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Missions-Taube 1897

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Die Miſſions-Taube. |

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Miſſionsgebiet der Heimath und des Auslandes, —.—

Herausgegeben :

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von der

Ev.-luth, Synodalconferene von Hoydamerthy.

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In deren Auftrag redigict i

von

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P. C. F. W. Sapper und P. R. Kreßſchmar.

Neunzehuter Jahrgang.

~ gt. Louis, Mo. CONCORDIA

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1897.

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rerrrererene ererae 20er e. Jm Namen JEſu. Amen.. Unſere Negermiſſion im Jahre 1896 und unſer Sorgenkind...

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Shanghai. (Mit Bild) Aus kalten Regionen. (Mit Bildern)... Broſamen vom Miffionstijd......... Bücher- Anzeige... .erenerere .. e. veer Gaben für Miſſion.

Februar. du geon oon

Der kleine Geronimo, eine Märtyrergeſchichte. Broſamen vom Miffionstifd......... Miffionsumjdau in Auſtralien...

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März. „Und JEſus ſprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jeruſalem, und es wird alles, vollendet werden, das geſchrieben ift durch die Propheten von des Menſchen Sohn.“ D Luc. 18, 31 Unſere Negermiffion ... a in Jeruſalem und etivad über Die evangeliſche „Erlöſer: Kirche

A Miſſion daſelbſt. (Mit Bild) die are ercere cos -e- «reee eueren ze... Gaben für Miſſion...

April.

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„Es werden nicht alle, die zu mir ſagen: HErr, HErr! in das Himmelreich kommen, ſondern die den Willen thun meines

Matth. 7, 21...

Vaters im Himmel,“

in Meyersville,

Die ene Bild)...

Eine beſhämende Neminiscenz an eine traurige, aber Gott Lob! vergangene Zeit unſerer americaniſchen Republik... 5 (Mit Vildern).........---Bilder aus Madagascar. ESA Gegenſeitig gerettet ….........--Miſſionsnachrichten .. : Bücher- Anzeige.

terre err err ereceeeee Gaben für Mipfio.....seeceserecceseees ceeeerer

September. „Der HErr hat alles wohlgemacht ; die Tauben macht er hörend und die Sprachloſen redend.“ Marc. 7, 37 Unſere Negermiſſion.….. «+ see +... +. -Ein anerkennendes Urtheil aus dem lu

Council” über unſere Negermiffion.....

Hagop Abouhajatian, ein armeniſcher Miſſion (Mit Bildern) =»«=... +. -Ordination und Einführung. Gegenſeitig gerettet Mijfionsnachridjten Buch: Anzeige ... .. neee reer cenas eee cenere Gaben für Miſſion...

Madagascar eas

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Anny Udawo und Elly Mtollo, zwei chriſtliche Kafſern:Jungfrauen. (Bild)... ----- « CESTO IL I III

Die Märtyrermiſſionare Ovir und Segebro>. Allerlei vom Miſſionstiſch

Bücher: Anzeige... Gaben für Miſſion

(Mit Bildern)

zum Reformationsfeſt... «-« -- «.--.-------

Unſere Negermiffion........ Bu den Bildern...

Zers ber Commiſion über Heidenmiſſion der ehrw. MiſſouriMODE eran reset R E EELoS epn a eee Miſſiónsnachrichten.: Bücher-Anzeige..... .. Gaben für Miſſion...

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(Mit Bild

December. „Siehe, dein König kommt zu dir fanftmiithig.”.........--. xo

Juli. nimmt

November. Als Nachklang

Ein Chineſenkind in ſeiner Wiege. (Vil Zerſtörung der evangeliſch-lutheriſchen Miſſi auf Madagascar see Gaben für Mijfion..... ep

Biidher-WAnzetge... Gaben für Miſſion.

COMICIOS

Pfingſtfeſt ...

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„Und da ſie der HErr ſahe, jammerte ihn derſelbigen und fprad zu ihr: Weine niht. Und trat hinzu und rührete den Sarg an, und die Träger ſtunden. Und er ſprach: Jüngling, ih ſage dir, ſtehe auf. Und der Todte richtete fich auf und fing an zu reden. Und er gab ihn ſeiner Mutter.“ CONDAL Luc. 7, 13—16. Unſere Negermiffior Negerſchulen Aus Armenien. Gin ſhwarzer Betrüger Aus Madagascar Miffionsnadrid)

die Sünder an.”

Luc. 15, 2...

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Bum 2öjährigen Jubiläum der ev.-luth. Synodalconferenz von “Nordamerica... »------« nee “4 m Eine Geſchichte vom Geben......

Ünſere Negermiſſion .…..--. IONIO Ein gefangener Eskimo. (Bild) Ceylon. (Bild)... e. sveae Miſſionsdienſtim Winter. (Mit Bild)

Miſſionsnachrichten .

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Mai. senses eee „Jh bin ein guter Hirte.“ Joh. 10, 12... ------.--Berſtörung, der evangeliſh-lutheriſhen Miſſionsſtation Sirabe

in Greensboro, N. C.

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Bücher: Anzeige... «.------- -------2- +2222. 22a eeuu ene cone Gaben für Miſſion... scsecenssenece recess 22s COTOS

Ünſere Reser Einweihung der “Ey.

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Carolina.

October.

Ein Jubeltag während ber Jubelſynode des Südlichen Diſtricts der none von Miſſouri, Ohio u. a. St. (Mit Bild) apan. (Mit Bildern)...--- CDCC rundſteinlegung eines Miſſionshauſes in Greensboro, N. C.

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Auguſt.

„HErr, nun läſſeſt du deinen Diener in Frieden fahren, wie geſagt haſt; denn meine Augen haben deinen Heiland ſehen.“ Luc. 2, 29. 30. Unſere Negermiffion...........Abermal cine große Freudennadricdt (Mit Bildern)... Chineſiſches.

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Dem Durſte erlegen in der Wüſte Sahara, der Beduine mit -----ſeinem arabiſchen Renner zu ſpät. (Bild)... Naſerei der Jeſuiten auf Madagascar eee. Transport von Lebensmitteln nach Cairo in Egypten. (Bild) I TC eee OE Allerlei ....ceeeereseceene «eee. eee cer eeerre ree see eesesenee ene Gaben für Miſſion...

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Rachriditen aus dent Niſſionsgebiet ber Sina Herausgegeben

für die

Evang.-Lutheriſhestarr S von den Paſtoren C

19. Jahrgang.

Im

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bon Nordamerifa von der Commiſſion für die Negermijjion; redigirt apper und Nidard Kreßſchmar.

Januar

Namen

JEſu.

Amen.

Mit dieſen Worten ift das alte Jahr ſelig geſchloſſen und das neue Frohlich begonnen. Ja, HErr JEſu, Jn meines Herzens Grunde Dein Nam und Kreuz allein Funkelt all Zeit und Stunde, Drauf kann ich fröhlich ſein.

O glüdcſelige Chriſten, die mit ſo getroſter, fröhlicher Zuverſicht des Herzens aus dem

alten in das neue Jahr

treten.

Wie ganz anders ift es bei dem armen Weltkinde. Blickt es auf das vergangene Jahr zurü>, und es war ihm viel leicht ein recht ſchweres Jahr,

voll Unglü>k und Herzeleid,

dann ſpricht es wohl mit einem Seufzer, wie froh bin id, daß es hinter mir liegt. Aber adj, bei dem Bli> ins neue Jahr ſchre>t ihn der Gedanke, wie, wenn auch dies ein Un-

glü>sjahr würde? Wahrlich, mich verdrießt dann zu leben. Oder war ihm das vergangene Jahr reid) an irdiſchen Gütern, Freuden und Ehren, ſo ſeufzt er auch und denkt, ach, wie nell ift es dähin geraufdt! Wer weiß, ob das neue Jahr nicht das Grab meines Glüd>es ijt! Ja, das Grab! Deſſen kann ſich kein Herz entziehen, daß der Jahreswechſel einen großen Schritt zum Grabe bedeutet. Und ach, was iſt der Tod dem armen Weltkind anders als der König aller Schre>en. Kann doch ſelbſt der Chriſt ſich manchmal des Grauens davor nicht erivehren. Welch ein troſtloſes Neujahr hat alſo die arme Welt! J's cin Wunder, daß fie wider dieſe {fchiveren Gedanken mit dem Freudenbedher ed

Weines aus dem alten in das neue Jahr hinüber eilt? -

und des Austandes.

1897

‘Aummer 1.

Wie gliictfelig iſt dagegen der Jahreswechſel dem wahren Chriſten! Alles Dunkel des vergangenen und des zukünftigen Jahres verſchwindet ihm vor dem Strahlenglanz der Sonne, welche ihm mit dem Namen JEſu aufgeht. O allerſüßeſter Name, womit er von Gott ſelbſt an dieſem Tage ſeiner Beſchneidung genannt war. JEſus— Heiland, Seligmacher, Tröſter, Friede, Himmel und ewige Seligkeit. Das bedeutet fein Name, und teil er mir das ſein will und durch den Glauben mir es auch wirklich iſt, darum kann ih beim Jahreswechſel ſo fröhlich ſein. Wohl bli>t auch der Chriſt auf ſo manches ſhwere Kreuz des vergangenen Jahres zurü> und erwartet ſolches aud) im neuen Jahre zu erfahren. Aber er weiß, welchen Segen ihm die Trübſal bringt. Darum rühmt er ſich der Trübſal. Und wird ihm zuweilen bange, ſo verzagt er doch nicht. Der Gedanke an die Trübfal iſt thm überhaupt niht das Schwerſte beim Jahreswechſel. Biel ſhwerer iſt ihm der Gedanke an ſeine Sünde. Ach, daß er ſeinen himmliſchen Vater, der ihn ohne Unterlaß täglich mit fo viel Wohlthaten überhäuft, mit fo vielen täglichen Sünden betrübt hat und aud) im neuen Jahr wieder betrüben werde,

daß er ſeinen Heiland,

den er mit ſei-

nen Sünden einmal ſchon ans Kreuz geſchlagen, immer wieder mit neuen Sünden kreuzigt, ach, das iſt's, was ihn zur Verzweiflung treiben möchte und ſeufzen läßt: Mich verdrießt zu leben! Aber ſiehe, da leuchtet der allertheuerſte JEſus8name hinein in dies \ſchauerliche Sündendunkel, vertreibt es und erfüllt ſein Herz mit dem himmliſchen Lichte göttlichen Troſtes, ſüßen Friedens. Dankbar gläubig ſpricht er: Mein JEſus hat mich ſelig gemacht von meinen Sünden, | da er heute einſt in ſeiner Beſchneidung die erſten theuren

LIBR ARY CONCORDIA SEMINARY ST. LOUIS, MISSOURI


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Blutströpflein vergoſſen hat. Jch bin gar rein und klar aller meiner Sünden. Welch ein Troſt ! Aber wie, wenn das neue Jahr unſer Todesjahr wäre? Ja, deß ift der wahre Chriſt beim Jahreswechſel vor allem eingedenk. Gerade das tritt ihm beſonders vor die Seele, daß er der Ewigkeit einen großen Schritt näher gekommen iſt. Da ſpricht er denn mit Moſes, dem Manne Gottes: „Lehre mich bedenken, daß ich ſterben muß, auf daß ich klug werde.“ Gewiß, er denkt an den Tod mit tiefem Ernſt, aber nicht mit knechtiſcher Furht. Denn ſein JEſus iſt ihm die goldene Pforte zum himmliſchen Paradies. Er weiß es, der Tod Tommt ihm nicht als ein furhtbarer Gerichtsbote, ſondern als ein Friedensengel, durch welchen ihm fein JEſus ſagen läßt: Komm heim, du müder Wanderer. Vertauſche die böſe Herberge dieſer Welt mit dem Vaterhauſe des Himmels. Laß mich abwiſchen alle deine Thränen und dich tröſten über all deinem ausgeſtandenen Leid auf Erden. O, das iſt ja kein Sterben, von der Erde zum Himmel fahren, aus der Unruhe zum Frieden, aus dem Kampf zum Sieg, aus den Leiden zu ewigen Freuden, aus dem irdiſchen Elend zu himmliſcher Herrlichkeit. Darum kann der Gedanke an den Tod den Chriſten beim Jahreswechſel and) nicht traurig machen. Aber ex erivedt ihn zu dem heiligen Gelübde, im neuen Jahre ſeinem JEſu noch treuer zu dienen, wider alles ungöttliche Weſen und weltlichen Lüſte ſiegreicher zu kämpfen, ernſter in der Gottſeligkeit, fleißigerin allen guten Werken zu werden. O, wenn er daran denkt, daß ſein JEſus ſeine Gläubigen einſt mit dem Gruße empfangen will: „Ei du frommer und getreuer Knecht“, ſo iſt es ſein heißeſtes Verlangen, ſich ſeinem JEſu in dankbarer Liebe ſon hier ſo erweiſen zu können. Aber im Gefühl ſeiner ſündlichen Schwachheit ſeufzt er: : Dies ift mein Schmerz, dies kränket mich, Daß ich nicht ſo kann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte.

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Nicht wahr, liebe Leſer, ſo beginnen wir denn mit unſerm JEſus das neue Jahr recht fröhlich, voll Glaubenszuverſicht ſeiner treuen Fürſorge und voll Verlangen, ihm mit jedem Tag des neuen Jahres inniger verbunden zu werden. — Und weil dieſe Neujahrsbetradtung an der Spige eines Miſſionsblattes ſteht, welche den ſüßen JEſusnamen denen ſoll bekannt machen, die ihn nod) nicht kennen und denen Wir fo gerne unſere Seligkeit in ihm gönnen und wünſen, fo wollen wir aud) mit dieſem heiligen Gelübde in das neue Jahr eintreten, in demſelben uns auch treuer im Gebet und reicher in Gaben für das ſelige Miſſionswerk er“finden zu laſſen. O,- wie wohlgefällig wird ihm das ſein, vie reidjlid) wird er uns dafür ſegnen, welch ein herrliches denjahr werden wir erleben! — Wohlan denn: In amen. Amen! D. H.

WUuſere Regermiffion im Jaßre 1896 und unſer Sorgenkind. Es bedarf keines ausführlichen Berichtes über unſer Miſſionswerk im lehten Jahre, da bei Gelegenheit der Verſammlung der ehriv. Synodalconferenz ſolcher erſtattet ivor-

den iſt. Einen kurzen Bericht werden überdies unſere Miſſionare in der nächſten Nummer geben. Wir holen nur Einiges nach und berichten zuerſt mit freudigem Dank gegen Gott,

daß er unſern lieben Miſſionar Burgdorf aus ſeiner

lebensgefährlichen Krankheit wieder zur vollen Geſundheit und Kraft zurückgeführt hat. Derſelbe will nun mit dem neuen Jahr in Atlanta, Ga., ſeine Miſſion im vollen Umfang mit Wochen- und Sonntagsſchule nebſt drei Gottesdienſten beginnen, ſo daß wir ihm wehren und ihn zur Schonung ſeiner Kräfte anweiſen mußten. Jn Mount Zion, New Orleans, wird in Välde die neue Kirche eingeweiht, deren Erbauung die reichen Gaben unſerer Jünglinge und Jungfrauen möglich gemacht haben. Gott wolle fie ewig dafür belohnen! — Miſſionar Lankenau, der ſeit Jahren die erſte Klaſſe ſeiner Schule verſorgte, mußte leider dieſe Arbeit aufgeben, da ſeine Geſundheit ſehr angegriffen iſt. Seine Klaſſe wurde Lehrer Niewedde übergeben und deſſen Klaſſe an der Bethlehem-Station hat Miſſionar Koßmann übernommen. Auf allen unſern übrigen Stationen geht es, Gott Lob! gut, das heißt, nah der Weiſe des Reiches Gottes. Satan und Welt ſperren fid) überall. Aber Gott gibt ſeinen treuen Knechten einen Sieg um den andern, daß man ſehen kann, der rechte Gott ijt mit ihnen. — Jn Meyersville und No>kwell ſind zwei Kapellen im Bau. Leßhtere durch das reiche Geſchenk von $250 eines ungenannten Freundes unſerer Miſſion. Die andere wird aus unabweisbarer Noth errichtet; denn die Leutlein in Meyersville mußten bisher im Freien Gottesdienſt und Sonntagſchule halten. Ohne Kapelle hätte alſo dies Segenswerk Monate lang bis zum Eintritt der warmen Jahreszeit gänzlich ausgeſeßt werden müſſen. Das durfte die Commiſſion doh nicht auf ſich nehmen, obwohl ſie das Geld dazu entlehnen mußte. Unſere Miſſionsfreunde werden dieſer ſchreienden Noth doh mit reichlichen Beiträgen zu Hülfe kommen! Nun aber frägt der freundliche Leſer wohl, was hat es denn mit dem Sorgenkind in der Ueberſchrift für cine Bewandtnis? Das ſcheint ja, als ob dod) nicht alles nad) Wunſch ginge. So iſt es aud. Unſer erſtes großes Sorgenkind war jahrelang die baufällige Mount Zion - Kirche in New Orleans. Wie haben wir Gott gedankt, als unſere jungen Leute durch ihre reiche Collecte uns dieſen Sorgenſtein abnahmen! Unterdeſſen aber hat fid) Greensboro als ein zweites und zwar überaus energiſches Sorgenkind ausgebildet. Die „Miſſions - Taube“ hat ja ſchon oft darauf hingewieſen, wie hohnothwendig zu einer geſegneten Führung der Miſſion in dieſer bedeutenden Stadt eine Kapelle ſei. Denn unſer Miſſionar muß hier Kirche und Squle in einer Freimaurerhalle abhalten, welche Negern

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#8 -Taube.

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gehört. Können fic) unſere lieben Lefer vorſtellen, was ungläubige und falſchgläubige Neger für Hauswirthe gegen unſern Miſſionar ſein werden? Wir möchten faſt ſagen, ſchon ihre Hautfarbe verräth ihren Meiſter, def Unterthanen ſie ſind. Was mußte ſich nicht unſer lieber Miſſionar von dieſen Negern gefallen laſſen! Wahrlich, nur um Chriſti willen konnte ev es ſo lange ertragen. Eine Engländerin, bei welcher unſer Miſſionar früher logirte, äußerte ſich darüber in folgenden Worten: “T believe it is more difficult to be a colored Missionary here than in Africa? (das

heißt:

Jch

glaube,

es iſt ſchwerer,

hier ein Neger-

miſſionar, als Miſſionar in Africa zu ſein). Judeß in lester Zeit haben die ſchwarzen Logenbrüder die Verhöhnungen unſers Miſſionars fo eit getrieben, daß es die

Schlimmere iſt dies: Unter meinem Predigt- und Schulſaal

befindet fic) ein Kaufladen, welcher die ganze Zeit über leer war. Seit September hat nun ein methodiſtiſcher Logenbruder eine ‘Grocery’ daſelbſt eröffnet, während der

frühere farbige Schulſuperintendent, methodiſtiſher Sonntagſchulvorſteher und Großmeiſter der Freimaurer, der wegen Verführung zweier Negermädchen vom Schullehreramt entlaſſen wurde, im gleichen Local eine Fleifderbude angefangen. Da unſere Halle nur durch einen dünnen, dazu löchrichten Bretterboden von dem Laden unter uns getrennt iſt, ſo haben wir fortwährend die größte Störung durch den Lärm und das Geſchrei, das nun einmal mit Negerſtores unzertrennlih verbunden iſt und hier aus Feindſchaft gegen uns noch toller als ſonſt getrieben wird. Um aber dem

Sceſtadt Shanghai in China.

Ehre Chriſti und ſeines Wortes forderte, -daß wir dieſem traurigen Zuſtand ein raſches Ende machten. Doch die lieben Leſer mögen ſelbſt urtheilen. Miſſionar Schmidt ſchreibt nämlich u. a.: „So lange wir die Freimaurerhalle gebrauchen, hatte keine der verſchiedenen Logen, welche ſie benüßen, im Winter Holz für den Ofen oder Del für die Lampen gekauft. Sie haben alle Holz und Oel der lutheriſchen Miſſion gebraucht, das heißt, geſtohlen, twas ſelbſt der Großmeiſter der Loge zugeſtand. Oft genug mitten im Gottesdienſt gingen unſere Lampen aus, die wir Tags zuvorgefüllt hatten, weil die Logen fie gebraucht hatten. Außer dieſem Diebsverluſt haben wir zu klagen über geſtohlene Vücher und zerbrochene Bänke. Auf meine Vorſtellung hin bei einer Negercommittee gab dieſelbe die Wahrheit der Klage zu und die geredjte Forderung um Ermäßigung der Miethe. Aber am Ende des Monats wurde mir höhnend die Rechnung für den vollen Betrag zugeſtellt. Doch das

iſt nicht der einzige Grund meiner Unzufriedenheit.

Das

Ganzen noch die Krone aufzuſeßen, ſo kommt der neue Schulſuperintendent der ganz nahen ‘Public School’, ein ver\hmißter Mulatte, der um ſeiner öffentlichen Sünden willen von zwei Colleges in Greensboro weggejagt worden iſt, und dennoch zugleich die Hauptſäule der uns aufs Blut bekämpfenden farbigen Methodiſtengemeinde iſt, während der Mittagspauſe zu dem Meßger unter unſerer Halle. Komme ih dann vom Mittageſſen zurü>, fo hält er mir mit diaboliſcher Schadenfreude eine Liſte von Klagen über Streiche vor, welche meine Schulkinder in der Mittagsſtunde verübt haben ſollen. Dies geſchieht natürli nur zur Verhöhnung meiner Perſon und meines Amtes, macht aber meine Stellung faſt unerträglich. „ Es war einſt gewiß fejlimm, der Sclave eines weißen Mannes zu ſein; aber, lieber Herr Paſtor, Sie dürfen es getroſt glauben, es iſt noch viel hlimmer, derSclave nicht nur eines, ſondern einer ganzen Bande von verſoffenen, verſtohlenen, kurz, in allen Laſtern verſunkenen Negern zu fein.” ... So weit Miſſionar Schmidt.


Wir meinen, es ijt uniwiderfpredjlid klar, in dieſer ent würdigenden Stellung durften wir unſern Miſſionar und die Miſſion der rechtgläubigen lutheriſchen Kirche keinen Augenbli> länger belaſſen. Die Commiſſion hat daher ſofort be\hloſſen, einen ſehr günſtig gelegenen Bauplatz in Greensboro für 600 Dollar zu kaufen und ſogleich den Bau einer Kapelle zu beginnen. Wir wiſſen nicht, woher wir das Geld nehmen ſollen, aber wir haben das Vertrauen zu unſerm Heilande und zu ſeinen Gläubigen, daß ſie uns in dieſer Noth nicht verlaſſen werden. Zweitauſend Dollar werden ausreichen, dieſen Beſchluß auszuführen und unſere Miſſion daſelbſt in ſolchen Stand zu ſehen, daß unſer Miſſionar dort ſein Amt fernerhin nicht mehr mit Seufzen, ſondern mit Freuden ausrichten kann. So laſſet denn, theure Glaubensgenoſſen, dieſen Nothſchrei euch zu Herzen gehen und helft

große Ebene, welche von zivei Flüſſen durchzogen iſt, die ſich bei Shanghai vereinigen. Dadurch hat die Stadt den ausgedehnteſten Handel mit dem Jnlande. Deſtlich liegt fie am chineſiſchen Meer, an deſſen Front drei Meilen entlang großartige Schiffswerfte dem ungeheuren Seehandel dienen. Die Hauptartikel der Ausfuhr ſind Seide und Thee. Hier wurde

auch die erſte Eiſenbahn

Chinas

gebaut,

die aber

von der Regierung 1890 aufgekauft und vernichtet wurde. Chineſiſcher Fanatismus! Die Stadt ſelbſt zerfällt in zwei ganz verſchiedene Theile. Der erſte Stadttheil iſt die eigentliche Chineſenſtadt mit etiva 250,000 Einwohnern, voll von Gößentempeln und durch nichts unterſchieden von andern ‘chineſiſchen Städten als durch beſſere Ordnung

und größere

Reinlichkeit. Während ſelbſt dié Hauptſtadt Peking noch keine gepflaſterten Straßen hat, ſo ſind hier die Straßen gepflaſtert, die Häuſer von Backſteinen erbaut, das Volk fleißi-

ger und betriebſamer als in andern Städten. Der zweite Stadttheil iſtdie europäiſche Stadt und zerfällt in eine engliſch-americaniſche und franzöſiſche Anſiedlung. Die Regierung derſelben liegt nach europäiſcher Weiſe in der Hand eines

ALE

Esfimo im Winter.

ung eilig und willig, daß das theure JEſuskindlein aus ſeiner elenden Krippe in ein Haus komme, darin es mit Freuden wohnen und ſein Wort reichen Segen ſtiften kann.

O. H.

0

Shanghai. Der Name dieſer chineſiſchen Stadt kommt fo häufig in den Zeitungen vor, war auch die erſte, in welcher die chriſtliche Miſſion ihr geſegnetes Werk begann, daß es unſern Leſern geivifs willkommen und intereſſant iſt, etivas Näheres über dieſelbe zu vernehmen. - Shanghai ift die bedeutendſte See- und Handelsftadt Chinas und war eine der erſten Städte dieſes Landes, welche 1843 dem auswärtigen

del geöffnet wurde. Sie hat daher die größte Zahl “<hriſtlicher weißer Einwohner und trägt das Gepräge euro“päiſcher Civiliſation mehr als irgend eine Stadt, außer

Stadtrathes,

der

aus

Europäern beſteht. Die Gerichtshöfe hier ſind theils von Europäern, theils von Chineſen beſeßt. Die Straßen ſind breit, mit Alleen und pracbtvollen Gebäuden beſeßt. Die feinſten europäiſchen Equipagen, von koſtbaren Pferden gezogen, beleben die Straßen. Alle Vergnügungspläße europäiſcher Großſtädte finden fic) hier, Theater, Clubhäuſer, Hotels, Bibliotheken, auch electriſche Beleuchtung 2c. Der Hafen iſt großartig. Angefüllt mit Schiffen aller Nationen der Welt, vom ſtolzeſten Dceandampfer bis herab zur plumpen chineſiſchen Tſchunk, ſcheint es, als ob die Welt fic) hier ein Stelldichein gebe. Das Land, auf welchem der europäiſche Stadttheil erbaut iſt, gehört dem chineſiſchen Kaiſer, dem dafür eine unbedeutende Jahresrente bezahlt wird. Nach dem Cènſus von 1890 betrug die Einwohnerſchaft dieſes Stadttheils 168,129. Der franzöſiſche Theil 34,722. Der Procentjas der Todes-

fälle beträgt 18.5 per Tauſend.

Shanghai ift aud) der

Mittelpunkt der Literatur der Fremden in China. Hier wird die beſte engliſche Tageszeitung, ſowie die meiſten Miſſionsſchriften publicirt. Die Dru>erei der Presbyterianiſchen Miſſion dru>t in chineſiſher Sprache nicht nur religiöſe, ſondern auch wiſſenſchaftlihe Bücher. Frühzeitig erkannten auch die Chriſten die Wichtigkeit dieſer Stadt in Bezug auf Miſſion. Schon 1843 begann die Londoner Miſſionsgeſell-


5 ſchaft ihr Werk hier. America

Die Miſſion dev Presbyterianer von

folgte im Jahre 1850

nah.

Sechs andere Miſ-

ſionsgeſellſchaften haben ſeitdem noch die Arbeit hier aufgenommen. Leider ſteht uns eine genaue Statiſtik über den Erfolg der Miſſionsthätigkeit augenbliclich nicht zu Gebote. woe

Aus

O. H.

kaſten Begioner.

„Unſre Reis durch Schnee und Cis Geht auch unt eine Seel’ allein.“

Mit dieſer Loſung zogen. einſt todesmuthig die Miſſionare der Dänen und der Brüdergemeinde hoch hinauf in die nördlichen Schnee- und Eis-

Im Sommer möchte die Sonne wohl gerne wieder einholen, was ſie verſäumt, und geht eine Zeit lang gar nicht unter; aber die Zeit iſt zu kurz. Da läßt ſich nicht viel zuwege bringen.

Nur niedriges Geſtrüpp, abgehärtete Pflan-

zen und Gartengewächſe von kurzer Lebensdauer kommen im Eskimoſommer fort. Pflanzenkoſt iſt dort äußerſt ſelten. Der Eskimo muß mit Fleiſchſpeiſen vorlieb nehmen. So ſchneidet er auf ſeinem leichten Kajak (Boot) ſchnell hin durchs Meer, und aus Luft und Waſſer holt er ſeine Beute mit Gewehr und Speer. Die Jagd ijt ſeine Hauptbeſchäftigung, Rennthiere, Walfiſhe und Seehunde ſein bevorzugtes Wild. Beſonders die lestgenannten find ihm nöthiger als uns das liebe Brod. Die Seehunde geben ihm ihr

wüſten, um den Esfimos das

Evangelium zu bringen. Dieſe, angeblich 30,000 Seelen, wohnen an der Nordküſte

Americas und auf einigen Juſeln des nördlichen Eismeers. Jhre .Stammeltern ſollen aus Nordaſien über die Vehringſtraße herübergekommen ſein und von dort ſich weithin über die arctiſchen Gegenden ausgebreitet haben. Als echte Kinder des rauhen Nordens ſind die Eskimos auf ihren öden, univirthlichen Eisgefilden ganz heimiſch. Holz wächſt dort nicht und

wird nur ſpärlich aus wärmeren Gegenden vom Meer dorthin getrieben. Doch der Esfimo weiß ſich zu helfen. Die langen Rippen und Knochen der Walfiſche erſehen ihm im Nothfall die Bretter, Stangen und Balfen. Die äußere Bekleidung ſeiner Sommerwohnung beſteht aus Fellen. Jm Winter baut er ſich ein niedriges warmes Haus aus Steinen, Raſen und Moos, allenfalls auch aus Cisblicen und Schnee. Thüren und Fenſter haben als Verſchluß fein zuſammengenähte Darmhäute, welche etivas Licht durchdringen laſſen. Der Winter iſt ſehr lang und bitter kalt. Die Tage werden immer kürzer. Am 19. December 1894 ſchrieb der engliſche Miſſionar Pe> ins Tagebuch: „Sonnenaufgang um halb zwölf; Sonnenuntergang um halb eins.“ Je “nachdem die Eskimos iveiter nördlich wohnen, ſcheint ihnen die Sonne im Winter wochen- oder monatelang nicht, nur

der Mond, der blendende Schnee rnd zu Zeiten das brillante

Nordlicht erhellen die winterliche Landſchaft, und in der engen : Winterwohnung der Esfimofamilie fla>ert die „ewige“ Thranlampe und verbreitet Licht, Wärme und — Dunſt.

Esfimos

im Sommer.

Fleiſch als ſeine Hauptnahrung; ihren Spe> und Thran als Leckerbiſſen und als Leucht- und Brennmaterial; ihr Fell zur Kleidungz ihre Sehnen zu Zwirn; ihre Knochen „Gute Zeiten“ für die Eskimos, wenn's zu Werkzeugen. viel Seehunde gibt! Als ein Miſſionar ihnen die Herrlichkeit des Himmels vorſtellte, konnte einer von ihnen nicht die Frage zurückhalten: „Gibt es aud) viele Seehunde im Himmel?“ Eine wilde, hagere, wolfsähnliche Raſſe von Hunden ſind die einzigen Haus- und Zugthiere der Eskimos. Im Somsmer finden dieſe Hunde Nahrung genug, im Winter müſſen ſie froh ſein, wenn fie vertro>nete, verſalzene und verdorbene Fiſchreſte bekommen. Vom Hunger gequält zeigen fie daun auch zuweilen ihre Wolfsnatur und fallen über die Häuſer her, zerreißen und verſchlingen Felle" und was ihnen ſonſt annehmbar ſcheint. So wurde die Fellkirche zweier eng-

| 4


oder gar gefrornes

nicht überwinden. „Möge Gott ſie bewahren und, wenn's ihm gefällt, ſie ohne Schaden hierher zurückführen. Mir iſt's fraglich, ob ſie den Wechſel des Klimas und der Lebensweiſe werden ertragen können“, ſchrieb ein Miſſionar, als eine ſeiner Familien aus Labrador fic) nah Chicago zur Weltausſtellung hatte abholen laſſen. Zufrieden mit ihrem irdiſchen Loos, leben die Eskimos in ſ{höner Harmonie miteinander. Hall, der lange unter ihnen getveilt, nennt ſie das gutherzigſte Volk auf dem Erdboden. Eine Obrigkeit haben ſie nicht nöthig. Etwaige Händel werden durch den Singeſtreit geſchlihtet. Vor einer Verſammlung begegnen ſich die Gegner und jeder trägt ſeine Sache ſingend vor und

Brrr! Vielleicht nod) dazu gegen den Dann halte es einer im Schlitten aus!

verſucht den andern lächerlich zu machen. Wer das leßte Wort behält und die meiſten Lacher auf ſeiner Seite hat,

liſcher Miſſionare dur ein Rudel 100 hungriger Hunbe formlid) in Feber zerriſſen. Und dod) wie nüßlch find dieſe Hunde für Esfimos und Miſſionare, zumal auf Reiſen! Acht oder zehn Hunde werden vorgeſpannt. Auf dem Schlitten liegt feſtgebunden das Gepä>, vorn ausgebreitet der große Schlafſa>. Ju Pelz gekleidet, ſteigt der Eskimo auf, \{lüpft in den Sac, nimmt die Peitſche zur Hand, treibt an — und im Saus fliegt der Schlitten über die gefrorene Schneeſteppe dahin, zumal wenn's mit dem Winde geht, und cin aufgeſpanntes Segel die Fahrt beſchleunigt. Wie? lieber Leſer, haſt du Luſt zu ciner ſolhen Schlittenpartie? Aber bedenke, 20, 30, 40 Grad

Que>ſilber! Hu! ſcneidigen Wind!

unter Null,

iſt Sieger. Mit Entrüſtung hören die Esfimos von der Unterdrückung der Untergebe-

nen bei andern Völkern, Das „Tollwaſſer“ der berauſchenden Getränke findet bei ihnen wenig Gnade. Nun haben fie aber auch einen großen Dünkel von ſich ſelbſt. Sich ſelbſt nennen ſie Junuit, das heißt, „Menſchen“, alle andern Kublunat, „Barbaren“. Wenn ſie jemand mit beſonderem Lobe auszeichnen tvollen, ſagen ſie:

im Kajak.

Aber ſ{limmer noh, wenn während der Reiſe Thautwetter eintritt. Mühſam fdleppen die Hunde dann das Gefährt _ weiter, und ſ{weißtriefend keuht der Eskimo daneben her. Der ſonſtigen Strapazen und Gefahren einer ſolchen „Hundereiſe“ nicht zu erivähnen, — ſie iſt kein Vergnügen! Aber- warum ziehen dieſe Kinder des Nordens nicht in wärmere, wohnlichere Gegenden? Ei, warum kommen nicht auch die Südländer aus dem glühenden Sonnenbrand herauf, wo kühle Lüfte ihre heißen Stirnen fächeln? Gott der HErr hat Ziel gefest und zuvor verſehen, wie lang

fofs,

fpiclen

eine bedeutende Rolle.

Armes,

verblendetes

Heidenvolk, doppelt zu bedauern, weil es durd) Stumpfſinn und Selbſtgerechtigkeit die Rettungsverſuche der Miſſionare äußerſt ſhivierig macht. Abgeſehen davon, daß ſchon vor 900 Jahren einmal auf Grönland chriſtliche Niederlaſſungen beſtanden haben ſollen, “und weit alle Menſchengeſchlehter wohnen ſollen. — Die ivar der: Norweger Hans Egede der erſte, der den Eskimos _ Seimath, die Wohnung der Eskimos ijt nun in jenen kal- ‘die Kunde von Chriſto, ihrem Heilande, brachte. Der ten Regionen. Dort befinden fie fid) wohl, dort tvollen fie fromme Dänenkönig Friedrid) LV. gewährte ihm dazu die “auch bleiben. Und haben manche von ihnen fich nach an- nöthige Unterſtühung. Unter den größten Schwierigkeiten, dern Himmelsftriden locen laſſen, — meiſt konnten ſie den Gefahren und Entbehrungen arbeitete er von 1721—1736, EL en vertragen, iim N Land nicht heimiſch fünfzehn Jahre, mit bewundernswerther Hingebung. Aber nur eine Anzahl Kinder konnte er durch die Taufe Chriſto

ne ZE Ls

Esfimo

„Du biſt beinahe tvie wir.“ Ja, fie ſind cin ſtolzes, ſelbſtzufriedenes Volk, und liegen dabei, ſofern ſie Heiden ſind, in jämmerlicher Verblendung, in ſhändlichem Aberglauben und in allerlei abgöttiſchen Greueln. Wohl wiſſen ſie von einem „großen Geiſt“ zu reden, ſagen ihm aber nach, daß er fic) um die Menſchen nicht kümmere. Daneben glauben ſie an eine weibliche Gottheit, die nur Unheil ſtiftet und Gefallen daran findet, die Menſchen zu quälen. Jhre Zauberer und Beſchwörer, die Ange-


zuführen, keinen einzigen von den Erwachſenen.

Endlich | Nindvieh von Simbang auf die Bergſtation (Sattelberg),

brach er zuſammen. Am Körper krank, ſchwer angefochten | die er jeht bewohnt. Auf der Rückkehr wollte er in einem in der Seele, hielt er ſeine Abſchiedspredigt über Sef. 49, 4. : Dorf, Dobeo, übernachten, da er mit dem Vich ſchwere Ar-

nde aber dachte: Sch arbeitete vergeblich und brächte meine | beit hatte. Da jedoch ſeine Jungen, welche bemerkten, daß Kraft umſonſt und unnüßlich zu, wiewohl meine Sache des die Leute, die ſich dort zuſammenfanden, lange Finger mach-HErrn, und mein Amt meines Gottes ijt.” — Aber auch, ten, nicht bleiben wollten, ſo zog man weiter der Berg-

tet, wie er, da

kein Local zu

haben war, cine feds Fuß hohe Schneemauer aufführen ließ zum Schuß gegen den ſchneidenden Wind, und um-

Esfimo

auf der Reiſe.

geben von dieſem Schneewwall

hat er einer Menge großer und kleiner Eskimos unter blauem Himmel das Wort verkündigt. Und wenn wir es auch beklagen müſſen, daß den Eskimos nicht immer die reine, unverfälſchte Schriftlehre dargeboten worden iſt, ſo freuen iir uns doch der Lichtſtrahlen, die zu ihnen gedrungen ſind und den ſeligen JEſusnamen unter ihnen verklärt haben, und zweifeln nicht, wenn an jenem Tage der HErr alle die Seinen um fid) verſammeln wird und die Schaaren von Mor-. gen, Mittag

und Abend herbeikommen,

um mit Abraham,

Fſaak und Jakob zu Tiſche zu ſien, fo werden auch ſolche von Mitternacht hinzukommen, die gläubigen Eskimos, die durch den Dienſt der Miſſion gerettet worden ſind.

RK.

-

Broſamen vou DWNiffionstifd.

Aus Neu-Guinea.

Miſſionar Flierl iſt im Novem-

“Her des vorigen Jahres aus großer Lebensgefahr errettet ivorden. Gr holte mit etlichen ihn begleitenden Jungen

ſprochen hätte. Es kam bald ein junger Mann nadigerannt, drang mit gezü>tem Speer auf Flierl ein und wollte ihn durchſtechen, weil er gedroht habe, wieder zu kommen und die Katika zu ſchlagen. Flierl war in einer ſchre>lichen Lage; zum Revolver wollte er nicht greifen und eine andere — Rettung ſchien nicht vorhanden zu ſein. Er ſchrie in der Noth zum HErrn, der ihn auch errettete. Zweimal legte ſich Sake ins Mittel und es gelang, die Gefahr abzuwenden. Mit zornigen Bli>ken und Worten zog ſich der Angreifer endlich zurü>, und, wenn auch todtmüde und völlig erſchöpft,

langte Flierl doch bei ſto>finſterer Nacht errettet und dankerfüllt auf der Bergſtation an. Das Vieh hatte er unter: Obhut ſeiner Begleiter, der Finſternis wegen, zurü>laſſen müſſen, es wurde aber am andern Morgen gebracht. — So hat der HErr ſeinen Diener aus Todesgefahr errettet und Auch wir danken — jene Heiden vor Blutfduld bewahrt. Gott für ſolche Errettung „und bitten ihn, daß er ſeine \hüßende Hand fernerhin über ſeine Boten halten und jene Heiden bald aus der Finſternis zum Lichte führen möchte!

arn

ſion unter den Heiden des Nordens noch werthvolle Dienſte. | näher bekannt war, Sake, forderte denſelben auf, mit- ihm Das von ihm begonnene Werk wurde fortgefest. „Wenn die Diebe zu verfolgen. Flierl hatte wohl die geſtohlenen Eine Seele dadurch gewonnen wird, iſt nicht zu viel darauf Sachen zurückgefordert, trieb. aber nad) Kräften vorwärts. verwendet!“ erwiderte der Dänenkönig, als man ihn auf Sake ſagte zuletzt: Nun, ſo bringe erſt das Vich heim, dann die großen Unkoſten der bisher vor Menſchenaugen fo wenig komm herunter, fo ſchlagen wir die Katika, — auf die Leute erfolgreichen Miſſion hinwies, und ſandte neue Miſſionare von Katika ſchoben nämlich die Dobeoner die Schuld. Flierl ins Feld. Auch die Brüdergemeinde nahm ſich der Miſſion ‘gab bloß zur Antwort, daß er das Vieh heimbringen wolle. opferivillig an. Endlich nach vielem Pflanzen und Begießen Es muß nun aber ein Mann von Sates Begleitern zurü>eine herrliche Frucht: Am 30. März 1739 wurde Kajarnak, gekehrt ſein und die Leute von Katika gegen Flierl aufgeſtachelt haben, als ob er Drohungen gegen dieſelben ausgeder erſte Eskimo, ſammt ſeiner Familie getauft. — Debt bekennen ſih faſt ſämmilihe Grönländer zum Chriſtenthum. Jn Labrador gibt es wohl an 1500 chriſtlihe Esfimos. Auch ſonſt wird noch an manchen Stellen auf den nördlichen Cisgefilden das licht- und lebenſpendende Evangelium verkündigt. Auch die Engländer haben dort Miſſionsſtationen gegründet und einer ihrer Miſſionare berich-

PRITZLAFF MEMORIAL LIBRARY CONCORDIA SEMINARY

als er in die Heimath zurückgekehrt war, leiſtete er der Miſ- | ſtation zu. - Ein Veiwohner des Dorfes, mit welchem Flierl


ſcheiden,

„ih

hatte

eben vorher

die Geſchichte

von Petri

Verleugnung geleſen, und daß Petrus hinausgegangen war und bitterlih geweint hatte. Wie konnte id) da meinen HErrn verleugnen ?“ O. H.

Milde Gaben für die Negermiffion: Durch Kaſſirer H. Knorr, Detroit, Mich., $14.00 und 3.26. Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., 95.90. Durch Miſſionar J. Koßmann von ſeiner Negergemeinde in New Orleans, La., 40.00. Von N. N. 2.00. Durch Kaſſirer C. A, Kampe, Fort Wayne, Jnd., 7.35.

Bücher-Anzeige. Theological Quarterly. Published by the Lutheran Synod of Missouri, Ohio, and .other States. Vol. I. No. 1.

January, 1897. St. Louis: Concordia Publishing House. Preis:

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Wehre“ $2.00.

pro Jahr;

für Abonnenten

der

„Lehre

:

und

Mit dem Erſcheinen dieſer vierteljahrlichen Zeitſchrift in engliſcher Sprache tritt die ſegensreiche und weitgehende Wirkſamkeit der USL gewiſſermaßen in ein neues, epochemachendes Stadium. Die Fahne der reinen Lehre und göttlichen Praxis in der Kirche, welche dieſe Synode durch Gottes Gnade nun ſeit fünfzig Jah: ren hoch gehaſten und zu Ehren und Macht gebracht hat, trägt ſie mit dieſer Zeitſchrift in engliſcher Sprache auf ein neues Gebiet, auf das der wiſſenſchaftlichen Theologie der engliſch redenden Kirche, wiſſenſchaftlich nicht im modernen, anrüchigen Sinne, ſondern in dem berechtigten Sinn unſerer alten großen lutheriſchen Dogmatiker und Kirchenväter. Sie tritt auf diejes Gebiet nicht mit ehrgeizigen Eroberungsgelüſten oder mit unlauterer Freude am bloßen Kampf, den ſie freilich erwartet. Nein, ihr Ziel iſt vielmehr wie das ihrer ältern deutſchen Collegin „Lehre und Wehre“. Sie will die Wahre verkündigen und dem Irrthum wehren auf cinem Gebiete, wo te bisher faſt ſtumm geweſen iſt. Sie will dieſem Land der ki rc< lichen Freiheit damit den Tribut des Dankes für dieſe h Gottesgabe darbringen, indem ſie in der Landesſprache die unt

liche Wahrheit göttlichen Wortes und der lutheriſchen Symbole im Glauben und Leben darlegt und den Jrrthümern entgegentritt, die

Durch

Miſſionar F. J. Lankenau,

New Orleans,

La.,

von

ſeiner Negergemeinde 10.00. Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., 19.00. Durch Kaſſirer C Heinrich, St. Paul, Minn., 23,50, Durch Kaſſirer F. H. Harms, Bancroft, Nebr., 133.02. Durch Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md., 87.16. Durch Paſt. A. Bäpler, Little Nock, Wek, von Georg Neichhardt, 12.00. Durch Paſt. Gurſchke von Frau Doris Andorff, Homeſtead, N. J., 2.00. Summa: $469.19. Für die Kapelle in Greensboro, N. C.: Durch Miſſionar J. Schmidt von einer Miſſionsfreundin in New York 2.00. Für Negerkapellen in North Carolina: Durch Kaſfirer H. Bartling, Addiſon, SIL, 10.00. Durch Kaſſirer H. Knorr, Detroit, Mich., 54.90. Summa: $64.90. A. C. Burgdorf, Kaſſirer. Durch Herrn Lehrer H. Engelbrecht von ſeinen Schulkindern in Kendallville, Jud.,; erhielt ich $10.00 für die Weihnachtsbeſcherung der armen Negerkinder. Den lieben kleinen Gebern ſage ich herzlichen Dank und wünſche denſelben Gottes reichen Segen zur Vergeltung ! Concord, N. C., den 14. December 1896. E. F. Rolf. .

Mit herzlichem Dank von Herrn W Kerber aus Süd- Auſtralien empfangen 34.87; davon fiir die „Miſſions-Taube“ von 1897—1900 einen Dollar, den Reſt, $3.87, für die Kapelle in Greensboro, N. C. Dem theuren Geber Gottes reiche Vergeltung und brüderlichen Gruß von . C. J. O, Hanſer. Durch Vermittlung der Louis Lange Publ. Co. für die Negermiſſion erhalten von Fr. Paulina Starke aus Auſtralien 65 Cents. — Herzlichen Dank und Segenswunſch. C. J. O. Hanſer.

fic) auf dieſem Gebiet bisher ungeſtraft und ſelbſt unter lutheriſchem Namen breit gemacht haben. Wer dieſes erſte Heft zur Hand nimmt und auch nur flüchtig durchlieſt, der wird nicht erſt fragen: Was will aus dieſem Kindlein werden? Er wird vielmehr den vollkom: ‘menen Mann darin reden hören, wie ihn der Apoſtel Eph. 4, 13. beſchreibt, „im Glauben und Erkenntnis des Sohnes Gottes nach dem Maße des vollkommenen Alters Chriſti“, Daß wir nicht zu ‘viel ſagen, wird die kurze Angabe des reichen Jnhaltes dieſes erſten Heftes bezeugen. Es enthält folgende Abhandlungen: What is

verſandt werden können,

and the Augsburg Confession. Public Worship in the Lutheran Church. A Short Exposition of Luther's Small

unter der Adreſſe: Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Alle die Redaction betreffenden Einſendungen find zu adreffiren an Rey.

Theology?

The Genesis of New Testament Greek.

Catechism. Outlines of Pastoral Theology.

Calvin

Theological Re-

view. The Pulpit. Sm Ganzen 128 Seiten, von welchen 118 allein “aus der Feder Prof. A. Gribners,- des Gauptredacteurs, find. Es yet ft auger Frage, die Miſſouri-Synode hat mit ihrem Beſchluß auf “ihrer leßten Verſammlung, dieſe engliſche Zeitſchrift heraussugeben, tgläubigen Kirche“ dieſes Landes einen überaus wichtigen

Die „Miſſions - Taube’ erſcheint einmal monatlih. Jahr in Vorausbezahlung mit Porto iſt folgender: - 1 Exemplar, 10 Exemplare,

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Die Partic-Preife gelten nur dann, wenn alle Exemplare unter Einer Adreſſe Briefe, welche Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder zc. enthalten, ſende man C.

F. W. Sapper. 206 S. Madison Str., Bloomington, 111. ; alle Geldbeträge

für die Negermiſſion

an den Kaſſirer Dir. A. C. Burgdorf,

1033 S. 8th

Str.,

St. Louis, Mo. Irregularities in delivery of this paper to be reported to Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Entered at the Post

Ofiice at St. Louis, Mo., as second-class matter.

moc perm

geleiſtet und eine Quelle reichen Segens eröffnet. Jun wichPetri Verleugnung. Ju einem kleinen Dorfe der Man: | Dienſt tigen brennenden Fragen wird dieſe Zeitſchrift, wie es nie zuvor getſchurei wohnt ein Mann Namens Tang, der mit den Miſ- | ſchehen, die Stimme des reinen Gotteswortes hören laſſen und ſo viele irrige Anklagen und ungerechte Urtheile über die lutheriſche ſionaren in Berührung war; das Lernen wurde ihm aber Kirche entkräften. Jun dem ſogenannten Schulſireit über chriſtliche herzlich ſauer, zumal er ſchlecht leſen konnte und. faſt ſtock- Wochenſchulen, vor drei Jahren, über die Frage, ob zur unſerer Landesconſtitution cin Zuſatz gemacht werden ſoll, welcher die chriſt: taub war. Dieſer Tang wurde kürzlich von übermüthigen liche Religion anerkennt, über die Wichtigkeit der Trennung zwiſchen Soldaten überfallen, na>t ausgezogen und an Händen und Kirche und Staat, über die richtige Sonntagslehre, über den Geiſt Füßen gebunden. Dann wurde ihm ein Schwert an die und die Gefahren des Pabſithums und dergleichen iſt bisher die Stimme der lutheriſchen Kirche in den wiſſenſchaftlichen Zeitſchriften Kehle geſeßt und er gefragt: „Biſt du ein JEſusgläubiger?“ | der engliſchen Kirche dieſes Landes noch nie oder doch nicbt rein verSolDie nommen worden. Dieſe Zeitſchrift wird durch Gottes Gnade von „Ja“, antwortete er kühn, „ich bin ein Chriſt.“ jeßt an dieſen großen Dienſt leiſten und ein helles Licht in viele durch daten gingen zu ihrem Officier und fragten ihn, was ſie mit Irrthum verduntelte Lehren bringen. Wer will ausreden, welch ein dem Menſchen machen ſollten ; der war klug genug, ihnen Segen dadurch der Kirche und dem ganzen Lande gebracht werden Die lutheriſche Kirche iſt daher der Miſſouri - Synode zu zu rathen, daß ſie ihn laufen ließen. So konnte Tang am wird! hohem Danke für die Herausgabe dieſer Zeitſchriſt verpflichtet, und nächſten Sonntag wieder in die Kirche kommen. Der Miſ- Gott hoch zu loben und zu preiſen, daß er ihr neben den Mitteln fionar fragte ifn: „Sag an, Tang, wie biſt du zu einem auch ſolche hochbegabte und gelehrte Männer dafür gegeben hat, die dieſer ſchweren Aufgabe ſo gewachjen ſind. Gott ſchenke dieſer Zeitſolchen Befennermuthe gekommen, da du dod) erſt fo wenig ſchrift einen herrlichen Siegestauy! D. 9. vom Chriſtenthum weißt?“ „Herr“, erwiderte Tang be-


a aaah 21 |

¥

M Herausgegeben ſür die Evang.-Lutherifde ALOT von den Paſtoren C. F. W.

19. Jahrgang. HErr,

nun

von Nordamerika von der Commiſſion für die Negermijfion; redigirt

Sapper und Nichard

Februar läſſeſt du

deinen

Diener

deinen

Heiland

1897.

‘Nummer 2.

in Frieden | an fic) und was er von dieſem Heiland habe, nämlich den

fahren, wie du geſagt haſt; denn meine Fugen Haben

Krehſchmar.

geſehen.

Luc. 2, 29. 30. So ruft der alte gläubige Simeon in ſeliger Freude aus, als er das ſüße JEſuskindlein auf ſeinen Armen hielt und ſein Auge auf dem theuren Gotteskinde ruhte. Zwar war ihm dasſelbe der Bote Gottes, der ihm zurief: Simeon, Simeon, deine Beit ijt da; beſtelle dein Gaus, du mußt jebt ſterben. Aber er erſchrak nicht. Ach nein. Der Todesbote war ihm ja zugleich ſein Heiland, und darum der offene Himmel, ſein Sterben durch ihn ward ihm zur fröhlichen Himmelfahrt, ſein Tod die hocherſehnte Befreiung von allem Uebel, von den Gebrechen ſeines hohen Alters, die endliche, völlige Erlöſung aus allem Sündenjammer, cine Entrückung in Fried und Freud aus der böſen Teufelsherberge in die eivige Heimath, in das himmliſche Vaterhaus, wo längſt die Sehnſucht ſeines Herzens weilte, worauf all ſein gläubiges Flehen, Kämpfen, Thun und Laſſen gerichtet war. —

| Tod, ſein Sterben.

O daß mit dieſem JEſuskindlein die

Stunde ſeines Abſchieds aus dieſer Welt gekommen, daß er

nun endlich hinfahren darf in das ſhöne Paradies des Himmels, das iſt ihm das Erſte und Höchſte der empfangenen | Todesbotſchaft ; denn damit find die ſüßeſten Wünſche ſeines | Herzens, iſt die heißeſte Hoffnung ſeiner Seele aufs herrlichſte | erfüllt. Darum der Freudenausruf: „HErr, nun läſſeſt | du deinen Diener in Frieden fahren.” : Lieber Leſer, fo ſollte es auc) bei uns fein. Das iſt | recht eigentlich die Hauptſache, Ende und Ziel unſers ganzen | Chriſtenthums, — ein ſeliges Todesſtündlein. Darum han| delt es ſich in all unſerm Kämpfen und Ringen hier, in allem | Kreuz unſers Lebens, bei all unſerm Beten und Flehen. | Das ift der leßte Zwe> unſers Hörens und Leſens göttlichen | Wortes, und unſers Abendmahlganges: unſer Herz in der | Gewißheit unſers ſeligen Todes zu befeſtigen und zu erhalten. | Jch will ſelig ſterben, ih will ewig bei Gott ſein, darum | bin ich getauft, darum bin ih ein Chriſt, darum höre ih* Gottes Wort,

komme zum Tiſch des HErrn

und bete ohne

Gott hatte ihm zuvor | Unterlaß. Dazu wehre ih mid) mit der Kraft Gottes wider O ‘vie wunderbar find ſeine Worte! geoffenbart, ev ſolle nicht eher, aber dann ſterben, wenn er | alle Verſuchungen des Teufels, der Welt und der Sünde den Heiland ſelbſt mit leiblichen Augen geſchaut habe. Als | und will immer fleißiger in guten Werken, immer aufrichtidieſe ſelige Stunde gekommen ar, führt Gott ihn ſelbſt in | ger in gottſeligem Leben mich finden laſſen. D es ift ein den Tempel und offenbart ihm, dies Kindlein der Maria, | unerträglicher Gedanke, nach all dem Elend dieſes armen die jest das Opfer ihrer Reinigung darbringt, das iſt der Lebens einſt no< hören müſſen: „Gehe hin, du Verfluchter, Chriſt, das ift dein Heiland, deſſen dein Herz begehrt. Und | in das ewige Feuer.“ Aber o unausdenkbare Freude und ivas antivortet nun Simeon? Er äußert nicht zuerſt ſeine | Seligkeit, einſt hören zu dürfen: „Komm her, du Geſegneter, Freude über den Heiland, daß er endlich erſchienen ſei, ſein | ererbe das Reich, das div bereitet iſt von Anbeginn der Volk zu erlöſen. Nein, wunderbarer Weiſe, er denkt zuerſt | Welt.“


10

:

Die

Misstons-Taube.

Und ſiehe, lieber Leſer, dieſe heilige Sterbekunſt, dieſe allerſeligſte Gewißheit unſerer einſtigen Himmelfahrt im Tode, die ijt’s auh, warum tvir fo gerne Miſſion treiben. Ach, zu dieſer Seligkeit möchten wir gerne alle Welt führen. Auch der alte Simeon denkt daran und rühmt daher von dem Heiland, daß er bereitet ſei. allen Völkern und ein Licht aller Heiden. O wie gerne helfen wir, daß dies Licht auf. gehe denen, die nod) in Finſternis des Todes wandeln. O welche Freude iſt es, zu hören, wenn Gott durch unſern Dienſt wieder eine Seele errettet hat. Ja, das iſt aller Gläubigen inniges Begehr, daß immer mehr Seelen in der Stunde ihres Todes mit uns freudig gläubig ausrufen können: „HErr, nun läſſeſt du deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland geſehen.“ D. H.

Unſere Negermiſſion. New Orleans. Jun New Orleans geht der Bau der neuen Kirhe Mount Zion rüſtig vorivarts und wird wohl vollendet ſein, ehe die Leſer dies zu Geſicht bekommen. Damit iſt denn auch die leste Zahlung der Bauſumme fällig. Zwei Zahlungen find gemacht, woher dieſe leste Zahlung nehmen, weiß unſer Kaſſirer heute nod) niht. Außerdem müſſen wir nod) $200.00 für Bänke beſchaffen. Wohl werden dieſelben etivas mehr koſten, doh wird dann das Fehlende die kleine Gemeinde ſelbſt bezahlen. Dieſelbe ſtrengt fic) überhaupt ziemlich an, was rühmlich anzuerkennen iſt, denn ſie läßt ſowohl an der Thalia-, wie an der Franklin-Straße einen neuen Zaun (Fence) bauen. Herr Miſſionar Kuſs meldet: „Unſer Zaun koſtet uns $150.00, welche wir aber ſelbſt bezahlen wollen. Unſer Sextonhouse (Kirchendienerhaus) iſt auc) gebaut. Dasſelbe koſtet

etiva $160.00.

Es ivar natürlich nicht genug Geld in der

Kaſſe, um dieſe Unkoſten alle zu beſtreiten, daher habe ih das Geld von zwei guten Freunden geborgt, bis wir es eingenommen haben. ... Dieſe Woche hatte ih einige Glieder an der Arbeit im Hof; es war kein guter Abzugskanal in demſelben, ... den habe id) jeßt graben und machen laſſen... . Da die Bänke nicht vor dem 1. Februar abgeſandt iverden fonnen, wird die Einweihung erſt im Februar ſtattfinden können. ... Mount Zion hat der Commiſſion jebt genug gekoſtet, und muß daher die nöthigen improvements ſelbſt beſtreiten, und id) bin der feſten Zuverſicht, daß ſie das aud) kann. — Der Finanzbericht iſt ja bei Weitem noh niht, was er ſein ſollte, die Leute haben ihre liebe “ Noth, einige haben Krankheit im Haus, andere find ohne Arbeit und können nichts bezahlen, da fie kein Geld ver“dienen können.“ Erwachſene hat der Miſſionar jest feine “im ‘Unterricht, ‘hofft aber, bald mit einigen anfangen zu können. Die Sonntagsſchule hat fid) im Ledien Quartal gehoben.

Ueber die St. Pauls Station laſſen wir Herrn Miſſionar Lankenau ſelbſt berichten. Er ſchreibt: Jahres bericht über die St. Pauls Station in New Orleans, La.: Unſere Seelenzahl beträgt jest 185, gegen 164 im Vorjahr, eine Zunahme von 21 Seelen. - Die Zahl der Communicirenden ijt von 76 auf 85 geſtiegen. Zwei Glieder haben wir an die Baptiſten verloren. Eins von dieſen, ein Frauenzimmer von etiva 25 Jahren, hat den „Geiſt“ in ſolhem Maße bekommen, daß fie ſogar lateiniſch (2!) predigen kann! Jd) habe ſchon öfters fie ſehen wollen, aber ic) fann fie nie zu Hauſe treffen. Daß fie lateiniſch predigen kann, hat man auf folgende Weiſe erfahren: Sie war eines Tages krank und ließ den Arzt rufen. Derſelbe kam, und während er da war, fing ſie mit einmal an zu reden. Sie ſelber wußte nicht, was ſie ſagte, aber der Arzt fuhr ganz erſchro>en auf, ſah ſie verwundert an und rief: “Why, where did you learn to speak Latin??? So hat denn fie, und fo haben es die andern Leute erfahren, daß fie lateiniſch ſprechen kann. Selbſtverſtändlich hat ſeitdem noch keiner des Lateiniſchen Kundiger Gelegenheit gehabt, ſie lateiniſch reden zu hören. Man kann auch gar nicht erfahren, wer der Arzt geiveſen iſt, der die wunderbare Entdedung zuerſt gemacht hat. Der lateinije „Geiſt“ fomme eben ſeit jenem denkwürdigen Tage bloß dann, twenn keine lateiniſche Ohren da ſind zum Hören. — Seb) für meine Perſon bin der feſten Ueberzeugung, daß das arme Frauenzimmer nicht ihren vollen Verſtand beſißt. Was das andere Glied betrifft, ſo hoffe ih dasſelbe mit der Heit wieder zurü> zu gewinnen. — Hausbeſuche wurden von den Arbeitern dieſer Station im Ganzen 871 gemacht. Davon machte Lehrer Niewedde, der ſeit dem 5. December 1896 an der Oberklaſſe unterrichtet, 50; Fräulein Holland, die Lehrerin an der. Unterklaſſe, 383; der Miſſionar 438. Von meinen Beſuchen waren 294 innerhalb der Gemeinde; die übrigen 144 tvaren Fremdenbeſuche. Die 130 Gottesdienſte des Jahres wurden von 9032 Leuten beſucht; der Durch\hnittsbeſu<h war alſo 69 Perſonen. Der Gottesdienſt am Sonntag-Morgen wurde durchſchnittlih von 86, am Sonntag-Abend von 61, in der Woche von 45 beſucht. Der Beſuch dieſer Gottesdienſte im Jahre 1895 ivar: 79, 54, 40. Die Sonntagsfdule erfreut ſih einer überaus großen Schülerzahl : 178, doch iſt der Beſuch im Verhältnis gering: bloß 82. Die Wochenſchule wird von 170 Kindern beſucht; täglicher Beſuch: 136. — Jm Monat December wurde unſere ‘‘yard”? vor der Kirche mit Cement gepflaſtert. Das nöthige Material, deſſen Koſten fic) auf $24.00 beliefen, lieferte einer unſerer Glieder, ein Herr Baker. Die Arbeit beſorgten unentgeltlich zwei andere Glieder, Moſes Raymond und Albert Nicholas. Vor der Treppe ift in \hönen großen Buchſtaben die Juſchrift in dem Cement ein: „gelegt: “Vv. Luth. St. Paul’s Chapel.?? Dieſe Buchſtaben werden auch von einzelnen Gliedern bezahlt werden. fo daß alſo nichts aus der Kirchenkaſſe genommen werden muß. Wie ich ſo unter der Hand vernommen habe, wollen


Die

Missions -Werrke.

die Glieder jest aud) genug Geld aufbringen, um die Koſten

einer eiſernen Fenz vor der Kirche zu beſtreiten. Wie viel Geld ſie ſchon zuſammen haben, weiß id) nicht, da es ihre Abſicht iſt, mich eines ſchönen Tages mit der neuen Fenz zu überraſchen. Hoffentlich wird ihnen die „Ueberraſchung“ gelingen. — Jm Unterricht habe ich zur Zeit 4 Erwachſene und 14 Kinder. Möchten dieſe alle treue Glieder unſerer theuren Kirche werden! Communicirt haben lestes Jahr 188; getraut wvurden 8 Paare;

getauft 10;

begraben 7 Perſonen.

Die monatlichen Beiträge beliefen jid) auf lecten auf $97.35. Die Einnahmen der beliefen ſich auf $48.40, der Wochenſchule Armenkaſſe auf $29.25. An den Kaſſirer ſandte die Gemeinde $117.75.

$86.55, die ColSonntagsſchule auf $90.10, der für Negermiſſion

Kaſſenbeſtand am 31. De-

cember 1896: $206.30. Nun, der HErr bleibe auch ferner bei uns und fördere das Werk unſerer Hände, ja, das Werk F. J. Lankenau. unſerer Hände tvolle ev fördern!

Aus North Carolina ſchreibt Herr Miſſionar Bakke,

daß wir in Mount Pleaſant mit unſerer Miſſion ganz und gar hoffnungslos obdachlos ſind, und daß daſelbſt nothwendiger Weiſe Rath geſchafft werden müſſe. Zugleich erhielt die Commiſſion aus Wisconſin die freudige Nachricht, daß ein dortiger Freund unſerer Negermiſſion $250.00 für den Bau einer Kapelle in North Carolina gegeben habe, welche Summe nun ſofort für Mount Pleaſant beſtimmt wurde. Jn Mount Pleaſant hatte der Miſſionar 50 bis 90 Zuhörer in den Gottesdienſten und 18 Schüler in der Sonntagsſchule. Jn Atlanta, Ga., ivo unſer durch Gottes Gnade ſo weit wieder geneſene Miſſionar A. Burgdorf ſeit December ſich alle Mühe gegeben hat, eine Miſſion zu gründen, ſcheint für

unſere Miſſion kein Raum mehr zu ſein. Alle Neger der dortigen ſo ſehr zahlreichen Negerbevölkerung, welche von Gottes Wort nod) etivas wiſſen wollen, halten ſich bereits zu den in großer Zahl vorhandenen Sectenkirchen für Neger. Unſer Miſſionar wird fid) daher nad) einem andern Miſſionsfelde umſehen. Zum Schluß haben wir unſern lieben Leſern noch eine ſchr betrübende Nachricht zu bringen. Unſer lieber farbiger Student Burthlong, der ſchon fo treu und fleißig in unſerer Miſſion gearbeitet hat, ein treuer, begabter Jüngling, der nächſten Sommer ſeine Studien im Predigerſeminar in Springfield würde beendet haben, liegt hoffnungslos krank darnieder an der Schwindſucht. Auf Wunſch ſeiner Mutter und Anrathen der Aerzte haben wir beſchloſſen, _ ihn heim nad) New Orleans zu ſenden. Wunderbar find Gottes Wege, dod) demüthigen wir uns unter ſeine gewaltige - C. S. Hand. ‘Er wird alles wohl machen. Ein chriſtliher Chineſe, dem die Römiſchen eine große Geldſumme anboten, falls er übertrete, antwortete: „Kann das meine Seele retten? Jd) habe aus der Bibel gelernt, daß Chriſtus mich retten kann. Was hilft mir all euer Geld, wenn meine Seele darüber verloren geht?“

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Abermal

11 eine große Frendennadridt

dürfen wir heute unſern lieben Leſern bringen. Monaten

durften wir das Geſchenk von $250.00

Vor zwei für den

Bau einer Kapelle unſerer Negermiſſion in North Carolina von einem ungenannten Freund unſerer Miſſion melden, und heute dürfen wir eine gleiche Freudenbotſchaft bringen. Ein ebenfalls ungenannter Freund unſerer Negermiſſion

hat dem Herrn Kaſſirer Küchle in Milwaukee, Wis., auch $250.00 zum Bau einer zweiten Kapelle in North Carolina übergeben. D wie hoch erwünſcht kommt uns dieſe theure Gabe und wie innig danken wir Gott dafür! Denn eben hatte Herr Miſſionar Bakke der Commiſſion geſchrieben, daß er auf der Mount

Pleaſant Station

ſein Local ver-

loren und nun kein Haus habe, wo er ſeine Schäflein aud nur alle vierzehn Tage zur Gonntagsfdule und zum Gottesdienſtl verſammeln könnte, und doch iſt es ein ret hoffnungsvolles Feld für die Miſſion. Bereits iſt eine Negergemeinde im Entſtehen

begriffen,

obwohl

die Gottesdienſte

in einer

ganz elenden Hütte, in einem ſogenannten Cottonhouse, abgehalten wurden. Sie hatten dasſelbe zwar gratis, umſonſt, konnten aber auch jeden Tag, wie jest geſchehen iſt, davon ausgetviefen verden.

Da

ſaß denn die Commiſſion

rathlos beiſammen. Eben hatte ſie den unabweisbaren Bau einer Kapelle in Greensboro beſchloſſen, obwohl kein Geld dafür vorhanden iſt, und nun ſchon wieder ein ſolcher Nothſchrei! Was ſollten wir thun? Mit Schuldenmachen im Reiche Gottes arbeiten, ijt ſ{<le<te Glaubensarbeit! Aber ſiehe, wo Menſchen rathlos ſind, da hat der, der Rath heißt und iſt, immer Rath gewußt und geſchafft, unſer lieber HErr JEſus. Schon hatte er dem Kaſſirer für dieſe Noth das Geld in die Kaſſe zahlen laſſen, und wir tougten’s nod nicht. O du hochgelobter Heiland, geprieſen ſei dein herrlicher Name. Ja, du erhöreſt Gebet, darum kommt alles Fleiſch zu dir. Ehe ſie rufen, antworteſt du, und wenn fie nod) reden, - hörſt und gibſt du über Bitten und Verſtehen. So ſegne nun deinen treuen Knecht und vergelte ihm ſeine Liebe in Ausbreitung deines ſeligen Reiches ſchon hier an Leib und Seele nach dem Reichthum deiner Gnade. Einſt aber laß ihn als einen frommen und getreuen Knecht eingehen in deine ewige Freude und vollen Lohn empfangen.

O. H.

- Unter den Miſſionsarbeitern, welche in Kucheng, China, ihr Leben verloren, waren auch zwei junge Damen, welche alle Bequemlichkeiten einer chriſtlichen Heimath darangegeben hatten, um den Heiden das Evangelium zu bringen. Als nun die Mutter derſelben die traurige Nachricht von der Abfchlachtung ihrer Töchter hörte, erging ſie fic) nicht in bittern Klagen, ſondern rief aus: „Wollte Gott, ih könnte nad China gehen und die Arbeit meiner Martyrtöchter fortſegen!“ Jt das auch eure Geſinnung, ihr lieben Mütter, die ihr dies leſet ? ;

*


Die Missions-Tauvæ. Chinecfifdes.

I. Die beiden Bilder iveifen uns dieſes Mal nach China, dem älteſten und größten Reich der Welt. Das eine führt Uns in die. Hauptſtadt dieſes Landes, Peking, und zeigt uns eine Probe der chineſiſchen Scenerie und Baukunſt, nämlich den altchineſiſhen Sommerpalaſt des Kaiſers. Durch eine faſt dreißig Fuß hohe, ſchr breite Mauer wird Peking nach Norden in die ſogenannte Tartarenſtadt und nach Süden in

Sommerpalaſt

die Chineſenſtadt abgetheilt. Beide Städte zeigen deutliche Spuren des Verfalls. Die Straßen find unrein und ſtaubig, voll Unraths und ſtinkender Gruben und Pfiigen. Die Chineſenſtadt hat den größten Verkehr. Dort wimmelt es von Fußgängern, Sänften und den verſchiedenſten Fuhrwerken. Jn der Tartarenſtadt beſinden fic) manche ſchöne Anlagen. Da find die Triumphalſtraßen mit Marmorbriiden und ſinnbildlichen Thierfiguren. Den Mittelpunkt aber bildet hier die kaiſerliche Stadt, welche von einer Mauer umgeben iſt. Jn derſelben erhebt fic) ein Hügel, von dem man das ganze maleriſche Bild der Stadt überſchauen kann. Hier fieht man die gelben Dächer der kaiſerlichen Paläſte, dort die hellgrünen Dächer der Wohnungen der Regierungsbeamten, dort die dunkelblauen Tempeldächer, tveld) ver-

ſchiedenartige Bauten! Dazwiſchen freie Plage, mit farbig glaſirten Ziegeln gepflaſtert, und beim kaiſerlichen Palaſt ein künſtlicher See und Baumanlagen. Aber ſo prächtig auch die Gebäulichkeiten des kaiſerlichen Palaſtes,

die zwei

Gößentempel im Süden der Chineſenſtadt ſtehen vor denſelben an Schönheit nicht zurük. Der eine iſt der Tempel des Himmels, der andere der Tempel des A>kerbaus. Vor dieſem liegt der ſogenannte „heilige Aker“, auf dem früher der Kaiſer Chinas mit einem Pflug von Gold und Elfen-

bein jährlich die erſte Furche zog und Samen ausſtreute. Die Zahl der Einwohner Pekings wird verſchieden ange-

in Peking.

geben, jedenfalls beträgt fie weit über eine Million. Ziweimal iſt dieſe Stadt vor Jahren von einem heftigen Erdbeben heimgeſucht worden. Das erſte Mal büßten dabei 300,000 Menſchen ihr Leben ein, das andere Mal 100,000.

Verſchiedene Miſſionsgeſellſchaften haben ſhon in dieſer Hauptſtadt Chinas ihre Mettungsarbeit an den Heiden begonnen. Ja, bis in den kaiſerlichen Palaſt iſt das Wort Gottes gedrungen. Peking iſt ein Miſſionscentrum für das nördliche China. Auch haben die Jeſuiten es verſtanden, fic) ſhon längſt dort feſt einzuniſten.

II. Jn dem andern Bilde wird uns eine vornehme Chineſin vorgeſtellt,

eine von

den Chineſenfrauen,

deren

irdiſches

“D

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apes wtlisestores ~- Werke, Loos zumeiſt erträglich iſt, die aber nicht ſelten das Leben ihrer heidniſchen Mitſchweſtern recht verbittern helfen. Die Grauſamkeit der Chineſen iſt faſt ſprüchwörtlih,

und man

kann den chineſiſchen Frauen nicht nachrühmen, daß ſie ſich durch beſondere Herzensgüte vor ihren Männern ſehr vortheilhaft auszeihneten. Freilich iſt die Chineſin nur ſelten in der Lage, andere zu drangſaliren, denn ſie ſelbſt iſt in der Regel die Unterdrückte. Die Frauen haben bei den Chinefen keine Rechte, die der Mann zu beachten“ hat. Sie ijt ſeine Sclavin und muß fid) alles von ihm gefallen laſſen. Ex kann ſie mißhandeln, ſie im Stich laſſen, ſie verkaufen, ja wohl gar ums Leben bringen. So begegnete der Miſſionar Matteer einmal, wie das Calwer Miſſionsblatt erzählt, auf der Strafe ciner jungen Frau, die eben in einem Käfig ins Gefängnis abgeführt wurde. Warum? Sie hatte über ihren rohen, grauſamen Mann Del geſchüttet, dieſes angezündet und fo ſeinen Tod herbeigeführt. „Welche Strafe bekommt ſie dafür?“ fragte der Miſſionar. „Man wird ſie in Stiide hauen“, lautete die Antwort. „Was würde ge\hehen, wenn ein Mann ſeine Frau tödtete?“ „Darnach würde das Gericht nichts fragen.“ — Wie viele Frauen | Chinas haben ſchonin ‘Ver- * zweiflung über ihrer jammervollen Lage Selbſtmord begangen! Dafür entnehmen {wir demſelben Blatt folgendes Veiſpiel : Jährlich gehen Tauſende von Männern in die Vornehme Fremde, ganz unbekümmert um

ihre

Frauen,

die

dann

ganz und gar der Willkür und Rohheit “der herzloſen Schwiegermutter überlaſſen ſind. So iſt ein junger Mann aus Lo fang pa ſeit ſehs Jahren in der Fremde, hat ſeit ſeinem Weggehen nie mehr etwas von jid hören laſſen. Die junge Frau fist verlaſſen zu Hauſe, muß jeden Tag bei ſchmaler Koſt über ihre Kräfte arbeiten und wird fortwährend von ‘der Schwiegermutter ausgeſcholten, gar oft auch geſchlagen. Das Evangelium, das eine Erlöſung für “ die Gebundenen bringt, kennt fie nod) nicht. Wie dürfte ſie es aud) wagen, ohne Einwilligung ihrer Schwiegereltern die Miſſionsſtation zu befuden! hr Loos ift darum, da fie ohne Gott und ohne Hoffnung in der Welt ift, ein wahrhaft trauriges. Dieſem unerträglichen Leben beſchließt ſie

oh eta N

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durch Selbſtmord ein Ende zu machen. Sie hat eine ein: zige gute Freundin. Dieſer erzählt fie ganz unbefangen ihr Vorhaben und bittet ſie, ihr den Gefallen zu erweiſen, zugleich mit ihr zu ſterben. Dieſe iſt gar bald einverſtanden, hat ſie doch auch ein trauriges Daſein. Zwar iſt ihr Mann nicht in die Ferne gezogen, aber — was für eine Chineſenfrau noch iveit ſchwerer iſt — ſie hat keine Kinder, was ihr

jeden Tag von der Schwiegermutter mit der ftidelnden Bemerkung aufgerü>t wird, daß man nun bald eine Nebenfrau kaufen werde. Am andern Tag gehen die beiden mit einander auf einen Berg. Jn aller Seelenruhe pflü>ken ſie das ſtarke Gift der Theeblätter und verabreden fic, das-

ſelbe in der zweiten Nachtwache zu nehmen und darauf eine Schale voll Reis zu eſſen, damit das Gift ſeinen ganzen Dienſt thue und nicht deſſen Wirkung durch ein Brechmittel, das ſie etiva gezivungen wür~ den nachher zu nehmen, aufgehoben werde. So thaten ſie denn auch beide. Um Mitternacht hörte man die Strohwittive furchtbar ſtöhnen, und als man ihr beiſpringen wollte, ſagte fie ganz gelaſſen: „Jh ſterbe jet, gebt mir ja kein Brechmittel, ih habe Reis darauf gegeſſen, fo daß es dod) nichts nüßen würde.“ Dann bat ſie, man möchte dod) aud nach ihrer Freundin ſehen. Als man entfest nadhfdaute, fand man dieſe bereits todt auf dem Bett ausgeſtre>t. Noch eine halbe Stunde und aud) fie lag entſeelt vor Aller Augen. Chineſin. O, möchte Gott den vielen Millionen des armen heidniſchen Chineſenvolkes das Heil in Chriſto kund werden laſſen! R. K.

Der kleine Geronimo, eine Märtyrergeſchicte. Jm Muſeum von Algier in Nord-Africa ſteht eine ſehr beredte Gipsfigur, beredt für jeden, der fid) einen Bekenner Chriſti nennt. Es iſt ein magerer, halb erwachſener Knabe, das Geſicht mit di>angeſchwollenen Adern, der kleine Mund feſt geſchloſſen. Arme und Beine find zuſammengeſchnürt, . der Leib ſtark aufgedunſen, die Rippen an mehreren Stellen : eingebrochen.

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Die

Missions - Wake,

Soll dieſe lebensgrofe Figur eine Geſchichte erzählen? Der Knabe hieß einſt, vor etiva 300 Jahren, Geronimo und war aus Stalien gebürtig. Algeriſche Seeleute Hatten ihn geraubt, ‘zum Sclaven gemacht, und wollten ihn nun zivingen, ſeinen chrijtlidjen Glauben zu verleugnen und Muhammedaner zu werden. Aber der Knabe blieb feſt in ſeinem Glauben an den HErrn JEſum Chriſtum, - den er ſtandhaft bekannte. Da wurde er zu grauſamem Tode verurtheilt. Man baute nämlich dazumal gerade eine Feſtungsmauer, aus Blöen, die man aus flüſſigem Cement herſtellte. Jn einen ſolhen Blod hat man nun den armen Geronimo verwandelt. Man hieß ihn, fid) in eine eigens deswegen gefertigte Form zu legen, ſchnürte ihm Arme und Beine zuſammen, und begoß ihn mit der flüſſigen Maſſe ſo lange, bis die Form gefüllt war und nihts mehr von dem Jüngling zu ſehen übrig blieb. Dann hat man den nunmehr feſten, viere>igen Blo> ruhig wie jeden andern in die Mauer eingefügt. Eine dunkle Sage von dieſem Vorfall aber hat ſich jahrhundertelang im Volke erhalten. Vor nicht langer Zeit ſollte ſie fid) als Wahrheit erweiſen. Die Franzoſen ließen das alte Fort umbauen und zu dieſem Zwe>e die Mauer niederreißen. Hierbei ſtieß man auf einen ſonderbaren Hohlraum, faſt von Menſchengeſtalt, der vertro>nete, bleihe Gebeine barg. Der Gouverneur, den man ſofort benachrichtigte, befahl nun, -jenen Hohlraum mit Gips auszugießen, und als er erhärtet war und man die Form abſchlug, da ſtand das Iebensgrofe Bild des armen Geronimo vor ihm und redete zu ihm. Leſer, ſollte did) dein Weg einmal nach Algier führen, verſäume niht ins Muſeum zu gehen und jenen fleinen Märtyrer anzuſchauen, er wird auch zu dir reden, denn das alles hat er geduldig ertragen um ſeines Glaubens willen. Wir aber, du und ich, wir haben ſchon oft um Geringes unſern HErrn und Heiland verleugnet. (Sächſiſche Freikirche.)

Brofamen vom Wiſſionstiſ<h. a /

Wie erfinderiſch die fanatiſchen Chineſen find, die Jhrigen am Uebertritt zum Chriftenthum zu verhindern, beweiſt folgendes Erlebnis, das von einem alten engliſchen Miſſionar in cinem Londoner Miſſionsblatte mitgetheilt wird. Mit freudiger Erivartung ſah dev Miſſionar dem kom-

menden Sonntag entgegen. Sieben bekehrte Chineſen ſollten durch die Taufe in die Gemeinde aufgenommen werden. Doch ſtellten fic) nur feds derſelben ein. Chang Shung “ließ vergebens auf fic) warten, Wer hätte das von ihm “erwartet? Zwei Jahre war er unterrichtet worden, hatte eine ſ{höne Erkenntnis; wie oft hatte ex ſchon ſeinen Glauben freimüthig bekannt und auch andere Heiden zur Bekeh‘rung ermahnt! Nun am Ziel ſeiner Wünſche, fo nahe vor ſeiner Taufe, ſollte er vielleicht jest noh riicfallig geworein?

Dder fons mochte ihm. wohl zugeſtoßen fein? —

Schon am Montag erhielt der Miſſionar cinen Brief. Der lautete, wie folgt: „Am Tage vor meiner Taufe traf ich meinen alten Freund Jung Ho, der ſih nad) meinem Vorhaben erkundigte. Mit Begeiſterung redete ih darauf zu ihm von meinem Eintritt in die chriſtliche Kirche. Er konnte es mir kaum glauben

und ſuchte durd) fünf Beweggründe

mich von meinem Vorſaß abzubringen. Erſtens, ſagte er, unſer Kaiſer iſt kein Chriſt. Wie kannſt du ferner auf ſeine Gnade Anſpruch machen, tern du did) zu den Chriſten ſchlägſt? Zweitens weigern fid) die Chriſten, den Verſtorbenen zu opfern; fo zerreißen fie das Band der Liebe und verleugnen die Sitten ihrer Väter. Wie würdeſt du drittens deine Mutter durch den Abfall von ihrer Religion kränken und fo der ſchuldigen Kindesliebe Hohn ſprechen und alle Tugend mit Füßen treten! Jſſtt doch auch ferner ‘niemand von deiner ganzen Familie je ein Chriſt geweſen. Pfui, welhe Schmach würdeſt du auf deine ganze Verwandtſchaft bringen; jedermann, dein eigen Weib müßten ſich mit Abſcheu von dir abwenden. Und endlich, magſt du immerhin jenen Ausländern durch deine Taufe eine Freude bereiten, alle deine Landsleute aber würden dich deſto mehr haſſen, deine Angehörigen und Freunde dich verſtoßen. Bedenke did). Was ſagſt du zu dieſen fünf Punkten? — Sd war iwie verſteinert. Nun gingen mir die Augen auf. Sd) ſchämte

mid)

meiner

Thorheit.”

— Das

war

der Brief.

Er ivar dem Miſſionar ein Räthſel. Jene fünf Gründe waren ſo alt und abgedroſchen, von Chang Shung ſelbſt ſhon als nichtig zurückgewieſen. Wer mußte nicht Verdacht ſchöpfen? Bald verlautete es auch, der Brief ſei ein Schwindel, ſei gefälſcht und untergeſchoben. Jener ſei nod) ſtandhaft wie zuvor. So war es. Zehn Tage ſpäter kam der bekehrte Chineſe und erzählte: Zwei Tage vor jenem Sonntag habe er einem Freunde ſeine Abſicht im Vertrauen

mitgetheilt, in der Meinung, daß dieſer dem Chriſtenthum zugethan ſei. Doch -der habe es ſofort ſeinem Bruder gemeldet und der ihn dann zu ſeinem Haus gelodt unter dem Vorwand, daß er in einer wichtigen Sache ſeinen Rath hören volle. Arglos ſei er hingegangen, und als es ſehr ſpät geworden ſei, habe man ihn genöthigt, über Nacht zu bleiben. Am nächſten Morgen waren ſeine Kleider verſ{hwunden, nur die Unterkleider waren ihm geblieben. Er forſchte nah. Man ſagte ihm, in dringender Verlegenheit habe man ſie verpfändet, doch ſollten ſie ſofort herbeigeſchafft werden. Er ſolle inzwiſchen fein Frühſtü> eſſen. Er ſchöpfte Verdacht, fragte nach dem Eſſen wieder nach ſeinen Kleidern und erhielt denſelben Beſcheid. Schon war es Mittag, auch der Abend kam herbei, aber ſeine Kleider niht. Auch am Montag ſaß er nod) ohne Kleider in ſeinem Gefängnis. Am

Dienstag

kam

ſein Bruder

mit der Sprache

heraus

und ſagte: „Du kannſt nicht mehr ein Chriſt werden. Jch habe in deinem Namen dieſen Brief geſchrieben und dieſe Antwort erhalten. Lies beides!“ Kaum konnte ex ſeine

Faſſung bewahren, als er dieſe beiden- gefälſchten Schreiben überflog.

Doch ſagte er nichts, ſondern legte ſich. weinend

©


Die hin.

Endlich nach mehreren

Tagen

Missions -Tauke.

gelangte er zur Frei-

heit, eilte zum Miſſionar und, nachdem er ihm alles erzählt, bat er, ob er nun am nächſten Sonntag die heilige Taufe ‘empfangen dürfe. „Mit Freuden!“ war die Antivort. R. K. Die größte Miſſionsgeſellſchaft in America iſt The American Board of Commissioners for Foreign Missions, fursiveg der Wmericanifde Board genannt. Der Almanac dieſer Verbindung fürs Jahr 1897 bringt manhes Jutereſſante über den Anfang und Fortgang ihres Miſſionswerkes.

Fünf Studenten des Williams College

hatten vor 90 Jahren an der Stelle, wo ſich jest ein maſfives Monument erhebt, unter einem Heuſchober Schuß vor Wind und Wetter gefunden. Sie waren zuſammengekommen, um das Werk der Heidenmiſſion mit Gott und mit einander zu beſprechen. Jhr Miſſionseifer führte vier Jahre ſpäter, im Jahre 1810, zur Gründung der genannten Miſſionsgeſellſchaft. Zwei Jahre darauf zogen die erſten zwei Sendboten in die Heidenwelt hinaus. Jhnen ſind ſeither 2232 nachgefolgt, die ſich unter Oberleitung des Americaniſchen Board der Heidenmiſſión gewidmet haben. Außer dieſen ſind no< 2951 Eingeborne in den Dienſt der Miſſion genommen ivorden. Die Arbeit hat ſich auf 1300 verſchiedene Stationen und Filiale vertheilt. Die Zahl der Gemeinden beläuft fic) auf 471, mit einer Gliederzahl von 43,043, von denen 3051 allein im leßten Jahr aufgenommen ivorden ſind. Jn den Schulen dieſer Miſſion ſind 52,000 Zöglinge im Unterricht, davon 260 in höheren Lehranſtalten. Weit über $29,000,000.00 find bisher von dieſer Geſellſchaft für die Miſſion aufgebracht und verausgabt worden, $743,104.59 allein im verfloſſenen Jahre.

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Miſſion in Judien ein kläglicher Nothſchrei ‘herübergedrungen iſt. Dort wüthet aud) die furchtbare Hungersnoth, welche laut eines officiellen Berichtes an 72 Millionen Einwohner Judiens wegzuraffen droht, wenn ihnen keine Hülfe gebracht ivird. Die Preiſe der Lebensmittel ſind enorm hoch. Beiweglic) bitten die Leiter der Marathi-Miſſion, man ſolle ihnen doch ja die volle Unterſtüßung gewähren, um die ſie eingekommen wären, che ſie noch ivußten, was für eine theure Zeit ihnen bevorſtände. Vor der Ankunft dieſes Bittgeſuchs hatte aber die Behörde ſchon die Vertheilung der Gelder vorgenommen und wegen Geldmangels $6750.00 weniger bewilligt, als von jenen erbeten war, und dazu die Gehalte der Miſſionare um zehn Procent herabgeſeßt. Ob die Behörde ihre Beſchlüſſe rü>kgängig machen und auf die dringende Bitte nun doch die gewünſchte Summe

voll gewähren wird,

hängt mit von der Opferwilligkeit ihrer Gemeinden ab. R. K. Eins in Chriſto. Zwiſchen der Jnſel Formoſa und dem chineſiſchen Feſtlande liegen die kleinen Pescadores oder Fiſcher-Jnſeln. Die eingebornen Chriſten auf Formoſa haben auf ihnen eine kleine Miſſionsarbeit begonnen, die ſie ganz von ihrer Armuth unterhalten. Jn der Stadt Makung, am Südende der größten Jnſel, hat ſich eine kleine Gemeinde gebildet, die auch vor den Stadtthoren eine kleine Kapelle beſißt. Als nun nach dem letzten chineſiſh-japaniſchen Kriege dieſe Juſeln an Japan abgetreten und von den Japanern befest wurden, flüchteten ſich ihre erſhre>ten Bewohner in die Berge. Auch die Chriſten räumten alle Geräthe ihrer Kapelle beiſeite und entflohen. Als der erſte Schre>en vorüber twar, ivagten ſie nad) Makung zurü>zukehren und baten darum, daß ihnen ‘auch ihre Kapelle Jt ein ſolcher Miſſionseifer der Leute, die in ſo manchen wieder eingeräumt werde. Die japaniſche Behörde tvilligte reformirten Jrrthümern gefangen ſind, nicht beſchämend für ſofort ein. So konnten die Gottesdienſte wieder in der gewohnten Weiſe anfangen. Da zeigten ſich fremde Geſichter Uns, die wir von Gott vor ihnen fo reich geſegnet find?! R. K. in der Kapelle. Wer waren ſie? Unter der japaniſchen Li Hung Chang, der Vicekönig von China, hat während Beſatzung waren einige Chriſten, und kaum hatten dieſe geſeines Aufenthalts in Netw York der heidniſchen Religion hört, daß ſich auch auf der Jnſel ein kleines Chriſtenhäuflein ſeines Landes ein trauriges, aber tahrheitsgetreues Zeugnis - und eine Kapelle befänden, als ſie ſich auf den Weg machten, ausgeftellt. Den Stifter dieſer Religion, Confucius, ſtellte um ardent Gottesdienſten Theil zu nehmen. Die gegenſeitige er hin als einen, welcher von der Seele des Menſchen nichts Verſtändigung war allerdings ſchwierig, die Japaner: verſtanden kein Chineſiſch und die armen Fiſcher kein Japaniſch. wiſſe. O armes Volk, das ſich von einem ſolchen Menſchen die Religion „fixen“ läßt! Ja, bei aller heidniſchen Reli- Aber es fand fic) eine Brücke, Chineſen und Japañer hatten dieſelbe Schrift und konnten ohne Schwierigkeit aus dengion3macherei bleibt die arme unſterbliche Seele des Menſchen unberü>ſichtigt, unbefriedigt. O, möchten alle blin- ſelben Bibeln und Geſangbüchern leſen. Go ſ{lang jid) den Heiden den kennen lernen, der auch ihnen zugerufen: um die feindlichen Brüder ein Band der Gemeinſchaft, die „Kommet her zu mir alle, die ihr mühſelig und beladen ſeid, Unterivorfenen fanden in ihren Siegern „Brüder in Chriſto“ (D. ev. Miſſ.) ih will euh erqui>en. Nehmet auf euh mein Joch und wieder. lernet von mir; denn ich bin ſanftmüthig und von Herzen demüthig: ſo werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ R. K. Miſſionsumſhau in Auſtraſien. Jn dem lehten Quartal hat der Americaniſche Board Die Geſammtzahl der auf dem Feſtlande von Auſtralien nad) dem Missionary Herald $25,000.00 weniger einlebenden Eingebornen, genannt Papua, beträgt nad) neue: . genommen als in demſelben Zeitraum des Vorjahres. Darob ren Angaben nur noch etiva 60,000. Von dieſen kommen herrſcht große Verlegenheit, zumal da aus der Marathi-


16

Die

Missions -Taurbke.

20,600 auf Queensland und 24,000 auf Südauſtralien. Viele- dieſer Papua find noch der greuliden Menſchenfreſſerei ergeben. Ende 1894 wurden in Weſtauſtralien einige Schivarze eingeliefert, die einem eingebornen Knaben einen zugeſpißten Sto> durch den Hals geſtoßen und ihn dann gebraten und gefreſſen hatten. : Die verſchiedenſten firdliden Körperſchaften haben Miſſionsverſuche unter dem tiefgeſunkenen Volke der Papua gemacht, doch bis jest mit ſehr wenig Erfolg. Beſſeren Erfolg haben die Miſſionsverſuche unter den eingewanderten Chinefen, Japanern und Südſeeinſulanern. Die Cingebornen oder Papua find ſchnell im Ausſterben begriffen. Darum iſt es um ſo mehr zu beklagen, daß nur ſo ſehr wenige von ihnen fic) zu Chriſto führen laſſen. C. S.

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reitung finden und großen Segen ſchaffen ! Erzählungen fiir die Jugend. 37. Bandden:

.

Die

Wusge-

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Concord, N. C., den 15. Januar 1897.

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Es iſt ein glücklicher Gedanke, den Jahrgang dieſes vortrefflicen

Blattes in Buchform unſern chriſtlichen Familien darzureichen, denn ſein reicher dhrijtlidjer und unterhaltender Jnhalt hat bleibenden

Werth ſowohl für Eltern in Erziehung ihrer aufwachſenden Kinder

wie für unſere reifere Jugend. Er enthält auch die Geſchichte des für unſere lutheriſche Kirche ſo verhängnißvollen Tornado, der am 27. Mai St. Louis heimſuchte, und die Er rung der mannigfachen, gahlloſen Errettungen ſo vieler, ſonderlich Kinder, aus dem Raden

es Todes durch Gottes wunderbares Walten.

uns Lutheranern unvergeſſen ſein! —

Für die armen Neger meiner Stationen habe ich erhalten: Durch

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für die Negermiſſion an den Kaſſirer Dir. A. C. Burgdorf, 1033 S. 8th Str., St. Louis, Mo. i 1 : Irregularities in delivery of this paper to be reported to Concordia Publishing House, St. Louis, Mo.

Entered at the Post Ofice at St. Louis, Mo., as second-class matter.


EL ASASRLCHT.

Nachrichten aus dent Niſſionsgebiel dex Heimath und des Äuslandes. Herausgegeben

fiir die Evang.-Lutheriſche Sn opalcon ſeren von Nordamerifa von der Commiſſion für die Negermiſſion; apper und Nichard Kreßſchmar. von den Paſtoren C. F.

M árz

19. Jahrgang.

»And IEſus ſprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Zeruſalen, und es wird alles vollendet werden, das geſchrieben iſt dur< die Brophelen von des Wenfdjen Sohn.“ Luc. 18, 31. :

Dieſe Worte unſers Heilandes führen uns in die heilige Paſſionszeit ein. Wie er damals mit ihnen ſeine Jünger aufforderte, ihn auf ſeinem ſchweren Leidensweg zu begleiten, ſo begehrt er es auh von uns. Ja, wir ſollen auch mit ihm hinauf gehen und ſehen, was an ihm vollendet wird und er fo willig und demüthig an ſich vollenden läßt; ja, wir ſollen es mit Augen

ſchauen,

was unſere Sünde,

was

Gottes Zorn und Fluch über dieſelbe, was unſere Erlöſung aus Teufels Reich und der Hölle Gewalt ihm auflegt, welche Schmach und Schande, welche Leibesmarter und Seelenpein, weld) unausdenkbare Höllenqual und Gottverlajjenheit. D lieber Lefer, das laß uns wohl bedenken und nie aus den Augen und aus dem Herzen verlieren, daß, wenn JEſus nicht hinauf gegangen wäre gen Jeruſalem und nicht hineingegangen in Kreuzesſhmah und Todespein, dann wäre auch unſer Lebensweg nie hinauf gegangen zu dem himmliſchen Jeruſalem mit ſeinen goldenen Straßen und leuchtenden Perlenthoren, ſondern er wäre hinab gegangen in ewige Schmach, in die Nacht ewigen Todes, in die ewige Klage: „Jh leide Pein in dieſer Flamme.“ — O mit welchem Herzen ſollten wir daher in dieſer heiligen Paſſions zeit im Geiſte den Heiland begleiten auf ſeinem ſ{merzlichen Geidensiveg, den er für uns und um unſerer Sünde willen ſo willig dahin geht! Siehe, zuerſt geht er hinauf zu dem Oelberg, und da überfällt ihn Zittern und Zagen, da ift ſeine Seele betrübt bis an den Tod, ja, ſo überwältigt

A

Sy

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1897.

redigirt

Nummer

3.

von der Bitterkeit des Todes, daß er wie ein Wurm auf ſeinem Antlih liegt und ein Engel vom Himmel ihn ſtärken muß. Ja, ſtärken, aber nur damit er nod) Größeres, nod) Furchtbareres erdulde. O unbegreifliches Geheimnis! Der allmächtige HErr der himmliſchen Heerſchaaren zittert und bebt vor Furcht! Der große Gott Himmels und der Erden liegt im Staub der Erde! Der Fürſt des Lebens kämpft mit dem Tode! — Und ſiche, nun geht er weiter hinauf als ein Verbrecher mit Ketten belaſtet in den hohenprieſterlichen Palaſt und von da vor den hohen Nath und von da endlich in des Pilatus Richthaus. Und überall iſt ſein Weg Spott und Läſterung, Fauſtſhläge und Geißelhiebe, Speichel und Dornenkrone. Er, der mit einem Wort ſeine Häſcher zu Boden ſlug, läßt alles geduldig über ſich ergehen, als wäre er nicht der Allmächtige, ſondern der Dhnmächtigſte unter ohnmächtigen Menſchen. Ja, er geht endlich, auf ſeinem zergeißelten Rücken das Kreuz tragend, hinauf nah Golgatha und läßt fic) als einen Fluch ans Holz heften und unter die Uebelthäter rechnen, er, der niemals Unrecht gethan, in def Mund kein Betrug erfunden worden. Und wenn wir nun im Geiſte unter ſeinem Kreuze ſtehen und ſchen hinauf auf den Mann der Schmerzen und hören ſeine Mark und Bein durchbohrende Klage: „Mein Gott, mein Gott, warum haſt du mich verlaſſen?“ — ach, lieber Leſer, dann laß uns an unſere Bruſt ſchlagen und mit tiefer Scham und Reue bekennen: Nun,

was

du, HErr, erduldet,

Jſt alles meine Laſt; Jch hab es ſelbſt verſchuldet, Was du getragen haſt.


Die

-

18

Missions-Taubvbe.

“Sodann TS er,

Ju der Freude Anderer vergißt man, wenigſtens zum Theil, ſein eigenes Leid. Für Andere zu leben und in dem Streben, Andere glü>lich zu machen, ſich ſelbſt zu vergeſſen, dazu hat ein Negermiſſionar immer Gelegenheit, beſonders aber zu Weihnachten, da er „große Freude“ durch Wort und That in die freudeloſen Negerherzen und -Hütten zu bringen wünſcht. Seit dem Abfall Hermann Meyers ſind ſeine Stationen dem alten Gebiet wieder zugefügt. Das große Feld erſtre>t ſich über vier Counties. Etwa 400 Perſonen auf ſechs weit auseinander liegenden Stationen ſollten mit Weihnachtspredigt und -Geſchenken bedacht werden. Vorbereitungen dazu mußten frühzeitig getroffen werden, und obwohl es dies Mal zwei fleißige Hände weniger waren, ſind wir doch fertig geworden. Am heiligen Abend ſtanden in der Kirche zu Concord zwei prachtvoll geſ<hmü>te Chriſtbäume und um ſieben Uhr waren alle Sige beſet. Fragen und Antworten über Weiſſagung und Erfüllung wechſelten mit Geſang ab. Der Gemeindechor verſchönerte den Gottesdienſt durch den Vortrag einer lieblichen Weihnachtscantate. Alles verlief in der ſchönſten Ordnung und ein jeder ging mit einem kleinen Geſchenk und einer Düte Candy vergnügt nach Hauſe. Nach dem Gottesdienſt am erſten Feiertag wurde ſchnell aufgepa>t und nach dem acht Meilen entfernten Rimertown gefahren. Hier wurde Gottesdienſt mit Predigt gehalten. Leider wurde derſelbe durch die Anweſenheit eines Haufens betrunkener Baptiſten geſtört. Nach Beendigung des Gottesdienſtes fand noch vor der Kirche cine allgemeine Schlägerei unter dieſen ſtatt, wobei der Miſſionar Polizeibeamter ſpielen mußte. Zum Andenken trug er einen Stod mit fid) nad Hauſe, den er in dem Augenbli> einem Raufbold aus den Händen genommen hatte, da derſelbe im Begriff ſtand, den Schädel ſeines Gegners damit einzuſchlagen. Nach einigen Tagen kamen die Ruheſtörer nad) Concord und baten demüthigſt um Verzeihung, welche ihnen gewährt wurde unter der Vedingung, daß fie fid) des Schnapstrinkens von jeßt an enthalten ſollten. Dies verſprachen ſie. Gott gebe, daß ſie es halten. Nach einigen Stunden Schlafs und beladen mit Geſchenken, candy boxes und Shmud>ſachen für den Chriſtbaum, ging es am Samstag-Morgen früh nad) Claremont in Catawba Co. Der langohrige Catawba-Eſel, ein alter Bekannter, aber kein Freund vom Miſſionar, ſtand bereits am Bahnhof, um den Weihnachtsmann nad) dem einige Meilen entfernten Blo>-Schulhaus auf ſeinem Rü>ken zu tragen. Ein intereſſantes Bild! Man ſtelle fic) dasſelbe vor! Der Miſſionar im ſchwarzen Anzug, weiße Halsbinde, goldene Brille auf der Naſe, großſtädtiſh vom Kopf bis zum Fuß, auf dem Rücken eines Eſels, von dem der zehrende Zahn der Zeit nur Ohren, Haut, meiſtens ohne Haare, und Knochen übrig gelaſſen hat — ein wahres Rippengeftell. Der Sattel mit Ausſtattung iſt aud) demgemäß. Der {warze eine mächſich ſchneidet und hinein Buſch Führer geht in den

e glitclich zu machen.

tige Peitſche, damit bekommt das ausgehungerte Thier ein

Schau her, hier fteh ich Armer, Der Zorn verdienet hat: Gib mir, o mein Erbarmer,

Den Anblic deiner Gnad. Und

wenn

wir dann

auch nod) das Wort

aus ſeinem

ſterbenden Munde hören: „Es ift vollbracht!“ und ſehen ihn ſein Haupt neigen, und ſterben, ja, dann wollen wir's ihm zu Ehren auch von Herzen glauben, daß er „alles vollendet hat, das geſchrieben ſtehet durch die Propheten von ihm“, alles vollendet, was zu unſerer Seligkeit nöthig war, und wollen mit innigſter Dankbarkeit und ſeliger Freude ſingen : Dein Kampf ijt unſer Sieg, Dein Tod iſt unſer Leben, Jn deinen Vanden iſt Die Freiheit uns gegeben, Dein Kreuz iſt unſer Troſt,

_ Die Wunden unſer Heil, Dein Blut das Löſegeld, Der armen Seelen Theil.

D welch eine geſegnete Paſſionsfeier wird uns das dann ſein! Und welchen neuen Eifer wird ſie in unſerm Herzen _ für das Werk der Miſſion erwe>en! Denn welcher Gläubige ſollte denn nicht gerne in dankbarſter Liebe mithelfen wollen, daß aud) noch viele andere mil uns hinauf gehen nach Golgatha und mit uns glauben lernen : Hier an dieſem Kreuz hat die ewige Liebe auc) meine Erlöſung vollbracht !

Lobe den HErrn, meine Seele!

D. H.

Anſere Negermiſſion.

pas ie

Unſere lieben Leſer müſſen fic) rod) einmal in die fröhliche Weihnachtszeit zurü>verſeßen. Der nachfolgende Weihnachtsberiht Herrn Paſtor Vakkes aus Nord-Carolina tvar für die Februar-Nummer der „Miſſions-Taube“ beſtimmt, fam aber leider zu ſpät. Es werden ja alle Miſſionsfreunde _ auch jest nod) ihre Freude daran haben, - daß den Kindern in unſerer Negeriniffion ein ſo liebliches und fröhliches Weihnachtsfeſt bereitet wurde.

„Vom Himmel hod da komm’ ih her.“ :

+

Mit dieſem alten, aber immer neuen Engelliede ſangen unſere lutheriſchen Neger das heilige Chriſtfeſt ein. Fröhlich ivaren die Herzen und fröhlich ertönten die gut eingeübten. Weihnachtslieder. Auch der Miſſionar mit ſeinem wunden, traurigen Herzen mußte in den Kindergeſang einſtimmen. “Gott ſei es-geklagt! ſelbſt das Freudenfeſt der Kinder Gottes vermag nicht das zur Trauer geneigte Herz aus dem Thränenth völlig BEE und zu den u een Serie

~


Die paar drauf,

mit dev ernſten Mahnung,

Missions -Taube.

vorwärts zu gehen.

Der Eſel ift aber noch nicht fertig, legt die Ohren zurüc, bewegt derbe Nuc einen

den Schivanz und bleibt ruhig ſtehen. Noch ein paar Hiebe und das Nippengeſtell macht einen unerwarteten vorwärts, der Reiter aber mit den Beinen in die Höhe ähnlichen rückwärts, wobei er Hut und Reiſetaſche ver-

liert, zum Gaudium der Zuſchauer auf dem Bahnhof. Nachdem alles wieder geordnet iſt, fest ſich der Zug in langſame Bez ivegung. Der Treiber hinterher mit der mahnenden Peitſche, von der er fortivährend Gebrauch machen muß. An dem erſten Hauſe angelangt, erhebt das Thier ein Mark und Bein durchdringendes Geſchrei, um die Aufmerkſamkeit der Be-

wohner auf fic) und den Reiter zu lenken. Begegneten wir Leuten auf dem Wege, ſo blieb das Thier jedesmal ſtehen, damit die Vorbeifahrenden Gelegenheit bekamen, ſich das ſchöne Vild recht genau anzuſehen. Endlich waren wir bei dem Schulhauſe angelangt. Auf dem offenen Feuerplas wurde ein mächtiges Feuer gemacht, einige Negerfrauen ſchmückten

die Wände mit Jmmergrünzweigen, und der Chriſtbaum wurde aufgeſtellt. Zur Zeit der Dämmerung ſtellten ſich zahlreiche Neger und Weiße aus der Umgegend ein, die alle den Vaum bewunderten. Der Gottesdienſt verlief in üblicher Weiſe mit Predigt über die Weihnachtsgeſchichte und Singen. Das Nachtquartier bei einem Neger war nicht ſehr einladend. Das “‘Cabin’?’ hatte nur ein einziges Zimmer für alle Bedürfniſſe der Familie, und dieſe nur einen einzigen Topf, worin gekocht und geba>en wurde. Der kalte Winterwind pfiif luſtig von oben und unten her und durch die Wände. Die guten Leute haben dargeboten, was ſie hatten, und wenn man hungrig iſt, frägt man nicht darnach, ob das Eſſen nach Frau Ericas Kochbuch zubereitet iſt, und wenn man müde iſt, ſchläft man auch auf einem Strohſa>, mit dem Ueberzieher um den Kopf gewi>elt. Am Sonntag wurden zwei Gottesdienſte gehalten, die aber nicht ſo gut beſucht waren, wie am Abend vorher. Nachdem ivir einen Abſteher nad) Conover gemacht hatten, nahmen wir den Zug nad) Concord, um Bue rüſtungen für eine neue Weihnachtsexpedition zu machen. Zunächſt ging es nach Salisbury, wo am Montag-Abend einige fünfzig Kinder und Erwachſene auf den verſprochenen Chriſtbaum ſehnlichſt warteten. Von Salisbury fuhren wir mit einer kleinen Bahn nach Gold Hill. Dieſe Bahn hat mit einem Cataivba- Eſel dieſe Aehnlichkeiten: Man weiß nie, wann es los geht; der Zug bewegt fic) ſehr langſam und vorſichtig vorwärts; er bleibt bei jedem ziveiten Farmhauſe an der Bahn ſtehen und ſchreit. Thatſache ift, daß der Zug zwei Stunden brauchte, um die Diſtanz von vierzehn Meilen zwiſchen Salisbury und Gold Hill zurückzulegen. Am Dienstag - Abend ſtand der Chriſtbaum in der Negerſchule zu Gold Hill in ſeinem Shmu> und Lichterglanz. Ju der Abenddämmerung goſſen die Familienväter Waſſer auf das Herdfeuer, verriegelten die Thüren, löſten den Wachthund von ſeiner Kette, damit er deſto beſſer das Haus hüten könne, nahmen die Kleinen auf ihre Arme und zogen fo

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alle zuſammen zur Chriſtbeſcherung. Von dem Schulhauſe aus hörte man die fröhlichen Lutherlieder erſchallen durd

die ſtille Nachtluft. Den Lutheranern zum Troy ſtimmte ein Baptiſt ſeine einzige, eintönige, traurige Melodie an, denn die Baptiſten hier haben nur eine einzige Melodie zu allen ihren Liedern. Als wir am Mittivoch-Nachmittag nad) Rowell kamen, um den ſiebenten und lebten Chriſtbaum aufzuſtellen, fanden Wir das Haus mit Guirlanden und Papierblumen ſchön geſhmüd>t.

Kaum waren wir mit den LVorbereitungen für den

Abend fertig, ſo ſtellten ſich auch die Neger ſo zahlreich ein, daß Viele nicht hineinkommen konnten. Eltern wie Kinder hatten die Geburtsgeſchichte gelernt und beantworteten die an ſie geſtellten Fragen. Nun ivaren wir endlich mit der Chriſtbeſcherung für dies Mal fertig, aber es war Sylveſterabend geworden. Da wurden die Chriſtbäume in Concord noch einmal angeſte>t und durch Predigtgottesdienſt Abſchied vom alten Jahre genommen. Das neue Jahr fingen wir aud in JEſu Namen an, indem wir uns am Neujahrstage um ſein Wort fame melten. Denſelben Nachmittag zog ein Theil der Gemeinde, mit dem Paſtor voran, ins Gefängnis, wo die Gefangenen mit Aepfelu, Candy, Nüſſen und Kuchen zu ihrer großen Freude bewirthet wurden. Auch ein Gottes Wort wurde dabei zu dieſen Aermſten geſprochen. Gott ſei Dank für die Sendung ſeines Sohnes! Mögen wir nun jedenTag im Jahre Weihnachten feiern in unſern

Herzen, Häuſern und Kirchen, indem wir ſein Wort gläubig aufnehmen und in einem guten Herzen bewahren ! Concord, N. C., den 18. Januar 1897. N. J. Bakke.

Qahresberidt aus Greensboro, N. C. „Halleluja. Jch danke dem HErrn von ganzem Herzen, im Nath der Frommen und in der Gemeine. Groß ſind die Werke des HErrn ; iver ihrer achtet, der hat eitel Luſt daran“; alſo preiſet der Pſalmiſt tin 111. Pſalm die großen Werke des HErrn, und in dieſe Dankesbezeugung muß auch der Unterzeichnete aus vollem Herzen mit einſtimmen, wenn er, auf der Höhe des gegentvartigen Jahreswechſels angekommen, einen Stillſtand macht und auf den im vergangenen * Jahre, theils im Sonnenſchein, öfters aber im Sturm und Ungetvitter zurückgelegten Weg in der Miſſion zurü>bli>t. Denn haben. auch öfters die Stürme der Trübſal und die Bäche Belials uns toſend zu umbrauſen, und die Mächte der Finſternis vor uns bergehoch fic) auf unſerm Pfad aufzuthürmen gewagt, fo hat dod) die Hand des HErrn gleich fchiigenden Fittichen uns bede>t, und wenn iir nur auf die großen Werke des HErrn achten, dann können wir nicht anders als gleid) dem Pſalmiſten ncitel Luſt daran“ haben und dem „HErrn von ganzem Herzen im Rath der Frommen und in der Gemeinde danken“. Von „Maſſenbekehrungen“ und „rieſigen Erfolgen“ hat. der Schreiber nun ja nichts zu berichten, hofft auch, daß die


20

Die

Missiows-Taunke,

lieben Leſer keine Berichte erwarten über ſolche Bekehrungen, die unter den Negern ja ſonſt gang und gäbe, aber in der Regel nur dem Namen und der äußern Form nah „Befehrungen“ ſind. Sind wir dod) mehr darum bekümmert, einen bibliſhen Grund zu einem wahren Glaubensleben, ſei es auch nur bei wenigen, zu legen, als mit großen Zahlen zu prablen, die bei einer näheren Beſichtigung gleich einer Fata Morgana in Nichts verfließen, da wir wohl wiſſen, daß ein Buſhel Weizen mehr wahren Gehalt hat, als cine Scheune voll Stroh und Stoppeln. Welches ſind nun aberdie großen Werke des HErrn, die Er hier in Greensboro im vergangenen Jahre vervidjtef und wofür wir hm von ganzem Herzen danken? Vor Allem haben wir zu rühmen, daß keines von denen, die der HErr uns zu Anfang unſerer jungen Miſſion gegeben hat, verloren gegangen iſt; denn ob Er wohl zwei Seiner Schäflein durch einen ſanften, ſeligen Tod in Seinen himmliſchen Schafſtall geholt hat, ſo hat Er doch unſere Erwachſenen alle bei uns erhalten im rechten einigen Glauben, den ſie mit gottſeligem Wandel \hmüdten, wie Freunde und Feinde zugeſtehen müſſen, und unſere Seelenzahl hat Er von 47 auf 65 wachſen laſſen. Es wurden im Laufe des Jahres 19 Kinder und zwei Er__wadhſene getauft, zwei Kinder beerdigt, ein Paar getraut ; 38 haben communicirt; ausſhließen brauchten wir, Gott Lob! niemanden. Die Sonntagsgottesdienſte ivurden durch\chnittlih von 30, öfters von 100 und 150, und die WochengotteSdienſte von 10 bis 60 Perſonen beſucht; die Sonntags\chule zählte über 60, die Wochenſchule nahezu 100 Schüler. Als Beweis ihres Dankes für die reine Lehre brachten die wenigen Leutlein unſerer hieſigen Miſſion im verfloſſenen Jahre - folgende Gelder auf: an monatlichen Beiträgen $34.20; an Collecten $23.52; in der Sonntagsſchule $11.67, in der Wochenſchule $13.40; für Bauzwe>e $76.63; Summa $159.42. Nun find wir uns ja wohl bewvußt, daß das Neich Gottes ebenſo wenig in Zahlen als in Eſſen und Trinken beſteht; aber iver wollte bezweifeln, daß Zahlen, gerade in dieſem Falle, gleihſam der Thermometer find, an dem man wenigſtens annährend den Wärmegrad des chriſtlichen Lebens bemeſſen kann, der dieſe farbigen Lutheraner belebt? Denn, wenn man aud) gleich ſehr anſtehen muß, die in reihen Gemeinden geſammelten Geldſummen, oder die in marktſchreieriſher Weiſe, namentlich in den Sectenkirchen der Neger, aufgebrachten Gelder jeweils ein Sinnbild und Wahrzeichen des in der betreffenden Gemeinde pulſirenden Glaubenslebens gelten zu laſſen, ſo wird man doch unſerm lutheriſchen Negergemeindlein in Greensboro die Bewunderung nicht verſagen können, wenn man bedenkt, daß dasſelbe, troßdem es nur aus einem Manne und ſieben Frauen beſteht, die mit Waſchen und Bügeln ihr kümmerliches Daſein friſten, in einem Jahre $159.42 für den HErrn ‘erübrigte, und um fo mehr ſollte dies die lieben Leſer anſpornen, nun aud) fröhlich und nad Vermögen dazu ‘beizutragen, daß dieſen Leutlein bald ein eigenes Gottes-

“haus gebaut werden kann. Bes A

Wenn iwir nun erwägen, daß namentlich im vergangenen Jahr unſer Gemeindlein hier fortwährend ein Zeichen war, dem überall widerſprochen ward; daß es fo recht von uns wie einſt von Jſmael hieß: Jedermanns Hand war gegen

uns; daß wir als Katholiken 2c. gebrandmarkt und unſers Glaubens und unſerer Obdachloſigkeit willen von Secten, Logen und Ungläubigen verhöhnt wurden, — ſagte doch ein pechſchivarzer Neger, cher iviirde ſein Geſicht weiß werden, bevor wir Lutheraner hier ein eigenes Gebäude erhielten —, dann

können

wix

nicht umhin,

mit dem Pſalmiſten

dem

HErrn von ganzem Herzen zu danken, daß Er für uns geſorgt hat wie cine Mutter für ihr Kindlein, und uns ſtets durch alle Trübſalswogen und Stürme, an allen fid) uns entgegenſtellenden Klippen vorübergeführt hat wie die Jugend (Pf. 48, 15.), und eitel Luſt zu haben an den großen Werken des HErrn. Schreiber- dieſes kann von den lieben Leſern nicht cher Abſchied nehmen, bevor er fie no<mals an die dringende Nothwendigkeit, zu einem Gebäude hier beizuſteuern, erinnert hat. Es iſt ja wohl nicht nothwendig, Euch, lieben Chriſten, des Langen und Breiten nochmals vorzuhalten, wie die gottloſen Logen, deren Halle wir bisher für $5.00 monatlich benußten, unſer Holz und Del verbrennen, unſere Lampengläſer zerbrechen, unſere Vänke zerſchlagen, unſere Bücher zerreißen und entwenden, ſowie durch ſonſtige Unterbrehungen uns ihre diaboliſche Geſinnung zu Gemüthe führen, — das iſt bereits zur Genüge geſchehen; doch der Unterzeichnete ‘möchte bitten, daß jeder, der den HErrn JEſum und daher auch die Miſſion lieb hat, deſſen Auge auf dieſe Zeilen fällt, no<mals den Nothſchrei in der Januar-Nummer der „Taube“ betreffs des „Sorgenkindes in Greensboro“ leſen und dann nach beſtem Vermögen ſich mit ſeinem Mammon Freunde im Himmel machen möchte, indem er für ein Gotteshaus in Greensboro beiſteuert, ivas er kann. Sage nicht, mein Freund: „Des Gebens iſt kein Ende! Mir gibt aud) niemand etwas! Die Zeiten find zu ſchlecht“ 2c. Du würdeſtja ſonſt damit deinen Glauben und deine Liebe zum Reiche Gottes für einen Luxusartikel erklären, den man in \{le<ten Zeiten ablegen dürfe, — und das iſt doch ſicherlich nicht dein Wille; ſondern bedenke, daß Gott dir in Seinem Worte zuruft: „Laß dein Brod über das Waſſer fahren, fo ‘wirſt du es finden auf lange Zeit“ (Pred. 11, 1.); das heißt dod) nichts anderes, als.daß du dem HErrn JEſu in Seinen armen Gliedern etwas leihen und hülfreich beiſpringen ſollſt, und daß Er es dir fidjerlid) mit mehr als Zins und Zinſeszins zurücbezahlen und es dir vergelten wird elviglid. Zum Schluß vergiß aber auh nicht, theurer Miſſionsfreund, oft heilige Hände aufzuheben und bitten zu helfen, daß der HErr das, was der Miſſion hier noch mangelt und ihr doch ſo ſehr nöthig ift, uns in Gnaden beſchere. Laßt uns bitten mit den Worten des Pſalmiſten: „Du wolleſt dich aufmachen, und über Zion erbarmen; denn es iſt Zeit, daß du ihr gnädig ſeiſt, und die Stunde iſt gekommen.


Die

Missions -Taube.

Denn deine Knechte wollten gerne, daß fie gebauet würde,

21

| vom Teufel betrogen, der Wahrheit nicht mehr gehordten Heute ſehen wir Paulum in

und ſähen gerne, daß ihre Steine und Kalk zugerichtet wür- | und Chriſtum verloren haben.

den; daß die Heiden den Namen des HErrn fürchten, und | der geſegneten Miſſionsarbeit, morgen wirft ihn der Feind alle Könige auf Erden Deine Ehre; daß der HErr Zion bauet, | ins Gefängnis und ſchleppt ihn nad Rom, und für zwei

E

(Pf. 102, 14—17.)

Amen.

und erſcheinet in ſeiner Ehre.“

JF. C. Schmidt. |, .

shee

Freuet end mit den Fröhlichen, und weinet mit den

| Jahre

kann

dies

auserwählte

Werkzeug

Gottes

nur

dort

ſein herrliches Werk ausrichten. Freud und Leid, Jauchzen und Weinen geht durd) das Herz dex Gläubigen beim

| Leſen dieſer wunderbaren Wege Gottes in der Miſſion. Dieſe wunderbaren und unbegreiflichen Wege Gottes ſollen

Weinenden. Es gehört zu der Zuverläſſigkeit

der Miſſionsberichte,

| wir auch immer

mehr gewöhnt werden.

Denn

fie bleiben

Berichten daher unſere Miſſionare von offenen Thüren und Herzen, von reichgeſegnetem Fortgang ihrer Miſſion, ſo laßt uns mit ihnen uns freuen und Gott danken. Laßt uns aber auch erivarten, daß der Teufel ihnen bald in irgend einer Weiſe den Weg verlegen, Feinde erwe>en und das ge-

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daß ſie nicht bloß die Erfolge und Siege, ſondern” auch die | ſo bis zum jüngſten Tage. Mißerfolge und Niederlagen in ihrem Werke mittheilen. Die Leſer erhalten dann den Cindrud, daß man nicht Schönfärberei treibt, ſondern wahrheitsgetreu berichtet. Denn das weiß ja jeder Chriſt, daß, wo Gott durch die Miſſion cine Kapelle baut, der Teufel womöglich einen Dom daneben fest. Die wahre Miſſionshiſtorie, vom Heiligen Geiſt ſelbſt geſchrieben, wir meinen die Apoſtelgeſchichte, hat für alle Zeiten allen Chriſten den Gang der Miſſion, das iſt, die Ausbreitung des Reiches Gottes auf Erden, in einem lebendigen Bilde vor Augen geſtellt. Sie erzählt von dem

Die deutſche evangeliſhe Erlöſer-Kirhe in Jeruſalem.

Erfolg der erſten Miſſionspredigt am erſten Pfingſttag in Jeruſalem, da fic) dreitauſend Seelen bekehrten und die Gemeinde Gottes täglih zunahm und bald viele Tauſende mehr zählte. Welch ein ſeliges Miſſionswerk! Aber ſchon wenige Capitel darauf erzählt ſie, daß der Teufel eine Verfolgung erregte, und ſiche, faſt mit Einem Schlage ward das herrliche Werk zerſtört und die dem Märtyrertod entronnenen Chriſten in alle Welt verjagt und zerſtreut. Weiter [eſen wir, wie der Apoſtel Paulus und Barnabas auf ihrer erſten Miſſionsreiſe in manchen Städten mit offenen Armen als Engel Gottes aufgenommen, wiederum in andern Städten faſt zu Tode geſteinigt wurden. Bald hören wir den Apoſtel Paulus rühmen „über die Gnade Gottes, welche die corinthiſche Gemeinde reid) gemacht hatte an aller Erkenntnis, Lehre, Glaube und Liebe“, bald hören wir ihn mit Thränen über die galatiſchen Gemeinden klagen, daß fie,

| ſegnete Werk da und dort zum Stillſtand zu bringen verſuchen | wird; daß alſo auf freudige Berichte auch bald betrübende | und niederſchlagende kommen werden, die dann die Chriſten | trauern und weinen laſſen mit den weinenden Miſſionaren. | Wir haben es ja ſchon mannigfach in unſerer Negermiſſion er| fahren: Vielverſprehende Stationen ſind uns eingegangen, | treue und begabte Miffionsarbeiter entweder abgefallen oder . | in der Blüthe ihres Lebens durd) den Tod aus der Arbeit | zu frühem Feierabend gegangen. Dagegen wiederum hoff| nungsloſe Arbeitsfelder haben unvermuthet Gottes Segen | erfahren und reiche Ernte gezeitigt. Kurz, Freude und Leid, | Siege und Niederlagen, offene Thüren und verſchloſſene Her= | zen finden unſere Miſſionare, wie die lieben Apoſtel in ihrem | Amte. So wird's bleiben. Jn unſerer leßten Nummer | theilten wir eine Freudennachricht mit, heute folgt eine | Trauerbotſchaft. _Zivar, Gott Lob! keine fo foivere und

|

|

| | |


A= | i

Misstons-Taube.

ernſte, wie ein Todesfall ; dennoch eine Mittheilung, die uns bekümmert und die wir unſern Leſern auch nicht vorenthalten dürfen. Ein neues Sorgenkind iſt uns in NordCarolina erſtanden. Eben hatten wir Paſtor Bakke geſchrieben, für die heimathloſe Station in Mount Pleaſant hat uns der HErr $250.00 geſchenkt. Bauen Sie denn in Gottes Namen eine Kapelle. Wenige Tage darauf antivortet derſelbe: „Auch ich, wie die ehriv. Commiſſion, bin überaus gliidlic) und dankbar für die von Gott ſo unerwartet dargereidjte Hülfe. - Die Leute in Mount Pleaſant, die treulich zu mir gehalten haben und mit mir von Hütte zu Hütte gezogen ſind, werden fic) hoch über dieſe Gottesgabe freuen.“ Aber welchen Hiobsbrief ſendet er nun drei Tage ſpäter? Er ſchreibt : „Was ich längſt befürchtet habe, iſt eingetroffen. Auch in Gold Hill find wir obdachlos geworden. Cine liegender Brief ſagt Fhnen das Nähere.“ Der Brief ijt von ~ einem Neger dieſer Station und wir feben ihn her, da ihn unſere Lefer gewiß mit herzlicher Freude, zugleich auch als ein Zeugnis der geſegneten Arbeit unſers Miſſionars, leſen werden: Er lautet: ‘“‘Dear Pastor, Something has taken

place, that is troubling me and all very much. We are deprived of our schoolhouse for Sunday school and | |

also for preaching, and we know not what to do and where to go. But we are happy, when we think that

our Lord has left us word:

‘Let not your hearts be

troubled,’ and with that to console us we are happy. We try to keep up Sunday school somewhere, till you come. It will all be the best for us. The Gold Hill people have done this to let us down, but the Lord

says:

‘Where are-two or three gathered in my name,

I will be there.”

ES ;

And while he is there, we fear no

evil. Please let me hear from you soon. I am faithfully yours, Jas. M. Scorr. This Jan. 22, 797.”’? Um unſerer lieben Leſer willen in Deutſchland, die ſhon oft darum gebeten haben, dod) das Engliſche in der „Miſſions* Taube“ auch in deutſcher Sprache zu geben, fesen wir die Veberſeßung dazu: „Lieber Paſtor! Es iſt hier etivas paſirt, das mid) und uns alle ſehr beſtürzt hat. Unſer Schulhaus iſt uns für Gotte8dienſt und Sonntagsſchule entzogen ivorden und wir wiſſen nicht, was wir thun und wo wir uns

a

Die

ehriv, Commiſſion bitten, das für Mount Pleaſant beſtimmte Geld für cine Kapelle in Gold Hill verwenden zu dürfen. Die Gründe ſind dieſe: 1. Jſt in Gold Hill eine bereits organiſirte treulutherijde Negergemeinde

und Sonntagsſchule,

welche ſeit ihrer Exiſtenz mit den Baptiſten in hartem Kampf ſteht und daher auf längere Zeit nicht ohne Verſammlungslocal ſein kann. — 2. Paſtor Meyers Abfall zu dieſer Secte

hat dieſe Leute nicht twankend gemacht, doch aber die Feinde geſtärkt und frecher werden

laſſen.

Sie ſuchen unſer Ver-

derben mit allen Mitteln. Soll ihnen das gelingen? Da ſei Gott fiir! — 3. Außer den Kinderconfirmanden habe ich dort ſehs Erwachſene im Unterricht, die bald aufgenommen zu werden wünſchen. Yeh fürchte nicht, daß ſie uns untreu werden.

Aber Gefahr und Verſuchung iſt da, zu denen zu

gehen, welche Kirchen haben. — Freilich, ſo lange wir in Mount Pleaſant kein Local haben, kann dort nicht weiter gearbeitet iverden; aber es ift hier kein Kampf und keine Gefahr von Secten. Gott wird ja auc) in Gnaden verleihen, daß auch dieſe Arbeit wieder aufgenommen werden fann. Aber eine organiſirte Gemeinde ſollte doh einem

bloßen Miſſionsfelde vorgehen.“ So weit Paſtor Bakke. Natürlich ging die Commiſſion auf dieſe Vorſtellung ein, da der freundliche Geber der $250.00 keine beſtimmte Station für ſeine Gabe genannt hatte. So wird denn jest die Kapelle in Gold Hill gebaut und die Miffionsarbeit in Mount Pleaſant eingeſtellt. — Dies iſt die Trauernachricht, die wir heute auf die Freudennachricht von lesthin müſſen folgen laſſen. Denn es ijt-ja für cin Chriſtenherz eine betrübte Sache, wenn jahrelange Arbeit des theuren Evangeliums eingeſtellt und Seelen des reinen Evangeliums beraubt werden müſſen, die bereits ſeine Süßigkeit geſhme>t haben. Der barmherzige Gott und Heiland wolle unferer driidenden Armuth ſteuern’ und das Werk unſerer Hände fördern zu ſeines Maz mens Ehre, nachdem er uns das Größte“zuvor gegeben, ſein reines Wort und treue Diener desſelben ! D. H.

_Die evangeliſche „Erlöſer-Kirche“ in Jeruſalem

und etwas über die Wiſſion daſelbſt.

fernerhin verſammeln ſollen. Aber wir find doch gliidfelig, Dies fchine Bild von der in dieſem Jahre in Jeruſalem wenn wir daran denken, daß unſer Heiland uns das Troſt- zu vollendenden deutſchen evangeliſchen Kirche verdanken wir wort hinterlaſſen hat: „Euer Herz erſchre>e niht und fürchte der Güte des Herrn P. Weiskotten in Philadelphia und wir fd) niht.“ Damit ſtillen wir unſer Herz und find zu- hoffen, unſere lieben Leſer werden fic) daran erfreuen. Zu“frieden. Wir verſuchen, die Sonntagsſchule aufre<tzuhal- gleid) benußen wir dieſe Gelegenheit, etivas über die Miſten irgendwo in einem Hauſe, bis Sie kommen. Es wird ſion in dieſer alten Gottesſtadt zu berichten. Freilich iſt uns alles zum Beſten gereichen. Unſere Feinde in Gold die Stadt nicht viel mehr als eine traurige Ruine vergangeHill haben uns damit einen Schlag geben und uns verderhen ner großer Gottesherrlichkeit, wie ſie in keiner andern Stadt v0 Aber der Heiland ſagt: ,Wo zwei oder drei ver- der Welt geoffenbaret worden ift. Aber eben darum bleibt | find in meinem Namen, da bin id) mitten unter Name und Ort dieſer Stadt auh den Lutheranern theuer Und wenn Er mit uns iſt, fürchten wir fein Un- und werth. Hat doch unſer lieber Heiland daſelbſt geivanchreiben Sie bald. Jh bleibe Jhr getreuer delt und das ſelige Werk unſerer Erlöſung da vollbracht. Scot . Dieſen 22. Jan. 97. Gold Hill, N. C.“ Sit doch das Heil von hier ausgegangen in alle Welt. Die aſtor Bakke ſchreibt nun weiter; „Nun muß ich die römiſche Pabſikirche hat ja freilich mit ihrer abgittifden

—

22


Die

Misesiows -Tauke.

Heiligenverehrung auch Jeruſalem zum Gegenſtand ihrer Abgötterei gemacht. Die Kreuzzüge im Mittelalter zur Eroberung Jeruſalems mit ihren fur<tbaren Verluſten an

Menſchenleben

ſind ein trauriges Zeugnis

hierfür.

Und

fortivährend waren römiſch-katholiſche Chriſten kürzere oder

längere Zeit in größerer oder geringerer Anzahl Bewohner dieſer Stadt.

Auch

griechiſch - katholiſche

und

armeniſche

- Chriſten bildeten ſeit Jahrhunderten einen Beſtandtheil ihrer Einwohnerſchaft und hatten ihre Gotteshäuſer daſelbſt, trotz der türkiſchen Gewaltherrſchaft.

Nur die deutſche evange-

liſche oder proteſtantiſche Kirche war bis vor fünfzig Jahren daſelbſt nicht vertreten.

Verkommenheit weder

der Juden

die römiſche

Jum Jahre 1818 bewog die große

in Jeruſalem,

um

noch die griechiſche Kirche

welche ſich bekümmerte,

zuerſt die große Miſſionsgeſellſchaft “American Board’? in Boſton, zwei Miſſionare dahin zu ſenden, und 1832 begann auch die Londoner Episcopal - Miſſion ihr Werk daſelbſt, Doch haben beide wenig Frucht ihrer Arbeit erfahren dürfen.

Die americaniſche Miſſion wurde ſogar von Jeru-

ſalem nach Syrien und Armenien als fruchtbareren Feldern für das Evangelium verlegt. Jm Jahre 1840 miſchte ſich Europa, ſonderlich England und Preußen, in die orientaliſchen Verhältniſſe des Sultans und ſchüßte ihn gegen die Uebergriffe ded mächtigen Khediv von Egypten. Der daz malige König von Preufen, König Wilhelm LV., gewiß ein von Herzen frommer, aver in ſeinen Bemühungen für die evangeliſche Kirche unglücklicher Monarch, benußte dieſe Gelegenheit, England zu veranlaſſen, unter ihrem gemeinſchaftlichen Schuß ein evangeliſches Visthum in Feruſalem zu gründen. England ging auch mit-Freuden darauf cin und konnte es um ſo leichter, als der preußiſche König in dieſem Uebereinkommen die deutſche evangeliſche Kirche ſhmählih preisgab. Bivar ſollte England und Preußen abwechſelnd den Viſchof erwählen, aber der deutſche Biſchof ſollte dem Erzbiſchof in London unterivorfen ſein; ſeine Amtsverwaltung mußte ſich nah den Geſeßen der engliſchen Episcopal-

Kirche richten ; die deutſchen evangeliſchen Paſtoren in Jeruſalem und Paläſtina mußten ſich erſt, troß ihres Zeugniſſes von der deutſchen Staatskirche, vom engliſchen Biſchof examiniren und ordiniren laſſen und ihm den Eid der Treue \hwören. Endlich ſollte der engliſche Biſchof die Confirmation auch in den deutſchen Kirchen vollziehen. Natürlich rief dieſe ſchmähliche Verleugnung des evangeliſchen Glaubens von Seiten des Königs England gegenüber in Deutſchland allzemeine Entrüſtung hervor, ja, ſogar in der Schweiz und im katholiſchen Frankreich. Allenthalben regte ſich die ernſte Befürchtung, der König beabſichtige, die preußiſche Landeskirche in die Fußtapfen der engliſchen Episcopal-Kirche zu “ führen. Von einer Begeiſterung für cine deutſche evangeliſche Miſſion in Jeruſalem war natürlich gar keine Rede. — Dennoch hat Gottes Gnade aus dieſem böſen Machwerk viel Gutes kommen laſſen. Der engliſche Einfluß mußte mehr und mehr dem deutſchen weichen, ſonderlich ſeit Preußens und Deutſchlands Machtſtellung fo entſchieden ſich geltend

23

gemacht hatte, und heute hat die deutſche Miſſionswirkſamfeit in Jeruſalem alle andern Miſſionen weit überflügelt.— England ſandte im Fahre 1841 als den erſten Biſchof den in Poſen als Jude gebornen, ſpäter getauften Dr. Michael S. Alexander, welcher am Kings College in London als Profeſſor der orientaliſchen Sprachen thätig war. Derſelbe ſtarb aber ſchon nach 34 Jahren, ohne eine bemerkens-

werthe Thätigkeit entfalten zu können. Hierauf wählte der preußiſche König ſeinen Nachfolger, und Gott ließ ihn eine vorzügliche Wahl treffen. Es war Dr. Samuel Gobat, geboren in der Berner Schiveiz, ein hochbegabter Mann,

bren-

nend in der Liebe zu dem HErrn JEſu und ſeinem Reich. Er ſprach acht Sprachen fließend, hatte auf der Jnſel Malta an der Ueberſeßung der Bibel ins Arabiſche hervorragenden Antheil genommen, endlich auch ſchon cine reiche Erfahrung im Miſſionsdienſt in Abyſſinien, Egypten und Syrien geſammelt. Dem Uebereinfommen gemäß wurde er vom engliſchen Erzbiſchof in London am 5. Juli 1846 ordinirt und nach Jeruſalem abgeordnet und dreiunddreißig Jahre wirkte er daſelbſt in großem Segen bis zu ſeinem Tode am 12. Mai 1879. Als er in Jeruſalem eintraf, fand er einen einzigen Proteſtanten vor, keine einzige evangeliſch - deutſche Schule oder Kirche. Aber bei ſeinem Tode zählte man 12 kleine evangeliſche Gemeinden mit 1200 Seelen, und 37 Schulen mit 1500 Kindern. Er baute die ſchöne, aber kleine deutſche „Chriſtus-Kirche“ in Jeruſalem, die am 21. Januar 1849 cingelvciht wurde, und eine kleine Kirche für arabiſche Chriſten; außerdem aber viele Betſäle u. a. in Bethlehem, Nazareth, Jaffa 2c. Unter ihm gewann das evangeliſche Deutſchland Freudigkeit zur Miſſion in Jeruſalem. Jn Berlin wurde 1868 ein „Jeruſalems -Verein“ gegründet, der ſich zum Ziel feste, nicht nur in Feruſalem, ſondern im ganzen heiligen Lande durd) Miſſionare und Gründung von Schulen, Waiſenhäuſern und Hospitälern evangeliſhe Miſſion zu treiben. Der Verein erhielt vom König von Preußen und durch Biveigvereine, die ſih zu dieſem Zwe> bildeten, reiche Unterftiisung. Auch die bekannte Miffionsftadt Baſel trat in die Arbeit cin, ſonderlih durch die Gründung des Syriſchen Waiſenhauſes unter dem kürzlich verſtorbenen bekannten Vater Schneller in Jeruſalem. Jm Jahre 1869 machte der Kronprinz Friedrich, Vater des jebigen deutſchen Kaiſers, eine Reiſe nach Jeruſalem, die der deutſchen evangeliſhen Miſſion zu großem Segen gereichte. Mit großem Suterefje nahm der Kronprinz Einſicht in dies Werk und in die Thätigkeit des Biſchofs Gobat. Allenthalben hatte er Worte freudiger Anerkennung und Ermuthigung für die Miſſions-Arbeiter und -Arbeiterinnen, und als ihm der Sule tan ein werthvolles Stic Land mitten in Jeruſalem ſenkte, vermachte er dasſelbe der Miſſion und beſtimmte, daß hier eine ſchöne, große Kirche gebaut werden ſollte. Das iſt „Die Erlöſer-Kirche“, deren Bild heute unſer Blatt ſhmüd>t, und welche man im Laufe dieſes Jahres einzuweihen hofft. Die Koſten derſelben werden zum Theil durch freiwillige Beiz

träge aus Deutſchland, der größere: Theil vom deutſchen

—


—— 24

—(C

Die

Missions-Taube.

Kaiſerhaus getragen. Der gegenwärtige Kaiſer Wilhelm, dem der Plan der Kirche vorgelegt war, ſoll ſelbſt den Thurm dazu gezeichnet haben. Schon zu dieſer Zeit war der Vertrag mit England ſo ziemlich cin todter Buchſtabe und ijt ſeit einigen Jahren förmlich aufgehoben. Das deutſche evangeliſche Miſſionswerk iſt völlig ſelbſtändig und nur von der deutſchen evangeliſchen Staatstirde abhängig. Welche reiche Thätigkeit nur dieſer eine Berliner Jeruſalems-Verein allein

in Paläſtina entfaltet, mögen die Leſer aus folgenden Angaben erſehen, welhe der Encyclopädie für Miſſion von Funk und Wagnalls entnommen ſind. Nach derſelben unterſtüßt der Verein 1. das ſyriſche Waiſenhaus, das 4 Lehrer und 8 Meiſter für Handarbeiten mit 145 Kindern hat; 2. die Anſtalt Talitha Kumi für arabiſche Mädchen zur Ausbildung für Lehrerinnen und Hausarbeiterinnen mit 150 Mädchen; 3. cin Diakoniſſenhospital, vom Kaiſerswerther Mutterhaus 1851 gegründet, in welchem jährlich 500 Patienten behandelt werden, von denen ¢ Araber find, davon die Hälfte Muhammedaner; drei Mal in der Woche iſt Klinik, in der jabrlid) an 8000 Patienten frei behandelt werden; 4. cin Hospital für Kinder, 1889 gegründet, in welchem 130 Kinder und 60 Wittiven verſorgt verden; 5. ein Aſyl für Ausfabige. Außerdem trägt der Verein noch bei zur Erhaltung des deutſchen Paſtorats und der von dieſem ausgeſandten Evangeliſten und unterftiist noch cine große Zahl chriſtlicher Schulen. Welch eine reihe Entfaltung des Miſſionswerkes in nur fünfzig Jahren! Und wie hat Gottes wunderbare Gnade aus dem böſen Anfang einen ſo reichen Segen über das unter dem Fluch liegende Land kommen laſſen! Jhm fet Lob und Preis dafür. Zum Schluß erinnern wir nod) daran, daß aud) unſer theurer, ſelig entſhlafener Judenmiſſionar Landsmann in Jeruſalem ſeinen Heiland gefunden, den er hier mit ſo hingebender Liebe ſeinem verlornen Volke gepredigt hat. Das Werkzeug ſeiner Bekehrung war der dortige Judenmiſſionar Stern. O. H.

eine ſtattliche Armee von Glaubensboten, welche cin die Grenzen des Weltpoſtvereins weit überſchreitendes Miſſionsgebiet

beſeßt

halten

und

als Culturpioniere

und Völker-

exzieher eine auch in den Augen der Welt geachtete Stellung ſich errungen haben ; damals ein auch der Zahl nach geringer Miffionserfolg, heute eine nad) Millionen zählende Schaar von Heidenchriſten, deren Zahl von Jahrzehnt zu Jahrzehnt ſich vermehrt wie ein Capital, bei welchem Zins zu Zins geſchlagen ivird; damals ſhivache Anfänge der erſten Grundlegungsarbeit und zerſtreute Einzelbekehrungen, heute hunderte von VBibelitberfegungen, tauſende von Schulen, eingebornen Mitarbeitern und mehr oder weniger organiſirten Gemeinden, ja hier und da bereits werdende Volkskirchen.“ Milde Gaben für die Negermiffion: Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., $42.63. Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St, Louis, Mo., 78.23. Durch Miſſionar J. Koßmann von ſeiner Negergemeinde in New Orleans, La., 20.00. Durch Kaſſirer C. Nuppel, Elmira, Ont., Can., 68.87.

Durch Kaſſirer J. H.

Hargens, San Francisco, Cal., 10.00. Durch Kaſſirer E. F. W. Meier aus der Freikirche in Sachſen 67.35. Durch Miſſionar F. J. Lankenau von ſeiner Negergemeinde in New Orleans, La., 10.00. Durch Kaſſirer C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 31.48. Durch Lehrer Karl Stedingk von Wilh. Fehr, Ned Bud, SIC, 1.00. Durch Kaſſirer C. Spilman, Valtimore, Md., 146.36. Von N. N., Chicago, SIL, 5.00. Durch Kaſſirer Th. H. Menk, St. Paul, Minn., 51.11. Für die Kirche in New Orleans: Durch Kaſſirer E. F. W. Meier aus der Freikirche in Sachſen 13.90. Für die Kapelle in Greensboro, N. C.: Durch Kaſſirer H. Vartling, Addiſon, Jll., 39.98. Von Erneſtine Neich, Sault de Sainte Marie, Mich., 2.00 und von ihrer Tochter 2.00. Von Jul. Verg, Aspen, Colo., 3.00. Durch Kaſſirer C. A. Kampe, Ft. Wayne, Ind., 7.00. Von Joh. Barthels, Nicollet, Minn., 1.00. Summa: $54.98. Berichtigung: Jn meiner leßten Quittung ſollte es heißen: Durch Paſt. Ph. Hölzel, Fond du Lac, Wis., von W. Mich: ler 1.50.

Für die Kapelle in Meyersville, N. C.: Durch Kaſſirer

H. Bartling, Addiſon, Jll., 5.32. Für Kapellenbau in North Carolina: Durch Kaſſirer C. Spilman, Valtimore, Md., 10.00. Für die Wittwen- und Waiſenkaſſe: Von N. N. 5.00. Für die Schule in Concord, N. C.: Durch Kaſſirer E. F. W. Meier aus der Freikirche in Sachſen 4.85. Für Negerconfirmanden: Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., 3.95. St. Louis, Mo., den 23. Februar 1897. A. C. Burgdorf, Kaſſirer.

Eine erſhütternde Traucrfunde ift aus Oſtafrica gekommen. Die Leipziger Miſſion am Kilimandſcharo wollte durch Herrn Paſt. Fr. Ottmann aus Collinsville, Jll., eben ihre vierte Station daſelbſt anlegen, der Plas zu der- von Erhalten N. N. $2.00. Von Frl. N. N. aus Fraſer, Mich., 5.00. Durch ſelben war am Meru-Berge ausgewählt. Die beiden jungen Herrn F. W. Hackſtedde von N. N. aus Seward, Nebr., 15.00 für die in Greensboro. und tüchtigen Miſſionare Oviv und Segebro> waren mit Kapelle Gottes reichſte Vergeltung den theuren Gebern! ihrer Carawane dahin aufgebrochen, um die Gründung der C. J. Otto Hanſer. Station vorzunehmen. Dabei ſind ſie in der Nacht zum Der Unterzeichnete erhielt für den Bau eines Gotteshauſes in _20. October von räuberiſchen Aruſcha- und Meruleuten Greensboro von Herrn L. Kammerer, New York, $1.00, von Frau Katie Ochs, New York, 1.50; von Paſt. H. Rottmann, Florida, O., überfallen und ermordet worden. (Ev. Miſſ.) 1.70. Gott vergelt'8 den lieben Gebern! John C. Schmidt. Welsh cin Unterſchied, zwiſhen 1792 und 1892”, | fo ſagt die „Allg. Mifſ. Zeitſchrift“ anläßlich des hundertDie „„Miſſions- Tanbe““ erſcheint einmal monatlih. Der Preis für cin Jahr in Vorausbezahlung mit Porto ijt folgender: jährigen Jubiläums der organifirten evangeliſchen Miſſions1 Exemplar. $ .26 10 Exemplare, : 2.00 i thätigkeit. i „Damals eine dem Evangelio Chriſti verſchloſſene, 26 5.00 u 550250 5 : 9.00 i h ute eine ihm geöffnete Welt; damals eine in Rationalismus 100 u 17.00 « Die Partie-Preiſe gelten nur dann, wenn alle Exemplare unter Einer Adreſſe Unglauben faſt erſtorbene, heute eine von mächtigem verſandt werden können. welche Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder 2c, enthalten, ſende man E [ſionsgeiſte durchwehte Chriſtenheit; damals ein ſelbſt unterBriefe, der Adreſſe: Concordia Publishing House, St. Louis, Mo.

der Zahl nah dürftiges Häuflein von Miſſionaren, heute

Entered at the Post Ofice at St. Louis, Mo., as second-class matter. :

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“4


=:

Nachrichten aus dent Wiffiousgebiet Herausgegeben für die Evang.-Lutheriſhe Snuodalconferenz von den Paſtoren

19. Jahrgang.

C. F. W.

von Nordamerika von der Commiſſion für die Negermiffion; redigict apper

April

und Nichard

Aummer

1897.

Zur Saſſion JEſu. Hierüber ſchreibt Dr. Luther

Diesmal haben wir Erfreuliches und Trauriges zu bez

in ſeiner Kirchenpoſtille,

richten.

und dein eigen ſei.

Und auch die Trauer-

Freudenbotſchaft, wenn man bedenkt, wie ſelig im Glauben an ſeinen Heiland derſelbe eingeſchlafen iſt. Unter den er-

Alſo wenn

du ihn ſieheſt und höreſt, daß er etivas thut und leidet, daß

- du nicht zweifelſt, ex ſelbſt, Chriſtus, mit ſolch Leiden und Thun ſei dein, darauf du did) nicht weniger mögeſt verlaſſen, als hätteſt du ſelbſt es gethan, ja als wäreſt du derſelbige Chriſtus. Siehe, das heißt das Evangelium recht erkennen, das iſt die überſchwängliche Güte Gottes, die fein” Menſch je ausreden, ja kein Herz begreifen kann. Das iſt das große Feuer der Liebe Gottes zu uns; davon wird das Herz und Gewiſſen froh, ſicher und zufrieden. Denn JFeſaias ſagt: „Uns iſt ein Kind geboren, ein Sohn iſt uns gegeben.“ Und abermal: „Fürwahr, er trug unſere Krankheit und lud auf fic) unſere Schmerzen. Durch ſeine Wunden ſind, wir geheilet.“ Siche, wenn du Chriſtum alſo faſſeſt, als eine Gabe, dir zu eigen gegeben— fo biſt du ein Chriſt. Dann folget das andere Stück, daß du ihn zum Exempel faſſeſt und dich auch dem Nächſten alſo zu Dienſt ergebeſt, wie fic) Chrifius dir ergeben.“ — Kannſt du da, lieber Leſer, gleichgültig gegen das Liebesivert der Miſſion ſein, in welchem du JEſum

und mit ihm Troſt, Friede, Leben und Seligkeit denen zu eigen darreichſt, die nod) ohne Gott und ohne Hoffnung dahingehen? Gewißlich nicht. Gerade die heilige Paſſionszeit muß „aller Gläubigen Herzen mit neuer Liebe zur Miſſion erfüllen. O. H. Gott verleihe uns ſolchen Segen in Gnaden!

ter cate A

Doch iſt des Erſteren mehr.

kunde von dem frühen Abſcheiden unſers lieben hoffnungsvollen farbigen Studenten Jmmanuel Burthlong wird zur

nehmeſt und erkenneſt als eine Gabe und Geſchenk, das dir

gegeben

4.

Anſere Wegermif} fon.

S. 32, St. Lonifer Ausgabe, überaus tröſtlich: „Das Hauptſtü> und Grund des Evangelii iſt dies, daß du Chriſtus aufvon Gott

Kreßſchmar.

sal

freulichen Ereigniſſen tritt in den Vordergrund die Einweihung der neuen Kirche der Station , Mount Zion“, deren Bau ſchon vor Jahren beſchloſſen war, und nun endlich mit

Gottes Hülfe ausgeführt iſt. Sowohl über dieſe fröhliche Kirchweih, wie auch über den Tod Burthlongs folgen die Berichte unſerer Miſſionare. Außerdem haben wir über die beſchloſſene Gründung einer neuen Station zu Wilmington, N. C., zu berichten.

Nachdem alle Bemühungen Miſſionar Aug. Burgdorfs, in Atlanta,

Ga.,

cine Station

zu gründen,

ohne Erfolg

ivaren, begab fic) derſelbe auf Wunſch der Commiſſion auf eine Recognoscirungsreiſe. Er beſuchte Marietta und Rome, Ga., ſowie Columbia, S. C., Städte mit ſtarker Negerbevölkerung und zahlreichen Negergemeinden der verſchiedenen

reformirten

Denominationen

und

ſcheinbar

wenig

günſtigen -Ausſichten für unſere Miſſion. Da inzwiſchen von Gliedern der lutheriſchen Generalſynode gegen die Commiſſion der Wunſch ausgeſprochen war, einen Verſuch mit der Negermiſſion in Wilmington, N. C., zu machen, weil daſelbſt vorausfidhtlich ein günſtiges Miſſionsfeld ſei, ſo begab ſich Herr Miſſionar Burgdorf dorthin. Er wurde von Gliedern der Generalſynode freundlich empfangen und ihm

adhd

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Missions ~The.

- die Verſicherung gegeben, daß ſie alles thun würden, twas fie könnten, um das Miſſionswerk zu unterſtüßen, und ſie ſind der Anſicht, daß, wenn es irgendwo ein Feld gebe, das reif fet zur Ernte, dies in Wilmington der Fall ſei. Freilich werde es auch hier wie überall viel Arbeit, Kämpfe und entmuthigende Erfahrungen geben. So hat -denn die Commiſſion beſchloſſen, daß Miſſionar Burgdorf in Gottes Namen verſuche, in Wilmington, N. C., cine Station zu gründen. Noch mehrere Orte im Süden führt der Miſſionar an, wo vorausſichtlih mit Erfolg Negermiſſion getrieben werden könnte, wenn wir nur die Mittel dazu hätten. Sehr beherzigenswerth iſt die Nachſchrift zu ſeinem Bericht, die wir in ſeinen eigenen Worten geben: „Es hat mich ſchmerzlich berührt, daß nicht nur überall die Methodiſten und Baptiſten Negerkirchen haben, ſondern daß auch die Episcopalen, die Congregationaliſten und ſelbſt die Presbyterianer, weld) leßtere am wenigſten Erfolg haben, faſt in allen größeren Städten Gemeinden haben und wir noch ſo wenig beſeßt haben. Es iſt nicht wahr, es ijt niht wahr, es iſt niht wahr, was ſo oft behauptet wird, daß - nur Methodiſten und Baptiſten erfolgreich unter den Negern arbeiten könnten. Wir kommen faſt überall zu ſpät, viel zu ſpät. Aber es ift nod) niht ganz umſonſt. Beſſere unter den Me gerpredigern ſelbſt geſtehen, daß ihre Raſſe in kirchlicher Hinſicht gerade das nöthig hat, was ivir Lutheraner durch Gottes Gnade ihnen bieten können, eine Religion, die nitht an die Sinne und das Gefühl appellirt, ſondern das Herz, das Herz ändert und im Leben und Wandel der Menſchen ſeine Kraft beweiſt. Ein Methodiſt ſagte einem ſeiner Glieder in meiner Gegenwart: ‘The descendants of old Martin: Luther hold up the truth before the people purer than any otherchurch.’ (Die Nachfolger des alten Martin Luther halten die Wahrheit dem Volke reiner vor, als irgend cine andere Kirche.) Ein Cpiscopale ſagte mir: ‘Next to my own church I would rather see the Lutheran The Lutherans inchurch succeed than any other. ‘That’s what our people doctrinate their members. The Lutheran church is bound to succeed need.

among the negroes, because she is a warm church, there is power in her religion.’ (Nach meiner eigenen Kirche möchte ich lieber die lutheriſche Kirche gedeihen ſehen, als irgend eine andere. Die Lutheraner belehren ihre Glie} ber, und das iſt's, was unſern Leuten noth thut. Die ‘lutheriſche Kirche muß erfolgreich ſein- unter den Negern, denn fie iſt eine lebendige Kirche und in ihrer Religion iſt Ein Prediger der Congregationaliſten ſagte, durch Kraft.) “die Methodiſten und Baptiſten ſcien die Neger dahin ge, daß die große Maſſe des Volkes Träume, verid) gehabte Viſionen und ſeliges Gefühl für Sie hätten nun die Belehrung nöthig, ſei, ſern die Bekehrung in keine ech ¢ So Den und

maden, nicht

aber was nüßt das, da ſie das rechte Heilmittel

haben!

Wollte

Gott,

daß

wir

Lutheraner

immer

beſſer erkennen, wie viel für uns zu thun iſt, und daß wir in allen Zweigen der Miſſion immer rühriger werden. Welch ein Opfer „Gott zu einem ſüßen Geruch* wäre ſolche Liebesthätigkeit! Welch dankbarer Jubel würde dafür von erretteten Seelen auf allen Bergen und in allen Thälern zum Preiſe Gottes erſchallen !“ Das

ſind

fürwahr

beherzigenswerthe

Worte

aus

der

Feder cines Mannes, der cine Reihe von Jahren unter den Negern dieſes Landes miſſionirt hat und ihren Character gründlich kennt. Ja, Gott öffne uns willige Herzen und Hände, das Werk der Miſſion unter dem armen verſunkenen

Negervolke zu treiben! boro

Wer den Nothſchrei aus Greens-

in der Januarnummer

Schmidts in der Märznummer

und

den

Bericht

Miſſionar

geleſen und beherzigt hat,

wird gewiß dem Beſchluß der Commiſſion

Greensboro cin Kirchlein oder Schule zur bauen. Wir wußten damals zivar nicht, zu nehmen, dieſen Beſchluß auszuführen, Vertrauen zu unſerm Heilande, daß ev Gläubigen die nöthigen Mittel darreichen

beiſtimmen,

in

Ehre Gottes zu woher das Geld hofften aber im uns durch ſeine würde. Unſer

Miſſionar in Greensboro bittet nun um das Geld, den Bau

zu beginnen, und die Commiſſion weiß immer woher es nehmen, denn die Kaſſe iſt leer. Wer will hier helfen, die Ehre unſers Heilandes und gläubigen Kirche zu retten ?

FE Immauuel Burthlong.

noh nicht, kann, twer ſeiner rechtC. S.

7

Des HErrn Wege ſind wunderbar und für uns ganz unergründlih. Das ſicht man einmal wieder bei der Hinwegnahme unſers theuren Burthlong. Alle ſchönen Hoffnungen, alle großen Erwartungen, die wir betreffs ſeiner zukünftigen Arbeit unter ſeinen farbigen Brüdern hegten, ſind dahin. Ja, Gottes Wege find nicht unſere Wege, und ſein Rath ift wunderbar. — Doch, dies wiſſen wir gewiß: Was Gott thut, das ift wohlgethan, und ift es auch in dieſem Falle geiveſen, Und ivenn wir einſt dahin gelangen, ivo unſer lieber Freund jest ſchon weilt, werden wir es auch ſchen und verſtehen, wie wohl es der liebe Gott gemacht hat. Der liebe Verſtorbene erbli>kte das Licht der Welt am 20. Februar 1871, in Eſſequina County, Miſſ. Als er ſieben Jahre alt war, zogen ſeine Eltern von da nach New Orleans. Schule genoß er ſehr wenig bis zu ſeinem elften Jahr, in welchem Alter er in unſere St. Pauls Negermiſſionsſchule eintrat. Gein Lehrer war Karl Berg, und machte er unter deſſen tüchtiger Aufſicht außerordentliche Fortſchritte. Beſonders gut war unſer Jmmanuel im KateHismus und in der Bibliſchen Geſchichte. Am 20. April 1884 ivurde er dann getauft und am 4. Mai desſelben Jahres confirmirt.

Nach ſeiner Confirmation blieb er nod)

é einige Beit in i der Schule; mußte dann aber, als der älteſte

—

Die

Li

26


Die

27

Missions -Tarube.

die keinen | etivas aufhalten würde. Doch unſere Hoffnungen ſollten der jüngeren Ge- | nicht erfüllt werden, denn kaum drei Wochen nach ſeiner Ankunft zu Hauſe kam ſchon das Ende. Am 28. Februar, Anſtatt aber mit den andern Jungen herumzulauſen, um LL Uhr Abends, verſchied er ganz ſanft und ſtill, nachbenußte ev ſeine freie Zeit zum Leſen, und ſo kam es denn, dem er noch eine Stunde vorher das heilige Abendmahl empfangen hatte. Seine lesten Worte waren: „Wir werdaß Miſſionar Bakke, als im Fahre 1889 eine Vacanz in der siveiten Klaſſe der Mount Zion-Schule entſtand, Jmmaden uns im Himmel wiederſehen.“ i nuel da als Lehrer anſtellen konnte. Zur allgemeinen ZuZum Schluß noch einige Worte, um zu zeigen, wie er friedenheit unterrichtete er hier zivei Jahre lang und zeich- noch auf ſeinem Sterbebette darauf bedacht war, andere nete fid) aus durch große Treue und Getviſſenhaftigkeit in Seelen zu Chriſto zu führen. Es war einige Tage vor ſeider Ausübung ſeines Amtes, ſowie durch großen Miſſions- | nem Tode. Jch hatte ihm Johann Gerhards Betrachtung eifer und Liebe zu den ihm anbefohlenen Kindern. Nach Ver„Von der Leidensfrucht des HErrn“ vorgeleſen. Mit freulauf dieſer zivei Jahre trat er auf Wunſch ſeines damaligen digem Blick dankte er mir und rief dann ſeine Mutter, die zu Paſtors, Herrn Miſſionar Balkkes, in unſer Predigerſeminar keiner Kirche gehört, an die Seite ſeines Bettes. „Mutter“, zu Springfield ein. ſagte er, „weißt du auch, warum ich ſo freudig bin?“ Seine Jch hätte oben noch erwähnen ſollen, daß er die Frei- | Mutter fragte: „Warum?“ „Nun, weil ich ein Chriſt bin“,

Sohn, an die Arbeit gehen,

um

ſeiner Mutter,

Mann mehr hatte, bei der Erziehung ſhwiſter behülflich zu ſein.

ſtunden, die ihm in den beiden Jahren ſeines Schulehaltens

zur Verfügung ſtanden, zur Erlernung der deutſchen Sprache und der Muſik benußte. Und ſo groß war ſein Eifer, daß er bei ſeinem Eintritt in das Seminar ziemlich fliefend Deutſch ſprechen konnte und im Orgelſpielen es auch ſchon ſo weit gebracht hatte, daß er ganz wohl den Gemeindegeſang in der Negerkirche in Springſield leiten konnte. Auf dem Seminar zeigte er denſelben Eifer im Lernen und Ernſt im Wandel, ſo daß er in ganz kurzer Zeit ſich die Liebe und den Reſpect ſeiner Profeſſoren und Mitſchüler erworben hatte. Viele Stunden ſeiner freien Zeit widmete er auch in Springfield der Miſſion unter ſeinem Volk; ſpielte, wie ſchon oben geſagt, die Orgel in der Miſſionskirche; unterrichtete in der Sonntagsſchule; predigte öſters; und hielt auch zeitweilig, wenn ih nicht irre, die Wochenſchule der Miſſion. Nach Abſolvirung der dritten Seminarklaſſe ging er auf ein Jahr zur Aushülfe nah North Carolina und bewährte ſich auch da als cin fleißiger und tüchtiger Miſſionsarbeiter. Nach Springfield zurückgekehrt, verfolgte er ſein Studium mit derſelben Treue wie vorher, und hätte er dieſen

Sommer ſein Examen machen können, wenn der liebe Gott nicht anders entſchieden hätte. Es war um die Mitte des leßten November, als er faſt plößlih zuſammenbrah. Da man aber nichts Gefähr= licheres, als eine ſ{hlimme Erkältung vermuthete, wurde ſein Zuſtand nicht ſogleich näher unterſucht. Welch ſchmerzliche Ueberraſchung daher, als cine etwas ſpäter vollzogene, genaue ärztliche Unterſuchung das Ergebnis hatte, daß die galopirende Schwindſucht im Anzuge ſei. Da man das aber bei ſeinem bis dahin fo robuſten Körper für kaum möglich hielt, wurden noch drei andere Aerzte zu Rathe gezogen. Dieſelben konnten aber bloß die Ausſagen des erſten Arztes bekräftigen. Auf den dringenden Wunſch ſeiner Mutter und den Rath der Aerzte wurde er dann zu Anfang des Monats Februar hierher nad) New Orleans gebracht. Man erivartete, daß das mildere Klima des Südens den Lauf der Krankheit

E

RE

antwortete er, -„weil meine Sünden vergeben ſind einen lieben Vater im Himmel habe. O Mutter, ich du ivärſt auch eine Chriſtin! Bitte Gott, daß du eine Seht, ſo trieb unſer lieber Jmmanuel noch in ſeinen

und ich wollte, wirſt.“ leßten

Tagen Miſſion.— _ Und nun, geliebter Lefer, wenn du von ſolchen Früchten, ſolchen herrlichen Früchten unſerer Negermiſſion hörſt, wirſt du da noch ſagen wollen, daß die Negermiſſion ſich nicht „bezahlt“, daß das für Negermiſſion gegebene Geld meiſtens weggeivorfen ſei? Das wirſt du nicht, das kannſt du nicht thun. Gebe dir denn der liebe Gott ein liebendes Herz für dies ihm wohlgefällige Werk, auf daß du auch dieſe Miſſion ſtets einſchließeſt, wenn du beteſt: „Dein Reich komme.“ F. J. Lankenau. SS

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Gin Subelfag wahrend der Iubelfynode des Sitdlien Diſtricts der Synode von Miſſouri, Oßio u. a. Staaten. Das neue Mount Zion, ein Denkmal, das die werthen Jünglinge und Jungfrauen der Synodalconferenz ihrem Heiland zu Ehren errichtet haben, ift vollendet. Vaumeiſter war diesmal wieder Herr Rolfs, der ſicher nicht darauf geſehen hat, einen möglichſt großen Profit in ſeine Taſche fließen zu laſſen, ſondern der Negermiſſion für die für dieſen Bau bewilligte Summe, $2500.00, ein fo {dines und gutes Kircheneigenthum zu errichten als nur möglich. j : : ae Miſſionar, Lehrer und Gemeindeglieder haben beim Wegräumen der Trümmer des alten Gebäudes: und bei Erbauung und Ausſhmü>ung des neuen ſelbſt Hand angelegt, um Geld zu ſparen. Herr E. W. Gans von der weißen Zionsgemeinde hat viel für den Neubau unentgeltlich. gefahren. Die Gemeinde Herrn Paſtor Niermanns in Cline ton, La., hat zur Verſchönerung des Miſſionseigenthums eine ganze Anzahl Schattenbäume geſchenkt.


“Das Gebäude, aus Holz errichtet, ijt an einer Seite freusformig und mißt 6032 Fuß, im Kreuz beträgt die Breite 35 Fuß. Der Thurm ſpringt vorn und an der Seite drei Fuß vor. Die Kirche hat eine Altarniſche 12K 14 und eine Sakriſtei 10X12 Fuß. Sißpläße bietet das Gebäude für 280 Perſonen. Die Fenſter ſind aus buntem Glas von zarten Farben, die aufs Geſchma>vollſte zuſammengeſtellt ſind. Die Holzbekleidung an den Wänden, die De>e, Fen-

ſterrahmen,

Altar,

Kanzel und Banke befind mit Del ſtrichen, die rauhen, hellgrauen Wände in längliche Viere>e abgeſtrichen. Der mittlere Gang und der Boden in der Altarniſche ‘iſt mit einem

WE!

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hellen,

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überaus

:

| dev dev Gemeinde, | Kirchweihpredigt,

| | | | | |

hielt auf Grund von Pj. 87, 1—4. die welche die Kirche Gottes

auf Erden

als

eine feſt gegründete, herrliche, allgemeine den andächtigen Zuhörern vorführte und viel enthielt, das beſonders die Negermiſſion und die Neger anging. Abends wurde noch cinmal ein Gottesdienft gehalten, in welchem Herr Miſſionar Schmidt die Predigt hielt. Ja,

das war

ein Jubeltag

während

der Jubelſynode

des Südlichen Diſtricts. Gott gebe, daß

der Jubel

TEDL C ÉT CNO CENIE TIN

Wissisirs -Taube.

fort-

klinge, daß immer neue Schaaren herzugeführt werden, die in demſelben einſtimmen,

und

daß

das

Werk der Negermiſſion derartig ſich ausbreite, daß an immer mehr Orten Jubel über Gottes Erbarmen mit den Sündern angeſtimmt werde. Dazu ſollten wir an unſerm Theil aber auch alles Mögliche beitragen. Es ijt die höchſte Zeit. Die Secten ſind uns Lutheranern ſchon tveit vorausgeeilt. Zu be-

freundlichen Teppich beded>t, den die jungen “ Leuteinder Gemeinde beſchafft haben. Den Altar ziert cin hüb\ches, großes Kreuz, welches als ein Ge\chenk der Gemeinde Herrn Paſtor Friedri<s in Knoxville, Tenn., doppelt hochgeſchäßt wird. dauern ijt es daher Hinter der Kirche auch, daß die Negerhat die Gemeinde ein miſſion wieder eine nettes, kleines Haus Kraft einbüßen muß, von zwei Zimmern da Herr Miſſionar für den Kirchendiener : Kuſs, welcher ſich das bauen laſſen, der für ) Zutrauen der Neger freie Wohnung den und unhat erworben Sa ANT D Kirchendienſt zu verter ſeinen bisherigen 5 ſchen hat. Gliedern allgemein Die Einweihung Mount Zionskirhe in New Orleans, La., beliebt ift, einem Ruf Synodalconſerenz. des neuen Gotte3der erbaut durch die Liebe der Jünglinge und Jungfrauen in an die weiße Zions. hauſes geſhah am Nachmittag des Sonntags Sexageſimä, den 21. Februar. gemeinde in New Orleans folgt. Möge Gottes reichſter Segen den Bruder begleiten, möchten aber ein Dußend neuer Außer vielen Synodalen waren aus allen Gemeinden, weißen und ſchwarzen, die Feſtgäſte herbeigecilt. Unter den Miſſionare bald ausgeſandt werden können, um fid) des Fremden befand ſich ſogar ein Berichterſtatter einer der größ- blinden, vom Pabſt und den Secten verführten Negervolks Aug. Burgdorf. ten engliſchen Zeitungen in der Stadt. Der gemiſchte Chor anzunehmen. der Männerchor der Gemeinde Herrn Paſtor Crämers und ich freundlichſt bereit finden laſſen, thätigen Antheil Japan. Feſtfeier zu nehmen. Auch die Schulkinder der = meinde prieſen Gott mit einem beſonderen Haben die Bilder der lesten „Miſſions-Taube“ unſere Kuſs, der Paſtor Mount Zions, Augen nach China gerichtet, fo fordern die heutigen uns “Herr Miſſionar Bakke, der Grün- auf, einige Blice dem öſtlichen Nachbar der Chineſen zu

LAU

Die

28


N Die gönnen,

- Taube.

29

mit dem dieſe allerdings nicht auf beſtem nachbar-

lichem Fuße ſtehen. dächtnis, wie China, Japan, dem „Lande ren einen erbitterten ſchlagen

MBtse iS wes

worden

dort. Ueber 2000 Zeitungen werden in Jäpan herausEs iſt uns allen noch lebhaft im Ge- | gegeben. Die Poſtbeförderung ijt vorzüglich. Ju der Nedas koloſſale „Reich der Mitte“, mit gierung, im Schulweſen, in der Politik nad) außen ſind des Sonnenaufgangs“, vor zwei Jahbedeutende Reformen eingeführt worden. Ausländiſche Krieg geführt hat und jämmerlich ge- „vöhere Bildung“ wird freudig begrüßt und. von vielen

ijt, bis es vor

ſeinem

zehnmal

kleineren | Japanern angeſtrebt. Nieſenfortſchritte auf allen Seiten! Wie ſteht es aber mit dem Einen, das noth ijt, und das ein

Gegner flehentlich um Gnade bettelte. Eine ſolche Samad kann China kaum verivinden, Japan aber, das vorher ſhon vor Nationalſtolz

und Selbſtbewußtſein

ſtrohte, bläht

ſich

nun erſt recht auf vor den Augen aller Welt.

Volk wirklich erhöht und wahrhaft glü>kli<h ma<ht? Wie ſteht es in Japan mit dem Chriſtenthum, mit der Miſſion?

Japaniſche Landſchaft.

Und es ift gewiß, die Japaner ſind den Chineſen weit überlegen, niht nur im blutigen Handwerk des Krieges, ſondern auch im friedlichen Wettſtreit auf den verſchiedenen Gebieten der Cultur. Mit bewundernswerther Energie drängt Japan fid mächtig vor und beanſprucht bald eine Stelle in der vorWas .es nur den deren Reihe der civiliſirten Länder. kann, das wird abgu>en Americanern Europäern oder Telegraphenund Eiſenbahnen nachgeahmt. möglichſt bald

linien durchkreuzen nach allen Richtungen das Land, auh

das Telephon iſt dort zu finden. Viele Städte und Häuſer haben electriſche Beleuchtung. Jn den Fabriken ſieht man

die modernſten Einrichtungen, Maſchinen und Erfindungen.

Sogar große Bierbrauereien mit Dampfbetrieb gibt es ſchon

Die Japaner haben der Miſſion viel zu danken. Auch ſchon ihre irdiſche Wohlfahrt, ihr Fortſchritt in der Cultur ift zum großen Theil auf den geſegneten Einfluß der chriſtlichen Miſſionare zurückzuführen.

Leider nicht allen Miſ-

ſionaren kann dieſes bezeugt werden. Die Pabſtknechte, die ſchon im ſe<hzehnten Jahrhundert dorthin kamen, haben keinen guten Stuf hinterlaſſen. Jhre. Abſicht war mehr, dieſes Heidenvolk dem Antichriſt zu unterwerfen, als es zu Chriſto zu führen. Als ſie anfingen, fid) ſtark zu fühlen und ſchon einen großen Anhang im Volke hatten, zeigte ſich deutlich, was fie im Schilde führten, und der ſtaatsfeindliche Character des Pabſtthums trat ofen hervor. Die papiſtiſchen Miſſionare miſchten fic) in die Händel des Staats, ſuchten cine Revolution anzuſtiften, wollten die


30

Die

Missions -Tauhke,

Obrigkeit ſtürzen. Aber dieſe fam ihnen zuvor und jagte ſie zum Lande hinaus. Geſchah ihnen recht. Doch das ſchivere Aergernis, das fie dem Volke gegeben, blieb suriid. Die heidniſchen Japaner ſahen nun das Chriſtenthum als

| Arbeiter | haben

in der Miſſion

zur Seite

ſchon vor Jahren prophezeit,

ſtehen.

Wie

ganz Japan

| in kurzer Zeit dem Chriſtenthum zuwenden!

manche

werde ſich

Aber wie ſind

| ſie in ihren überſpannten Erwartungen enttäuſcht worden !

eine ſtaatsgefährliche Religion an, und um das actFahr 1625

Nach den neueſten Berichten gibt es unter den 42 Millionen

wurde das folgende kaiſerliche Edict veröffentlicht: So lange

Japanern nur 39,000 proteſtantiſche Chriſten, aus tauſend fount einen. Ja, im leßten Jahr wurden nicht wenig Klagen laut, daß Miſſionsgemeinden in Japan an Gliedern beträchtlich verloren haben. Was mag die Urſache fein?

die Sonne die Erde erwärmt, ſoll kein Chriſt ſich erdreiſten, nah

Japan zu fommen;

und wenn

ſelbſt der König

von

Spanien, oder der große Gott des Weltalls dieſes Gebot übertritt, ſo ſollen fie mit ihrem Kopfe dafür büßen.

Nicht Verfolgungen und Gewaltmaßregeln ſind es geweſen

von Seiten der heidniſchen Machthaber, — obwohl es aud) daran nicht ganz gefehlt hat, — nein, die können die Ausbreitung des Reiches Chriſti nicht hemmen. Ach, wird es nicht an vielen Orten vielmehr mit daran liegen, daß die Prediger nicht den reinen, lebenskräftigen Samen des Wortes, ſondern die Spreu nichtiger Menſchenlehren hingeſtreut haben? Und tver verdenkt es den Japanern, wenn fie ſür ein modernes Heidenthum ihr altes nicht preisgeben tvoller! Andrerſeits iſt es der ſchre>liche Eigendünkel, der die Japaner ergriffen hat und die Miſſionsarbeit unter ihnen ſo ſehr erſchivert. Sie rühmen fic) ihrer „Aufklärung“ und ſaugen gierig das Gift der materialiſtiſhen Vernunftlehren anderer Länder ein. Chriſtus aber, der Gekreuzigte, iſt ihnen eine

PY iaa ti

Aber kein kaiſerlicher Erlaß kann den Siegeslauf des Worles aufhalten. Kein Heer von Henkersknechten kann Chrijtum, den König der Ehren, hindern, wenn er durchs Evangelium bei einem Volke Einzug halten will. Und ſeine Boten laſſen ſich aud) niht zurü>ſchre>en durch menſchlihe Drohungen, fie gehen, wohin Chriſtus fie ſendet, und ſollten ſie gleich „mit ihrem Kopfe dafür büßen“, Große Schaaren evangeliſcher Miſſionare verſchiedener proteftantifcher Kirchengemeinſchaften find in unſerm Jahrhundert auf den japaniſchen Juſeln gelandet, haben auch bei dem Volke Eingang gefunden und das geſegnete Werk der Miſſion unter dieſen Heiden getrieben. Dest zählt man dort 1132 ausländiſche Miſſionare, denen 842 einheimiſche

aminas

Ländliche Theeſchenke in Japan.


Die

31

Missions -Taube.

Thorheit, die fie verlachen. Dazu ſind ſie ſehr felbjtgerecht. Sie werden beleidigt, wenn ihre Sünden ihnen vorgehalten werden. Eine vornehme Japanerin hörte ruhig zu, bis der

Carolina im Allgemeinen, ſowie der ‘‘Grace’’ (Gnaden-) Gemeinde in Greensboro im Beſonderen. Nach Verleſung dieſer ausführlichen Geſchichte und Abſingung des Tauf-

Miſſionar den Spruch anführte: Wir ſind allzumal Sünder.

liedes ivurden zwei Knaben und zwei Mädchen, welche unſere

Da bedeckte ſie mit beiden Händen ihr Geſicht und entgegnete

Schule beſuchen, durch die heilige Taufe in den Gnadenbund

mit lachendem Munde:

„Verzeihen Sie!

Jch — cine Sün-

Chriſti aufgenommen.

Dann

hielt der Unterzeichnete die

derin?! Wie lächerlich!“ Einen Sünderheiland wollen ſolche Leute nicht. Chriſtus, der Gekreuzigte, iſt ihnen ein Aergernis. Gott öffne dieſen blinden Heiden die Augen, daß ſie ihre Thorheit und Sünde erkennen und dann im

Feſtpredigt, und da unſere Schule das erſte Gebäude iſt, das in unſerm Städtchen von Lutheranern errichtet wird, ſo verſuchte er, auf Grund von 1 Petr. 3, 15. darzulegen,

Glauben Chriſtum ergreifen, der auch ihnen gemacht iſt von

iſt, den

Gott zur Weisheit, und zur Gerechtigkeit, und zur Heiligung, und zur Erlöſung. -R. K.

(Pſ. 68, 32.), nahebringen. Dann fand die eigentliche E>ſteinlegung ſtatt, indem cin weißer Marmorblo>, 22 Zoll lang und 8 Zoll breit, mit dreimaligem Hammerſchlag im Namen des dreieinigen Gottes an ſeinem beſtimmten Play feſtgemauert wurde. An der Vorderſeite dieſes Steines prangt folgende Jnſchrift in eingemeißelten und vergoldeten

Grundſteinlegung eines Wiſſionsſhulhauſes Greensboro, N. C.

in

warum {vir Lutheraner den Grund der Hoffnung, die in uns Mohren,

die

ihre

„Hände

ausſtre>en

zu Gott“

Lettern: Hat man im Dienſte der Miſſion, namentlich auf neuen

Stationen, gar manche dunkle Tage durchzumachen, daß man oft tiefes Weh empfindet, ſo gibt's doch auch wieder Freudenzeiten, in denen der HErr Sein liebreiches Antlißz hinter den Wolken hervorleuchten und die Seinen einen herrlihen Tag im Sonnenſchein Seines gnadenreichen Cre barmens erleben läßt, an dem man dann die finſtern Stunden der Anfechtung vergißt und ſich labt und badet im hellen Strahlenglanz, der von der ewigen Sonne der Gerechtigkeit ausgeht. Denn Gott ift getreu, und kann daher nicht anders als auf Regen Sonnenſchein folgen laſſen. Solch ein Tag großer Freude und Jubels auf unſerm ſchmalen, ſteilen und dornenvollen Pfad durd) Kreuz zur

Krone für das Häuflein farbiger Lutheraner in Greensboro war Sonntag, der ſiebente März dieſes Jahres, an dem wir durch Gottes Gnade die Feier der Grundſteinlegung unſers Schulhauſes vornehmen durften und unſer lutheriſches Gemeindlein hierfelbjt dadurch endlich die Verſicherung erhielt, daß es trof allen Spottes und aller gegentheiligen Erklärungen der Feinde dennoch ein eigenes Heim bekommen ſolle, in dem es fic) verſammeln könne, um die Gnade des Vaters, die Liebe des Sohnes und den Troſt des werthen Heiligen Geiſtes zu empfangen, ohne fürchten zu müſſen, in ſeinem gottſeligen Vorhaben geſtört zu werden. Längſt vor der anberaumten Zeit, um 3.30 Uhr Nachmittags, hatten ſich Alte und Junge, Weiße und Farbige in großer Zahl in der alten Freimaurerhalle eingeſtellt, wo wir des ungünſtigen Wetters wegen den größten Theil der Feier vornehmen mußten, ſo daß, als wir mit dem Gottesdienſte begannen, die alte Halle, der wir bald „Valet“ ſagen werden, bis auf den leßten Plas befest war. Nach Abſingung des Liedes „Fels des Heils“ (Rock of Ages) und Verleſung des 122. Pſalms und eines Gebets, ſowie einer furzen Erklärung über den Zive> der Feier verlas Unterzeichneter eine lange Hiſtorie über die wunderbare Entſtehung und den geſegneten Fortgang unſerer Negermiſſion in Nord-

“EV.-LUTHERAN GRACE SCHOOL.” ‘Lord, it is well for us to be here.” Matth. 17, 4. und auf der Seite iſt das Datum der Grundſteinlegung an- . gebracht:

‘‘March 7th 1897.??

Jn die dem Steine eingefügte Zinkbüchſe wurden folgende Gegenſtände gelegt: cine Bibel, Luthers Katehismus, eine Geſchichte der Negermiſſion in Nord-Carolina und der „Gunadengemeinde“ in Greensboro; ſtatiſtiſche Berichte über die hier bisher vollzogenen Amtshandlungen; die Namenliſte der Getauften und Confirmirten, der Schulkinder und der. zur Gemeinde gehörigen Seelen; verſchiedene andere Schriften; Geld, das jest hier im Gebrauche ift; und endlich cine weltliche Zeitung. Mit Gebet und dem Segen des HErxrn wurde die nah Hunderten zählende Verſammlung, die fic) troß des Regens und der ſhlehten Wege eingeſtellt, entlaſſen. So wird denn jest der Wunſch

unſerer Gemeinde,

den

ſie in ſo vielen Gebeten Gott vorgetragen hat, verwirklicht, bald wird fie ſich, ſo Gott will, in einem „lutheriſchen“ Gebäude verſammeln können, um ſich durch das helle Licht des Evangeliums erleuchten und ihre Lämmer zu den grünen Auen und dem friſchen Waſſer des Lebens führen zu laſſen. Bald wird ſie mit dem Pſalmiſten aufjauchzen: „Wie lieblich find deine Wohnungen, HErr Zebaoth! Meine Seele verlanget und ſehnet fic) nad) den Vorhöfen des HErrn. ... Denn der Vogel hat ein Haus gefunden, und die Shivalbe ihr Neſt, da fie Junge he>en, nämlich deine Altäre, HErr Zebaoth, mein König und mein Gott.“ Pj. 84, 1—4. Es ift ja wahr, noch iſt es keine Kirche, die errichtet Schulhaus, — weil dies unter wird, ſondern zunächſt ein den obwaltenden Umſtänden das Nothwendigſte iſt; — aber der bloße Gedanke an die ſhändliche Behandlung, die uns in der Freimaurerhalle zu Theil geworden und die aller Beſchreibung ſpottet, hat die Leutlein gelehrt, zufrieden zu ſein mit irgend einem Gebäude, da ſie in Ruhe ſich verſammeln


i Pis nee

Se

unternahmen.

Laßt uns denn beten, daß unſer hochgelobter und herzlid) geliebter Heiland, der unſere Schule in zwei und ein halb Jahren

x

von 32

laſſen,

auf 96 Schüler hat wachſen

fortfahren möge, auch fürderhin uns mit Seiner Barmherzigkeit zu beſcheinen und mit Seiner Rechten uns zu leiten, auf daß, wie in der Vergangenheit, ſo aud) in der Zukunft unſere ſpäteren Gemeindeglieder in unſerer „Gnadenſchule“ neben weltlichem Wiſſen vor allen Dingen unterrichtet werden in der Geographie, ivelche von dem „Strom des lebendigen Waſſers“, Offenb. 22, 1., in der Geologie, welche von dem geiſtlichen „Fels des Heils“, 5 Moſ. 32, 15., in der Himmelskunde, welche von dem „Stern von Bethlehem“ und von der „Sonne der Gerechtigkeit“, Mal. 4, 2., in der Botanik, welche von der „Blume zu Saron und der Roſe im Thal”, Hohel. 2, 1., lehrt; — dann wird dieſe Anſtalt in Wahrheit eine „Gnadenſchule“ werden, vie ihr Name beſagt, in welcher dem HErrn Kinder geboren werden ivie der Thau aus der Morgenröthe. Wir ſchließen mit den Worten, die auch den Abſchluß der dem Grundſtein cinz verleibten Hiſtorie bilden: „Möge Gottes Vatergnade, die ſih in JEſu Chriſto offenbart hat, dies bewirken über Bitten und Verſtehen, und dieſes Gebäude eher durch Feuer, Sturm, Blis oder Erdbeben vernichten, als daß irgend cine feelenverderblicje Lehre, welche Gottes Gnade zu beeinträchtigen droht, in ſeinen Räumen verkündigt wird.“ Amen. J. Schmidt.

Büqer- Anzeige. Erzählungen für die Jugend. [A D. Wyneken.

House.

38. Bändchen: P. Friedri

St. Louis, Mo.

Preis: 25 Cents.

HT

Dantisning :

thum leſen; und zwar nicht nur ältere, ſondern auch junge Leute. Denn ſie iſt überaus einfa< und populär geſchrieben. Sie ſollte und wird auch außerhalb der Miſſouri - Synode eine weite Verbreitung finden. Möchten dieſem Vändchen bald andere folgen, die Dr. Walthers, Prof. Schallers u. a. Lebensbeſchreibungen in ähnlich anziehender Form den deutſchen Lutheranern vor die Augen führen, O. H.

eeBis hicher.‘“

Kurzgefaßte Geſchichte der Miſſouri-Synode, von

Prof. WL. Gräbner. St. Louis, Mo. Concordia Publishing House. Jm Jubiläumsjahr 1897. 24 Seiten. Preis: 3 Cents; beim Dugend 30 Cents; beim Hundert $2.00; beim Tauſend $15.00. Dieſe intereſſante Schrift zu ihrem überaus billigen Preis wird ohne Ziveifel einen weiten Leſerkreis finden. Denn wer ſollte nicht mit herzlicher Freude und innigem Dank gegen Gott das wunderbare Wachsthum dieſer rechtgläubigen lutheriſchen Synode verfolgen, die aus ſo geringen Anfängen, unter ſo ſchweren Kämpfen und ſchwierigen Verhältniſſen zu ſolcher Größe und Macht angewachſen iſt und einen ſo reichen Segen über die ganze lutheriſche Kirche dieſes Landes bringen durfte. Bei ihrer Gründung im Jahre 1847 waren es 12 ſtimmberechtigte und 10 berathende Paſtoren und 16 Ge-

meinden.

Welchen Umfang dieſe Synode in dieſen fünfzig Jahren

gewonnen, kann der liebe Leſer nachleſen in dem eben jest in demſelben Verlag, Concordia Publishing House, erſchienenen Buch: Statiſtiſches Jahrbuch der deutſchen ev.-luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. St. für das Jahr 1896. St. Louis, Mo. Concordia Publishing House. 112 Seiten, Preis: 25 Cents. Fürwahr, es iſt ein Wunder Gottes vor unſern Augen, was er in und an dieſer Synode für ſein reines Wort und ſeine rechtgläubige Kirche in dieſen fünfzig Jahren in dieſem Lande gethan hat. Ja, ſie hat wahrlich hohe Urſache, ein fröhliches, dankbares Jubelfeſt zu feiern. O. H.

Milde Gaben

für die Negerniſſion:

Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., $10.25. Durch Miſſionar F. J. Lankenau von ſeiner Negergemeinde in New Orleans, La., 10.00. Durch Miſſionar J. Koßmann von ſeiner Negergemeinde in New Orleans, La., 20.00. Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., 39.56. Durch Kaſſirer C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 61.35. Durch Kaſſirer H. Knorr, Detroit, Mich., 69.20. Durch Kaſſirer G. E. G. Küchle, Milwaukee, Wis., 33.71. Durch Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md., 63.60. Durch Lehrer A. F. Zorn, Monroe, Mich., aus der Kaſſe der Sonntagsſchule der ev.-luth. Zionsgemeinde 5.00. Durch Miſſionar J. Koßmann von Eugen Knolt, Utica, N. Y., 10.00. Summa: $322.97. Für die Kirche in New Orleans: Durch Paſt. C. G. Neim,

La Croſſe, Wis., von Frau Dora Spehn 5.00.

Furie Kapelle in Greensboro, N. C.: Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., 20.00. Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., 39.55. Durch Kaſſirer C. A. Kampe, Ft. Wayne, IJnd., 26.15. Durch Kaſſirer H. Knorr, Detroit, Mich., 2.00. Durch Kaſſirer G, E. G. Küchle, Milwaukee, Wis., 8.00. Durch Paſt. H. Häſe, Apple Creek, Wis, 1.00. Durch Miſſionar J. C. Schmidt, von Frau Bohnet, New Orleans, La., 5,00; von Frau Kammerer, New York, 1.00; von Frau K. Ochs, New York, 1.50; von Paſt. H. Rottmann, Florida, O., 1.70. Summa: 3105.90. Für Kapellenbau in North Carolina: Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., 10.00. Von Frau B. 1.00. Durch Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md., 30.00. Summa: $41.00. St. Louis, Mo., den 20. März 1897. A. C. Burgdorf, Kaſſirer. Die „„Miſſions- Taunbe“‘“ erſcheint einmal

Jahr in Vorausbezahlung mit Porto 1 Eremplar.

10 Exemvlare,

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monatlich.

Der Preis fiir cin

iſt folgender:

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100 > 17.00 Die Partie-Preiſe gelten nur dann, wenn alle Exemplare uuter Einer Adreſſe

verſandt werden können. Briefe, welche Beſtellungen, * Abbeſtellungen, Gelder 2c. enthalten, ſende man unter der Adreſſe: Concordia Publishing House, St. Louis, Mo.

en Waſſers chte que tiefe

hriſten-

Alle die Redaction betrejfenden Einſendungen find zu abreffiren an Rey, C. F. W. Sapper, 206 $. Madison Str., Bloomington, I1].; alle Geldbeträge ae E palin an den Kaſſirer Dir. A. C. Burgdorf, 1033 S. 8th Str., ulis, Mo. Z Irregularities in GS of this Nanar, to he reported to Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Entered at the Post OMice at St. Lonis, Mo., as second-class matter.

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fonnen, um zu hören von dem Einen, das noth ijt. Wurden doch unſere Gottesdienſte nicht ſelten geſtört durd) das Wirbeln von Trommeln und Blaſen von Trompeten, durch den Ton eines *banjo’’ und den Geſang gemeiner Lieder und ähnlichen Lärm, der bei Tanz- und Saufgelagen der Neger üblich iſt, welch leßtere öfters in dem uuter unſerer Halle befindlichen Store zur Zeit unſerer Gottesdienſte ſtattfanden; und ivenn die lieben Leſer hören werden, daß der Spektakel in dem unter unſerer Schule befindlichen Negerfaufladen zuweilen fo ſtark war, daß Schreiber dieſes zu Zeiten thatſächlih nicht den Geſang von etwa ſechzig geſunden Negerkindern, die aus voller Kehle ihre Stimme erſchallen ließen, vernehmen fonnte, dann werden fie uns beipflichten, wenn wir ſagen, es war höchſte Zeit, daß wir den Schulbau

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Missions -~TWauke,

atheist a

Die

32


Herausgegeben

fiir die Chang.-Lutherifde von

den

e ruona canter) bon Nordamerifa von der Commiſſion für die Negermiſſion; redigirt C. F. apper und Nichard Kreßſchmar.

Paſtoren

19. Jahrgang.

Ich

Mai

1897.

10,

Macht und Majeſtät wieder auferſtehen. Und o, wie erweiſt er ſih auh nach ſeiner Auferſtehung wieder als den

12.

Welch köſtliche, troſtreiche Wahrheit, wie wohlverbürgt und gewiß, und ach! wie unendlich ſchwer zu glauben. Ja, an ſolchen allertheuerſten Licbesivorten Gottes,

5.

für uns ſterben ſehen, ſondern auch an Oſtern in göttlicher

bin ein guter Hirte.““ Joh.

Aummer

unſers Hei-

landes, wird es recht offenbar, was für ein Gemächte wir find, wie gottentſremdet, ſündlich und verkehrt unſer Herz iſt.

Welchen Himmel voll Friede, Freude und Seligkeit ſollten nicht dieſe Worte: ,, Fc bin ein guter Hirte“ in ue fer Herz bringen! Sind es doh Worte der ewigen Wahrheit. Spricht fie dod) JEſus, unſer Seligmacher, und ruft er ſie doch uns, ſeinen gläubigen Schäflein, eben darum zu, uns ſeiner Liebe und Gnade zu verſichern, uns unſerer Seligkeit gewiß zu machen, unſer Herz allem Elend der Sünde und Welt gegenüber voll Troſt, Kraft und Hoffnung zu machen; glaubenstroßzig uns ſprechen zu laſſen: „Der HErr iſt mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er iveidet mich

guten Hirten. Sehet doch, wie er gar nichts Eiligeres, Wichtigeres zu thun hat, als nur ſeine zerſtreuten Schäflein wieder zuſammenzuſuchen und zurechtzubringen. Zuerſt tröſtet er die Maria Magdalena. Dann erſcheint er den andern’ Frauen. Hierauf eilt er, den gefallenen Petrus ſeiner Hir-

tentreue zu verſichern. Jest wandelt er mit den zwei traurigen Emmausjüngern und an demſelben Abend ſucht er die zehn Jünger auf, die hinter verſchloſſenen Thüren zittern, um ihre Traurigkeit in Freude, ihre Furcht in Glaubensſieg zu verwandeln.

Endlich

bringt er auch den ungläu-

bigen Thomas aus dem Jammer ſeines Unglaubens zu dem fröhlichen Bekenntnis: „Mein HErr und mein Gott!“ — O, wahrlich, JEſus iſt ein guter Hirte. Kein anderer Hirte fan fic) treuer, liebreicher um ſeine Schäflein annehmen als er. Und ift er nicht derſelbe nod) heute? Sit er nicht geſtern und heute, ja, in alle Ewigkeit derſelbe Hirte voll überfließender Liebe, voll göttlicher Treue? Sollten ſeine auf einer grünen Aue und führet mich zum friſchen Waſſer.“ Und JEſus ſagt dieſe Worte nicht nur, ſondern hat fie auc) Schäflein nicht ſelig ſein? Und wer ſind dieſe ſeligen Mendurch die allerwunderbarſte That beſtätigt. „Jch laſſe mein “ſchen? Eben die, welche er getauft hat und die ſein begehren Leben für die Schafe“, fest er hinzu. Ja, das iſt freilich der und die ihn mit dankbarem Glauben als ihren guten Hirten höchſte Beweis der Liebe. Niemand hat größere Liebe als umfaſſen. Du, lieber Leſer, biſt ſein Schäflein, und o,. wie daß er ſein Leben läßt für ſeine Brüder. Jd) meine doch, ſollteſt du nach all dem Herrlichen, das er dir am Charfreitag und an Oſtern von ſeiner Liebe hat predigen laſſen, fo lieber Leſer, dieſe Liebe ſollte gerade jest recht lebendig vor glaubensfreudig ausrufen: „Der HErr ift mein Hirte — unſern Augen, vor unſerer Seele ſtehen, da wir eben die Paſſionszeit durchlebt und Charfreitag gefeiert haben. O, wie mix wird nits mangeln — in Zeit und Ewigkeit.“ Das innig dankbar haben wir da geſungen: „Der am Kreuz iſt wäre ihm eine Freude und der erwünſchte Lohn ſeiner Liebe, meine Liebe.“ Aber wir haben den guten Hirten nicht nux dies Wort aus Herz und Mund aller ſeiner Getauften im

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Die

Mission=x-Tauke,

- fröhlichen Glauben zu hören. Aber ach! es ijt, wie geſagt, unſers Herzens Härtigkeit zu groß und daher leider! eine allgemeine freudige Antwort nur zu ſpärlich bei uns auf dieſes allerſüßeſte Wort zu hören: „Jch bin ein guter Hirte.“ Oder, lieber Leſer, ſprichſt du: Es mag fo ſein in deinem Herzen. Bei mir iſt es nicht ſo. O, ich bin ſo fröhlich und getroſt, ſeit id) mich dieſes guten Hirten Schäf-

manche Thür um cinen Vorſchuß.

lein weiß. Singen, Springen, Jubiliren Und in JEſu triumphiren,.

Das ſoll mein Geſchäfte ſein.

Sage Gott Lob und Dank, lieber’ Lefer, wenn dein Herz heute alſo ſteht. Du biſt dann gerade „auf grüner Aue und am friſchen Waſſer“. Wir gönnen dir’s von Herzensgrund. Aber habe Acht, der gute Hirte führt dich von der grünen Aue ins „dunkle Thal“ — der Trübſal, Armuth, Krankheit; ein Kindlein ſtirbt dir, dann noch eins, oder ein anderes theures Glied deiner Familie, oder es trifft dich ſonſt mancherlei Ungliid. Siehe, mein Lieber, da prüft der gute Hirte deinen Glauben. Da ſoll's ſich beweiſen, ob das ſüße Wort zu ſieghaftem Troſt in deinem Herzen haftet: ,, Ye) bin ein guter Hirte.“ Ob du dann auch noch fo recht fröhlich im Glauben ſprechen kannſt : „Du TAB mid) auf rechter Straße um deines Namens willen.“ Die Trübſal trübt mir mist

Mein Herz und Angeſicht; Das Unglück iſt mein Gliid,

Die Nacht mein Gonnenblic.

,

es E

[ein des guten Hirten würden uns durch vermehrte Beiträge zu Hülfe eilen. Wir baten darum und entlehnten Geld auf dieſe Hoffnung. Aber die Hülfe verzog — ſollen wir ſagen, der gute Hirte, oder ſeine Schäflein verzogen ſie? Nun mußten für Greensboro $700.00, für die anderen Kapellen $300.00 im April bezahlt werden. Unſere laufenden Auslagen für Gehalte 2c. betragen $900.00. Nicht ein Viertel davon far in unſerer Kaſſe. Vergeblich klopften wir an ſo

D, was biſt du dann fiir ein ſeliger Menſch! Der Dichter des Liedes: „O daß ich tauſend Zungen hätte“, lebte in ſolchem ſeligen Glauben, denn er dichtete dies Lied am Morgen nach der Nacht, in welcher ſein Haus und all ſein Hab und Gut verbrannt war. Aber, lieber Leſer, ſtehſt du in fo fröhlichem Glauben deines Hirten, ſage, was thuſt du denn dafür, daß auch andere zu ſolcher Seligkeit kommen? Wir meinen, was thuſt du für die Miſſion? Das gehört nämlich auch zu ſeinem Hirtenamt, daß er in der verlornen Menſchenheerde immer neue Schäflein ſucht. Er ſpricht : „Dh habe nod) andere ~ Schafe, .…. die muß id) auch herzuführen.““ Da ſicht ex ſich nun um nach den Schäflein, die er ſhon gefunden und ſelig gemacht hat, und fragt: Wer hilft mir? — Was gibſt du ihm für eine Antwort ? Sehet, theure Leſer, in Bezug auf unſere Negermiſſion müſſen wir Glieder der Commiſſion über unſern Kleinglauben klagen an das Wort: , Fd) bin. ein guter Hirte.“ Da hält uns nämlich unſer gute Hirte ſeit langer 4 m dunklen Thal“ und ſcheint ES Sar freitags.

Wir mußten endlich in das

größte Uebel flüchten — in die Bank, damit die angefangenen Bauten nicht unvollendet liegen blieben. Noch ſind die Gehalte der Miſſionare für April nicht bezahlt und der Mai ſteht vor. der Thür. — Siche, das heißt im dunklen Thal der Armuth ivandeln und dennoch mit freudigem Glauben an

den guten Hirten ſprechen : gah wird nichts mangeln.“ — Es ijt ja gewiſſe Wahrheit: Der mit wenig Brod und Fiſchlein Tauſende geſättigt hat, iſt heute nod) derſelbe, gleiche, mächtige Hirte. Aber uns prüft er den Glauben und zeigt uns, verſtehet, uns Gliedern der Commiſſion, zu unſerer Beſchämung, ivie ſo gar ſchwach und gebrechlich er iſt. Und bei euch, lieben Leſer, prüft er die Liebe und zeigt euch auch, daß fie noh kein loderndesFeuer, ſondern cin recht ſhivaches Flämmlein ſei. So wird's denn doch darauf hinausfommen, was tir im Anfang ſagten: „Jch bin ein guter Hirte“ iſt ein köſtliches, troſtreiches Wort. Aber ach, es zeigt zu unſerer tiefen Beſchämung unſers Herzens Härtigkeit und muß uns alle ſprechen laſſen: „Jch glaube, o mein guter Hirte, hilf meinem Unglauben.“ Er ivird ja geben, daß es beſſer mit uns und unſerer Negermiſſion werde, und zwar um ſeines Namens willen, denn er iſt, twas ſein Name ſagt: „Ein guter Hirte.“ Jhm ſei ewig Lob und Ehre. Amen. O. H.

Zerſtörung der evangeliſ<-lutheriſ<hen Wiſſionsſtatiou Siraße auf Wadagaskar. Schon die November-Nummer der „Miſſions = Taube“ brachte die betrübende Nachricht, daß auf der Jnſel Madagasfar viele Miſſionsſtationen durd) wüſte Räuberbanden zerſtört ſeien. Auch die evangeliſch-lutheriſhe Norwegiſche Miſſion, und vor allen die Station Sirabe, tar davon hart betroffen. Es ſei uns erlaubt, nach Angabe der Allgemeinen Miſſionszeitſchrift folgende Einzelheiten über die Schre>enstage von Sirabe zu berichten. Etiva drei Tagemärſche ſüdlich von der Hauptſtadt Antananarivo liegt der von 30,000 Eingebornen bevölkerte

und gut angebaute Sirabe-Bezirk.

Hier befand fid) bis

Pfingſten vorigen Jahres eine der blithendften Stationen der Norwegiſchen Miſſion unter Leitung des Miſſionar Rofans und ſechs eingeborner Paſtoren. Dieſelbe zählt 4200 Chriſten in 38 Gemeinden. Die Miſſionsſtation Sirabe bildete cine fleine Stadt für fid). Deren Hauptgebäude i waren die große, ſtattliche Kreuzkirhe, Schule, Wohnh aus

Swellitn. *

34

ANE |

Ro


Die

Missions

-Taube.

35

des Miffionars, Krankenhaus, zwei Häuſer für den Mifjionskonnte daher von den Feinden nicht fo leiht in Brand gearzt und den eingebornen Miſſionspaſtor, ſowie mehrere | ſle>t werden. Während die eingebornen Chriſten ſih in Badehäuſer bei den fid) daſelbſt befindlichen Heilquellen, ihrer Angſt nach allen Seiten hin zerſtreuten, retteten die und etiva 1 Meilen von der Station entfernt ein Hospital | Miſſionsgeſchwiſter das Wenige, was ſie vom Miſſionsfür Ausſäßige, ebenfalls Eigenthum der Miſſion, wo in eigenthum und ihrer eigenen Habe bergen konnten, in Ro55 Häuſern, die ſich um eine Kirche und das eigentliche Hosſaas’ Haus, welches, ſo gut es ging, gegen einen Ueberfall pital gruppirten, ſich faſt 300 Ausſäßige, größtentheils Chri- gewahrt wurde. - Unter denen, die dort cine Zufluchtsſtätte ſten, befanden. gefunden hatten, waren Gerbinis mit ſeiner jungen Frau, Am 12. Mai begaben fic die Miſſionare Roſaas und die Miſſionare Vig und Engh mit ſe<zehn Frauen und andere aus der Umgegend auf die Neiſe zur jährlichen Con- Jungfrauen und neun Kindern, zwei franzöſiſche Sergeanferenz. Jhre Angehörigen, 16 Frauen und Jungfrauen ten, zwanzig Milizſoldaten, der Gouverneur Nabanona von und 9 Kinder, ließen fie unter dem Schutze der beiden alten Sirabe, der vormalige Gouverneur Raobelina von Betafo Miſſionare Engh und Vig in Sirabe zurü>. Als der in und noch einige befreundete Madagaſſen. Noch am SonnBetafo — vier Stunden weſtwärts von Sirabe — ſtatio- tag ſandte Gerbinis einen Eilboten nad) Betafo um Vernirte franzöſiſche Reſident Alby von der Reiſe der Miſſionare ſtärkung, die dann auch am andern Morgen in Geſtalt von hörte, {loß er fic) ihnen mit Rainijaonarty*) und der Hälfte einem Sergeanten und ſe<zehn Milizſoldaten in Sirabe eine der Miliztruppen an, um eine mehrwöchentliche Jnſpections- rückte, ſodaß alſo im Ganzen einige ſiebenzig Perſonen in « tour durch den Süden und Weſten ſeines ausgedehnten Bez Noſaas?’ Haus zuſammengedrängt waren. zirkes zu machen. Zum Schuß der Miſſionarsfamilien ließ Jn banger Erwartung durchlebten die Eingeſchloſſenen er den Secretär Fournier in Betafo und den Dolmetſcher die Nacht vom erſten zum zweiten Pfingſtfeiertag; mit Ausund Vicereſidenten Gerbinis in Sirabe mit fünf franzöſi- nahme der Kinder flo kaum jemand ein Auge; denn ſchen Sergeanten und ungefähr vierzig Milizſoldaten zurück. jeden Augenblick glaubte man das Nahen der Feinde zu Daß Alby den Generalgouverneur mit auf die Jnſpectionshören. Stunde um Stunde verrann; im Oſten röthete ſich reiſe nahm, war ein großer Fehler. Denn kaum hatten die der Horizont, aber noch tauchten keine Rebellenſchaaren auf. heidniſchen Rebellen durch ihre zahlreichen Spione erfahren, Da verkündete um zehn Uhr Vormittags mit einem Male daß ſie auf Wochen hinaus vor einer Züchtigung durch den ein Mark und Bein erſchütterndes Geheul, daß der Feind ſo gefürchteten Gegner ſicher waren, als ſie auch den Be- im Anriiden war. Es war ein grauſiger Anbli>, als von \{luß faßten, die faſt ſhußlos daliegenden norwegiſchen Oſten her über die nu: theilweiſe mit Bäumen beſtandene Miſſionsſtationen in Nordbetſileo dem Erdboden gleich zu Hochebene die na>ten Geſtalten unter Tanzen und Springen machen und die Miſſionsgeſchwiſter zu ermorden. herbeieilten und ihre im Sonnenſchein gligernden Beile, Schon am Pfingſtheiligabend verkündeten die Flammen, Meſſer und Speere in der Luft ſchwangen. Kein Wunder, welche das Gotteshaus in Ambatomena, einer Filiale der daß die armen Frauen und Kinder vor dem furchtbaren Looſe norwegiſchen Miſſionsſtation Loharano, verzehrten, die be- zitterten, das ihnen der entmenſchte Haufe zu bereiten gedenkliche Nähe des unbarmherzigen Feindes. Am erſten dachte. Den gräßlichſten Eindru> machte, wie aud) die Pfingſtfeiertage füllte fidy die große Stationskirhe Sirabes Männer bezeugen, das diaboliſche Gebrüll, welches die Renoch einmal mit einer andächtigen Gemeinde, die- all ihre bellen ausſtießen. Gegen 1500 Eingeborne waren es, die, geſchaart um eine blutrothe Fahne, die Miſſionsſtation überSorgen und Seufzer in inbrünſtigem Gebet vor den HErrn ſhivemmten. Der eine Haufe, welcher mit Gewehren ausbrachte; aber ſhon am Nachmittage brachte cin Bote von gerüſtet war, umringte Roſaas? Haus und nahm es unter dem vier Stunden entfernten Loharano die Schre>ensnachricht, daß dort die Aufrührer die Station mit ſammt der unabläſſiges Feuer, während die andern mit ihren Beilen Kirche ausgeplündert und niedergebrannt hätten. Es war und Meſſern auf das Sanitarium und das Krankenhaus los\ſtürzten, um ihrer Plünderungs- und Zerſtörungswuth dies beſonders für die mit in Sirabe verweilende Frau Guldbrandſen eine ſchmerzliche Botſchaft, weil fie dort an freien Lauf zu laſſen. Als alles Werthvolle ausgeraubt der Seite ihres Mannes gewirkt hatte; aber ſie trug den oder iwenigftens vernichtet var, ſeßten die Aufſtändiſchen hweren Schlag mit einem wahren Heldenmuthe, mochten beide Gebäude in Brand. - Jnzwiſchen hatte der andere Haufe einen wärmeren Emauch immer neue Boten mit ihren Hiobspoſten von der pfang ſeitens der Eingeſchloſſenen gefunden, als er erwartet Stätte der Zerſtörung kommen. “Jn einem unter Gerbinis? Leitung abgehaltenen Kriegs- haben mochte. Gerbinis, welcher das Commando überrathe beſchloß das kleine Häuflein der Europäer, fic) in dem nommen hatte, leitete mit großer Ruhe und Umſicht die ſolid gebauten zweiſtökigen Wohnhauſe des Miſſionar Ro- Vertheidigung und verrichtete mit ſeinen drei Sergeanten fans zu verſchanzen; dasfelbe war mit Ziegeln gede>t und Wunder von Tapferkeit, ſo daß auch die eingebornen Milizſoldaten aus ihrer Lethargie erwachten und wa>er auf den ©) Nainijaonary iſ} Generalgouverneur von Nordbetſilio und Feind losſchoſſen. Die beiden Miſſionare Vig und Engh, wie ſein. gleich tapferer Bruder Radaſy Mitglied der Miſſionsſowie die drei Diakoniſſen übernahmen den Sanitätsdienſt gemeinde. :

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Die

Wissiowx-Tauke, i

36

und maten ſich in jeder Weiſe nüßlich, während den übri: gen Frauen und Kindern der Oberboden des Hauſes als Zufluchtsort angewieſen war. Auch ſie betheiligten ſich an der Vertheidigung, indem ſie zuſammen mit dem alten Gouverneur Raobelina in innigem Gebete zu dem HErrn um Hülfe und Rettung ſchrieen. Die Erbitterung, mit welcher auf beiden Seiten gekämpft wurde, war unbeſchreiblih. Wie ein Hagelwetter praſſelten die Kugeln auf das Dach und gegen die Wände des Hauſes. Als Vig einmal die Bodentreppe hinaufſtieg, um nach den

der Wahlſtatt ließen, in die noch ſtehengebliebenen Stationsgebäude zurü>, und das eingeſchloſſene Häuflein konnte wie-

der ein wenig aufathmen. Als die Dämmerung hereinbrach, flammte eine ungeheure Lohe am weſtlichen Horizonte auf; die Unmenſchen hatten ſogar ihre ausſäßigen Landsleute nicht geſchont, ſondern dieſelben aus ihren Häuſern in Nacht und Nebel

hinausgejagt und die ganze Niederlaſſung niedergebrannt. Die beſcheidene Habe der Ausſäßigen wurde natürlich auch geplündert und unter andern der von der Miſſion für die

Frauen und Kindern zu ſehen,

{lug eine Kugel dicht neben ſeinem Fuße in die Wand und riß einen’ Vaſtein heraus, © der mit einem derben Anprall gegen ſein Bein fuhr, und oben auf dem Boden hätte ihm ein zerſchoſſener Dachziegel bei einem Haare den Kopf zerſchmettert. Unter dieſen Umſtänden mußten Frauen und Kinder den Boden räumen und fic) in zwei fleine Stuben im Oberſto> zurücziehen. Zu Zeiten war das Getöſe des Feuergefechtes und das Geheul des Feindes ſo arg, daß die Vertheidiger glaubten, die Aufſtändiſchen wären ſchon in die unteren Räume des Hauſes eingedrungen. Während des Kampfes hatten ſich die Plünderer auch über Dr. Ebbells neues“ Wohnhaus hergemacht, und wenn aud) Gerbinis, der mit ſeinem Gewehr den Hofraum

beſtrih, gar manchen Rebellen

Kranken beſchaffte NReisvorrath im Werthe von $200 forlgeſchleppt. Weil die verhaßten „Europäer“ die Stadt angelegt hatten, ſo— urtheilten die Rebellen — mußte fie dem Boden gleich gemacht

werden,

gleichviel,

ob

die

Kranken dabei umkamen oder niht. „Meine armen Aus-

-

Jagigen! “ ſo klagte bejonders die Schiveſter Marie Föreid, die bis dahin wie cine Mut-

ter Tag für Tag ſih- um die Elendeſten unter den Elenden abgeſorgt hatte. (Schluß folgt.)

Die Warfyrermiffionare Ovir und Segebrom.

Anny Udawo

und Elly Mtollo, zwei hrijtlide

Vor einiger Zeit brachte die „Miſſions - Taube“ die kurze Nachricht von der Ermordung der Miſſionare Ovir und Gegebrod, dieſes Mal werden die Vilder derſelben den terthen Leſern vorgelegt

niederſchoß, ſo ſchlugen doh Kaffern - Jungfrauen. bald die Flammen aus dem nebſt einem etivas ausführruinirten Hauſe heraus. Um den Feind ſih nicht in Unmittelbarer: Nähe des licheren Bericht aus der Zeitſchrift von Richter: „Die EvanRoſaasſchen Hauſes einniſten zu laſſen, machte Sergeant geliſchen Miſſionen.“ “ Die Miſſionare Karl Segebrod und Eivald Ovir haben Delalbre mit einigen Milizſoldaten mehrmals Ausfälle. Bei cinem derſelben erhielt er eine böſe Wunde an der einen fern von der Heimath einen jähen Tod gefunden. Am MeruHand, mit welcher er ein nad) ſeinem Kopfe geſchleudertes berg in Deutſch-Oſtafrica find ſie in der Nacht zum 20. OctoMeſſer aufgefangen hatte. Der tapfere Mann ließ fid) aber ber von Eingebornen ermordet worden. Nur wenige Tage. “dadurch nicht anfechten, {cof ſeinen Feind nieder und ſeßte, vorher waren ſie dorthin gekommen, um die vierte Leipziger nachdem ihn eine Diakoniſſin verbunden und die Blutung Miffionsftation in Deutſch-Oſtafrica zu gründen. Der Miſeſtillt hatte, von der Verandah des Hauſes aus den Kampf ſionar Segebro> ſtarb in einem Alter von 24 Jahren; Miſ\chro>en fort. Um fünf Uhr Nachmittags, nach ſieben ‘ſionar Ovir hatte das 24. Lebensjahr nod) nicht vollendet. Stunden, ſchwieg endlich der Lärm des Gefechts ; Karl Segebrod wurde im Jahre 1872 als zweitälteſter oge! ie Rebellen, die in Folge der wohlgeziel- Sohn des Tiſchlers Ernſt Segebro> in Mitau in. Kurland | on Schüſſe der er Franzoſen ungefähr Zunvert Todte auf geboren. Er beſuchte bis 1887 daſelbſt die Kaiſer-Alexander-


Dic

Missiows-Taubke.

37

Schule und war-nach deren Abſolvirung als Lehrergebilfe | im Auguſt 1896, als die Frage über die Vergrößerung des Miſſionsgebietes erivogen wurde, bereit erklärte, auch allein an einer Kirchenſchule thitig. Jedoch bald gab er dieſe mit Hintanſehung ſeines Lebens die Miſſionsarbeit am MeruStelle auf, um ſeine Kräfte in den Dienſt der Miſſion zu ſtellen. Gr trat Oſtern 1889 in das Miſſionsſeminar in | berge zu beginnen und auszuharren, bis Zuzug käme. Da Leipzig ein und erhielt daſelbſt bis Oſtern 1895 ſeine Aus- es jedoch räthlicher war, daß ein zweiter Miſſionar ihn

dabei unterſtüßzte, wurde ſcin Landsmann Segebrod von der bildung. Ewald Ovir tourde in Jaggotvall in Eſthland 1873 als | Miſſionsleitung beauftragt, mit ihm nach) dem Meruberge Sohn

des Landivirthes Karl

Ovir

geboren.

Er

beſuchte

das Regierungs-Gymnaſium in Reval und war dann eine

aufzubrechen. Am 13. October

feierten fie fröhlih

mit den andern

| Leipziger Miſſionaren in Madſcham das heilige Abendmahl trat auch er in das Leipziger Miſſions-Seminar ein, in dem und die Taufe des Töchterleins Johanna des Miſſionars Müller. Man hatte ihnen eine ſ{öne Ausrüſtung mitev gleichfalls bis Oſtern 1895 blieb. gegeben, damit die Arbeit am Meruberge nicht zu ärmlich Nachdem beide Miſſionscandidaten das Abgangsexamen anfange. Siebzig Träger beförderten ihr ganzes Gepä>k gut beſtanden hatten, wurden ſie am erſten Pſfingſtfeiertage in der Leipziger Thomaskirche ordinirt. Am Mittwoch nach durch die Steppe. Am 15. October trafen die Miſſionare mit ihrer Karawane wohlbehalten bei dem Häuptling MaPfingſten erfolgte ihre Abordnung nach Deutſch-Oſtafrica. Zeit lang Hauslehrer in Eſthland.

Am 30. November 1891

Miſſionar Segebrod.

Miſſionar Obir.

‘Fröhlich verließen die jungen Miſſionare nad) einer herzlichen Abſchiedsfeier im Miſſionshauſe am 17. Juni Leipzig, um fic) bald darauf in Hamburg nach Oſt- Africa cine zuſchiffen. Mitte September erreichten ſie wohlbehalten ihren Beftimmunggort, den ſüdlichen Abhang des geiwaltigen Kili= mandſcharo-Gebirges, wo die drei erſten Leipziger Stationen Kwarango, Mamba und Moſchi ziemlich nahe bei einander liegen. Mit Eifer und Erfolg machten ſie ſich an ihre nächſte Aufgabe, das Studium der Sprache und der Volkseigenart

der Dſchagga.

:

5

Miſſionar Ovir wurde bei ſeinem Sprachſtudium von hervorragender Begabung und ungewöhnlichen Kenntniſſen unterſtüt. Er hat in der kurzen Zeit werthvolle Veiträge für die Erforſhung der Sprache und Aufſäße über das Land und ſeine Bewohner geliefert. Auch Miſſionar Segebro> hatte ſich, wie aus ſeinen Berichten hervorgeht, ſchon mit Liebe und Erfolg in ſeine Aufgabe eingearbeitet. Ein beſonderer Beweis, mit welcher Hingebung Miſſio-

nar Ovir in ſeinem Berufe thätig war, ijt es, daß er ſich

tunda am Meru ein und wurden von dieſem freundlid) aufgenommen. Jhre Zelte wurden aufgeſchlagen und ein geeigneter Blag für die Anlage der Station ausgewählt. An eine Gefahr für ihr Leben dachten fie trof vereinzelter Warnungen um ſo weniger, als Hauptmann Johannes am 18. October mit dreißig Askaris angekomuien war und nur tauſend Meter von ihnen ſein Lager aufgeſchlagen hatte. Am 19. October weilten die beiden Miſſionare bis Abends ſe<s Uhr im deutſchen Militärlager und kehrten mit Einbruch der Dunkelheit im Gefühl völliger Sicherheit zu ihren ; Helten zurü>. Aber in der darauf folgenden Nacht wurden

um halb vier Uhr Morgens plößlich beide Lager, die Miſ-

ſionare und Hauptmann Johannes, von einer zahlreichen Kriegsſchaar in voller Waffenrüſtung überfallen. Johannes konnte die Angreifer mit leichter Mühe zurü>werfen, zumal ihm eben nod) rechtzeitig eine Viertelſtunde vor dem Ueberfall Nachricht zugegangen war. Aber die beiden Miſſionare wurden ahnungslos im Schlafe überfallen. Miſſionar Dvir fuhr zu Tode getroffen von ſeinem Lager auf und rief: „Jh ſterbe, aber ich danke euch.“ “Dann ſauk er um. Als


38

Die

Wissions -Taruke,

Hauptmann Johannes cine halbe Stunde ſpäter einen Kundſchafter an die Unglücksſtätte ſandte, fand dieſer beide Miſſionare von je dreißig Speerſtichen durhbohrt todt am Boden liegen. Jhre Ausrüſtung war theils geſtohlen, theils zerſtört. Man grub eilends cin Grab, legte beide Leichname zuſammen hinein und betete ein Vaterunſer. Zu den Häupten des Hügels wurde ein Kreuz angebracht ſammt einem aufgefundenen Bilde des Hauptes Chriſti. Dann mußte Hauptmann Johannes mit ſeiner kleinen Abtheilung fid) {nell in die Steppe zurückziehen, da er mit ſeinen dreißig Leuten es auf keinen zweiten Ueberfall ankommen laſſen durfte. Gr zog fdnell Verſtärkungen von Moſchi herbei und züchtigte mit dieſen die Mörder empfindlich. Der Schlag traf die Leipziger Miſſion wie ein Bli aus Auch die Brüder in Madſchame und heiterem Himmel. Moſchi hatten nichts von dem drohenden Unheil geahnt; ja Hauptmann Johannes hatte ſich ſo ſicher gefühlt, daß er . ſeine junge Frau mit auf die Expedition genommen hatte. Es ijt des HErrn Wille; er thue, was ihm wohlgefällt. Ex wolle auch aus dieſer Blutſaat eine Segensernte zu ſeiR. K. nes Namens Ehre erwachſen laſſen!

Allerſei vom Wiffonstifd.

F

Die lutheriſche Kirde und die Heidenmiſſion. Vor eiwa hundert Jahren hörte man in der Reformirten Kirche wenig oder nichts von dem gottgewollten Werk der Heidenmiſſion. Erſt dur den brennenden Eifer eines fdlidten Schuhmachers in England — William Carey — wurde fic dieſe Kirche ihrer Pflicht den armen Heiden gegenüber recht bewußt, und gegen Ende des vorigen Jahrhunderts wurde die erſte engliſche Miſſionsgeſellſchaft gegründet. Die erſte proteſtantiſche Miſſion unter den Heiden wurde von lutheriſchen Chriſten in Angriff genommen, nämlich die Miſſion der Schiveden unter den Lappländern, die ſhon von Guſtav Waſa im ſechzehnten Jahrhundert begonnen wurde. Die lutheriſchen Schweden waren dann auch die erſten Proteſtanten, die ſich der heidniſchen Ureinwohner Americas, der Jndianer, annahmen, und das erſte evangeliſche Buch, welches im Jutereſſe der Heidenmiſſion in die Sprache der Jndianer überſeßt worden ift, war Luthers kleiner Katehismus von Paſtor Kampanius. Ferner zogen hon ums Jahr 1706 auf Anregen Friedrichs LV. von Dänemark zwei Deutſche, nämlih B. Ziegenbalg und H. Plütſchau, als lutheriſche Miſſionare zu den heidniſchen Tamulen Oſtindiens und etiva ; vierzehn Jahre ſpäter, 1721, begann der lutheriſche Nor“weger Hans Egede, von demſelben frommen Dänenkönig rſtüßt, fein Rettungswerk unter den Heiden des NorGrönland. — Die lutheriſche Kirche iſt durch Gotare Gnade am reichli<ſten geſegnet mit allerlei in himmliſchen Gütern dur< Chriſtum,

llen zuvorthun, die himmliſchen Güter

den geiſtlich darbenden

Heiden

mitzutheilen.

Die Heiden-

miſſion iſt im höchſten Maße ihr heiliger Beruf, ihr hohes Privilegium. R. K. Kaum glaubli< will es uns erſcheinen, was wir im Missionary Review über die Behandlung neugeborner Kinder im Telugu-Lande leſen. Gewiß wird mancher une ſerer Leſer ausrufen:

„Was

find doch die Heiden

für Une

menſchen!“ wenn er dies zu Geſicht bekommt. „So iſt es Sitte“, darum muß die Mutter drei Tage ohne Speiſe und Trank zubringen und das Kindlein darf ſo lange nicht gebadet werden. Unter eigenartigen Gebräuchen wird das Vad dann ausgefithrt. Eine Frau aus der Verwandtſchaft nimmt das Kind zwiſchen ihre ausgeſtre>ten Füße und reibt es gründlih

mit Seifenrinde.

Jn

Mund,

Naſe,

Augen,

Ohren wird Oel geſchüttet, „die Kälte herauszuhalten“. Eine zweite Frau ſieht in aller Gemüthsruhe zu, während das arme kleine Geſchöpf ſchreit, auch wohl mit dem Munde

ſchäumt. Dann ergreift ſie es an beiden Füßen und ſchwenkt es mehrere Male hin und her, „den Körper gerade zu machen“. Darauf

ſte>t ſie dem Kinde zwei Finger in den Mund und

hebt es, ohne es ſonſt zu berühren, in die Höhe, „zu verhüten, daß die Dede des Mundes einfalle’. Nun twird die Naſe gedrü>kt und gezogen, der Kopf gerieben und in die rechte Form gepreßt. Endlich wird dampfendes Waſſer gebracht und über das Kind ausgeſchüttet, daß es faſt verbrüht wird. Und zuleßt wird das arme Ding mit heißen Specereien behandelt, „die Kälte zu vertreiben und es zu beruhigen“. Damit iſt das Bad zu Ende und manches Kindlein — todt. R. K. Die Amcricaniſhe Bibelgeſellſhaft hat die heilige Schriſt ſchon in faſt hundert verſchiedenen Sprachen verbreitet. Viele Miſſionare haben ihr in ihrem edlen Werke werthvolle Dienſte geleiſtet. Gegen 450 Perſonen ſind vondieſer Geſellſchaft angeſtellt, in fremden Ländern Bibeln unter die Leute zu bringen. Jn China allein find im Jahre 1895 vom theuren Gottesivort 383,398 Exemplare verkauft worden. Sollte das leer zurückkommen? R. K. Das Wunder cines heiligen Wandels. „Jm Fahre 1875 predigte ih“, fo erzählt der engliſche Miſſionar Griffith John in China, „wie gewöhnlich in einer meiner Kapellen in Hankau und ſprach mit beſonderem Nachdru> über eine Wahrheit, die meiner eigenen Seele in der lebten Zeit wichtig und köſtlich geworden var: JEſus der Befreier von Sünden. Drei oder vier meiner Zuhörer ſchienen tiefe Eindriide empfangen zu haben, und ich lud fie ein, mir zu folgen.

i

Mit ihnen trat auch-ein Mann ein, der mich fragte: „Mein Herr, ih hörte Sie ſoeben ſagen, daß JEſus von Sünden erretten könne, ift das wahr?“ „Vollkommen wahr‘, verſicherte ih ihm. „Kann er auch mich erretten?“ „Welches

find denn die Sünden, an die du gekettet biſt?“

„O, alle

möglichen Sünden“, und dann zählte er auf echt chineſiſche

Weiſe an ſeinen Fingern auf: „Jc bin ein Opiumraucher, ein Spieler, ein Trunkenbold, ein Ehebrecher und ein ver-

lorner Sohn; ich bin alles, was ſ{le<t ift; kann: JEſus

M


ſondern

es wurde

auch ſeine größte Freude,

die bis dahin die Genoſſen ſeiner Sünde geweſen waren. Seine Botſchaft lautete: „JEſus iſt in die Welt gekommen, Sünder zu erlöſen; er hat mich, den Elendeſten unter allen, erlöſt, und er kann auch dich erlöſen, glaube nur!“ Ju fein väterliches Dorf zurü>gelehrt, predigte er von JEſu, dem

ſollen ſchon gegen 350,000 Einwohner ſih nad allen Seiten

Seligmacher, mit ſo viel Segen, daß viele ſich von den todten Gößen zu dom lebendigen Gott bekehrten. Was aber den

hin zerſtreut haben. Was freilic) werden ſoll, wenn dieſe Flüchtlinge die Keime der Krankheit überallhin verbreiten, wagt man nicht auszudenken. Auch der Geſundheitszuſtand im engliſch - indiſchen Heere ſoll vieles zu wünſchen übrig laſſen; faſt die Hälfte der Truppen, gegen 24,000 Mann, ſollen in Folge von anſte>enden Hautkrankheiten dienſt-

tiefſten Cindrud auf die Leute machte, das war der völlig

untauglich ſein.

veränderte Wandel des Mannes, der fünfzig Jahre lang ein Laſterleben geführt und nun als ein Umgewandelter ihnen in allen Stücken voranleuchtete. „Eine Religion‘, ſagten ſeine Landsleute, „die ſolche Wunder bewirken kann, muß göttlich ſein!‘ „Wenn Gott mix die Macht, Wunder zu thun, verleihen wollte, fo würde id) nur das Eine bitten, das Wunder cines

heiligen Lebens zur Anſchauung bringen zu können“, das war die Antivort des heiligen Ansgar, des Apoſtels der Scandinavier,

als ihn die Heiden

fragten,

ob er Wunder

thun könne oder niht. Welcher Einfluß zum Guten würde aud) von uns ausgehen, ivenn wir vor Gott ivandelten und ein heiliges Leben führten. (Varmer Miſſ.-Bl.) Ein Colporteur der amcericaniſchen Bibelgeſellſchaft wurde neulich in Ajacucho, Peru, ſchändlih mißhandelt. Nachdem er ſeine Bücher zum Verkauf ausgeſtellt hatte, verurſachten cinige Leute einen Auflauf und einen Angriff, welches den Colporteur nöthigte, Zuflucht und Schuß in ſeiner Wohnung

zu ſuchen,

welche er mehrere Tage

nicht

verlaſſen durfte. Endlich griffen die Ruheſtörer das Haus an und der Bibelmann mußte ein anderes Verſte> ſuchen. Grbittert darüber, daß der Mann nicht gefunden werden konnte, da es ihm gelang, nach Callaozu entfliehen, nahmen fie die Bücher und verbrannten fie auf offener Straße. Der Angriff wurde von dem dortigen römiſchen Pöbel verübt, der von den Prieſtern aufgeheßt geweſen ſein ſoll. Die Peſt in Bombay iſt leider no< in der Zunahme begriffen und hat fid) nach den Städten Karatſchi und Puna hin ausgedehnt. Jn Bombay allein kamen ſeit den lebten Tagen des December an jedem Tage etiva 200 Todesfälle an der Peſt vor. Jn der erſten Woche dieſes Jahres meldete - der amtliche Bericht 1850 Todesfälle gegen 430 nad) dem Durchſchnitt der lehten fünf Jahre; das läßt darauf ſchließen, daß in dieſer einen Woche 1420 Leute der Seuche zum Opfer gefallen ſind. Das British Medical Journal, eines der erſten mediciniſchen Fachblätter Englands, ſchreibt : „Die Hungersnoth kann durch Wohlthätigkeit gemildert wer-

eee

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——

Nach wie vor laufen im Barmer Miſſionshauſe erfreulihe Berichte aus China ein. Miſſionar Dietrich hat in Tungkun und Kangput wieder 68 Heiden taufen können. Da er bei der Annahme der ſih zum Taufunterricht Meldenden und bei der Ertheilung desſelben ſehr vorſichtig und gründlich zu Werke gegangen iſt, ſo darf man hoffen, daß die von ihm Getauften fic) bewähren werden. Er ſelbſt ſchreibt: „Unter den Neugetauften in Kangpui durfte ih manche erfreulihe und ermuthigende Erfahrung machen. Als ich z. B. bei Beſprechung des neuen Kapellenbaues hervorhob, daß es ihre Pflicht ſei, ſo viel als möglich dabei zu helfen, waren alle gleich bereit. Jn den nächſten Tagen waren Männer, Frauen und Kinder an der Arbeit. Es war eine Luſt, zu ſchen, mit welchem Eifer alle mithalfen. Sie haben verſprochen, alle Laſten Sand, Steine, Kalk und Holz unentgeltfid) zu tragen. Dadurch wird der Bau bedeutend billiger. Zu dem bereits geſchenkten Bauplay haben fie auf ihre Koſten nod) fo viel hinzugekauft, daß ſpäter nod) ein Wohnhaus für den Miſſionar neben der Kapelle errichtet werden kann. Der HErr wolle zu der dortigen Arbeit aud ferner ſeinen Segen geben.“ Ein Beiſpiel von Bekennertreue bis in den Tod. Ratſimikotona war ein {liter Evangeliſt in Wonizonga auf Madagascar; er fiel mit ſeinen zwei Söhnen in die Hände der Rebellen. Man bot ihnen an, es Leben zu ſonen, wenn fie Chriſtum verleugnen wollten. Der Vater erklärte: „Nie werden wir Chriſtum verleugnen, ihr mögt thun, was ihr wollt.“ Die Söhne fragten, ob nicht cin Löſegeld angenommen würde. Der Vater aber ſagte: „Nein, wir wollen unſer Leben nicht erkaufen und unſern Glauben nicht verkaufen. est iſt keine Zeit mehr zu reden, ſondern nur nod) zu beten. Es ift Gottes Wille.“ Sie wurden alle (Chron.) drei getödtet und verſtümmelt. Auf folgende Weiſe ſchärft Major v. Wißmann dem deutſchen Volke ſeine Pflicht gegen ſeine Colonien ein: „Wir haben durch die Uebernahme der Schußherrſchaft nicht nur Rechte auf das Land und ſeine Hülfsquellen erworben, fon-

ae

ſammlungen,

diejenigen unter den Schall des Evangeliums zu bringen,

reicht iſt. Jn Wahrheit deutet alles nad) anderer Richtung hin. Denn ſtatt der Stabilität der Ziffern, die. gewöhnlich eintritt, wenn eine Seuche ihren Höhepunkt erreicht hat, liefern die letter zwei Wochen jähe Sprünge in die Höhe.“ Was irgend fliehen kann, verläßt Bombay. Es

A

“freien, glaube nur!“ Wir beteten zuſammen, und ich glaube geiviß, daß er ſich zu jener Stunde gründlich belehrte. Von der Zeit an beſuchte er niht nur regelmäßig unſere Ver-

den, aber keine ſanitäre oder mediciniſhe Kunſt wird im Stande ſein, der Peſt zu ſteuern. Die Sterblichkeitsziffer der Stadt Bombay ijt grauenvoll: 200 von 1000, und cs iſt kein Anzeichen dafür vorhanden, daß die Kriſis ſchon er-

E

Es wurde mir nicht ſchwer, den

Worten des Mannes Glauben zu ſchenken, denn er trug das Gepräge aller der Sünden, deren er ſich angeklagt. „Ja“, ſagte id) mit Nachdru>k, „JEſus kann dich von alledem be-

39

E

mich dennoch erretten?“

Missions - Taube.

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Dic


40

Die

Misstons-Taaulßbe.

dern auch Pflichten gegen ſeine faſt vier Millionen Einwohner übernommen, gegen eine Bevölkerung, die widerſtandsfähiger und entwi>lungsfähiger iſt als die der meiſten andern Colonialgebiete. Wir möchten doh nicht wie die Coloniſatoren anderer Nationen auf den Gräbern untergegangener cingeborner Völkerſchaften Pflanzungen zur Bereicherung einer immerhin kleinen Anzahl heimiſcher Capitaliſten entſtehen ſehen. Es iſt und bleibt im Gegentheil unſere Pflicht, unſere geiſtige Ueberlegenheit zu benußen, um den Neger auf die Culturſtufe zu ſtèllen, die ſeiner ſittlichen Eigenart entſpricht, und ihm die durch die Landesnatur bedingte Wirthſchaftsform zu geben, damit wir ihn befähigen, ſich wirthſchaftlich, culturell und geiſtig ſelbſt zu heben und zu einem nüßlichen Culturelement zu werden.“ (Deutſche Col.-Zeitg.)

_ Die Neucndettelsaucr Miſſion hat durch den Tod ihres langjährigen Jnſpectors Joh. Deinzer einen ſchweren Verluſt erlitten. Während ſeines Ynjpectorates (ſeit 1875) ſind von Neuendettelsau etiva 100 Sendboten ausgegangen, die meiſten. freilih nicht zu den Heiden, ſondern zu den evangeliſchen Deutſchen in Nordamerica und Auſtralien.

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dürfen und doch mit ftetem Studium derſelben fortfahren.

Sagt

doch Dr. Luther von der Unterſcheidung von Geſet und Evangelium: „Nenne den einen Doctor der pale Schrift und ſehe ihn obenan, der dieſelbe recht verſteht und wohl lehrt.“ Selig darf man daher

aud die Gemeinden nennen, wo dieſe Wahrheit von der Kanzel - erſchallt. Aber nicht bloß Paſtoren, auch allen erkenntnisreichen Chriſten iſt das Leſen dieſes Buches zur großen Förderung ihres Chriſtenthums. Sie werden dadurch zu größerer Gewißheit ihrer Seligkeit, zu reicherem Troſt in den Anfehtungen ihres Gewiſjens und zugleich zu neuem Eifer in der Heiligung des Lebens kommen. Wie wichtig der Snhalt dieſes ae aud) für Laien iſt, ſehen wir auch daraus, daß ſo viele verkehrte Wege und Lehren der Secten angeführt werden, die unſere Chriſten fo oft im Umgang mit Falſchgläu„bigen-ausgeſprochen hören, von denen ſie fühlen, fie ſind falſch, und find doch nicht im Stande, zu ſagen, worin das Jrrthümliche liegt,

. B. die Lehre der Methodiſten von der Buße, Bekehrung u. dergl. azu ſind Hier die köſtlichſten Ausſprüche Luthers

über faſt alle

Artikel der chriſtlichen Lehre zu finden, die niemand ohne

große

Glaubensſtärkung leſen kann. Will ſich jemand auf ſeinen Abendmahlsgang vorbereiten, ſo wüßten wir kaum etwas Köſtlicheres und Glaubensſtärkenderes, als was Dr. Walther darüber Seite 131

und folgende ſrhreibl, und ferner über die Abſolution Seite 158 ff. Darum, ihr lieben Chriſten, greift nach dieſem Buche und ſtudirt es fleißig, e8'iſt eine koſtbare Gabe, die Gott uns damit verliehen hat. “ Jubiläums- Medaille zum Andenken des 50jährigen Beſtandes der fog. Miſſouri - Synode. Derſelbe Verlag. Preis: 25 Cents; per Dugend $2.40; per Hundert $15.00; per Tauſend $125.00,

_Eine wunderſchöne Denkmünze mit hellem Silberglanz und ſ<önem Gepräge. Auf der cinen Seite iſt ein Schiff, mit Vollen 1S Bil der Kirche, einer Burg zueilend, vor der ein Leucht-

Die Inj

tet: „Wir haben hier keine bleibende ſuchen wir.“ Hebr. 13, 14. Auf der um Jubiläum des 50jährigen BeSynode von Miſſouri, Ohio u. a, St.

am Sonntage Jubilate 1897.“ was du haſt,

daß niemand

Um den Nand die Worte: „Halte,

deine Krone nehme.“

Offeub. 3, 11.

Möchte dieſe herrliche Deulmünze weite Verbreitung finden zur Erweckung und Erhaltung wahrer Dankbarkeit für Gottes Wundergnade und -Segen über dieſe Synode! O. H.

„„Gepſlüdt am Wege.‘ Bu beziehen von

Mo.

Preis:

Lieder und Gedichte, von P. J. W. Theiß.

Concordia

Publishing House,

St. Louis,

75 Cents.

|

4 >

Dieſe ſchöne Gedichtſammlung aus dem Kreis der MiſſouriSynode, durch die fachkundige Hand Prof. A. Crulls redigirt und bevorwortet, haben wir mit großer Freude und inniger Befriedigung

geleſen, und empfehlen ſie aufs Dringendſte mit dem aufrichtigen Wunſch einer weiten Verbreitung. Der Dichter verräth niht nur eine große dichteriſche Gabe, und ſeine Sprache iſt edel und hat hohen Schwung, ſondern ein tief chriſtlicher Geiſt durchzieht das ganze Büchlein und kann nicht anders als den Leſer bald mit ſreudigem Lob Gottes über die Wunderberrlichfeit ſeiner Natur in Feld, Wald und am hellen Sternenhimmel, bald mit tiefer Andacht und Demuth erfüllen in den dunkeln Thälern der Anfechtung und Noth. Wir preiſen die Herzen ſonderlich unſerer Jünglinge und Jungſrauen glücklich, die an dieſer edlen, chriſtlichen Poeſie Wohlgefallen finden und Geiſt und Seele daran

laben und erfreuen.

O. H.

Milde Gaben für die Negermiffion: Durch Kaſſirer Theo. H. Menk, St. Paul, Minn., $84.21 und 50.70. Durch Lehrer Ed. Niſchow von C. H. Zuttermeiſter, Chicago, SIL, 10.00. Durch Kaſſi 9. Bartling, Addiſon, SIL, 19.75 und 2.00. Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., 9.50. Durch Miſſionar F. J. Lankenau von ſeiner Negergemeinde in New Orleans, La., 10.00. Durch Kaſſirer C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 20.50. Durch Kaſſirer A. C. Reifig, New Orleans, La., 5.00. Durch W. E.5 Schreiber, Milwaukee, Wis.,

von Max Stamm

.10, Elſa Jens .05,

Laura Gaulks .05, Lydia Wolf .10, Joa Noſenberg .10, Maria Feuske .07, Emma Hartmann .05, Martha Jäger .10. Durch Kaſſirer H. Knorr, Detroit, Mich., 46.84. Durch Miſſionar J. Koßmann pen ſeiner Negergemecinde in New Orleans, La., 20.00. Summa: $279.12. Für die Kirche in New Orleans: Durch Paſt. K. L. Moll, Detroit, Mich., von Wittive Amanda Becker .50 und von Julius

Dubke .25.

Von N. N., Jackſonville, Jll., 1.00.

Durch Kaſſirer H.

Bartling, Addiſon, SIL, 6.00 und 4.00. Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., 1.00. Durch Kaſſirer C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 13.21. Durch J. W. Senne von Gottfried Amling, Oak Park, Jll., 2.00. Von Paſt. M. Eickmann, Menomonee, Wis., 1.00. Summa: $28.96. Für die Kapelle in Mount Pleaſant, N. C.: Durch Kaſfirer H. Bartling, Addiſon, JIC, 15.10 und 1.00. Summa: $16.10. Für die Kapelle in Gold Hill, N. C.: Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Sil, 10.00 und 3.00. - Summa : $13.00. Für Kapellenbau in North Carolina: Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, J1l., 20.00. St. Louis, Mo,, den 23. April 1897. . A. C. Burgdorf, Kaſſirer.

Es wird hiermit dem Nähverein in Paſtor Natherts Gemeinde gu Newburg, O., Dank geſagt für die Kiſte Kleider, welche er für arme Neger zu New Orleans, La., geſandt hat. New Orleans, La., den 23. März 1897.

E. W. Kuſs.

Die „„Miſſions-Taube““ erſcheint cinmal monatlid. “Der Preis für cin Jahr in Vorausbezahlung mit Porto iſt folgender: 1 Exemplar. $ .26 10 Exemplare,

25 50 100

fs Pa ”

2.00

Die Partie-Preife gelten nur dann,

:

5.00 9.00 17.00

wenn alle Exemplare unter Eiuer Adreſſe

verſandt werden können. Brieſe, welche Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder 2c. enthalten, ſende man

unter der Adreſſe:

Concordia

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St.

Louis,

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Alle dic Nedaction Letreffenden Einſendungen find zu adreſſiren an Rex. C. F. W. Sapper, 206 S. Madison Str., Bloomington, Ill.; alle Geldbeträge ee ple Megermiſſion an den Kaſſirer Dir. A. C. Burgdorf, 1033 S. 8th Str, « Louis, Mo. Irregularities in delivery of this paper to be reported to Concordin Publishing House, St. Louis, Mo. Entered at the Post

Office at St. Louis, Mo., as second-class matter.

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REX CAB RECHT ST OSS

‘Nachxichlen aus dem Miſſiousgebiet dex Heimath und des Auslandes. Herausgegeben

für die Evang.-Lutheriſche (APT, von den Paſtoren C. F.

19. Jahrgang.

bon Nordamerifa von der Commiſſion für die Negermijjion; redigict apper und Nichard Kreßſchmar.

Juni

Bum

‘Nummer 6.

1897. Jch war ein wilder Reben, Du haſt mich gut gemacht,

Sfingſtfeſt.

Der Tod durchdrang mein Leben, eeSiche, ih made alles neu!‘

O ſeliger Pfingſtgeiſt, Wort

gemacht!

Da

wie wahr haſt du dieſes dein

du dich einſt am

Pfingſtfeſte

unter

herrlihen Wunderzeichen über die heiligen Apoſtel ergoſſen haſt, wie haſt du da aus dieſen einfältigen, ſhlihten Männern hocherleuchtete Gottes =Weife gemacht, welche nun die

untrüglichen Lehrer der Menſcbheit bis zum jüngſten Tage find. Wie haſt du aus dieſen furchtſamen Männern plößlich Gotteshelden

gemacht,

die ihrem

erhöhten

JEſu

den

Weltkreis zu Füßen gelegt und aus dem abgefallenen Jſrael und den tiefverſunkenen Heidenvölkern ein neues ſeliges Gottesreic) aufgerichtet haben, darin du die Menſchen zu Kindern Gottes machſt, mit Friede und Freude erfüllſt, mit Gnade und Gerechtigkeit kröneſt, mit ſiegreicher Kraft wider alle ihre Feinde ausrüſteſt, ſie zum Leben und zur Seligkeit des Himmels führeſt. Ja, du haſt alles neu gemacht! Auch bei mir haſt du alles neu gemacht. Da ich in Sünden todt war, haſtdu mich aus dieſem geiſtlichen Tod zum Leben in Gott erwe>t. Da ich ein Knecht des Teufels war und in der Sünden elendem Dienſt ſeufzte, haſt du mich zur ſeligen Freiheit der Kinder Gottes geführt. Da id) ferne war von den Verheißungen Gottes, verloren in der Wüſte der gottentfremdeten Welt, Haft du mid) herzu gebracht zu den Hausgenoſſen Gottes und mich gelehrt, mit kindlich ſüßer Zuverſicht zu ſprechen: „Abba, lieber Vater!“ O, wie innig dankbar und ſelig ſinge ich:

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Du haſt ihn umgebracht Und in der Tauf erjtict,

Als wie in einer Fluthe Mit deſſen Tod und Blute, Der uns im Tod erquidt.

Nicht wahr, lieber Leſer, auch.du ſingſt mit freudigem Dank und Lob dem Heiligen Geiſte, daß er ſein Wort: „Siche, id made alles neu”, auch an dir wahr gemacht hat? Du freuſt did) auch mit allen gläubigen Kinz dern Gottes des ſeligen Pfingſtfeſtes, das auch dir den Heiligen Geiſt gebracht hat ? Wohlan, ſo laßt uns denn gemeinſchaftlich aus der Tiefe unſers Herzens bitten und flehen, daß der werthe Heilige Geiſt ein neues Pfingſten über ſeine ganze Chriſtenheit auf Erden kommen laſſe; daß er neu mache alle unſere Gemeinden mit neuer Kraft des Glaubens, mit neuer Jnbrunſt der Liebe, mit neuem heiligem Ernſt in der Gottſeligkeit, mit neuem Fleiß in allen guten Werken; daß er neu mache ſeine Chriſtenheit im Eifer aud) zu dem heiligen Miſſionswerk, damit die Welt voll werde der ſeligen Erkenntnis

Gottes

und unſers Heilandes JEſu Chriſti, und ſein himmliſches Gottesreid), das Reich voll Friede und Freude des Heiligen Geiſtes, ausgebreitet werde mit Macht von einem Ende der Erde zum andern, aber des Teufels finſteres Reich zerſtört, niedergetreten und endlich gar vertilgt werde. Ja, das ſei unſere tägliche Pfingſtbitte zu JEſu, unſerm erhöhten Heiz lande, daß er immer reichlicher über uns ausgieße ſeinen Heiligen Geiſt, den Geiſt der Weisheit und der Erkenntnis,


42

Dic

Missions -Tururke.

der Gnade und des Gebetes, der Kraft und der Stärke, der Heiligung und der Furcht Gottes, bis er endlich durch ſeine Erſcheinung in der Herrlichkeit am jüngſten Tag das Pfingſtwort recht vollkommen erfüllt: „Siehe, ih mache alles neu.“ D. H.

Anſere Negermiſ] ſion. New Orleans. Mount Zion, wo nun die ſchöne, geräumige Kirche gebaut iſt, hat, wie unſere Leſer bereits wiſſen, gegenwärtig

keinen Miſſionar,

da unſer bisheriger

Miſſionar Kuſs von der deutſchen Zionsgemeinde daſelbſt berufen wurde und den Beruf als einen göttlichen erkannt und angenommen hat. Die Station wird daher zeitweilig von den Miſſionaren Lankenau und Koßmann mit bedient.

Die Gottesdienſte, Sonntagsſchule und Wochenſchule wurden im leßten Quartal ret gut beſucht. Die Seelenzahl beträgt 240, darunter 75 communicirende Glieder; 46 nahmen in dieſem Quartal am heiligen ‘Abendmahl theil. 2 Paare wurden getraut und im Unterricht befinden ſich 17 Katechumenen.. Die höchſte Zahl der Beſucher im Gottesdienſt war 140, die Liſte der Sonntagsſchule zeigt 185, die der Wochenſchule 179 Namen. Beiträge an Geld wird die Gemeinde in nächſter Zeit nicht viel aufbringen können, da fie nod) eine Schuld von $165 für Kirche und Schule zu zahlen und wahrſcheinlich aud) die SATE tlin nächſter Zeit auszubefjern hat. St. Paul. Hier war im vergangenen Vierteljahr der Kirchen- und Schulbeſuch, tro des oft ſehr hle<hten Wetters, beſſer als je zuvor. An zehn Sonntagen hatte ſich eine Zuhörerſchaft von über 100 eingefunden. Die Seelenzahl beträgt 189, darunter 85 communicirende Glieder; 43 haben in dieſem Quartal am heiligen Abendmahl theilgenommen. Die höchſte Zahl der in einem Gottesdienft Verſammelten war 137, Durchſchnittszahl 113. Die Liſte der Sonntags-

Be:

\hule zeigt 155, und die ber Wochenſchule 166 Schüler. Auch die Beiträge und Collecten fielen ſehr gut aus. Jm SKatedumenen= Unterricht befinden fid) 7 Erwachſene und 14 Kinder. Ueber die Station Bethlehem berichtet Miſſionar Koßmann wie folgt: „Jn dem eben verfloſſenen Vierteljahr hat Bethlehem um zwei ſtimmfähige und ein nicht ſtimmberechtigtes Glied zugenommen. ‘Es war für mid) und für die ganze Gemeinde ein redjter Freudentag als dieſe zwei Männer confirmirt werden konnten; beſonders da wir wußten, nod) ſehs andere exivachſene Leute würden in der nächſten Zeit den le Schritt thun. Die Confirmation der Kinder konnte Dieſe findet im folgenden Es iſt mir jedoch unmöglich, die Zahl -der 7 rmi irender Kinder kaum zwei Wochen vor der Confirmatio TY EER et wird die ganze erſte

„Der Beſuch der Gottesdienfte am Sonntag-Abend darf,

ivenn man von den häufigen regneriſchen Abenden abſieht, ein guter genannt iverden. Die Durchſchnittszahl wäre eine höhere geworden, wenn es nicht ſo heftig an etlichen Sonntag- Abenden geregnet hätte. Etliche Male konnte überhaupt keine Schule noch Kirche gehalten werden, weil alle Straßen vom Waſſer unpaſſirbar gemacht worden waren. An der Feier des heiligen Abendmahls haben ſich zu meiner Freude die jungen Leute ſchön betheiligt. „Ueber die Sonntagsſchule

wäre nichts Beſonderes

zu

berichten, außer daß einige Kinder, die niemals zu unſerer Sonntagsſchule kamen, nad) wiederholtem Ermahnen und Bitten auch aus der Tagesſchule verwieſen wurden. Dieſer Schritt hatte bei einer guten Anzahl Anderer den gewünſchten Erfolg, ſie kommen fleißiger zur Sonntagsſchule. „Die Tagesſchule ift noc immer vollgepfropft. Die Kinder zeigen Fleiß und machen gute Fortſchritte. „An Geldern wurden in Bethlehem aufgebracht $138.12.

pon der allernächſten Zeit wird die gehen, die Schule anzuſtreihen und die reinigen zu laſſen. „Der HErr bleibe bei uns mit ſeinem J.

Gemeinde daran Kirche auswendig Segen! Koßmann.“

Die Seelenzahl dieſer Station beträgt 154, darunter 65 communicirende Glieder. Jn dieſem Quartal communicirten 58. Der Kirchenbeſuch erreichte die Höhe von 132, die Sonntagsſchule zählt 192 und die Wochenſchule 190 Schiller. Durchſchnittszahl der Wochenſchule 148 Schüler.

Wir wenden uns nun nah North Carolina.

Hier

wurde am 21. März das neuerbaute Kirchlein zu Mevyersae eingeweiht. Darüber ſchreibt Miſſionar Bakke: ~ Etwa drei Meilen von Charlotte iſt eine große Plantage, wo einige fünfzig Negerfamilien ſich niedergelaſſen . haben. Jede Familie bebaut einige A>er Land für den Eigenthümer, Meyer, und erhält als Lohn ein Drittel ihrer Hände Arbeit. Sie haben freie Wohnung und freies Holz. Einige haben fid) Pferde und Kühe angeſchafft und haben ihr gutes Auskommen. Seit Jahren haben ſich dieſe Leute angeſtrengt, ein Gotteshaus zu bauen, aber ohne Erfolg. | Es iſt dieſen Negern wie denen an ſo vielen andern Pläßen ergangen; ſie ſind von herumreiſenden Negerpredigern um ihr Geld betrogen worden. Dieſe verſtanden es, die Leute mit allerlei Verſprechungen zu begeiſtern, bis fie ihre Erſparniſſe herausgelodt hatten; dann verſhwanden ſie. Kein Wunder, daß dieſe armen Betrogenen gegen jeden Negerprediger Mißtrauen hegten. Doch gelang es unſerm Miſ‘ſionar in Charlotte, Rev. Phifer, ihr Zutrauen wieder zu

gewinnen.

Vor einem Jahre fing er in ihrer Mitte eine

Sonntagsſchule an und ſpäter Gottesdienft mit Predigt. Dieſe Gottesdienſte. wurden meiſtens unter freiem Himmel gehalten. Da nun die Leute dur den Katechismus, bibliſche Geſchichte und Predigten allmählich erkannten, was die luthe-

riſche Kirche lehrt, regte ſich auch der Wunſch in ihnen, luthe-


Die Wissionsx-Tauke.

43

|

riſch zu werden. Als Herr Prof. Gräbner im Jutereſſe der | wurde von 68 beſucht und der Durchſchnittsbeſuch der SonnNegermiſſion hier war, beſuchte er auch dieſe Plantage, und tagsſchule war 40 und die Wochenſchule hatte 41 Schüler.

- überzeugte ſich, daß hier ein hoffnungsvolles Feld für unſere Miſſion ſei. Durch ſeinen Bericht im „Lutheraner“ über die Noth unſerer Miſſion in North Carolina aufmerkſam ge-

macht, ſchenkte „ein Freund“ $250.00 für eine Kapelle in Meyersville. Die Neger ſelber kauften einen Bauplass für $50.00 und haben auch ſonſt zu dem Bau tüchtig beigetragen. Die Arbeit fing ſchon vor Weihnachten an, mußte aber wegen ungünſtiger Witterung öfters unterbrochen werden. Es iſt ein einfaches aber hübſches Gebäude im gothiſchen

Styl, 3442412 Jnwendig

mit einem Thürmchen

iſt das Holzwerk

mit Oel

12 Fuß

angeſtrichen

hoch.

unſerer Station in Springfield, Jll., berichtet | Herr VonProfeſſor 46 Seelen mit 29 communicirenden | Gliedern, von Herzer denen 27 zum heiligen Abendmahl gingen. Die Sonntagsſchule zählt 38, die Wochenſchule 20 Schüler, der Beſuch der Gottesdienſte betrug 16 bis 45 Seelen.

Im Allgemeinen dürfen wir zur Ehre Gottes ſagen: der Zuſtand unſerer Miſſionsgemeinden fordert uns zum Lobe Gottes auf und die Leiſtungen unſerer Miſſionsſchulèn ſind vorzüglich. Während das Miſſionswerk alſo ſeinen geſegneten Fort-

und die | gang nimmt,

hat leider die Commiſſion derſelben beſtändig

Wände ſind gepflaſtert. Am 21. März war Kirchweihe. | mit Geldmangel zu kämpfen. Obgleich wir unſere laufenDie ganze Bevölkerungder Plantage war früh auf den den Ausgaben fo viel als möglich verringert und wiederholt Beinen. Auch aus Charlotte waren Viele erſchienen. Un- um fraftigere Unterſtüßung gebeten haben, find wir nicht mehr im Stande, unſern Miſſionsarbeitern ihren zum Unterterzeichneter predigte Morgens über den 87. Pſalm, V. 1—5., und weihte die Capelle unter dem Namen Mount Zion halt ſo nöthigen Gehalt auszubezahlen, und haben ſchon bedeutende Schulden machen müſſen. Es ſind freilich harte ein. Während der Mittagspauſe wurde von den Frauen Zeiten und Mangel überall, dennoch glauben vir, daß es für alle Anweſenden ein Jmbiß fervirt. Nachmittags um nicht allzuſchwer halten ſollte, dieſe Miſſion nach Nothdurft drei Uhr hielt Miſſionar Phifer cine Predigt über 2 Moſ. 32, 29., worin er ſeine Zuhörer aufforderte, ihre Herzen zu unterftiigen, wenn alle Paſtoren, Lehrer und Gemeinden dem HErrn zu weihen. Einige Sänger aus Charlotte in der großen Synodalconferenz dieſe Miſſion als ihre Miſſion betrachteten und ein Herz für dieſelbe hätten. Daß ſangen in den Gottesdienſten paſſende Chorſtüke. aber dies nicht der Fall iſt, beweiſt der Umſtand, daß leiMöge denn auch dieſes Mount Zion, das auf den heilider teit über 600 Paſtoren in der Synodalconferenz weder gen Bergen feſt gegründet iſt, eine Wohnung Gottes ſein und bleiben, worin die großen Thaten Gottes rein und lau- ſelbſt unſer Miffionsorgan, die „Miſſions-Taube“, halten, ter gepredigt werden, damit die Mohren daſelbſt geboren noch auch ein einziges Exemplar in ihren Gemeinden gehal ten wird. So ijt zu befiirdten, daß viele Gemeinden und werden zum ewigen Leben! unzählige Glieder derſelben von unſerer Negermiſſion gar N. J. Bakke. keine Kenntnis haben. Dieſem Uebelſtande ſollten und Concord, N. C., den 13. Mai 1897. könnten wir Paſtoren und Lehrer durch beſſere Verbreitung Von einigen andern Stationen in North Carolina gingen der „Miſſions-Taube“, ſonderlich bei unſern jungen Leuſtatiſtiſche Berichte über das erſte Quartal dieſes Jahres ein. ten in den Jugendvereinen,

abhelfen.

Gott hat uns auch

Concord ſteht mit 136 Seelen obenan. Darunter dies Miſſionswerk befohlen, wir haben es in Gottes Namen ſind 72 communicirende Glieder. Am heiligen Abendmahl angefangen. Gott hat unſere Arbeit reichlid) geſegnet. haben theilgenommen 43. Drei Erwachſene und acht KinWollen wir nun den Segen verkümmern laſſen? Da ſei der befanden fic) im Confirmanden-Unterricht. Die Zahl Gott für! Wohlan, ſo reicht uns denn die nöthigen Mittel der Beſucher im Gottesdienſt ſtieg bis auf 130. Die Sonn-" dar zu dieſem gottgefälligen Werke, und gerade dazu bietet tagsfdule zeigte 144, die Wochenſchule 136 Schüler auf fic) uns in der allernächſten Zeit eine paſſende Gelegenheit. der Liſte. Am kommenden 10. Juli werden es 25 Jahre, daß. die cv.Dann folgt Miſſionar Phifers St. Pauls Station zu [utheriſhe Synodalconferenz von Novd-Wimerica in Mile Charlotte mit 54 Seelen, darunter 35 communicirende waukee, Wis., zuſammentrat. Der 10. Juli fällt diesmal Glieder, von denen 15 in dieſem Quartal am heiligen Abend- auf einen Samstag, der folgende Tag ift der vierte Sonnmahl. theilnahmen. Die Zahl der Zuhörer im Gottesdienft tag nach Trinitatis, deſſen Evangelium uns die Barmherbetrug 30 bis 40. Jn der Sonntagsſchule ſtanden. 112, ‘zigkeit Gottes als Vorbild vorhält. Wie ſhön wäre es, in der Wochenſchule 85 Schüler auf der Liſte, von denen wenn alle lieben Gemeinden der Synodalconferenz an jenem jedoch zuiveilen nur die Hälfte anweſend war. Sountage in barmherziger Liebe zu den armen verkommenen Rimertown zählt 49, Ro>well 32, Gold Hill Negern dieſes Landes eine Collecte erheben würden für die 27 Seelen. Von einigen Stationen lagen nod) keine Be- Negermiſſion, die das gemeinjame Werk der ehrwürdigen richte für dies erſte Quartal vor. Synodalconferenz iſt. Damit würde uns aus aller VerVon Meherrin, Va., berichtet Miſſionar Schooff 125 legenheit und Geldnoth geholfen ſein. Das iſt unſere herzz C. F. W. Sapper. Seelen, mit 60 communicirenden Gliedern, von denen 41 liche Bitte. © am _ heiligen Abendmahl theilnahmen. Der Gottesdienſt


I

44

Die

Missions-Taube.

Einweihung der “Ex. Luth. Grace Chapel School” in Greensboro, N. C. Sc

and

Fundament legen ſollte, die Bedenken, welche er in Bezug auf das Beginnen an einem Freitag, als an einem Un-

glückstag,

hegte, glücklich beſeitigt hatten.

Von allen Seiten, auch aus unſerer eigenen Mitte, ſchallt der Klageruf: „Schlechte Zeiten!“ unaufhörlich an unſer Ohr;

und

und doch,

des Vaues Negerprediger

ein Bli> in unſere Negermiſſion zeigt

uns, daß

der HErr vielmehr „gute Zeiten“ für dieſelbe im Sinne hat. Denn, ob auch die Miſſionskaſſe vielleicht nie ſeit Beſtand unſerer Miſſion in bedrängterer Lage war, als gerade gegenwärtig, ſo wurden doch wohl kaum je in unſerer Mitte |

Verleumdungen

von

Seiten

neidifder

Schwarzen hat es ſeither nicht gefehlt.

An Spott Weißen

und

Hatten vor Beginn

und Laien es für gut

befunden,

ſich zu ſolchen Aeußerungen zu verſteigen, daß eher Moos an Kaſtanienbäumen, und Schnurrbärte an eiſernen Hebeſtangen wachſen würden, bevor die lutheriſchen Negerchriſten

hier ein eigenes Gebäude erhielten,

ſo wurde unſern Ge-

„Gnaden- Kapelle und Shule““ in Greensboro, N. C.

zu gleicher Zeit ſo viele Miſſionsbauten aufgeführt, als eben jebt, in dieſen ſogenannten „ſchlehten Zeiten“. Erſt die letste __„Miſſions-Taube“ brachte die Beſchreibung der Einweihung der herrlichen „Mount Zions Kirche“ in New Orleans; ferner wurde eine Kapelle in Meyersville, N. C., dem Dienſte des Heilandes übergeben; zwei weitere Kirchlein ſind ebenfalls in North Carolina durch die reiche Gabe von Miſſionsfreunden im Bau begriffen; und endlich wurde atic) ein geräumiges Schulgebäude in Greensboro am 2. Mai in dem Namen der hochheiligen Dreieinigkeit eingeweiht. Leßteres iſt es denn auch, worüber im Nachſtehenden des Weiteren berichtet werden ſoll und deſſen Bild hier gegeben wird. Am Freitag, den 26. Februar, wurde der Bau begonnen, nachdem wir dem abergläubiſchen Neger, der _das

is va Perse

meindeglicdern nad) Vollendung unſeres Holzhauſes, das zuerſt errichtet wurde, die hämiſche Frage vorgelegt, ob dies etiva das vielbefprodjene lutheriſche Schulgebäude fei? Und als dann der Bau fid) aus der Erde erhob, da war es bei vielen ausgemadte Sache, daß derſelbe nad) Vollendung nicht den farbigen, ſondern den weißen Lutheranern, die ebenfalls noch ohne Gotteshaus hier ſind, zum Gebrauch übergeben werden würde. Doch nun hat Gott in Gnaden den Hohn und Spott unſerer Feinde zu Schanden gemacht, und unſere farbigen Lutheraner, die den prächtigen Bau in ſeiner einfachen Schönheit vor Augen haben, können nun mit David ſprechen: „Der Gerechte wird ſeiner ja genießen ; es iſt ja no< Gott Richter auf Erden.“ Das Gebäude ſelbſt iſt 80X28 Fuß groß, und iſt, wie

.


SS

ZUN

ots - Taube. die Mount Zions-Sdyule in New Orleans, auf Bakſteinpfeilern, feds Fuß hoch über der Erde, aufgeführt. Dadurch wird den Schulkindern mehr Raum zum Spielen in der Freizeit, ſowie Schuß gegen Regen und Sonnenſtrahlen gewährt; außerdem verleiht dies dem Gebäude ein- gefälligeres

| | ſäle ſchmücken.

für die Rahmen

45

Unſere Gemeindeglieder haben verſprochen,

der Bilder zu ſorgen.

| welches außen citronenfarbig

Das

Gebäude,

mit dunkler Schattirung und

| innen mit Oel angeſtrichen iſt, foſtet der Miſſionskaſſe etwa | $1030.00. |

Jedoch, einſchließlich des Kronleuchters, Cruci-

Ausſchen, ſowie Kühle im Sommer. Ein hübſcher Thurm, | ſixes, Altars, Thurmes, der Glocke, Kanzel, Bilder, und das Geſchenk eines Miſſionsfreundes, ziert das Gebäude, | anderer vieler Geſchenke, die hier nicht mit eingerechnet ſind, und gibt, in Gemeinſchaft mit den gothiſchen Fenſtern, demwürde es wohl auf $1400.00 zu ſtehen kommen, obwohl ſelben ein kirchliches Ausſehen. Da unſer Bauplatz ſich auf | Fachleute es auf $1800.00 bis $2500.00 veranſchlagen. der höchſtgelegenen Stelle in Greensboro befindet, ſo ift das Und ſo ganz Unrecht haben ſie niht. — Arbeit und Material 67 Fuß hohe Thürmchen, mit ſeinem vier Fuß hohen, ver- find hier eben ausnahmstveiſe billig; dazu kommt nod, daß goldeten Kreuze, wohl die wir zu einer günſtigen Zeit höchſte Spiße unſeres Städtbauten, und alle unſere Eiſenchens. Jn dem Thurm it eine waaren halb ſo billig erhiel550 Pfund ſchwere Glocke anten, als ſie noch vor kurzem vergebracht, welche von unſerm kauft wurden. Da der Plan Gemeindlein hier bezahlt unſer eigener ijt, hat auch diewurde. Eine Freitreppe mit ſer keine Extraausgaben verVeranda

führt von Außen in

den aht Fuß

bretten Gang,

und von da in das Jnunere der

Schule, welche aus zivei, 35 X 28 Fuß großen, Lehrſälen beſteht. Für die vordere Halle, die jest noh gottesdienſtlichen Zwecken dienen ſoll, haben unſere hieſigen Neger Altar, Kanzel und Altarſtühle angeſchafft. Ein prachtvolles Crucifix, dreißig Zoll hoch, ein Geſchenk von Herrn Reinhold Hammer aus Winfield, L. J., ziert den Altar. Etwas Derartiges hatten hier weder unſer Baumeiſter, noch andere Leute je geſchen. Als eins unſerer Glieder dasſelbe zum erſten Mal betrachtete, füllten Ein Chineſenkind fic) ihre Augen mit Thränen, und fie brad in die Worte aus: „Wie können unſere. Feinde nod) ſagen, daß wir Lutheraner Gößen anbeten, wenn wir uns dod) nur an den Gekreuzigten halter!” — Drei Miſſionsfreunde in New York haben einen wunderſchönen, ſechsarmigen Kronleuchter für unſer Gotteshaus geſtiftet. — Jm Uebrigen ift für Luft und Licht zur Genüge geſorgt. Zwar ſind die mit Holz verkleideten und begipſten Seitenwände, der Billigkeit wegen, die iir überall bei dem Bau berückſichtigen mußten, nur 12 Fuß hoch; da aber die mit Holz getäfelte De>e theilweiſe an die Dachbalken befeſtigt iſt, ſo beträgt die Höhe der Schulräume 164 Fuß. Herr F. W. Wehle aus Milwaukee hat uns zehn ſeiner trefflichen, bibliſchen Bilder geſchenkt, welche nebſt zwei ähnlichen, von Herrn G. Brumder

übermittelten Lithographien, die Wände der beiden Schul-

urſacht.

So haben wir denn,

für viel weniger Geld als zu erivarten tvar, ein herrliches Schulhaus in Greensboro, das auf Jahre hinaus, — bis der Schulſaal für gottesdienſtliche Bivede zu klein wird, — aud

als Kirche dienen kann; ein Gebäude, das, wenn star einfad), ſo doch bei ſeiner \{hönen Lage ein Schmu

unſerer

Negermiſſion ift, von dem unſere Neger nicht ganz mit Unrecht ſagen: ‘“There is at least one little heavenly spot or paradise left for us in this place’? (Hier wenigſtens

iſt für uns

an dieſem

Orte ein kleines himmliſches Räumlein oder Paradies übrig in ſeiner Wiege. gelaſſen), und das ſelbſt _ Megern, die uns bisher feindTid) geſinnt waren und uns ferne ſtanden, das Geſtändnis entlodte: ““We must give you credit for your work here. You Lutherans have done more than any other man has ever done for the colored race here.”’ (Wir müſſen twivklid) euer Werk anerkennen. Jhr Lutheraner thut in der That mehr für uns Neger hier in dieſer Stadt, als irgend jemand je für uns gethan hat.) — Auch unſer hieſiges farbiges Häuflein verdient eine öffentliche Anerkennung. Die Leutlein haben wirklich mit ſelbſt: vergeſſender Liebe gethan, was fie konnten; auf jeden Fall im Verhältnis weit mehr, als die meiſten Lutheraner im Norden, die ihnen ihren Miſſionar gefdidt haben. Das wird man gerne zugeben, wenn man bedenkt, daß unſer aus acht armen Negern beſtehendes Gemeindlein, von denen ſieben


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|L ES CIE AL

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anism,’’ von Frau H. E. Monroe, gratis an die Anweſenden vertheilt. Alle dieſe Pamphlete waren cin Geſchenk dev betreffenden Autoren an unſere hieſige Miſſionsgemeinde. So haben denn die lutheriſchen Neger in Greensboro ein eigenes Gotteshaus, troß allen Spottes und aller gegen-

theiligen Behauptungen von Falſchgläubigen und Ungläubigen; und jener ſchwarze Prophet, der noch vor etlichen Monaten \veiſſagte: ‘‘Belore the Lutherans get a build-

ing here—this nigger will turn white!’’ ijt immer nod) — — ſ<warz, wie eins meiner Glieder mix kürzlich in kindlicher Naivität verſicherte. Wolle denn der treue Gott fortfahren,

0 IDOS

Frauen ſind, allein für den Kirchbau bereits $140.00 aufgebracht hat; von andern Ausgaben, nicht zu reden. Eine Frau z. B. hat ihre beiden Schweine verkauft, und den ganzen Erlös in die Baukaſſe fließen laſſen; zwei andere Frauen ziehen ebenfalls Schweine groß, um dasſelbe zu thun. Eine arme Waſchfrau, die bereits nahezu $22.00 in ~ Baar gebracht, hat weitere $10.00 verſprochen ; eine andere, die bisher etiva $20.00 gegeben, verſprach weitere $13.00 zu bringen 2c. Auch bei der Errichtung und Ausſhmückung des Gebäudes haben ſie ſtets bereitwilligſt ihre eigenen Arbeiten zu Hauſe liegen laſſen und geholfen, wo fic) Gelegenheit darbot. Endlich wurde das Transportiren der Bänke, Glode, des Kronleuchters 2c. vom Bahnhof nah dem Schulhauſe ebenfalls koſtenfrei von unſern Leuten beſorgt. — Mit dem Sonntag Miſericordias Domini, dem 2. Mai, war denn ein Tag unausfpredlid) großer Freude angebrochen, an dem es uns vergönnt war, durch Gottes überſhwängliche Barmherzigkeit, unſerm bisherigen erbärmlichen Verſammlungslocal „Valet“ zu ſagen und die herzerhebende Weihe unſers neuen Gebäudes zu feiern. 1200 Ein[ladungsfarten waren in allen Negervierteln der Stadt verbreitet worden. Und dieſe Karten verfehlten ihren Zwe> niht. Denn zu beiden Gottesdienſten hatten ſich fo viele Zuhörer, ſelbſt aus unſerer ſiebzehn Meilen entfernten Landſtation, Elon College, eingeſtellt, daß ſowohl in dem Predigtſaal, als auch in der anſtoßenden Halle und auf der Veranda, weder Sig: noch Stehplaÿ mehr zu haben war, und viele wegen Mangels an Raum weggehen mußten. Nachmittags um drei Uhr begann die erſte Feier: Die Schulkinder marſchirten, mit den Predigern voraus, von der alten Freimaurerhalle aus in das neue, gegenüberliegende [lutheriſche Gebäude, gefolgt von ihren Eltern und den übrigen Feſtgäſten. Nach Abſingung des Liedes: „Allein Gott in der Höh ſei Ehr!“ von Seiten der Gemeinde und Verleſung eines Schriftabſchnittes durd) Herrn Prof. Romoſer am Altar, ſprach Unterzeichneter das Weihgebet und vollzog den Weihact der ‘Ev.-Luth. Grace School.?? Herr Miſftonar Bakte von Concord, N. C.;, hielt die Weihpredigt über Pj. 26, 8., worin er zeigte, vas gerade wir Lutheraner andern voraus haben, wenn wix die Stätte des Hauſes des HGErrn und den Ort, da ſeine Ehre wohnt, lieb haben. Nach der Predigt wurden fünf Kinder durd) das Bad der Wieder- geburt Chriſti Gemeinde einverleibt. — Jn dem Abendgottesdienſte, um 8 Uhr, legte Herr Prof. G. Romoſer vom Concordia College in Conover, N. C., in überzeugender Weiſe die Hauptpunkte der lutheriſchen Lehre dar, und forderte die “verſammelte Menge auf Grund von Joh. 5, 39. auf, in der Sehrift zu forſchen und die lutheriſche Lehre anzunehmen. Möge es Gott gefallen, beide Predigten mit reichem Segen n. Ju der Nachmittagsfeier erhielten alle erwachſeeſucher engliſche Tractate, von Herrn P. N. Eirich verarya ae altend zwei Vorträge über die lutheriſche Kirche Gem nilen. Jm WAbendgottesdienfte itelt ‘Historical Luther-

‘om

Missiows-Taule,

ST

Die

se

46

wie in der Ver-

gangenheit, ſo auch in der Zukunft ſich hier zu ſeinem Wort zu bekennen, auf daß ſeine Gnade an den Negern hier nicht vergeblich ſein möge! Wolleſt aber auh du, lieber Leſer, fürderhin

noch mehr

als

bisher,

unſere Miſſion

hier auf

betendem Herzen tragen, auf däß die Miſſionare „mit viel Segen geſchmückt“ werden, und „einen Sieg nach dem andern erhalten,

Zion“.

ſchen muß,

der rechte Gott ſei zu

Denn ſo ſagt Dr. Walther:

daß man

„So gewiß derjenige

kein Chriſt ſein kann,

welcher das Vaterunſer noch nicht in

Andacht beten kann, ſo gewiß kann auch der kein wahrer Chriſt ſein, welcher das heilige Miſſionswerk noch nicht auf ſeinem Herzen trägt.“ Und da auf dieſem Gebäude, deſſen Errichtung die Noth gebot, noch viele Schulden laſten, ſo öffne, lieber Leſer, dieſelben Hände, die du für die Miſſion zu Gott aufhebſt im Gebet, auch zu fröhlichem Geben, Gott zu Ehren, den dürftigen Negern zur Seligkeit, dir ſelbſt zu vermehrter Herrlichfeit! Amen. John C. Schmidt.

Zerſtörung der evangeliſ<-lutheriſ<hen Wiſſiousſtation Siraße auf Wadagaskar. (Sch luß.)

Je weiter die Nacht vom zweiten auf den dritten Pfingſtfeiertag vorſchritt, umſomehr röthete ſich der Himmel; bald waren die Feuerſäulen, die im Weſten, Süden und Oſten emporzüngelten, kaum mehr zu zählen. Thränen im Auge ſagten fic) die in langjähriger Arbeit ergrauten beiden

Miſſionare: „Das ſind die Kirchen, die wir unter ſo vieler Mühe und. mit ſo ſchweren Opfern zuſammen mit den eingebornen Chriſten in den leßten Jahrzehnten erbaut haben!”

Vom Feinde wurden die Velagerten übrigens in der Nacht nicht beläſtigt, und auh am Dienstag-Vormittag waren die einzelnen Haufen noch zu ſehr von dem Wegſchaffen der auf der Station und in der Umgebung gemachten Beute in Anſpruch genommen, als daß fie den Angriff alsbald erneuert hätten. Dienstag-Mittag hob der Kampf mit erneuter Erbitterung wieder an. Jn noch größeren Schaaren als am Tage zuvor ſtürmten die Raſenden auf das Haus ein; das Getöſe war furchtbar, und die armen Frauen glaubten jeden Augenbli>, daß nunmehr alles verloren ſei, umſomehr, als

| | |

| |


Wissiows -TWaruke.

ſchoſſen mit ſicherer Hand die Angreifer nieder, Während So brach der Mittwoch - Morgen an; dann und wann des Kampfes am Dienstag-Nachmittag hörten die Belager- fiel ein Schuß, aber im Vergleich zu den beiden vorhergehenten mit einem Male von der Kirche her Arxtſchläge und | den Tagen herrſchte - eine unheimlihe Ruhe. Einer der wildes Geheul. Auch das ſ{höne Gotteshaus ſollie der Sergeanten machte einen Ausfall und ſehte die Wohnung Wuth der Auſfſtändiſchen zum Opfer fallen. Unter dem des Paſtors Rajaona in Brand, damit fie dem Feinde nicht Geläut der Kirchenglocke zertrümmerten die Wilden Kanzel, als Stiispuntt dienen könne. Jn der Nacht zuvor hatte Altar, Taufftein und Harmonium; ieder die ſtattlichen ſich der waere cingeborne Lehrer Jsrael von Loharano aus Kirchenbänke, noh die ſ{hönen Spißzbogenfenſter wurden dem Hauſe hinausgeſchlichen, um den tollkühnen Verſuch zu verſchont. Das brauchbare Holzwerk und Balkengefüge machen, von Nanatonana Hülfe herbeizuholen. Als die ſ{hleppte man fort; alles Uebrige wurde in Stücke gehauen. Feinde endlich im Laufe des Vormittags ſi wieder in BeWährend die Eingeſchloſſenen dieſem Zerſtörungswerke öhnwegung febten, ritdten fie nicht mehr in geſchloſſenen Maſſen, mächtig zuſehen mußten, hörten plößlih die Diakoniſſen ſondern in kleinen Trupps vor. Sie hatten ihren WUngriffsMarie Föreid, und Ellen Engh, die Tochter des-Miſſionars, plan geändert. Da die Beſchießung des Hauſes keine nad= eine Stimme rufen: „Seht ihr nicht die Schaaren im Süden ? haltige Wirkung hatte, ſo wollten ſie es nun mit der BrandWollt ihr nicht euer Leben retten?“ Alsbald ergriff die fadel verſuchen, die. „Vazaha“ (Europäer) aus ihrem Plünderer ein paniſcher Schre>en ; alle ſtürmten aus der Schlupfwinkel zu vertreiben. Während der Morgenſtunden Kirche heraus und ſtoben in überſtürzter Flucht auseinander. war von den Eingebornen eine Menge Brennmaterial geDie Miſſionsgeſchwiſter dachten nicht anders, als daß ſich ſammelt worden. Dies ſchleppten fie nun vor das Haus, von Süden her der Refident und Rainijaonary zur Rettung um es in Brand zu ſte>en; in die Flammen ſollte dann nahe. Aber ihre Augen konnten niemand entde>en. Die „Sakay“ (Cayennepfeffer) geworfen werden, deſſen giftiger Stimme, wie der ganze Vorgang, erſcheint den Geretteten Rauch den Belagerten das Athmen unmöglich gemacht hätte. Zum Ueberfluß hatten andere Spaten zur Hand, um die heute noh als unerklärliches Wunder. Jm Verlaufe des Nachmittags wurde aud) Rabanona, der Gouverneur von Grundmauern des Hauſes zu unterwühlen, und es ſo zum Sirabe, durch cine feindliche Kugel tödtlich verwundet. Als Einſturz zu bringen. um fünf Uhr das. Feuer der Rebellen ſchwieg, hielten die Was ſollten die Belagerten mit ihren paar Patronen Belagerten Kriegsrath. Es ſtellte ſich heraus, daß von dem dagegen machen? Jmmer näher rü>ten die hinter den Grasbündeln und Brennholz fich geſchi>t verjtedenden Feinde. geſammten Munitionsvorrathe nur noch wenige Patronen Deutlich gellten den Miſſionsgeſchwiſtern die Spottreden vorhanden waren; man ſtand alſo dem nächſten Anſturm wehrlos gegenüber. Jn dieſen fürchterlichen Augenblicken der Heiden in die Ohren: „Wo iſt nun euer Gott? Jeſus iſt begraben!“ Da — die Uhr zeigt gerade auf Mittag — wurde der Vorſchlag laut, in der Nacht durch die Reihen der Feinde hindurch nach der eine ſtarke Tagesreiſe entfern- wälzte fic) die Abhänge im Weſten eine große Schaar Be= ten Grenzfeſte Nanatonana zu entfliehen. Aber Miſſionar waffneter herab, voran zwei Meiter. Sollte es möglich ſein, Vig erhob ſeine Stimme dagegen; es waren keine Trag- daß noh im leßten Augenbli>e ſich die Retter nahen? Mit ſtühle vorhanden, um die Frauen und Kinder zu transpor- fieberhafter Eile gaben die Belagerten von der Veranda ein * tiren; auh war vorauszuſehen, daß die Feinde die kleine Nothſignal, und ſiche da, von dem Heerhaufen herüber Schaar einholen und überwältigen würden. Die meiſten flattert im Winde als Rettungsbotſchaft eine weiße Fahne. wollten lieber im Hauſe ſterben, als ſich unterivegs hin- Allen voran jagen auf ſhaumbede>ten Roſſen die beiden ſchlachten laſſen. Für immer unvergeſſen wird den Miffions: Brüder Nainijaonary und Radafy herbei; ihnen folgt hart ſhweſtern jene Nacht von Dienstag zu Mittwoch bleiben. “auf dem Fuße der Reſident Alby mit ſeiner Truppe. - Die Als Gerbinis offen erklärt hatte, daß eine Fortſeßung des nun folgende Scene zu beſchreiben, iſt die Sprache zu arm. Kampfes unmöglich ſei und der folgende Tag vorausſichtlich Ein Jubelgeſchrei rang fid) von den Lippen der Geretteten ihr leßter ſein werde, bereiteten ſich alle, Jung und Alt, auf los, daß das ganze Haus widerhallte; man ſank ſich in die ein ſeliges Sterben vor. Jm Gebet kam Frieden in das Arme, lachte und weinte. Die Madagaſſen im Hauſe tanz: Herz der Bedrängten. Sie fürchteten den Tod nicht, ſondern ten vor Freude. baten Gott, wenn es nicht ſein Wille ſei, ſie zu retten, daß Sndefs hielten die Feinde wie erſtarrt mitten in ihrem er fie bald zu ſih nehmen möge in ſein Himmelreich. Nur Angriff inne; fie flohen nicht; denn ihre Anführer hatten Yor einem graute den Armen, vor den vorausſichtlichen das Gerücht ausgeſprengt, daß der Reſident Alby und der Martern und Schandthaten, die vorher die Feinde an ihnen Milizcommandeur La Grange ermordet worden wären, und verüben würden. Dann wieder ſprach eines dem andern daß der Generalgouverneny Rainijaonary ſich an die Spige Muth cin: „Sollte Gott es zulaſſen, daß die Heiden über" der Aufſtändiſchen geſtellt habe. Sie'glaubten daher beim

ad

ſeine Gläubigen triumphiren? Jt es ihm nicht ein Kleines, die Seinen auch aus der Hölle Rachen zu erretten? — „Nein, nein; es ijt nicht möglich, daß wir verderben“, ſprach ihnen dann eine innere Stimme Troſt ein.

iii

gebäude einzuniſten. Aber die tapferen Vertheidiger ließen fid) nicht einſchüchtern. Sie hatten im Boden und in der Seitenwand der Veranda Schießſcharten angebracht und

M

es dem Feinde gelang, fic) im Hofraume in einem Neben-

47

ESER

Die


48 Heranrü>en

Die

Missions -TWarke,

der Soldaten ſteif und feſt, in ihnen Bundes-

genoſſen zu finden. Einzelne Eingeborne, die im Stillen den Wunſch hegten, die Miſſionsgeſchwiſter gerettet zu ſehen, hatten zudem die Kriegsliſt gebraucht, den Aufſtändiſchen einzureden, daß ſie ſich auf Nainijaonary ſicher verlaſſen könnten. Um fo ſcre>licher war die Ernüchterung. Wie ein paar Racheengel fielen die beiden Brüder über die Mordbrenner her. Sie nahmen fid) nicht einmal Zeit, erſt die Geretteten zu begrüßen, ſondern wandten ſich ftrads gegen den dichteſten Haufen der Rebellen. Von Pardongeben war keine Rede, und che der Abend herabſank, zählte man 250 Leichen auf dem Schlachtfelde. Mit tiefbewegten Herzen waren inzwiſchen die Befreiten das erſte Mal wieder hinaus in Gottes freie Natur getreten; unwillkürlich kamen über ihre Lippen die Worte des 126. Pſalms: „Wenn der HErr die Gefangenen Zions erlöſen wird, ſo werden wir ſein wie die Träumenden. Dann wird unſer Mund voll Lachens und unſere Zunge voll Rühmens ſein. Da wird man ſagen unter den Heiden: Der HErr hat Großes an ihnen gethan!“ Wohl miſchten fic) aud) Seufzer in ihre Freude, wenn ſie ringsum die rauchgeſhwärzten Ruinen ſahen, die, gering gerechnet, zum Wiederaufbau eine Geldſumme von 120,000 Mark ($30,000) beanſpruchen werden. Aber man tröſtet fid) mit der Hoffnung: „Die Opferwilligkeit der treuen Freunde in der Heimath wird uns nicht im Stich laſſen!“ Aber wer trennt fic) da von dem Häuflein der Geretteten und eilt flüchtigen Schrittes gen Weſten? Es iſt die Schweſter Marie Föreid, der die Sorge um das Schi>kſal ihrer lieben Ausſäßigen keine Ruhe läßt. Mehrere Frauen ſuchen fie unterwegs aufzuhalten, da nod) Feinde in der Umgegend verftedt liegen; fie geht aud) cin paar Schritte mit ihnen zurü>, aber dann treibt es ſie doch vie mit unbezwinglicher Macht wieder vorwärts. Kaum kann ſie fid) auf den ihr ſonſt ſo wohlbekannten Weg beſinnen; ſo wirkt - noch die ausgeſtandene Angſt der leßten Tage und Nächte auf ihren armen Kopf ein. Da begegnet ihr ein neunjähriges Sclavenkind und. erzählt, daß von den Ausſäßigen niemand in den Flammen umgekommen ſei. Nun erſt kommt die Freude an ihrer eigenen Rettung in der Schweſter recht zur Geltung; hier und dort findet ſie ein Glied der Ausſäßigencolonie. Sie wäſcht ihre Wunden, labt die Verdurſtenden mit Waſſer, bettet ſie in den Schuß einer Laubhütte, und hat innerhalb einer Woche gliidlich wieder 170

Kranken ein Unterkommen bereitet. Doch wie war es zugegangen, daß die Hülfe für die Be-

5 lagerten noch rechtzeitig eintraf? Reſident Alby war mit ſeinen Begleitern bis weit hinab nad) Fianaramtſoa gekommen “und wollte die Reiſe in nordweſtlicher Richtung nach der Feſtung Midongy im Sakalavalande fortfegen. Da wurde Rainijoanary von einer plößlichen Unruhe überfallen und

Miſſionsgeſchwiſter zu retten.

Da erfrantte Rainijoanarys

Gattin, die ihren Gemahl begleitete, daher der Reſident be\{loß, direct nach Betafo zurüc{zukehren. Eben war die Truppe bis auf eine kurze Tagereiſe von Betafo gekommen, als ſie von dem Ucberfall auf Sirabe hörte, und brach daher

troy der Ermüdung noch denſelben Abend auf, um eilends die Vedrängten zu retten. Das wareine wunderbare Fügung Gottes, der das Seufzen und Schreien ſeiner Kinder erhört hat. Groß war der Schre>ken der von der Conferenz heimkehrenden Miſſionare, als ſie ſhon unterwegs von dem Neberfall auf Sirabe hörten und die Jhrigen alle ermordet

glaubten. Um ſo größer war dann ihre Freude und Dank gegen Gott, als fie ihre Lieben wohlbehalten antrafen. Einem der Miſſionare war in wenig Stunden das Haar ergraut, Seitdem iſt in Sirabe cine größere Anzahl franzöſiſcher Soldaten eingezogen zum Schutze der Miſſion. Möge vor allen Dingen der allmächtige Gott auch auf Madagaskar ſeine arme Chriſtenheit gnädiglich beſchützen. C. S. Milde Gaben

für die Negermiſſion:

Von A. Damköhler, Milwaukee, Wis., $1.00. Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., 90.80. Durch Kaſſirer E. F. W. Meier, Vermächtnis von Klara Hokamp, Arlington, Nebr., 500.00. Durch Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md., 55.92. Durch Kaſſirer G. Ruſtad, Decorah, Jowa, 7.15. Durch Kaſſirer J. H. Abel, Fort Dodge, Jowa, 17.50. Durch Miſſionar J. Koßmann, New Orleans, La., von ſeiner Negergemeinde, 23.25. Durch Miſſionar F. J. Lankenau, New Orleans, La., von ſeiner Negergemeinde 10.00. Durch Kaſſirer C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 31.06. Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Bil, 26.86. Durch Kaſſirer H. Knorr, Detroit, Mich., 33.69. Für die Kapelle in Greensboro: Durch Kaſſirer H. H.

Meyer, St. Louis, Mo., 35.20.

Durch Kaſſirer C. Spilman, Balti-

more, Md., 10.73. Durch Kaſſirer J. H. Abel, Fort Dodge, Jowa, 8,85. Von W. P. Jahnke, Wisdont, Mont., 3.00. Durch Kaſſirer C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 62.60. Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., 20.07. Für die Kapelle in Mount Pleaſant, N. C.: Durch Kaſſirer J. H. Abel, Fort Dodge, Jowa, 4.00. Für Kapellenbau in North Carolina: Durch Kaſſirer H. Vartling, Addiſon, SIL, 9.25. St. Louis, Mo., 20. Mai 1897. A. C. Burgdorf, Kaſſirer. ~ Unterzeichneter beſcheinigt hiermit, folgende Gaben für den Bau in Greensboro erhalten zu haben : Von Reinhold Hammer, Winfield,

L. J., ein Crucifix, von zwei Miſſionsfreundinnen in New York für Kronleuchter $10.00, von einem Miſſionsfreund daſ. für Kronleuchter 10.00, von F. W. Wehle, Milwaukee, 10 Lithograhien, von G. Vrumder daſ. 2 Lithograhien, von N. J. McDuſffie, Greensboro,

1 Vild:

Madonna,

von Frau H. E. Monroe, Philadelphia, für

Kanzel 10.00, von Paſt. N. Pichlers Gemeinde in Genoa, Hil, für Tauſſtein 13.00, von Paſt. N. Eirich, Aurora, Jud., ſowie von H. H. Rullmann und Caspar Nieſe, meee Tractate im Werthe von 15.00, von Frau H. E. Monroe, hiladelphia, 100 Tractate, betitelt: “Historical Lutheranism”. — Einen herzlichen Dank und

Gott vergelt8! den freundlichen Gebern allen.

:

ZJ. C. Schmidt.

Durch Paſt. Walter König von ſeinen Sonntagsſchulkindern

Greensboro-Kapelle' $3.34 und von „Violette“ CO pee Dank erhalten. C. 3. Otto Hanſer.

für

Mit herzlichem Dank dreißig Baume von der Gemeinde in Clin-

ton, La., für die Miſſionsſtationen Mount Zion und Vethlehem er-

halten zu haben, beſcheinigen hiermit

*

E. Kuß.

J. Koßmann.

eth von dem Marſche nach jener Feſtung ab.

von Eugene Kuolt aus Utica, N. ., für die Station BethNun wollte. lehem$10.00 zu New Orleans, La., erhalten zu HS Racine unter herz: Alby enigſtens den Weſten ſeines Bezirks beſuchen, und lichem Dank J. Koßmann. Dann viel zu ſpät nad) Betafo zurü>kgekommen, die Entered at the Post Ofice at St. Louis, Mo., as second-class matter.

;


”

Herausgegeben für die Evang.-Lutheriſche Sno pa conferenz von Nordamerifa von der Commiſſion für die Negermiſſion; redigirt von den Paſtoren C. F.

19. Jahrgang.

apper

Juli

»„IEſus nimmt die Sünder an.“ Luc. 15, 2. Dies Wort nenne ein Evangelium, lieber Leſer, ein theuer werthes Wort, eine überaus frohe, ja eine ſelige Votſchaft. O, wenn dies Wort nicht in der Bibel ſtünde, wo wollten wir doch bleiben, die wir allzumal Sünder ſind?

Daun gäbe es für uns keinen Troſt, keinen Frieden, keine Hoffnung, keine Seligkeit. Dann müßten wir wünſchen, wir ivären nie geboren, oder doh, daß Gott uns ſogleich nach dem Sündenfall vernichtet hatte. Nun aber in Gottes Wort ſteht: „JEſus nimmt die Sünder an“, nun-

iſt uns geholfen; nun muß kein einziger Sünder in der Welt verzagen. Denn iver iſt dod) JEſus? — Ft er nicht der cingeborene Sohn Gottes. Licht von Licht, Gott von Gott geboren, der Abglanz göttlicher Herrlichkeit und das Ebenbild göttlichen Weſens, alſo Gott ſelbſt, gelobet in Ewigkeit? „JEſus nimmt die Sünder an“, heißt * alſo: Gott nimmt die Sünder an. D, welch eine wunderbare, ſelige Botſchaft für cine Welt, darin nur Sünder find! — Aber wie, heißt es dod) in der Schrift, daß Gott die Sünder nicht höret, daß er ihnen cin verzehrend Feuer iſt. Wer böſe ift, bleibet niht vor ihm. Wie reimt ſich das? Welcher von beiden Ausſprüchen iſt wahr, oder welcher von beiden gilt mir? — Lieber, beiderlei Ausſprüche ſind wahr;

denn in Gottes Wort iſt jedes Wort wahr, und jedes Wort gilt dir und mir. Ja, es ift wahr, der heilige und gerechte Gott haſſet gottlos Weſen, zürnt dem Sünder, ja, ift cin verzehrend Feuer für ihn und hat ihn darum längſt unter

den Fluch und das Urtheil des Todes und der Verdammnis gelegt.

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Erſchre>e nur re<t von Herzen darüber.

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und Nichard

1897.

Kreßſchmar.

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7.

wahr, dein Tod ſollte als Gottes lester Geridtsbote dic von der fiindenverfludten Erde in das Gefängnis der Hille holen zu ewiger Qual und Pein. Das iſt getviflich wahr. Aber ſiche, auch das ijt wahr, Gott will nicht den Tod des Gottloſen, will nicht, daß jemand verloren gehe; ach, er will vielmehr, daß allen Sündern geholfen werde aus Sünde und Tod zum Leben und zu ewiger Seligkeit. Das ſteht auch in Gottes Wort und iſt etvig wghr. Darum iſt Gott ſelbſt in unausdenklicher Liebe ein JEſus, ein Heiland und Seligmacher geworden. Er hat nämlih durch ſeinen Tod und Auferſtehung alle Sünde, Schuld und Strafe ſelbſt weggenommen und ſeine eigene Gerechtigkeit verſöhnt und befriedigt. Nun kann ſeine Liebe und Gnade ungehindert über die Sünder walten, der gerechte und heilige Gott kann nun Sünder annehmen. Schlage auf das 15. Capitel des Evangeliſten Lucas und lies, wie dein Gott, dein JEſus Sünder annimmt, und wie er fic) dieſes ſeines Amtes rühmt, damit er ja Alle Sünder zu fich lo>e. Da find Sünder und Zöllner, das ſind Menſchen, deren Sündenleben ſie zum Austwurf, ſelbſt der Menſchen, gemacht hat. Heilsverlangend umdrängen ſie JEſum und ſiehe, er nimmt ſie an, aufs allerfreundlichſte, er iſſet und trinket mit ihnen, als mit ſeinen beſten Freunden, er verſichert fie der Vergebung aller ihrer Sünden, er reißt ſie aus der Hölle ihres böſen Gewiſſens und ſtellt ſie als liebe Gottestinder vor den offenen Himmel. Und als die Phariſäer über dieſe ſeine Sünder: liebe murren, ſo ſtellt er ihnen in dem Gleichnis vom verlornen Schaf und Groſchen vor Augen, daß das eben fein Amt als JEſus und Seligmacher ſei. Nur dazu fet er auf Erden erſchienen; Sünder ſelig zu machen. Das ſei


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Mission=-Tauke.

:

+ JEſus nimmt die Sünder an, Mich hat er aud angenommen Und den Himmel aufgethan, - Daß ich ſelig zu ihm kommen * Und auf den Troſt ſterben kann: - JEſus nimmt die Sünder an!

D allerſeligſtes Evangelium: „JEſus nimmt die Sünder an.“ Sollten nicht alle Sünder auf ihre Kniee fallen, Gott dafür danken, und ihrer Seligkeit im gewiſſen Glauben fid) freuen? Freilih ja! Aber, lieber Leſer, wie ſollen ſie glauben, von dem fie nichts gehöret haben? — Biſt du alſo einer dieſer glü>ſeligen Menſchen, die in JEſu ihren Frieden mit Gott, ihren Himmel und ihre Seligkeit gefunden - haben, ſage ſelbſt, muß nicht dankbare Liebe dich auch mit heiliger Luſt erfüllen, den ſüßen JEſusnamen helfen der Sünderwelt bekannt zu machen, dem guten Hirten ſeine verlornen Schäflein zuzuführen, ja helfen, aus Sündern Gerechte, aus Sclaven des Teufels Kinder Gottes, aus Opfern der Hölle Erben des ewigen Lebens zu machen? Ja, die Liebe Chriſti drängt alle Gläubigen, alſo zu thun. Es iſt kein beiveglicherer Miſſionstext in der Bibel, als das Wort: „JEſus nimmt die Sünder an.“ O, möchte er ſeine beſeligende Gotteskraft an uns allen beweiſen und uns mit neuem heiligem Miſſionseifer erfüllen ! D. H.

Bum 25jahrigen Jubiläum der ev.-luth. Synodalconferenz von Nordamerica. 2

Wir leben in einer Zeit der Jubiläen. Erſt vor kurzem “hat die Synode von Miſſouri ihr goldenes Jubiläum mit Lob und Dank gegen Gott feiern dürfen; und nun ift das ſilberne oder 25jährige Jubiläum der Ehrw. Synodalrenz vor der Thür, dieſes" Kirchenkörpers der evan-

des Jahres 1872, als die Ehrw. „ev.onferenz von Nord-America“ in cn Paſtor Bading in Milwaukee, Wis.,

conferenz ein, nämlich:

1, Die Ehrw. ev.-luth. Synode von Miſſouri, Ohio

u. a. St., 2. 3. 4. 5.

die die die die

Ehriv. Ehriv. Ehriv. Chriv.

; ev.-luth. Synode von ev.-luth. Synode von Norwegiſch-lutheriſche ev.-luth. Synode von

Ohio u. a. St, Wisconjin, Synode, Jllinois und

6. die Ehrw. ev.-luth. Synode von Minneſota.

Schon in ſeiner Eröffnungspredigt behandelte der unvergeflide Dr. Walther das Thema: „Wie wichtig es ſei, daß wir vor allem die Seligmachung der Seelen zu dem Endzived unſerer gemeinſamen Arbeit im Reiche Chriſti machen“, und der erſte Gegenſtand, den die neugebildete Synodalconferenz behandelte, war der Nachweis, „daß die rechtgläubige lutheriſche Kirche dieſes Landes auch die Aufgabe habe, die- großen Thaten Gottes in engliſcher Sprache zu verkündigen“. : Doch erſt fünf Jahre ſpäter, bei ihrer ſehsten Verſammlung in Fort Wayne, Jnd., im Jahre 1877, faßte die Synodalconferenz einen Beſchluß, durch deſſen Ausführung das oben Geſagté in Erfüllung gehen - ſollte, nämlich den Beſchluß, „daß die Synodalconferenz die Heidenmiſſion aufnehmen, und zwar für jest cine Miſſion unter den heidniſchen oder doch religiös verwahrloſten Negern dieſes Landes anfange und betreibe“. Eine Miſſionscommiſſion wurde ernannt, welche dieſe alſo beſchloſſene Negermiſſion der Synodalconferenz ins Leben rufe und betreibe. Schon bei der nächſten Verſammlung der Synodalconferenz lag der erſte Bericht der Commiſſion für Negermiſſion vor, welcher meldete, daß bereits ein Miſſionar abgeordnet ſei und in geſegneter Arbeit ſtehe. Nun war alſo ein Anfang gemacht mit dem, was der theure Dr. Walther in ſeiner Eröffnungspredigt geſagt hatte. „Die Seligmachung der Seelen war der Endzwe> unſerer gemeinſamen Arbeit im Reiche Gottes“, nämlich die Seligmachung der armen, verwahrloſten Neger, in der gemeinſamen Arbeit der Negermiſſion; auch in dieſer Miſſion werden von uns „die großen Thaten Gottes in engliſcher Sprache verkündigt“. Seitdem hat nun dieſe gemeinſame Arbeit der ev.-luth. Synodalconferenz zur Seligmachung

der Seelen, bis jest die einzige gemeinſame Arbeit, welche die Synoden dieſes großen Kirchenkörpers verbindet, von Jahr zu Jahr unter Gottes Segen zugenommen. Der HErr

der Kirche hat auch uns ſeine Verheißung beſtätigt, daß er in unſerm Miſſionswerk mit ſeinem Segen, Schuß und Bei-

ſtand bei uns ſein wolle; wie dies die Berichte in unſerm

gemeinſamen Miſſionsorgan, der „Miſſions - Taube“, wie

a

ſingen und ſagen :

zuſammentrat und durch einen feierlichen Gottesdienſt eröffnet wurde, bei welchem der Ehrw. Hérr Profeſſor C. F. W. Walther von St. Louis predigte. Sechs, ſich gegenſeitig als rechtgläubig anerkennende ev.luth. Synoden traten damals in den Verband der Synodal-

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darum ſeine höchſte Freude, wenn die Sünder nur vertrauungsvoll zu ihm kommen. Ja, die Engel des Himmels freuten fid) mit ihm, wenn auch nur Ein bußfertiger Sünder durch ihn ihrer himmliſchen Seligkeit theilhaftig würde. O, wo ift denn nun auch nur Ein Sünder in der weiten Gottesivelt, dem feine Sünde leid ijt, der fid) vor Gottes Zorn und Strafe fürchtet, und gerne möchte ſelig werden, der in ſeinen Sünden verzagen müßte? D, er höre doch auf dies Wort: „JEſus nimmt die Sünder an“, und komme vertrauungsvoll zu ihm. D, mit welcher Freude wird JEſus ihn aufnehmen, und ihn aus einem unſeligen Sclaven des Teufels und der Sünde zu einem ſeligen Gotteskind, voll Friede und Freude des Heiligen Geiſtes, und einen Erben des ewigen Lebens machen. Fröhlich ſoll er rühmen,

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Die

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Die

Misaions-Tauve.

auch die Berichte der Commiſſion an die jedesmalige Verſammlung der Synodalconferenz genugſam bezeugt haben. In Folge eines heftigen Lehrſtreites ſind zwar einige Synoden aus dem Verbande ausgetreten; andere dagegen

Reiche Chriſti machen“. Dies ift unſere herzliche Bitte. Es iſt euer Werk, liebe Brüder, verleugnet es nicht. Laſſet

ſind ſpäter beigetreten, und ſteht die Synodalconferenz heute

uns, ja, das Werk unſerer Hände wolle er fördern. Amen. C. F. W. Sapper.

feſter als vor jenem Lehrſtreite da, und nod) immer feſter zuſammengefügt, betreibt ſie das gemeinſame Werk der Negermiſſion, welches im Laufe der Jahre durd) Gottes Gnade eine anſehnliche Geſtalt gewonnen hat. Doch, ſo viel Urſache wir haben, zu rühmen und zu danken,

tenn wir in dieſem Werke auf Gott ſehen, auf ſei-

nen Segen und Beiſtand, fo viel Urſache haben wir, beſchämt die Augen niederzuſchlagen, wenn wir auf uns ſelbſt ſchen. Wie viele gibt es in unſerm großen Verbande, welche ſich an der Ausrichtung dieſes unſers einzigen gemeinſamen Werkes gar nicht betheiligen, wie viele, die niht einmal unſer Miſſionsorgan halten ! Ach, wie viel mehr könnten wir ausridten,

wenn

uns

nicht ſo oft die ſo nöthigen Mittel fehlten. Was ſollen wir nun thun? Die Ehrw. Synodalconferenz ermuthigte uns noch bei ihrer leßten Verſammlung im Auguſt 1896, getroſt fortzufahren, aber obgleih wir. unſere Ausgaben ſo viel ‘wie möglich beſchränkt und wiederholt um kräftigere Unterſtüßung gebeten haben, können wir unſern Arbeitern nicht mehr ihren Gehalt auszahlen, deſſen ſie ſo dringend bedürfen, und haben bereits an $6000.00 Schulden. Entweder es muß \{hleunigſt und kräftigſt Hülfe geſchafft tverden, oder wir müſſen, anſtatt noch einige Arbeiter mehr anzuſtellen, was zum Gedeihen des Werkes durchaus nothwendig wäre, unſere Arbeit zum großen Theil einſtellen. : Liebe Brüder! Wir fragen nod) einmal: Was ſollen wir thun? Und es iſt uns wahrlich Ernſt mit dieſer Frage. Wie iväre es, ivenn ivir das 25jährige Beſtehen der Synodalconferenz dadurch feierten, daß wir in all unſern Gemeinden eine Collecte erhöben für dieſes unſer gemeinſames Werk, das uns zuſammen verbindet? Wahrlich, wenn das in den vielen hunderten unſerer Gemeinden geſchähe, ſo würde gewiß fo viel zuſammen kommen, daß wir unſere Schulden bezahlen und unſer Werk rüſtig fortſeßen könnten. Der 10. Juli, der Tag, an welchem vor 25 Jahren die Synodalconferenz zuſammentrat, fällt dies Jahr auf eiuen Samstag, der folgende Tag ift der vierte Sonntag nad) Trinitatis, da man prediget von der barmherzigen Liebe Gottes, und unſer HErr Chriſtus ſpricht: „Darum ſeid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ift.... Gebt, ſo wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüſſig Maß wird man in euren Schooß geben.“ So möge denn die Barmherzigkeit Gottes, die wir erfahren haben, uns bewegen, Barmherzigkeit an den armen Negern zu er-

weiſen. Verſuchen wir es in Gottes Namen, zu Ehren unſers Heilandes, der uns auch dies Miſſiónswerk aufgetragen hat. So laſſet uns „die Seligmachung der Seelen zu

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unſerer gemeinſamen Arbeit im

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uns alle ernſtlich Hand anlegen, und der HErr unſer Gott ſei uns freundlich und fördere das Werk unſerer Hände

Eine Gefhidte vom

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Geben.

Es ſind etwas mehr als zwölf Jahre her — erzählt ein Miſſionar — da machte ih in Begleitung eines Freundes cine kleine Miſſionsreiſe. Nach einem Vortrage in dem Dorfe N. wurden wir zu reichen,” kinderloſen Bauersleuten eingeladen. Auf dem Wege zu ihnen ſagte mir mein Begleiter:

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„Dieſe Leute ſind früher entſchieden gläubige Chriſten gelveſen, in den leßten Jahren aber ganz ins irdiſche Treiben und ins Geldmachen hineingekommen. Während fie früher, da fie nod) niht fo wohlhäbend waren, gerne und viel für die Zwecke des Reiches Gottes gegeben haben, geben fie jeßt nur noch wenig, und das nicht mit fröhlichen Herzen !“ Jch möge, meinte er, ein ernſtes Wort mit ihnen reden. Die Aufnahme, die wir fanden, war eine überaus herzliche. Es var unverkennbar, daß das aus der Miſſion Mitgetheilte auf Mann und Frau großen Eindru> machte. Sogar das ernſte, offene, aber herzlihe Wort der Ermahnung fand eine gute Aufnahme. Während der Mann einmal für einen Augenbli> das Zimmer verlaſſen hatte, trat die Frau zu mir und drü>te mir ein Goldſtück „für die Miſſion“ in die Hand mit den Worten: „Aber ſagen Sie meinem Mann nichts davon! Er ijt in den leßten Jahren geizig geivorden und gibt nicht mehr gerne für die Miſſion!“ Etwas verlegen nahm ich die Gabe an. Beim Weggehen begleitete uns der Mann ein Stü> Wegs. Als er fid) von uns verabſchiedete, drü>kte er mir ebenfalls ein Goldſtü>k „für die Miſſion“ in die Hand und ſagte: „Sagen Sie aber meiner Frau nichts davon; denn ſie ift etivas geizig und gibt nicht gern!“ (Chriſtliche Kinderzeitung, März 1896.) Ucber die Heidenmiſſion der americaniſch-lutheriſhen Kirche (insbefondere des Councils und der Generalſynode) berichtet der „Miſſionsbote“ folgende Zuſammenſtellung von Dr. Leonard: $71,000 Einnahmen, 18 ordinirte Miſſionare, 13 Miſſionsfrauen, 10 Miſſionsfräulein, 4 ordinirte und 585 ſonſtige Nationalgehülfen, insgeſammt 630 Miſſionsarbeiter auf 211 Haupt- und Nebenſtationen. Die Zahl der zum heiligen Abendmahl berechtigten lutheriſchen Heidenchriſten im Teluguland und in Liberia beträgt 17,083; der Zuwachs im lesten Jahr war 2020; die Zahl der noch nicht zum Abendmahl Berechtigten iſt auf 19,500 angegeben. Jn R. K316 Schulen werden 7700 Kinder unterrichtet.


Die

Mission=-Tauke.

Zu dew VWildern.

Die eitlen Dinge dieſer Erde, die ſündlichen Ergößungen zergehen in nichts. Die Traumgebilde von einer beſſeren Zu-

Nicht wahr, lieber Leſer, ein ergreifendes Bild! Der Reiſende ift nicht ans Ziel gelangt. Jn der öden Sahara, der troſtloſen Sandwüſtz, hat er fid) verirrt. Da war keine rettende Oaſe zu erſpähen, kein belebender Waſſerquell zu entde>den. Wohl haben trügeriſche Luftgebilde ihm etwas Schönes vorgegaukelt, er ſhwelgte in froher Erwartung,

Fata Morgana. Die armen betrogenen Menſchen gehen jämmerlich zu Grunde, verſhmachten in der Wüſte. Und du, lieber Chriſt, haſt Gottes Wort, Troſt und Seligkeit in Chriſto, das Brod des Himmels und Waſſer des Lebens, biſt ſchon hier im Sammerthal glü>lich und ſelig, lebſt wie

kunft, einem ſchönen Jenſeits find nichts als eine ſchre>liche

Dem Durſte erlegen in der Wüſte Sahara, der Beduine mit ſeinem arabifdjen Renner zu ſpät. und ſiehe, es war nichts damit. Enttäuſcht, verziveifelt, entkräftet bricht er zuſammen, verſhmachtet in der Wüſte. Da jagt im Fluge ein Wüſtenbewohner auf ſeinem ſhnellen Roß über bie Sandſteppe dahin. Er kommt zur Stelle. Zu ſpät! Dieſen Verirrten kann er niht mehr zum rechten Wege fühxen, dieſem Verſhmachteten nicht mehr den belebenden Waſſertrunk darreidjen. Die Rettung kommt zu ſpät! — Kannſt du dem Bilde eine paſſende Deutung geben? Denkſt du nicht ſofort an die armen Menſchenkinder, die als Heiden ohne Gott und ohne Hoffnung durch die Wüſte dieſer Welt hinziehen. Sie verfehlen das Ziel. Sie ſind verloren, haben

Yeinen Frieden. Sie jagen einem trügeriſchen Luftſpiel nach.

auf einer liebli<h grünenden Daſe in der öden Wüſte-dieſer Welt und warteſt nuv auf das herrliche Erbtheil des Himmels. D, ſollteſtdu nicht eilen, deinen armen verirrten Mitmenſchen die rettende Hülfe zu bringen, den Heiden das Waſſer des Lebens zu reichen, ehe fie verfdymadten! Be-

denke, jede Stunde, ja, jeden Augenbli> wiederholt ſich das traurige Schauſpiel : eine theure Menſchenſeele verſchmachtet in der Wüſte, ſtirbt, verdirbt troſtlos, hoffnungslos, und die vielleicht auf dem Wege ivaren, ihr das Heil zu bringen, kommen zu ſpät. Darum wir, die wir die reten Lebensmittel für die Seele haben, ſäumen wir nicht, ſie denen zuzuführen, die nod) in geiſtlicher Jrre und Dürre ſchmachten. R. K.


yr

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Die

WMission=-Tarke. laſſen, da ſie entgegengeſeßten Falls —

(Mud der nortvegiſchen „Evangeliſk-Lutherſk Kirketidende“ überſeßt von P. F. Weſemann.)

ſie —

als

Manch-

mal gehen ſie ſogar ſo weit, unſere Lehrer und Schüler zu überfallen und zu mißhandeln.

Nach den neueſten Nachrichten aus dem Jnnern Madagascars ſcheint der Aufruhr niedergeſchlagen zu ſein. Dagegen haben die Jeſuiten einen wüthenden Ausrottungskrieg

Vor uns liegen mehrere Briefe von eingebornen Miſſionaren, welche ein ſchre>liches Bild von dem Zuſtande geben. So ſchreibt cin zuverläſſiger Eingeborner von den weſtlichen

gegen alle Proteſtanten begonnen.

Diſtricten linge der Frechheit Miſſionar

So lange Laroche dort Regent des Landes war, wagten ſie nicht recht, gegen die von ihm bekannt gemachte und einUnd. ſelbſt nach ſei-

ner Verſehung haben ſie ſich in unſerm Betſileo - Diſtrict einigermaßen ruhig verhalten müſſen, da die franzöſiſchen Neſidenten ſowohl in Nord- als in Süd - Betſileo rehtſchaffene Männer und unſerer Miſſion freundlich geſinnt waren. Nun iſt inzwiſchen der Mefident Alby von Sirabe nach Mozanga verfest ivorden, und da ſein Nachfolger nicht ſogleich ſeine Stellung angetreten hat, haben ſie die Zwiſchenzeit benußzt, cinen gewaltſamen Feldzug gegen uns zu eröffnen, und derſelbe wird auch nod) fortgeſeßt, nachdem

in unſerer Nord-Betſileo-Miſſion: „Die SendJeſuiten gehen hier ſchre>lih zu Werke, und ihre iſt wirklich erſtaunlich, beſonders bei uns, wo kein iſt. So lauten ihre lügenhaften Drobivorte: „Der Reſident in Sirabe *) wurde vertrieben, weil er es mit den Lutheranern hielt und fid) nicht den Katholiken anſchließen wollte; und der Paz ſtor Lauga iſt jest in Paris in Ketten ins Gefängnis geworfen * worden. “ Es iſt von der franzöſiſhen Republik“, ſagen ſte, „beſchloſſen worden, daß der General in der Hauptſtadt und der katholiſche Biſchof daſelbſt Madagascar gemeinſchaftlich regieren ſollen, und ebenſo ſoll der Neſident in Sirabe und der Jeſuitenprieſter daſelbſt alle

Gerichtsſachen in Nord - Betſileo ausführen. Der Jeſuitenprieſter Felix‘, ſagen ſie, „hat von der Hauptſtadt Nachricht bekommen, daß alle Lutheraner nun bald aus8gerottet und ihre Miſſionare ausgewieſen twerden ſollen; denn ſelbſt der Reſident (Alby) wurde ausgewieſen. Bald wird eine Befanntmadung ausgeben, daß

der neue Reſident in Sirabe an-

gekommen iſt. Nun,

ſagen

Aufrührer angeklagt und erſchoſſen werden würden.

Raſerei der Jeſuiten auf Badagascar.

geſchärfte Meligionsfreiheit aufzutreten.

53

darüber würden wir

uns nicht beklagen, wenn nur Ehrlichkeit in ihrem Kampfe wäre. Man müßte aber die Jeſuiten ſchlecht kennen, wenn man die geringſte Hoffnung dazu haben wollte. Jhr Grundſaß ift nun einmal: „Der Zwe> Transport von Lebensmitteln nad) Cairo in Egypten. : alle Lutheraner für , „ſchuldig“ heiligt das Mittel“, und daß daher jedes Mittel erlaubt ijt, wenn es nur dazu dienen angeſehen und ihre Bücher verbrannt werden ſollen: Er kann, ihre Sache zu befördern und ihrer Kirche neue An- (Felix) bittet euch ‘daher, euer Leben und Cigenthum eiligſt hänger zuzuführen. Doch ift ihr Verfahren wohl ſelten ſo. zu retten; denn ivenn ihr Katholiken werdet, ſo ſeid ihr gerettet. Seht, wir bringen zwei Bücher‘, ſagen ſie, „in das unverſchämt frech geweſen, als in dem Jnlande Madagascars. Beſonders zeichnet fid) „Vater Felix“ aus, der im eine werden diejenigen eingeſchrieben, welhe Nein ſagen, und dieſe werden für ſchuldig erklärt und erſchoſſen werden ; Sirabe- und Betafo-Diſtrict hauſt, und von welchem man ſagt, daß er ſich faſt jeden Tag voll trinkt, um deſto mehr in das andere ſchreiben wir diejenigen, welche Ja ſagen. Muth zum Kampf zu bekommen. i: Was wollt ihr nun wählen?“ 2c. Ex redet dann weiter von dent Schre>en und der VerDie gröbſte Arbeit, auf welche in eigener Perſon ſich einzulaſſen die jeſuitiſhen Mönche wohl für gewagt halten, wirrung, welche dieſe Lügen unter dem armen furchtſamen “ laſſen ſie durch ihre eingebornen Anhänger ausführen, welche Volk hie und da angerichtet haben. Sie haben allerdings anzum weſentlichen Theil aus den verivorfenften Menſchen be- gehört, daß die Franzoſen allgemeine Religionsfreiheit ſtehen, die man finden kann. Jn großen Schaaren ziehen dieſe in den Dörfern umher und ſuchen das Volk durch *) Der uns wohlgeſinnte Reſident Alby, der zu einem höhern Drohungen zu bewegen, ſich in ihre Bücher. einſchreiben zu Poſten befördert wurde.

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WMissions=-Teaulke.

den „Krieg: in einem Dorfe in einiger Entfernung

auf der

Ebene begonnen haben, wo eine unſerer Schulen iſt, und" daß ſie beſchloſſen haben, jest mit dieſer Sache nah Sirabezu gehen. „Sobald die Katholiken hörten, daß die Wahl der Schulen frei ſtehe, zogen ſie in allen Häuſern umher und ſchrieben alle Kinder an, indem fie vorgaben, das ſei ein Befehl. Als jedoch der Reſident und Raizaunary vor drei Wochen hier waren und öffentlich bekannt machten, daß die KinderFreiheit hätten, eine Schule zu wählen, und als dieſe Bekannt„machung hier eine Woche ſpäter vom Gouverneur wiederholt wurde, ſo kam eine Menge von denen, welche die Katholiken eingeſhüchtert hatten, ließen fid) bei uns einſchreiben und nahmen ihre Abc-Bücher in Empfang. Und wir haben ſie in unſere Bücher verzeichnet, da die Eltern fie als unſere. Schüler erklärt haben. Alles war ſtille eine Woche lang; aber [eßten Dienstag begannen die Jeſuiten ihre Angriffe, zogen in Schaaren von zehn bis vierzig Perſonen umher und ſuchten die Leute dur< Drohungen zu bewegen, alle ihre Kinder bei ihnen einſchreiben zu laſſen. Unſere Bücher aren fdjon fertig, und folglich iſt nun eine große Anzahl der auf zwei Stellen eingeſchrieben. Diejenigen, welche ſich da widerſeßen und nicht zu ihnen hten alles Mögliche

von

dieſen Unmenſchen.

[f ſehr bange in Betreff AS

ivasE

aus dieſem Grunde ihre Kinder zu den Jeſuiten gefchidt. Wenn nicht bald eine Löſung kommt, ſo weiß id) nicht, was

daraus iverden twird.” Einige Tage ſpäter, nachdem die im vorhergehenden Brief erwähnte Bekanntmachung geſchehen war, ſchrieb derſelbe Miſſionar: „Jh hatte mich geſtern auf die Bekanntmachung gefreut in der Hoffnung, daß dieſelbe Ruhe in die und Licht in das Dunkel

bringen

werde.

Und

Willen iſt, fo wird es dem General Gallieni ebenſo ſ<le<t

HiS|

Gemüther

dieſelbe var ja auch klar und gab, wie man ſagt, ivas man erwarten konnte, indem ſie die Verſicherung wiederholte, daß ſowohl für Kirche, als auch ſür Schule volle Freiheit vorhanden ſei. Aber trat nicht auch) Herr Felix da auf mit zornigen Fragen und dunklen Bemerkungen, welche bewwirkten, daß der klare Jnhalt der Bekanntmachung im Bewußtſein des Volks verdunkelt wurde? Denkende Leute verſtanden denKniff und meinten, Felix und ſeine Leute ſollten ſih ſchämen, denn jeht wurden alle Lügen, die ſie Lette Woche verbreitet hatten, aufgededt; aber nein, dieſe Leute kennen keine Scham.“ „Etwas muß geſchehen. So, wie es jeht geht, ift es ja die größte Ungerechtigkeit. Wir haben der Order gemäß unſere Bücher bis zum 10. December eingeliefert, und unſere Widerſacher kommen nach der Zeit, das heißt, nach dem lehzten Tage, der uns gegeben war, und ſuchen die Kinder durd) Drohungen zu zwingen, ſich bei ihnen einſchreiben zu laſſen. Die Schulen in dieſer Umgegend müſſen nächſtens geſchloſſen werden (ja, eine ift geſchloſſen, da die Lehrer nicht unterrichten dürfen), denn dieſe Schwärme überfallen die Kinder, ivenn ſie aus der Schule kommen. Zwei Lehrer verweilen hier; denn fie trauen ſich nicht hinzugehen, aus Furcht vor dieſen Schwärmen.“ Ein anderer Miſſionar ſchreibt: „Hier ift es überall dunkel. Jch laufe bei den Regierungsbeamten die Thür\hivellen ab, und dieſe thun einige verzweifelte Sprünge, um Abhülfe zu ſchaffen; aber deſto ſ{limmer werden die Katholiken. Sie ſcheuen kein Mittel. Sie ziehen in großen Schaaren von dreißig, vierzig und fünfzig Mann mit großer Frechheit umher und erzählen allen Leuten, daß es ihnen ebenſo ſhlimm ergehen werde, als dem Reſidenten Alby, wenn ſie niht Katholiken würden. Nach ihrer Wusfage ſoll nämlich der Reſident gefangen genommen und in Frankreich in Ketten gelegt ivorden ſein! Als Madagaſſen werde es ihnen nod) {limmer ergehen. Sie ſollen einfach hingerichtet (erſchoſſen) werden. Alle proteſtantiſchen Kirchen ſollen in dieſer Woche niedergeriſſen werden 2c. Man munkelt von einem neuen Aufruhr im Weſten. Es iväre ja nicht zu verwündern, wenn es geſhähe. Denn wenn das Volk in die katholiſhen Schulen gepeitſht und mit Knuten und Stöcken geſchlagen werden ſoll, fo iſt das ja nicht zu verwundern. Die öffentlichen Bekanntmachungen des Reichs, ſagen fie, haben keinen Werth, fo lange ſie nicht mit dem Willen der Jeſuiten übereinſtimmen, ſelbſt wenn ſie vom General kommen. Und wenn der General etivas. durchſeßt, was nicht nah ihrem

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gekündigt haben, — aber fie find ſeit alten Zeiten fo daran geivöhnt, daß die geheime und öffentliche Sprache etivas verſchieden lautet, und es wird ihnen ſ{wer, zu glauben, daß jemand fo etivas ſagen kann, ohne daß jedenfalls etwas daran iſt. Was die Schulen betrifft, fo hat allerdings die Regierung den Eltern volle Freiheit gegeben, zu wählen, in welche Schule ſie ihre Kinder ſhi>en wollen. Dieſe Wahl ſoll in jedem Jahr einmal zu einer beſtimmten Zeit wiederholt werden. Aber ſelbſt, wo dieſe Zeit ſhon abgelaufen iſt und die Kinder bei uns eingeſchrieben ſind, gehen dieſe Men\hen umher und ſuchen die Eltern durd) Drohungen zu bewegen, das wieder umzuändern, etivas, was gegen das Geſeß ijt. Einer der Miſſionare ſchreibt an cinen ſeiner Mitarbeiter: „Ja, jebt geht es hier ernſtlich los. JedenTag cine Hiobspoſt nah der andern! Jh habe lange ſchlechte Vorſtellungen von den Jeſuiten gehabt; aber ih habe niemals geglaubt, daß fie ſo teuflifd) wären. Es gibt keine- Lüge und keinen Kniff, deſſen fie ſih niht bedienen. Und das Volk hier iſt in großer Angſt über das, was ihnen widerBald fahren wird, wenn ſie niht Katholiken werden. heißt 8, daß die, welche fid) weigern, erſchoſſen werden ſollen, bald droht man, -daß etwas Unnatürliches geſchehen werde. Und auf die Frage, was das ſei, heißt es, das werde fid) am Montag bei der Bfrenstisien Befannimadung zeigen. „Nun kommt ein Knabe außer Athem und ſagt, daß ſie

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BLAZE

54


gehen, als es dem General Duchesne und dem Rejidenten und General Laroche

ergangen

iſt!

Alles dieſes und mehr

A flerlei.

noch weht durch die Luft. Und dieſem ſtehen die Beamten Wie ein evangeliſcher Chineſe ſcinen Glauben gegen des Reichs, ſowohl Europäer, als Madagaſſen, AND | einen römiſchen Prieſter verthcidigte. Eins der größten machtlos gegenüber.

Oeffentliche

Bekanntmachungen

und | Hinderniſſe

der evangeliſchen

Miſſion

iſt die Concurrenz,

kräftige Ermahnungen und Drohungen achten die Jeſuiten | durch welche ihr die katholiſche Kirche faſt auf allen Gebieten nicht. Sie lachen ihnen nur ins Geſicht. Geſtern wurden | das Waſſer abzugraben ſucht. Die evangeliſchen Miſſionare etliche madagaſſiſche Dfficiere nach Betafo geſandt, um die | möchten ihre Pflegebefohlenen in der Unbefangenheit und Namen aller derjenigen aufzuſchreiben, welche in Betreff des Einfalt des Glaubens erhalten; aber die römiſche GegenEinen oder Andern ſich zu beklagen haben. Jch bin aber feſt miſſion drängt ſie ſehr wider ihren Willen in eine Kampfesſtellung hinein. Da iſt es erfreulich, zu leſen, wie fic) evanüberzeugt, daß ſie nicht das Geringſte zu thun wagen. Denn geliſche Chriſten auf dem Miſſionsfelde ganz geſchi>t auch zur Zeit fürchtet man das Wort der Jeſuiten mehr, als ſelbſt das des Generals, da man glaubt, daß man in Wirklichkeit ohne beſondere Schulbildung ihres Glaubens wehren. Der den Jeſuiten gehorhen muß, wenn es auch nicht öffentlich Chineſe Han meng war von dem Baptiſt - Miſſionar en in geſchieht. Das wird jest immer mehr cine allgemeine An- Tai juan fu unterrichtet, getauft und zum Katechiſten ausgebildet worden. Da machten ſich eines Tages die Kathoſicht; denn man kann unmöglich verſtehen, daß ein Mann, ſei er Europäer oder Madagaſſe, irgendwie wagen kann, zu lifen an ihn und ſagten ihm, die evangeliſche Lehre von der ſagen, was die Schüler oder Lehrer der Jeſuiten ſagen, Erlöſung ſei ungenügend, die Unwiſſenheit der ‘proteſtanwenn ſie nicht wirklich die Macht über das Volk und das tiſchen Lehrer müſſe ihre Anhänger in das Verderben ſtürzen. Reich, vom General und abwärts, hätten. Han gab zu, daß menſchliche Lehrer irren könnten; aber dazu hätten ſie ja das Wort Gottes, die untrügliche Nicht: „Erfreulicherweiſe berihten dod) Engh und Borchgrebing zum Schluß, däß jest Zeichen vorhanden ſind, daß die ſchnur der rechten Lehre. Gut, ſagten ſie, aber es gibt Punkte, die für das Heil Regierung ſich ernſtlih der Sache annehmen wird. Sie wichtig ſind und dod) nicht in der Bibel ſtehen; nur der wird auch wohl dazu gezwungen, wenn nicht das Volk zur Kirchenkaiſer (der Pabſt) kann uns darüber Auskunft geben; Verzweiflung getrieben werden ſoll. Die Jeſuiten ſcheinen denn er kennt Gottes Gedanken. fo geivaltthatig zu ſein, ſich ſo über alle Geſeße und OrdWas ſind das für Punkte? nungen zu ſehen und allen öffentlichen Bekanntmachungen, Z. B. das Fegefeuer. | die Religionsfreiheit betreffend, zu trogen, daß man fid Fegefeuer, was ijt das? nur darüber wundern kann, daß ſie überhaupt im Lande Da ſichſt Du es ja, Deine Bibel ſagt Dir darüber nichts. geduldet werden. Das würde aud gewiß nicht der Fall ſein, wenn fie niht durch eine “mächtige Meinung in Das iſt ein Ort der Prüfung und der Qual, wo die GläuFrankreich geſtüßt würden, weil die Franzöſirung des bigen ihre Sünden büßen, che ſie in den Himmel kommen. | Volks als eine Hauptſache betrachtet wird und die Jeſuiten Wer in die Hölle kommt, iſt hoffnungslos; aber vom Fegefeuer aus gehen ohne Aufhören Gläubige in den Himmel, als ſehr nüßliche Werkzeuge fiir dieſen Zive> angeſehen nachdem ſie von ihren Sünden gereinigt ſind. werden. Das kann nicht ſein, unterbra< Han; denn Gott kann „Jn Süd -Betſileo ſcheinen ſie, .wie ſhon angedeutet wurde, es nicht zu wagen, fo gewaltthätig gegen uns zu niht heute ſo, morgen ſo geredet haben. Die Bibel ſagt verfahren. Dagegen müſſen die Engländer übermäßig viel uns, das Blut JEſu Chriſti macht uns rein von aller von ihnen leiden, weil allerdings auch die franzöſiſchen Be- Sünde. - Gott mag auch außerhalb der Bibel geredet haben, hörden dort im Süden ſie gern los ſein wollen, indem ſie id) weiß es nicht; aber er konnte unmöglich in der Bibel dieſelben als Repräſentanten einer rivaliſirenden Nation be- ſagen, Chriſtus habe alles gethan, und hernach, Chriſtus trahten. Die Vergünſtigung, welche man im Gegenſaßz habe nur einen Theil der Erlöſung vollbracht. Bleiben Sie dazu uns zu Theil werden läßt, bringt unſere Miſſionare mix mit Shrem Fegefeuer weg, das kann ih nicht glauben. Du biſt noch ſehr weit von der Wahrheit. Chriſtus dort in eine fdlimme Stellung zu ihren engliſchen Mitarbeitern. Dieſe ſcheinen allerdings zu erivarten, daß wir that zweifellos nicht alles. Seine Mutter, die heilige Jungmit ihnen durd) Di>k und Dünn gehen und ihre Sache zu frau, die ihrem Sohne gleich iſt, half aud) mit. Ei, was Sie ſagen? Chriſtus war Gottes Sohn und der unſrigen machen, weil wir beide Proteſtanten ſind. Da antivorten ſie aber, daß dev beſondere Widerſtand, den fie darum göttlich; Maria war nuv ein Menſch wie wir. Wie? Jhr Proteſtanten verehrt doch die heilige Mutter? als Engländer erfahren, uns als Noriveger nichts angehen Gewiß nicht! kann, jedenfalls nicht in einer ſolchen Weiſe, daß wir uns War ſte nicht JEſu Mutter? verpflichtet fühlen ſollten, den Vortheil aufzugeben, den wir in genannter Hinſicht in unſerer Nationalität haben.“ Ja. o Dann muß fie doch gleiche Ehre mit JEſus empfangen, denn JEſus konnte doch nicht größer ſein als ſeine Mutter!

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(Nach chineſiſcher Anſchauung iſt der Nachkomme nicht größer als ſein Vorfahre.) Wirklih? Wie hieß dod) Marias Mutter? Das wiſſen wir nicht. Wer ivar ihre Großmutter? Das wiſſen wir auch nicht. Aber Sie verehren ſie gewiß? Nein, das thun wir nicht.

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Feſtland vertrieben worden bin. Hoffnung, daß die Sonne auh

Jch habe nichts als die wieder dur die Nebel

brechen und mich wieder neu beleben werde zu dem Beruf, darin ih durch Gottes Gnade ſtehe.“ Das waren die ſchive-

ren Anfangszeiten ; Gott ſei Lob und Dank! es iſt doh auch in dem conſervativen China Manches anders und beſſer geworden, Lechler hat die Freude, daß jest — nach fünfzig Jahren — unter ſeiner Leitung in China. dreizehn Basler Stationen mit über 3000 eingebornen Chriſten ſtehen. Und

Wie iſt das mögli<? Wenn Maria verehrt werden muß, weil ſie JEſu Mutter iſt, dann muß auh Marias der Barmer Miſſion haben ſich ſeit einem Jahre, beſonders Mutter verehrt werden, weil ſie die Mutter der verehrten im Gebiete der Station Tungkun, die Thüren in ciner Weiſe Maria iſt; ebenſo ihre Großmutter und ihre andern Vor- aufgethan, iwie ſie es bisher in China nicht erlebt hat. Gotfahren. (Bapt. Miss. Her.) tes Barmherzigkeit laſſe aus dem ſo viele Jahrzehnte lang Zwei evangeliſche Miſſionsunternehmungen feiern in in Geduld und Glauben ausgeſtreuten Samen cine reiche dieſem Monat ihr fünfzigjähriges Jubiläum, die Baſeler Ernte erwachſen zu ſeines Namens Ehre! (Kirch.-Bl.) und die Barmer Chinamiſſion. Die Miſſionsfreunde beider Geſellſchaften werden in dieſer Zeit mit bewegtem Herzen Milde Gaben für die Negermiſſion : guriidbliden auf alle die Arbeiten und Mühen, die EntDurch Kaſſirer G. E. G. Küchle, Milwaukee, Wis., $88.91. Durch täuſchungen und Schmerzen, an denen gerade dieſes Arbeits- Kaſſirer Aug. C. Reiſig, New Orleans, La., 74.54 und 5.50. Durch H. H. Meyer, St. Louis, Mo., 23.40. Durch Kaſſirer feld fo reid) geweſen iſt. Aber in dem Wirkungskreiſe bei- Kajſirer Theo. H. Menk, St. Paul, Minn., 43,87. Durch Kaſſirer G. B. der Geſellſchaften zeigt fid) gerade jest der Anbruch einer Sohn, Detroit, Mich., 1.00. Durch Kaſſirer C. Heinrich, St. Paul, neuen Zeit, in der es in ſchnelleren Schritten vorwärts gehen Minn., 1.75. Durch Kaſſirer C. A. Kampe, Fort Wayne, Jud., 46.26. Durch Paſt. C. Dowidat, Oſhkoſh, Wis., 3.00 und 11.00. wird. Es war am 19. März 1847, als in dem Hafen von Durch Kaſſirer C. Spilmann, Baltimore, Md., 102.77. Durch Hongkong das beſcheidene Segelſchiff Anker warf, welches Miſſionar J. Koßmann von ſeiner Negergemeinde in New Orleans, La., 20.00. Durch Miſſionar F. J. Lankenau, New Orleans, La., die beiden erſten Barmer und die beiden erſten Basler Miſ- von ſeiner St. Paul-Gemeinde 20.00 und von ſeiner Mount Zions: ſionare an den Ort ihrer Beſtimmung brachte. Gott hat Gemeinde 3.15. Summa: $444.65. Für die Mount Zions- Kirche in New Orleans: dem einen der lehteren, dem Basler Miſſionar Rudolf Lech- Durch Kaſſirer Aug. C. Reiſig, New Orleans, La., 58.00. Durch ler, die ſeltene Gnade verliehen, daß er noch heute nach fünf- Kaſſirer Theo. H. Menk, St. Paul, Minn., 9.50. Durch Paſt. E. Hoyer, Weſt Bend, Wis., 13.00. Summa: $80.50. zig Jahren rüſtig und geiftesfrifd) in ſeiner Arbeit ſteht. Für die Kapelle in Greensboro, N. C.: Durch Kaſſirer Er iſt der Senior der deutſchen Miſſionare in China. Die G. E. G. Küchle, Milwaukee, Wis., 13.75. Durch Kaſſirer Aug. New Orleans, La., 6.00. Durch Kaſſirer H. H. Meyer, Anfangsjahre der neuen Miſſion waren überaus fehwer. C.St. Neiſig, Louis, Mo., 19.00. Durch Kaſſirer Theo. H. Menk, St. Paul, Dr. Güßlaff hatte die Baſeler und Barmer gerufen, und Minn., 5.00. Durch KaſſirerC. À. Kampe, Fort Wayne, Jnd., zog ſie zuerſt in den Kreis ſeiner leider auf den Sand ge- 13.00. Durch Paſt. C. Dowidat, Oſhkoſh, Wis., 2.00. Durch Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md., 11.00. Summa: $69.75. bauten Miſſionspläne hinein. Erſt nad) ſ{<merzlihen EntFür die Kapelle in Mount Pleaſant, N. C.: Von einigen 5.00. täuſhungen mußten ſie fid) von dieſer ganzen Art der Miſ- Miſſionsfreunden Für die Kapelle in Myerstown, N. C.: Durch Kaſſirer fionsarbeit losmachen und auf eigene Füße treten lernen. C. Spilman, Baltimore, Md., 1.00. St. Louis, Mo., 20. Juni 1897. A. C. Burgdorf, Kaſſirer. Lechler verſuchte in der Provinz Canton unter den Hoklo Eingang zu gewinnen. Sechsmal drang er an verſchiedenen Für Negerſchulbau: Durch Paſt. J. H. F. Sieving in Punkten ein, und ſehsmal wurde er nach kürzerer oder länge- Manito von Wittwe L. Waltmeier $5.00 dankend crhalten. rer Zeit vertrieben, obwohl er fic) wie ein Chineſe kleidete Addiſon, Jll., 18. Juni 1897. H. Vartling, Kaſſirer. und auf die Erlernung der fdjiveren Sprache alle Mühe verVon P. W. Königs Sonntagsſchulkindern für die Kapelle in wendete. Er wurde eben doch überall als „fremder Teufel” Greensboro, N. C., $1.15 mit herzlichem Dank und Segenswunſch erkannt. Wo ihn nicht Näubereien verjagten, vertrieben empfangen. C. J. D. Hanſer. ihn die Erlaſſe der Mandarinen, denen es zu Ohren kam, „„Miſſions- Taube“‘‘ erſcheint einmal monatlid. Der Preis fiir cin „daß das univiſſende, dumme Volk ſih hin und wieder von Jahr Diein orauabe ug mit joa iſt folgender: “J f einem Herumftreidenden Barbaren verführen laſſe, ihm aud empla 12 $ .25 10 Exemplare... 2.00 Schriften abnehme und daraus lerne“. Der Juhalt dieſer 25 > 6.00 50 fy 9.00 Schriften ſei voller Lügen und Unſinn und ganz und gar un100 17,00 Die Partie-Preiſe gelten nur dann, wenn alle Exemplare unter Einer Adreſſe Tlaſſiſch; dieſes lügenhafte und unklaſſiſche Geſchwäh diene erſanBs geet ae Beſtell Abbeſtell Geld ricfe, welche Beſtellungen, eſtelungen, Gelder 2c, enthalten, nur dazu, die Cardinaltugenden der Söhne des himmliſchen unter der Adreſſe; Concordia Publishing House, St. Toutes Mo. foreman Alle die Redaction betreffenden Einſendungen find zu adreffiren an Rey. C. Reiches zu zerſtören und „unſere chineſiſche Sitte“ zu ver- F. W. Sapper, 206 S. Madison Str., Bloomington, Ill.; alle Geldbeträge derben! Als Lechler das fedjste Mal aus jenen Gegenden its plemegemiifion an den Kaſſirer Dir. A. C. Burgdorf, 1033 S. 8th Str., * Irregularities in delivery of thi vertrieben worden war, ſchrieb er heim: „Nie bin id) fo cordia Publishing House, SL Louis, tome £0 be zeported to Con muthlos geweſen als eben jeßt, nahdem ich fech3mal vom Entered at the Post Ofice at St. Louis, Mo., ns second-class matter.

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Nachrichten aus dem Miſſiousgebie Herausgegeben für die Evang.-Lutheriſhe Sunodalconferenz von den Paſtoren C. F. W.

19. Jahrgang.

bon Nordamerika von der Commiſſion für die Negermiſſion; redigirt Sapper und Richard

Auguſt

„És werden uicht alle, dic zu mir ſagen: HErr, HErr! in das Himmelreich kommen, ſondern die den Villen thun meines Vaters im Himmel,“ Matth.

7, 21.

Ernſte Worte unſers Heilandes aus dem Evangelio des achten Trinitatisfonntags. Gehe ja kein Chriſt an denſelben vorüber, ohne ſi< im Lichte derſelben einer aufrichtigen Prüfung zu unterwerfen. Denn wenn auch der Heiland dieſe Worte zunächſt in Bezug auf die falſchen Propheten redete, fo iſt dod) kein Zweifel, daß fie allen Chriſten zu allen Zeiten gelten und am jüngſten Tag endlich aud) das Gericht darnach gehalten wird. Ach, und wie nothwendig hat jeder Chriſt die tägliche Selbſtprüfung! Der Betrug unſers Herzens ift zu groß. Mancher meint zuverſichtlich, er ſtehe noh feſt im Glauben, und ach, iſt längſt gefallen! Wer meint, an ‘dieſen Worten ſicher vorüber gehen zu können, der ſteht zum mindeſten ſchon in großer Gefahr. Es ijt daher die treueſte Sorge der Liebe für unſer ewiges Heil, aus der uns der Heiland dieſe Worte zuruft. Er helfe uns ſelbſt, daß wir ſie uns zum Segen betrachten! Vor bloßem HErr-HErrſagen warnt uns der treue Heiland. Was ſind denn dieſe HErr-HErrſager für Leute? Es ſind alle diejenigen, deren Bekenntnis zu ihm nur aus dem Munde, nicht aber aus gläubigem Herzen kommt. Es ſind die Namenchriſten, die nur den Schein eines gottfeligen Lebens haben, aber ſeine Kraft verleugnen. Ein recht abſchre>endes Beiſpiel ſolcher ſind jene Männer, die nah Matth. 22, 15. ff. zu JEſu kommen, ihn als ihren

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Kreßſchmar.

Aummer

1897.

8.

HErrn und Meiſter bekennen, rühmen, daß ev wabhrhaftig fei, den Weg Gottes recht lehre, nicht achte das Anſehen der Menſchen. Aber wie ſteht ihr Herz zu ihm? Voll teufliſchen Haſſes und tödtlicher Feindſchaft. Solche unſeligen HErrHErrſager ſind auh Ananias und Sapphira, die Chriſtus ſchon vor der Gemeinde Gottes als Uebelthäter offenbart, Apoſt. 5, 1. ff., und Simon, der Zauberer, Apoſt. 8, 20., zu dem Petrus ſagt: „Dein Herz iſt nicht rechtſchaffen vor Gott.”

— Wenn

wir

aber

einen Thomas,

vor dem

auf-

erſtandenen Heiland niederfallend, ausrufen hören: „Mein HErr und mein Gott!” da fühlen wir's, das iſt ein freudiges Herzensbekenntnis. Da geht der Mund über von Glauben und Liebe zum HErrn, ivovon fein Herz voll iſt. Siehe, das iſt's, was der Heiland von denen fordert, die er am jüngſten Tag vor ſeinem himmliſchen Vater und ſeinen heiligen Engeln als die Seinen gu ihrer unausſprechlichen Freude bekennen will. Das ſind die Chriſten, „die den Willen thun meines Vaters im Himmel“. — Denn das iſt zuerſt Gottes guter und gnädiger Wille, daß wir von Herzen glauben an den, den er geſandt hat, an ſeinen lieben Sohn, JEſum Chriſtum, der uns aus des Teufels Reich wieder zu ſeinem Eigenthum erkauft hat, nicht mit Gold oder Silber, ſondern mit ſeinem heiligen, theuren Blut und mit ſeinem unſchuldigen Leiden und Sterben. Glauben ſollen wir, daß wir durd) ſeines Sohnes Tod und Auferſtehung wieder ſeine lieben und verſöhnten Kinder ſind, daß uns kein Zorn, Fluch, Teufel, Tod nod) Hölle mehr ſchaden, unſere geiviſſe Seligkeit ftreitig machen kann und darf. Dankbar freudig und gläubig ſollen wir Herzen und

Hände zu ihm.aufheben und ſprechen: „Abba, lieber Vater“,


|

wie ſelig bin ich, daß ih wieder dein Kind bin!

|

| :

Welche

Dich für allen,

|

Nichts auf Erden Kann

und mag

mir- lieber werden.“

Siche, lieber Leſer, wenn unſere Herzen fo mit Glauben und Liebe zu Gott, unſerm Heiland, erfüllt ſind, dann thun wir den Willen Gottes und unſer HErr-HErrſagen iſt Freudenmuſik vor JEſum und ſeinen Engeln im Himmel. — Vie ſtehen nun unſere Herzen? Das iſt die prüfende Frage, die ſich ein jeder nach Chriſti Worten vorlegen und aufrichtig beantworten ſoll. D ſelig ſind wir, wenn wir von Herzen mit Petro ſagen können: HErr JEſu, du - weißeſt alle Dinge, du weißeſt, daß id) did) lieb habe! Selig, wenn wir ſeufzen : : „Dies iſt mein Schmerz, dies trinket mich, Daß ih nicht gnug kann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte. Je mehr ich lieb, je mehr ich find, Jn Liebe gegen dich entzünd't, Daß ich dich lieben ſollte."

| ;

Aber nod) eins iſt der Wille unſers HErrn und Heilandes. Wir ſollen aud) zu ſeiner Ehre das Licht des Glaubens leuchten laſſen in guten Werken. Wir ſollen ver“kündigen die Tugenden def, der uns berufen hat von der Finſternis zu ſeinem wunderbaren Lichte. Unſer ganzes Leben ſoll Zeugnis geben, was für fromme und getreue Knechte und Mägde dieſer Himmelsherr auf Erden hat, die, weil ihnen Barmherzigkeit widerfahren iſt, nun auch einhergehen in Werken barmherziger Liebe und in dieſer unbarmherzigen Welt Hungernde ſpeiſen, Na>ende kleiden, Thränen tro>nen, Seufzer ſtillen nad) dem Wort ihres HErrù: „Brich dem Hungrigen dein Brod und die, fo im Elend ſind, führe ins Haus; fo du einen nacend ſieheſt, ſo kleide ihn.“ Und von ſolchen Werken, zu ſeiner Chre auf Erden von uns gethan, will er dann am jüngſten Tag vor Himmel _ und Erde zu unſerer Ehre und Herrlichkeit rühmen: Ei, ihr —_ frommen Knechte und getreuen Mägde, id) bin hungrig geweſen, und ihr habt mid) gefpeifet, na>end, und ihr habt mich bekleidet. Gehet ein zu eures HErrn Freude. — Aber zu denen, die fic) als Chriſten nicht in ſolchen Werken finden ließen, wird er al8 zu heuchleriſhen HErr-HErrſagern fpreden: Shr habt mich nicht geſpeiſet, nicht bekleidet, nicht

getröſtet.

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Wissions-~-Tururke,

Liebe haſt du mir erwieſen, daß du mir deinen Sohn zum Heiland gegeben. D HErr JEſu, „Herzlich lieb ih mit Gefallen

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„Weichet von mir, ihr-Uebelthäter.“ — O ſehet

doch, mit welchem Ernſt wir uns alſo aud) nach dieſer Seite rüfen ſollen, ob wir unſers HErrn Willen gethan, dait wir uns niht ſelbſt betrügen und verlieren, was wir

ſind ſie bod) noc) Sclaven in ſeinem Reich. Verſöhnt mit Gott, ſind ſie dod) nod) verfluchte Kinder des Zorns und gehen ohne Gott und ohne Hoffnung durd) die Welt. O, welches Chriſtenherz kann dieſen unſäglichen Jammer ohne tiefſtes Herzweh bedenken! Welch Chriſtenherz ſollte daher nicht gerade in dieſem allerſeligſten Liebeswerk die Tugenden ſeines HErrn am allereifrigſten zu verkündigen ſuchen, und danach trachten, gerade hierin vor allem fid) von ſeinem JEſu als frommen und getreuen Knecht erfinden zu laſſen! D, die vielen Klagen über Mangel an Miſſionsgaben, die die Miſſion allenthalben ſo ſhwer ſchädigen, werden zu ſo vielen Anklagen wider uns und halten uns zu ernſteſter Warnung das Wort vor: „Es werden nicht alle, die zu mir ſagen: HErr, HErr! in das Himmelreich kommen, ſondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel,“ O theure Brüder und Schweſtern, laſſet uns vor unſerm HErrn uns darüber demüthigen, ihm neue Treue verſprehen, neuen Fleiß aufwenden, daß doch ſein ſeliges Reich zu immer mehr Seelen gebracht und ſein guter gnädiger Wille darin reichlicher erfüllt werde. HErr JEſu, erbarme dich über uns und verleihe.uns dazu deinen Heiligen Geiſt! Ach, wir möchten ja nicht elende HErr-HErrſager, wir möchten ſo gerne deine frommen und getreuen Knechte und Mägde ſein! DO. H.

Die Miſſionskapelle in Weyersville, North Carolina, Hier haben wir das Kirchlein im Bilde vor uns, von dem ſchon wiederholt in der „Miſſions-Taube“ die Nede geweſen iſt. Schon lange hatten die Neger von Meyersville die Nothwendigkeit eines Kirchbaus empfunden, zumal fie ihre Gottesdienfte oft bei ungünſtigem Wetter unter freiem Himmel halten mußten. Wiederholte ernftlide Verſuche, aus eigenen Mitteln ein Kirchlein zu errichten, waren jedod) geſcheitert, theils an der Armuth der Leute, theils an der Gewiſſenloſigkeit ihrer zugelaufenen Negerprediger, die das Geld einſte>ten und fid) dann auf und davon machten. Nun find dieſe Leute urd) Gottes Fügung unter unſere geiſtliche Fürſorge gekommen. Unſer Miſſionar Phifer in Charlotte hat ſie bedient. Vor einem Jahr hat Prof. Gräb-

ner auf einer Viſitationsreiſe ſie beſuht und im „Lutheraner” ein gutes Wort für ſie eingelegt. Es war klar, unter den mehr als fünfzig Negerfamilien, die dort bei einander wohnen und die große Plantage eines reichen Mannes mit

Namen Meyer bearbeiten, war uns eine hoffnungsvolle Miſſion beſchert. Wollten wir fie aber recht ausbeuten, fo mußten wir den armen Leuten zu einem Kirchlein verhelfen.

Aber wie konnte das geſchehen bei unſerm immer zunehmen: -

den Geldmangel?

Da ſchi>te Gott Hülfe in der Noth.

Ein Chriſt — wir wiſſen nicht, wer es iſh genug, Ll ae

: kennt ihn — ſenkte $250.00 für den Bau einer Kapelle in

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Merxsions - Taube.

Meyersville. Die Neger legten noch ihre Scherflein dazu. — Auch die $50.00 für den Bauplag hatten ſie ſelbſt aufgebracht. — Fertig ſteht die Miſſionskapelle jest da, ein beſcheidenes, freundliches, ganz zive>entſprehendes Gotteshaus, ein Denkmal der barmherzigen Liebe eines Chriſten, dem die Noth der armen Negerſeelen zu Herzen ging. O, daß es vielen eine Pforte zum Himmel werde! Und möge Gott verleihen, daß nod) manche, denen dieſes Bildchen vor die Mugen kommt, ſich reizen laſſen, jenem ſhönen Exempel nachzufolgen, und daß inſonderheit einer oder der an-

volfe mit gut zu machen, was von unſerm Volke an ihm geſündigt worden iſt. Durch das leibliche Schwert hat ihnen Gott die Freiheit aus leiblicher Sclaverei geſchenkt. Durch das Schwert des Geiſtes ſollen ſie aus ihrer geiſtlichen Knechtſchaft, in welcher Satan fie nod) zum großen Theil gefangen hält, zur Freiheit der Kinder Gottes geführt werden. Dazu ſollen ihnen die Chriſten helfen. Die Secten haben dies längſt erkannt und bald nad) Schluß des Krieges zwiſchen dem Norden und Süden unſers Landes 1864 die Miſſion unter dem befreiten Negervolk mit großem Eifer begonnen. Die lutheriſche Kirche var

dere, der durch Got-

tes Segen ein ſtattlid) Haus bewohnen und in einer prächtigen Kirche mit der Gemeinde feiern darf, fic) der leiblichen und geiſtlichen Noth der armen Neger

jammern

ſich

von

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leider

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ſeinem

Uebrigen einmal etwas Nechtſchaffenes abbrehe und auch einem dürftigen Negerhäuflein eine Hütte baue zur Ehre Gottes und zur Rettung unſterblicher

Seelen.

Chriſten nod) mehr foldje

Hütten

Got-

tes bei den Negern! R. K.

Lette,

“Das fünfundzwan-

Ja, HErr,

gib uns durch deine

die

welche dieſem ſchuldigen Liebestverk ihre Aufmerkſamkeit zuwendete. Und ſie konnte dod) mit ihrem reinen Wort und Sacrament am meiſten unter der armen Negern ausrihten. Möchten wir wenigſtens jest mit deſto größerem Eifer für dieſe uns ſv nahe liegende Miſſion das BVerfaumte nachzuholen verſuchen !

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Miſſions- Kapelle zu Meyersbille,

Eine Befhamende Reminiscenz an eine traurige, aber Gott Lob! vergangene Zeit unſerer americanifhen Republik. Bei dem Abbruch des alten Schulhauſes P. Bates in Concord, N. C., fand fic) nachſtehender BVerfaufscontract über ein Sclavenmädchen, den uns derſelbe gütigſt zuſandte, und der uns zu tiefer Beſchämung die traurige Zeit vor Augen ſtellt; in welcher die Sclaverei als ein rehter Fluch auf unſerm Freiſtaate laſtete. Möchte aber dieſes traurige Erinnerungszeichen uns nicht nur beſchämen, ſondern uns lutheriſche Chriften aud) zugleich heilſam ertveden, durch unfern Miffionseifer an unſerm Theile an dem armen Neger-

net hat und mit Augen Secten und

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zigjährigeJubiläum y

der

Synodalconfe-

renz weiſt auch Dats

auf bin, wie reich Gott das Wert, welches ſie betreibt, die N. C. Negermiſſion, geſegläßt überall den großen und ſeligen Unterſchied ſchauen, der ziviſchen den Negergemeinden der unſern lutheriſchen Negergemeinden beſteht. Jn

den meiſten Orten halten wir jest nur eine traurige Nachleſe

deſſen, was die Secten übrig gelaſſen haben. Dennoch, von welchen herrlichen Früchten des reinen Wortes in ihren Wochenſchulen und kleinen Gemeindlein dürfen unſere Miſſionare in der „Miſſions-Taube“ und dem ‘Pioneer’? immer wieder berichten. Möchte es doch alle lutheriſche Chriſten zu innigem Dank gegen Gott und zu dem Gelübde größerer Treue in Förderung dieſer Miſſion eriveden! —

Alſo einen Kauf- oder Verkaufscontract über ein Scla-


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Feb1847

of S. G. Scott

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hundred dollars payment in full for ‘ne-

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Mission=-Tuuhke,

venmädchen aus dem Jahre 1847 legen wir hiermit unſern lieben Leſern vor. Damit wird uns die furchtbare Zeit wieder vergegenwärtigt, in welcher in dieſem freien, chriſtlichen Lande Menſchen wie unvernünftige Thiere und todte Waare verkauft, Familien auseinander geriſſen, Väter zur aufreibendſten Sclavenarbeit, Frauen und Mädchen oft zu einem Leben der Schande und des Laſters verkauft wurden. — Der gefundene Kaufbrief, eigentlich eine Quittung, in fehlerhaftem Engliſch geſchrieben, lautet folgendermaßen : “Received this ruary the 12th

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Bilder

aus BWadagascar.

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MLS vor etiva zwei Jahren die Franzoſen die Jnſel Madagascar unter einem geſuchten Voriwande mit Krieg überzogen, war leicht vorauszuſehen, welchen Ausgang dieſer Krieg nehmen, und welche Folgen derſelbe bringen würde. Nämlich, daß Frankreich von der Juſel Beſiß ergreifen, die fo reich geſegnete Proteſtantiſche Miſſion hemmen und ihr alle möglichen Hinderniſſe in den Weg legen, der römiſch-katholiſchen Miſſion dagegen auf alle Weiſe in die Hände arbeiten würde. Bivar verſicherte Frank: reid) beim Friedens-

gro girl Caroline aged

{luß,

eleven or twelf years’ which negro I war-

nur gelviffe Rechte in Bez zug auf die Regierung, im Uebrigen ſolle die Königin auch fernerKönigin bleiben und ſolle dem

rant to be sound and healthy both in body and mind; and furthermore I warrant

and defend the right and title of said girl free from the claim or claims of all persons

claiming her. In testimony I have

signed

the

year above tioned.

day ‘and men-

es

beanfprude

Lande vollſtändige Religionsfreiheit gewährt werden. Ja, man geberdete ſich der evangelichen, inſonderheit der evangeliſch - lutheriſchen Norwegiſchen Miſſion gegenüber, ſehr freundſchaftlich. Aber man hat die Maske bald abgelegt. Die jebige Königin Nanatvalona IIL, deren Bild wir unſern Leſern

J. W. Stash. Wilson Nast.’ Unſerer lieben Lefer in heute vorlegen, gelangte Deutſchland wegen laſſen im November 1883, nad) wir die UVeberſehung des Obigen folgen: „Erhaldem Tode ihrer Tante, ten dieſen 12. Februar zur Negierung. Sie iſt 1847 von S. G. Scott eine proteſtantiſche ChriRanawalona IIL., Königin bon Madagascar. vierhundert Dollars für ſtin und machte aus ihrer ein Negermädchen, Caroriftliden Geſinnung lina, etwa elf oder zivölf Jahr alt. Sd) garantire hierbei, | kein Hehl. Sie erklärte öffentlih: „Jh danke Gott von daß dieſes Negermädchen an Leib und Geiſt geſund iſt, und ganzem’ Herzen, daß das Evangelium JEſu Chriſti in mein verpflichte mid), mein Eigenthumsrecht an genanntes MädLand gekommen ift, mein Volk iveiſe zu machen zur SeligSie ercen gegen irgend welche Anſprüche irgend welcher anderer keit, und ih baue meine Herrſchaft auf Gott.” Perſonen gefeslicy zu vertheidigen und zu behaupten. Zum richtete neben ihrem Palaſt die ſchöne Hofkirche, in welcher Zeugnis dafür habe ih unter Jahr und Datum dieſes Ver- fonntiglid) Gottesdienſt gehalten und die von der Königin kaufsbriefes meine Namensunterſchrift gefest. und ihrem ganzen Hofperſonal fleißig beſucht wurde. Auf unſerm Bilde dieſer Kirche ſieht man. in der Mitte Altar und Z 2 J. W. Stash. Kanzel, links die ſchöne große Orgel und rechts die Loge Wilson Nast.” oder den Sik der königlichen Familie. O. H. Es iſt cin erfreulicher Zug an den Chriſtengemeinden


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Missions-Taube.

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Madagasears, daß Gottes Wort bei ihnen in hohem Wne | geſicherte Meligionsfreiheit wird ſchnöde verlest, die Jeſuiten ſehen ſteht. Sie ſind feinesivegs mit Menſchenworten zu- | bedrängen die evangeliſche Miſſion in unerhörtem Maße; frieden geſtellt, ſondern verlangen den Nachweis aus der worüber die „Miſſions - Taube“ ſchon in lester Nummer Bibel. Als kürzlich ein Miſſionar eine Gemeinde wegen berichtete. Vernachläſſigung chriſtlicher Pflichten zur Rede ſtellte, ſtand Die evangeliſche Pariſer Miſſionsgeſellſchafſt thut ihr _ einer der Vorſteher der Gemeinde auf und wies auf die Möglichſtes, den bedrängten Glaubensbrüdern zu helfen, und Bibel mit den Worten: „Wenn wir unrecht gethan haben, ſendet neue Arbeiter nach Madagascar. Sie hat die Schulen ſo zeigt es uns aus dieſem Buche, dann werden wir unſere der Londoner Miſſion in der Provinz Jmerina, 800 Schulen Sünde bereitwillig geſtehen und ablegen.“ mit 30,000 Schülern, übernommen ; da ſich die franzöſiſche Regierung gegen ſie, als eine franzöſiſche Miſſion, doh anAls einſt angezeigt wurde, daß eine neue Sendung von 40 Kiſten Bibeln angekommen ſei, war der Zudrang der ders ſtellen muß als gegen die Engliſche und Norwegiſche

Das Junere der Hojfirde der Königin Nanawalona

Die Madagaſſen ſind ein wohlbegabtes und nicht unanſehnliches Volk, wie unſer Bild zeigt.

Die von den Franzoſen zu-

Miſſion. Doch beabſichtigt auch die Londoner Miſſion eine Geſandtſchaft hinaus zu ſenden, um mit den Behörden in Madagascar zu unterhandeln. Gott wehre dem Antichriſt und beſchüße ſeine Kirche! C. S.

Gegenſeitig gerettet. Jm Norden Jndiens liegt an einem Nebenflüßchen des Ganges eine lieblihe Stadt. Der reiche engliſche Kauf= mann Brighton hatte ſich dort dicht am Fluſſe ein fines Landhaus bauen laſſen, darin lebte er ſtill und zufrieden mit ſeiner edlen, frommen Gattin. Seine Geſchäfte hatte er aufgegeben, und da ihm Judien durch den langen Aufenthalt lieb geworden war, ſo wollte er in ſeiner \{hönen:

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Käufer ſo groß, daß bald der ganze Vorrath verkauft war. Ein Mann kam dreizehn Tagereiſen weit und kaufte für ſich und ſeine Landsleute ſo viele Bibeln als er auf ſeinen Schultern heimtragen konnte. Nach ihrer Beſiegung durch die Franzoſen benahm ſich die Königin demüthig und loyal der franzöſiſchen Herrſchaft gegenüber, ermahnte auch ihre Unterthanen, ein Gleiches zu thun. Dennoch wurde ſie am 27. Februar unter irgend einem Vorwand abgeſeßt und nad) Reunion, einer franz zöſiſchen Snfel im Jndiſchen Ocean, verbannt. © Madagascar ijt die größte africaniſche Juſel. Sie iſt größer als das deutſche Reich, zählt aber nur etiva vier Millionen Einwohner, darunter gegen cine Million Chriſten.

LW.


Pefigung die Tage ſeines Alters zubringen und beſchließen. Sein einziger Sohn, der Stolz und die Freude ſeiner Eltern, war Major in der engliſchen Armee und wohnte in der Hauptſtadt Kalkutta. Für Vater und Mutter waren es die höchſten Feſttage, wenn ihr Sohn einmal bei ihnen einkehrte, oder wenn ſie ihn an ſeinem Wohnorte beſuchen konnten. Leßteres geſchah freilih nur ſelten. Denn Frau Brightons Geſundheit war ſchr zart, und cine Reiſe nah der Hauptſtadt mit vielerlei großen Anſtrengungen und Gefahren verbunden, niochte fie nun zu Waſſer oder zu Lande unternommen werden, Einſt kehrten die Eltern wieder von einem Beſuche ihres Sohnes zurü>, und zwar wählten fie diesmal den Landweg. Denn ein Theil ſeines Regimentes nahm denſelben Weg.

fährten darauf aufmerkſam. Alle hielten an und überzeugten ſich davon, daß wirklich durch den ſtillen Wald ein \hre>liher Lärm ertönte. „Sicher cin Gößenfeſt“, ſprach der Kaufmann zu dem neben ihm reitenden Officier. „Wer weiß, was für Greuel die Heiden dabei verüben! Sie glauben ſich ja hier fidjer und unbeobachtet. Sd) denke, wir dürfen das nicht dulden, ſondern müſſen alles thun, um die Geſeße der Regierung, welche ſolche Greuel und Unthaten auf das entſchiedenſte verbietet, aufrecht zu erhalten.“ Der Officier gab ihm völlig Recht. Sie eilten, fo ſchnell es möglich war, dem Getöſe nach, welches immer deutlicher zu ihren Ohren klang. Nach einer halben Stunde ſahen fie den Schein eines mächtigen Feuers dur die Väume ſhimmern. Noch ein kurzer Ritt, und ſie befanden ſich auf einem

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Misstons-Taube.

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Madagaſſen.

Da wollten denn der Kaufmann und ſeine Frau die größere Sicherheit und zugleich auch die Unterhaltung, welche ihnen die Geſellſchaft der Truppen bot, ſich nicht entgehen laſſen. So machte ſich denn die ganze Reiſegeſellſchaft auf den Weg, nachdem fie fic) dem Schuhe des allmächtigen Gottes befohlen hatte. Zwei Tage lang waren fie ohne Abenteuer dahin geritten. Am dritten Tage führte ihr Weg durch einen herrlichen, großen Wald, der einige Stunden weit die Ufer des Ganges umſäumte. Die Geſellſchaft freute ſich des kühlen Schattens, der königlichen Palmen und der üppigen und mannigfaltigen Schlinggewächſe. Zahlloſe Thiere, die fic) beim Herannahen unſerer Reiſenden tiefer in das Buſchwerk flüchteten, belebten die Einſamkeit des dichten Waldes. È Plöglich beugte fid) der Herr Brighton lauſchend über den Hals ſeines Pferdes, Jn der Ferne hörte er deutlich ein dumpſfes, anhaltendes Getöſe, Er machte ſeine Ge-

freien Plage im Walde, in deſſen Mitte ein hoh aufgeſchihteter Holzſtoß brannte. Rings umher ſtanden dichte Schaaren feſtlich gekleideter Hindus, von denen viele mit BVlechinſtrumenten jenen ohrenzerreißenden Lärm machten, den die Reiſenden von ferne vernommen hatten, der: aber nun, beim Anbli> der Soldaten, ſofort verſtummte.

„Was

geht hier vor?“ fragte der Kaufmann die heidniſchen Prieſter, welche bei dem Scheiterhaufen ſtanden. „Die Wittive eines Prieſters, der geſtern geſtorben iſt, begehrt freiwillig, mit der Leiche ihres Gatten verbrannt zu werden“, antivortete einer von ihnen. „Jhr wißt, daß die engliſche Regierung in dieſem Falle uns erlaubt hat, bei der alten, ehrivürdigen Sitte unſerer Väter zu bleiben. bitte eud) daher, die heilige Handlung nicht weiter zu ſtören, ae {don aa oy aie die Leiche unſers Bruders den ammen zu übergeben, und er ſoll niht o i ; beſtattet teen Mt ohne fein Weib

|


Die

Missions -Taube,

„Den Leichnam mögt ihr immerhin verbrennen“, ante wortete Brighton ruhig und beſtimmt. „Seine Wittive aber werde id) zuvor fragen, ob es wirklich ihr eigener und freier Wille iſt, den Flammentod zu ſterben.“ Er ſtieg bei dieſen Worten vom Pferde und befahl, die Frau herbei zu führen.

Nur der drohende Anblick der Soldaten bewog die

Prieſter, zu gehorchen. Sie brachten ein junges, zartes Weib in weißen Kleidern herzu, welches ſo betäubt war, daß fie ſih kaum aufrecht halten konnte. Dhre Züge gewährten den Anbli> einer halb Wahnſinnigen. Voll Mitleid mit der Unglü>lichen ſtieg nun aud Frau Brighton vom Pferde, rieb ihre Schläfen mit Wein und flößte ihr einige Tropfen davon cin. Das arme Opfer erholte ſich ſoweit, daß ſie die Frage ihrer Retter verſtehen konnte, ob es ihr feſter und eigener Wille ſei, alſo zu ſterben. „Nein“, rief ſie, „nein! Laßt mich nicht ſterben! Jch bin noch fo jung!“ Kaum hörten die Prieſter dieſen Ruf, als ſie cine Fluth gräßlicher Verwünſchungen über ihr Opfer ausſtießen und mit drohenden Geberden fic) herandrängten. Doch Brighton trieb ſie zurü>k. „Wer weiß, durch welche Teufel3künſte ihr das arme Weib überredet habt, in euer ſchändliches Vorhaben zu willigen. Eigentlich müßtet ihr die ganze Strafe des Geſeßzes erleiden, die ihr verdient habt. Hütet euh, wenn wir euh nod) einmal bei ſolchem teufliſchen Werke treffen!” — (Schluß folgt.)

Wiffionsnadridtenr. Eine Gemeinde in Boſton — The Old South Church — hat im Jahre 1895 nicht weniger als $10,312 und 1896 ſogar $17,154 an ihre Commiſſion für Heidenmijfjion entrichtet. Wie ſie ſolche ſtattlihe Summen auftreibt, möchte gewiß mancher gern erfahren. Die Gemeinde hat für immer den zweiten Sonntag im Januar zur Collecte für die Heidenmiſſion beſtimmt. Eine von der Gemeinde ernannte Gomez mittee erkundigt fid) vorher nah den Bedürfniſſen dieſer Miſſionskaſſe und ſchi>t an alle Glieder der Gemeinde cine \chriftliche Aufforderung zu williger Beiſteuer und legt zugleid) ein kleines Couvert bei, welhes mit der Gabe und dem Namen des Gebers zu verſehen iſt. An dem betreffenden Sonntag werden nach einer Miſſionspredigt die Couverte mit den Gaben oder ſchriftlichen Zuſicherungen eingeſammelt. Manche Geber verſhweigen ihre Namen. Recht ſo! Ueber die andern wird ein genauer Bericht ausgefertigt und aufbewahrt. Aus dieſen jährlichen Berichten geht hervor, daß manche Glieder ſchon ſeit nahezu fünfzig Jahren ſich an dieſer Collecte betheiligt, oft mit ſehr geringen Gaben angefangen, aber von Jahr zu Jahr ihre Beiträge crhöht haben. Mun dürfen unſere lieben Gemeinden ja nicht alles nachahmen, ivas die Secten veranſtalten, um Gelder aufzutreiben, doch könnten gewiß manche etwas von jener Gemeinde

lernen,

Es wäre ſehr zu wünſchen, daß alle Gemeinden

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feſtſtehende Sonntage für beſtimmte Collecten ausgefest hätten und ſo aud) einen gewiſſen Sonntag, an dem milde Gaben

eingeſammelt

werden

für unſere Negermiſſion.

Dieſe hat in den lester Jahren ſehr zugenommen. Wir danken Gott und bitten, daß er fie eine nod) größere Au3dehnung gewinnen laſſe. Aber jest ſteht es leider ſo, daß dieſes gottgewvollte und geſegnete Werk ſtille ſtehen, und gar vitdivarts gehen muß, wenn nicht unſere lieben Gemeinden dieſelbe regelinäßiger und reichlicher bedenken; ſondern ihr vielleicht nur hie und da einen kleinen Gnadenbro>en,. ein Theilchen oder Reſthen von einer andern Collecte zuwerfen.

Wie?

wenn jede Gemeinde, ret unter-

richtet über die Bedürfniſſe dieſer Miſſion, an’einem gewiſſen Sonntag von allen ihren Gliedern Gaben für dieſelbe einſammelte? Wie herrlih wäre dann geholfen! Und würden es unſere lieben Chriſten etwa müde? Wenn ſie fünfzig Jahre regelmäßig ihr Scherflein beigeſteuert haben, ſo twerden ſie nur immer williger und reichlicher ihre Liebesopfer bringen. Die Liebe und Opferwilligkeit will Uebung haben, ſo nimmt ſie zu. Auch dies kann jenes Beiſpiel uns lehren. R. K.

Von den 12,000 canadiſhen Jndianern an der Küſte des Stillen Oceans ſind 8000 getauft und bekennen ſi zur chriſtlichen Religion. Die Evangelien ſind in vier verſchiedenen Sprachen für ſie überſeßt. (Nach Lit. Digest.)

Ju der aſiatiſhen Türkei hat die americaniſche Miſſionsgeſellſchaft der Congregationaliſten (American Board) vor 73 Jahren ihr MiffionsiverE begonnen. Während dieſes Zeitraums ſind 700 Miſſionare dorthin geſandt und mit einem Koſtenaufwand von $8,500,000 unterhalten worden: Gegenivartig ſtehen 176 americanifde Miſſionare mit 878 einheimiſchen Gebiilfen auf dieſem Miſſionsgebiet. Die Zahl der Kirchen beträgt 125, der Glieder 12,787, die Geſammtſumme der mit der Miſſion verknüpften Seelen annähernd 30,000. (Nach Lit. Digest.) R. K. Ju der deutſh-oſtafricaniſhen Miſſion ijt man mit der Ueberſeßung des Katechismus in das Kiſuaheli beſchäftigt. Große Schwierigkeiten erwachſen den Ueberſeßern durch das Fehlen mancher Begriffe, z. B. des Begriffes Keuſchheit und Züchtigkeit; da iſt es ſchwierig, die Erklärung des ſehsten Gebotes richtig wieder zu geben, daß wir „keuſch und züchtig leben in Worten und Werken“.

(Oſtafr. Miſſ.) weſtlich vom KiliBerge Meru= am Arujfdjaftamm Der mandſcharo hat für die Ermordung der beiden Leipziger Miſſionare Ovir und Segebro> durch eine Strafexpedition des Hauptmanns Johannes eine empfindliche Züchtigung" erhalten, bei welcher einer der Mörder den Tod gefunden hat; ein anderer hatte ſich rechtzeitig geflüchtet. Das Beſihthum der ermordeten Miſſionare wurde zum großen Theile

zurü>gewvonnen. (Leipz. M.-Bl.) Jn Centralafrica find bei dem vorjährigen Aufſtand der Angoni

gegen die Engländer

leider viele eingeborne


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Die

Missions -Taurke,

Chriſten von ihren eigenen Gandsleuten ermordet; nur diez jenigen, welche fid) zu den Miſſionaren in die Keller geflüchtet hatten, blieben verſchont. Die Bremer Miſſion hat jest 50 Jahre unter den Evhe in Weſtafrica gearbeitet. Nach den erſten 25 Jahren waren nur 93 getauft; nach 45 Jahren betrug die Zahl der Getauften über 1000; und jeßt nach abermal 5 Jahren ſind

es faſt 2000.

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Jn Natal in Südaſfrica ſtarb am 27. Februar der Hermannsburger Miſſionar Hörmann; derſelbe hat 20 Jahre unter den Kaffern gearbeitet. Jn Bethanien ſtarb die 75jährige Gattin des Hermannsburger Miſſionars Behrens sen. Sie war durd ihren Wandel den Kaffernfrauen cine lebendige Predigt. Director E. Harms wohnt jest mit feiner Familie im alten Miſſionshauſe zu Hermannsburg in Natal. Von hier aus leitet er die Hermannsburger Miſſion in Africa und verſorgt größtentheils die deutſche Gemeinde daſelbſt. Die Miſſionsarbeit in Uganda in Africa war im März 19 Jahre alt. Nach Angabe des engliſchen Biſchofs Tucker gab es im März vorigen Jahres ſchon 321 Kirchen, 725 eine geborne Lehrer, 25,300 Gottesdienſtbeſucher, 20,591, die im Unterricht ſtehen, und 6905 Getarjte. Die Hungersnoth in Oſtindien hat in 9 Monaten, von Januar bis September vorigen Jahres, allein in den Mittelprovinzen

76,000

Opfer gefordert.

C. S.

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Gottes darbietet.

‘halten der thaten zum

Beide Reſerate haben

daher auch das rechte Ver-

Synodalen für die empfangenen reichen, göttlichen WohlGegenſtand der-Betrachtung. Der erſte Bericht behan-

delt das Thema: „Wie ſollen wir uns als Synode Gott für ſeine uns während fünfzig Jahren erwieſenen Wohlthaten und Segnungen dankbar erweiſen?“ Der zweite Bericht hebt beſonders das hochentwidelte Gemeindeſchulweſen hervor, pul welches Wachsthum und

Glaubenseinigkeit der Synode LO

gefördert wurde, und hat

zum Thema: „Der Segen unſeres Gemeindeſchulweſens, deſſen wir in dieſem Jubeljahr unſerer Synode zum Preiſe Gottes billig gedenken.“ Um der Wichtigkeit willen dieſes Gegenſtandes wird dies Referat in Separatdru>

erſcheinen.

Möchten beide Berichte von

‘allen Shlioralen mit recht dankbarer Liebe ſtudirt werden, es würde “mit ſonderlichem Segen Gottes begleitet ſein! Wir können nicht umhin, bei dieſer Gelegenheit zu erinnern,

das Concordia Publishing

daß wer five Dollars an

House einſendet, dafür die dreizehn

Berichte dieſer Synode und das ſtatiſtiſche Jauer empfängt, die “einen reichen, werthvollen Schaty chriſtlicher Erkenntnis enthalten.

3.

eae

Shreibleſeſibel für den Unterricht der Elementarklaſſen.

Neue Serie. 1897. Derſelbe Verlag. Preis: 20 Cents. “Dies iſt unſtreitig die beſte und {önſte Fibel, welche neben den ndern in dieſem Verlag erſchienen iſt und wird dieſelben mit ter

Zeit wohl alle verdrängen, Plan und Anordnung des Lehrſtoſſes iſt pädagogiſch ausgezeichnet, Druck, Bilder, Papier wunderſchön, der Einband ſeſt und dauerhaft. Es iſt eine Luſt dies Büchlein in die Hand zu nehmen. Dasſelbe Urtheil müſſen wir abgeben über das nachfolgende Buch:

5. Bible History

for Parochial and Sunday

Schools, in -

demſelben Verlag. Preis: 830 Cents, Dasſelbe enthält 35 Hiſtorien des Alten und 44 des Neuen Teſtaments mit Worten der engliſchen Bibel erzählt. Die Auswahl der Geſchichten iſt durchweg nur zu billigen. Die Jlluſtration überaus reich, rein und wunderſchön. Die typographiſche Ausſtattung und der Einband, wie immer in dieſem Verlag, ausgezeichnet. Es übertrifft darin faſt ſeine deutſchen Vorgänger.

5. Gofthold.

Eine Erzählung

aus dem

Seelſorger-

leben, von der Paſtorin Anna ſelbſt erzählt, von Alfred Jra. 1897, 185 Seiten in ſchöner Ausſtattung. Preis: 40 Cents. Derſelbe Verlag, Concordia Publishing House. Eine ſehr liebliche und intereſſante Erzählung in wahrhaft chriſtlichem Geiſt mit feinem Humor gewürzt, niht nur unſerer lieben Jugend, ſondern auch den Alten zu geſegnetem Zeitvertreib in Mußeſtunden herzlich und dringend empfohlen. Milde Gaben für die Negermiſſion: Durch Kaſſirer Fr. Soll, Monroe, Mich,, $11.50. Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., 80.00 und 45.95. Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, -Jll., 165.65, 104.28 und 194.85. Durch Kaſſirer Theo. H. Menk, St. Paul, Minn., 80.18. Durch Miſſionar F. J. Lankenau, von ſeiner St. Pauls-Gemeinde in New Orleans, La., 20.00. Durch Miſſionar J. Kofmann von ſeiner VethlehemsGemeinde in New Orleans, La., 20.00. Durch Kaſſirer C. Heinrich, St. Paul, Minn., 30.50. Durch Kaſſirer G. B. Sohn, Detroit, Mich., 28.54. Durch Kaſſirer C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 16.86. Durch Kaſſirer C. Spilmann, Baltimore, Md., 250.91. Durch Paſt. C. F. W. Sapper von ſeiner Gemeinde in Bloomington, SIL, 34.08. Von N. H., Winfield, N. Y., 2.00. Summa: $1085.30. Für die Kapelle in Greensboro, N. C.: Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., 26.35. Durch Miſſionar J. C. Schmidt von N. N., Schenectady, N. Y., 2.00. Summa : $28.35. :

Für die Kapelle

in Gold Hill, N. C.: Von Wilhelmine

Wiegner, St. Ansgar, Joa, 2.00. Für Kapellen in North Carolina: Durch Kaſſirer G. B. Sohn, Detroit, Mich., 3.00. St. Louis, Mo., 21. Juli 1897. A. C. Burgdorf, Kaffirer. Für die hieſige Baukaſſe erhielt Unterzeichneter von Mrs. Harriet E. Monroe, ON ſowie von Mrs. H. Janeki, Erie, Pa., je $5.00. Von Mrs. Maria Bohnet, New Orleans, wurde der hieſigen Mijfionsgemeinde ein prachtvolles ſilbernes Abendmahlsgeräthe geſchenkt, beſtehend aus einer Kanne, Kelch, Hoſtien-Teller und Hoſtien: käſtchen. Wolle der HErr den freundlichen Gebern vergelten nad

ſeiner großen Barmherzigkeit, ſowie den ſeligen Wunſch der lieben Geberin erfüllen und Tauſende aus dieſen Gefäßen eſſen und trinken laſſen zu ihrer Seelen Seligkeit !

Greensboro, N. C., 16. Juli 1897.

John C. Schmidt.

UnteZeichneter hat durch Herrn Wiathacker cine Hochzeitscollecte, auf der Hochzeit Schlechter-Sabot geſammelt, $1.59 für Jnnere Miſſion dankend erhalten. Detroit, 2. Juli 1897. G. B. Sohn, Kaſſirer.

„„Miſſiouserſchei ahr Diein Vorausbezablumg, mit‘4 Horie iſt false na ich. S Der.25 Preisi für eln 1 Exemplar. 10 Exemplare, 26 SS

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Louis, to,

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“Nachrichten aus dem Wiffionsgebiet der Heimath und des Auslandes. Herausgegeben

für die Evang.-Lutherifde S uno Dalconſerengi von Nordamerika von der Commiſſion für die Negermiſſion; redigirt von den Paſtoren C. F. apper und Nichard Kregfdmar.

19. Jahrgang.

September

„Der HErr hat alles wohlgemadt; die Tauben macht er hörend und die Sprachloſen redend.“ Marc.

7, 37.

Kein Wunder, daß das Volk in dies freudige Lob Gottes ausbriht. Es müßte ein Wunder heißen, wenn es ſtumm geblieben wäre und die Steine hätten wider dasſelbe ſchreien müſſen. Denn cinen Taubſtummen hat JEſus vor ihren Augen in erbarmender Liebe geheilt, ihm durch ſein WI machtsivort Sprache und Gehör gegeben. Er, über deſſen Lippen nie ein Wort gekommen, der nie ſprechen hörte und daher nie gelernt hatte, die Gedanken ſeines Herzens in Säßen auszuſprechen, der kann nun nicht nur in einem Augenbli> ſprechen, ſondern richtig ſprechen in geordneter Rede. Drei köſtlihe Gaben des menſchlichen Geiſtes gibt ihm JEſus durch fein Wort: das Gehör, die Sprache und vollkommenen Gebrauch derſelben. D, ein dreifaches, großes, wahrhaft göttliches Wunderwerk. Wären ſie denn Menſchen geweſen, wenn ſie nicht, überwältigt von dieſer herrlichen Offenbarung göttlicher Liebe und Allmacht, in dankbarer Freude ausgerufen hätten: „Er hat alles wohlgemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachloſen redend”? Mein theurer Leſer, haſt du nicht aud) Urſache zu fold)

freudigem Dank und Lob Gottes, deines Heilandes? du biſt ein Chriſt. JEſu Chriſti. Du den alle ausgetilgt. mel iſt dein ewiges

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SESIS EO

Siche,

Du ſtehſt im Glauben deines Heilandes weißt, durch ſein Blut find deine SünDu biſt Gottes liebes Kind. Der HimVaterhaus. Die Seligkeit dein ewiges,

1897.

Aummer

9.

unausdenkbar reiches, herrliches Erbe. Gottes Wort iſt das helle Licht deiner Seele, das dich auf dem dunkeln, dornenvollen, verſuchungsreichen und ſhmalen Weg durch dieſe Welt nicht irren läßt. Wenn das arme Weltkind fic vor dem Tode entfest, rufſt du in ſeinem Angeſichte aus: „Gott Lob! die Stund iſt kommen, da ih werd aufgenommen ins ſchöne Paradeis.” Denn du weißt, daß du dann in der Engel Geleite hinfährſt aus der Fremde dieſer böſen Welt in deine eivige Heimath, in den Schooß deines Heilandes, zu unausfprechlidjer Freude und Seligkeit. D du ſeliger Menſch! Wäre es denn möglich, daß du nicht auch aus der Tiefe deines Herzens dankbar ausrufen ſollteſt: „Der HErr hat alles wohlgemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachloſen redend“? — Und nicht wahr, lieber Leſer, dabei erinnern wir uns, daß es auch bet uns eine Zeit gegeben hat, da wir taub und ſtumm, dazu blind waren, nämlich geiſtlich: Die Zeit, da wir noch nicht bekehrt waren, und daher noch nicht ſahen das helle Licht des Evangeliums, obgleid) wir im Glanze desſelben, als getaufte Chriſten, darin aufgewachſen ſind. Taub waren wir dazu und hörten nicht das gute Wort Gottes. Gott, unſer Heiland, grüßte uns aufs freundlichſte, aber wir dankten ihm nicht. D, wie war uns die Bibel ein ſo verächtliches Buch, Wie gleichgültig die Predigt des Evangeliums. Was küm= merte uns Himmel oder Hölle? Daher waren wir auch ſtumm. Kein dankbares Gotteslob kam über unſere Lippen, aber trogiges Murren wider Gott, wenn es uns nicht nad) Wunſch ging, und der böſen, ärgerlichen Worte une zählige. Und nun, o Wunder göttlicher Liebe und Erbarmung! nun find wiv ſehend, aus unſerer Finſternis


eal

66

Die

Mission=x-Taubke.

zu dem wunderbaren Lichte des Glaubens gekommen. Unſer Ohr iſt aufgethan und hört mit Freuden Worte göttlicher Gnade. Unſere Zunge iſt gelöſt und redet recht, vas Gott und Menſchen wohlgefällt. Das Alte iſt vergangen mit “ uns; es iſt alles neu geworden. . O, mit welch dankbarer Freude rufen wir: „Der HErr hat alles wohlgemacht! Lobe den HErrn, meine Seele. Ach, vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat.“ Und nun, theure Leſer, laßt uns nicht bei dieſen Dankesworten ſtehen bleiben, ſondern auch zu Dankeswerken ſchreiten. Uns ijt große Barmherzigkeit widerfahren, nun wollen aud) wir andern: Barmherzigkeit erzeigen. Unſere Textesworte ſollen uns zu einem Miſſionstext werden. Freunde bringen den Taubſtummen zu JEſu, ſeinem Heiland, und er findet Heil und Leben bei ihm. Wir gedenken der armen Neger, die blind und taub und ſlumm dahingehen, wie wir einſt, ohne Gott und ohne Hoffnung. Deß laßt uns jammern und ſie mit Freuden und ſtarkem Glauben zu JEſu führen. Auch ſie finden bei ihm Heil, Gnade und Leben. Er wird thre Augen öffnen, daß ſie ſchen das helle Licht des Evangeliums und den Weg aus der Finſternis herausfinden, in welchem-ſie ſo unſelig ſind. Er wird ihre Ohren öffnen, daß ſie Acht haben auf das gute Wort ihres Heilandes und ihn mit freudigem Glauben ergreifen. Er wird ihre Zungen löſen, daß ſie mit uns die Gnade Gottes preiſen, die ſie von Sünden ſelig macht. Auf, auf denn, theure Leſer, laßt uns mit dankbarer Liebe unſer Miſſionswerk treiben, mit Freuden unſere reichen Gaben darreichen ! Verſtummen ſoll endlich die traurige Klage über Mangel an Mitteln. Die Welt ſoll es ſchauen mit Verwunderung, wie das Licht unſers Glaubens hervorbricht in den großen Werken dieſer ſeligen Miſſion und mit uns bekennen: „Der HErr hat alles wohlgemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachloſen reden d.“ O. H.

Anſere Negermiſſion. Die Berichte für das zweite Quartal dieſes Jahres lauten im Allgemeinen ſehr ermuthigend; faſt auf allen Stationen iſt eine Zunahme an Gliedern, fleißiger Kirchen- und Schulbeſuch und eine Erhöhung der etrage für kirchliche Bivede zu verzeichnen.

7

:

New Orleans.

Von der Station Mount Bion be-

um ein Bedeutendes vermindert. Wohl noch nie iſt der Schulbeſuch im: leßten Quartal des Schuljahres fo gut geweſen als er dieſes Jahr in beiden Klaſſen der Mount ZionSchule und in der Oberklaſſe in St. Paul war.“

Ferner meldet P. Lankenau: „St. Paul hat um 15Seelen zugenommen, an communicirenden Gliedern um 12, und zählt jeßt 204 Seelen mit 97 communicirenden Gliedern. Der Sonntag-Morgengottesdienſt ift wohl noch nie ſo gut beſucht geweſen, war doch der durchſchnittlihe Beſuch 118. Auch die Sonntag-Abendgottesdienſte hatten einen größeren Beſuch als je zuvor.“ Von der Station Bethlehem berichtet Miſſionar Koßmann: „Während des verfloſſenen Quartals hat unſere Station um vier Seelen zugenommen. Die Zahl der Seelen ijt jest 157, und die der communicirenden Glieder 77. Jn den erſten zwei Monaten dieſes Quartals war der Schulbeſuch ein guter, im Juni aber, als die Tage ſo ſehr heiß wurden, ließ der Beſuch merklich nach, ſo -daß der Durchſchnittsbeſuh auf 114 fich belief.“ Auch der Beſuch der Gottesdienfte hat ſich gebeſſert. An Geldern ivurden $153.46 aufgebracht, wovont $63.25 an Herrn Kaſſirer Burgdorf eingeſandt wurden. Bethlehem hat beſchloſſen von jest an $25.00 monatlich an den Kaſſirer einzuſenden. Auch aus North Carolina lauten die Berichte erfreulich. P. Bakke ſchreibt bei Einſendung ſeiner Berichte über die Stationen Concord, NimerStown, Rodwell, Gold Hill und Claremont: „Es iſt ein guter Bericht und id freue mic) darüber. Nicht nur find die Finanzen bedeutend beſſer als ſonſt, ſondern es find auch in dieſem Quartal 37 Perſonen

in den

Gemeinden

aufgenommen

worden.“

Concord, die größte unter Miſſionar Bakke's Stationen, zählt jest 145 Seelen mit 81 communicirenden Gliedern. Der Beſuch der Gottesdienſte war von 50 bis 225 Zuhörer. Auch die Stationen Miſſionar Schmidls haben eine geringe Zunahme der Seelenzahl zu verzeichnen, und zivar Greensboro um 13 und die zu Elon College um 2, und zählt die erſtere jest 76 und leßtere 46 Seelen. Auch Meherrin zeigt eine geringe Zunahme, ſonderlich der communicirenden Glieder. Unſere lieben Miſſionare freuen ſi, wenn fie foldye Berichte einſenden können, und wir freuen uns mit ihnen. Dieſe Freude verpflichtet uns zu Dank gegen Gott und zu um fo reichlicherer Darreichung unſerer Gaben. C. S.

vidtet Miſſionar Lankenau, dieſelbe habe fid) im lesten Vierteljahr um zehn Perſonen vermehrt und zähle nun Ein .anerkenuendes BWréheil aus dem lutheriſchen 247 Seelen mit 82 communicirenden Gliedern. „Beſon“Church Council”? über unſere Negermiſſion ders erfreulich iſt der verhältnismäßig gute Beſuch der Sonntag - Vormittagsgottesdienſte. Sd) glaube, daß wir leſen wir in No. 21 des ‘‘Lutheran Observer”? aus der durch Beibehaltung dieſer Gottesdienſte beſſer Gliic mit geivandten Feder einer Mrs. H. E. Monroe. Sein Jnhalt nſern Conſfirmanden in Mount Zion haben werden, als “iſt niht nur ein erfreuliches Zeugnis für den herrlichen vir bisher hatten. Die Kinder werden dadurch der Kirche Gottesſegen dieſes unſers Werkes, ſondern bringt auch ſo ae fe e a ES in den | unwiderlegliche und verſtändige Gründe zu eifriger Betreibung desſelben, welche diejenigen auch unter uns zu ernſtem

-


Die

Missions -Taubke.

Nachdenken erwe>en müſſen, die nod) bis heute achſelzu>kend ausrufen: Ach, ih kann mich für die Negermiſſion nicht begeiſtern! Was Frau Monroe ſchreibt, geben wir in freier Ueberſeßung und etwas verkürzt: „Es iſt eine überaus ſchwierige Arbeit, eine lutheriſche Miſſion in einer Stadt zu beginnen, welche in Bezug auf ihre Geſchichte und ihren Charakter völlig unwiſſend iſt. Dies gilt nicht bloß von lutheriſcher Miſſion unter den Weißen, ſondern auch unter den Negern, ja, von dieſer ganz beſonders, ſo unglaublich es klingen mag.

Livingſtone und Dr. Day ſind hochgeehrt

und gerühmt durch die ganze chriſtliche Welt wegen ihrer ſelbſtverleugnenden und hochgeſegneten Miſſion unter den Negern in Africa. Aber wenn ein lutheriſcher Miſſionar

in unſerm freien und aufgeklärten America verſucht, ſeine Neger zu einem höheren und reineren Chriſtenthum zu führen, ſo begegnen ihm ſelbſt oft Chriſten mit Geringſchäßung, ja Verachtung. Als der lutheriſche Miſſionar N. J. Batfe von der Com-

miſſion für Negermiſſion nad) Concord, N. C., geſandt wurde, um unter den dortigen Negern zu miſſioniren, miethete er ein Haus für ſeine Familie. Sobald aber der Eigenthümer desſelben hörte, er ſei für ein ſolches Werk be-

ſtimmt, verweigerte ihm derſelbe ſein Haus, obwohl P. Bakke ein wiſſenſchaftlich gebildeter Mann ijt. Es nahm ihn einen vollen Monat Zeit, bis er ein nur einigermaßen anſtändiges Haus zur Wohnung bekommen konnte. Die lutheriſchen Prediger der Stadt und Umgegend kamen ihm zwar freundlich entgegen, aber von Seiten der Einwohner erfuhr er unfreundliches Zurückſtoßen und tiefe Verachtung. P. Bakke ift ein Norweger, hat aber, nach Abſolvirung eines ſehsjährigen Collegecurſus, in dem deutſchen Miſſouriſchen Concordia-Seminar in St. Louis unter Dr. Walther ſeine theologiſhe Aüsbildung empfangen. Cr hat ſich als ein treuer Schüler dieſes hochbegabten Theologen erwieſen. Sechs Jahre arbeitete er unter den Negern in Concord und dieſe wenigen Jahre genügten ihm, alle Oppoſition gegen ſeine Miſſion in der Stadt zum Schweigen zu bringen. Die beſſern Familien reißen fid) um Dienſtmädchen, die in ſeiner Negerſchule erzogen ſind. Joh hörte zwei Frauen äußern : „Wenn

ich ein Dienſtmädchen aus P. Bates Schule habe,

dann habe ich eine treue Hülfe. Muß id) aber ein anderes Mädchen nehmen, ſo laufe ich jederzeit großes Mifico mit demſelben.“ — Es ijt mir in der That eine große Herzensfreude, dieſe Thatſache mittheilen zu können. P. Bakke hat durch ſeine treue Arbeit und Gottes reichen Segen cine ſchöne Negergemeinde und eine große Parochialſchule errichtet, das ganze Stadtviertel, zuvor ein verrufenes, wie umgeivandelt und damit einen großen Theil des unvernünftigen Vorurtheils gegen ſeine geſegnete Arbeit überwunden. — Von derſelben lutheriſchen Körperſchaft, der Synodal- conferenz, ausgeſandt, arbeitet ein zweiter Miſſionar in Greensboro, P. J. C. Schmidt, mit ſeiner feingebildeten Gattin unter den Negern daſelbſt. Aber er hat eine ein-

ſame Stellung (a lonely time). Greensboro hat keine iveiße

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67

lutheriſhe Gemeinde, und als P. Schmidt ſein Werk daſelbſt begann, glaubten die Leute, er predige eine neue Religion. Paſtoren anderer Negergemeinden reizten ihre Leute wider ſeine Perſon, ſeine Gottesdienſte und die wenigen Neger, die ſich zu ihm fanden, ſo auf, daß Schändlichkeiten gegen ihn und ſein Werk verübt wurden, deren ſelbſt Heiden ſich geſchämt hätten. Nur die weißen Paſtoren

anerkannten ſeine treue Arbeit und ermuthigten ihn. Wenn Miſſionar Schmidt nach Africa geſchi>t worden wäre, dann hätte ihn die Liebe, Theilnahme und Gebete der ganzen [lutheriſchen Kirche begleitet. Seine Neiſen und Erlebniſſe würden in den Zeitſchriften veröffentlicht und mit Jutereſſe geleſen werden. Aber da er und dieſe ſelbſtverleugnenden Männer

unter den armen Negern unſers Südens arbeiten,

da ſcheint es, als hätten fic) alle Freundes- Thüren hinter ihnen geſchloſſen, und ſie müſſen unter einer Vereinſamung unſer aller Werk für Chriſtum treiben, die uns überwältigen und arbeitsunfähig machen würde. Dabei arbeiten ſie für cin geringes Salair von $300 bis $600, welches faum zum Unterhalt ihrer Familien. ausreiht. P. Schmidt hat 96 Schüler in ſeiner Parochialſhule. Niemand wird zur Gemeinde und Abendmahl zugelaſſen, der nicht den KateHismus der Hauptſache nah auswendig kann. Jch hörte von einer armen Negerfrau, die weder leſen noch ſchreiben kann, daß ihre Kinder ihr den Katechismus ſo oft vorleſen und wiederholen mußten, bis ſie Text und Erklärung auswendig wußte. Ueberlege dir, lieber Leſer, die Schwierigkeit des Unterrichts in chriſtlicher Lehre mit ſolchem blöden, africaniſchen Geiſt und Verſtand. Dieſe Miſſionare ſagen : „Wir können die Verachtung beſſer ertragen, als unſere Frauen, denen ein freundliches Angeſicht ſo unentbehrlich iſt. Aber unſere Frauen leiden allerdings ſehr unter den verächtlichen Bli>en ihrer weißen Colleginnen.“ Wahrlich, wenn Matth. 25, 40. wahr iſt, dann wird es tvider ſolche heißen : Wie ihr verwundet habt die Herzen dieſer meiner treuen Diener, fo habt ihr mein Herz verwundet. O, möchte der Heilige Geiſt bald die Augen der fonft fo großherzigen ſüdlichen Frauen öffnen, daß: ſie dieſe ſelbſtverleugnenden Märtyrer des neunzehnten Jahrhunderts in ihrer Herrlichkeit erkennen und ehren! Daß dieſe miſſouriſchen Lutheraner einen etivas excluſiveren Glauben bekennen, als ich,

hindert mich wenigſtens nicht, ihnen meine volle Liebe und Anerkennung zuzuwenden. Bedenken wir, was für ein armſeliges Chriſtenthum den Negern von Paſtoren anderer Denominationen gebracht wird, ſo können wir nicht anders, als uns von Herzen freuen, daß ihnen von den Miſſouriern fo geſunde, geiſtliche Speiſe dargereicht wird.“ Zum Schluß fordert Frau Monroe die Chriſten des ““Council’? ernſtlich auf, dieſer Miſſionsarbeit mit Liebe und Theilnahme wenigſtens zu Weihnachten durd) Ueberſendung von Gaben an Kleidern, Schuhen und dergleichen zu gedenken. Für dieſe freundlichen Worte ihrer Anerkennung unſerer Negermiſſion find wir ihr von Herzen dankbar!


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68

Urfa, früher Edeſſa genannt, eine volkreiche Stadt in Meſopotamien, ift in den armeniſchen Greueln mit am ſchwerſten heimgeſucht worden. Die nach Chriſtenblut lech= zenden Muhammedaner haben hier an 10,000 Armenier hingeſchlachtet, unter dieſen aud) Hagop Abouhajatian, dem wir durd) Wort und Bild ein kleines Denkmal errichten wollen. ; Jn Urfa, wo er nach langer gefegneter Miffionsthatigkeit den Märtyrertod erleiden ſollte, wurde er am 15. Sep-

tember 1838 geboren. Schon

in ſeiner Kindheit wurde ihm ein hartes Los zu Theil. Kaum zivei Jahre alt, verlor er ſeinen Vater. Schon mit ſieben Jahren mußte er als Lehrjunge bei einem Weber durd) ſeiner Hände Arbeit ſein Brod verdienen. Später ermöglichte er es, ziviſchen der Arbeitszeit cine höhere Schule zu beſuchen. Sein höchſtes Streben aber ging darauf hinaus, ein heiliger Mann — ein Mönch zu

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Die Missions-Taube. Hagop Aboußajatian, ein armeniſcher Miſſionar und Wärtyrer.

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aus ivurde ihm dazu Gelegenheit geboten. Sn Dr. Wicherns „Nauhem Haus“ und im Baſeler Miſſionshaus konnte er ſich ſieben Jahre lang auf ſein Amt vorbereiten. Jm Jahre 1869 kehrte er nach Urfa, ſeiner Vaterſtadt, zuritd. Es gelang ihm bald, ein Häuflein zu ſammeln, das mit Freuden ſeinen Predigten lauſchte. Auch eröffnete er gleich für die arme univiſſende Jugend

eine Schule,

aus der ein großer

Segen erwuchs. Jm Jahre 1871 wurde cine Gemeinde gegründet. Ganz erſtaunlich war das Wachsthum derſelben. Nach und nach bekam Abouhajatian vier Lehrer als Gehülfen zur Seite. Wurden die Gottesdienfte zuerſt in einem elenden, ſtallähnlichen Gebäude gehalten, ſo erhielt die Gemeinde im Laufe der Beit un-

ter Mithiilfe

| |

ihrer deutſchen

Glaubensgenoffen

der

|

prächtigſten Kirhen in der ganzen Türkei. Da brach das blutige Jahr der Verfolgung 1895 über die armeniſche Chriſtenheit herein. Ein perſönlicher Streit ziviſchen einem Armenier und Muhammedaner war den Türken ein willkommener Anlaß zu einem grauſigen Würgen und Morden, dem Hunderte von Arwerden. Doch Gottes Gnade meniern zum Schlachtopfer bewahrte ihn vor dem unheilifielen. Die übrigen Chriſten gen Mönchsſtand und führte zogen ſich in ihre Quartiere ihn zu beſſerer Erkenntnis der zurü>, wurden zivei Monate Wahrheit. von ihren Verfolgern hart be*Seit Jahren hatte nämlich lagert und von dem Militär, eine americaniſhe Miſſionsdas ihnen zum Schuß gegeben geſellſchaft (American Board) war, ſchre>lih gepeinigt und in der aſiatiſchen Türkei ihre drangſalirt. Mit größter Wirkſamkeit entfaltet. Auch Selbſtverleugnung und Tode3nah Urfa kamen die ameriverachtung nahm Abouhajaos bs canijden Miſſionare. Und tian in der Noth ſich ſeiner Hagop Abouhajatian. troß des heftigen Widerſtandes Heerde an. Während alle vor von Seiten des armeniſchen Biſchofs und der Prieſter ent- Furcht fid) verbargen, trat er muthig vor die muhammeſtand dort bald cine kräftige evangeliſche Bewegung. Das daniſche Obrigkeit und flehte um Schuß und Schonung für ſahe unſer Jüngling Hagop mit Jngrimm. Er machte die Chriſten. Doch dies alles waren nur Vorwehen. Ein ſih auf, mit dieſen proteſtantiſchen Miſſionaren zu disputi- ganz anderer Sturm ſollte nod) über die Chriſten von Urfa ren und ſie zu widerlegen. Aber ſiche, er war es, der aus losbrehen. Man hatte ihnen eingeredet, die Gefahr ſei vorder Schrift widerlegt und überwunden wurde. Nach hweüber, ſie ſollten nur wieder ruhig ihren Geſchäften nachgehen. ren inneren Kämpfen bekannte er fic) dann auh öffentlich Aber auf einmal, in der Mittagsſtunde am 28. December, zur erkannten Wahrheit und wurde dafür vom Biſchof ge- ſtürzten die Muhammedaner auf ein verabredetes Zeichen bannt und von ſeinen Angehörigen ausgeſtoßen. Bei der über die wehrloſen Chriſten her, wütheten, mordeten und ver‘americaniſchen Miſſion fand er liebevolle Aufnahme und übten Greuel, zu teufliſch, ſie zu beſchreiben. Jn einer großen veiteren Unterricht in der Schrift. Bald ftand er auch als Kirche wurden wohl an 3000, die ſich dort zuſammengeflüchLehrer im Dienſte der Miſſion, zuerſt in Aintab, dann in tet, umzingelt und auf einmal verbrannt. Auch von der Gentiochien und Conſtantinopel. meinde unſers Abouhajatian erlitten 700 den Märtyrertod. Aber er fühlte das dringende Bedürfnis nach einer gründ- Von keinem einzigen hat man gehört, der Angeſichts des A usbildung zum Miſſionsberuf. Von Deutſchland qualvollſten Todes ſeinen Glauben verleugnet hätte.

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Die

Missions - Taube.

Als das Gemegel begann, cilte Abouhajatian von einem ſeelſorgeriſhen Beſuche heim. Ueber flache Dächer hin brachte er ſeine Kinder zu einer befreundeten Familie. Fünfzig Perſonen findet er dort beiſammen. Aber auch hier ziehen die blutdürſtigen Tiger, die Türken, heran. Einer nach dem andern wird von ihnen gepeinigt und hingeſchlachtet. Set erbli>ken ſie den ehrwürdigen Paſtor. Mit wildem Hohn fordern ſie, er ſolle ihnen cine Predigt halten. Um ſeiner armen Kinder willen, deren Mutter vor wenig Monaten geſtorben var, bittet dieſer, ſie möchten ſeiner ſhonen. Hohngelächter, Mordgeſchrei ſchallt als Antivort ihm entgegen.

Nun tritt er freiwillig zu ihnen hinaus. Von einer Kugel durchbohrt ſinkt er zu “ Boden. Nachdem die Mörder ſich entfernt, wagt es die

älteſte Tochter und kommt aus ihrem Verſte>, eilt hinzu, beugt fic) über ihren ſterbenden Vater und ver-

*

nimmt nur noch ſeine geflüſterten Worte: „Fürchtet euh nicht, Gott wird für euch ſorgen. Dd) gehe zu meinem theuren Erlöſer.“ Damit war er eingegangen zu ſeines HErrn Freude, um aus ſeiner Hand die Märtyrerkrone zu empfangen. Für ſeine armen Waiſen aber hat Gott geſorgt. Bei der oben erwähnten americaniſchen Miſſion haben ſie vor ihren Feinden Schußz und Rettung gefunden. Manche Chriſtenherzen und -Hände haben fic ihnen ſchon zu mildthätiger Hülfe

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Ordination

69 und

Einführung.

Zu unſerer großen Freude iſt wieder ein junger Bruder in der Perſon des Herrn Geo. Schüh in die lichten Reihen der Negermiſſion eingetreten. Herr Miſſionar Schüß kommt aus Brooklyn, N. Y., und ift auf unſerm Progymnaſium in New York und darnach in Fort Wayne und St. Louis ausgebildet. Am 8. Sonntag nach Trinitatis ſtellte er ſich hier in Concord zur Ordination ein. Unterzeichneter hielt die Predigt über die Worte Pauli an Timotheus (1 Tim. 4, 16.): „Hab Acht auf dich ſelbſt, und auf die Lehre, beharre in dieſen Stiiden. Denn, wo du ſolches thuſt, wirſt du dich ſelbſt ſelig machen, und die dich hören.“ Dieſem Worte gemäß wurden dem Ordinanden die Pflichten des heiligen Predigtamtes gezeigt, wie auh dietröſtlihenVerheißungen, die der HErr daran geknüpft hat. Zu bedauern iſt es, daß keiner der eingeladenen Brüder bei der Ordination zugegen ſein konnte. Die Kirche war mit andächtigen Zuhörern bis auf den leßten Plat gefüllt. Zur Verſchönerung des Gottesdienſtes trug der Gemeindechor ein Stü>k vor. An dem folgenden Sonntag iſt er in der Zions-Kirche

zu Gold Hill, Rowan Co.,in

ſeinem dortigen Wirkungsfeld eingeführt worden. Es war ein großer Feſttag für dieſe Leute und feſtlich hatten Abouhajatians Kinder. ſie auch alles arrangirt. Sie geöffnet. Die älteſte Toch- | ter, die ſiebzehnjährige Yeonega, ſorgt mütterlih für ihre haben ihren neuen Paſtor mit Freuden aufgenommen. Einer kleinen Geſchwiſter. Der älteſte Sohn hat einen liebreichen nach dem andern kam auf ihn zu und gab ihm die VerſicheWohlthäter gefunden, der ihn fürs Predigtamt ausbilden rung, ſie wollten ſich treulihzu ihm halten und ihm nah Kräf-= läßt. Zwei Töchter ſind in deutſchen Anſtalten unter- ten beiſtehen, damit er ſein Amt unter ihnen mit Freuden gebracht. So haben die armen Waislein es erfahren dür- verrichten möge. Neulich wurden in dieſer Gemeinde zwölf fen, wie wahr die theure Verheißung iſt: „Vater und Mut- Perſonen aufgenommen, fo daß fie jest 26 Glieder zählt. Der HErr der Kirche geleite ſeinen Diener in ſeinem ter verlaſſen mich, aber dev HErr nimmt mich auf.“ — Wer aber kann dieſe Bilder betrachten, ohne in tiefſter Seele {weren Amte mit ſeinem Geiſt und ſeiner Gnade und ſeße ergriffen zu werden und zu beten, daß Gott ſich erbarmen ihn zum Segen vieler. Er öffne aud) die harten Herzen der armen verkommenen Neger, damit fie das gepredigte volle aller derer, die um ſeines Namens willen Verfolgung leiden! Tröſte ſie, o Gott, mit deiner Güte und erlöſe fie Wort aufnehmen und Frucht ſchaffen zum ewigen Leben, endlid) nach deinem väterlichen Wohlgefallen. um Chriſti willen. N. J. Bakke. RK. Concord,N. C., 16. Auguſt 1897.

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Die Gegenſeitig gerettet. (Sch luß.)

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Missions-Taube. erkennen konnte, weiß ih, daß es unſer Diener Jan geweſen iſt. An der Stimme des zweiten glaube id) einen der Prieſter erkannt zu haben, die mich verbrennen wollten und Euch tödtlich und unverſöhnlich feind ſind.“ „Mein liebes Kind, wenn du das wirklih nicht geträumt und auch alles richtig verſtanden haſt, ſo bin id dennoch außer Sorge. Unſere Regierung iſt wachſam. Unſere Soldaten ſind zahlreich und krieg8geübt. Die Hinz dus, denen es gänzlih an Muth und Waffen fehlt, können ſicherlich nie wagen, fic) zu empören. Der geringſte Verſuch würde die ſchwerſte Strafe nach ſich ziehen. Jan aber, der durchaus harmloſe und gutmüthige Burſche, kann nicht dabei betheiligt fein. Da haſt du dich gewiß getäuſcht.“ Eliſabeth ſah tief betrübt, daß ihre Worte keinen Glauben fanden. Sie beſchloß jedoch, nun ſelbſt die Rettung ihrer lieben Pflegeeltern vorzubereiten. Es fam ihrem Vorhaben zu ſtatten, daß der Garten des Hauſes ſich bis an den Fluß hinunter dehnte. Das ſtarke Gitter, welches um das Grundſtü> lief, reichte nod) einige Schritte in das Waſſer hinaus, um beim Baden einigen Schuß gegen die furchtbaren Krokodile zu bieten. Ju einem Winkel dieſes Gitters lag, von Gebüſch verſte>t, ein großer Kahn, der oft zu Luſt-

Einige Jahre ſind ſeitdem vergangen. Wir finden in “ dem Landhauſe des waeren Brighton ein junges, liebliches Weib. Sie dient den beiden hochbetagten Eheleuten in aufopfernder Treue und kindlicher Liebe. Es iſt die Prieſter-" wittwe, welche durch das muthige Eingreifen des Kaufmanns vor einem furchtbaren Tode bewahrt worden iſt. Sie iſt von ihren Verwandten und Landsleuten als eine Abtrünnige ausgeſtoßen und verflucht worden. Aber in dem Hauſe ihres barmherzigen Retters hat ſie eine neue Heimath gefunden, und nod) mehr als das. Sie hat dort ihren HErrn und Heiland kennen und lieben gelernt und iſt durch die heilige Taufe ſein Eigenthum geworden. Als Chriſtin hat ſie nun auch einen chriftlidien Namen, fie heißt Eliſabeth. Eliſabeth pflegt ihre Wohlthäter mit rührender Treue und Liebe. Sie kann fid) kaum genug thun, um auf alle Weiſe ihre Dankbarkeit für die Rettung ihres Lebens zu zeigen. Und ſo bereuten es die beiden Eheleute nie und zu keiner Stunde, daß fie Eliſabeth bei fic) aufgenommen _hatten. Sie ſollten den Lohn ihrer That aber nod) in einer fahrten auf dem Flüßchen benußt wurde. Ohne jemand ein Weiſe empfangen, an die weder ſie nod) ihr Schüßling auh Wort zu ſagen, fing Eliſabeth an, dieſes Fahrzeug mit allem nur von ferne gedacht hatten. Das fo ſchre>liche Jahr 1857 war herangekommen, in auszuſtatten, vas ihr zur Flucht ihrer Pflegeeltern nöthig welchem die Verſchwörung der Eingebornen gegen die Euro- ſchien. Dazu gehörten nicht nur Lebensmittel auf mehrere päer zu einem blutigen Ausbruch kam. Jn dem Hauſe des Tage, ſondern aud) Waffen zur Vertheidigung gegen Feinde Herrn Brighton verging ruhig und friedlih ein Tag nach und Raubthiere. Nur wer von Jugend auf mit den Gedem andern unter den gewohnten Arbeiten und Zer- fahren einer nächtlihen Waſſerfahrt auf indiſchen Flüſſen ftreuungen. Nur Eliſabeth war ſeit kurzem traurig -und vertraut war, konnte fo umſichtig alles vorbereiten, um niedergeſchlagen. Jhr verändertes Weſen fiel den Pflege- ihnen zu entgehen. eltern bald auf. Anfangs glaubten ſie, Eliſabeth ſei von Noch waren dieſe Vorbereitungen nicht ganz beendet, da Heimweh erfüllt, und fie ſhwiegen dazu, um nicht durch ſaß die kleine Familie eines Abends traulich und ſtill beiHaus und Hof waren wohl verſchloſſen. Der ihre Fragen den Schmerz zu vergrößern. Endlich aber ſammen. konnten fie den ſtillen Gram ihrer Hausgenoſſin niht mehr Hausvater hatte ſoeben aus Gottes Wort geleſen und in herzlichem Gebete ſein Haus und ſeine Lieben dem Schuße mit anſehen, und ſie fragten darum nad) der Urſache. „D liebe, theure Eltern!“ ſprach Eliſabeth, „ihr werdet es Gottes befohlen. Sie ſprachen noch darüber, warum Jan, mir vielleicht niht glauben. Aber der Gedanke, euch von der Diener, bei der Andacht wohl gefehlt haben mochte. einer furchtbaren Gefahr zu retten, läßt mir Tag und Nacht Da erhob ſich plötzlich von der nahen Landſtraße her wilder, niht Ruhe. Jch zittere und bebe, wenn ih mir vorſtelle, betäubender Lärm. Frau Brighton wurde todtenblaß, und was euch bevorſteht. Vor vierzehn Tagen lag ih des Abends Eliſabeth rief: „Mein Gott, ſtehe uns bei! das ſind die nod) wah auf meinem Lager. Da hörte id) unter dem Feinde! / Der Hausvater, ſelbſt furchtbar erſhro>en, ſagte Fenſter leiſes Geflüſter. Das fiel mir auf. Sd) nahte zur Beruhigung der Frauen: - „Jch will erſt einmal zuſehen, “mi behutſam und konnte deutlich verſtehen, was draußen vas es gibt.“ Gr ließ fid) nicht zurückhalten, ſondern eilte verhandelt wurde. Jh mag euch die Flüche und Ver- hinaus auf das flade Hausdah, um von dort Umſchau wünſchungen, die da gegen die Fremden, und beſonders zu halten. Eliſabeth benußte die Zeit, ihre Pflegemutter gegen euh, ausgeſtoßen wurden, gar niht wiederholen. von ihren Vorbereitungen zur Flucht in Kenntnis zu ſehen, Eins aber ging aus dem Geſpräche deutli hervor: die und ftedte ſhnell von Geld und Koſtbarkeiten zu ſich, was Eingebornen haben fic) verſhworen, an einem Tage alle zur Hand war. Näher und näher kam der wüſte Lärm. Europäer zu ermorden. Dabei ſollt aud) ihr unter aus- „Schon ſah man aus der Ferne den Schein lodernder Faceln. geſuchten Martern getödtet werden.” Jede Minute, die der Vater ausblieb, wurde den Frauen „Weißt du denn”, antwortete Herr Brighton, „wer da zur Ewigkeit. Endlich kam er feſten Trittes, aber bleich “geſprochen hat?” wieder herein. „Wir find verloren, wenn nicht der HErr

_ a, von dem Einen, den ih beim Mondlichte deutlich | ein Wunder thut.

Kein Ausweg nach der Straße, denn

%

-


Die dunkle Geſtalten drängen fic) um das Thor. iſt das Waſſer.

Wissions=-Taurhke, Hinten aber

Wir können nicht fort.“

„Kommt“, rief Eliſabeth, „und um Gottes willen zögert niht! Der Kahn ijt bereit. Es iſt die höchſte Beit.” Ohne die Antivort abzuwarten, ergriff ſie die Pflegeeltern bei der Hand, die ſich willenlos hinaus und an das Waſſer ziehen ließen. Eliſabeth ſprang in das Waſſer und öffnete das Gitter, um den Kahn hindurch zu laſſen. Dann ſchwang ſie ſich zu ihren Eltern hinein in das Fahrzeug, welches unter ihren kräftigen Ruderſchlägen raſch durch das dunkle Gebüſch hineilte, das den Saum des Ufers bede>te. Grauenerregend klang das Geſchrei und unbändige Jauchzen der Heiden an ihr Ohr. Plößhlich wurde es ſtill. Dann aber, nach kurzer Pauſe, erhob fich ein betäubendes Wuthgeheul. „Feßt iſt unſere Flucht entde>t. Mein Gott, hilf uns aus den Händen dieſer Teufel! “ ſeufzte der Kaufmann. Langſam röthete ſih hinter ihnen der Himmel, und blutiger Feuerſchein ſagte ihnen, daß ihr Haus, ihre liebe Heimath, in Flammen aufgegangen ſei. Die alten Eheleute brachen bei dieſem WAnblic in Thränen aus. Aber liebreih und mit dem Muthe des Glaubens wußte Eliſabeth ſie zu tröſten. „Vorwärts“, rief ſie, „ihr geliebten Eltern! Wo der HErr iſt, da iſt unſere Heimath, und auch auf dem Waſſer ijt er bei uns.“ Und rüſtig und kräftig ſchlug ſie mit den Rudern das Waſſer, und bald lag eine weite Strede zwiſchen den Flüchtlingen und der alten Heimath. — Die Wonne, womit der Major vierzehn Tage ſpäter die verloren Geglaubten immer und immer wieder an ſein Herz drückte, läßt ſich nicht beſchreiben. Und als er nun fragte: „Aber, wie war es denn nur miglid)? Jt denn ein Wunder Gottes geſchehen, daß Jhr lebendig aus dem Rachen des Todes entronnen ſeid?“ da wandte der Kaufmann fid) um und zog Eliſabeth heran, die beſcheiden und demüthig im Hintergrunde geſtanden hatte. „Hier, mein Sohn“, ſagte er, „nächſt dem allmächtigen Gott verdankſt du es dieſer Heldin, dieſem treuen Kinde, daß du uns nod) lebendig wiederſiehſt.“ Und nun erzählte er von dem Heldenmuthe und der Entſchloſſenheit, welche Eliſabeth bei ihrer Rettung bewieſen hatte. Er erzählte, wie ſie mit faſt übermenſchlicher Kraft und Ausdauer Tag und Nacht gerudert, wie ſie allen den unzähligen Gefahren der Reiſe mit Klugheit und Gee wandtheit auszuweichen verſtanden, ivie fie mehr als einmal ihr eigenes Leben für das Leben der Pflegeeltern muthig gewagt, und wie ſie vor allen Dingen durch ihr feſtes Gottvertrauen und ihre kindliche Liebe ſie in aller Angſt und Noth geſtärkt und getröſtet habe. „Mein Sohn“, ſagte er zum Schluſſe, „willſt du deine alten, heimathloſen Eltern bei dir aufnehmen, dann nimm auch dieſe deine Schweſler auf, und gelobe mir, auch nad) unſerm Tode fie nie zu verlaſſen, ſondern durch treue und brüderliche Liebe ihr zu vergelten, ivas fie an dir und an uns gethan hat!“

Mit dieſen Worten legte er die neue Schweſter in die Arme und an das Herz des dankbaren Bruders. :

(Rheiniſch-Weſtfäliſcher Kinderfreund.)

71

Miſſionsnachricten. Auf Madagascar, etwa neunundzwanzig Meilen ſüdlich von der Hauptſtadt Tananarivo, find am 20. Mai zivei Miſſionare der franzöſiſh-evangeliſchen Pariſer Miſſion ermordet worden. Die Namen der Ermordeten ſind Escande und Minault. Nähere Nachrichten find nod) nicht eingelaufen. Die Bremer Miſſionsgeſellſchaft zählt 122 europäiſche Miſſionare, denen 23 Paſtoren und 275 Lehrer aus den Eingebornen zur Seite ſtehen. Jhre Miſſionsgebiete ſind Südafrica, Deutſchafrica, Borneo, Nias, Sumatra, China

und Neu-Guinea. Sie zählte am Schluß vorigen Jahres 79 Stationen mit 167 Filialen, 64,317 Heidenchriſten, 230 Schulen mit 10,982 Schülern. Jhre Jahresre<nung wies eine Schuld von $15,455 auf. Eine traurige Begegnung hatte Miſſionsinſpector Bahnſen auf ſeiner jüngſten indiſhen Miſſionsreiſe im Himalaya mit einem Deutſchen. Derſelbe war um irdiſchen Geivinnes willen vom Chriſtenthum zum Buddhismus abgefallen und ſogar Prieſter geworden, auch erklärte er, in America Vorträge über den Buddhismus zu halten, wovon er ſih reiche Geldeinnahmen verſprach. C. S. Ju Judien werden von der zunehmenden Hungersnoth auch die Gemeinden mehrerer deutſcher Miſſionsgeſellſhaften, der Goßnerſchen Kolsmiffion, der Breklumer Telugu-Miſſion, der nordamericaniſchen Tſchamar-Miſſion und der Baſeler Miſſion im weſtlihen Judien hart betroffen. Aus dem weſtlichen Jndien wird geſchrieben, daß heidniſche Eltern aus Barmherzigkeit ihre Kinder — vergiften, um ihnen die Leiden: des Hungertodes zu erſparen. Die genannten Geſellſhaften, welhe die Hungernden beſonders durd) Dar= bietung von Arbeit und Verdienſt unterftiigen wollen, bitten um Gaben zur Linderung der Noth. Aus Auſtralien kommt der Brüdergemeinde die frohe Nachricht, daß auf ihrer Papuaſlation Mapoon auf der Yorkhalbinſel bei der Einweihung der neuen Kirche auch die Grjtlinge aus dieſem Papuaſtamme getauft werden konnten. Wir denken an den Zuſtand, in dem ſich dieſe Papuas bet Beginn der Miſſionsarbeit vor fünf Jahren befanden; an ihre thieriſhe Roheit und Verſunkenheit, an ihre heimtü>iſche Mordgier und Menſchenfreſſerei, an ihre Dieberei und Zuchtloſigkeit. Unglückspropheten erklärten damals dieſe Miſſion für gänzlich ausſichtslos. Wie freuen fic) da die Miſſionare dieſer erſten Täuflinge! : Von einer-gnidigen Bewahrung in fdjiverer Gefahr zu

Waſſer haben drei Neukirhener Miſſionare zu rühmen.

Als jene furchtbaren Decemberſtürme, denen bekanntlich manches höne Schiff zur Beute fiel, im Golf von Biscaya wütheten, befanden auch fie fid) zu Schiff auf der Reiſe. Fünf Tage und fünf Nächte wurde ihr Schiff wie ein Spiel-

ball von den haushohen Wellen bald in die Höhe, bald in

die Tiefe geſchleudert; es krachte in allen ſeinen Fugen, die


72

} | |

:

3 : EEES

Die

Missions-Taube.

Kette, die das Steuerruder feſthielt, riß fünfmal; der Kapitän hatte die Leitung des Schiffes faſt gänzlich verloren; in den Kajüten rauſchte das Waſſer unter den Betten wie ein tobender Mühlbach. Endlich legte fid) der Sturm und das Schiff war gerettet. (Miſſions- u. Heidenb.) Wie viele Chriſten, Chriſten auc) nur dem Namen nach, befinden fid) in dem großen Reiche der in leßter Zeit hochgefeierten Königin Victoria von England? Ein engliſhes Blatt gibt wis cinen Ueberbli>. Man denke ſich die “ dreihundert und fünfzig Millionen auf ciner großen Ebene vor ihrer Herrſcherin verſammelt. Die. verſchiedenen Religionsbücher liegen auf einem Tiſche neben dem Throne: Da ijt die Bibel, die einzige Quelle aller feligmadenden Wahrheit, daneben der Weda, die Sammlung der heidni= \chen Götterlehren der Ynder, ferner der Koran, das Lügenbuch der Muhammedaner, und endlich Tripitaka und Zendaveſta, die abgöttiſhen Fabeln der Buddhiſten und Parſen. Die Königin erhebt fic) von ihrem Thron und ſpricht: „Laſſet jebt alle, die es mit dem Weda halten, fid) entfernen!“ Und ſiche da, zweihundert Millionen ziehen ab, zweihundert Millionen blinde Heiden. Nur hundert und fünfzig Millionen bleiben zurü>. „Nun ſollen hinweggehen, die dem Koran * folgen!“ Sechzig Millionen treten hierauf ab, verblendete Nachfolger Muhammeds. Nur neunzig Millionen find nod) übrig, und ſiehe, von dieſen erklären fid) nod) vierzig Millionen für die Abgötterei der Buddhiſten und Parſen. Alſo von dreihundert und fünfzig nur fünfzig Millionen, die fid) zur Bibel bekennen, und wie viele von dieſen vielleicht nur zum Schein! Ein Miſſionar der Eskimos, Namens Parker, der im hohen Norden am Cumberland Sund unter den größten Entbehrungen und Gefahren treu gedient hat, iſt unlängſt ertrunken und hat in den Wellen ein naſſes Grab gefunden. Der Hermannsburger Miſſion iſt vor kurzem eine reiche Erbſchaft zugefallen. Ein treuer Freund, P. Lindemann, hat ihr in ſeinem Teſtament 170,000 Mark ($40,460.00) vermaht. Nach ſeinem Wunſche ſoll dieſe Summe dazu verwandt twerden, ein neues Miffionsgebiet in Angriff zu nehmen, wahrſcheinlich in Oſtafrica. — Es dürfte unter un3 mehr in Brauch kommen, daß in den Vermächtniſſen die Miſſion, die große, herrliche Aufgabe aller Chriſten, bedacht wird. Kann es nicht immer mit fold) großen Summen geſchehen, was ſchadet'3? Gott zählt und wiegt nicht die Gabe, um ihren Werth zu beſtimmen, ſondern er ſieht das Herz an, das Scherflein der Wittive gilt ihm ſehr viel, und einen frdhlichen Geber hat er lieb. Allerdings wird ein treuer Haushalter es nicht bis zu ſeinem Tod verſchieben, die Gaben fo anzulegen, wie es Gott gefällt und Nußen ſchafft, ſondern er thut es alle Tage, ſo wie er die Gaben aus Gottes Hand ngt und von demſelben Anweiſung erhält. Aber ſchön ‘iſtes, ſo er auh dann, wenn er durch Gottes’ Gnade dur

inen ſeligen Tod zum Leben eingehen darf, Vorkehrungen

trif t, ‘der

daß die irdiſchen Güter, die er zurückläßt, im Dienſte

Miſſion

dahin wirken, daß verlorne Seelen zu Chriſto

geführt und auch ſelig werden. Mit welcher Freude mag ein ſolcher an jenem Tage die Früchte hauen, die mit durch ſeine irdiſchen Gaben eingebracht worden ſind, die er bei ſeinem Tode hinterlaſſen und dem Dienſte ſeines HErrn gewidmet hat! R. K.

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Nachrichten aus iin EE Herausgegeben fiir die Evang.-Lutheriſche Foe

ean

und

Détober

»5And da ſie der HErr fae, jammerte ihn derſelbigen fprad zu ifr: Weine nidf. And trat hinzu und

rüßrefe den Sarg

an,

und die Träger

ſtunden.

And

er

ſpra<H: Siingling, id ſage dir, ſtehe auſ. And der Todfe riditefe fid) auf und fing an zu reden. And er gab ifn ſeiner Muller.“ Luc. 7, 13—15.

Jn dieſen Worten ſchen wir den furchtbaren Jammer des Todes,

unter dem

wir ſeufzen,

aber auh

Ah ie Tralee

bon Nordamerika von der Commiſſion für die Negermiſſion; redigirt

apper

von den Paſtoren C. F

19. Jahrgang.

he Tus

ſeinen mäch-

tigen Ueberwinder. Hier ſchauen wir, als in einem lebendigen Bilde, was wir von Natur find, nämlich Kinder des Todes, und was wir an JEſum haben, nämlich die Erlöſung

aus unſerm Todesjammerz durch ihn werden die Kinder des Todes wieder Kinder des ewigen Lebens. — Siche dir, lieber Leſer, das Bild in unſerm Texte recht an. Da iſt zuerſt eine Wittive, die ihren einigen Sohn zu Grabe bringt. Zweimal ſchon hat fie der Tod ins Herz getroffen. Das erſte Mal nahm er ihr den Mann und riß ihr die Krone vom Haupte und den Stab ihrer irdiſchen Verſorgung aus der Hand. Zum andern Mal kommt er, nimmt ihr den einigen Sohn, da er zum Jüngling herangereift und die Stüße ihres Alters geworden war, und löſcht ihr das Licht aller irdiſchen Freude aus. Weinend wankt ſie hinter ſeinem Sarge her. Theilnehmend folgt ihr cine große Volksmenge. Niemand kann fie ohne tiefes Mitleid anſchen. Aber was helfen ihr die Thränen menſchlihen Mitleids! Sie können ihr den geliebten Todten nicht wieder geben. Doch ja! Einer iſt es, deſſen Mitleid zugleich Hülfe iſt, wo vor Menſchen Augen keine Hülfe mehr iſt — das ift JEſus. Er begegnet dem traurigen Leichenzug. Er ſieht den Schmerz der gebeugten

Wittwe und fein Herz wird von ihrem Jammer tief bewegt.

und Ridard

Kreßſchmar.

Aummer

1897.

10.

„Weine nicht!“ ruft er ihr zu, als wollte er ihr ſagen: Jch will deine Thränen ſtillen oder gar in Freudenthränen verwandeln. Dann, gegen den Todten gewendet, ruft er: „Jüngling, ich ſage dir, ſtehe auf.“ Und, o Wunder! der Todte erwacht zum Leben. Freundlich nimmt ihn JEſus bei der Hand und gibt ihn ſeiner Mutter wieder. Der Tod ijt verivandelt ins Leben, die Trauer in Freude, der Schmerz in Fauchzen. — D, ſiehe da, lieber Leſer, twas wir an JEſu haben, nämlich einen barmherzigen Heiland, den allmächtigen HErrn über Tod und Leben. — Siche da, wie er ſein Wort wahr macht: „Jh bin die Auferſtehung und das Leben, wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich ftiivbe.” — Ja, ihn hat unſer tiefes Todeselend „gejammert“, darin er uns ſah, darum ſtieg er vom Thron ſeiner himmliſchen Majeſtät herab in unſer Fleiſch und Blut und hat als Gottmenſch

durch ſeinen Tod am Kreuz unſern

Tod erwürgt, unſere Hölle zerſtört, unſer Sterben zu einer fröhlichen Himmelfahrt ins ewige Leben gemacht. Glaubensſtark ſingen wir im Angeſichte des Todes : Mit Fried und Freud i fahr dahin,

Ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du führeſt mich; Jn3 ewge Leben wandre ich,

Mit Chriſti Blut gereinigt fein. HErr JEſu, ſtärk-den Glauben mein!

Viſt du aber, theurer Leſer, ein dur< den Glauben an JEſum wunden hat und „ſchon ſelig iſt“ auch jammern das Elend derer,

fo gliidjeliger Menſch, der allen Todesjammer über(1 Joh. 4), o, ſo laß dich die nod) ohne JEſum und

|

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E |


74

Die

i

Wissions -Taruke,

O JEſu Chriſte, wahres Licht,

gehangen hatten, ſehr ſhwer, und manches Auge wurde feucht. An das Händeſchütteln zum Abſchied von dem alten Paſtor ſhloß ſich das Händeſchütteln zur Bewillklommnung des neuen. Eine alte Negerin ſagte zu einer Freundin, mit

Erleuchte, die dich kennen nicht,

dem

Und bringe ſie zu deiner Heerd,

weiſend: ‘““He’s our parson now, and we’s gwine to stick to him till we all meet up above’’. (Gr ijt nun unſer Paſtor, und wir wollen ihm anhangen, bis wir alle dort oben wieder zuſammen kommen.) Das ſchien ſo ungefähr die Stimmung aller auszudrü>en. Um 4 Uhr machten ſich die Leute aus Concord nach einem herzlichen Abſchied wieder auf den Heimweg. Diesmal ging's durch die Stadt Gold Hill. Woher die Stadt ihren Namen hat, ijt ſchwer zu ſagen, da weder von Gold noch von einem Berg etwas zu merken, noch überhaupt eine Stadt zu finden ift. Die ganze Feſtlichkeit war eine liebliche und ergreifende, und wird allen in langer Erinnerung bleiben. ' Felder und Wälder hallten wieder von den fröh-

daher nod) Kinder des Todes find. Hilf auh ihnen zum Leben durch deine reichen Miſſionsgaben und durch das brün. ftige Gebet :

Daß ihre Seel auch ſelig werd.

Amen.

D. H.

Anſere Negermiſſion.

By :

Miſſionar G. Schütz, deſſen Ordination bereits gemeldet wurde, berichtet die Einweihung der Kapelle in Gold Hill, N. C. Die Miſſionare Bakke und Shüh und eine Anzahl Glieder der Gemeinde in Concord brachen Morgens 6 Uhr bei herrlichem Wetter von Concord auf, ~ um an der Einweihung des neuen Gotteshauſes in Gold Hill theilzunehmen. Es war ein ſtattlicher Bug von feds Wagen, der den Weg von 20 Meilen dahinrollte, über Hügel und durd) Bäche, an Baumtvollenfeldern und herrlichen Tannenwäldern vorbei. Auch Rodivell wurde paſſirt, wo vor einigen Sonntagen die Kapelle eingeweiht wurde. Schon von weitem ift die Kapelle von Gold Hill ſichtbar und macht einen freundlichen Eindru>. Wenn man bedenkt, daß das Kirchlein nur $250 koſtete, iſt man überraſcht, ein ſonettes und ſogar mit einem Thürmchen geſhmüd>tes Gotteshaus zu finden. Die Größe ift 2534 12 Fuß. Als unſere Concorder ankamen in Gold Hill, war ſchon die ganze Gemeinde nebſt einer beträchtlichen Zahl Fremder, darunter auch viele Weiße, auf dem Kirchplaß verſammelt. Auch ein farbiger methodiſtiſcher Biſchof hatte fid) herabgelaſſen, die Gemeinde mit feiner Anweſenheit zu beehren, um die Einweihung mit einer temperance speech zu verherrlichen, und war ganz erſtaunt, als ihm Paſtor Bakke freundlich, aber entſchieden erklärte, daß man auf die Ehre verzichten müßte, ihn zu hören. Nachdem Herr Paſtor Bakke die Thüren der neuen Zionskapelle im Namen des dreicinigen Gottes geöffnet hatte, begann der Gottesdienſt. Ein herrlicher Gottesdienſt unter dieſen {li<ten Negern, die mit kräftigen Stimmen und aus vollem Halſe die fdinen, erhebenden lutheriſchen Chorale ſangen. Wohl ſhwerlich kann eine große Gemeinde, die einen prächtigen Kirchenpalaſt einweiht, mehr erfreut und dankbarer ſein, als dieſe armen Neger waren,

nun ein

eigenes Gotteshaus zu beſißen. Nach Beendigung des Morgengottesdienftes hatten die Frauen der Gemeinde unter einer hergerichteten Laube den Tiſch gede>t und für Erfriſchung des Leibes geſorgt. Nachalle geſättigt und ausgeruht waren, begann der NachSgottesdienft, in welchem Herr Paſtor Bakke ſeine igt hielt und den Neuordinirten als Paſtor

abe einführte. Den guten Leuten wurde der Abihrem

alten Paſtor, dem fie mit großer Liebe an-

Daumen

über

ihre Schulter

lichen Geſängen der Heimkehrenden.

auf den

neuen

Paſtor

Von Herzen ſchließen

wir uns dem Wunſche des jungen Miſſionars an: „Möge der treue Gott auch ferner ſeinen Segen über die kleine Gemeinde ausfdiitten und helfen, daß möglichſt viele dur< dieſes Zion eingehen in das ewige, himmliſche Zion.“ Ueber unſere Negermiſſion in Virginia ging ſoeben ein Bericht cin, den wir in den eigenen Worten Herrn Miſſionars Schooff wiedergeben. „Der Stand dieſer Miſſion iſt gegenwärtig: 127 Seelen, 16 ſtimmberechtigte und 63 communicirende Glieder; zwei Wochen- und Gonntagsfdulen mit einer Schülerzahl von etiva 110. Auf der Hauptſtation bei Meherrin wird jeden Sonntag-Vormittag regelmäßig Sonntagsſchule und Gottesdienſt mit Predigt gehalten. Jn der Zweigſchule wird regelmäßig Sonntagsſchule, aber nur zwei Sonntage im Monat Gottesdienft mit Predigt gehalten. Außerdem werden nod) zivei Predigtpläße von hier aus nad) Kräften beſorgt. Das äußere Wachsthum dieſer Miſſion tft zwar nicht ſo ſtark, wie es wohl zu wünſchen wäre, aber das hat ſeinen Grund darin, weil dieſes große Miſſionsfeld verhältnismäßig nicht genügend bearbeitet wird. Denn die Mehrzahl der Neger in dieſer Gegend kann entweder gar nicht oder doch nicht genügend leſen, daß man ihnen den Katechismus in die Hand geben und ſie auffordern kann, eine Aufgabe zu lernen, oder den Jnhalt desſelben zu prüfen. Nun iſt es aber bei uns befanntlich eine ſtehende und gewiß heilſame Regel, daß niemand als Glied aufgenommen wird, der ſich nicht zuvor gründlich wenigſtens mit dem ſachlichen Jnhalt unſers klei-

nen Katechismus bekannt gemacht hat und dieſen öffentlich bekennt.

Da gibt es denn immer eine ganze Anzahl, die

dieſe Aufgabe aus Schwachheit ihres verderbten Fleiſches ſcheuen, oder dod) zum Erlernen dieſer ſchwierigen Aufgabe viel, viel Zeit gebrauchen.

Ein Jahr nah dem andern ver-

ſtreicht und der liebe Heiland und ſein Negermiſſionar müſſen fid) mit einem wiederholten Verſprechen, ſich der Sache mit mehr Ernſt anzunehmen, genügen laſſen. Die Gleichgültig-


Die keit gegen Gottes Wort

Missions -Txarube.

hat aud) in dieſer verwilderten

Gegend unter Schwarzen und Weißen viele Anhänger, und es werden immer mehr Stimmen darüber laut, daß Schul-

bildung der Neger Verderben ſei. Und es iſt ja auch nicht zu leugnen, daß das jeßt heranwachſende Geſchleht der Neger ein zum Erbarmen elendes ijt. Daß die Zeitungen uns ſo viele grobe Ausbrüche des Fleiſches berichten müſſen, iſt nur eine natürliche Folge der Ungerechtigkeit, die dieſem Volke ſeit Jahren widerfahren iſt. Daß man die Verbrechen der Neger mit dem Tode ſtraft, weiße Verbrecher von gleicher Art aber mit einer ſehr geringen Strafe oder ungeſtraft laufen

läßt,

wird

auh

nicht dazu

beitragen,

dieſes arme

Volk zu heben. „Gottes Wort und Luthers Lehr“ wird auch hier das einzigſte Mittel ſein und bleiben, dadurch dieſem Volk geholfen werden kann. Und es wird nicht eher anders unter ihnen werden, bis die Mehrzahl ihrer Kinder in der Zucht und Vermahnung zum HErrn erzogen werden. Zu dieſer ſchwierigen Aufgabe, die wir ja durd) Gottes Gnade als die unſrige erkennen, ſtärke uns unſer treuer Heiland JEſus Chriſtus.“ D. H. Schooff. Meherrin, Va., 18. September 1897. Jn der Negergemeinde zu Greensboro,

N. C., wurde

am 29. Auguſt Herr Lehrer H. Perſſon vom Seminar in Addiſon von Herrn Paſtor J. C. Schmidt als Lehrer der dortigen Gemeindeſchule öffentlih in ſein Amt eingeführt. Der vollſtändige Bericht iſt nod) nicht eingegangen. Ju unſerer Negergemeinde in Springfield ſind kürzlid) wieder zwei confirmirt, und zählt die Gemeinde jeht 49 Seelen. Auch die Gottesdienſte wurden beſſer beſucht und ſtieg die Zahl der Anweſenden auf 75. C. S.

Negerſ<hulen.An höheren Bildungsanſtalten für die Neger herrſcht wohl kaum ein Mangel. Alle Secten haben ſolche Anſtalten für die Neger, auch der Staat hat ſie. Könnten die Leſer dieſe ſchönen, großen Juſtitute ſehen mit ihren manchmal iveit ausgedehnten, wohlgepflegten Anlagen und mit ihren hübſchen inneren Einrichtungen, welche zuweilen die unſrigen in Schatten ſtellen — es würde verwunderte Augen geben. Und die Geldſummen, die manchem unterſtüßten theologiſchen Studenten zur Verfügung ſtehen, wären oft für beinahe drei unſerer aus cigenen Mitteln Studirenden hinreichend. Desgleichen haben die Neger reichlih Gelegenheit, ihre Kinder irgend ein Handwerk practiſh lernen zu laſſen. Dieſe wird ihnen in mehreren der genannten Anſtalten geboten. Einen nationalen Ruf hat ja die Anſtalt Booker Waſhingtons, eines Negers, in Tuskegee, Ala. Dieſes Juſtitut beſteht aus einigen Dugend Gebäuden. Da fann die Negerjugend alles mögliche lernen. Aber an guten Kinderſchulen fehlt es den Negern. Die Klage hört man allgemein. Die Staatsſchulen ſind meiſtens

nicht hinreichend, haben

75

um alle Kinder unterzubringen.

die Secten an manchen Orten

auc Schulen

Wohl fiir die

Kinder eingerichtet, aber die Prediger, die die nöthige Fähigkeit beſißen, befaſſen ſich nicht damit, und die Lehrer, die in der Regel angeſtellt werden, leiſten nichts Befriedigendes. Dazu ſind ſolche Schulen gar zu rar. Methodiſten und Baptiſten richten ſolche nur aus reiner Nothwehr ein.

Die

Presbyterianer haben ihre Schulen für Kinder an verſchiedenen Plagen wieder eingehen laſſen. Da ijt denn cin ziemliches Feld für die lutheriſche Miſſion offen. Und die Schulen ſind ſchier das einzige Mittel, auf jeden Fall das wirkſamſte, das wir in Händen haben, an die Leute heranzukommen, ihr Zutrauen zu gewinnen und Jung ſowohl wie Alt unter den Einfluß des Wortes Gottes zu bringen. Freilich haben die Lehrer große Noth mit den Kindern, der Schulbeſuch iſt bei gar manchen unregelmäßig, die Disciplin iſt ſ{hwierig und an übergroßem Fleiß leiden die meiſten aud) nicht, beſonders wenn es gilt, den Katechismus zu lernen, der manchen Eltern ein Dorn im Auge iſt. Aber welche Freude für den Miſſionar und Lehrer, wenn doch jedes Jahr eine Anzahl gewonnen wird, die bereit iſt, ſih confirmiren zu laſſen. Da ſehen ſie die köſtliche Frucht ihrer Arbeit und danken Gott dafür. Wahrlid), es ijt etivas Großes, wenn ſo ein halb Dugend Kinder oder mehr vor dem Altar knieen, um Gott und der lutheriſchen Kirche Treue zu geloben bis in den Tod. Das iſt für die Kinder keine ſo leichte Sache tvie für weiße Kinder lutheriſcher Eltern, die unter-der Zucht ſolcher Eltern und in lutheriſcher Umgebung aufgewachſen ſind. Auf ſolche Negerkinder wird von allen Seiten eingeſtürmt, ſie ſeien ja gar keine Chriſten; ſie wüßten nod) gar nicht, was ſie thäten; ſie hätten keine Vergebung der Sünden; Gottes Born laſte auf ihnen; fie genöſſen das heilige Abendmahl zu ihrem Gericht, ſie würden es wohl wieder mit Schre>en erbrehenz; wenn fie in dem lutheriſchen Glauben ſtürben, würden fie ganz gewiß zur Hölle fahren. Go und nod) \{limmer machen ſie es von dem Tag an, da der Confirmandenunterricht angeht, bis zum Tag der Confirmation, und ſelbſt dann hören fie noh nicht auf. Dennoch finden ſih immer einige Kinder in Gottes Wort gefangen. Die Freude, welche die Arbeiter in der Miſſion darüber empfinden, die kann ihnen nur der nachempfinden, der etivas Aehnliches ſelbſt erfahren hat. Aber aus dem allgemein hier Geſagten, wozu ja ſhon wiederholt mehr ins Einzelne gehende Beiſpiele in der „Miſſions - Taube“ gegeben ſind, müſſen auch die Leſer einigermaßen erkennen, welche Segensquellen unſere Miſſionsſhulen ſind. Und wie manches Kind, das aus Bosheit oder Menſchenfurcht nicht eintritt in die Bekennerſchaar, mag ſpäter ſih an das erinnern, was es in der lutheriſchen Miſſions\chule gelernt hat, ſo daß ihm dann noch das Wort ein Geruch des Lebens zum Leben wird. Darum beklage man es dod), wenn hier und dort eine Station nicht gehalten werden kann, nicht ſo, als ob nun alles umſonſt wäre. Kommt das etwa nur in der Negermiſſion


Missions -Tuube.

vor? Erlebt man das nicht auch ſonſt? Sft das denn wirklich etwas anderes als eine Wiederholung der Geſchichte der Miſſion von Anfang an? Wozu leſen wir in der Schrift, daß ſelbſt den Apoſteln ſo ctivas paſſirt ijt? Jſt nicht auch das uns zur Warnung und zum Troſt hinſichtlich unſers Miſſionswerks geſchrieben? Nun denn, nur voran. “Die Noth iſt groß. - Die Zeit ijt kurz. Die Nacht bricht bald herein. So rette man, was zu retten iſt. Das Blut der Negerſeelen, die verloren gehen, hafte nicht an der lutheriſchen Kirche! A..B.

Aus

Armenien.

Unſere beiden Bilder führen uns zurü> in das große Märtyrerland Armenien, in welchem der Türke nun ſeit zwei Jahren in ſeinem alten Mordgeiſt wider Chriſtum und ſeine Gläubigen wüthet, Chriſtenblut in

y

Strömen

vergoſſen

und Tauſende von ſtandhaften Bekennern, Männern, Frauen und Kindern unter grauſamen Martern hingeſchlachtet hat. Und leider fährt er heute noch fort, wider die Chriſten zu wüthen. Zwar enthält er fid aus Furcht vor den europäiſchen, foge= nanuten chriſtlichen Negierungen der Armeniſhe Waiſen im großen ſchauerlichen Maſſenabſchlachtungen und Zerſtörung ganzer Dörfer der chriſtlichen Armenier. Aber heimlich, in mehr entlegenen Provinzen werden noch fort und fort die ſhre>lichſten Verfolgungen und Hinſchlachtungen verübt. Eben jest hat der Generaldirector der franzöſiſchen Miſſionen im Orient einen Bericht von einer Anzahl armeniſcher Vornehmen und gregorianiſcher Biſchöfe empfangen, aus welchem er einzelne Mittheilungen über die Art der Chriſtenverfolgungen macht, wie fie noch jest dort im Schwange gehen. Frauen werden mit Ketten um den Hals durd) die Straßen geführt und durch tagelanges Hungern zum Abfall verſuht. Andere werden mit dem Kopf nach unten an Pfeiler gebunden, mit kaltem Waſſer übergoſſen und blutig gefdlagen. Andern wieder werden die Hände auf den Rü>ken gebunden, worauf man Kaen, die man zuvor wüthend gemacht hat, ihnen auf die Brüſte {meißt, daß fie dieſelben zerfleiſhen. Oft wer‘den Frauen mit rothglühenden Eiſen an verſchiedenen Kör-

pertheilen gebrannt.

Alle Landſtraßen und die Grenzen

: Uverben ſcharf bewacht, um die Auswanderung

und Flucht

zu verhindern. Es vergeht kein Tag, an dem man nicht von empörenden Grauſamkeiten aus den verſchiedenen Provinzen hört. Türken und Kurden dringen hordenweiſe in die

Häuſer der Armenier und verüben Schandthaten an Männern, Frauen und Mädchen, die zu berichten die Feder ſich ſträubt. Schon prahlt die türkiſche Armee, daß ſie bald das ganze armeniſche Volk vom Erdboden vertilgt haben werde.

Wunderbar, faſt unbegreiflich iſt der Zeugenmuth, die Märtyrerfreudigkeit, welche die chriſtlichen Armenier in dieſen entſetlichen Verfolgungen der Türken bewieſen haben, nicht bloß die, welche durch die proteſtantiſchen Miſſionen für einen reineren chriſtlichen Glauben gewonnen tvorden waren, ſondern auch der urſprünglichen armeniſchen Chriſten. Wie

viele hätten ihr Leben retten können, wenn fie nur ſtatt JEſus Allah und Muhammed ausgerufen hätten. Die Türken hätten fic) mit dieſer, ſozuſagen geringen Verleugnung des chriſtlichen Glaubens begnügt und die Betreffenden leben laſſen. Aber wenige Chriſten thaten es aus Furcht eines quale vollen Todes. Die allermeiſten gingen licber mit dem Namen JEſu auf den Lippen und im gläubigen Herzen dem furhtbarſten Märtyrertod entgegen, Waiſenhaus in Smyrna. und haben die Krone ewiger Ehren erlangt. Wer hätte das erivartet? Als im Anfang der greulichen Meyeleien in den Blättern von dem eigentlichen Glaubensbekenntniſſe der Armenier geſchrieben wurde (die „Miſſions - Taube“ that es auch in No. 4 des Jahrgangs 1895), da konnte man nur ein trauriges Bild ihres chriſtlihen Glaubens entwerfen. Von den 24 Millionen armeniſcher Chriſten find etiva 100,000 römiſche Chriſten, 10,000 evangeliſche, durd) die Miſſion unter ihnen gewonnen, der Neſt gehört zur griechiſch-katholiſchen Kirche und ging meiſt in todtem Ceremonienweſen

auf.

Und ſiehe, Tauſende und aber Tauſende von ihnen

haben, da ſie vor die Entſcheidung geſtellt wurden: Chriſtus oder Belial, Gott oder Muhammed, mit Freuden JEſum als ihren Heiland ergriffen und bekannt und ihren Glauben mit ihrem Blute verſiegelt. D, welche Beſchämung für uns Chriſten in America, die wir die köſtliche Freiheit des Glaubens genießen und ſo wenig Opfer, auch nur von unſern irdiſhen Gütern, für den HErrn Chriſtum bringen

können!

ee

Die

Uebrigens iſt dieſe Märtyrerfreudigkeit ein wunE

76


Dic

Missions -Taruke,

derbares Characterifticum dev armeniſchen Kirche. Sie blickt auf eine anderthalbtauſendjährige Geſchichte zurück und dieſe iſt faſt nur eine ununterbrochene Märtyrergeſchichte. Schon im fünften Jahrhundert

eroberte

der Perſerkönig Nesroch

U7

Seele fanden. Das ſchöne Waiſenhaus iſt aber nicht jeht erſt, ſondern ſchon vor ciner Reibe von Jahren durch das

Diakoniſſenhaus in Kaiſerswerth gegründet und geleitet, aber jeht bedeutend erweitert worden. Es beherbergt jest neunz

das Land und ließ den Beſiegten nur die Wahl zwiſchen An-

zig armeniſche Waiſenmädchen.

nahme der Perſerreligion oder dem Tod. Da verſammelten fic) ſiebzehn armeniſche Biſchöfe, viele Prieſter und Edle und verfaßten cine heldenmüthige Nationalantivort, die mit folgenden Worten ſchloß: „Unſere Leiber ſind dein, o König, verfahre damit nach deinem Willen. Marter ſind dein, un-

hat ein zweites Waiſenhaus in Beirut mit ſe{Ssunddreißig Waiſenmädchen. Aber bei den Tauſenden von armeniſchen

ſer iſt die Geduld. Du haſt das Schivert, wir den Nacken. Wir ſind nicht beſſer, als unſere Väter. Auch uns geziemt

Waiſen muß man

ausrufen:

Dasſelbe Diakoniſſenhaus

Was iſt das unter ſo vielen!

Doch wird auch im nördlichen Deutſchland viel zur Nettung armeniſcher Waiſen gethan, ſeitdem Dr. Lepſius einen ergreifenden Bericht über ihr Elend hat ausgehen laſſen. O. H.

SisrevsvvvvrUDDU TUN TOS

Waiſenhaus der Kaiferswerther Diafoniffen-Anftalt in Smyrna,

hier in den Armen’ chriſtlicher Liebe Rettung an Leib und

Es var an meinem warmen Evangelium des hatte ſtudirt und Pfeife.

einem falten Winterabend. Jh ſaß bet pine-wood Feuer und ſtudirte über das nächſten Sonntags — oder vielmehr, ih rauchte nun in aller Gemüthlichkeit meine

Meine Gedanken, die zuerſt nod) mit dem ſtudirten

Text beſchäftigt geweſen waren, hatten ſich allmählich ſo ziemlich zerſtreut und ſprangen von einer Sache zur andern. — Da klopfte es plößlih an meiner Thür. Kein lautes, ſondern ein kaum hörbares Klopfen war es. Auf mein „Herein“ öffnet ſich die Thür und herein {lüpft ein Männchen, in dem ich ſogleich einen der vielen Baptiſtenprediger der Umgegend erkenne. „Treten Sie ein. Nehmen Sie Play. Wie geht es Jhnen und Jhrer Familie?“ : ie

aus den türkiſchen Mebeleien ihr armes Leben retteten und

Ein ſ<hwarzer Betrüger.

act

es, zu ſterben für den HErrn, der aus Liebe für uns in den “ Tod gegangen iſt. Unſer Leben magſt du nehmen, unſern Glauben laſſen wir niemals.“ Als im ſiebenten Jahrhundert die Arab2rſchaaren wie cine Sturmfluth die Kirchen des Morgenlands überflutheten und begruben, da zeigte nur ein chriſtliches Land unerſchütterliche Standhaftigkeit und Treue im Glauben und das war Armenien. Und von dieſer Zeit an hielt dieſe von allen Seiten vom Muhammedanismus umringte Kirche einſame Grenzwacht im Oſten. Jhre Geſchichte wurde immer und immer wieder zur furhtbaren Märtyrergeſchichte, aber fie harrte aus und bewährte auh diesmal ivieder ihren alten Zeugenmuth. — Nun noch einige Worte zu unſern Bildern. Die Kindergruppe find die erſten Sendlinge armeniſcher Waiſen, die

Kleinaſien, für armeniſhe Waiſen.


SE:

78

Die

Misstors-Taube.

„D danke, es geht uns allen, Gott ſei Dank, ſehr gut.” „Irgend etivas, das ich für Sie thun könnte?“ „Ja, Herr L., ih möchte Sie bitten, mir etwas zu erklären.“ Damit zog er ſeine Bibel aus der Nodtafde und fing an, darin zu ſuchen. „Aha“, dachte ich, „das ijt ja fein, ein zweiter Nicodemus. Kommt zu mir bei der Nacht, aus Furcht vor ſeinen Glaubensgenoſſen. Wenn es 'mal fo weit gekommen iſt, daß ſchon die ‘preachers’ zu uns kommen, dann wird es mit unſerer Negermiſſion hier bald vorwärts gehen.“ Als ich ſoweit gekommen war, hielt er mit ſeinem Umblättern inne, denn er hatte die geſuchte Stelle gefunden. „Hier ift das, worüber id) Sie fragen wollte“, ſagte er und hielt mir die Bibel hin. „D bitte, leſen Sie die Stelle felbjt.” Sch wollte nämlid) hören, wie es mit ſeinem Leſen beſtellt ſei. Nach einigem Widerſtreben fing er denn an. Es war Lucas 18, 9—14., das Evangeliuſn vom Phariſäer und Zöllner. Als er nun nach vielem Hüſteln, Stoden, Stottern und Buch\ſtabiren mit dem Abſchnitt zu Ende war, fragte ih ihn: „Was ift es nun, das Sie erklärt haben wollen?“ po, alles. Jh möchte.Sie bitten, mir eine Erklärung der ganzen Stelle zu geben.” Das war ja nun eine herrliche Gelegenheit, dem Sectenprediger die reine, bibliſche Lehre von der Rechtfertigung eines armen Sünders vor Gott vorzutragen. Dazu kam noch, daß dies fid) in der Woche nach dem elften Sonntag nah Trinitatis zutrug und ich alſo am lesten Sonntag gerade über dieſen Text gepredigt hatte. Was thue ich alſo? Jch wiederhole fo ziemlich meine ganze Predigt. Einen aufmerkſameren Zuhörer habe ih nod) nie gehabt. Es war, als ob er mit die Worte vom Munde wegnehmen wollte. Als id) fertig war, bedankte er fid) aufs herzlichſte und bat um Erlaubnis, wieder kommen zu dürfen. Selbſtverſtändlich wurde er von mir eingeladen, ſo oft er könne, zu kommen, id) ſei nur allzugern bereit, ihn zu empfangen. Jn Gedanken ſah ih ihn fdon als ein Glied unſerer kleinen Miſſionsgemeinde und hegte ſchon allerlei Hoffnungen über den gewaltigen Gindrud, den es auf die andern Neger der Umgegend machen würde, wenn der Bruder S. die Baptiſten verlaſſen und zu uns kommen würde. Jch freute mid) ſhon darüber, daß id) in meinem nächſten Bericht der Commiſſion die fröhliche Mittheilung machen dürfte, daß es mir, durch Gottes Gnade, gelungen ſei, eine große Katehumenenklaſſe zu ſammeln, beſtehend aus einem alten Baptiſtenprediger nebſt vielen ſeiner früheren Glieder. Jh konnte vor Freude erſt “gar nicht einſchlafen und als der Schlaf endlich kam, träumte id) nod) von dem großen Zuwachſe, der in nächſter Zeit zu unſerer Gemeinde kommen würde. Den nächſten Morgen fam mein Hauswirth auf meine

ube und fragte mid), was denn der alte S. geſtern Abend

nod ſo ſpät bei mir gewollt hätte.

Mit freudigem Herzen

ählte ih ihm alles, was fid) am Abend vorher zugetragen iY

hatte, und ſagte ihm aud) von den {önen Hoffnungen, die ih

zu hegen mich berechtigt fühlte. Während ich redete, ſpielte ein ſpöttiſches, ungläubiges Lächeln um ſeinen Mund, und als ic) mit meiner Erzählung zu Ende war, brach er in ein lautes Gelächter aus. Jch war ganz empört und wollte wiſſen, warum ihm das alles ſo ſehr lächerlich vorkäme. „Der Kerl hat Sie zum Narren“, ſagte meine Hauswirth. „Der alte S. iſt nicht ſo dumm, wenn er auch nie zur Schule gegangen iſt. Beh wette Jhnen, daß er heute Abend über gerade denſelben Text predigen und dabei Jhre Erklärung benugen wird, und zwar faſt wörtlich wie Sie fie ihm gegeben haben, denn der Lump hat ein gutes Gedächtnis.“ „Aber wie können Sie das von S. glauben?“ antwortete ich. „Nun, weil er Fhrem Vorgänger denſelben Streich geſpielt hat. Zu dem iſt er auch gekommen, hat fid) das Gleichnis von den zehn Jungfrauen erklären laſſen, iſt darauf vor ſeine Leute getreten und hat ihnen geſagt, daß Gott ihm in einem Traum das Gleichnis erklärt habe.“ Jh muß bekennen, daß meine großartigen Hoffnungen, als id) dies hörte, ziemlich zu ſinken begannen und mein ſchönes Kartenhaus bedenklich zu waceln anfing. Doch die Niederträchtigkeit war faſt zu groß. Jch hielt es für beinahe unglaublich, daß ein Menſch ſo viel Frechheit beſißen könne. Aber mein Hausivirth war fo beſtimmt in ſeinen Behauptungen, daß id) mir vornahm, Gewißheit darüber zu erlangen. Jch ging daher an demſelben Morgen zu einigen Bekannten, die am vorhergehenden Sonntag meine Predigt gehört hatten, und bat ſie, an dem Abend in des S. Kirche zu gehen, ſagte ihnen aber nicht, tvarum. Voll Ungeduld ſaß ih nun Abends in meinem Zimmer und erivartete die Zurü>kunft meiner Kundſchafter. Es war ſchon nach zehn Uhr, als ſie endlih kamen. Sie waren aber kaum zur Thür herein, als auch einer ſchon ſagte: „Wir haben heute Abend dieſelbe Predigt gehört, die Sie leßten Sonntag hielten. Der einzige Unterſchied war der, daß S. ſagte, er habe den HErrn um die Erklärung des Textes gebeten und der habe ihm den Engel Gabriel mit der wahren Auslegung geſandt. Sie müſſen alſo wohl der Engel Gabriel ſein!“ „Ja, ja, fo muß es wohl ſein“, dachte ih bei mir ſelbſt. Meine ſhönen Hoffnungen waren aber dahin, mit dem großen Zuwachs ſollte es aud) nichts werden, und blieb mir alſo bloß nod) der Troſt, daß die Zuhörer des S. wenigſtens einmal eine re<tgläubige Predigt über die Nechtfertigung gehört hatten. Damit war aber die Geſchichte noh nicht zu Ende. Nach einigen Wochen hatte der Betrüger tvirklid) die Frechheit, ivieder zu mir zu kommen mit der Bitte, ihm das Gleichnis vom verlorenen Sohn zu erklären. Daß ich ihm jedoch nicht die von ihm gewünſchte, ſondern eine ganz andere Erklärung gab, brauche id) wohl nicht zu ſagen. „Wenn Sie etwas vom verlorenen Sohn hören wollen“, ſagte id) ihm, „ſo kommen Sie mit Jhren Leuten nächſten Sonntag zu mir in die Kirche, denn da wird der Erzengel Gabriel ſelbſt über


—

a

Die

Wisstan=x-Taubke.

den Text predigen.“ Machte dev Kerl aber ein Geſicht! Ohne ein Wort zu ſagen. eilte er davon, und von dem Tage an habe ich nie wieder Gelegenheit gehabt, mit ihm zu reden, da er mir ſtets gefliſſentlich aus dem Wege ging.

F. J. Lankenau.

79

bloßen Scheinkönigin zu machen; ſie dann ganz zu entthronen und auf eine einſame Juſel zu verbannen; nun haben ſie die arme Seele ſo lange drangſalirt, bis ſie zur katholiſchen Kirche übergetreten ijt. Jedenfalls werden ſie'nun verſuchen, durch ihr Beiſpiel auch viele ihrer Unterthanen zum Abfall zur römiſchen Kirche zu bewegen. C. S.

Aus Madagascar. Miſſionsnachrichten. In der leßten Nummer brachten wir die vorläufige Nachricht von der Ermordung der Miſſionare Escande und Mi-

Die rheiniſhe Miſſion hat ganz unerwartet einen ihrer tüchtigſten chineſiſchen Miſſionare, Dietrich in Tungkun, durch. den Typhus verloren. Miſſionar Dietrih war im Heute ſind wir im Stande Näheres zu berichten. Benjamin Escande war ſeit Ende des Jahres 1888 Jahre 1877 nah China hinausgeſandt und hatte ſich im Miſſionar der Pariſer Miſſion am Senegal. Jm Juni beſonderen Maße in die chineſiſhe Sprache und Denkweiſe 1896 war er zu cinem Urlaub mit ſeinem Weibe und zwei eingelebt. Er war ſeit vielen Jahren der Präſes der rheinikleinen Kindern nah Paris zurückgekehrt, da traf ihn der ſchen Miſſionare in China und hat als ſolcher ein großes Ruf, den Miſſionspoſten in Tananarivo, der Hauptſtadt organiſatoriſches Talent an den Tag gelegt. Er war der Madagascars, auf eine Zeitlang als Stellvertreter zu über- Begründer des Miſſionshospitals in Tungkun, deſſen Koſten nehmen. Obne Bedenken willigte er ein, ließ Weib und er durch eine alljabrlid) in Hongkong und Kanton eingeſamKinder in der Schweizer Heimath zurü> und reiſte am melte Collecte de>te. Er war unermüdlih im Unternehmen 25. Auguſt vorigen Jahres von Frankreich ab, hoffend, die von Predigtreiſen, um den guten Samen des Evangeliums immer aufs neue in die chineſiſhen Maſſen auszuſtreuen. Seinen in Jahresfriſt wieder zu ſchen. Paul Minault ſtellte fid) der Pariſer Miſſion zur Verfügung auf ihren Die Niederländiſche Miſſionsgeſellſchaft (NederlandAufruf, den ſie für das bedrohte Madagascar ergehen ließ. sche Zendeling genootschap), die älteſte MiſſionsgeſellWegen der Entſchiedenheit ſeines Charakters wurde er für ſchaft Hollands, hat am 15. und 16. Juli dieſes Jahres ihr die Provinz Vetfileo beſtimmt, weil hier die Angriffe der hundertjähriges Jubiläum gefeiert. Die holländiſchen MiſJeſuiten am heftigſten waren. Am 26. April traf er in der ſionsgeſellſchaften find alle nur klein; dieſe hat im Laufe Hauptſtadt Madagascars ein. Am 17. Mai machten fic der verfloſſenen hundert Jahre im ganzen 137 Miſſionare Escande und Minault zuſammen auf den Weg nach Bet- ausgeſandt. Das bekannteſte von ihren Miſſionsgebieten ſileo, ivo ſie zunächſt die am 24. Mai beginnende Conferenz iſt die Minahaſſa, der nordöſtlichſte Zipfel der Jnſel Celebes, der norivegifden Miſſionare beſuchen wollten, dann wollte wo es ihr gelungen iſt, aus den eingeborenen Alifurenfid) Minault auf ſeinen Miſſionspoſten begeben, Escande Stämmen eine chriſtliche Volkskirche zu gründen. Jn den aber fid) nad) Europa einſchiffen. Minault hatte kurz vor- leßten Jahren war die Geſellſchaft in großen Sorgen. Shr langjähriger Director J. C. Neurdenburg war am 24. April her am Fieber gelitten und reiſte daher in einer Traghängematte, Escande zu Pferde. Mehrere Tage verlief die Reiſe 1895 geſtorben. Außerdem driidte fie eine ſhwere Schuld ohne Gefahr, die Gegend galt fiir ſo ſicher, daß es über- von 45,161 Gulden (= 76,773 M.). So trat die Geſellflüſſig erſchien, militäriſhe Bede>ung mitzunehmen. Am ſchaft das zweite Jahrhundert ihrer Wirkſamkeit mit bangem 21. Mai machten ſie bei einem Dorfe Halt. Kurz nachdem Herzen an, und manche ihrer Freunde erwogen gar den Geſie das Dorf verlaſſen hatten und an einem Plage nahe bei danken, ihre Arbeiten an eine engliſche oder deutſche Miſdem Dorfe vorbei kamen, wo gerade cin Wochenmarkt ab- ſionsgeſellſhaft abzugeben. Da find die Tage des Jubigehalten wurde, fielen mitten aus der Menge auf dem Markt läums cine rechte Zeit der Erquidung geweſen. Herrliches mehrere Schüſſe. Minaults Träger legten ſofort. die Matte Sommerwetter begünſtigte die Feiern. Von weit her waren nieder und liefen davon. Minault war ſchier getroffen. Freunde gekommen, um an der Feier theilzunehmen, unter Escande ſprang vom Pferde, um ſeinem Freunde zu helfen; ihnen aud) Deputirte anderer Miſſionsgeſellſhaften. Und aber auch er war von Kugeln durchbohrt, ehe er ſeinen die Collecten und Sammlungen ergaben den erfreulichen Freund erreichte. Eine Räuberbande ſoll die Reiſenden Grtrag von 63,000 Gulden (= 105,000 M.). Wir werſhon vierundzwanzig Stunden verfolgt haben, ohne von den in der nächſten Nummer einige Bilder aus der neueren ihnen bemerkt zu werden. Arbeit der Jubilarin bringen. Unter großer Theilnahme wurden die beiden Leichen Einen warmen Nachruf widmet das Miſſionsblatt der nach Tananarivo gebracht und feierlich beſtattet. Escande Brüdergemeinde dem treuen und tüchtigen Miſſionar Peter war 33, Minault 38 Jahr alt. Blair, einem Negerabkömmling aus Jamaica. Cr hat mehr Den Jeſuiten auf Madagascar iar es nicht genug, die als vierzig Jahre an der Mosquitoküſte als Miſſionar gearme Königin aller Macht zu berauben und fie zu einer arbeitet. Seine Ueberſezungen in die Mosquitoſprache, der

franzöſiſch - evangeliſchen

Pariſer

Miſſion.

TOTEN

von

E

nault


80

Die

Missions -Taunke,

deren er wie fein anderer mächtig war, werden cin dauern- Der Segen unſeres Gemcindeſhulweſens, deſſen wir in dieſem Jubeljahr zum Preiſe Gottes billig gedenken. Concordia der Segen für das Land bleiben. Publishing House. St, Louis, Mo. Preis: 5 Cts., Dd. Mad) den vielgenannten Goldfeldern von Klondyke 30 Cts., 100 Stück $2.00 und Porto. in Wlasta ſind unlängſt zwei Miſſionare der Presbyterianer Dies ijt der billige Separatabdruck des ausgezeichneten Neferats entſandt worden. Sollte es vielleicht geſchehen, daß von P. Beyers im Oeſtlichen Diſtrict, das, um ſeiner unvergleichlichen Wichtigkeit willen, in ſchönem Druc ſo billig erſcheint, um möglichſt jenen armen Menſchen, die dort um flimmernden Staub ihr große Verbreitung zu ermöglichen. Möge ſich dieſe Abſicht aufs Leben in die Schanze ſchlagen, indem ſie „das Gold zu ihrer | reichlichſte erfüllen! Fragen und Antworten für cinen Kindergottesdienſt am NeforZuverſicht geſtellt und zu den Goldklumpen geſagt haben: mationsfeſte. Concordia Publishing House. St. Louis, Mein Troſt!“ — ſollten etliche dieſer Unglükſeligen zur Mo. Preis: 5 Cts., Dhd. 40 Cts., 100 Stück 0 und Porto. Erkenntnis und gläubigen Annahme des ſeligmachenden Mit Freuden begrüßen wir dieſen Beitrag zur Förderung der jährlichen Neformationsfeier. Denn es ift von unberechenbarer Evangeliums geführt werden, dann finden ſie einen Scag, daß ſchon unſere Jugend mit der Geſchichte ihrer luthegegen den alles Gold der ganzen Welt nicht in Anſchlag ge- Wichtigkeit, riſchen Kirche gründlich bekannt werde, Einestheils, daß ſie erkenbracht werden kann. „Die Rechte des HErrn ſind köſtlicher, nen lerne, welches große, ſelige GottesiverE die Neformation war, deſſen Segnungen ſie genießt, anderntheils, um etivas gewappnet zu denn Gold und viel feines Gold.“ Pſ. 19, 11. R. K. werden gegen die ſchamloſen Lügen der Nömiſch-Katholiſchen gegen Ein redht ſhwercs Jahr war 1896 für die Miſſionare Dr. Luther und ſein Werk. Dazu hat Ficks Lutherbuch, erſchieauf Grönland. Der Sommer iſt faſt ganz ausgeblieben. | nen in demſelben Verlag, ohne Zweifel in unſern Schulen ſchon großen Segen geſtiftet, und wenn nur, wie es in unſern Gemeinden Bis September hatte man beinahe vergeblich auf Wärme in St, Louis der Fall iſt, im Nachmittagsgottesdienſt ein Examen mit den Schulkindern angeſtellt wird, ſo wird dieſes Feſtbüchlein ſich und Sonnenſchein gewartet. Die ſonſt nur kleine Gemüſeals ſehr nüßlich erweiſen, das in 61 Fragen die Hauptereigniſſe der ernte iſt daher überaus farglid) ausgefallen. Auf ciner | Neformation vorträgt und nach Art der Weihnachtsliturgien mit

Station

hatte man

etwas Heu

eingebracht,

aber Sturm-

winde haben es auf Nimmerwiederſehen davongetragen. Mächtige Cisftauungen verhinderten monatelang die Schiffe, zu landen und ihre Güter auszuladen. Auch der Fiſchfang ließ viel zu wünſchen übrig. Leider ſind von cinigen Stationen die Nachrichten ganz ausgeblieben. R. RK. (Nach d. „Ev. Miff.”)

-

Bitder- Anzeige. (Von

O. H.)

ing House.

St. Louis, Mo.

Concordia Publish-

Preis: 15 Cents.

Der Vericht enthält fünf Theſen über das ſehr zeitgemäße Thema: „Die Gefahren, gegen welche wir Chriſten uns in dieſer lebten Zeit ſonderlich zu wappnen haben.“ Das Thema iſt ſo reichhaltig und hochwichtig, auch ſo gründlich ausgeführt und beſprochen, daß nur die beiden erſten Sige verhandelt wurden. Der erſte behandelt die Gefahr des Unglaubens und ſeiner Folgen, fleiſchliche Sicherheit. Der zweite die Gleichgültigkeit in Lehre und Leben. Reiches Material auch ſür Predigten, ſonderlich über den jüngſten Tag. Außer-

dem enthält der Bericht ein ausgezeichnetes kurzes und doch klares Neferat über die Schwagerche. 16. Synodalberihht des Jllinois-Diſtricts derſelben Synode im ſelben Verlag.

Preis:

18 Cents.

Dies iſt ein eigentlicher Jubelbericht der Miſſouri-Synode. Der Jnhalt handelt ausſchließlich von dem goldenen Jubiläum, die treſfliche Synodalrede, wie das Neferat über die Frage: „Weshalb wir alé Kinder des Lichts fröhlich unſer Synodaljubiläum feiern?“ Fünf Theſen beantworten die Frage allſeitig und tief. Die erſten zwei

Theſen handeln von dem berechtigten Grund einer dankbaren Jubelfeier, die leßten drei, wie die „Kinder des Lichts“ gottgefällig feiern. Wohl der Synode, deren Glieder im Lichte dieſer gottgefälligen Feier einhergehen. 11. Synodalberiht des Minneſota- und Dakota-Diſtricts derſelben Synode im ſelben Verlag. Preis: 12 Cents. « Auch in dieſem Bericht handelt die Synodalrede von dem Jubi-

faim, und zwar von der Furcht und Hoffnung, mit der es zu feiern iſt; das Neferat, wie das des Oejtlichen Diſtricts, von den Gemeinde: \{ulen und Anſtellung von chriſtlichen Lehrern. Außerdem findet

ig Diſt Negus Berit dmäctig betegee im Bericht,

fiir die Zuhörer

und Kinder dieſer GotteSsdienſt eine ſegensreiche Abwechslung darbietet. Möchte ſolche Neformationsfeier doch in all unſern Schulen und Kirchen eingeführt werden! És wäre wahrlich ebenſo gott-

gefällig als geſegnet.

(2 Moſ. 12, 26. ff.)

Milde Gaben für die Negermiſſion: Durch Paſt. C. Gauſewiß, St. Paul, Minn., $34.00, Durch Kaſſirer G. V. Sohn, Detroit, Mich., 192.17. Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, BIL, 324.43 und 127.80. Durch Paſt. C. Dowidat, Oſhkoſh, Wis., 121.41. Durch Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md., 135.26. Durch Kaſſirer C. A. Kampe, Fort Wayne, Ind., 573.33. Von A. K., Cincinnati, Ohio, .20. Durch Paſt. Ad.

Habermann von ſeiner Gemeinde in Hatchville, Wis., 3.00, und

36. Synodalbericht des Michigan-Diſtricts der deutſchen ev.-luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. St.

| paſſenden Liederverſen unterbrochen iſt, wodur<

es ti Bericht bee die bedeutende Miſſion der die Herzen Herzen dex Leſer fürix Pedi Teide ige Werk Wi

von ſeiner Gemeinde in Eau Galle, Wis., 2.50. Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., 89.97. Durch Paſt. L. Junker, Collecte ſeiner Gemeinde zu Eißen, Minn., 20.00. Durch Kaſſirer G. E. G. Küchle, Milwaukee, Wis., 502.16. Von Friedrich Naaſch, Lake Bay, Wajh., 1.00. Summa: $2127.23. St. Louis, Mo., 22. September 1897. A. C. Burgdorf, Kaſſirer.

Von einer Miſſionsfreundin in New York für die Baukaſſe in Von N., Fremont, Nebr., für einen Greensboro, N. C., $10.00. Negerſtudenten in Springfield 5.00. — Tauſend Dank und Gott vergelt's den freundlichen Gebern. Greensboro, N. C., den 20. September 1897. John C. Schmidt.

: Mit Herslidem Dank beſcheinige id) hiermit, von Herrn Lehrer W. Burhenn eine gute Orgel und $10.00 als Frachtkoſten

für die Kapelle

N. C., erhalten zu haben.

4

Concord, N. C., den 16. September 1897. Die

„„Miſſions-Taube““

erſcheint

ciumal

25

50

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EST

N. J. Bakke.

monatlid.

Jahr in Sortieensnan mit Porto iſt folgender: S 1 Gremplar. 10 Exemplare,

zu Gold Hill,

Der Preis

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4

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für

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he GID

,26 2,00 5.00

9.00 17.00

nn alle Exemplare unter Einer Adreſſe

F. W. Sapper, 206 S. Madison Str., Bloomington, 111.; alle Geldbeträg e für die Negermi ie route IRE an d den Kaſſirer Dir. À.A. C.C. Burgdorf, 1033 i S. 8th Str,. Irregularities in delivery of thi 0 cordia Publishing House, St. Toula ion pon Fenorted A Entered at the Post Oce at St. Louis, Mo., as second-class matter.


Nachrichten aus dem Niſſionsgebiet ber Heimath und des Ausſandes. für die Evang.-Lutheriſche Synodalconferenz bon Nordamerika von der Commiſſion für die Negermiſſion; redigirt von den Paſtoren C. F . W. Sapper und Richard Kreßſchmar.

19. Jahrgang.

Aſs Nachklang

November

zum Reformationsfeſt,

von deſſen diesjähriger Feier aller treuen Lutheraner Herzen und Ohren eben nod) mit Freude erklingen, läßt aud die „Miſſions-Taube“ ihre beſcheidene Stimme ertönen und rühmt in innigſter Dankbarkeit zu Gott als die höchſte Gabe . dieſes allerſeligſten Werkes das Evangelium, das Chriftus durch ſeinen Engel, Dr. M. Luther nach der Offenbarung Johannis Cap. 14, ſeiner Kirche wieder geſchenkt hat. Sie rühmt dieſelbe mit den Worten des americaniſchen Luther, des theuren Dr. Walther, der in einer Reformationspredigt ſich hierüber alſo vernehmen läßt: „Dieſe unſere lutheriſche Kirche ift es, welche allein das ganze unge\<hmälerte, volle Evangelium hat. Sie iſt es, in welcher alle Quellen des göttlichen Troſtes für alle armen Sünder weit geöffnet ſind und in reihen Strömen fließen. Sie lehrt, daß Gott keinen Menſchen haſſe, ſondern ſie alle liebe, alle ſelig machen wolle. Denn ſie lehrt, daß Gottes Sohn alle Menſchen mit Gott verſöhnt und erlöſt, aller Menſchen Sünde getilgt und allen Menſchen Vergebung ihrer Sünden und eine vollkommene Gerechtigkeit erworben habe. Sie lehrt, daß das Evangelium nichts als. eine große allgemeine Abſolution ſei, die Gott ſhon allen Menſchen geſprochen, die jeder auf ſich ziehen, und auf die ſich jeder, auch der größte Sünder, fo gewiß verlaſſen könne, als Gott wahrhaftig iſt. Sie lehrt, daß auch der oft Gefallene wiederkommen und wieder Gnade finden könne. Sie lehrt, daß es nicht darauf ankomme, ob ein Menſch die Gnade und den Frieden Gottes fühle im Herzen, ſondern ob er die im Evangelio und in den Sacramenten ihm von Gott

1897.

Aummer

11.

dargereichte Vergebung ſeiner Sünden glaube. Denn wie der Menſch Gott glaube, zornig oder gnädig, ſo ſei er. Sie lehrt, daß nur zwei Klaſſen von Menſchen nicht ſelig werden, nämlich diejenigen, welche ſich aus ihren Sünden ſelbſt helfen, und diejenigen, die in ihren Sünden bleiben wollen; daß aber. alle, welche Vergebung ihrer. Sünden in Chriſti Verdienſt begehren, fie auch gewißli<h haben. D, wie getroſt läßt ſich's bei dieſem Evangelio leben und ſterben!“ Wohlan, liebe lutheriſhe Glaubensgenoſſen, laßt das unſern gottgefälligen Dank für die Reformationsgabe des Evangeliums fein, erſtlich, daß wir dasſelbe von Herzen zu unſerer Seligkeit ſelbſt glauben; zweitens, daß wir mit neuem Eifer Miſſion treiben, das heißt, dies Evangelium helfen ausbreiten, ſonderlich unter den Negern dieſes Landes. Je reichlichere Mittel wir dafür opfern, deſto mehr tragen wir dazu bei, daß unter den Negern unſers Landes ein lutheriſches Geſchleht aufwächſt, in deſſen Kirchen, Schulen und Familien der reine lutheriſche Glaube bekannt und geſungen, * kurz, das Evangelium als die edelſte und ſeligſte Gabe Gottes gerühmt und geprieſen wird. Jede Reformationsfeſtfeier ſoll dieſe ſelige Frucht tragen, daß das Evangelium von ſeinen Bekennern immer reicher und eifriger verkündigt und ſozuſagen Himmel und Erde damit erfüllt werde. Darum ſagt der Heiland ſelbſt: „Prediget das Evangelium aller Creatur”, als wollte er ſagen: Rufet es aus in aller Welt, durch alle Länder und Völker, durd) Städte und Dörfer, durch Verg und Thal, durch Felder und Wälder, alle Vögel unter dem Himmel, alle Thiere auf den Feldern, alle Fiſche im Waſſer laſſet den Schall dieſes allerſeligſten Evangeliums D. H. hören: Wer da glaubet an JEſum, der iſt ſelig,

ab

Herausgegeben


Anfere Wegermiffion. Kirdweihe zu Ro>well, N. C.

|

Die Kirchenbauten und Kirchweihen auf dem Gebiete der Negermiſſion ſind in dieſem Jahre erfreulich zahlreich geweſen. Unterzeichneter hat ſeit Februar bei fünf Kirchweihen mit amtirt: Welcher Chriſt freut fic) nicht darüber! Sft doch ein jedes ſolches Gotteshaus, wenn auch klein und unanſehnlich vor. der Welt, ein Beweis dafür, daß der HErr Chriſtus nod) immer unter ſeinen Feinden herrſht. Auch ijt es cin Beweis dafür, daß er noch ſeine treuen Jünger auf Erden hat, die aus Liebe zu ihm, zu ſeinem Worte und zu den verlornen Seelen ſein Reich gerne bauen helfen. Für die Negermiſſionare, die oft unter den ſchwierigſten Verhältniſſen die Seelen zu Gemeinden ſammeln müſſen, ſind dieſe neuen Gotteshäuſer eine überaus große Ermunterung. Gott gebe, daß auch ferner viele ſolche Beweiſe des Glaubens und der Liebe der Negermiſſion zu Theil werden mögen. *

Der Reihe der Kirhweihen nach hier in North Carolina

iſt die Kapelle zu Rowell, Rowan Co., die dritte. Sie hat

Be.

dieſelbe Größe wie die Kapelle zu Gold Hill, 203412 Fuß, und iſt in demſelben Stil, mit Vorhalle und Thürmchen, gebaut und hat ohne Anſtreihen $250.00 gekoſtet. - Der Bauplay iſt einer der ſchönſten in der ganzen Umgegend, eine knappe Meile von der hiftorifd) bekannten Organ Church gelegen, die vor hundert Jahren von den eingewanderten deutſchen Lutheranern hier gebaut wurde. Die Freude dieſer Neger kann man ſi leichter denken als beſchreiben. Seit drei Jahren haben fie fic) um Wort und Sacrament bald in einem alten Schulhauſe, bald unter freiem Himmel, bald in Negerhütten geſammelt. Nun iſt ihr fehnlichfter Wunſch, ein eigenes Gotteshaus zu beſitzen, wo ſie mit ihren Kindern ungeſtört Gottes Wort hören und lernen fonnen, erfüllt worden. Sie hatten auch durch Arbeit und Geldbeiträge ihre Freude bezeugt. Am 15. Juli war die Kapelle zur Einweihung fertig. Früh am Sonntag= Morgen begab fic) ein Theil der Gemeinde zu Concord mit dem Paſtor voran zu dem 16 Meilen

entfernten Ro>well. F

Von der Umgegend waren ſo viele

. Leute erſchienen, Schwarze und Weiße, daß ein großer Theil draußen vor den Fenſtern ſtehen mußte. Der Paſtor hielt Morgens die Weihpredigt über den 26. Pſalm und weihte die Kapelle zum Dienſte Gottes ein unter dem Namen “Concordia Ey. Luth. Chapel’’. Ein Fenſter, zum Je! <tnis_der ſeligen Concordia, die viele gliidlidje Jahre Lei vieFreud mit dem Miſſionar trug und die unter

Nachmittags hielt Herr Miſſionar Phifer, der auch den liturgiſchen Gottesdienſt leitete, weil Unterzeichneter die Orgel ſpielte, cine kurze Rede. Da es der (este Gottesdienſt var, den der zeitweilige Miſſionar hielt, richtete er noch zum Schluß einige Worte an die Gemeinde, worin er ſie aufforderte, Gott alle Ehre zu geben für das, was unter ihnen gethan worden ſei, und ihm wie bisher ihre Dankbarkeit zu bezeugen durch treues Feſthalten an Gottes Wort und Luthers Lehre. Dazu gebe ihnen Gott Gnade und Kraft durch ſeinen Heiligen Geiſt, um Chriſti willen! N. JF. Bakke.

Zwei Freudeutage auf der Miſſionsſtation Greensboro, N. C. Wenn es jemals einem geringen Häuflein Gläubiger vergönnt iar, zu ſehen, wie der HErr durch Nacht zum -Licht führt, ſo ift es gewißlich unſer farbiges Gemeindlein in Greensboro, deren Jahre langes Trauern der HErr jest in Freude verkehrt, daß ſie fic) nun tröſtet und freut nach ihrer Betrübnis. Denn nicht nur iſ} es uns vergönnt geweſen, unſerm chemaligen düſteren Predigtlocal in der berüchtigten Freimaurerhalle wohl auf immer Valet zu ſagen, ſondern unſer kleines Häuflein hat auch äußerlich etivas zu- * genommen. Seit längerer Zeit ſtanden nämlich wieder mehrere in dem Unterricht, welcher der Aufnahme neuer Communicanten in unſere Gemeinde ftets vorausgehen muß, und am zehnten Sonntage nad) Trinitatis, den 22. Auguſt, ſollten ſie nun öffentlih vor Gott und den Menſchen einen Beweis ihrer Fähigkeit zu dieſem wichtigen Schritt, ſowie ein aufrichtiges Bekenntnis der Treue ihrem Gott gegenüber, auch für die Zukunft,

ablegen.

Die Con-

firmanden beſtanden aus einem Familienvater, deſſen Frau * und Kinder bereits zu uns gehören; aus einem Jüngling, deſſen Vergangenheit und gute Begabung uns betvogen, ihn nach der Confirmation auf das Seminar nah Springfield zu ſenden zum Studium der Theologie; aus zwei erwachſenen Mädchen, die fic) ſhon mehrere Jahre lang zu uns hielten; ſowie endlich aus drei Kindern, die faſt ſeit Beginn unſerer Miſſion hier unſere Schule beſucht hatten. Aus Anlaß der Feier waren Altar, Kanzel, Orgel, Altar-

niſche 2c. gefdmadvoll mit Blumen geſchmückt. eine Stunde lang währte die Prüfung und die Antivorten,

Nahezu

der Confirmanden

welche von denſelben auf die mitunter

recht ſchwierigen Fragen gegeben wurden, übertrafen ſelbſt die höchſten Erwartungen von Feinden und Freunden, welche unſere Kapelle bis auf den lezten Plats befest hatten. Herr

Prof. G. Lücke, von Conover, N. C., der zugegen war, konnte davon ſagen, daß in alten weißen lutheriſchen Gemeinden, die ihm bekannt, die Confirmanden lange nicht ſo weit in der Lehre vorangeſchritten geweſen ſeien und fold tiefgehende Fragen fo ſchnell und richtig beantworten konnten, als dieſe „Bilder Gottes in Ebenholz geſchnitzt“, wie ‘| einer die Kinder Hams einmal genannt hat. Ein methodiſtiſcher. Lehrer der Sen Schule, der dugegen E

71 TI

Mission=x-Tauke.

mmT!

Die

82


see

Dic erklärte dem Unterzeichneten,

daß unſere

Mizsions -Wurike.

lutherifde Kirche

erſten Male beniist wurden.

83 Die ganze Feier von Anfang

mehr von ihren Gliedern erwarten könne, was Lehre anbetrifft, als ſeine Kirche von ihren Predigern; und derſelbe

bis zu Ende war ſo ergreifend, daß nicht nur die Herzen der Lutheraner, welche zugegen waren, davon erhoben wurden,

ſprach

ſondern daß ſelbſt ein Methodiſt, einer unſerer größten Feinde, der uns bisher ſtets ettvas am Zeuge zu fli>en verſucht hatte, wenn auch vergeblich, doch öffentlich ſich zu

den Wunſch.

aus,

daß doch recht viele ſeiner metho-

diſtiſchen Pfaffen zugegen getwefen ſein möchten, da ſie dann ein gut Theil

hätten

lernen

können;

und

auh

Schreiber

dieſes möchte wünſchen, daß viele ſolcher aus unſern eigenen Kreiſen, die an dem chroniſchen Leiden laboriren, die Negermiſſion für eine vergebliche Verſchwendung von Zeit, Geld und Kräften anzuſehen, hätten bei dieſer Prüfung ihr Erſcheinen machen können : fie wären gewißli<h anderer Meinung geworden, da ſie eingeſehen hätten, daß dieſe armen ſchwarzen Lutheraner den Vergleich mit vielen weißen Gemeinden wohl ertragen können, indem ſie theilweiſe ebenſo viel, wenn nicht mehr, von rein bibliſcher Lehre und Praxis verſtehen als ihre weißen Glaubensgenoſſen, welche von Kindesbeinen an Gelegenheit hatten, das unverfälſchte Wort vom Kreuz zu hören. Und daß dieſe dunklen Chriſten ernſtlich darum bekümmert ſind, fortwährend zuzunehmen, wie an Alter, ſo auch an Weisheit und Gnade bei Gott und den Menſchen, wirſt du, liebwerther Miſſionsfreund, wohl glauben und zugeſtehen, wenn dir geſagt wird, daß zivet der hier Confirmirten, welche von Morgens ſieben Uhr bis ſpät in die Nacht an der Arbeit ſein mußten und ſich ſomit Tags über nicht für die Confirmation vorbereiten laſſen konnten, fid bereit finden ließen, täglich Morgens von halb feds Uhr bis zum Beginn der Arbeitszeit fid) Unterricht zur Aufnahme in die Gemeinde ertheilen zu laſſen, was doch bei der ſprüchivörtlich gewordenen Faulheit der Neger gewißlich etivas heißen will! Nach der Prüfung folgte die Confirmationsrede von Herrn Prof. Lüke, der auf Grund von Joh. 8, 31. 32. in klarer, für Neger beſonders paſſender und pa>ender Weiſe die Confirmanden aufforderte, re<te Jünger JEſu zu ſein und zu bleiben, indem er ihnen erſtens zeigte, daß dies geſchehe, wenn fie fic) zu der Kirche in wahrem Glauben hielten, welche bei Chriſti Rede rein und unverfälſcht bleibe, und dieſen Glauben durch ein gottſeliges Leben zierten; und siveitens ausführte, welche ſeligen Vorzüge ihnen daraus erivachſen würden, indem fie die ſeligmachende Wahrheit immer beſſer erkennen und dadurch emancipirt würden von der Kraft und Strafe der Sünde, von der Furcht des Todes und der Gewalt des Teufels. Hoffen und flehen wir, daß die eindringliche und verſtändliche Predigt Herrn Prof. Gites zu Herzen gegangen ift und bei Lutheranern und NichtLutheranern Früchte zeitigen möge zum ewigen Leben! Nach der hierauf erfolgten erhebenden Einſegnung fand die Feier des heiligen Abendmahls ſtatt, bei dem der Paſtor gemeinſchaftli<h mit den Katehumenen und Gemeindegliedern fid) mit dem geſegneten Leibe und Blute des Gekreuzigten laben ließ, und hatten ivir bei dieſer Gelegenheit cine größere Communicantenzahl als je zuvor in Greensboro, nämlich achtzehn, wobei die von Frau M. Bohnet, New Orleans, geſchenkten herrlichen Abendmahlsgeräthe zum

dem Geſtänduis herabließ, einer ſol ſhönen Feier habe er

noch nie beigewohnt. — Nun, das wäre denn etwas über den erſten Freudentag, den wir durch des HErrn Güte in der hieſigen Miſſion kürzlich erleben durften. Möge der reiche und grundgütige Vater im Himmel aud) ferner ſeinen Heiligen Geiſt verleihen und ſeine Fittige der Gnade ausbreiten nicht nux über die alten und neuen Glieder

unſerer hieſigen Gnadengemeinde, ſondern auch über die acht Erwachſenen, welche ſich bereits angemeldet haben, ebenfalls ſich uns gliedlih anſchließen zu wollen, und über alle, die noch ferne ſind und noh nahe kommen ſollen. Möge er Hörer und Lehrer in Greensboro jest und allezeit ſegnen und bewahren zum ewigen Leben durd) JEſum Chriſtum, den Änfänger und Vollender unſers Glaubens! Amen. — Nun wollen wir noch etivas über einen zweiten Freudentag in Greensboro berichten. Es handelte ſih diegmal um die Perſon des Herrn Schulamtscandidaten J. Henry L. Perſſon aus Hoyleton, Jll. Unſere Gemeindeglieder hatten ſchon einen halben Monat vor ſeinem Kommen beſchloſſen, die Ankunft des zukünftigen Lehrers ihrer Kinder ſo angenehm wie möglich zu machen; und zwar war es einſtimmig beſchloſſen worden, daß cin kleines Willkommensfeſt dem Lehrer zu Ehren nach ſeiner Ankunft im Pfarrhauſe gefeiert werden ſollte, wobei die Glieder für die Koſten auffommen wollten. - Dies wurde am Abend nach ſeiner Ankunft ausgeführt. Jm Namen der Gemeinde begrüßte der Unterzeichnete den neuen Lehrer, hieß ihn willfemmen, wünſchte ihm auf Grund eines Schriftwwortes Gottes reichen Segen, vergelviſſerte ihn der Gebete unſerer Gemeindeglieder 2c., und in einer gemüthlichen, chriſtlichen Weiſe wurde der Abend zugebracht. Die Einführung des Herrn Lehrer Perſſon, der in unferm Schullehrerſeminar in Addiſon, SIL, ſeine Ausbildung genoß, geſchah am elften Sonntag nad) Trinitatis, den 29. Auguſt, in unſerer Kapelle, welche zu dieſem Zwe>e mit Blumen reichlich geſ<hmü>t war. Ein großer Strauß zierte vornehmlich die Orgel, welche Herr Perſſon ſpielt. — Jn der Einführungspredigt ſtellte id) auf Grund von Joh. 10, 11—16. vor: „JEſus Chriſtus der gute Hirte, ein Exempel eines chriſtlichen Lehrers; denn 1. gibt er ſich ſelbſt für ſeine Schafe; 2. ſorgt er für dieſelben; und 3. ſubt er auch fremde und verlorne Schafe zu ſeiner Heerde zu bringen.“ Mit ſichtlicher Andacht lauſchte die große Verſammlung, darunter ſich aud) Weiße befanden, u. a. ein Prediger, den Worten des Miſſionars. Der große Erzhirte und Biſchof ſeiner Schafe, wolle jene Predigt ſegnen an allen, die ſie gehört. Er verleihe dieſem ſeinem Unterhirten Weisheit und Gnade zu ſeinem ſ{hweren und verantwortungsvollen

4 oa 8

lex

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84

EN

Die

New Orleans. Für die Gemeinden St. Paul und Mount Zion, welche beide dur< Herrn Miſſionar Lankenau bedient werden, iſt ein Hülfsprediger berufen, um im Preund

ae

Missions -Tuuke,

Berufe, daß er ſeinen fdivarzen Schäflein mit reiner Lehre und gottſeligem Wandel vorangehe und dadurch viele bewege, ihm nach in die himmliſchen Hürden zu folgen! Er wolle fic) hier einen Garten anlegen, voll mit Bäumen der Gerechtigkeit, jungen und alten, gepflanzet an den Waſſerbächen, die ihre Früchte bringen zu ihrer Zeit, und deren Blatter nicht verwelken in alle Ewigkeit! Es dürfte noh bemerkt werden, daß Herr Lehrer Perſſon am folgenden Tage die Schule hier begann und bereits achtzig Schüler hat. J. C. S.

digen,

a

Zu den Bildern. Unſere Bilder führen uns zu den Bismar>-Jnſeln. Hier“ auf der größten der Witi-Jnſeln, Witilewu, finden wir auf einem Hügel ein ſreundlich ausſehendes, europäiſches Haus mit einer Anzahl kleinerer Gebäude. Das ijt das Seminar zu Nawuloa. Vor dreißig Fahren waren die VBeivohner dieſer Juſel noch heidniſche Menſchenfreſſer. Damals wurde hier der Miſſionar Baker ermordet und aufgefreſſen. Noch jebt ſieht man an einigen Orten Reihen von Steinen, welche die Zahl der verzehrten Menſchenleiber angeben. Ein Häuptling ſoll es auf 900 gebracht haben. Jett kann man ſich kaum noch denken, daß die Vorfahren ſolcher Greuel fähig waren. Der Sieg des Evangeliums zog über die Juſel und überall gibt es chriſtlide: Rirden

Tid) im Schulchalten, auszuhelfen,

und iſt dagegen eine Lehrerin entlaſſen worden. Gegenivartig ſind ja leider die Schulen geſchloſſen, des gelben Fiebers wegen, doh hoffen wir,

daß

paar, am Stamme eines mächtigen Baumes ſißend. Es iſt der bereits ordinirte Prediger Sai-

dieſelben

in cinigen Wochen wieder geöffnet wer- | den können.

laſe und ſein Weib.

Auch er hat in Ra-

Springfield, Stl.

~

Hier ſcheint ſich unſere Miſſion aufs beleben

ſtudirt.

iſt wieder

Examen, wobei man

zu

wollen. Bei einem Beſuche daſelbſt fand der Unterzeichnete Gelegenheit, dem Gottesdienfte in unſerer Miffionstapelle beizuwohnen. Herr Paſtor Berg von Beardstoiun, Jll., früher Negermiffionar in Little Rod, hielt eine herrliche Predigt, die mit großer Aufmerkſamkeit gehört wurde. Man ſah nod) manche der alten Glieder, welche zuerſt die Gemeinde gründeten und = durch den Unterjeidhneten confirmirt wurden. Die Freude des Wiederſehens war eine gegenſeitige. Mehrere neue Glieder waren gewonnen. Alle gelobten Treue- und BeBe ſtändigkeit, und fpradjen ihren herzlichen Dank aus fiir alles, was die Miffionsfreunde ihnen Gutes gethan, und den Wunſch, daß wir uns einſt wiederſehen möchten vor “dem Throne unſers Heilandes. : C, S. =

Jas iſt beſchloſſen, wo Chriſtus nit iſt, da iſt

js.

tvuloa

Morgen

neue durd) Gottes Gnade

und

Schulen. Jin Gemiz nar zu Ratvuloa finden wir etiva hundert Studenten, die zu Miſſionaren ausgebildet werden. Unſer erſtes Bild zeigt uns ein Ehe-

ſonder-

(Ruther)

ſeine Dienſte wünſcht. Die Frau iſt nod) mit Anfertigung einer Guirlande zur Schmü>ung des Lehrſaales beſchäftigt; dabei erzählt ihr Gatte, daß Miſſionar Brown auf ſeiner Unterſuchungsreiſe auf den weſtlichen Jnſeln nod) die Herrſchaft der Nacht des Heidenthums gefunden hat, und

möchte von hier einige Prediger und Lehrer dorthin mitnehmen, freilich nur ſolche, die fic freiwillig melden. Er verhehlt uns nicht, daß kein Menſch die Friedensboten vor den Lanzen und Keulen der Cannibalen retten kann. Aber, wie würde es um uns ſtehen, wenn die Miſſionare nicht zu unſern Vätern gekommen wären? Es liegt mir hart auf der Seele ; aber id) denke, das ift ein Ruf des HErrn an uns. Wir wollen ihm folgen. Die Frau machte erſt einige Einwürfe, doch bald war ſie überwunden und ſprach : „Wo du hingehſt, da gehe id) aud) hin; wir ſind in des Allmächtigen Hand.“ Am nächſten Tage war das Examen. Zwanzig braune

Candidaten in ihren ſaubern weißen Gewändern ſaßen auf den Bänken vor der Prüfungscommiſſion. Nach beendeter


E

Die

| Y

e

Missionwx-Tarurhe.

Prüfung theilt Herr Brown den jungen Leuten den Bez \{luß der Miſſionsbehörde mit, eine neue Miſſion unter den Heiden der weſtlichen Jnſeln zu gründen.

Er ſchildert die

Gefahren, die dort drohen, und fordert dann auf, wer bereit ſei, dem HErrn in dieſem Werke freiwillig zu dienen, ſolle ſich erheben. Und ſiche, die sivangig Männer erheben ſich vie ein Mann.

41

Doch fo viele kann man nicht ſenden.

Es

Dem

Dericht

der Commiſſion

der chrw. entnehmen

85 über Heidenmiſſion

Wiſſouri- Synode

wir das Folgende:

Allerlei aus den Juuiberihten unſerer Miſſionare. Wir wollen heute ein wenig von dem hören, was ſie uns von ihrer Arbeit berichten :

werden die acht geeignetſten ausgewählt. Unſer zweites Bild zeigt ſie uns. Ehe ſie ſich einſchiffen, werden ihnen noch einmal alle die Gefahren vorgehalten, die ihnen drohen. Es wird ihnen geſagt, eben ſei die Nachricht eingetroffen, daß wieder einige Lehrer nebſt Frauen und Kindern ermordet

Miſſionar Näther ſchreibt unter anderm: „Am Weſtende der Bazaarſtraße Kriſchnagiris ſind einige muhammedaniſche Friedhöfe. Dahin ging ih am Abend des 2. Juni und ſahe etiva acht Männer bei einem friſchen Grabe damit beſchäftigt, ein entblältertes Zweiglein hineinzuſte>en, das

ſeien. Noch ſei es Zeit für einen jeden, juriidgutreten, man würde ihn deshalb nicht tadeln. Doch alle erklärten, dem Miſſionsbefehl des HErrn folgen zu wollen, und ſprachen: „Wenn wir ſterben, wohlan, dann ſterben wir, und wenn wir leben, fo leben wir.“ Und ſo ſprachen Sailaſe und fein Weib. Auch von den acht Candidaten waren fünf verheirathet und ihre Frauen blieben nicht zurü>. Zwanzig Jahre ſind ſeitdem verfloſſen. Sailaſe und drei andere ſind unter den Keulen der Heiden als Märtyrer gefallen. Seine Frau und Kinder wurden nod) im lehten Augenbli> gerettet und in die Heimath gebradt. Mehrere _find von dem verderblichen Fieber weggerafft, aber immer fanden fid) andere Männer von den Witi- und SamoaInſeln, die in die Lücken eintraten. Heute iſt kein Heide mehr auf den Jnſeln zu finden. Das ſind herrliche Früchte der Miſſion. C. S.

an dem einen Ende angezündet war und glomm und nun einen wohlriehenden Rauch auffteigen ließ. Mit einigen gemeinſamen Ausrufen beendigten fie ihre Ceremonien. Jh fragte ſie, was das bedeute. Erſt wollten ſie es nicht recht ſagen. Endlich aber ſprach einer alſo: „Kleider, aufs Grab ausgebreitet, Blumen, aufs Grab geſte>t, Weihrauch, am Grabe dargebracht, verſchaffen dem Verſtorbenen Verdienſt. „Jh: „Aber wenn er geſtorben iſt, iſt er dod) entweder im Himmel — und da braucht er weiter kein Verdienſt, — oder in der Hölle — und da hilft ihm euer Thun nicht heraus.“ „Hierauf antwortete der anweſende muhammedaniſche Prieſter: „Jt der Verſtorbene ſchon im Himmel, ſo erlangt er dadurch einen nod) höhern Grad der Seligkeit. Jſt er in der Hölle, ſo wird dadurch ſeine Qual vermindert.“ „Der erſte Redner: „Die Großen haben uns berichtet,


Wissions-Turube.

„Am 14. Juni predigte id) zunächſt in Reddiman-

fuppam vor etwa zwanzig bis dreißig Leuten.

Sie hörten

ruhig zu, und ich vertheilte Tractate unter ſie. Darauf pree id) in Rajakalla an einem Kreuzwege. Richtig im

trum, wo fid) die Wege kreuzen, iſt ein Stein in die e gepflanzt, mit Oel beſchmiert und mit einem rothen

en bekleidet und mit einem niedrigen Dach aus Palm-

tern

gegen ben Regen geſüßt.

Dies ift der Gaye

Gangammal, în dieſer Gegend in allen Dörfern zu treffen. Es iſt übrigens eine Göttin und ſoll gegen Krankheiten ſhüßen oder, wenn dieſe doch kommen,

ſie vertreiben.

Etliche Jndier ſtehen da, die ſich allmählich auf etwa zwanzig oder dreißig vermehren. „Jh: „Warum bindet ihr dod) das Tuch um dieſen Stein?! „Sie antivorten nichts, ſondern lachen. „Jch: „Den Stein friert doh niht? Nicht wahr, das iſt euer Göße, den ihr anbetet?*“ Sie: Ja: „Ich zeige ihnen nun, wie ſie davon keinen Nuten, ſondern eivigen Schaden haben. Etliche jüngere Leute hören ausgezeichnet zu. Einer will den Gößendienſt durchaus vertheidigen:

„Wir richten dieſe Steine nur auf, um uns Got-

tes zu erinnern und ſein zu gedenken.“

Das iſt die Nedens-

art derer, die da ſagen, Gott und die Welt ſeien Eins.

„Jh führte nun an, 1. daß, wie zwiſchen dem Haus und dem Erbauer ein Unterſchied ſei, ſo auch zwiſchen Gott und der Welt; 2. Gott iſt ein Geiſt und muß deshalb im Geiſt und in der Wahrheit angebetet werden; 3. Gottes zu gedenken iſt nicht genug. Ein Vater würde ſchwerlich zufrieden ſein, wenn ein Kind nur ſeiner gedähte. Das Erſte, was er verlangt, iſt Liebe und Gehorſam. So Gott uns gegenüber. Nun zeige ih, wie die Menſchen voll Ungehorſam, Undank und Sünde gegen Gott ſind. „Hier kommt ein alter, ſhäbiger Muhammedaner,

und

will fred) ſtören, ſagt: „Warum hört ihr das Geſchwäß eines chriſtlichen Predigers?* Er wird von den Jndiern zur Ruhe verwieſen. Einer ermahnt mich, doch ja fortzufahren in der Predigt. Und ich predige nun von der Erlöſung dur< Chriſtum. Die mitgebrachten Tractate werden gerne genommen und, wie ich hoffe, auch geleſen. „Jn Alinjikuppam treffe ich nach langer Zeit wieder einmal einen alten, mir bekannten Brahminen (einen aus dem vornehmſten Stande) im Hauſe des römiſchen Lehrers. Ein anderer Jndier, der meine Predigt faſt immer aufmerkſam anhört, iſt aud) gegenwärtig. Der Brahmine begrüßt mich mit erfreutem Geſicht und fängt alsbald ſelbſt an zu reden. Sein Lieblingsausſpruch iſt: „Alle Ströme fließen ins Meer, ſo führen auch alle Religionen in den Himmel.“ „Darauf zeige ich, daß, fo wenig Feuer und Waſſer, Tag und Nacht ſich vertragen, ſo wenig die wahre Religion und die falſchen Religionen. Alle falſchen Neligionen lehren, die Menſchen müſſen fic) ſelbſt erlöſen... Das ſei fo als wenn ich zu einem Leichnam ſpräche: Stehe auf und wandle! Die wahre, chriſtliche Neligion lehre: nicht durch) uns, ſondern dur Chriſtum werden wir erlöſt. x

„Der Brahmine hort mich ruhig an. Zum Schluſſe ſtellt er zivei Fragen: 1. Was mit den Menſchen geworden ſei, die vor Chriſto gelebt haben?

„Die zweite Frage hatte er zunächſt vergeſſen und ent-

. Me+ iin

daß div Geiſter der Verſtorbenen in der Nähe ihrer Gräber weilen. Zünden wir alſo ein wohlriechendes Holz an, ſo iſt das ein ſüßer Geruch für die abgeſchiedene Seele.“ * „Während dieſes Geſpräches hatte ſih eine Gruppe von Männern um uns verſammelt. Dieſen zeigte ih nun, daß ſelbſt der Lügenprophet Muhammed die Bibel das Licht und den Wegiveifer aller Menſchen nenne; daß diejenigen alſo in Finſternis ſißen und auf dem Wege des Verderbens ſich befinden, welche die Schrift nicht wiſſen; wie aber die Schrift uns verkündige, daß wer vor ſeinem Tode kein Verdienſt erlangt habe, ewig in der Hölle Pein leiden müſſe; daß aber das einzig gültige Verdienſt das unſers HErrn Chriſti fet: ,Das ſolltet auh ihr im wahren Glauben annehmen, eure Seelen ſelig zu machen.“ „Aufmerkſam und ruhig hörten ſie bis zu Ende zu, hauptſächlich freilich deshalb, weil ih den Koran (das heilige Buch der Muhammedaner) als dasjenige hingeſtellt hatte, iva ſie einſt richten würde, vielleicht auch, weil id) damit überhaupt etivas Kenntnis ihres heiligen Buches verrathen hatte.“ — Am 9. Juni predigte unſer Miſſionar einer Anzahl von Männern in einem Dorfe, als der Tag eben graute. Einer von dieſen ſprach endlich fo: „Wozu laufen Sie überall herum? Gegen Sie in jedes Dorf zwei Huren; dann werden die Leute alle ſich Jhnen anſchließen.“ — Dem Manne hat er — unter theils ftilljdiveigender, theils ausdriidlidyer Zuſtimmung mehrerer Männer — Goztes Zorn und die Verdammnis für foldje Worte und Gedanken angekündigt und ihn ſammt den andern zu aufrichtiger Buße vermahnt. So predigte Miſſionar Näther alle Tage früh Morgens und ſpät Abends vor größeren und kleineren Zuhörerſchaften. Dabei gab es immer viele Disputationen. Gewöhnlich läßt er von einem der heidniſhen Zuhörer einen Tractat vorleſen, über deſſen Jnhalt dann geſprochen wird, und der endlich vertheilt wird. — Miſſionar Kellerbauer leitet, wie wir wiſſen, unſere Schule in Kriſchnagiri, an welcher außer ihm zwei Lehrer - arbeiten und welche Ende Juni von 57 Schülern beſucht wurde. Wir hoffen, daß durch den regelmäßigen Religionsunterricht in dieſer Schule ein reiher Schaß chriſtlicher Erkenntnis in die Herzen der Knaben gelegt werde, und daß dieſe Saat einſt Früchte bringe zum ewigen Leben. — Miſſionar Mohn ſendet uns aud) ſein Tagebuch, in welchem er über ſeine Thätigkeit und auch über ſeine Heidenpredigten berichtet, Wir nehmen daraus den Bericht vom 14. Juni. Er ſchreibt :

ſchuldigte ſeine Vergeßlichkeit mit Altersſhwäche. Bald beſann er ſich darauf. Nun habe id) ſie leider vergeſſen. Jch Kes

Mie

1VAREL:

86


Die

Missions -Taube.

glaube aber, ſie betraf den Urſprung des Böſen.

Da haben

wir denn lange mit einander geredet.“ —

‘

87

Am 3. Juli hat die Kirche von England feierlich das 1300. Jahresfeſt der Ankunft St. Auguſtins, des Apoſtels „Am 29. Juni predigte ih in Ambur zunächſt in dem von England, und der Taufe des Königs Ethelbert in Cangroßen Pariahdorfe (Wohnort der niedrigſten Klaſſe), wo terbury gefeiert. Faſt 200 Erzbiſchöfe und Biſchöfe der ich, wie gewöhnlich, eine große Zuhörerſchaar hatte. Darauf anglicaniſchen Kirche waren aus der ganzen Welt zu dieſer predigte ich in drei verſchiedenen Straßen in der Stadi ſelbſt | Feier und zu der ſich daranſchließenden Biſchofsconferenz und hatte alle drei Mal nur Muhammedaner als Zuhörer. im Lambeth Palaſte, der erzbiſchöflichen Reſidenz in LonSie beginnen faſt immer ſelber die Unterredung und dis- don, verſammelt. Es war nach der glänzenden Schauputiren von Anfang bis zu Ende mit mehr Eifer als Verſtellung von Englands Macht und Größe beim diamantenen ſtand. Die Haupteinwürfe, um die es fic) aud) diesmal Jubiläum der Kaiſerin-Königin Victoria ein zweiter einhandelte, waren die gewöhnlichen: Chriſtus ijt nicht Gottes Sohn: ein anderer kann nicht für uns leiden; Gott ift ein

guter Vater, der die Schwachheiten ſeiner Kinder überſieht, wenn ſie nur ſonſt ehrbar leben (einer ſagte diesmal : „Wenn einer von hundert Dingen neunundneunzig thut und nur eines ungethan läßt, wird Gott dies nicht nachſehen 2‘); mit der Sünde ijt es überhaupt nicht ſo ſchlimm 2c. Gegenüber meinen Angriffen auf Muhammed, daß er mit Gewalt,

Mord und Brand vorgegangen und unſittliche Dinge erlaubt und geboten hätte, behaupten ſie, dazu habe er von Gott den Befehl gehabt. Yeh zeige ihnen die Größe und Schwere der Sünden, die Furchtbarkeit des Zornes Gottes, und wie Sünde und Zorn allein durch Chriſtum getilgt werden fonnten und getilgt wurden.“ So

arbeiten

unſere Miſſionare

Tag ſür Tag

und ſäen

das Wort und harren deſſen, der allein Segen und Gedeihen geben kann. Vergiß ſie nicht, lieber Chriſt ! (Aus ,,Lutheraner”.)

WMiffiousnadridten. Von einem ſ<weren Unglüsfall iſt die engliſche Kirchenmiſſion betroffen. Auf dem Dampfer „Aden“ kehrten mehrere ihrer Miſſionsgeſchwiſter aus China zurüd>, Frau Miſſionar Collins, welche kurz zuvor ihren Mann auf einer Predigtreiſe in den Fluthen des Minfluſſes verloren hatte, mit zwei kleinen Kindern, Frau Miſſionar Smith, die junge Frau des Miſſionsarztes Smith in Ningpo, und die beiden Miſſionsſchweſtern Miß Weller und Miß Lloyd. Der Dampfer wurde von einem furhtbaren Südweſtmonſun gegen die Felſenriffe der Jnſel Socotra geſchleudert und ſtrandete. Sechzehn Tage wurde das Wra> von Wind und Wellen gepeitſcht. Das einzige Boot wurde herabgelaſſen, um Frau Miſſionar Collins mit ihren beiden Kindern nad dem nicht allzu fernen Strande zu bringen. Aber das Meer hat das RNettungsboot verſchlungen. Die übrigen Paſſagiere des Schiffes wurden einer nach dem andern eine Beute der Wellen, die ſie von den Planken herunterriſſen. Nur wenige lebten nod, als von Aden her das Schiff Mayo fam, um nach dem verſchollenen Dampfer zu ſuchen. Archidiakon Wolfe hatte auh mit dieſem Dampfer heimreiſen wollen, fand aber glücklicherweiſe keinen Plas mehr und mußte deshalb auf den nächſten Dampfer warten.

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dru>svoller

Beweis

der weltumfaſſenden

Bedeutung

und

Aufgabe der engliſchen Kirche. Die Miſſionsgedanken kamen auch in den Berathungen der Biſchöfe zu ihrem Rechte. Jn Umerica ijt kürzlih ein vornehmer Japaner, der Geſandtſchaftsſecretär Akijama, getauft worden. Eine in ſeinem Hotelzimmer ausliegende Bibel, in deren Studium er ſich vertiefte, war das Mittel zu ſeiner Bekehrung. Dic Provinz Sachſen hat am 23. Juli einen ihrer fleißigſten Miſſionsarbeiter, den Paſtor Paul Eger in Nienftedt bei Allſtedt, durd) den Tod verloren. Er war unermüdlich thätig, auf Miſſionsfeſten und durch ſchriftſtelleriſche Arbeiten das Miſſionsintereſſe zu we>en und zu pflegen.

Welch cine Enttäuſchung!

Einige americaniſche Da-

men waren zu dem heroiſchen Entſchluß gelangt, fid von einer Miſſionsgeſellſchaft nad) Grönland ſchi>en zu laſſen, damit fie aud) dort der Temperenzlerei — Waſſermiſſion — Vahn brechen möchten. Und ſiehe da, die Geſellſchaft that ihnen den Willen. Hoch erhoben von dem Bewußtſein ihrer guten Sache, wandten ſie ſich nun an den Miſſionsagenten der Brüdergemeinde in Kopenhagen wegen der nächſten beſten Schiffsgelegenheit nad) dem Ziel ihrer Sehnſucht. Jm Geiſt waren ſie ſchon vorausgeeilt. Heil dir! Grönland, bald wird das Banner der Temperenzler aud auf deinen Eisgeſtaden entfaltet werden! — Die ſehnlichſt erwartete Antwort jenes Agenten iſt eingelaufen, ein falter Waſſerſtrahl auf das Feuer der Begeiſterung dieſer gutherzigen Damen. Ach, wer hätte das gedacht! Da müſſen ſie leſen, daß derartigen Perſonen von der däniſchen Regierung die Erlaubnis zur Landung auf Grönland nicht gegeben werde. Daß ferner Grönland nicht das Land ſei, nach dem fic) von America aus fo fdnell ein fliegender Damenbefud machen ließe, und daß fic) endlih dort für Temperenzgeſchäfte keine glänzende Ausſicht darböte, dieweil die Regierung entſcheide, daß keine berauſchenden Getränke eingeführt werden dürfen. Zugleich aber wird mitgetheilt, daß auf Grönland leider eine förmliche Kaffeetrunkſucht herrſche, und es in der That ſchon vorgekommen ſei, daß cine grönländiſche Familie an einem Tage nicht weniger als ein Pfund Kaffee verbraucht habe. Ob jedoch jene Damen im Jutereſſé der Enthaltſamkeit von Kaffee ſich zu einer Reiſe nah Grönland entſchließen würden, iſt kaum anzunehmen. R. K. Hafenſtadt großen der Beirut, in Miſſion Aus der Syriens, berichtet das Calwer Miſſionsblatt folgendes Erz


Misstions-Taub<.

ſeines Eintritts in den

Milwaukce, Wis. it

ährigen Jubiläums von P. Fr. Lochner. Preis: 25 Cts. Zu beziehen von Mr.“L. Wisbeck, 2625

Cold Spring Ave., Milwaukee, Wis.

Jn ſchöner Ausſtattung, mit 25 Vildern verſehen, aus der gewandten Feder des ſchriftſtelleriſch wohlbekannten und hochbegabten P. F. Lochner, führt dies SO Seiten umfaſſende Büchlein die Geſchichte einer rein lutheriſchen Gemeinde vor Augen mit ihrem ſenffornartigen Anfang, mancherlei ſhweren Kämpfen und herrlichen Siegen und reichem Segen als ein Zeugnis der Güte und Treue Gottes ihres Heilandes, das niemand ohne große Stärkung ſeines Glaubens und dankbaren Lobes Gottes leſen wird. Christian feld.

Science

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329 3d St.

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Divine Healing von P. E. F. Dorn: Publishing

House.

Milwaukee, Wis.

15 Cts., per Dutzend $1.40.

Dies Pamphlet gibt einen ausführlichen, aus den Schriften dieſer Secte genommenen, gründlichen Unterricht dieſer neuen, verderblichen Schwärmerei, welche heutzutage um ſich greift wie ein Krebs und leider ſelbſt auch lutheriſche Chriſten in ihr ſeelenverderbliches Netz zieht. Dieſe Schwärmer führen allenthalben Gottes Wort im Munde, aber in Wahrheit nur um Einfältige zu täuſchen. Denn ſie leugnen alle chriſtlichen Glaubensartifel und mißbrauchen Gottes Wort aufs ſchändlichſte, Das Büchlein verdient die weiteſte Verbreitung unter unſern Chriſten. Sind

<hriſtlihe Gemeinde- Schulen zum Gedcihen der Kirche noth? Von P. H. Gieſchen. Derſelbe Verlag. Preis: 10 Cts., per Dugend 75 Cts.

Die Antwort auf dieſe wichtige Frage wird in fünf Theſen gegeben und der unwiderlegliche Nachweis klar und überzeugend aus Gottes Wort und Luthers Schriften gegeben, daß die chriſtliche Kirche ohne chriſtliche Gemeinde-Schulen für die Länge der Zeit überhaupt nicht beſtehen kann. Sie ſind die Pflanzſtätten der Kirche, wer ſie auſhebt und vernichtet, der kann Chriſti Kirche nicht erhalten. Er legt vielmehr die Axt des Verderbens an ihre Wurzel, wenigſtens an die Wurzel der Ortsgemeinde. Wehe den Gemeinden, die das nicht erkennen! Gott gebe dem Büchlein die weiteſte Verbreitung. Es behandelt cine Lebensfrage der reinen lutheriſchen Kirche ! Milde

Gaben

fiir die Negermiffion:

Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., $235.95. Dur Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, BIL, 269.02 und 270.20. Dur Miſſionar F. J. Lankenau von ſeiner St. Pauls-:Negergemeinde in New Orleans, La., 40.00. BL Miſſionar J. Koßmann von ſeiner Vethlehems-Negergemecinde in New Orleans, La., 50.00. Durch Paſt. Th. Nickel, Shawano, Wis., von Frau S. Thomas .25 und

von Cordie, Theodor und Gretchen Nickel je .25.

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Elfter Synodalberiht des Wisconſin - Diſtricts der deutſchen ev.-luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. St. Concordia Publishing House. St. Louis, Mo. Preis: 18 Cents.

CLD

AR

Hier findet

ſich eine- gründliche Erörterung

über Gefühls-

Chriſtenthum, welche allen Chriſten dringend zum Studium zu empfehlen iſt. Es wird hierin gezeigt, wie weit das chriſtliche Gefühl nad) Gottes Wort berechtigt und bloßes Verſtandes-Chriſtenthum verdammlich iſt. Wiederum aber wird vor Gefühlsſchwärnerei E i und gezeigt, daß klare Erkenntnis göttlichen Wortes dem Gefühl voran ſteht. Endlich wird nachgewieſen an vielen

Citaten aus Luther, Walther und den lutheriſchen Gottesdienſt-

Ordnungen, wie die ev.-luth. Kirche hierin allezei nach Gottes Wort Tepes Mitte gehalten bat. Das Ganze iſt überaus wichtig und

j “Der lebte Gruß. Eine Märtyrer-Geſchichte aus dem zweiten Jahr: undert von C. F. Paulus. Neue teagan Dee deh date: i RSE EES Preis: 12 Cts./ per Dugend $1.20. _ Cine ergreifende Märtyrer:Geſchichtin e prächtiger Wusftattung zu Be äußerſt fît des billigem Glaubens. Preis, Ein Gin köſtlic ſtliches Zeugnisi von der göttlichen öttli

U. A. C. zu

Jm Auſtrag der Gemeinde zur Feier ihres

Durch Kaſſirer

Aug. C. Neiſig, New Orleans, La., 17.50. Durch Kaſſirer G. B. Sohn, Detroit, Mich., 80.57. Durch Paſt. C. Dowidat, Oſhkoſh, Wis., 111.90. Durch Kaſſirer C. A. Kampe, Fort Wayne, Jnd., 588.85. Durch Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md., 258.78. Durch Kaſſirer F. H. Harms, Vancroft, Nebr., 523.55. Durch Paſt. Ad. Habermann freiwillige Gaben aus der Gemeinde zu Plum City, _Wis., 10.00. Summa: $2457.32. St. Louis, Mo., 22. October 1897.

A. C. Vurgdorf,

Kaſſirer.

Die „„Miſſions- Taube““ erſcheint cinmal monatli<. Der Preis für ein Jahr in Vorausbezablung mit Porto iſt folgender: 1 Exemplar, $ .25 10 Exemplare 2,00 25 50

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Die Partie-Preife gelten nur dann, wenn alle Exemplare unter Einer Adreſſe verſandt werden können. Brieſe, welche Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder 2c. enthalten, ſende man unter, 8 fori: EEE SHS House, St. Louis, Mo. a

e bie Medaction betreſſenden Einſendungen find zu abreffiren an Rev. C. F. W. Sapper, 206 S. Madison Str., Bloomington 111, a Geldbeträge Ue BeiNegermiſſion an den Kaſſirer Dir. A. C. Burgdorf, 1033 8. Sth Str., | 8, Mo. is Irregularities in delivery of thi cordia Publishing House, Si Louis, wore meawelzenortod to Con

Entered at the Post Oce at St. Louis, Mo., as second-class matter.

Pra

Den s0jährigen Gedenktag

Miſſionsdienſt konnte unlängſt der auch als Miſſionsſchriftſteller bekannte, jeht in Dresden im wohlverdienten Ruheſtande lebende Miſſionar Baierlein begehen. Nachdem er ſeine Erſtlingsarbeit unter den Chippewa-Judianern gethan hatte, hat er von 1853—1886 erfolgreich in Jndien gewirkt und cine ziemliche Anzahl Heiden für Chriſtum gewonnen.

Geſchichte der ev.-luth. Dreicinigfcits = Gemeinde

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lebnis eines eifrigen Bibelboten, der nicht müde wird, unter den Soldaten die heilige Schrift zu verbreiten. Kürzlich begegnete er einem Soldaten, dem er vor vierzehn Jahren die Bibel verkauft hatte. Der erzählte, daß er nun bereits achtundzwanzigmal das theure Buch durchgeleſen habe; eines Tages aber fet es verſchwunden geweſen. Er habe nachgeforſcht und entde>t, daß ſeine Frau es dem Prieſter ausgeliefert habe, weil dieſer es für cin den Leuten ſchädliches und verbotenes Buch erklärt habe. Er ſei darauf zu dem Prieſter gegangen, um ſein Eigenthum zurückzufordern ; aber da habe dieſer ihn unter dem Siegel der Verſchwiegenheit gebeten, ihm dieſes köſtliche Buch, in dem er ſchon viel geleſen,- zu überlaſſen, oder aber ihm heimlich ein anderes zu verſchaffen. R. K. Jm Jahre 1896 wurden von der Engliſch-kirchlichen Miſſionsgeſellſhaft 7700 erwachſene Heiden getauft und ungefähr dieſelbe Anzahl Kinder; von der Wesleyaniſchen Miſſionsgeſellſchaft 2000; durch die Miſſion der unirten Presbyterianer von Schottland 1079. Zahlen, die wir dem Calwer Miſſionsblatt entnehmen, und aus denen wir erſehen, wie erfreulich in der Heidenwelt die Schaar der getauften Chriſten zunimmt. R. K. Mit den Taufen im Konde- Lande geht es erfreulich voran. Jn der Berliner Miſſion ſind zu den drei Erſtlingen in Jkombe weitere dreizehn auf der Station Muakareri gekommen, die am Sonntag Quaſimodogeniti getauft find. Auch in der Brüdermiſſion ſind auf der Station Rungue die beiden Erſtlinge getauft.

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88


‘Nachrichten aus dem Herausgegeben für die Evang.-Lutheriſhe Synodalconferenz von Nordamerika von der Commiſſion für die Negermiſſion; redigirt von den Paſtoren

19. Jahrgaug.

C. F. W. Sapper

und Richard

December

1897.

„Siche, dein König kommt zu dir ſanftmüthig.“ Es gibt kein troſtreicheres Verheißungstvort zum guten Anfang des neuen Kirchenjahrs, als dies Wort aus dem Adventsevangelium. So groß der iſt, der es ſpricht, fo groß und herrlich ift fein Jnhalt. Denn wer ift es doch, der uns dieſes Wort zuruft? — Gott, unſer himmliſcher Vater. Und wie viel ihm daran liegt, daß wir es mit recht aufmerkſamen, gläubigen Herzen hören, das bezeugt er mit dem Wörtlein: „Siehe“, hebe deine Augen auf, einen König ſende id, und er kommt und bringt dir ein neues Kirchenjahr. Wie willſt du es begrüßen? Mit welchen Hoffnungen antreten? Oder lebt Furcht in deinem Herzen? Du haſt ja freilich viele Sünden im vergangenen Fahr begangen. Werden ſie unvergeben mit dir ins neue Kirchenjahr als ſo viele Ankläger wider dich eintreten? Du biſt durd) manche Noth und Trübſal im alten Jahr gegangen. Werden dich niht mehr und größere im neuen treffen um deiner Sünde willen? Du haſt viele Kämpfe mit den Feinden deiner Seele gehabt tind neue ſtehen dir bevor. Wirſt du das Feld behalten und den Sieg gewinnen oder unterliegen? Sind das deine Gedanken, mein Kind? D, was für traurige und doch mir ſo wohlgefällige Gedanken! ſpricht dein himmliſcher Vater zu dir. Gerne ſehe ich ſie in deinem Herzen. Aber nun ſiehe, hebe deine Augen auf, höre mit Freuden, was id) dir zurufe: „Dein König kommt zu dir.“ Nun ift dir ſchon geholfen, deine Traurigkeit ſhon in Freude, deine Furcht und Sorge in ſeligſte Hoffnung verivandelt. Denn bedenke doch, was dir zugerufen wird aus dem Munde der ewigen Wahrheit und Liebe, die

Kreßſchmar.

‘Aummer 12.

dein Vater iſt. „Ein König kommt zu dir.“ DO, und twas für ein König! Schon der Beſuch eines irdiſchen Königs — welch eine Ehre und Freude müßte dir das ſein! Aber nein, kein irdiſcher, ſterbliher — der Himmelskönig, der König aller Könige in der Welt, kommt zu dir und es ift pdein König“, denn das Leben hat er dir gegeben, und da Satan dich ihm geraubt hatte, hat er dich wieder zu eigen erkauft durch ſein Herzblut, am Kreuz vergoſſen für deine Sünden. Darum iſt er ja „dein König“ und kommt darum zu dir, daß du ſein genießeſt. Er kommt aber zu dir „ſanftmüthig“, mitleidig, hülfreih. Er kommt, daß er deine Sünden wegnehme, damit ſie dich nicht länger verklagen und ängſten können. Er kommt, dich in deiner Noth und Trübſal zu tröſten und dir zu verſichern, daß aller Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth ſein ſollen, zu der er dich in ſeinen Himmel führen will. Er kommt zu dir, um dir Sieg zu geben über alle Feinde deiner Seele und die Krone etviger Ehren auf dein Haupt zu ſehen. Das neue Kirchenjahr ſoll dir ein Gnadenjahr, ein Segensjahr, ein Friedensjahr, ein Siegesjahr fein. — O, du gliidjeliger Chriſt, ſag ſelbſt, kann dir eine ſüßere, troſtreichere, hoffnungsvollere Verheißung zum fröhlichen Anfang des neuen Kirchenjahrs zugerufen werden, als dies Wort: „Siehe, dein König kommt zu dir‘? — O, ſo empfange ihn denn mit Freuden, mit ſtarkem Glauben, mit dankbarer Liebe. Bereite ihm den Weg in dein Herz; ach, den Weg auch in die Herzen anderer

Menſchen, in die Herzen derer, die ihn noch nicht kennen, ohne ihn noc) in Sünden, im Tod dahingehen, damit fie auch wie du in ihm ſelig ſeien hier und dort. Er hält jeht noch ſeinen Gnadenadvent durch ſein Wort und Sacrament


90

Ordination und Einführung in New Orleans. Am

21. Sonntag

nach Trinitatis,

den 7. November,

wurde Herr Candidat F. Siebelit, aus unſerm Predigerſeminar zu Springfield, SIL, in der Kirche der hieſigen deutſchen St. Johannis-Gemeinde von Herrn P. C. J. Cramer feierlich zum heiligen Predigtamt ordinirt. Herr P. Siebelig iſt zum Dienſt in der Negermiſſion als Hülfsmiſſionar an den Stationen St. Paul und Mount Zion berufen, wurde aber auf ſeinen beſonderen Wunſch inmitten obengenannter Gemeinde, zu der ſeine Eltern gehören und die ihn während ſeines Studiums unterjtiiste, zum öffentlichen Dienſt des HErrn ordinirt. Eine große Zuhörerſchaft hatte ſich zu dem Gottesdienſt eingeſtellt, eine feierliche Stimmung beherrſchte die Gemüther und die fröhlichen Geſichter bekundeten deutlich die große Freude der Glieder darüber, daß ein Sohn der Gemeinde feierlid) ausgeſondert werden follte zum öffentlichen Predigtamt. HerrP. Cramer legte ſeiner Ordinationspredigt die Worte 1 Tim. 4, 16. zu Grunde: „Habe Acht auf dich ſelbſt und auf die Lehre, beharre in dieſen Stücken. Denn, wo du ſolhes thuſt, wirſt du dich ſelbſt ſelig machen, und die dich hören“, und beantwortete darin die Frage: „Weſſen ſoll ein Diener des Wortes eingedenk ſein am Tage ſeiner Ordination?“ indem er erſtens auf die hohen Pflichten des von Gott übertragenen Amtes und ſodann zieitens auf die dem Diener des Wortes gegebenen tröſtlichen Verheißungen hinwie3; wobei er dann auch an paſſender Stelle die Wichtigkeit der Negermiſſion mit warmen Worten den Zuhörern ans Herz legte, und fie ernſtlih ermahnte, derſelben ſtets in ihren Gebeten und mit ihren Gaben zu gedenken. Am folgenden Sonntag-Morgen wurde Herr P. Siebelißz

vom Unterzeichneten in den St. Pauls- und Mount Zionfirdjen in ſein Amt eingeführt. P. Siebelif wird zunächſt vornehmlich im Schulehalten aushelfen, indem er die zweite Klaſſe der St. Pauls-Schule übernehmen wird, an der bis zum Schluß des vorigen Schuljahres Fräulein Holland arbeitete. Zur ſelben Zeit wird er aber auch jeden Sonntag-Abend abwechſelnd in St. Paul und Mount Zion predigen. “Der gnädige HErr ſei mit dieſem ſeinem Diener und fördere das Werk ſeiner Hände, auf daß durch ihn viele

elenzu Chriſto, dem Heiland der Seelen, geführt werden! F. J. Lankenau.

Tro}

aller Prahlereien

der Geſundheitsbehörden,

daß

die ſtrengen Quarantänemaßregeln das Einſchleppen des gelben Fiebers auf immer verhüten würden, hat es ſich dieſes Jahr doch ’mal wieder bewahrheitet, daß „der Menſch denkt und Gott lenkt“, Denn ungeachtet aller Vorſicht der nationalen und ſtaatlichen Geſundheitsbehörden ift die gefürchtete Seuche doch wieder aufgetreten, und trohz aller Ent\chloſſenheit und aller Bemühungen der Menſchen hat fie ſich doch, - wenn auh nur langſam, ausgebreitet und manche Opfer gefordert. Es kommen auch jeßt noch täglich neue Erkrankungen hinzu, ſo daß die Geſammtzahl der Kranfen ſchon auf über 1800 und die Zahl der Todesfälle auf 266 geſtiegen ijt; doch hat die Krankheit, in Folge der kühleren Witterung in den leßten Wochen, bedeutend abgenommen, und die tägliche Zahl der Todesfälle vom Fieber, die eine Zeitlang die Hälfte der Geſammttodesfälle betrug, hat ſich ſehr vermindert.

Unſere

hieſigen Gemeinden

ſind faſt

ganz und gar vor der Seuche behütet worden und unſere Negergemeinden ſind gänzlich verſchont geblieben. Es ſind zivar einige Krankheitsfälle auf unſern Miſſionsſtationen vorgekommen, die ſchr den Anſchein von gelbem Fieber hatten, doch haben wir auh nicht Einen Fall gehabt, wo der Arzt beſtimmt erklärte, daß gelbes Fieber vorhanden ſei. Aber obwohl unſere Negermiſſionsgemeinden bis jest durch Gottes unverdiente Gnade vor der ſchre>lichen Seuche behütet worden ſind, ſo ſind wir doch durch dieſe Heimſuchung in einer andern Hinſicht ſchwer betroffen worden. —

Der erſte ſchwere Schlag traf uns, als wir auf Befehl und Anordnung der Behörden unſere Schulen, die wir mit ſchöneren Hoffnungen als je zuvor eröffnet hatten, ſhon am neunten Tag nach der Eröffnung wieder ſchließen mußten. Dann kam die Quarantäne und in Folge derſelben ſ{loß eine Fabrik nach der andern, wodurch viele brodlos twitrden; die Eiſenbahnen ſtellten ihre meiſten Züge ein und hörten auf, Fracht zu befördern, woraufhin ein Geſchäft nach dem andern

ſeine Arbeiter entließ und ſchließlich viele Geſchäfte ganz geſchloſſen ivurden; Fluß- undDceandampfer lagen ſtill; Leute, die ſonſt im Herbſt auf den Zu>erplantagen ihr gutes Geld verdient hatten, konnten der Quarantäne wegen nicht aus der Stadt kommen; die Frauen der Negergemeinden, die ſich zum großen Theil durd) Waſchen tind Kochen ihr Brod verdienen, wurden eriverblog, da die Reichen und Wohlhabenden gleih beim Ausbruch des Fiebers zu Tauſenden aus der Stadt geflüchtet waren. Kurz, Handel und Wandel lag danieder, und unſere armen Neger, die ja nie zu gut für ihre Arbeit bezahlt werden, und daher auch in guten Tagen nicht viel zurü>legen können, haben wohl zum großen

Theil faſt von Brod und Waſſer gelebt.

Es mag dies

übertrieben klingen, iff es aber durchaus nicht, denn ih

habe es in leßter Zeit mehr als einmal mit eigenen Augen geſehen, wie arme Neger weiter nichts als tro>enes Brod

BA:

QAuſere Negermiſſion.

Das gelbe Fieber und unſere Negermiſſion in New Orleaus.

Y

in der weiten Sünderwelt, damit er von Sünden ſelig mache, was fic) nod) will von ihm retten laſſen. D laſſet uns von Herzensgrund unſerm Gnadenkönige JEſu zurufen : Gelobet ſei, der da kommt im Namen des HErrn. Hoſianna! HErx, hilf, o HErr, laß wohlgelingen!“ O. H.

q


-Taube.

91

und Waſſer hatten, um ihren Hunger zu ſtillen und ihren Jahren, von den Kindern ſelbſt das dazu nöthige Geld beDurſt zu löſchen. | kommen werden, ſteht bei uns faſt ganz außer allem Zweifel. Ja, groß war die Noth und iſt auch noch niht ganz vor- Der Winter iſt vor der Thür, Kohlen, Kleider und Schube über. — Erſt vor einigen Tagen fam ich Morgens um etiva | müſſen gekauft werden, die Kinder müſſen neue Schulbücher neun Uhr in ein Haus und fand die beiden kleinſten Kinder | haben, und wenn alles das angeſchafft iſt, wird wohl kein im Bett. Auf meine Frage, ob die Kleinen frank ſeien, | Geld für Weihnachtsgeſchenke mehr da ſein. — Nun, die “O no, pastor; I jus’ done put | Sache ſei dem lieben Chriſtkindlein ſelbſt befohlen; er wird dem in dere, ’cause its too col’ fer dem and we’s got | wohl Mittel und Wege finden, den armen Negerkindern auch dieſes Jahr eine Weihnachtsfreude zu bereiten! no money to buy coal. De ol’ man’s been out o’ work gwine on two mon’s and de stores has done F. J. Lankenau. quit givin’ out pants to sew an’ our pocket-book’s Eingeſandt“ vou J. C. S. als Nachtrag zu „Zwei done give out too! But, t’ank God, de ol’ man’s Freudeutage auf der Miſſionsſtation Greensdone gone to work dis mornin’ an’ if God spares boro, N. C.“ him, he'll bring home some money to-night an’ we'll Lieber Leſer! den have a roarin’ fire in dis grate, sure. An’, pastor, I want to tell’ you not to t’?ink hard o’ me, Du lieſeſt vielleicht Jahr aus Jahr ein die „Miſſionscause I’s not brought no money to church in de las’ Taube”. Du vernimmſt daraus, wie ſchwierig das Werk der Seelenrettung unter den Negern iſt, und darfſt cs billig two mon’s. It’s so long since I done seen a nickel glauben, unnennbares Leid bereitet es dem Miſſionar, wenn ora dime, dese hard times, I hardly knows what dey ihm von dieſen unglückſeligen Menſchen verboten wird, ihr looks like! But t’ank God, it’s no worser; de lan’Haus fernerhin zu Miſſionszwe>en zu betreten; oder wenn Jord an’ de groc’ryman’s been good to us an’ we’s always had a piece o’ bread, me an’ de ol’ man an’ von den Vielen, die er beſucht, fo wenige au nur einmal kommen, um Gottes Wort zu hören; während auf den wilde chilluns, an’ our cistern always had plenty o? den “‘revivals?’, wo die Negerprediger brüllen, daß einem die water. De Lord’s always good to his people; he’s Ohren gellen, und weder fie, nod) ihre Hörer ein Wort von dat sure, pastor!’’*)

antivortete die Mutter:

Der geneigte Leſer ſieht alſo, daß die Noth groß, wirklid) groß war. Die Lage beſſert ſich jest aber, Gott ſei Lob und Dank, von Tag zu Tag. Die Quarantäne wird überall aufgehoben, der Waſſer- und Eiſenbahnverkehr fängt wieder

an, die Geflüchteten fommen nach und nach zurüc, die Fabriken werden wieder geöffnet und in einigen Wochen wird wohl von eigentlicher Noth nicht mehr zu reden ſein. Aber eins macht uns Miſſionsarbeitern große Sorge, nämlich unſere diesjährige Chriſtfeier. Mit ſchwerem Herzen fragen wir uns: „Woher nehmen wir Geld für einen Chriſtbaum; woher befommen wir die Mittel, um Geſchenke für die Kinder zu kaufen?“ Denn daß wir nicht, wie in andern ®) Jn deutſcher Ueberſebung: O nein, Herr Paſtor; ich habe fie bloß’ da hinein gethan, weil es hier zu kalt für ſie iſt und wir kein

Geld haben, Kohlen zu kaufen. Mein Mann iſt jest ſhon beinahe zivei Monate ohne Arbeit und die Kleiderläden geben mir jeßt auch keine Hoſen mehr zu nähen, und in Folge deſſen iſt unſere Geldtaſche

leer.

Aber, Gott ſei Dank, mein Mann iſt heute Morgen wieder an

die Arbeit gegangen und er wird, ſo ihn Gott behütet, heute Abend Geld mitbringen und dann werden wir ein tüchtiges Feuer im Herd haben. — Und noch etwas wollte ich Jhnen ſagen, Herr Paſtor:

denken Sie nicht übel von mir, daß ich in den leßten beiden Mona: ten kein Geld zur Kirche gebracht habe.

Es iſt ſchon ſo lange her,

daß ich fünf oder zehn Cents geſehen habe, daß ich kaum noch weiß, wie die Geldſtücke ausſehen. Aber, Gott ſei Dank, daß es nicht ſchlimmer iſt; unſer Hauswirth und unſer Groceriſt (Materialhändler) ſind gute Leute und wir, ich und mein Mann und die Kin-

der, haben immer noch ein Stück Brod gehabt und die Ciſterne hatte auch immer Waſſers die Fülle. Der HErr iſt ſeinem Volk gniidig; er iſt das gewiß, Herr Paſtor !“ L,

an

C

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der „Predigt“ verſtehen, die Zuhörer gleichſam lauſchen, als ob ihnen eine große Erbſchaft angekündigt würde; oder wenn ſelbſt diejenigen, die die reine Lehre bekennen,

wieder dem

Teufel Naum geben und durch Troß und Widerſpenſtigkeit ſich gegen Gottes Wort verſündigen 2c., wie geſagt, das alles bereitet Herzeleid. Allein man kann dieſe Elenden doch wieder damit entſchuldigen, daß ſie es nicht beſſer wiſſen, und deshalb arbeiten wir eben unter ihnen, um ſie eines Veſſern zu belehren. Andererſeits ſchmerzt es aber viel mehr, zu denken, wie ſehr doch bei unſern erkenntnisreichen Lutheranern der Kains-Sinn den Negern gegenüber obwalten muß, der da ſpricht: „Soll ih meines Bruders Hüter ſein?“ Und was iſt wohl die Urſache? Nun, da gibt es Leute unter uns, die halten wohl die Miſſionszeitſchriften, aber ſie haben nicht genug Jutereſſe an der Ausbreitung des Himmelreiches, um dieſelben zu leſen. Andere leſen wohl von der Noth, denken auch wohl im günſtigſten Fall: „Es ſollte da geholfen werden!” oder: „Die Synodalconferenz wird ſchon helfen !“, vergeſſen aber, daß fie eben zur Synodalconferenz gehören, und daß daher dieſe Körperſchaft nicht helfen kann, che ſie Hand ans Werk legen. Wiederum gibt es unter uns ſogar Paſtoren, die ſich nicht getrauen, die Noth der Negermiſſion ihren Gemeinden darzulegen, und doch gäben die Laien oft ſo gerne, wenn ihnen die Bedürfniſſe nur näher ans Herz gelegt würden, wie Schreiber dieſes zur Genüge auf einer Reiſe nad) dem Norden vor kurzem er-

fahren durfte.

Noch andere, geſtehen wir es nur ein, mei-

nen, man ſollte nur ſolche Miſſionen unterftiigen, bei denen

mehr Seelen gewonnen werden als in der Negermiſſion.


<—

92

dieſer arme Sohn

des Nordens

verbrochen

haben,

daß ihm

die Stride an den Hals gekommen find? Und ob's ihm wohl nod) ſchlimmer an den Kragen geht? Jedenfalls cine ſeltene Scene unter jenem Volk! Das beſtätigen die Ge-

ſeit Jahren Miſſion getrieben wird, ohne auch nur ein Anz Ja, dem trägen, zeichen von ſichtbarem Erfolg, und befieht ſich dann die ſichtszüge und Geberden der Zuſchauer. thranigen Eskimo geht nichts über ein ſanſt, geruhig und Wunder der Gnade Gottes, welche in unſerer Negermiſſion ſchon geſchehen ſind, dann ſollte man wahrlich alles thun, friedſam Leben. Daß er jedermann und jedermann ihn in dieſelbe zu fördern, da der HErr fic) doch ſo ſichtbarlich zu Ruhe läßt, darauf iſ} fein Herz gerichtet. Er verwickelt ſich uns bekennt. Wiederum ſicht und hört man, wie viel in nicht gern in Händel. Advocaten und Poliziſten ſind dort ganz entbehrlich. Die Eskimos haben eine eigenartige, gedieſer Beziehung gethan wird von den Herrnhutern, Baptiſten, Congregationaliſten, Methodiſten (ein Zweig der müthliche Weiſe etwaige Streitſachen unter ſich zu ſchlichten. leßteren allein erhält 46 Colleges für Neger im Süden, Die Gegner müſſen vor einer Verſammlung ſingend ihre Klage vortragen und einer den andern welche jährlih über SOOO Studenten = lächerlich zu machen ſuchen. Wer das belehren!); vernimmt man, daß 3. B. am beſten kann, hat gewonnen. Wenn fürzlih bei einem Mijfionsgottes: unſer gefangener Eskimo auch zu einem dienſte der „Chriſtlichen Allianz“ in ſolchen „Singeſtreit“ geführt wird, ſo Orchard (Maine) $101,324.00 in ſteht feine Sache nicht allzuſchlimm. Gold, Juwelen, Pianos, GrundeigenNäheres über die Eskimos mögen die thum 2c. für Miſſionszwe>e aufgelieben Leſer in No. 1 dieſes Jahrgangs bracht ivurden, und über 100 Perſoder „Miſſions-Taube“ nachleſen. nen ſich bereit erklärten, als Miſſionare in Heidenländer zu ziehen, — und erLieblich und friedlich liegt auf dem wägt man, daß dieſen Leuten nicht andern Bilde cine üppige tropiſche vie uns das reine Licht des EvangeLandſchaft vor uns, ein Stückchen von liums in ſeiner ungetrübten Klarheit der Juſel Ceylon, der „Perle an der anvertraut iſt, und daß von uns LutheStirne Vorderindiens“. Von derEin gefangener Gstimo. ranern doch viel mehr erwartet wird, ſelben ſingt ein Dichter: weil uns viel mehr gegeben ift als jenen, dann wünſcht Ob auch gewürzte Winde man aus tiefſtem Herzensgrund, daß doch auch unſere LutheVon Ceylons Juſel wehn, raner aufwachen und ihre Pflichten den in Finſternis ſißenDer Menſch iſt todt in Sünde Und muß verloren gehn. den Negern gegenüber beſſer erkennen und erfüllen und ſich Umſonſt ſind Gottes Gaben an eine freigebigere, regelmäßigere Unterſtüßung unſerer So reichlich ausgeſtreut: Megermiffion gewöhnen möchten! Der bevorſtehende JahDie Heiden ſind begraben resivecſel bietet ja aud) wieder Gelegenheit dazu, unſere Jn Nacht und Dunkelheit. Miſſionszeitſchriften zu verbreiten. Jeder Leſer ſollte, anſtatt dieſelben aufzugeben, einen oder mehrere neue AbonWie Reiſende berichten, iſt Ceylon in mancher Beziehung nenten zu gewinnen ſuchen. Bedenke doh, theurer Leſer, das intereſſanteſte Stü>k Aſiens. Sein Klima ift gleichEine erlöſte Negerſeele ijt mehr werth als all dein Geld, mäßiger und angenehmer als das in Judien. Das Junere das du doch nicht aus dieſer Welt mitnehmen kannſt. Und dieſer Jnſel bildet ein romantiſches Gebirgsland und zwiwer da betet: „Dein Reich komme“, aber nichts dazu thut, ſchen den Bergen dehnen fic) Thaler und Ebenen aus, die daß dies auch geſchehe, verräth entweder Unwiſſenheit, Vor- an Fruchtbarkeit und landſchaftlicher Pracht ihres Gleichen Urtheil oder Unlauterkeit. Nun denn, auf, auf ihr Reichs- ſuchen, eine Pflanzenivelt überaus reich an tropiſcher Fülle _ “ genoſſen! Es gilt unſterbliche Seelen aus dem hölliſchen und Ueppigkeit. Da ſieht man prächtige Wälder mit manPfuhl zu erretten; Seelen, für die Chriſtus eben ſo wohl derlet S<hmu>- und Nußhölzern, und auf den Lichtungen f Blut vergoſſen hat, wie für den edelſten Weißen; liebliche Pflanzungen. Dort erntet man feinen Kaffee und _S en, die ihm gehören, und die wir daher für ihn wieder Thee und Zimmt und die mediciniſche Chinarinde. Kokos‘und bet ihm erhalten ſollen! Sollten wir da- nüſſe gibt es aud) dort in Menge, und glü>lich der Beht fröhlih geben? viel geben? regelmäßig geben? wohner, der eine Anzahl ſolcher Kokospalmen, wie ſie unſer ob ai J. C. Schmidt. Bild zeigt, bei ſeinem Hauſe hat, fie bieten ihm Speiſe,

re

in andern Ländern

Das kleine Bildchen verjest uns nach den Schneefeldern des hohen Nordens, in das Revier der Esfimos. Was mag

Sook

be

von Zeit und Geld

den Bildern.

2

welchem Aufwand

Zu

E

Abgeſehen davon, daß wir nicht um des Erfolges willen arbeiten, fo ſollten doh ſolche, die fo denken, erwägen, daß, wenn wir in der Negermiſſion leider niht fo große Zahlen aufzuweiſen haben, wir aus Leuten, die ſchlimmer als Heiden find, weil fie ihr vergucertes Heidenthum für Chriſtenthum anſehen, mit Gottes Hülfe Chriſten, Lutheraner machen wollen und ſollen; und wenn man lieſt, mit


Die Trank,

Kleidung und Holz.

93

Missiows-Tanube.

Auf dieſer Ynfel wird gutes | Englander und Holländer mit Singhalejinnen abjtammten.

Eiſen gefunden, und viele koſtbare Edelſteine ſind von dort | Zahlloſe Buddhiſtenprieſter hielten das Volk in Blindheit in den Markt gekommen, auch die Perlenfiſcherei wird dort | und abgöttiſchem Aberglauben gefangen. Wie bei andern

Ja, Gottes Gaben ſind auf Ceylon reichlich aus- | Heidenvölkern hatten die Mädchen und Frauen auf Ceylon

Ceylon.

betrieben.

Y geſtreut. Aber die Bewohner haben ihm nicht dafür gedankt. Vis die Miſſionare mit dem Evangelio dorthin kamen, waren fie ſämmtlich arme Heiden. Jhre Zahl war ziviſchen zivei bis drei Millionen, zumeiſt Singhaleſen, theilweiſe auc) Tamulen und Mauren und Miſchlinge, die aus Verbindungen der

| | | | |

ein trauriges Los. Sehr jung men und oft bald wieder ſchnöde nur mit ſeinen Söhnen zu Tiſch; ten ſich mit den übrigen Broden Miſſionar einen ſolchen Heiden,

wurden ſie zur Ehe genomverlaſſen. Der Mann ſaß Mutter und Tochter mußbegnügen. Einſt bat ein daß er ſeine Tochter in die


Die

Missions -Taube,

Miſſions\chule ſchi>en ſolle. Dod) dieſer zeigte auf cin Pferd und fragte: „Kann dieſes Pferd auch leſen lernen?“ Der Miſſionar mußte es verneinen. „Gut“, ſagte der Heide, „wenn ein ſo kluges Thier nicht leſen lernen kann, wie kann man es dann von einer Frau erivarten !“ — Dod) auf Ceylon iſt eine große Veränderung eingetreten. Zahlreiche Miſſionsgeſellſchaften haben auch hier ihr geſegnetes Werk begonnen und herrliche Erfolge erzielt. Ein Zehntel aller Bewohner dieſer Jnſel nennen ſich jest Chriſten, im Verhältnis zehnmal mehr als in Gndien. Etwa fünfzigtauſend Kinder beſuchen proteſtantiſhe Schulen. Die bekehrten Singhaleſen ſind meiſt ſehr arm. Der gewöhnliche Tagelohn eines Arbeiters beträgt dort nur etwa acht Cents nach unſerm Geld. Die Familie darf ſich dabei nur cine Mahlzeit am Tag erlauben und muß ſonſt nothdürftig den Hunger zu ſtillen ſuchen. Dennoch zeichnen ſich die Heidenchriſten auf Ceylon durch ihre Opferwilligkeit aus und ſteuern reichlich bei zum Unterhalt der Kirche und zur Ausbreitung des Reiches Gottes. Sie beſhämen viele Chriſten, die reichlicher als ſie mit irdiſchen und geiſtlichen Gütern geſegnet ſind. R. K.

Miſſionsdienſt im Winkter.

Bere E

unſere Miſſionare zu ihrem beſchwerlichen Dienſt im Winter wohl gerüſtet und warm bekleidet ſind! Geleiten wir ſie auf ihren gefahrvollen Berufswegen mit unſerer Liebe und Fürbitte. Ja, für die lieben Miſſionsarbeiter im Winter ein Extra-Scherflein und ein Extra-Vater-:Unſer! R. Is. —

0

———

Wiffionsnadridter. Hermannshurger Miſſion in Transvaal. Der Fieberepidemie in Transvaal find leider cine ganze Reihe Miſſionsgeſchwiſter der Hermannsburger Miſſion zum Opfer gefallen. Auf der Station Moſetla ſtarben an einem Tage, nämlich am 11. Mai, zwei Söhne des Miſſio-

nars Lüneburg und noch denſelben Abend folgte der Vater ihnen nach. Derſelbe hat während ſeiner zwanzigjährigen Wirkſamkeit als Miſſionar durch viel Trübſal gehen müſſen. Wenige Tage ſpäter ſtarb cin dritter Sohn, ein vierter Sohn genas nach ſchiverer Krankheit.

Den-

ſelben 11. Mai ſtarb auf der Nachbarſtation Potuana Miſſionar Miſſelhorn. Auf der Station Jericho ſtarb die Gattin des Miſſionars Peters und auch cin Kind desſelben. Auf der Station Pella ſtarben zugleich Miſſionar Spring = horn, deſſen Gattin und ein erwachſener Sohn. Miſſionar Springhorn hat über dreißig Jahre im - Segen in Africa gewirkt. Endlich iſt auch auf der Station Emmaus _ Miſſionar Lohann am 13. Juli durch das Fieber hingerajft. Das Zum Dienſt des HErrn bereit im ſtrengen Winter. ſind viele ſchwere Verluſte in kurzer

Bald herrſcht wieder der Winter mit ſeiner grauſigen Macht. Beſonders die nördlichen Staaten erfahren ſeine grimmige Wucht und die Natur, ſtarr vor Froſt, hüllt ſih in Schnee und Gis. Schneidige Nordwinde, gefürchtete „Blizzards“ wirbeln die Schneemaſſen durh die Luft und begraben Zäune und Wege unter Bergen von Schnee. Menſchen und Thiere ſuchen Schuß gegen die durchdringende Kälte. Wie gern weilt man da im fkoſigen Heim beim kniſternden Feuer! Gott behüte und geleite ſeine Knechte, die, ihrem Berufe treu, auf ungebahnten Wegen durc Wind und Wetter, Schnee und Froſt einem kleinen Häuflein theuer erfoufter Seelen in -der Ferne zuſteuern, ihnen das Evan-

ruthen, die gegenwärtig von den Vewohnern Jndiens empfunden werden. Der WAufftand gegen die machthabende engliſche Obrigkeit hat genug Jammer und Blutvergießen zur Folge. — Die verheerende Beulenpeſt wüthet noch immer und fordert viele Opfer. Am 15. November kam von Bom-

gelium zu bringen, oft mit größter Gefahr ihres Lebens. Wie leicht könnte es geſchehen, daß ſie abirren von der

bay die Nachricht, daß die Seuche inſonderheit in Poona und Umgegend ſchre>lih um ſich greift. Snnerhalb 48 Stunden

verivehten Fährte und im unwirſchen Klima auf winterlicher Landſchaft in der Jrre umherfahren und mühſam vorwärts ſtreben durch tiefen Schnee, im Zweifel, ob es ihnen ¡gelingen wird, eine menſchliche Wohnung zu erreichen, che

und 636 Kranke lagen in den Hospitälern. — Dazu endlich die furhtbare Hungersnoth. Wie viele ſind ſchon durch die: ſelbe hingerafft tvorden, wie viele hungern und verhungern

(es zu ſpät iſt. — Wie mancher hat auf ſol< winterlichen Touren Glieder erfroren und die Folgen bis ins Alter mit-

hen,

— Wer wollte niht wünſchen und helfen, daß

Zeit. CAS: Krieg, Peſtilenz und theure Zeit, drei ſchwere Zucht-

fwurden dort 134 Erkrankungen und 94 Todesfälle gemeldet

Nod) tägli!

Ein Augenzeuge fand an allen Kindern einer

chriſtlichen Knabenſchule herzbewegende Spuren des grau-

ſamen Hungers und der äußerſten Entbehrung.

Eine An-

a

94


Missions -Tauke,

O, wie undankbar wir find! — Mögen dieſe ſchweren Heimſuchungen den Chriſten Judiens eine heilſame, väterliche Züch-

tigung ſein und den Heiden ein ernſter Mahnruf, daß ſie ſich bekehren von ihren todten Gößen zu dem lebendigen Gott! R. K.

Chriſtenverfolgungen in Perſien. über Chriſtenverfolgungen

Die „Petersburger

in Perſien, welche von Kurden

ſeit mehr als ſehs Wochen ſyſtematiſch verübt werden.

An-

fangs September ſoll das in Urmien liegende und aus\chließlih von Chriſten bewohnte Dorf Alwatſh von Kurden überfallen und völlig verwüſtet worden ſein, wobei acht Chriſten getödtet wurden. Kurze Zeit darauf ſollen die Kurden noch andere ſieben von Chriſten bewohnte Dörfer überfallen, die Getreidefelder in Brand geſte>t, einen Katholifen und einen Geiſtlichen getödtet haben. Am ärgſten ſollen die Kurden in der Provinz Solmoſt gewirthſchaftet haben: hier ſollen viele Chriſten getödtet und deren Hab und Gut geraubt worden ſein. Die Angaben des Berichtes werden auch von einem Arzte beſtätigt, der dieſer Tage aus Urmien zurückgekehrt war. Die „Petersburger Wjedomoſti“ fordert die ruſſiſche Negierung auf, in Teheran ein energiſches Wort zu ſprechen, um die Wiederholung der armeniſchen Greuel in der Nähe Rußlands unmöglich zu machen. Eine wenig erfreuliche Statiſtik veröffentlichte der Miſſionar Loomis über den Stand der Miſſion in Japan. Es gibt dort jest 38,361 evangeliſche Chriſten (d. h. vollberechtigte Abendmahlsglieder; die Zahl der Getauften iſt drei- oder viermal ſo groß). Gegen das Vorjahr haben ſich dieſelben um 349 vermindert. Die Zahl der Gemeinden iſt um 48 zurückgegangen, die der Miſſionsſtationen um 9. Die Zahl der Theologieſtudirenden iſt von 295 auf 223 geſunken. - Dieſe Zahlen ſind leider Beweiſe, daß der nach dem chineſiſch-japaniſchen Kriege erwartete Aufſhwung der Miſſion in Japan noch nicht eingetreten iſt. Es geht auch in Japan langſam, und die roſigen Hoffnungen auf eine {nelle Maſſenchriſtianiſirung des Landes erfitlfen ſich nicht. c Gin Mijfionsgottesdienft fiir Taubftumme. Ju der Kirche zu Knoxville, - lutheriſchen Erſten deutſchen evang . Tenn., wurde am Sonntag-Nachmittag, den 7. November, ein Miſſionsgottesdienſt für Taubſtumme abgehalten. Etiva

150 Taubſtumme waren anweſend.

120 von dieſen waren

Schüler der Taubſtummen-Anſtalt des Staates Tenneſſee. Aber auch viele Gemeindeglieder und Americaner hatten fic) eingefunden, ſo daß die Kirche gedrängt voll war und Stühle herbeigeſchafft werden mußten. Herr Miſſionar Bentrup hielt cine ſhöne Predigt über den Schächer am Kreuz, und zivar redete er ſowohl in Zeichen als aud) in engliſcher

Sprache, konnten.

fo daß alle Anweſenden dem Vortrage folgen Die Taubſtummen waren ſehr aufmerkſam und

man konnte es ihnen anſehen, daß das Geſagte Eindru> auf ſie machte. Nach Schluß des Gottesdienſtes begrüßten ſie den Miſſionar, dankten ihm herzlich und baten ihn, recht bald wieder zu kommen. Gewiß wird der bei der Gelegenheit ausgeftreute Same

des Worts

reiche Frucht

bringen.

Der HErr wolle auch dieſe Miſſion reichlich ſegnen. Jul. A. F. Schuldentilgung. Jm October war zu New Haven, Conn, die Jahresverſammlung des ſogenannten American

Board, der befannten Miſſionsbehörde der Congregationaliſten. 165 Glieder waren anweſend, dazu eine Anzahl Gäſte, auch einige Miſſionare aus der Heidenwelt. Alle Berichte über das ausgedehnte Miſſionswerk dieſer Geſellſchaft lauteten erfreulih, nur der Finanzbericht brachte die bedrü>ende Thatſache vor die Verſammlung, daß die Miſfionstafje trog aller Einſchränkungen mit einer Schuld von $45,000 belaſtet war. Nun wurde nicht nur zur Tilgung dieſer Schuld ermuntert, ſondern aud) von den Anweſenden ſofort Hand ans Werk gelegt und in wenigen Minuten $15,000 für dieſen Zwe> gezeichnet, wozu in der folgenden Abendſißung noch weitere $6000 verſprochen wurden, und zivar wurde von den Gebern ſchriftlich erklärt, daß dieſes Extragaben ſein ſollen, die ihren regelmäßigen Beiträgen keinen Abbruch thun. — Auf ähnliche Weiſe hat die Miſſionsgeſellſhaft der Kirche Englands im vergangenen Mai eine Schuld von $40,000 während der Jahresverſammlung und in wenigen Wochen nach derſelben getilgt. R. K. Jndien. Obwohl Jndien mit einem dichten Nes von Miſſionsſtationen bede>t iſt und an 1000 ordinirte Miſſionare dort ihr Arbeitsfeld haben, fo macht fid) doh nod) in vielen Gegenden ein erheblicher Mangel an Arbeitskräften fühlbar. Da gibt es z. B. in den Nordweſtprovinzen ein Gebiet von 20,000 engliſchen Quadratmeilen und zwei Millionen Einwohnern, tvo bis vor kurzem nur ein Miſſionar in der Arbeit ſtand, während es jebt ihrer drei find. Ein anderer Bezirk nördlich von Allahabad mit anderthalb Millionen Einwohnern hat nod) keinen Miſſionar. Jm Pandſcab wird ein Bezirk von 29,000 Quadratmeilen und zwei Millionen Einwohnern von Einem Miſſionar verſehen. Ebenfalls nod) ganz unzureichend ſind Centralindien und die großen Vaſallenſtaaten im Dekkan bejest. — Während ſih die gläubige Chriſtenheit nun ſhon ein Jahrhundert lang bemüht, Judien die Segnungen des Chriſtenthums zu bringen, finden fic) neuerdings von Zeit zu Zeit immer wieder auh „aufgeklärte“, ungläubige Europäer gemüßigt, den Hindus Lobreden auf ihre Religionen zu halten. So thut jeht wieder ein Fräulein Beſant in Nord-Jndien. Die weſentlichſten Lehren des Chriſtenthums von der Dreieinigkeit, der Menſchwerdung, der Mittheilung des Heiz ligen Geiſtes u. a. finden fic) nad) ihrer Meinung aud) hon im Hinduismus. Nur zivei thatſächliche Unterſchiede beſtänden zwiſchen beiden Religionen: das Chriſtenthum lehre ewige Höllenſtrafen, und— es erlaube den Genuß von alkoholiſchen Getränken, während der Hinduis-

ered

zahl hatte an jenem Tage, obwohl Mittag längſt vorbei, noch feinen Biſſen gegeſſen. Viele Familien ſind froh, wenn ihnen Eine kümmerliche Mahlzeit am Tag beſchert iſt. —

95

ian

Die


eee 5.

96

Die

Missions -Tarr

mus ihn verbiete. Natürlich finden ſolche oberflächlichen, lächerlichen Behauptungen bei den geſchmeichelten Hindus großen Beifall. Kürzlich kam einer der auf dem Religionscongreß in Chicago verherrlihten Hindu -Redner Witvegananda Swami mit drei zu ſeiner Religion bekehrten Engländern nad) Madras, um dort über ſeine Erfolge im Weſten zu reden. Der Eindru>, den er auf die Hindus machte, war der, daß er dort cine religiöſe Umwälzung vollbracht und Tauſende zum Hinduismus bekehrt hat. Nüchterner urtheilte das von einem eingebornen Chriſten herausgegebene Wochenblatt, “The Christian Patriot’’, welches ſchrieb: „Es iſt uns indiſchen Chriſten unbegreiflich, wie ſih die Americaner von Swami verleiten laſſen konnten, fold) greifbaren Unſinn zu glauben.“

Bücher = Anzeige. (Von O. H.) Dr. Martin Luthers ſaute

Sthriften,

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Dr. J. G. Walch. Sechster Band. Auslegungen über die großen und etliche der kleinen Propheten. Con-

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die

|

|

LSt das der große Neformator der Kirche in der leßZeit der Welt wieder durfte darreichen. Silbern nennen wir

Krippe, denn die äußere Ausſtattung nad) Druck, Papier, Band

reſſanten Geſchichte über Luthers Aufenthalt daſelbſt. Auch ſonſt iſt der Kalender reich an köſtlichen und erbaulichen Erzählungen aus dem Reiche Gottes, die nicht ohne reiche Stärkung des Glaubens und Erwecung der chriſtlichen Liebe geleſen werden können. Außer dem, was in jedem Kalender ſtehen muß, finden ſich auch wie immer die Adreſſen aller Paſtoren und Lehrer der ev.-luth. Synodalconferenz. Neue Sonntagsſchul - Karten, Bilderbücher und Wandſprüche. Concordia Publishing House. Gt. Louis, Mo. Eine ganz vorzügliche Auswahl obiger Sachen, ſowohl in Bezug auf künſtleriſche Schönheit wie paſſende Auswahl von Sprüchen.

Vilder. Die heilige Nacht.‘

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ivagt die Redaction auszuſprechen um Weihnachtsgaben in Geſtalt abgelegter Kleider und anderem an unſere lieben Negermiſſionare in New Orleans, La., und North Carolina, wo Noth und Armuth ſo groß iſt, und aus der Miſſionskaſſe leider nichts gethan werden kann.

ijt uns gegeben.“

Ueber dieſen

fehlerhaften Ueberſeßungen mit unendlicher Arbeit einen vorzüglichen Text hergeſtellt. Zum Beweis, mit welchen großen Schwierigkeiten er bei Herſtellung des Textes zu arbeiten hatte, und wie unzuverläſſig ſelbſt die bisher für die beſten Ausgaben der Werke Luthers gehalte-

nen ſind, führt er in der Einleitung eine eie intereſſanter und

C. S.

Eine herzliche Bitte

Rev. F. J. Lankenau, 1513 N. Claiborn St., New Orleans, La. Rey. Kossmann, 2311 Washington St., New Orleans, La.

Rey. John C. Schmidt, 240 W. Bragg St., Greensboro, N. C. Rev. N. J. Bakke, Concord, N. C. Rev. W. Schuetz, Salisbury, N. C. Rev. D. Schooff; Meherrin, Va.

Milde Gaben

fiir die Negermiffion:

Veweiſen wir unſern

Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., $161.47 und 164.35. Durch Kajfirer H. H. oD St. Louis, Mo., 198.80. Durch Kaſfiver Y. E. G. Küchle, Milwaukee, Wis., 158.16. Durch Kaffiver

Paſtoren und Lehrern, oder reiche Lutheraner, iwelche. armen Freun-

Baltimore, Md., 341.50. Durch Paſt. F. Soll, Monroe, Mich., 23.25.

merkwürdiger Beiſpiele an. — Doch genug.

oe oe)

Der jogenannte „Miſſouriſche“ Kalender mit einem pracht-

vollen Bilde, die Wartburg zu Luthers Zeit, mit einer längern inte-

errlichen Weihnachtstext handelt er in 128 Spalten. Und über en Charfreitagsicrt, Cap. 53, in 95; denn, ſagt er, „der Prophet hat bier des HErrn Leiden ſchier klarer beſchrieben, denn die Evangelien im Neuen Teftamente... und iſt freili<h im ganzen Alten

Teſtamente kein Ort, da die Urſach des Leidens Chriſti ſo deutlich

S

Der Americanijdhe Kalender für dentjdje Lutheraner auf das Jahr 1898. Concordia Publishing House. St. Louis, Mo. Preis: 10 Cts.

liche Erinnerung bringen und beſtens empfehlen.

und klärlich beſchrieben wäre, als dieſer Text“, — Der hochverehrte Redacteur, Herr Prof. Hoppe, hat auch bei dieſem Band wieder ſeinen bewunderungswürdigen Fleiß und beſonders reiche Begabung für dieſe Arbeit bewieſen und aus den überaus mangelhaften Texten und

paure

ee

iſt in jeder Hinſicht vorzüglih. Golden aber ſein Jnhalt. Denn was weiß Luther anders zu predigen in Wort und Schrift als das Wort des altteftamentlicden Evangeliſten Sefaias, Cap. 9: „Uns

iſt ein Kind geboren, cin Sohn

| | |

atl

Dank für dieſe köſtliche Weihnacht8gabe damit, daß wir ſie fo viel wie möglich verbreiten helfen. Gemeinden, welche ihren armen ben dadurch eine fonderliche Weihnachtsfreude bereiten, ftiften mit dieſem Bande zugleich reichen Segen in den Häuſern und ihren Gee meinden. Go iſt auch dem Verlagshauſe wohl zu gönnen und zu wünſchen, daß es dur< reichlichen Verkauf etwas auf die Koſten kommt.

G. B. Sohn, Detroit, Mich., 45.74.

Durch Kaſſirer C. Heinrich, St. Paul, Minn., 100.00.

y

lhre Opfer für kirchliche Zive>e falſchen Beeayelinven 8

darbringen ſollen“ gen

Durch Kaſſirer

C. A: Kampe, Fort Wayne, Jnd., 145.11. Durch Kaſſirer J. H. Abel, Fort Dodge, Jowa, 315.52. Durch Kaſſirer Th. H. Menk, St. Paul, Minn., 60.02.

Summa:

$1723.92.

St. Louis, Mo,, 20. November 1897.

a

A. C. Burgdorf;

Siebenter Synodalberi<t des California- und Oregon-Diſtricts

der Synode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1897, Concordia Publishing House. Preis: 20 Cts. Mit beſonderem Jutereſſe und inniger Freude haben wir die ausgezeinete Synodalrede geleſen, welche, an das goldene Jubiläum der Synode ER auf die wichtigſten Lehren hinweiſt, die die i poabecoace Geſchichte dieſer Synode ihren Gliedern“ ans Herz legt. pee au erbaulih und lehrreich find ſodann die beiden Neferate ¿ a Ce ee ead ie nti und A rechte Seitnnung,

Durch Kaſſirer C. Spilman,

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Die „„Miſſions- Tanke’? erſcheint einmal monatlich. Der Preis fiir ein Jahr in ernie mit none iſt folgender: ie 1 Exemplar, $ .6 10 Exemplare,

26 600

100

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verſandt werden können. ca Brieſe, welche Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder 2c. enthalten, ſende ma'

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Concordia

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Mouse,

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Louis,

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