Monika Schaller
Wie die Kommunikatorin SAP als Europas Top-Techkonzern positionieren will.
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Monika Schaller
Wie die Kommunikatorin SAP als Europas Top-Techkonzern positionieren will.
Tradition und Change
Vor welchen Herausforderungen Familienunternehmen stehen.
Verteidigung
Nach welchen Prinzipien die Redaktion der Bundeswehr arbeitet.
MEINUNG
8 Kommentar Politiker sollten auch auf Tiktok auf SeriositÀt achten.
IM WORTLAUT
14 Monika Schaller
Wie die SAP-Kommunikationschefin das Unternehmen als Europas relevantesten Techkonzern positionieren will.
TITEL: WANDEL
22
Langer Weg zur Offenheit
Welche Strategien Discounter wie Aldi und Penny in Kommunikation und Marketing verfolgen.
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Vorteil Familie?
Familienunternehmen gelten oft als konservativ. FĂŒr die Transformation kann eine klare EigentĂŒmerstruktur hilfreich sein.
30 Zu viel Krise
Alexander Gutzmer rĂ€t, die turbulente Gegenwart als âNew Normalâ anzuerkennen und Change konstruktiv zu begegnen.
3âEditorialââ6âBilderââ9âSprecherspitzeââ10âMeldungen
74âWechselbörseââ75âImpressumââ82âZahlen
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Neue Markenstrategie
E.ON sieht sich als Spielmacher der Energiewende. Diese Botschaft will der DaxKonzern kĂŒnftig stĂ€rker betonen.
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Doppelter Change
Greiner will nachhaltiger werden. In der Kommunikation setzt das österreichische Unternehmen auf aktivierende Formate.
40
KOM fragt
Zahlreiche Unternehmen verlangen wieder PrĂ€senz im BĂŒro. Wie lĂ€sst sich das kommunizieren?
42 Transformation in Medien
Die grĂŒne Transformation hat den digitalen Wandel als Schwerpunkt der Berichterstattung in Leitmedien ĂŒberholt.
MEDIEN
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Sichtbare Probleme
Kommunikationsberater
Christoph SchĂ€fer ĂŒber die Folgen der MedienschwĂ€che fĂŒr die Unternehmenskommunikation.
48 Text, Video, Podcast
Wie âBusiness Insiderâ seine Recherchen aufbereitet und Geschichten zielgruppengerecht erzĂ€hlen will.
PRAXIS
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Die Bundeswehr
Die deutsche Armee verfĂŒgt ĂŒber eine eigene Redaktion. Die will vor allem HintergrĂŒnde und Fakten liefern.
56
KI-Kolumne
KĂŒnstliche Intelligenz hat Schwierigkeiten, fehlerfreie Bilder zu erstellen. Wie lassen sich KI-Fotos erkennen?
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Shortseller-Attacke
Grenke musste einen Shortseller-Angriff abwehren. Kommunikationschef Stefan Wichmann blickt zurĂŒck.
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Möglichst gerÀuschlos
Der Rundfunkbeitragsservice hat eine Kommunikationsabteilung. Was macht die denn so?
68 Ministeriumskrimi
Das Buch von Ex-Sprecher
Wolfgang Ainetter ist fiktiv, verrĂ€t aber trotzdem viel ĂŒber die RealitĂ€t in der Politik.
AGENTUREN
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Kurz vorgestellt
Aline Sophie Lahaye von Rud Pedersen beantwortet den Agenturfragebogen.
76
Verband
Kommunikation und Demokratie, BdKom Award, zehn Fragen, Neumitglieder.
Im Wortlaut: Interview mit SAPKommunikationschefin Monika Schaller.
Lars Rosumek ĂŒber die HintergrĂŒnde der neuen Markenstrategie bei E.ON.
Warum die Discounter offensiver als noch vor einigen Jahren kommunizieren.
Wie âBusiness Insiderâ Geschichten erzĂ€hlt und seine Recherchen aufbereitet.
Monika Schaller leitet die Kommunikation bei SAP. Im Interview spricht sie darĂŒber, wie sie das Unternehmen als Europas relevantesten Techkonzern positionieren will, welche Rolle CEO Christian Klein dabei spielt und wo das Unternehmen in der AuĂendarstellung Nachholbedarf hat.
Im April 2023 gab es die Meldung, dass Sie zu SAP wechseln. Angefangen haben Sie im August. Was genau sollte Ihr Auftrag sein?
Schaller: Das ist weniger ein Auftrag, sondern eher eine groĂe Chance. Die Chance, einen der spannendsten Momente von Deutschlands wertvollstem Unternehmen mitzugestalten. Wir schĂ€rfen das Profil von SAP in der Ăffentlichkeit, um SAP als das zu positionieren, was wir sind: der global einzig relevante Techkonzern aus Europa.
Das klingt, als hĂ€tte es vorher ein Defizit gegeben. Schaller: Das muss man einordnen: In den vergangenen Jahren war bei SAP viel reaktive Kommunikation an der Tagesordnung â insbesondere in Deutschland. Das fĂŒhrte zu der Erkenntnis, dass SAP auch in seinem Heimatmarkt selbst Themen aktiver setzen und kommunizieren muss. Bei aller InternationalitĂ€t: Unser Headquarter ist in Deutschland. Deshalb braucht es einen stĂ€rkeren Fokus auf einen wirklichen Austausch und offenen Dialog auch mit deutschen Medien.
WĂŒrden Sie sagen, SAP verkauft sich in der Ăffentlichkeit unter Wert?
Schaller: Es gibt immer Luft nach oben. SAP und unsere Produkte sind kein einfaches Thema. Was wir machen, ist inhaltlich komplex, aber zugleich hoch relevant. Ăber unsere Systeme laufen 89 Prozent der gesamten Weltwirtschaft. Es ist ein groĂer Wirkungsbereich, der aber eine spezifische Kundengruppe betrifft und eben nicht die Endverbraucher. Ein deutlicher Unterschied
zu Unternehmen wie der Deutschen Post DHL, zu der nahezu jeder zumindest gelegentlich Kontakt hat.
Wer genau gehört zu Ihrer Zielgruppe?
Schaller: Unsere Kunden sind groĂe Unternehmen und Staaten, mit denen wir sehr zielgruppenorientiert kommunizieren. Wir mĂŒssen aber auch in der allgemeinen Ăffentlichkeit Markenbildung betreiben und uns als Konzern positionieren. Und darĂŒber hinaus mĂŒssen wir das sehr spezielle Tech-Segment abdecken. Es gibt also drei Stakeholder-Gruppen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die wir alle erreichen mĂŒssen.
Inwieweit hat sich Ihr Auftrag seit Ihrem Start wieder verÀndert? Das KI-Thema kam mit Nachdruck auf die Agenda und wird dort wohl auch bleiben.
wechselte Mitte 2023 von der DHL Group zu SAP. Weitere berufliche Stationen waren die Deutsche Bank und Goldman Sachs. 2022 wurde sie als âKommunikatorin des Jahresâ ausgezeichnet. Wirtschaftsjournalisten wĂ€hlten sie bereits zweimal zur âSprecherin des Jahresâ. Sie ist Mitglied des BdKom-PrĂ€sidiums.
Schaller: Unsere Kommunikationsstrategie steht und ist auf mehrere Jahre ausgerichtet. Allerdings haben wir fĂŒr 2024 neue Schwerpunkte gesetzt. Wir fokussieren uns thematisch noch stĂ€rker auf AI. Man darf generative KI nicht mit ChatGPT gleichsetzen. Es geht um den Business-Nutzen. Schon vor dem Hype hatten wir ĂŒber 130 KI-AnwendungsfĂ€lle fĂŒr unsere Kunden im Angebot. TĂ€glich kommen neue dazu. Gleichzeitig bleiben fĂŒr die Strategie unsere Enterprise Software (ERP) und die Business Technology Platform (BTP) hoch relevant. Und unterfĂŒttert wird die gesamte Strategie mit dem Thema Nachhaltigkeit.
Discounter wie Lidl und Aldi haben frĂŒher ĂŒberhaupt nicht kommuniziert. Das hat sich geĂ€ndert. Warum ist das so?
Von KATHI PREPPNER und JENNIFER SPATZLegendĂ€râ, âbeste Werbungâ, âHier wurde Marketing-Geschichte geschriebenâ â die Kommentare unter dem neuen Werbeclip von Aldi Nord, fĂŒr den Youtube-Star Alexander Marcus seinen Hit âPapayaâ in âAldi hat Patataâ umgewandelt hat, klingen ziemlich begeistert. Sogar die âBildâZeitung hat bei Aldi angefragt, ob es das blau-weiĂ-rosafarbene Sakko mit dem gestreiften Aldi-Muster, das der SĂ€nger in dem Spot trĂ€gt, bald zu kaufen gibt. Es ist ein Unikat. Von daher: unverkĂ€uflich.
Aldi Nord und Aldi SĂŒd haben erst 2016 angefangen, Werbung zu machen, wenn man von den Verkaufsprospekten mit Angeboten absieht. Lidl investierte zu dem Zeitpunkt schon lange viel Geld in Fernsehwerbung und Imagekampagnen. Doch die Werbe- und MarketingaktivitĂ€ten der Discounter sind ĂŒber die Jahre insgesamt vielfĂ€ltiger geworden. Lidl sponsort Bayern MĂŒnchen und lĂ€sst bei der FuĂball-Europameisterschaft das âLidl Kids Teamâ in den Farben des Discounters einlaufen. Zum 50. Geburtstag gab es eine Kampagne mit Helene Fischer, Barbara Schöneberger und Max Giermann. Zuletzt lieĂ man Oliver Pocher, der gerade mit der Trennung von seiner zweiten Ehefrau Boulevard-Schlagzeilen produzierte, in einem Videoclip einen Paartherapeuten spielen. Penny macht in der RTL-Serie âUnter unsâ Werbung, in der die Protagonisten in einem echten Penny-Markt einkaufen gehen. Neu ist jetzt ein Spot vor dem eigentlichen Werbeblock, in dem eine âUnter-unsâ-Figur jede Woche im Penny-Markt einkauft und anschlieĂend
jedes Mal neue Produkte in ihrer KĂŒche auspackt.
Eine Idee, die in der Kommunikationsabteilung entstanden ist und anschlieĂend mit dem Marketing weiterentwickelt wurde, fĂŒhrte zu Pennys PR-Aktion âWahre Kostenâ. Dabei hatte der Discounter im August 2023 fĂŒr einige Produkte einen neuen Preis gesetzt. Nach Angaben von Penny seien das die wahren Kosten, inklusive sĂ€mtlicher Auswirkungen auf Umwelt, Wasser oder Gesundheit. Wiener WĂŒrstchen waren plötzlich fast doppelt so teuer wie vorher. Bio-Pro-
dukte stiegen dagegen nur leicht im Preis. Die höheren Erlöse plus Spende kamen dem Projekt âZukunftsbauerâ zugute, mit dem Penny Landwirten dabei helfen will, ihre Höfe klimaschonender zu gestalten. Die Aktion sorgte fĂŒr reichlich Wirbel in der Presse und verlieh Penny ein Saubermann-Image. Der Deutsche Bauernverband warf dem Discounter hingegen Greenwashing vor.
Marketing und Unternehmenskommunikation tauschen sich bei Penny regelmĂ€Ăig via Chat oder in PrĂ€senz aus. Wenn Penny-Pressesprecher Andreas
Immer mehr Unternehmen kehren zu einer PrĂ€senzpflicht im BĂŒro zurĂŒck. Was die GrĂŒnde dafĂŒr sind und wie sie diesen Schritt kommunizieren, haben wir
Matthias Schmidt, Laila Helmy und Sigrid Schneider gefragt.
Warum halten Sie es fĂŒr wichtig, dass Mitarbeitende regelmĂ€Ăig im BĂŒro arbeiten? Was ging durch das Homeoffice verloren?
Wir haben Anfang MĂ€rz ein neues Arbeitsmodell eingefĂŒhrt: â4+1â. Das heiĂt vier Tage im Office und einen Tag, wo man will. Mit zahlreichen Kommentaren auf den ĂŒblichen Plattformen hatte ich gerechnet. Nicht aber, wie heftig sie zum Teil waren. Es war eher so, als hĂ€tte ich â4+1â flĂ€chendeckend fĂŒr alle in der Bundesrepublik Deutschland eingefĂŒhrt. Aber ich bin ja nicht Hubertus Heil, sondern Chef einer kleinen Werbeagentur in Berlin.
Die Menschen bei Antoni produzieren ein exzellentes Kreativprodukt. Es entsteht unter anderen Bedingungen als zum Beispiel das Produkt einer Bank oder einer Unternehmensberatung. Und selbst in meiner Branche sind die Player so unterschiedlich, dass ich mir niemals anmaĂen wĂŒrde, anderen zu sagen, wie man es mit dem Arbeitsmodell richtig macht. Ich kann nur sagen, was der Antoni-Weg ist.
Freude und die Magie, die das Arbeiten in einer Kreativagentur bringen, sind fĂŒr mich die wichtigsten GrĂŒnde fĂŒr mehr Zeit im BĂŒro. Wir haben tolle RĂ€ume in Berlin-Mitte. Wir haben sehr interessante Projekte, aber vor allem ist Antoni ein Haus voller inspirierender Menschen. Die kreative Energie, die entsteht,
wenn sich diese Menschen treffen, lĂ€sst sich schwer mit Worten beschreiben. Und sie lĂ€sst sich auch nicht in gleicher IntensitĂ€t in Videocalls herstellen. Diese Energie macht den Unterschied â zwischen etwas, das man Arbeit nennt, und etwas, das Freude bringt. Und sollte es das nicht, wenn man schon einen gröĂeren Teil seines Lebens damit verbringt?
NatĂŒrlich geht es auch um das kreative Produkt. Alle Kreativen wissen: Ideen entstehen durch Austausch. Oft sind es die ZufĂ€lle, die Arbeiten besser machen. Der Talk in der KaffeekĂŒche, das aufgeschnappte GesprĂ€ch auf dem Gang, das Bild, das irgendwer an die Wand gepinnt hat. âHappy Accidentsâ steigern die QualitĂ€t des kreativen Produkts.
FĂŒhrung und Ausbildung haben remote bei uns gut funktioniert, aber wenn man zusammen ist, funktioniert es organischer. FĂŒhrung ist vor allem Kommunikation und Feedback. Das geht remote. Aber sie geht um einiges schneller, klarer und krĂ€fteschonender, wenn man sich sieht. Auch Onboarding und gemeinsames Lernen erleichtert die physische NĂ€he. Darum habe ich viel gutes Feedback von jungen Mitarbeitenden bekommen â fĂŒr mich zunĂ€chst ĂŒberraschend. Dann verstand ich aber: Viele haben im Lockdown Abitur gemacht, vorwiegend remote studiert oder Praktika gemacht. Sie freuen sich, jetzt mehr mitzubekommen, interessante Leute kennenzulernen. Und Teil von etwas GröĂerem zu sein. Die Magie einer Kreativagentur spĂŒrt man eben am besten, wenn man in der Kreativagentur ist.ââą
Matthias Schmidt ist Chief Creative Officer bei Antoni.
Viele Unternehmen verpflichten ihre Mitarbeitenden dazu, eine bestimmte Zahl von Tagen ins BĂŒro zu kommen. Wie haben Sie das gegenĂŒber den Mitarbeitenden kommuniziert? Wie waren die Reaktionen?
Den Kolleg*innen der About You Group ist eine ausgewogene Mischung aus Fern- und BĂŒroarbeit möglich. Sie können montags und freitags von zu Hause arbeiten, wĂ€hrend dienstags bis donnerstags alle im BĂŒro zusammenkommen. Diese Regelung basiert einerseits auf der Ăberzeugung, dass konzentriertes Arbeiten zu Hause durch weniger Ablenkungen die ProduktivitĂ€t steigert. Gleichzeitig legen wir groĂen Wert auf den persönlichen Austausch im BĂŒro, der nicht nur fĂŒr die ArbeitsqualitĂ€t, sondern auch fĂŒr eine lebendige Unternehmenskultur von groĂer Bedeutung ist.
Die Homeoffice-Regelung wurde sorgfĂ€ltig geplant und mit ausreichend Vorlauf per E-Mail kommuniziert, um allen genĂŒgend Zeit zur Vorbereitung zu geben. Einmal im Monat kommen alle Kolleg*innen zu einem digitalen Town Hall Meeting zusammen â unserem sogenannten Stand-up. Das Format dient der persönlichen Kommunikation zwischen Mitarbeitenden und Management. Dort wurden zunĂ€chst die GrĂŒnde und
Vorteile dieser Regelung vorgestellt. Eine Woche nach diesem Meeting findet grundsĂ€tzlich das Austauschformat âDiscussions with the Managementâ statt, welches wir nutzen, um offene Fragen zu klĂ€ren und Feedback einzuholen. Die PrĂ€senzregelung fĂŒhrte zu viel Redebedarf, dies entnahmen wir auch den monatlich durchgefĂŒhrten Mitarbeiter*innen-Umfragen. Wir nutzten deshalb unsere Dialogformate in den Folgemonaten immer wieder, um den Austausch mit den Kolleg*innen zu suchen und ihre Meinung zu hören.
Obwohl wir bei der ursprĂŒnglich angedachten Lösung geblieben sind, haben wir so Wege gefunden, die BedĂŒrfnisse unserer Kolleg*innen aus 77 Nationen zu erfĂŒllen. FĂŒr viele ist es wichtig, dass sie ĂŒber und nach Weihnachten auch aus dem Ausland arbeiten können. Ein weiterer Punkt war, dass viele Kolleg*innen mit Kindern sich wĂŒnschen, in den Sommerferien aus dem Ausland arbeiten zu dĂŒrfen. In der Folge haben wir zusĂ€tzliche âRemote Weeksâ im Januar und Juli eingefĂŒhrt.
Begegnungen sind insbesondere unseren jĂŒngeren Teammitgliedern wichtig. Das beobachten wir in unserer Zentrale in Hamburg, wo wir auf jedem Stockwerk KĂŒchen mit Sitzmöglichkeiten und Kaffeestationen sowie drei Terrassen haben. Der persönliche Austausch ermöglicht es ihnen, erfahrenen Kolleg*innen Fragen zu stellen, die sie möglicherweise nicht schriftlich formulieren wĂŒrden. Gerade in Pausen, beim gemeinsamen Kaffee oder Mittagessen entstehen auf diese Weise Lernmomente.
Auch wenn es eine gewisse Zeit der Umstellung benötigt hat und es viel Redebedarf gab, sind wir ĂŒberzeugt, dass die Anwesenheit im BĂŒro an drei festen Tagen pro Woche den besten Kompromiss fĂŒr konzentriertes Arbeiten und Zusammenarbeit darstellt. Weiter können alle an zwei Tagen die Woche ihren Arbeitsplatz frei wĂ€hlen und an den anderen Tagen den Teamgeist und die Zusammenarbeit stĂ€rken.ââą
Laila Helmy ist Head of Corporate Communications bei About You.
Mit welchen Anreizen wollen Sie Mitarbeitende zusĂ€tzlich motivieren, hĂ€ufiger im BĂŒro zu arbeiten?
WĂŒrth ist ein Familienunternehmen mit globaler PrĂ€senz. Daher stehen fĂŒr uns Vertrauen und WertschĂ€tzung, persön-
liches Miteinander und Begegnung, Lust auf Leistung und FlexibilitÀt auf einer Stufe. Das gilt auch beim Thema PrÀsenz und Homeoffice: Beides hat seine Vorteile und wir nutzen sie.
Persönliche Begegnungen sind bei WĂŒrth fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Wir haben bei uns in KĂŒnzelsau ein New-Work-Konzept mit unterschiedlichen Arbeitswelten, das diese Begegnungen ermöglicht: mit KollaborationsflĂ€chen und modernen ArbeitsplĂ€tzen. Aber auch âWalk- und Talkâ-Strecken rund um den WĂŒrth-Campus, wo sich die Besprechung oder das Brainstorming auch mal an die frische Luft verlagern lĂ€sst. Hinzu kommen Angebote wie das âFit mit WĂŒrthâ-Programm oder die Verpflegung im Betriebsrestaurant. Dort können Mitarbeitende zu vergĂŒnstigten Preisen essen, aber auch Sonderaktionen wie leckeres Sushi oder Kaffee vom Barista genieĂen. Das ist ein nicht zu unterschĂ€tzender Faktor.
Auch in der Unternehmenskommunikation arbeiten wir im hybriden Modell â bis zu zwei Tage mobiles Arbeiten sind bei WĂŒrth im Innendienst möglich. Diese FlexibilitĂ€t haben wir schĂ€tzen gelernt. Im Homeoffice lassen sich TĂ€tigkeiten erledigen, die etwas mehr Konzentration erfordern. Gleichzeitig sehen alle im Team die Vorteile, wenn wir gemeinsam vor Ort
sind: Zwischen Presseanfragen, Projekt-Calls und den Vorbereitungen fĂŒr den nĂ€chsten GeschĂ€ftsbericht oder die Bilanzpressekonferenz geht vieles schnell auf Zuruf â gerade in intensiven Phasen ist das Gold wert. Zudem nehmen wir uns an BĂŒrotagen bewusst Zeit fĂŒr den Austausch ĂŒber das TagesgeschĂ€ft hinaus. Workshops, Brainstormings oder ein Blick auf neue Entwicklungen in der Unternehmenskommunikation funktionieren persönlich noch einmal besser.
FĂŒr uns gilt: Die richtige Mischung macht es. Und die Möglichkeit, flexibel zu reagieren. Wenn das der Fall ist, braucht es nach meiner Erfahrung keine zusĂ€tzliche Motivation, ins BĂŒro zu kommen.ââą
Sigrid Schneider ist Pressesprecherin der WĂŒrth-Gruppe.
âBusiness Insiderâ spielt seine Recherchen neben der Website zunehmend ĂŒber Audio und Bewegtbild aus.
Wie das aussehen kann, zeigt der Fall des HR-Influencers Cawa Younosi. Das Springer-Medium will so vor allem Menschen am Anfang und in der Mitte ihrer Karriere ansprechen.
Von VOLKER THOMS
Um zu erfahren, wie ein Medium sich selbst sieht, lohnt ein Blick in die Mediadaten. Bei âBusiness Insiderâ finden sich hier folgende Angaben: Das Online-Medium will ĂŒber die fĂŒr Young Professionals wichtigen Themen berichten und es den Lesern ermöglichen, informierte finanzielle und berufliche Entscheidungen zu treffen. Man liefere Inside Stories und sei âCutting Edgeâ im investigativen Journalismus. Die Mediadaten enthalten auch Beispiele von vergangenen Artikeln: Mal geht es um Bitcoins, Gehaltsverhandlungen, Start-ups, den Hubschrauber-Flug von Ex-Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, Betrug bei Coronahilfen und die Schlesinger-AffĂ€re.
Es sind die Recherchen um die frĂŒhere RBB-Intendantin und ARD-Vorsitzende Patricia Schlesinger, die den Ruf von âBusiness Insiderâ als Investigativ-Medium geschĂ€rft haben. Der maĂgeblich verantwortliche Reporter Jan C. Wehmeyer ist inzwischen als Investigativ-Chef zu âBildâ gewechselt, erhielt fĂŒr seine Berichterstattung vorher aber noch den renommierten âSternâ-Preis.
Die etwa 80-köpfige Redaktion wird von zwei Chefredakteuren geleitet: Jakob Wais und Kayhan Ăzgenc. Hinzu kommt Alex Hofmann, der fĂŒr das Start-upPortal âGrĂŒnderszeneâ verantwortlich ist. Wais ist zusĂ€tzlich GeschĂ€ftsfĂŒhrer sowie Vorsitzender der Chefredaktion
Ăzgenc. Er berichtete detailliert ĂŒber den Abgang von Steffen Klusmann beim âSpiegelâ und wie das âHandelsblattâ seinen Journalisten Daniel Delhaes nach einer Recherche zum Bundesverkehrsministerium kaltstellen wollte.
Ăzgenc und Wais nennen als herausragende Geschichten drei andere Beispiele. Zum einen die Berichterstattung ĂŒber Ernst Prost, den Ex-Chef des Schmierstoff- und Ăl-Produzenten Liqui Moly. Der Unternehmer hatte mit 65 Jahren seine Firma verkauft und fĂŒhrt jetzt trotz eines geschĂ€tzten Vermögens von 400 Millionen Euro ein Einsiedlerleben auf einem bayerischen Berghof. Er trinkt dem Artikel zufolge âgerne das ein oder andere MaĂ Bierâ und hat sich einen wilden Bart wachsen lassen.
Fragt man Wais und Ăzgenc, welche Geschichten sie fĂŒr besonders gelungen und als typisch fĂŒr ihr Medium halten, verweisen sie nicht als Erstes auf die RBB-Recherche. Diese habe vor allem dafĂŒr gesorgt, auch auĂerhalb der Wirtschaftswelt bekannt zu werden.
Medienberichterstattung soll aber nicht der Kern sein, was âBusiness Insiderâ ausmacht. âDa sind wir durch die RBB-Geschichte ein bisschen reingerutscht. Plötzlich bekamen wir Hinweise aus den Redaktionen. Das nehmen wir gerne mit. DafĂŒr bekommt man viel Aufmerksamkeit auch unter Kollegenâ, sagt
Die zweite Geschichte betrifft Theo Stratmann, der in einer Doku des vor allem bei jĂŒngeren Zielgruppen beliebten Formats âStrg_Fâ aus dem Hause âFunkâ als superreich verkauft worden war und fĂŒr den Kaviar und Privatjet angeblich zum Alltag gehören. Dem 18-JĂ€hrigen brachte das die Bezeichnung âSchnöselTeenieâ ein. âBusiness Insiderâ meldete Zweifel an Stratmanns Reichtum an, was die Protagonisten-Auswahl von âStrg_Fâ in Frage stellte.
Als drittes Beispiel heben Wais und Ăzgenc den Fall Cawa Younosi hervor. Der ehemalige SAP-Personalchef lĂ€sst und GeschĂ€ftsfĂŒhrung. âBusiness Insiderâ gehört zu Axel Springer.
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