sind,

(www.waldgeschmack.at) auch als Mobile Tagesmutter beim

hier vergaben die Befragten ein äußerst gutes Zeugnis: Vor allem die

die Verpflichtung, nach Kräften dazu beizutragen, einen Rahmen zu schaffen, der es

aber auch für jene, die an der europäischen Idee zu zweifeln

Hilfswerk NÖ tätig. »Alle pädagogischen und entwicklungspsy-

Qualität der Arbeit sowie die fachliche und soziale Kompetenz der

Menschen ermöglicht, ein eigenverantwortliches und gutes Leben zu führen. Das

begonnen haben, aber mit uns gemeinsam die EU handlungsfähiger,

chologischen Bildungsinhalte der Ausbildung werden nach den

Mitarbeiter/innen werden top bewertet. Auch Flexibilität, das Leis-

Hilfswerk bietet Unterstützung und Lösungen für jene, die nach Möglichkeiten su-

besser, effizienter und demokratischer machen wollen.«

aktuellsten Erziehungsmaßstäben vermittelt und helfen mir sehr

tungsangebot und Vertrauenswürdigkeit gehören zu den Stärken

chen, um fordernde Lebenssituationen, wie die plötzliche Pflegebedürftigkeit eines

im mobilen Tagesmutteralltag«, berichtet Steffi Kratzer. »Durch die

des Hilfswerks. All dies sind Aspekte, die den Befragten bei einem

Angehörigen oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, gut zu bewältigen. Es ist

vielen interaktiven und sehr praxisbezogenen Unterrichtseinheiten

sozialen Dienstleister wie dem Hilfswerk besonders wichtig sind.

mir eine große Freude und Ehre, mich für diese Anliegen einzusetzen.«

als zukünftige Mobile Tagesmutter für den lebendigen Betreuungs-

Erfreulich ist: Wer das Hilfswerk kennen gelernt hat, weiß es zu

Ein starkes Europa bringt auch soziale Stabilität. Seit 1999 gestaltet Karas als

alltag mit Kindern aller Alters- und Entwicklungsstufen optimal

schätzen. Denn Menschen, die schon einmal eine Hilfswerk-Leis-

Mitglied des Europäischen Parlaments die Zukunft auf europäischer Ebene mit. Für

tung in Anspruch genommen haben, bewerten es tendenziell noch

ihn stellt die Europäische Union in erster Linie ein Friedensprojekt dar, das inmitten

besser als jene, die das Hilfswerk »nur so« kennen.

der Trümmer des Zweiten Weltkrieges geboren wurde und die Grundlage für die

und Alltagsbeispiele konnte ich am Ende das gute Gefühl gewinnen,

vorbereitet zu sein. Der gesamte Hilfswerk-Lehrgang und der wertvolle Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen untereinander waren und sind immer noch spitze!«

»

nunmehr längste Zeitspanne ohne Krieg und Zerstörung in der Geschichte unseres Kontinents bildet. Diese Stabilität bringt Bürgerinnen und Bürgern ein noch nie dagewesenes Ausmaß an persönlicher Freiheit sowie Sicherheit und Wohlstand

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10 EHRENAMT IM HILFSWERK

01 / 2019 MENSCH ZU MENSCH

Der Hilfswerk-Tipp:

Ehrenamtlicher Besuchsdienst

»Und plötzlich war alles anders…« Ich bin heute mit Viktoria und Denise verabredet und freue mich schon sehr auf das Kennenlernen. Zuerst treffe ich Denise. Die 23-Jährige studiert gerade und ist ehrenamtlich beim Hilfswerk Niederösterreich tätig.

Jede kleine Bewegung ist besser als keine Bewegung…

an gleich toll mit Viktoria verstanden. Außerdem wollte ich etwas Gutes tun und hatte neben meinem Studium Zeit. Und warum dann nicht die Zeit sinnvoll nutzen?«

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berichtet sie mir. »Daher habe ich mich beim Hilfswerk gemeldet und mich nach Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements erkundigt.«

wartet auf die Kinder, an der Kasse, im Straßenverkehr. Lassen Sie diese Minu-

gen oder kleinere Bewegungen/Bewegungsübungen im Auto (Kopf, Nacken etc.)

einem großen, freundlichen Lächeln öffnet uns Viktoria die Tür. »Ja, hallo Denise!«, freut sie sich. Nach der Begrüßung tastet sich Viktoria langsam von ihrem Vorzim-

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mer in das Wohnzimmer. Viktoria ist blind. Angefangen hat alles mit neun Jahren. Gemeinsam gehen wir in den Stadtpark. Dort angekommen erzählt mir Viktoria

Spielen! Lassen Sie sich von der Motivation der Kinder anstecken und beteiligen Sie sich aktiv an deren Spielen. Natürlich ist es wichtig, bei Schmerzen oder

bekannten Gebrechen vorsichtig zu sein und die eigenen Grenzen zu kennen und

von ihrer Geschichte. »Seitdem ich neun bin, bin ich auf einem Auge blind. Seit 2004

abzustecken.

hatte ich dann nur mehr 20% Gesamtsehvermögen und im März 2006 bin ich dann komplett erblindet. Und plötzlich war alles anders. Es war eine große Umstellung.

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Nach und nach habe ich es akzeptiert und habe neben einem Behindertentraining auch in kurzer Zeit die Blindenschrift erlernt.«

Einfach gehen! Nutzen Sie jede Chance, Bewegung zu machen und eignen Sie sich so persönliche Gewohnheiten an. Parken Sie an einem weiter entfernten

Parkplatz oder nehmen Sie die Treppe statt dem Lift. Diese Möglichkeit bietet sich

« die beiden reichlich. Egal welches Thema, sobald die beiden zusammen sind, wird

von Viktorias Stärke und der Lebensfreude. »Mein größter Wunsch aber war es

gescherzt und gelacht. Aber nicht nur Viktoria strahlt über das ganze Gesicht, auch

schon immer, Englisch zu lernen!« erzählt sie weiter. »Und damals meinte Schwester

Denise. »Die vom Hilfswerk haben mir sehr, sehr viel geholfen«, erzählt Viktoria.

Karin, dass gerade eine jüngere Dame bei unserem Hilfswerk- Besuchsdienstteam

»Dafür möchte ich auch einmal DANKE sagen!«

angefangen hat. Vielleicht wäre sie ja die Richtige dafür. Und weißt du was? Schwester Karin hatte Recht. Na, und so haben sich Denise und ich kennengelernt«, berich-

Es ist mittlerweile später Nachmittag und wir machen uns wieder auf den Heimweg

tet Viktoria gut gelaunt. Denise grinst und nimmt Viktorias Hand. »Und mittlerweile

zu Viktorias Wohnung. Auf meine Frage, wie die Geschichte mit dem Englisch lernen

kennen wir uns schon seit mehr als zwei Jahren. Ich bin froh, dass ich damals beim

ausgegangen ist, antwortet Viktoria mit einem großen Grinsen: »to be continued!«

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können Sie Bewegung einbinden. Treffen Sie sich in der Natur, gehen Sie gemein-

BESSER HÖREN. BESSER LEBEN.

Dank Neuroth höre ich wieder alle

paar Tage später sind wir gemeinsam zu Viktoria gegangen«, wirft Denise ein. »Seitdem haben wir schon viel Zeit miteinander verbracht. Auch unsere Familien haben sich schon kennengelernt. Weißt noch wie lustig das war?« fügt Viktoria hinzu.

Formel-1-Champion

Mika Häkkinen für Neuroth #thatsbetterhearing

Wollen auch Sie Zeit schenken? Das Hilfswerk Niederösterreich sucht laufend Menschen, die sich den ehrenamtlichen Besuchsdienst-Teams anschließen möchten. Auskünfte gibt es telefonisch unter

Neuroth: Über 130 x in Österreich Info-Tel.: 00800 8001 8001 Vertragspartner aller Krankenkassen WWW.NEUROTH.COM

Hören Sie noch alle Töne? Nutzen Sie jetzt unsere neue telefonische Erstberatung: 00800 8001 8001

T 02742/249 1125 oder per E-Mail an ehrenamt.support@noe.hilfswerk.at.

Sit-ups, Dehnübungen oder einige Zeit auf Ihrem Hometrainer. Dasselbe gilt für Telefonate:

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Spaziergang statt Kaffeehaus! Selbst wenn Sie Ihre sozialen Kontakte pflegen,

weitergeleitet wurde. Mit ihr habe ich mich zum Kennenlernen getroffen und ein

bewundere ich vor allem diese Verbundenheit. Und ihren Spaß. Denn davon haben

Fernsehabend mit Bewegung vor Ihrem TV-Gerät! Seien es einfach Übungen wie

Sie können hier auch nur aufstehen und im Raum herumgehen. Ihr Körper freut sich!

Hilfswerk Stockerau angerufen habe und gleich zur Leiterin des Besuchsdienstes

Wie die beiden Damen da so vor mir sitzen und aus ihren beiden Leben erzählen,

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Die Kombination macht’s! Kombinieren Sie alltägliche Dinge wie den gewohnten

für (fast) jeden Menschen!

sam spazieren anstatt jedes Mal im Kaffeehaus zu sitzen. Seien Sie erfinderisch!

Während Viktoria aus ihrer Vergangenheit erzählt, bin ich berührt und begeistert

// HÖRGERÄTE

// HÖRBERATUNG

// GEHÖRSCHUTZ // SEIT 1907

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Wartezeiten nutzen! Jeder Mensch hat in seinem Leben Wartezeiten, man

ten nicht einfach verstreichen, sondern verwenden Sie sie für Gleichgewichtsübun-

Wir machen uns auf den Weg zu Viktorias Wohnung, um sie von dort abzuholen. Mit

»

!

Im (Arbeits-)Alltag ist es oft nicht leicht, sich auch Zeit für sich und seinen Körper einzuplanen. Dennoch sollte sich jeder Mensch regelmäßig bewegen, um Stress abzubauen, Kalorien zu verbrennen und fit(ter) zu bleiben. MENSCH ZU MENSCH hat einige Tipps für Sie, mit welchen kleinen Dingen Sie Ihren Körper täglich bewegen können:

Immer wenn Zeit ist, besucht sie Viktoria. »Ich habe mich eigentlich von Anfang

Die vom Hilfswerk haben mir sehr, sehr viel geholfen. Dafür möchte ich auch einmal DANKE sagen!

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Haushalts- und Gartenarbeiten neu gestalten! Nutzen Sie auch Ihre täglichen

Aufgaben im Haushalt und Garten, indem Sie währenddessen auch andere Kör-

perregionen bewegen. Mit etwas Musik kann dies noch unterhaltsamer sein.


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Prominente Unterstützung für das Hilfswerk Niederösterreich Anlässlich des 40-jährigen Bestehens und vor dem Hintergrund der Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft hat das Hilfswerk Niederösterreich nun ein Kuratorium ins Leben gerufen. Mit diesem prominent besetzten Gremium möchte das Hilfswerk über die bestehende Arbeit hinaus noch stärker gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und eine stärkere Vernetzung im Bundesland schaffen. »Wir wollen als Botschafter soziale Aktivitäten und Projekte der gesamten Hilfswerk-Gruppe fördern und Innovationen entwickeln«, betont Dr. Günther Ofner, Vorstandsdirektor der Flughafen Wien AG und Vorsitzender des neuen Kuratoriums. Bei der Gründungssitzung mit dabei (Foto von links nach rechts): Christoph Gleirscher (Geschäftsführer Hilfswerk NÖ), Paul Gessl (Geschäftsführer NÖ Kul-

Christof Kastner (Kastner GroßhandelsgesmbH), Martin Lammerhuber (Geschäfts-

turwirtschaft GmbH), Sven Hergovich (Landesgeschäftsführer AMS NÖ), Michaela

führer Kultur Region Niederösterreich GmbH) und Hubert Schultes (Generaldirektor

Hinterholzer (Präsidentin Hilfswerk Niederösterreich), Günther Ofner (Vorstands-

Niederösterreichische Versicherung AG).

direktor Flughafen Wien AG), Thomas Salzer (Präsident Industriellenvereinigung), NÖ Card für ehrenamtliche Besucher. 600 Frauen und Männer engagieren sich beim Besuchsdienst des Hilfswerks NÖ – und schenken ein Stück Zeit. Die Ehrenamtlichen kommen zu Besuch, gehen spazieren, spielen Karten oder plaudern. Wie zum Beispiel Denise, von der Sie auf Seite 10 lesen können. Als Dankeschön für das Engagement erhalten die ehrenamtlichen Besucher/innen schon seit Jahren vom Hilfswerk sowie der NÖ Versicherung die beliebte Niederösterreich-CARD. Über 300 Ausflugsziele in und um Niederösterreich lassen sich damit besuchen. Im Bild Hilfswerk-Geschäftsführer Mag. Christoph Gleirscher, Michaela Pasching (Ehrenamt Hilfswerk Niederösterreich), Silvia Payer (Besuchsdienst Hilfswerk Herzogenburg), und NÖ Versicherung-Vorstandsdirektor Mag. Bernhard Lackner bei der offiziellen Übergabe der Karten. Für Verdienste ausgezeichnet. Zwei Vizepräsidenten des Hilfswerks Niederösterreich wurden kürzlich für ihre besonderen Verdienste ausgezeichnet: Bgm. Karl Bader (Vizepräsident Zentralraum) erhielt von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner das „Silberne Komturkreuz des Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich« überreicht; LAbg. Hermann Hauer (Vizepräsident Industrieviertel Süd) erhielt das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Wir gratulieren!

Danke für 150.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Der Internationale Tag des Ehrenamts am 5. Dezember ist stets ein besonderer Tag für das Hilfswerk Niederösterreich: Denn Jahr für Jahr leisten hier rund 2.800 ehrenamtliche Mitarbeiter/ innen ganze 150.000 Stunden an unentgeltlicher Arbeit. Der jüngste »Tag des Ehrenamts« wurde aber ganz speziell begangen: Die engagierten Hilfswerkerinnen und Hilfswerker waren zum großen Empfang mit Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister in den NÖ Landtagssitzungssaal geladen. 125 von ihnen wurden mit der neuen Hilfswerk-Ehrennadel sowie einer von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner unterzeichneten Urkunde geehrt. Im Bild Hilfswerk-Präsidentin Michaela Hinterholzer, Hilfswerk-Gründungsvater Erich Fidesser und Landesrätin Teschl-Hofmeister.

DIE ZAHL ZUM STAUNEN Hilfswerk Niederösterreich, Landesgeschäftsstelle Ferstlergasse 4, 3100 St. Pölten T 02742/249 | office@noe.hilfswerk.at  noe.hilfswerk |  hilfswerkniederoesterreich Datenschutzhinweis: datenschutz.noe.hilfswerk.at IMPRESSUM Medieninhaber und Herausgeber: Hilfswerk Niederösterreich Betriebs GmbH, Landesgeschäftsstelle Redaktionsadresse: Zeitschrift Mensch zu Mensch, Hilfswerk NÖ, Landesgeschäftsstelle, Ferstlergasse 4, 3100 St. Pölten | T 02742/249 DW 2060, E-Mail: marketing.support@noe.hilfswerk.at Redaktion: Petra Satzinger Bildnachweis, Fotos: Hilfswerk Österreich (Suzy Stöckl), Hilfswerk Niederösterreich, Franz Gleiss, Andreas Bruckner, Fotolia - Esther Hildebrandt, Lina Truman, Gesamtauflage: 40.000 Stück, niederösterreichweite Distribution, davon über 90 % durch persönlich adressierte Sendungen Produktion: Henzl Media GmbH, 3151 St. Pölten-St. Georgen

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500 mal um den

Erdball… Oder 20,1 Mio. Kilometer: Das legten die Hilfswerk-Mitarbeiter/innen letztes Jahr auf dem Weg zu ihren Kundinnen und Kunden zurück.


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Hilfswerk Niederösterreich - Mensch zu Mensch 01/2019 by Hilfswerk Niederösterreich - Issuu