Die Miſſions-Taube. ++
+ —
Nachrichten aus dem
Miſſionsgebiet der Heimat und des Auslandes. Herausgegeben für die
Evangelifd-Lutherifche Synodalkonferenz von Uord-Amerika ~
von der Kommiſſion für Negermiſſion.
Medigiert
von
P. R.
Neunundzwanzigſter
St. Louis, CONCORDIA
:
Kreß ſchmar. ;
Jahrgang.
Mo.
PUBLISHING
1907.
puay
HOUSE.
Subaltsverzetd nis. Januar. Bich mit Gott!
(Gedidt.)
Fünfundzwanzig
in der Negermijfion.
(Mit
Die Heidenboten,
Jllu-
Pionierarbeit
sospoconooodsanspesgoudEcodosso0Nen00d
Nachrichten aus New Orleans ......... Kriſjhnagiri. (Mit 3 Jlluſtratio Mächte der Finfternis ........ Manderlei aus der Miſſion und Mene Drudjadjen .......-..--eee eee ee eee
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Jahresbericht über dic Pheer ſion in New Orfeans.... Unſere armen Negerſchüler in Greensboro .…............
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Errettung cines Miſſionars aus großer Gefahr. (Mit Jlluration EEE sug sounobuudOsUUODUGOOS Manderlei aus der Miſſion und für die Miſſion ....... Mette Drud ſahen cles ese clecewelscceeccecnes
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Ambur.
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(Mit 3 Jlluſtrationen.)
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JImmanuel-College.
(Mit Jlluſtration.)
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Das Feld ijt weiß. (Gedidht.) ...-.---eee eee eee eee Aus dem Jahresbericht Direktor N. J. Batles über das Jmmanuel-College
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Dru>ſachen
Gottes
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Eröffnung
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Direktor Bakke bringt mit ſeinen Negerſchülern den Collegeplay in Ordnung.
(Jlluſtration.)
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Schülerinnen im Immanuel-College üben fid) in weiblichen Handarbeiten.
(Jlluſtration.)
JEſus lebt, aber Mohammed
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Wege
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Jsraeliten
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im Jmmanuel-College
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Weihnachtsgnade. (Gedicht mit Jlluſtration.) .........Aus der Arbeit eines Negermiſſionars .……..............
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Drudfadjen
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cece eee eee eee 90 Weihnachten in Alaska .............. Einweihung der neuen Miſſionskapelle in Salisbury, N. C. 93 (Mit 4 Illuſtrationen.) een Verſammlung der Jmmanuel-Konferenz ...----+«-..---.- 94
44 45
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Im Kampf mit Löwen in Oſtafrika ................... Mancherlei aus der Miſſion und für die Miſſion ........
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Lehrer Fr. Eberhard in Napoleonville, La.
Mancherlei aus der Miſſion und
Neue Drudfadjen
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Dezember.
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raton EE EEE soobadoodedbeucEsaboCnedn Erdbeben in Kaiſer-Wilhelmsland ..................-Stlavenbefreiung
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Nachrichten aus New Orleans.
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Zu
Mancherlei
in Oſtindien.
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November.
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Nachklang zum Reformationsfeſt. (Gedicht mit Jlluſtra- a HEL) coacogoopbugdodnoyoDDSUgOdccod CDE Hoa GND Paſtor J. F. Harders geht als Miffionsleiter in die Jndianermiffion der Wisconfinfynode nad) Arizona. (Mit
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Aus der Taubſtummenmiſſion. (Mit Jlluſtration. Cr Bittere Enttäuſchungen in der MiffionSarbeit .... Die neue Miſſionskapelle in Conover, N. C. (Illu Mancherlei aus der Miſſion und für die Miſſion . Neue Dru>ſachen aaa aaa ananas
der Miſſion unſerer norwegiſchen Brüder im Zuluſande. (Mit 2 Jlluſtrationen.) .................... 3 Mancherlei aus der Miſſion und fiir die Miſſion a0
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Das ſilberne Jubiläum des Kaſſierers unſerer Negermiſſion. (Mit Illuſtration.) ©... 2... eee eee eee eee eee 73 Abordnung eines neuen Mijffionars in die miffourifde Heidenmiffion in Oſtindien. (Mit Blhuftration.) ........ 7.
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(Gedicht.)
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Mai.
Sekt iſt die angenehme Beit.
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Pfingſten auf Erden erre 33 Nachrichten aus New Orleans ....................... 34 Miffionsnadridten aus North Carolina .............-. 35 Wus der Heidenmiſſion der Miſſouriſynode in Jndien. (Mit
Neue Drudfadjen
und
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Oktober.
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Station Barugur der miffortrifden Heidenmiſſion im Tamulenlande. (Mit 2 Jlluſtrationen.) ............ 28 Gm SRI EE aete atelefoleale aete e 30 Manderlei aus der Miſſion und für dic Miſſion ..-..... 31
2 Hlluftrationen.)
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Die
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September.
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April. Nach deinem Siege. (Gedicht mit Jlluſtration.). Nachrichten aus New Orleans e
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Unſer Jmmanuel-College. (Gedicht) ......-.------Erfreuliches und Vetritbendes aus der Negermiffion. (Mit aa e coco o eo e nuoresss Q Hiluftcationcn.) «aa Nachrichten aus North Carolina aeree Nachrichten aus New Orleans. (Mit 2 Jlluſtrationen.)... Die Coroados in Braſilien ... 0... eee eee eee eee eee Ehrengeugniffe für die Miſſion eee e cece ence ancrer ee Zwiefache Laſt «eco Mancherlei aus der Miſſion und für die Miſſion ..-..---
März. Paſſions- und Miſſionsgedanken nad) Jef. 53, 10—12.... Nachrichten aus New Orleans .......-.cece eee ee ees Zur Z00jahrigen Jubelfeier Paulus Gerhardts. (Mit JlluNMwEY) sssdsossuas e leete eT e NS Herr Unbekannt macht ſeinen zehnten Beſuch bei dem Kaſſierer unſerer Megermiffion .............----eeeeee Immanuel-College. (Mit 3 Jlluſtrationen.) anouooed Gin cifriger Bibellefer .........-...---Schwierigkeiten beim Lejenfernen Mancherlei aus der Miſſion und fii Meue Drudfadjen ........--. eee eee eee eee .
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Negermiffion
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(Gedicht.)
Eine Feſtwoche in Greensboro, N tionen.) Mancherlei aus der Miſſion und für die Miſſion . 00 Neue Drucfachen eee aaa aa eee eee ees
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Lutheriſchen Synodalkonferenz von Nordamerika. Jauuar
29. Sie
Bich mit Gott! Zieh mit Gott! Breit’ aus die Flügel, Liebes „Täubchen“! Schweb empor über Länder, Meere, Hügel, Vis zum fernſten Hafentor! Grüß die Nahen wie die Fernen, Die fich deines „Ölblatts“ freun! Unter Gottes Gnadenſternen Darfſt du keine Mühſal ſcheun.
.
Bring die Votfdaft, daß in Frieden Sich das Reich des HErrn erbaut! Treibe „Miſſion“ hienieden, . Vis der ew'ge Morgen graut! Bieh Steht
mit Gott! im
HErrn
Denn und
deine Stärke ſeinem
Rüſte did) zu neuem Werke! Droben winkt der Ruheport.
Wort.
O. R. H.
Fünfuudzwanzig Jahre in der Megermijjion. Es ift ein großes Ding und hat viel-auf fich, Lehrer in unſerer Negermiſſion zu ſein. Nicht nur iſt die Arbeit, die einem Lehrer in unſern Miſſionsfdjulen obliegt, mit großen Mühſalen verbunden, ſondern die Verantwortlichkeit, die er tragen muß, und die Bedeutung ſeines Poſtens für den Fortgang und das Wachstum der Miſſion überhaupt ſind au< von foldjer Wichtigkeit, daß ein treuer und gefdjtdter Lehrer unermeßlihen Segen wirken und ein treuloſer “unabſehbaren Schaden anrichten kann.
Aummer
1907.
1.
Wenn man nun von einem Miſſionslehrer ſagen kann, daß er unter Gottes gnädiger Hilfe fünfundzwanzig Jahre lang fleißig, geſhi>t und in großem Segen gearbeitet hat, fo iſt das für ihn ſelbſt und für alle Freunde der Miſſion ein kräftiger Beweggrund, Gott für ſeine Liebe und Treue: von Herzen zu danken. Als erſter Lehrer in unſerer Negermiſſion wurde am 7. Dezember 1881 Kandidat E. R. Vix in ſein Amt eingewieſen. Es beſtand damals nur erſt eine Predigtſtation und die befand fic) in New Orleans in dem alten Sailors’: Home. ier tat der jeßige Direktor Bakke Pionierdienfte, und ihm trat im genannten Jahre Lehrer Vix zur Seite und übernahm die Schule. Es müſſen bewegte Tage geweſen ſein, die dieſe beiden Veteranen in jener Barade durchlebt haben. Zum Glü> für das Gedeihen der jungen Miſſion bot fic) ſhon nach wenigen Fahren Gelegenheit, die Station an einen günſtigeren Ort gu_verlegen. So entſtand die jegige Mount Zion-Station, an der nod) mehrere Jahre lang Lehrer Vix und Miſſionar Bakke nebeneinander weiter arbeiteten. Dann wurde leßterer nad) North Carolina verſeßt, um aud «dort Miſſionspoſten zu gründen; aber Lehrer Vix blieb an der Mount Zion-Scule, und an ihr ſteht er heute nod. Sahraus, jahrein hat er von 50 bis über 100 Schüler unter ſih gehabt, von denen die allermeiſten vielleiht nie in ihrem Leben das Brot des Lebens zu koſten bekommen hätten. Viele von ihnen find jeßt erkfenntnisreihe und eifrige Glieder der Ge“ meinde; eine ganze Anzahl, die nun ſelbſt Kinder
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- Die Missíons-Taube. der
haben; bringt dieſe: wieder int unſere Schule, und manche, die gegenwärtig verſchollen find, werden gewiß am Jüngſten Tage vor Gottes Thron Zeugnis ablegen von der treuen und fegenSreidjen Arbeit ihres früheren Lehrers. Fünfundzwanzig Jahre hat Lehrer Vix auf ſeinem Poſten geſtanden, und die Gemeinde rechnete es fic) zur Ehre an, aus dieſem Ereignis ein Jubiläum zu machen. Ein feierliher Gotte8dienſt wurde veranſtaltet, in weldjem Gemeinde und Paſtor Gott lobten und dankten für den großen Segen, den er durch die Arbeit des Jubilars unter uns geſtiftet hat. Jom
iſt. Gott
Kirche unter
Werden wir niht müde in unſerer kaun gerade durd) unſere lutheriſche
den Farbigen
nod) herrlichen
und
weit-
reichenden Segen ſtiften. — Unſer Bethlehem ijt noch immer verwaiſt. Es ſcheint aud) jeßt noch keine Ausſicht vorhanden zu ſein auf die baldige Anſtellung eines Miſſionars. Die Gemeinde hat aber keine8wegs den Mut verloren; im Gegenteil, es geht troi der Vakanz in jeder Hinſiht gut voran. Die Gottesdienſte werden verhältnismäßig gut beſucht und die Beiträge gehen befriedigend ein. In St. Paul nimmt gegenwärtig der Beſuch der Sonntagsſchule erfreulic) zu. Von 100 bis 120 Kinder ſind regelmäßig da und fie bleiben auch da zum Bormittagsgottesdienft. Dies ift übrigens in
ſelbſt, dem Jubilar, iiberreidjte die Gemeinde dann - no<h zum Zeichen der Anerkennung ſeiner Dienſte ein feines Geſchenk.
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allen unſern Kirchen der Fall, und da es die Unſtände
‘Lehrer E. R. Vix. „Ihr Kinder Zions, freuet eu< und ſeid fröhlich im HErrn, eurem Gott, der cud) Lehrer zur Gerehtigkeit gibt“, Joel 2, 28. KN. Kreßſ<hmar.
Nachrichten aus New Orleans. 8 eae)
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mit fid) bringen, daß nur wenige Erwachſene in den Morgengottesdienſten erſcheinen können, werden die Predigten hauptſächlich für die Kinder gehalten und ihrem Faſſung8vermögen jo viel als mögli<h angepaßt. ‘Die Zahl der Schüler in der Mount ZionSquſle iſt nod immer im Wachſen begriffen. Der Durchſchnittsbeſuch in den beiden Shulzimmern während des Monats November war 176. An Schulgeld kamen in demſelben Monat $53.00 ein. Die Konmmiſſion hatte einen weiteren Lehrer für New Orleans berufen, damit dieſe Schule die ſo nötige dritte Kraft bekäme; dieſer hat jedoch, wie wir hören, den Beruf niht angenommen. Das tut uns leid — die Not iſt groß. Auch in die St. Pauls-Schule treten nod immer neue Schüler cin. Aus den vier Klaſſen dieſer Squle ſind im Monat November $73.00 Schulgeld eingekommen. “ Im Luther-College MIEI es noc) immer an der ſo nötigen Orgel. Jüngſt mußte die Orgelſtunde au8geſeßt werden, weil es in der Kirche, wo das einzige verfügbare Jnſtrument fic) befindet, zum Üben zu kalt war. Zwei Mädchen. mußten wegen ungebührlihen Betragens aus der Anſtalt ausgewieſen werden. Eine Familie aus Mount Zion ſchenkte in dieſen Tagen der College-Bibliothek eine große Anzahl wertvoller Bücher. Die Bibliothek zählt jeßt etwa 200 Bände. Wer hilft, daß ſie wächſt ? Prof. Wilde lernte vor nicht langer Zeit die Taxidermie — auf. gut Deutſch nennt man das ja
wohl Vögel-, Tier- und Reptilienausſtopfungskunde —, um den Unterricht in der Naturkunde beſſer ver-
anſchaulichen zu können. Anzahl
Exemplare
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Gr hat ſcon eine ganze —
ausgeftopfter Vögel 2c., aber cS
Die
Missions -Tsurhe.
fehlt an einem Kabinett, in dem dieſe aufbewahrt werden können. Wie kann man das wohl am beſten und billigſten beſchaffen? Von Napoleonville hören wir, daß dort Lehrer Gehner ſhon 40 Kinder in der Schule hat. Visher haben fic) alſo die gehegten Erwartungen als berechtigt erwieſen.
Kriſhuagiri. Kriſhnagiri ijt den Leſern der „Miſſionstaube“ja niht unbekannt, und wer die Miſſionsberichte im „Lutheraner“ geleſen hat, wird über unſere erſte Miſſionsſtation gang gut unterrichtet ſein. Viel hat fic in den
leßten
Fahren
nicht verändert
in der
Stadt,
3
Samuel mit ſeiner Familie, John, von dem wir weiter unten nod) reden werden, Lehrer Devarecfam
und
Frau, der Koch und ſeine Frau und die ganze Koſtſchule, alles in drei kleinen Gebäuden. Das andere Miſſionshaus ijt etwas kleiner; es ijt auc) mit einem Küchengebäude verſehen und wird jest, zum Teil wenigſtens, von Bruder Nau bewohnt und auch wieder etwas hergerichtet. Schließlich ſteht im hinteren Teil des Miſſionsgehöfts nod die Schule, die zuglei als Kirche benußt wird, und das neu errichtete, nod) unbewohnte Lehrerhaus. Was ſonſt nod vom Miſſionsgrundſtük übrig iſt, wird der Garten genannt, der je nad) der Jahrészeit und der Güte des Gärtners mehr oder weniger ſ{hön ausſicht. Jn der Südoſte>e des Compounds (Grundſtück) befinden ſich die Gräber von Miſſionar Näther und ſeinen Kin-
ausgenommen vielleiht der Umſtand, daß wir jest cine Eiſenbahn haben. Wer jest mit dieſer Eiſenbahn nach Kriſhnagiri kommt, dem fällt zuerſt der nate Felſenkoloß, von dem die Stadt ihren Namen hat, in die Augen. Intereſſante Sachen werden von ihm erzählt, und herrlich ift der Wusblic von ſeinem Gipfel. Wer hierher zu Beſuch kommt, wird unerbittlid) da hinaufgeſchleppt. Wenn man am Bahnhof ausſteigt, ſicht man von der eigentlihen Stadt nod Miſſionshaus mit dem Kriſhnagiriberg im Hintergrunde. nichts, nur ein altes Hoſpital dern, ſowie diejenigen einiger unſerer eingeborenen . und die Polizeiſtation, beides keine gern beſuchChriſten. ten Stätten. Wir verzichten darauf, in einen Schon beim Beſehen der Gebäude haben wir jo rumpeligen Ochſenbandi zu ſteigen, und wandern ein cintóniges Singen gehört. Das kam aus der zu Fuß die breite, ſchattige Straße entlang, die Die Koſtſchulkinder lernen ihre Buchſtaben Sqhule. nad) der ſogenannten Altſtadt führt. Jn anderer nach der guten (?) alten Methode. Wir treten ein Richtung führt fie nach der Neuſtadt und iſt fo die und ſehen ſofort ein Paar Beine vom. Stuhle hereigentlide Verkehrsſtraße zwiſchen den beiden Teilen untergleiten, und der Lehrer ſteht vor uns. John iſt pon Kriſhnagiri und darum aud) immer ſehr belebt. ein alter Londoner Chriſt; wir haben ihn hier nur Wir gehen nach der Altſtadt gu, ſhwenken jedod) kurz ~ zur Aushilfe, bis wir eine ordentlidje Kraft bekom. > vor den Baſaren nad) links und kommen nun bald men. Sein Gehalt iſt 3 Rupien ($1.00) den Monat. auf den Weg, der zum Miſſionsgrundſtük führt. Wir Wir haben ifn hier halb verhungert aufgenommen kommen freili<h von hinten herein, aber wir haben und in der EEA SES Dann wurd C Da uns einen Umweg über die Neuſtadt erſpart. ſtehen nun die Miſſion8gebäude in genügender Menge. Den Mittelpunkt bildet das große Mijfionshaus, das jegt renoviert ijt. Früher hat der ſelige Miſſionar äther darin gewohnt. Sekt bewohnt es der Unteridnete mit. ſeiner Familie. Zu beiden Seiten beDa wohnt iden fid) Küchen und Lehrergebäude.
D
4
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Die
Missions -Taruhe.
Jahre alt. Leider fehlt ihnen eine ſtrenge Wuffeherin. Ruth, eine Witwe aus Ambur, die ihnen das Kochen beſorgt, bedarf ſelbſt nod) der Aufſiht und iſt furd)tbar dumm, dod) ijt ſie wenigſtens groß amd ſtark. Wenn einmal wilde Tiere kommen ſollten, kann ſie aud) ordentlid) — ſchreien, wie fie neuli< bewieſen hat, als ihr eine Schlange über den Fuß gelaufen war. Sn der Stadt finden wir in einem der Gäßchen etwas verſte>t unſere „Erſte Schule“, aud) Kaſtenſchule genannt, weil kein Paria dahinkommt. Dieſe ~ haben ihre eigene Schule. Hier waltet Samuel, unſer
Straße. Daran liegt unſere Pariaſchule, ein langgeſtre>tes Gebäude mit einem kleinen Hof zur Seite. Sie iſt von Bruder Näther gebaut worden. Wir treten dur die Pforte, freilich niht ohne uns zu büden — ſonſt iſt es um den Hut gefehehen —, in den Hof ein und gelangen dann mit einem zweiten Bückling in die Schule ſelbſt. Da iſt zuerſt Majecth, ein Mohammedaner, der zu Bruder Näthers Zeiten die Schule beſucht hat und ſpäter als Lehrer angeſtellt worden iſt. Er unterrichtet die oberen Klaſſen. Den Religionsunterriht gibt Devarecam, ein Amburer
Grabſtätte Miſſionar Nathers und ſeiner Kinder.
Sudralehrer, mit gewohntem Geſchi>, wenn ard) die Einrichtung nod) ſehr dürftig iſt. Jhm zur Seite paukt als Hilfslehrer ein alter Heide mit Namen Paradaſaradi, den ic) mit ſeinen Schulkindern, die er in einem Tempel unterrichtete, gewonnen habe. Samuel iſt ein ſehr zuverläſſiger Lehrer, und man findet bei ihm immer alles in der beſten Ordnung. Die Schule zählt jekt 72 Kinder. Unt zur Pariaſchule zu kommen, müſſen wir die ganze Baſarſtraße entlanggehen. Da gibt es viel Geſchrei, viel Staub, viel Geſtank und ni<ts Angenehmes. - Wir kommen ſ\<ließlih ans Stadtende und drehen nad) Norden ab in die Maharadjagada-
Chriſt, in allen Klaſſen. Dann haben wir nod) Munnien und Perumal, beide frühere Schuljungen, die jest auch im Taufunterricht ſind. Gott gebe, daß es ihnen ein re<ter Ernſt ijt! Der Lärm in der Schule iſt kaum auszuhalten. Um ſelbſt eine Stunde geben zu können, muß ich eine oder zwei Klaſſen zum Kopfrechnen oder einer andern geräuſchloſen Arbeit verurteilen, oder mid mit meiner Klaſſe in den Hofraum begeben, was am Nachmittag ganz {ón geht. Außer den drei oberſten Klaſſen figen alle auf der Erde. Die Großen ſchreiben auf Tafeln, die Kleinen in den Sand mit dem Zeigefinger. Die Kleidung der Kinder iſt ſehr dürftig.
Die
Mission=-Tauke.
“ Gut, daß Weihnachten wieder kommt. Solche Feten, ſolhe Lumpen! Man wundert fic) nur, wie ſie dieſe noch ſo kunſtvoll umſchlingen können. Die Kinder — es ſind jezt 126 — ſehen im großen und ganzen geſund aus; das kommt daher, daß fie taglid) jedes eine Taſſe ſchwarze Hirſe bekommen. Aus dem Grunde kommen fie auc) ſo regelmäßig zur Schule. Am Sonntag verſammeln fie fic) alle mit der Gemeinde, die jeßt 20 cingeborene Seelen zählt, in der Kirche zur Predigt und herna<h zur Sonntagsſchule. Auch einige alte Frauen kommen regelmäßig und bekommen auch ihre Hirſe. Vielleiht daß dod) nod hie und da cin Samenkorn des göttlichen Wortes Frucht bringt, wenn and) im Verborgenen. Dasjelbe gilt von der Heidenpredigt, die auf den feds Straßen, die von Kriſhnagiri ausgehen, nach allen Seiten hin betrieben wird. Der HErr wird's verſehen! G. Naumann.
5
ſionsdienſtes, einen Blick in die große Macht des Fürſten dieſer Welt, der niht in ſeinen Palaſt will eindringen
und
ſi<h das
Seine
niht will rauben
laſſen.
Su England iſt vor kurzem ein Buch erſchienen mit dem Titel: “Things As They Are”, das den Miſſionsfreunden das Miſſionswerk niht von ſeiner lichten, freudenreihen
Seite, ſondern
von dieſer dun-
flen, jcdhmerglicjen zeigen will. Eine in Tinnevelly arbeitende Miſſionsſchweſter, Frl. Carmichael, erzählt uns darin von dem
furdtbaren Bann,
mit dem
das Heidentum das Volk kne<htet. Die Miſſionsſchweſter erzählt unter anderm, wie folgt:
Jndiſcher Reiskarren.
Mächte der Finſteruis. Wer hört nicht lieber von Siegen und Erfolgen ‘der Miſſion als von Mißerfolgen und Enttäuſchungen? Und nur mit Betrübnis können die Miſſionare von Niederlagen berichten, die der Miſſion in der Heidenwelt von den Mächten der Finſternis bereitet werden; - hingegen mit großer Freude und Dankbarkeit verzeihnen ſie die Miſſionsſiege, die ihnen durd) Gottes Gnade und Allmacht geſchenkt ſind. , Aber beides muß wahrheit8getreu beridjtet werden, das Erfreuliche und das Betrübende. Es iſt den Miſfion3freunden aud) gut, je und je von den NiederTagen und Mißerfolgen des Werkeszu hören, je und je einen Bli> gu tun in die WMnfedjtungen des Miſ-
Sn Judien einen Bekehrten gu gewinnen, heißt ſo viel als einem lebendigen KönigStiger einen Augenzahn ausziehen — ſo hat ein ‘erfahrener indiſcher Miſſionar einmal geſagt. Wenn ein Hindu in dem Verdacht ſteht, daß er ein Chriſt werden will, dann erhebt fic) die ganze Verwandtſchaft und Freundſchaft wie ein Mann. Wie oft haben wir dieſe Erfahrung gemacht!
Wir hatten in einem Dorfe Eingang gefunden, einige Familien erlaubten uns, ihre Töchter zu unterridjten. Da verbreitete fic) die Kunde, irgendwo in
* einem benadbarten Dorfe hätten fic) ein paar Sing: linge als Taufbewerber
gemeldet.
Wie
mit
einem”
* Gdilage waren uns die bi8her geöffneten Türen ver-
ſchloſſen.
„Kinderräuber, Giftmiſcher, weiße Schlan.
6
Die Missíons-Taube.
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gen” — jo lauteten die Ehrentitel, mit denen man uns belegte. „Giftmiſcher“ darum, weil wir nah einem weitverbreiteten Glauben die Leute durd) einen Zaubertrank, den wir ihnen eingäben, betörten, Chriſten zu werden. Eins von den Mädchen, die wir hatten unterrihten dürfen, ‘hieß „Gold“ — ein liebes, anhänglihes Mädchen mit ernſthaften Augen. An dem Tage, als id) fie zum leßten Male beſuchte, legte fie, an die „Verunreinigung“ gar nidjt denkend, ihre Hände in meine und ſagte: „Gehören wir nicht zu einer Kaſte?“ Sch wußte nod) niht, daß es mein Tegter Beſuch in ihrem Hauſe war. Was hätte ic ihr ſonſt alles zu ſagen gehabt! Daun kam jener Umſchwung der Stimmung. Auch Golds Elternhaus war uns fortan verſchloſſen. Es gelang ihr, uns mehrmals Botſchaft zu ſenden. - Sie ſehnte fic) ſehr, uns zu jeben, und bat uns zu kommen. Wir verſuchten es. Vor ihrem Hauſe trafen wir ihre Mutter und baten ſie, uns einzulaſſen. Sie iſt eine harte; alte Frau; ihre Augen ſind wie von ſhwarzem Eis. Wenn ſie uns anbli>te, fror uns bis ins Herz hinein. Natürlih ſ<hlug ſie unſere Bitte ab; ſie würdigte uns niht einmal einer Antwort, ſondern kehrte uns ſtumm den Miiden. Gold wurde für dieſen Verſuch, den Verkehr mit uns fortzuſeßen, folgendermaßen beſtraft. Sie nahmen ſie mit hinab zum Fluß und ſtellten ſie bis an die Hüften ins Waſſer. Dann hielten ſie ſie unter das Waſſer und fragten ſie, ob ſie uns aufgeben wolle. Nicht eher ließen ſie ſie hervorkommen, bis fie das Zeichen gab, daß ſie cinwillige. Dann rieben jie ihr Aſche auf die Augenbrauen — das Zeichen des Widerrufs — und führten fie ſ<lu<zend ins Haus. Mehrere Monate ſahen wir nichts von ifr. Wir wußten es aber einguridjten, daß wir in das Nach_barhaus kamen. Dort fangen wir. Wir ſangen für ~ Gold. Ob ſie es gehört hat? Eines Abends, als “wir auf dem Heimwege waren, ging eine Frau an “uns vorüber und flüſterte ſ{hnell: „Komm ‘eilig und allein! Gold ruft dih.“ Sd) ging mit; die Botin war Golds altere Schweſter, ſie hatte Mitleid mit ihr. Bei dem Hauſe angekommen, hieß fie mid) auf der Veranda niederfigen und warten. Es war ſchon faſt dunkel. Nach einer Weile huſchte eine Geſtalt aus dem Hauſe und ſeßte fid) an dem andern Ende der Veranda nieder. Es mußte Gold ſein; erkenen fonnte id) ſie niht. So konnte id) mit ihr reden. Abe nicht lange, da fam ein Mann und ſeßte ſich ( uf die Veranda neben die Tür. Jh hoffte, er würde ald gehen. Aber er tat es niht. Von Golds An-
es war keine [eihte Aufgabe. Doch bald zwang mich die Dunkelheit zum Gehen. Auf irgend eine Weiſe kam es dod) heraus, daß ic) mit Gold geſprochen hatte. Ein ganzes Jahr hörten und ſahen wir dann nichts von ihr. So oft wir an dem Hauſe vorbeigingen, begegneten wir den eiskalten Augen der. Mutter; ſie hielt ſharfe Wacht. Wir grüßten freundTid); ſie bli>te uns grimmig an und kehrte fic) ab. Aber nod) hörte Gold nicht auf, ſi<h nach uns zu ſehnen. Schließlih gelang es der Mutter durch ſchnöden Betrug, ihr die Sehnſucht auszutreiben. Sie pilgerte mit Gold in cinen Wald, wo ein frommer und berühmter Sanyaſi lebte. Mit ihm verabredete die Mutter
folgendes Komplott.
Auf
das Ge-
müt eines Hindu macht nichts ſolhen Eindruck wie eine Viſion oder ein Traum. So inſzenierten die beiden
eine Erſcheinung
des
Gottes
Siwa,
-
der Gold
eines Nachts erſchien. Er erklärte ihr, Siwa und Chriſtus ſeien eins, nur die Namen ſeien verſchieden. Er wies ihr ſeine Hände und Seite: richtig, er hatte darin die Nägel- und Langenmale! Die Erſcheinung ſprach weiter: „Wenn die Rede der Chriſten wahr iſt, will ih nach vierzehn Tagen wiederkehren.“ Die vierzehn Tage vergingen, ohne daß er wiederkehrte. Da glaubte Gold ihrer Mutter. Der Betrug war gelungen.
Manucherlei ans der Miſſion und für die Miſſion. (Von
R. K.)
Mit Gott hincin ins neue Jahr! Mit Gott getroſt hinein, ihr lieben Miſſionare, zu neuer Segensarbeit mit großer Freudigkeit und redjter Treue von einem Sieg zum andern! Mit Gott hinein, ihr lieben Chriſten alle,zu neuem Eifer in der Mitarbeit an der Miſſion durd) anhaltende Fürbitte im Glauben und willige Opfer in der Liebe! Nur mit Gott will auch die „Miſſionstaube“ ihren neuen Jahreslauf beginnen. Möge ſie zu ihren alten viele neue Leſer gewinnen und ihnen allen re<t viel erfreulihe Nachridjten aus den verſchiedenen NtijjionSgebieten überbringen und kräftig dazu helfen,- daß die Liebe zur Miſſion nicht ab-, ſondern zunehme. Durch die Synodalkonferenz, die lezten Sommer in Chicago tagte, wurden die Paſtoren, Lehrer und Gemeindeglieder ermuntert, mitzuhelfen, daß die „Miſſionstaube“ eine weitere Verbreitung finden möchte. Sekt, am Anfang eines neuen Jahrgangs,
iſt dazu die beſte Zeit. Sdhon wiederholt haben Miſſionsfreunde auf ihre “ Koſten für Verwandte oder Bekannte auf ein Jahr die „Miſſionstaube“ beſtellt, um dieſen eine ſegen-
_
Missions -Tanhe.
mit
den
verſchiedenen
Herrn
Gebieten
Lehrer
ihrer
E. R. Vix,
der nun 25 Jahre der Negermiſſion in New Orleans mit aufopfernder Treue und anerkannter Tüchtigkeit
gedient hat, bringt hiermit auc) die „Miſſionstaube“ einen herzlihen Glücfwunſh dar. Gott erhalte uns dieſen bewährten Arbeiter nod) re<t lange und laſſe auch in Zukunft noch rei<hli< an ihm die Verheißung in Erfüllung gehen: „Die Lehrer werden mit viel Segen
geſchmückt.“
Auf der Herſchel - Juſel im fernen Nordweſten Kanadas liegt eine Miſſionsſtation 2000 Meilen von dem nächſten Poſtamt entfernt. Nur zweimal im Jahre wird die Poſt dorthin befördert. Zwei Monate im Winter ſcheint dort keine Sonne. Fürwahr, ein einſamer Poſten! Doch die Arbeit der dort ſtehenden Miſſionare unter den Eskimos iſt niht ohne Erfolg, und das entſchädigt dieſe Sendboten rei<hli< für alle Entbehrungen und Widerwärtigkeiten, die ſie zu
ertragen haben. Die oſtindiſhe Heidenmiſſion des Gencralfongils hat kürzlich bei dem Zuſammenbruch des Bankgeſchäfts von Arbuthnot & Co. in Madras einen Verluſt von $6400.00 erlitten. Sn dieſer Summe ſind die in dieſer Bank angelegten Erſparniſſe der Miſſionare niht mit einbegriffen. Auch nod) andere Miſſionen ſind. dur dieſen Bankkrach ſhwer betroffen" worden. “ Dieſe Firma galt allgemein als ſehr zuverläſſig, und nicht wenige Miſſionsgeſellſchaften bedienten fid) ihrer zur Vermittlung von Geldzahlungen. Die Leipziger Miſſion wurde dadurch vor einem Verluſt von etwa $9000.00 bewahrt, daß die Sendung einige Stunden zu ſpät in Madras eintraf. Welch furdtbare Macht der Aberglanbe bet den oſtindiſchen Heiden hat, das tritt vornehmlich bei den dort herrſchenden ſhre>lihen Seuchen immer wieder hervor. Alle Anſtrengungen der engliſhen Regierung, das Umſichgreifen der verheerenden Beulenpeſt durch geſundheitlihe Maßregeln zu verhüten, erwieſen fid) gegenüber dem Widerſtande der von den Prieſtern mißleiteten Maſſen als völlig erfolglos. Deshalb hat die engliſhe Regierung fid) genötigt ge-
den
Verheerungen
der
Cholera.
Als
kürzli<h
die
Stadt Guntur in Teluguland von der Cholera heimgeſucht wurde, da wußten die der Sudrakaſte angehörenden Heiden fic) gegen dieſen grimmigen Feind nicht beſſer zu ſchützen, als daß fie auf Anregung der hierbei ſehr intereſſierten Prieſter der Choleragöttin Mahalakſchamma 700 Schafe und Ziegen opferten, die natürli<h dana in einem großen Feſteſſen verzehrt wurden. Was geſhah? Am nächſten Tage brad) die Cholera aufs neue aus und wütete nod längere Zeit fort. Jn China gärt es noc immer. - Zwei Miſſionsſtationen ſind wieder. zerſtört worden, eine proteſtantijdje niht weit von Hangtſchau und eine katholiſche in der Provinz Nanghwei. Jn Kayintſhu wurde durd) angeſchlagene Plakate zur Ermordung der Miſſionare und zur Zerſtörung der Miſſionsſtationen aufgefordert.
Der englijd-firdlidje Miſſionsbiſchof Hoare unternahm mit einigen Studenten des Miſſionsſeminars zu Hongkong in ſeinem Miſſionsboot “Pioneer” eine Fahrt nach dem gegenüberliegenden Feſtlande und geriet dabei in cinen Wirbelſturm. Seitdem ijt das Boot mit ſeinen JFnſaſſen verſchollen. Gin Korcauer hatte fid) ein Matthausevangelium in ſeiner Sprache gekauft, aber fic) wenig darum bekümmert. Fahrelang lag das Büchlein in Staub und Schmutz verborgen, bis es einmal wieder zum Vor{Gein kam. Dieſes Mal fand es mehr Aufmerkſamkeit. ES ging von Hand zu Hand, von Haus zu Haus und wurde geleſen und beſprochen. Als ein Miſſionar in jene Gegend kam, fand er zu ſeiner unbeſchreiblichen Freude, daß vierzehn Heiden durch .das Leſen dieſes Evangeliums zum Glauben gekommen waren. Nachdem er ſie getauft hatte, ſchi>te er dieſes Exemplar des koreaniſ<hen Matthäusevangeliums an die Britiſche Bibelgeſellſchaft, die die Überſezung und Herausgabe desſelben beſorgt hatte. Und auf dem leßten Jahresfeſte dieſer Geſellſhaft wurde es gezeigt S als ein Zeichen, wie der dur Vibelverbreitung in der= Seidenwelt ausgeftrente Same des Wortes oft unerwartet herrliche Früchte tragt.. Am Sambeſi in Zentralafrika, dem bekannten Arbeit8sgebiet der Pariſer Miſſion, hat am 16. Juli [Sj der König Lewanika die Abſchaffung der Sklaverei in ſeinem Land und die Freilaſſung aller Sklaven öffentlid) verkündigt. Dieſe Tatſache ijt unt ſo bedeutungs- >= voller, als der gleihe Gewaltherrſher nod) zwei Monate vorher in den Dörfern ſeines Gebietes Kinder beiderlei Geſhle<hts rauben ließ, um ſeinen Hofſtaat
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CONCORDIA SEMINARY
und
ſehen, alle ſanitären Zwangsmittel einzuſtellen und dem Volk ſeinen Willen zu laſſen. Ähnlich iſt es bei
ORIAL LIBRARY
ſionswerk
Miſſion bekannt werden. Dem teuren Jubilar,
7
FF
bringende Freude und der Miſſion cinen Dienſt damit zu erweiſen. Vor einigen Jahren beſtellte ein mildtätiger Chriſt hundert Exemplare dieſes Miſſionsblattes, die während des Jahres in ſeiner Gemeinde an ſolche, die es niht ſelbſt hielten, frei verteilt wurden. Hoffentlih wird ähnliches auch dieſes Jahr von vielen Seiten geſchehen. Beſonders auh den Konfirmanden und heranwachſenden Söhnen und Töchtern ſollte man „ihr Miſſionsblatt“ in die Hand geben, damit fie redjt früh mit dem hertilihen. Miſ-
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Die
mit kleinen Sklaven zu bevölkern.
Natürlich geſ<hah
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Die Missions - Cube.
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die nunmehrige Abſchaffung der Sklaverei nicht aus cigenem Antrieb, ſondern auf Anregen der franzöſiſhen Miſſionare und der engliſchen “Chartered Company”. — Von der Pariſer Miſſion wurde beſchloſſen, in nächſter Zeit eine Station an den ViktoriaWaſſerfällen zu errihten, wo ſowohl unter den Koloniſten der neuen Stadt Livingſtone als aud) unter den Eingeborenen gearbeitet werden ſoll. à Jn Surinam, Südamerika, arbeiten die Brüdermiſſionare mit gutem Erfolg auch unter den dort einwandernden indiſchen Arbeitern, die allerlei heidniſche Greuel aus ihrem Heimatlande mit hinbringen. Jn ‘Paramaribo beſteht ſhon eine Gemeinde von 108 Seelen, die durd) die Miſſion aus dieſen indiſchen Kulis für das Chriſtentum gewonnen worden ſind.“
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Handbuch
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Sclbſtunterriht
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Von Paſtor Carl Manthey-Zorn. St. Louis, Mo. Concordia Publishing House. 1906. 287 Seiten 944X6 in Galbfrang mit Goldtitel und “Ded>elverzierung gebunden. reis: $1.00. Paſtor Zorn ſchreibt im Vorwort: „Jh habe — um eigener und anderer Not abzuhelfen — in dieſem Buch eine gang furge bibliſhe Geſchichte und eine kurze KateHhismusanslegung ſo zuſammengeſtellt und in der Weiſe gegeben, wie 1c) jeit Jahren Erwachſene unterrichtet habe. Sc habe mich beſtrebt, gan inet und jedermann vertändlich zu reden.“ Durch den Titel und dieſe Pemierhing 1ſt dieſes trefflidje Buch fant genügend gekennzeichnet un bedarf keiner weiteren Empſehlung. | |
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ABRIDGED TREASURY OF PRAYERS., American Lutheran Publication Board, Pittsburg, Pa. PRPreis:
30 Gt8.; beim Dubend: 25 Cts. Dieſe Gebete find dem größeren „Gebetsſchaß“, der unter uns allgemein bekannt ijt, entnommen. Welch ein Segen, wenn dieſe Gebete in beiden Sprachen unter unfern Chriſten viel verbreitet und fleißig gebraucht werden! R. K.
** Milde Gaben für Negermiffion: Durch die Kaſſierer: A. Gundlach, Elyſian, Minn., $114.17; H. W. C. Waltke, St. Louis, Mo., 400.38 und 324.16; H. G. NPliefke, St. Paul, Minn., 85.87; C. Spilman, Baltimore, Md., 75.53; F- H. Kühnert, Groton, S. Dak., 37.00; C. A. Kampe, Fort Wayne, JInd., 180.55; O. E. Berne>er, Seward, Nebr.,
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F.
3. Lankenau.
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29. Jahrgang.
Februar
Für die Paſſiouszeit. „Des Menſchen Sohn iſt kommen, zu fuden und ſelig zu machen, das verloren iſt.“ So bezeichnet unſer lieber Heiland ſelbſt den- Zwe> ſeines Kommens in die Welt, Luk. 19, 10. Dieſe Worte ſind honigſüßes Evangelium für alle verlorenen, namenloſem Unglü>k anheimgefallenen Sünder. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ward Menſch, von der Jungfrau Maria geboren.
In unſer armes Fleiſh Verlkleidet ſih das ewig
und Blut Gut.
Wozu? Des Menſchen Sohn iſt gekommen, um fi) um unſerer Miſſetat willen verwunden und um unſerer Sünde willen zerſhlagen zu laſſen, um -unſere Strafe zu tragen. Er iſt gekommen, damit die Sünde zugeſiegelt, die Miſſetat verſöhnt und die ewige Gerechtigkeit gebradjt werde. Er iſt gekommen, um den Palaſt des ſtarken Gewappneten zu ſtürmen. O darin ſah es fehrectlic) aus: unbe{hreibliger Jammer, grenzenloſes Elend, Totengeru<h überall! Aber des Menſchen Sohn fchrak nidt zurü> vor des Todes und der Hölle Macht. Jn heißem Kampfe gewann er den Sieg; in ſ{hwerer Arbeit erwarb er die armen gefeſſelten, tyranniſierten, hoffnungsloſen Leibeigenen des Satans. Der Stärkere kam über den Starken, überwand ihn und nahm ihm ſeinen Harniſch, darauf er ſi<h verließ — die Sünde. Für wen? Für mich und dich! „Gott hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtig-
1907.
Aummer
2.
feit, die vor Gott gilt.“ Wir ſollen die Feſſeln der Sünde [oswerden, unſere Schuld ſoll bezahlt, von den Schre>en des Todes und der Tyrannei des Teufels ſollen wir befreit, und die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, ſoll unſer werden, das heißt, wir ſollen ſelig, unausfpredjlid) glü>li<h werden. Dazu ift des Menſchen Sohn gekommen. Das läßt er uns ſagen, predigen, fonderlic) in der Paſſionszeit. Da folgen wir unſerm Erlöſer gleihſam Schritt für Schritt auf der Marterſtraße. Wir ſehen, wie er ſtreitet und leidet, wie er {wißt und blutet, wie er die Kelter allein tritt, daß ſein Gewand rotfarben wird, bis er gen Himmel und in die Hölle hinein und über den ganzen Erdkreis rufen kann: , „Es iſt vollbracht!“ Das zeigt er uns und damit ſucht er uns, damit findet er uns, damit macht er uns ſelig. Damit wirkt er in uns den Glauben und ſchenkt uns ſeinen Sieg. “Damit will er aber neben uns aud) nod) andere ſuchen und ſelig machen, die nod) in der Finſternis und im Schatten des Todes ſißzen. Jhm ſoll große Menge zur Beute gegeben werden, Sef. 58, 11. 12. Und wir, die er gefunden hat, ſollen fie ihm durd das Wort vom Kreuz einſammeln helfen. Dies Wort iſt eine Gotteskraft, die da ſelig macht, 1 Kor. 1, 18. Es ift da8 einzige Miſſion8mittel, das wir haben, aber aud) eins, das nie Teer zurüd>kommt. Das laßt uns denn treulich anwenden, wo immer uns der Heiland eine Tür auftut, damit aud) durd uns die Zahl ſeiner Auserwählten mit eingebracht werde, welche einſt preiſen werden das Lamm, das erwürgt iſt und uns Gott erkauft hat mit ſeinem Blut. :
10
Die
Missions -Taurbke.
Jahresberiht über die Negermiſſiou in -
New Orleans. Man hat zur Jahre8wende berednet und viel Weſens davon gemacht, daß das vergangene Jahr in Kunſt und Wiſſenſchaft, im Geſchäft, ja im ganzen weltlichen Getriebe gewaltige Fortſchritte mit ſich gebracht hat. Die das behaupten, werden ja wohl wiſſen, wovon ſie reden, und wir wollen es ihnen gern glauben. €8 kommt aber uns Miſſionsfreunden hier weniger darauf an, ob jene Berechnungen den Tatſachen entſprechen oder niht. Es liegt uns weit mehr daran, zu erfahren, ob es aud) im Rei < Gottes Fortſchritte zu verzeihnen gibt. Ganz beſonders werden wir au< wiſſen wollen, wie es. in dieſer Hinſicht auf unſern Miſſionsfeldern ſteht.
Wie es in unſern Miſſionen überhaupt und im allgemeinen während des vergangenen Sabres geſtanden hat, vermag der Schreiber niht zu ſagen. Er kann und will jedod) in ‘aller Beſcheidenheit berihten, was aus den Negergemeinden in New Orleans und Umgegend für die lieben Freunde der Miſſion von Jntereſſe fein könnte. Im Laufe des Jahres ſind zwei Arbeiter aus der hieſigen Miſſion geſchieden, nämli<h Lehrer Wolf ‘dur< Amtsniederlegung und Paſtor Koßmann durd) Annahme eines -Berufs an eine weiße Gemeinde im Norden. Ein Student, der ein Jahr lang auf der St. Pauls-Station und im Luther-College aushalf, iſt zu ſeinen Studien guriidgefehrt. Dafür find aber neu eingetreten Paſtor F. Wenger und Student Soh. Müller als Profeſſoren am Luther-College, der farbige Kandidat A. Wiley als Lehrer in der St. Pauls-
fojule, Kandidat Th. Wilder als Lehrer an der BethTehems-Gtation und - Kandidat Joh. Gehner als Lehrer an der neueröffneten Schule in Napoleonville. Rechnet man legteren mit, ſo find gegenwärtig 14 Kräfte in der hieſigen Miſſion tätig, nämlich drei Profeſſoren, zwei. Paſtoren, ſieben Lehrer, von denen ¿wei Farbige ſind, und zwei Lehrerinnen. ; Die Zahl der Seelen auf den drei hieſigen Sta“ tionen betrug gu Anfang dieſes Jahres 724. Es iſt dabei ein Zuwachs von 46 Seelen zu verzeichnen; ‘heißt, nachdem 15, die der Tod uns entriſſen hat, “iſt die Seelenzahl um 46 größer als ieſes A Bertide Wachstum beſagt jar Tatſache: wie die Zahl rT ſein Jollte, als fie es er
vita ſollen.
Neben
auh vieles gegeben,
was uns allen Herzeleid und Sorgen bereitet hat. Wie aber der HErr durc ſein Wort neue Seelen gewonnen hat, fo haben wir aud) die Zuverſicht, daß er durch dasſelbe Wort die Gewonnenen ſtärken und Daß der Teufel dies zu hindern erhalten wird. ſucht und wegen der Shwachheit unſers Fleiſches aud) mitunter Erfolg hat, ſoll uns nur brünſtiger machen im Gebet und unermüdlicher in der Arbeit. Getauft wurden 55, darunter 13 Erwachſene; konfirmiert wurden 7 Erwachſene und 16 Kinder. Die Zahl der zur Kommunion Berechtiglen beträgt 336, die der Stimmberechtigten 63. Auf unſere Schulen hatten wir große Hoffnungen geſeßt, und fie haben aud) im leßten Jahre ganz Die erhebliche Fortſchritte zu verzeihnen gehabt. Schülerzahl in der St. Pauls\chule iſt von 235 auf 312 geſtiegen, in Mount Zion von 173 auf 245. Nur die Bethlehemsſhule iſt etwas zurü>gegangen. ‘Das hat ſeinen Grund darin, daß die Station faſt zu ein und derſelben Zeit zwei Kräfte verlor, die nicht ſofort wieder erſeßt werden konnten. An Beiträgen und Kollekten ſind im Laufe de3 Fahres auf den drei Stationen $2241.32 eingeDieſe Summe ſ{<hließt für St. Paul und gangen. Mount Zion allein (die genauen Angaben für BethIehem ſtanden uns niht zur Verfügung) eine Zunahme von $329.18 in ſi<. Von der Geſamtſumme floſſen $1092.25 in unſere allgemeine Miſſionskaſſe. Auf allen drei Stationen ift das ſogenannte Couvertſyſtem ‘eingeführt worden, und die Glieder bringen Das Schulgeld iſt auf ihre Beiträge wöchentlih. 10 Cents die Woche angeſeßt worden. Jn Napoleonville, wo ſeit Juni des vergangenen Sabres vor einer Durchſchnittszahl von 60 Zuhörern ſo oft als mögli<h gepredigt worden iſt, beſteht ſeit dem lezten November unter Lehrer Gehners Leitung Schon vor Weihnachten hateine blühende Shule. ten fid) mehr als 40 Kinder eingeſtellt, und jeßt werden es wohl über 50 ſein. Auch eine Gonntagshule hat Lehrer Gehner eröffnet und mit dieſer am heiligen Abend eine Weihnachtsfeier veranſtaltet, die von ctwa 60 Kindern und mehr als 100 Erwachſenen Die Ausgaben für dieſe Feier wurden beſuht war. Seit dem durch freiwillige Beiträge völlig gede>t. 3. November find dort in fünf Gottesdienſtkollekten $9.90 eingekommen, in der Sonntagsſhule $4.25 Der liebe Gott ſchenke und an Schulgeld $26.00. uns bald einen Paſtor für dieſen widtigen und hoffEr mache uns aud) ferner nungs8vollen Poſten!
willig, mit Gaben, Zeit und Kräften ſein Werk unter — — 4 den Negern freudig zu treiben!
Die
Missions -TWaube.
Unſere armen Megerfdiiler in Greensboro. An den Unterzeichneten treten die alten Nahrungsforgen wieder heran; denn 24 frajtige und mit einem geſegneten Appetit begabte Schüler erwarten taglid) drei gute Mahlzeiten, ſowie Feuerung und Licht, wofür jeder monatli<h $5.50 entrichten ſollte. Er tut es aber nur in ſeltenen Fällen, und zwar aus dem einfa<hen Grunde, weil er die Mittel niht hat. Nach den Vermögensverhältniſſen find unſere Negerſchüler in drei Klaſſen zu teilen: ſolche, die voll bezahlen, und das tun die wenigſten, gegenwärtig nur fünf; folde, die nad) den Ferien mit $10.00 bis $15.00 ankommen und von denen nidts mehr zu erwarten ift, und ſolche, die rein nichts bezahlen können. Zu der legten Klaſſe gehört mehr als die Hälfte der Koſtſhüler. Etwa $75.00 monatlid) würden die Koſten ſämtliher Schüler ded>en. Freilid) muß dann Sparſamkeit in der Verwaltung geübt werden, und ſie wird geübt. Ein ſalariertes Dienſtperſonal gibt es niht. Die Schüler beſorgen ſelber das Kochen, GHolghacen, Reinmachen der Räume rc. und die meiſten auc) ihre eigene Wäſche. Wir ftrecen uns fo viel wie mögli<h nad) der Dee; nur wird uns manches verdorben, da die Küche in einer alten Negerwohnung, wo wir leider no< immer uns befinden und in der bei Regenwetter einige Zoll Waſſer ſteht, aud) als Vorratskammer dienen muß. Da die meiſten dieſer Schüler zu guten Hoffnungen berechtigen, die einſt, ſo Gott Gnade gibt, re<tſchaffene Diener des Wortes in Kirde und Schule werden können, fo ſehen wir es ungerne, wenn fie wegen Mangels an den nötigen Mitteln ihre Stu* dien zeitweilig unterbredjen und an die Arbeit gehen. Auch in der Negermiſſion iſt die Predigernot groß. Unſere Miſſionare bedienen von drei bis fünf Predigtpläße, die zum Teil weit auseinander gelegen ſind, und einige müſſen no< außerdem fünf Tage in der Woche Schule halten. Jc wende mid) daher an die lieben Mitchriſten mit der innigen Bitte um baldige Unterſtüzung für unſere armen Negerſhüler und habe die gute Um Zuverſicht, daß ic) keine Fehlbitte tun werde. die Ausgaben für die nod) übrigen fünf Monate des Squljahres gu de>en und eine Schuld von etwa Die lieben $75.00 zu gablen, ſind $300.00 nötig. Kaſſierer, den an Gaben ihre gebeten, Geber werden einzuMo., Louis, St. Prof. A. C. Burgdorf, ſenden.
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Kinder und junge Leute unter dem Schall des Wortes Gottes auf unſerer Anſtalt. So ſegnet das Kindlein in der Krippe die ärmſte unſerer Schulen. Jhm ſei Lob und Dank! N. J. Bakke. =
EES
Ambur. sm
Anfange
des
Jahres
1896
fam
Bruder
Mohn im Auftrage der Miſſouriſynode nad) Jndien und gründete unſere zweite Miſſionsſtation (Kriſhnagiri war die erſte) bei Ambur. Dies iſt unſere öſtlichſte Station. Sie liegt, wie auc) unſere andern Stationen, an der großen von Madras nad) Bangalore führenden Heerſtraße, 12 Meilen von Vaniyambadi, 80 Meilen von Bargur und 40 Meilen von Kriſhnagiri entfernt. : Die Stadt Ambur hat 14,000 Einwohner, von denen aber nur ein Drittel Hindus ſind. Die andern ſind Mohammedaner. Die 50,000 Menſchen in den umliegenden großen Dörfern und Ortſchaften ſind aber faſt ausſ<ließli< Hindus, die den verſchiedenſten Kaſten angehören. Ambur liegt an der re<ten Seite des Palarfluſſes. Das iſt ein großer Fluß, der ein madtiges, weites Sandbett hat. Eine Brücke führt niht hinüber. Man kann ihn aber zu Fuß oder auf einem Wagen überſchreiten, da er nur in der Regenzeit voll Waſſer iſt. Die meiſten Ortſchaften befinden fic) auf jener Seite des Fluſſes, denn da dehnt. fid) das Tal am weiteſten aus. Es ijt eine fruchtbare, lieblidje Gegend voll grüner Felder und Palmenwaldungen. Auf der Amburſeite treten die Berge dichter an den Fluß heran, ſo daß man hier bis nad) Vaniyambadi aufwärts nur einen ſ<hmalen fru<htbaren Landſtreifen hat, der aber aud) mit einer Reihe blühender Ortſchaften beſeßt iſt. Auf dieſer Seite, den Bergen näher als dem Fluſſe, geht die große Madrasſtraße und die Eiſenbahn das Tal entlang. So haben wir diesſeit der Bahn und Straße Reisfeld an Reisfeld, hier und da von Baumgruppen unterbrochen. Yenſeit der Bahn erheben fic) glei<h ſteinige Dſhungelberge. G8 ift klar, wie augerordentlic) ſ{<wer es war, bei ſo eingeengter Lage ein paſſendes Grundſtü> für unſere Miſſion in der Nähe von Ambur zu erwerben. Da hatte Bruder -Mohn im erſten Jahre viel Not, bis der liebe Gott unſerer Miſſion das Rechte beſchert hat. Unſer Grundſtü> liegt hart an der Madrasſtraße, eine knappe Meile von der Bahn“Über alles Erwarten hat uns der treue Heiland ſtation entfernt. Uns zunächſt liegt, durd) einen vier wieder Heute wurden mit Schülern geſegnet. fleinen Glug und einige Felder von uns getrennt, der in Wenn die 40 Schüler neue aufgenommen. das Pariadorf oder Tſcheri von Ambur. Gleich da112 Tibungsidjule mitgerehnet werden, ſigen taglid)
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Die
Missiows -Tauke.
hinter kommt dann die Stadt ſelbſt mit der großen von Hindus bewohnten Vorſtadt Kasba. Außer dem Miſſionshauſe befindet fic) auf unſerm Compound (Grundſtü>) ein Schulhaus, das von Pariakindern beſucht wird. Aus dieſer Schule ſind vor mehreren Jahren unſere erſten indiſchen Chriſten hervorgegangen. Es ſind das ſehs inzwiſhen Herangewadjjene junge Männer, wel<he von Bruder Mohn unterrichtet und getauft worden ſind. Vier von dieſen hat er zu driftliden Lehrern erzogen, von denen zurzeit drei auf dieſer Station arbeiten. Einer ijt als Lehrer in Kriſhnagiri tätig. Auch einige andere Familien und einzelne Seelen haben fic) herzugefunden, ſo daß wir hier eine kleine Gemeinde von Pariachriſten haben, die ſonntäglih zum Gottesdienſt im Schulhauſe zuſammenkommt. Die Ileßte Heidentaufe hatten wir am 29. April lTeßten
ſie gelten als Kaſtenloſe. Trennung von der Kaſte, in der er geboren iſt, erſcheint dem Hindu als etwas Ungeheuerliches, etwas Unmögliches. Vaterland, Familie, Religionsgemeinſchaft, Hilfe in allen Lebens3lagen findet und kennt der Hindu nur innerhalb Außerhalb der Kaſte ſhwindet nad ſeiner Kaſle. ſeinen Vegriffen die Berechtigung und Möglichkeit für ihn zu exiſtieren. Wir müſſen zu ihnen gehen, weil fie natürlih nicht zu uns kommen. Nur in ſeltenen Fällen kommt es vor, daß mic) mal einer beſucht, den ic) auf der Heidenpredigt kennen gelernt habe. So kam kürzli< ein begüterter junger Mann von etwa dreißig Jahren zu mir. Er hatte mid) ſhon mehrmals in Kasba unter einem großen Baume predigen hören. Gerade viele
dort ſind immer
Zuhörer,
aber
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ſolche,
die
fic) ſehr weiſe dünken und gewöhnli<h einen großen Lärm machen, wenn ſie mit ihrer Weisheit allein niht gegen Gottes Wort aufkommen können. Daher bat mich jener Mann, ihn doch in ſeinem Hauſe zu beſuchen, weil wir dann ungeſtörter über alles reden Er wolle mic) aud) mit ſeinen Freunden könnten. beſuchen und ſogar in unſere Gottesdienſte kommen. Leßteres hat er noch nie getan, aber in ſeinem Hauſe habe id) ihn getroffen und dort lange mit ihm und einer Anzahl ſeiner Freunde reden können. Freilich nur einmal hatte i< Gelegenheit hierzu, dreimal war mein Gang dorthin vergeblich, weil es hieß, er ſei niht zu Hauſe. “Nun möchte ih den Leſer wohl ein wenig mit HSier und da figen auf die Heidenpredigt nehmen. Miſſionshaus in Ambur. Leute im Schatten ihrer Verandas, und wenn wir anfangen mit ihnen zu reden, geſellen fic) aud) anJahres, an welhem Tage 10 Perſonen zu unſerer Jedoch erſparen wir uns das auf ein dere herzu. kleinen Schar hinzukamen. Gott erhalte fie treu Diesmal wollen wir den Leſer nur Mal. anderes und wolle aud) andere herbeiführen! Station bekannt machen. unſerer mit wenig ein Manchmal ſcheint es, als ob aud) andere aus dem Gehen wir von Kasba nad) Ambur hinüber. nahen Tſcheri zum Unterricht kommen wollten; aber Kaum haben wir die Stadt ſelbſt erreicht, ſo treffen in den meiſten Fällen iſt es niht die Sündennot, die ſie treibt, ſondern irdifdjer Vorteil; leiblihe Unter- . wir eine der größten Schulen Amburs, die auch von vielen Kindern aus Kasba beſucht wird. Freilich von ftiigung ijt es, was ſie begehren. Sie ſind ja arm, ſehr arm. Wohl alle unſere Chriſten find in irgend - der Straße aus iſt niht viel von der Schule zu ſehen. Wir gewahren zuerſt nur ein kleines, dürftiges Häuseiner Weiſe mehr oder weniger von der Miſſion oder den, aber dahinter in einem kleinen Garten liegt das vom Miſſionar leibli<h abhängig. Und wenn nur Schulgebäude. Ach, es find nur zwei Giebel, durch zwei ein Funke von HeilSverlangen dur<s Wort in ihnen gewed>t iſt und fic) kundgibt, ſollen ſie niht guriidlange niedrige Lehmmauern miteinander verbunden, gewieſen werden. Aber wenn es nur irdiſher Sinn und das Gange iſt mit Bambus und Palmblättern iſt, der ſie um Miſſionar treibt, ba dürfen wir dem gededt. Hier werden 120 Kinder unterrihtet. Da der Begründer und Leiter der Shule von dem Schulgelde der Kinder und dem ihm gewährten Regierung8zuſhuß nidjt genug Gehalt fiir fid) und ſeine Mitlehrer herauskriegt, und aud) niht daran denken kann, ein ordentlihes Schulgebäude zu errichten, hat er mid) ſhon wiederholt gebeten, die Schule zu über-
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ane
Die
Missions -Wuubke.
nehmen. Nun ijt dieſe Schule auferordentlid) günſtig gelegen, und dicht dabei iſt cin ſhönes großes Grundſtü>k käuflih; aber wer ſoll den Kindern Religionsunterriht geben? Sch bin bei meiner andern Arbeit niht imſtande dazu. Entgehen laſſen dürfen wir uns dieſe Schule aber auch nit. Gehen wir nun weiter in die Stadt hinein. Wir durchſchreiten den Baſar mit ſeinem Getöſe und Gewimmel
von
Kaufenden
und
Verkaufenden,
13
mehr genügen wird, wenn unſere oberen Klaſſen fic) vergrößern ſollten. Das iſt zu erwatten, da die Schule fitrglid) von der Regierung anerkannt worden iſt und manche Eltern, die ihre Kinder bisher auf einer engliſchen
Schule
in Vellore
oder Madras
biegen
in cine breite Straße ein und ſtehen jest vor unſerer Lower Secondary School. Wir treten ein und überjehen mit einem Blick auch ſofort alle ſieben Klaſſen mit ihren Lehrern; denn cingelue Klaſſenzimmer gibt es niht. Es iſt ein echt indiſ<hes Haus, in dem wir hier zur Miete wohnen. Es beſteht ſozuſagen aus lauter Verandas
oder porches.
Nur
liegen dieſe
Verandas nicht an der Außenſeite des Hauſes, ſondern laufen inwendig an den vier Hauswänden, den einzigen, aus denen das Haus beſteht, entlang. Anſtatt der Zimmer hat man alſo inwendig Verandas, die aber ſchön breit ſind. Jn der Mitte ijt ein viere>iger
unbedahter
Naum,
der
das
Waſſer
von
den
auf Säulen ruhenden Verandadächern, die natürlich den re<twinklig zuſammenſtoßenden Verandas entſprechen, aufnimmt. Dieſer freie Plats iſt mit jdonen Topfpflanzen geziert. Die nach außen abfallenden Dachſeiten ruhen auf den vier Außenwänden. Nur in einer E>e befindet fid) eine abgeſchloſſene Kammer, in welcher der Bücherſhrank, Landkarten und ſonſtige Schulutenſilien untergebracht ſind.
Miſſionsgehöft in Ambur.
Miſſionar Hübener
unter lutheriſhen Tamulendrijten
in Ambur.
O
haben lernen laſſen, dieſe nun wohl zu uns ſhi>en werden. Da die „Miſſionstaube“ vor einigen Monaten ſchon allerlei über unſere Schulen in Ambur berichtete, braudje id) diesmal wohl nichts weiter hinzuzufügen. Doch intereſſiert es die Leſer vielleiht zu erfahren, wieviel die Schule der Miſſion koſtet. Von den einzelnen Anſchaffungen, zu denen die Regierung hinfort aud) einen Teil beiträgt, ſehe id) ab. Für Lehrergehälter, Gehalt für Schuldiener und Sausmiete haben wir in den legten zwölf Monaten 879 Rupien ($293.00) ausgegeben. Dem gegenüber hatten wir eine Schulgeldeinnahme von etwas über 860 Rupien ($120.00). Außerdem erwarten wir nod) einen jährlihen Zuſ<huß von der Regierung, über deſſen Höhe fic) noch nichts Beſtimmtes ſagen läßt. Von unſerer Pariafdule in Sanankuppam und der größeren Schule in Periankuppam haben die Leſer ſhon früher gehört, und id) darf ihre Geduld nun niht länger in Anſpruch nehmen. Zwe> und Hauptſache bei allem iſt, daß Gottes Wort den Großen und den Kleinen verkündigt wird zu ihrer Seelen Seligkeit. Das walte Gott! A. Hübener.
Juni dieſer Schule werden 90 bis 100 Kinder in ſieben Klaſſen von jedjS Lehrern unterrichtet. Mit den unteren Klaſſen iſt es hier aber ni<ts, weil die beiden von der Regierung anerkannten ElementarErrettung cines Miſſiouars aus großer Gefahr. ſchulen der Stadt in der Nähe liegen. Sobald wir Ein Beiſpiel, wie Gott aud) jeßt nod) die Berdie vorher erwähnte Kasbaſchule übernehmen ſollten, heißung des 91. Pſalms: „Auf den Lowen und Otkönnten wir die Elementarklaſſen hier aufheben, was tern wirſt du geben” erfüllt, erzählt der Breklumer aud) deshalb nötig ſein wird, weil der Raum nicht
Missions -Tsarrbe.
Der Konigétiger.
einmal warnend aus nächſter Nähe, und im matten Scheine des eben aufgehenden Mondes ſah ih, wie das kleine, nad) dieſem ſeinem Rufe benannte fucjsähnlihe Tierchen, der Herold und unzertrennliche Begleiter des Königs der indiſhen Wälder, von deſſen Mahlen ‘er ſhmarogert, der Peu, über .den Weg {lüpfte, ſo daß mein Bferd in jabem Gag empor-
ſprang. Im nächſten fins
rauſchte und krachte bereits
das trodene Gezweig unter der Laſt des nahenden Königstigers. Cine Minute beraubte mich die inner-. li aufſteigende Sige der klaren Überlegung. Dann klammerte ic) mid) an die göttlichen Verheißungen: „Und 06 id) ſhon wanderte im finſtern Tal“ und: „Er wird ſeinen Engeln über dir Befehl tun.” Dawurde id) ploglid) ſo ſtark und entſchloſſen, daß id un aS met aus dem Gleichgewicht hatte
ſam mit dem Aufgebot aller Kraft zur Ruhe und zum Stillſtand zwingen, da es mit mir durchaus davon wollte, kerzengerade emporſtieg und außer fic vor Erregung fich zu überſchlagen drohte. „Krach, krah!“ fo ging es zehn Schritte vor mir. Die Büſche teilten fic) und der mächtige geſtreifte Kopf einer wahrhaft rieſenhaften Rage richtete lauernd und begehrli<h ſeine Glühaugen auf mid. Es folgte der Rumpf, ein kurzer Saß, und der größte Tiger, den ich je geſehen, lagerte fid) vor mir im Wege, nad) Kaßenart mit dem langen Schweif den blumigen
Raſen
peitſhend
und
einmal
über das
an-
dere ſo langgezogen gähnend, daß id) jest beim einfallenden Mondlicht die fiirdterliden Zähne zählen und den heißen Atem der von ihm ausgeſtoßenen Luft in meinem Geſicht zu ſpüren vermochte. So waren wir einander wohl fünf bange Minuten gegenüber. Schon ſchnitten die Zügel in meine Hände, ſhon fürchtete ic) das Schwinden meiner Kräfte, welde die Bändigung des Pferdes fur<htbar mitnahm; da — plögli<h — ein Rud, der Tiger “ſtand, gähnte mid) nod) einmal fdjauerlid) an und ſchritt dann, fich wendend und beſtändig nad) mir ſih umjdauend, majeſtätiſch den Weg hinab, legte fic) dort nach zwanzig Schritten noch ein zweites Mal in den Raſen, ſchritt abermals den Weg entlang und verſ<hwand dann mit einem mächtigen Gage auf der andern Seite im Gebüſche. Er hatte den entſcheidenden Sprung niht gewagt, ſo hatten ihn Roß und Reiter mit ihrem mutigen Ausharren eingefdiidhtert. Jäger erklärten fo ſpäter ſeinen Rückzug; ſie erklärten au< mein Verfahren als das im gegebenen Falle einzig ridjtige. Jeder Fluchtverſu<, den ih gewagt haben würde, jeder zweifelhafte Shuß in die Dammerung hätten mid) unrettbar der Mordgier der Beſtie ausgeliefert. Noch wid) id) nicht vom Plage, ſolange id) fühlte, i daß die glühenden Augen der Rieſenkaße noc) nach 8 mir zielten. Dann erfdoll es plößli<h ferner und | ferner: „Pe-ul“ durd den jet wunderbar erleudjteten, märchenhaft jdjonen Urwald. „Pe-u!“ klang es endlid) gang ſ<hwa<h weit hinten im Dſchangeldi>iht; da ließ ic) endlid) meinem ſ{<hnaubenden Fuchs den Zügel, klammerte mid) krampfhaft an ihn an und \{loß, von der furdtbaren Aufregung gang erſ<höpft, die Augen, mid) nunmehr ganz dem Willen: - meines treuen Tieres iiberlaffend. Es ftob nun wie eine Windsbraut dahin, tro der vielen Unebenheiten des Weges. Frage mic) niemand, wie das möglich a war, wie lange es dauerte und wann id) den Vorweg
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Miſſionar Glover im Bretlumer FrauenmiſſionsBlatt. Nach einem Gottesdienſte in einem Filialdorfe war er wider ſeinen Willen lange aufgehalten worden und mußte nun ſpät am Abend heimreiten. Der Weg führte durc einen dihten Urwald des Jeypurlandes. Raſch brach hier, als er nod) eine Stunde weit zu reiten hatte, die Dunkelheit herein, und alsbald wurde es lebendig in dem Dickicht. Unter den Stimmen der Tiere erkannte er beſonders eine, die “ ni<ts Gutes erwarten ließ. Er ſchreibt: . „Pe-u, Pe-u, Pe-u!“ klang es eintönig in der Ferne, und mein Fus begann unruhig zu werden. Er warf den Kopf ängſtlich in die Höhe und arbeitete heftig mit den Nüſtern in der Richtung des immer deutliher werdenden Rufes, mit deſſen Annäherung merkwürdigerweiſe die Laute der übrigen Tiere ringSum mehr und mehr verſtummten, als zögen fid) dieſe ſeu vor ihm zurü>. „Pe-u, Pe-u!“ erſcholl es auf
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Die
14
meines Hofes erreichte.
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Missions -Wearke.
(Von
R. K.)
Die „Miſſionstaube“ hat im vergangenen Jahre mit 21,333 Abonnenten einen Reingewinn von $2594.27 an die Kaſſe der Negermiſſion abgegeben. Der
Lutheran
Pioneer
hatte
4371
Leſer
und
cinen
Überſchuß von $303.95. Dies war eine erfreuliche Hilfe für die notleidende Kaſſe unſerer Negermiſſion. Alle Miſſionsfreunde ſollten die Verbreitung dieſer Miſſionsblätter fic) recht angelegen ſein laſſen. Miſſionar McDavid aus Charlotte, N. C., ſchreibt: „Eine Frau meiner Gemeinde hatte einen röômiſch-katholiſhen Mann, der unſerer lutheriſchen Kirche ſehr feind war und alles verſuchte, ſeine Gattin zum Abfall zu bewegen. Aber ſie blieb ſtandhaft und treu. Durch freundlichen Zujprud und anhaltendes Bitten brachte fie ihn aber endlid) dazu, mit ihr einem Gottesdienſt in der lutheriſchen Kirche beizuwohnen. Und ſiehe da, Gott ſegnete das Wort an ſeinem Herzen, ſo daß er von der Zeit an keinen . GotteSdienſt mehr verſäumt hat. Er ließ fic) unterridjten, trat dann öffentli<h zur Lutherijden Kirche über und iſt jeßt eins unſerer eifrigſten Glieder.“ Für dic Heidenmiſſion wurden im vergangenen Jahre nad) der Missionary Review $21,280,147 aufgebradjt, auf den Miſſionsfeldern ſelbſt find $3,535,432 eingefommen. Die Zahl der ordinierten Seidenmiffionare belief fic) auf 5987,. die Geſamtzahl der ausgefandten MtiffionSarbeiter (Miſfionar8frauen und weiblide MtiffionSgebilfen mit eingefdjloffen) betrug 18,591; dazu kommen nod 89,678 eingeborene MtiffionSgebhilfen. Man zählt 36,748 Miffionsftationen mit 1,843,309 fommunizierenden Gliedern, 1,257,645 Schülern und 4,359,322 Seelen. Der rheiniſche Miſſionar Hoffmann auf der Nakoinſel ſaß unlängſt eines Abends friedlih mit ſeiner Gattin beim Abendeſſen, als ein Mann eintrat und Medizin begehrte. Der Miſſionar reichte fie ihm und bekam dafür als Dank einen Dolchſtih in den Leib. Gliiclidertweife glitt der Dolch etwas zur Seite, fo daß der Miſſionar nod) mit dem Leben davonkam. Die Herrnhuter Miſſion auf der Moskitoküſte wurde von heftigen Stürmen und Regengüſſen, fowie bon einem entfeglidjen Erdbeben ſ<hwer heimgeſucht. Ganze Ortſchaften wurden zerſtört. Das Miſſionshaus in Tas8papanni wurde aufgehoben und vierzig Schritt weit in einen Sumpf fortgefdfeudert. Die Miſſionskirhe wurde völlig zertrümmert, und Auch von der die Bretter wurden weggeſhwemmt.
Kirche in Magdala blieb nur ein wüſter Trümmer-
haufe übrig. Die Miſſionare haben mit den ihrigen in jener Gdrecen8nadt große Angſt ausgeſtanden, ſind jedoch alle gerettet worden. Jn Kamerun wurde vor nicht langer Zeit die volkreiche Gegend von Bamum durch die Baſeler Miſſionare beſet. Der König von Bamum zeigte fic) ihnen ſchr freundlich, ſtellte ihnen gum Transport ihrer Habſeligkeiten unentgeltlid) 180 Träger und half ihnen bet der erſten Einrichtung. Vier Mädchen aus der königlichen Familie werden in dem Miſſionshauſe erzogen, und der König ſelbſt will Privatunterricht in der chriſtlichen Religion nehmen. Die Entwi>lung Japans ſchildert Miſſionar Davis von den amerikaniſchen Presbyterianern, der 34 Jahre lang in Japan gearbeitet hat, mit folgenden Worten: „Japan ijt ein Land der Überraſchungen geworden. Zu ſehen, wie eine Nation ohne Eiſenbahn, ohne Telegraph, ohne Poſt, ohne Zeitung, ohne Volksſhule, ohne einen Geriht8hof, ohne Gejegbiidjer, ohne eine Verfaſſung, ohne ein Parlament, ohne Landarmee oder Marine ſi< innerhalb eines Zeitraumes von vierzig Jahren in das Japan von heute verwandelt hat, hat mit Recht die Welt in Erſtaunen verſeßt. Als id) im Jahre 1871 na< Japan fam, war e8 nod) leben3gefährli<h, ein Chriſt zu ſein. An jeder Straßene>e des Reiches konnte man Edikte gegen das Chriſtentum leſen. Sn demſelben Sabre wurde der erſte proteſtantiſhe Bekehrte in Mitteljapan aus ſeiner Heimat fortgeſ<hleppt und ins Gefängnis gebracht, wo er im nächſten Sabre ſtarb, und das alles nur um des „Verbrechens“ willen, daß er ein Exemplar des Markusevangeliums geleſen hatte. Die erſte evangeliſ<he Gemeinde in Japan bildete fid in Yokohoma im Jahre 1872, und unſere beiden
erſten Gemeinden in Kobe und Oſaka wurden
erſt
bor 31 Jahren gegründet. Sekt aber haben wir als Erfolg allein unſerer Geſellſhaft 54 völlig fic ſelbſt unterhaltende Gemeinden aufzuweiſen, und außerdem 83 andere Gemeinden und Predigtplage, die zwei Fünftel aller ihrer Wusgaben ſelbſt beſtreiten. Sm ganzen gibt es heute in Japan über 50,000 evangeliſche Chriſten. Es iſt erſt 35 Jahre her, daß Jwakura, damals der erſte Miniſter von Japan, zu den Geſandten der Weſtmächte, die ihn aufgeſucht hatten, um gegen die Gefangenfekung der fatholt - hen Chriſten von Nagaſaki zu proteſtieren, geſagt hat, daß die japaniſche Regierung dem Eindringen des Chriſtentums einen ebenſo entſhiedenen Widerſtand entgegenſeßen werde, wie etwa dem Einfall Und jest haben wir volle ; einer feindlidjen Armee. Religionsfreiheit ini Japan, und der Kaiſer ſelbſt ha
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Manqherlei aus der Miſſion und für die Miſſiou.
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Die
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Mission=-Taube.
Nene Dru>ſachen. Fefibühlein zur Z300jährigen Geburtstagsfeier Paul Gerardts, des Aſſaphs der lutheriſchen Kirche. Unſerer utherifden Schuljugend dargeboten von F. Lindemann. 16 Seiten. Mit cinem Vilde des Dichters. St. Louis, Mo. Concordia Publishing House. Preis: Einzeln 5 Cts.; Dußendpreis: 40 Cts.; Hundertpreis:
$2.50.
Zur bevorſtchenden Paul Gerhardt - Jubelfeier ſei dies \<hmud>e Büthlein alt und jung beſtens empfohlen. Es ſchildert in kurzen, lebhaften Zügen das Leben und Wirken dieſes teuren GottcSmannes, der durch ſeine herrlichen Kirchenlieder, lauter koſtbare Juwelen in dem reichen Liederſchaße der lutheriſchen Kirche, wie kein anderer Sänger außer Luther fic) in das Herz unſers Chriſtenvolkes hineingeſungen und unberechenbaren Segen geſtiftet hat, der aber auh ein gewiſſenhafter Prediger und cin unerſchro>ener, mutiger Zeuge der Wahrheit geweſen iſt und darüber viel erduldet hat. Es bietet ſodann cine kurze Charafteriſtik ſciner Geſangesperlen und zeigt an den in unſerm Geſangbuch vorhandenen, wie durch ſie alle Hauptmomente des Kirchenjahres vertreten ſind. Jeder lutheriſche Hausvater follie fid) dies prächtige „Feſtbüchlein“ anſchaſfen und darauf ſchen, daß es von ſämtlichen Familiengliedern geleſen werde. Paul
Gerhardts ſumtlihe Lieder. Jubiläums-Volksausgabe. Zwidau i. S. Verlag von Johannes Herrmann. Preis: 80 Pf.; Leinwandband Al. 1,50; * mit Goldſchnitt und Futteral M. 2.50. Im März wird der 300jährige Geburtstag Paul Gerhardts gefeiert werden. Wir können aber dieſen hochbegabten treulutheriſchen Dichter nicht beſſer chren, als daß wir ſeine trefflichen Lieder recht kennen lernen und fleißig zu unſerer Erbauung und zur Ehre Gottes ſingen. Möge dieſe empfehlenswerte Sammlung auch dieſem Biwede mit dienen!
Troſtpredigt über Jeſ. 28, 29,
gehalten beim Begräbnis
von
Joſeph Arndt, Sohn Prof. E. L. Arndts, von Paſtor A. H. Kung. Dieſe an heilſamer Lehre und göttlichem Troſte reiche Predigt iſt zu bezichen von Prof. E. L. Arndt, 1230 St. Anthony
Ave., St. Paul, Minn. Milde
Sie koſtet 4 Cents.
Gaben
R. K.
für Negermiſſion:
Durch die Kaſſierer: C. E. Hauſelt, New York, N. Y., $136.91; Aug. Noſs, Milwaukee, Wis., 78.50; G. Wendt, Detroit, Mich., 122.36; A. C. Reiſig, New Orleans, La., 15.65; H. W. Lottman, Houſton, Tex., 22.20; Geo. Beiersdorfer, Cornelius, Oreg., 6.35; H. G. Pliefle, St. Paul, Minn., 207.25; F. H. Kühnert, Groton, S. Dak., 2.00; C. Spilman, Baltimore,
Md., 39.50;
O. E. Berneder, Seward,
Nebr., 72.76;
C. A.
Kampe, Ft. Wayne, Ind., 112.30; Aug. Gundlach, Elyſian, Minn., 274.06. Von den Negergemeinden: Jmmanuel in Greensboro, N. C., 8.16; Mount Zion in New Orleans, La., 35.00; Bethlehem in New Orleans, La., 25.00; Manſura, La.,
10.00;
St. Paul in New Orleans, La., 35.00;, Concord, N. C.,
10.00; Charlotte, N. C., 5.00; Meyersville, N. C., 2.50; Monroe, N. C., 2.50. Von Weinhold in Chemniß, Sachſen, 2.36. Durch J. T. Hammer, Monroe, Mich., 25.00. Durch Ad. Krü-
ger,
Englehart, Ont., von ihm ſelbſt 1.00, von Aug. Krüger .75,
Brau A: Krüger .50, Albert Krüger .25, Ernſt Krüger und Paul rüger je .25. Von Elſie Harder, Leigh, Nebr., 5.00. Durch Anna Streu, Murdo>, Nebr., von ihr ſelbſt 1.00, Frau C. Baumgärtner 1.00, John Krüger 1.00. P. C. L. Janzow, St. Louis, Mo., von J. T. Schiefer 1.00. Von J. C. A. Kerber, Woodſide, S. Auſtralia, 24.35. Von cinem Geſchwiſterpaar in Cedarburg, Wis., 5.00. P. E. W. Kuß, Vermächtnis der Frau Dee Ge Wahl eme aaah in ey eee La., 186.19.
rof. Fr. Wahlers, ulgeld von Schülern College, 94.90. ‘Summa $1572.80. 4 smetfots, pee ee in ERS GEE Medford,
Oreg.,
1.0 .
And; 5.00. Summa $6.00. Für
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Kaſſierer
C.
A.
des
Ymmanuel=
Y Von H. Holſt,
Kampe,
Ft. Wayne
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das Immanuel=College: Durch die KaſſieE. Hauſelt, New York, N. Y., 105.00; G. Wendt, De-
troit, Mich., 36.40; A, C. Reiſig, New Orleans, La., 5.00; F. H. Kühnert, Groton, S. Dak., 10.00; C. Spilman, Baltimore, Md., 13.71; O. E. Verne>er, Seward, Nebr., 14.75; C. A. Kampe, Ft. Wayne, Jud., 20.93; A. Gundlach, Elyſian, Minn., 10.00. Von H. Holſt, Medford, Oreg., 1.00. Von G. Schaid, Phelps, N. Y., 5.00. Summa $221.79. Für die Orgel im Immanuel-College: Durch die Kaſſierer: Aug. Noſs, Milwaukee, Wis., 5.00; C. Spilman, Valtimore, Md., 13.55; C. A. Kampe, Ft. Payne, Jnd., 5.00. Summa $23.55. Für das Luther-College: Durch die Kaſſierer: G. Wendt, Detroit, Mich., 10.00; A. C. Neiſig, New Orleans, La., 6.05. Summa $16.05. : Für dic Orgel im Quther=College: Von Mary, Lebanon, Kanj., .50. Für dic Orgel in Napoleonville: Durch Lehrer J. G. Gehner von Lehrer Hugo Griebels Schullindern in Giddings, Ter., 1.25. Für Weihnachtsbeſcherung: Von W. Peters in Lamar, Ark., 5.00. St. Louis, Mo., 15. Januar 1907. A. C. Vurgdor f, Kaſſierer. Dankend beſcheinigen die Miſſionare folgende Gaben: Miſſionar F. J. Lanklenau für die St. Pauls: Station in New Orleans: Von W. Meilahn, Chicago, $4.00; D. 27, Hamburg, Minn., 2.00; Paſt. Cholchers Frauenverein, Deſhler, Nebr., 5.00; Lehrer Lankenau, Decatur, Jnd., 2.00; Lehrer Baumhöfener 1.20; Lehrer Fremder, Sioux City, 7.15; Lehrer Hofius, Fort Wayne, 4.15; Lehrer Eggers, Tinley Park, 5.00; Lehrer Munzel, Reynolds, 2.21; Lehrer Jsberner, St. aS, 5.50. Für Napoleonville: Von W. Meilahn, Chicago,
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1.00.
Prof. N. A. Wilde für die Chriſtbeſcherung: Lehrer Bundenthals Schulkinder in Omaha, Nebr., 1.20. Prof. N. J. Bakke für arme Schüler und Chriſtbeſcherung: Paſt. Erl, Oſhkoſh, Wis., 15.00; B. B. 50.00; Frau Patrowske, Grafton, Wis., 2.00; Paſt. Schmidts Frauenverein, Seymour, Jnd., 5.00, 2 Quilts und 1 Kiſte Kleider und von Mutter Mölkamp 2 Quilts; durch F. Olſtadt daſelbſt 1 Kiſte neuer Kinderkleider; Paſt. A. W. Freſe von Frau W., Platte Co., Nebr., 2.00; Paſt. Dorns Frauenverein, Weſt Falls, N. Y., 7.00 und durch Kaſſierer Spilman 13.00; Frl. M. J. Beder, Chicago, 2.50; Paſt. E>thardts Gemeinde, Cleveland, O., 2 Fäſſer Kleider; N. N. in New York 1 Sac Kleider. Prof. M. Lochner für die Pfeifenorgel: BethlehemsJugendbund, Milwaukee, Wis., 3.00; Frau L. Menegold 15.00; G. J. Zurſtadt 1.00, J. H. Zurſtadt, Evansville, Jnd., 5.00;
Paſt. A. Brunns S.-S,, Brooklyn, N. Y., 5.00; Lehrer Reuters
Zionschor, Chicago, 5.00; durch Prof. Wahlers von Paſt. Raajes Gemeinde, Sabin, Minn., 4.30 und bei Musfoda 5.00; G. Pröſchold, Fort Dodge, Jowa, 5.00. Witwe Eliſabeth Felber, Baltimore, Md., cin kleines Melodion für das College. Miſſionar J. C. Shmidt für die Weihnachtsbeſcherung: Paſt. Preuß! Frauenverein, Friedheim, Ind., 1 Kiſte neuer Kleider und 3.00; durch Paſt. Fiſcher, Napoleon, O., 7.00. a das College: Von Herrn und Frau N. Hammer, New York, Lehrer E. A. H. Buntrod für die Weihnachtsbeſcherung in Greensboro: Von den Schulkindern der Lehrer: Twietmeyer 5.00,-Kellermann 13.00, Koſche 5.00, Bargmann 3.00, H.
C. Bode 5.00, Sippel 1.75, Nern 4.09.
5
Die „„Miſſions -Taube“‘‘ erſcheint einmal monatli<. Jahr in Vorausbezahlung mit Porto iſt folgender: 1 Gremplar.....eccrecsssescsseseeen
Der Preis für ein
20 Exemplare
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unter ciuer Adreſſ
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In St. Louis dur Träger oder Poſt bezogen 35 Cents pro Exemplar, Brieſe, welche Beſtellungen, Abbeſtelungen, Gelder 2c. enthalten, ſende man unter der Adreſſe: Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Alle die Nedaktion betreffenden Einſendungen find zu adreſſieren an Ney. Rich, Kretzschmar, 2114 Victor St., St. Louis, Mo. ; alle Geldbeträge fiir die Negermiſſion an den Kaſſierer, Dir. A. C. Burzdarf, 1033 S. 8th St., St. Louls, Mo. Entered at the Post Oce
at St. Louis, Mo., as second-class matter.
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x Rusia
alone
März 1907.
Paſſions- und Miffionsgedanfen nad) Sef. 53, 10—12 in cinigen Verſeu von Paul Gerhardt. er
iſt
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der gangli, Outheriſhen Synodalkonferenz von Noter
29. Bahan,
Ach!
STLOUIS. ae
für
fremde
Sünd'
Jn den Tod gegeben, Auf daß du, o Menſchenkind, Durch ihn möchteſt leben, Daß cer pflanzte fein Geſchlecht, Den gerechten Samen,
Der Gott dient’ und Opfer Seinem Heil’gen Namen.
bracht’
Denn es iſt fein’ höchſte Freud’ Und des Vaters Wille, Daß den Erdkreis weit Sein Erkenntnis fülle,
und
breit
Damit dcr gerechte Knecht, Der vollkommne Sühner, Gläubig mad’ und recht gerecht Alle Sündendiener. Große Menge wird ifm Zur Verehrung ſchenken,
Gott
Darum, daß er fich mit Spott Für uns laſſen kränken, Da er denen gleich gefebt, Die ſehr übertreten, Auch die, fo ihn hoch verlebt, Selbſt bei Gott verbeten.
Nachrichten aus New Orleans. Der Monat Februar bringt in der Regel für * unſere hieſige Miſſion verfdjiedentlidje Nachteile mit ſich. Dafür iſt niht der Monat ſelbſt, ſondern die gewöhnlich in denſelben fallenden ſogenannten Mardi gras-Feiertage verantwortlih. Der Schreiber ijt kein
Aummer
3.
Franzoſe, daher fam er ſeinerzeit niht ohne Mühe dahinter, daß Mardi gras „fetter Dienstag“ heißt. So bezeichnet man nämli<h den Tag vor dem Aſchermittwoch, mit dem ja befanntlid) die Faſtenzeit anhebt. Jm Papſttum wurden und werden auch heute nod) ſolchen, die ſi in dieſer Zeit beſondere Fleiſcheszüchtigungen auflegen laſſen, außergewöhnliche Ablaßvergünſtigungen in Ausſicht geſtellt. Es iſt jedo<h dem alten Adam feineswegs angenehm, auf fo lange Zeit in Feſſeln geſchlagen zu fein. Wie man nun mit einem lieben Freund, von dem man fic) trennen muß, wohl nod ein Feſtmahl zum Abſchied veranſtaltet, fo hat man auc} unter dem Papſttum die Einrihtung getroffen, ſein Fleiſh nod) einmal einen tiefen Zug tun zu laſſen vom Becher der Weltluſt, ehe die Faſten- oder Entbehrungszeit angeht. Dieſer Zug gipfelt in den Feſtlichkeiten des ſogenannten „fetten Dienstag“, auf ‘den dann die magere Faſtenzeit folgt. Man nennt ja die Feſtlichkeiten, die gerade in der Faſtnacht ihren Höhepunkt erreichen, aud „Karneval“, was fo viel heißt wie Abſchied bom . Fleiſh. (Die Frage, ob man fid) dann auch wirkli< vom Fleiſch trennt, wollen wir hier nicht unterſuchen.) Wer ſein Fleiſh kennt, kann fic) denken, was für greulihe Praſſerei und unſittlihe Wusgelaffenheit an der Tage8ordnung ſein muß, wo man dem Fleiſch ganz * au8geſprohenermaßen und ohne Scham die Zügel läßt. Obwohl ‘überhaupt das Weltweſen hier ganz beſonders ſtark ausgepragt iſt, ſo herrſ<ht dod) zu keiner andern Zeit eine foldje Zügelloſigkeit unter allen Klaſſen ‘der Bevölkerung wie um die Faſtnacht. ‘Und daß gerade aud) der Farbige fic) ohne Wider-
Die
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ſtand, ja mit Begier in den Strudel der üblichen Schwelgerei hineinziehen läßt, iſt bei ſeiner ſtark entwidelten Empfänglichkeit für finnlidje Genüſſe nur zu natürli<h. Leider laſſen ſi<h auc) gar manche aus unſern farbigen Gemeinden, beſonders unter unſern jüngeren Chriſten, in das wüſte, unordentlihe Weſen verſtri>en, befle>en ihr Gewiſſen durd) die Teilnahme an den unſauberen Maskenbällen und kommen in große Seelengefahr. Mud) unſere Schulen und Sonntagsſhulen leiden in den Tagen. Wenn es auf den Straßen ſo viel zu ſehen und zu hören gibt, daß ſelbſt grauhäuptige Alte Hunderte von Meilen weit herreiſen, um Augen und“ Ohren zu ergößen, wie kann man es dann den Kleinen verdenken, wenn ſie ſih lieber auf den Straßen herumtreiben, als daß ſie in die Shule gehen. Die um die Faſtnachtszeit üblichen billigen Fahrpreiſe haben fic) aud) einige Glieder unſerer farbigen Gemeinde bei Manſura zu nuge gemacht und hielten ſih ein paar Tage hier auf. Fhr Quartier nahmen fie bei hieſigen GlaubenSgenofjen und beſuchten aud die GotteSdienſte der St. Paulskirhe. Das könnte vielen weißen Lutheranern zum Vorbild dienen, die bei ihren Beſuchen in unſerer Stadt fic) nidt im geringſten um Kirche und Gottesdienſt kümmern. Eine lobenswerte Ausnahme hiervon waren etliche weiße Freunde der Miſſion aus dem Norden, die bei ihrem Beſuch in der Stadt aud unſere Miſſion nicht vergaßen. Jüngſt verſammelte fic} unſer Südlicher Diſtrikt in Mobile, Ala. Auch die meiſten unſerer Miſſionare waren zugegen. Über die Miſſion und beſonders auc) über den Stand unſerer beiden farbigen Anſtalten berihteten Direktor Lankenau vom Luther-College in New Orleans und Direktor Bakke bom Jmmanuel-College in Greensboro, N. C. Den - Ausführungen brachte die Synode warmes Sntereffe entgegen und beſhloß, ſie ausführli<h in den Synodalbericht aufzunehmen. Die Schule in Napoleonville wird jeßt von nahezu 70 Kindern beſucht. Die Profeſſoren Wenger und Müller vom LutherCollege liegen an der Grippe danieder. Der liebe Gott wolle UN baldige Beſſerung ſenken!
nayLy
TLIAE
|
Missions -Turthe.
_ ©The Southern Lutheran’? bringt eine Gtaiſtik
über die weißen und farbigen Iutherifdjen Genden in New Orleans und bemerkt dazu: „Der Qulbeſu<h in unſerer Negermiſſion ‘beats all’.
als 682 Kinder find auf den SculStationen
eingetragen, gegen
416
Zur 300jährigen Jubelfeier Paulus Gerhardts. (Geboren am 12, März 1607.)
Soweit man Gottes Taten ſingt Jm Tempel ſeines Heiligtums, So weit aud) ſchon dein Lied erklingt — Ein Herold ſeines Reichs und Ruhns. Dein Pſalterſpiel, dein Jubelton Von Feſt zu Feſt dur<s Kirchenjahr Dient
auch)
Schafft
dem
Segen
Werk
der
groß und
=
Miſſion,
|
wunderbar.
Z
Wie mächtig ‘haſt du, ‘Sängerheld, Dem Lauf des Wortes Bahn gemacht,
Wie lieblid) uns das Heil der Welt Jn Lobgeſängen dargebracht.
Paulus Gerhardt. Wo Chriſti Schifflein Anker warf, Stieg auch dein frommer Sang ans Land; Selbſt Heiden {höpfen den Bedarf An Troſt aus deinem Liederband. - Wie mandjen hat dein Harfenklang Mit Mut exrfriſ<ht in dürrer Zeit, Geſtärkt auf ſaurem Sä'mannsgang, Erqui>t 1m Kampf, erfreut im Leid!
Wie manches harte Herg gerſhmolg Vor deines Liedes Feuerkraft, Hinknicend vor dem Haupt am Holz, Das blutend Heil und Leben ſchafft! Wie manchen ſang dein Vom Scheiden ſanft in Bis daß der Geiſt von Gelrént mit Sieg dem
Sterbelied Todesruh’, hinnen ſchied, Himmel zul!
Dank, Preis dem HErrn, der deine Bruſt
Mit ſolchem Liederborn begabt, Der heute nod) mit heil'ger Luſt Viel tauſend Chriſtenſeelen labtl ; < -
O. R. H-
|
Die
Missions-Taube.
- Herr Unbekannt macht ſeinen zehuten Beſuch bei dem Kaſſierer unſerer Negermiſſion. Unſere
Negermiſſion
hat
Feinde.
Der
Raſſen-
haß geht bei manchen weißen Bewohnern unſers Landes — die dabei oft noch Chriſten ſein wollen! —
fo weit, daß ſie es Neger im Himmel Miſſion hier unter dalkonferenz gibt fein Sntereffe für
frei ausſprechen, ſie wollten keine haben und deswegen aud) keine dieſem Volke. Auch in der Synoes leider nod) immer Leute, die die Negermiſſion zeigen, jahrein,
jahraus keinen Cent für dieſe Sache beitragen und ihr
bei keiner Gelegenheit das Wort reden. Unſere Negermiſſion hat aber aud), Gott Lob, noch viele Freunde, die im Hinbli> auf das leibliche und geiſtlihe Elend dieſer Armen mit Wahrheit ſagen fönnen: „Uns jammert des Volks!“ Dieſe freuen
fic) von Herzen, wenn ſie dazu mithelfen dürfen, daß den Mohren das Evangelium von ihrem Heilande verfündigt werde. Gar manche Chriſten haben dieſe Miſſion
ſchon
oft
mit
ihren
Gaben
und
wohl
no<
öfter in ihren Gebeten bedacht und werden auch niht müde, für dieſes edle Werk chriſtliher Barmherzigkeit immer neue Opfer zu bringen. Herr Unbekannt war in dieſen Tagen zum gehntenmal bei dem Kaſſierer unſerer Negermiſſion. Dieſe beiden Männer haben fic) nun fdjon oft gefehen und begrüßen fid) als alte Bekannte; dod) weiß Kaſſierer Burgdorf von dem lieben Manne- ſonſt auc) nichts ‘mehr als der Schreiber oder der Leſer dieſer Zeilen — pielleidjt einige au8genommen, die Herrn Unbekannt, wo immer er wohnen mag, näher ſtehen. Vielleicht iſt er auch wirkli<h noc) niemand bekannt als. nur ſeinem Gott, der ins Verborgene ſieht und es ihm einſt offentlid) vergelten wird. Unſer Kaſſierer erlebte dieſes Mal bei dem ihm ſtets hohwillkommenen Befud) eine Überraſchung. Während Herr Unbekannt ſonſt eine runde Summe von $500.00 für die Negermiſſion abzugeben pflegte, legte er bei dieſem ſeinem zehnten Bejuc) dem KaſWahrſcheinlich hatte fierer $600.00 in die Hände. dieſer mildtätige Miſſionsfreund durch die „Miſſionstaube“ erfahren, daß unſere beiden Lehranſtalten für Neger einiger muſikaliſher Inſtrumente dringend bedürftig ſeien, daher legte er ſeiner gewöhnlichen Gabe noch extra $100.00 für dieſen löblihen Bwed hinzu. Gott erwede der Negermiſſion und allen Miſſionen, die fein Wort rein berkiindigen und fein Reih recjt bauen, nod) viele fold) mildtätige Freunde, die, wie Herr Unbekannt, niht müde werden, Gutes gu tun, und laſſe ihn und alle, die ſeinem fdjonen Exempel nadjfolgen, einſt in reichem Sea, ernten ohne R. K. Aufhören! :
19
Junmauuel- College. Als Ende Mai leßten Jahres im JmmanuelCollege die Schüler entlaſſen wurden, da glaubten Lehrer und Schüler niht anders, als daß fie fic) zu Anfang des neuen Schuljahres im Neubau wiederſehen würden. Doch wir wurden bitter enttäuſcht. Der Neubau wurde infolge vieler Verzögerungen niht fertig, und ſo ſahen wir uns genötigt, ſo unangenehm es uns au< war, wieder dieſelben alten Räumlichkeiten zu beziehen, die wir im vorigen Jahr benugt Hatten. Hatten Lehrer und Schüler fic) ſhon damals ſehr behelfen müſſen, ſo müſſen ſie es noch viel mehr in dieſem Schuljahr tun. Jn denſelben kleinen Zimmern, in denen leßtes Fahr 30 bis 40 Schüler unterri<htet und zum Teil beherbergt wurden, werden jeßt 65 bis 70 Schüler unterridtet, und dazu wird nod) etwa 40 Kindern Gdulunterricht erteilt. Wenn fic) die Schüler vollzählig eingeſtellt haben, fo wird aber auch) jedes Fle>hen benugt, und Lehrer und Schüler jammern: „Hätten wir dod) mehr Raum! Wäre doc) erſt das neue Gebäude fertig! Nächſtens treten nod) einige neue - Schüler ein, fo daß nun der Direktor ganz ratlos iſt, wo er dieſe unterbringen ſoll. Das Haus, das dies Jahr wieder als College benugt wird, befindet fic) ganz in der Nähe des Neubaues. Von den vier unteren Zimmern dienen drei . gugleid) als Klaſſen- und Studierzimmer, und eins wird als Office, Klaſſen- und Studierzimmer benußt. Oben ſind vier kleine Sehlafftuben, im Erdgeſchoß Eßzimmer und Küche. Von den nahezu 70 Schülern finden in dieſer Wohnung 18 ihre Unterkunft. Die ausiwartigen Mädchen — es find neun im ganzen — wohnen nebenan in einer alten morſchen cottage, in der fic) vier kleine Zimmer befinden, von denen drei als Gojlaf- und Studierzimmer gebraudt werden und in einem Schule gehalten wird. Damit du, lieber Leſer, einen Begriff von der großen Ungemütlichkeit bekommſt, die hier herrſcht, will id) did) an einem kalten Dezembertag, wie wir foldje kurz vor Weihnachten hatten, durd) das College führen. Doch vorher haſt du mit mir und zweien meiner Kollegen einen giemlic) weiten und rauhen Wir wohnen in der Stadt, und Weg zurü>zulegen. Meile von hier außerhalb gute. eine iſt das College führt uns zunächſt eine Weg Der der Stadtgrenze. nirgends. Seitenwege e8 wo neue Straße entlang, uns die Gummidaß paſſieren, gibt. Hier kann es Doch da wir alle bleiben. ſchuhe im Sdmuge ſte>en gekreuzt, wenn bald Pfüßen . ſpringen können, fo find ern zeigen. Beinkleid den fic aud) ſihtbare Folgen an fdnetden und ab Bald lenken wir von der Straße
ses
a
I I
20
Die
Misstons-Taube.
quer Surd) einen Wald, durc) den uns ein ſ{<hmaler Pfad etwa zehn Minuten lang führt. Kurz ehe wir den Wald verlaſſen, müſſen wir uns nod) über einen Vach mit einem kühnen Sprung Hinwegfegen. Am WaldeSrande angelangt, ſehen wir in einiger Entfernung den Neubau direkt vor uns und weiter re<ts das temporäre College. Doch vorher gilt es noh, eine große Wieſe zu kreuzen. Kurz vor 8 Uhr treten wir in unſere „Office“ ein. Der Direktor, der ſeit Weihnachten neben dem College in dem von der Synodalkonferenz errichteten Hauſe wohnt, iſt bereits da. Auch er hat fid) durd Sdmug und Pfüßen ſeinen Weg bahnen müſſen. Die Schüler ſind ſeit 6 Uhr auf den Beinen. Fred,
während der Choral vorgeſpielt wird, hat man Ge. legenheit, die Schüler ein wenig näher zu betrachten. 40 bis 50 ſigen vor ums in der „Aula“ und die übrigen im Nebenzimmer möglichſt nahe an der geöffneten
Tür.
bis
28
Wir
Jahren,
ſehen
ſie vor
beiderlei
uns
im
Geſchle<hts,
Alter
von
13
pe<ſ<warze,
aber auch ſo helle, daß man ſie für Weiße halten könnte; die meiſten mit kurzer [ociger Wolle auf ‘dem
Kopf, einige mit giemlid) langem geraden Haar. Dort figen einige Knaben und Mädchen in ſehr zerfeßter Kleidung, andere ſind beſſer gekleidet, wenn ihre Kleidung auch ſhon beſſere Tage geſehen hat; es macht nichts aus, ob ſie zu groß oder zu klein iſt. Nach der Andacht begeben jich die Schüler in ihre
Ein Teil der Schülerſchaft des Jmmanuel - College in Greensboro, N. C.
8 Uhr ſtudiert. “ Ehe zur Andacht geläutet wird, wollen wir ſ<hnell oben hinauf gehen und die Sglafſtuben anſehen. Sich, da ſteht Bett an Bett und Koffer an Koffer, fo daß man fic) kaum darin bewegen kann. Doch es läutet zur Andaht. Wir begeben uns glei< darauf in unſere „Aula“, wo bereits die Schüler verſammelt
ſind. An der Tür angekommén, merkt man ſchon, daß der Raum knapp iſt, denn die Tür läßt fid) nur teilweiſe öffnen, fo daß wir uns ſeitwärts hineindrü>en und durch die Reihen Stühle hindur<hwinden
“müſſen. Die Profeſſoren nehmen ihren Blak vorne an einem Tiſh, der Direktor gibt das Lied an, und
betreffenden Klaſſenzimmer. Seder muß ſeinen Stuhl mitnehmen, denn Bänke gibt es niht. Aber weld) ein Durcheinander entſteht nun! Ein Teil verſucht hier dur<zukommen, ein anderer dort; Hier ſtößt einer aus Unvorſichtigkeit ſeinen Nachbar mit dem Stuhl, dort du>t fid) ein anderer, um einem gleihen Gdjictfal zu entgehen. Kurz und gut, es vergehen einige Minuten, bis fid) der Knäuel aufgelöſt hat und bis der Unterricht nad hergeſtellter Ruhe endlich beginnen kann. Es folgen bis Mittag fünf Unterridtsftunden, unterbrochen durd) eine Pauſe von fünfzehn Minuten. JIn der „Office“, wo der Direktor den Seminariſten Unterricht erteilt, und in dem angrenzenden Klaſſengimmer iſt es einigermaßen warm. Aber in der „Aula“ und in dem danebenliegenden kleinen Bintmer klagt ein Schüler nad) dem andern über kalte Hände und kalte Füße. Kein Wunder! Denn in,
is
der älteſte und getreueſte unter ihnen, iſt eine halbe Stunde früher aufgeſtanden als die andern, hat in der Küche Feuer gemacht und um 6 Uhr ſeine Mitſchüler gewedt. Dieſe haben eine halbe Stunde fpater gefriihjtiidt, dann die Betten gemacht und bis
Die
Missions-Tamube.
21
Profeſſoren ſ{<wer, immer die gewünſchte Ruhe aufrecht zu erhalten, da ſo viele Menſchen in einem Zimmer zuſammen jigen müſſen. Von ein bis halb drei Uhr folgen dann zwei weitere Unterrichtsſtunden. Unterdeſſen wollen wir zu einem kurzen Schulbejud)
hinüber
in die cottage
gehen.
Wir
treten
in
ein merkwürdig eingeridjtetes Schulzimmer ein. Sn einer Ecke ſteht die Sausorgel, auf der die Mädchen in der Freizeit jich üben, und in der Mitte des Zimmers ſtehen zwei lange Tiſche, um die herum Schulkinder auf Brettern jigen, die über Stühle
Das dem
kleinen Zimmer
kann man
ſtellenweiſe durch den
großen Zimmer dringt fehledjt fehlieZende Tür das Wetter ſehr trübe ſ<hmales Fenſter Licht
herein kann, jo iſt es jo dunkel in dieſem großen Zim-
mer, daß der Lehrer kaum die ſchwarzen Geſichter zu erkennen
legt ſind. Student John hält gerade Schule. Zwiſchen 30 und 40 Kinder Hoden zuſammengekauert in dieſem kleinen Zimmer, denn aud) ſie müſſen ſehr unter der Kälte leiden. Obwohl im Feuerherd ein ziemlich ſtarkes Feuer brennt, ſo will es dod) gar nicht warm werden, denn im Fenſter ſind zwei zerbrochene
zeitweilige Ymmanuel - College.
Fußboden ſehen, und in dem ein kalter Luftzug durch die herein. Und weil außerdem iſt und nur durch ein einziges
vermag
und
die
Schüler
kaum
leſen
und
Scheiben,
durd)
die
der
Weſtwind
hereinbläſt.
Nach halb drei Uhr wird im College Muſik- und Nähunterricht erteilt. Dreimal in der Woche- unterrichtet in dem einen Zimmer eine farbige Lehrerin die Mädchen im Nähen und in Handarbeiten, während in einem andern Zimmer der Männerchor übt oder die Knaben und ein Teil der Mädchen Orgelunterricht erhalten. An den beiden andern Schultagen in
ſchreiben können. Um dem Übelſtand etwas abzuhelfen, werden ein paar Lampen angezündet. Wenn du, lieber Leſer, durch die verſchiedenen Zinuner gehſt, wirſt du nur wenige Unterrichtsmittel ſehen. Außer Kreide, Wandtafeln, Stühlen, Tiſchen, Orgeln und einer Karte der Vereinigten Staaten beſißen wir nichts, und aud) das Genannte iſt niht vom beſten; denn des öftern muß in einem Zimmer die Wandtafel befeſtigt, in einem andern einem Tiſch ein Bein angenagelt werden. Bald nach 12 Uhr wird zum Mittageſſen geläutet. * Der Direktor begibt fich hinüber in ſeine Wohnung; die drei jungen Profeſſoren verzehren in der „Office“ ihren Smbif, den fie fic) mitgenommen haben, da ſie zu entfernt wohnen und die Mittagszeit kurz iſt: Doch wir wollen uns einmal in das Eßzimmer begeben. Da figen die Schüler:an zwei langen Tiſchen, an dem einen die Knaben, an dem andern die Mädden, ein paar wegen des knappen Raumes ſogar in der Küche, deren Fußboden ‘bei naſſem Wetter immer mit Waſſer bededt iſt; aber alle figen da mit feſt zugeknöpften Jacken und Röten, denn im Eßzimmer iſt es falt, weil nirgends ein Ofen ſteht. Charlie hat eben das Tiſchgebet geſprochen, Elizah und Pearl, zwei Schülerinnen, die das Kochen und Baten beſorgen, tragen die Speiſen herein, und obwohl dieſe ‘raſh abkühlen, jdjeinen fich’S doc) alle gut ſ<hme>en zu laſſen. : i “ Nach dem Mittageſſen muß bis ein Uhr eine halbe
Stunde lang ſtudiert werden. | Leider fällt es den
die ge-
Die
Missions - Taube.
der Woche übt der gemiſchte Chor, zu dem faſt famtlide Schüler gehören. Zu dem Zwe> müſſen fünfzig Schüler in die 1514 Fuß breite und ebenſo lange „Aula“ gepa>t werden. Stuhl an Stuhl wird gereiht und eine Reihe Stühle didjt vor die andere. Dirigent und Organiſt können fid) kaum bewegen, und friſhe Luft, die zum Singen ſo nötig iſt, wird immer rarer und rarer. Doch das darf nicht ſtören, denn es muß für die Einweihung des neuen Gebäudes tüchtig geübt werden. Jn der übrigen Freizeit müſſen die Jungen entweder Holz ha>en fiir ihre Studierzimmer, für die Küche und für die Mädchen in der cottage, oder unter Aufſiht des Direktors den neuen Collegeplaÿ ausebnen. Um halb ſe<s Uhr iſt Abendbrot, und von halb ſieben Uhr an wird ſtudiert. Ein Viertel vor zehn Uhr hält der Direktor Andacht, und dann wird zu Bett gegangen. So verläuft hier ein Tag nach dem andern. Samstagvormittags. wird bis elf Uhr wieder unterridjtet; am Nachmittag waſchen Mädchen und Knaben ihre Kleidung. Am Sonntagmorgen findet Bibelſtunde ſtatt, und abends iſt Gottesdienſt mit Predigt, in dem die Profeſſoren abwechſelnd predigen. Wenig firdlid) ſieht es allerdings in dem Zimmer aus, das als Kirche benugt wird. Gewöhnlich iſt das Zimmer gedrängt voll; ein paar Öllampen liefern oft ein ſehr zweifelhaftes Licht, und ein kleiner Tiſch dient als Kanzel und Altar. Doch es gibt nod) andere Schwierigkeiten, mit denen wir hier zu kämpfen haben. Von den 69 Schülern iſt die größere Hälfte aus den Sektengemeinden oder aus der Freiſhule zu uns gekommen, hat daher gum Teil eine ſehr \<le<te - Vorbildung und Grziehung genoſſen und weiß von Gottés Wort ſehr wenig, ſo daß wir ſie erſt an Zucht und Ordnung
gewöhnen,
ihnen oft den erſten Religion3unterriht
geben und ſie zu ernſtem und fleißigem Studium anleiten müſſen. Ferner ſind Schüler da, deren Eltern ſehr ſaumſelig ſind im Anſchaffen der Schulbücher; daß dann die Präparation ni<t immer die beſte iſt, laBt fic) denken. Sodann iſt der Shulbeſu< bet \{<le<ter Witterung zuweilen ſehr mangelhaft, und während des ganzen erſten Termins, alſo bis
| Februar hin, treten nod) Schüler ein, ſo daß man dieſen wieder beſondere Aufmerkſamkeit . ſhenken muß, um ſie mit der Klaſſe mitzuziehen. Von den Schülern, die in der Anſtalt wohnen, können nur ganz wenige für ihr Koſtgeld aufkommen, ſo daß der : ireftor fortwährend Mittel und Wege erſinnen muß, um Geld für ihren Unterhalt zuſammenzu“Am Weihnatstag fand abends für die Studeni Schulkinder eine Weihnachtsfeier ſtatt. Da
ita)
22
im College der Raum viel zu eng ijt, fo benußten wir das in der Nähe gelegene County-Schulhaus. Ein Chriſtbaum wurde geſhmüd>t und für jeden Studenten und jedes Schulkind ein Gack mit etwas Naſchwerk hergerichtet. Die Feier beſtand im Singen der üblichen Weihnachtslieder und in einer Kateceſe
und
wurde gibt es. Ferien Wochen Mit über
Anſprache
des
Direktors.
Tags
.
darauf
der Unterricht fortgeſeßt. Weihnachtsferien hier nicht, denn wenn wir ein bis zwei Wochen geben würden, ſo würde es drei bis vier dauern, bis wieder alle Schüler da wären. dieſen Zeilen ſoll nicht etwa ein Klagelied
unſere
Lage
angeſtimmt
werden,
denn
vieles
wird ja im neuen Gebäude ganz anders werden. Sie ſollen einfa<h nur zeigen, mit welhen Schwierigkeiten wir gerade dieſes Jahr zu kämpfen haben. Trok der mancherlei Entbehrungen, unter denen wir dies Fahr zu leiden haben, geht der Unterricht ununter-
brochen weiter, denn aud) dies. Jahr muß das vorgeſte>te Ziel erreicht werden. Gott der HErr hat aud) ſo weit wieder ſeine ſhüßende Hand über dieſe Anſtalt gehalten, uns vor ſchwerer Krankheit und vor Unglücksfällen gnädig bewahrt und uns ſeinen Segen reidjlic) verſpüren laſſen. Wir bitten die lieben Mitchriſten, fernerhin unſer in ihrer Fürbitte zu gedenken und aud) dies Miſſions8werk mit Geldmitteln kräftig zu unterſtüßen. M. L.
Ein eifriger Bibelleſer. Paſtor Cooper, ein Angeſtellter der großen engliſchen Bibelgeſellſhaft in Alexandria, machte mit dem Vibelfolporteur Girgis Hanna eine Tour dur< das Nildelta, um in den Fellachendörfern Bibeln zu verkaufen. Eines Abends kamen ſie in das Dorf B. und fanden bei dem Dorfſchulzen, einem verſtändigen Mohammedaner, freundlide Aufnahme. Das Abendeſſen, das auf dem Hausflur eingenommen wurde, war abgetragen, und um die beiden Gäſte ſammelte fic) ein Kreis Neugieriger. So hatte Paſtor Cooper - Gelegenheit, zu erzählen, was. ſein Beruf ſei und mit welchen Gütern er handele. Bald ſtellte es fich heraus, daß ihr Wirt mit der Bibel niht unbekannt war, daß er im Gegenteil überraſchend gut in ihr Beſcheid wußte. 218 Paſtor Cooper ſein Staunen darüber ausdrüdte, erflarte er ihm, daß er ein täglicher Leſer der Heiligen Schrift ſei und fic) durchaus nicht fürchte, dies zu tun. Er führte ihn zu einer Wandniſche, in welcher mehrere arabiſhe Bücher nebſt einer Bibel in dieſer Sprache lagen. Die Bibel nahm er hervor. Sie war re<t zerleſen, wohl die Hälfte der Blätter lag loſe darin. „Warum find alle dieſe Blät-
| |
Die Missionsz-Taube. ter ausgeriffen?” fragte Paſtor Cooper. „Das will id) Euch ſagen“, antwortete der Gefragte. „Jh bin ein Landmann und bringe faſt meine ganze Zeit draußen
auf
dem
möglich, immer tragen,
und
Felde
zu.
Es
iſt mir
dies dide, ſ<hwere Buch
darum
reiße
id) jedeSmal
niht
gut
bei mir zu zwei
Blätter
heraus und nehme ſie mit aufs Feld. Den Tag über, wenn id) meiner Hantierung nahgehe, leſe id fie und lerne ſie. Abends bei meiner Heimkehr lege id) ſie an ihren Play zurü>, und am nächſten Morgen nehme ih mir zwei
neue.
Wenn
ic) das Buch
durchgeleſen
habe, gedenke id) es mir neu einbinden zu laſſen.“ , Wie mancher Chriſt wird wohl beſ<hämt durd dieſen eifrigen Bibelleſer! 0
—
Schwierigkeiten beim Leſenlernen. Die Miſſionsſhweſtern in Jndien, die fic) bemühen, Gindufrauen und Madden in der Kunſt des Leſens und andern Schulfächhern zu unterrichten, haben es bei dieſer Tätigkeit mit manchen Schwierigkeiten zu tun, von denen wir feine Ahnung haben. Sie haben meiſt in dem törihten Aberglauben der Hindu ihren Grund. Sier ein Beiſpiel dafür. Eine Miſſions\hweſter beſuchte ſeit einiger Zeit eine junge Jndierin, die im Hauſe ihres Schwiegervaters namens _ Boikauta lebte. Die Schülerin lernte eben erſt das Alphabet. So kam auh der Doppellaut oi an die Reihe, und die Lehrerin fprad) ihn der Schülerin vor und forderte fie auf, ihn nadgufpredjen. Aber keine Antwort. Die Lehrerin wiederholte den Laut nod einmal, weil fie glaubte, nicht verſtanden zu ſein. Aber wie groß war ihr Staunen, als die Schülerin mit zuſammengefalteten Händen inſtändig bat: „Bitte,
entſhuldige mid).
Sc) darf dieſen Laut nidt aus-
23
Mancherlei aus der Miſſion und für die Miſſion. (Von
Über
die Negermiſſion
R. K.)
in St. Louis
teilt Frau
M. Bähler, die von Anfang dieſer Station mit großer Treue gedient hat, folgendes mit: Die Miſſion nimmt jeßt, na<hdem Studenten vom Seminar zur Aushilfe für ſie gewonnen worden ſind, wieder einen erfreulichen Fortgang. Gegen 45 Kinder beſuchen die Miſſionsſhule. Cine Negermutter ijt, wie wir hoffen dürfen, im HErrn ſelig entjdlafen und wurde ihrem leßten Wunſche gemäß von der Miſſionskapelle aus beerdigt. Jm Jahre vorher haben wir ihren Sohn, ebenfalls von der Negerkirche aus, criſtli< zur
Erde beſtattet. Am erſten Sonntag im Februar wurden zwei Negerkinder durc die heilige Taufe ihrem guten Hirten in die Arme gelegt. Unſere Negergemeinde in Springfield, Jll., freut ſich ſehr, daß fie nun wieder einen Miſſionar in ihrer Mitte hat, nämlich den farbigen Rev. James Doswell, der bis vor kurzem ſein Arbeitsfeld in North Carolina hatte. Er wurde am 2. Sonntag nad Epiphanias in Springfield, JU., eingeführt. Prof. L. Weſſel hielt die Einführungspredigt über 1 Petr. 5, 2—4. Prof. J. Herzer, der in der Vakanzzeit unter Mithilfe der Studenten die Gemeinde bedient hatte, vollzog darauf die feierlihe Einführung, und nad) dem Gottesdienft wurde der Miſſionar dann von ſeinen Gliedern herzli<h willkommen geheißen und beglü>wünſht. Gott ſegne Miſſionar Doswell auf dieſem ſeinem neuen Arbeitsfeld! Sein Vorgänger, unſer treuer, tüchtiger Miſſionar Thalley, der ſhon vor längerer Beit krankheit8halber fein Amt in Springfield hat niederlegen müſſen, iſt nod) immer in Colorado. D. Buchner, der Miſſionsdirektor der wegen ihrer hervorragenden Miſſion8tätigkeit bekannten Brüdergemeinde, iſt am 2. Januar geſtorben. Er galt für “einen der angeſehenſten, beredteſten und ſahkundigſten
fpredjen — er kommt in dem Namen meines Schwiegervaters vor.“ Auf der nächſten Seite fand fic) das Wort boi. (das heißt, Buh). Bet ihm erhob fid) dieſelbe Vertreter der Miſſionsſahe in Deutſchland. Schwierigkeit, da das Wort eine Silbe in dem geDie Berliner Miſſion hat fic) entſchloſſen, in der nannten Namen bildete und de8wegen von der SchwieKapſtadt einen eigenen Miſſionar anzuſtellen. Es gertodjter ni<ht in den Mund genommen werden leben in und bei der Kapſtadt 535 Gemeindeglieder, durfte. Auch der Name des Ehemannes kam in den die dorthin von den Berliner Stationen verzogen Stunden mehrere Male vor; er mußte gemäß der ſind und in der Großſtadt gar vielen fittlidjen Verindiſchen Sitte jede8mal mit ehrerbietigem Schweigen fudjungen ausgefegt ſind. Es leben in und bet Kapübergangen werden. Denn er ift zu heilig, als daß ſtadt nod) 15,000 Heiden, fo daß es dem Miſſionar er von den Lippen der Frau ausgeſprochen werden an Arbeit nicht fehlen wird. durfte. Dies war der Lehrerin ja ſhon bekannt; Die cinfamfte Miſſionsſtation in der Welt diirfte aber neu war ihr, daß dieſe abergläubiſhe Ehrfurcht _ bie ſein, die auf der Gerfdjel-nfel im fernen Nordſo weit geht, daß eine Frau niht einmal die Silben weſten Kanadas liegt. Das nächſte Poſtamt ijt 2000 und Laute, die in dem Namen des Schwiegervaters Meilen entfernt. Nur zweimal im Jahre können vorkommen, au8szuſprechen wagt.
F Die
Missions-Taube.
daher Poſtſendungen zu dieſer Station befördert werden. Die Jnſel iſt zudem rauh und unwirtlich; länger als zwei Monate ſcheint im Winter keine Sonne, und nirgends erbli>t das Auge einen Baum oder Strauh. Die Eskimos, unter denen die Miſfionare ihre Tätigkeit ausiiben, ſind ihrem Einfluſſe durchaus zugänglich; ſie ſind ſehr lernbegierig und nehmen beſſere Sitten und Gewohnheiten an. Swami Dharmananda, cin vornehmer Hindu, beſuchte 230 indiſche Heiligtümer und nahm von jedem cin wenig „heilige“ Erde mit. Er lernte Arabiſch, um fo den Koran, die Religion Mohammeds, zu ſtudieren. Er lernte Griedifd und Hebräiſch, um die Bibel im Grundtext zu leſen. Er war in Mekka, Rom, China und Japan. Nachdem er 17 Jahre lang den Buddhismus, Mohammedanismus und das Chriſtentum ſtudiert hat, ijt er jeßt offen gum Chriftentum übergetreten und hält feſt an dem Bekenntnis, daß JEſus der einige Heiland der Welt ſei. Afrika hat nad neueſter Schäßung gegen 170 Millionen Einwohner. Die Miſſion zählt dort etwa 6000 Stationen und berührt damit kaum mehr als
die Hälfte der Bevölkerung.
Neune Dru>ſachen. Es iſt cin Gott. Von O. Willkomm. des Schriftenverins
Sachſen.
Zwi>au, Verlag
der ſep. ev.-luth.
Zweite Auflage.
Preis:
Gemeinden
in
10 Pf.; Hundert-
preis: 6 Mark. Dieſem nad) Form und Jnhalt vortrefflichen apologetiſchen Vortrag wünſchen wir die weiteſte Verbreitung. "THE
RESURRECTION Story. A Program for a Children’s Service at Easter. American Lutheran Publication a Pittsburg, Pa. Preis: 5 Ct8.; Ounbdertpreis 50.
cae ehlen.
einen engliſchen Sindergottesdienft zu Oſtern gu emp-
Verhandlungen der 21. Verſammlung der Ev.-Luth. Syno-
balfonfereng von Nordamerika zu Chicago, 88 Seiten.
St. Louis, Mo.
Concordia
JU. 1906.
Publishing
House. Preis: 18 Cts. Dieſer Bericht enthält dreierlei, we8halb man ihn anſchaffen und leſen ſollte: 1. ein herrliches Referat über die Worte: „Seid fleißia zu halten die Einigkeit im Geiſt“, 2. einen fo ausführien Bericht über die Negermiſſion, wie er zuvor nod) nicht in irgend einem Synodalbericht erſchienen iſt, 3. die Konſtitution und ſpäteren Vereinbarungen der Synodalkonferenz. BR. K.
|
RES
4
pe
Milde Gaben
Durch
E
die Kaſſierer:
St. Louis,
Mo.,
OS und 95.52; H. Knuth, Milwaukee, Wis., 326.82; H. F. lager, Leavenworth, Kanſ., 195.82; J. S. Simon, Spring-
field: All, 1011.92; J. H. Abel, Fort Dodge, Jowa, 258A ; C.
E. >
Hauſelt,
New
York,
ie {pcaneisco; Gal., 27.65;
G. Wendt, Detroit, Mich.,
N. Y.,
122.00;
Aug. ele
<<,
J. H. Hargen8,
San
Milwaukee, Wis., 43.79;
100.96; %. GF. Schuricht aus der
Sächſiſchen“ È Freikirche | as ty 69.67; i C. Spilman, , Baltimore, , Md,, Md., . 0;
$
Berneder, Seward, Nebr., 63.10; C. A, Kampe;
Fort Wayne, Ind., 109.80; F. H. Kühnert, Groton, S. Dat., 00; Aug. Gundlach, Elyſian, Minn., 60.15.
Minn.,
.50.
Von
Frau
P. Geiger, New
C. Renneberg, Newport, Ky., 3.00. Jowa,
5.00.
Von
Frau
Paſt.
Yort,
N. Y.,
1.00.
Von
Von R. Stahl, Fort Dodge,
A.
J.
Grothe,
Burnett,
Wis.,
Milwaulee,
Wis.,
5.00. Lehrer H. G. Nuoſſer von Mutter Voigt in Granville, Jowa, 2.50. Von N. N., Morton, Miun., 3.00. Von N. N,, Buffalo, N. Y., Dankopfer, 1.00. Paſt. Brügmann, Naſhville, Ill.,
von
„79.
Paſt. J. Haaſe, Jronia, Wis., von J. Letiow
Wm.
Mahner,
N.
N.
2.00.
Von
Greſham,
M.
Nebr.,
E.
Pohlke,
1.00.
Von
3.00.
_ Für die Kapelle in Salisbury: Durch die Kaſſierer: J. S. Simon, Springfield, Jll., 10.00; J. H. Abel, Fort Dodge, Jowa, 5.00; J. F. Schuricht aus der Sächſiſchen Freifirde 48. Von N. N. in Greſham, Nebr., 5.00. Für
das
Jmmanuel-College:
Durch
dic
Kaſ-
ſierer: H. W. C. Waltle, St. Louis, Mo., 31,00 und 5.00; H. F. Ölſchlager, Leavenworth, Kanj., 17.50; J. S. Simon, Springfield, Jll., 69.20; J. H, Abel, Fort Dodge, Jowa, 16.87; JI. F. Schuricht aus der Freikirche in Sachſen 2.60; C. E. Hau-
felt, New York, N. %)., 56.00;
Aug. Noſs, Milwaukee,
Wis.,
23.06; C. Spilman, Baltimore, Md., 5.00; O. E. Verneder, Seward, Nebr., 17.07; C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 36.00. Für
die
Orgel
im
Jmnianuel-College:
Durch
die Kaſſierer: Aug. Roſs, Milwaukee, Wis., 10.25; C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 5.00; H. W. C. Waltke, St. Louis, Mo., 24.00. Für arme Schüler im YJmmanuel= College: Durch die Kaſſierer: J. S. Simon, Springfield, Jll., 20.16; / I. H. Abel, Fort Dodge, Jota, 13.00; Aug. Ross, Miltwautec, Wis, 12.96. Von N. N., New York, N. Y., 5.00. Von N. N., Milwaukee, Wis., 2.00. Von Paſt. G. Mohr, Champaign, Ill, 2.00. Von F. W. Meyer, St. James, Minn., 20.00. Von L. Hill, Waconia, Minn., 1.00. Von Frau C. Wolf, St. Louis, Mo., 1.00. Von A. Burk, Dwight, Sil, 2.00. Von R. Hanſer, St. Louis, Mo., 1.00. Von B. Mauh, Hawthorne, N. Y., 1.00. Von Eliſabeth Wendler, Troy, Jll., 5.00. Von ciner Miſſionsfreundin in St. Wn8gar, Jotva, 2.00. Von E. H. in Leigh, . Nebr., 2.00. Von N. N. in Otto, N. Y., 5.00. Von N. N. in San Mich., 50.00. Von H. K. in Spring Valley, Wis., Für das Luther-College: G. Wendt, Detroit, Mich., 5.00; O. Nebr., 1.25.
Für
die
Orgel
im
Durch die Kaſſierer: E. Berneder, Seward,
Luther-College:
Von Frl.
D. Köhler -in Huſtisford, Wis., 1.00. St. Louis, Mo., 16: Februar 1907.
A. C. Burgdorf,
Kaſſierer.
Dankend beſcheinigen die Miſſionare folgende Gaben: Prof. M. Lochner für die Pfeifenorgel: Von W. Sterke $10.00, G. Wolläger 2.50, J. Schröder 10.00, Milwaukee, Wis. ;
4 y |
Frl. ©. Wernte und Frau O. Siekmann, Beardstown, Jll,, je
fi
1.00; durch Lehrer Pallmer vom Chor der Ehenegergemeinde in St. Louis, Mo., 5.00; für cinen armen Schüler von Paſtoren
;
und Gemeindegliedern in Shawano Co., Wis., urd) Paſt. W. Naumann 11.00. Miſſionar J C. S<hmidt für den Collegebau in
j
Greensboro von J. H. Liemever, St. Louis, Mo., 25.00.
:
4
a
für Negermiſſion:
H. W. C. Waltte,
gemeinden: in Meherrin, Va., 22.00; in St. Louis, Mo., 12.05; St. Paul in New Orleans, La., 35.00; Mount Zion in New Orleans, La., 35.00; Bethlehem in New Orleans, La., 25.00; St. Paul in Manjura, La., 10.00; in Concord, N. C., 10.00; in Sandy Ridge, N. C., 10.00; in Charlotte, N. C., 5.00; in Southern Pines, N. C., 3.00; in Meyersville, N. C., 2.00; in Napoleonvilfe, La., 10.00. Von J. A. Hoffmann in Gibbon,
LI
24
Von den Neger-
Die ,, Mifjions - Taube‘“ erſcheint einmal monatlig. Jahr in Vorausbezahlung mit Porto iſt folgender: Li Gremtplavicccerectecerccscserserencerest
10 Exemplare unter eiuer Adreſſe... 26
50
ry
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S
u
5
”
Der Preis für ein $
.25
2.00
”
00
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100 A rs a 7,00 In Skt. Louis durch Träger oder Poſt bezogen 35 Cents pro Exemplar. Brieſe, welche Beſtellungen, Abbeſtelungen, Gelder 2c. enthalten, ſende man unter der Adreſſe: Concordia
Publishing
House,
St. Louis,
Mo.
Alle die Redaktion betreffenden Gin enbungen find au adreſſieren an Rey. Rich. Kretzschmar, 2114 Victor St., St. Louis, Mo. ; alle Geldbeträge fiir die Negermiſſion an den Kaſſierer; Dir, A. C. Burgdorf, 1033S. 8th St., St. Louls, Mo. Entered at the Post Office at St. Louis, Mo., as second-class matter.
re
E i
April
29. Jahrgang.
1907.
Nummer 4. Viktoria! Für uns
Er führt? den Krieg gefangne Leute,
Gewann
uns Freiheit dur<
Und
große
den Sieg
Siegesbeute;
Er gab uns Heil’gen S<hmu> zum Kleid, Den
Mantel
Den
Nod
Viktorial
der
Gerechtigkeit,
des Heils, Freiwillig
im Worte. iſt
„Sein Volk ihm untertänig. Von Herzen gern dient jeder Chriſt Nun ſeinem HErrn und König. Er gibt ihm Herz, Gemüt und Ginn Und Kraft und Gut zum Opfer hin,
Sich dankbar zu evriveifen. Viktoria! Wohlan, zur Tat, Zur Rettung armer Sünder, Daß durch des Auferſtandnen Jn
allen
Landen
Guad*
Kinder,
Wie Tau im ſchönen Morgenrot, = Aus Knucechtſchaft, Elend, Blindheit, Tod Jhm neugeboren werden! H. Meyer.
Nachrichten aus New Orleaus. Nach deinem Siege. Pj. 110, 3. Miftorial
Der
ſtarke
Held
Hat ſeinen Feind bezwungen, Da er auf blutgeträuktem Feld Mit ihm im Kampf gerungen. Des
Todes
Fürſt
ivar
übermaunkt,
Als Chriſtus ſiegreih auferſtand Zu ew'ger Macht und Ehre.
SFüngſt hielt hier in einer großen Presbyterianerkirche cin berühmter Prediger einen Miſſion8vortrag. Er wies darin vor allen Dingen hin auf die-Notwendigkeit der Miſſion unter den Farbigen unſers Landes. Es ijt ein gewagtes Ding, vor den Weißen des Südens der Negermiſſion das Wort zu reden. Aber dieſer Prediger iſt ſelbſt ein ſogenannter „Süd-.
licher“ — ſein Vater war Eigentümer vieler Sklaven
EL
Ds
Or
Wee one TE
26
Die
Missions -Taurke,
geweſen —, daher konnte man ihm ſeine Rede nicht wohl übelnehmen. Die lieben Miſſionsfreunde werden gewiß gern hören wollen, was dieſer Südliche über Negermiſſion zu ſagen hatte. Zuerſt nannte er es die größte Heuchelei, wenn man für die Miſſion unter den farbigen Raſſen entfernter Erdteile einen großen Eifer entwidele, während man an den Farbigen, die mitten unter uns wohnen, mit Verachtung vorübergehe. „Was iſt denn der Unterſchied“, rief er aus, „zwiſchen dieſen und jenen? Doch nur der, daß jene in Afrika oder Aſien und dieſe in Amerika wohnen. Beide find mit derſelben geiftliden Blindheit behaftet. Was iſt das für eine Liebe, die MitTeid hat mit den Seiden in Sndien, aber den Heiden im eigenen Lande die Tür verſchließt!“ Sodann führte er aus, daß der Afrikaner in Afrika niht mehr Evangelium bedürfe als der Afrikaner in Amerika, und daß der eine wie der andere nur ſo zum Heil komme, daß man es ihnen bringe. Wenn es der eine niht von ſelbſt finde, warum erwarte man es denn von dem andern; wenn man die Schwachheiten des einen zu tragen bereit ſei, warum niht aud) die des andern? alt man. dafür, daß das Evangelium unter den Farbigen in Aſien und Afrika wirke und ‘Frucht bringe, wie kann man dann ſagen, daß es an den Farbigen unſers Landes verloren ſei? „Wer fic
für die Miſſion in Jndien oder Auſtralien ins Ge\{hirr wirft, während er jid) durd) fleiſhlihe Vorurteile davon abhalten läßt, dem eigenen Nachbar das Evangelium zu bringen, beweiſt damit; daß er. nur aus Selbſtſuht Miſſion treibt. Er will ſi<h im Reich Gottes etwas verdienen, aber Opfer will er nidjt bringen. Wäre ſeine Miſſion ein Werk. wahrer Menſchenliebe, ſo würde er gerade an den Seelen am eifrigſten arbeiten, deren Elend ihm am. nadjten bor — Augen liegt.“ „Den Farbigen in religiöſer Hinſicht fic) ſelbſt überlaſſen, bedeutet für ihn geiſtlihen Ruin.“ „Es müſſen ſofort viele tüchtige. farbige Prediger ausgebildet werden, und zwar durd) weiße Profeſſoren.“ „Die farbige Jugend muß in <riſtlicen Schulen erzogen werden. Durch die Freiſchulen wird das Btetogl der farbigen Raſſe nur “noh größer.“ Der Vortrag mate einen tiefen Eindru>. Und was hier daraus mitgeteilt iſt, werden die Freunde unſerer Miſſion mit großer Genugtuung leſen; denn
man erſieht daraus, wie aud) fiidlidje Weiße dur<Erfahrung dahinter fommen, daß der Weg, den Gott der On,
iver geführt hat, der ein-
Der Beſuch der Gottesdienſte
auf un-
ſern drei hieſigen Stationen hat in der Iegten Zeit“ erfreulic) zugenommen. Und trogdem die allermeiſten unſerer Leute, Männer und Weiber, ſehr hart arbeiten müſſen und in der Woche gewöhnlich erſt ſpät
abends
aus
ihrem
Dienſt
nah
Hauſe
kommen,
ſo waren dod) aud) die Paſſionsgottesdienſte verhältni8mäßig gut beſucht. Der
Schulbeſuch
läßt auf
allen
drei
Statio-
nen gegenwärtig viel zu wünſchen übrig. Es hat in den Iegten Wochen viel Krankheit gegeben niht nur unter den Erwachſenen, ſondern gerade auh unter den Kindern. Zudem zichen ſchon jest, wie das jeden Frühling hier der Fall ijt, viele Familien aufs Land, weil mit dem Sommer ihr Verdienſt in der Stadt aufhört und das Leben auf dem Lande billiger iſt. Wenn der Leſer dieſe Nummer in die Hände bekommt, wird aud) die Konfirmation auf unjern Stationen vorüber ſein. Jn Bethlehem konnten diesmal keine Kinder unterrichtet werden, da die Station vakant iſt und der Miſſionar von Mount Zion, der beide Stationen bedient, ſhon ohnedies alle Hände voll hatte. Es hatten fid) anc) keine Kinder gemeldet. Doch ſteht in Bethlehem die Aufnahme von drei Erwachſenen, die nod) von Paſtor Koßmann teilweiſen Unterricht empfangen hatten, für die nächſte Zeit in Ausſicht. Sn Napoleonville hat Lehrer Gehner jest über 80 Kinder in der Schule. Das find Kinder, die teils ſhon in allerhand Schulen geweſen ſind, teils nod) gar keine Schulen beſu<ht haben. Die meiſten wiſſen von Religion und Chriſtentum wenig oder gar nichts. Man. kann fid) unſchwer vorſtellen, mit welchen Hinderniſſen und Schwierigkeiten unſer junger Lehrer dort zu kämpfen hat. Wollen die lieben Chriſten der Synodalkonferenz au< ſeiner in ihren Gebeten oft gedenken! Bei Gelegenheit ſeines leßten Bejucds in NapoTeonville madte Stud. Müller einen Abſteher nach Bertrandville, einem benachbarten Dörflein. Die Leute hier hatten um eine Predigt gebeten, da einige von ihnen einen günſtigen Eindru> von unjerer Arbeit in Napoleonville bekommen hatten. Zu einem GotteSdienjt kam es an dem Tag aber niht, da die Leute niht früh genug von dem beabſichtigten Beſuch Stud. Müllers benachridtigt worden waren. Dieſer traf jedod) mehrere auf der Straße, unterhielt fid) mit ihnen und verſpra< ihnen bei ſeinem nähſten Beſuch eine Predigt. Soffentlid) läßt uns der Tiebe Gott bald einen tüchtigen Miſſionar finden für dies ganze wichtige und hoffnung8volle Feld.
—
| _.
Die
Missiows-Wearurhe.
Jummauuel- College.
verſchiedener
Ende Januar fand die halbjährliche Prüfung der Studenten ſtatt, und am 1. Februar fing das zweite Semeſter an. men. Einige
Die Schülerzahl hat etwas abgenommußten krankheitshalber aufhören;
andern fehlten die nötigen Mittel zur Fortſezung der Studien; mehrere zogen fic) aud) zurii>, weil ſie aus guten Gründen befürchteten, ſie würden am Ende des Jahres
des
das Examen
nicht beſtehen
ſ<hle<hten Wetters,
falten Klaſſenzimmer
der
tounen.
ſ<hle<hien
iſt der Beſuch
Wege ſeitens
Jnfolge
und der
der aus-
Studenteu,
27 die
redjt guie Fortſchritie machen. tühtigèn Lehrer hätten!
monatlid) Wenn
abwechſeln,
wir nur einen
Wir hegen jeßt die zuverſichtlihe Hoffnung, am erſten Sonntag im Juni Collegeweihe halten zu können. Über dieſe Nachricht werden fic gewiß alle Freunde unſerer Anſtalt freuen. Jn Verbindung mit der Einweihung wird die Jmmanuel-Konferenz, beſtehend aus den Miſſionaren, Lehrern und Vertretern der farbigen Gemeinden in North Carolina, ihre
Sisintgen abhalten, worauf der Schlußaftus der Anſtalt erfolgt. Zum Lob und Dank gegen den güti-
Wa Gin Teil’ der Sdhiiler-der Jmmanuelsſhule.
wärtigen Schüler etwas _unvegelmagig geworden. Doch haben wir noc) zweimal fo viel, als wir im vergangenen Jahre um dieſe Zeit hatten. Es waren Freudentage für die ganze Anſtalt, als zwei Studenten der theologiſchen Klaſſe ihre erſten Sie haben ihre Sache redjt gut Predigten hielten. - gemacht und bere<htigen nad) unſerm Dafürhalten zu den beſten Hoffnungen. Am 3. März iſt die Wohnung des Direktors mit einem kurzen, aber ſhönen GotteSdienſt eingeweiht Prof. Wahlers hielt die Feſtrede. worden. Die ‘Gemeindeſchule hat wieder umziehen müſſen. Sie hat jest im Eßſaal (basement) des neuen ColDie Iegegebaudes eine zeitweilige Stätte gefunden. ſih ſtellen Denno primitiv. äußerſt ift Einrichtung Leitung der unter die ein, Kinder 40 taglid) ungefähr
gen Gott, der mit diejem ſchönen Neubau wieder einen Beweis ſeiner großen Liebe gegeben hat, ſoll es eine rechte Feſtwoche werden. Im neuen Gebäude ift aud) für ein Bibliothekzimmer Sorge getragen worden; aber [eider haben | wir keine Bücher und auh kein Geld, um Bücher anzuſchaffen. Es ergeht hiermit daher die herzliche Bitte an die lieben Leſer der guterhaltene - „Miſſionstaube“, uns Bücher zu ſchenken, beſonders engliſche. Am beſten und billigſten wäre es ohne Zweifel, wenn jemand fic) der Mühe unterziehen würde, die geſchenkten Bücher zu ſammeln und in Kiſten per. Fracht nad) Greensboro zu ſchi>en. Auch auf dieſe Be lege Gott ſeinen Segen!
N. J. Bakke.
—
| FELL CT
5
»
E .
28
Die
Missions -Taube,
Die Station Barugue der miſſouriſhen Heidenmiſſion im Tamulenlande.
ſolides Gattertor mit gemauerten Pfeilern betreten wir das Miſſionseigentum, und vor uns liegt das im Jahre 1900 erbaute Wohnhaus, deſſen ſtattliche Frout mit der freundlichen Veranda ſich nad) Oſten wendet. Stehen wir auf dieſer Veranda, ſo haben wir den größten Teil des über vier Aker großen Grundſtückes
BVarugur iſt unſere jüngſte Station. Sie wurde im Jahre 1899 gegründet, nadjdem der Unterzeichnete zuerſt einige Jahre an den Arbeiten in Kriſhvor ns; begrenzt wird es dort von einem Mango- nagiri teilgenommen hatte. Es ijt mir eine um ſo? hain, wo gerade in den heißeſien Monaten die fauſtgrößere Freude, die Miſſionsfreunde auf meiner Stagroßen, ſaftigen Pflaumen reifen; den Hintergrund tion herumführen zu dürfen, als idy ſelbſt erſt vor bildet der mehr breit als gewaltig hingelagerte Malwenigen Wochen nah längerem Urlaub aus Europa lapadi-Felſen mit ſeinen drei Gipfeln. Auch wir hierher zurüd>gekehrt bin und jo erſt kürzli<h jene haben einen Garten anzupflanzen verſucht, aber das Reiſe in Wirklichkeit gemacht habe, welche die Leſer iſt wegen der Armut und Trockenheit des Bodens mit int Geiſte mitmachen ſollen. Wie habe id) doch, . als viel Mühe und Koſten verbunden; wenn ic) meine wir uns Salem und Tirupatur näherten, ausgeſchaut jungen Palmen, die wilden Mangos, die Papayas nach den bekannten Bergen, deren Formen mir ſo und Guaras, die Oleander und Roſen genügend bewohl vertraut ſind! Als wir aber gar in Tirupatur wäſſern wollte, müßte ich dem feſtangeſtellten Gartenfnecht oft eine oder zwei Frauen zur Hilfe geben. Jndien
wird
überall
da
zum
Paradies,
wo
Regen
oder Flüſſe dem Lande Feuchtigkeit geben, aber zur dürren Wüſte, wo beides fehlt; von Menſchenhaud gegrabene Vrunnen und künſtliche Bewäſſerungsanlagen erzielen in Gegenden, die der unſrigen gleichen, eine Ahe Mitte zwiſchen jenen- Gegenſäßen.
Auf der Weſtſeite des geräumiger Hof, begrenzt
Hauſes befindet fic cin von mehreren Nebenge-
bäuden; davon enthält eines die Küche, wo. auf offenem gener gekocht wird, und mehrere Niederlagen,
rr é
ein anderes den Gefliügelſtall, die beſcheidenen Gelaſſe der Dienerſchaft, und jenes lange Gebäude in. der Eke iſt das Lehmhaus, unter deſſen Blätterdach Wohnhaus in Barugur. A wir vierzehn Monate lang geivohnt haben, bis der Hausbau fertig war. Es ift bis vor kurzem als die fin Wagen der neuen Kleinbahn beſtiegen Schule benußt worden und bekommt jest ein neues hatten und die Felſengipfel und Kuppen im Bezirk von Varugur immer näher rü>ten, da wurde mir - Dach, damit wir dann den ſ{hönen Raum (die ZwijMemvand iſt herausgenommen) als Lokal fiir Gotimmer heimatlicher zumute. Jeßt ſind wir am Berg tesdienſt oder Unterricht erhalten. Das Nachbarvon Gandili vorüber, und unſer Zug paſſiert die grundſtü> ift ein weiter, dreieckiger Plat, auf deſſen Stelle, wo id) vor Jahren einmal mein Zeltlager Mitte das Raſthaus für Europäer fic) erhebt; dort ‘aufgeſchlagen hatte, um näher an die dortigen Bauern fanden wir im erſten halben Jahre Unterkunft. heranzukommen. Jeder Weg und Steg iſt mir beGehen wir ein paar Schritte weiter, ſo kommen wir kannt; überall bin ic) gewandert und habe ih geauf. einer ſolid gebauten Brücke über den meiſt “predigt. Nun fahren wir zwiſchen Mallapadi — Berg waſſerarmen Fluß in den Ort Barugur. An der und Dorf — hindurch über das Feld mit dem alten Hauptſtraße findet fic) eine Reihe von Läden, wo Tempel, wo ih mit dem leider dod) unbekehrt verCingeborene die notwendigſten Lebensbedürfniſſe kau“ſtorbenen Yellappen manche ernſte Unterredung gefen können, ſoweit dies niht auf dem wöchentlichen bt habe; bald darauf halten wir vor dem Sta„Shandy“ (Markt) geſchieht; wir Europäer freilid lon8gebäude von Varugur. Von dent Ort ſehen wir t8, der liegt jenſeit des Fluſſes, hinter dem müſſen manches zum Leben ſchr Nötige aus Mas oder Bangalore beziehen. in, auf dem unſer Auge voll deſto näher Tiegt uns das Miſ© - Was uns dort im Ort aber am meiſten intereſſiert, das iſt unſere Miſſionsſhule, die im Januar rauchen vom Bahnhof aus nur die fd attige _Landſt ße zu EER 1901 eröffnet und neuerdings vom MiſſionsgrundDurch ein ERN
Die
Missions -Waube,
29°
ſtü> in den Ort ſelbſt verlegt wurde, um einen beſſerei Beſuch zu ermöglichen. Kurz vor meiner Urlaubsreiſe gelang es mir, ein paſſendes Grundſtück
dies bei ſtetigem Fortgang der AR aud)" wieder beſſer wird. Schließlich iſt kurz vor meiner Urlaubsreiſe nocd
an der Hauptſtraße zu erwerben, das an der Rüdſeite
eine vierte Schule in Vencadaſamudram eröffnet worden, nachdem frühere Verſuche infolge Lehrermangels fehlgeſchlagen waren. Doch kann ich über dieſe bis jest nur wenig ſagen; denn um dur< Heidenſhulen etwas ausrichten zu können, muß man die Knaben mehrere Jahre lang gekannt und unterrichtet haben,
ſchon mit Hofmauer verſchen war und einen Brunnen beſaß. Dort wurde ſchnell cin Pandel (Vlätterdach) als Notbau errichtet, und mein Stellvertreter Hat 1906 ein ſolides, ſauberes Schulhaus dort erbaut, in dem für etwa GO Kinder Naum iſt. So viele waren es aud) im Jahre 1905, und es war eine helle Freude,
und zwar
beſonders
nach dem
zehnten Lebensjahre;
ſo vielen Kindern die Votſchaft vom Heil zu bringen
die jüngeren
und ſie im Geſetz und Evangelium zu unterrichten. Leider hat bald na< Vollendung des neuen Hauſes ſhweres Mißgeſchi>k den ganzen Ort betroffen: die Cholera brach aus, die Schulen mußten hier und in
es Landesjitte iſt; erſt mit zunehmenden Jahren er-
Schüler
lernen
wacht auch das Verſtändnis.
zu
ſehr mechaniſch,
wie
Dies habe id) mit großer
Freude in den leßten Jahren, wenn id) mit der Oberklaſſe
der ganzen Gegend geſchloſſen werden, und der heidnije Hauptlehrer ſtarb an der Seuche. Einen paſſenden Nachfolger zu finden, iſt lange Zeit nicht ge-
in
einer
Hauptſtück
der
nah
drei
Luther
älteren
Schulen
durhnahm,
das
beobachten
zweite
©
kön-
lungen, und jo konnte die Schule erſt im neuen Jahre wieder eröffnet werden. Es wird nun eine Weile
bis wir
Schäflein
wieder
haben.
Wollen wir mu die Entwicklung unſers Schulweſeus weiter verfolgen, ſo wenden wir uns zurück vorbei auf der Banianenbäumen
von be-
ſchatteten Landſtraße nach dem nur zwanzig Minuten entfernten Mallapadi, das ungefähr ebenſo groß iſt wie Varugur. Nur beſteht hier die Bevölkerung ledigli<h aus Hindus, dort aber aus Mohammedanern, Hindus and Parias. Jm Hinbli> auf lettere haben wir ard) 1902 cine Schule dicht neben dein Paria-Tſcheri erbauen laſſen, aber als ſie eröffnet wurde, kamen niht die Parias, ſondern nur Hindus hinein. Und ſpäter kamen ard) nod) die Mohanmedaner dazu, als wir cine bereits beſtehende öffentliche Schule mit der unſrigen verſchmolzen; aber Pariakinder kommen and) jeßt niht. Es mag dies vielleicht mit daran liegen, daß der Lehrer ciner Hindufamilie des Ortes angehört; fidjer aber tragen dieſe Parias ſelbſt gar kein Verlangen nah ciner Schule. Als ein Ableger der Varugurſchule entſtand eine neue in dem zwei .Meilen- entfernt an der Vaniyambadiſtraße gelegenen Anginayanipatti; es kamen nämli<h 5 Knaben von dort hier zur Schule und lernten jo eifrig, daß ich Luſt bekam, als die Gelegenheit ſih bot, in ihrem eigenen Dorfe eine Schule zu “gründen. Dieſe wurde zuerſt in einem — Kuhſtall gehalten; der Dorfſchulze ſchenkte dann ein Stü> von ſeinem Landbeſiß, und darauf erbaute ich ein geräumiges Haus — für eine Lehrerwohnung würde der Plaß auch noc reihen. Der Veſuch hat in leßter Beit aud) hier etwas nachgelaſſen, aber id) hoffe, daß
Garten und Brunnen in Barugur. Jm Hintergrund der Mallapadi-Berg.
nen; und inſonderheit war es einer der ‘erſten Schü- ; ler aus Anginayanipatti, der anfangs eine auffällige Scheu zeigte, aber nun mit ſehr verſtändigen Antworten mid) aufrichtig erfreute. Möge Gott in Gnaden geben, daß aus dieſer Oberklaſſe, welche ich jest zweimal. wöchentlich ſelbſt in meinem Hauſe unter-richte, einmal Katehumenen und ard) Lehrgebilfen hervorgehen — denn bis jest habe id) mich immer mit andersglaubigen Lehrern behelfen müſſen und allen Religionsunterricht ſelbſt erteilt. Aber, ſo werden die lieben Leſer fragen, ivarum erzählſt du uns nichts von deiner Gemeinde? Darauf kann ich nur mit cinem Seufzer antworten — es ijt eben noc) keine da; und bis aus Schulkindern Chriſten werden, können no< Jahre vergehen. _Gewiß iſt auch in der Umgedend von Barugur, in etwa —— 50 bis 60 Orten, das Evangelium fleißig gepredigt worden; aber ſichtbare Früchte hat es noch A g
tragen.
Die Gergen der Heiden
getretenen Weg,
dem Fels
ode!
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und gehen am Miſſionshaus prächtigen Tamarinden- und
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unſere zerſtreuten
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dauern,
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Die
Missions -Taurhe.
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dies’ ausroden wollen, heißt gegen Satans Bollwerke ſih doch allerhand Leute bemüht, meiner Frau die kämpfen, die in dieſem Lande aud) durd) Herkommen BVorratsfammer wieder zu füllen, ſoweit es in ihren und Sitte ſonderlich gefeſtigt ſind. Und menſchlicherKräften ſtand; und es fehlte auch nicht an allerlei weiſe ſehe id) nod) einen Erktlärung8grund: Während Gaben. Und wie mancher erinnert uns an Wohldie Getauften auf unſern andern Stationen durd)taten, die er empfangen, an Arzneimittel, die ihm die weg den Parias entſtammen, habe ic) es an vielen Geſundheit wieder gebra<ht haben. Und all dieſe Orten vorwiegend, ja ausſhließli<h mit den höheren fleinen Anzeichen dafür, daß die Hindus uns gerne unter fic) ſehen, laſſen uns hoffen, daß ſie aud) unſere Kaſten zu tun. Jd) will durhaus nicht ‘behaupten, daß die Parias um irgend welcher Vorteile willen Votſchaft, das Wort von Chriſto, nod) einmal annebzum Chriſtentum überträten (obwohl das oft genug men“ werden, ſie ſelbſt oder doh wenigſtens ihre Kingeſchieht);- aber eins ijt ‘gewiß: der Paria wird der, die ſie uns willig zum Unterricht überlaſſen. Jn weniger dur<h Vorurteile vom Chriſtentum abgehalMallapadi wie auch in Barugur haben die heidniſchen ten, er fann durd) ſeinen Übertritt nur gewinnen, Schulen uns weichen müſſen. Wollen wir zu Gott während Leute aus höheren Kaſten nicht nur durch ein hoffen und fleißig hier und dort darum beten, daß Heer von Vorurteilen, ſondern auc) durch die Furcht auch die heidniſhen Tempel noch der wahren Kirche vor materiellen und ſozialen Verluſten fic) abſchre>en werden weichen müſſen, zur Ehre Gottes und Chriſti, Taſſen. Das erfahren niht nur wir in unſerer neuen ſeines Sohnes und unſers HErrn! Miſſion, ſondern auch die alten Miſſionen, die ſhon G. O. Kellerbauer. große Sudragemeinden ererbt haben: die Katehuoe — menen kommen meiſt aus den Parias. (St Sd habe es hier durdaus mit Landbevölkerung Jm Taifun. | zu tun, aber einer zum großen Teil verarmten; dürre Miſſionar Haun, der leßtes Jahr in Hongkong Zeiten, die Laſt der Steuern und die Koſten der Goch: einen furchtbaren Taifun - mit durchgemacht hat, zeiten ſtürzen die Bauern in Schulden, ſie müſſen ihr ſchreibt darüber im „Rheiniſchen Miſſionsblatt“, wie @ Beſißtum verpfänden und geraten jo völlig in die Hände von Wucherern, die ihren reichen .Beſiß auf folgt: bequeme Weiſe nod) zu vermehren wiſſen. Lestere Am Dienstag, den 18. September 1906, brach ich wollen niht Chriſten werden, weil Mammon ihr frühe von Hongkong auf, um nad) meiner MiſſionsGott iſt; erſtere können es nidjt, weil ſie faſt zu ſtation Fukwing zurü>zukehren. -Es8 regnete wohl Sklaven werden, und der ſelbſtändige Mittelſtand iſt . etwas, und ein mäßiger Wind wehte, aber kein Menſch niht zahlrei<h. Wenn nun der Hindu ſhon im alldachte an einen Taifun, einen jener gefährlihen Wire gemeinen ſehr am Althergebrachten- hängt, ſo der belſtürme, derentwegen die chinefijden Gewäſſer jo Unbeſorgt ließen mid) die GongBauer nod) viel mehr, wie man aud) in andern Länberüchtigt ſind. dern erfahren kann. Die Bildung vermag manches fonger Miffionsgefdwifter zichen. Das Dampfſchiffden, weldje3 das große Laftboot zieht, fährt nur bis Vorurteil nad) und nad) zu beſeitigen; aber- gerade zur Zollſtation Taitſchau, wo es von einem entgegendaran fehlt es dem indiſchen Bauer ſtark. Jn wohlkommenden Dampfſchiffhen abgelöſt wird. Um deshabenden Familien ijt es genug, wenn ein Sohn halb unterwegs nicht umſteigen zu müſſen,. hatte id) Tefen und ſchreiben lernt, um vielleiht mal Schulze die Abſicht, auf dem Laſtboot zu fahren. Der Knecht gu werden; die andern bedürfen der Bücher nicht. hatte aber mein Gepäd> bereits auf das DanpfſchiffUnſere Schulen genügen einem ſchreienden Bedürfnis, hen gebracht, jo daß id) es and) beſtieg. Das iſt mein nur daß viele dieſes nod) lange nit empfinden; und Glü geweſen. Denn das Laſtboot iſt wohl unter“ſo find es tauſend Gründe, we3halb.es bei uns [anggegangen, und ic) wäre mit ihm untergegangen, fam vorwärts geht. wenn ih auf ihm geweſen ware. Bisher fehlt von Daß es aber wirklich vorwärts geht, dafür gibt ihm wenigſtens jede Spur. i _e8, außer ‘den Erfolgen im SGulunterridt, manche “ Anzeichen. Daß die Hindus im allgemeinen, ja ſelbſt Nad) einer halben Stunde nahm der Wind zu, “au8geſprohene Feinde des Chriſtentums Vertrauen ſo daß der Aufenthalt an Dek ungemiitlic) wurde. | uns gewonnen haben, wiſſen wir ſhon lange; hie Jch ging in die Kajüte, wo die Hälfte der Mann-, “umd da ſcheint ſogar etwas-Anhänglichkeit vorhanden ſhaft, die im ganzen aus zehn Dann beſtand, friedWas haben wir doch bei unſerer Rückkehr lic) ihren Reis aß, und vertiefte mich in die gerade all thalben für DEE (GE zu ſehen bekomerhaltenen Miſſionsſchriften. Wieder - eine halbe
Stunde ſpäter fing das Dampfſchiff an bedenkli<h zu
_\{wanken.
Doch immer nod) ſchien der Sturm un- -
Die
Missions - Werke,
gefabrlic) zu ſein. Aber kurz darauf brach er mit unbeſchreibli<h furdtbarer Gewalt los. Die Takelage, das Belttud) und die Stangen wurden weggeriſſen, Regen und Seewaſſer drangen bis in den verborgenſten Winkel hinein. Die Leute ſchafften das Waſſer heraus, mußten ecs jedoc) bald aufgeben. Woge auf Woge rollte heran und ergoß ihre Sturzflut über uns.
“Das Schiffchen wurde ein Spielball der Wellen, die jo Hod) waren wie ein einſtö>figes Haus. Wir mußten uns anflammern, Jeden Augenbli>
um niht fortgeſpült erwarteten wir den
zu werden. Untergang.
Der Kapitän verteilte die Rettungsgiirtel. Sch war bereit, heimzugehen. F< hatte alle Angſt verloren und meine Faſſung wiedergewonnen, während die Chineſen
laut
jammerten
und
heulten.
Es
waren
unvergeßli<he Augenblicke, da wir ſcheinbar dent blinden Ungeſtüm des toſenden Meeres preisgegeben waren. Jh bereitete mid) vor, im gegebenen Augenbli
abzuſpringen,
um
zu
ſ{hwimmen,
ſolange
die
Kräfte reihten. Da auf einmal tauchten die Umriſſe von Bergen vor uns auf. Alſo nahe am Ufer! Die Gefahr des Zerſchellens in der Brandung war groß. Da ſah ich, wie der Kapitän und noh ein Chineſe fid bemühten, den Anker auszuwerfen:. Wirklich es gelang! Plögßlih ſaßen wir feſt. Aber nod immer wuchſen die Wogen; jede riß an dem Anker, fo daß das Schiffchen in allen Fugen krachte. Endlich gelang es einer beſonders mächtigen Woge, das Schiff loszureißen und auf den Gand zu fegen. Zugleih brad) der Vordermaſt und bohrte fid) mit ſeiner Spige in den Sand. Snell entſchloſſen rutſ<hten wir den Maſt entlang ins Waſſer, das uns nur bis zu den Hüften reihte, und wateten zu einer nahen Jnſel. Welch cin unbeſchreiblihes Gefühl tiefſter Dankbarkeit, feſten Boden unter den Füßen zu haben, dem. naſſen Wellengrabe entronnen zu ſein! Sn dieſem Augenbli> ſtarben vielleiht viele, die vergebli<h mit
den Wellen kämpften. Wir waren auf der gegenüberliegenden Seite von Hongkong auf eine fleine Fnſel gekommen. Troß .be3 immer nod) mächtigen Sturmes und Regens. wateten wir durd) das nur feidjte Waſſer nad) dem Feſtlande, und dann ging's über Felder einen Berg hinauf. Wir erreichten eine breite Landſtraße, die uns nach ungefähr anderthalb Stunden nad) Jauma‘tei führte. Überall die Spuren der fur<tbarſten Verheerung, die Ufer mit Trümmern bede>t! Wir gingen in ein chineſiſ<hes Haus, wo wir trodene Kleider erhielten und etwas aßen. Um ein Uhr waren wir eingetroffen, um 5 Uhr ging ich, na<hdem meine Kleider wieder etwas getro>net waren, zur Landungsſtelle und fuhr mit dem nagiten Dampier, nag Hongfong hinüber.
De Yas feel
Wie
furchtbar
81 ſah
es erſt in deſſen
Hafen
aus! _
Viele große Danmpfſchiffe waren geſunken und andere, ſchwer beſchädigt, teils halb geſunken, teils ans Land
geworfen. Toren
Jm
gegangen
ſollen 47
ganzen oder
Dampfſchiffe
ver-
worden
ſein.
beſhädigt
fdjwer
Die Zahl der geſunkenen <ineſiſhen Dſchunken ging in die Hunderte. Die ganze Fiſcherflotille von Hongfong
ſcheint mit Mann
und
Maus
untergegangen
zu
ſein. Der ſonſt ſo belebte Hafen war wie verödet. Zehntauſend Menſchen ſollen ertrunken ſein. Sh hielt mid jedoch ni<t lange im Hafen auf; es trieb mid) zu den Geſchwiſtern Genährs, die gewiß meinetwegen in großer Gorge waren. Als id) gegen 6 Uhr
in unſer Miſſionshaus
id) von
eintrat, wurde
Jn ihnen und Bruder Meyer ftiirmifd) begrüßt. unſerer gemeinſamen Abendandacht dankten wir aus tiefſtem SergenSgrund dem HErrn, unſerm Gott, Denn für ſeine große Gnade und Barmherzigkeit. je länger id) darüber nachdenke, um ſo wunderbarer kommt mir meine Errettung vor, wo fo viele Tauſende umgekommen und große Dampfer untergegangen Auch der Miſſionsbiſhof Hoare hat in- den ſind. Seine Gattin fand am Wellen den Tod gefunden.
Strande ſeine Bibel, jdjlug fie auf und traf auf den 23. Pſalm zurück.
—
das
gab
ihr
die verlorene
Faſſung
Mancherlet ans der Miſſion und für die Miſſion. (Von R. KR.)
Auf dem Felde unſcrer Negermiſſion in North Carolina ſollten in nächſter Beit drei neue Miſſions3fapellen gebaut werden: eine in Salisbury, wo das Miſſionskirhlein von einem Wirbelſturm gertriimmert wurde, eine zweite in Conover, wo Miſſionar Laſh vier Neger unterrichtet und konfirmiert hat und nun ſehnli<ſt wünſcht, daß er mit ſeinem GemeindTein, das gute Ausſiht auf Zuwachs hat, ein ganz beſcheidenes Lokal für die Gottesdienjte hätte, und die dritte in Mount Pleaſant, wo eine neue Kapelle ſhon längſt nötig geweſen wäre, da die arme Negergemeinde * ſih dort, wie wir aus eigener Anſchauung wiſſen, jahrelang ſehr tiimmerlic) beholfen hat. An allen drei Orten haben unſere Neger fic) auch ſhon redlic) ange-
ſtrengt, ſelbſt ſo viel, als ihnen mögli iſt, aufzu- bringen, und nur weil ſie zu arm ſind, e8 allein ausgu-
führen, flehen ſie um
erbarmende Mithilfe.
Liebe“
Miſſionsfreunde, wollen wir unſer Herz vor ihnen zuſchließen? — Groß iſt die Kapellennot in North CaroBA EE aber faſt nod die Ar b. ei t ernot in
a 32
Die
Pission=-Tauke.
einen weiteren Lehrer, und ami trifft dieſe Station nod) der ſhwere Schlag, daß ihr Miſſionar K. Kreßbſchmar aus ſeiner geſegneten Arbeit ausſcheiden und einem Rufe nach Nebraska folgen muß, da ſeine ſchon länger kränkelnde Gattin nad) dem Zeuguis der Ärzte nicht in jenem ſüdlichen Klima ihre Geſundheit wiedererlangen kann. Su Napoleonville hat Gott unſerer Miſſion cine ſo weite Tür aufgetan, daß gar nicht früh genug ein Miſſionar hingeſtellt werden kann. Gott erbarme ſi< und gebe uns mehr Arbeiter in dieſes reife Erutefeld! ~ » Der bckaunte Miſſionsvcteran Rauſcyer ijt wohlbehalten wieder auf ſeiner alten Station Kunaſe eingetroffen. Auf dem Bahnhofe — ,Kumaſe ijt ſeit einigen Jahren durch cine Bahn mit der Küſte verbunden — wurde er von der ganzen Gemeinde und andern Freunden, auch vielen Heiden begrüßt. Die Schüler wetteiferten mit Geſang, um ihrem „Vater“ ihre Freude über das Wiederſehen auszudrü>ken. — Kumaje iſt auf dem Wege, cine afrikaniſche Großſtadt zu werden. Angehörige der verſchiedenſten Stämme laſſen fic) jest dort nieder. Damit wird es and) immer mehr zu einem wichtigen Miſſionszentrum. Die Basler Miſſionskirche wird auf einem Hügel dicht bei der berüchtigten Schädelſtätte errichtet, wo einſt die ungliidliden Opfer der blutdürſtigen Mjantetonige abgeſhlahtet wurden. Wie haben fic) doch die Zeiten ſeit 1869 geändert, wo Ramſeyer als Gefangener zum erſten Male die Stadt betrat. Er iſt jeßt zum ſiebenten Male nah Afrika hinausgezogen. Dic , Harmony”, das Miſſionsſchiff der Miſſion der Britdergemeinde in Labrador, hat in dieſem Jahre wieder einmal eine redjt gefährlihe Fahrt gehabt. Vierzehn Tage lang fand es keinen Ausweg aus den Eisfeldern, lief mehrmals Gefahr, ſtark beſchädigt, wenn niht erdrü>t zu werden, und wurde weit nad) Norden und Oſten, bis zu den Reſolution- und Akpatek-Juſeln, verſhlagen. Wochenlang ſchauten die Miſſionsgeſchwiſter auf ihren einſamen Stationen mit bangen Sorgen vergeblic) nad) dem Schiffe aus.
3
Neue Drudjader. Tue
Common English States.
:
SERVICE witi Music, as adopted by the Ev.-Luth. Synod of Missouri and other
Price, 35 cts.
In den Kreiſen, wo nian dieſe liturgiſche Gottesdienftord“nung
,
angenommen
hat, oder fie einzuführen
dieſes engliſch-liturgiſhe Werk x
Milde
Gaben
td) die Kaſſierer:
beabſichtigt,
wird
mit Freuden begrüßt werden. R.K.
40.40; J. H. Oargens, San Francisco, Cal., 25.50; H. W. Lottman, Houſton, Ter., 22.50; O. ©. Vernede Seward, Nebr., C. A. Kampe, 30.00; F. H. Kühnert, Groton, S. Dak., 2.33; Fort Wayne, Jud., 20.25; H. W. C. Waltke, St, Louis, Mo,, Von den Negergemeinden: Grace-Miſſion, St. Louis, 26.15. Mo.,
Mount
5.00;
Catawba,
Olive,
C.,
N.
13.00;
in
Grace
Greensboro, N. C., 24.00; St. Paul, Manjura, La., 17.50; St. Paul, New Orleans, La., 35.00; Mount Zion, New Orleans, La., 35.00; Vethlehem, New Orleans, La., 25.00; Grace, 5.00;
C.,
St. Paul, Charlotte
Concord, N. C., 10.00;
Mount
Bion, Meyersville, N. C., 2.00; St. James, Southern Pines, Aus dem Nachlaß N. C., 3.00; in Napoleonville, La., 10,35. Von Unvon Mathilda Thomas, New Orleans, La., 20,00, Paſt. A. Habermann von befannt, St. Louis, Mo., 500.00. 5.00. Durch Miſſionar F. J. Georg Schönicke, Lebanon, W Schulgeld
Lankenau,
von
Schülern
des
36.00.
Luther-College,
Durch das Concordia Publishing House von Geo. Keller, Junean, Wis., 10.00. Durch E. F. W. Meier, Vermächtnis von Von Fraun C. Krug in J. Umbach, St. Louis, Mo:, 1000.00. Summa $2227.36. Hubbell, Mich., 5.00. FürdasImmanuel-College:
Durch die Kaſſierer:
C. Spilman, Valtimore, Md., 12.00; Aug. Roſs, Mihvautee, Wis., 1.00; G. Wendt, Detroit Mich., 3.85; C. F. Haujelt, New York, N. Y., 49.00 und 10.00 für die innere Einrichtung; O. E. Verneder, Seward, Nebr., 13.77; H. W. C, Waltle, St. 5.00. Von Louis, Mo., 2,00. Von A. Bühler, Amherſt, Nebr., H. Müller, Eden Valley, N. Y., 2.00. Bon N. N., Sheboygan, Wis., 2.00. Summa $100.62. Für arme Schüler im Jmmanuel-College: Durch die Kaſſierer: G. Wendt, Detroit, Mich., 4.15; O. E. Verneder, Seward, Nebr., 5.00; H. W. C. Waltle, St. Louis, Mo., 50.00. Von Geo. Kahrs, Chicago, JIll., 5.00. Von F. A. S., Lanſing, Mich., 1.00. Durch F. Leimbro>, San Diego, Cal., von Fr. Haun 20,00. Von YW. H,, Owoſſo, Mich., 1.00. Durch Paſt. G. P. A. Schaaf, Dwight, AL, 5.00. Won Witwe W. Kolb, Chicago, Jl, 5.00. Durch Paſt. J. Schulz, Ogallala, Nebr., von N. N. 5.00. Von einer Miſſionsfreundin in Warſaw,
Jll.,
2.00.
Durch
Paſt.
M.
Sauer
von
C.
Braun
Frau, Kaſſon, Wis., 1.00. Summa $104.15. Für die Orgel imImmanuel-College: die Kaſſierer: H. G. Pliefke, St. Paul, Minn., 6.07; Verneder, Seward, Nebr., 1.00. Von Unbefannt, St.
Mo., 50.00.
Summa
$57.07.
und
Durch O. E. Louis,
Für dic Orgel im Luther= College: Von Unbekannt, St. Louis, Mo., 50.00. Für dic Profefforenwohnung in Greensboro: Durch Kaſſierer Aug. Roſs, Milwaukee, Wis., 1.00. St. Louis, Mo., 18. März 1907. ; A. C. Burgdorf, Kaſſierer. Daulkend beſcheinigen dic Miſſionare folgende Gaben: Prof. H. Groß: Von H. A. Meyer und Frau, Hiawatha, Kanj., cine Nähmaſchine für das Jmmanuel-College. Prof. M. Lochner für dic Pfeifenorgel: Durch Lehrer O. Nuſch, Chicago, Jll., von ſcinem Männerchor $5.00.
Durch P. E. Köſtering, New Minden, Sachtleben $5,00 für die Negermiſſion.-
Ill., von Witwe H. R. K.
Miſſionar N. Freche, Vaniyambadi, Oſtindien, beſcheinigt mit Dank (aud) im Namen der andern Miſſionare) den Empfang von $31.50 an Weihnachten 1905 und 18.00 an Weihnachten 1906 für bedürftige Heiden 2c. von einer Miſſionsfreundin aus der St. Stephanuusgemecinude zu St. Paul, Minn. Die „„Miſſions - Taube‘“ erſcheint einmal monatlih. Jahr in CARTS mit He iſt folgender: gi 1 Exemvlar, Á 10 Exemplare unter eluer Yoreff
25 60
= TE
RE ay SETS
5 E
Der $ 25 2.00
Preis für ein LM
6.00 9.00
fiir Negermijfion:
C. Spilman,
Baltimore, Md., $40.00;
Pliefke, St. Paul, Minn., 119.87; A. E. Neiſig, New , La., 25.50; Aug. Roſs, Milwaukee, Wis., 40.78; G. etroit, Mich., 73.23; C. F. Hauſelt, New York, N. Y.,
Krotzschmar, 2114 Victor St., St. Louis, Mo. ; alle Geldbeträge
ſitr die Negert. Louis, Mo.
Enterod at the Post Office at St. Louis, Mo., as second-class matter. -
,
Bins
dder Evangelifdy- entecifijen Sitodal
29. Sahrgang.
Mai
Pfingſten auf Erden.
1907.
von Uordamerika. Aummer
5.
Daß der Heilige Geiſt ordentlicherweiſe ſein Werk durd) Wort und Sakrament ausrichtet, bezeugt die Schrift ausdrü>li<h. Gottes Wort ſagt, außer Chriſto gibt es kein Heil, „Darein“ (zu welder Seligkeit) „er eu< berufen hat dur< unſer Evankeine Seligkeit. „Es ijt in keinem andern Heil, iſt gelium“, 2Theſſ. 2,14. „Er hat uns gezeuget auch kein anderer Name den Menſchen gegeben, darnad) ſeinem Willen dur<h das Wort der Wahrheit“, innen wir ſollen ſelig werden“, Apoſt. 4, 12. Es 1, 18. Jak. ſagt, daß alle, die an Chriſtum glauben, ſelig werden Die heiligen Apoſtel ſelbſt ſind auch durch kein ſollen. „Auf daß alle, die an ihn glauben, nidjt veranderes Mittel zum Glauben gekommen. Toren werden, ſondern das ewige Leben haben“, Joh. Bekennt dod) Petrus im Namen aller: „Du haſt Worte des 3, 16. Es ſagt, daß keine andern als nur die Gläuewigen Lebens, und wir haben geglaubet und bigen ſelig werden. „Wer aber niht glaubet, der erkannt, daß du biſt Chriſtus, der Sohn des lebenwird verdammt werden“, Mark. 16, 16. Chriſti Erdigen Gottes“, Soh. 6, 68 f. löſung, ſein Heil, fommt uns alſo nur dann zu gute, wenn wir glauben, das heißt, wenn wir uns ſeine Zwar hat einſt am Pfingſtfeſte Gott die Apoſtel mit beſonderen, zur Gründung und Ausbreitung der Erlöſung zueignen. Der Ungläubige hat an Chriſti * Kirche in der erſten Zeit nötigen Wundergaben ausErlöſung keinen Anteil. gerüſtet. Aber niht durd) dieſe Wundergaben, ſonFerner ſagt die Schrift, daß der Menfd) zum dern durc das Evangelium kamen ihre Zuhörer zum Glauben kommt und im Glauben bleibt, iſt Gottes Glauben an ihren Heiland. „Prediget das Evandes Heiligen Geiſtes Werk. „Niemand kann gelium!“ mit dieſem Auftrag Chriſti gingen ſie in SEſum einen HErrn heißen, ohne durch den Heiligen alle Welt. Ya, der Heilige Geiſt, den der Heiland Geiſt“, 1 Kor. 12, 8. „Nach ſeiner Barmherzigkeit nach ſeiner Verheißung ihnen ſandte, ſollte ſie alles machte er uns ſelig dur< das Bad der Wiedergeburt lehren und ſie alles deſſen erinnern, was er, Chriſtus, und Erneuerung des Heiligen Geiſtes“, Tit. 3, 5. ihnen geſagt hatte. Durch das Zeugnis des Durch das Wort Gottes und die heiligen Sakramente Heiligen Geiſtes im Wort iſt es Pfing-beruft, ſammelt, erleuchtet, heiligt und erhält der ſten geworden auf Erden — auh bei uns. Heilige Geiſt uns im redjten einigen Glauben an O HErr, durch deines Lichtes Glaſt Chriſtum. So und durd) dieſe Mittel, die GnadenZu dem Glauben verſammelt haſt mittel, ſammelt er fid) eine heilige driftlide Kirche Das Volk aus aller Welt Zungon; . auf dent weiten Erdenrund, die Gemeinde der GeiDas ſei dir, HErr, au Lob geſungen. * Halleluja! ligen. Sn dieſer Gemeinde der Heiligen, und ſonſt Erkennen wir aber das recht lebendig, daß es nirgends auf Erden, ſind Vergebung der Sünden, ein außer Chriſto kein Heil, keine k Seligkeit gibt, daß Wort vorhanden. Leben ewige das und Stündlein ſeliges
st
: te a 8
Die
Missions -Trurke.
Diphtheritis, Maſern und Grippe traten in allen und Sakrament die einzigen Gnadenmittel find, daß Teilen der Stadt faſt epidemifd auf und beeinträchordentlicherweiſe allein durch fie der Heilige Geiſt an tigten den Schulbeſu<h auf allen Stationen. Der den Herzen der Menſchen wirkt, muß uns das nicht Durchſchnittsbeſuch in den vier Klaſſen der St. Paulsbewegen und anſpornen, fonderlid) zur fröhligen, ſelihule belief fic) auf 200; in der Mount Zionsjdule gen Pfingſtzeit, das Evangelium und damit Chriſtum, zählten die beiden Klaſſen durhſchnittli<h 150. Troß Leben und Seligkeit zu bringen denen, die das alles der großen Schwierigkeiten, mit denen die Bethlenod) nidjt haben? Wie könnten wir frohlid) Pfingſten hemsſhule zu kämpfen hatte, hält jie ſi<h dod) ziemfeiern und Gott danken für die Gnade, die uns zu Tic) gut, obwohl aud) hier der Bejuch ſchon recht teil geworden ijt, wenn wir fie den armen Negern, mangelhaft iſt. Wm Oſterſonntag wurde hier ein Jndianern, Sndiern und andern, die nod) ferne find, beſonderer Kindergottesdienſt abgehalten, der von vorenthalten wollten? Gerade dur<h uns, die wir einer großen Schar Erwachſener beſuht war. Auch fein Wort haben, will Gott fie aud) herzurufen und ſonſt war der Beſuch.der Gottesdienſte im lezten Moihnen ſo ein ſeliges Pfingſten bereiten. „Komm, nat recht gut. i Heiliger Geiſt, erfüll* die Herzen deiner Gläubigen Aus Mount Zion und Bethlehem iſt ferner zu beund entgiind’ in ihnen das Feuer deiner göttlichen * richten, daß zwei Gemeindeglieder, die fid) von dieſen Liebe, der du dur< Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt verſammelt haſt in Einig- . beiden Gemeinden getrennt hatten, guriidgetehrt ſind und um Wiederaufnahme gebeten haben. Einige keit des Glaubens. Halleluja!“ H. M. andere Perſonen, die fic) den Gemeinden anzuſchließen gedenken, befinden fic) nod) im Unterricht. Nachrichten aus New Orleans. Luther-College arbeitet fic) noc) immer langſam vorwärts. Allerdings wurde aud Hier der SchulAlle Miſſionsfreunde werden es mit uns tief bebefuch dur< Krankheit ſehr unterbrochen. Ein anderer dauern, daß unſer treuer, begabter und bewährter beſonders nachteiliger Umſtand iſt der, daß die meiſten Miſſionar Karl Kreßſhmar wegen fdjwerer Krankunſerer Schüler und Studenten mit Armut zu kämpfen heit ſeiner Gattin einen Beruf. nad) Nebraska hat haben und daher neben ihren Studien mit den Sorannehmen müſſen. Er hatte neben ſeiner Station gen ihres Unterhaltes ringen müſſen. Das Betragen Mount Zion ſeit Miſſionar Koßmanns Wegzug nod die Vethlehemsftation mitbedient und außerdem nod) Der Schüler war im großen und ganzen zufriedenſtellend, zumal wenn man bedenkt, daß ſie die meiſte für das neue hoffnung8volle Gebiet in Napoleonville Zeit nicht unter der Aufſicht dhriftlidjer Lehrer ſtehen. gu ſorgen. Möge dod) der HErr der Ernte uns bald Unſere Bibliothek ijt wieder durd) eine Schenkung wieder die nötigen Arbeiter geben, damit fein Werk hier in der Negermiſſion keinen zu- großen Schaden . etwas vergrößert worden. Von der Schule einer der “ erleide! hieſigen englifdjen Gemeinden iſt uns ein Glasfdrant geſchenkt worden, der als Naturalienkabinett gute Palmſonntag brachte, wie gewöhnlich, fo aud) in Verwendung fand. Da ein Zimmer im College von dieſem Jahre wieder die Konfirmation mit fid. Die einer Klaſſe der Gemeindeſchule benugt wird, ſo wird “Zahl der Konfirmanden auf der St. Paulsitation belief fic) auf 16, bon denen vier vorher erſt getauft’ wieder die Sakriſtei der OE Paulstirde als Lehrſaal werden mußten. Die Kirche war feftlic) gefdymiicdt benußt. und bei der Prüfung ſowohl wie bet der RonfirmaAn Geldern haben die Gemeinden in den leßten tion gedrängt boll. Feierlih und ernſt marſchierten drei Monaten aufgebraht: St. Paul $300.35, Mount die nett gekleideten Konfirmanden bon der Sakriſtei Bion $234.38, Bethlehem $154.12, alſo in Summa in die Kirche und mit lauter und frohlider Stimme $688.85. bekannten fie fic) öffentlih gu ihrem Heiland. ‘Möge Jn Napoleonville wächſt die Miſſionsſhule nod der treue Gott aud) dieſe ſeine Schäflein dur ſeine immer. Die eingetragene Zahl der Schüler beläuft Gnade bewahren bor den vielen -Verſuchungen dieſer ſih jeßt auf 87. Lehrer Gehner hat eine ſehr ſ<hwere “ genuffiidtigen: Großſtadt, ‘daß fie dod) alle ihrem HeiAufgabe, dieſer aus allerlei Kindern geſammelten lande treu bleiben. © Am Gründonnerstagabend wurSchule vorzuſtehen. Als Schul- und Gottesdienſt“den auf derſelben Station nod) vier CNE konlokal wird nod) immer eine Logenhalle benugt, aus
) firmand, “während in Bethlehem es ihrer drei ¿wei Erwachſene und ein Kind. : Sn olge des ſehr milden Winters haben fic) mit een Sige viele Krankheiten eingeſtellt.
‘der wir bald vertrieben werden können. Auch ift es der Sache der Miſſion überaus nachteilig, in einem
Saale, der ſonſt nod ‘als skating. rink und
für
‘Schwelgereien benußt wird, unſere Gotte8dienſte zu halten. - -Von CETL GPG Miſſionsarbeit
|
i
|
Die
Missions-Tauke.
kann erſt dann geredet werden, wenn wir unſere eigene Schule und dieſe Station ihren eigenen Paſtor hat. Mögen daher die lieben Chriſten auch) dieſes hoffnungsvollen
Gottes.
Thron
Miſſionsfeldes
gedenken
und
in
ihren
es mit
Gebeten
ihren
vor
milden
Gaben reihli< bedenken. Von mehrere
Napoleonville
aus
Explorationsreiſen
Hat’ der -Unterzeichnete unternommen,
um
das
um Napoleonville liegende Gebiet etwas näher kennen zu lernen. Sn Bertrandville wurde am Karfreitagnachmittag vor einer großen Zuhörerſchar gepredigt, und da die Leute von der Napoleonviller Schule gehört hatten und darüber Aufſhluß begehrten, ſo wurde dieſe Sache gründli<h beſprochen. Viele ſpraen ſodann den Wunſch aus; auch eine Schule zu bejigen, in der ihre Kinder Gottes Wort lernen würden. Hier könnte eine Schule mit 60 Kindern gegründet werden. Außerdem beſuchten wir noh einige andere Nachbardörfer und fanden überall dasſelbe alte Lied: geijtlic) verwahrloſte Kinder und totes Chriſtentum. Das ganze Gebiet ſcheint ein überaus hoffnungs8volles zu ſein. Möge der HErr daher re<t bald einen Arbeiter ſchenken für dieſe Station! FJ. Theo. M.
Miſſiousnachrichteu aus North Carolina. Am Oſtermontag traten einige Miſſionare .in Salisbury, N. C., zuſammen, um einige nötige Sachen die Miſſion betreffend zu beſprehen. Anweſend waren zwei Weiße und vier Farbige. Miſſionar Laſh und ſeine Frau haben uns vortrefflich bewirtet. Unſere Beratungen wurden in brüderlicher Liebe und Eintracht geführt, und wir gingen auseinander mit dem Bewußtſein, daß wir einen von Gott geſegneten Tag zugebracht hatten. Aus den Beſprechungen ging hervor, daß die ‘Miffionare reidjlid) gu tun haben. Über ihre Arbeit Miſſionar Laſh bemidjte ic) ein wenig beridjten. dient fünf Stationen, reiſt jeden Sonntag 30 bis 50 Meilen, meiſtens per Wagen, predigt dreimal und hält fünf Tage in der Woche Schule mit 40 bis 50 So Gott will, ſoll baldmöglichſt mit dem Kindern. Vau der neuen Kapelle begonnen werden. — Miſſionar St. Doswell wohnt in Mount Pleaſant, bedient vier Gemeinden und gemeinſchaftli<h mit Miſſionar Ph. Schmidt eine neugegründete Station, fährt jeden Sonntag per Wagen 15 bis 25 Meilen, predigt dreimal, hält an zwei Stationen Sonntagsſchule und
“ unterrichtet taglid) 25 Kinder in der Sqhule.
Jn
Mount Pleaſant ſind Schritte getan worden, eine Kapelle zu errichten, indem die Leute aus eigenen
Mitteln einen Bauplaß und aud) etwas Baumaterial
gekauft
haben.
35 Sie
werden
aber
niht
ohne
Hilfe
ihrer Mitchriſten fertig werden. — Miſſionar Ph. Schmidt bedient außer Concord, wo er eine Gemeinde von 160 Seelen hat, drei Stationen, fährt per Wagen jeden Sonntag vier bis ſe<zehn Meilen und predigt regelmäßig dreimal und einmal während der Woche noch dazu. Seine Schule zählt jest über 100 Kinder. Er half mit in der Schule, bis er krankheitshalber aufhören mußte. Eine farbige Lehrerin nahm dann ſeine Stelle ein. — Miſſionar McDavid wohnt in Charlotte und bedient außerdem drei Stationen, von denen eine über hundert Meilen von ſeinem Wohnorte entfernt liegt. Jhm zur Seite in der Schule, die von 135 Kindern befucht wird, ſteht der aus Afrika ſtammende Prince Muhamed, der wahrſcheinlic) aber wieder na< Springfield zurü>kehren wird, um ſeine theologiſchen Studien zu vollenden. — Sn Greensboro und Umgegend befinden fic) vier Gemeinden und Predigtplage. Davon werden drei von Miſſionar JF. C. Schmidt bedient, und die vierte iſt die Collegegemeinde. Die zwei Miſſionsſhulen zählen
130 Kinder.
:
4
Summa: Jn North Carolina wird das Wort Gottes auf 21 Stationen gepredigt. Durchſchnittlich fommen auf jeden Miſſionár vier Gemeinden. Jn - den Schulen werden etwa 550 Kinder von vier Miſſionaren, zwei Lehrern und einigen Aſſiſtenten in Gottes Wort und Luthers Lehre unterrichtet. An Arbeit fehlt es alſo den lieben Miſſionaren niht, an Strapazen und allerlei Schwierigkeiten auc) niht; aber allem Anſchein nach. arbeiten fie mit Luſt und Liebe. Über zu viel Arbeit wurde bei der obenerwähnten Gelegenheit kein Wort laut. Nur beklagten ſie, daß ‘fie ihre Gemeinden nidt öfter bedienen und dem eigentlidjen Miſſionieren nidt mehr Zeit widmen könnten. Auch kommt das Wort nicht leer zurüd>, ſondern ridjtet das aus, wozu es geſandt wird. _ Die meiſten Stationen, beſonders die Schulen, haben eine erfreulidje Zunahme zu verzeihnen. Aber mehr Arbeiter müſſen wir haben, Prediger wie Lehrer. Laßt uns darum den HErrn der Kirche
fleißig
und
dringend
bitten,
daß
er
auchindieErntederNegermiſſion mehr treue Nrbeiter ſende. N. JF. B.
Aus der Heidenmiſſiou der Miſſouriſyuode in Judien. Wie die. werten Leſer ſhon wiſſen, iſt Miſſionar — Kellerbauer vor einiger Zeit mit erfreulih gebeſſer2 ter Geſundheit aus Europa nad) Indien guriidige- SS pa und hat ſeine Station Bacugucy die Miſſiona
Die
36
Missions -Turrhke.
Forſter während ſeiner Abweſenheit verſorgt hatte, wieder übernommen. Miſſionar Mohn dagegen weilt nod) auf Urlaub in Deutſhland. Seiner Station Ambur ſteht einſtweilen Miſſionar Hübener vor, der es mit großer Freude begrüßt, daß Miſſionar Forſter ihm jeßt etwas von ſeiner vielen Arbeit in den Miſſionsſhulen abgenommen hat. Die Miſſionare haben neben ihrer ſonſtigen Arbeit niht nur in den verſchiedenen Schulen meiſt allen Religionsunterridt zu erteilen, ſondern aud) ſonſt die eingeborenen Hilfs[lehrer beſtändig zu überwahen und anzuſpornen. „Sie ſtraucheln und erſchlaffen gar leiht“, ſchreibt
Schein des Mondes. Seine Muſikkapelle, die wir im Vilde darſtellen, leiſtet ihm auf jolden Miſſionswegen gute Dienſte. Seine beiden Söhne Johannes und Martin und die beiden Lehrer Samuel und Seſachalla Naiker ſpielen die Jnſtrumente, und drei Koſtſchüler helfen mit beim Geſang. So werden Zuhörer angelodt, Störenfriede befdhwidtigt und in ſchönen
Liedern
das
Evangelium
den
Heiden
vorge-
ſungen. Eines Abends wurde der Miſſionar mit ſeinen muſikaliſhen Begleitern aufgefordert, auf der Veranda eines Hauſes Play zu nehmen, auf der man einige Lampen anbradjte. Der Miſſionar bekam da
Miſſionar Freche und ſeine Muſikkapelle für die Heidenpredigt. „Man denke ſich im Geiſt zweihundert Heiden vor uns ſtehen.”
Miſſionar Hübener, fügt aber gugleid) hinzu: „Wiederum hat man dann und wann aud) Freude an ihnen. Als Devaſachayams älterer Bruder von der Cholera ploglid) dabingerafft war, weigerte jener fic) entſieden, die ihm als Bruder gufallenden heidniſchen Gebräuche vor und nad) der Beerdigung mitzumadchen, was einen Sturm von Feindſeligkeiten gegen ihn zur Folge hatte. Dann wurde Njanamuttu von feinem Vater aufgefordert, an Devaſahhayams Stelle zehn Tage nad) dem Begräbnis die üblichen heidniſchen Zeremonien zu vollziehen: aber er weigerte fic) ebenſo ſtandhaft und wurde darauf bon ſeinem Vater aus dem Hauſe ausgeſtoßen.“
Miſſionar
Fredje in Vaniyambadi
auf die Heidenpredigt,
und
zwar nit
geht fleißig ſelten beim_
Gelegenheit, vor etwa 250 Heiden Zeugnis abzulegen bon dem einigen Heiland aller Sünder. Ein Heide wollte widerſprechen und fragte: „Hat Chriſtus zwei Naturen?“ Die Antwort lautete: - „Ja, eine göttliche und eine menjdjlide Natur, und doch iſt er nur eine Perſon!“ Der Heide erwiderte: . „Sic haben eine Natur, und id) habe eine Natur: find wir beide nur eine Perſon?“ Der Miſſionar *fragte: „Wie heißt du?“ Der Heide nannte ſeinen Namen: Ramaſawmi. Der Miſſionar fuhr fort: „Du haſt doch einen Leib und du haſt auch eine Seele und biſt Dod) bloß ein Ramaſawmi.“ Darauf ſagte der Heide: „So iſt es. jt es aud) fo mit Chriſto? Und welche von beiden Naturen beſtand dann zuerſt?“ Der Miſſionar belehrte ihn weiter und zeigte ihm,
Die
Missions -Taunke.
37
reine Hände wie Sie. Und wenn Sie in Jhrer Kaſte ſo fanatiſ< ſind, dann allerdings kann Jhre ganze Kaſte mit dem Chriſtentum nicht beſtehen. Sie haben überhaupt fein anderes Fleiſ< und Blut als die Parias; Gott behandelt Sie genau ſo wie die Parias, gibt Jhnen keinen andern Sonnenſchein und Regen.“ O dieſer Fanatismus! Möge Gott ſi dieſer armen
verblendeten
Heiden _—_
erbarmen!“
R. K.
0
Aus der Miſſion unſerer norwegiſchen Brüder im Zululande. Kojtidiifer in Vaniyambadi.
Unſere norwegiſche Schweſterſynode hat ſchon ſeit Jahren die Miſſion der Synodalkonferenz unter den nod) redjt heidniſhen Negern im Süden unſers Landes durch Liebesgaben kräftig mit unterſtüßt.
wie Chriſtus von Ewigkeit Gott ſei und die menjdliche Natur in der Zeit angenommen habe, und fuhr Daneben hat ſie aber aud) nod) ihre eigene Negerdann fort: „Übrigens iſt es eine gute Frage, die du miſſion in Südafrika unter den Heiden im Zulugeſtellt haſt. Wenn du mich einmal beſuchen würlande. Nach ihrem Gründer wird dieſe Miſſion gedeſt, könnten wir viele folche Fragen miteinander wöhnli<h die Schreudermiſſion genannt. erörtern.“ Durch dieſe Anerkennung ſchien fid) der Hans PB. S. Schreuder wurde 1848 als HeidenHeide jo. geſhmeichelt zu fühlen, daß er an dem miſſionar von Norwegen ausgeſandt und landete am Abend keinen. Einwand mehr erhob. So iſt von folgenden Neujahrstag in Port Natal. Doch ſtellten Miſſionar Freche in den legten Monaten vielen Heific) ihm glei<h am Anfang fold) große Hinderniſſe den das Wort Gottes gepredigt worden. entgegen, daß er eine Reiſe nad) China unternahm, „Der Beſuch des Headmaster’s der Schule in um zu ſehen, ob er dort leihter Eingang zu den HeiVaniyambadi zeigte mir ſo rect den kraſſen FanatisSchr bald kehrte er jedod) nad den finden könnte. mus der ‘vornehmen Brahminenkaſte, der er angeJm Jahre 1849 kamen zu dem Zululande zurü>. hört“, ſ{hreibt Miſſionar Freche. „Jh ſagte ihm, ſeiner großen Freude drei junge Miſſionsarbeiter aus daß das Chriſtentum niht fordere, daß fie außer Norwegen ihm zu Hilfe, und zwei. Jahre ſpäter gab ihrer Kaſte heiraten oder mit niederen Kaſten eſſen der Zuluhäuptling Umpande, den Schreuder von der Gicht furiert hatte, den Miſſionaren Erlaubnis, in müßten; vielmehr reſpektiere es bis zu einem gewiſſen Grade die Kaſte; nur das Sündhafte derſelben müſſe im Chriſtentum fallen. Darauf ſagte der Brahmine: „Kann ich nicht ohne die Taufe innerli< ein Chriſt ſein?“ Jch: „Nein; Chriſtus ſpricht: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird ſelig werden“, und: „Es ſei denn, daß jemand von neuem geboren werde aus dem Waſſer und Geiſt, ſo kann er niht in das Reih Gottes kommen.““ Er: „Ja, aber mit was für Waſſer ſoll ih getauft werden?“ Jh: „Sie können ja Waſſer aus Jhrem eigenen Brunnen mitbringen.“ Er: „Ja, aber weſſen Hand kann mic) denn taufen?“ Jh: „Er[auben Sie, meine Hand ijt rein, und ſelbſt wenn ein Paria ſeine Hände Wohnhaus des Miſſionars auf der Station Entumeni im Zululande.
ordentlid) wäſcht, dann hat er ebenſo
(Aus „Feſtſkrift.
Den norſke Synodes Jubiläum“)
Die
Missions -Taube.
ſeinem. Lande ſi< niederzulaſſen, und ſchenkte ihnen ein großes Stiic Land, auf wel<hem dann die Station Entumeni gegründet wurde. Jm Jahre 1875 wurde im Nordweſten von Natal, unweit des Tugelafluſſes nod) eine Landſtre>e von etwa 3000 Meer für die Miſſion erworben: und dort die Miſſionsſtation Untunjambili angelegt, auf der Miſſionar Schreuder, der. 1866 bei einem Beſuch in Norwegen zu einem Biſchof erhoben worden war, begraben wurde, nadjdem er aus [anger reidjgefegneter Arbeit am 27. Januar 1882 heimgegangen war. Die norwegiſche Miſſionsgeſellſhaft gab ihm in ihrem Nachruf nod folgendes Ehrenzeugnis: „Jn ihm iſt ein Held in Fsrael gefallen. Er hat ſeinerzeit bei unſerm Volk den jdlummernden Miffionsjinn gewedt; er ging voran und brad) die Bahn; er trat auf und erinnerte
Heinrih Otte, dieſer ein Sohn von Miſſionar Karl Otte, jene beiden ein Sohn und Pſflegeſohn von Miſſionar Nils Aſtrup, der auch alle drei Schüler ſo wohl vorbereitet hatte, daß ſie ſhon nad) drei Jahren das Studium der Theologie ergreifen konnten, und zwar die erſtgenannten beiden im norivegijden Seminar zu Robbinsdale und Heinrich Otte auf dem Predigerſeminar in St. Louis. Dieſer wurde aber nach Vollendung ſeines Studiums zuſammen mit ſeinen beiden Kameraden von Südafrika am 23. Juli 1896 in - Decorah ordiniert und fand ſein Arbeitsfeld als Miſſionar auf der Station Hlabiſa der Schreudermiſſion, die ſeitdem der Verwaltung unſerer norwegiſchen Schweſterſynode unterſtellt worden iſt. Da Miſſionar Hemnri<h Otte während ſeines Studiums in St. Louis mit vielen Paſtoren der Miſſouriſynode und Leſern der „Miſſionstaube“ bekannt geworden iſt, ſo wird es gewiß intereſſieren, wenn wir aus ſeinem legten Brief nod) einiges mitteilen. Gein . Brief zeigt, daß er des Deutſchen nod) wohl mächtig iſt, obwohl er in ſeinem Hauſe Norwegiſch ſpricht und daneben fic) nur der Zuluſprache bedient, die vom Deutſchen grundverſchieden iſt. Er ſchreibt: „Es ſind auf dieſer Miſſionsſtation jegt gerade 70 getaufte Seelen, von denen 25 fonfirmiert find. Jn der Schule werden 28 getaufte Kinder . unterrichtet und außerdem 29 ungetaufte Heiden, Kinder und Erwachſene, im Alter von 7 bis 50 Jahren. Faſt jede einzelne Perſon wird beſonders vorgenom-
men. Sulus und ihre Wohnung.
Lea
38
Die Kleinen lernen leiter als die Großen,
und dieſe werden leiht verdrießli<h, wenn fie von jenen über ihre Unkenntniſſe ausgeladt werden. Jm Religionsunterriht müſſen die Jungen mehr auswendig lernen als die Alten. „Feder Miſſionar unter den. Zulus hat darüber zu klagen, daß dieſe fic) leider gar zu oft mit einem bloßen Namenchriſtentum zufrieden geben. Sie meinen, wenn fie etwas bom Katechismus und von der : bibliſchen Geſchichte* au8wendig wiffen,” getauft find . und nun Chriſten heißen, dann ſei alles gut, und ſie könnten nun leben, wie ſie wollten. Ein Lügenprophet hat es unter ihnen frei au8geſprochen: „Wenn © id) getauft bin, jo iſt an mir alles heilig, auc) all mein Tun und Laſſen, auc) mein Ungehorſam, Tot-
das Chriſtenvolk an ſein König8reht und ſeine Pflicht, “das Licht hineinleuhten zu laſſen in die Finſternis _und das Heil3werk des HErrn fortzuſeßen durd) die . uns verliehenen Gnadenmittel. Doch erinnerte er niht nur das Chriſtenvolk hieran, . ſondern brachte “ſi ſelbſt dafür zum Opfer. Schreuders Name iſt ungertrenntich mit der norwegiſchen Miſſion berbunden, und‘ jolange. Die Gemeinde das Werk des HErrn achtet und Tiebt, fo lange wird fie ‘auch das. Gedächtnis dieſes ihres“ bahnbrechenden gona, in Ehren * halten“ ; Schreuders Arbeit wurde pani treulid) fortgefest _ fojlag, Ehebruch, Diebſtahl, Lug und Trug, denn id) “von den Brüdern Nils und Hans Aſtrup, die ſhon in bin ja getauft.“ Gegen fold) teuflijden Selbſtbetrug haben wir ſtetszu kämpfen, und unſer Troſt iſt, daß “ Norwegen im Predigtamt geſtanden Hatten, und bon Gottes Wort nicht leer zurüd>kommt. dem früheren Sermannsburger Miſſionar Karl Otte, „Von der Rebellion unter den Zulus haben wir der au ren, in den Dienſt der Sqreudermiſſion nicht viel gelitten. Angſt iſt es uns allerdings oft - geworden, denn aud) hier war alles in Gärung; aber zum Wusbrud) fam es nicht. Von mehreren Einge-
borenen wurde mir geraten, id) ſolle mid) an den
Die
PMission«x-Tauke,
:
39
Sohn des legten Zulufsnigs wenden, dann würde uns ni<ts geſhehen. Die Leute meinten es ja gut, aber es wäre unſererſeits dod) eine Auflehnung gegen die beſtehende Obrigkeit geweſen, daher durften wir dem Rat nidt folgen. - Hätten die Aufrührer Erfolg
drei andere Paſtoren, die hörende Gemeinden haben, in dieſer Miſſion mit tätig. — Von den zwei Miſſio-
gehabt, dann wären unſere Zulus vorausſihtli<h aud
meinden und 12 Predigtpläßen. Auch in der Emigrantenmiſſion ſtehen zwei Miſſionare, ciner in New
zu ihnen übergetreten, und was dann geſchehen wäre, das weiß Gott. Von ſern, einem früheren Lehrer, der Ärgerniſſes abgeſeßt worden war, war Me
weiter mit uns einem der Unwegen groben mir ſchon eine
verſprochen.
„Mein vor nun bald zwei Fahren abgebranntes Wohnhaus habe ih nocd niht wieder aufbauen können, habe mir jedoh: von dem aus dem Brande geretteten Material ein Häuslein zuſammengeſchlagen, in dem id) mit meiner Frau und zwei Söhnen wohne. Außerdem habe id) mir nad) dem Muſter der Wohnſtätten der Zulus eine kleine runde Hütte errichtet, doch mit hoher Tür und einem kleinen Fenſter. Dieſe Hütte iſt mein Studierzimmer, bis fid) die Mittel finden zum Wiederaufbau unſers Hauſes. Meine Orgel, die mir vor einigen Jahren von lieben Freunden aus der Miſſouriſynode geſchenkt wurde, habe id) zum Glück noch aus dem Feuer retten können, ebenſo auch ſehs Lutherbände der St. Louiſer Ausgabe, aber ſonſt iſt faſt meine ganze Bibliothek mit verbrannt. „Arbeit gibt es hier die Fülle. Wir könnten gut nod) einige Miſſionare gebrauchen; aber es fehlen die Männer und die Mittel. Die Sekten haben mehr Geld und ſenden aud) mehr Leute aus, die aber meiſt ſelbſt niht viel vom wahren Chriſtentum wiſſen und oft nur auf irdifden Gewinn bedacht find und die Miſſion in Verruf bringen. Gott wolle dreinſehen und ſein Reich bauen in Afrika, ſowohl wie in Amerika und in den andern Teilen der Welt!“ R. K.
Manerlei aus der Miſſion und für die Miſſion. (Von
R. K.)
Nach dem „Statiſtiſhen Jahrbuch“ der Miſſouriſynode zählt unſere Negermiſſion 29 Stationen, auf denen im ganzen 31 Perſonen in der Arbeit ſtehen, namlid) 12 weiße Paſtoren, resp. Profeſſoren, 4 farbige Miſſionare, 6 weiße und 5 farbige Lehrer, eine weiße und 2 farbige Lehrerinnen und zwei weiße Studenten. Die Miſſion zählte am “Sahres\<luß 1829 Seelen, 830 Kommunizierende, 225 Stimmberedjtigte und in den Schulen 1360 Kinder. 125
Perſonen wurden getauft, 59 konfirmiert.
Die Miſ-
‘ſouriſynode hat im Laufe des Jahres $18,086.32 für ‘dieſe Miſſion aufgebracht, $5540.76 weniger als im
‘vorhergehenden
Jahre.
—
Jn
der Taubſtummen-
miſſion ſtehen 5 Miſſionare, und außerdem find noch -
naren in der Eſten- und Lettenmiſſion bedient der eine das öſtlihe Gebiet mit 7 Gemeinden und 6 Predigtpläßen, der andere das nordweſtliche mit 6 Ge-
York,
der
andere
in
Baltimore.
Judenmiſſion
Die
hat nur einen Miſſionar, der ſein Feld in New York Auf zwei Stationen der Jndianermiſſion mit hat. 143 Seelen, 30 Kommunizierenden, 5 Stimmberedtigten und 143 Schulkindern arbeiten 2 Miſſionare Jn der oftindijden Heidenmiſſion und 1 Lehrer. ſtehen 7 Miſſionare auf 4 Stationen mit 25 weißen und
58
eingeborenen
Chriſten
und
14
Squlen,
in
denen 687 Heidenkinder unterridtet werden. Aus der lutheriſchen Anſtalt für Schwachſinnige und Epileptiſhe wurden am Sonntag, den 14. April, die erſten Zöglinge konfirmiert, na<hdem fie zuvor drei Jahre lang von ihren Lehrern in den Heilslehren Die feierliche treuli<h unterrihtet worden waren. Handlung fand in der Serujalemstirde in Milwaukee ſtatt. Paſtor Harders ‘hielt die Konfirmationsrede. | Die Gemeinde hatte die Kirche für die Gelegenheit jon. geſ<müdt. Es war ergreifend, als “dieſe beDauernsiverten Kinder, die zuglei<h gliidlid) zu preiſen ſind vor vielen tauſend andern, die ihre vollen Sinne haben, aber ihren’ Heiland nicht kennen, vor dem Altar ihren Glauben bekannten, ihrem HErrn Treue gelobten und dann das Lied anſtimmten: „Ach, bleib mit deiner Gnade.“ Ya, mit ſeiner Gnade wolle SEjus bei ihnen bleiben bis an ihr ſeliges Ende!. Korca, das bis vor etwa zwanzig Jahren nod) feſt verſhloſſen war, gehört jest gu den ausſihtsreiſten Miſſionsfeldern. Die Miſſion zählt dort ſhon etwa 600 Hauptſtationen mit 160 Miſſionaren und doppelt ſo. viel eingeborenen Helfern. Die Zahl der Chriſten wird ſhon auf 35,000 angegeben, Man rühmt den Eifer, mit dem die jungen Chriſten ihrem eugenberuf unter ihren heidniſchen Landsleuten obliegen, das Evangelium ausgubreiten. PERS Paton, der wohlbekannte „Apoſtel der Neuen Hebriden“, iſt im Januar in ſeinem 83. Lebensjahre in Auſtralien geſtorben. Sein Leben war reid) an Arbeit, Selbſtverleugnung, Gefahren und Abenteuern. Er hat 49 Jahre unter den. Kannibalen zugebracht. Während ſeiner unermüdlichen, todesmutigen Arbeit ſind etwa 18,000 dieſer Wilden für das Chriſtentum gewonnen worden. Orientmiſſion Die Miſſionsſtation der ALE iſt in der Grenze perfifdjen der an ak in Sauſchbul nli< von wahrſchei Februar, 16. zum 15. Nacht vom worden. beraubt und HEED räuberiſchen Kurden,
Die
40
Missions-Taube.
Dabei iſt ein Sohn des Paſtor Dammann in Eiſenach, der zum-Zwe> der Erforſchung der kurdiſchen Sprache als Gaſt im Miſſionshauſe fid) aufhielt, von den Räubern ermordet worden. Miſſionar von Örßen wurde leiht verwundet. Die baptiſtiſhe Miſſion arbeitet jegt 15 Jahre in Kamerun. Sie hat ſeitdem fünf Hauptſtationen bejegt, wovon Gr. Soppo als Erholungsſtation dient. Jn Bonamuti ift 1904 ein kleines Hoſpital eröffnet worden. Ein in Bonaku beſtehendes Lehrerſeminar wird von 36 Zöglingen beſuht. Eine Mädchenſchule befindet fic) in Bonanmuti. Zehn ihrer Miſſionsleute ſind ſhon in afrikaniſhe Erde gebettet. Auf der Ynfel Opa, zur Gruppe der Neuen Hebriden gehörig, iſt der Miſſionar C. Godden, ein Sendbote der melaneſiſhen Miſſion, von Kanakas ermordet worden. * Nähere Umſtände, beſonders auc) über die Urſache des Mordes, ſind nod) nicht bekannt. Der fanatifdje Gouverneur von Madagaskar hat verſchiedene Edikte erlaſſen, durch die der proteſtantiſchen Miſſion großer Schaden zugefügt werden ſoll. Jn dem einen wird gefordert, daß cine Verbindung der chriſtlichen Jünglinge ſofort aufgelöſt werde. Sm aweiten wird dekretiert, daß keine Miſſionsſhule in einem Umkreis von etwa vier Meilen von einer andern Schule beſtehen darf; auch ſoll ſie niht in einem firdlidjen Lokal abgehalten werden. Ein drittes Edikt will den chriſtlihen Eingeborenen ſogar verbieten, Haus8götte8dienſte zu halten, wenn aud) nur eine Perſon zugegen iſt, die niht zur Familie gehört. — Jn der Nähe von Fianarantſoa, einer der Hauptſtationen der proteſtantiſchen Miſſion der Pariſer und der Norweger, haben die Jeſuiten einen Wallfahrtsort zur Marienvergötterung gegründet. Tauſende von Pilgern wurden ſchon dorthin gelo>t und — bee ſ<windelt.
:
Nene Drul>ſſachen.
“ Statiſtiſches
Jahrbuch
St. Lous, MoS 5
Cts.
der Miffourifynode
Lauter kurze Angaben und Zahlen;
für das Jahr 1906. Preis:
aber wie viel geben fie
Dieſes „Jahrbuch“ ſollte fleißig ſtu-
diert werden, zumal aud) die Angaben betreff der verſchiedenen Miſſionen, aus denen an anderer Stelle dieſes Blattes ein kurzer Aus8zug veröffentlicht wird. Die EQUITABLE FRATERNAL UNION. Milwaukee, Wis. Northwestern Publishing House.
Preis:
C. Spilman, Baltimore, Md., 17.10;
5 Cts.
Dieſer Traktat, der in deutſcher und engliſcher Sprache gu haben iſt, weiſt den unchriſtlihen Logencharakter dieſer Verbin-
dung nad) und ſollte dort, wo dieſe Loge ihr Unweſen treibt, weit verbreitet werden. R. K.
Für
das
Jmmanuel-College:
Durch
die
Kaſſie-
rer: J. S. Simon, Springfield, Jll., 34.00 und 67.69; Aug. Roſs, Milwaukee, Wis., 1.00 und 8.50; C. E. Hauſelt, New York, N. Y., 15.00; C. Spilman, Baltimore, Md., 2.00 und für Möblierung eines Zimmers 25.00; G. Wendt, Detroit, Mich., für ein Leſepult 25.00; O. E. Berneder, Seward, Nebr., 8.15; C. A. Kampe, Fort Wayne, Ind., 14.05; Aug. Gundlach, Elyſian, Minn., 9.60; H. W. C. Waltke, St. Louis, Mo., 10.00. Von Hilda Schramm in New Paleſtine, Ind., 2.00. Summa $221.99. Y A Für die Pfcifenorgel im Jmmanuel-College: Durch die Kaſſierer: J. S. Simon, Springfield, Ill, 6.00 und 4.25; Aug. Roſs, Milwaukee, Wis., 10.00; H. W. C. Waltke, St. Louis, Mo., 2.00. Von G. W. Klügel, St. Louis, Mo., 10.00. Summa $32.25. Für cinc Orgel in Napoleonville, Va: Durch Lehrer J. G. Gehner von einem Miſſionsfreunde 2.25. Für arme Schüler im Jmmanwel-College: Durch die Kaſſierer: J. S. Simon, Springfield, Ill., 44.70;
G. Wendt, Detroit, Mich., 26.58.
Durch Paſt. G. Kohlhoff in
Truman, Minn., von Frau C. Voigts 3.50 und von ihm ſelbſt 1.00. Durch Lehrer W. Hillger, Beecher, Ill., von ſeinen Schulkindern 4.10. Durch Paſt. J. Schulz, Ogallala, Nebr., 1.75. Durch Karl Michael von den Schulkindern in Otto, N. Y., 2.05.
Summa
$83.68.
Bure arme Negerſtudenten: Durch die Kaſſierer: C. Spilman, Baltimore, Md., 12.00; H. W. C. Waltke, St.
Louis, Mo., 50.00. Summa $62.00. St. Louis, Mo., 16. April 1907. A. C. Burgdorf,
Kaſſierer.
Prof. M. Lochner für die Pfeifenorgel: Von F. Prig= laff, Milwaukee, Wis., $25.00; Wit E. Felber, Baltimore,
Md., 5.00; durch Lehrer Burandt vom Miffionsverein der Drei-
einigkeitsgemeinde in Minneapolis, Minn.,-5,00. Prof. F. I. Lankenau für das Luther-College: Von ou Schneider, Oat Part, Jll., 1.00; Fel. S. Meyer, Peoria, 1, 2.00; First English Ev. Luth. Church, New Orleans, cin Naturalienfabinett.
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Milde Gaben für Negermiffion:
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Durch die Kaſſierer: J. S. Simon, Springfield, Ill., $175.39
“und 145.71; Aug. Noſs, Milwaukee, Wis,, 41.00 und 6.00; G. “Wendt, Detroit, Mid., 9.00; ‘C. E. Haufelt, New York, N. Y, rm
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In St. Louis durch Träger oder Poſt bezogen 35 Cents pro Exemplar.
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O. E. Berneder,
Dankend beſcheinigen die Miſſionare folgende Gaben:
Conewtie Potten fe Hone
gu denken und gu danken!
22.00;
Seward, Nebr., 13.62; C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 125.00; J. T. Hammer, Monroe, Mich., 34.91; Aug. Gundlach, Elyſian, Minn., 37.85; H. W. C. Waltke, St. Louis, Mo., 58.17. Von F. L. Machmüller, Unity, Wis., 1.00. Durch Paſt. N. F. Zimmermann, St. Paul, Miun., von J. Buſch 1.00. Durch Paſt. R. Kresfdymar von Witwe Sachtleben, New Minden, Fil, 5.00. Von N. N., Evansville, Jnd., 1.00. Von W. B. 5.00. Von F. Vleſſe, St. Louis, Mo., 1.00; J. F. Schuricht von Paſt. A. H. Teyler, Marton, Neuſeeland, 4.83. Von den Negergemeinden: Grace, St. Louis, Mo., 5.00 und 5.00; Mount Zion, New Orleans, La., 35.00; Bethlehem, New Orleans, La., 25.00; St. Paul, New Orleans, La., 35.00; St. Paul, Manſura, La., 12.50; Grace, Concord, N. C., 10.00; Holy Trinity, Springfield, Jll., 10.00; St. Paul, Charlotte, N. C., 5.00; Bethle= hem, Monroe, N. C., 2.50; Mount Zion, Meyersville, N. C., 2.50; Immanuel, Greensboro, N. C., 5.30 und 7.00; in Naz poleonville, La., 16.15. Schulgeld von Schülern des JmmanuelCollege 64.20. Summa $944.73. Für das Luther-College: Durch die Kaſſierer: JI. S. Simon, Springfield, Jll., 5.00; G. Wendt, Detroit, Mich., .50. Summa $5.50.
Gelder 2c. enthalten,
ſende man
unter der Adreſſe: Concordia Publishing House, St. Louis, Mo, Alle die Nedaktion betrejfenden Einſendungen find au adreſſieren an Rey. Rich. Kretzschmar, 2114 Victor St., St. Louis, Mo. ; alle Geldbeträge ſir die Negermiſſion an den Kaſſierer, Dir. A. C. Burgdorf, 1033S. 8th St., St. Louls, Mo. Entered at the Post Office at St. Louis, Mo.,as second-class matter.
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Miſſionszeitſhrift der Evangeliſh-Lutheriſhen Synodalkonferenz von Nordamerika. 29. Jahrgang.
Juni
Jest iſt die angenehme eit.
1907.
:
6.
Uns der miſſouriſhen Miſſion in Oſtindien.
Jetzt angenehme Erfülltiſt iſt,die was der HErrZeit.vorlängſt
verſprochen. Der König ruft: „Kommt, alles iſt bereit!“ Der Tag des Heils ift golden angebrochen.
Miſſionar Naumann aus Kriſhnagiri ſchreibt in ſeinem leßten Bericht: Es war für uns alle eine große Freude, den lieben Bruder Kellerbauer und
Jetzt iſt das Wunderbare eingetroffen: Das Himmelreich ſteht allen Siindern offen
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Jetzt iſt die angenehme Zeit! ae We y Jetzt ift die angenehme Beit. Noch, in den Völkerſcharen aller Zonen, Beherrſcht die Macht der Ungerechtigkeit
aum nod) zu hoffen wagten, als er während ſeines Urlaubes in Deutſchland fo ſ{<hwer erkrankt war. A fora A Ha (Eras bl und cil d Wir fanden ihn über C rwarten wohl un rüſtig un hoffen, daß der HErr ihn no< mehr zu Kräften kom-
Die Seelen ungezählter Millionen.
men laſſen wolle, damit er wie zuvor ſeiner Miſſions-
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Jeßt ift die angenehme Zeit. ie wir an Wie, ſollten
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genießen. längſt Tafel ſeiner wir die Armen auf den Straßen
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und. Limonen
Kränzen
beehrte, gab Miſſionar Kellerbauer in einer tamuli:
erſchallen.
Kurz iſt die Zeit, die Gnadenzeit auf Erden, Drin
ſeine Braut,
ſo [Glet
nod)
ſie
alle freundlih aufgenommen.
Rab en es ae R
K Für
waren die Ankömmlinge ſehr gerührt, und
Jeht ift die angenehme Zeit! D
könne.
Die Lehrer mit ſchaft, ſie würdig zu empfangen. ihren Schülern hatten ſhon lange auf ſie gewartet und ſtimmten nun einen Empfangsgeſang an. So gut wie es unſer guter Samuel auc) beim Singen
mein Gnadenmahl bereit; verfdmadten, ſondern leben.
Jekzt iſt die angenehme Zeit.
abholen zu dürfen, da er ja mit demſelben
wohlbehalten
Drum nötigt, nötigt fie, hereingufommen, Sie werden
lombo
erwartete.
i
darben und verhungern laſſen? angenehme Zeit! angenehme Zeit. ERE uns ten funvgegeten:
Für ſie iſt aud) Sie ſollen niht
ns
nachgehen
Dampfer
Uns hat der König Gnade ſchon erwieſen,
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res
arbeit
eine beſondere Freude, die lieben Geſhwiſter in Co-
Jetzt iſ die angenehme Zeit!
Zus ee
Aummer
ſelig werden:
H. Meyer.
ſchen Rede
ſeinen eigenen
und ſeiner
Reiſegenoſſen
Auch der glückliche
paſſenden à Ausdru>. G Gefühlen o
Bräutigam mußte eine tamulifdje Anſprache halten. Am
9. November
ſie mußte
wegen
ſollte die Hochzeit ſtattfinden, aber
Krankheit
den 12. verſchoben werden.
:
im
Miffionshaufe
Am
Abend
SoA
aN
bis auf
vorher gab
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|
42
Die
Missíons-Taube.
es ſhon eine re<t fröhlihe Vorfeier, bei weldjer ſelbſt eingeborene Muſik niht fehlte, die uns mit mehreren “tunes” iiberrafdte. Jn feftlidjem Zuge ging es zur Trauung in die Kirche, die für die Gelegenheit mit Palmen, Oleandern und Roſen ſchön geſ<hmüd>t war. Sd) hielt die Traurede über Matth. 28, 20: „Siehe, id) bin bei eud) alle Tage, bis an der Welt Ende.“ Verſchönert wurde die Feier durd ein Chorſtü>, das die Familien Frehe und Forſter - dreiſtimmig vortrugen. Auch die eingeborenen Chriſten ließen es fid) nidjt nehmen, mit Bioline, Trommel- und Zimbelbegleitung ein tamuliſches Lied zu ſingen. Meine Lehrer ſangen noh: “Take thou my hand and lead me.” Es war ſhon dunkel geworden, als wir die Kirche verließen. Nach der Abendmahlzeit und einem wirfli< ſhönen Feuerwerk verlebten wir nod) einige re<t angenehme Stunden und freuten
hungern laſſen. Der Junge iſt ſehr begabt, ſchreibt ſchöne Briefe, gibt au8gezeihnete Antworten und iſt ſehr wißbegierig. Yd) glaube, daß aus ihm nod) ein tüchtiger Chriſt wird. Sch würde fein Bedenken tragen, ihn jeßt zu taufen, wenn ſein Vater es zuließe. Miſſionar Freche von der Station Vaniyambadi kann auch dieſes Mal davon berichten, daß er wieder reihli< Gelegenheit hatte, vor größeren Scharen von Heiden das Evangelium zu verkündigen. - Seine Muſiker und Sänger, die wir in der lezten Nummer dieſes Blattes im Bilde geſehen haben, waren wieder auf dieſen Miffionswegen ſeine treuen Begleiter. Freilich hat es aud) wieder niht an Widerſpruch gefehlt ſeitens der Heiden. Bei ciner Heidenpredigt in Turayeri wurde der Miſſionar gefragt: „Wenn ihr uns nicht Eſſen, Kleidung und andere Dinge gebt, wozu ſollen wir dann Chriſten werden?“ Die Antwort lautete: „Jhr habt es ja gehört: um euer ſelbſt willen, damit ihr niht ewig verloren geht, ſollt ihr Chriſten werden“, worauf der verblendete Heide erwiderte: „Deshalb wird bei uns keiner ein Chriſt!“ - Einmal fragte der Miſſionar eine junge Sudrafrau, ob ſie nidjt eine Chriſtin werden wolle. Sie ſagte > kurzweg: „Nein!“ Fa, ob ſie denn nict ſelig werden wolle, und ſie ſagte wieder: „Nein!“ „Willſt du wirklih in die Hölle komnien und Gottes Zorn erfahren?“ fragte der entſeßte Miſſionar, und die bejammernswerte Heidin blieb dabei: „Ja, das will ih!“ Daß Gott fic) über dieſes arme Volk erbar-
men wolle! Miffionsfiation in Vaniyambadi.
E
N, E
Erdbeben in Kaiſer-Wilhelmslaud.
uns ſehr, daß hier einmal alle Miſſionare mit ihren Familien beiſammen waren, was in den leßten FahMiſſionar Stürzenhofe>ker von der Neuendettelsren nie borgefommen iſt und vorausfidtlicd uns aud) “auer Miſſion in Pola an der Huon-Bai erzählt wie folgt: „niht bald wieder vergönnt fein wird. — Ein heißer Tag war zu Ende; der Abend bacs Miſſionar Nau ſchreibt in einem Briefe vom 13. Februar, daß ſeine junge Frau fic) ſhon re<t fühl, fein Lüften regte fid. Der Sternenhimmel funkelte in ſeltener Pracht. gut an die indiſhen Verhältniſſe gewöhnt habe und Alles war fo friedlih fic) dort ganz glüd>li<h fühle. — um uns, aud) niht das geringſte Vorzeichen von all Noch ein Bruchſtü>k aus Miſſionar Naumanns dem bevorſtehenden Gurdtbaren war zu- bemerken. Wir gingen früh zur Ruhe. Bericht: Govindan, den älteſten Sohn des hieſigen Da gegen Mitternacht we>te mid) der an einem Herzleiden erkrankte Archi- Toti, der bis vor kurzem in unſere Tſcheriſhule ge„gangen iſt, habe id) jet als Hilfslehrer für die, tekt Meier, ih möchte zu ihm kommen, es ginge ihm ſehr ſ{hle<t. Das tat id) und legte mid), na<hdem ¡Kleinſten mit angeſtellt. Sein Vater wollte ihn zur er ctwas ruhiger geworden war, auf ein dort leerArbeit ausfdicen, in welchem Falle er für uns verſtehendes Bett. n gegangen wäre. Er will fic) gern taufen Bald war id) wieder eingeſchlafen, aber nicht lange. Da we>te mid) ein dur<dringender n, iſt aber nod) niht alt genug, um dieſen Schritt Ruf des Patienten wieder; er rief aus Leibeskräften: ne Zuſtimmung der Eltern, die ſehr fanatiſch ſind, „Heraus!“ Jh fuhr auf, und das furchtbare Krachen tun zu können. Sein Vater hat ihm ſein Neues
und Schwanken des Hauſes ließ mid) niht lange im
Zweifel, worum es fic handele.
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Ein Erdbeben!
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Die
Missions -Tearnrhe.
nell als möglich ſtürzten wir ins Freie. Hinter uns ein Krachen und Poltern, als ob das ganze Haus zuAlle Schränke fielen, obgleich fie mit ſammenſtürze. Haken befeſtigt waren, zu Boden. Mich umſchauend, ſah ich plößlih im Zimmer einen hellen Schein. Die brennende Lampe war umgeſtürzt und explodiert. Die herumliegenden Zeitungen fingen ſofort Feuer Auch ein Ney zum Schuß und loderten hell auf. Jh lief gegen die Moskitos geriet ſhon in Brand. ſchnell wieder hinein und fehlug mit der erſten beſten Aber dann auch ebenſo Dede die Flammen aus. ſchnell wieder hinaus; denn ſchon erſchütterte ein Die Glocke zweiter, noch heftigerer Stoß das Haus. unſers Kirchleins fing. von ſelbſt an zu läuten; es Unſere Papuajungen rannten kÉlang unheimli<h. Da der kranke in ihrer Beſtürzung hin und her. Herr Meier fror, bat er mich, ihm dod) ſeine Kleider Jh drang aufs neue ins Haus, kletterte zu holen. über cinen umgeſtürzten Schrank, holte ein Beinkleid — mehr konnte id) im Dunkeln nicht ergreifen — und dann wieder ins Freie. Jn ganz kurzen Zwiſchenräumen erfolgten immer Es mochte gegen drei Uhr ſein, da erneue Stöße. tönte plößli<h wie aus einem Munde der Schre>kensJm Augenbli> waren ruf: „Die See kommt!“ unſere Papuajungen verſhwunden die Höhen hinauf, nur zwei blieben bei uns. Das Erdbeben hatte eine Springflut zur Folge. Furchtbar tobte die See. Aus dem ſchauerlichen Getöſe konnte man jedesmal ziemlih genau beredjnen, wenn eine neue Flutwelle heranſtürmte; gewöhnli<h war fie von einem neuen Eròdſtoß begleitet. Nach etlicher Zeit gingen die Papuajungen zur Küſte, um den Schaden zu beſichtigen, den die Flut angerichtet hatte. Sie brachten traurige Botſchaft: alle Boote, alle unſere Güter, welche gerade kurz vorher ausgefdjifft waren, ſeien weg-
_
geſ<hwemmt, der Damm
ſei fortgeſpült, alle Häuſer
eingeſtürzt. Indeſſen ertönten von der bena<hbarten deutſchen Regierungsftation Notſignale. Das Horn tutete, es fielen Schüſſe, dazwiſchen. miſchte. ſi<h der Pfiff der Schiffspfeife: ein ſhauerlihes Durcheinander. Von den Papuadörfern her vernahm man Notrufe und Und immer wieder das Toſen undWehgeſchrei. Brauſen, Gurgeln, Ziſchen und Pfeifen der entfeſſelten Naturmäte! ; Da wir niht in das Haus zurü>zukehren wagten, ſeßten wir uns unter den Vorraum des Knabenhauſes, wo unſere beiden Papuaburſchen uns ein Feuer anzündeten, denn es war empfindlich kalt. Bis gegen
vier Uhr ‘erfolgte Stoß auf Stoß.
Als es. ruhiger
“ wurde, gingen wir zum Strande, um nad dem Umfang des angeridjteten Unheils zu ſehen. Wir fanden
43
die Nachricht unſerer Papuajungen beſtätigt. Der Damm zwiſchen dem Feſtland und der Jnſel war völlig zerſtört. Jm Hafen und auf offener See ſ<hwammen Boote, welche die Flut mitgenommen hatte, Reſte von Brücken, Trümmer des Dammes, ein fiirdterlideS Durcheinander. Durch das Erdbeben war die See ſo weit zurü>getreten, daß man zu Fuß
gehen
konnte,
wo
vorher
tiefe See
war.
Nun fuhr ih mit einem Boot zu dem gegenüberliegenden Fnſelhen, wo fic) unſer Lagerhaus befindet. Da ſah es allerdings traurig aus! Die ganze . Juſel
war
überſhwemmt.
Badewannen,
Waſch-
fäſſer, ſämtliches Holz, Betten, faſt alles Blech, ein großer eiſerner Kaſten — faſt die ganze Ladung, die uns der Dampfer wenige Tage vorher gebracht hatte, war fortgeſpült. Auch ſonſt war unſer Schade groß. Die Häuſer auf der Ynjel waren zuſammengeſtürzt. Ein großes Boot, welches Bruder Böttgers Sachen holen ſollte, war aufs Land geſchleudert und auseinandergeborſten. Zum Feſtlande zurü>gekehrt, nahm id) dann die auf der Miſſionsſtation ſelbſt angeridjtete Verwüſtung in Augenſchein. O weh, wie ſah es da aus! Die Schränke lagen zertrümmert? am Boden. Der Jnhalt zerſtreut und ruiniert, Flaſchen, Gläſer, Geſchirr, die Lampe — alles in Scherben! Mein neuer Ba>ofen war eingeſtürzt, der Gerd klaffte au8einander, die Verandas waren zerriſſen, die Dächer hingen in Segen herunter, das Wohnhaus ſtand ganz ſchief. : Wieviel Mühe hatté es gekoſtet, wie manches Fieber batte e8 mir eingetragen, alles wohnli< einzurichten! Und nun der Greuel dieſer Verwüſtung! Mit ſ{<hwerem Herzen machte id) mid) mit den Papuaburſchen daran, aufzuräumen. Wo ſollten wir aber die nächſten Nächte zubringen? Im Hauſe konnten wir nicht bleiben. So quartierten wir uns, ſo gut es ging, in unſerm VerſammTimg8haufe ein. Hier ging e8 bunt gu. Schwarze und Weiße, groß und klein, alles fdjlief hier. Selbſt Dorfleute ſtellten fic) ein. Eine volle Woche fam id nidjt aus den Kleidern. LTagsüber hielten wir uns auf unſerer Veranda auf, jedod) immer zum Sprung
bereit, weil das Haus unſicher war und die Erdſtöße Schließlich ſeßte' die noc) immer fein Ende nahmen. Springflut nod) einmal ein, was eine neue allgemeine der Flucht der Papuajungen zur Folge hatte. Was lid) aud)
kann frei Ruf: „Die See kommt!“ bedeutet,
nur verſtehen, wer das einmal ſelbſt erlebt hat. zu wies die J Auch unſere Umgebung dem Jnnern deutlichen Spuren des Erdbebens auf. An den B gen fanden große Bergrutſche ſtatt. Ein Berg, fed)
bis aht Stunden von uns entfernt, iſt
borſten, ſo daß ‘eine tiefe AIEEE Haft;
44
Die
Missions-Taube.
ſind faſt alle verſchüttet. Vier Dörfer ſind vollſtändig begraben. Die Stöße dauerten mehrere Tage fort; wir haben ihrer 180 gezählt. Das Erdbeben iſt das ſtärkſte, welches ſeit Menſchengedenken hier vorkam. Was die Zukunft nah bringt, wiſſen wir niht. Möge der treue Gott ſeine ſhirmende Hand über uns halten und uns vor größerem Schaden behüten! — (S. u. E.) ——
Sflavenbefreinng am Sambeſi. Es war am 16. Juli 1906. Vom wolkenloſen - afrifanifdjen Himmel ſandte die Sonne ihre StrahTen auf den Marktplagß von Lealuyi herab, der Hauptſtadt des Barotſereiches am oberen Sambeſi. Die Überſ<hwemmung, die gegen Ende der heißen
i
Lewanika. Er iſt europäiſh gekleidet, niht mehr der in Felle gehüllte Wilde von ehedem. Sein ſpärlider Kinnbart wird weiß, der König ijt ſihtlih gealtert. Seine Bewegungen ſind würdig, gemeſſen. Ernſt bli>t ſein Auge auf die Verſammlung. Er iſt ſich der Bedeutung der Stunde bewußt. Sein Volk, bisher eine willenloſe Sklavenhorde unter ſeinen Häuptlingen, den Prinzen des königlichen Hauſes und dem König, ſoll ein Volk von freien Männern werden. Der Hauch einer neuen Zeit weht am Sambeſi. Wird es ein Sturm werden, der alles mit ſich fortreißt? Dröhnend klingt ihm der Nuf ſeiner Untertanen entgegen: Schangwe! (Serr!) Alles flatjdt in die Hände. Weithin über den Play und die Stadt hinweg bis ans Ufer des nahen Stromes pflanzt fic
Direktor Bakke bringt mit ſeinen Negerſhülern den Collegeplaß in Ordnung.
Regenzeit das ganze Tiefland am Fluß in einen unabſehbaren See verwandelt, aus dem nur hier und da einige baumgekrönte Hügel emporragen, hatte das Land wieder freigegeben; die faſt verödete Hauptſtadt war wieder voll Volks; der König Lewanikn und ſein Hof war aus ſeiner „Sommerreſidenz“ zurüdgekehrt. Ein großes „Kotla“ (Verſammlung) iſt angeEündigt. An 2000 Manner ho>en in weitem Halbkreiſe auf dem Blak. Auf Stühlen haben die aht Miſſionare der Hauptſtadt und der näheren Umgegend (bon der Pariſer evangeliſhen Miſſion) Play genommen, neben ihnen aud) zwei ihrer Frauen. Die Häuptlinge kommen, an der Spige der Ngambela, der erſte Miniſter, ein treuer Chriſt. Auch einige der Häuptlinge ſind Chriſten. : Ein Trompetenſtoß kündet die Ankunft des engae Tiſhen Beamten an. (Das Barotſereih ſteht unter engliſcher Oberhoheit.) Unter Vorantritt der Muſik Don ‘Trommeln und Sornblajern erſcheint der König
der Schall. Unbeweglih nimmt Lewanifa die Huldigung entgegen und ſeßt fid) auf ſeinen Thronſeſſel. Auf ſeinen Wink erhebt fid) der Ngambela. Er läßt die Verſammelten den Kreis dichter ſhließen und erflart furz den Swed der heutigen Verſammlung. „Es ſoll die Abſchaffung der Sklaverei verkündet werden. Wir nehmen die Gejege der europäiſchen Völker an, wie die Stämme, die uns untertan ſind, die Geſeße der Barotſe angenommen haben.“ Der engliſche Beamte erhebt jich, beglü>kwünſ<ht den König und ſeine Häuptlinge zu dem gefaßten Beſchluß und ſagt: „Es iſt ein großer Tag, der eine Beit des Fortſchrittes eröffnet.“ Darauf verlieſt Miſſionar Adolf Jalla die Proklamation, der die Menge mit geſpannter Aufmerkſamkeit lauſcht: „Wir, Lewanika, Oberhaupt des Volkes ‘der Barotſe und der unterworfenen Stämme, erklären nad) eingeholtem Gutachten unſers Rates und mit ſeiner Zuſtimmung und machen mit Gegenwärtigem kund, daß wir mit unſerm vollen, ‘freien Willen, um der Sache der
Die
Missions -Taube.
Gerechtigkeit und des Fortſchrittes zu dienen, alle Sklaven in unſerm Dienſt, im Dienſt unſerer Sndumas und der großen Häuptlinge frei machen. Wir haben dieſe Gejege erlaſſen in dem Vertrauen, daß die Sklaverei in unſerm Lande aufhören wird. Unſer Wille iſt, daß dem Tauſh und dem Verſchenken menjfdjlider Weſen ein Ende gemacht wird, wodurd ein Vater von ſeiner Familie, ein Mann von ſeiner Frau, eine Mutter von ihrem Kinde getrennt werden könnte.“ Der engliſche Beamte ergreift nun das Wort und rihtet Ermahnungen an die Sklaven, denen eine große Laſt von der Schulter genommen ijt. Möchten ſie fröhli<h und dankbar die kleine Laſt tragen, die ihnen bleibt. Mögen ſie ihre Pflichten gegen ihre
Schülerinnen im
den Vorwand der Unfreiheit hätten, um fic) dem Unterricht und der Bekehrung zu entziehen. „Jeder iſt frei!“ Der Ngambela erinnerte die Leute daran, daß die Freiheit niht Willkür und Zügelloſigkeit iſt. Gegen die Übertreter der Geſeße, gegen unerlaubtes Jagen
und
gewandt Das fall und großen einem
Trunkſucht,
wird
die
volle
Strenge
an-
werden. Händeklatſchen der Menge driict ihren BeiDank aus. Lieder werden angeſtimmt; die Kriegstrommeln werden herbeigeholt. Mit
fröhlichen
Krieg8tanz
endet
die ernſte,
bedeu-
tungsvolle Verſammlung. Fröhlih ſhauen die Miſſionare eine Zeitlang dem Treiben zu; hoffnungsvoll ſ<hauen fie der Zukunft entgegen. Jt dod) mit der Sklaverei ein Boll-
Jmmanuel- College üben fi< in weiblihen Handarbeiten.
Häuptlinge erfüllen. Die Regierung liebt weder die Unordnung nod) die Faulen. ; Ein Miſſionar, vom König aufgefordert zu ſprechen, driidt ſeine Freude über das Beſchloſſene aus. „Die Barotſe waren ehemals übel berüchtigt. Dank ſei Gott und ſeinem Evangelium, daß es beſſer geworden iſt. Das Morden und Kriegen hat aufgehört. Friede und Sicherheit herrjdjen heute. Die Lage der Sklaven hat fic) gebeſſert. Die legte Sklavenjagd vor neun Jahren hat Gott verhindert; mit ſeiner Hilfe iſt die Sklaverei abgeſchafft. Möchten auch die ehelihen Bande, die Bande der Familie, gefeſtigt und geheiligt werden! Gott fahre fort, das Volk zu ſegnen!“ 2 Im Namen des Königs beſtätigte ſodann ein Häuptling die Tatſache der Befreiung, ermahnte zu treuer Pflichterfüllung, empfahl der Jugend die
Schule
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und erklärte allen, daß fie nun niht mehr
werk des Heidentums gefallen. Dankbar blicen fie guriid in die Vergangenheit. Welche Segnungen haben die Boten des Evangeliums dieſem Volk ſhon vermitteln können! Nach fo vielen Enttäuſchungen, ſo manchem bitteren Verluſt ein Tag der Freude. Und keiner iſt unter ihnen, der nicht lebhafter als ſonſt an den Pfadfinder und Bahnbrecher der Sambeſi-Miſſion gedadte, Franz Coillard. Morgen würde er ſeinen 72. GeburtStag feiern. Wie würde er ſi<h freuen! Dod) er ijt heimgegangen zur Ruhe nad) ſeiner Arbeit, die er im HErën getan hat. ‘Zwei Jahre dedt die Erde ſeine ſterblihe Hülle im Friedhof von Sefula an der Seite ſeiner treuen Gefährtin, an der Seite ſo mancher Mitſtreiter im großen Kampf. Der
eine ſät, und der andere erntet.
:
Gott führe auc) das Volk der Barotſe mit ſeinem König Lewanika immer mehr zur re<ten Freiheit, zur Freiheit der Kinder Gottes. (Miſſionsfreund.)
ZEſus lebt, aber Mohammed
|
Mixsions-Tuube.
Die
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iſt tot.
Eines Sonntags im vergangenen Sommer erſchien auf einer Miſſionsſtation in Ägypten nad) dem Morgengottesdienft ein Moslim,- begleitet von ſeiner Frau und drei Kindern, von denen zwei prächtige kleine Mädchen waren, und. bat für fid) und die Seinen um die heilige Taufe. Jn ſeiner Jugend hatte der Mann eine mohammedanifdje Schule beſucht, jes Jahre lang den Koran auswendig gelernt und dann nod) ſe<s Jahre den Jslam ſtudiert. Es ſchien ihm aber, je länger er ſtudiere, deſto weniger wiſſe er von dem lebendigen Gott; \ſ{<ließli<h beſchied er fich damit, daß man von Gott und göttlihen Dingen überhaupt nihts wiſſen könne. Das machte ihn aber tief unglüdli<. Er konnte es ſo niht aushalten und in der Verzweiflung verſchaffte er fid) eine Bibel. Als guter Ägypter begann er mit der erſten Seite und las nun Seite um Seite, Bud) um Buch, bis er endlid) ans Neue Teſtament kam. Er gewann es lieb, wenn die Gedanken aud) nocd) rect unabgeklärt in ihm auf Schließli<h aber wurde er ſeines und ab wogten. Glaubens gewiß und froh; es ſhre>te ihn aud) niht der Gedanke, daß er um ſeines neuen Glaubens willen am Ende Verfolgung oder gar den Tod könnte erTeiden müſſen. Mochte kommen, was da wollte, er ſchärfte ſeinem Weibe ein, dod) ja in der Liebe zum Heiland feſt zu bleiben. „Frau“, ſagte er zu ihr, „denke daran, wenn id) einmal niht mehr da fein ſollte: JEſus lebt, aber Mohammed iſt tot. Was Die Frau prägte fid) dieſe “ſoll dir ein toter Herr?“ Worte ein; immer kamen ſie ihr wieder in den Sinn: „JEſus lebt, aber Mohammed ift tot.” Das war aud) ihre Antwort, wenn man ſie fragte, warum fie gehe, fic) taufen zu laſſen. : nern : Auch den befehrten Mohammeda gilt JEſu Verheißung: „Jh lebe, und ihr ſollt aud) leben.“
“Jm Kampf mit Löwen in Oſtafrika. — Ein ohrenbetäubender Lärm erfüllte das Gehöfte
von Miſſionar
Max
Brauer
in Jpole.
Atemlos
: ſtürzten Eingeborene gum Zor herein; auf ihren y fi warzen Geſichtern malte fid) fur<tbarer Schre>en 0 ihe Angſt. „Löwen, Löwen!“ riefen ſie zu Brauer herauf, der bei dem Geſchrei auf die Veranda
nur gegen Krokodile und gierige Leoparden beiſtehen müſſen. Jn Jpole aber hatte man bisher ſolche Wwenjagden nur vom Hörenſagen gekannt, und es hatte eigentlid) niemand gelüſtet, eigene Erfahrungen in dieſer Art von Kriegsführung zu machen; denn Miſſionare pflegen keine SAR Sager zu fein. Es war im Juli Iegten Jahres, daß die Eingeborenen ſo in das Gehöfte von Miſſionar Brauer ſtürmten, wie eben erzählt. Man ſagte, eben ſei wieder ein Mann von einem Löwen zerriſſen worden und das Untier ſei nod) in der Nähe. Der Miſſionar möchte doc) mit ſeiner Flinte kommen und dem furhtbaren Gegner eine Kugel durd) den Kopf jagen, denn ſie allein könnten mit ihren Speerwürfen ſeiner niht Herr werden. Natürlich griff der Miſſionar ſofort zum Gewehr und eilte mit den Leuten zur Stelle. Er kam eben re<t. Da kauerte das mächtige Tier, aus vielen Speerwunden blutend, zum entſcheidenden Sprunge bereit; ſeine Augen funkelten fur<htbar. Brauer {lug an und traf. Der königlihe Räuber verendete. Lauter Jubel erfdjoll aus den Kehlen der Shwarzen, und im Triumph ward das Tier auf die Station gebradjt; das Fell wurde abgezogen, es der - Regierung abzuliefern, die für jedes Löwenfell eine Belohnung zahlt. Die Leute atmeten auf. Aber es kam nod) \{hlimmer. G8 erſchienen an. dere Löwen, den Tod ihres Genoſſen blutig zu rächen. Immer mehr EingeDie Überfälle mehrten ſich. borene fielen den erzürnten Löwen zum Opfer, zulegt in einer einzigen Woche nicht weniger als vier, darunter ein junger Mann, der Brauer als Waſſerträger gedient hatte. Dieſer war am Abend von einem Beſuch in einem bena<barten Dorf heimgefommen und befand ſi * gerade bei der Bananenpflanzung der Miſſionsleute, als ihn ein Löwe überfiel, erwürgte und ihn bis auf die Kleider und die Knochen auffraß. Der Schre>en kannte keine Grengen mehr; wenn fic) die Beſtien ſo nahe an die menſchlichen Wohnungen heranwagten, war man ja nirgends mehr vor ihnen ſicher. Es war höchſte Zeit, | den Angriffskrieg gegen fie zu eröffnen und fie in — ihren Verſte>en aufzuſuchen. ; Eines Morgens ging Brauer mit einer Sue : \{<warzer Männer, mit Flinten und Speeren bewaff
net, auf die Löwenjagd. Steppe
n in Oſtafrika ſehr unangennen, wußte: der Miſſionar
mit dem
Sie fdjlidjen leiſe dur die
mann3hohen
Gras,
durd)
das de
Morgenwind ftrid). Eine Viértelſtunde war man “gangen, da kam man an eine Senkung des Bode “und in dieſer Senkung —
ja, ja, jegt ſah man gan;
deutlid): da lagerten fic) drei Löwen, einer mit pra voller SSC, neben ihm zwei Gejpielinnen.
Die
Missions-Taaube.
ſchienen die Tiere die Menſchen niht bemerkt zu haben. Da eröffneten Eingeborene, wie ſ{<le<t disaiplinierte Truppen, die mit dem Feuern niht warten können, bis der Befehl dazu ergeht, das Gefecht und ſchoſſen nach den Löwen. Der männliche Löwe wurde denn auc) verwundet,
und die Löwinnen
davon.
fic) in fur<htbarer
auf
Jener
ſeine
aber
Gegner
ſtürzte und
padte
cinen.
Brauer
liefen
Wut hatte
dieſes kaum geſehen, als er dem Gefährten: ſhon zu Hilfe eilte und ihn auch glü>li<h aus der drohenden Umarmung der Beſtie befreite. Sekt aber warf fic der Löwe auf den Befreier und drückte ihn zu Boden. Der Miſſionar hatte die Geiſtesgegenwart, fic zu drehen, ſo daß er ſein Geſicht der Erde zukehrte, ſonſt hätte ihn das Tier an der Gurgel gepa>t und erdroſſelt. Während bleiher Schre>en die meiſten ſhwarzen Gefährten ergriff, daß fie fic) eilends zur Flucht wandten, ermannten fic) drei und ſprangen dem Miſſionar tapfer zu Hilfe. Sie ſ<hlugen mit Stöd>en ſo lange und ſo heftig auf den Löwen los, bis er ſeine Beute fahren ließ. - Aus vielen Schußund Speerwunden blutend zog er fid) zurü>. Verfolgen konnte man ihn jeßt niht; man hatte mit fic ſelbſt genug zu tun. Miſſionar Brauer trug eine Wunde am Hals in unmittelbarer Nähe der Pulsader; um ein kleines, und er hätte verbluten müſſen. Eine zweite Wunde hatte ihm der Löwe dicht am linken Auge beigebracht. Am ſchlimmſten aber war der linke Oberarm gzerarbeitet; er blutete aus ‘drei tiefen Wunden. Das Bewußtſein verließ ihn. Die Eingeborenen flodjten in der Eile eine Hängematte, legten ihn darein und trugen ihn ſo ſorgſam wie mögli<h zur Miſſions- ſtation. Außer dem Miſſionar und dem Eingeborenen, den der Löwe zuerſt angepadt hatte, waren nod zwei Schwarze verwundet; in der Aufregung waren ſie durs Bein geſchoſſen worden. "Sehritt die Heilung des Miſſionars auch nur langſam voran, ſo hatte man Gott dod) nod) viel zu danken, daß er überhaupt aus dieſem blutigen Kampf [mit den Löwen nod) mit dem Leben davongekommen war. .
a
erlel aus der Miſſion und für die nif on. (Von
R. K.)
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College in New Orleans ausgeholfen. Alſo bekommen wir außer den zwei Miſſionslehrern eigentlich nur einen neuen Miſſionar! Wo ſollen wir uns hinwenden in unſerer großen Not? O HErr, ſende Arbeiter in deine Ernte! Prof. M. Lochner vom Negercollege in Greensboro teilt mit, daß am 6. Mai die Pfeifenorgel für das neue Collegegebäude, das nun ſeiner Vollendung nahe iſt, angekommen ijt. Die beiden Bilder, die wir auf Seite 44 und 45 durch die Gunſt und Kunſt
von Prof. Groß den Leſern vorlegen können, zeigen uns, womit fic) die Schüler jeßt viel beſchäftigen, wenn das Studium nicht ihre Zeit und Kraft in Anſpru<h nimmt. Von ciner ſchönen Frucht der lutheriſ<hen Taubſtummenmiſſion zeugt folgender Brief, den Miſſionar Fenſen nad) der Konfirmation etliher Taubſtummen — I feel in Kanſas City erhielt: “My dear Pastor: I owe it tb you to tell you how grateful I am for all your painstaking care and kindness in instructIt had long ing us for last Sunday’s holy work. been the earnest desire of my heart to be received into the church and have a place with God’s people. I had sought for it in many churches, but never found it. However, I did not lose faith that He who said: ‘Seek, and ye shall find,’ would yet find the way for me in His own all-wise good time. — “May God bless and prosper you in your noble work !” Der Miſſionar bemerkt dazu: ,Obiger Brief iſt ‘gewif ein ſhönes Zeugnis dafür, daß das Wort, in Zeichen gepredigt, aud) unter den Taubſtummen „cine Gottesfraft“ iſt, die ſelig macht alle, die daran glauben. Solche Zeugniſſe ſollten uns daher ermuntern, in dieſer Miſſions3arbeit nicht müde gu werden, ſondern, ſoviel an uns iſt, den armen Taubſtummen den Weg zum Vater und gum Heiland. und zu ſeiner Möge das wahren Kirche auf Erden zu zeigen. fromme Gebet dieſer dankbaren Taubſtummen in Erfüllung gehen, daß Gott das Werk der Taubſtummenmiſſion ſegnen wolle, wie er es bi8her getan hat!“ Zu der Verſammlung des Öſtlichen Diſtrikts unſerer Shweſterſynode in Auſtralien gu Murtoa vom 15. bi8 19. März war aud der Heidenmiſſionar Wiebuſch von der Weſtküſte Auſtraliens mit vier feiSo legte er ner ſhwarzen Schulkinder erſchienen.
niht nur ſelbſt Zeugnis dafür ab, daß der HErr das
ſelige Miſſionswerk dieſer Synode unter den Heiden Wenigſtens fünf der diesjährigen Predigtamiskandidaten und vier der Lehramtskandidaten hätten - reidjlid) ſegne, ſondern auch dieſe jungen dunkelfarbiwir haben müſſen, um dem Arbeitermangel im Erntegen Auſtralier bewieſen dur< ihre verſtändigen Wnt feld unſerer Negermiſſion abzuhelfen, aber nur je worten auf die Fragen aus der EEE Geſchichte wei konnten uns von der Verteilungstommiffion zugewieſen werden, und von den beiden Predigtamtskandidaten hat uns der eine ſhon ein Jahr: lang am ~
if
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Die
Missions -Taube.
geſtimmt zur Ehre Gottes, der fic) ihrer in ihrem heidniſhen Jammer’ erbarmt Hat. . Die türkiſhe Zenſur hat der Britiſhen und Ausländiſhen Bibelgeſellſhaft neulid) einen tollen Streich geſpielt. Das Bibeldepot in Bagdad erhielt eine Sendung engliſcher Bibeln, welche jamtlid) von der Zenſurbehörde verſtümmelt waren, indem einige der der Bibel angebundenen Karten fehlten. Als der Agent fid) darüber bei der Behörde beſchwerte, wurde ihm eröffnet, auf den beanſtandeten Karten hätte der Name „Armenien“ geſtanden, der im türkiſ<hen Reich verboten ſei!
Nene Dru>ſachen. Kommentar über den Brief Pauli an die Römer. Von D. G. Stidhardt, Profeſſor am ConcordiaSeminar zu St. Louis, Mo. cordia Publishing House.
Preis:
$2.25.
t. Louis, Mo. Con1907. Halbfranzband.
°
Unvergeßlih bleiben uns die Stunden, als vor Jahren D. Stödhardt uns, ſeine Studenten, einführte in den heiligen Text des Alten und Neuen Teſtaments. Wie oft haben wir ſeitdem bald über dieſe, bald über jene Stelle die ſtenographiſchen Aufzeichnungen ſeiner Exegeſe nachgeleſen! Und nun endlich erfüllt ſih, was wer weiß wie viele längſt ſchnlih gewünſcht aben — vor uns liegt ein großer Kommentar von D. Stö>ardt über „die vornehmſte Lehrſchrift des Neuen Teſtaments“, den Brief Pauli an die Römer, ein ſtattliher Band von 649 Seiten. Er iſt, äußerlich betrachtet, ein Meiſterwerk der Dru>funft, eine vorzügliche Leiſtung mit Maſchinenſaß bei fo vielen griechiſchen, lateiniſhen und hebräiſhen Worten“ im Text! Schen wir ſodann auf den Jnhalt, welch cine Fülle heilſamer Lehre, welch ein Reichtum göttlicher Gedanken wird uns da aus dieſer gewaltigen Epiſtel aufgededt! Und überall tritt uns entgegen die gründliche Gelehrſamkeit des Exegeten, verbunden mit ſeiner höchſten Ehrfurht vor dem geſchriebenen Gotte8wort; alles wird darangeſeßt, um bei jedem Wort nur den genauen Sinn des Heiligen Geiſtes getreulic) wiederzugeben. O daß nun zumal alle Paſtoren, welcher Kirchengemeinſchaft fie auch angehören mögen, mit Fleiß darangingen, an der Hand dieſes Kommentars den Römerbrief ſorgfältig zu ſtudieren — was für ein Segen würde es ſein für ſie ſelbſt und für ihre Gemeinden! Uber auc Lehrer und Gemeindeglieder können dieſes Buch mit großem Mugen gebrauchen, ſelbſt wenn fie die Zitate und Wusdriide in fremden Sprachen übergehen. Gott gebe uns noh manche ſolche Kommentare, die uns nicht aus der Schrift heraus
auf trüglihe Menſchengedanken führen, ſondern nur hinein ins Wort, in die ewigen Gedanken Gottes zu unſerer Seligkeit!
THE Lorp’s PRAYER.
By William Dallmann.
Pittsburg, Pa.
American Lutheran Publication Board. Price, $1.00. Dieſes Buch, 271 Seiten ſtark, bietet 11 Vorträge über das Gebet des HErrn, deſſen aay nicht zu erſchöpfen iſt. Paſtor
Prediger und Schriftſteller zur Ge-
Dallmann iſt als populärer
nüge befannt, ſo daß gewiß viele nach dieſen ſeinen Vaterunſer-
Predigten greifen werden,die einen früher erſchienenen? “Ser-
monie Lectures on the Seite treten.
Ten
Commandments”
würdig
an die
Jh möchte heim. (Karl Gerok.) — 1 Th for Home.
Xng
ngliſche übertragen bon J. W. Thei ß. Jn Muſik gi eefebt ſebt bom von C. Ei ißfe Tot, Wauwatoſa w ; Wis.is. Preis: is:
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Wer kennt niht das innige Lied von Gerok, das die Sehn-
ſut nad der himmliſchen Heimat fo fin zum Ausdru> et ringt? Die liebliche Melodie und Begleitung paßt ſih dem
“Texte aufs \{önſte.an. Ohne Zweifel wird es viel Anklang EN es in chriſtlichen Familien oder bei beſonderen Gelegenheiten vorgetragen
Text a
wird,
Auch
der augegebene
engliſche
von Paſtor J. W. Theiß wird vielen willkommen fein. ee B. K.
Milde
Gaben
fiir Negermiffion:
Durch die Kaſſierer: H. F. Ölſchlager, Leavenworth, Kanſ., $52.75; J. H. Abel, Fort Dodge, Jowa, 85.67; M. Borge, Decorah, Jowa, 405.76 und 53.00; H. G. Pliefke, St. Paul, Minn., 28.20; F. H. Kühnert, Groton, S. Dak., 31.90; C.“ Spilman, Baltimore, Md., 13.34; O. E. Berneder, Seward, Nebr., 72.94; C. A. Kampe, Fort Wayne, Ind., 68.07; H. Aug. Roſs, Milwautee, Knuth, Milwaukee, Wis., 250.83; Wis., 50.61; G. Wendt, Detroit, Mich., 53.09; C. E. Hauſelt und G. Denker, New York, N. Y., 61.97. Von N. N., Lodport, N. Y., 1.00. Von cinem Lutheraner in Miltwautee, Wis., 1.00. Von Frl. R., Jefferſon, Wis., 2.00. Bon den Negergemeinden: Concordia in Rodwell, N. C., 5.35; Mount Bion in New Orleans, La., 35.00; Bethlehem in New Orleans, La., 25.00; St. Paul in New Orleans, La., 35.00; St. Paul in Manfura, La., 12.50; Grace in Concord, N. C., 10.00; Holy Trinity in Springfield, Jll., 5.00; St. Paul in Charlotte, N. C., 5.00; Bethlehem in Monroe, N. C., 2.50; Mount Zion in Mevyersville, N. C., 2.50; in Napoleonville, La., 19.40; Bion in Gold Hill, N. C.,.5.00; St. Peter bei Dry's Schoolhouſe, N. C., 5.00. Summa $1399.38. Für die Kapelle in Salisbury: Durch die Kaſſierer: J. H. Abel, Fort Dodge, Jowa, 1.00; O. E. Berneder,
Aug.
2.00;
Nebr.,
Seward,
Roſs,
Milwaukee,
Wis.,
3.00.
Summa $6.00. : W. HalFür die Schule in Charlotte: Von Paſt. lerberg jun., Quincy, Jll., 5.00. Jmmanuel- College: Durch die KaſſieFür das rer: H. F. Ölſchlager, Leavenworth, Kanſ., 13.00; J. H. Abel, Fort Dodge, Jowa, 30.00; M. Borge, Decorah, Jowa, 25.00; H. G. Pliefke, St. Paul, Minn., 5.00; C. Spilman, Baltimore, Md., 6.00; O. E. Berne>er in Seward, Nebr., 22.55; C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd.,. 48.88; Aug. Noſs, Milwaukee,
C. E. Hauſelt, New York, N. Y., 47.37;
Wis., 47.50;
F. H.
Kühnert, Groton, S. Dak., 17.73. Von Frau Magdalena Bach, New York, N. Y., 25.00. Summa $288.03. Für die Orgel imJmmanuel-College: Durch die Kaſſierer: O. E. Berne>er, Seward, Nebr., 16.94; C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 2.00; G. Wendt, Detroit, Mich., 10.00. Summa $28.94. Für die Bibliothek imJImmanuel-College: Durch Kaſſierer G. Wendt, Detroit, Mich., 10.00. Für dic Wohnungdes Direktors in Greensboro: Durch Kaſſierer G. Wendt, Detroit, Mich., 7.42. Für arme Schüler im Jmmanuel-College: Durch die Kaſſierer: H. F. Ölſchlager, Leavenworth, Kanſ., 41.95; J. H. Abel, Fort Dodge, Jowa, 29.98; G. Wendt, Detroit, Mich., 4.00; C. E. Hauſelt, New York, N. Y., 2.00. Von N. N., Lodport, N. Y., 1.00. Von Frau Dora Beder, Chicago, Jt, 10.00. Summa $88.93. St. Louis, Mo., 18, Mai 1907. * A. C. Burgdorf, Kaſſierer. Dankend
quittieren die Miſſionare
Prof.
M. Lochner: - Durd
folgende Gaben:
Paſt. Th. Hoyer,
Natoma,
Kanſ., von ſeinem Singchor $5.00 für die Pfeifenorgel im Jm-
manuel-College;
von Frau SUE Felber, Baltimore, Md., 2.00
für Ausſtattung des College; durd) Paſt. W. Naumann von Paſtoren, Lehrern und Gemeindegliedern in Shawano County,
Wis., 11.00 für einen armen Schüler. Miſſionar J.C. S<hmidt: Durch Paſt. J. H. Hartenberger 500.00 aus dem Nachlaß des ſel. Wilh. Fehr zu Red Bud, Jll., für das Jmmanuel-College. Die ,, Miffionss Taube’ erſcheint einmal monatli<. Jahr in Vorausbezahlung mit Porto iſt folgender: 1 Exemplar,
10 Exemplare unter eiuer Adreſ] 26
3
In St. Louis durch
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Der Preis für ein -
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Wiſſionszeitſchrift der Evangelifdy-Lutherifdjen Synodalkonferens von Nordamerika.
Juli
29. Jahrgang.
Die Heideuboten. Hochgeſegnet
Die
der
ſeid
HErr
ihr
ins
Land
Zu den Vlinden und den Toten, Heil verkündend, ausgeſandt. Dringet weiter durch die trübe,
Schre>ensvolle Finſternis, Euren Glauben, eure Liebe . Krönt der HErr mit Sieg gelvißl! Liebe
hat
cuch
angetrieben,
Fachte hell die Sehnſucht an, An den Brüdern auszuüben, Was der HErr an euch getan. Darum ſucht ihr niht das Eure, Sucht niht Ehre, Ruhm und Gut, Nein, ihr preiſet nur das teure, Für die Welt vergoßne Blut. me Traget denn die Shmach und Schande Von der Welt vergnügt und gern; Freut euch, feht ihr alle Lande Voll der Herrlichkeit des HErrn. Freut cud, daß ihr auserkoren, Zeugen ſeines Siegs gu fein, . Da. ihr ſtehet an den Toren, Da der König giehet cin. Hoſianna! jubeln, ſingen Tauſende nad Nacht und Pein, Und die, fernſten Völker dringen Jn ‘das Himmelreid) hinein; Und viel tauſend Knice beugen Sich vor Chriſto, Gottes Sohn: Arbeit
ſüßer
Lohn.
Daß im Süden Negermiſſion getrieben wird, iſt ja allen befannt; aber wie ſie getrieben wird, und welches die Erfahrungen und die ſo bitteren Enttäuſhungen ſind, die einem oft zu teil werden, darüber dürften vielleiht den lieben Leſern einige Mitteilungen bon Jutereſſe ſein. : „Paincourtville!“ ſchallte es durd) den Cifenbahnwagen, und ziſchend hielt der Zug. Jn banger Erwartung ſtieg ih ab und drängte mid durd) die Shar ſih gegenſeitig laut- begrüßender Neger. Dod) mein Suchen war vergeblich; cin: mir bekanntes Geſicht * war nirgends zu ſehen. Jnzwiſchen eilte alles dem fernliegenden Städtchen zu, und einſam ſtand id) bald allein auf der verlaſſenen Station. Hatte id mich getäuſ<ht? Man hatte mir dod) geſhrieben, man hätte cin Lokal gemietet, in dem id) morgen, am Sonntage, predigen könnte. Dazu hatte man mir verſprochen, mid) vom Bahnhof abzuholen und mir “ ein Unterkommen für die Nacht zu beſorgen. Mein ‘Enthuſia8mus begann gu ſ{winden. Aber — dort fommt man endli<h. Raſch trat ic) auf die näher-
kommenden
Neger
zu.
“Are
you Mr. Thomas?”
“No, I’se ain’ no Mr. Thomas,” antwortete mürrifd) der Angeredete. “Have you seen Mr. Thomas
or Mr. Nelson around here?” fubr ih fort.
Und das iſt, ihr treuen Zeugen, Eurer
‘Nummer 7.
Pionierarbeit in der Negermiſſiou.
Voten,
ferne
1907.
Spitta.
“No,
Mr. Thomas ain’t been around here nowhere,” erhielt ich zur Antwort, und beide gingen ihrer Wege. Was tun? Sd war hierher gekommen, um zu Be) machte predigen, und nun dieſe Enttäuſchung!
50
Die
Missions-Taube.
Tid) verwarf, Abendmahl, das er für ein bloßes Zeichen mid) auf den Weg, um mir ein Nachtlager gu ſuchen, hielt, Bekehrung, die er fühlen zu müſſen glaubte, denn es war bereits nad) adjt Uhr abends, und um wurden der Reihe nach beſprohen. mid) her war ſhon alles dunkel. Kaum hatte id) Er erzählte mir gulegt, daß es in Paincourtville vielleiht Neger gäbe, jedod) meinen Fuß auf den Boden geſeßt, da verſank id) aud) ſhon in dem Schlamm. Erſt jest bemerkte die keiner Kirche angehörten, und daß wir daher nur ih, daß der ganze Weg zur Stadt aus einer langen kommen ſollten, um Kirche und Schule aufzurichten. Waſſerpfüße beſtand, aus der nur zuweilen einige Er bot mir ſogar ſeine Kirche an, in der wir unſere Schlammhügel herausbli>ten. Zur Stadt konnte id GotteSdienſte halten könnten. Offenbar war er von alſo nidjt gut kommen; id) ging, daher wieder zum Da ih niht auf den Gedem Geſagten ergriffen. Bahnhof. Da die Türen verſchloſſen waren, ſette id) danken eingehen konnte, einen “joint-service” mit mid) einfah auf die Treppe mit dem feſten Entſchluß, Ehe ic) aber ihm zu halten, ſo marſchierte id) ab. hier bis zum kommenden Morgen zu warten. ging, ſchaute ic) mid) nod) einmal nad) meinem Doch dieſer hatte fic) aus dem Doch Gott hat auch für jeden Negermiſſionar ein Mr. Thomas um. Obdach bereitet. Nach einigem Warten kam endli< Staube gemacht. Hier war alſo vorläufig nichts zu ein verſpätetes Fuhrwerk, und auf mein Bitten brachte machen. man mid) zur Stadt, wo id) ſ{hließli<h nod) ein Hotel Um nicht den ganzen Morgen untätig ſein zu fand. Da ſaß id) nun und dachte über meine Lage müſſen, ſtiefelte ic) nun durd) den Shmuß nach einem nah. Doch bald wurde id) in meinem Brüten geandern kleinen Dorfe, in dem, wie man mir ſagte, ſtört. Zwei kleine Mädchen im Alter von ſieben-und keine Gotte8dienjte abgehalten würden. Nachdem ih zehn Fahren kamen auf mid) zu, und es entſtand das Jh drei Meilen marſchiert war, kam id) dort an. folgende Zwiegeſpräh: “Are you a priest?” “No, ging von Haus zu Haus, erkundigte mid nad den I am a Protestant.” “Methodist or Baptist?” “No, firdliden Verhältniſſen der Leute und erklärte ihnen, Lutheran.” dj erklärte ihnen ſodann, wer id) Man daß id) gerne bereit ſei, ihnen zu“ predigen. eigentlid) fei. “Well”, meinte ſhließli< die jüngere, wollte mir fogleid) ein Lokal einräumen. FJnzwiſchen “T don’t like Protestants, because all negroes belong hatte fid) eine ſtattlihe Schar neugieriger Neger um to them.” “But”, entfdjuldigte die andere, “they are mid) verſammelt, und bald gab es wieder eine Debetter than Mohammedans and Buddhists, so Sister batte über Kindertaufe, Untertauchen 2c. Da ih mid Antonia told us.” dj dankte den kleinen Katholiken nun einmal ins Reden hineingearbeitet hatte, ſo für dieſes Kompliment, und nadjdem fie mir nod) ihr nahm id) die Gelegenheit wahr und hielt, als id) ge- „Ave Maria” ,,vorgebetet” hatten, trollten fie fid) danügend Aufklärung über die Taufe gegeben hatte, bon. Die Kleinen hatten mir einen Vorgeſhma> eine kurze Predigt über Chriſtum, den Sünderheidavon gegeben, wie fid) etwa die Weißen zu unſerer land, und über die dringende Notwendigkeit, bei ihm Miſſion ſtellen würden. Heil und Segen zu ſuchen. Nachdem man mir verAm nächſten Morgen machte ic) mid) auf den ſprochen hatte, ein Lokal zum Predigen zu ſuchen und Weg, um den Mann, der mid) hauptfadlid) gebeten die Sache überall bekannt zu machen, fuhr id) mit hatte, dort zu prédigen, aufgujudjen. Nachdem id) dem Zug nah Napoleonville. ungefähr eine Stunde lang durd) den Shmußg geJn Napoleonville erwartete mid) neue Arbeit. ſtiefelt war, fand id) ihn endli<h. Er entſchuldigte Sd) hatte den Leuten in Bertrandville verſprochen, ſih, daß er niht am Bahnhof geweſen ſei, und ſagte am Nachmittage dort zu predigen, und fuhr daher mir, er habe mid) ſhon am vorigen Sonntage erfogleid) zu ihnen hinaus. Aber hier erlebte id) eine wartet, was natürlich nur eine Verlegenheitslüge war. neue Enttäuſhung. Jh hatte erwartet, daß man Sc) fragte ihn, ob er nidjt ein Lokal gemietet hätte. fid) auf mein Kommen vorbereitet hätte, aber meine Er ſagte, id) ſolle nur zum Baptiſtenpaſtor gehen, Briefe waren niht an den redjten Mann gekommen, da fei alles bereit. Plögßli<h ging mir ein Licht auf; und ſo wußte man von meinem Kommen nichts. ih erkannte, was für einen Streich die guten LeutÜberall ſtanden die Schwarzen in Gruppen umher, ‘hen geſpielt hatten. Als id) namlid) zum Baptiſtenlahend und plaudernd, -prangend im beſten Gonnpaſtor kam, erfuhr ih, daß man vorhätte, einen tag8jtaat. Ein Lokal wurde „mir geöffnet. Dann “joint-service” zu halten. Jh wurde freundlidſt als ging id) von Haus zu Haus und lud die Neger ein. “a dear brother” begrüßt, und der gute Paſtor machte Manche kamen, andere blieben zurü>. Endlich konnte mid) Jeolets mit der Tatſache bekannt, daß ſein Gotid) den Gotte8dienſt beginnen; aber kaum hatte id Aber kaum hatten einige Worte geſprochen, da zog die ganze Menge, Fennen gelernt, da ae aud) ſchon eine Iebdie draußen geblieben war, ab. Später erfuhr id) 3
den Grund:
man hatte ein “baseball game” für den SSHG
Die
Missions -Taubke,
Nachmittag beſtimmt. Selbſt von denen, die zum Gotte8dienſt gekommen waren, verließen mehrere den Saal. Ungefähr vierzig Kinder und zwölf Erwachſene blieben zurüd>, und dieſen predigte id) dann. Später
erfuhr
id)
nod,
daß
einige
unſerer
Feinde
die Leute aufgewiegelt hätten, und dieſes halte für den Hauptgrund der Kälte gegen uns. Müde
ih
und abgeſpannt war id) nad) Napoleonville
guriidgefommen. Als id) das Gotteshaus betrat, wurde id) wieder mit Begeiſterung erfüllt. Denn da ſaßen
die alten
bekannten
Freunde, die
ſtets an
un-
ſern Gottesdienſten teilzunehmen pflegen, und begrüßten mid) aufs freundli<hſte. So kounte ih doh einmal fröhlichen Herzens predigen. Der Gottesdienſt war vorüber. Mit warmem Abſchied8gruß waren die Neger nah Hauſe gegangen. Sch
ſchleppte
mich
zum
Hotel
reits in friedlihem Schlafe. vollbraht. des Hauſes
Jch und
Seufzer zu Gott:
zurü>.
Alles
Mein
Tageswerk
ſezte mid) auf die breite ſchaute auf zum Himmel
lag
Veranda mit dem
„Dein Reich komme!“ —
be-
war
Me.
oe
Eine Feſtwoche in Greensboro, N. C. 1. Das neue Jmmanuel-College. Große Freude iſt der Negermiſſion und ihren Gönnern und beſonders Miſſionar Schmidt in Greensboro und dem Lehrerkollegium des Jmmanuel-College dadurch zu teil geworden, daß wir am
25. Mai vom alten “Holley=House”, das bisher als College benußt wurde, nad) dem ſhönen neuen Gebäude umziehen durften. Von der Synodalkonferenz wurde im Jahre 1904 beſchloſſen,“ im Gréensboro, N. C., ein College zu bauen zur Ausbildung farbiger Arbeiter in der Negermiſſion. Jm darauffolgenden Jahre begann man mit dem beſchloſſenen Bau. Dieſer iſt nun fo weit vorangeſchritten, daß wir am genannten Tage _ einziehen konnten. Zwar hätte die Fakultät gerne mit dem Umzichen gewartet bis zum erſten Juni, weil am 2. Juni die Einweihung ſtattfinden ſollte. Doch die Arbeit häuſfte ſih ſo ſehr, daß fic) Profeſſo.ren wie Schüler taglic) bis abends ſpät tüchtig anſtrengen mußten, um nur irgendwie für die Einweihung fertig zu ſein. Das Umziehen geſtaltete ſich ſo, daß wir von dem leichteren Mobiliar ein Stik nad) dem andern auf den Miicen nahmen und es fo zum neuen Gebäude hinüberſchafften. Während die Jungen ein Zimmer na< dem andern räumten, _\cheuerten die Mädchen; denn das alte “Holley- House” ſollte während der Feſtwoche den Frauen aus den verſchiedenen Negergemeinden al8 Logis dienen.
nit
51
Die Mauern des neuen Gebäudes ſind aus Gra— ein mildtätiger Miſſionsfreund hatte eine
reiche Gabe für Granit ausgeſeßt — und Zementblö>fen aufgeführt, und das ganze Gebäude macht Es einen höſt maſſiven und impoſanten Gindrud.
enthält zwei Stocwerk nebſt einem Erdgeſchoß unter dem ganzen Gebäude und einem ſehr geräumigen Dachboden, der fic) leiht in fine Schlafſtuben ausbauen läßt. Jm Erdgeſchoß, deſſen Fußboden größtenteils mit Zement belegt iſt, befindet fic) ein ſ<höner großer Epjaal, ferner Küche, Vorratskammer, Waſchund Badezimmer, die mit Heiß- und Kaltwaſſereinrihtung verſehen ſind. Ein Privatwaſſerwerk wird 3 angelegt. Der Eintritt zum College iſt auf der Weſtſeite, wo gleih an den drei oberen Eintrittsſtufen die Worte: „Pro Christo, Ecclesia, Patriaque“ (Für Chriſtum, für die Kirche und für das Vaterland), das Motto
unſers
College,
eingemeißelt
ſind.
Wir treten durd eine Doppeltür in das Gebäude Links Gleich links iſt das Konferenzzimmer. ein. davon, im nördlihen Flügel, ſind fünf Studierſtuben, und dem Konferenzzimmer gegenüber ein Der übrige Klaſſenzirimer für die Übungsſchule. Raum des erſten Sto>s wird durd) die Aula ausgefüllt. Dieſe bietet Sißplaß für etwa vierhundert Die beſte Vorſtellung von der Aula bePerſonen. fommſt du, lieber Leſer, durd) beiſtehendes Bild. Die Orgel, die uns ſofort ins Auge fällt, hat zwei Manuale mit je vier klingenden Regiſtern-und einem im Pedal, nebſt vier Koppeln und einigen KombinaSie ſtammt aus der in lutheriſchen tionspedalen. Kreiſen weit und breit bekannten Fabrik von Geo. Das Werk lobt Kilgen & Son zu St. Louis, Mo. ſeinen Meiſter. Das Leſepult und der Tijd) vor der Orgel ſind Geſchenke von Miſſionsfreunden. Wir verlaſſen die Aulà und gehen die Stufen Gerade über der Aula hinauf in den zweiten Sto. befinden fic) drei Klaſſenzimmer und vier StudierDieſe Studierſtuben ſind mit Pulten und ſtuben. Stühlen verſehen. Jm Nordflügel des zweiten Sto>s befinden ſih ebenfalls fünf Studierzimmer und im Hauptgebäude nod) zwei Lehrſäle. Über der Halle im erſten Stock iſt im zweiten Stock die Bibliothek, von der aus man einen fdjénen Blic auf das Stadtzentrum hat. Oben im Mittelturm hängt eine hellklingende Glode, ein Geſchenk der St. Matthausgemeinde in New York. Außerdem befindet fic) in beiden Sto>werken je eine große elektriſhe Gloce, welhe beide von verſiedenen Teilen des Gebäudes aus zu gleicher Zeit geläutet werden. Das ganze Gebäude wird von oben x i - bis unten elettrijd) beleuchtet.
Die
52 2.
Die
Missions -~Taubke,
Einweihung.
* Dies Gebäude, das ſoeben in flüchtigen Zügen - kurz beſchrieben worden iſt, wurde am Nachmittag des 2. Juni dem Dienſte Göttes und ſeiner Kirche “ geweiht. Schon am Morgen dieſes Tages war ein feierliher GotteSdienſt für die Konferenzglieder, verbunden mit der Feier des heiligen Abendmahls. Die eigentliche Einweihung jedo< fand am Nachmittag ſtatt. Unter den feierlihen Klängen der Orgel zogen alle anweſenden Paſtoren, Lehrer und Schüler
dem Vortrag kam je ein Orgelſolo und ein Chorgeſang zu Gehör. Auch hierzu hatten fid) viele Leute eingeſtellt. 3. Das Konzert. Am Montagabend veranſtaltete Prof. M. Lochner unter
Mitwirkung
weihkonzert.
des
Studentenchors
ein
Orgel-
Prof. Lochner iſt uns ja als tüchtiger
So hatte er auch für dieſen Abend Muſiker bekannt. ſolche Stücke gewählt, in denen er die Vortrefflichkeit
der Orgel nach allen Seiten hin zeigen konnte.
Ob-
Das Jmmanuel- College in Greensboro, N. C.
i i 5
; E
in. die dichtbeſezte Aula ein und nahmen Play auf ‘der Vühne. PaſtorJ. C. Schmidt aus Greensboro fprad) das Weihgebet ab [eitete den liturgifdjen Teil des Gottesdienjtes, und Paſtor Chas. F. Obermeyer, Vorſißer der Kommiſſion fiir Negermijjion, hielt die GCinweihungspredigt über 1 Moſ. 12, 2, in der er ‘geigte, daß das Immanuel Lutheran College ein Segen fet; das ſähen wir erſtens aus dem Namen “Tmmanuel” und zweitens aus dem Namen “Lutheran”. 28 Erhöhung der a trugen zwei Ge-
bere Griſtlice Grae
“Vor und nad
gleich die Orgel klein iſt, ſo hat fie doc) eine erſtaunliche Tonſtärke, aber aud) ſhöne weiche, zarte Regiſter. Und. ob leiſe oder mit voller Kraft geſpielt wurde, ſtets zeichnete fie fic) durd) ihren. weihen und melodiſhen Klang aus, und das Urteil aller Sachverſtän- . digen lautete dahin, daß die Orgel in jeder Beziehung ein Meiſterwerk ſei. In dieſem Orgelkonzert war die große Aula gedrängt voll, und viele ſtanden nod) in der Halle und
draußen
vor den Fenſtern.
ſehzig weiße Leute ſehene Muſiker und Erfreulich war, nur für ſogenannte
Auch hatten fid) etwa
eingefunden, unter ihnen angevornehme Leute aus der Stadt. daß, obgleich der Neger doch meiſt “rag time”-Müſik ein Jntereſſe
Die zeigt und
ſo gerne
auf
dem
banjo
Missions -Oaurbe,
etwas
53
herleiert,
unſere Zuhörerſchaft ganz ruhig und mit geſpannter Aufmerkſamkeit den Muſikvorträgen lauſchte. Sehr
intereſſierten ſih die Leute für das Pedalſpielen, das die meiſten nod) nie geſehen hatten. Während der Pauſe wurde cine Vollette fonds zu gute kam.
4.
Die
erhoben,
die
dem
Orgel-
Jmmanuel-Konferenz.
Auf Einladung des Lehrerkollegiums verſammelte fic) die Jmmanuel-Konferenz bei Gelegenheit des Feſtes im neuen Collegegebäude. Samtliche Miſ- ſionare und Delegaten waren ſhon am Samstag vorher „eingetroffen, um der Einweihungsfeier beizuwohiten. Jm ganzen waren ſe<s ‘weiße und fünf Direktor farbige Miſſionare und fünfzehn Delegaten erſchienen.
Das große Klaſſenzimmer.
Bakke
Amtsjubiläum
zu
deſſen
zugedacht,
fünfundzwanzigjährigen konnte
ihm aber
nicht eher
gegeben werden, da die Konferenz fic) nod mE wieder verſammelt hatte.
eher
Am Dienstagmorgen fand die Eröffnung und Organiſation der öffentlihen Konferenz ſtatt. Zum
* Vorſißer wurde Paſtor J. C. Schmidt erwählt. N 4
Reſt
TTT >
hu
Aula
mit der neuen
wurde
Veſonders beſpra<h man
.
Geſchäftsſachen
die Gründung
Der
gewidmet.
eines Alten-
heims für Neger. Die Gründung des Wltenheims ſchien den Verſammelten nötig, weil- ſich in Den Gemeinden eine Anzahl blinder und gebredhlider alter
ae
Die
des Morgens
Orgel.
Als Gäſte wohnten den Sigungen bei der Ehrw. Vorſißer der Rommijfion für Negermijjion, Paſtor Chas. F. Obermeyer aus St. Louis, ferner Paſtor C. Qauterbad) aus Ridgeway, N. C., die Profeſſoren Geo. Romoſer und C.-Weiß aus Conover, N. C., und eine ziemliche Anzahl auswärtiger und hieſiger GemeindeSämtliche farbigen Gäſte glieder und Freunde. waren im College einquartiert. ‘Troy der großen Bahl herrſchte unter dieſen, wie unter den Studenten die beſte Eintracht und Ordnung.. Am Montagmorgen fand Paſtoralkonferenz ſtatt, zu deren Vorſißer Direktor Bakke erwählt wurde. Zur Beſprechung lag eine Katecheſe Lehrer E. Buntro>s über das erſte Gebot und einige Paſtoral- und Miſſionsfragen vor. Jum Nachmittag8gottesdienſt predigte Paſtor D. Schooff aus Meherrin, Va., über Ruf. 16, 19—31. Nad) der Predigt wurde Direktor Bakke cine ſhön eingerahmte Gedenkſchrift, beſtehend aus einem Gedicht und den Namen ‘der Konferenzmitglieder, von Paſtor Schooff überreiht. Sie war
Neger befindet, weldje die Miſſionare ‘infolge* der vielen Stationen, die von“ ihnen bedient werden müſſen, nicht getjtlid) verſorgen können, und weil dieſe Alten zum Teil kein Heim finden können. Doch ‘fam man zu keinem endgültigen Reſultat. — Am Nachmittag begann man mit den Lehrverhandlungen. Paſtor S. Doswell von Mount Pleaſant, N. C., legte ein Referat vor über die Eingebung der Heiligen
Direktor Bakkes Wohnung.
A
54
Die
Missions - Taube.
Schrift. Abends fand cin Gottesdienft ſtatt, in welGem Paſtor W. Laſh aus Salisbury, N. C., über Eph. 2, 10 predigte, und nad) dem Gottesdienjt wurde das am Nachmittag begonnene Referat beendigt. Jn der Sißung am Mittwochmorgen kamen wieder Geſchäftsangelegenheiten zur Beſprehung, beſonders wieder die Altenheimfrage. Am Nachmittag wurde ein Referat Paſtor Y. McDavids aus Charlotte, N. C., über chriſtlihe Erziehung der Kinder angefangen. Abends predigte Student Mohammed aus dem Seminar zu Springfield, der als Vikar
Paſtoren und Delegaten der
5. Shlußfeier im College. Den Schluß der großen Feſtwoche bildete der Schlußakt . der Anſtalt. Auch diesmal war faſt die ganze Aula beſet. Die meiſten Miſſionare und ſonſtige Gäſte waren zu dieſer Feier dageblieben, die am Donnerstagnachmittag ſtattfand. Unter den Klängen der Orgel zog der Direktor mit der Schülerſhaft
und
den
Konferenzbrüdern
herein.
Auf
der Bühne ſaßen die Miſſionare, die Glieder des Lehrerkollegiums
und
die vier
Graduierenden,
auf
der
einen Seite unten die Schüler. Die Feier wurde mit Geſang und Gebet eröffnet. Das Programm wechſelte
Jmmanuel- Konferenz.
Paſtor McDavids angeſtellt iſt, über Joh. 21, 15—19.
mit Reden, die von den Graduierenden gehalten wurNah Schluß des Gottesdienſtes wurde nod) Paſtor den, und Chorgeſängen ab. : Frl. E. Johnſton ‘graduierte als Lehrerin und war ſomit die erſte SchüMcDavids Referat beendigt, und dann dankte Paſtor Doswell im Namen aller Gäſte dem Direktor der lerin des Jmmanuel-College, die den vollen Kurſus Anſtalt für die freundlihe Bewirtung und für die abſolviert hatte; die übrigen, Frl. B. Sutton, fdjonen Tage, die ſie alle hier verlebt hatten. Man- A. Caſh und W. Hill, hatten nur den Vorbereitungskfurſus abſolviert. Nach den Reden der Graduierenfonnte es ‘allen anmerken, daß dieſe Konferenz ihnen unvergeßlich bleiben wird. — Zu bemerken wäre nod), den hielt Paſtor S. Doswell eine Anſprache an die daß in allen Gottesdienften, die famtlid) in der geSchüler und Schülerinnen der Anſtalt; ſein Thema raumigen Aula gehalten wurden, faſt jeder Blak be- war: „Rat eines jungen Mannes an junge Leute.“ fegt war, daß jedesmal eine Kollekte erhoben. wurde Darauf verteilte Direktor Bakke nad) einigen kurzen (die Geſamtſumme belief fic) auf $104.00) und daß Worten die Diplome und Zeugniſſe. Die Feier {Hlob der Studentendjor mit ſeinen Chorgefangen zur Vermit einem Geſang und dem Segen des HErrn.
{@onerung
jedes Gottesdienjtes beitrug.
F. Wahlers.
Die
Missions -Tuarbe,
Mancherlet aus der Miſſion und für die Miſſion. (Von
R. R.)
55
ſultat der nächſten Vierteljahresverſammlung der Behörde vorzulegen.“ Aus der lutheriſhen Miſſions- und Liebesanſtalt in Milwaukee für Schwachſinnige und Epileptiſche ſchreibt Direktor W. K. Weißbrodt in der „Rundſchau“: „Faſt jede Woche laufen etlihe Bitten um
Aus New Orleans ſchreibt Kandidat Müller, der im [egten Jahre im Luther-College mit unterrichtet hat, daß auf den Stationen Bethlehem und Mount Zion, die beide jeßt ohne Miſſionar ſind, der Beſuch Aufnahme ein, und in jedem Falle muß ic) antworder Gottesdienſte und der Sonntagsſchule viel zu ten: Leider fein Naum! Es ijt ja beſchloſſen, zu wünſchen übrig laſſe. — Am 26. Juni findet im bauen (in Watertown, Wis., auf unſern von den Luther-College die Schlußfeier ſtatt. Troß der faſt dortigen Gemeinden gejdentten 40 Acres); aber in erdriidenden Sige ſind Lehrer und Schüler nod) in unſerer Baukaſſe ſind nur $7000.00. Ein praktiſches rühriger Arbeit. Es iſt ſchr zu wünſchen, daß das Gebäude, das für 85 Jnſaſſen — Epileptijde (auch College im neuen Schuljahre für den Muſikunterältere) und Schwachſinnige — Naum bietet, wird richt mit den ſo nötigen Sujtrumenten verſehen werde. niht unter $30,000 gebaut werden können. So „Un eine Pfeifenorgel wagen wir niht zu bitten, müſſen alſo die auf der Warteliſte Stehenden (es die koſtet zu viel, aber cin einfahes Harmonium, auf ſind deren über 100) fic) gedulden, bis die Baukaſſe dem unſere Schüler üben können, hoffen wir durd) eine hinreihende Summe aufweiſt. Unſere KollekGüte der Miſſionsfreunde zu bekommen.“ toren werden ja mit Gottes Hilfe die nötige Summe Der lutheriſhe Stadtmiſſionar in Milwaukee, aufbringen, aber bis wann? Das wird Jahre dauern, Paſtor Enno Dümling, hat während des vergangeund viel Elend, beſonders unter den Epileptiſchen, nen Jahres in 148 Gottesdienſten vor 6043 Perſonen bleibt ungelindert und ungemindert.. Dem könnte gepredigt und bei 378 Beſuchen in den verſchiedenen bald abgeholfen werden, wenn uns ‘unſere bemittelAnſtalten 1310 Kranke beſuht. Manch ſhöne Früchte ten Glaubensbrüder kleinere oder größere Summen ſeiner Arbeit durfte er ſehen. Wie freute er fid auf ein paar Jahre borgen würden. Das wäre ein wahrzunehmen, wie Kranke oft mit Aufbietung aller profitables und ſicheres ‘investment’; ſiche Spr. Kräfte ſih in die Gottesdienſte ſhleppten und wie 19, 17.“ aufmerkſam ſie dann dem gepredigten Wort zuhörten. Von den Stationen der Berliner Miſſion in SüdWie mander hat da ſeinen Heiland kennen gelernt afrifa kommen Klagen über troſtloſe Verwüſtungen, und iſt aud im Bekenutnis ſeines Glaubens ſelig entwelche gewaltige Heuſhre>enſ<hwärne auf den Ernte-fehlafen. Jm Stadthoſpital lernte er eine junge Perfeldern angerichtet haben. Ein Miſſionar ſchreibt: „Sie kamen fo dicht, daß ſie wie eine Wolke die Sonne ſon kennen, die gwar in der lutheriſhen Kirche geverdunkelten. Beim Vorbeiſtreichen der Schwärme tauft, aber nie unterrihtet und konfirmiert worden war. Seit ihrem zweiten Jahre war ſie invalid und hört man ein unheimlihes Brauſen. Wo fie fid konnte fid) nur durd) Rutſchen auf den Knieen fortniederlaſſen, iſt der Erdboden braun bedect von den Milliarden.“ Ein anderer berichtet: „Billionen dieſer bewegen. Nun hatte fid) nod) Blutvergiftung bei ihr Tiere krochen aus den Eiern und bedecen nun das eingeſtellt, und die Ärzte ſahen fid) genötigt, ihr beide ganze Land. Wir kämpften mehrere Tage mit ihnen; Füße zu amputieren. - Zu ihrem großen Troſt und Heute oder morgen * geſtern überwanden fie uns. ihrer dankbaren Freude hat der Miſſionar ſie im werden wir das Vieh die grünen Stengel freſſen Heil8weg unterrichtet und konfirmiert. — Jm Anlaſſen, ſoweit die Heuſchre>en ſie ſtehen ließen.“ {hluß an dieſen fünften Jahre8beri<ht des Miſſionars Jn Judien ijt der Goßnerſchen Miſſion die Freude ſchreibt Paſtor Sprengeler, der Vorſißer der Behörde geworden, daß fid) ihr unerwartet ein bi8her feſt verfür die Milwaukeer Stadtmiſſion: „Hätten wir dieſe fojlofjenes Gebiet, der im Südweſten von TſchotaMiſſion dod) ſhon früher ins Leben gerufen! Dem Nagpur jenſeit des Santhflujfes gelegene heidniſche HErrn ſei Ehre und Dank, daß er dieſes Werk unſerer Vaſallenſtaat Dſchaspur, aufgetan hat. Durch das Hände ſo freundlid) gefördert hat. "Er helfe gnädig Zeugnis eingeborener Kolschriſten ijt unter den Heiweiter. Unſer lieber Miſſionar iſt mit Arbeit überden dort eine anſheinend im Wachſen begriffene Be- laden. Es8 ift gang unmögli<h, daß ein einzelner wegung entſtanden, und es haben fid) bei den MiſMann das leiſten kann, was geleiſtet werden ſollte. fiondren der beiden nächſtgelegenen Miſſionsſtationen Darum hat denn aud) die Behörde für Stadtmiſſion auf ihrer Sahresverjammlung am 26: Mai die Be- Tſchainpur und Kinkel ſhon 3000 Leute zum ÜberMiſſionar John ſchreibt dazu: „Es tritt gemeldet. “_rufung eines zweiten Miſſionars ganz ernftlid) in Erwägung gezogen. Die Gemeinden werden erſucht, weht Frühlingsluft durd) das ganze Land! Gott hat dieſe wichtige Angelegenheit zu beraten und das Re- die Türen ſo weit aufgetan, wie wir es kaum je erlebt
Missions-Taube.
haben.“ —Mit der Freudenbotſchaft zugleich kam leider die Trauerkunde von dem jähen, durd) Schwarzwaſſerfieber veranlaßten Tode des eifrigen Miſſionars Grätſch in Aſſam, des erſten Opfers, das die dortige . Miſſion gefordert hat. Es iſt ein ergreifender Brief, in dem die Kolschriſten den Heimgang ihres treuen Hirten melden. Sie ſchreiben darin: „Die ganze Gemeinde iſt tief betrübt und faſt in Hoffnungsloſigkeit verſunken. Gott hat unſern Hirten abgerufen, aus aller Angſt und Mühe errettet und ihm die Ruhe der Heiligen gegeben. Wir aber ſind wie eine verlaſſene, elende Herde. Möge uns bald ein neuer Hirte beſchert werden, der die Eigenſchaften beſitzt, die unſern dahingeſchiedenen Lehrer auszeihneten! Unſer ‘geliebter Saheb (Lehrer) wandelte unter uns im feſten Glauben, und Gott gebe, daß wir ſeinem Beiſpiel folgen mögen! Wie war er Tag und Nacht mit Leib und Seele bedacht, die Gemeinde zu reinigen und zu feſtigen! Wir haben ihn nie aud) nur einen Tag ruhen ſehen; immer war er bemüht, die Gemeinde zu fördern und die zerſtreuten Chriſten aufzuſuchen.“
Für die Shule in Charlotte: Durch die Kaſſierer: C. A. Kampe, Ft. Wayne, Jnd., 10.00; J. S. Simon, Spring= field, Jll., 30.00. Summa $40.00. Fir das Fmmanuel: College: Durch die Kaſſierer:
H. W. C. Waltke, St. Louis, Mo,, 5.00;
C. Spilman,
Balti-
more, Md., 5.00; Aug. Roſs, Milwaukee, Wis., 4.76; H. G. Pliefke, St. Paul, Minn., 5.00; W. Kemmler, Pittsburg, Pa., 2.00; O. E. Bernecker, Seward, Nebr., 15.00; C. A. Kampe, Fort Wayne, JInd., 24.55; J. S. Simon, Springfield, Ill., 64.78. Summa $126.09. Jmmaim der Zimmer Möblierung Für nuel-College: Durch die Kaſſierer: Aug. Noſs, Milwaulee, Wis., 15.00; J. S. Simon, Springfield, Sil, 25.00. Summa $40.00. Für dic Orgel im Fmmanuel- College: Durd Kaſſierer O. E. Berneder, Seward, Nebr., 10.15. Für arme Schüler im Jmmanuel-College:
Durch die Kaſſierer:
ot
Die
56
H. W. C. Waltke, St. Louis, Mo., 5.00;
JI. S. Simon, Springfield, Jll., 15.00. Von N. N., Greſham, Nebr., 2.00. Summa $22.00. y St. Louis, Mo., 17. Juni 1907. A. C. Vurgdorf, Kaſſierer.
Dantend quittieren die Miſſionare folgende Gaben: Direktor Balle: Für das Jmmanuel-College: Durch P. Schmidt, Seymour, Jnd., Mobiliar für das Fakultätszimmer: Roller Top Desk, 5 Stühle, Drehſtuhl; Tiſchteppih und Rouleaus. P. Spechards Jungfrauenverein, Saginaw, Mich., $25.00 für cin Leſepult in der Aula. P. Siekers Gemeinde in New York 100.00 für cine Gforce mit Widmung. P. Baumgärtners Frauenverein, Chicago, 15.00 für Tiſchtücher. P. J. Ph. Schmidts Negergemeinde, Concord, N. C., eine prachtvolle Altarbibel mit Widmung. Für die Ausſtattung der Zimmer haben folgende Paſtoren und Gemeinden je 25.00 beigetragen: D. Walther-Zimmer P. Schmidts Gemeinde, St. Louis, Mo.; D. Schwan-Zimmer P. Schwans Gemeinde, Cleveland, O.; D. Pieper-Zimmer P. Wolbreht, Sheboygan, Wis.; J. F. HANDBOOK FOR THE BEGIN NEK'S HOME STUDY IN THE WORD Bünger-Zimmer P. Wangerins Gemeinde, St. Louis, Mo.; oF Gop. By Carl Manthey-Zorn, Pastor of Zion Ev.Sapper-Zimmer P. Hohenſtein, Bloomington, Jll.; ObermeyerLuth. Church, Cleveland, O. Translated by H. M. Zimmer durch P. Sie> von der Zionsgemeinde, St. Louis, Mo. ; Zorn and J. A. Rimbach. St. Louis, Mo. Concordia A. C. Burgdorf-Zimmer P. Burgdorfs Gemeinde, Chicago, Ill. ; Publishing House. 1907. Price, $1.25. Vangsnes-Bimmer die norwegiſche St. Petrigemeinde, Story Mögen gar manche auch in ihren ſpäteren Jahren noch durch - City, Jowa. Das große Klaſſenzimmer wird den Namen „Bollmann“, das ‘Vibliothelzimmer „Sievers“ und das FatultitsGottes Gnade dazu Gelegenheit bekommen, in der heilſamen zimmer „Seymour“ tragen. Auch dem lieben „Unbekannten“ Lehre zu ihrer Seligkeit unterwieſen und feſtgegründet zu werſoll cin Zimmer gewidmet werden. Durch Kaſſ. Burgdorf von den, gerade auc) durch dieſes gediegene Handbuch, das hier Frau Magd. Bach, New York, für Zimmerausſtattung 25.00, nun aud) in einer treuen und trefflichen engliſchen Überſezung von Raff. Spilman 25.00. Von Frau’ F. Wahlers cine weiße vorliegt! aye : R. K. Altarde>e und von den Mädchen der Anſtalt 2.60 für eine Dede.
Milde Gaben für Negermiffion: Durch dic Kaſſierer: H, W. C. Waltle, St. Louis, Mo., $23.76;
Aug.
Gundlach,
Baltimore, Md., 28.00;
Elyſian,
Minn.,
20.51;
C. Spilman,
Aug. Roſs, Milwaukee,
Geo. Beiersdorfer, Cornelius, Oreg., 3.75;
Wis., 36.42;
H. 6. Pliefke, St.
Paul, Minn., 72.20; W. Kemntler, Pittsburg, Pa., 5.07; O. E. Verneder, Seward, Nebr., 70.21; C. A. Kampe, Fort Wayne,
Ind., 76.56; 3. S. Simon, Springfield, Jll., 157.92. Von N. N., Graceville, Minn., 1.00. Durch Prof. N. A. Biſchoff von H. Kußbach, Chicago, Jll,, 1.00. Von Chr. Bod, Plymouth, Nebr., 1.50. Von den Negergemeinden: Grace in Con-
cord, N. C., Mount Zion Orleans, La., Apen, r
pana ſierer:
10.00; St. Paul in in New Orleans, La‘, 25.00; St. Paul in La., 10.00. Summa
drei Kapellen:
Ill, 2116.
New Orleans, La,, 35.00; 35.00; Bethlehem in New Manjſura, La., 12.50; in $625.40.
Durch
ded
Kaſſierer
a
J. S. Simon
r die Kapelle in Salisbury: Durch die KaſH. I, C. Waltke, St. Louis, Mo., 3,50; W. Bem
Pittsburg, Pa., 1.00. Summa $4.50. ; : ORE IC Kapelle in Conover: Durch das Concordia Publishing House bon einem Leſer des Pioncer 1.00, Für e
A
Negergemeinde in New Orleans: E 7 Tape LES Babee, nd., 5.00. as
Luther-College:
liefke, St. Pout, Men, 15.00.
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Durch
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Kaſſierer
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G,
Es Cam Ea een E
Für die Bibliothek: P. Gaßner Schillers Gedichte (engl. Ausgabe) und Discourse of the Grounds and Reasons of the
Christian Religion.
N. N. “Ocean
to Ocean on Horseback.”
P. Schooff Meyers Konverſationslexilon.
Durch Lehrer Engel=
brecht bon P. Pottbergs Gemeinde, New
York, eine vollſtändige
- Serie Landkarten und cine Historical Chart. denten: DurdyP. Engelbert, Leland, Mich., meinden 9.54.
Für arme Stuvon ſeinen Ge-
Prof. Lochner: Durch Prof. Groß von Herrn und Frau H. Groß, Pittsburg, Pa., 5.00 für die Pfeifenorgel. Durch P: Naumann von Paſtoren, Lehrern und Gemeindegliedern in Shawano County, Wis., 5.50 für cinen armen Schüler. Prof. Wahlers: Von Frl. Klara Schwieger in Sioux
City, Jowa, 10.00 für Ausſtattung des College. . Brunchorjft 5.00 für arme Schüler.
Die „„Miſſlons
-
Taube“
erſchi
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Jahr in areutoercbinu Tate Cn monatl 1 Exemplar. 10 Exemplare unter einer Adreſſe...
25 0 100
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Von Frl. M.
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In St. Louis durch Träger oder Poſt bezogen pP! Briefe, welche Beſtellungen, Abbeſtelungen, Gelder 2c, enthalten, ſende man unter der Adreſſe: Coucordia Publishing House, St. Louis, Mo. Alle die Nedaktion betreffenden Einſendun, an Rev. Rich. Kretzschmar, 2114 Victor St., St. Louis, ÀenTosſindallegut adreſſieren Geldbeträ e flir die Reger
Durch H.
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Neue Dru>ſachen.
miſſion an den Kaſſierer, Dir. A. C. Burgdorf, 1033 8. 8th St., St. Louls,
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Entered at the Post Office at St. Louis, Mo,, as second-class matter. — %
Miſſionszeitſhrift der Evangelifd)-Lutherifdjen Synodalkonferenz von Mordamerika. Auguſt
29. Jahrgang. è
Unſer Jumannel-College. Immanuel! Ja, Gott mit dir, Prophetenſchule wert! Die Steine dein ſind lauter Gold, Von JEſu Lieb’ verklärt Zum armen Volk, das heute noch Die Sllaventfette trägt, Die Sllaventette, die es, ach! Mit ew'gem Fluch belegt! Wie jammern doch ein Chriſtenherz Die armen Söhne Hams! Wie wünſcht es oft im heißen Schmerz, Durchs teure Blut des Lamm’s Auch dieſes Volk befreit zu ſchn Vom harten Sündenlohn, Um jubelnd auc) mit ihm zu ſtehn Vor JEſu Gnadenthron! Sich! deine Türme leuchten froh Hin durch der Schwarzen Land Und laden heilsbegierig ein Das Volk ſo hart gebannt;
Und
deine Tore füllen fic
Mit
Mohrenſöhnen
an,
Die Gottes Geiſt nun ſelber lehrt, Was Gott für ſie getan! O fel’ge Zeit, wenn erſt von dir Die Friedensboten ziehn gu ihrem Volk und rufen
u JCſu
Und
Kreuz
dort
mit
faut,
zu fliehn, wahrer
Hirtentreu?
Es weiden Tag
und Nacht
Und halten Der es re<<t
dur<h das Wort frei gemacht.
beim HErrn,
O fel’ge Zeit, wenn ſolche Frucht In deiner Wüſte blüht, Wo oft mit Tränen du
‘Nummer 8.
Erfreuliches und Betrübendes aus der Negermiſſion. Wie gern trägt die „Miſſionstaube“ erfreuliche Nachrichten aus der Miſſion hinaus unter das Chri‘Ytenvolf, damit alle Miſſionsfreunde fic) darüber freuen und Gott mit uns preiſen. Dagegen ift es keine angenehme Aufgabe für ſie, wenn ſie vor ihren Leſern ein Klagelied anſtimmen muß über bitteren Mangel und drückende Not. Gott ‘Lob, wir können allerlei erfreulidje Nach-rihten bringen aus der Negermiſſion. Gott tut uns immer mehr Türen auf zu dem unterdrüdten, geiſtlid) verwahrloſten Negervolk. Das Wort Gottes läuft und wächſt und bringt herrlihe Früchte durd den Dienſt dieſer Miſſion. Und wie freuen wir uns, daß wir ſhon eine ſhöne Reihe tüchtiger und treuer farbiger Prediger und Lehrer haben, die fid) als geſchi>te Arbeiter unter ihrem Volk bewähren. Aber wie viel mehr jold) farbiger Miſſionare könnten wir gebraudjen! Dazu ſollen unſere Lehranſtalten dienen, die von der Gynodalfonfereng für Neger in.~ New Orleans und in Greensboro eingerichtet worden ſind. Jn der legten Nummer dieſes Blattes haben die Leſer den Bericht über die Einweihung des Jmmanuel-College in Greensboro geleſen und die Bilder angefehen. Dieſes College iſt größer und fdjoner
geworden,
geſät
Und heiß did) abgemiiht. Immanuel! Gott iſt mit dir, Du kämpfeſt nicht allein.
1907.
al8 wir beabſichtigt hatten.
Der Bau-
meiſter und unſere Miſſionare haben fic) viel Mühe 3
Erhebe fiegesfroh dein Haupt — Du wirſt cin Segen fein! F. W. Herzberger.
|
gegeben und Erſtaunliches geleiſtet, zu möglichſt nie drigem Preiſe ein prächtiges Anſtalt8gebäude hnzuſtellen, und
«mildtätige
Miſſionsfreunde
haben
= —
58
Die
Rissions-Taube.
durd) Extragaben zur äußeren Ausſhmüd>ung und inneren Ausſtattung kräftig beigeſteuert. Zwar fan jid) unſer Jmmanuel-College nod) lange nicht meſſen mit jo manchen großartigen Anſtalten, die von Sekten und reihen Amerikanern im Süden für
| die er-
halten werden müſſen, find die Anſprüthe an Kaſſe unſerer Miſſion ſehr geſtiegen, nicht zu ſind, daß beſten
dem
Willen
zum
mit
mehr
niht
und
founten,
Leben
lieben
unſere
mancherorts
halt ausfommen Nötige
jest ſo viel teurer
daß and) die Vebensmittel
wähnen,
darbieten
Miſſionare
mit
früheren
Ge-
dod)
das
dem
ihnen
wir
Dazu
mußten.
in
ſind
den leßten zwei Jahren die Ausgaben für den Collegebau in Greensboro hinzugekommen, die fic) auc höher
belaufen
haben,
wir
als
vorher
gere<hnet
hat-
ten, desgleihen auh die Koſten für Direktor Bakkes Die Kommiſſion, die jich feſt vorgenomWohnung. men
-
|S Be =
Eins der aht Gebäude der Fisk University in Naſhville, Tenn.
für Farbige
die Neger errichtet worden ſind, zum Beiſpiel mit der Fisk Universityin Naſhville, Tenn., die wir den Leſern hier im Bilde darſtellen — und doch, was iſt es für ein ftattlider Bau, der durch die opferwillige Liebe der Chriſten in der Synodalkonferenz errichtet worden. ijt, und weld) herrlichen Sweden ſoll er unter Gottes Gnadenjegen dienen! Jn der geräumigen Aula dieſes Gebäudes werden fic) ſonntäglih nicht nur die Schüler der Anſtalt, ſondern aud) die umwohnenden Neger zu den Gottesdienjten verſammeln. ‘Jn einem der größeren Zimmer wird eine Miſſionshule eingerihtet, in der die kleinen Negerkinder in den Hauptſtü>en der chrijtliden Lehre unterrichtet werden; ‘dieſes ſoll gugleid) eine Übungsſchule ſein für die ſpäteren Arbeiterin der Miſſion. Ferner ſoll den fonfirmierten Negerkindern, die nod) weiter ge[hult werden, eine chriftlidje So<hſhule geboten werden, die niht durd) den Sauerteig des. Unglaubens und des ſ{<hwärmeriſhen Jrrglaubens verderbt iſt. Vor allen Dingen aber ſoll dieſe Anſtalt ein College „und Seminar ſein, in dem Prediger und Lehrer ausgebildet werden zu redjt tüdtigen, treuen Arbei-
hatte,
innerhalb
der
Grenzen
der
von
der
Sy-
nodalkonferenz gemachten Bewilligung zu bleiben, jah fic) durd) beſondere Unſtände veranlaßt, nod einige Extrabewilligungen zu machen, und wird dieſes vor der nächſten Verſammlung der SynodalSodann iſt verſchiedenes konferenz verantworten. höher zu ſtehen gekommen, als der Baumeiſter und Vauauſfſeher veranſchlagt hatten, und manche ungünſtige Umſtände ſind dazu gekommen — Baumaterial und Arbeitslohn find in dieſen Fahren ſehr ge ſtiegen, und das viele Regenwetter dieſes Frühjahres
hat uns niht nur Aufenthalt, ſondern auh Schaden Kurz, der Kaſſierer hatte ein äußerſt verurſacht. ſchweres Jahr und wußte oft niht, wie er ſeine Auszahlungen machen ſollte; denn die Einnahmen in unſerer Negermiſſion haben fid) längſt nicht im Verhältnis zu den Ausgaben gemehrt. So mußte unſer Kaſſierer nad) und nah nidjt weniger als $8000.00 borgen und dazu in allerleßter Zeit nod) einmal $3000.00.
tern im Weinberge des HErrn unter den Negern:
D welche Segensſtröme können fic) im Laufe der Zeit von dieſer Stätte ergießen! Gott gebe es! Welcher
Tutherijde Chriſt ſollte niht ſeine Freude an dieſer
_ idonen lutheriſhen Lehranſtalt unter dem großen Milllionenvolke unſers Landes
> eins: trübt Uns nod) immer
haben?
die Freude,
aß fid) unſere Negermiſſion immer mehr mehr Arbeiter nötig ſind, ſowie daß fefforen unddie beiden Colleges er-
Die Livingston Missionary
Hall der Fizk
Wir find nun in großer Not.
University.
Doch wir haben ja
einen reihen SErrn, der uns ſhon öfters in unſerer
Negermiſſion wunderbar aus der Not geholfen hat. Ks Er wird uns auh dieſes Mal nicht verlaſſen. Und ie unſere lieben Chriſten haben
noc) immer
eine Gabe
PB
x übrig gehabt für die armen miterléften Seelen unter x
a Die
Missions -Tauke.
den bejanmernsiverten Kindern Gams. So werden ſie gewiß der Negermijjion in ihrer gegenwärtigen Notlage mit einer beſonderen Gabe zu Hilfe kommen. Der Vorſißer der Sonunijjion, Paſtor Obermeyer, hat im Auftrag der Behörde ein Vittſchreiben an alle Paſtoren
und
Gemeinden
der
Synodalkonferenz
ge-
rihtet. Gott gebe, daß es an allen Orten die gewünſchte Aufnahme finde und reihe Früchte bringe,
|
59
Abzug der Reiſekoſten belief fic) auf $15.00. Dieſe Gemeinde, die ſeit drei Jahren beſteht, hat noch kein eigenes Gotteshaus. Die Gottesdienſte werden in der Wohnung eines Gemeindegliedes gehalten, die viel zu klein iſt, die Zuhörer zu faſſen. Reich geſegnet iſt dieſe Negergemeinde an Kindern, und jeden Sonntag, ob Predigtgottesdienſt gehalten wird oder niht,
kommen
die Eltern
mit ihren Kindern,
um
ſie
im Katechismus, in der bibliſhen Geſchichte und im Choralgeſang zu unterrihten. Nun ſind dieſe Leute damit beſchäftigt, aus eigenen Mitteln eine Kapelle i R. K. zu errihten. Ein Grundſtück, beſtehend aus einem Aker Land, iſt gekauft und bezahlt. Etwas BauMachridjten aus North Carolina. material iſt bereits auf dem Lande, und das übrige wird abgehauen und zur Sägemühle gebraht. Möge Wo vor einigen Wochen ein reges Leben herrſchte, Gott die Arbeit dieſer armen, aber opferwilligen iſt nun eine faſt unangenehme Stille eingetreten. Leute ſegnen! Die Arbeiter, die ſeit zwei Jahren hier am CollegeJn Conover iſt eine kleine Kapelle gebaut worbau beſchäftigt waren, haben ihr Werkzeug zuſamden, die, ſo Gott will, bald eingeweiht werden ſoll. mengepa>t und ſind abgezogen. Die Studenten ſind Die lutheriſhen Gemeinden in und um Conover nach allen Nichtungen ausgeflogen und gleid) an die Arbeit gegangen. Für junge Neger, die zur Arbeit. haben zu dieſem Bau beigetragen und ſind auch ſonſt dem Miſſionar mit-Rat und Tat behilflih. Zu dieerzogen werden, ijt es nicht fewer, lohnende Beſchäfjer Gemeinde gehört eine alte Negerfrau, die als tigung zu’ finden. Einer iſt als Koch auf der EiſenSklavenkind in einer lutheriſhen Familie erzogen _ bahn tätig, ein zweiter ſißt auf dem Schneidertiſch, worden iſt. Nach ihrer Befreiung iſt ſie mit andern ein dritter iſt in einer Barbierſtube angeſtellt, ein [utheriſ< erzogenen Negern Glied der weißen Gevierter arbeitet in einer Goldmine 2c. Die theologimeinde geblieben. Als die, Farbigen in Catawba ſchen Studenten ſind den Miſſionaren im Predigen ihren eigenen firdliden HausShalt ecinvicdteten, wurund Schulehalten behilfli<h. Einer von dieſen, der den dieſe Glieder entlaſſen. VBekanntlih wurden ein neues Feld im Hinterwalde bearbeiten ſoll, beviele Negerſklaven in die lutheriſ<he Kirche aufgerihtet über den Anfang ſeiner Tätigkeit unter anderm wie folgt: „Die Leute hier find in religiöſer - nommen und von den weißen Paſtoren mit den Gnadenmitteln bedient. Was iſt aus ihnen geworden? Beziehung ſehr unwiſſend, aber jie ſheinen nah dem Die lutheriſhe Kirhe des Südens hat die RabenWorte begierig zu ſein und hören mich gerne. Man mutter an dieſen Kindern geſpielt, und ſie ſind den hatte mid) niht erwartet, und keine Vorbereitungen Sekten in die Hände geraten. Soweit mir bekannt, waren getroffen worden; niht einmal ein Haus zum ijt die St. Johannesgemeinde in Conover die einzige, Wir kamen darin Squlehalten war vorhanden. welche die befreiten Sklaven als Glieder behielt. und nehmen, zu Hütte unbewohnte alte eine überein, Wie ganz anders ſtünde es, wenn alle lutheriſchen derſelben Ausbeſſern gum Hilfe id) bot ihnen meine Gemeinden ſo gehandelt hätten! : ſtellte und heraus an. Sch nahm die Zwiſchenwand Zur großen Freude der kleinen Gemeinde in inwendig aus dem Holz Sige her, kehrte, räumte Salisbury iſt mit dem Kapellenbau endli<h ein und auswendig auf und verſuchte das Haus ſo wohuZu dieſem Bau hat die Als alles fertig war, Anfang gemacht worden. lich wie mögli<h zu machen. Gemeinde ſelber etwa $200.00 beigetragen. Einen fing ic) tags darauf mit cinigen Kindern Schule an. ſchweren Stoß befam dieſe Miſſion, als unſer daJh Woche. folgenden der in erſt kamen Die meiſten maliger Miſſionar vor zehn Jahten zu den Baptiſten jungen dem Aus — “habe bereits viermal gepredigt.“ übertrat und die lutheriſhe Kirche als eine faljde™ “Mann, der ſi<h nicht ſheut, Hand an die Arbeit zu und gefährliche bezeihnete. Die Neger Salisburys, aus dem Wege zu räumen, legen und Schwierigkeiten beſonders die Negerprediger, haben dieſen Fall niht : fann etwas Ordentliches werden. vergeſſen. Jn den leßten zwei Jahren, ſeit der ZerLetten Sonntag feierte die Gemeinde in The ſtörung der Kapelle, ijt faſt kein Wachstum zu verRos Miſſionsfeſt. Unter cinigen- großen Bäumen zeihnen geweſen. Aber mit dem neuen Gotteshauſe — Jn vier Got“war eine Laubhütte errichtet worden. wird hoffentlih ard) neuer Eifer und neues Leben te8dienjten wurde die Sache der Miſſion den vielen Zuhörern warm ans Herz gelegt. Die Kollekte nad), wiederkehren. - Das? walte Gott! damit das Segenswert des $HErrn in unſerer Negermiſſion einen fröhlihen Fortgang nehmen fann!
Die Missions -Tarubke,
60
Auch in Charlotte wird gebaut. Die alte Kirche wird zehn Fuß in die Höhe gehoben, und zwei Schulzimmer werden gebaut, um Play zu machen für die große zweiklaſſige Schule, die dank dem Eifer des Miſſionars ſo ‘emporgeblüht iſt. Einen großen Teil der Koſten dieſes Baues beſtreitet die Pemeinbs ſelber. _ Gott ſegne fern Arbeit und Arbeiter!
N. JF. V.
Nachrichten aus New Orleans. Nun iſt es ſtill in New Orleans, ganz ſtill. Paſtor Lankenau iſt, um fid) von ſeiner ſhweren Arbeit zu erholen, nad) dem Norden gereiſt, und der Unter-
Luther- College ia New
Orleans.-
ee zeihnete wird ebenfalls während der Ferien verreiſen. Go liegt die ganze jdjwere Arbeit auf Prof. Wengers Schultern. Die Miſſionsſhulen ſind “nun geſchloſſen, und Schüler wie Studenten erfreuen ; fie) der Ferien.
Werfen des“
wir nun einen Rü>bli> auf die Arbeit
vergangenen Squljahres. -Gerade in der haben wir Gottes reihen Segen ſpüren uf der St. Pauls-Station eee die Schü-
Manes, gar ſo manches kam vor, was man hätte vermeiden mögen. Die verſchiedenen Laſter der Neger laſſen fid) niht ſo bald beſeitigen. Faulheit, Boshaſtigkeit, Eiferſucht, Verleumdung ſind die Laſter, die man immer wieder zu bekämpfen hat. Ferner mangelte es an Arbeitern. Bethlehem und Mount Zion blieben unbeſeßt; Napoleonville erhielt keinen Miſſionar. Und gerade dieſes Feld ſollte einen
Paſtor haben.
Seitdem wir dort eine Schule ge-
gründet haben, arbeiten die Sekten mit einer wahren Wut gegen uns. So wollen die Baptiſten ebenfalls eine Shule gründen. Da die Papiſten infolge eines* ° Streites, der wegen zu kleinen Raumes in der Kirche entſtand gwifden Weißen und Sdwargen, viele Glieder an uns verloren haben, ſo wollen auch ſie eine neue, große Kirche bauen. Bauen wir daher nicht, und wird kein Miſſionar dorthin geſtellt, ſo kann unſere ganze herrliche Miſſion in die Brüche gehen. Die Schule, von Lehrer Gehner mit großem Geſchi>k bedient, wurde von SS Schülern beſucht. Zu den Gottesdienjten, die vom Unterzeichneten geleitet wurden, kamen die Erwachſenen mit großem Eifer. Auch haben die Leute cine bedeutende Summe für die neue Schule gezeihnet. Go haben wir alle Urſache, Napoleonville für ein überaus wichtiges Miſſionsfeld anzuſehen. Am 26. Juni fand im Quther-College Die gewöhnliche Schlußfeier ſtatt. Direktor Lankenau hielt eine furge Anrede über “Trifles”. Außerdem waren nod) verſchiedene Vorträge, Klavierſtücke, Geſangsnummern 2c. auf dem Programm. Eine große Schar Erwachſener war anweſend. Erfreulich iſt es zu hören, wie unſere Arbeit von Fremden beurteilt wird. So ſchreibt eine Chicagoer Zeitung; die von Negern herausgegeben wird, über unſere Arbeit in New Orleans: „Die Lutheraner gewinnen immer mehr Freunde und Anhänger in dieſer Stadt. Das ijt gewiß; ihre Arbeit unter den ~ . Negern wird mit großem Erfolg getrieben. Nicht nur haben fie eine Godfdule in unſerer Mitte érrichtet, aud) ihre niederen Schulen arbeiten mit fo — großem Erfolg, daß fie ſtets eine große Schar Stu. denten in der Hochſchule haben können. Mehrere Abiturienten ſind bereits als Lehrer in den Kinder- — es
ſchulen beſchäftigt.
Überhaupt
gibt es unter
den
Negern
mehr
meint.“
Go fdjreibt eine Zeitung, die ſonſt niht gee
Lutheraner,
als
man
gewöhnlih
rade viel von den Weißen hält. a, gerade jegt, wo die Raſſenfrage immer brennender wird, ſollten wir niht müde werden, den Samen des göttlihen Wortes fo viel CS en wie nur möglich. JF. M.
Die
Missiíons-Taube.
Die Coroados in Braſilien. Paſtor O. v. Jutrzenka, der frühere Heidenmiſ~ ſionar unter den Jndianern Braſiliens, jeßt dort als Paſtor der Miſſouriſynode unter den kirhli< vernahläſſigten
lutheriſhen
deutſhen
Volksgenoſſen
tätig, ſchreibt folgendes:
beläuft fic) auf
Jndianerſtämme dürfte wohl der Schon der Name „die Gekrönten“,
1500 ſtreitfähige Manner.
Wm
rein-
ſten findet fic) der Jndianertypus in dem 11 Legua von Lagoa vermelha unter dem Häuptling Fauſtino ſtehenden Dorf. Die Behauſungen der Jndianer ſind ſehr einfa<h. Sie beſtehen teils aus einigen ſchräg zuſammengeſtellten
über
Als einer der intereſſanteſten der ſüdlichen Staaten von Braſilien der Coroados angeſehen werden. des Stammes, Coroados, das heißt,
61
einige Büſchel
geriſſenen
Gras
oder
Pinienbrettern,
Palmblätter
wor-
gede>t
ſind, teils aus armbdicen Knüppeln oder Stangen, die im Viere> in die Erde geſte>t, mit Cipo verbunden und oben ebenfalls mit Gras oder Palmen ge-
de>t ſind.
Um in die Hütten hineinzugelangen, muß
Profeſſoren und Schüler des Luther- College.
iſt intereſſant. Aus dem 15. Jahrhundert berichtet der Reiſende Hans Staaden, daß ſih-dieſe Jndianer, bei denen er als Gefangener weilte, eine Glaße ſchoren. Gefragt, woher fie dieſen Gebrauch hätten, antworteten fie, ein „Meire humano“ hatte fie dieſen gelehrt. Der Name Coroados ijt den Sndianern erſt von den: Portugieſen beigelegt worden, jedod) gehören ſie zu dem Hauptſtamme der Tupis und werden von den heutigen: Braſilianern gang veradjtlid) mit dem Namen ,,Cicho do mato“ bezeihnet. Die im Staate Rio Grande do Sul befindlichen JIndianerdörfer liegen famtlid) in der Waldzone des linken Ufers vom Rio Uruguay, und die Seelenzahl
man fid) durch eine ſehr enge Spalte drängen. Dieſe wird wieder mit Stangen zugeſtellt. Nach dem Eintritt erfolgt die Aufforderung, Play zu nehmen, und man fauert fid) dann auf die Erde nieder. Erfriſhungen werden angeboten, beſtehend aus herva mate und Cigarros. Lettere; in der Achſelhöhle des linken Armes aufbewahrt, find niht verlodend. Um Geſeinen Beſucher der mußbeleidigen, zu niht Zu einem längeren ſ<hma> zum Opfer bringen. Aufenthalt laden die Wohnräume der Fndianer niht ein, da fid) Shmuß und Ungeziefer in Hülle und Fülle vorfinden. Der einzige Raum der Hütte dient Das gugleid) als Wohn-, Schlaf- und Küchenraum.
62
Die
Missions -Taube.
nie ausgehende Feuer brennt in der Mitte, Herum - der Überzeugung, daß der „große Geiſt“ einem unfauern, auf den Unterſchenkeln figend, die Jnjſaſſen. ſchuldigen Tiere nichts zu leide tun kann. Dieſe Sndianer führen ausnahmsweiſe ein gutes Der Häuptling eines jeden Dorfes ift gugleid Prieſter. Er tauft, traut und betet über die BrautFamilienleben. DieFrau ijt troß aller ihr zufallenleute. Jhre Totenzeremonien, die mehrere Tage anden ſklaviſhen Arbeiten die Seele des Hauſes. Die dauern, von wüſten Orgien begleitet, ſind für jeden ganze Kindererziehung liegt in ihren Händen. Der Europäer unheimli<h. Nicht ſelten kommt es dabei Vater kümmert ſih niht darum; erſt wenn der Junge vor, daß Frauen vèrſuchen; Selbſtmord zu begehen; erwadjjen iſt, lehrt er ihn die Jagd und die Anfertigung der Bogen und Pfeile. Die Mädchen und ih hatte Gelegenheit, zwei Frauen vom Erſäufen zu retten. Die Trauerfeierlihkeiten hier zu beſchreiben, Knaben ſind meiſt jhin von Geſicht. Teilt der Beſucher kleine Geſchenke aus, wie Bilder, Mundharwürde zu weit führen. monifas, Perlen 2c., jo Hat er das Vertrauen der ———— 0— Kleinen bald gewonnen. Die Hautfarbe der Judianer ijt meiſt hellrot. Ehreuzenguiſſe für die Miſſion. Shr üppiges blauſhwarzes Haar tragen die Frauen Eine von der britiſhen Regierung in Südafrika meiſtens geſcheitelt, die Männer wirr und lang hereingeſeßte Kommiſſion veröffentlichte im Jahre 1905 unterhängend. Die kleinen Kinder gehen na>end, die Größeren bededen ihre Blöße mit einigen Lum- - einen offiziellen Bericht, in dem es heißt: „Alles was zur Reform der Eingeborenen. getan worden ift pen. Männer und Frauen gehen ebenfalls nur. ſehr ijt gefdjehen durd) die Bemühungen der chriſtlichen notdürftig bekleidet. Bei der herrſchenden Armut beſißen die Fndianer Miſſionare. Allerdings ijt die Aufführung vieler aud) nur die allernotwendigſten - Hausgegenſtände. Bekehrten nod) nicht ſo, wie man es wünſchen möchte, und der eingeborene Chriſt kann auch niht auf einNur ein Kochtopf findet fic) vor. Gefäße zum Waſſerholen liefern die Porongos, die oft mit finnreiden mal und völlig von gewiſſen, ſeiner Natur anhafVerzierungen geſhmüd>t ſind. Beſen werden nicht tenden Sünden loskommen; aber troßdem ſpricht das | gebraucht. Körbe zum Tragen der Früchte flehten Gewicht der Tatſachen durchaus zu gunſten der höhefie aus Taguarohr, die von gejdictter Arbeit zeugen. ren Moralität (Sittlichkeit) der chriſtlichen BevölkeAuch wiſſen die Judianer verſchiedene Säfte aus rung gegen die der heidniſchen.“ Väumen zu gewinnen, womit die Körbe gefärbt Der indiſhe Gouverneur Young erklärte unter werden. Eigentümlich iſt es, daß die gefärbten Nananderm: „Hut ab ‘vor dem einfachſten Miſſionar! der oder Verzierungen der Körbe große Ähnlichkeit Sein Wirken iſt größer als das irgend einer Klaſſe mit griechiſ<hen Buchſtaben haben. Jhre notwendigen von Menſchen, die in -Jndien tätig ſind. Wenn die Hüte verfertigen ſie ſelbſt; jie ſind ſehr leiht, breitHindus irgend eine-Vorſtellung haben von dem, was randig, mit jehr hohem Kopf und bunt gefärbt. chriſtliche Liebe iſt, wenn ſie irgend etwas wiſſen von E Feuerwaffen bejigen die Judianer niht. -Ein hohen, ſelbſtloſen Motiven und Selbſtaufopferung, jo Häuptling, der eine beſißt, genießt doppelt hohes ſind es hauptſächli<h die Miſſionare, von denen ſie Anſehen. Nur aus den härteſten Hölzern verfertiſolches lernen.“ gen ſie ihre Bogen. Bei dem Mangel an geeigneten Sehr intereſſant iſt aid) der Dankbrief des heidWerkzeugen iſt dieſe Arbeit wegen ihrer Feinheit und niſchen chineſiſhen Vizekönigs von Tſchili, Yuan Schih Genauigkeit höchſt bewunderungswert. Der Bogen Kai, an den evangeliſhen Miſſions8arzt Dr. Chriſtie, wird mit ſtarken Baſtſtreifen umwi>telt. Die zum datiert vom 7. Juli 1905: „Mein lieber Bruder Bogen erforderliche Sehne wird ebenfalls aus geeigDr.-Chriſtie! Erlauben Sie mir, dem Vizekönig von netem Material des Urwaldes angefertigt. Tſchili, Shnen im Namen der kaiſerlichen chineſiſchen DESEE Was den Charakter aller hieſigen Jndianer anRegierung Dank zu ſagen fiir die menjdjenfreundlide BE langt, jo find jie mißtrauiſch, leiht erregbar, in geiund rechtzeitige Hilfe, die Sie den heimatloſen und tiger wie wirtſchaftlicher Hinſicht empfänglich. beraubten Einwohnern Mukdens ‘und ſeiner Umge- | “Alle Sndianer des Tupiftammes verehren einen bung haben angedeihen laſſen, indem Sie ſie mit — ingigen Gott, Tupá genannt. Dieſer hat Macht, Nahrung, Kleidung und ärztlicher Pflege während
utes über fie zu verhängen. ug: gegen
Nicht ſelten
ihn anzuwenden.
des ruſſiſh-japaniſhen Krieges ſo grofmiitig verJh hoffe aufrichtig, daß Sie durch den | Segen des Himmels injtandgejest werden, Jhre Arbeit unter den Chineſen fortzujeßen, für welche Sie ſich ſelbſt dur< Beweiſe Jhrer allgemeinen Menſchen- =
Hier- ; ſorgt haben.
E
Ess
Die
Missions5-Taubve.
liebe ſo innerli<h berufen gezeigt haben. Jn der Hoffnung, daß Sie ſih in guter Geſundheit befinden, bin id) mit den beſten Grüßen Jhr aufrichtiger Yuan Schih Kai, Vizekönig von Tſchili.“ Zum Schluß ein etwas älteres Wort, das Wort eines unparteiiſhen Staatsmannes, des Vizekönigs von Jndien, Lord Lawrence: „Jch glaube troy allem, was England an Sndien Gutes getan hat, daß die Miſſionare in dieſer Hinſicht mehr geleiſtet haben als alle Faktoren zuſammen.“ (D. M.-Fr.) Oo
Zwiefache Laſt. Vor einiger Zeit ſah man in der Hafenſtadt Bombay (in Jndien) einen merkwürdigen Menſchen; er hatte fic) namic) mit mächtigen, ſ<hweren eiſernen Ketten belaſtet. Sie waren wohl ein paar Zentner ſhwer und zogen den armen Menſchen mit unwiderſtehliher Wucht nieder. An den Ketten waren zwei ſtarke Eiſenſtäbe angebracht, und dieſe mußte er ergreifen und fic) darauf ftiigen, wenn er aufredt ſtehen wollte. Der Mann ſtammte aus Nordindien. Auf der Eiſenbahnfahrt von dort nach Bombay, fo erzählte man, habe er nicht nur eine Fahrkarte für ſich, ſondern auh Frachtgebühr für ſeine Ketten bezahlen müſſen. Jn Bombay wollte er zu Schiff geben, ‘um nad) Mekka zu fahren. Als der Kapitän des ſhweren Paſſagieres anſichtig wurde, wollte er ihn gar niht an Bord laſſen: Aber warum ſchleppte der Menſch denn dieſe ſhre>lihe Laſt mit fic) herum? Er war ein mohammedaniſcher Fakir (Büßer). Er fühlte, daß er ein Sünder war; und um die ſündigen Begierden in fid) _ gu bändigen, hatte er fic) ſelbſt eine Kette angelegt. Aber das half nicht, die ſündigen Begierden regten ſih troy der Kette in ihm weiter. Da fügte er zur erſten Kette cine zweite. Und als aud) das nichts niigte, eine dritte und ſo fort. — O möchte dod) der arme Menſch fic) an den wenden, der da verheißt: „So euch der Sohn frei macht, ſo ſeid ihr ret frei.“ Dann könnte er getroſt die Eiſenketten abtun, und der HErr würde ihm helfen, frei zu werden von den
G.
u. E.)
: Manterlei aus der Miſſion om fiir die ai on. (Von R. K.)
Der
farbige
eiten
Montag
Vikar im
Yucu
Juli
wenn
es aud) ein ſhon
gebrauchtes
iſt, für dieſe Station ſtiften möchte, und Miſſionar McDavid unterſtüßt dieſe Bitte recht herzlich. Ein Mann cin Wort. Ein weſtfäliſher Bauer, der die Heidenmiſſion lieb gewonnen hatte, beſtimmte furz vor ſeinem Tode für dieſe 6000 Taler aus ſei-
nem Vermögen. feſtmachen
Es war kein Notar da, der die Sache
konnte.
Als
bei der Teſtamentseröffnung
vor Gericht die ſehs Söhne den Zettel des Vaters laſen mit der Erklärung, daß darauf nod) ein Nachtrag zum Teſtament Zettel ſei geridtlic)
--—
__fiindliden Begierden.
ein Harmonium,
63
ſtehe, erwiderte der Richter, der niht gültig, das Geld brauche
daher nicht an die Miſſionsgeſellſchaft ausgezahlt zu werden. Da fuhr einer der Bauern auf: „Was ſagen Sie — das nicht gültig, was unſer Vater aufgeſchrieben hat?“ Und alsbald wurde der Miſſionsinjpeftor
aus
Barmen
gerufen,
und
ehe
die Söhne
die Erbſchaft teilten, empfing jener die 6000 Taler nad) dem Willen des verſtorbenen Vaters. Jn Judien ſollen während der erſten ſehs Monate dieſes Jahres niht weniger als 1,060,067 Menſchen an der BVeulenpeſt geſtorben ſein. Vor einigen Sahren wurde bekanntli<h aud) der miſſouriſ<he Miſſionar Näther durch dieſe ſhre>lihe Seuche hinweggerafft. Gott halte ſeine ſhüßende Hand über alle Mijjionsarbeiter und ihre Familien und gebe, daß gerade aud) durd) dieſe Heimſuhung der Miſſion viele Türen geöffnet werden. Wie berichtet wird, ſoll die Peſt jest nadjlaffen. Miſſionar Kabis von der Leipziger Miſſion in Judien taufte, wie wir dem „Leipziger Miſſionsblatt“ entnehmen, am 30. November ‘vorigen Jahres in der Neuen Kapelle zu Place Paleiam, die an demſelben Tage eingeweiht wurde, niht weniger als - 115 Heiden. Unter den-Telugus in Yudien hat die Breklumer Miſſion gu Koraput leßtes Jahr eine Sndujtriejdule eröffnet. Um einen großen viere>igen Hof finden fic) Räume für Weberei, Töpferei, Fledjteret und Tiſchlerei, dazu eine Schmiede, ein Schulzimmer, ein Zimmer für den Vorſteher und die nötigen Lager-
räume.
Miſſionar
Hübner
ſchreibt:
„Jett fige ih
an meinem bequemen, hier verfertigten Schreibtiſch. * Vom Webſaale her ertönt das Geklapper des neuen Schüßenwebſtuhles. Von drüben über dem Hof her ſchallt das Geräuſch der Hobel, Hämmer und Sägen in der Tiſchlerei, und der helle Klang des Gammerns
und des Puſtens des Blaſebalges in der Schmiede, ~ Mohammed
ſeine Schule
hat am
in Monroe
mir eine ſüße Muſik... Jn der Bambusflechterei ſind Der cine von dieſen fam — — drei Blinde beſchäftigt. vor kurzer Zeit mit ſeinen zwei kleinen mutterloſen : Nun lernt er arbeiten, Kindern bettelnd hier an. während ſeine Kinder im Koſthauſe find. „Bete und
Die Missions -WTauke.
64
arbeite!‘ ſteht in der Landesſprache und engliſh über den zwei Eingangstüren links und re<hts vom Hoſtor.“ Auf der Jnſel Formoſa geriet das einzige Chriſtenhaus, das ſi< in einem ſonſt heidniſchen Bezirk fand, in Brand. Das war natürli für die Heiden eine herrliche Gelegenheit, die Chriſten zu verſpotten. „So geht es“, riefen ſie, „wenn man die Wege der Väter verläßt, wenn man die Religion der fremden Teufel annimmt, wenn man die Gößen verachtet und wenn man den Ahnen kein Opfer mehr bringt!“ Einige Tage mußte der arme Mann fic das. ruhig gefallen laſſen. Aber dann wandte- fid) das Blatt. Eines Morgens ſah man einen Trupp von Leuten daherkommen, die trugen Bambusſtangen, Holz, Ziegelſteine und allerlei Werkzeuge. Da war keiner, der niht irgend etwas trug. Sie gingen nad) der Brandſtätte. Und als ſie dort angekommen waren, fingen jie ganz ruhig an, den Schutt wegzuräunen und — ein neues Haus zu bauen. Es waren Chriſten aus einem Nachbarort. Sie hatten von dem Unglü> ihres Bruders gehört, und weil ſie wußten, daß ein Chriſt ‘die Laſt des andern tragen und-ihm in der Not helfen ſoll, ſo kamen ſie und halfen dem Abgebrannten. Jn zwei Tagen ſtand das Haus fertig da. Die Heiden machten erſtaunte Geſichter. Sekt jpotteten ſie niht mehr, denn jo etwas hatten
fie nod) nict erlebt.
;
;
- Aus Sumatra erhielt die Rheiniſche Miſſion die beunruhigende telegraphijde Nachricht, daß die Miſ-. ſionsſtation Lumban na bolon in der ſüdöſtlih vom Tobaſee gelegenen Landſchaft Uluan von Aufrührern gerjtort worden iſt. Bei dem Brande fei aud) ein Kind mit ums Leben gekommen. Näheres über die Urſachen und die Ausdehnung des Auſfſtandes iſt nod
niht bekannt. Miſſionar Weſtermann, der unter den Eweern in der deutſchen Togokolonie tätig ijt, erzählt von dieſen: Wenn fie ſagen wollen, daß ſie zornig ſind, ſprechen fie: „Jh habe das Feuer in meinem Bauche angezündet.“ „Mein Herz ijt geſtorben“, oder „mein Herz ſiedet“, oder „mein Bauchinneres fdmergt mid)”
bedeutet: id) ärgere mid).
„Das Jnnere ſeines Leibes
wandte fid) um“, heißt: er erbarmte fid. „Das Jnnere ſeines Leibes iſt gut“=er iſt gütig. „Er hat
fein Herzinneres umgewendet“ = er hat fid) bekehrt. „Er iſt der Beſißer eines kühlen Kopfes oder eines fühlen Leibes“ = er iſt fanftmiitig. Dasſelbe bedeutet der Ausdru>: ſeine Leber iſt kühl. „Er tat Feuer in das Fleiſch der Leute“ beſagt: er begei-
€
“ih
„D ſtelle mein Herz an deine Seite“ vertraue auf dih. „Die Herzader zerrißin ſei-
nem Leibe“=er erſhrak.
„Er tat das Herz in den
Leib“ = er faßte Mut. „Sein Geſicht ſtarb“ = er ſchämte ſih. „Das Herz redet“ = das Gewiſſen ſchlägt. „Sein Herz ijt geradeaus“ =er freut ſi. Man ſieht, wieviel Mühe es koſten muß, bis ein Miſſionar fid) in die eigentiimlidhe Ausdru>sweiſe dieſes Volkes hineinfindet. Milde
Gaben
für
Negermiffion:
Durch die Kaſſierer: H. W. Lottman, Houſton, Tex., $3.00; G. Denker, Brooklyn, N. Y., 15.87; G. Wendt, Detroit, Mich., 35.60; H. W. C.-Waltke, St. Louis, Mo., 84.51; O. E. Berneder, Seward, Nebr., 97,19; Aug. Noſs, Milwaukee, Wis., 51.95; C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 88.00; M. Borge, Decorah, Jowa, 68.00. Von den Negergemeinden: St. Paul in New Orleans,La., 70.00; Grace in St. Louis, Mo., 2.75; Grace in Concord, N. C., 10.00; in Napoleonville, La., 3.50; Mount Zion in New Orleans, La., 35.00; Bethlehem in New Orleans, La., 25.00; St. Paul in Manſura, La,, 12.50; in Charlotte, N. C., 5.00; in Monroe, N. C., 2.50; in Meyersville,N. C., 2.50. Schulgeld von Schülern des Luther-College 20.00. Summa $632.87. Für die Kapelle in Greensboro: Durch Kaſſierer C. A. Kampe, Fort Wayne, JInd., 17.20. Für dic Schule in Charlotte: Durch P. F. H. Schwandt von ſeiner Gemeinde in New Berlin, Ill., 6.50; durch Kaſſierer C. A. Kampe in Fort Wayne, Jnd., 28.00. Summa $34.50. Für die Shule in New Orleans: Durch Kaſſierer C. A. Kampe, Fort Wayne, Ind., 3.00. Für das Jmmanuel-College: Durch Kaſſierer H. W. C. Waltke, St. Louis, Mo., 57.00. : Für die Orgelim Jmman=uel-College: Durch die Kaſſierer: H. W. C. Waltke, St. Louis, Mo., 3.00; Aug:
Roſs, Milwaukee, Wis., 1.00. Summa $4.00. Für die Bibliothek des Jmmanuel-College:
Durch Kaſſierer G. Wendt, Detroit, Mich., 10.00. Für die Möblierung der Zimmer im Jmmanuel: College: Durch Kaſſierer M. Borge, Decorah,
Solve, ob 76: Für
5
Orgeln
kin, Jll., 7.50.
N
in
;
Negeranftalten:
y
Für die zweite Greensboro: Durch
Von
E
H.
in
2
Pez
Profeſſorenwohnung in Kaſſierer C. Spilman, Baltimore,
Md., 26.00. N St. Louis, Moi, 16. Juli 1907. “ie
A. C. Burgdorf,
Kaſſierer.
Dankend quittieren die Miſſionare folgende Gaben: Dircttor Batte: Für arme Studenten von N. N. zu G., Ill., $10.00." Von P. Runges Gemeinde, Charter Oak, Jota, 27.00 und von N. N, 5.00. Prof. Lochner: P. Holles Gemeinde in Omaha, Nebr., 5.00 für die Pfeifenorgel. Witwe Felber in Baltimore, Md.,
Walthers „Licht des Lebens“ für die Bibliothek. Prof. Wahlers: Durch Prof. und Frau, Sioux City, Jowa, 1.00. bia, Pa., 10.00.
Miſſionar
Greensboro:
daſelbſt 5.00. thäusgemeinde Die
„„Miſſion3
J. C.
Groß von Lehrer Voigt P. Bornmann, Colums
Schmidt:
Für das Negercollege in
P. Predöhl, Hampton, Nebr., Von
einem ungenannten
in New -
5.00, M. Tröſter
Gliede der St. Mat-
York 100.00 als Pfingſtdankopfer.
Taube‘“
»
Jahr it Pele a ‘nit Sorte in iielccibe: Seamus or ie AU Exemplar RE R ences $ .26
10 Exemplare unter eiuer Adreſſe..
6, mic arora PE tot, iG Pee An n Gt. St. Soule durc} Trägerer oder oer PoſtIN bezogen be , Louis durch
«Brieſe, welche ERE
is für ein
2.00
35 Cents pro
6.00 9.00 Exemple Exemplar.
Abbeſtellun gen, Gelder 2c. enthalten, ſende man
unter der Adreſſe: Concordia Publishing Houxe, St. Louis, Mo.
Alle bie Nedaktion betrejfenden Einſendungen find aut adreſſieren an
Rov.
Kretzschmar, 2114 Victor St., St. nis Mt 0.5 alle Geldbeträge für die Neger0. miſſion an den Kaſſierer; Dir, A. C; Burgdorf, 1033 8 8th St., St. Louls, Mo.
Entered at the Post Office at St. Louis, Mo., as second-class matter.
TST
29. Daſrgang.
Das Feld iſ weiß. Das Feld Das Gott Es wogen Wohin
iſt weiß zur Ernte, in Gnaden baut. Saatenfelder,
das
Auge
ſchaut.
Sie warten treuer Knechte, Die Heil’ger Trieb verzehrt, Daß ſie den Segen bergen, So viel der HErr beſchert. Der Acker ijt die große Verlorne Menſchentvelt, Die Satan durch die Sünde Jn ſeinem Vanne hält. Da wuchern Dorn und Diſtel, Da wütet Hungersnot, Da ‘rafft der grauſe Schnitter Die Seelen in den Tod. Mit des Geſebes. Schärfe Gräbt Gott den Ader um. Drauf ſät er in die Furchen Sein Evangelium. Nun reift der goldne Weizen Jn ſeiner Gnade Schein, Den ſammelt er zur Ernte Jn ſeine Scheunen ein. Ung hat der HErr in Gnaden Durch ſein Wort heimgeſucht.
Wir
ſtehn auf ſeinem Felde
Schon da als gute Frucht. Uns ſagt er: „Meine Jünger, Geht in die Welt hinaus,
Streut Des
unter
Wortes
allen Völkern Samen
aus!“
Rbe
1907.
Dummer Der Der
9.
tveiße, rote, gelbe, braune, ſchwarze Mann
Schreit ſtumm in ſeinem Elend Uns um Erbarmen an. , Der HErr hat nicht Gefallen An eines Sünders Tod; Für alle iſt erworben Das Heil, das Gott uns bot. So laßt uns Samen ſtreuen, Auch wenn - wir ſchneiden ſchon. Der
Sa’mann
Freut Es
fic)
wogen
der
und
der
Frucht
Schnitter
als
Lohn.
Saatenfelder,
Wohin das Auge ſchaut — Das Feld iſt weiß zur Ernte, Das Gott in Gnaden baut. oe
H.
M.
—————
Ans dem Jahresberiht Direktor N. J. Bakkes über das Jumanuel-College. Nachdem am 9. September 1906 Profeſſor H. W. Groß durch einen feierlihen Gottesdienjt in der Kapelle der Negergemeinde zu Greensboro eingeführt worden war, wurde am 12. September das Schuljahr unſerer Anſtalt für Neger in dem gemieteten “Holly-House” in Gottes Namen begonnen. Die Schülerzahl hat fid) in dieſem Jahre beinahe verdoppelt. Von Dezember bis Ende März hatten wir faſt täglih 76 Schüler, die in den kleinen Klaſſenzimmern buchjtablic) zu unſern Füßen ſaßen. Von dieſen 76 Schülern waren 52 Mädchen. Jn der theologiſhen Abteilung unſerer Anſtalt geant fich
ReE; Braz
Missions -Tauke.
3 Zöglinge, in der Abteilung zur Vorbereitung aufs Schulamt 2; die übrigen Schüler verteilten fid) auf die vier Klaſſen des Präparandenkurſus. Cin Mädchen hat das Squllehrerinnenexamen beſtanden. Einen jungen Mann hoffen wir ebenfalls nod) in nächſter Zeit ins. Schulamt entlaſſen zu können. Faſt die Hälfte unſerer Schüler hat vor Schluß des Schuljahres die Anſtalt verlaſſen müſſen, einige krankheit8halber, die andern wegen Mangels an den nötigen Mitteln. Dies iſt eine traurige Erfahrung faſt aller Negerſchulen wegen der großen Armut dieſes Volkes. Wir können nur folden Knaben Unterſtüßung gewähren, von denen wir hoffen, daß jie ſpäter in den Dienſt der Kirche treten werden. Das Betragen der Schüler hat uns dieſes Jahr viel zu ſchaffen gemaht. Die ganz unpaſſenden und unzureihenden Räumlichkeiten waren wohl mit daran ſchuld; ſodann iſt zu bedenken, daß dieje Negerſchüler zur Selbſtregierung durchaus unfähig ſind und zu Hauſe faſt gar keine Erziehung genoſſen haben. Grobe Ausſchreitungen ſind jedo<h, Gott Lob, niht vorgekommen. Der Geſundheitszuſtand war gut. Nur zwei Schüler mußten ärztliche Hilfe in Anſpruch nehmen. Zwei Mädchen hatten gegen freien Tijd) in der Koſtſhule bis Weihnachten das Kochen beſorgt. Aber eines Tages weigerten fie fic), der Anſtalt ferner dieſen Dienſt zu leiſten. Als Grund gaben ſie an, daß an jenem Morgen kein Holz für das Frühſtück gehadt geweſen fei. Es mußte eine andere Köchin angeſtellt werden. Eine große Anzahl unſerer Schüler wußten nod) nihts vom Weg zur Seligkeit, als ſie hier eintraten. Wie ſollen wir uns freuen, daß fie hier in den Heilswahrheiten unterrichtet werden konnten! An Mühe, Arbeit und Sorgen hat es uns nicht gefehlt. Wer unſere Verhältniſſe aus eigener Anſchauung niht kennt, kann fid) kaum eine Vorſtellung davon machen, was es heißt, eine joldje Anſtalt zu Ieiten. Wir wollen hoffen, daß es im neuen Gebäude nun in vieler Beziehung beſſer wird. Mit Gott gehen wir dem neuen Schuljahr getroſt entgegen.
--Chiueſiſhe Kinder und ihre Schulen. Miſſionar
Couſins
erzählt
ee aes Kinderwelt: Leis China ale ein fo großes Land
folgendes und
aus
ber
feine pool
niall
Die
66
und habe die Kinder im Süden, im Sunern, im Norden und Weſten des Reiches kennen gelernt. Braune und ſhwarze Jungen und Mädchen habe ih in der Welt ſchon oft geſehen, aber die gelben chineſiſchen Kinder waren mir nocd unbekannt. Sd) fand fie jeßt viel angenehmer und TiebenSiviirdiger, als id) zuvor gedacht hatte. Sehr häufig hat man in Europa von der Armut vieler Chineſen geredet und hat auh das Leben chineſiſher Kinder als fewer geſchildert. Es iſt keine Frage, daß die kleinen Mädchen oft ſchwere Schmerzen erdulden, wenn ihnen die Füße dur<h Vinden zuſammengeſchnürt werden, wie das die ſchre>lihe Sitte in China fordert, nad) welcher eine anſtändigeFrau einen verkrüppelten kleinen Fuß haben muß. Man ſieht auch oft genug bettelnde Knaben; mit jammervoller Miene ſchleichen fie von Tür zu Tür und flehen um Gaben. Aber bei der großen Maſſe des Volkes finden wir auch hier bei den Kindern fröhliches, glü>lihes Kinderleben. Jch habe Gelegenheit gehabt, die Kinder in Winter- und Gommerkleidung zu ſehen. Fm Winter tun die Eltern an ihren Kindern, was ſie gewohnt ſind, an ſich ſelbſt zu tun, um der Kälte Widerſtand zu leiſten. Sie ziehen den Kindern und fich ſelbſt nämli<h ein did>es Kleidungsſtü> über das andere und ſhüßen den Kopf dur< Miigen, die mit wärmenden Ohrklappen verſehen ſind. Manchmal ſieht fo ein chineſiſher Junge von fünf oder ſe<s. Jahren aus wie ein lebendiges Fäßchen. Kinder ſaßen mandmal in ſolhem Aufzuge am Ufer eines Kanals oder Fluſſes und beobachteten uns Fremdlinge und fehwagten über uns, ohne auch nur daran zu denken, daß ihre Erſcheinung für uns ein amüſantes Schauſpiel war. Fn den Städten konnte id) die Kinder am beſten beobahten. Dort ſaßen fie auf der Schwelle der Tür, die in die Familienwohnung oder in den Laden des Vaters führte, oder ſie ſaßen auch auf der Straße ſelbſt. Da ſpielten ſie miteinander in der niedli<hſten Weiſe, liebkoſten einander, größere bücdten fic), um in das Geſicht eines kleineren zu ſehen- und zu erfahren, ob es zufrieden fet. Man ſah da bei dieſen: Kindern ebenſo hübſche, beſcheidene, findlidje Liebe und Einfalt, als man irgendwo in der Welt ſehen kann. Die Kinder in China haben vor ihren Eltern großen Reſpekt. Überall ſicht man das. Sie erweiſen aud) ihren Lehrern beſondere Ehrfurcht, und“ ein europäiſches oder amerikaniſ<hes Schulkind kann“ von ihnen lernen. Wenn der Lehrer oder wenn ein bejuchender Herr die! Schule betritt, ſo wird er von
allen mit tiefer Beugung begrüßt. Jm Berliner Findelhauſe iin Hongkong erlebten wir folgendes: E
iſt bekannt, daß in dieſem Hauſe arme, ausgeſebte
Kinder geſammelt, gepflegt und erzogen werden. Die
e
Die
67
Missions -Taube.
beiden deutſ<hen Schweſtern, welche hier arbeiten, führten uns umher. Die Kinder hatten eben das Abendbrot gegeſſen. Sobald wir aber ein Zimmer betraten, ſtanden die Kinder von ihrem Tiſch auf,
meinigen getrennt. Eine Öffnung in dieſer Wand geſtattete uns, miteinander zu verkehren. Bch erfreute die Kinder dadurch, daß id) ihnen ab und zu etwas Zwieba>k, Kuchen oder dergleichen zuſchob. Eines Tages, als wir das Boot verließen, waren
Kinder grüßte
mit ihrer ſie, indem
die
Mutter auf dem Verde>. Bch id) dabei meine Hand bewegte.
Das war cine neue Sitte für fie, ſie grüßten mid) aber hinfort beim. Kommen und Gehen immer durd)
freundliches Winken. Ich habe die Kinder in ihren Schulen geſehen und aud in Krankenhäuſern. Ein kleines Mädchen wurde
mir
dabei
gezeigt,
welches
eine
wunderbare
Geſchichte hatte. Als dies Mädchen nod) klein war, hatte ſeine Mutter verſucht, es in einer Wanne zu ertränken. Die Mutter war arm und wollte tun, was bei den Chineſen erlaubt und Gewohnheit iſt, wollte
das
Kind
ertränken.
Aber
die
Großmutter
ließ das nicht zu, nahm das Kind zu fic) und fütterte es groß und gab dem Kinde
Chineſenkind.
|
|
famen uns entgegen und machten eine Verbeugung. Jn einem Zimmer, wo die Kleinen fid befanden, paſſierte es dabei, daß zwei der Kleinſten beim „Dienermachen“ hinfielen und niht mehr ſelbſt auf die Füße kommen konnten, weil ſie zu klein waren. Ab und zu geſchah es, daß Kinder jid) vor uns Einen Knaben, den id) auf einer Reiſe fürchteten. Vielleicht war es ein jab, werde id) nie vergeſſen.
ungezogener Junge, deſſen Mutter oder Lehrer ver-
den Namen
„Gute Bot-
ſchaft“. Dieſe alte Frau war eine Chriſtin und hatte in den Tagen ihres Heidentums ſelbſt drei Töchter crtränkt. Jett ſtanden die drei Töchter vor ihren Augen, und ſie rettete ihr Enkelkind. Für ſie war das Evangelium in Wahrheit eine gute Botſchaft geworden. — Wie es in einer chineſiſhen Schule hergeht, ſehen wir aus folgender Schilderung von Miſſionar J. Petrich:
ſucht hatte, ihn bange zu machen, indem ſie ihm Jn Sthre>ensgeſchihten von Europäern erzählten. ſah, Geſichter weißen dem Augenbli>, als er unſere Dann wollte er fortſtand er ſtill vor Schre>en. laufen, fiel nieder, warf dabei ſeine Schweſter um, die mit ihm war, warf den Korb weg, in dem er Gemüſe nad Hauſe bringen ſollte, welches er gekauft hatte, und rannte, als er wieder auf den Beinen war, Die hineſiſhen Schüler berabſhhieden fig) am Schluß der Schule. rt und verſhwand in dem Packhauſe eines chineſifreundmeiſt Kinder die waren Sonſt hen Ladens. “Wo haben der Herr Profeſſor die große Univer<, lächelten, wenn man ſie anlächelte, und antworſität mit den hochgelahrten Studenten erridjtet?” Einige Tage teten auf Fragen auf artige Weiſe. „Meine ganz gewöhnliche Dorfſchule mit den ſehr : rate ih in einem Boote zu, mit dem wir auf dem STAD Mädchen ſteht in dem elenden Neſt Tenrofen Kanal des Landes reiſten. Der Bootsführer Ls hatte ſeine Frau und Kinder bei ſich. Shre Kajüte . thin.“ „Darf ih mir bei meiner Durchreiſe erlauben, nur mit einer dünnen Scheidewand von der ’
Die
Missions-Taube.
ut jtme MSS Eine chineſiſhe Dorffdule.
“meinen Fuß in die Galle Fhrer berühmten Univer: ſität gu fegen?” „D, es wird mir cine Freude und Ehre jein, Euer Wohlgeboren in der armſeligen Hütte zu bedienen.“ Das iſt ein Geſpräch, wie es fich zwiſchen einem Miſſionar in China und einem dinefijden Dorfſhulmeiſter, die fid) zum erſtenmal begegnen, ſo oder ähnlich taujendfad wiederholt. Jhre Höflichkeit und Muftandsfitte verlangt dort bekanntlich, daß ſie von dem andern in gewaltigen, hohtönenden Redensarten jpredjen und ſi< ſelbſt dann auf die unterſte und ſhle<hteſte Stelle herabſeßen; wer mit ihnen verkehren will, muß in dasſelbe Horn ſtoßen, ſonſt gilt er für ungebildet und roh und findet verſchloſſene Türen. Solche höfliche Selbſtverkleinerung ijt es daher, wenn der Herr Dorfſhullehrer ſeine Buben als „dumme Mädchen“ bezeihnet, und wer erſt eine Weile im Lande gelebt hat, verſteht aud) ſofort ſeine Meinung, denn Mädchen werden dort faſt nie in Schulen unterrichtet, ſondern für ſhle<t und bil“ dungêunfähig gehalten. Knaben dagegen, ja das ift ganz etwas GBS “die ſind die Herren der Schöpfung, und auf ihnen “ruht niht allein die Zukunft des Landes, ſondern uch die Seligkeit ihrer Väter, denn ſie müſſen ihnen i nenopfer bringen, damit jie in der andern Welt t Not zu leiden E Knaben müſſen daher
rühmte „Weisheit8halle“ ein, um ein wenig zu hören, wie ſeine „hohgelahrten Studenten“ es treiben. Faſt in jedem cineſiſhen Dorfe iſt eine Schule zu finden, in der fid) tägli cine ſtattlihe Anzahl von Kindern zu fleißiger Kopfarbeit um ihr Oberhaupt ſchart. Der Unterricht währt von Sonnenaufgang bis auf den Abend, mit kurzer MittagSpanfe das ganze Jahr hindurh ohne längere Ferien und ohne Sonntage, die die Chineſen niht kennen. Wie würde dabei wohl unſern amerikaniſhen Kindern zumute jein? Die chineſiſhen Kinder aber halten meiſtens brav aus und fehlen niht häufig. Sn der chineſiſhen Dorfſchule figen an verſchiedenen Tiſchen eine Anzahl Jungen von 6 bis 16 Jahren, teils mit dem Rücken, teils mit dem Angeſicht, gegeneinander. Die Banke und die Tiſche hatten fie nämlich fic) ſelbſt mitgebracht. An einem etwas erhöhten Tiſche hat der Herr Lehrer mit ſeinem Zauberſtabe ſeinen Play. Vor ihm ſteht ein Knabe, der ihm halb den Rücken kehrt, und ſagt mit lauter Stimme ſeine Lektion her. Gleichzeitig aber, ‘und ohne fic) ſtören zu laſſen oder zu ſtören, ſchreien auch alle die übrigen zwanzig oder dreißig Jungen an ihren Tiſchen, was ſie gerade aus ihren Büchern leſen und lernen, ein jeder ſeinen beſonderen Saß oder Vers. Sie machen’es ſo gründlich, daß ihnen die Hal8adern
ſ<hwellen und die Köpfe ganz rot ſind. wir ſchnell um Verzeihung
Da
bitten
für alles, was wir jemals
Die
Missions -Taube.
bon den Judenſchulen Anzügliches geſagt haben mögen, denn hier wird es uns klar, daß ihnen die Chineſenſhulen im „Heidenlärm“ noch gewaltig voraus ſind. Wenn daun die Leſe- und Lernarbeit etwa zwei Stunden lang mit Anſtrengung betrieben worden iſt, kommt das Schreiben an die Reihe; aber nicht mit Federn, ſondern mit Pinſeln, von denen jeder Junge wei
oder
drei
nebſt
Farben
in
ſeinem
Kaſten
hat,
geht es von ſtatten. Sie ſchreiben ihre Sprache bekanntlih nicht mit Buchſtaben, ſondern mit Bildern und wunderlichen Zeichen, von denen jedes Wort ſein eigenes fiir fic) hat. Wer darum auh nur notdürftig das Schreiben und das Leſen verſtehen will, muß etwa 4000 jolMer Zeichen kennen und nahmalen können. Jm ganzen aber gibt es über 40,000 ſol<her Wortbilder in der chineſiſchen Sprache. Da mag ein jeder ſi denken, wieviel Mühe und Fleiß die Künſte erfordern, die unſere Kinder in den zwei erſten Schuljahren lernen, und wie glü>li< ſie ſein müſſen, daß ſie niht in China, ſondern in Amerika zur Welt gekommen ſind. Freilich nod) glitclicher miiſſen fie fid preiſen, wenn fie die Art des Unterrichts anſehen, den ihre Kameraden in China genießen. ‘Zwar in den Büchern ihrer weijen Vorfahren, die allein in den Schulen gelehrt werden, des Konfuzius, des Menzius und wie ſie ſonſt heißen, ſteht manche ſ{hóne Regel von guten Sitten und höflihem Anſtand, von Gehorſam gegen die Eltern und Ehrfurcht gegen die
Alten
69
Am Ende der Schulſtube ſteht ein ſeltſames Tiſchhen
mit
einem
Gefäß
und. einem
roten
Zettel
dar-
über. Das iſt der Altar des Konfuzius, der in jeder hineſiſhen Schule zu finden iſt, und ſowie ein Kind hineintritt, iſt dorthin ſein erſter Gang gerichtet, und es macht vor dem Altar eine tiefe Verbeugung und ſteckt ein paar Weihrauchſtäbchen in die Urne hinein, um damit dem Weiſen ſein Opfer zu bringen. In unſern Schulen unterredet fic) der Lehrer fleißig mit ſeinen Schülern, ſpricht mit ihnen, was ſie zu lernen haben, dur< und erklärt, was ſie nod nicht verſtehen. Die chineſiſchen Lehrer aber erklären
geſchrieben, und ſolche ſhönen Re-
geln ſind auch an dem dinejijden Volke “niht ſpurlos vorübergegangen, ſondern haben, wie jedermann ſehen kann, Faſe gute Früchte gezeitigt. Aber wir wiſſen alle, daß ard die beſte Sitte und der höflihſte Anſtand die Herzen niht neu macht nod) die Sünde heraustreibt, ſondern allein der Glaube an den gekreuzigten HeiTand. Darum ftect auch in den chineſiſchen Herzen bei allen höfli<hen Redensarten cin überreihliher Teil von Bosheit und irdiſhem Sinn, und alle ihre Gedanken 1nd Anſtrengungen ſind auf das eine ‘gerichtet, wie ſie am beſten dur<- die Welt kommen reid) werden mögen. Die Höflichkeit und ma-
Klaſſe einer Griftliden Miſſionsſhule in China. in den erſten Jahren ihren Schülern nichts, ſondern laſſen nur auswendig lernen und hören das Aus=wendiggelernte ab, wobei ſie niht dana fragen, ob es verſtanden wird oder niht. Sie müſſen die vier Bücher des Konfuzius und die fünf klaſſiſhen Bücher von vorn bis hinten, oder, da die Chineſen genau wie die Juden von re<ts her anfangen, von hinten nad “vorn auswendig lernen, das iſt die Hauptſache. Wie viel ſie davon verſtehen, darauf kommt wenig an. Freilich, wenn fie auc) alles verſtänden, was jie
gut lernen haben, fo wäre der Gewinn
nur gering;
denn was in ihren Büchern geſchrieben ſteht, i nur Se DeR einer Zeit, die 2500 Jahre
a
Dic
70
Mission=-Taube.
handeln jie niht. Weder Gejdidte noc) Geographie, weder Naturkunde nod) fremde Sprachen werden in ihren Schulen gelehrt. Ein Miſſionar wurde einmal von einem dinejijden Lehrer gefragt: „Können eure Schiffe aud) bis zum Mond fahren?“ Der Miſſionar meinte zuerſt, er hätte niht ridjtig verſtanden. Der „Herr Profeſſor“ aber hatte ſeine Frage ganz im Ernſte gegeben, ſhämte jid) ſeiner Unwiſſenheit auh gar nicht, ſondern ließ fic) wie ein dreijähriges Kind augeinanderjegen, warum aud) die europäiſchen Schiffe nod) immer niht auf dem Mond gelandet ſind. Wenn man fic) bei dieſem oder einem andern chineſiſhen Gelehrten erkundigen würde, ob er wohl jagen könne, wo Deutſchland oder England eigentlich gelegen ſeien, jo erhiélte man wahrſcheinli<h die Antwort: „Damit kann id) Euer Wohlgeboren leider niht dienen; denn das zu wiſſen, brächte mir gar feinen Nuten, id) will ja nicht reiſen.“ Wollen wir wirflid) ſagen, daß die Chineſen ein gebildetes Volk ſeien und drijilider Schulen nicht mehr bediirjten? Sd) ſage, jie jigen troy mancherlei Wiſſens dennoch in dicfter heidniſcher Finſternis, und wir haben die Pflicht, das Licht der Welt, aus dem alle wahre und wirkliche Vildung des Herzens und Geiſtes allein erwächſt, aud) ihnen zu bringen. Dazu müſſen <riſtlihe Schulen bebilflic) jein.
Kleine Quälgeiſter. Es gibt Miſſionsſtationen in Jndien, wo man die Tiger zuweilen nachts hören kann — ein eigentümlider Laut, als ginge eine Säge durd) ein Stück Holz —; dod) greifen ſie ſelten Menſchen an. Das is fam man nun von den fleinen Tierlein nicht jagen. Die Moskitos ſummen das ganze Jahr durch oft gu Tauſenden, ſie erſheinen gewöhnlih am Abend, und “die dünne tropijde Kleidung iſt kein Schuß gegen ihre Stiche. Man muß oft faſt laden, wenn man Leute in Geſellſ<haft abends beobachtet, beſonders neugekommene Europäer, wie ſie einer um den ‘andern üpfen oder mit dem Taſchentuch um fid) ſchlagen. Du älgeiſter haben es beſonders auf die Knöchel abgeſehen, mandymal ijt auc) das ganze
N
Verdier
Oft iſt die ein-
Plage. Sie fliegen immer um die Augen herum und ſuchen fic) da niederzulaſſen, was einen ganz zappelig und nervös macht. Sie ſind aber niht nur läſtig, ſie ſind and) gefährlih. Wie es Mostitos gibt, die mit ihrem Stich Malaria in den menſ<hli<hen Körper einimpfen, jo tragen dieſe Augenfliegen die ſhre>liche ägyptiſ<he Augenkrankheit von dem Auge eines Krauken in das cines Geſunden. Noch jdlimmer ijt die Tſetſeſliege in Oſtafrika. Die trägt dort die fürhterlihe Schlafkrankheit, gegen die man noch kein Heilmittel gefunden hat, von einem Menſchenkörper
in
den
andern.
Jn
einem
Fahre
ſollen um den Viktoria-Njanſa her 60,000 Menſchen an dieſer ſchre>lihen Krankheit geſtorben ſein. Da iſt alles, was Tiger
und Löwen
an
Unheil
anrichten,
nichts dagegen. Su den erſten Tagen der Regenzeit in Sudien fommen abends Jnſekten hereingeflogen, dice, lange Fliegen mit großen Flügeln. Sie ſchwärmen zu Hunderten um das Licht herum, laſſen die Flügel fallen, und was bleibt, fällt einem in die Suppenſchüſſel oder in den Teller. Da fie einen abſcheulichen Geruch verbreiten, iſt man nichts weniger als entgitet, wenn man eben mit dem Löffel in den Mund fáhren wollte, und es läßt fid) im leßten Augenblick nod ſo ein Tierlein darauf nieder. Es bleibt da nichts anderes übrig, als daß man die Lampe auf einen Seitentiſch ſtellt und ein Be>en mit Waſſer gefüllt daneben, damit die tummelnden Geſellen da hineinfallen. Und was in Jndien die gefürchteten Ameiſen oft für Schaden anrichten, iſt ſhon früher erzählt worden. Denken wir auch zuweilen an ſolhe Plagen von ſeiten dieſer kleinen, aber recht läſtigen Quälgeiſter, die von den Miſſionaren in fernen Heidenlanden oftmals mit in Kauf zu nehmen ſind.
land ert aus der Miſſiou und fiir die Niſſiou. (Von
R: K.)
Miſſionar Wenger, Profeſſor an unſerm Negercollege in New Orleans, ijt ſhwer erkrankt und hat ſih einer Operation unterwerfen müſſen, die, Gott Lob, einen günſtigen Verlauf genommen hat. Gott wolle ihm recht bald völlige Genéſung ſchenken und ihn der Negermiſſion mod) lange zu reihem Segen
ſeven.
3
:
Miſſionar J. C. Schmidt, der viele Jahre mit raſtloſem Eifer in Greensboro, N. C., in der Miſſion unter den Negern gearbeitet hat, wird. einem Rufe nad) Pittsburg, Pa., in die Stadtmiſſion folgen.
Gottes Segen geleite ihn!
|
E.
i FP
E
Die Auf gefunden,
wo
einſt
hat Miſſionar die Knochen
Schrey und
den
Plag
Behdrden.
ſonſtigen
Üüber-
Lande
raffen zur
alle
verfügbaren
See
zuſammen,
um
Streitkräfte der
zu
Erde übergeben worden ſind. Der Play war urſprünglih nichts weiter als ein Sumpfloh. Man
Kabarega, ein berüchtigter Sklavenjäger, des Thrones entjest. Jm Jahre darauf begannen chriſtliche
die
Reſte
hineingeworfen
und
etwas
Erde
dar-
über geſcharrt; zugleih aber war von ungefähr das Reis einer Hariara daraufgeſte>t worden, gewiß in
der
Abſicht,
daß
das
Reis
wachſen
ſollte.
Waganda-Lehrer,
in
dem
Lande
das
Evangelium
zu
verbreiten; 1898 ließ fic) der erſte Miſſionar daſelbſt nieder. Betchrie gab es damals nod niht. YJeßt werden ihrer gegen 1900 gezählt. Auf der Station
Aber ces iſt gewachſen und zu einem ſtattlihen Baume
Hoima
geworden,
Heiden getauft. Ein großer Lerneifer iſt im Volke erwacht, aud) die angeſehenſten Häuptlinge halten cê niht unter ihrer Würde, unter den Schulkindern zu figen und leſen zu lernen. Einer grauſamen Sitte iſt Miſſionar Osborne auf der zu Britiſch - Neuguinea gehörenden Normanby-Juſel auf die Spur gekommen. So oft Perſonen dort von einer beſtimmten Krankheit befallen werden, pflegt man die Erkrankten lebendig zu begraben. Man glaubt, ein Tier habe von den Kranken Beſitz ergriffen, und dieſes Tier gehe im Augenbli> des Todes aus dem Körper des Sterbenden in den eines ihm mögli<ſt nahen Verwandten. Um das zu verhindern, wird der Kranke bei lebendigem Leibe und nicht von ſeinen Angehörigen, ſondern von bezahlten Fremden möglichſt ſhnell in eine tiefe Grube geworfen und mit Erde bede> und die Erde feſtgetreten. Dann könne das Tier nicht entweichen und einem andern ſchaden. Die Behörden der Normanby: Jnſel ſollen von dieſem grauſamen Aberglauben bisher keine Ahnung gehabt haben. Miſſionar A. Kraft erzählt folgenden traurigen Fall, der fid) vor ſeiner Abreiſe aus Afrika zutrug und ſo redjt den greulihen Aberglauben der Heiden peranfdjaulidjt. Wir ſahen von unſerm Hauſe aus einen Auflauf von heidniſchen und chriſtlihen Pokomo im Koſchiro-Dorf. Als wir uns nad) der Urſache
würdig,
das
Grab
jener
Märtyrer
zu
ſhmücden. Ju China gab es im Jahre 1807 nur einen Miſſionar; jest, nah hundert Jahren, befinden fic) dort — Frauen mitgere<hnet — 3270 protejtantijde MiſfionSarbeiter. 5 Zu dem Miſſionsarzt des Nheiniſchen Miſſionshoſpitals zu Tungkun, China, Dr. Olpp, wurde ein Jüngling gebracht, den ex blind machen ſollte. Dieſer hatte nanilich einen Diebſtahl begangen, worüber fein eigener Großvater ſo aufgebraht war, daß er ihn dem Gericht zur Todesſtrafe überliefern wollte. Auf die zahlreihen Bitten der Verwandten ließ er fid dann erweichen, ſeinem Enkel das Leben zu ſchenken, aber nur unter der Bedingung, daß er geblendet würde. Selbſtverſtändlih wies Dr. Olpp dies barbariſhe Anſinnen entſchieden zurüd.
|
Auſſtände
Herr zu werden. Ju Buujoro, einer Provinz des britiſhen UgandaProtektorates in Afrika, wurde 1894 der grauſame
niht
=
und
71
reſte der erſten Miſſionare der Bataklande, der beiden Amerikaner Munſon und Lyman, die 1834 dem Kannibalismus der Eingeborenen zum Opfer fielen, der
hatte
=
Sumatra
Missions-Waube.
wurden
leßtes
Fahr
allein
200
erwachſene
Die Nachrichten aus dem Süden Chinas lauten trübe. Sn der Südprovinz Kwongtong iſt eine gefährlihe Revolution ausgebrodjen, und das Bedenkliche an ihr iſt, daß ſie faſt gleichzeitig in zwei weit voneinander entfernten Punkten der ausgedehnten Provinz, im Oſten und im Weſten, emporgelodert iſt. Jm Weſten ſcheint fie fic) direkt gegen die Miſſionen und ihre Stationen zu kehren. Jn der Nähe von Pakhoi iſt die deutſche Miſſionsſtation Lientſchon (der “Kieler China-Jnland-Miſſion) verwüſtet, und andere erkundigten, erfuhren wir, daß eine Koſchirofrau Stationen ſind bedroht. Viel gefährlicher iſt der Zwillinge, einen Knaben und ein Mädchen, geboren, Swatow. von Aufſtand im Oſten, in der Gegend den Knaben aber ſofort nad) der Geburt lebendig fid) daß “Hier haben die Rebellen sffentlich erklärt, begraben hatte. Sd) ging dann in die Hütte dr ihre Feindſchaft niht gegen die Miſſionen und die Frau, um mich zu erkundigen. Sie ſagte, der Knabe, Muslander richte, ſondern allein den Umſturz der zweien, jet nidjt nad) der Gitte den von erſter als “<ineſiſhen Regierung, die Ermordung der cineſiWelt gekommen und fie hätten die der Koſchiro auf Wahrſcheinlich “ {en Mandarine gum Bwece habe. darüber einen Zauberer gefragt, der habe geſagt: ngt der Aufſtand mit dem berüchtigten revolutio„Wenn du den Jungen am Leben läßt, dann beren Trias-Geheimbunde zuſammen, der in den leß»Deshalb hab Fahren bereits in dieſer Provinz fred) ſein Haupt. kommſt du nie wieder ein Kind.“ habt ihn -„Jhr hinzu. ſie ſeßte getötet“, ihn wir nen hob. Da dieſes Gebiet dict mit Mifjionsftatio mei verſchar Erde die in lebendig nicht Miſd Chriſtengemeinden überſät iſt, drohen der „Nein, wir haven ihn erſt getöte Frage. Die CNE neue, ſhwere Trübſalszeiten.
| ;
72
Die
Missions-Taube.
du ihn denn getötet?“ „Nein, meine Schwiegermutter.“ „Wie hat ſie denn das gemaht?“ „Sie hat ihm ſeine Zunge herausgezogen und dann Sand in den Mund geſireut und das fo lange fortgefett, bis er niht mehr atmete; dann hat ſie ihn begraben!“ : (Freimund.)
Neue Drud>ſachen. FOR PASTIME. Selected by C. Abbetmeyer, Pli, D. Price, Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. 40 cts. Eine treffliche Sammlung engliſcher Gedichte, intereſſant zu leſen, geeignet zu Deklamationen, -unterhaltend, bildend und belehrend. Die “Notes” im Anhang find cine willkommene POEMS
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Geiſtliher
Troſtbecher
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ſeltſamen und wunderlichen Gedanken geplagte Chriſten. Zugerichtet durd Sigismund Sdererg, weiland Superintendenten der Stadt Lüneburg. Aufs neue herausgegeben bon Otto H. Th. Willkomm, ſep. ev.luth. Paſtor zu Planiß. Zwi>au i. S. Verlag von Johannes Herrmann, Preis: 40 Cts. Wer iſt nicht zuzeiten des Troſtes recht bedürftig? Wer hat niht zuweilen die Aufgabe, Schwerbetrübte zu tröſten? Dieſes Büchlein iſt für beide Fälle eine reihe Fundgrube und ſei daher
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Mit vielen Jlluſtrationen „Blätter
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kennt,
erwartet gewiß aud) dieſes Mal etwas Gutes und wird in ſei“nen Erwartungen nicht enttäuſcht werden. Und wo werden niht Zagels Reiſebeſchreibungen mit größtem Vergnügen geleſen? Beide Bücher gehen als würdige Begleiter der „Abend-
ſchule“ mit aus und ſind für je 50 Cents neben dem Abonne-
‘mentSpreis zu beziehen.
:
die
Kapelle
Wir wünſchen ihnen weite Verbreitung.
‘R. K.
Milde Gaben für Negermiffion:
_ Durch die Kaſſierer: H. W. C. Waltle, St. Louis, Mo., 24.95; O.
in
Salisbury:
Durch
die Kaſ-
Für Schuldentilgung: Durch Kaſſierer F. H. Kühnert, Groton, S. Dak., 4.40. Durch P. Weerts, Naper, Nebr., 5.00. Summa $9.40. St. Louis, Mo., 16. Auguſt 1907.
A. C. Burgdorf,
einem
und zwölf kolorierten Einlagen. Verlag von Louis Lange Publishing Co., St. Louis, Mo. Wer
Für
ſierer: G. Wendt, Detroit, Mich., 3.00; Karl Nuppel, Elmira, Ont., 1.00. Summa $4.00. Für die Gemeinde in Springfield: Durch Kaſſierer Wm. J. Hinze, Beecher, Jll., 2.00. Für das Jmmanuel-College: Durch die Kaſſierer: H. W. C. Waltke, St. Louis, Mo., 200.00; J. T. Hammer, Monroe, Mich., 3.00; G. Denfer, Brooklyn, N. Y., 7.00; G. Wendt, Detroit, Mich., 5.00; H. F. Ölſchlager, Leavenworth, Ranj., 2.00; C. A. Kampe, Fort Wayne, Jud., 3.60; Wm. J. Hinze, Beecher, Jll., 33.30; Karl Ruppel, Elmira, Ont., 51.40. Summa $305.30. Für Möblierung der Zimmer im Jmmauu e ane llege: Durch Kaſſierer H. W,. C. Waltte, St. Louis, 0., 2.00. Für die Orgel im Jmmanuel-College: Durch Kaſſierer H. W. C. Waltke, St. Louis, Mo., 2.40. Für die Vibliothek imJmmanuel-College: Durch Kaſſierer G. Wendt, Detroit, Mich., 2.00. Für arme Schüler im Jmmanuel-College: Durch Kaſſierer Wm. J. Hinze, Beecher, Jll., 9.43. Für Negercollege: Durch die Kaſſierer: J. H. Abel, Fort Dodge, Jotva, 11.10; C. Spilman, Baltimore, Md., 15.00. Summa $26.10. . Für Negerftudenten: Durch Kaſſierer J. H. Abel, Fort Dodge, Jowa, 5.00. Für cine Orgel im Luther-College: Durch Kaſſierer A. C. Reiſig, New Orleans, La., 9.44. Für arme Schüler im Luther-College: Durch Kaſſierer H. F. Ölſchlager, Leavenworth, Kanſ., 1.00.
Von Her-
mann Zagel. Mit 195 Jlluſtrationen Vorwort von Paſtor O. Hanſer.
Blätter und Blüten.
5.00; St. James, Southern Pines, N. C., 2.50. Durch Prof. F. Wahlers, Schulgeld von Schülern des Jmmanuel-College, 33.35. Summa $1866.13. Für die Schule in Charlotte: Durch die Kaſſierer: C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 9.00; Wm. J. Hinze, Beecher, Jll., 40.05. Summa $49.05. Für die Schule in Napoleonville: Von Frau H. Parker in Napoleonville, La., 3.00.
Dankend
quittieren
die Miſſionare
Kaſſierer.
folgende
Gaben:
Bakke: Für arme Studenten durch P. E. G. - Hahn von Frau M. ries und Frl. A. Vernreuther eine Kiſte Direktor
getragener Kleider und $2.00. N. N. 50.00. Für die Bibliothek burd) P. Mayer, Frankenmuth, Mich., cine Kiſte Bücher. Miſſionar J. C. Shmidt: Für das Negercollege in
E
Nebr., je
P. Predöhl und A. Tröſter, Hampton,
UU,
Die „„Miſſlous - Tanbe“‘“ exſcheint einmal monatlich. Jahr in Vorausbezahlung mit PESO iſt ſolgender: 1 Exemplar. 10 Exemplare uuter eiuer Adreſſe...
” 26 60 u 100 7 Jn St. Louis durch Träger
u u u ” u u 5 a ee oder Poſt bezogen 35
Der
Preis <
für ein f
Exemplar.
E. Bernecker, Seward, Nebr., 28.85; J. L. Hamonroe, Mid, 5.00; Aug.” Gundlach, Elyſian, Minn.,
Briefe, welche Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder 2c. enthalten, ſende man unter der Adreſſe: Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. - Alle die Nedattion betrejfenden Einſendungen find au adreſſieren an Rev. Rich. Kretzschmar, 2114 Victor St., St. Tonis, Mov; alle Geldbeträge für die Neger= miſſion an den Kaſſierer; Dir. A. C. Burgdorf, 1033 S. 8th St., St. Louis, Mo.
bel, Fort Dodge, Jowa, 219.83; F. H.
Entered at the Post OMece at St. Louis, Mo., as second-class matter.
2322
Y. D. Abel’ Nebr.; 136.10;
H. Beinte, Staun-
BV AMAPEK (AMBRECKT ST LOUIS
“guimousyeitricint dertr Evangeliſh- Lutheriſchen Synodalkonferenz von Mordamerika. 29. TE
Oktober
1907.
‘Aummer 10.
.
Das ſilberne Jubiläum des Kaſſierers unſerer Negermiſſiou.
BR | — spy a
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Jn der neunten Verſammlung der Ev.-Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika, die vom 4. bis zum 10. Oktober 1882 — alſo vor jeßt 25 Jahren — in der l[utheriſhen Zionskirhezu Chicago ſtattfand, wurden als Kommiſſion für die Negermiſſion einſtimmig erwählt Prof. F. Pieper, Paſtor C. F. W. Sapper und Direktor A. C. Burgdorf, der Leßtgenannte zugleih als Kaſſierer für dieſe Miſſion. Wie manches Jahr haben dieſe drei Männer in der Behörde treuli<h zuſammengearbeitet, die Negermiſſion vedjt zu leiten und zu fördern, bis D. Pieper ſeiner vielen Arbeit und leidenden Geſundheit wegen fid genötigt ſah auszuſcheiden und Paſtor Sapper in Bloomington, Jll., dem bei ſeinem Alter die Reiſen zu den Sißungen in St. Louis immer beſchwerlicher wurden und deſſen große Gemeinde auch ſeine ganze Kraft in Mnjprud) nahm, ſih ebenfalls von der RomDoch Prof. Burgdorf” miſſion guriicgiehen mußte. iſt nod) heute Glied und Kaſſierer der Behörde für die Negermiſſion. Die Synodalkonferenz hat ihn während dieſer fünfundzwanzig Jahre jedesmal zu dieſem Ante wiedergewählt, und er hat fid) niht geweigert, dem HErrn und der Kirche zu dienen. Jn ſeinem Hauſe hat fid) die Kommiſſion nun ſchon eine Tange Reihe von Jahren zu regelmäßigen monatliden und manchen Extraſißungen verſammelt. Er war
es,
der die Glieder der Behörde ſtets pünktlich benah-
ridhtigte und durc Poſtkarten zu den Verſammlungen
einlud. Jn den Sißungen hatte er gewöhnli<h einen ganzen Stoß Briefe vorzulegen mit allerlei Anfragen und Vorſchlägen die Negermiſſion ‘betreffend. Wieviel tauſend Briefe mag Prof. Burgdorf in dieſen fünfundzwanzig Jahren als Beamter und Kaſſierer der Negermiſſion wohl erhalten und geſchrieben haben! Und wenn dann mand) ernſte, ſhwierige Fragen der Kommiſſion zur Entſcheidung vorzulegen waren, wie oft wird er da aus tiefſtem Herzen den HErrn mit angerufen haben, daß er ſelbſt uns zu ſeiner Sache einen heiligen Mut, guten Rat und rechte Werke verleihen wolle. Und wieviel Mühe und Gorge hat ihm wohl während dieſer fünfundzwanzig Jahre das Kaſſiereramt aufgelegt, und das neben ſeiner vielen Arbeit als Profeſſor und Direktor am Walther-College in St. Louis. Wie peinli<h exakt bis ins kleinſte hat er dod) ſeine Bücher geführt, wie gewiſſenhaft die ihm anvertrauten Miſſionsgelder verwaltet und wie prompt alles beſorgt, was ihm übertragen war! Er hat es mit am fdjmerglidjten empfunden, daß die Miſſion für die Neger oft niht fo unterſtüßt wird, wie ſie es fo dringend bedarf. Wie mandmal ſollten Auszahlungen gemacht werden zum Lebensunterhalt der lieben Miſſionare oder zur Errichtung von Mijfionstapellen und Schulen, und ſiche, die Kaſſe war leer! MWeldje Mühe hat fic) unſer Kaſſierer dann oft gegeben, das Nötigſte aufzutreiben, damit dod) die Miſſionare niht Mangel und die Miſſion nicht Schaden leiden möchte! Recht {wer iſt ihm gerade aud) im legten Jahre ſein Amt geworden, da er aus der Verlegenheit niht heraus
—
74
Die
Missions -Tamube. Abordnung eines neuen Mifjionars in die miſſouriſhe Heidenmiſſion in Oſtindien.
Unſer Jubilar, Kaſſierer A. C. Burgdorf.
gekommen ijt, und die Shuld der Negermiſſion höher geſtiegen ijt als je zuvor. — Andererſeits, welche Freude war es aud) gerade für unſern in ſeinem Amt ergrauten Kaſſierer, dieſe vielen Fahre hindur< zu erfahren, daß der treue Gott immer wieder aus der Not hilft und überhaupt ſein Werk unter den Negern mit reidjem Segen front! Wie hat ſi<h die Negermiſſion immer mehr ausgebreitet, und die Anforderungen an die Kaſſe ſind geſtiegen! Aber Gott hat aud) immer neue Opferwilligkeit unter unſern Chriſten erwe>t, dieſe Miſſion mit reicheren Gaben zu bedenken, und uns mildtätige Gönner zugeführt, wie gum Beiſpiel den „Herrn Unbekannt“, der nun ſhon fo oft unſern Kaſſierer mit einem großen Geſchenk für die Negermiſſion überraſ<ht und erfreut hat. So ; fann unſer lieber Jubilar aud) jest gutes Muts ſein: der HErr und unſere lieben Chriſten werden auch aus der gegenwärtigen Not heraushelfen, und dann wird die Freude zum Silberjubiläum unſers Kaſſierers doppelt groß ſein. Bei unſerm lieben Jubilar mehren fic) in legter Heit die Gebrechen des Alters. Es ijt fraglidj, ob er
der Miſſion nod) lange dienen kann. ‘für alles, was
md
er dieſer Miſſion
Theodor Gutknecht, einer der diesjährigen Predigtamtskandidaten aus dem Seminar in St. Louis, hat den an ihn ergangenen Beruf nad) dem fernen Oſtindien in die Heidenmiſſion mit Freuden angenommen. Gott hat ihm das Herz gelenkt, daß er gern als ein Bote des ſeligmachenden Coang ums hinauszicht ins entfernte Seidentand. Nachdem er während der Ferien bei Freunden und Verwandten Abſchiedsbeſuche gemacht und nod) einige Wochen im Elternhaus zu Wakefield, Nebr., zugebracht hatte, wurde er am 18. Auguſt, am 12. Sonntag nad) Trinitatis, in Norfolk, Nebr., während dort die Synode des Nebraska-Diſtrikts der Miſſouriſynode in Sißung war, feierli<h zum heiligen Predigtamt ordiniert und zum Dienſt unter den Heiden abgeordnet. Nach dem „Lutheraner“ berichtet ein „Deputierter“ darüber ſeiner Familie bei ſeiner Heimkehr, wie folgt: „Am Sonntag war Miſſionsfeſt. Das war im Park. Bd) glaube, es waren ein paar tauſend Menſchen da. Die beiden Prediger haben ihre Sache gut gemacht; aber in den Bäumen war zu viel Wind. Sh glaube, die meiſten haben nichts gehört. „Abends gingen wir dann wieder in die Kirche.
Gott ſegne ihn
zuliebe
getan hat,
geleite ihn auf dem leßten, mühſamen Stück ſeiPilgerreiſe durd) ſeine Gnade einmal dorthin, wir n in Herrlichkeit ſchauen werden die ſeligen R. K.
Der kürzli< abgeordnete Heidenmiſſionar Th. Guttnedjt,
Die
Missions -Wmibe.
Das war aber ſhön. Da ſaß vorne ein junger Menſch im ſ{<hwarzen Chorrocd. Und oben, da ſaßen nod drei, aud) ſ<hwarz. Und noch ein anderer, der predigte. Das war ein Paſtor Freſe von Omaha. Der hatte Paulus vor, wo er ſagt: „Von Gottes Gnaden bin ih, das id bin.“ Das ſteht ja in ciner Epiſtel. Er ſagte dem
Jüngling,
es wäre
Gnade,
daß er zur
ſeligen Geſellſhaft gehöre; es wäre Gnade, daß er etwas gelernt hätte; es wäre Gnade, wenn er etwas ausridjten werde; und es wäre Gnade, wenn er mal einſt einen großen, fdjonen Lohn bekäme. Jch glaube, Gnade hat der junge Mann auch nötig. Der will nämli<h gang nad) Oſtindien. Er iſt ſhon auf der Reiſe, aber wenn er bis Weihnachten hinkommt, tut er wohl gut. Und dann verſteht er nod) ni<hts von der Sprache. Der eine von den dreien, das war ſein Vater“ (Paſtor C. Gutknecht). „Und die beiden andern waren der von Pittsburg und der Präſes“ (der Allgemeine Vizepräſes der Miſſouriſynode, P. Brand, der abordnete, und der Präſes des Nebraska-Diſtrikts, Paſtor C. H. Beer, der mit aſſiſtierte). „Alle drei legten ihm zuleßt nod) die Hände auf, und jeder ſagte einen jdjonen Spruh. Es war ſehr feierli<. Der junge Mann heißt Gutknecht. Das iſt dod) ein ſt{öner Name. Wenn er das nur bleibt!“ Am 5. September ijt der junge Miſſionar von New York abgereiſt und gedenkt anfangs Oktober von Genua, Stalien, aus weiter gu reiſen nad) Oſtindien. Gott geleite und ſhüßge ihn und laſſe durd) ihn vielen Heiden Heil widerfahren ! R. K.
Gottes wunderbare Wege mit einem Jsraeliten. Wie die Zeitſchrift „Nathanael“ berichtet, wohnte der Judenmiſſionar Gurland einmal der goldenen Hochzeit eines judenchriſtlihen Paares bei. Der Ehegatte war noc in voller Friſche und ſeine Gefährtin eine ſ<höne, fröhliche alte Frau; beide umgeben von
ihren
Kindern,
Kindeskindern
und
Urenkeln;
das
" {lite Haus fdhin geſhmüdt, ein Altar mit Blumen bekränzt daſelbſt, auf dieſem die große Familienbibel ‘mit dem Spruch auf dem Einband: „Wo dein Geſeß nidjt mein Troſt geweſen wäre, ſo wäre ih vergangen in meinem Elend“, Bf. 119, 92. Gurland mußte das Paar mit einem Gotte8wort begrüßen. Der Alte hatte den Text beſtimmt, Pj. 92, 14—16.
“Als aber Gurland die Bibel öffnete, fand er, daß fie geſchrieben war, das Alte Teſtament hebräiſ<h. Nach der Feier ſeßgte man fic) zur Tafel. Da erzählte der Alte die Geſchichte dieſer Bibel:
É::
Jm Anfang wenige ruſſiſhe
Als
des 19. Jahrhunderts beſaßen nur Juden das ganze Alte Teſtament.
ein Sohn armer Eltern ging ic) in die Armen-
75
ſchule, wo id) Hebräiſh ſchreiben und lejen, einige Pſalmen und Kapitel aus den fünf Büchern Moſis medjanijd) auswendig lernte. Als id) zehn Jahre alt war, ſtarb mein Vater, und ein verwandter Uhrmacher nahm mi in die Lehre, bet dem id) es ſehr übel hatte. Nach ſieben Jahren verließ id) ihn als Gehilfe. Jnzwiſchen war aud) meine Mutter geſtorben, und id) ſtand allein in der Welt da, ohne äußere Stiige und inneren Halt; denn meine Mutter war Freidenkerin geweſen und hatte auf mich - einen ſhle<hten Einfluß geübt. Das Judentum und die Uhrmacherei haßte ih. Jch hatte mir aber das Rujſiſche und Deutſche angeeignet und ſchrieb eine gute Handſchrift. So fand ic) denn bei einer Paketgeſellſchaft eine gute Anſtellung. Jn dieſer Zeit lernte id) bei meinem verwandten Uhrmacher deſſen Nichte kennen. Jh gewann fie lieb und warb um ſie in Gegenwart des Onkels. Sie gab mir ihr Jawort, aber der Onkel ſagte, daß ſeine Frau fid) der Sache entgegenſeßen werde. Yd) war jedod) der beſten Zuverſiht und träumte nur von Gliid.. Zu Hauſe teilte id) dem neuen Gehilfen, der im Keller unter dem Laden des Uhrmachers ſ<hlief, mein Glü> mit. Jm Hauſe war ein Weinſhank. So Ind ih denn den Gehilfen ein, mit mir ein Glas auf das Wohl meiner Braut zu trinken. . Der Wein löſte meinen Mund, ſo daß ih von der häßlihen BehandTung durd) die Frau des Uhrmachers und der Güte des jeßigen dhrijtliden Prinzipals erzählte und dem Gehilfen verſprah, ihm zu einer guten Anſtellung zu verhelfen. Ein Menſch von gutem Charakter wie id) könne alle Schwierigkeiten überwinden und dem Schi>ſal Troy bieten. Um 11 Uhr wurde die Weinſtube geſchloſſen, und ic) ging mit dem Gehilfen in ſeinen Keller, um dort nod) mit ihm zu plaudern. Dann ging ih hinaus, hatte den Hausſhlüſſel vergeſſen und ließ mid) auf einer Bank des öffentlichen Gartens nieder, wo ic) einjdjlief. Früh erwachte id) in übler körperliher Verfaſſung, eilte nad) Haus und warf mic) auf das Bett, um wieder einzuſchlafen. Um 8 Uhr wurde id) plößli<h gewe>t und auf die Polizei gebraht. Ein Feuer war im Hauſe des Uhrmadjer8 au8gebrohen und dasſelbe im Keller entDer Uhrmacher war erſti>t, ſeine Frau ſtanden. Der Gehilfe und Nichte aber Hatten fic) gerettet. der Poliauf Man erklärte mir war verſhwunden. zei, daß id) das Feuer aigezündet hätte, und verAlle Umſtände langte von mir ein Geſtändnis. ſprachen gegen mih; denn man hatte bemerkt, daß i< abends in den Keller gegangen war, und ſagte mir, daß mid) der Haß gegen die Frau des Uhrmachers, die meiner Verheiratung im Wege ſtand, au der Tat getrieben habe. Jh erhielt vier Jahre Ge-
76
| |
Die
Missions-Taube.
ſternis und Schatten des Todes und richte ihre Füße fängnis und war mit einem Mal aus dem Simmel auf den Weg des Friedens.“ Mein väterlicher Freund aller meiner ſelbſtbewußten Träume geworfen. band ſelbſt mein Manuſkript iin der Buchbinderei des Nun begann die Leidensgeit. Zuerſt war id) halb Gefängniſſes und dru>te auf meine Vitte Pj. 119, 92 wahnſinnig, dann ſtumpf, allmählih aber begann id) Daun fant der Tag der Freiheit für auf den Deel. nachzudenken. Meine Mitgefangenen waren trauihn; unter vielen Sdmergen nahmen wir Abſchied; rige Menſchen. Eine Ausnahme machte nur ein poler ſegnete uns und gab mir als ſeinen koſtbarſten niſher Edelmann, den man den Prieſter nannte, weil Schat ſein Neues Teſtament. er ſtets in einem Buche las. Durch ſein ‘ganzes Sch fühlte mich fortan wie verwaiſt. Da ließ mich Weſen übte er einen guten Einfluß auf. die Gefangeim erſten Monat des vierten Jahres der Gefängnisnen aus. Sein Buch war ein rujfifdjes Neues Teſtameiſter holen und ſagte mir, mein Prozeß ſolle reviment. Dieſer Mann ſuchte mir an das Herz zu diert werden. Am nächſten Tage fam ih vor den fommen, aber anfangs vergeblih. Eines Tages Richter. Jd) erzählte die früheren Vorgänge, und ſagte ih, id) wollte alles ruhig ertragen, wenn id) nur ein Buch zu leſen hätte. „Das können Sie“, “dann wurde ein amtli<hes Dokument vom ruſſiſchen Konſul verleſen, welches beſagte, daß der ruſſiſche antwortete der Pole, „wenn Sie den Kerkermeiſter Untertan N. M., Jude, 21 Jahre alt, auf ſeinem höfli< darum bitten; denn hier gibt es zwei Bücher, Sterbebett vor zwei Rabbinern und zwei Zeugen beein ruſſiſhes Neues Teſtament für die Chriſten und kannt habe, durch ſeine Sorgloſigkeit den Keller des eine hebräiſche Bibel für die Juden, welche die GeUhrmachers in Brand geſeßt zu haben, und daß er fangenen leſen dürfen.“ Jh griff das begierig auf dann aus Furcht vor Strafe geflohen ſei. Sein Geund erhielt das Alte Teſtament. Darin las id) nun wiſſen habe ihm- aber ſeit meiner Verurteilung keine und kam zur Erkenntnis des lebendigen Gottes. Eine Ruhe gelaſſen, und er wolle ſih vor ſeinem Tode durch neue Welt öffnete fid) mir, das Leben hatte einen ein offenes Bekenntnis von dieſer Laſt befreien. Von Zwe> und ein Ziel; aud) das Leiden erſchien mir ganzem Herzen bate er um meine Befreiung. Jh in einem neuen Lichte. Das ergriff mein Freund, wurde freigeſprohen und aod) an demſelben Tage und er nahm fic) meiner beſtens an. Als id) ihm aus dem Gefängnis entlaſſen. meine Furcht, die Vibel könne mir wieder genommen Frei war ich, aber ſtand nun allein in der Welt. werden, äußerte, ſagte er: „Das beſte Mittel, dies Da hörte ih, daß aud) der Edelmann gerichtlih freizu verhindern, iſt, daß Sie die hebräiſche Bibel allgeſprochen worden ſei und jest auf ſeinem Gute lebe. mählih abſchreiben, wie ich es mit dem QU TeſtaSch eilte nun zu ihm und wurde mit Freuden aufment gemacht habe.“ ! genommen, dann weiter in der driftliden Lehre Sq) machte mid) ans Werk, das mir täglich teurer unterrichtet und von einem profejtantijden Paſtor gewurde. Am Abend erzählte er mir dann vom Neuen Teſtament und ließ mid) auch einige Vli>e in ſein tauft. Darauf erhielt ih das Legat, welches mir der Gehilfe vermacht hatte, und damit, wie durd) die Leben tun. Er hatte als wahrer Edelmann die Schuld Unterſtüzung meines edlen Freundes konnte ih einen ſeiner geliebten, aber leihtſinnigen Frau auf ſih geKramladen eröffnen. Sc) lernte im Hauſe des Paſtors nommen, in der Hoffnung, ihre Seele könne dadurd) gerettet werden. Als ich ihn fragte, wie er die Kraft ein jüdiſhes Mädchen kennen, das zum Glauben fam und dann meine Lebensgefährtin wurde, die Freud’ dazu bekommen habe, wies er auf JEſum hin, das und Leid nun fünfzig Jahre Hindurd) mit mir ge- Lamm Gottes, das der ‘Welt Sünde trug, und daß er nod) am Kreuz für ſeine Feinde betete. So fam teilt hat. id) vom Alten zum Neuen Teſtament und fand,in die“ſem nun nod) mehr Licht für das Alte Teſtament. Zu unſerm Bilde ans der Taubſtummenmiſſion. Der alte Herr war mein Prieſter geworden und auch Schon öfters, lieber Leſer, hat dir die „Miſſionsder Prieſter ſo mancher Mitgefangenen. Für mid) taube“ Nachrichten gebradjt aus unſerer lieben Taubwar das Gefängnis zum Segen geworden. Die Beit raſh dahin. Am Ende meines dritten Jahſtummenmiſſion, und gewiß hat ſie damit dein Herz mit neuem Eifer auch für dieſes Werk erfüllt. Dieſes eb id) das legte Kapitel des Propheten Ma-
ab.
Die Worte Kap, A
seu) aber, die ihr
Mal ſoll fie dir im Bilde eine kleine Schar Taubſtummer vorführen, und zwar ein Häuflein aus dem Staate Minneſota.
Wie du ja weißt, wird
dort in
den Städten Minneapolis und St. Paul jeden Sonn-
tagmorgen und -Abend das Evangelium in der Fin N Beichenſprache verkündigt. “Jn Minneapolis werden
Die
Missions -~Taube.
die Gottesdienſte ſehr gut beſucht, wie dir auch dieſes Bild zeigt. Es wurde eines Sonntags nad) dem Gottesdienſt vor der Young Men’s Christian Association Hall, in welcher die Gottesdienſte abgehalten werden,
von
einem
Taubſtummen
abgenommen.
Durchſchnittlih beſuchen 30 bis 35 unſere Gottesdienſte in dieſer Stadt. Jn den leßten Fahren find ſhon mehrere konfirmiert worden; in dieſem Jahre vier. Am 21. Juli gelobte ein taubſtummes Paar dem Heilande die Treue. Der Mann konnte nur Deutſch leſen und die Frau nur Engliſch; dod) wurden beide vermittelſt der ſ<hönen Zeichenſprache, die
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Bittere Enttäuſchungen in der Miſſionsarbeit. orl. Carmichael, die im Dienſte einer engliſchen Miſſionsgeſellſchaft in Südindien allerlei Erfahrun-
gen gemacht hat, ſchreibt in ihrem Buche “Things As They
Are” unter anderm, wie folgt: „Kleinod“ hatte als kleines Mädchen
die
Mij-
ſionsſhule bejudt. Später, kamen, hielt fie fic) zu uns.
als wir in ihr Dorf Sie weigerte ſi, an
gößendieneriſ<hen
teilzunehmen.
Zeremonien
wurde ſie erſt leiht, dann hart gezüchtigt. niht.
Darum
ſandte
man
Dafür
Das half
ſie zu Verwandten
in ein
Miſſionar Salvner mit ſeiner Taubſtummengemeinde in Minneapolis.
entlegenes, heidniſhes Dorf. Auch dort blieb fie der feinen Unterſchied macht zwiſhen Deutſh und Enggewonnenen Erkenntnis treu. Nach einiger Zeit liſh, zu gleicher Zeit unterridtet und am genannten fehrte ſie „ungebeſſert“ zurü>. Man ließ ſie jeßt Sonntag konfirmiert. Er war 49 und ſie 34 Jahre cine Weile gewähren. Wir durften fie unterrihten alt. So Gott will, ſoll im Herbſt wieder mit dem und hatten viel Freude an ihr, denn ſie bekannte Unterricht begonnen werden. Der liebe Gott wolle ihren Glauben frank und fret. Shr ſehnli<ſtes Verret viele willig machen, fic) im Worte Gottes unterlangen war, getauft zu werden. Aber ihr Alter bilrichten zu laſſen! dete die Schwierigkeit. Nach dem Geſet darf in JnWenn wir dieſes Bild anſehen und bedenken, daß dien erſt derjenige, der das ſe<hzehnte Fahr zurüdauch allen dieſen Leuten, obwohl ſie niht hören fon„nen, das herrliche Evangelium nahegebradt werden “ gelegt hat, ſelbſt über ſeinen Glauben entſcheiden. Und es Halt ſhwer, das Alter eines Taufbewerbers fann, ſo müſſen wir gewiß dem lieben Gott danken genau nadjgutveijen. Das Horoſkop, das bei der Geund dann auch dieſe Miſſion fleißig und eifrig mit burt über ihn ausgeſtellt iſt, iſt zwar vorhanden, aber unjerm Gebet unterſtüßen. Ja, das tue, werter 1niht i in den Händen der Angehörigen, / die es natürli Miſſionsfreund, denn „des Gerechten Gebet vermag gefälſhein eher Gericht vor vielmehr Herausgeben, te biel, wenn es ernftlic) iſt“. JF. S.
Die
78
Missions-Taube.
tes Horoſkop beibringen. Der Miſſionar muß fic alſo ein ärztliches Atteſt über das Alter ſeines Shüßlings verſchaffen. Die Ärzte geben aber in der Regel vorjidjtigertweije das Alter ein Jahr zu niedrig an. Mit „Kleinod“ lag die Sache beſonders ſ{hlimm. Wir waren überzeugt, daß ſie über ſe<hzehn Jahre alt war, aber fie war außerordentli<h klein und {hmadjtig, jo daß auf ein ärztlihes Atteſt niht zu re<hnen war. Es war alſo ausſihtslos, daß wir fie in unſern Schuß nahmen, wir hätten fie auf die Dauer niht zu ſhüßen vermodjt und dadurd) ihre Sache nur verſhlimmert. Go fdjmerglid) es uns war, wir mußten es ihr mitteilen. Sie konnte es gar nidjt faſſen, daß wir fie niht taufen wollten. Tränen ſtürzten ihr aus den Augen. Wir waren ohnmadtig und mußten fie auf geduldiges Warten vertröſten. Dicht neben ihrem Hauſe wohnte eine chriſtliche Lehrerin, gu der fdjliipfte fie oft hinüber. Jhr zum Troſt hatte id) dort an die Wand den Spruch gehängt: „Fürchte did) niht! Yd) habe dich erlöſet, ic) habe did) bei deinem Namen gerufen, du biſt mein.“ Unabläſſig ſuchten ihre Angehörigen ſie zu überreden, ſie zu zwingen. Aber ſie bekannte ohne Wanken JEſum. Einmal zerrten ſie ſie bei den Haaren aus dem Hauſe und peitidjten fie mit einem Lederriemen aus. Eine Chriſtin ſah es und hörte, wie fie rief: „Jh fürhte mid) niht, id) fürhte mid) nicht. Jhr werdet mic) nur zu JEſu fdicen.” Dann drohten ſie ihr: „Wir werden did) bei Nacht an den See führen, did) in Stiicfe haden und ins Waſſer werfen.“ Auch das beugte ihre Feſtigkeit nit. Dann taten ſie das Ärgſte. Es war an einem Sonnabendabend. Da kam ſie zu der Lehrerin geTaufen und erzählte ihr, es ſei ein Bräutigam für ſie angekommen, der ihr erzählt habe, das Chriſtentum ſei eine erlogene Religion; eine gelehrte Dame, Frau Beſant, habe die Miſſionare als Betrüger entlarvt. Ein vernünftiger Menſch habe keine Entſchuldigung, wenn er Chriſt würde. Sie flog: „Er ijt ein Teufel. Bete für mid). Sie wollen mid) heimlid mit ihm verheiraten. O, id) muß zu Miſſie Ammal“ (fo hieß die Miſſionsſhweſter bei den Eingeborenen).
Den Sonntag über blieb fie eingeſ<hloſſen. Am Montag ſahen ſie die Chriſten wieder. Aber ſie war ganz verändert, ſhre>li< verändert. Wir auf der Mijfionsftation erfuhren erſt Mtittwod) davon und ſandten gleid) zwei Bibelfrauen, denen es gelang, fie i bis drei Minuten zu ſprehen. Jhr Ausſehen,
eldeten fie, ſei wie verſteinert.
Sie lache in einer
en, unheimlichen Weiſe. Yd) mußte fie ſelbſt “Am Sonnabend ſtahl id) mid) heimli<h ins
Dorf zu unſerer Lehrerin und wartete, ob der Zufall ſie mir in die Arme führen würde. Mehrere Stunden ſaßen wir, ohne daß es uns gelang, ſie zu ſehen. Wir hörten vom Hofe her ihre Stimme, eine gänzlih veränderte, harte Stimme. Die Lehrerin ſuchte ſie hereinzuloden, aber ſie wollte niht formmen. Schon dachte id) an den Aufbruch, da fam fie wie eine Traunwwandlerin herein. Bei meinem Anbli> ſtußte ſie. Sch umfing fie mit meinen Armen, obſchon ſie ſih zuerſt ſträubte und mid) fortſtoßen wollte. Dann wurde ſie ruhiger und ſchien gu fühlen, daß wir jie’ lieb Hatten. Sch hoffte ſhon, daß der teuflijde Bann gebrochen fei. Wir fnieten zuſammen nieder und jie ſhloß die Augen wie zum Gebet. Fnbrünſtig betete ih. Aber ſie erhob fic) wieder, bli>te uns an, lachte wieder dies ſchre>lihe, ſtarre, irre Lachen — das war alles. y Was hatte man mit ihr gemacht? Zwei Möglichteiten waren vorhanden. Die eine war: man hatte ihr ein Gift eingegeben, das den Verſtand verwirrt— ein in folden Fällen nur zu häufig angewandtes Mittel. Lieber irrſinnig -als Chriſt! Dies hielten die Chriſten des Dorfes für wahrſcheinli<h. Oder wurde ſie vielleicht zu jo ſhandvoller Sünde verführt, daß dadurch ihr erleudjteter Geiſt in ſ<hre>lihe Finſternis geſtürzt iſt? — Eben bin ih heimgekehrt, na<hdem id) vergeblid ein anderes Mädchen, nod) ein Kind, zu retten verſucht hatte. Es war ein liebes Kind mit großen, klaren Augen, das bald ſo klug und verſtändig, bald wieder fo fdjalfhaft bli>en konnte. Als ic) es das erſte Mal traf, brachte es mid) zu ſeiner Mutter. Deren Anbli> machte mid) betroffen. Jhr Geſicht war ſo inhaltlos — wie ein zertretener Garten. Sie hörte meinen Worten aufmerkſam zu, faſt gierig. Sie verſtand ſo gut — offenbar mußte fie von unſerer Botſchaft gehört haben. Doch ſprach ſie bei jenem erſten Mal nichts darüber. Sch erfuhr dann von anderer Seite, daß dieſe Frau früher eine Chriſtin geweſen war. Bei unſerm zweiten Beſuche erzählte ſie, meine Worte hätten längſt vergangene Dinge in ihr wieder lebendig gemacht, die ſie in ihrer Jugend gehört habe. „Aber nun iſt alles anders geworden, ganz anders.”
-
Sie berichtete ihre troſtloſe Geſchichte, ſie ließ uns in grauenhafte Tiefen des Elends und der Schande bliden. Sie ſ{hloß: „Zuleßt nahm ih Gift, aber eo war nidjt ſtark genug. Nur mein Geſicht hat es ent-
ſtellt“ —
und ſie fuhr mit der Hand
Sie jprad) in heiſerem Gliifterton. Kind!
Wir konnten es kaum faſſen, was ſie uns von
dem dieſem zugedachten Loſe ſagte.
DA een
SESE
darüber hin.
Und nun ihr Sie hatte es an
|
Die
Mixsionx-Waube,
einen Tempel in der Nachbarſchaft als Tempeldirne der Schande verkauft! O, wie wir ſie baten, ihr Leben aufzugeben, unſere Hilfe anzunehmen, uns das liebe kleine Mädchen zu überlaſſen! Sie ſchien bewegt, mütterlihe Regungen wurden in ihr wad). Tränen füllten ihre Augen und rollten über ihre Backen, als wir in ſie drangen, ihrem armen Kinde niht das Urteil zu ſprechen, es nicht in eine ſolche Holle zu ſtoßen. Zuleßt gab fie nach und verſprach, wenn wir nad) aht Tagen wiederkämen, würde fie uns ihr Kind übergeben, und was ſie ſelbſt beträfe, jo wolle ſie darüber nachdenken, ob ſie ihr Leben aufgeben wolle; ſie haſſe es ſelbſt. Die Woche verging. Täglich gedadjten wir in unſern Gebeten jener beiden. Dann beſuchten wir ſie wieder. Hoffnung und Furcht wogte in unſerm Herzen auf und nieder. Die Haustür ſtand offen. Wie die Leute grinſten, als wir hineingingen! Die Mutter war da. Und dort lag aud) das Kind am Boden, ſchlafend. Aber nein, es fdjlief niht, es war etwas anderes: die Mutter hatte ihr jenen bekannten Gifttrank eingegeben, der die Sinne benebelt. Entfegt ſtanden wir. Das Volk ſah von draußen herein und lachte höhniſ<h und ſchadenfroh. Die Augen ‘der Mutter waren kalt. Das Kind rührte ſich. „Willſt du mit der Miſſie Ammal gehen?“ ſchrie ihm die Mutter roh ins Ohr. Es öffnete teilnahmlos, geiſtesabweſend die Augen. „Sie hat fein Verlangen, mit eud) zu gehen, ihr ſeht es ja“, ſagte die Mutter. „Aber vor aht Tagen wollte ſie doh“, wandte ic) ein. Die Miene der Mutter nahm einen harten Ausdru> an und mit einem Fußtritt ſchob ſie das Kind zur Seite: „Aber jeßt will fie niht
mehr.“
:
Das Herz war uns fdjwer, als wir gingen.. Die Mutter folgte uns; halb tat es ihr offenbar leid — die mütterlichen Gefühle waren nod) nidt ganz in ihr ertötet —, halb verftoctte fie fic) ſelbſt in Troß. „JFhr werdet fie nie wieder ſehen“, ſagte fie und nannte die Stadt, ein berüchtigtes Sodom in der Gegend, wohin das Kind demnächſt gebracht werden würde. Als ob fie fic ihres gebrochenen Verſprechens fdamte, fügte | fie hinzu: „Jh hätte fie end) gelaſſen, aber — er
wollte niht, unter keinen Umſtänden.
Und fie ge-
“hört niht mir, ſondern ihm. Was konnte ih machen?“ Wir fragten niht, wer der „Er“ ſei. Wir wußten es. Wir kennen dieſe „Hinduheiligen“, “die unter dem ‘Dectmantel der Frömmigkeit in den Tempeln ein unausſprehli< laſterhaftes Leben füh-
ren
und
fic) vom
Volk
als
Erdengötter
verehren
Fünfzig Rupien oder ein wenig mehr wird laſſen. r Kaufpreis geweſen ſein, um den die Mutter ihr Rind verſhachert hat.
79
Mantherlei aus der Miſſion und für die A (Von
R. EK.)
Das nene Miſſionskirhlein in Conover, N. C,, das wir den Leſern im Bilde vorſtellen, wurde am Prof. Ad. Häntſchel hielt 25. Auguſt eingeweiht. Außerdem wurden Anſprachen gedie Feſtpredigt. halten von Prof. G. A. Romojer, Paſtor J. C. Coiner und unſerm farbigen Negermiſſionar Laſh, der dieſe Aus der Miſſionskaſſe wurden Station bedient. $100.00 zur Errichtung dieſer Kapelle bewilligt; das andere
haben
die Leute
unter
fic) aufgebradt.
Die
Es fehlt Geſamtkoſten belaufen fid) auf $238.00. nun nod) eine Orgel, und Miſſionar Laſh bittet, daß ein Miſſionsfreund
ein kleines Jnſtrument
Station ſchenken wolle.
für dieſe
Es braucht nicht neu zu ſein.
Die neue Miſſionskapelle in Conover, N. C., und die Seltgemeinde bei der Einweihung.
Die Bethlchemsſtation in New Orleans, die ſeit Miſſionar Koßmanns Wegzug von den andern Miſſionaren mitbedient wurde, hat nun aud) wieder ihren eigenen Miſſionar. Kandidat G. Kramer aus dem Seminar zu St. Louis hat den Beruf in die Negermiſſion angenommen und wurde am 12. Sonntag nad) Trinitatis in ſeiner Miſſion8gemeinde auf der Bethlehemsſtation gu New Orleans von Paſtor Von der Au oLdiniert und eingeführt. Die Kirche war zu der Feier fon geſ<müd>t, und man mußte ſogar in die Gänge Stühle ſtellen für die vielen Zuhörer. — Am erſten Sonntag im September war wieder ein großes Freudenfeſt für Bethlehem. An dem Tage wurde der Lehramt8andidat JF. Bruns als Lehrer dieſer Station feierlid) in ſein Amt eingeführt. Gott feke dieſe beiden jungen Arbeiter in unſerer Negermiſſion zu reihem Segen!
MiſſionarJ. C. Sdjmidt ſhreibt: „Am Sonntag, den 25. Auguſt, hatten wir auf der Station bei Elon
Die
80
Missions -Txuube.
College Konfirmation. Drei Mädchen aus der dortigen Gemeinde legten ein ſ<hönes Bekenntnis ihres Glaubens ab. Zwei von ihnen waren Töchter des früheren Negerpredigers Sam Holt, der es mit veranlaßt hat, daß wir mit unſerer Negermiſſion nad North Carolina gekommen ſind. An demſelben Abend ſollte aud) in Greensboro Konfirmation von drei Kindern und zwei verheirateten Frauen ſtattfinden, dod) der Zug von Elon College hatte ſih ſo verſpätet, daß id) erſt nad) Mitternacht ankam, und ſo konnten wir die Feier erſt am folgenden Mittwochabend vornehmen. Am 1. September gedenke ic) in Greensboro und in Elon College meine Abſchiedspredigt zu halten.“ Über die Negerfrage, die hauptſählih im Süden vieljad) die Gemüter bewegt, hat kürzlih der Oberrihter Brewer folgende Worte geſchrieben: „Jh glaube, daß dem Neger nichts ſo viel helfen wird als die Wirkung des Kreuzes Chriſti, und nichts wird ihn ſo dazu bringen, daß er ein guter und 1niüßliher Vürger wird, als das Evangelium des Friedensfürſten.“ Das iſt richtig geſagt. Dasſelbe Evangelium, welches in den erſten Jahrhunderten die Kraft hatte, aus den in Aberglauben und Laſterleben verjuntenen Heiden Chriſten und gläubige Kinder Gottes zu machen, hat auc) heute noch die Kraft, die ſo tief geſunkenen Neger aus ihrem Sündenſhlamm herau8zureißen und zu gläubigen Chriſten und nüßlihen Biirgern zu machen. Laßt uns zunehmen im Werke unjerer Megermijfion! “Die Brüdergemeinde bezeichnet als ihr hoffnungsvollſtes Miſſion8gebiet gegenwärtig Deutſch-Oſtafrika. Erſt 1897, vor zehn Jahren, wurden die erſten Taufen vollzogen; jeßt iſt bereits eine Gemeinde von. 560 Chriſten geſammelt. Eine nod) größere Schar (781) ſteht im Taufunterriht. Ebenfalls 1897 machte man den Anfang mit dem Schulunterricht; jeßt werden in 35 Schulen über 4000 Schüler unterrichtet. Beſonders ermutigend iſt, daß von den 560 Chriſten 50 als Helfer Dienſte tun: jeder elfte Chriſt ein Helfer! Das iſt nihts Geringes. Auch in dem ſeit 1898 in Angriff genommenen Unjamweſi-Gebiet
geht es. ſpürbar vorwärts. . .
Jm JahreÎ 1905 wurden . .
hier die erſten Chriſten getauft; e8 find ihrer jest 15.
7
;
>
3
-
bo:
< dieſes. Jahr
Fürchtet Gott und gebet ihm die Ehre! Liturgie fiir einen Kindergottesdienſt am Neformationsfeſt von R.F. Nimmer. Preis: Einzeln 5 Cts., das Dutzend 50 Cts., das Hundert $3.50. Beide Liturgien können gegebenenfalls gute Dienſte leiſten. R.
Milde Durch H. W. C. ton, Jll., Vernecker,
Gaben
für
Negermiſſion:
die Kaſſierer: A. Gundlach, Elyſian, Minn., $96.03; Waltke, St. Louis, Mo., 93.02; H. Beinke, Staun30.60; C. Spilman, Baltimore, Md., 54.40; O. E. Seward, Nebr., 165.72; J. S. Simon, Springfield,
Ill., 277.14;
C. À. Kampe,
Fort Wayne, JInd., 308.06;
Iáhr neue
Geo.
Von
den Negergemeinden:
Grace
in Concord,
N. C.,
10.00
und
6.50; Mount Zion in New Orleans, La., 35.00; St. Paul in New Orleans, La., 35.00; St. Paul in Manſura, La., 12.50; Mount Calvary in Sandy Nidge, N. C., 25.00; St. Peter bei Dry's Schoolhouſe, N. C., 10.00; Mount Calvary in Mount Pleaſant, N. C., 5.00; Gold Hill, N. C., 25.00. Durch Margareta Bähler von Frl. Sieving, St. Louis, Mo., ſpeziell für die Miſſion in St. Louis, Mo., 5.00. Durch Kaſſierer W. J. Hinze, Beecher, Jll., ſpeziell für die Miſſion in Springfield, Ill, 5.00. Summa $1874.42. Für die Kapelle in Napoleonville: Durch Kaſſierer C. A. Kampe, Fort Wayne, Jud., 10.00. Durch Prof.
JI. T. Müller:
Von
P. Clöters
Gemeinde
bei Adair,
Jowa,
27.00; von P. Berners Gemeinde in Arcadia, Jowa, 5.85; von P. Müllers Gemeinde bei Lidderdale, Jowa, 15.00; von einigen Gliedern in P. A. Müllers Gem. 70.50. Summa $128.35. Für die Schule in Charlotte: Durch Kaſſierer W. J. Hinze, Beecher, Jll., 5.00. Für das Jmmanuel-College: Durch die Kaſſierer: Aug. Gundlach, Elyſian, Minn., 8.75; O. E. Verneer, Seward, Nebr., 7.65; C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 21.00;
W. J. Hinze, Beecher, Jll., 19.14. Für
die
Orgel
im
Summa
$56.54.
Jmmanuel-College:
Kaſſierer C. A. Kampe, Fort Wayne, Ind., 2.50. Für
Negercollege:
Durch
die Kaſſierer:
Durch
C.
Spil-
Durch
Kaſ-
|
man, Baltimore, Md.,, 1.00; W. J. Hinze, Beecher, Ill., 52.50. Summa $53.50. Für eine Orgel im Negercollege: ſierer H. Beinke, Staunton, Jll., 2.00.
Für
eine
Orgel
im
Luther-College:
Kaſſierer W. J. Hinze, Beecher, Jll., 2.50.
+ St. Louis, Mo., 16. September 1907. A. C. Burgdorf, Dankend
quittieren
Pro È Wahlers:
die Miſſionare
Krieger 2 onROS E GEU :
waukece, Wis., $1.00.
»
Durch
; Kaſſierer.
folgende
|
Gaben:
Für die Bibliothek von Lehrer L. C.
cet bern cn, . aue rge n 5
F. Damköhler 5.00. A Richter jun. 25.00.
Taube‘
erſchi
;
;
|
n vielen Chriſtenhäuſern neue Aufz
,
SB 50 100
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Iren
“pices
6.00 17,00
.
:
9.00
3
In St. Louis durch Träger oder Poſt bezogen 35 Cents pro Exemplar. . Brieſe, welche Gellennngens Abbeſtellungen, Gelder 2c. enthalten, ſende man — unter der Adreſſe: Concordia. Publishing House, St. Louis, Mo. et Alle die Nedattion betreffenden Einſendungen ſindzu adreſſieren an Rey. Rich. Kretzschmar, 2114 Victor St., St. Lonis, Mo.; alle Geldbeträge für die Neger-
miſſion an den Kaſſierer, Dir. A. C. Burgdorf, 1033 8. 8th St.,
St. Louis, Mo,
|
|
|
Jahr in forausbezablung mit Porto iſt folgender Ver Preis fir e 10 Exemplare unter eiuer Adreſſe.
1
K.
Veiersdorfer, Cornelius, Oreg., 10.75; YW. J. Hinze, Beecher, Jll., 438.54; Aug. Noſs, Milwaukee, Wis., 171,94. Durch Lehrer J. F. A. Voigt, Siour City, Jowa, aus dem „Neger“, in welchen die Schulkinder ihre Gaben beim Miſſionsfeſt gelegt haben, 5.80. Bon N. N., Evansville, Jnd., .30. Teil der Mijfionsfejtfollette in Sabin, Minn., dur<h P. Raaſe 8.44. Von Frau P. Geiger und Frau H. P., New York, N. Y., 2.00. Von Frau D. Remetſch, Fremont, Nebr., 1.00. Durch Prof. J. T. Müller von P. Erbes Gemeinde in Boone, Joa, 36.68.
—
hr 1908. ag bon
Hat fic)
GLoRY or TUE REFORMATION. A Program for the Reformation Festival and Children’s Day. Ameri- can Lutheran Publication Board. Pittsburg, Pa. 1907. Preis: Einzeln 5 Cts., das Hundert $3.50.
Die „Miſſions
Neue Drud>ſachen. 3
Tue
—
Entered at the Post OMce at St, Louis, Mo., as second-class matter. —
4 alin bettie
der Evangeliſth- Lutheriſhen -Synodalkonferenz von Nordamerika. November
29. FE
1907.
‘Nummer 11.
Wer treu mir dient, dem ſpringt die Pforte anf; Wer's nicht tut, muß es in der Hölle büßen. Selbſtändig darf kein Menſh nad) Wahrheit ſtreben, Denn der Propheten und Apoſtel Schrift Bit, ohne meine Gloſſen, Seelengift; An meinem Wort hängt aller Tod und Leben. — So ſtand der Greuel denn an Heil’gen Orten. Nachdem des Wortes Leuchte löſchte aus, War eine Mördergrube Gottes Haus — Auf Erden war es Mitternacht geworden.
Doch da zerriß Gott ſelbſt die ſchwarzen Schatten. Den Göhßen ſtürzte er dur<h ſeinen Mund; Jm Licht des Wortes tward’s den Menſchen kund, Wem ſie gedient, wen angebetet hatten. Sein Engel, Luther, rief's mit großem Schalle:
Der ift das Tier,
hatte
neue
Liſt
der
Gott
die
Ehre
Vor
welchem flichet, teure Chriſten, alle!
fam,
nahm,
-
erfunden.
Gh’ in der Chriſtenheit man’s nur gedacht, Da ſenkte fid) auf ſie herab die Nacht.
Flicht den, der euh an falſche Mittler kettet! Nicht Papſt, nicht Geil’ge, Ablaß, Wallfahrt, Stift Und kein Verdienſt hilft von der Sünde Gift.
Das helle Licht des Wortes war geſchwunden, Der Heiland ſprach: „Laßt euh niht Meiſter nennen!“ Und dennoch hat's der Papſt dahin gebracht,
Wir
Sünder
Das
ift des treuen Gottes
Die
uns
Durch Daß Und
Ränke,
Sold,
Betrug
und Wajfenmacdt,
*
Und dekretierte: Wer will -ſelig fein, Kanns nur durd mid) und meine Prieſter
E
Hell
Jch habe Macht, den Himmel zuzuſchließen, Ein
jeder
fr
richte
danad) ſeinen
Lauf.“
ſein
Sohn
nur
durch
eins
gerettet,
freie Gnade,
erworben
durch
ſein Blut.
Wer nun im Glauben annimmt dieſes Gut, Der iſt geredjt. So wird geheilt der Schade.
die Konzilien ihn als Herrn bekennen. tauſend Jahr! war Meiſter er auf Erden;
Seht! fre< in Gottes Tempel fich hinein
werden
2)
ſtrahlt des
Wortes
Licht jeßt auf der
i
Teufel
Antichriſt,
Und gebt nun eurem Gott die Ehre wieder, Der euch erſchaffen, der euch teu’e erkauft, Auf deſſen heil'’gen Namen ihr getauft, Und der allein das Haupt iſt ſeiner Glieder.
Nachklang zum -Reformatiousfeſt. Der
das aus dem Abgrund
Der
Erde.
4 Ihr Lutheraner, hütet dieſes Licht! Gleichgültig und weltförmig werdet nicht, Daß es bei uns nicht wieder finſter werde! H. Meyer.
=
82
Die
Missions-Taube.
Paſtor J. F. G. Harders geht als Miſſionsleiter in die Judiauerniſſion der Wisconfinfynode nah Arizona. Schon vor einigen Fahren hat Paſtor Harders eine Zeitlang unter den Apachen in Arizona geweilt. Er hatte damals Erholung nötig und benußte den von ſeiner Gemeinde bewilligten Urlaub zu fleißiger Arbeit unter den armen Heiden in jenem ihm ſehr zuträglihen Klima und kehrte dann recht geſtärkt zu
Seinen gewiß niht leiht geworden, aus einer wohlgeordneten Gemeinde und dem ſ{önen Milwaukee zu den Jndianern in die ferne Wildnis zu geben. Doch des HErrn Wille ſollte geſchehen. Am 1. September wurde Paſtor Harders in der Feruſalemskirhe in Milwaukee feierli<h zum Dienſt unter den heidniſchen Jndianern abgeordnet. Paſtor J. Jenny, ein Glied der Miſſionskommiſſion, hielt die Predigt über Apoſt. 22, 21: „Und er ſprach zu mir: Gehe hin, ich will did) unter die Heiden ſenden.“ Über die weite Reiſe nah ſeinem neuen Arbeitsfeld ſhreibt Paſtor Harders im „Ev.-Luth. Gemeindeblatt“, wie folgt: „Der Abſchied iſt vorüber.
Sekt heißt es, laſſen,
was dahinten iſt, und ſih ſtre>en nach dem, was vor uns
iſt:
„Es milie von
ten Plage machen.
na<
Arizona!
ijt niht ſo ein einfa<h Ding, aht Perſonen
überzuſiedeln Am
Montag,
mit einer Fa-
nach
einem
ſo weit entfern-
und
eine ſo weite Reiſe zu
den 2. September,
fuhren
wir
ab, am Samstag kamen wir an unſerm Ziele an. „Der Tag der Abreiſe war nicht gut gewählt. Fs war Arbeitertag und die Züge überfüllt. So der Bahnhof in Chicago, wo ich die drei Stunden lange Wartezeit dazu benußte, um die Glieder meiner Familie zwei bei zwei ins Reſtaurant zu bringen, damit fie nod) cinmal ein ordentli<h Eſſen bekämen. Die Buriicbleibenden
Paſtor J. F. G. Harders, der neue Leiter ber Yndianermiffion in Arizona.
ſeiner lieben Gemeinde nad Milwaukee zurü>. Doch fonnte er ſeine Sndianer niht vergeſſen. Und dieſe behielten ihn aud) in dankbarer Erinnerung. . Vor einiger Zeit kamen zwei dieſer Sndianer nad Milwaukee, ſuchten Paſtor Harders auf, hatten mit ihm eine Unterredung und ſprachen den Wunſch aus, daß er dod) wieder zu ihnen nad) Arizona kommen
modjte, um ihnen Gottes Wort zu predigen.
Und
ſiche, jet hat Gott es wirkli< ſo gefügt. Paſtor Harders iſt zum Miſſionar und Miſſionsleiter auf ‘das Feld der Wisconfinfynode unter den Apachen in
‘Arizona berufen. worden. ~~
|
‘gern ziehen
ſehen.
Seine Gemeinde hat ihn Es
iſt aud) ihm und
den
waren
dann
Gepäctkwächter.
Um
9 Uhr abends beſtiegen wir den nach St. Louis fahrenden Zug, der ſo didjt beſeßt war, daß meine Frau und Kinder zuerſt auf Gepäckfſtücken im Gange des Wagens ſißen mußten. y „Jn St. Louis war Herr Prof. Fürbringer am Bahnhof und verweilte bei uns, bis er-uns gliiclid in den Zug gebracht hatte, der uns direkt nad) Bowie, Ariz., bringen ſollte, uns in ſeiner herzlichen, friſhen Art ermunternd und Mut machend. „Um 10 Uhr vormittags fuhren wir ab, dem Süden und Weſten zu. Viel zu ſehen gab es niht, dazu war es dritcend heiß; doc) die Kinder intereſſierten fic) für die Negerwohnungen in Arkanſas, für die Baumwollenfelder und Zucerrohrpflanzungen und andere Dinge mehr, au< wurden ſie mehr und mehr bekannt mit den Mitreiſenden. Die Nacht war beſſer als die vorhergehende; alle ſhliefen giemTid) gut. „Nicht fo die nadfte Nacht. Da der Bug fic) verfpatet hatte, mußten wir adjtzehn Stunden, von 6 Uhr abends bis 12 Uhr mittags, in Fort Worth ,itberliegen“ Wir übernachteten in unſerm Eiſenbahnwagen in den Höfen des dortigen großen Unionu-
Bahnhofs. Die Kinder ſchliefen, meine Frau und ih machten nod) einen Spaziergang. Als wir guviicl-
Die
Missions -Tauke.
83
famen, ſtand ein Mann auf Wagens. Als wir fragten, er reinige die Wagen. Nach wieder hinaus und ſah ihn andern Wagens figend. Beh
der Plattform unſers was er wolle, ſagte er, einer Stunde ging id auf der Treppe eines ſprach ihn an, warum
mer iſt Vorſteher der kleinen deutſchen lutheriſchen Gemeinde in El Paſo. Sie hat 10 Glieder. Den Paſtor konnte ich leider niht ſprehen. Herr Krämer nahm uns ſehr brüderli<h auf und ließ uns für alles,
er nicht arbeite.
er fange erſt ſpäter an.
zahlen, ja gab uns nod) mit für die Weiterreiſe. Man findet halt ſchier überall gute Menſchen.
Er meinte,
Vertrauenerwe>end ſah er niht aus, dazu drehte er beſtändig ein offenes Taſcheumeſſer in ſeinen Händen. An
Schlaf war
nicht zu denken.
Wir
dachten
immer
an einen etwaigen Beſuch des unheimlihen Menſchen. Zu uns kam er nicht, aber in einem Pullman-Schlafwagen wurde eingebrohen und verſchiedenes geſtohlen. „Wir hatten am nächſten Tage etlichen Eiſenbahnund Polizeibeamten Auskunft über den Menſchen zu geben,
was
niht
gerade
angenehm
war,
beſonders
weil wir dabei in der Vereitung unſerer Mittagsmahlzeit geſtört wurden. Die Kinder hatten Holz geſucht, und wir hatten zwiſchen den Schienen ein Feuer gemacht und kochten uns Kaffee. „Bald nach Mittag reiſten wir mit der TexasPacific
weiter
nad)
El
Paſo.
Die
26
Stunden
ge-
hörten zu den angenehmſten der ganzen Reiſe. Das bunte mexikaniſhe Leben an den Halteſtellen feſſelte unſere Augen. Meine Frau machte Bekanntſchaft mit einigen Damen, ebenſo meine Töchter, und id) begab mich mit meinen Jungen in die Geſellſchaft von zwölf jungen Männern, Rekruten für unſere Marine, die auf Onkel Sams Koſten nad) Gan Francisco reiſten, um dort eingereiht zu werden — eine fröhlide, aber doc) niht rohe Geſellſchaft. Einer unter ihnen jdiittete mir, als wir von abends 11 bis morgens 1 Uhr zuſammen auf den Stufen der Plattform ſaßen, ſein Herz aus. Er hatte ein gutes Heim gehabt, aber Vater und Mutter waren ſchnell hinterNun hatte er kein Heim mehr einander geſtorben. und meinte, Soldat werden ſei das beſte für einen Er hatte ein wenig Medizin Heimatlojen Menſchen. ſtudiert und ſollte in das Hoſpital eines Kriegs[chiffes, das Anfang Oktober nah China geht. Sd redete mit dem heimatloſen Jungen von der ewigen Heimat, die für uns alle durd) Chriſtum offen ſtehe, von der ih den Sndianern ſagen wolle, die wir als unſer Ziel anſehen, dahin zu gelangen unſer Lebenszwe> ſein müſſe, dann fühlten wir uns hienieden Er nahm es dankbar an. Als nimmer heimatlos. wir ſpäter voneinander ſchieden, ſagte er: “I know Sd) antwortete: ‘So did I? I found a friend!’ von fic) hören laſſen. er will aus Von China „Jn El Paſo kamen wir -Freitagnachmittag um 9 Uhr an und hatten vier Stunden Aufenthalt. Jm Hotel Krämer, nahe beim Bahnhof, bekamen wir zum erſtenmal wieder ein ordentliches Eſſen. Herr Krä-
was wir aßen,
tranken und brauchten,
„Abends um 6 Uhr
faſt nichts be-
fuhren wir mit der Southern
Pacific-Bahn weiter und langten nahts um 114 Uhr in Bowie an, wo wir ausſteigen und bis zum nähſten Mittag warten mußten. Es war eine wunderjdone, warme Nacht mit lendjtendem Sternenhimmel.
Warum ins Hotel? Ye) bereitete mit Hilfe der mitgebrachten Decken für die Meinigen ein Lager auf freiem Felde, und wir legten uns alle in einer Reihe nieder. Die größeren Kinder fragten, ob es hier Schlangen gäbe, die kleinen, ob aud) Tiere von den Bergen kämen; aber nachdem wir miteinander gebetet hatten, ſchliefen ſie bald alle ein. Obgleich id zwei Nächte bereits niht geſchlafen hatte, kam dod) fein Schlaf in meine Augen. Alle die Meinigen, aus dem Komfort der Großſtadt kommend, hier im Freien in der Einöde! „Es war Samstagvormittag. Am Nachmittag ging's weiter nad) Globe. So meinten wir. Aber kurz vor San Carlos, abends 148 Uhr, rief der Zugführer unſern Namen. Er hatte eine Depeſche, wir ſollten niht gleic) nad) Globe, ſondern in Nice ausſteigen. Freunde erwarteten uns dort, nämlich die Brüder Günther und Schönberg (die ſchon ſeit Jahren als Miſſionare unter den Apachen tätig ſind). Jch aber mußte nad) Globe, da ſuchte mic) mein Miſſionsgehilfe Re>nagel, der uns vorausgeeilt war; jo entſhloß id) mid) ſchnell, übergab in Nice Weib und Kinder den Briidern und fuhr nad Globe, von wo aus id) am nächſten Morgen, am Sonntag, mit Re>nagel nad) San Carlos zurüd>kehrte. „Drei Tage ſpäter ſiedelten wir nad) Globe über. Da ſind wir nun und empfehlen uns und unſere lieben Judianer ſamt unſerer Arbeit unter ihnen der Fürbitte aller lieben Chriſten.“ R. K.
Eröffnung im Jmmaunel-College. - Am 11. September begann ein neues Schuljahr im Smmanuel-College zu Greensboro, N. C. An den beiden vorhergehenden Tagen fand die Prüfung von neu aufgenommenen Schülern ſtatt. Eröffnet wurde das Schuljahr mit einem Gottesdienjt in der geräu- . Nach dem Ginger des Liedes „Ah, migen Aula. bleib mit deiner Gnade“ hielt Direktor Bakke eine — “ Anſprache, welcher er die Worte Luk. 10, 42: „Eins ©
TECES
84
Die
Missions -Tauke.
iſt not” zugrunde legte, und verlas die Hau8ordnung. Unter weld) ganz andern Gefühlen als im leßten Jahre wurde der Unterridjt wieder aufgenommen! Sit es doch das erſte Mal, daß das Smmanuel-College in einem Heim fic) befindet, das es fein eigen nennen kann. Lehrer und Schüler brauchen niht mehr über enge Räumlichkeiten, ſ<hle<tes Licht, jdledjte Ventilation und dergleihen mehr zu klagen, fo daß alles einen viel geordneteren Anfang nehmen konnte als in früheren Fahren. Den vier Profeſſoren ſteht in dieſem Jahre Student Walter Baumhöfener aus Young America, Minn., beim Unterricht zur Seite, welder der Miſ-
dem College in Verbindung ſtehende Gemeindeſchule genommen. Mit etwa 25 Kindern wurde am 9. September angefangen, und jest find es 117 Kinder, fo daß die Seminariſten ihr Klaſſenzimmer aufgeben und für ein zweites Schulzimmer einräumen mußten. Trogdem ſind beide Schulzimmer gedrängt voll. Jn der Oberklaſſe unterrichtet der in unſerm College ausgebildete Lehrer Frank Alſton und in der Unterklaſſe Student Willie Hill. Seit der Eröffnung ijt aud) unſer Waſſerwerk im Gang. Mittels eines eleftrijdjen Motors wird das Waſſer aus dem Brunnen hinauf in einen Behälter gepumpt und von dort aus ins Gebäude und in die Wohnung des Direktors geleitet. Unſere kleine Bibliothek, für die im College ein ſ<hönes Zimmer eingeridjtet worden iſt, beſteht ſo weit nur aus 175 Banden. Wer ſchenkt mehr Bücher ? M. L. —_
Oe
—
Nachrichten aus New Orleans.
Prof. J. Müller, am Luther-College in New Orleans,
x . €
fion das Opfer bringt und ſeine theologijden Studien zur Aushilfe an unſerm College ein Jahr lang ausſeßt. Wie in andern Jahren, fo macht fid) auc) diesmal wieder der große Übelſtand bemerkbar, daß die SchüTer verſpätet eintreten. Nur ein Teil .der Schüler war bei ‘der Eröffnung zugegen; anfangs Oktober belief fic) die Zahl auf fünfzig, und jeßt nod) werden
täglich alte und neue Schüler erwartet.
So ſehr wir
auch dagegen kämpfen, fo läßt fid) dem Übelſtand kaum abhelfen; die Eltern, die meiſt arm ſind, wollen ‘ihre Kinder mögli<ſt lange in der Erntezeit gerauhen, und wir ſind oft froh, wenn wir ſie über-
haupt bekommen:
Auch andere RE
im ect
Mit gemiſchten Gefühlen fdjritten unſere Miſſionare Anfang September an ihre Arbeit. Sie konnten und können Gott für ſo manches dankbar ſein. Die lange verwaiſte Bethlehemsgemeinde hat nun wieder ihren eigenen Paſtor, und mit dieſem iſt neues Leben und neue Freudigkeit in die Gemeinde eingekehrt. Der Kirchenbeſu<h hat ſtark zugenommen, und daß es den lieben Chriſten ein re<hter Ernſt iſt, haben fie damit bewieſen, daß ſie nun ſhon $67.00 für Reparaturen an Kirhe und Schule geſammelthaben. Auch iſt der Schulbeſu<h ein recht guter. 60 Kinder ſtehen auf der Liſte. Herr Lehrer Bruns hat jid) in kurzer Zeit die Liebe und Achtung der Kinder erworben, und dieſe beſuchen mit großer Freude ſeinen Unterricht, wie aud) er mit herzlicher Liebe fid) ihrer angenommen hat. Jn Mount Zion haben ſich bereits 120 Schüler angemeldet, während fic) die Schülerzahl in der St. PRaulsfdjule auf 175 beläuft. Go ijt troy der nod) immer anhaltenden Sige der Schulbeſuch ein ſehr guter. Sm Quther-College nehmen jegt 46 Schüler und Studenten am Unterricht “teil; und daß fic) eine verhältnismäßig große Schar
zur Aufnahme gemeldet hat, iſt uns ſehr erfreulich. Soll unſere Miſſion wirklid) Fortſchritt machen, fo müſſen
wir
vor
Miſſionare haben.
allen
Dingen
farbige
Lehrer
und
Nun hat uns Gott dieſes Jahr
wieder drei neue Schüler vom Lande zugeſchi>t, die ihm ſpäter als Paſtoren dienen ſollen. - Zwei ſind die
Brüder zweier unſerer theologiſchen Studenten, die bon ihren Eltern ganglic) unterſtüßt werden. Die Söhne herzugeben, waren die Eltern nun gern bereit, das Geld zu ihrem Unterhalt aber können ſie niht
Die
Missionx-TWaube.
aufbringen. Sollen wir nun die drei Schüler wieder nad) Haus jdicen und den Eltern ſagen laſſen: Wenn ihr kein Geld habt, ſo mögt ihr eure Söhne daheim
laſſen!?
Gewiß
nicht!
So
nahmen
wir
Monate
einmal
Und doch iſ Miſſionsfeld.
85 dort Gottesdienjt gehalten
werden.
Napoleonville ein vielverſprehendes So erklärte mir noch bei meinem leß-
dieſe
Schüler denn mit Dank gegen Gott auf, und wir ſind gewiß, daß der SErr das Herz unſerer lieben Miſſionsfreunde ſo lenfen wird, daß genügend Geld zu ihrem Unterhalt einkommen wird. Noch
eine freudige Nachricht dürfen wir hier mit-
teilen, ndmlid) die, daß unſer lieber Prof. Wenger ſeiner völligen Geneſung raſh entgegengeht. . Ja, wir dürfen hoffen, daß er bald ſeine Arbeit wieder aufnehmen wird. Sollte uns dies alles nidt bewegen, Gott für ſeinen gnädigen Beiſtand zu loben und ihm zu danken? Aber es gibt aud) fo manches, was uns Miſſionare beim Beginn unſerer Arbeit traurig ſtimmen möchte. Sch will nur eins erwähnen, und das iſt der große
Mangel
an
Arbeitern.
Dieſer
Umſtand
be-
ſonders wirkt ſehr nachteilig auf unſere Miſſion ein. “Die Mount Zion-Gemeinde ift nod) immer vakant, und infolgedeſſen geht es in dieſer Station ſihtli< bergab. Der Kirchenbeſuh<h läßt viel zu wünſchen übrig, und das ganze firdlidje JFntereſſe ſcheint abzunehmen. Ebenſo ſteht es in Napoleonville. Lehrer Gehner hat einen Beruf nach Fllinois angenommen,
Lehrer J. Bruns, der neue Lehrer der Bethlehemsſtation in New Orleans,
ten dortigen Beſuch ein Neger: “We all love your church and school. We need your religion for us and our children. And I am sure that if you start to build the school, you shall get much help.” Möge der HErr ſein Zion bauen! Möge er Arbeiter und die Mittel zur Ausbreitung ſeines Reiches beſheren! Sa, $HErr, dein Reid Fromme ui
Zu dem Artikel „Erfreuliches und Betrübendes | aus der Megermijjion’. Als der miſſouriſhe Heidenmiſſionar G. A. Naumann in Sndien die erfreulihen und betrübenden Mitteilungen aus der Negermijfion- geleſen hatte, ſchrieb er uns folgendes: Soeben las id) in der „Miſſionstaube“: „Erfreulihes und Betrübendes aus der Negermiſſion.“ Erfreulich iſt allerdings, daß Gott unſern Brüdern, die unter den Negern Amerikas arbeiten, eine Tür nach der andern auftut und man da mit Augen ſehen Paſtor G. Kramer, fann, wie das Wort nicht leer zurü>kommt. Das iſt der neue Miſſionar der Bethlehemsſtation in New Orleans. fürwahr Grund zur. Freude für alle Glieder der Synodalkonferenz, zu der wir ja aud) mitgehören. nd der neuberufene Lehrer ijt nod) nicht hier. Man wird Was iſt denn nun aber das Betrübende in der Neger"iſt daher dort bitter enttäuſcht. Dieſe Station “von New Orleans aus bedient, aber es kann mur alle, miſſion? Es heißt da: „Nur eins trübt uns
EL ia DaF
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Die
Missions-Taube.
nod) immer die Freude.“ Was iſt denn das? Nun, meine ih, wenn der Mann es ehrlih meint, kommt er mit einem Wort geſagt: das Geld fehlt, um gewieder. Und er kommt auh; Arbeit hat er aber nügende Arbeiter anzuſtellen, Schulen zu errichten, niht gefunden. „Gut“, ſage ih, „mein Lieber, wir fönnen dir Arbeit geben. Der „kleine Herr‘ (Bruder Kirchen zu bauen, damit man den Segen einheimſen kann. Das ijt ja wohl etwas Betrübendes, aber nicht Nau) baut gerade einen Pferdeſtall, da kannſt du in der Negermiſſion, ſondern in unſerer Synodalbeim Aufſchütten helfen. Zum Lernen wird ſih konferenz, wo jo viele Hände find, die fic) nad) dem dann auch Zeit finden.“ Mein Mann kam aber nicht Segen ausſtre>en könnten und ſollten. Dazu ſoll ſie zur Arbeit mit ſeiner Schaufel, wohl aber am Abend mit großem Hunger. „Warum biſt du denn heute willig machen die Gnade Gottes, die fic) ihrer ermorgen niht- zur Arbeit gekommen?“ frage id) ihn. barmt hat, und die Gnade Gottes, die ihnen ſo viele Ja, die Arbeit hätte er nod nie getan. „Was für Türen auftut. Das Betrübendſte in der amerikaniArbeit haſt du denn getan?“ „Aufſeher bin id) geſchen Negermiſſion wie in der ojtindijden Heidenweſen und — Schullehrer.“ Ach, nun ging mir ein - miſſion iſt dieſes, wenn ſo viele die herrlihen GnaLicht auf. Der Mann wollte Schullehrer bei uns denſhäße des Evangeliums niht annehmen und nicht werden, darum hieß es bei ihm: „Graben mag id recht gebrauchen wollen. Das ijt es gerade, was uns niht.“ Jhn als Lehrer anzuſtellen, daran war ja die Arbeit in Jndien fo ſhwer macht: niht daß niht zu denken, da wir genug Lehrer haben und von uns die Mittel fehlten, ſondern daß ſo wenige fic) Der helfen laſſen. Die Herzen der Leute ſind dem Evan- der Sorte jedenfalls keinen brauchen können. Mann ging davon; uns irdiſche Brot war es ihm gelium verſchloſſen wie mit eiſernen Riegeln. Da ijt zu tun, das Brot des Lebens achtete er niht. Das keine Erkenntnis des großen Elends, in dem die Leute iſt etwas Betrübendes. ſte>en, nicht das geringſte Heilsverlangen. Sit das nicht tief betrübend? Da möchte dann Satanas den BVetrübend iſt auch, daß unſere Chriſten, wie oben Arbeitern einflüſtern: ES ijt doc) nichts mit der erwähnt, fid) jo oft von dem Mammonsdienſt nicht re<ht losmachen können, wie aud von andern SünKraft des Wortes. Wozu willſt du did) fo anden, zum Beiſpiel vom gewiſſenloſen Shuldenmachen. ſtrengen? Die Leute glauben ja doch niht! Und wenn man dann nod ſieht, wie dieſer oder jener, der Das ſiebente Gebot ſteht ſozuſagen nicht im indiſchen ſcheinbar dem Wort gefolgt ijt, ſih hat taufen laſſen Katechismus. Was mein und dein ijt, können die und ein Glied der Gemeinde geworden ijt, dod) noc) Leute noh nicht recht unterſcheiden. Wie die Leute ſo tief im Gögendienſt ſte>t und dem Mammon nachvon dem Miſſionar als „unſer Herr“ und von ſeinen jagt, da denkt man vollends: Es ijt ganz vergeblich. Kindern als „unſere Kinder“ reden, ſo iſt ihnen aud) Statt Früchte leere Schalen! das Miſſionsgehöft „unſer Garten“, das Holz, das fic) darin findet, „unſer. Holz“ und. die Blumen und Da kommt zum Beiſpiel ein Mann zu mir und Früchte „unſere Blumen“ und „unſere Früchte“, und erklärt, daß er Chriſt werden und fid) taufen laſſen ſie handeln auch dana<h. Solche Sachen ſind betrüwill. Jh ſage: „Mein lieber Mann, das iſt ja recht bend. Wieviel Miſſionsarbeit ijt an dieſen Chrifon, aber wo kommſtdu denn her und wo willſt ſten noch zu tun! du hin?“ „O, id) bin aus dem und dem Dorfe, Wozu fdreibt man aber fold) betrübende Sachen ? nicht weit von Ambur.“ Vielleicht, denke id, hat der Ware es’ nicht beſſer, ſie ungeſchrieben zu laſſen, daMann ſchon etwas von Chriſto gehört; wollen ihn mal prüfen! Sch beſtelle ihn-zu- mir ins Haus. Es mit die Leute nidt die Luſt an der Miſſion und am Geben für die Miſſion verlieren?. Nein, re<te Chriwird wohl wieder ſo einer ſein, der Geld oder Anſlellung haben will; er wird vielleiht gar niht komſten helfen da, wo es am traurigſten ausfieht, und rechte Chriſten wiſſen, daß ihr Geld, das ſie für die men, ſo denke id) bei mir, und habe den Mann ſhon faſt wieder vergeſſen, als er wirklic) am nächſten Tage Miſſion geben, nicht ins Meer geworfen iſt, ſondern zur feſtgeſeßten Zeit ankommt. Es entſpinnt fic) nun in Gottes Hand übers Waſſer fährt und gleichſam ein Geſpräch über allerlei, wobei es fic) herausſtellt, ein Gefährt iſt, auf dem das fegenSreidje Wort mitdaß der Mann von Chriſto etwas weiß und die Nich- geführt wird. Sodann, wieviel vermag das Gebet, wenn es ernſtlich iſt, viel aud) in der Miſſion! Wenn — tigkeit ſeiner Gogen erkannt hat. Nebenbei komnit dann aud) zum Vorſchein, daß er gerade nicht gut wir mit immer neuem Mut und rechter Freudigkeit bei Kaſſe iſt und keine Arbeit finden kann. Er läßt das Wort predigen, jo haben wir dafür aud) den Soa ſich eine kleine Predigt halten und ein paar Traktate lieben Chriſten zu danken, die unſer in ihren täggeben und verſpricht beim Gehen, morgen wieder zum lihen Gebet gedenken. 1terridht zu erjdjeinen. Sd) gebe ihm noch den Noch eins. Siir Miſſionare, die allerhand Bee
ten
Rat, doch ja fid) nad) Arbeit umzuſehen.
Nun,
“trübendes evfabeen iſt es eine große Freude und ein =eI
Dic
Missions -Waube,
mächtiger Auſporn, wenn fie wiſſen, daß Glaubensgenoſſen herzlihen Anteil nehmen. an ihrer Freude und an ihrem Leid. Dies dürfte uns and) ab und zu briefli<h kundgetan werden. So mancher, der keinen Dollar gerade für die Miſſion geben kann, vielleiht 5 Cents und einen Bogen Papier,
auch ſo viel Zeit, einmal am einen
oder
den
andern
der
hat doh vielleicht
Sonntagnachmittag Miſſionare
zu
an
ſchreiben.
Daniit könnte viel Freude geſtiftet und viel Freudigkeit erwe>t werden. erfahren, aber ſelten.
Wir Auch
haben ſchon dergleichen hierdurch erweiſt ſih die
Liebe zur Miſſion, und wir erfahren den Segen der brüderlihen Gemeinſchaft und des Glaubensbandes,
wenden können. Aber es fehlt uns ein paſſendes Lokal. Die Halle, die bis jezt zu dem Zweck gebraucht wurde, iſi eine Spelunke, in der abends Saufgelage und andere der hat die Kaſſe Schuldenlaſt, daß
greuliche Dinge ſtattfinden. Leifür Negermiſſion eine ſo große für Napoleonville keine Unter-
ſtübung zu erwarten iſt. Und doch ſollte dort auf dem ſchon erivorbenen Grundſtü ſofort cine Schule gebaut werden. Und da ergeht nun an alle lieben Schulkinder die Vitte: Erbarmt end) um Chriſti willen der armen Negerkinder in Napoleonville und legt
eure Gaben zuſammen, daß dort eine Miſſionsſchule gebaut werden kann! das auch über die Meere reicht. Der Vittruf an die lutheriſchen Schulkinder der Gott erhalte uns alle im rechten einigen Glauben Synodalkonferenz verhallt niht unerhört. Paſtor und fördere in uns allen die Liebe zu ſeinem Worte, Koßmann, der ſelbſt als Negermiſſionar in New Orſeinem Reiche und ſeiner Miſſion! lèans viele Jahre im Segen gearbeitet hat, legte ſeinen Schulkindern in Convoy, O., das Bittgeſuch vor, und aus der Schule kommt nun folgender jdsne Brief an die „Miſſionstaube“: „Convoy, O., den Manerlei aus der Miſſion und für die Miſſion. 15. Oktober 1907. Liebe „Miſſionstaube‘! Paſtor (Von R. K.) Koßmaun erzählte uns von den Negern in NapoleonAus dem erſten Bericht von Miſſionar G. Kramer ville, daß fie den Heiland kennen lernen ſollen, aber über ſeine Bethlehemsſtation teilen wir folgendes kein Schulhaus hätten, fondern: in einer elenden mit: „Die Leute, die fic) zu den Gottesdienſten einHalle, wo and) gottloſe Leute zuſammenkommen, finden, tragen nad) ihrem Vermögen gut bei. Es Schule hielten. Er zeigte uns auch Bilder. Wir gereiht mir zu großer Freude, immer wieder neue haben uns darüber recht gefreut, aber die armen Geſichter in der Kirche zu entde>en. Oft ſind das Neger taten uns ſo leid. Hier gibt es nicht viele Leute, die früher einmal bei uns zur Schule gingen, Neger. Dann ſagte der Paſtor, wir wollten eine aber dann lange Zeit verſchollen waren. Jett, da fie Kollekte ſammeln für die armen Neger; er ſagte, er vielleicht ſelbſt ſhon ſchulpflichtige Kinder haben, erwäre zufrieden, wenn jeder einen Cent . gäbe, die innern fie fid) ihrer früheren Schule zum Segen für andern Schulen würden dasſelbe tun. So gaben fic) ſelbſt und für ihreKinder.“ dann etliche einen Cent, etliche gaben fünf Cents und manche gaben zehn Cents, ſo daß wir zuſammen Der Schulamtskandidat F. Eberhard ijt glücklich 2 Dollars und 10 Cents geſammelt haben von vierin New Orleans angekommen und wurde am 13. Oktober in Napoleonville eingeführt, wo er in der gänzunddreißig Kindern.“ lich unpaſſenden Halle, der einzigen, die man mieten Einen ſchr chrenden Nachruf widmet das Leipziger MifjionSblatt dem am 20. April entſ<hlafenen fonnte, die Schule eröffnet hat. tamuliſchen Geijtliden Samuel in Manikraman. . Er Lehrer Meibohm, Lehrer der zweiten Klaſſe an war der erſte Theolog aus dem veradjteten Gejdledt der Negerſhule der Mount Zion-Station, ſchreibt der Paria, und wenn hier und da anfangs Zweifel unter dem 8. Oktober: „Heute hatte id) 98 Schüler in meiner Klaſſe anweſend. Faſt taglid ONE nod) auftauchten, ob es geraten fet, einem Paria das geiſt: lihe Amt anzuvertrauen, ſo hat er alle foldje Zweifel neue Schüler.“ Er zeichnete fic) durd) eine Das „Kinder- und Jugendblatt“ hat kürszlih “gut ſhanden gemacht. tüchtige theologiſhe Bildung, beſonders durd) eine einen dringenden Bittruf aus der Negermiſſion an erſtaunliche Bibelkenntnis aus. Manche Verfolgung verdie lieben Schulkinder der Gynodalfonfereng hat er um des Evangeliums willen erduldet. Sein Schon wiederholt haben unſere weißen öffentliht. Wundmalen, — und Striemen mit geſ<hmüdt Leib war Chriſtenkinder fid) der armen heidniſhen Negerkinder hat. davongetragen Amtes die er in Ausübung ſeines “ erbarmt und ihnen zu einer djriftlidjen Schule vergeſchlagen. halbtot Einmal haben ihn die Heiden lfen. Sekt ruft die Not fie wieder um Hilfe an. Die Gärung in China iſt ſcheinbar im Steigen Meijjionsreiches ein Gott uns hat Sn Napoleonville Verſchiedentlih haben die Zeitungen den begriffen. Dort ijt eine große Kinderſchar, dev 1D gegeben. ir durch cine chriſtlihe Schule großen Segen gue Ausbruch von Unruhen berichtet. Dod) kann man“
Per eM
87
Missions-Tuubke.
Die
jid) darüber noch kein klares Bild machen. Es ſcheint ſi bisher do< immer nur um lokale Urſachen, zumal im Zuſammenhang mit den Hungersnöten, die große Landſtriche in China heimgeſucht haben, zu handeln. Bedauerlicherweiſe ſind and) zwei deutſche Miſſionsſtationen, die eine, Limſchau, der Kieler China-Jn- Miſſion, die andere, Nanfeng, der Barmer land China-Jnland-Miſſion gehörig, vom Pöbel zerſtört worden. Die MijjionSgefdwijter haben fid) in beiden Fällen durch rechtzeitige Flucht retten können. Erſteres [iegt in der Provinz Kwangſi, niht fern von Pakhoi, lebteres in der Provinz Kiangſi. — (Ev. M.)
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Durch die Kaſſierer: H. W. C. Waltke, St. Louis, Mo., $290.53 und 203.83; Geo. Denker, Brooklyn, N. Y., 65.60; G. Wendt, Detroit, Mid., 331.93; J. H. Hargens, San Franz cisco, Cal., 2.50; H. G. Pliefle, St. Paul, Minn., 96.75; O.
E, Verneder, Seward, Nebr., 469.84;
C. Spilman, Baltimore,
Md., 101.64; F. H. Kühnert, Groton, S. Dak., 77.75; H. Veinke, Staunton, Jll., 95.72; Aug. Roſs, Milwaukee, Wis., 335.35; C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 766.94; Aug. Gundlah, Elyſian, Minn., 231.03; John Hammer, Monroe, Mich., 23.49; IW. J. Hinze, Beecher, Ill., 187.63. Von A. Klabuhn, Brookfield, Jll., 5.00. Von einem Miſſionsfreund in New York 1.00. Von cinem Lutheraner in Milwaukee, Wis., 1.00. Von den Negergemeinden: Mount Zion, New Orleans, La., 35.00; St. Paul, New Orleans, La., 35.00; St. Paul, Manſura, La., 12.50; St. Paul, Charlotte, N. C., 5.00; Mount Zion, Meyersville, N. C., 2.50; Grace, St. Louis, Mo., 5.00; Holy Trinity, Springfield, Sil, 31.00; Grace, Concord, N. C., 10.00. Summa
$3423.53. Für den Schulbau in Napolconville: Durch die Kaſſierer: O. E. Berneder, Seward, Nebr., 4.65; C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd,, 60.42; H. W. C. Waltle, St. Louis, Mo., 5.62; W. J. Hinze in Beecher, Yi, 4.75. Von Lulu De Jung und ihrer Schweſter, Cameron, Wis., .50. Durch Edith Lange, Kulm, N. Dal., von Robert, Ostar, Nichard, Hulda und Anna Lange 10.00. Durd P. Wehmeyer, Pinder Creek, Alta., Kan., von Karl Baſtian .50, Myrtle Hommer .20. Bon ciner Miſſionsfreundin, St. Ansgar, Jowa, aus der CentSparbüchſe 1.30. Durch P. Gößwein - in Corning, Mo., von Frühling 3.00. Von dem Waiſenvater Lensner und ſeinen Waiſenkindern in Marwood, Pa., 10.00. Von den Schülern der Lehrer: Sieving, Lincoln, Mo., 7.00; Schöneberg, Lanſing, Mich., 6.22; Halleen, Sheboygan, Wis., 3.50; Bunjes, Worden, Jll., 6.61; Schult, Bergholß, N. Y., 2.50; W. v. Nenner, FriedenSau, Nebr., 9.55; Tröſter, Pierce, Nebr., 5.50; Voigt, Sioux City, Jowa, von Elſa Sonneborn .50; Meh, Heilbronn, S. Dak., 4.05; Leyhe, St. Paul, Minn., 2.40; Siegel, Wincheſter, Tex., 2.00; Wambsganß und Fräul. Kirchner, Peoria, Si, 4.75. Summa $155.52. Für die Gemeinde in Springfield: Durch Kaſſierer W. J. Hinze, Beecher, Jll., 13.22. - Für das Jmmanuel-College: Durch die Kaffie= rer: Geo. Denker, Brooklyn, N. Y., 52.00; O. E. Berneder, Seward, Nebr., 5.00; F. H Kühnert, Groton, S. Dat., 22.88; Aug. Noſs, Milwaukee, Wis., 1.00; C. A. Kampe, Fort Wayne, Ind., 30.00; W. J. Hinze in Beecher, Jll., 21.14. Summa
$132.02. Für die Orgel für cin Negercollege: Durch Kaſſierer H. W. C. Waltke, St. Louis, Mo., 26.90. Für die Profeſſorenwohnung: Durch Kaſſierer
Alle diejenigen Leſer, welche unſere Zeitſchriften direkt per Poſt von uns bezichen, finden auf dem Umſchlag einer jeden Nummer angegeben, wiewcit das Blatt bezahlt iſt. Heißt es alſo „Jan: 08%, fo if darunter zu verſtehen, daß bis zum 1. Januar 1908 bezahlt iſt. Jſt aber ein früheres Datum angegeben, fo bedeutet das, daß man im Rückſtand iſt. Zum Beiſpiel „Jan. 07” bedeutet, daß bis zum 1. Januar 1907 bezahlt iſt, und daß man alſo für das ganze Jahr, vom 1. Januar bis gum. 31. Dezember, nod) zu bezahlen hat. Heißt es „Jan. 06", jo iſt man zwei Jahre rüdcſtändig 2c. Unſere Bitte an die Bez treffenden geht nun dahin, daß man die Miidftinde in nächſter Zeit bezahlen möchte. Da das Jahr ſeinem Ende entgegengeht,
Detroit, Mich., 5.00. St. Louis, Mo., 19. Oktober 1907. A. C. Burgdorf,
Jahr beifügen. — Diejenigen Leſer, welche an Agenten bezahlen, wollen ihren Betrag dieſen ‘baldigſt überreichen, damit ſie noh vor Schluß des Jahres mit uns abrechnen können. Doch
king, Stryker, O., 20.00.
fo kann man, wenn es beliebt, aud) gleid) den Betrag fürs neue
werde man nicht ungeduldig, wenn in dieſem Fall fic) die Veränderung des Datums auf dem Umſchlag etwas verzögert, da die Agenten
nicht jeden Betrag
einzeln einſenden
können.
Wenn jeder Leſer die Hand frifd) ans Werk legt, dann ſollte in kurzer Zeit, jedenfalls bis Neujahr, kein Rückſtand mehr zu DET GNeR Hierbei
ſein. möchten
wir
wieder
in Erinnerung
bringen,
daß
wir, ſeitdem wir das Datum, bis zu welchem bezahlt iſt, auf dem Umſchlag bringen, keine beſonderen Quittungen an die
einzeſnen*
Leſer mehr
ausfenden.
zahlt, bis zur nächſten Nummer je Jahreszahl
>
Man
wolle,
wenn
man
be-
warten und darauf achten, ob
geändert iſt.
CoNCcoRDIA PUBLISHING HOUSE.
H. W. C. Waltke, St. Louis, Mo., 16.57. Für
Schuldentilgung:
Durc
Kaſſierer G. Wendt,
Kaſſierer.
Für arme Studenten des Luther-College in New Orleans erhalten: Durch die PP.: Jaus, Bingen, Jnd., $36.00, Preuß,“ Friedheim, Jnd., 43.15, Bauer, Decatur, Jnd., 22.00, Nein-
Herzlichen Dank!
F. I. Lankenau.
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„„Miſſions
Jahr in Piel
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Miſſionszeitſhrift der Evangelifd)-Lutherifdjen Synodalkonferenz von Nordamerika. Dezember
29. Dafrgang.
1907.
‘Nummer 12. Wenn Engel ſcharen ſingen Von Gnade, Freud’ und Fried’, Wie Hod) muß dann erſt klingen Der Sünder Jubellied! Drum jauchz' in frohen Chören, Erlöſte Chriſtenheitl Nichts darf die Freude
ſtören,
Nicht Sorge, Laſt nod Leid! Schwing hell die Weihnachtsglo>en Weithin dur< Land und Meer Und bringe mit Frohlo>en Der Gnade Preis und Ehr'! O. R. H.
=
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Weihnachtsguade. Nun fing’ in frohen Chören, Sliicjel’ge Chriſtenheit! Laß HSarf’ und Pſalter hören, Mach’ Lor’ und Türen tveit! Erſchienen iſ die Gnade eibhaftig, heilſam, groß, Daß uns hinfort nicht ſchade Des Falles Jammerlos. . Wie tauſend Sterne funkeln Hervor aus düſtrer Nacht, So ſtrahlt im Stall, dem dunkeln, Des Gnadenheiles Pracht. Und Freude ſenkt fic) wieder Jn Mug’ und Herz hinein, Und Friede fließt hernieder Wie goldner Sonnenſchein. Wer wollte nun noch klagen, Als galt’ es ein Gericht? Wie darf ein Menſch verzagen
Bei ſolchem fel’gen Licht?
Aus der Arbeit eines Negermiſſiouars. Wie bekannt klingt uns doc) dieſes Wort! Wir haben von Jugend auf {hon immer etwas über Negermiſſion gehört, geben au< immer willig unſer Scherflein für dieſe Miſſion; faſt jede Nummer der „Miſſionstaube“ bringt uns Nachrichten aus der Negermiſſion — wer ſollte alſo dieſe Miſſion nicht genügend kennen! Und dod), lieber Leſer, wie wenig find wir nod) oft bekannt und befreundet mit dieſer Segensarbeit unter dem armen blinden Negervolk! Wir überlaſſen es den Miſſionaren und denen, die dazu angeſtellt ſind, zuzuſehen, was mit den Kollekten für die Negermiſſion auSgeridjtet wird. Aber ihm wenn freuen, nidt es wird Chriſten welhen fein aud) gerade wozu wird, erzählt geſagt und ‘iſt. worden verwandt Sdherflein in dieſer Miſſion nein, vorführen, Sd) will dir keine großen Zahlen
nur einige Erlebniſſe aus der Arbeit eines Neger-
miſſionars will id) mitteilen.
—
.
90
Die
Missions-Taube.
von dem Schähher am Kreuz. Er erkennt fid) jest Der Miſſionar fist am Bett eines jungen, ſ{hwindal8 einen armen Schächer, deſſen elfte Stunde ſhon Der Tod ſteht ihr ſhon auf “ſüchtigen Mädchens. geſchlagen hat, nach dem aber dennod) ſein Heiland der Stirn geſchrieben. Für ſie aber hat dieſe Stunde nod) fortwährend ſeine Liebe8arme ausftrect, um nichts S<hre>liches. -Sie hat ja in der Miſſionsſchule endlih aud) ihm nod) zurufen zu können: „Heute An ſeiner Hand ihren Heiland kennen gelernt. wirſt du mit mir im Paradieſe ſein.“ Er möchte braucht fie fic) niht vor den Grauen des Todes zu nun auch getauft werden. Nachdem er vorher geZwar ſchien es eine - Zeitlang, als ob entfegen. nügend in den Hauptſtücken der chriftliden Lehre Satan doch nod) obſiegen ſollte. Sie hatte der Kirche unterrichtet worden iſt und freudig den Glauben an den Rüden gewandt, ließ fic) nidjt mehr in den ſeinen Heiland bekannt hat, empfängt er die heilige Gottesdienſten ſehen. Da legte fie Gott aufs Kran‘Taufe. fen- und Shmerzenslager, um ſie von der Welt und Was, der Die Nachbarn fragen verwundert: Wer ihrem Treiben abzuzichen. Was ſie in der Miſſions| alte H., der in keine Kirche ging, der von keinem hule von ihrem Heiland gelernt hatte, wurde, je Paſtor etwas wiſſen wollte, hat fid) taufen laſſen?“ . näher es dem Ende zuging, um ſo lebendiger in ihr. | Sie können es kaum glauben und gehen hin, um ſich Nur nod) kurze Zeit, und ſie kehrte heim, um zu ſelbſt zu überzeugen. Sie kommen und finden den ſchauen, was ſie geglaubt hatte. alten Mann nod) wie zuvor auf ſeinem Schmerzens$Der Miſſionar eilt weiter an das Bett einer kranlager, aber an ſeiner Seite ſißt ſeine kleine Tochter, fen Frau und erzählt ihr von dem Heiland der die ihm aus dem Katcchismus vorlieſt, oder ſeine Als er gehen will, fragt ſie: „Herr Paſtor, Sünder. ältere Tochter, von der er die Leidensgeſchichte unſers haben Sie den alten Herrn H. ſhon mal ‘beſuht? Heilandes hört. Sie hören, wie Herr H. freudig Sie werden bei ihm Der ſoll im Sterben liegen. jeinen Heiland bekennt. Er erzählt ihnen, wie es Er will nichts wohl auch ni<ts ausridjten können. mit ihm ſo ganz anders geworden ſei; er ſhäme fid) Der Paſtor von Gott, Kirche und Paſtor wiſſen!“ jegt ſeines früheren Lebens, daß er ſo alt geworden dankt und geht. Er ſucht die ihm bezeihnete Adreſſe ſei, ohne fic) um Gott und Seligkeit bekümmert gu auf und findet einen alten Mann, der fid) auf ſeinem haben. Aber dur< Gottes Gnade ſehe er jest ſcinem Der Tod ſtarrt ihm ins Schmerzenslager windet. Ende fröhlich entgegen; er habe ja jest einen HeiVon einem Heiland der Sünder — nein, Angeſiht. Ob er in ſeiner _ land, der and) zu ihm ſprehe: „Fürchte dich nicht, davon hat er nie etwas gehört. ih habe dich erldfet; id) habe did) bei deinem Namen Sugend getauft worden iſt oder niht, das iſt ihm Die Nachbarn gehen ſtill “ höchſt gleidjgiiltig; er glaubt jedod) kaum, daß:es gerufen; du biſt mein.” heim. Sie haben hier an einem greiflihen Beiſpiel der Fall iſt. Daß es einen Gott gibt, o ja, das wird das Schriftwort Hebr. 4, 12 beſtätigt gefunden: wahr ſein. Daß dieſer Gott heilig und geredt ſhon „Das Wort Gottes ijt lebendig und kräftig und iſt und die Sünder ſtrafen muß, mag aud) moglid) eS ſchärfer denn kein zweiſhneidig Schwert, und durhp fein.- Daß ihm alſo als Sünder nichts als die ewige dringet, bis daß es ſcheidet Seele und Geiſt, auc) Verdammnis bevorſteht, wird höchſtwahrſcheinlih Mark und Bein, und ijt ein Richter der Gedanken “auh wahr fein, der Paſtor muß das Dod) wiſſen. und Sinne des Herzens.“ G. M. K. So redet er weiter in aller Gelaſſenheit von dem traurigen 2 08, das ſeiner in der langen Ewigkeit *
‘wartet. ' Der Paſtor verſuht nun, ihm ſeinen traurigen Zuſtand recht aufzude>en, und zeigt ihm, daß er ein iy orener und verdammter Sünder iſt, der nidts als nur Sünde vor den heiligen, geredjten Gott “br gen und darum nicht beſtehen kann, ſondern und verſtoßen ſein muß. Er hört geaud) am Ende gerade E dagegen,
.
Al
Weihuachten in Alaska.
a4
Wie die Eskimos in Alaska mit ihrem Miſſionar ein fröhlihes Chriſtfeſt feiern, erzählt das Miſſionsblatt der Brüdergemeinde. 3
Der
erſte Weihnachtstag
war
vorüber,
und
war ſpät am Nachmittag des zweiten Feſttage3;
2A — 25
es dod)
waren die Leute von Akiagamut erſt heute redjt bere gnügt, denn immer wieder konnten fie fid) zuraunen: „Er muß bald hier ſein, denn geſtern abend muß er
rT
in Akiatſ<hagamut geweſen ſein.“ Beſonders da kleine Volk hüpfte und ſprang vor Freuden, wie von dieſem Alter in aller Welt mach
ih ause
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lan, _ver-
ye
—
Rts
Die
Missions-Taube.
91
nehmen. Da jauchzte erſt redjt alles auf, und die Der Weihnachtsbaum war für die Eskimokinder ganze Bevölkerung des kleinen Dörfchens kam aus ein Wunderding. Jmmer wieder konnte man ihre Luſtige kleine . feinen Stimmen ſingen hören: „Jh freue mich ſo, ihren unterirdiſ<hen Häuſern hervor. pelzbekleidete Sungen und Mädchen konnte man daß JEſus mich liebt“ und: „Stille Nacht, heilige lachend und ſchreiend auf die Dächer der Häuſer ftletNacht.“ Während des Goitesdienſtes lauſchte alles tern ſehen; jedes wollte den herannahenden Schlitten mit großer Aufmerkſamkeit der alten Geſchichte vom zuerſt ſehen. Kindlein zu Bethlehem. Einige hörten ſie zum erſtenNoch ein Weilchen, da ſah man um die Ecke bieinal, andere friſhten ſie in ihrem Gedächtnis wieder gend eine lange Reihe Hunde daherkommen, die einen an. Die Geſchichte von den Hirten auf dem Felde mit zwei pelzumhüllten Männern beſeßten Schlitten und ihren Schafen konnte den Hörern durd) Bezugnahme auf ihre Renntierherden veranſchaulicht werzogen. Haar und Vart der beiden war weiß von den. So konnten ſie es verſtehen, wie die Hirten in Meif und Froſt. „Er iſt es, er iſt es, er kommt!“ jo der Nacht ihre Herden bewachend auf dem Boden erſcholl es im Jubelton aus den vielen kleinen Kehlen. „Und er Hat eine Kiſte mit ſi<h auf dem Schlitten, ſaßen, als plößlich das helle Licht durch die Finſternis ſicher iſt Kuchen darin!“ Sung und alt drängte fid ſtrahlte, wie Nordlichtſhein, und ein Geſang aus der an die Ankömmlinge, und die Hunde wurden ausHöhe ertönte: „Ehre ſei Gott in der Höhe und Friede geſpannt, der Jnhalt des Schlittens ins Haus geauf Erden und den Menſchen ein Wohlgefallen!“ tragen. Eine alte Eskimofrau ſette in Eile einen “Während des gemeinſamen Geſanges von „Stille Nacht, heilige Nacht“ empfing jeder Teilnehmer etliche Keſſel mit Waſſer für den Tee aufs Feuer und richtete ein paar Kaninchen für die Gäſte her.“ Andere kleine Biscuits und eine Weihnachtskarte. Plößli<h fing der junge Hund jämmerlich zu heulen an, und brachten getro>neten acs zum Geſchenk, während aud) die beiden großen wurden ſehr unruhig; fie fröhliche kleine Buben und Mädchen mit neugierigen fürchteten wohl, zu furz zu kommen, und wollten fid Vlicken die Fremdlinge muſterten.Andere, voll in Erinnerung bringen. Der Sto> brachte ſie aber Eifer zu helfen, begaben ſi<h zur Kaſchima, zur Kabald wieder zur Ruhe. . pelle, um dort den kleinen Tannenbaum aufzuſtellen. Dann wurde der Gottesdienjt geſchloſſen. JederDie Wärme des Raumes taute die gefrorenen Zweige mann ging nun zum Abendeſſen nad Hauſe. Alle bald auf. Ein Dugend Lichter und einige Weihdriictten dem Miſſionar warm die Hand mit einem | nachtsbilder bildeten ſeinen Shmu>. Als die beherzlihen ,,Que-an-na“ (id) danke dir). Ein alter : ſcheidenen Vorbereitungen beendet waren, läutete Eskimo, der niht zur Kaſchima hatte kommen fonkf einer die Glocke, und zwei Knaben halfen bereitwilñ ligſt, die Kiſte nad) der Kaſchima zu tragen. “Die nen, bat den Miſſionar um ſeinen Beſuh. Natürlich erfüllte dieſer ſolhen Wunſch und hatte eine erbau| Méanner hatten nod) kurz vorher in der Kaſhima lihe Unterredung mit dem Alten. Beim Abſchied E. nad) Estimofitte ein Shwißbad genommen und ruh= ten nun auf der an der Wand Hinlaufenden Bank. dankte er dem Miſſionar: „Es ijt genug, genug; td habe Gott gebeten, dic) an dieſem Tage zu ſehen. E : Auf das Gloenzeichen ſtürzte jung und alt von Gott iſt gut zu mir, daß er mid) fo lange hat leben allen Seiten herbei. Als der Miſſionar kam, fand laſſen.“ Auch ex hatte heute zum Weihnachtsfeſt ein er den gewölbten Eingang und den Verbindungsgang reihliheres Mahl als ſonſt: Tee, Buder, Brot und zum Verſammlungsraum ſchon voll Menſchen. Die Hißze drinnen war driicdend und der Qualm der Ole - Kauinchenfleiſh, das in Reis und Salz gekocht war. Er nötigte dem Miſſionar ein Stü> getro>neten - [lampen erfüllte die Luft. Frauen und Kinder ſaßen Lachs auf, indem er meinte: „Jh habe niht viel; auf der Diele, während die Männer ihren gewohnten aber das ijt gut, ih gebe es dir. Mein Magen verPlay auf der Bank an der Wand eingenommen langt niht mehr viel. Viele Winter Hindurd habe Hatten. Auch ein junger Hund kam herein und ſuchte ih gegeſſen, dod) nun ſagt etwas in mir: es iſt geſeinen Herrn. Da er nicht hinaus wollte, wurde er nug.“ Der Miſſionar antwortete: „Wir hoffen, einhinunter zum Feuerherd unter der Diele befördert. mal alle zuſammenzuſißen an der Tafel in Goittes Noch - eine Störung! Die beiden Leithunde des _„Akeka, ja, es al rahe", Schlittens fdlicjen ſi< durd) den Eingang. Sie Haus im Siinmel. “ fwiderte der Alte. : ‘Waren gewohnt, nachts bet dem Miſſionar zu ſ{lafen, Währenddeſſen war int Sauſe d und hielten die Zeit dafür ſhon gekommen. Vergeb; Gehilfen für den Miſſionar da So wurden ich verſuchte man, ſie gu verſheuchen. : woe! ES dabei ie ſ{ließli< an einen Pfoſten angebunden und ein Alle gau
unge mit einem Stoke als Wächter neben Bua
92
Die
Misstions-Taube. gern den Eingeborenen, ſie ſind nichts für
den
Magen
eines
Weißen.
Die
Mäuſekoſt beſteht aus kleinen Beeren, die aus Mäuſeneſtern hervorgeholt werden und ſehr ſhmed>en ſollen.
ſüß und angenehm Nach dem Abend-
eſſen unterhielt fic) der Miſſionar nod) lange mit den guten Leuthen. Da mußte er einer Frau ihr Kleid, einer andern ihr geflochtenes Graskörbchen bewundern. Ein Jäger erzählte ihm eine lange Geſchichte von einem
Fuchs,
der mit der Falle
geſucht
hatte
und
das Weite
ſhließzli<h
doh
ge-
fangen war. Manche kamen und baten um Arznei für ihre kranken Augen und andere Beſchwerden. Endlich konnte er fich zurückziehen und
in
ſeinem
Reuntier - Schlafſack
Ruhe ſuchen. Von Herzen betete er zum HErrn, daß er alle ſegnen wolle, Die erfte Herberge unſerer Miſſion in Salisbury, N. C. die heute wieder die frohe Botſchaft gehört hatten. Jn den leßten Augenbli>en vor dem aufgehoben: ein Gericht Akutok oder Seehundsöl mit Einſchlafen dachte er an den Heimweg mit ſeinen Beheißem Talg, Beeren und Schnee vermiſcht. Die Speiſenfolge war ſehr großartig: Kaninchen, gefodt ſhwerden, hörte das Schellengeläute der Hunde, ſeiner getreuen, unermüdlihen Freunde, und hielt es und gebraten, Fiſh, getro>neter Salm, getrodnetes den beiden zu gut, daß fie den Gottesdienſt geſtört Renntierfleiſ<h, Akutok und endli<h „Mäuſekoſt“. hatten. „Ehre ſei Gott in der Höhe, Friede auf Die legten beiden Gerichte überließ der Miſſionar
Die erſte Miſſionskapelle in Salisbury.
|IPT
Die
Missions-Taube.
93
Dic jcrtriimmerte Miſſionskapelle in Salisbury.
Erden und den Menſchen cin Wohlgefallen!“ ſo tönte es in ſeinem Herzen. Und wieder einmal war der heilige Chriſt zu dem armen Völklein der Eskimo gekommen
mit
der
frohen
Botſchaft,
daß
Gott
alſo
die Welt geliebt hat, daß er ſeinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, niht verloren werden, ſondern das ewige Leben haben.
Einweihung der neuen Miſſionskapelle in Salisbury, N. C. Wie freuten fic) unſere lieben Negerchriſten in — Salisbury vor Jahren, als fie aus ihrem gemieteten fiinrmerlidjen Quartier in ihre erſte hübſ<he Miſſionskapelle einziehen durften! Aber nur wenige Jahre ſollten fie fic) dieſes ihres Kirchleins freuen, denn eines Tages ſahen ſie es zu ihrem großen Schmerz durch einen Wirbelſturm in einen Trümmerhaufen verwandelt. Aber damit ſollte die Gemeinde und das Miſſionswerk in Salisbury niht auch zer“trümmert ſein. Die Neger gingen daran, nach beſtem Vermögen unter fich zu kollektieren, und ihre weißen _ Glaubensgenoſſen in der Synodalkonferenz halfen durch ihre Liebesgaben kräftig mit. Die MiſſiousEss: kirche ſollte aus den Trümmern neu erſtehen. Und weld) cine Freude — jet ſteht ſie wieder fertig da! Der 15. September war ein rechter Jubelſonntag für die Negergemeinde in Salisbury. An dieſem Tage durſte ſie ihr neues Kirchlein mit großer Freude Jeinem herrlichen Zwe>e zur Ehre Gottes weihen. Beh Jm erſten Fejtgottesdienjt predigten Miſſionar 3.” RcDavid von Charlotte und Prof. Koiner von Coner. Sm Nachmittagsgottesdienſt hielt erſt der enior unſerer Negermiſſion, Direktor Bakke, eine rhebende Kirhweihpredigt, und darauf examinierte farbige Miſſionar von Salisbury, Paſtor W. H.
Laſh, ſieben junge Neger, die er längere Zeit in. den Hauptſtücken der dhrijtliden Lehre unterrichtet hatte, und ſie legten davon Zeugnis ab, daß fie in der reinen Schriftlehre des [lutheriſhen Katehismus wohlgegründet waren. Jm Abendgottesdienſt wurden ſie dann feierlid) konfirmiert. Alle drei GotteSdienfte waren gut beſucht, und daß die Neger nah ihrem Vermögen reihlihe Dankopfer darbradjten, bewieſen die . Kollekten, die fic) auf $83.16 beliefen.
Die wieder aufgebaute Miſſionskapelle in Salisbury. 1
94
Die
Missions-Taube.
Gott halte nun ſeine ſhüßende Hand über dieſe neue Miſſionskapelle in Salisbury und mache fie zu einer Stätte reihen Segens zur Verherrlihung ſeines Namens and zum Geile vieler Seelen! R. KR.
Verſammlung | g der
Jmmaunel- Koufereuz.
Vom 24. bis zum 27. Oktober tagte die Jmmanuel - Konferenz in der Gemeinde Paſtor J. McDavids in Charlotte, N. C. Anm: erſten Tage wurde Paſtoralkonferenz gehalten, und an den andern Tagen fanden öffentliche Sißungen ſtatt. Vier
Lehrer Fr. Eberhard in Mapoleonville, La.
weiße und ſe<s farbige Miſſionare, zwölf Delegaten aus den verſchiedenen Miſſions8gemeinden und eine j Anzahl Gäſte aus der Ortsgemeinde und aus den Die Zahl der “andern Gemeinden waren erſchienen. Miſſionare war leider diesmal klein, denn Direktor Vakke konnte wegen ſhwerer Krankheit ſeines Kindes niht kommen, und die Miſſionare Y. C. Schmidt und D. Schooff ſind in cin anderes Arbeitsfeld geJn der Paſtoralkonferenz wurden allerlei “zogen. theologiſche Fragen erörtert, Für die öffentlichen Sißungen hatte MiſſionarJ. Ph. Schmidt von Conine de Arbeit über die RechtfertiSehr CLUDE war es, daß fic
abend predigte Prof. Wahlers über Röm. 6, 19—26, am Freitagabend Prof. Groß über Neh. 4, 17, am Sonntagmorgen der Unterzeichnete über Matth. 16 26, an demſelben Nachmittag Paſtor Laſh über 1 Kor. 9, 24—27 und am Abend Paſtor Doswell über Jeſ. 61, 1—8. Am Sonntagmorgen fand and die. Feier des heiligen Abendmahls ſtatt; Paſtor McDavid hielt die Beichtrede über Jef. 43, 24. Am Samstagabend hatten die Gemeindeglieder den Gäſten in dem Lokal unter der Kirche einen gemütlichen Abend bereitet. Reden wurden dabei gehalten und Erfriſhungen herumgereiht. | Erwähnt ſei hier nod, daß der Raum unter der Kirche erſt ſeit dem Spätſommer ausgebaut iſt. Zu dem Zweck wurde die Kirche in die Höhe geſchraubt und auf eine Bakſteinmauer geſeßzt. Der jo gewonnene Raum wurde in zwei Zimmer geteilt, von denen jedes 22X30 Fuß groß iſt, doch ſo, daſz beide durch eine breite Tür, wenn geöffnet, zu einem großen Saal verbunden werden können. Eins der beiden Zimmer ijt als Schulzimmer eingerihtet; das anDie Cin- dere ſoll ſpäter demſelben Zwecke dienen. weihung dieſes Ausbaus fand am 2. September mit zwei GotteSdienſten ſtatt, in denen die Paſtoren Doswell und Laſh predigten. Einen großen Teil der Schreinerarbeit hatte der rührige und geſchi>te Ortspaſtor ſelber aus8geführt. Außerdem hatte er gerade das alte hinter der Kirche befindlide Schulhaus in eine nette Pfarrwohnung umgeſtaltet, indem er unten drei Zimmer (Studierzimmer, Eßzimmer und Küche) einrichtete und oben zwei Schlafſtuben ausbaute. Eine große Wohltat ijt es für den Miſſionar, jest bei der Kirche wohnen zu können, da er bisher in jeden Wetter neun Blok weit zur Kirche und Schule gehen und dieſen Weg viermal am Tag zurücklegen mußte. Auch er hat, wie die andern Miſſionare, alle Hände voll Arbeit, denn außer den 95 Kindern, die er fünf Tage in der Woche unterrichtet, muß er fünf StaLeider konnte ihm bisher wegen tionen bedienen. Mangels an Arbeitern nod) kein Lehrer zur Seite geſtellt werden. M. L.
Mancherlei aus der Miſſion und für die Miſſion. (Von R. K.)
ſten
Lehrer Fr. Eberhard in Napoleonville, der jing: Station unſerer Negermiſſion, iſt hocherfreut
über den
guten
Anfang
ſeiner dortigen
Arbeit und
hat fic) mit ſeinen farbigen Schülern ſhon gut befreundet. “Die Kinder ine reinli<h und nett ee %
|
—
Die
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Tid) in Napoleonville predigte, ſagte Lehrer Eberhard zu ihm: Sd) gewinne täglih mehr Freude an mei“ner Schule und wünſche mir kein beſſeres Los als das mir hier beſchiedene!“ Nur eins macht ihm dort die Arbeit etwas ſchwer: es ijt kein anſtändiger, zureichender Naum da für die Schule. Doch damit ſoll es, will's Gott, jest bald beſſer werden. Wenn die Gaben von den lieben Schulkindern aus der Synodalkonferenz nod) weiter ſo einkommen wie in den Tegten Wochen, ſo können wir bald darangebhen, das jo nötige Schulgebäude in Napoleonville zu errichten. Gott erhalte inzwiſchen unſerm lieben Miſſionslehrer Eberhard ſeine Berufsfreudigkeit und kröne ſeine Arbeit mit reihem Segen! Miſſionar Kramer von der Bethlehensſtation in New Orleans ſchreibt: „Nicht ſelten findet man Leute, die Kinder oder auch ſchon. herangewachſene Perſonen von ungläubigen oder falſhgläubigen Verwandten und Bekannten zu fid) ins Haus nehmen und alles Ungemach, das ſie davon haben, geduldig ertragen, nur um es jenen Kindern zu ermöglichen, unſere Schule zu beſuchen, oder unt die betreffende Perſon ‘im ihrer Nähe zu haben und ſie zum Beſuch der Gottesdienſte anhalten zu können. Taufpaten laſſen es ſih oft niht nehmen, ihre Paten ſelbſt in unſere Schule zu bringen. Neulich gab mir eine alte Frau ein Stü Papier, auf dem ſie mühevoll und in großen _ Zügen verſucht hatte, meine Reformationspredigt nachzuſchreiben.“
Einer der hervorragendſten Miſſionare ‘der Londoner Miſſion, D. G. G. Lawes, iſt am 6. Auguſt an Lungenentzündung in Sidney, Auſtralien, geſtorben. Sim Jahre 1861 wurde er in dem jugendlichen Alter (Savage
Miſſionar,
Island, Niue)
ausgeſandt,
der erſte
der fic) unter der durd) den Dienſt ein-
“geborener Gehilfen damals eben für das Chriſtentum jelwonnenen Bevölkerung dieſer kleinen Sunjel niederießz. Hier verbrachte er die erſten elf Jahre ſeines Miſſionsleben8; ihr beſter Ertrag war die Über“ ſezung und der Dru> des Neuen Teſtaments in der Jm Jahre 1874 wurde er Sprache der Jnſulaner. “ mit Chalmers und Murray zuſammen berufen, die ondoner Miſſion an der englijdjen Südküſte NeuDort hat er 32 Jahre mit uineas zu begründen. apferem Mute und in großer Treue gewirkt. Nach en erſten, abenteuerreihen und gefahrvollen Jahren Pionierdienſtes waren ſeine beſonderen Aufgaben egriindiing und Leitung des Gebilfenjeminars
atorata und die wiſſenſchhaftlihe Erforſhung und
z
Geſundheit im vorigen Jahre nad) Sidney in die Stille zurückziehen. Dort hat ihn nun eine Krankheit von wenigen Tagen hingerafft. Ein bedeutſamer Tag für die Hauſſa - Miſſion der englifd-firdhliden Miſſionsgeſellſhaſt war der 10. Mai. Sie konnte die Erſtlingsfrüchte einer ſiebenjährigen Arbeit, zwei ehemalige mohammedanijde Mallams, in die hrijilidhe Kirche aufnehmen. Die Taufe fand in Saria, der weit vorgejdobenen Station im Sofvto-Reide, ſtatt. Als vor ſieben Jahren die Miſſionare vor dem Fanatis3mus der Mohammedaner das Feld räumen und Saria verlaſſen mußten, flehten ſie wohl, daß der Tag nicht fern ſein möchte, wo ſie in Saria wieder ihren Einzug halten könnten. Aber ſie dachten kaum, daß es in einem ſo kurzen Zeitraum gejdehen würde, daß Mohammedaner und gar Mallams fid) offen zum chriſtlichen Glauben bekennen würden. (D. Ev. M.) Ju Bli> auf das 100jährige Jubiläum der cvangeliſ<hen Miſſion in China iſt uns eine neue Statiſtik über deren gegenwärtigen Stand willkommen. Sie iſt von dem ſachkundigen Sekretär der China-JFulandMiſſion aufgeſtellt worden. Danach arbeiten zurzeit in China 51 Miſſionsgeſellſhaften mit 1349 Miſſionaren und 223 Miſſionsärzten, 971 Miſſionsſhweſtern und 75 Frauenärzten. Es ſind 706 Haupt- und 3394 Nebenſtationen beſeßt. Die Zahl der ertvad)ſenen, abendmablsberedjtigten Chriſten wird auf 154,142 berehnet, was auf eine Geſamtſeelenzahl von 250,000 bis 300,000 evangelijdjen Chriſten fdagen läßt. Jn 2394 Schulen werden 52,965 Schüler und Schülerinnen unterrichtet.
Neue Dru>ſachen.
‘von erſt 21 Jahren nad) der berüchtigten „Wildeninſel“
95
Missions -TWaube.
Dices
und
Das
ſionars.
aus
dem
Leben
oſtindiſhen
Miſ-
Zweite, reichilluſtrierte Auflage.
Con-
Von C. M. Zorn,
Cleveland, O.
cines
lutheriſchem Paſtor zu
St. Louis, Mo. 292 Seiten.
cordia Publishing House,
Preis: $1.25. Daß dic erſte Auflage dieſes köſtlichen Buches, das aud) vor der „Miſſionstaube“
ſeinerzeit aufs wärmſte
empfohlen wurde,
ſchon vergriffen iſt, freut uns ſehr, nod) mehr aber dieſes, daß
es nun
in einer
zweiten,
mit
vielen
Jlluſtrationen
ſhön
ge-
\<hmüd>ten Auflage erſchienen iſt, Haben ſich bisher ſchon viele ergößt an den intereſſanten, lebhaften Erzählungen Paſtor Zorns und fic) einführen laſſen in die Leiden und Freuden und
mancherlei Erlebniſſe cines jungen Tamulenmiſſionars, ſo ſollte dies Buch jest noh mehr Freunde finden und nod) mehr Jntereſſe erweden, da es uns durch treue Abbildungen die Haupt= * perſonen und allerlei Tamuliſches, wovon wir in uns der Ferne
fo ſchwer cine rechte Vorſtellung“ machen, nahe rü>t und uns gleichſam unter die Augen ſtellt. Wir empfehlen es geradein dieſer neuen Geſtalt
wieder
aufs
beſte und
wünſchen
es
reht
vielen unſerer alten und jungen Leſer als ein ſehr paffendes es Geſchenk auf den Weihnachtstiſch.
How 70 CELEBRATE CHRISTMAS.
By J. |
Luth. Pastor, Nashville, Tl. ung der Motu-Sprache und die Überſeßung faſt für e einfache Li Eine de en Bibel in dieſelbe. Nach 45jährigem Miſ- - Chriſtfe x ſehr die ſih ohne viel zeitraube a ionsdienſte mußte er fic) wegen ſeiner erſchütterten durchführen laſſen ſollte.=
i
Stet
|
96
Die
Liturgiſche
Feier
zur
heiligen
Chriſtnacht.
Schlerf, 415 24% St., Milwaukee, $2.50 das Hundert und Porto.
Wer fic) nach ſicht, der überſche den allerbeſten zu meinde zugegebene
für 500).
Missions-Taube. Von
Wis.
Paſtor i J.
Preis:
ciner ſhönen neuen Weihnadtsliturgie umniht dieſe von Paſtor Schlerf, dic gewiß zu rechnen iſt. Das fiir die Beteiligung der GeBeiblatt koſtet 75 Cents das Hundert ($2.00
R. K.
Da das Jahr ſcinem Ende entgegengedt,
ſo kann man, wenn es beliebt, aud) gleid) den Betrag fürs neue Jahr beifügen. — Diejenigen Leſer, welche an Agenten bezahlen, wollen ihren Betrag dieſen baldigſt überreichen, damit ſie nod) vor Schluß des Jahres mit uns abrechnen können. Doch werde man nicht ungeduldig, wenn in dieſem Fall ſich die Veränderung des Datums auf dem Umſchlag .ctwas verzögert, da die Agenten nicht jeden Betrag cinzeln einſenden können. Wenn jeder Leſer die Hand frijd ans Werk legt, dann ſollte
in kurzer Zeit, jedenfalls bis Neujahr, kein Rückſtand mehr zu ſein. möchten
wir
: wieder
wir, ſcitdem wir das Datum,
in
Erinnerung
bringen,
daß
bis zu welchem bezahlt iſt, auf
dem Umſchlag bringen, keine beſonderen Quittungen an die cinzelnen Leſer mehr ausſenden. Man wolle, wenn man bezahlt, bis zur nächſten Nummer warten und darauf achten, ob die Jahreszahl geändert iſt. ConcorDIA PUBLISHING HOUSE.
Milde Gaben für Negermiffion: Durch die Kaſſierer: H. F. Ölſchlager, Leavenworth, Kanſ., $107.46 und
133.71;
J. S. Simon,
G. Denker, Brooklyn, N. Y., 70.00;
Springfield,
C. Spilman, Baltimore, Md., 10.05;
Aug. Noss, Mile
wautec, Wis., 47.02; G. Denker, Brooklyn, N. Y., 25.00; J. H. Abel, Fort Dodge, Jowa, 33.30; O. E. Berneder, Seward,
Nebr., 109.77;
H. W. C. Waltke, St. Louis, Mo., 40.54;
C.
Buda in Horie, Kanj., 1.00 und von Dorothea Geye 1.65, Herz mann Geye .50, Maria Geye, Colby, Kanj., .50. Von Martin,
Alle diejenigen Leſer, welche unſere Zeitſchriften direkt per Poſt von uns bezichen, finden auf dem Umſchlag einer jeden Nummer angegeben, wieweit das Blatt bezahlt iſt, Heißt es alſo „Jan. 084, fo iſt darunter zu verſtehen, daß bis zum 1. Januar 1908 bezahlt ift. Jt aber cin früheres Datum angegeben, fo bedeutet das, daß man im Riidftand iſt. Zum Veiſpiel „Jan. OT" bedeutet, daß bis zum 1. Januar 1907 bezahlt iſt, und daß man alſo für das ganze Jahr, vom 1. Januar bis zum 31. Dezember, noch zu bezahlen hat. Heißt es „Jan. 06“, fo iſt man zwei Jahre riidjtindig 2c. Unſere Bitte an die Betreffenden geht nun dahin, daß man die Rückſtände in nächſter
verzeichnen Hierbei
21.71;
A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 200.00; W. J. Hinze, Beecher, MM, 100.70. Durch P. J. Koßmann, Convoy, O., von ſeinen Schulkindern 2.10. Durch P. J. M. Buda von Nathanael
Zur gefälligen Beachtung.
Zeit bezahlen möchte.
Für die Schule in Napoleonville: Durch die Kaſſierer: H. F. Olſchlager, Leavenworth, Kanſ., 30.80 und 25.28; J. S. Simon, Springfield, Jll.; 37.42; H. Veinlke, Staunton, Jil, 15.15; F. H. Kühnert, Groton, S. Dat,
Jll., 416.26;
G. Wendt, Detroit, Mich.,
Herbert, Anna, Paula und Lieschen Kupfernagel, Patterſon, Tex., 50. Durch Lehrer H. W. Meyer, Bremen, Jnd., von G. Helmlinger 1.00 und von einigen Schulkindern 1.20. Von Lehrer W. v. “Renner und ſeinen Schulkindern in Richville, Mich., 5.50. Von Lehrer G. Stephani und ſeinen Schülern in Crete, Jll., 3.00. Von P. A. F. Ziebell, Wheeler, Jll., 3.85. Durch Lehrer W. Simon, Jtasca, Ill., 8.20. Durch P. F. H. Menzel, Gardnerville, Nev., 8.00. Durch P. A. Ziehlsdorff in Swanville, Minn., von etliden Schulkindern .60. Durch Lehrer W. Tönſing, Monroeville, Jnd., von ſeinen Schulkindern .90. Durch Lehrer F. F. Burandt, Minneapolis, Minn., von ſeinen Schülern 3.82, Durch P. L. Meith von den Schülern der Zionsſchule in Carpenter, Jil, 1.50. Durch P. R. Amſtein, Jda Grove, Jowa, von ſeinen Schulkindern 2.60. Durch P. R. Kretſchmar, St. Louis, Mo., von Martha, Oswald und Pauline Kreßſchmar .75 und von B. N. Nauh, Sherman Park, N. Y., 1.00. Durch P. C. Predöhl, Hampton, Nebr., von den
Schulkindern ſeiner Gemeinde 2.50 und von den jungen Leuten
8.10. Durch Stud. Ad. Schrein, Holſtein, Nebr., von ſeinen 8 Schülern 2.00. Von N. N. in Kewanee, Jll., 10.00. Durch Lehrer Aug. E. C. Krenke, Bremen, Kanſ., von ſeinen Schüſern 13.15. Summa $780.66. : Für die Schule in Charlotte: Durch Kaſſierer W. I. Hinze, Beecher, Jll., 23.25. ‘ Für dic Kapelle in Salisbury: Durch die Kaſſicrer: H. F. Ölſchlager, Leavenworth, Kanf., 4.36; H. W. C.
Waltke, St. Louis, Mo., 10.00.
Summa
$14.36.
Beecher, Jll., 5.00.
Für die Orgel im Jmmanuel-College: Kaſſierer C. Spilman, Baltimore, Md., 4.25.
Für
Miſſionar
die Kapelle D-H.
Schooff
in
Mount
von
ſeiner
Pleaſant:
Gemeinde
Ba., 5.00. St. Louis, Mo., 18. November 1907. A. C. Burgdorf, Dankend
quittieren die Miſſionare
Dir. Bakke:
in
Durd
Meherrin,
Kaſſierer.
folgende Gaben:
Für arme Studenten von P. Nunges GeLehrer Eggers,
Die „„Miſſions - Taube“‘“ erſcheint einmal monatli<.
Der Preis fiir ein
Chicago, $5.00. Frau N. W., Wine Hill, Ill., 2.00. Prof. Lochner: Für die Pfeifenorgel von ciner Miſſionsfreundin durd) Prof. Wahlers 5.00. Z Jahr in Vorausbezahlung mit Porto iſt folgender: 1 Exemplar, 10 Exemplare unter eiuer Adreſ] u
n Us
8,
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Durd
meinde, Charter Oak, Jowa, cine Kiſte Kleider.
26
*
Summa $170.89.
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ion, New
-
Für das Luther-College: Durch die Kaſſierer: H. F. Ölſchlager, Leavenworth, Kanſ., 1.00; G. Denker, Brooklyn, N. Y., 8.00. Summa $9.00. Für das Jmmanuel-College: Durch die Kaſſierer: H. F. Ölſchlager, Leavenworth, Kanſ., 4.00; J. S. Simon, Springfield, Jll., 5.00; G. Wendt, Detroit, Mich., 19.25; Aug. Roſs, Milwaukce, Wis., 12.00; J. H. Abel, Fort Dodge, Jowa, 45.87; H. W. C. Maltte, St. Louis, D., 51.75; C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 28.02; W. J. Hinze,
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