HERIBERT TENSCHERT
„...herrlich wie am ersten Tag“ Vermächtnis der Bibliophilie aus 556 Jahren
Verzeichnis unserer Ausstellungsstücke aus Anlass der Rare Book Week Berlin vom 18. bis zum 20. September 2026 im Kronprinzenpalais Unter den Linden 3, Berlin
Antiquariat Bibermühle AG Bibermühle 1-2 ~ CH-8262 Ramsen Tel: +41 52 742 05 75 Fax: +41 52 742 05 79 mail@heribert-tenschert.com www.heribert-tenschert.com
1. Hl. Hieronymus. Epistulae. Mainz, Peter Schöffer, 7. September 1470. 2 Bände. ImperialFolio, gedruckt auf Pergament und illuminiert vom Meister des Hausbuchs und dem des Pontificale von Adolf von Nassau. In den ersten blindgeprägten Erfurter Einbänden: das schönste Exemplar der monumentalen Ausgabe. Ex. Kartäuser von Erfurt – Estelle Doheny – Ladislaus von Hoffmann. Einer der aufwendigsten Drucke von Peter Schöffer.
2. Speculum Humanae Salvationis. (Text in Deutsch und Latein). Augsburg, Günter Zainer im Kloster St. Ulrich und Afra, um 1472–73. Erste Ausgabe. Mit 192 im Atelier des Druckers kolorierten Holzschnitten. Fast unbeschnittenes Exemplar im ersten blindgeprägten Einband. Das Exemplar des Druckers Günter Zainer selbst, mit seiner gemalten Druckermarke.
3. Horae alpha a: J. Dupré, um 1487, illuminierter Druck auf Pergament, in mehr als einer Hinsicht Ursprung der allermeisten Horae-Drucke der folgenden Jahrzehnte. Unikum.
4. Horae beta: [ J. Dupré] für Anthoine Vérard, 8.10.1488, illuminierter Druck auf Pergament, mit gemalten und handschriftlichen Hinzufügungen aus der Entstehungszeit des Drucks – eventuell Teile der Maquette. Mit der frühesten bekannten table in französischer Sprache, einem Begleittext zum Verständnis der narrativen Bordüren. Rarissimum: Eines von zwei Exemplaren.
5. Horae gamma: J. Dupré, um 1488, durchgehend (z. T. in exzellenter Camaïeu-d’orTechnik) illuminierter Druck auf Pergament, den ersten bekannten Totentanz in einer Stundenbuchausgabe zeigend. Wohl für König Charles VIII. hergestellt. Unikum.
6. Horae zeta 1 für den Brauch von Rouen: A. Vérard, um 1489/90. Exemplar der Grandes Heures Royales, Rarissimum: das einzige auf Pergament gedruckte von insgesamt vier Exemplaren, aus den Sammlungen Hennezel und Prince d’Essling.
7. Horae 1: [P. Le Rouge] für A. Vérard, 20.8.1490. Grandes Heures Royales, das Exemplar der Regentin Frankreichs, Anne de France. Illuminierter Prachtdruck auf Pergament mit Miniaturen und handgeschriebenen Passagen. Unikum.
8. Horae 3.2: Ph. Pigouchet für sich selbst und die Brüder Marnef, um 1493: ingeniös illuminierter Druck auf Pergament aus den Sammlungen Anna von Bayern? – Soleil – Brölemann – Wendling. Rarissimum: eines von vier Exemplaren.
9. Horae 9.0.1: Ph. Pigouchet, 19.4.1494. Ausnahmeexemplar: ein vom Meister des Robert Gaguin vollständig mit insgesamt über 800 Einzeldarstellungen illuminierter Druck auf Pergament, der sich dessen Leistungen in Handschriften überlegen gegenüberstellt. Im 18. Jahrhundert im Besitz des Viscount Harberton, später Mrs. Paravicini.
10. Horae 12.2a: Ph. Pigouchet für S. Vostre, 23.1.1496 (v. st.), erlesen illuminierter Druck auf Pergament mit handgeschriebenen und gemalten Teilen, aus dem Besitz der burgundischen Adelsfamilie de Rouyn, im frühen, reich vergoldeten Einband. Rarissimum.
11. Horae 17b: Ph. Pigouchet für Simon Vostre, 16.9.1498, Krönung unserer Ausgaben dieses schönsten aller Pigouchet-Drucke, das berühmte Exemplar auf Pergament, illuminiert von oder für Calixto Crot. Aus den Sammlungen Caroline Bonaparte – Lady Ashburton – William Osler – Estelle Doheny – Ladislaus von Hoffmann.
12. Horae 17.1 für Louis XII.: Ph. Pigouchet für S. Vostre, 15.10.1499, vom Meister von Martainville und vom Meister der Philippa von Geldern durchgehend für König Ludwig XII. unter extensiver Verwendung von Blattgold illuminierter Druck auf Pergament, wohl ein Geschenk zur Geburt seiner Tochter Claude de France an diesem Tag.
13. M. Pfintzing. Die geuerlicheiten … Tewrdannckhs. Nürnberg, J. Schönsperger, 1517. Mit 118 großen Holzschnitten von Leonhard Beck, Hans Schäufelein, H. Burgkmair und anderen, alle in der für die kaiserliche Vorgabe typischen aufwendigen Illumination. Die erste Ausgabe des „schönsten illustrierten Buches des 16. Jahrhunderts“, eines von insgesamt etwa zehn kolorierten Exemplaren auf Pergament, vollständig. Das schönste vorstellbare Exemplar.
14. Vigerius, Decachordum Christianum, 1507. Exemplar auf Pergament, mit zehn ganzseitigen und 33 kleineren Holzschnitten – der schönste aller Soncino-Drucke und eines der bedeutendsten illustrierten Bücher der Zeit in Italien.
15. Missale für den Brauch von Évreux von 1527: das einzige Exemplar auf Pergament und das einzige vollständige, mit über 150 Miniaturen illuminiert vom Meister der Anne de Graville, dessen Hauptwerk. Im ersten Holzdeckeleinband erhalten.
16. Caesars Werke, Paris 1531. Der einzige Druck auf Pergament: in Folio, mit 12 Miniaturen des Hofmalers Etienne Colaud und überreich illuminiert; Exemplar aus den Sammlungen Jean de Laval, Seigneur de Châteaubriant – Anne de Montmorency – Diane de Poitiers – Anne de Bavière – Edward Harley – Earl of Dysart.
17. Vergil. Opera, Straßburg, J. Grüninger, 1502. In einem grandiosen Mosaikeinband von Gomar Estienne, dem Buchbinder König Heinrichs II.: Die erste illustrierte Werkausgabe Vergils mit über 200 Holzschnitten; das schönste vorstellbare Exemplar von Grüningers maßstabsetzender Ausgabe.
18. Biblia Germanica. 2 Bände, 1558-61. Eines von vier noch existierenden Exemplaren auf Pergament der monumentalen Lutherbibel 1561 in Einbänden von Brosius Faust mit 170 großen Holzschnitten, Geschenk von Kurfürst August von Sachsen an Johann Pyrner: das einzige je im Handel aufgetauchte Exemplar.
18. Biblia Germanica. 2 Bände, 1558-61. Einer der Einbände von Brosius Faust. Dies ist das einzige in den letzten 470 Jahren auf den Markt gekommene Pergamentxemplar, außerdem das einzige noch in den originalen Einbänden erhaltene.
19. Colonna, Fr. Hypnerotomachia Poliphili. Paris 1561. Das schönste Buch der Renaissance in der französischen Version von 1561, mit 180 à l‘italiènne altkolorierten Holzschnitten: offensichtlich das einzige so ausgestattete Exemplar.
20. L. Fuchs. De historia stirpium... Basel 1542. Das Kräuterbuch des Leonhart Fuchs, unvergleichlich illuminiert und signiert von Hubert Cailleau, dem Hofmaler der Königin Maria von Ungarn, wohl das schönste bekannte Exemplar dieser Grundlegung der Botanik.
21. Boissard. Habitus Variarum Orbis Gentium. Trachten mancherley Völcker des Erdskreyß. 1581. Völker und ihre Trachten: das einzige bekannte, vollständige, in Gold und Farben illuminierte Exemplar von Boissards Erstausgabe von 1581.
22. Biblia. Genf, de Tournes, 1554. Die berühmte, mit 192 Holzschnitten ausgestattete Folio-Bibel im schönsten bekannten Exemplar: gebunden vom Cupid‘s Bow-Meister in allen Techniken: intarsiert, wachsfarbenbemalt und vergoldet. Aus der Sammlung Raphael Esmerian. Einer der unvergänglich schönsten Einbände der Zeit.
23. Flavius Josephus. Historien und Bücher: von alten Jüdischen Geschichten. [Straßburg, Th. Rihel] 1590. Der sensationelle Auftritt des Illuminators Georg Mack in einem bibliophilen Gesamtkunstwerk von 1590 mit 132 großen, einzeln signierten Gemälden über Holzschnitt. Die Illumination dauerte ausweislich von Macks Datierungen vier Jahre, von 1602 bis 1605! Sein Opus optimum.
24. Biblia latina. Basel, Cratander, 1526. Erstausgabe der lateinischen Übersetzung der Septuaginta in einem superben Wachsfarben-Mosaikeinband von Jean Picard, das Exemplar Capé – Gancia – Heredia – Miribel.
25. Aristoteles. Dialectica. Übersetzt von Boethius. Lyon, Gryphius, 1551. Einer der überraschendsten und exzentrischsten Einbände des 16. Jahrhunderts: in Wachsfarbenmosaik mit gemalten Landschafts-Medaillons von 1551, Exemplar aus der berühmten Sammlung Fairfax Murray.
26. Biblia latina. Antwerpen, Plantin, 1565. Die Reliquienbibel des Heiligen Karl Borromäus von 1565 – ein einmaliges Dokument der Heiligenverehrung und der Buchgeschichte. Die Provenienz ist durch eine notarielle Beglaubigung am Ende des Buchs gesichert.
27. Horae 96: S. Vostre, um 1508, von Jean Pichore eigenhändig und auf jeder Seite durchgehend illuminierter Druck auf Pergament. Rarissimum: eines von zwei bekannten Exemplaren, beide in der Sammlung Bibermühle. Künstlerisch eines der größten Wunder unter der Drucken der Zeit.
28. Horae 96.3 für den Gebrauch von Amiens: Für Simon Vostre, um 1508. Druck auf Pergament, mit künstlerisch vollkommener Illumination von Jean Pichore und seinem Atelier, hergestellt für einen führenden Adligen der Zeit aus Amiens, Richier de St.-Fuscien. In unberührter Erhaltung. Rarissimum, aber unikale Variante, nur zwei etwas abweichende Exemplare sind bekannt.
29. Horae 130.0.1: Simon de Colines, 16.1.1525. Druck auf Papier. Das schönste Exemplar dieses Werks, mit dem eine neue Ära des Stundenbuchdrucks beginnt: nämlich der erste Druck der frühesten de Colines-Geoffroy Tory-Ausgabe von 1524/25 – als einziger im ToryKolorit illuminiert und im originalen Einband: aus den Sammlungen Cheron – Otto Schäfer – Ortiz Patiño. Rarissimum: eines von vier Exemplaren.
30. Horae 131e: Simon du Bois für Geoffroy Tory, 22.10.1527. Druck auf Pergament, jede Seite fulminant in Art der Drucke Torys illuminiert: eines von drei bekannten Exemplaren auf Pergament, dieses das schönste und am besten erhaltene, das sich zu unseren vier weiteren auf Papier gesellt. Aus den Sammlungen Guyot de Villeneuve und Prince d’Essling.
31. Horae 158.2a: Antwerpen, Christoph Plantin, 1575. Druck auf Papier mit 18 blattfüllenden Kupferstichen. In einem Fanfare-Einband mit intrikaten, farblich subtil differierenden Mosaikeinlagen, der eine der Gipfelleistungen der Buchbinderei des gesamten Jahrhunderts ist und möglicherweise für Marguerite de Navarre bestimmt war. Aus der einzigartigen Sammlung von Henri Beraldi. Rarissimum, eines von drei bekannten Exemplaren, aber unikale Variante.
32. Missale Romanum. Antwerpen, Moretus, 1626. Die Hauptleistung von Peter Paul Rubens in der Buchillustration: unvergleichliches Exemplar mit zehn illuminierten Doppelseiten nach den Zeichnungen von Rubens, das Exemplar des Don Alfonso de los Rios y Guzman, Erzbischof von Granada 1678-1692 mit seinem Wappen in Silber und Gold auf dem Vorderdeckel. Im 19. Jahrhundert in der Sammlung des Duke of Portland. Eine fulminantere Illumination ist nicht vorstellbar, vor allem nicht im 17. Jahrhundert.
33. Horaz. Opera. London, Pine, 1733. 2 Bände. Die ganz in Kupfer gestochene legendäre Ausgabe von Pine im schönsten bekannten Exemplar: zwei Bände in der intrikatesten Mosaiktechnik und originalen Maroquin-Steckschubern, signiert J.-A. Derome. Aus den Sammlungen Angran de Fonspertuis – Randon de Boisset – Conte de la Trinità – La Roche Lacarelle – R. Franchetti – R. Hild (vente 1980: frs. 250,000).
34. Molière. Œuvres. 1734. Die Suite aller 34 Stiche nach François Boucher völlig unbeschnitten in Groß-Folio (Höhe: ca. 43cm), sämtlich fürstlich illuminiert in Gold und Farben, so unikal.
35. Office de la Sainte Vierge, 1757. Geschenk König Ludwigs XV. an Madame Pompadour: in nur einem einzigen Exemplar gedruckt, mit acht ganzseitigen Original-Lavis von François Boucher illustriert und in blaue Maroquinbände mit roten all-over vergoldeten Doublüren von Derome gebunden: Inbegriff der höchsten Bibliophilie des 18. Jahrhunderts. Auf der Pompadour-Versteigerung 1765 brachte es mit 254 livres den höchsten Preis.
36. La Fontaine, Jean de. Contes et Nouvelles. 2 Bände. 1762. Ausnahmeexemplar, in dem alle 82 ganzseitigen Kupferstiche nach Charles Eisen mit höchster Maestria illuminiert worden sind. Das einzige bekannte Exemplar in dieser Ausstattung.
37. [Dorat]. Les Baisers, précédés du mois de mai, poëme. 1770. Unikum: Exemplar der Vorzugsausgabe auf starkem Bütten in Groß-Oktav, in dem alle 44 Vignetten und Kupferstiche in Gold und Farben illuminiert wurden. Von höchster Überzeugungskraft.
38. Laborde, Benjamin de. Choix de Chansons mises en musique… Band 1. 1773. Unikum: Exemplar des ersten, allein von J. M. Moreau le Jeune mit 25 ganzseitigen Kupferstichen gezierten Bandes, in dem sämtliche Illustrationen gemäldeartig illuminiert worden sind: sehr ähnlich den von Moreau selbst illuminierten Stichen zu Voltaire, ebenfalls in unserer Sammlung.
39. Voltaire. Œuvres. 1768-1774. Eine der größten Leistungen der französischen Buchillustration des 18. Jahrhunderts: Gravelots 44 Original-Lavis zu den Werken Voltaires im großen Format – man sollte eher von Gemälden als von Zeichnungen sprechen, da diese makellos erhaltene Suite auch Gravelots Meisterwerk ist. Sammlungen Beraldi und Esmerian.
40. Rousseau, Jean-Jacques. Œuvres choisies. 1783. Alle 27 Original-Lavis von Marillier zu dieser Ausgabe: es besteht kein Zweifel, dass diese Suite eines der Hauptwerke des großen Marillier ist, wenn nicht sogar sein Meisterwerk. Sammlungen Beraldi – L. Meeus – Foullon – Couppel du Lude (2009, 135: € 102.000 = 155.000 Sfr.).
41. Moreau le Jeune. 30 Original-Lavis in Folio-Format zur Pucelle von Voltaire, die nie gestochen wurden. Aus den Sammlungen Moreau – Mahérault – Beraldi – Esmerian. Das künstlerische Hauptwerk von Moreau. War eines der Hauptlose sowohl bei Beraldi als auch bei Raphael Esmerian (Vente II, 1972: frs. 420.000).
42. Longus. Daphnis et Chloé, 1787. Auf Pergament gedrucktes Exemplar des Verlegers und Sammlers A. A. Renouard, mit allen 29 Original-Tuschfederzeichnungen von Martini und den gouachierten Stichen nach diesen Vorlagen, ein unikaler Glücksfall in einem magistralen Maroquin Citron-Einband von Lortic, mit grünen dentelle-vergoldeten Doublüren. Aus der Sammlung Guy du Boisrouvray.
43. Longus Daphnis et Chloé, 1787. Unikales Exemplar mit 8 ganzseitigen Original-Lavis von Le Barbier und allen Stichen hiernach in eaux-fortes pures und avant la lettre (die nie publiziert wurden), aus der Sammlung Raphael Esmerian.
44. Lucrèce. De la nature des choses. 2 Bände gebunden in 3. 1794. Ein Wirklichkeit gewordener bibliophiler Traum: das einzige Exemplar, das ganz auf Pergament im größeren Format gedruckt wurde und dem die Kupferstiche nach Monnet in drei Zuständen: avec la lettre, avant la lettre und in eau-forte pure eingebunden wurden, dazu alle Original-Lavis von Monnet – überdies die Suite von Gravelot zur Ausgabe von 1768 avant la lettre und alle Original-Lavis von Gravelot; gebunden von Bozerian und ehemals in der Bibliothek der Zaren. Exemplar der Auktion Christie’s, 13.12.1984, 64: £ 34.500 (= 110.000 Sfr.). Sammlung Jaime Ortiz-Patiño. Wir zeigen nur Band I.
45. La Fontaine, Jean de. Les Amours de Psyché et de Cupidon. 1795. Das ultimative Exemplar dieser Ausgabe: als einziges ganz auf schneeweißes Pergament gedruckt, dem alle Stiche nach Moreau in drei Zuständen: avec la lettre, avant la lettre auf China-Papier und eau-forte pure beigebunden sind, dazu alle Original-Lavis von Moreau le Jeune in MäanderGoldrahmen, ebenso wie das Portrait La Fontaines. Bis 1997 Sammlung Ortiz-Patiño, der es 1990 für £165.000 (= 400.000 Sfr.) erwarb; nicht in seinen Auktionen, von ihm privat erworben
46. Choderlos de Laclos. Les liaisons dangereuses. 2 Bände. London 1796. Das ultimative Exemplar auf Vélin mit allen 15 Original-Lavis: acht von Monnet, sechs von Marguerite Gérard und eines von Fragonard fils, in blauem Maroquin aus den Sammlungen Pixerécourt (1838, 1278: Frs. 160.-!), Armand Bertin (1854, 1207: Frs. 360.-), Frederic Hankey, Eugène Paillet (1887, 142: Frs. 10.000), Henri Beraldi (II, 1934, 50: Frs. 127.650), Carteret, Laurent Meeûs (1982, 46) und Georges Hayoit (V, 2005, Nr. 5).
47. Swift, Jonathan. Voyages de Gulliver. 4 Bände in 2 gebunden. 1797. Ultimatives Exemplar der Ausgabe auf großem Vélin-Papier mit den Kupfern von Lefèvre avec la lettre, avant la lettre, in eau-forte pure montiert sowie den im Gegensinn gestochenen „contre-épreuves“ im Blattgoldrahmen und illuminiert in Gold und Farben von Lefevre selbst und schließlich allen Original-Lavis von Lefèvre im Blattgoldrahmen. Das bedeutendste Exemplar dieser Ausgabe in makellosem Zustand.
48. Goethe. Faust, 1828. Folio. Erste illustrierte Ausgabe mit 18 Original-Lithographien von Eugène Delacroix. Dies ist Delacroix‘ persönliches Exemplar mit den Illustrationen auf verschiedenenfarbigen China-Papieren (Blau, Rosé, „Stroh“). In einem Maroquinband um 1865 mit Wappen des Architekten Berryer.
49. Saint-Pierre, Bernardin de. Paul et Virginie, 1838, 2 Bände. Das schönste bekannte Exemplar: eines der wenigen Exemplare auf großem China-Papier, von Marius Michel in zwei Bände mit differierenden Mosaik-Auflagen gebunden, weil zusätzlich der größte Teil aller Illustrationen noch in fumés auf China-Papier hinzugefügt wurde. Wir zeigen nur einen Band.
50. Chants et chansons populaires de la France, 1843. Eines von vier Exemplaren, in denen alle 300 Illustrationen durchgehend zeitgenössisch vollendet illuminiert wurden – drei davon in unserer Sammlung Univers Romantique.
51. Chants et chansons populaires de la France, 1843. Sehr schöner blauer Maroquinband von Georges Mercier, in den 62 vollendete Original-Lavis von Trimolet, Steinheil, Émy unter Passepartouts eingebunden sind. Kostete 1984 auf einer Auktion schon 820,000 Francs.
52. Longus. Daphnis et Chloé. 1902. Mit 175 großen Original-Lithographien von Bonnard. Exemplar der Vorzugsausgabe auf China-Papier mit einer zusätzlichen Suite aller Illustrationen in anderem Farbton. In einem der schönsten Einbände von Paul Bonet mit Dekor auf den Deckeln in Gold und Silber und Intarsien, dazu intarsierte Doublüren.
53. Melchior Lechter – Stefan George. Umdichtung von Mallarmés Herodias. Berlin 1905. Die seltenste Luxusausgabe der gesamten Zeit, nur in sieben Exemplaren auf Japanpapier und zwei Exemplaren auf Pergament gedruckt, dieses Exemplar II auf Pergament, offensichtlich das einzige erhaltene, mit überbordender Goldillumination auf allen Seiten von Lechter.
54. Nietzsche. Also sprach Zarathustra. Insel-Verlag 1908. Exemplar der in vermessenem Luxus nach Entwürfen von Henri van de Velde ausgestatteten Nietzsche-Ausgabe, die hier in einem von drei bekannten Exemplaren vorliegt, für die van de Velde auch einen MosaikEinband entwarf, dieses das einzige davon mit Maroquin-Intarsien in mehreren Farben. Tour de force.
55. Melchior Lechter. Tagebuch der Indischen Reise, Berlin 1912. Goldbelegter deutscher Metallplatten-Einband mit Email-Einschlüssen und Edelsteinbesatz auf Deckeln nach Entwurf von Melchior Lechter. Eines von drei Exemplaren, die ganz in Gold und Farben auf Pergament gedruckt wurden, allem Anschein nach das einzige, das in Goldplatten gebunden wurde. Ein buchbinderischer Exzess, wenn es so etwas gibt. Im Original-Pergamentkasten.
56. Voltaire. Zadig, 1912. Unikum: das einzige Exemplar der Vorzugsausgabe auf starkem Bütten (80 Exemplare), in dem alle Radierungen Marcus Behmers von Hand genial illuminiert sind. Das Kolorit ist nicht signiert, übertrifft aber sogar die wenigen von Behmer beglaubigten Leistungen (Fischer und syne Fru, Grimm) auf diesem Gebiet erkennbar.
57. Flaubert, G. Madame Bovary. 1912. Dunkelblauer Maroquinband mit vielfarbigen Mosaikeinlagen auf Rücken, Deckeln und Innenkanten, signiert Noulhac. Eines von 150 Exemplaren, dieses unikal, gedruckt für la Princesse de Montholon, mit 60 Originalaquarellen von Edmond Malassis.
58. Runge. Von dem Fischer un syner Fru, 1914. Eines von drei bekannten Exemplaren des berühmtesten Buchs von Behmer, in denen alle Radierungen illuminiert sind. Und: Runge. Von dem Fischer un syner Fru, 1914. Vorzugsexemplar in einem von Marcus Behmer selbst entworfenen Maroquin-Meistereinband (von Bruno Scheer).
59. (Melchior Lechter). Imitatio Christi. Berlin 1922. Luxus-Ausgabe – eines von fünf Exemplaren, die auf bestem Kalbspergament gedruckt und in einen Goldplatten-Einband mit reichster Emaillierung gebunden wurden, so eventuell unikal. In vergoldeter OriginalPergamentkassette.
60. Vergil. Eclogues. Cranach-Presse, 1926. Luxusexemplar des legendären Werks mit 44 Original-Holzschnitten von Aristide Maillol, eines von sechs Exemplaren ganz auf Pergament, zusätzlich eingebunden vier verschiedene Suiten der Holzschnitte auf Pergament und verschiedenen Japan- und Chinapapieren, in einem doublierten Einband von G. Mercier.
61. Walther von der Vogelweide, Gedichte. Bremer Presse, 1931. In einem meisterlichen Intarsieneinband von Ignatz Wiemeler, dem größten deutschen Buchbinder des 20. Jarhunderts, makellos erhalten. Einbände von Wiemeler in dieser Qualität der Erhaltung sind heute schier unauffindbar.
62. Homer. Odyssee. Paris, 1934. Das Widmungsexemplar für Léon Givaudan: mit 10 Original-Gouachen und 102 einzigartigen, handkolorierten Druckproben („bons à tirer“), gedruckt auf Pergament vom berühmten Schweizer Art-déco-Maler, Kupferstecher, Drucker und Buchbinder François-Louis Schmied, in einem von ihm entworfenen Intarsieneinband mit Silberbeschlägen, dekoriert in Art déco-Manier. Wir zeigen nur einen Band von zweien.
63. A. Daudet. Tartarin de Tarascon. Paris 1937. Unikales Exemplar, dem 74 Korrekturseiten mit Bemerkungen, Streichungen, Skizzen von R. Dufy angebunden sind, zusätzlich zu den hundert Farblithographien: in einem der gewagtesten und gelungensten Einbände von Germaine de Coster: Hellblauer Maroquinband mit reichsten vielfarbigen Intarsien aus Leder und anderen Materialien, hellblaue Wildleder-Doublüren und sienafarbene WildlederTriplüren, auf dem durch erhaben montierte Intarsien eine südliche Hafen-Atmosphäre mit Segelbooten evoziert wird.
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Katalog 85 (2019). Der Wille zum Ruhm. Memoria Maxima Das Gedächtniswerk Kaiser Maximilans I. (1459–1519) aufgerufen in einer Sammlung seiner Bücher, darunter fünf Exemplare des Theuerdank von 1517 Von Dr. Carsten Scholz und Dr. h. c. Heribert Tenschert. Folio. 443 Seiten, mehr als 250 Farbabbildungen. Illustrierter Pappband.
Katalog 86 (2020). Daphnis et Chloé. Oder wie ein Katalog der illustrierten Bücher im Frankreich des Dixhuitème aussehen könnte. Von Frank Purrman, Dr. h. c. Heribert Tenschert und Maria Danelius. Text auf Deutschmit englischen Zusammenfassungen. Groß-Quart. 455 Seiten, mehr als 320 Farbabbildungen. Illustrierter Pappband.
Katalog 90 (2023). Wunderkammer. Herz der Bibliophilie: Glanzlichter aus dem Spiegelkabinett des 16. Jahrhunderts Von Dr. Carsten Scholz, Prof. Dr. Eberhard König und Dr. h. c. Heribert Tenschert. Text auf Deutsch mit englischen Zusammenfassungen. 2 Bönde. Folio. 960 Seiten, mehr als 930 Farbabbildungen. Illustrierte Pappbände.
Katalog 91 (2026).„Stirb und werde“. Sammlung Marcus Behmer. Text von Dr. Carsten Scholz und Heribert Tenschert . Quart, 534 Seiten und ca. 400 Farbabbildungen. Illustrierter Pappband.
Katalog 100 (2026). Horae B.M.V: 432 gedruckte Stundenbücher der Sammlung Bibermühle. Schlussbände X – XII. Text von Dr. Ina Nettekoven, Dr. Christine Seidel und Dr. h. c. Heribert Tenschert. 3 Bände im Schuber. Quer-Folio, ca. 1.550 Seiten und ca. 1.000 Farbabbildungen. Illustrierte Pappbände.
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