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WMadrigtes aus
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Miffionsgebiet der Heimath und des Auslandes. DHerausgegeben von der
Ev.-luth. Synodalconferenz von Yordamenika.
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In deren Auftrag redigirt
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Inhaltsverzeidnis. 4
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Bericht über unſere Negermijjion in Wiv Orl Aus unſerer Negermiſſion in Little Nod, Ark...
| „Und ich ſage euch auh: Machet euch Freunde mit dem unge- rechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, ſie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.“ Luc. 16, 9... OÙ Allgemeiner Ueberblick über das Feld der äußern M - 58 Jeruſalem zur Zeit Chrifti.. - 60 EISE in aie a : oh Lutheriſches Negerſchulfeſt in Springfield, Bil. . 6 Rundſchau auf dem Gebiet der Miſſion in Auſl f den Südſee:Jnſeln............ ee. conse consseeeceees - 62 Ein ſchottiſches Bauernmädchen... . 64
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Verfolgung der Chriſten in Uganda, Allerlei
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Frau Miſſionar Rott’s Erzählung
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Gatten und ihrer wunderbaren Errettung... Kallihirua, ein Esfimo:Jüngling Neu: Seeland... ... Gaben für Miſſion ...
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„Darum ſeid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig iſt.“ _ Luc. 6, 36. nnen. rener one canes arene erenaneenarenensens 49 Die Confirmation der d hrigen Katechumenen in New Orleans, La. on SN OEE 49
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und bes Nuslandes. Commiſſion f für die Negermiſſion; redig germiſſion; redigirt und C. F. vonW. derSCN C. J. D Hanſer von den Paſtoren von Nordamerika Synodalconferenz Herausgegeg eben für die Evang. 9 - Lutheriſhe
9. Jahrgang.
Januar
Im
i.
Namen
meines Herzens Grunde Dein
Nam
und
Kreuz
allein
Funkelt al Zeit und Slunde, Drauf kann ich frößſi< fein.
So ſingt der gottfelige Dichter Valerius Herberger und ſpricht damit den ſüßeſten und troſtreihſten Gedanken aus, mit dem der gläubige Chriſt jedes neue Jahr beginnt und mit dem auch wir unſere lieben Leſer zum Antritt dieſes neuen Jahres begrüßen. Denn wenn JEſus, der “ helle Morgenſtern, durch den vom Heiligen Geiſt durd) das Mort gewirkten Glauben in unſerm Herzen aufgegangen iſt, darin funkelt und leuchtet, dann ift das rechte Jahr des Heits, das gnädige Jahr des HErrn (Jeſ. 61, 2.) für uns angebrochen. Hinweg iſt alle Finſternis der Sünde, hinweg der Zorn Gottes und Fluch ſeines Geſetzes, hinweg die Schre>en des Todes und der Hölle, alles ijt Licht, Heil, Gnade und Leben in unſern Herzen. Erhellt iſt aud für's neue Jahr unſer Lebensweg durch dieſes Jammer: thal. Es komme, was da wolle, Freud oder Leid, Ehre ‘oder Schande, Reichthum oder Armuth, Geſundheit oder Krankheit, alles wird in der treuen Hand unſeres JEſu eine Gnadenführung durch das Jrrſal dieſer ſündlichen Zeit zu einer ſeligen Ewigkeit. Alles iſt ſhon im Voraus durch den tröſtlichen Lichtſtrahl der Verheißung JEſu übergoſſen: „Denen, die Gott lieben, müſſen alle Dinge
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‘Nummer 1.
1887.
IJEſu.
Amen.
zum Beſten dienen.“ Und ſollte im neuen Jahr uns der Tod antreten, fo ift er nichts anderes als die offene Pforte des himmliſchen Vaterhauſes, da JEſus bereit ſteht, uns mit offenen Armen zu empfangen und uns zuzurufen: Komm herein, du Geſegneter, komm herein, warum willſt du draußen bleiben? Da wird er uns denn einführen in ſeines ewigen Vaters ſeliges Haus und wird abwiſchen alle Thränen von unſern Augen und wird Freude die Fülle und lieblihes Weſen über unſerm Haupte fein immer und elviglid). Mie nun, lieber Lefer, können wir in foldem Glauben nicht getroſt und dankbar ausrufen: „Drauf fann-id fröhlih fein”? ©, wahrlich, ein geſegneter Jahresanfang im Namen JEſu; und o, ein geſegneter Fortgang und ein geſegneter Schluß desſelben in Zeit und Ewigkeit ! Wohlan, lieben Leſer, ſo wünſchen wir eud) denn allen den HErrn JEſum zum neuen Jahr in's Herz und Haus. Darin funkle und leuchte er Tag für Tag, als: dann ſeid ihr fröhlih und ſelig. Alsdann werdet ihr auch die „Miſſions: Taube“ jeden Monat als einen Boten des HErrn JEſu freundlid) willkommen heißen. Jhr werdet eu< dann mit uns freuen, wenn ſie eud) Bericht bringt, wie ſein ſüßer Name immer heller und ſegensreicher ſtrahlt im Werke unſerer Miſſion unter den verlornen Negern unſeres Landes und den blinden Heiden in fernen Landen. Jhr werdet dann aud) fo viel fleißiger und brünſtiger;,eure Herzen und Hände gu ihm aufheben und
VONCORDIA St vait LIBRALL ST. LOUIS, MISSOURI
Die
Misstons-Taube.
beten: D, HErr JEſu, laß dod) das Reid) deiner Gnade und Herrlichkeit mit immer ſiegreiherer Macht hervorbrechen und deine Herrlichkeit aufgehen über die, ſo nod) ſigen in Schatten und Finſternis des- Todes. Eure Herzen werden immer ſüßer und mildthätiger fic) erſchließen gegen die unſäglich große Noth derer, die den theuren JEſusnamen nod) nict kennen, und ihr werdet mit reichern Beiträgen das Gnadenwerk unſerer Miſſion fördern und helfen, daß das gnädige Jahr des HErrn, das Jahr des Heils und der Gnade in immer mehr Herzen anbreche. Denn wo der JEſusname in einem Herzen funkelt, da kann es niht fehlen, er wird aud) einen hellen Schein ausſtrahlen, daß das Leben des Gläubigen leuchtet in Werken der Liebe fonderlid) gegen die, welche die Allerelendeſten unter allen Menſchen auf Erden ſind, nämlich die, welche den theuren JEſusnamen noch niht kennen. — So iſt denn dies unſer Neujahrswunſch an alle unſere Leſer, daß ihre tägliche Loſung in demſelben das Wort fei: In meines Herzens Grunde Dein Nam’ und Kreuz allein Suntelt allzeit und Stunde, Drauf kann ich fröhlih — ja ſelig ſein.
Amen.
D. H. Wann
ſoll die neue Station angefangen werden?
Das iſt eine Frage, die in der lebten Zeit häufiger an uns geſtellt wird. Die Antwort darauf müſſen wir fdul: dig bleiben. Wir ſelber hegten die gewiſſe Hoffnung, die: ſes Jahr Weihnachten an zwei neuen Stationen feiern zu dürfen, doch hat ſich dieſelbe nicht beſtätigt. Das Chriſtfeſt liegt nun hinter uns. Der Lichterglanz unzähliger Kerzen in-driftliden Kirchen und Häuſern ift erloſchen. Aber wem dieſe Lichter ein Ausdru> der Freude über das
Erſcheinen des wahren Lichtes waren, da brennt ein Kerzlein in dem Herzen, welches mit dem raſh verglühten “Docht der Wachslichter ſeinen Schein nicht verloren hat, ſondern neu entzündet nun um ſo heller fortbrennt. Einem ſolchen war das Flammenmeer auf ſeinem Chriſtbaum nur ein hwacher, matter Schatten von dem ewig brennenden Liebesfeuer Gottes zu den Sündern. Wie das Licht das falte Wachs \{melzend verzehrte und einen heller und heller werdenden Glanz um fid) verbreitete, fo hat aud)
die heiße Glut der Heilandsliebe ſein kaltes Herz geſhmolzen, wieder ein Sti der in demſelben nod) übrigen Gottesfeindſchaft verzehrt und einen um fo glänzenderen Schein darin ausgegoſſen. Da er wieder einen Bli> hineinthat in das Vaterherz ſeines Gottes, der, um ihn,
den von Natur Untreuen, den Abtrünnigen, den Abgöttiſchen, den Frevler, den Gift und Galle ſchäumenden Aufrührer von dem auf ihm laſtenden Fluch zu erretten, das
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uerfte, Chelfte und Köſtlichſte, was er hatte, ſeinen genen, einigen Sohn als Sühne in Elend, Jammer, Tod
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und Verdammnis dahingab, hätte er da nicht am liebſten * mit Engels\hwingen fid) (über die Wolken) erhoben, um im Chor der Cherubim und Seraphim vor Gottes Angeſicht anbetend ſein Dankopfer darzubringen? Hätte er da nicht eine Leiter nehmen und in den Himmel ſteigen mögen, um den Jmmanuel perſönlich zu ſchauen und das „Gott mit uns“ in ſeiner ganzen Fülle ewigli<h genießen u "7 können? : Gewiß, es iſt ſhon übergroße Wonne, die gewiſſe Hoffnung zu haben, daß dies unſer ſeliges Erbtheil iſt, und daß ſolhen Wünſchen in nicht allzu großer Ferne die Erfüllung thatfadlid) folgen ſoll. Wir ſind ſchon felig 7 in der Zuverſicht, daß der Jmmanuel ſeine Wohnung bei uns aufgeſchlagen hat, daß Gott mit uns iſt in all unſerem Thun und Laſſen. Er läßt uns aber noch hier, ihm hienieden den Weihrauch des Dankes zu opfern, indem wir das edle, wahre Licht in die noh dunklen Provinzen und düſteren Herzen anderer Erdenbewohner bringen. Erinnern wir uns lebhaft daran bei der Licht- und Weihnachtsfeier der Heiden am Epiphanias und denken wir dabei auch an die zar nicht groben Gößendienſt treibenden, aber zum großen Theil noch in heidniſchem, unbe\creiblihem Aberglauben und in Mißglauben erſoffenen * Neger. Rühren wir fleißig die Hände und Füße, damit immer mehr den nod) Fernen der Wunderſtern des Evangeliums aufgehe und dieſer ſie an die Krippe zu Bethlehem führe. Es iſt dazu auch hier reidjlid) Gelegenheit geboten. Zwiſchen der Trinity: und Mount Zion- Kirche iſt nod) ein Negerviertel, das ſehr dicht beſiedelt iſt. Allerdings haben die Methodiſten auch dort ſhon eine Gemeinde geſammelt, aber nichtsdeſtoweniger ift das dortige Miſſionsfeld ein reihes. Die Kinder haben nur Gelegenheit, eine Schule, die aber ſehr entfernt iſt, zu beſuchen. Die Folge iſt, daß Hunderte von Knaben und Mädchen wild umber: laufen. Wohl alles, was geſchehen konnte, um bier ein Lokal zu finden, iſt, wie ſhon leßtes Jahr berichtet wurde, geſchehen, aber ohne Erfolg. Wollen wir hier etwas thun, dann müſſen wir bauen. Eine günſtigere Zeit als die | jebige ſteht kaum zu erwarten. Obgleid) das Grundeigens thum in beſagter Gegend niht beſonders wohlfeil iſ, _ AAhe
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findet es dod) willige Käufer.
Geſchieht nicht bald etwas,
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fo ift zu befürchten, daß wir höhere Preiſe für unpaffens dere Grundftiice bezahlen müſſen als jest. Daß die Miſſion unter den Negern nicht fo betrieben werden kann, wie unter den Emigranten, weil uns die Unhaltspuntte
fehlen, muß jedem in die Augen ſpringen.
Wie die wirk:
liche, auswärtige Heidenmiſſion, erfordert auch die Negermiſſion größere Opfer, als die innere. Laßt uns dieſelben willig darbringen und muthig vorwärts gehen. „Gott mit uns“ ſei unſere Loſung. A. Burgdorf. Nachſchrift. Mit Betrübnis fügen wir dem vors gehenden herzlihen Aufruf um Gaben zur Gründung der
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neuen Station die Mittheilung bei, daß leider bisher faſt nod) gar nichts dafür eingegangen ift.
Die Bitte, welche
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Die
Misextorves-~Teaube,
im Auftrag der Synodalconferenz in allen Synodalblättern vor Monaten erſchienen iſt, ift bis jest faſt ganz unbeantwortet geblieben. Wir wiſſen wohl, wie vielſeitig die Liebesthätigkeit unſerer Gemeinden in Anſpruch genommen ijt: gleihwohl dürfen wir doch ſagen, es ijt aud) hier der HErr JEſus, der bittend euch ſeine Hand entgegenftredt und ſpriht: Für meine Neger in New Orleans! Lieber Leſer, haſt du wirklih nichts übrig behalten von dem Segen Gottes über all deinem Geben, nicht ein Scherflein ? daß du antworten mußt: Nein, lieber JEſu, diesmal thuſt du eine Fehlbitte bei mir. Jch habe nichts mehr? — Beſinne dich, mein Lieber, ob es wahr iſt.
O. H.
Kleine Vilder aus der Heidenwelt. Auf Huahme, einer der Gnjelnu, die fic) um Tahiti gruppiren, lebte zur Zeit der Miſſionare daſelbſt ein bereits alternder Krieger, Namens Mahine. Er war der Erſten einer auf allen Snfeln umher, der Schre>en des Volkes, vor deſſen Stimme Tauſende zitterten. Der König Pomare berief den gewaltigen Mann nicht ſelten zu ſih, um ſich ſeines mächtigen Speeres in ſeinen Kriegen zu bedienen. Durch hundert Schlachten war er ohne gefährliche Wunden gegangen. Jet aber traf ein Pfeil ſein ſtolzes Herz, und in kurzer Zeit war er ein neuer Menſch. Es war das Wort Gottes, das ihn fo plößlih umwandelte. Sanft war er nun und demüthig, wie ein kleines Kind. Sein ganzes Feuer offenbarte ſich, ſeine volle Manneskraft trat hervor in ſeinem Wirken für das tiefere Wurzeln und die weitere Verbreitung der Wahrheit. Jch ſah ihn, erzählt Miſſionar Pritchard, mit ſeinem grauen Haupte, wie er in der Kinderhule ſaß, und das nachwachſende Geſchleht mit dem Evangelio bekannt machte. Sowie die Sonne mit ihrem erſten Strahle die Spike des hohen Berges berührte, an deſſen Fuß die Kirche und das Schulhaus ftand, konnte man den alten Krieg8mann nach der Bibelklaſſe hinſchreiten ſehen, um ſich erleuchten zu laſſen mit dem Lichte, das von der Sonne der Gerechtigkeit ausftrimt. Mit inniger Freude hörte ih ihn in den Verſammlungen ſeiner Landsleute zur Liebe und guten Werken ermahnen. Er baute ein kleines Schiff, das er zur Verfügung des Miſſionars
ſtellte.
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Wie oft begleitete er Herrn Barff nach andern
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der Geſellſchaft der Sendboten Chriſti; der Lieblingsgenſtand ſeines Geſpräches war die Erlöſung durd) JEſum Chriſtum. Viele Veränderungen traten in den zwanzig Jahren bis zu ſeinem Tode ein. Manches Herz wurde in ſeiner wahren Geſtalt offenbar, mancher Charakter beſtand die Probe nicht. Viele, die für warme Freunde galten, wichen von den Miſſionaren in der Stunde der Anfechtung und verließen den Glauben, den ſie einſt bekannt hatten. Aber Mahine blieb treu und wagte mehr als einmal ſein Leben in der Vertheidigung der Wahrheit, die er verkündigen half. Welchen Ernſt ex als Regent der Jnſel verwandte, die wahren Früchte des Evangeliums im Leben ſeines Volkes zu gewinnen, zeigt ein Vorfall vom Jahre 1825. Jm November d. J. kam ein amerikaniſches Schiff nach der Jnſel und ſcheiterte an dem Korallenriffe, das vor dem Hafen von Farn lag. Der Führer und die Mannſchaft verließen das Fahrzeug, nachdem ſie die Eingebornen gebeten hatten, fo viel als möglich von der Ladung in Sicherheit zu bringen. Als aber die Weißen fort waren, durchſuchten die Snfulaner die Vorräthe des Schiffes und fanden da, was ihnen immer die Quelle von Streit war, eine große Menge Branntwein. Die Verſuchung war zu ſtark für ſie; ſie tranken und wurden berauſcht. Jn dieſem Zuſtande war ihr Gewiſſen unmadtig; ſie nahmen, was ihnen gefiel. Kaum hörte Mahine, der ſich auf einer anderen Seite der Snfel befand, von dem Schiffbruch, als er herbeieilte und, nachdem er fic) von dem Betragen der Seinen überzeugt hatte, fogleid) die Obhut des Schiffes übernahm. Jett wurde unter ſeiner Leitung von der Ladung geborgen, was ſich bergen ließ Er ließ ſein Zelt am Ufer aufſchlagen und alle geretteten Artikel dorthin bringen. Selbſt von dem geraubten Gut wußte er einen Theil wieder zu erhalten und gab es dem Kapitän mit einem Erfage für das Uebrige zurü>>. 2 Als Mahine’s Ende ſich näherte, er war wohl 80 Jahre alt geworden, hatte er eine Ahnung ſeines nahen Todes. Er gab ſofort die nöthigen Befehle in Betreff ſeiner Gattin und ſeiner Enkeltochter, ſeines Landes und der Regierung, beſonders ermahnte er die Häuptlinge zu treuer Anhänglichkeit an das Evangelium und den Miſſionar. Herr Barff beſuchte ihn häufig und wünſchte ſehr, daß es der Wille Gottes ſein möge, ihn noch länger der Kirche Chriſti auf Erden zu erhalten. Aber es wurde klar, daß dies nicht der Wille des HErrn war. Er fragte den edlen Greis, wie es ihm in der Nähe des Todes ſei ? Seine Antwort war:
„Chriſtus ift mein Nuheplag, die Furcht des Todes iſt weg,
Gegenden der Jnſel auf ſeinem Schiffe, das er führte, oder auch auf benachbarte Eilande, die nicht fo viele Gelegenheit hatten, die Botſchaft des Friedens aus dem Munde eines Miſſionars zu hören. Jm Jahre 1819 wurde er mit 13 andern getauft, ſhon im folgenden Jahre konnte er das heilige Abendmahl empfangen. Seitdem wandelte er, als ein Muſter der Gemeinde, von Haus zu
id) habe Abſchied von Allem auf Erden genommen, ih bete und warte, bis der HErr mich holt.“ Am nächſten Morgen entfdjlief er und Herr Barff fügte hinzu: „S0 ſtarb Mahine, groß als heidniſcher Jnſelfürſt, der Schre>en der Eilande umher, aber größer noch als Chriſt in Demuth
Haus, um das Wort zu reden.
durch die Gnade.“ —
Am wohlſten war ihm in
und Glauben,
Eifer und Beſtändigkeit bis an's Ende
_
Die Misstons-Taube.
ein bishen aus.
fragen, wie es ſeiner Frau
ginge, dies darf nur bildlid) geſehen; man fragt nimlid): „Wie befindet ſich Shr Haus?“ Die höflihen Redensarten ſind oft ſo verblümt, daß geradezu die entgegengeſeßzten Worte gebraucht iverden,
nah hinten
Würde id) nun aus
Unkenntnis den Gruß mit der linken Hand erwidern, fo würde id) von jedermann für einen ungefdlif: fenen Menſchen gehalten, ja, der vornehme, ſtolze
Hindu denkt : dieſer weiße
Mann will mid lehren und kennt nicht einmal
das, was jedes alte Weib weiß. Wenn ein Hindu mich beſucht, ſo geht er nicht eher weg, bis ih ihn höflih entlaſſen habe; thue id) dies nicht, ſo kann id) ihm die peinlichſten Stunden bereiten. Unter fid) hat das Volk allerlei Entlaſſungsge-
bräuche; den Gäſten wird
Jünglinge von den Fidſchi-Inſeln, Polyneſien.
Betelnuß gereicht, ſie werden mit Roſenwaſſer beſprengt, oder es werden \{höne Kränze um ihren Hals geſchlungen; für mich iſt es genügend, wenn id) ſage: „Kommen Sie recht bald wieder“, oder: „Machen Sie's fic) zur Gewohnheit, mich zu be“ ſuchen.“ Dieſe Worte werden fogleid) verſtanden, der Hindu entfernt fic) mit höflihem Gruß. Kein Judier trollt mit ſeinen floßigen Holzpantoffeln in das Haus eines
Andern,
ſondern fest ſie vor der Thüre ab.
Wir Euro-
um
einen
Wunſch
auszudritcen. Statt : „Nimm dies hinweg“, muß ih ſagen: „Sehe noch mehr auf“ ; oder ſtatt zu ſagen: „Jch habe gehört, Sie wären krank“, ſoll ih ſagen: „Es wurde mir mitgetheilt, daß Jhre Feinde krank wären.“ Beiläufig bemerkt : ſolche Albernheiten gewöhnen wir Miſſionare uns nicht an; ſie ſind aber unter den Eingebornen gäng und gebe. Gar oft ſteht uns bei der Heidenpredigt in den Dörfern ein Menſch gegenüber, der fic) geberdet, als wolle er uns jedes Wort vom Munde wegſchnappen; ſehen wir ihn an, ſo ſchüttelt er mit dem Kopfe und.fagt: Buddhi, zittam, d. h.: Zugeſtan-
den; ja, Sie haben Recht ; lauter Aeußerungen
der Zuſtimmung,
Herz vielleicht lauter „Nein“ ſagt.
wozu
aber
fein
So ein Höflichkeits-
narr ſeßte mid) einmal tüchtig in Verlegenheit: Eben hatte id) in Kalahaſti die Kanzel betreten und zu predigen angefangen, als draußen vor dem Fenſter gerade mir
gegenüber fo eine Buddhi- Creatur auftauchte; fo oft id)
nach jener Seite hinblidte, machte das Geſchöpf ein Wüpphen und ſagte: buddhi oder zittam.
Die Geſchichte war
Pier, die einfad) mit ihren Stiefeln, die dod) von einem E “todten Vieh herkommen, in's Haus fallen, werden von den
ganz verzweifelt; id) wollte abſichtlich den Kerl nicht mehr anſehen, aber ſobald er nur glaubte, meine Augen würden
"Hindus für Barbaren gehalten,
ihn nun treffen, fo knixte ex und plapperte ſein Buddhi;
Während des Sprechens
‘
Darüber {reibt Miſſionar Wörrlein :. Unter allen ge: bildeten Völkern Aſiens fteht, was Höflichkeit betrifft, das Hinduvolk in den vorderſten Reihen. Ein Schriftſteller ſagte, jeder Hindu ſei ein geborner „gentleman“. Will man nicht im täglichen Verkehr mit dieſem Volke immer anſtoßen, fo iſt es durchaus nöthig, die gebräuchlichen Höflichkeitsformen zu kennen ; in der erſten Zeit kommen ſie einem ſehr komiſch vor, aber nad) und nach gewöhnt man fic) daran. Der Hindu grüßt, indem er ſeine rete Hand an die Stirne legt und einen kleinen Kni>s macht. Will's Einer fo recht ausgezeichnet machen, ſo ſchlägt er - auch mit dem rechten Fuß
müſſen wir uns hüten, dem Gaſt nicht zu nahe zu kommen; würden wir etwa aus Uebereilung uns ſo weit vergeſſen, des Gaſtes ehrwürdigen Bart zu berühren, fo hätten wir ihn demüthigſt wegen dieſer ſhre>lichen Beleidigung um Verzeihung zu bitten. Wer auf dem Stuhle ſißend etwa den Fuß gegen den Gaſt ſo hoch erhebt, daß die Ferſe ihm ein bischen nahe käme, madte ſich gleichfalls eines großen Verſehens fduldig. Niemals darf ih einen Mann direct
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Indiſche Höflichkeit.
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Die
Misxions-Taube.
ich konnte es endlich nicht mehr aushalten, faſt verlor ih den Faden der Predigt, weshalb ih eine Pauſe machte und zu dem Katecheten ſagte, er möge dieſen Hampelmann zum Sigen vor der Thüre bewegen. Wenn ich vielleicht die Unvorſichtigkeit begehe, in einem Hauſe etwas zu bewundern, ſo kann ich verſichert ſein, daß mir der vornehme Hindu den Gegenſtand zum Geſchenk anbietet; aber natürlid) damit nur mit der Wurſt nach der Spe>ſeite wirft, Wenn mich Leute von verſchiedenem Nang beſuchen, fo darf id) dem Geringeren keinen Stuhl zum Gigen anbieten, denn er ſeßt fid) dod) niht in Gegenwart des Vornehmeren. Die Hindus ſind überaus ehrſüchtige Leute;
wird ihnen nicht die Ehre angethan, zu der fie ein Recht zu haben glauben, fo fühlen fie fic) ſhre>li<h beleidigt. Inſecten zu tödten, hält der Jndier für Unrecht, weshalb ſogar ein vornehmer Raja, der etwa ſich herabläßt, mid zu beſuchen, ganz ungenirt eine Wanze von ſeinem mit Goldleiſten eingefaßten Turban vorſichtig wegnimmt und auf meine Matte legt. Welche eigenthümliche Begriffe ſo ein alter Bramine von Anſtand hat, ſoll hließli< eine kurze Geſchichte zeigen. Jn Sulurpett hatte ih einen jungen, höflihen Braminen zum Sprachlehrer. Da er einmal verreiſen mußte, ſchi>te er ſeinen Vater zu mir, welcher wahrſcheinlich noch nie auf einem Stuhl geſeſſen hatte.
Prediger- Seminar auf Kandewu,
Eine Viertelſtunde ging es gut, aber dann konnte er das Herunterhängen der Beine nicht mehr aushalten, weshalb er ganz ſachte ein Bein heraufzog. Dieſe Poſition behagte ihm aber nicht lange, das andere Bein gehörte doch auch auf den Stuhl; plöglih ſaß richtig der corpulente Alte mit untergeſhlagenen Beinen auf meinem Stuhl, der zu* weilen fo cigenthiimlidje Töne von fid) gab, als wollte er unter der ſtattlihen Braminenlaſt zuſammenbrechen. Zuerſt konnte id) mid) kaum des Lachens enthalten über die neben mir figenbde drollige Figur, aber nad) und nad) gewöhnte id) mid) daran. Wenn du einmal nah Sndien kommſt, fo darfſt du nie in Gegenwart eines Hindu ein Briefcouvert mit Speichel berühren, um es zu
\hließen; denn dies iſt ihm das Allerunreinſte.
ſittlich.
Ländlich,
5
Polyneſien.
(Für die „Miſſionstaube“ überſeßt von P. F. I — nn.)
Das ,,Bootvolk in China. Mit dieſem Namen bezeichnen wir die ungefähr 200,000 Menſchen, welche in der Stadt Canton in China ihre ganze Lebenszeit auf ihren Booten wohnen und leben. Man nimmt an, daß ſie Nachkommen der wilden Stämme ſind, welche „Mirutszer“ genannt werden. Die kleinen Kinder tragen um den Leib gebundene Flaſchengurken, um ſie am Verſinken zu hindern, falls ſie in den Fluß fallen ſollten. Die Boote find flad) und mit Belttud) überſpannt, wie in unſerm Lande die Wagen, welche die Emigranten gebrauden, und dieſes Dach iſt fo eingerichtet, daß es in fünf -
Minuten auseinandergenommen werden kann. Des Tages hat man dieſes Zeltdach nur über die Mitte des Bootes
Eine dinefifhe Kinder - Gefhidte für unſere jungen Leſer entnehmen wir dem Bruder der „Miſſions Taube“, dem „Pioneer“, und zwar der erſten Nummer dieſes Jahres. Wir hoffen, daß dieſelbe von ihnen mit brünſtigem Dank gegen Gott geleſen wird, daß er ſie von chriſtlichen Eltern und nicht von heidniſchen hat geboren werden laſſen. Sie lautet in freier Ueberſeßung wie folgt: Jn China iſt die Geburt eines Töchterleins keine Freude des Hauſes, ſondern gilt vielmehr für eine Schande und für ein Un-
glü>.
Werden Eltern mehr als zwei oder drei Mädchen
geboren, ſo werden dieſelben von den unnatürlichen Eltern meiſtens auf irgend eine Weiſe auf die Seite geſchafft. Sn der Stadt Peking z. B. werden ſie des Nachts auf die Straßen geworfen und in früher Morgenſtunde fährt ein
Wagen durch: die Straßen, hebt die armen Opfer der Unmenſchlihkeit auf und fährt fie in den nahen Fluß.
Jn
brachte.
Hier wurde er unter treuer dhriftlider Pflege
bald wieder geſund,
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unter driftlider Zucht und
der Stadt Nanking befindet ſich ein runder etwa aht Fuß
Unterricht göttlichen Wortes auf und wurde dur Gottes
hoher Thurm,
Gnade ein gefegneter Stadtmiſſionar, ſeinen ungliidfeligen
in welchem etwa drei Fuß von der Erde
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große Löcher angebracht ſind. Durch dieſelben werfen chineſiſche Eltern ihre Kindlein, wenn ſie derſelben überdrüſſig find, und überlaſſen ſie ihrem Schi>kſale. Werden ſie niht von mitleidigen Chriſten herausgenommen und in ein dazu gegründetes Waiſenhaus gebracht, ſo müſſen ſie darin elendig verhungern und verſhmachten. Wenn ein Sohn geboren wird, fo ift das zivar meiſt eine große Freude und Herrlichkeit in der Familie, aber wenn die Eltern ſehr arm ſind, ift dod) aud) ein Söhnlein ſeines Lebens nicht ſicher, wie folgende Geſchichte beweiſt. Ein Knabe von feds Jahren, Chin Lung, lag eines Morgens noch auf ſeinem Nachtlager, während ſeine beiden ältern Brüder ſchon auf und mit Rühren von Reis für's Frith: ſtü> beſchäftigt waren. Während er noch da lag, mußte er folgende ſchre>lihe Berathung ſeiner Eltern über fid mit anhören. Der Vater ſagte: Wir haben zu viele Knaben. Fee Song und Loo Choo ſind hinreichend, unſere Arbeit zu thun, ihr Bett iſt auch zu klein für drei, dazu ißt Chin Lung zu viel Reis. Bd) denke, es ijt das Beſte, wir ſchaffen den unnüßen Eſſer auf die Seite. Die herzloſe Mutter antwortete: Ja, das Bett iſt zu voll und die Jungens wachſen fo ſhnell. Wir hätten Chin Lung überhaupt nicht leben laſſen ſollen. Wie viel Reis hat der Kerl in den feds Jahren ſhon gegeſſen! — Jh werde noch dieſen Morgen fortgehen und Gift für ihn holen; entgegnete der Vater. Die beiden ältern Brüder hörten die Unterredung mit an und Fee Song bat die Eltern mit Thränen, dem armen kleinen Chin Lung kein Gift zu geben; er wolle lieber weniger Reis eſſen und mehr arbeiten. Aber der andere Bruder erklärte, das Bett wäre zu klein für fie alle und Chin Lung hätte ihn in der legten Nacht faſt zum Bett herausgeworfen; er denke auch, es wäre ein Junge zu viel im Hauſe. — Der arme Chin Lung hörte die ganze Unterredung mit an, blieb aber ganz ſtill liegen, ſelbſt dann noch, als der Vater das Haus verließ, um das tödliche Gift für ihn zu holen. — Sein Vater kehrte bald zurü> und brachte etwas in einer Schale, welche er dem armen Schlachtopfer mit den Worten hinreichte: „Hier, Chin Lung, iſt etwas Gutes für dih zum Trinken.“ Weinend lief der Bruder Fee Song aus dem Hauſe, während Chin Lung einen Mund voll aus dem Giftbedjer trank. Jndeß, fo klein er war, fo hatte er dod) fo viel Ueberlegung, daß er das Gift nicht hinunter {hlud>te, ſondern ging hinaus, ſpute das Gift wieder aus und lief aus Leibeskräften durch die engen Straßen der StadtShanghai, bis er vor Erſchöpfung niht mehr weiter konnte und ſich in einen Winkel verfrod. Lange mochte er da gelegen haben, bis der Engel des HErrn einen Miſſionar an die Stelle brachte, der den halbtodten Knaben in barmherziger Liebe aufnahm und in ein Waiſenhaus
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geſpannt; des Nachts aber wird es über deſſen ganze Länge geſpannt und bildet dann das Schlafzimmer für die ganze Familie. Viele Tauſende werden auf dieſen Booten geboren und erzogen und wiſſen nichts von den Bequemlichkeiten, welche zu einem Daheim auf dem feſten Lande gehören. Jhre religiöſen Gebräuche beobachten ſie pünftlih. Sie haben ihre kleine Kapelle auf dem Boot und in derſelben einen kleinen Gigen, der Tag und Nacht nicht geſtört wird. Früh mit Tagesanbruch ſtehen fie auf, und die Hausmutter ijt ftets beſorgt, daß fie eine kleine Weihraudhftange, um fie dem Gigen zu Ehre zu verbrennen, bereit hat, und während der Weihrauch verbrennt, muß ein jeder fic) vor dem Gigen beugen und um einen glü>lichen Tag beten. Auf dieſe Weiſe werden ihre Kinder in dem Glauben erzogen, daß der kleine Hausgott Macht habe, ſie und ihr Vornehmenzu ſegnen. Sie wiſſen nichts Beſſeres und kennen keinen liebenden Heiland. Bisweilen geſchieht es, daß ſie einen „Caſh“ (eine Kupfermünze, ungefähr den zehnten Theil eines Cent werth) opfern, ja ſelbſt hie und da mit einer Silbermünze, wenn fie ſih recht bei ihrem Gogen einführen wollen. Während des Augenbli>s, da fie ihren Gottesdienft verrichten, ſcheinen fie ſehr andächtig zu ſein; aber ſonſt zeigen beide ihre Reden und Handlungen, daß ihre Herzen voll Unreinigkeit und Bosheit ſind. Und das ift ja nicht zu verwundern, da ſie den reinigenden Brunnen in Zion nicht kennen, nichts wiſſen von etwas Höherem, als dem Jrdiſchen, welches vor Augen ift. Können wir, ſollen wir im Hinbli> auf dieſe Elenden weiter nichts thun, als daß wir, wenn wir von ihnen hören, ſagen: „Armes Volk 1‘? (Auguſtana o< Miſſionären.)
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Misstons-Taube.
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b6öſe und
was ſie wieder
gut machen kann.
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Mein Freund L. hat alle Urſache, fich als einen gliid: Tiden Mann zu ſhäßen, denn Gott hat ihm eine tüchtige Frau beſchert, mit der er in Frieden lebt. Einmal wurde ſie aber doch böſe, ja recht böſe, dod) Dank der „Zeit, die alle Schäden heilt“, fie hat aud) die Frau meines Freundes wieder gut gemacht. Durch Gottes ſuchende Gnade kam Herrn L. das hebräiſche Neue Teſtament in die Hände. Die Sprache zog ihn ſo mächtig an, daß er es wieder und wieder las. Die Sprache erinnerte ihn an das Alte Teſtament, das er in frühern Jahren mit Liebe und Eifer ſtudirte, aber ſeit lange, lange nicht mehr in Händen hatte, noch überhaupt ein ſolches beſaß. Und wieder war es ein Werk der Gnade, daß er am Bibelhaus vorbeiging und im Auslegefenſter eine hebräiſche Bibel entde>te. * Er kaufte ſie und las — Moſe und Jeſaias und Jeremias und wie ſie alle heißen, waren ja ſeine alten bekannten Freunde, und dod) ſchien es ihm, als wenn fie eine ganz andere Rede führten als vor 20 Jahren. Sie machten einen wunderbaren Cindrud auf ihn und weß das Herz voll iſt, deß geht der Mund über. So ſchi>te fid) denn mein Freund an, ſeinem Weibe etwas von dem mitzutheilen, wovon Kopf und Herz voll war. Aber ſiehe, kaum war er fo recht in den Redefluß gekommen, da gebietet ihm das ſonſt ruhige und ſtille Weib Stillſchweigen. Wie es fo geht, ein Wort gab das andere und es entſtand ein regel~ rechter Streit, wobei die Frau ſelbſtverſtändlich das letzte Wort hatte. Um aber allem Streit für die Zukunft wegen den Büchern — denn dieſe waren an allem Schuld — ein Ende zu machen, glaubte fie nod) ein Mehreres thun zu müſſen. Mit einem Griff pa>te ſie beide Bücher und im nächſten Augenbli> loderten ſie im Ofen auf. Ein Brief von dem „geſchlagenen“ Manne ſeßte mid) in Kenntniß von dem traurigen Vorfall. „Bleiben Sie weg von meinem Hauſe, bis id) Sie beſuche; mein Weib hält einen Topf kochendes Waſſer in Bereitſchaft, um Sie zu empfangen“, hieß es im Briefe. Sc) verſpürte allerdings keine Luſt, mit dem Topfe kochenden Waſſers in Berührung zu kommen, aber mein Freund ließ fic) auh nicht bei mir - ſehen. — Von einer Reiſe, die mehrere Wochen andauerte, heim: gekehrt, fand ih einen Brief von meinem Freunde vor, worin er mich bat, ihn wieder zu beſuchen und eine Bibel mitzubringen.“ Mein erſter Gang war dahin und meine
erſte Frage: „Was hat denn Jhre Frau wieder gut gemacht?“ „Sie wiſſen“, hob er an, „daß es gerade vor Roſch h’ſhana (Neujahr) und Jom Kippur (Verſöhnungstag) war, als id) meiner Frau meine Gedanken wegen dem Alten und Neuen Teſtamente mittheilen wollte. Nun wird ja bei uns Juden gerade um dieſe Zeit Buße gethan, damit Gott uns am Neujahr und Verſöhnungstag in das Buch des Glü>s und des Lebens ſchreibe. Meine Frau fürchtete nun, daß meine Gedanken, weil fie nach ihrer Meinung ſündlih find, für Gott eine Urſache werden könnten, uns in das Buch des Unglücks und des Todes zu ſchreiben. Daher wurde fie fo aufgeregt, fo böſe. Nun aber“, fuhr er fort, „iſt das Neujahr und der Verſöhnungstag vorüber; was einmal geſchrieben ijt im Himmel, bleibt geſchrieben, ift alſo nichts mehr zu fürhten. Daher erlaubt mir meine Frau die Bücher zu leſen, fo viel id) nur will.“ „So — fo könnte ich vielleiht Jhre Frau ſehen? aber ohne einen Topf mit Waſſer!“ „Nein, diesmal niht.“ „Warum nicht?“ „Sie ſhämt fid) vor Jhnen.“ Ob das gute Werk auch in ihrem Herzen begonnen hat? hoffen wir's. (Freund Jſrael.)
Wiffionsnadrigfer. „Henry Reed“ ift der Name eines Dampfbootes, das die „American Baptist Missionary Union‘“ im Dienſte ihrer Miſſion auf dem obern Congofluß laufen läßt. Das Geld hiezu erhielt die Geſellſchaft dur< eine wohlthätige Chriſtin in Tasmania, einer Jnſel, zum Auſtralcontinent gerechnet, und wurde das Boot „Henry Reed“ genannt zum Andenken an ihren verſtorbenen Gemahl. Es iſt ein ſ{öngebautes Dampfboot und kann den obern Congo mit ſeinen Nebenflüſſen ohne Schwierigkeit befahren, cine Waſſerſtraße von 5000 Meilen in's Jnnere von Afrika. Es ijt von unberedenbarem Nuten für die Erhaltung und Erbauung der dortigen Miſſionen. (Bapt. Miss. Mag.) 2. Die Leipziger Miſſion beklagt den Tod des jungen Miſſionars Dietr. Bergſtedt im Alter von nur 40 Jahren. Jm Jahre 1875 wurde er nad) Oſtindien abgeordnet. Jn den erſten drei Jahren arbeitete er mit am Seminar zu Poreiar. Unterdeſſen war er der tamulifden Sprache mächtig geworden, heirathete ſeine ihm zwei Jahre ſpäter nachfolgende Braut und übernahm die Miſſionsſtation Tritſchinopoli, woſelbſt er aht Jahre mit großer Treue gearbeitet hat. Ein Bruſtleiden nöthigte ihn, im Frühjahr vorigen Jahres nad) Deutſchland guriidjufehren. Aber ſtatt leiblicher Geneſung fand er völlige Erlöſung von allem Leiden durch einen ſeligen Tod am 28. October.
Gr hinterläßt eine trauernde Wittwe und drei Kindlein, welche ſhon ſieben Monate vor ihm in die HR
math guritdfehren mußten.
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eine jüdiſ<he Frau
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CONQGORDIA
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Landsleuten aus eigner Erfahrung des Herzens das Wort verkündigend: „Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergeſſen, daß fie fid) niht erbarme über den Sohn ihres - Leibes? Und ob fie desſelben vergäße, ſo will doh ih dein nicht vergeſſen.“ (Jeſaias 49, 15.)
Taube.
MEMORIAL
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PRITZLAFF
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Die
Missiows-Tauke.
5. Jm Tamulenlande hat die Leipziger Miſſion 20 Stationen mit einer Seelenzahl von 13,589 Chriſten. Es arbeiten dort 22 Miſſionare. 6. Unter den Santals (Santhalen) haben die Miſſionare Börreſen und Skrefsrud bereits 15 Stationen gegründet, über 4000 Bekehrte in zahlreiche Dorfgemeinden geſammelt, Schulen errichtet und im legsten Jahr allein “ wieder 561 Heiden getauft. 7. China. Jm Auguſt fand in Tanhſa in China eine Chriſtenverfolgung ſtatt, bei welher 30 Ortſchaften eingeäſchert und 700 Perſonen niedergemacht wurden. Auch aus Cochin-China wird von einer Chriftenmeselei berichtet. 8. Fid\ſhi-Jnſeln. Es ſoll derzeit kein einziger Heide mehr auf dieſen Jnſeln zu finden ſein.
Aus
einer
Bevölkerung von 112,000 bekennen fic) nicht weniger als 102,000 zur evangeliſchen Kirche; die übrigen ſind römiſche Katholiken. Die erſten Miſſionare ſind vor 50 Jahren
hier gelandet. 9, Ein Paſtor Thomas Neilſon, der vierzehn Jahre lang auf den Neuen Hebriden gewirkt hat, erzählt, wie er einmal das heilige Abendmahl genoſſen habe zuſammen mit einem eingeborenen Chriſten, der als Knabe theilgenommen hatte an dem Feſte, bet welhem der Leich nam des erſten Miſſionars von Erromanga, John Williams, den die Heiden daſelbſt erſchlagen hatten, verſpeiſt worden iſt. Auch einen Sohn des Mannes, von deſſen Hand Williams die Todeswunde empfangen hatte, fand Miſſionar Neilſon unter den Chriſten, die er dort kennen lernte. 10. Unter den 10 Millionen römiſch:katholiſcher Chriſten im nördlichen Mexico hat die amerikaniſche Miſſion3geſellſchaft der Congregationaliſten ſeit 1882 drei Miſſionsſtationen mit vier Miſſionaren und ihren Frauen und zwei weiblichen Miſſionsgehilfen. Die erſte Ge: meinde wurde 1885 in Chihuahua gegründet und zählt jebt42 Glieder, Jm weſtlihen Mexico hat ſie zwei Sta:
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3. Aus Pu dukotei in Jndien ſchreibt der Leip- tionen mit ſe<s Außenſtationen unter zwei Miſſionaren Die Miſſion hat aber mit vielen ziger Miſſionar Gehring, daß die Gemeinde in Koteikaren- und ihren Frauen. Schwierigkeiten zu kämpfen, vornehmlich durch die bittere pötei fid) verpflichtet hat, von jedem Achtel, welches ge: | Feindſchaft der Prieſter. 9 erntet wird, der Kirche cin Maß zu ſchenken. Wenn man den Reingewinn der Ernte rechnet, fo ift das mehr als der Zehnte. Koteikarenpötei ift ein faſt ganz chriſt(Eingeſandt.) licher Ort. Budanjzeige. 4. Aus Koimbatur in Yndien ſchreibt ein anderer Leipziger Miſſionar: „Was die Schulen meines Charafteriſtiſhe, nad) den Tonarten geordnete ZwiDiſtricts betrifft, nämlich die im Pollatiſchi und Tiruppur, ſhenſpiele zu 159 der gebräuchlichſten Choräle des fo erfreuen fie fid) eines gedeihliden Zuſtandes. Der ReSt. Louiſer Choralbuchs, wie auch zu jedem anderen Choralbuche, nebſt Choralſchlüſſen und Ucberleitungen gierungsinſpector war ſehr zufrieden und erklärte unſere zur Liturgie von Herm. Jlſe, Organiſt an der Schulen für die beſten in ſeinem Diſtricte. Der ReliSt. Johanniskirche in Brooklyn, E. D., N. Y. 1886. gionsunterricht hat auf die heidniſchen und mohammedakommen nicht nur einem voren - Zwiſchenſpiele Dieſe Stroph niſchen Jungen fidtlid) einen guten Cindrud gemacht. Erſcheinen des neuen St. Louiſer Choralbuchs nur
handenen, ſeit noch mehr ſich geltend machenden Bedürfnis entgegen, ſondern befriedigen es auch; denn ſie ſind 1. im keuſchen Kirchenſtil gehalten, 2. dem Charafter des jeweiligen „Chorals“ (richtiger: geiſtlichen Lieds) trefflich angepaßt, 3. erwünſcht kurz, durchſchnittlich nur 2—4 Tacte lang und dabei 4, ihrer viele, ſie beziſſern ſich auf tauſend, von denen ein Theil leicht, ein Theil nur mittelſchwer iſt, Hoffentlich verdrängen fie in kurzer Friſt jenes improviſirte ungehörige Gedudel zwiſchen dem Singen der einzelnen Strophen oder Verſe, das noch immer da und dort ſtattfindet und deſſen Länge allein ſchon den Unmuth auch nicht muſikaliſch gebildeter, aber ſangluſtiger Zuhörer erregt. Sei denn dieſes Werk aufs wärmſte empfohlen und dabei auch auf ſeine inſtructive Vorrede aufmerkſam pea Von dem Herrn Herausgeber direct bezogen, koſtet es $2.50. Seine Adreſſe iſt: Mr. H. Ise, 217 Ten Eyck Str., Brooklyn, E. D., N. Y. F. Lochner.
Milde Gaben für vie Negermiſfion : Durch Kaſſirer G. O. Ruſtad, Decorah, Jowa, $34.10. Durch P. H. Brandt, Neformationsfeſtcollecte ſeiner St. Johannis: Gemeinde zu Stanton, Nebr., 5.00. Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., 8565. Durch Kaſſirer H. Tiarks, Monticello, Jowa, 82.40. Durch Kaſſirer D. W. Roſcher, Fort Wayne, ea 18.00. Durch P.M H. Quehl, Abendmahls8collecte ſeiner Gem. in Minneapolis, Minn., 5.72. Durch P.O Hanſer von Witte L, B in St. Louis, Mo., .25. Durch Prof. F Pieper von C. G. Weiſe in St Louis, Mo., 100. Durch Kajfirer C. Spilman, Baltimore, Md., 22.00. Durch Kaffirer H. Bartling, Addiſon, Jll., 30,67. Durch Kaſſirer T. H. Menk, St. Paul, Minn., 122.82. Durch Kaſſirer J. C Bahls, Lincoln, Nebr., 7.15 Durch Kaſſirer C. Eißfeldt, Milwaukee, Wis., 13.00. Durch Kaſſirer Ch. Schmalzriedt, Detroit, Mich., 15.88. (Summa $393.14.) St. Louis, Mo., den 23. Dec. 1886. WU. C. Burgdorf, Kaffirer. Für Trinity Church erhalten von Orn. A. Eggers in St. Louis Schmu>k für den Weihnachtsbaum im Werth von $2.26. Herzlichen Dank!-
New Orleans, La., 20. Dec. 1886.
Aug. Burgdorf.
Die Miſſions-Taube““ erſcheint einmal monatlih, Jahr in Vorausbezahlung mit Porto iſt folgender :
Der Prels für ein
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10 Gremplare 25 ” 60
100
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Die Barthie-Vreife gel Adreſſe verſandt werden können.
Zu beſtellen und zu bezahlen Verlag, St. Louis Mo.
tit das Blatt bei dem Luth. Concordias icio ERE N
Redaction betreffenden Einſendungen ſind zu adreſſiren an Rex. 0. stony alle Geldbeitrage für bie Neger=Take: Boh S. sth Str. at. ena
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Mo.
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Entered at the Post Oftice at St. Louis, Mo., as second-class matter, [Y
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8
LENS SCANMPEKCAMBRUCHIS: Nachrichten aus dem Wiffionsgebtet dex Hetmath Herausgegeben fiir die Evang. - Lutherifdje Synodalconferenz von Nordamerika von der Commiſſion für die Negermiffion; rebdigirt von den Paſtoren ©. J. O. Hanſer und C. F. W. Sapper.
9. Jahrgang.
Februar „Es ging cin Stiemann aus, zu ſäen ſeinen Samen; und indem er ſäete, fiel etlihes auf ein gut Land, und es ging anf und trug
hundertfältige Frucht.“
Luc. 8, 5. 8.
Dies Wort ift der Troſt unſerer lieben Miſſionare. Sie ſtreuen als die Knechte des großen, himmliſchen Säemanns, JEſu Chriſti, den Samen ſeines gotteskräftigen Evangeliums in die Herzen ihrer Zuhörer aus. Aber er fällt bald auf Herzen, die dur< Sünde und Laſter einem hartgetretenen Wege gleichen, von denen es der Teufel \hnell wieder hinweg nimmt. Bald fällt er in wetterwendiſche Herzen, die zwar augenbliclid) davon erivedt und gerührt werden,
aber
bei der geringſten Anfechtung
fid) fdnell wieder davon abwenden. Bald fällt der Same des Wortes in Herzen, welche das aufkeimende Glaubenspflänzlein durd) Sorgen des Reichthums oder der Armuth wieder erftiden. Und ſolcher vergeblicher Hörer ift die Mehrzahl. Dazu iſt ihr unchriſtlihes Weſen vor den Augen. Die Miſſionare müſſen es ſehen und können ſich's nicht verbergen, daß die meiſten ihrer Zuhörer hin: gehen und bringen keine Frucht. Da wird ihnen mand): mal das Herz ſ<hwer und fie ſeufzen mit dem Propheten Jeſaias: „Jch dachte, ih arbeitete vergeblid) und brächte meine Kraft umſonſt und unnüßlich zu; wiewohl meine “ Sache des HErrn und mein Amt meines Gottes iſt.“ (Cap. 40.) — Aber nein. Hier ſteht cs, was ſie tröſtet und immer wieder mit neuem freudigem Muthe ihre ſelige Géemannsarbeit forttreiben läßt:
„Etliches
fiel auf
* ein gut Land und es ging auf und trug hundert:
“ fältige Frucht.‘
Nie wird alſo der Same göttlichen
1887.
‘Nummer 2.
Wortes vergeblich ausgeſtreut. Noch heute und bis zum jüngſten Tage gilt das Wort St. Pauli: „So kommt nun der Glaube aus der Predigt.“ Mögen daher noch ſo viele Zuhörer das Wort undankbar von fid) ſtoßen und \ſih felbft niht werth achten des ewigen Lebens, dennod) ſind immer etliche, die es aufnehmen und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. Das haben unſere lieben Miſſionare aud) ſhon zu hohem Troſte erfahren dürfen. So manche Seele haben fie} ſhon aus ihrem Verderben erretten und mit Fried und Freud dahin fahren ſehen in die ewige Seligkeit. So manche Seele hat das Wort aus ihrem Munde gläubig aufgenommen und wandelt mit ihnen in Geduld voll guter Werke nach der ewigen Heimath. Mögen ſie denn immer zivar unter Seufzen und Weinen hingehen und den edlen Samen ausſtreuen, endlich werden fie mit Freuden am jüngſten Tage die Garben erlöster Seelen bringen, die Gott ſie durd) ihre treue Arbeit hat gewinnen laſſen. Bitte nur auch, lieber Leſer, daß es der Garben recht viele ſein mögen! — Vergiß aber hiebei nicht, an dich ſelbſt zu denken und dich ernſtlich zu fragen: Wie habe denn ih Gottes Wort bisher gehört? Bit der Ader meines Herzens gutes Land, in welchem das Wort ſeine ſelige Frucht ſchaffen konnte? —Dies aber ſollte die Frucht des Wortes bei dir fein: Erſtlich ein lebendiger Hergensglaube an JEſum, deinen Heiland, in welchem du deiner Seligkeit gewiß biſt und mit Paulo fröhlich ſprechen kannſt: „Jh weiß, an welchen id) glaube, und bin gewiß, daß er kann mir meine Beilage bewahren bis an jenen Tag.“ Zweitens _eine brünſtige Liebe zum Heiland, daß du rühmen
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Wissions-Taruke.
kannſt: Herzlich lieb id) dich vor allen, mit Gefallen, nichts auf Erden kann und darf mir lieber werden, Drittens eine heilige Scheu auch vor der geringſten Sünde, die did) ſprechen läßt: „Wie ſollte ih ſo groß Uebel thun und wider Gott ſündigen?“ Viertens eine heilige Luſt, in all deinem Thun und Laſſen deinem Heilande zu dienen, zu gefallen, zu ehren, zu bekennen, daß jedermann es ſehen kann, ift jemand in Chriſto, fo ijt er eine neue Kreatur. Fünftens eine himmliſche Wachſamkeit, daß dein Herz ja nicht wieder verſtri>t werde in den Betrug der Sünde, in die Liebe der Welt und ihre Güter und Freuden, ſon dern ſprecheſt in Wahrheit mit dem Pſalmiſten: „Jch trage meine Seele immer in meinen Händen.“ Sechstens eine gottgewirkte Geduld in Leiden, Anfechtungen, Trübſalen dieſes armen Lebens, weil du weißt, daß ſie nicht werth find der Herrlichkeit, die einſt an dir im Himmel offenbaret wird. Siebentens endlid) laß mid) noh als eine Frucht des Wortes nennen eine heilige Freude am Werke der Ausbreitung des ſeligen Reiches Chriſti, daß du es für deine Ehre hältſt, daß du Chriſti Werkzeug darin fein darfſt, Miſſionare auszuſenden mit dem edlen Samen des theuren Evangeliums und Seelen helfen zu gewinnen, die in ihrem Heilande ſelig ſind und laſſen es ihre Freude ſein, ihn durch gottſeligen Wandel und gute Werke zu ehren und zu dienen. — Finden ſich dieſe Früchte bei dir? Weißt du etwas von dieſer heiligen Freude? Wirſt du je länger, je eifriger, treuer, ernſter? O ſelig, ſelig alle diejenigen, von denen das Wort gilt: „Und etliches fiel auf ein gut Land und es ging auf und trug hundertfältige Frucht.“ D. H.
Bericht
über
unſere
in New
Wegermiffion
Orleans.
Ein Fahr unſerer Miſſionsthätigkeit liegt wieder hinter uns. Wie fdynell fliegen dieſe koſtbaren Gnadenjahre hin, und wie wenig, wenn wir auf unſere Arbeit zurü>bliden, haben wir für den theuren Heiland und ſein Reich gethan! Wir hatten zuverſichtlich gehofft, in dieſem Jahresbericht einen größeren Erfolg auf unſerem Miſſionsgebiete aufweiſen zu können ; aber die Zahlen, welche in unſeren Büchern eingetragen ſind, zeigen die Fortſchritte nicht, die wir gehofft haben. Woran liegt dies wohl? An dem treuen Gott getviplic) niht; er iſt und bleibt derſelbe geſtern und heute, jahraus und jahrein. Er iſt und bleibt derſelbe thatige Heiland, der unermiidlid) den Verlorenen nachgeht, ſie ruft und lo>t, und an ihre Herzen klopft, damit er ſie dur bie Gnadenthür ſeines Reiches um fid) ſammeln kann. Das hat er aud) im verfloſſenen Jahre dur ſein Wort und Geiſt unaufhörlich gethan. An ihm liegt es alſo nicht, daß die Früchte unſerer: Arbeit nicht
größer ſind.
Liegt es vielleicht an uns, die zu dieſem
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Werke berufen ſind? Wehe uns, wenn wir unſere Hände in Unſchuld waſchen wollten! Sind wir dod) unniige Knechte, wenn wir alles gethan haben, was wir zu thun ſchuldig ſind! Und wer von uns könnte ſagen: „HErr, es iſt geſchehen, was du befohlen haſt“? Nein, gerne
bekennen wir, wie viel wir verſehen, wie oft wir entmuthigt, ungeduldig, kleingläubig geweſen, wie oft es uns an rechter Weisheit, Geduld, Freudigkeit, Glauben, Gebet und Hoffnung gemangelt hat. Aber niht wahr, ihr theuren Miſſionsfreunde, ihr ſprecht eu< aud) nicht von aller Schuld frei; ihr hättet auh wohl eifriger und brünſtiger für uns beten, aud) wohl mit reicheren Liebesgaben unſer ſchwieriges Werk unterftitgen können und ſollen? Stehen uns doch in unſerer Miſſion beſondere Schwierigkeiten entgegen : da iſt die arge, abfallige Welt, die ihre Feſſeln immer ſtärker um der Menſchen Herzen zieht; der Teufel, welcher immer wüthiger und eifriger wird, je näher der Welt Ende rü>t; der Unglaube, die teufliſhe Blindheit und Schwärmerei, mit welchen gerade das Volk geſchlagen ijt, unter dem wir arbeiten. Zu dieſen allgemeinen großen Hinderniſſen, die dem Heiland den Weg zu den Herzen verſperren, kommt noch dies, daß ein leiblicher Fluh auf dem Schwarzen liegt. Er iſt und bleibt ſein Lebenlang ein „Diener unter ſeinen Brüdern“. Zum politiſchen oder ſocialen Einfluß kann er fic) nie auffdivingen. Gr ift geknechtet und verachtet, wo er geht und ſteht. Aber ſeine Seele iſt frei, frei gemacht durch dasſelbe Gottesblut, wie die unſere, und. die fann und ſoll fid) emporſhwingen zu demſelben Gott, wie die unſere. Wenn wir nun Alle unſern Glauben täglich aus dem Heilsbrunnen der Wahrheit ſtärken und erquicen, unſere gläubigen Gebete vor dem Throne Gottes für unſere Miſſion täglich vereinigen würden und unſere Liebesgaben zu dieſem Werke immer reichlicher fließen ließen, um neue Gotteshäuſer zu bauen und die alten zu erweitern, — wie würden denn viele dieſer Hinderniſſe weihen müſſen, und wir, ſo viel an uns liegt, die Schwarzen beſſer und fruchtbarer nöthigen, hereinzukommen zur Hochzeit des Sohnes Gottes! Erkennen wir denn unſern Mangel demüthig an Und wollen wir im neuen Jahre mit neuer Jnbrunſt des Glaubens und der Liebe unſer ſeliges Miſſionswerk treiben! Weil wir uns aber ſelbſt zum Theil anklagen müſſen, daß unſere Miſſion keinen größeren Erfolg aufweiſen kann, fo haben wir ja freilid) Gott allein zu danken für das, was erreicht worden ijt. Und zum Lobe ſeiner herrlichen Gnade ſtehen unſere kleinen Gemeinden und gefüllten Schulen da. Jhm haben wir zu verdanken, daß er die Herzen gelenkt und gezogen hat zu ſeinem Hauſe, wo er ſein Wort rein und lauter hat ſchallen laſſen. Jn großen Schaaren find die” Zuhörer manchmal gekommen, ſo daß unſere Kirchen nicht
alle haben faſſen können.
Ein kleines Häuflein war immer
da, ſelbſt bei der ungünſtigſten Witterung, welches der Pre- ;
digt des Wortes gubdrte. Gott allein haben wir zu danken für die wenigen Seelen, die ſeiner Gemeinde im Laufe
||
Die des Jahrés zugefügt worden ſind.
Es waren widerſpen-
ftige Leute, die von Kindesbeinen auf dem Wort und dem
Geiſte Gottes auf’s hartnäd>igſte widerſtrebt haben.
Von
“den 18, welche dem Heiland Treue geſchworen haben, ſtan-
den 7 im Alter von 30—60 Jahren. Von dem Heiland und ſeinem Erlöſungswerk haben ſie rein nichts gewußt, und ſie ſind doch unter dem Schall des Wortes aufgetwad)fen, groß und grau geworden! Unter dieſen Aufgenommenen war eine alte Großmutter, deren Enkelkinder ſchon Gemeindeglieder waren. Die Alte aber, tro wiederholter Einladung, war nicht zu bewegen, die Kirche zu betreten. Der Miſſionar
hatte oft Gelegenheit,
mit ihr zu ſprechen
über das Eine, was noth ift; aber fie that, als hörte fie es niht. Wie ſie gelebt hatte, wollte ſie aud) ſterben. Das wollte aber der liebe Gott niht. Eine Enkeltochter, ihr Liebling, cin verſtändiges und frommes Mädchen, wurde pliglid) krank. Sechs Monate lag fie bewegungslos auf ihrem Krankenlager, alle ihre Glieder von Lähmung geſchlagen. Die Alte war ſtets an ihrer Seite, ſah die Geduld und kindliche Hingebung der Kreuzträgerin und hörte ihre Gebete. Hier hörte fie aud) vom Paſtor das Wort Gottes. Zuerſt entfernte ſih die Alte, wenn der Paſtor erſchien ; ſpäter blieb fie auf ihrem Plat figen und hörte andächtig zu; endlich fing ſie aud) an mitzubeten. Das Mädchen genas zur Verwunderung aller, die ſie in ihrem Leiden geſehen hatten, kam zur Kirche, auf ihre Krücken geſtüßt, und die Großmutter mit ihr. Groß war unſere Freude;, aber nod) größer wurde fie, als die alte Frau eines Tages uns mit einem Beſuch überraſchte. Was wollte ſie? Sie kam, um die heilige Taufe zu begehren. Sie war gedemüthigt, ihr hartes Herz gebrochen, und unaufgefordert,
was
uns
nod)
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Misstons-Taube.
nicht vorgekommen
iſt, fam
ſie, um die Taufe zu empfangen. Nach vollendetem Unterricht wurde ſie am erſten Chriſttag getauft und in die Gemeinde aufgenommen. Forthin will ſie Jhm leben und ſterben, der ſie erkauft hat mit ſeinem theuren Blut. Gott allein haben wir's zu danken, daß unſere Gemeindeglieder vor groben Sünden und Abfall bewahrt worden ſind; daß fie die Gnadenmittel fleißig gebraucht haben ; daß die allermeiſten, ſoweit wir urtheilen können, dem Heiland und ſeinem Worte treu geblieben ſind; daß fie fid) eines chriſtlihen Wandels befleißigen, in der Erkenntnis der Wahrheit zunehmen und von ihren geringen Mitteln zum Erhalten von Kirche und Schule nad) Kräften
beiſteuern. Nur ein Glied ift gänzlich von unſerer Kirche abgefallen; 172 haben das heilige Abendmahl genoſſen. Die Beiträge von Schulen und Kirchen belaufen fic) auf etiva $450.00. Daß wir eine Anzahl kleiner Kinder durch die Taufe in die Kirche Chriſti einverleibt haben, den Kranken, Sterbenden und den betrübten Hinterlaſſenen den reichen Troſt des Wortes Gottes haben ſpenden dürfen; daß einige und zwanzig Confirmanden wieder willens gemaht worden ſind, ſich unterrichten zu laſſen, um dann durch die Cons
firmation in die Gemeinde aufgenommen zu werden, — dafür haben wir auch Gott allein zu danken. 7 Wir haben ferner Gott zu danken für die große Anzahl Kinder, die er durch unſere Schulen an ſich zieht. Obwohl die Schulen von Anfang bis Ende des Jahres voll ſind, werden immer Kinder angemeldet, ja, es ſind Eltern, die uns flehentlid) bitten, ihre Kinder dod) aufzunehmen. Mande ſichern ihren Kindern Plas ein Jahr voraus. Dieſes zeigt erſtens, welche Liebe und Hochachtung unſere Lehrer und Schulen bei den Schwarzen genießen, aber zweitens aud) die Nothwendigkeit, mehr Schulen zu errichten und mehr Lehrkräfte anzuſtellen. Die Sonntagsſchulen haben in erfreulicher Weiſe im leßten Jahre zugenommen. Neben dem Herrn Lehrer wirken zehn Hilfslehrer, Schwarze, in denſelben. Für die Sonntagsſchule wie für die Tagsſchule iſt die St. Pauls-Kapelle viel zu flein. Man bedenke nur: dieſelbe iſt etwa 20x 30 Fuß, und in dieſem kleinen Raum, wo nod) Ofen, Schrank, Kanzel und Orgel ſtehen, ſollen nod) fed)3 Lehrer und etwa hundert Kinder etwas lehren und lernen. Auch für den Gottesdienſt ift das Häuschen manchmal zu klein. Wenn ihr nun, liebe Chriſten, den Beſchluß, welchen eure Delegaten auf der leßten Synodalconferenz faßten, ordentlich erwogen und für eine neue Station geſorgt habt, dann wollen wir euch bitten, uns ein klein wenig mehr Raum hier zu verſchaffen, damit wir uns ordentlich bewegen können. Bis dahin fdyweigen wir. Endlich haben wir Gott zu danken, daß im Anfang des verfloſſenen Jahres eine dritte Kirche und Schule hier eröffnet und ein Lehrer angeſtellt werden konnte. Hier arbeitet Paſtor Burgdorf ſeit Februar und Herr Lehrer Jötel ſeit September 1886. Die Schule zählt gegenwärtig hundert Kinder. Einige, welche die ſtrenge Zucht der Schule nicht vertragen konnten und deshalb eine Zeit wegblieben, haben fid) wieder zur - Aufnahme gemeldet. Die Sonntags\chule. iſt größer. Jn dieſer iſt die Frau Johnſon neben dem Paſtor und Lehrer eine ſowohl tüchtige wie eifrige Lehrerin. Dieſe Frau hat fic) mit ihren Kindern unſerer Kirche angeſchloſſen, troßdem daß die Secten ihr Möglichſtes verſuchten, ſie zu überreden und abzuhalten. Sie ift in allen Beziehungen eine Muſterfrau und eine eifrige Lutheranerin, die nad) Kräften für ihre Kirche arbeitet. Am Confirmandenunterriht nahmen zehn junge Leute Theil. Die Kirche wird meiſtens gut beſucht. Dann und wann muß der Paſtor freilih nur vor ein paar Leuten predigen, aber zu andern Zeiten hat er wieder die Kirche voll.#), Und. auch hier, ob es wohl langſam vorwärts geht, haben wir die Verheißung: „Mein Wort ſoll nicht wieder zu mir leer kommen,
ſondern thun,
das mir
gefällt, und ſoll ihm gelingen, dazu ih's ſende.“ Jm Vertrauen auf dieſe herrliche Verheißung wollen *) Dieſe Station hat etiva $90.00 zur Decung der Unkoſten ; der Miſſion beigetragen.
Die
Misstons-Taube.
wir fröhlihen Muthes vorwärts gehen und nict ver: sagen, wein aud) der Erfolg unſerer Arbeit uns gering ‘erſcheint. Der HErr kennt die Seinen und wird ſie ſam meln in ſeine Hütten zu ſeiner Zeit. Uns allen aber gebe er aus Gnaden den Geiſt des Glaubens und der Liebe, den Geiſt der Weisheit und des Gebets, willige Herzen und Hände, zu geben denen, die Noth leiden, zu ſeines Namens Ehre. N. J. Bakke.
Aus unſerer Regermiffion in Little Bok, Ark. Das liebe Weihnachtsfeſt mit ſeiner herrlichen Freudenbotſchaft iſt ja nun wieder vorüber; die fröhlichen Lieder Da ſind verklungen, die leuhtenden Bäume erloſhen. Taube“ „Miſſions: der dürfte es wohl für die lieben Leſer intereſſant und zugleich ein lieblicher Nachhall des Feſtes ſein, zu erfahren, wie dasſelbe unter ihren ſchwarzen Glaubensbrüdern in Little Rod gefeiert wurde. Eine freudige Vorbereitung auf dieſes Feſt der Feſte bildete für unſere Gemeinde die Aufnahme zweier neuer Glieder durd) Confirmation, welhe am Sonntag vorher ſtatt fand. Es waren dies nämlich Herr und Frau Scott. Obwohl nur zwei, während legtes Jahr vier aufgenommen werden fonnten, ſo war es dod) Urſache zu beſonders großer Freude, weil diesmal, nicht wie gewöhnlich, nur ein, ſondern gleid) beide Theile der Familie mit ſammt den Kindern ſih anſchloſſen, fo daß man nicht zu befürchten hat, der eine Theil werde dem andern in ſeinem neuen Chriſtenberufe hinderlich ſein. Veſonders hat fid) Herr Scott in der Vorbereitung zu dieſem Schritt als aufrichtiger, ernſter und eifriger Chriſt erwieſen.
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12
Unſren Gottesdienſt zu beſuchen wurde er zuerſt
veranlaßt dur< einen Schwarzen, Namens Jadfon, der aud) einigemal gekommen und vorgab, er wolle fid) an: ſchließen. Derſelbe trat ſpäter zurü>, als id) ihn einmal ernſtlich zur Rede ſtellte wegen ſeines ſhändlichen Saufens und Fluchens. Gr ſuchte auh Scott wieder abwendig zu machen, doch dieſer hatte die Kirche aufrichtig lieb gewonnen, und ließ fid) durch keinen noch ſo herben Spott irre machen, ſondern beſuchte nad) wie vor den Gottesdienſt regelmäßig, fam aud) oft zu mir und beſprah fid) über ‘die Leste Predigt, und ſagte dann oft: „Jch habe in dieſer kurzen Zeit mehr von Gott und ſeinem Wort gelernt, als « vorher in meinem ganzen Leben.” Das Studiren des Katedismus machte ihm beſonders große Freude, er las taglid) darin und konnte ihn bald “qusivendig. Schon im Sommer war er ſo weit, daß er er hätte confirmirt werden können, aber er wollte damit warten und verſuchen, ſeine Frau für denſelben Schritt zu gewinnen. Lange ſchienen ſeine Bemühungen vergeblich, “oft fam er und flagte, er habe alle Hoffnung verloren. Jh _etmuthigte ihn dann immer wieder und legte ihm beſonders
an's Herz, daß er dies ja nicht aus eigener Kraft und Bez redſamkeit thun könne, ſondern müſſe den lieben Gott in brünſtigem, gläubigem Gebet um Hülfe anrufen. Endlich fam ſie einmal mit ihm zur Kirche, nach einiger Zeit wieder, dann regelmäßig, obwohl ſie kränklich war, und faſt zwei Meilen außerhalb der Stadt wohnte. Bei dem Confirmandenunterricht, den id) ihr deshalb in ihrem Hauſe ere theilte, und leider nur einmal die Woche hinkommen konnte, leiſtete Herr Scott treffliche Hülfe, indem er jeden Abend den Katedismus laut vorlas, und denſelben mit ihr beſprach. Am Tage der Confirmation war niemand fo glü>lid) als er. Er fam am nächſten Tage zu mir, um mir herzlih zu danken, und ſagte: ‘Now I know for sure that the Lord
is on our side,
because He
heard
me
and helped me, when I called upon His great name.’’ (Mun weiß id) gewiß, daß der HErr uns zur Seite ſteht, denn er hat mich erhört und mir geholfen,
als id) ſeinen
großen Namen anrief.) Möge Gott ihm ferner Gnade zur Beſtändigkeit geben, und in dem neuen Jahre recht viele ſolcher aufrichtigen Seelen zu dem reinen und lauteren Born des Heils, zu ſeinem lieben Worte, führen und dabei erhalten! Wie gewöhnlich, hatte auch dieſes Jahr unſere Schule
einen Weihnachtsbaum. Mit einigen meiner Schüler holte ih ihn aus einem nahen Wald, die Glieder der Gemeinde halfen ihn prächtig ſ<hmüden, er konnte aber erſt Sonntag nah Weihnachten angezündet werden. Die Kapelle war gedrängt voll und viele mußten vor der Thür Plas nehmen, es waren im Ganzen wohl über 200 Zuhörer zugegen, doch verlief alles ruhig und in beſter Ordnung. Gott gebe, daß gerade dieſe Neugierde, um welcher willen-\ſih die Meiſten
einfanden, dazu dienen möge, unſere ſhwarzen Volk mehr bekannt zu machen, ſehr viele, die niht einmal wiſſen, daß Church" hier criftirt, geſchweige, daß ſie
Kirche unter dem denn es gibt nod) eine ‘Lutherian dieſelbe näher ken-
nen, und ſolche Methodiſten und Baptiſten, die fie etwa von
Hörenſagen kennen, glauben kein beſſeres Werk thun zu können, als bei jeder Gelegenheit dieſelbe als eine ganz unchriſtlide Sippe zu verläſtern, weil dort weder Jauchzen und Springen und Toben gehört, noch jeder einzelne Bruder und Schweſter zum lauten Beten aufgefordert werde, nod) ‘‘Revivals’’ gehalten, nod) eine Bußbank da ſei. Und dieſe Gründe leuchten jedem Schwarzen ein, fo lange er nicht ſelbſt kommt, Gottes Wort hört und beſſer urtheilen lernt. Ferner beſchuldigen ſie uns, daß wir niht “educated” nod) ‘“stylish’’ wären, nur die Gewöhnlichen aus ihrem Volke fänden die ‘‘Tutherian Church’? gut genug. Dod) wir gehen ruhig weiter und, will's Gott, werden aud) in dieſem Jahre einige wirklich heilsbegierige Seelen wahren Troſt und Frieden in unſrem Kreis durch Gottes Gnade und reines Wort finden. Das walte Gott!
Geo. Allenbad.
Die
Missions -Tauke.
Zu dem Bilde. Auf der Südoſtküſte von Vorderindien hat das Kirchenconcil von den Vereinigten Staaten
ſeine Miſſion
unter
den heidniſhen Telugus. Schon 1843 ließ fid) der norddeutſche lutheriſche Miſſionar Valett unter ihnen nieder. Die nordamerifanifden Miſſionare Kröning und Heyer (f 1873) traten in ſeine Arbeit ein und fanden bereits die
13
halten, bis er geſtüßt war und wir uns aus unſerer gefährlichen Lage loswinden konnten. Dest wurde mit Ernſt Hand angelegt. Miſſionar Schmidt war Baumeiſter, ſeine Geſellen eine Anzahl Teluguchriſten. Der Hausbau nahm einen befriedigenden Fortgang. Die Arbeiter hatten dabei täglih Gelegenheit, den Hausandadten der Miſſionare beizuwohnen. Miſſionar Schmidt ſchrieb 1873: „Das Haus ift beinahe fertig. Jett befige id) zum erſten-
—
SS
Miſſionshaus des Church
Council in Rajahmundri in Jndien.
Bibel und Dr. Luthers Heinen Katecjismus in die Telugu: Sprache itberfest vor. Als Miſſionar Heyer 1850 von einem Beſuch in Amerika nad) Sndien zurü>kehrte, fand er die Gebäude für die Miſſion verfallen und man verſuchte zu repariren, aber ſie waren ſchon zu baufällig. Miſſionar Schmidt wäre es bei dieſem Verſuche faſt {limm erGr ſchrieb damals: „Das alte Holz des Hauſes gangen. * war in einem elenden Zuſtande, was ih niht wußte und was mid) in große Gefahr brachte. Ein Pfeiler wich, auf welchem mehrere Pfeiler ruhten, und dieſe ſtürzten, während id) und andere Arbeiter darunter ſtanden. Glidlidjerweiſe konnte ih den ſtürzenden Pfeiler noh ergreifen und
mal in der Regenzeit ein tro>nes Haus. Es hat ein Sache. geſehene nie noch Lande dieſem Sqhindeldach, eine in id) die mußte verſtanden, Werk das Ehe meine Arbeiter Dadurch legen. Hand eigener mit Schindeln erſten 2000 vermied id) das Niederreißen des alten Hauſes und erhielt nod) ein oberes Sto>werk, was dies Haus hoffentlich zu einer geſunden Wohnung machen wird. Wäre id) niht im Stande geweſen, Schindeln zu ſchneiden und zu legen, würde id) faum gewußt haben, was zu thun ſei. Aber im Hauſe eines eingebornen Kaufmanns fand ih eine Zir= kelſäge, machte eine Bank dazu und ſchnitt damit meine Dachſchindeln. Engliſche Jugenieure in dieſem Diſtreit
we
Wissiorns- Tanke.
Die
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meinten, das Schindeldah würde den heftigen Monſun.
ſtürmen niht widerſtehen und von denſelben weggeführt werden. Als ich aber bei dem erſten Sturm hinauſfſtieg,
um zu ſchen, welhe Wirkung derſelbe auf das noch ziemlid) offene Dac) haben würde, ſah id) zu meiner Freude nicht den geringſten Schaden, während der Sturm an andern Häuſern große Zerſtörung angerichtet hatte. Die Jngenieure waren ſehr enttäuſcht, als ſie erfuhren, daß mein Haus und Dach Stand gehalten habe. Wenn ich ihnen ſage, daß die Amerikaner auf ſolche Weiſe Häuſer bauen, ſo pflegen ſie zu antworten: „Ja, die können ſogar ihre Häuſer von einer Straße zur andern fortſhaffen.“ Obiges Bild zeigt eben dies von Miſſionar Schmidt erbaute Miſſionshaus. (Nach dem Miſſionsboten von 1879.) D. H.
unter einer ſolchen Unſicherheit leben und wirken mußten, daß es faſt als ein Wunder anzuſehen iſt, daß ſie für die Ausbreitung des Evangeliums überhaupt etivas ausrichten konnten. Als M'teſa ſtarb, beſtieg ſein Sohn M’wanga, der. jeßige König von Uganda, den Thron. Während M'teſa’s Regierung ſeßten die Miſſionare große Hoffnungen auf D?iwanga. Er beſuchte ſie oft und verſprach ihnen ſeine Gunſt und Beihülfe, wenn er zur Regierung gelangt ſei. Aber hierin hatten ſie fic) bitter getäuſht. Di? wanga hat fid) als ein treuloſer, grauſamer und blutiger Wilder
gezeigt, als ein Deſpot für ſeine Unterthanen und der bitterſte Verfolger der Chriſten. Er begann die Verfolgung im Januar des vorigen Jahres, indem er einige Miſſionare gefangen nehmen ließ. Sie wurden zum Scheiterhaufen verurtheilt, aber an dem Tage,
(Nach
dem
Schwediſchen
in „Auguſtana
od) Miſſionären“
von
P. F. Weſemann.)
Verfolgung A -
Ps
ae 1
le
der Chriſten in Aganda, Ceutraſ-Afrißa.
Ueber die Wirkſamkeit der Miſſion3geſellſhaft der engliſchen Kirche in Uganda am nördlichen Ufer des VictoriaNyanza-Sees ſind unſern Leſern öfters Berichte mitgetheilt worden. Die Wirkſamkeit begann im Jahre 1876 und iſt ſeitdem unter den berivideltiten und niederſchlagendſten Erfahrungen unterhalten worden. Die Miſſion3geſchichte der Neuzeit dürfte kein Land aufweiſen können, in welhem die Miſſionswirkſamkeit in fo kurzer Zeit fo viele Opfer gefordert hat, als in Uganda. Berichte über die aufregendſten Ereigniſſe kommen fortwährend von dort. Seit der [leßten Verfolgung auf Madagaskar vor 25 Jahren hat wohl keine fo grimmige Verfolgung ſtattgefunden, als diejenige, welche jest in Central- Afrika vor fic) geht. Und doch iſt es nichts Neues, was den Chriſten in dieſem „dunfeln Welttheile” widerfährt. Bu allen Zeiten hat das Evangelium des Friedens fic) dur das Blut ſeiner eigenen Bekenner ſeinen Fortgang erkämpfen müſſen. Auf Madagaskar ſowohl als in Jeruſalem, auf Fidſchi ſowohl als in Rom hat die Wahrheit ihre Blutzeugen gehabt. Uganda ſollte ſeine erſte Bluttaufe empfangen. Jett herrſcht dort Trauer und Verwüſtung, aber bald wird die Trauer in Freude verwandelt werden und die Wüſte wird luſtig fein und blühen. Auch in Uganda wird es fid) als Wahrheit beweiſen, daß „das Blut der Märtyrer der Same : ber driftlidjen Kirche ijt’. Chriſti Reih wird das Feld einnehmen und behalten. © Wir find jest in den Stand gefest, ziemlid) voll‘ſtändige Angaben über die Verfolgung mitzutheilen, und wir glauben, daß es unſere Leſer intereſſiren wird, etwas darüber zu erfahren. Der alte König von Uganda, M'teſa,
war ein unbeſtändiger Menſch, der die Miſſionare bald
an
welchem
die Hinrichtung
geſchehen
ſollte,
be-
gnadigt. Doch erhielten ſie Befehl, ſogleich das Land zu verlaſſen. Bald nach dieſer Begebenheit wurden zwei Eingeborne, welche kurz vorher bekehrt - worden waren, verhaftet, und da ſie dem Chriſtenthum nicht entſagen wollten, verurtheilt, lebendig verbrannt zu werden. Erſt wurden ihnen die Hände abgehauen und dann beſtiegen ſie den Scheiterhaufen,
auf welchem
ſie ihrem Heilande
mit
lauter Stimme lobſangen, bis der Rauch ihre Stimme erftidte. Obne einen Klagelaut auszuſtoßen, erduldeten fie bie Marter, und als treue Bekenner JEſu gingen fie ein zur Herrlichkeit. Aber die Folgen dieſer Gewwaltthat waren nicht ſolhe, als der grimmige König erwartet hatte. Mehrere von denen, welche den fiegesvollen Tod dieſer Männer geſehen hatten, bekamen einen Stachel ins Herz und fingen an, den Namen JEſu anzurufen. Ja, es wird berichtet, daß zwei von den Henkern bekehrt wurden. Und obwohl der König auf alle mögliche Weiſe die Wirkſamfeit der Miſſionare zu hindern ſuchte, wuchs doch die Zahl der Chriſten mit jedem Tage. Eine der Schweſtern des Königs und Mehrere ſeiner nächſten Umgebung ließen fid) heimlich taufen. Und obwohl die Miſſionare die öffentlichen Gottesdienſte auf entlegenen und einſamen Pläßen halten mußten, vermehrte fic) doch die Zahl der Zuhörer fortwährend. Aber im October vorigen Jahres begann die Verfolgung auf's neue. Dem Könige kam zu Ohren, daß der Biſchof Hannington ſich ſeinem Lande näherte. Dieſer bejahrte Diener des HErrn hatte ſich entſchloſſen, das Evan-gelium in dieſem finſtern Lande zu predigen, obwohl er ſih der Gefahren bewußt war, welche ihm drohten. Aber MD wanga, der beſchloſſen hatte, die Ausbreitung des Coan: geliumé in ſeinem Reiche um jeden Preis zu verhindern,
mußte nun mit ſeinen Mordplänen dem Biſchof zuvorfommen. Er {djidte daher eine bewaffnete Schaar aus, die ihn ſammt ſeinem ganzen Gefolge gefangen nahm. Die Berichte über die legten Tage des Biſchofs, welche bis
jebt eingegangen ſind, ſind nicht ſo ausführlich, als wohl
= — begünſtigte, bald verfolgte, fo daß dieſe in Folge deſſen zu wünſchen wäre; aber durch einige Perſonen von ſeinem
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Die
15
Missitows -Tauke.
Gefolge, denen es glü>te zu entkommen, iſt dod) die Kunde von ſeinem Märtyrertode dex Welt bekannt gemacht worden. Es ſcheint die Abſicht des Königs geweſen zu ſein, die Gefangenen zu verbrennen; aber auf die Bitte des
ſelbe nur in allgemeinen Ausdritden ; daß aber viele Glieder JEſu um ihres Glaubens willen leiden mußten, ijt gewiß. Die Nachrichten über den Märtyrertod des Biſchofs Hannington und der übrigen Chriſten hatten aud) eine
Biſchofs wurden fie mit dem Spieße durhbohrt. Zugleich mit dem Viſchof ſtarben an dem Tage ungefähr 50 Per-
junge Männer meldeten ſi bei der „Church Missionary
ſonen. Auf dem dunkelſten Erdtheile, getrennt von allen ſeinen irdiſhen Anverwandten, beſchloß der Biſchof Hannington ſein im Dienſte des HErrn thatenreiches Leben. Seine leßten Worte ſind der Nachwelt überliefert worden : „Sage ihnen, daß dieſer Weg (der Weg nach Uganda) mit meinem Leben erkauft ijt, und daß ich für die ſterbe, welche mich tödten.“ So lautete fein Abſchied8wort an die Miſſionsgeſellſchaft,
deren
treuer Diener
er fo lange
~ geweſen war, aber auch an die ſhwarzen Söhne Afrikas, für welche er dieſes Opfer gebracht hatte. Unter der großen Schaar der Blutzeugen, die vor dem Throne der Herrlichkeit in der Höhe ſtehen, hat der Biſchof Hannington ſeinen Play eingenommen. Und wer in vielleicht nicht ferner Zukunft die Geſchichte der Bekehrung Uganda’s zum Chriſtenthum ſchreibt, wird ſicher bezeugen, daß er fein Leben nicht vergeblich geopfert hat. Des Biſchofs Tagebud) wurde gerettet und wird aud) bald im Druc erſcheinen. Wir haben alle Urſache zu glauben, daß das Buch äußerſt intereſſant und reih an werthvollen Aufſchlüſſen für die Miſſionsfreunde fein wird.
für die Miſſion
heilſame Wirkung in England.
Dreißig
Society“, als Miſſionare nad) Uganda zu gehen. Und anſtatt durch die großen Verluſte, welche ſie erlitten hatte, abgeſchre>t zu werden, beſchloß die Geſellſchaft, mit vermehrten Arbeitskräften die Wirkſamkeit in Central-Afrika
fortzuſeßen. Erſt ganz kürzlih hat der bejahrte Bruder des ermordeten Biſchofs die väterliche Erde verlaſſen, um in Uganda den Mördern ſeines Bruders das Evangelium zu verkünden. Der König M'wanga berechnete nicht, daß die ermordeten Miſſionare eine große Schaar entſchloſſener Chriſten hinter fid) hatten, welche beſchloſſen hatten, um jeden Preis Uganda für den HErrn Chriſtum zu gewinnen. Aber wir wollen die Verfolgung in jenem Lande weiter ſchildern. (Schluß folgt.)
Allerlet. Da leider bis jest nod) feine der neuern deutſchen oder englifden Miſſionszeitſchriften angekommen
find, fo kön-
nen fwir diesmal keine Miſſionsnachrichten geben. Mögen denn die lieben Leſer mit folgendem Miſſionsallerlei vor-
1
Einer der nächſten Diener des Königs, der fic) er fiihnte, ihm davon abzurathen, den Biſchof zu tödten, lieb nehmen : mußte ſeine Kühnheit mit dem Leben bezahlen. Erſt 1. Am Abend vor ihrer Taufe fragte Miſſionar Cawurden ihm die Hände und Füße abgehauen und dann ſalis die alte Baſutowittive Mamata, was fie’ von fid) wurde er auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Obwohl ſelbſt halte. Fröhlich rief ſie aus: „D, ih bin ſchön, ih wir keine näheren Berichte über dieſen Mann haben, ſo bin rein, id) bin reid); id) habe nichts, das mid) beuns haben wir doh Urſache zu glauben, daß er wahrſcheinlich ruhigen könnte!“ Etwas betroffen über dieſe Antwort ein heimlicher Jünger JEſu geweſen iſt, der, wie ehemals bat fie der Miſſionar Caſalis, fid) näher zu- erklären. „Ach, mein Lehrer“, ſagte ſie, „fürchte nicht, daß der Stolz Nikodemus und Joſeph von Arimathia, erſt in der Stunde der Gefahr Kraft bekam, ſeinen Heiland öffentlich zu be- foldje Worte der armen Mamata in den Mund legt. Ja, kennen. id) bin ſhön, weil Chriſtus mich mit ſeiner Gerechtigkeit Der König M'’wanga wurde bald davon überzeugt, bekleidet; ih bin rein, weil er mid) von meinen Sünden daß der Tod des Biſchofs Hannington nicht die ertwartete gewaſchen hat; id) bin reid), weil er mir den Himmel gibt! Folge hatte. Er mußte wahrnehmen, daß ſeine Befehle Jn ihm habe ich alles, außer ihm bin id) nur eine un(Miſſionsbote.) gering geachtet wurden und Einer nah dem Andern das wiſſende Heidin !“ Chriſtenthum annahm. Unter den Bekehrten war des 2. Ein Bekenntnis von Negern. Als im Jahre Königs eigene Mutterſchweſter. Das triumphirende Hin1739 Graf Zinzendorf auf der Jnſel St. Thomas landete, ſcheiden der Märtyrer verfehlte nicht, ſeinen Eindru> auf fand er den Miſſionar Martin und die andern Brüder tm Gefängnis. Sogleich eilte er zu dem Statthalter und erdie Heiden zu machen. Bet einer Gelegenheit empfingen wirkte ihre Freilaſſung. Da aber Miſſionar Martin im nicht weniger als 30 Perſonen die heilige Taufe. Jm vorigen Jahr {rieb Miſſionar Paſtor R. PB. Aſhe, daß Gefängnis erkrankt war und nicht predigen konnte, fo hielt Zinzendorf die Abendandadt. Er fing, nachdem der Nez bei einer Gelegenheit 40 Perſonen das heilige Abendmahl gerhelfer Abraham ein herzliches Gebet geſprochen hatte, feierten, und daß cin fortwährend zunehmendes Verlangen, mit ſeinem Lieblingswort aus Luthers Ratehismus an: Gottes Wort zu hören, unter dem Volk wahrgenommen werde. Und alles dieſes, während eine Gewaltthat nad) „Jch glaube, daß JEſus Chriſtus wahrhaftiger Gott, vom der andern an den Chriſten verübt wurde. Wir können Vater in Ewigkeit geboren, und aud) wahrhaftiger Menſch, -die Verfolgung vom Anfang vorigen Jahres nicht in ihren von der Jungfrau Maria geboren, ſei mein HErr“ — Einzelheiten ſchildern, denn die Miſſionare erwähnen die- ſiehe, da fallen die Hunderte der anweſenden Neger in
oo]
Die
Misxions-Taukbe.
ihrer Sprache ein und rufen wie aus einem Munde: „Mein HErr, mein HErr, der mich verlornen und verdammten Menſchen erlöſt, erworben und gewonnen hat.“ — Der fromme Graf wurde durch dieſes liebliche Bekennt:nis von den Lippen der ſhwarzen Brüder tief ergriffen
und bewegt. 3. Auf
(Ebenda.) Samoa,
einer Junſel
der Südſee,
ſaß
eines
Abends Miſſionar Williams mit andern Miſſionaren zuſammen; fie beſprachen die morgige Abfahrt nad) Eromanga, wo Williams von den Wilden kurz darauf er\hlagen und verzehrt wurde (1840). Da tritt ein alter blinder Mann, geleitet von ſeinem Knaben, ins Zimmer. „Lehrer Williams”, ſagte er, „ih bin ein blinder Mann, aber id) habe ein groß Verlangen, mit euch in die finſtern Heidenländer zu fahren. Vielleicht wird meine Blindheit thr Mitleid erregen, daß fie mic) nicht todtſhlagen ; und während id) dann von JEſus zu ihnen rede und erzähle, kann mein Sohn hier (er legte dabei ſeine Hand auf deſſen Haupt) ihnen vorleſen und vorſchreiben und fo können wir ſie dies alles lehren.“ (Ebenda.) “4. Ein Major Colebrook fragte einſt cinen Gotten: totten: Was habt ihr dur die Miſſionare gewonnen ? Dieſer antwortete: Wir waren unwiſſend, nun können wir unſere Bibel leſen; wir waren ohne Religion, nun beten wir zu Gott; wir waren aus\hweifend, nun hat jeder ſein eigen Weib; wir waren dem Trunk ergeben, jest iſt Nüchternheit unter un3; wir wurden wie wilde Thiere erſchoſſen, jest leben wir ſicher bei den Miſfionaren.” (Ebenda.) 5. Miſſionar Bechler erzählt in einem Bericht über die Miſſion in China folgende herrliche Beiſpiele von der Kraft göttlichen Wortes: Ein Chineſe, durd) den Heiligen Geiſt in ſeinem Gewiſſen von ſeinen Sünden überführt, fam zu dem Miſſionar, bekannte ihm feine Sünden und brachte gleid) ben Sto> mit, um ſi freiwillig einer Beſtrafung von dem Miſſionar zu unterziehen, von der ihm ſein Gewiſſen ſagte, daß er ſie verdient habe. — Ein anderer {loß am Sonntag ſeinen Kaufladen und hängte ein Täfelchen aus mit der Auffdrift: „Heute iſt der Sabbath, hier werden keine Geſchäfte gemacht.“ — Ein dritter, “der bei einer europäiſchen Familie im Dienſt ſtand, betete in ſeinem Kämmerchen ſo inbrünſtig um Vergebung ſeiner Sünden und um das Heil ſeiner Seele, daß ſeine chriſtliche Herrſchaft darüber erſtaunt und beſchämt wurde. — Eine {hiwadlide Frau, die nod) nicht getauft war, wurde von einem Haufen heidniſchen Pöbelvolkes überfallen und in einen Bad) ſ<hmußigen Waſſers geworfen; ja, man hielt ihr mit Hohn den Kopf unter Waſſer, um ihr die Luſt nad) Empfang der heiligen Taufe zu vertreiben. Aber
ſie blieb unter allen Mißhandlungen ſtandhaft. — Zwei Chriſten waren gefänglich eingezogen. Als der Richter fie mit Zorn fragte, warum ſie ihre väterliche Religion verlaſſen und die driftlide angenommen hätten, antworteten “dieſelben freudig: weil ſie nicht in der väterlichen, ſondern
allein in der riſtlihen Religion Vergebung ihrer Sünden und gewiſſe Hoffnung der Seligkeit gefunden hätten. Für dieſes Bekenntnis befahl der Richter, ihnen 40 Maul\chellen zu geben, ſodaß ihnen faft alle Zähne ausfielen. — Zwei andere chineſiſche Chriſten hatten jid) mit Traktaten und Neuen Teſtamenten auf eine Reiſe landeinwärts begeben; ſie wurden aber unterwegs gefangen genommen und in einen ſchauerlichen Kerker geworfen, wo ſie ihr Leben aushauchten. Zuvor aber ſchrieben fie noch an die Miſſionare mit freudigem Glauben, daß ſie um des HErrn JEſu willen gerne litten und fterben wollten. (Edenda.)
Bideranzetge. Little Missionary — ijt der Name eines kleinen Miſſionsblattes, herausgegeben von Rev. E. Pfeiffer, Delaware, Ohio, in engliſcher Sprache, mit hübſchem Frontbild., Erſcheint monatlich für 25 Cts, Möge es im Dienſt des HErrn geſegnet ſein. Berichtigung. Das Exemplar des in der Januarnummer angezeigten Werkes: „Charakteriſtiſche 2c. Zwiſchenſpiele“ von H. Jlſe koſtet
nicht $2.50, ſondern $2.25.
F. L.
Milde Gaben für die Negermiſſion : Durch P. J. W. Theiß von ſeiner Gemeinde in Madiſonville, O., $10.00. Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., 54,02. Durch Kaſſirer H. C. Lind, Collecte der Negergemeinden in New Orleans für die neue Station, 10.10. Durch Lehrer A. O. Gertenbach, Racine, Wis., von Me FO 2.00, von Frau Groß .50. Durch H. C. Lind von Kaſſirer G. W. Frye, New Orleans, La., 79.25. Durch Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md., 41.58. Durch Kaſfiver D. W. Noſcher, Fort Wayne, Jnd., 57.75. Von F. Tivietmeyer, Vincennes, Jnd., für New Orleans 5.00. Durch P. C. B. Preuß von N. N. in Auburn, Jnd., 1.00. Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., 19.56. Durch Kaſſirer H. Tiarks, Monticello, Jowa, 3.50. Durch F. Dette von folgenden Schülern der ev.: luth. Jmmanuelsſchule in St. Louis, Mo., für New Orleans: K. H. .10,
J. H. .25, K. V. .25, E. M. .50, D. M. .50, W. B. 1.00, E. B. .25, M. S. .25, K. D. .25, W. H. .10, H. L. .10, M. T. .10, E. N. .50, A. K. .10, D. K. .25, Cl. B. ,50, A. W. .10, S. M. .10, A. F. .25,
H. W. .50, N. N. 1.05.
Durch P. O. Hanſer von W. Kornacher
in Scranton, Pa., 1.25, von Th. N. in St. Louis, Mo., für New
Orleans 1.00. Durch P. M. Henſel, DEMIO tte ſeiner Gemeinde in Platteville, Wis., 4.30. Durch Kaſſirer Chr. Schmalz-
riedt, Detroit, Mich., 62.76.
Durch Kaſſirer E. F. W. Meier,
St. Louis, Mo., 5,60. Durch Kaſſirer C. Eißfeldt, Milwaukee, Wis., 19.55. Durch Kaſſirer J. C. Bahls, Lincoln, Nebr., 10.92.
(Summa $396.64.)
St. Louis, Mo., den 22. Januar 1887.
A. C. Burgdorf,
1041 Allen Ave., Für
die Schüler
nachten erhalten:
s
Kaſſirer.
St. Louis, Mo.
der St. Pauls Negerſchule
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Von Herrn Lehrer H. Kors? Schülern in Jndia-
napolis, Jnd., $2.25. — Herzlichen Dank! New Orleans, den 12. Jan. 1887. Karl
2 Berg,
oeDie Miſſions-Taube“‘“ erſcheint einmal monatlid. Jahr in Vorausbezahlung mit Porto ift folgender :
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1 Gremplar.
eae
16
10 Gyemplare. 100
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Die ParthtesPreife gelten nur dann, wenn alle Exemplare unter einer
Adreſſe verſandt werden können. Zu beſtellen und zu bezahlen iſt das Blatt bei dem Luth. ConcordiaVerlag, St. Louis. Mo. Alle die Nedaction betreſſenden Einſendungen ſind zu adreſſiren an Rev. 0. Hanser, 1811 S. 8th Str., St. Louis, Mo.; alle Geldbeiträge für die Negermiſſion an den Kaſſirer Dir. A. C. Burgdorf, 1041 Allen Ave., St. Louis, Ao. Entered at the Post Oflice at St. Louis, Mo., as second-class matter, e
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und des BAuslandes.
Nachrichten aus dem
Herausgegeben fiir die Evang. - Lutheriſhe Synodalconferenz bon Nordamerifa von der Commiſſion für die Negermiſſion; redigirt von den Paſtoren ©. J. O. Hanſer
9. Jahrgang.
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dr 3
Bur Paſſion IEſu Chriſti. „Siehe, das iſt Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt.“ Qu dieſen Worten ſchreibt Luther: „Wer es den Worten nach rechnen will, fo iſt es eine ſehr kurze Predigt, die Johannes von Chriſto in dieſen Worten thut. Aber man wi>le fie aus einander, fo ivird man ſehen, daß fie über die Maßen viel in fic) faſſet, ſonderlih ſoviel den MNugen und Brauch betrifft, den wir davon haben, fo wir dieſelbe mit Glauben faſſen. Wer nun dieſem Spruche nad) von den Leiden unſeres HErrn JEſu recht gedenken will, der denke nicht allein ſeiner Marter und Kreuzigung « « «, ſondern du ſollſt aud) wiſſen und glauben, daß Chriftus ſolches um deiner Sünde willen erlitten habe, daß Gott dieſelben ihm aufgeladen und er ſie in allem Gehorſam getragen und dafür bezahlt habe; auf daß tvenn du erkennſt, daß du ein Sünder ſeiſt und habeſt Gott erzürnt, du dennod) nicht verzageſt, ſondern did) ſolches Leidens und Genugthuung unſers HErrn Chriſti tröſtet. Alsdann kann man im Herzen einen Schma> von ſolchem -Leiden haben, daß nicht allein ... dir die Augen, ſondern aud) das Herz übergehe, erſtlih für Leid, daß du mußt bekennen, die Sünde ſei eine greuliche Laſt, weil dieſelbe allein burd) ein fold) großes Opfer hat können abgelegt werden; darnah aud) vor Freuden, weil dieſes Opfer für did) gegeben ijt, daß du gewiß ſollſt fein, Gott wolle bid) um deiner Sünde willen niht verwerfen nod) verdammen.“
i
Luther XIII, 750.
und C. F. W. Sapper.
1887.
(Nach
dem
Aummer
Schwediſchen in „Auguſtana P. F. Weſemann.)
Verfolgung
od) Miſſionären“
3.
von
der Chriften in Aganda,
Gentral-Afrifta.
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(Schluß)
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Jm vergangenen Mai ſchi>te der Pabſt einen Vicar nad) Uganda; aber der König M’wanga ſuchte ihn daz durch von ſeiner Wirkſamkeit abzuſchre>en, daß er zwiſchen zwanzig und dreißig Katholiken auf die grauſamſte Weiſe ermordete. Jeht wurde der König ganz wild in ſeinem Verfahren. Er ſchien jest völlig entſchloſſen zu fein, die Chriſten im Lande auszurotten, möge es koſten, was es wolle. Er gab den Befehl, alle Proteſtanten, welhe man finden könne, zu verhaften. Die grauenvollſten Schre>ens- ſcenen ſollte man jest ſehen. Anfangs Juni wurden dreißig Chriſten, nachdem ſie grauſam gemartert waren, auf einem einzigen großen Scheiterhaufen lebendig verbrannt. Wir wundern uns über den Glauben dieſer Märtyrer und erbliden an ihnen eine der ſchönſten Kundgebungen der alles überwindenden Kraft des Evangeliums. Die Geſchichte der chriſtlichen Kirche war ihnen unbekannt, und ſie konnten in ihren Leiden nicht durch die Beiſpiele der Märtyrer anderer Zeiten ermuntert werden. Sie alle waren
erſt kurz vorher bekehrt worden,
und
wir dürfen
daher annehmen, daß das Maß ihrer Erkenntnis des göttliden Worts gering war; aber ſie hatten ihren JEſum lieben gelernt, ſie hatten die ſeligmachende Kraft des Evangeliums erfahren, und als ſie daher die Wahl hatten, ent-
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i Misstons-Taube.
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weder das Leben zu verlieren, oder den HErrn Chriſtum zu verleugnen, da waren ſie keinen Augenbli> darüber in Zweifel, was ſie thun ſollten. Schre>lich wie dieſe Ber: folgung iſt, hat ſie doch ihre lihte Seite. Jn dieſer Zeit der Gleichgültigkeit und Schläfrigkeit, da die Weltförmigkeit in der Chriſtenheit alles auëzurotten droht, was nad) Gottes Wort cin wirklih chriſtlihes Leben kennzeichnen muß, ift es gewiß ſchön, ſolche Ausdrü>ke der Kraft der Liebe Chriſti im menfdliden Herzen zu ſehen. Das Evangelium hat nod) nichts von ſeiner tweltiibertvinden: den Macht vérloren. Die Kindſchaft Gottes iſt noch die fchinjte Wirklichkeit. Ueber die zuleßt genannten Märtyrer wollen wir ein Zeugnis vom Schauplah ihrer Leiden anführen. Jn einem Schreiben vom Miſſionar N. P. Aſhe an’ den
„New York Herald‘,
in welhem
er in dieſem
Lande für die Verfolgten in Uganda Sympathie zu erweden ſucht, heißt es unter Anderem: „Unſer Koch klagte, daß es ihm an Brennholz fehle, und da wir ihn nah dem nächſten Markte gehen hießen, um zu kaufen, was er bedurfte, fand er, daß die Henker des Königs auf alles Brennholz Beſchlag gelegt hatten, um damit Chriſten zu verbrennen. Dies geſchah Ende Juni vorigen Jahres. Auf Befehl des Königs
wurden
an dem Tage
auf einem
großen Scheiterhaufen 32 Perſonen verbrannt. Das alles ift eine traurige Wahrheit. Gott allein weiß, wie groß die Schaar iſt, welche leÿtes Jahr in jenem finſtern Lande aufgeopfert ift.” Soweit Miſſionar Aſhe. Ein Brief, datirt vom 27. Juni, meldet, daß die Verfolgung fortgeht. Der Miſſionar fdreibt: „Wie viele den Märtyrertod erlitten haben, wiſſen wir niht, und wie [ange wir ſelbſt no leben werden, ift ſehr ungewiß. Man braucht nur im Verdacht zu ſtehen, daß man ein Chriſt iſt, um dem Grimme des Königs anheimzufallen. 50 ſeiner Diener wurden bloß auf den Verdacht hin, daß ſie Chriſten ſeien, niedergehauen. Wir wollen unſern Leſern noch einen Brief aus jener Zeit, datirt vom 26. Juni, geſchrieben vom Miſſionsarbeiter Ma>ay, mittheilen: „Es iſt jest über einen Mo: nat, ſeitdem der leste Ausbruch blutiger Verfolgung gegen die cingebornen Chriſten begann. Diejenigen, welche in der Hauptſtadt wohnten und folglid) am meiſten befannt waren, wurden zuerſt arretirt. Ungefähr tauſend wurden ſogleich geſchlachtet (,,butchered‘‘), und cinige Tage fpater wurden einige zerſtü>elt. Viele wurden glei, als man ſie fand, von den Dienern des Königs niedergehauen, und 32 wurden an Einem Tage verbrannt. Daß die meiſten unſerer Leute flüchteten, iſt natiirlid. Einige derjenigen, welche einflußreiche Freunde beim Könige hatten, haben ſeitdem gewagt, aus ihren Schlupfwinkeln her: vorzukommen; aber die meiſten halten fid) nod) verborgen
und wagen nur unter dem Schuße der Nacht ihre AufentHaltsplage zu verlaſſen.“ Es war jeßt wahrſcheinlich die Abſicht des Königs, die
Chriſten bis auf den leßten Mann niederzumachen,
Welche
beſondere Gefahr er im Chriſtenthum für ſein Land zu ſehen wähnte, wiſſen wir niht. Die alte Feindſchaft zwiſchen dem Samen des Weibes und dem Samen der Schlange ijt wohl die eigentliche Urſache auch dieſer Verfolgung. Sie ift eine Wiederholung des Streits, der in allen Ländern ſtattfindet, wo Chriſtus mit ſeinen Befennern ſeinen Einzug hält. : Daß aber das Evangelium in Uganda nod) ſeine Bez kenner hat, zeigt cin Brief des Miffionars Aſhe an den „New York Herald‘‘, datirt vom 12, Juli, der die Leste
Mittheilung von dort enthält. Wir führen Folgendes aus jenem Briefe an: „Der größte Theil unſerer Arbeit muß jest heimlih und unter dem Schuße der Nacht verrichtet werden. Als der Sturm zuerſt über uns losbrach, hegten wir die größte Furcht für unſere Neubelehrten. . Wir wußten, daß das Morden ſchre>li<h groß geweſen war; welche aber die Getödteten waren, wußten wir nicht. Aber bald, unter der todtenähnlichen Stille der Nacht, hatten wir die große Freude, in unſerer Hütte ein wohlbekanntes Geſicht zu ſehen und in einer Stunde noch ein anderes. Recht Viele ſind ſeitdem gekommen und mit dankbarem Herzen gegen Gott wiſſen wir jest, daß Viele entkommen ſind, die fid) jest verborgen halten, wie Viele auch gefallen ſein mögen. Den 30. Juni kam Veliviſahma, der junge Häuptling, den id) vorhin erwähnte, und mit ihm Lukas, ein bejahrter angeſehener Mann, und ließen fic) taufen.“ Derſelbe Brief berichtet auch, daß nicht weniger als 23 Perſonen in den erſten Tagen des Juli getauft wurden. Ja, dunkel wie das vor unſern Leſern entrollte Bild iſt, hat es doch ſeine lichte Seite. Das ijt der unerſchütterliche Glaube, den dieſe armen Neger offenbarten, als fie den \ſ{hwerſten Prüfungen ausgeſeßt wurden. Während fie den entſeßlihſten Qualen
unterworfen
und
an einem
langſamen Feuer zu Tode gebraten wurden, konnten fie doch niht dahin gebracht werden, ihren Heiland zu verleugnen. Und ihr Leben ift niht unnüß verſchwendet. Die Märtyrer waren alle erſt kürzlich bekehrt; aber mit ihrem glaubensmuthigen Tode haben ſie von der Wahrheit des Evangeliums ein Zeugnis abgelegt, welches nicht verfehlen wird, auf die ſ<warzen Söhne Afrika's ſeinen Eindru> zu machen. Und die Miſſionsgeſellſchaft, welche burd) keine Widerwärtigkeit von ihrer Wirkſamkeit in Uganda fid) hat abſchre>en laſſen, wird nod) einmal die Früchte ihrer Arbeit in Geduld ernten. Wir dürfen hoffen, daß an den naturſchönen Ufern des Victoria:Nyanza in einer nicht fernen Zukunft Ehrenſäulen in Form drift: licher Kirchen dem lebendigen Gott werden errichtet werden. Mit Freuden nehmen wir wahr, daß Afrika bald mit einem Neg von Miſſionsſtationen überſpannt iſt.“ Jn Livingſtone's und Stanley's Spuren ſind die Miſſionare gegangen und in vor nicht langer Zeit völlig dürren geiſtlihen Wüſten grünt jeht der Baum des Lebens. Laßt uns beten für die Miſſion im Allgemeinen und beſonders
==
Die
für die verfolgten Chriſten in Uganda. Und mit Dank für ihre Treue bis in den Tod ſollten wir zu größerem Ernſt in unſerem Glauben, zu größerem Fleiß in der Aus-
übung unſeres Berufs und zu größerer Freude über die Hoffnung unſerer Seligkeit, die einmal an uns ſoll offenbaret werden, uns erivecen laſſen.
Aus neueren Nachrichten, die ſeitdem noch eingelaufen ſind, theilen wir noch einige ergreifende Beiſpiele aus dieſer erſchre>lichen Verfolgung mit. Als Biſchof Hannington ermordet worden war, machte ein Oberdiener und bis-
heriger Liebling des Königs, ihm über dieſe Ermordung Vorwürfe und ſagte: „Warum tödteſt du die Weißen? Sie ſind Wohlthäter des Landes, dein Vater hätte das nie gethan.“ Zur Strafe wurde dieſer Jüngling ſogleich lebendig verbrannt. Er war ein katholiſcher Chriſt. — Das heldenmüthige Verhalten eines andern Dieners des Königs, der erſt kurz vorher von den Engländern getauft war, brachte den König wie ein wildes Thier zu wahnſinniger Wuth. Jener Page weigerte ſich nämlich ſtandhaft, fid) zum Opfer einer Schändlichkeit herzugeben, welche auh fdjandbar zu ſagen iſt und zu der der König ihn zwingen wollte. Er wurde grauſam gezüchtigt und ins Gefängnis geworfen. Und nun begann eine Chriſtenverfolgung, gegen welche alle bisherigen Grauſamkeiten M’wanga’s wie nichts waren.
Die erſte Mordthat ſcheint der König ſelbſt begangen zu haben. Gr läßt einen ſeiner treueſten Diener, einen chriſtlihen Jüngling, vor fid) kommen. „Kannſt du leſen?“ fährt er ihn an. „Ja“, lautet die kühne Ant: wort. Der König ſpringt auf ihn zu: „Jch will dich leſen lehren“, und mit ſeinem Speere bearbeitet er den blut: überſtrömten Jüngling, ſtößt ihn mit Fußtritten in den Leib, und befiehlt dann, ſelbſt erſhöpft, einem Häuptling, - die ection fortzuſeßen. Darauf läßt er gegen fünfzig ſeiner Pagen und verſchiedene andere, unter ihnen die hervorragendſten Chriſten, evangeliſche wie katholiſche, aufgreifen und gefangen ſeßen; gleid) in den erſten Tagen, Ende Mai, wurden zehn bis zwölf hingeſchlachtet, mehrere" greulih verſtümmelt, viele auf der Flucht erſtochen oder auf andere Weiſe getödtet; 32 von den Gefangenen wurden, nachdem ſie über eine Woche lang im Kerker ge\hmachtet hatten, auf einem ungeheuren Scheiterhaufen gemeinſam lebendig verbrannt. Unter den Märtyrern Beſonders wird waren mehrere Aelteſte der Gemeinde.
erwähnt Robert Manjaga,
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Wisstowsx-Tauke.
einer der Adjutanten
des
* Königs. Nachdem er mehrere Tage in Feſſeln gelegen hatte, ward ihm ein Arm und ein Bein abgeha>t und vor ſeinen Augen gebraten; endlich ſtarb er in den Flammen. Noah Malukega, deſſen ernſtes und eifriges Chriſtenthum oft von-den Miſſionaren gerühmt wird, und deſſen Haus ein Zufluchtsort für viele Flüchtlinge geweſen war, er ward aud) lebendig verbrannt und ermahnte ſterbend ſeine Henkersknechte zum Glauben. - Ein dritter Kirchenälteſter var Frederic Wigram, ein treuer Chriſt, der ſehr eifrig
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Andere unterrichtet hatte.
Als fein Oberhäuptling drohte,
ihn und ſeine ganze Familie zu verbrennen, ſprach er: „Gut, du magſt es thun, id) bin ein Chriſt und fürchte
mich nicht.“ Und obwohl er Gelegenheit hatte zu fliehen, blieb er dennoch daheim, ward ergriffen, unbarmherzig zu Tode gemartert und dann in die Flammen geworfen. Viel waere Chriſten der kleinen Gemeinde beſiegelten auf ſolche Weiſe ihren Glauben mit ihrem Blute. Nachdem der Scharfrichter ſein blutiges Amt ausgerichtet hatte, erklärte er dem König, er habe niemals Leute getödtet, die ſolhen Muth und ſolche Standhaftigkeit gezeigt hätten wie dieſe Chriſten, und fie hätten laut zu Gott gebetet in den Flammen. Das erregte das Gelächter des Hofes und der König bemerkte: Gott hat ſie aber nicht errettet aus meiner Hand. C, S.
Etwas aus unſerer BWeger-Wiffion über Kinder für Kinder. Mit großer Freude
haben wir wahrgenommen,
niht nur Erwachſene, -ſondern
daß
auh Kinder für das Werk
der Negermiſſion ein Herz haben und aus Liebe zu ihrem Heilande, der es fid) fo unausſprehli< viel hat koſten laſſen, die Seelen der Menſchen von der ſhre>lichen Bots mäßigkeit der Sünde und des Satans zu befreien, für dieſen Zwe ihre Gaben opfern. Gewiß, beſſer können wir kein Geld anlegen, als es in aufrichtiger Dankbarkeit JEſu zu Füßen zu legen, damit ihm dadurch ſeine Kirche gebaut werde. Daß die lieben Kinder auch mit ihren Gaben für die Negermiſſion dazu helfen, ijt außer Zweifel. Das ift ſchon, wenn wir nur auf die ſeit einem Jahr beſtehende Schule Rücfſicht nehmen, handgreiflid). Wir haben Kinder, die nicht nur die lutheriſhe Wochenſchule, ſondern auch unſere Sonntagsſchule und Kirche liebgewonnen haben und in ihrem Chriſtenthum recht eifrig ſind. Einige Beiſpiele, die hier angeführt werden mögen, werden ſicherlid) nicht nur diejenigen Kinder, die unſere Miſſion ſchon unterſtüßt haben, ermuntern, damit freudig fortzufahren, ſondern auch andere reizen, jenen zu folgen. Führen wir uns denn einige vor. Ein ungefähr fünfjähriger Knabe, der in unſerer Kirche getauft worden iſt, hatte, ehe er das Bad der Wiedergeburt empfing, niht nur die Gebote ziemlich gelernt,
ſondern konnte aud) die drei Glaubensartikel und
das heilige Vater: Unſer ohne Anſtoß herſagen. Ein anderer Junge, der nicht nur ganze Lieder und ſeinen Katechismus, ſoweit ſeine Klaſſe gekommen iſt, ſeinem Gedächtnis genau eingeprägt hat, ſondern auch ganze
bibliſche Geſchichten erzählen kann und, wenn der Lehrer Fragen ſtellt, immer den Finger in die Höhe hält, hätte eines Sonntages beinahe ſeine Sonntagsſchule verſchlafen. Jmmer näher rü>t die Zeit, aber unſer Alfred ſchlummert
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Misstons-Taube.
in ſüßer Ruhe fort. Da plößlich läutet die Glode. Eins, zivei, drei iſt er aus dem Bett, ſpringt fdynell in ſein Hösden, und dieſe mit einer, ſeine Schuhe und Strümpfe in der andern Hand haltend kommt er, fo nell ſeine kleinen Beinchen ihn tragen, angerannt und vollendet in der Sonntagsſchule ſeinen Anzug. Eines Tages, als ich die Eltern einiger unſerer Schüler beſuchte, um mit ihnen über etwas zu reden, ſagte die Mutter, fie könne ſih gar niht genug über ihre Kinder wundern ; ſobald die Glocke auf unſerem Kirchthurm läute, ſei es zur Schule, zur Sonntagsſchule oder Kirche, dann ſeien ihre Kinder keine Minute mehr im Hauſe zu halten. Letzten Sonntag habe der Vater den Kindern geſagt, fie ſollten nicht zur Kirche geben, weil es zu kalt fei, aber ehe ſie ſich's verſehen hätten, wäre einer hinten hinausgeſchlüpft, und der Kleinſte hätte geweint, weil er ſeinen Hut nicht finden und mit dem Bruder gehen konnte. Wieder ſagte der Vater, er ſolle zu Hauſe bleiben. -Aber der
Geiviß find folde Vorkommniſſe dazu angethan, uns in unſerem Miſſionswerk unter den mancherlei Schwierigkeiten, mit denen wir beſonders bei den Erwachſenen zu kämpfen haben, mit immer neuer Freudigkeit zu beſeelen. Aber nicht allein wir armen Erdenbewohner möchten hierüber voll Frohloden in die Hände klatſchen, nein, nod größere Freude herrſcht darüber im Himmel unter der heiligen Engelſchaar und bei unſerem lieben Heilande. Ja, wer will es ſagen, welhe Wonne das unſerem guten Hirten, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht, bereiten muß, daß ihm die Lämmer in ſeine Heilandsarme der Erbarmung geführt werden? Und dazu tragen alle Kinder, die unſere Miſſion unterſtützen, bei. Wie ſelig müſſen ſolche Kinder ſein, wenn ſie dies bedenken! Wie muß ihr kleines Herz wallen, daß fie ihren
Kleine muß in die Kirche,
JEſus mit ihren Gaben ſo erfreuen können!
, Yes, and our commandment says: Thou shalt
not bear false witness against thy neighbor‘‘, worauf eine Frau bemerkt hätte, jest beſſer brächen fie ihre Unterhaltung ab. Wahrſcheinlich hatten die Frauen die Sünde begangen, die im achten Gebot verboten iſt, und waren dur< den Mund unſeres kleinen Schülers, obwohl unbewußter Weiſe, darüber beſtraft worden. In einem anderen Krankenhauſe ſagte mir eine Frau, die an einigen unſerer Schüler Mutterſtelle vertritt, daß die Kinder fic) jeden Tag in ihrer Stube verſammeln, um ihre Morgen- und Abendgebete zu fpredjen. An dieſem ‘Tage aber ſei ſie ſelber unwohl geweſen und ſo ſpät auf: geſtanden, daß die Kinder ihre Andacht bei ihr nicht hätten verrichten können. Darüber ſei nun der Kranke ſchr un-
Sollten da
nicht alle mit uns wünſchen, no< mehr Schulen und Kirchen für die kleinen, fraushaarigen Negerkinder einzurihten! Und nicht wahr, aud) möglichſt bald! denn in dem Diſtrict, wo wir zuerſt beginnen wollten, aber wegen Mangel eines Lokals nicht anfangen konnten, find jeßt die Katholiken eifrig daran, eine große Kirche und Schule fertigzuſtellen, und nicht die Prieſter allein, ſondern aud) Mönche und Nonnen laufen umher, um die Leute für ſich zu gewinnen, indem fie denſelben vorſhwindeln, daß nur diejenigen ſelig werden finnten, die zur Kirche des Pabſtes gehören. Wollen wir angeſichts dieſer Thatſachen den neulich kurz geſchilderten Diſtrict nod) länger brach liegen laſſen? Die Schulkinder unſerer lutheriſchen Kirche allein fönnten, wenn jedes derſelben beiſpiel8weiſe monatli<h nur einen Cent an den Herrn Lehrer ablieferte und an die Ehrw. Commiſſion übermitteln ließe, in kurzer Zeit genug aufbringen, um eine neue Station zu gründen. Wer will dazu helfen? A. Burgdorf.
Frau Wiffonar Rotf’s Erzäßlung von der Ermordung ihres Hatten und ißrer wunderßaren Errettung. In der Decembernummer der „Miſſions-Taube“ brachten wir einen kurzen Bericht hierüber. Seitdem erhielten wir von einem lieben Freund das Büchlein, in welchem ein ausführlicher Bericht hierüber gegeben iſt, den unſere.
Leſer gewiß gerne leſen.
an,
geſagt:
wäre.
IENE VEIN Nee
der liebe Gott will es ſo, und
da er ſeinen Hut vergeblich ſut, nimmt er, ohne fid) weiter zu bemühen, ſeines Papas Hut und — fort geht es in die Kirche. Neulich war ein kleiner Schüler plößlih bedenklich krank geworden. Wiederholt bat er ſeine Eltern, mich rufen zu laſſen, um ihm Geſchichten vom Heiland zu erzählen und mit ihm zu beten. Zuerſt ſchenkten die Eltern den Bitten weiter keine Beachtung. Als aber der Kleine anhielt, mit Bitten ſeine Eltern zu drängen, ſagte ihm die Mutter: gut, fie wolle einen Paſtor rufen, aber fie wolle lieber zu ihrem Prediger (einem Methodiſten) \ſchi>en. Damit aber war der kleine Wesley nicht zufrieden, \ondern erklärte ſeiner Mama frank und frei, er wolle ſe inen eigenen Paſtor haben oder gar keinen. Als ich dann den Kranken beſuchte, ſagte mir deſſen Mama, daß die Kinder fo viel über ihren Katehismus ſprächen. So hätten fie aud) eines Morgens, während fie mit dem Wichſen ihrer Schuhe beſchäftigt geweſen wären, und fie ſelber fic) mit einigen anderen Frauen unterhalten hätte, über die Gebote geſprochen. Der eine hätte dieſes, der andere jenes Gebot hergeſagt; pliglid) Habe ihr Wesley
zufrieden und meine, es ſei gar nicht redjt, daß an dieſem Morgen das gemeinſchaftlihe Gebet unterlaſſen worden
Frau Miſſionarin Maria Rott
ſandte folgenden Bericht an die Miſſionsbehörde ein: Am 1, Mai predigte mein lieber Rott über die Worte: „Fürchtet
eud) niht vor denen, die den Leib tödten“ 2c. Wir ahnten
nicht, daß, während wir uns an bem Wort erquidten und aufrichteten, der Schlag ſhon begonnen und viele Chriſten
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Misatous-Taube.
in ber Nähe von Banjermaffing ſhon den Todeskampf gekämpft hatten. Am Mittwoch den 4, Mai, als wir Nachmittags Kaffee tranken, kam unſer Chriſtian ganz bleid) und beſtürzt an, und bat meinen Mann, doch einmal allein mit ihm zu ſprehen. Wir erſchraken alle. Nach einer Weile kam Rott wieder und erzählte, daß eine Prau von Pulopetak angekommen ſei mit mehreren Malaien, die das Volk von Tanggohan holen wollten, um gemeinſchaftliche Sache gegen die Europäer mit den übrigen Aufrührern zu machen. Der aus dem Kampong geholte Landpfleger am ganzen mittleren Kapuas erklärte, jene Leute ſeien friedliche Leute und wollten nur Reis kaufen. — Jn der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag hatte mein lieber Mann die Wache, und da mir kein Schlaf in die Augen kommen wollte, theilte id) ſie mit ihm; es war das erſte Mal, daß mir um die Sache ernftlid) bange wurde; ich theilte das auch meinem
lieben
Stott
mit,
21
vereinten wir uns nod) mit dem die Vormitternadhtswade haltenden Bruder Wigand bis 11 Uhr im Leſen und im Gebet. Einſam und gemeinſam legte Jeder fid) nod) und unſre ganze Lage in Gottes Hand. Das Gehen ſchien uns etivas Sdjredlidjes, das Bleiben machte unſerm Fleiſche bang.
So brachten wir die Nacht abwechſelnd mit Beten,
Sprechen und Schlafen zu. Am Morgen um 4 Uhr hörte ih Bruder Kind noch in ſeine Kammer gehn und mit ſeiner Margaretha beten. Jch ſchlief nod einmal ein. Das Kindermädchen holte mir die kleine Lina vom Bett, als dieſelbe erwachte, und febte fid) mit ihr auf die Hintergallerie, um ihr den Reisbrei zu geben. Die Wächter von der Nacht waren in ihre Häuſer zurü>gekehrt, als die Hausleute auf waren. Auch Bruder Kind war noch in ſeiner Kammer, als id) mit einem Mal im Schlafe einen Schrei des Kindermädchens hore, und beim Hinausſpringen aus dem Bett noch eben die Worte vernehme: „Da kommen Leute, die wollen die Tuans ermorden.“ Mit dem Ruf: „Steh auf, Lieber, da ſind Mörder!“ -laufe ih auf die © Hintergallerie, um mir Lina zu holen. Während dem ſpringt mein lieber Rott aus dem Bett und läuft aus der Kammer in das Haus. Sc) höre ihn nur die Brüder rufen und ſehe Rettung der Miſſionarin Rott mit Kind durd cinen Dajafen.
und, obgleich er nicht ganz meine Beſorgnis theilte, war es ihm doh nicht gleichgültig. Jd) ordnete auch Alles für unſer Weggehen an und padte das Nöthigſte und Liebſte zum Mitnehmen zuſammen, abwechſelnd an den Betten meiner lieben Kinder ſtehend mit Seufzen und Flehen für ſie zum HErrn. Am Morgen erzählten wir den Andern, was wir die Nacht verhandelt hatten, und man fam zu dem Beſchluß, am andern Tage wegzugehen. Eine durd) Bruder Kind aus der Lewu gebrachte Nachricht gab neue Hoffnung und nod einmal
wollten wir über Sonntag bleiben, nod) einmal wollte Rott den Tanggohanern predigen, ehe er ſie auf unbeſtimmte Zeit verließ. Aber wie anders war es in Gottes Rath beſchloſſen! Die Hand zittert mir beim Niederſchreiben jener Ereigniſſe, die mein Leben zu einem fo verödeten, mein Herz zu einem gebrochenen gemacht haben. Jch möchte die Feder niederlegen, wenn nicht die
Pflicht gegen meine Kinder und gegen meine Lieben alle mich es niederſchreiben hieße. Es iſt mir dabei, als müßte id) jene Angſtſtunden nod) einmal durchleben, und nur in der Kraft des ſtarken Gottes vermag ich es, der aud) in der
« größten Noth mich aufrecht erhielt und mid) erhörte, als id) gu ihm rief in größter Angſt. — Den legten Abend
zu meinem Schre>, daß
das Kindermädchen mit Lina und allen Leuten des Hauſes ſhon weit weg in den Wald läuft. Jch eile zurü> in die Schlafſtube, um mir meine Maria und meinen Hans zu holen, und mit ihnen ging ich in die Stube der Geſchwiſter Kind, wo td) die beiden Schweſtern Kind und Wigand fand, welche mir ſagten, die Männer ſeien auf der Vordergallerie. Während dem kommt mein lieber Rott herein und fällt auf einen Stuhl nieder. Jch war mit den Kindern beſchäftigt und hatte ihm den Rüden zugekehrt, fo daß ih ihn nicht ſoDa ruft mir Schweſter Wigand zu: gleid) bemerkte. Jh eile auf ihn zu „Marie, ſiebe dod) deinen Mann!“ in eine ſtarke Ohn- _ war Er auf. eben nod) und fange ihn hervorquillende Bruſt der aus das macht geſunken, und eine Matte Auf ſei. verwundet er daß Blut ſagte mir, öffnete und nieder Theuren den id) legte des Fußbodens 34 Lanzenwunde. tiefe eine ich ſah Da ihm die Kleider.
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Die
Misstons-Taubke,
hatte Mühe, mich ſelbſt zu halten, wuſ< ihm aber die mit denſelben etivas thun, aber abgeben werden wir ſie nicht.“ Da ſagten jene: „Geht denn nur, wir werden Wunde ſchnell aus und legte ctwas Arnika (Wohlverlei, ein ſcharfes Reizmittel zum Brechen und Reinigen) darauf, eine Prau bringen“, und ſogleich gingen Einige nad) dem was Schweſter Kind grade daſtehen hatte, und verband ſie Fluſſe, um dortſtehende Prauen zu löſen. Wir dachten auch, es wäre ihr Ernſt geweſen, weil ſie aufhörten, mit mit einem Handſchuh. Jndeſſen hatten die Schweſtern Mühe, die Kinder ſtill zu halten, die, als ſie den Vater blu- Pfeilen zu ſchießen, die- bisher nod) Niemand getroffen hatten. Bruder Wigand und Kind nahmen uns zwiſchen ten ſahen, in ein Geweine auébrachen. Als er wieder zum Bewußtſein gekommen war, ſagte er mir, daß er den Stich ſich, und mein lieber Rott ſtüßte fic) auf mid. So gingen beim Hinaustreten an die Thür bekommen habe und daß wir bis zur Anfurt am Fluſſe. Als wir aber da angeder Mann, den er nicht gekannt, gleih wieder hinaus kommen, warf ein Theil des Volks fid) gleid) ins Haus und plünderte. Die Uebrigen pflanzten ſich in einer kleinen, gelaufen ſei. „Jeßt muß id) hinaus zu den Brüdern“, ſprach er, „damit mich die Leute ſchen und wiſſen, daß id) Entfernung von uns am Ufer auf und begannen aufs Es war alſo nur noch lebe.“ Jch ließ meine Kinder bei den Schweſtern neue, ihre giftigen Pfeile abzuſchießen. und folgete ihm. Die Hinterthüren des Hauſes hatte ich Trug mit der Prau geweſen, und wir ſahen nun, daß keine verrammelt; vorn auf der Gallerie ſtanden die Brüder Nettung war, wenn nicht der HErr ein Mettungsboot auf dem Fluſſe ſandte. Mein lieber Rott lag in meinen Armit ihren Gewehren ; ein dichter Nebel benahm die Ausſicht, doh ſah man eine große Menge Menſchen in einiger men, Hans ſtand an meiner Seite, vor mir Schweſter Kind mit Maria, und vor uns auf der Seite Bruder Kind, Entfernung das Haus umgeben, die alle mit Spießen, Pfeile, Erdklöße und Holzſtücke flogen Pfeilen und Blasröhren bewaffnet waren. Bruder Kind uns beſhüßend. auf der einen, Bruder Wigand auf der anderen Seite der wie Regen auf uns nieder, Schweſter Wigand ſaß mit Gallerie ſprachen abwehrend zu dem Volke, Als wir her- ihrem ſehs Wochen alten Kindlein nieder, ihr Mann ſtand austraten, ſagte Bruder Kind: „Unſere Prauen ſind weg, vor ihnen. Wir waren zum Tode gefaßt. Das haben es ift feine Rettung, laßt uns auf den Tod gefaßt fein!” aud) die Brüder den Mördern oft geſagt, twas auch Schweſter Kind vorzüglich immer bat; fie war jest ganz Mein lieber Mann hatte aud) ſein Gewehr in der Hand, gefaßt aufs Sterben; wir bangten am meiſten, daß man war aber todtenbleid). Dazu war dasſelbe unbrauchbar. Gr hielt fic) an einem Pfeiler der Gallerie, und id) ging, uns die Männer tödten würde und uns, wie es muhames- um den Schweſtern zu ſagen, wie es ſtand, und nad) meinen daniſche Sitte iſt, entweder zu Tode peinigen, oder zu - Kindern zu ſehen. Der erſte Augenbli>, als id) ihnen die Schre>licherem bewahren würde. Deshalb riefen wir einLage mittheilte, war ſhre>li<h. Denn Sterben iſt fein ander zu, als die Brüder einige Male geſchoſſen und nun Kinderſpiel, beſonders auf folde Weiſe, und ih weiß nicht, Nichts mehr in den Gewehren hatten: „Wenn ſie es wie id) es ihnen mittheilen konnte. Wir riefen laut zum merken, daß wir uns nicht mehr wehren können und auf HErrn um Hülfe, konnten aber, wie ich glaube, alle hinzu uns los kommen, fo wollen wir uns in den Fluß werfen, damit wir mit unſern Männern ſterben.“ Mein lieber ſeven: „Dein Wille geſchehe!“ Hans war verſtummt. Maria ſagte: „Müſſen wir nun ſterben, Mama? ſind da Nott hatte den Brand in ſeiner Wunde; mit einem Schuh hatte id) ihm den heißen Durſt gelöſcht und die brennende böſe Leute, uns zu tödten?“ Und als ich ihr ſagte: „Ja, mein Kind”, antwortete ſie ganz getroſt : „Dann gehen wir Hite gekühlt. Während die Uebrigen von Pfeilen getroffen wurden, war id) mit meinem kleinen Hans davon ganz jazum lieben Heiland.“ Ach! wie war mir dabei zu Muthe! Hätte ih meine Lina auch gehabt, wie viel leichter tare frei. geblieben. Bruder Kind bekam gerade einen in die es mir geworden! Es ging in dieſem Augenbli>e ein Bruſt, als die Leute im Begriff ſtanden, uns mit den Schwert durch meine Seele, Aber ih konnte nicht weinen. Spießen anzufallen, weil ſie ſahen, daß die Brüder nichts Jd hielt Hans in meinen Armen und Schweſter Kind mehr in den Flinten hatten. Wir umarmten uns Alle. betete mit Maria. Darauf ſagten wir: „Wir wollen Mein lieber Mann mit dem Seufzer: „HErr, in Deine nun zu unſern Männern gehen und mit ihnen zuſammen Hände befehle id) meinen Geiſt!“ Schweſter Kind nahm bleiben!“ Dieſe waren nod) in derſelben Stellung, als Maria auf den Arm, und ſo warfen wir uns in den Fluß. wir kamen, mein theurer Rott dem Zuſammenſinken nahe; Sch ſah nod), wie fie mit den Lanzen auf uns los kamen, ih hielt ihn feſt, die Kinder umklammerten uns, Da kam und fühlte auf einmal, wie mein lieber Jott aus meinen ein Hoffnungsſ\trahl. Die Brüder hatten den Leuten vor- Armen entſhwand; aud) Hans war mir genommen und geſtellt, welches Unrecht ſie thäten, ihre Lehrer zu tödten, es dauerte niht lange, fo fühlte id) mid) mit kräftiger und baten uns doch eine Prau zu geben, daß wir nad Hand gefaßt und herausgezogen. Man ſeßte mid) in eine Banjer kommen könnten; ſie ſollten dann nur unſere Sachen Prau, und als id) mid) in ſtummem Schmerz umſah, ſah alle hinnehmen, fid) aber niht an unſerm Blute vers id, daß man meinen Hans dahintrug. Jch bat dringend : ſündigen. Die Leute antworteten: „Gebt uns eure Ge- „Laßt mich und mein Kind auch mit den Andern ſterben wehre, fo laſſen wir euch ziehen!“ Die Brüder antwor- und bei meinem Gott ſein!“ Man antwortete mir: „Du teten: „Laſſet uns ruhig ziehen, ſo werden wir Keinem ſollſt nicht ſterben, und damit du dich tröſteſt, haben wir
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Die
Missions
dir aud) dein Kind gelaſſen, ſiehe, dort trägt man es!“ Darauf fragten jie, wo id) verwundet ſei, und als id ihnen ſagte, ich ſei niht verwundet, wollten ſie das nicht glauben. Man brachte mich in der Prau bis zur Anfurt des Tomonggong und von hier führte man mich in das Haus desſelben. Dorthin brachte mir das vorhin entflohene Kindermädchen mein Kind, meine Lina, zurü>. Meine lieben Brüder und Schweſtern, die ihr dies leſet, darf ih einen Augenbli> die theure Schweſter Mott unterbrechen? Sehet doch, da ſaß das arme Weib, vor kurzem nod) ſo glü>lich im eigenen Hauſe an des geliebten Mannes Seite, inmitten dreier zarter Kinder, und auf die Geburt eines vierten {on hoſfend, mit dem gliidliden Gatten, umgeben von zwei lieben MiffionsgefdwifterPaaren, mit denen ſie im HErrn ſo fröhliche Tage eben noch verlebt hatte, — und jest, ſehet doh, da ſaß das arme Weib
im heidniſchen
Hauſe,
der
theure
Gatte,
an
dieſem Tage gerade 35 Jahr alt, vom giftigen Speer getroffen, iſt ins tiefe Waſſergrab des Kapuas geſunken, ihr liebes 5jähriges Kind Maria hat dasſelbe Grab gefunden, Bruder Wigand mit Frau und ſehswöchentlihem Kinde und Bruder Kind mit ſeinem Weibe find von derſelben Tiefe verſhlungen, — und da ſaß nun das arme Weib, die einſame Wittwe, an der Seite von zwei um den Vater wimmernden Kindern, da ſaß ſie im Uebermaß ihres Schmerzes unter der Wucht einer ſolchen Heimſuchung ſo niedergeworfen und zerkni>t, daß dem brennenden Auge auch keine Thräne ſich entringen kann, wie heiß fie aud dahin zudringen.“ — (Leben, Wirken und Ende des Miſſionars F. Rott.)
Kaſlißirua,
cin Eskimo-Jüngling.
Als die Nordpol - Expedition unter Kapitän Auſtin im Auguſt des Jahres 1850 in der Nähe von Kap York an der Baſfinsbai erſchien, beſtand die Einwohnerſchaft der ganzen Gegend aus nur drei Familien. Da nie zuvor ein Dampfſchiff ſeinen Weg in dieſe Meere gefunden hatte, gewährte cs ein eigenes Jntereſſe, das Benehmen dieſer vereinſamten Heiden, der nächſten Nachbarn des Nordpols, zu beobachten, als man ſie in den Maſchinenraum hinabführte. Die mächtigen Oefen und die ganze Maſchi nerie febte ſie in das größte Erſtaunen. Als aber die Maſchine gar anfing zu arbeiten, flüchteten ſie ängſtlich auf's Verde>. Von dieſen Leuten erfuhren nun auch die Engländer, daß der „North Star“, ein Schiff, um das man ſehr beſorgt war, den Winter ganz in der Nähe von Kap York zugebracht hatte. Der Kapitän des Schiffes begehrte Jemand, der ihm die Stelle zeige, wo das Schiff über“ Avintert habe, und der ihm zugleich eine Zeitlang als Dol: metſcher diene. Kallihirua, damals erſt 16 Jahre alt,
war dazu bereit, und obwohl er noh nichts als die Eskimo-
od
-Taubke.
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Sprache verſtand, ſo nahm ihn doch der Kapitän an, denn man hoffte, er werde bald etivas Engliſch lernen. So nahm denn Kallihirua, nah ſeiner Meinung auf furze Zeit, Abſchied von ſeiner Mutter, ſeinen zwei Schweſtern und dem einzigen Volke, das er auf Erden kannte, und begab fid) an Bord des Schiffes „Aſſiſtance“. Hier wurde er zuerſt von Kopf bis zu den Füßen tiidtig gewaſchen und dann zog man ihm europäiſche Kleidung an, die ihm von den Schiffsoffizieren geſchenkt wurde. So ansgeftattet, verrichtete der Esfimo-Jüngling mit Ge{die und Verſtand das Amt eines Lootſen. Der MarineSergeant, unter deſſen beſonderer Aufſicht er ſtand und zu dem er bald ein großes Zutrauen faßte, unterrichtete ihn in den Anfangsgründen des Leſens und Schreibens, und ſein freundliches, aufrichtiges Weſen machte ihn bald zum Liebling der ganzen Schiffsmannſchaft. Als er ſeine Aufgabe zu großer Zufriedenheit ausgerichtet hatte, wollte man ihn an der Küſte ſeiner Heiz math wieder an’s Land ſehen, fand dies aber unmöglich, weil das ganze Meer weithin mit Eis bede>t war. So mußte denn Kallihirua die Neiſe nah England mitmachen. Dort wurde er der Miſſionsgeſellſhaft übergeben und von dieſer im Jahre 1851 in die Miſſionsanſtalt zu Canterbury gebracht, wo er ſih zum Lehrer unter ſeinen Landsleuten heranbilden ſollte. Hier erwarb er ſich bald die Liebe und Zufriedenheit aller ſeiner Vorgeſeßten und Lehrer, die in ihm bald einen Jüngling von Verſtand und guter Begabung erkannten. Jn England ſah er natürlich viel neue, nie zuvor. geſehene Dinge, deren Anbli> ihm höchſt intereſſant war; doch oft war auch der Eindru>, den dieſe Dinge auf ihn machten, ganz anderer Art, als man hätte erwarten ſollen. Als man ihn z. B. in den Kryſtallpalaſt führte, ein mächtiges Gebäude zu Sydenham bei London, über 2000 Fuß lang und über 500 Fuß breit, mit entſprehender Höhe,
ganz von Eiſen und Glas
hergeſtellt, welches,
ſonderlih im Sonnenſchein aus der Entfernung geſehen, einen wahrhaft überraſchenden Eindru> macht, betrachtete er alle die hier angeſammelten Schäße, Kunſtwerke und Merkwürdigkeiten mit großer Gleichgültigkeit und dritdte nur ſeine Verwunderung über die große Menſchenmenge aus, Das war freilih ganz natürlich. Jn ſeiner Heimath hatte er auf Hunderte von Meilen um fid) her nur drei Familien zu zählen, und hier ſah er auf einmal mehr als 90,000 Menſchen in einem einzigen Gebäude und in dem es umgebenden Park. Als er das erſte Mal in die Kathedrale zu Canterbury kam, ſah er ſih in den hohen Räumen mit ehrfurchtsvollen Bliden um, und da ihn ein Drang zum Huſten ankam, weil er fic) kurz vorher erfaltet hatte, frug er ſeinen Begleiter, ob es auch erlaubt ſei, hier zu huſten. Jm Frühling 1853 litt er viel durch die Veränderlichfeit des Wetters, erfuhr aber im Hauſe des Anſtaltsarztes Der gute Eskimo mit ſeinem breis große Freundlichkeit.
—
H 24:
Die
Missions -Terke,
ten Geſicht nahm ganz vergnügt Theil an den Spielen der Kinder und fang ihnen zuweilen eine von den wilden, Ela: genden Melodien ſeines Stammes. Jn ſeinen Freiftun: den machte er kleine Modelle von Eskimo- Schlitten, oder zeichnete Schiffe, Seehunde, Walroſſe, Rennthiere, EskimoHunde und andere Gegenſtände, die ihm aus ſeiner Heimath in der Erinnerung waren. Ueberhaupt zeigte er große Geſchidlichkeit zu mechaniſchen Beſchäftigungen. Die Zim: mermannzarbeit intereſſirte ihn ſehr; auch ging er oft zu einem Schneider, um die Verfertigung europäiſcher Kleidungéftiide zu erlernen. : Mit großer Freude dachte er daran, wie er einſt ſeine Lands leute die vielen nüßlichen Dinge lehren wollte, mit denen er in England bekannt wurde; ſonderlich aber ihnen das theure Evangelium zu bringen, dem er in kindlihem Glauben ſein Herz öffnete. Am 27. November wurde Kallihirua in Canterbury getauft und zwei Jahre {pater nad) Neufundland geſandt, um in dem College zu St. Johns ſeine Vorbereitung zum heiligen Predigtamt zu vollenden und dann zunächſt als Gehilfe der Miſſionare in Labrador in dasſelbe einzutreten. Aber Gott hatte es anders be: \hloſſen. Jm Juni 1856 zog fic) Kallihirua durch ein fal:
tes Bad eine ſhlimme Erkältung zu; eine heftige Lungenentzündung war die Folge, und troß der ſorgfältigſten Pflege fah man ſchon nach etlichen Tagen, daß ſeine Kräfte unterlagen. Er ſelbſt ergab fic) ganz fröhlich in Gottes Willen, wenn es beſſer für ihn ſei, abzuſcheiden und bei Chriſto zu ſein. Er entſchlief im Glauben an ſeinen Heiland am Morgen des 14. Juni 1856. So hatte der HErr die liebliche Hoffnung ſeiner Diener, den Eskimos des höchſten Nordens das Evangelium durch Einen ihres Stammes bringen zu laſſen, vereitelt, indem er dieſen Jüngling in die himmliſche Heimath abrief, ehe er die irdiſhe wieder ſah. Gottes Gedanken find eben oft ſo gar anders, als unſere Gedanken, Sein Rath ift wunderbar, und führt es doch herrlich hinaus. C. S.
erbaute Kirchlein eingeweiht. Dasſelbe iſt 30x16 Fuß und hat den Namen St. Pauls - Kirche erhalten. Altarbefleidung, Leuchter und Crucifix haben etliche Freunde in Neu: Seeland geſchenkt. Das kleine Gotteshaus hat von außen
und
innen
ein recht freundliches Ausſehen.
Bei
der Einweihung wurde in deutſcher, engliſcher und MaoriSprache Gottesdienft gehalten ; aud) Poſaunen-Begleitung beim Geſang fehlte niht. Möge das neue Gotteshaus Vielen eine Pforte des Himmels werden! C. S. Ein Schuhmacherlehrling fdjicte einft dem Auguſt Hermann Franke in Halle zwei Thaler für die armen Heidenchriſten in Tranquebar mit folgendem beigefügten Wunſch: Getreuer Gott! Sprich Ja zu ihren Thaten, Hilf ſelbſt das Beſte rathen, Den Anfang, Mittel und Ende Ach, HErr, zum Beſten wende. Mit Segen ſie beſchütte, Jhr Herz ſei deine Hütte, Dein Wort ſei ihre Speiſe, Bis ſie zum Himmel reiſen. (Miſſ.-Bote.)
Milde Gaben fiir die Negermiffion: Durch P. C. Dowidat, Oſhkoſh, Wis., $30.00.
Von N. N.,
Wartburg, Tenn., für die neue Station in New Orleans, 5.00. Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., 86.71 (davon 19.90 für die neue Station in New Orleans). Durch Lehrer C. A. Arnhold, Cleveland, O., von H Schäfer .10, M. Tönſing .15, L. Höcker .15, J. Leimkühler .25, C. Bismer .25, M. Albers .05, M. Schmidt .18, N. Lückens .10, von ihm ſelbſt 1.00. Durch P. J.D. Heſſe, Marcus, Jowa, von Frau Drifke 1.00, von den Geſchwiſtern Buchert 1.00, Durch Lehrer L. Appelt, Chicago, Jll., von Heinrich Marquardt .50. Durch P. C. B. Preuß, Auburn, Jnd., von Theodor Keßler .25.
Durch P. E. Lenk, Millſtadt, JIL, von W. K. für die neue Station in New Orleans 1.00. Von Chriſtoph Wienrank, die neue Station in New Orleans 1.00. Durch Roſcher, Fort Wayne, Jnd., 97.19 (davon für die New Orleans 1.00). Durch Lehrer L. M. Gotſch,
Pekin, SIL, Kaſſirer D. neue Station Cleveland,
für W. in O.,
von Herrn Jerolm .50. Durch P. A. Nohrlack, Reedsburg, Wis., für die neue Station in New Orleans, von ſeiner Gemeinde 5.00, von ihm ſelbſt 5.00. Durch Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md.,
Sen-Seeland.
38.85. Von Th. Jörn, St. Sapper, Bloomington, SL, Von B. Diedrichs, Lemars, Md., 1.00. Durch Kaſſirer
Aus der Hermannsburger Miſſion in Meu-GSeeland war bis jest nod) wenig Erfolg zu berichten ; troh der Predigt rennt das Volk der Maori unaufhaltſam dem Verderben entgegen, was die Miſſionare oft re<ht muthlos macht. Doch ift ihre Arbeit nicht ganz vergeblich geweſen, und kommt nun aud) einmal eine gute Nachricht. Miſſionar Ch. Dierks, der in Hermannsburg in Neu-Seeland ſtatio: nirt iſt, berichtet, daß es ihm gelungen fei, ein Gemeind[ein von 8 Seelen zu ſammeln. Die Gottesdienſte werden von 10—15 Eingebornen beſucht, und 3 Schüler ſind vorhanden. Jm Ganzen ſtehen in ſeiner geiſtlichen Pflege 75 Seelen. Dies ſind wahrſcheinlih zum Theil Europäer, die in der Gegend wohnen. N Am 11, Sonntage nah Trinitatis wurde das neu-
Louis, Mo., 1.00. Durch P. C. F. W. in Miffionsftunden geſammelt 27.17. Jowa, 1.00. Von B. B., Baltimore, Ch. Eißfeldt, Milwaukee, Wis., 16.48.
Durch Kaſſirer Ch. Schmalzricdt, Detroit, Mich., 26.10 (davon 5.60 für die neue Station in New Orleans). (Summa $347.98.) St, Louis, Mo., den 21. Februar 1887.
A. C. Burgdorf, Kaſſirer,
1041 Allen Ave.,
e-Die Miſſions-Taube“‘“ erſcheint einmal monatli<, Jahr in Voraushesahlung mit Pei iſt folgender: 4
St. Louis, Mo. Der
1 Exemplar.
Pela far eln
10 Gremplare. 25
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—— LN --- 17.00 alle Gremplare
unter einer
Zu beſtellen d Verlagen Louis unape bezahlen iſt das Blatt bei dem Luth. Concordias Alle die Nedaction betreffenden Einſendungen ſind zu adreſſiren an Rev. 0. = Hanser, 1811 S. 8th Str. a Louis, Mo.; alle Geldbeitrage für die Neger-miſſion an den Kaſſirer
Dir. A. C, Burgdorf, 1041 Allen ‘Aves Bt. Louis, Mo.
Entered at the Post OIco at St. Louis, Mo., as second-class matter. -
Cat
=
Nachrichten aus dem WMiffionsgebiet der Heimath und des Wuslandes. Herausgegeben für die Evang. - Lutheriſhe Synodalconferens von Nordamerifa von der Commiſſion für die Negermiffion; redigict von den Paſtoren ©. J. O. Hanſer und ©. F. W. Sapper.
9. Jahrgang.
April Zum
Oſterfeſt.
„Entſehet euch niht; ihr ſuchet JEſum, den Gekreuzigten; er iſt auferſtanden und iſt nicht hie, wie er euch geſagt hat.“ Marc. 16, 6. Wie der erſte Weihnachtsgruß lautete: „Fürchtet euch niht“; — ſo auch der erſte Oſtergruß des Engels: „Entfebet euh niht.“ — Denn Gott ift nicht ein Gott der Furcht und Traurigkeit, ſondern ein Gott der Freude. Darum will er auch uns, ſeine Geſchöpfe, in Freude ſehen und ſeine ſeligen Engel müſſen die Botenträger dieſes ſeines gnädigen Willens ſein. Es thut auh hod) Noth, daß er uns zu Hülfe kommt. Jt doch fo vieles, was unſer Herz voll Furcht und Traurigkeit macht. Da iſt unſere Sünde, die uns von Gott ſcheidet. Da ijt der Fluch des Geſeßes, das wir übertreten. Da iſt Grab und Tod und Hölle und Verdammnis, die fid) in der Sterbeſtunde vor uns öffnen. Da iſt ſo viel anderes Herzeleid, Sorge und Trübſal, Streit und Anfechtung, das nicht auszuſagen iſt. Wie ſchwer war das Herz der frommen Frauen, welche früh zum Grabe ihres Heilandes wandeln. Noch war es erfüllt mit dem unſäglichen Charfreitagsjammer. Unter
bittern Thränen wollen fie dem Geliebten die lebte Liebe eriveiſen und ihn zum Begräbnis ſalben.
Aber das Auge
“göttlicher Liebe ſieht ſie in ihrer troſtloſen Traurigkeit und Furcht dahin gehen und hat ſchon beſchloſſen, ihre Trau. rigkeit in ſeligſte Freude zu, verivandeln. Da fie ans Grab treten, ſiehe, da ijt ein Bote tes Himmels in leuchtender Engelsgeſtalt und ruft ihnen zu: „Entſeßet euch 2 niht, ihr ſuchet JEſum, den Gekreuzigten, er
1887.
Nummer 4.
iſt niht hie.“ Wie, war das eine Freudenbotſchaft : er iſt nicht hie, den ihr ſuchet, der Leichnam -des ihrem Herzen fo theuren JEſu? Konnten fie ein furhtbareres Wort hören? Mußte es nicht wie ein Schwert dur ihre Seelen gehen? — Ja, fo wäre es geweſen, wenn der Engel nicht hinzugeſeßt hätte: „Er iſt auferſtanden, wie er geſagt
hat.”
Ach,
wel<
eine
Botſchaft:
„Der
HErr ift auferſtanden!“ Keines Menſchen Zunge vermag es auszureden, ja keines Menſchen Herz zu faſſen das Meer der Freude und Seligkeit, welches dies Oſterwort enthält: „Der HErr iſt auferſtanden.“ Wie die wolkenlos aufgehende Sonne alle Finſternis mit einem Male zerſtreut und in ihrem herrlichen Lichtglanz alles licht, lebendig und fröhli<h macht, fo muß ja freilich alle Dunkelheit des Zweifels, der Furcht und Traurigkeit aus” dem Herzen weichen und Freude, Troſt und Seligkeit darin einziehen, wo die Botſchaft erſchallt: „Der Gekreuzigte iſt auferſtanden.“ Denn damit iſt thatſählih beſtätigt ſein großes Wort: „Brechet dieſen Tempel und in dreien Tagen will id) ihn wieder aufridjten.” Und das Wort: „Niemand nimmt mein Leben von mir, ſondern ich laſſe es von mir ſelber. Jh habe Macht, es zu laſſen, und Macht, es wieder zu nehmen.“ Als der allmächtige Gott und das ewige Leben iſt “JEſus, der Gekreuzigte, erwieſen dur ſeine Auferſtehung. Wo iſt nun die Sünde der Welt, um derentwillen er, der Sündenreine, zum Tode verdammt war? Wo iſt der Fluch des Geſetzes, um deſſentwillen er zum Fluch am Kreuze wurde? Mo ijt Tod und Hölle, die ihm blutigen Schweiß und den Angſtſchrei auspreften: „Mein Gott, mein Gott, warum
26
Die
Missions -Tauke,
haſt du mich verlaſſen?“ Wo iſt die unausdentbare Schmach und Schande, unter welcher dieſe Sonne des Lebens am Charfreitag ſo ſhauerlih unterging? Wo find die grimmigen Feinde, unter deren hölliſhem Siege3geſchrei er das Haupt neigte, verſchied und zu Grabe gebradjt ward? — Die Feinde liegen unter dem Fuß des ſiegreich Auferſtandenen, überwunden und zermalmt. Hinweg iſt alles, was ihn kränkte und uns erſchre>te. Hinweg iſt nun alle Sünde, fie ift in Gerechtigkeit, hinweg der Fluch, er iſt in Segen, hinweg der Zorn, er ift in Gnade, hinweg die Schmach, fie ijt in Ehre, hinweg der Tod, er iſt in Leben, hinweg die Hölle, ſie iſt uns in den Himmel verwandelt. Denn wie Chriſti Tod am Kreuz der Tod für unſere Sünde war, fo ift nun auch ſeine Auferſtehung unſere Auferſtehung, unſer Leben, unſer Sieg, unſere Freiheit, unſere Gerechtigkeit, unſere Seligkeit. Es ift nihts mehr da, was wir zu fürhten hätten. „Entſezet euh niht, JEſus, der Gekreuzigte, iſt auferſtanden“, ſo ruft uns Gott ſelbſt vom Himmel herab zu, ad), ſollte das nicht alle Furt und Traurigkeit aus unſeren Herzen nehmen und fröhli<h uns ſingen laſſen : Siche, ſiehe, meine Seele, Wie dein Heiland triumphirt, Dich mit Heil und Frieden ziert, Daß er aus der Grabeshöhle Auferſtehet dir zu gut, Dich erlöſet durch fein Blut. Freude, Freude über Freude!
JEſus wehret allem Leide, Wonne, Wonne über Wonne!
Gr iſt die Genadenſonne.
Amen.
O. H. Zwei neue Stationen in New
Orleans.
On Vertrauen auf Gottes gnädige Verheißung, daß ſein Wort nicht wieder leer zu ihm kommen ſoll, ſondern thun, das ihm gefällt, haben Jhre Miſſionare zwei neue Stationen hier eröffnet. Eine mir bekannte Familie, welche früher unſere Kirche beſuchte, jest in einen andern Stadttheil gezogen, hat mir ein Zimmer in ihrem Hauſe zu gottesdienſtlihem Gebraud) zur Verfügung geſtellt.
Dieſer Stadttheil ift von Negern dicht bevölkert und die Katholiken machen große Anſtrengungen, ſie in ihre Kirche zu ſammeln, bis jest aber mit wenig Erfolg. Sn dieſem Hauſe predige id) ſeit Anfang Februar jeden Sonntag Nachmittag. Die Gottesdienſte werden von 5—17 Perſonen beſucht, meiſtens Erwachſene, die ſi keiner Kirche angeſchloſſen haben. Von nächſten Sonntag an werde id) aud) Sonntagsſ\chule mit einigen Kindern anfangen, Vor kurzem hat Paſt. Burgdorf ſeine neue Station im ; vierten Diſtrict eröffnet, Eine uns bekannte Familie hat
thm gütigſt erlaubt, vorläufig in ihrem Hauſe Gottesdienſte
zu halten. Dieſe Familie fcdhidt ihre Kinder zur Mount Zion Schule. Der Weg ift aber ſehr weit, fo daß die Kinder Abends nicht zur Kirche kommen können. Die Familie gehört zu keiner Kirhe. Andere von dieſer Gegend, die zuweilen in die Mount Zion Kirche kamen, werden auch von jest an zum Paſt. Burgdorf gehen. Durch Gottes Hülfe ſind wir geſonnen, unter allen Umſtänden das angefangene Werk auf den neuen Stationen zu halten und zu fördern. Es liegt aber auf der Hand, daß wir nicht lange in einem kleinen Wohnzimmer bleiben können, ſoll das Werk uns gelingen. Wir bitten daher noch ein Mal die lieben Miſſionsfreunde in der SynodalConferenz, ſobald wie möglich mit ihren Gaben uns zu Hülfe zu kommen, damit wir ein eigenes Local bekommen. Der HErr wolle es in Gnaden verſehen! New Orleans, La., den 21. März 1887.
N. JF. Bakke. Nachſchrift der Redaction: Mit großer Ueberraſchung, aber aud) zugleich mit dankbarer Freude haben wir vorſtehende Mittheilung unſerer lieben Miſſionare in New Orleans geleſen. So ift’S redjt. Die theuren, in ihrem geſegneten Werke ſo eifrigen Brüder warten nicht, bis endlich die großen nöthigen Geldſummen zuſammen gekommen und vielleicht überaus wichtige Gelegenheiten verſäumt ſind, ſondern wenn Gott ihnen eine Thür öffnet, da gehen fie ein und beginnen getroſt fein Werk, ſei es noch fo gering und fenffornartig, von der Welt und vor der Vernunft verachtet. Jſt das doch die Geſtalt des Reiches Gottes immer geweſen — kleiner, unſcheinbarer, ohnmächtiger Anfang, auf daß der wunderbare Fortgang nicht zu Menſchen, ſondern allein zu Gottes Ehre gereiche und alle Welt ſehe „Gottes Finger”. — Geſegnet ſeien die theuren Brüder in dem HErrn, der ihnen ſolche Liebe und Treue, ſolchen Eifer und Selbſtverleugnung ins Herz gibt, daß fie freudig immer neue Bürden auf fid) nehmen, obwohl ihre Arbeit für ihre Schultern ſchon faſt zu groß und aufreibend ift. Der HErr ſtärke fie an Leib und Seele und gebe ihnen einen Sieg um den andern, daß alle Welt ſehe: der rechte Gott ift mit ihnen! — Nun aber ein Wort, ihr theuren Leſer, an euer Herz. Freuet ihr eud) über den herrlihen Fortgang unſerer Negermiſſion, o fo bezeuget aud) euere Freude durch raſche und reichere Gaben eurer milden Hand. Mehret unſern lieben Miſſionaren Muth und Freudigkeit zu ihrem {weren Werke dadurd), daß ihr durd) kräftigere Unterſtüßung ihres Werkes mit Geld es miglid) madet, daß wir bald in den neubegonnenen Diſtricten unſere lutheriſchen Rirdylein erridjten, neue Arbeiter anſtellen und die Fülle der
armen Neger in des HErrn ſeliges Meid) einführen können. Groß ift der Segen, den der HErr ſhon auf unſer Werk gelegt, herzerqui>end die Erfahrungen, die unſere Miſſio-
nare von der Kraft göttlichen Wortes ſhon an alten und jungen Negern machen durften, wie auch die beiden legten :
Die Nummern
der
Laſſet uns
denn keine Fehlbitte
„Miſſio - Taube“ ns
euch
thun.
Missions -Tauke, erzählt
Gedenket
haben. an
das
Wort: „Des Königs Gebot muß man eilends thun.“ Möchte es den werthen Herren Redacteuren der Blätter innerhalb
der Ehrw. Synodalconferenz gefallen,
dieſe er-
freulichen Mittheilungen abzudru>en und den Beſchluß derſelben in ihrer leßten Verſammlung in Detroit, eine neue Station in New Orleans zu eröffnen, den lieben Synodalen wieder ins Herz und Gedächtnis zu rufen. Es wird gewiß nicht ohne Segen bleiben. Sei es uns aud) bei dieſer Gelegenheit erlaubt, die Herren Paſtoren und Lehrer zu bitten, etwas für die Verbreitung der „MiſſionsTaube“
und
des
„Pioneer‘“
zu
thun.
Beide
Blätter
nehmen in Auswahl ihres Leſeſtoffes aud) auf jüngere Leſer Rückſicht und ſind bedacht, das Jntereſſe für die Miſſion auch in Jünglingen und Jungfrauen zu erwe>en. Sie werden gewiß die Blätter nicht ohne Segen für ihre eigene Seele leſen, ſie werden gerne zur Unterſtüßung dieſes Werkes ihre willigen Beiträge darbringen und die vermehrte Leſerzahl der Blätter wird einen entſprechend größeren Ueberfdufs ergeben. Wir haben gefunden, daß unſere Confirmanden der Mehrzahl nah das Blatt mit Luſt leſen, ſobald wir ſie darauf aufmerkſam gemacht und wir öfter daraus erzählt oder vorgeleſen hatten. Es kann viel geſchehen, wenn wir nur fröhlich den Verſuch wagen. D. H.
Ein kranker Wiſſionar. Der auch in Amerika wohlbekannte Miſſionar Baierlein iſt nach 14 jähriger ununterbrochener Arbeit in Oſtindien wegen Krankheit nad) Europa zurückgekehrt. Er findet in Europa alles ſehr verändert. Er landete zuerſt in London, wo ihm das Wachsthum der Miefenftadt, deren Einwohnerzahl ſich in den 14 Jahren faſt um eine Million vermehrt habe, auffiel. Ganze Stadttheile ſind neu entſtanden. Auch die Zahl der Deutſchen in London habe fic) ſehr vermehrt. Einen ſehr wohlthätigen Eindru> machte es auf den kranken Miſſionar, die vielen Kirchen Londons faſt alle ſo voll, manche ſogar überfüllt zu ſehen. Welch ein Anbli> für ihn, die vielen weißen Geſichter in den Gotteshäuſern zu ſchen! Auch gefällt ihm die Sitte, welhe manche Prediger Londons eingeführt haben, am Schluß des Gottesdienſtes anzuzeigen, daß, wer immer fie privatim zu ſprehen wünſche, in die Sacriſtei eingeladen werde. Hier bleiben fie oft nod) eine Stunde nah dem Gottesdienſte, und haben ſo Manche Gelegenheit, ihrem Paſtor ihre Herzensanliegen vorzubringen und ſeinen Rath und Belehrung zu erbitten, die ſonſt deſſen entbehren müßten. Dieſe Sitte fand übrigens der Unterzeichnete ſcon vor 25 Jahren bei vielen Paſtoren in England, fand aber aud) zugleih, daß leider niht immer der beſte Ge-
„brauch von dieſer an fic) fchinen Sitte gemacht wurde,
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Auch die deutſchen Kirchen Londons fand der Miſſiona gut beſucht. : Auch in Bezug auf Deutſchland hegt Miſſionar Baierlein die Hoffnung, daß der gute Same des Wortes Gottes, der an. manchen Orten ausgeſtreuet wird, gute Früchte für die Zukunft bringen möge. Auch freuet er fich zu ſehen, daß man in Deutſchland angefangen hat, hier und da die längſt ſo nöthigen Kirchen zu bauen; nur ijt zu bedauern, daß man in manchen Kirchen fo fdledt verſtehen kann, weil ſie nicht akuſtiſch gebauet ſind. Jn manchen Kirchen hat man die Wände mit Filz belegt, in andern die Kanzel bald hier- bald dorthin gebracht, dem Uebel abzuhelfen, aber faſt immer ohne genügenden Erfolg, Das beſte Mittel fand er im ſüdlichen Deutſchland, wo man in einer ſchönen, neuen, großen, gothiſchen Kirche ein feines Drahtneß unter der Dede hingezogen hatte. Dieſes Nets verhindert den Schall der Stimme, in die Wölbungen hinauf zu dringen, und der Prediger wird gut verſtanden. In Mitteldeulſchland, ſonderlich in Sachſen, fand der Miſſionar den Kirchenbeſuch, wie überhaupt die Heiligung des Sonntags, viel beſſer als im Norden. Er ſchließt ſeine Betrachtungen mit dem Wunſche: „O, daß ſich die Chriſten dod) vollbewußt würden, was ſie am Chriſtenthum haben, was ſie an Chriſto haben, dem Heilande, dem gegenwärtigen Retter, Fürſpreher und lebendigem Wege zum ewigen Vaterhauſe Gottes! D, daß fie fid mehr und mehr aufmachen wollten, die Broſämlein ihrer reichbede>ten Tafel den fernen Heiden zukommen zu laſſen !“ Jn dieſen Wunſch ſtimmen wir von Herzen mit ein. C. S.
Ein hetdnifhes Gottesurtheil in Oſtindien.
—
Ein alter Mann meinte Anrecht an einem Stü> Feld zu haben, das im Befis von drei anderen war. Die ſtreitenden Parteien kamen überein, ihre Sache dur ein Gottesurtheil, die ſogenannte Waſſerprobe, entſcheiden zu laſfen, d. h. die Betreffenden müſſen in figender Stellung im Waſſer untertauden. Wer am längſten unter der Oberflähe des Waſſers bleibt, der iſt Sieger. Die Waſſerprobe ſollte in einem Teich ſtattfinden, der eine Meile von Udayagiri (im Khondlande) entfernt iſt und für den Aufenthaltsort vieler Götter gehalten wird. Das Waſſer iſt ungefähr fünf Fuß tief. Die beiden Parteien trafen zu beſtimmter Zeit an dieſem Ort zuſammen. Sie brachten jeder ein paar Eier, etwas Reis und ein Meſſinggefäß mit Milch mit. Der Prieſter war aud) zur Stelle und empfing von jeder Partei eine Rupie als Lohn für ſeine Mühe im Voraus. Er nahm darauf von jedem ein Ei und etwas Reis auf einem Platanenblatt in Empfang und ging damit in den Wald, um es dem Waſſergott unter Gebet zu opfern. Während dieſer Zeit müſſen die Betreffenden baden und
« or M Ei ee.
4
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Die
Misstons-Taube.
jeder fic) einen etwa feds Fuß langen Stod abſchneiden. Als der Prieſter zuritdfam, ging der alte Mann und ſein erſter Gegner in das Waſſer. Der Prieſter und ſein Gehilfe folgten ihnen. Der legtere nahm die beiden zuvor abgeſchnittenen Stide und ſtellte ſie ſenkrecht in den Grund des Teiches und hielt mit jeder Hand einen Sto> feſt. Der alte Mann gab nun die Grenzen des Feldes, das er beanſpruchte, an und führte aud) den Beweis, daß das Feld ſein Eigenthum ſei. Der Prieſter wiederholte die Worte des Alten und rief den Waſſergott an, den Kläger nicht ertrinken zu laſſen, falls ſeine Ausſagen wahr ſcien. Der Gegner des Alten that darauf ebenſo und bewies, daß das Feld ihm gehöre. Der Prieſter that für ihn wie für den Alten. Darauf ließ der Kläger, wie fein Gegner, das noh übrige Ei und den Reis in das Waſſer fallen und ergriff feinen Sto>, der vom Gehilfen des Prieſters, wie beſchrieben, gehalten wurde und verſchwand unter der Oberfläche des Waſſers. Der Prieſter goß die Milch aus den Meſſinggefäßen über ſie aus und wartete, wer zuerſt wieder hervorkommen würde. Der Alte erſchien plößlich wieder an der Oberfläche des Waſſers und hatte dieſem Gegner gegenüber ſeinen Prozeß verloren. Sofort traten nun die beiden andern Gegner vor und verlangten aud) die Waſſerprobe zu beſtehen. Der Alte bat, die Entſcheidung gegen dieſe auf einen andern Tag zu verſchieben; er ſei alt und ſhon ganz erſchöpft. Der Prieſter aber war unerbittlid. Der alte Mann mußte nod) zweimal untertauchen und war nun wirklich fo glü>lich, dieſe ſeine Gegner zu beſiegen und inſoweit ſeine Prozeſſe zu gewinnen. — Eine weniger gefährlihe und anſtrengende Art, ein Gottesurtheil in einem Rechtsſtreit zu ſuchen, ift im Süden Indiens Brauch. Die ſtreitenden Parteien begeben fic) nach einem Hain, der als Aufenthaltsort eines von ihnen gemeinſam verehrten Gottes gilt. Auf entgegengeſeßten Seitén des größten Baumes, etwa einer majeſtätiſchen Baniane, fegen fie fid) nieder zum Gebet und Meditation. Das Rauſchen des Windes in den Zweigen gibt die Entſcheidung, je nahdem es dem einen oder dem andern näher iſt. (Leipziger Miſſionsbl.)
Zum
Wilde.
Die Mädchengruppen auf dieſem Bilde gehören dem Volke. der Khonds an, einem wilden Heidenſtamme, der die Gebirgszüge der Provinz Oriffa, ein abgelegenes, {diver zugängliches Gebiet in Oſtindien, bewohnt. Dieſe Leute gehören nicht zu den Hindus, ſondern ſind Reſte der Ureinwohner Oſtindiens, die dort gelebt haben, lange ehe die Hindus von Norden her in das große Land cinbraden, die dann ſpäter wieder von den Muhammedanern unter: joht wurden. Jene uralten Stämme, zu denen auch dieſe Khonds gehören, belaufen fid) auf ungefähr 8 Millionen.
Gerade unter dieſen Khonds war es bis auf die neueſte Zeit Sitte, Menſchenopfer darzubringen. Ja, dieſe ſchre>liche Sitte beſteht wohl nod) fort, obwohl nicht mehr fo . häufig und allgemein, wie einſt. Dieſe blutigen und grauſamen Opfer galten der Göttin Tari, von der geſegnete Ernten abhängen ſollten. Die Prieſter lehren, daß die Tari von ſolchen Opfern lebe. Man könne durch dieſelben ihre Gunſt erlangen. Alſo kam es darauf an, folde Opfer zu bekommen. Gewöhnlich kamen Khonds vom Gebirge herab in das niedere Land, um Kinder für dieſen Zwe> zu rauben. Bisweilen kauften fie auh ſolche. Ja, bisweilen gaben ſogar Eltern ihre Kinder für ſolche Opfer her, weil ſie daz für von der Tari reichen Segen erwarteten. Man hielt die Kinder dann jahrelang gefangen und behandelte ſie gut, gab ihnen Shmu> und Ehre und ſah ſie für heilig an. Aber an einem beſtimmten Tag fand große Volksverſammlung ſtatt. Das erleſene Opfer wurde an einen Pfoſten
gebunden,
dann
zu
beſtimmter
Stunde
brachte
ihm der Oberprieſter mit einem kleinen Beil eine Wunde bei und nun ſtürzte die Maſſe auf das Opfer los und riß ihm das Fleiſch vom Leibe, ja zerriſſen es förmlich, und wer ein Stü> erhaſchte, begrub es in ſeinen A>er in der Hoffnung einer geſegneten Ernte. — In neuern Zeiten hat die engliſche Regierung dort dieſen abſcheulihen Menſchenopfern zu wehren geſucht. Sie ſandte mehrmals Truppen in's Land und ließ die armen Schlachtopfer aus dem Gefängnis befreien. Sie ſorgte dann für deren Erziehung in drijtliden Miſſionsſchulen. Unſer Bild zeigt uns vier Mädchen, welche dur) die Engländer dem \hre>lihen Looſe der Opferung entriſſen wurden, (Nach „Miſſionsbote“ 1878.)
Frau Wiſſiouar Rott’s Erjaflung von der Ermordung ißres Gatten und ifrer wunderßaren
Errettung.
(Fortſeßzung und Schluß.)
Es war nicht unſere Abſicht, die Erzählung weiter zu geben, als in der lezten Nummer geſchehen iſt. Aber wir wurden von verſchiedenen Seiten darum gebeten und laſſen denn hiemit den Schluß folgen : Ich faßte gleich den feſten Entſchluß, mich nicht aus dem Hauſe des Tomonggong entfernen zu laſſen, wenigſtens nicht gutwillig. Als fie deshalb von mir verlangten, ihnen zu folgen, ſagte ih entſchieden: „Jch gehe nicht mit eud) nad) dem Sungai, hier werde id) bleiben, hier
mit meinen Kindern ſterben.“
Alle waren ſtumm gewor-
den, als id) dies ſo entſchieden ſagte, und gingen wieder -
auf die Vordergallerie, um zu berathen.
Nach einer Weile
kamen fie zurü> und ſuchten mid) durd) freundliche Worte zum Mitgehen zu bewegen. Jc aber blieb bei meinem 1
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Die
Missions ~-Tuubke.
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Entſchluß und ſagte ihnen aud) Manderlei, was ihnen die Brüder ſchon geſagt hatten, daß dieſe niht in Haß gegen ſie geſtorben, ſondern mit dem Wunſch und der Bitte in Mund und Herzen, daß ihr Tod die Saat zu einem neuen Leben für ſie werden möchte, und daß Gott der HErr nicht
ſtumm auf der Bank im großen Mittelraume des Hauſes. Aber nie habe ih wohl lauter zum HErrn geſchrieen in meinem Herzen, und als id) meine kleine Lina, die auf meinem Schooße eingeſchlafen war, zu meinen Füßen auf die Matte niederlegte, ſah ih, daß einer nad) dem Andern
das Wort Gottes von ihnen nehmen, ſondern noch viel
fid) entfernte. Sulest war id) nur nod) mit Wenigen allein, die mir ſagten, daß id) unter ihrem Schuge hier bleiben werde, bis der Anführer Pambatal Sulit ents ſchieden, was mit mir werden ſollte. Jebht erſt ſah id) mich nach den Frauen um und fand einige in den Kammern. Jch zog mir trodene Kleider an und trodnete die
reichlicher unter ihnen möge verkündigen laſſen. Yd) war gefaßt darauf, daß man mich zum Mitgehen zwingen werde, “und es ift niht zu beſchreiben, in welcher Gemüthsverfaſſung id) mid) in dem Augenbli>ke befand. Nicht mehr im Stande zu ſprechen, ſaß id) nun mit meinen Kindern
RE
Kampf, ehe ih mid) in die Wege Gottes {dicen konnte. Dazu kam die beſtändige Angſt, in der ich ſchwebte. Draufen ging's aus und ein und allmählich füllte fid) der ganze “Mittelraum mit Männern an, die beriethen, vas aus mir werden ſollte. Gegen Morgen drang von unſerm Hauſe dad Gebell der Hunde her und das Geſchrei der Hühner, die wohl eingefangen wurden. Die Kinder erwachten. Hans konnte nicht begreifen, warum wir nicht in unſer Haus zurü>gekehrt waren. Es war mix an dem Tage
Bedürfnis, mit den Kindern über ihren Vater zu ſprechen, denn es war ſein Geburtstag, der erſte, den er in der Ewigkeit feierte, während id) mit namenloſem Schmerz ihm nachſah aus dieſem Thränenthale. Aber ih dankte dem HErrn für die Thränen, die mir an dem Tage losgebrochen waren, denn ſie erleichterten mein Herz. Yd) wurde an dem Tage von vielen Theilnehmenden, meiſt Frauen, befudjt. Der HErr gab mir viel Freudigkeit, ihnen fein Wort und Werk an's Herz zu legen und fie auf ihren \hre>lichen Seelenzuſtand aufmerkſam zu machen, fo daß ih für eine Zeitlang mich ſelbſt und meinen Schmerz vergap. Heute noch denke id) mit Freuden daran und habe die ſtille Hoffnung, der HErr werde das nicht ungeſegnet laſſen. Am Nachmittage kam aud) der Tomonggong und verſicherte, daß ſie ohne eigene Todesgefahr nicht hätten - zu Hülfe kommen können. Auch kam eine ſchre>liche Nach: riht nad) der andern von ben blutigen Vorgängen, von
auf mein Angeſicht niederfallen, meinen Dank und Schmerz ausiweinen mögen. Aber id) mußte eilen, unter’s Dec zu
kommen, da id) erſt andre Kleider anziehen mußte. Als das geſchehen, lobten wir den HErrn gemeinſchaftlich und
TL ce das eee a
der Verfolgung anderer Brüder. Aber meinen Glauben fonnte id) dod) nod) immer feſthalten, ob er gleid) mandjmal einem erldfdenden Fünklein glid. So gingen mir drei Tage und Nächte um. Am Dienstag-Morgen ſagte mir ein Tanggohaner leiſe, es ſei ein Dampfboot in Pus Topetat, er wünſche, es käme herauf zu meiner Rettung. Durch den Mann bekam id) Dinte und Feder und er verſprach, meinen Brief nad) Pulopetak zu bringen. Kaum aber hatte id) den Brief geendigt, als id) eine allgemeine Bewegung im Hauſe merkte. Alles lief fort. Bd) faßte ängſtlih meine Kinder. Jd) fragte: ,Was lauft ihr?“ Keine Antwort. Nur der Tomonggong rief im Vorbeilaufen: „Bleib du nur, Njonja, wir laufen weg!“ Als Alles weggelaufen, ging ih mit meinen Kindern auf die Gallerie. Da ſtand noch ein Knabe ganz ruhig. Yd fragte ihn nah dem Grunde des Weglaufens aller Leute. Er antwortete mir mit Laden: „Freue did) nur, Njonja, es kommt ein Dampfſchiff mit Soldaten und fie fürchten ſich.“ Es war mir, als ob ein Engel vom Himmel die frohe Botſchaft bringe. Jch bat den Knaben, mich nicht ganz allein zu laſſen. „Nein‘, ſprach er, „ih will ſehen, wie du auf das Schiff kommſt. Ohne an meine Kinder zu denken, lief id) jest nad) dem Fluſſe; dort fand ich einen Häuptling, der mir auch verſicherte, es ſei ein Dampffdiff im Ankommen, obgleich in dem Augenbli> noch-kein Rauch zu ſehen war. Alsbald wurde auch das Schiff ſichtbar. Meine Freude, mein Dank läßt fid) mit Worten nimmer beſchreiben. Alle Feinde hatte der HErr in dem Augenbli>e zerſtreut, der große Haufe von Aufrührern war nod nicht zurü> und die Buritdgeblicbenen mit Furcht geſchlagen, ſo daß ſie es nicht gewagt, mich in ihre Flucht fortzureißen. Jch ſtand allein da, die Lewu war wie ausgeſtorben, und die Wenigen, die noch da, freuten fid) meiner Rettung. D, wie wunderbar freundlid) war der HErr mit mir! Nimmer will id) vergeſſen, weld)’ große Dinge er an mir gethan hat! Meine Kinder hatte man indeſſen zu mir gebracht; in jämmerlicher Kleidung ſtanden wir, mit Thränen der Freude, und harrten, bis der Anker unſeres Rettungsbootes, der Tjipanas, gefallen war. Die drei Brüder, Zimmer, van Hoefen und Denninger, grüßten uns mit Thränen aus der Ferne, und van Hoefen rief mit lauter Stimme: „Schweſter Mott, leben Sie noh?“ Mit thränenerſti>ter Stimme antwortete id) ihm: „Sie find alle todt, nur uns Drei hat der HErr übrig gelaſſen.“ Ein Boot wurde niedergelaſſen, van Hoefen ging hinein, und in wenigen Minuten war er bei uns und umarmte uns mit ſtummem Schmerze. Mir ſchienen die vielen weißen Geſichter vom Schiffe her wie lauter Boten Gottes und ih hätte, als wir auf dem Schiffe ankamen, am liebſten
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naſſen. Die Frauen ſagten mir, ich ſollte die Kinder dicht bei mir behalten, denn man habe vor, mir dieſelben heimTid) zu nehmen, wenn ich ſie nicht gutwillig hergeben wolle. Wie eine Henne ihre Küchlein, fo bewachte id) jest meine beiden Kinder mit ſtetem Seufzen zum HErrn, daß er mir doch Kraft geben möge, Widerſtand zu leiſten, wenn man etwa Gewalt brauchen wolle. So groß aber mein Schmerz war an dem Tage, konnte id) dod) keine Thräne weinen. Jch war hart wie ein Stein und ſtumpf gegen Alles, was um mich her vor ging. Eine freundliche Frau brachte mir etwas Reis, Salz und Pfeffer und bat mich zu eſſen, daß id) doch nicht krank würde. Jch konnte nicht und freute mid nur, daß meine Kinder etwas aßen. Gegen Abend machten fid) die Moskiten ſehr bemerflid). Meine Kinder waren eingeſchlafen und mit einem alten Kleidungsſtücke wehrte id) ihnen möglichſt die Moskiten ab. Einige mitleidige Frauen brachten mir endlich eine alte Gardine, vor der man aber zurü>ſchaudern mußte, da fie ganz voll Wanzen war und dazu löcheriht. Als die Gardine gereinigt und zugenäht war, verbarg id) mid) mit meinem Schmerz und meinem einzigen Eigenthum, meinen lieben Kindern, darunter. Sie ſchliefen ſo ſorglos. Mein Leben hätte id) gern dahin gegeben, wenn id) fie damit in ſichere Hände hätte bringen können. Von Herzensgrund konnte id) danfen, daß meine Maria ihrem Vater in die Heimath gefolgt war, von der fie fo gern fprad) und wohin fie fo ‘oft fic) geſehnt hatte. Warum hatte uns der HErr nicht alle hingenommen? Die Frage machte mir einen harten {weren
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Miaxtons-Taube.
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Die ließen dann Lina
war
unſern Thränen
ganz
glü>lich,
freien Lauf.
als fie wieder
Misstows-Tauke. Die
fleine
weiße Männer-
geſichter ſah; ſie erinnerte fid) an ihren Vater und wollte nun nicht mehr bei mir, ſondern immer bei den Brüdern fein. — Das Schiff war ſehr beſet und wäre nicht der Oberſteuermann fo freundlich geweſen, mir ſeine Schlafkammer abzutreten, ſo wäre für uns kein anderer Plah, als das Verde> geweſen. — Endlich am Sonnabend fam ein kleines Dampfboot von Bandjer uns entgegen, das Verſtärkung und Lebensmittel brachte und den Auftrag hatte, uns mitzunehmen. So kamen wir Sonntag Morgen 5 Uhr nach Bandjer. Das Wiederſehen der Brüder und Schweſtern
will id) nicht beſchreiben,
es war
ein herzzerreißendes, aber die mir dargereichte Liebe erquidte meine Seele. — Jn den erſten 14 Tagen gings in Bandjer noch von einer Gemüthsbewegung in die andere. Bald erhielten wir auch die beſtimmte Nachricht, daß Ge\hwiſter Hofmeiſter in Kahaian ermordet waren. Bald trafen die Frau Boot und Frau Hupperts, deren Männer in Kalangau erſchlagen, mit ihren Kindern ein. Mit hellen Freudenthränen trat am 25. Mai plöglich der längſt todtgeglaubte, aber wunderbar gerettete Br. Klammer in unſere Mitte, und wir ſangen ein brünſtig „Nun danket Alle Gott!“ Unſer tägliches Ningen und Flehen um Errettung der Hofmeiſter'ſchen Kinder aus der Sclaverei erhörte der barmherzige Gott auh. Sie kamen nach einigen Wochen bei uns an und wurden, ihrer vier, unter die Ge\hwiſter vertheilt. Unſere Lage in Bandjer war aber keineswegs ſicher, da uns täglich ein Ueberfall der Feinde drohte. Beſonders in der leßten Hälfte des Auguſt drohte die Gefahr ſehr, fo
daß wir eines Tages alle aus den Häuſern in das Fort (Feſtung) liefen. An dem Tage erfuhr id) buchſtäblich die Wahrheit der Worte: „Wehe den Schwangeren und Säugenden zu der Zeit!” — Am 3. September ſchenkte mir der HErr einen Erfag für meine heimgegangene Maria und beſchämte mich tief in meinen Beſorgniſſen, indem er mir nicht nur ein geſundes, ſondern aud) wohlgeſtaltetes, niedliches Kindlein ſchenkte. Dank bleibe ihm immer und ewig für dieſe gnädige Hülfe und das liebe Kindlein bleibe mir ein lebendiges Ebenezer! Am 11. September wurde es getauft. Schon nach fünf Wochen zeigte mir der HErr eine Gelegenheit zur Heimreiſe, zunächſt bis nah Java. Jch bekam im Gebet zu meinem HErrn nicht allein Freudigkeit, ſondern im eigentlichen Sinne des Wortes Erlaubnis zum Reiſen. Br. Klammer wollte mich bis Java begleiten. Außerdem nahm ich eine Chriſtenfamilie, den Chriſtian und ſein Weib Martina mit, denn bei acht Kindern, drei von Hofmeifters, zwei von Frau Hupperts, die in Java in's Waiſenhaus ſollten, und drei eigenen, war Hülfe nöthig. Am 17. October genoſſen wir noh gemeinſchaftlich das heilige Abendmahl, und nun ging's an Bord. Der Abſchied war ſhwer und ſhmerzli<h. Sechs Jahre reicher Exfahrung, mancher Freude, aber auh manches Schmerzes,
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lag hinter mir. Dazu ſollte id) aus dem Berufe ſcheiden, an dem mein Herz hing. Wir ſangen zuſammen den Vers: „Die wir uns allhier beiſammen finden, Schlagen unſre Hände ein, Uns auf deine Marter zu verbinden“ 2c. und Br. Barnftein befahl uns Alle in den Schuß Gottes. Bald darauf hatte „de Draak“ Bandjer aus dem Geſicht und mit günſtigem Winde waren wir {hon am vierten Mittage auf der Rhede von Batavia, nachdem, id) ausgenommen, alle die Seekrankheit gehabt hatten. Durch den freundlichen Kapitän von der Wedden erhielten wir Logis bei einem deutſchen Miſſionar Michaelis. Außerdem erfuhr id) noch viel Liebe von Bataviſchen Chriſten. Ende Dezember bekam ich die Antwort vom Gouvernement, daß mir das Ueberfahrtsgeld nad) Europa bewilligt worden ſei. Gern wäre id) gleich abgereiſt, aber es fehlte nod) an einer männlichen Begleitung (Chriſtian und Martina wollten wegen der Seekrankheit gern wieder zurü>) und an paſſender Gelegenheit. Das war wieder eine Zeit vieler Seufzer und Thränen, eine redjte Wartefdule. Jch ſollte erſt recht in Noth, um deſto mehr mich des Ausgangs zu freuen. Ein Brief von Barmen gab mir freie Hand zu handeln. So konnte id) eine Frau, die mit ihrem Manne nad) Europa wollte, in meine Dienſte nehmen und das Mitgehen eines Bruders war nun nicht nothwendig. Am 23. März 1860 geleiteten mid) die Brüder an Bord
der Wilhelmine und Klara, unter Kapitän Abrahams. Der Abſchied war wieder ein {hwerer von Br. Klammer und ban Hoefen, der gerade auh da war. Die See ging bald hod) und ein nächtlicher Sturm wüthete. Da kni>te faſt Alles unter der Seekrankheit wieder zuſammen. Auch die ſehs Kinder, die aber ihre Köpfchen eher wieder aufrichteten, als die Großen. Yd) wurde auch diesmal gnädiglich verſhont. Doch es waren acht Tage voll Schre>ens und Angſt in den engen Hütten und im Mittelraume, wohin des Sturmes wegen die friſche Luft nicht gelaſſen werden konnte. Da hörte man mand) leidigen Troſt. Gott Lob, dachte ih, daß id) den niht mit eud) theilen muß, ſondern einen Heiland habe, der verſprochen hat, bei uns zu ſein bis an der Welt Ende. So rauh der Beginn, fo freundlich geſtaltete fid) der Fortgang der Reiſe nah acht Tagen. Am 28. April ſahen wir die erſten afrikanifdjen Berge aus weiter Ferne, es war Port Natal. Am 3. Mai waren wir vor dem Kap. Wie gerne hätte id) meinen Bruder (der dort im Kaplande Miſſionar iſt) geſehen! Aber das Schiff hielt niht an. Der Schmerz mußte überwunden werden. Am 27. Mai kamen wir glü>lih in der Heimath an und ſage ih nun mit Freude und Dank: Bis hieher hat der HErr geholfen. Lobe ihn meine Seele. Amen. Ein Chineſe in San Francisco, der um Aufnahme in die Gemeinde bat, wurde vom Miſſionar gefragt : wie er JEſum efunden habe? Sehr ſ{hön antwortete derſelbe: „O, ih habe JEſum nicht gefunden, ſondern er hat mich gefunden.“
1. Sn Gndien wurden von einer heidniſhen Mutter Zwillinge geboren, ein Knabe und ein blindes Madden. Ein Miſſionar beſuchte die Mutter und fand ſie ſehr ungliidlid) darüber, daß ihr Gott zürne, weil er ihr nicht zwei Knaben geſchenkt habe. Einige Zeit darauf kam er wieder und fand nur noch das blinde Töchterlein in der Wiege. Auf ſeine Frage: „Wo ift dein Knabe?“ ant: wortete die Mutter: „Den habe id) in den Fluß Ganges geworfen, um den Zorn Gottes zu verſöhnen.“ Schaudernd hörte es der Miſſionar und fragte, warum ſie denn den geſunden Knaben und nicht lieber das blinde Mädchen geopfert habe. Sie antwortete: „Wollte id) Gott nicht das Beſte geben, fo würde ſein Zorn nur größer werden. “ Und dann zerraufte ſie ihr Haar, zerſchlug jid) die Bruſt und jammerte einmal über das andere: „Ach mein ſüßer, mein holder Knabe!“ Jt das nicht Schatten und Finſternis des Todes? — 2. Unter den chriſtlihen Märtyrern in Uganda, von denen in der lezten Nummer erzählt wurde, war auch ein frommer, ſtiller Knabe, der am 6. Nov. 1885 die Taufe erhalten hatte und ſhon vorher ein gutes Zeugnis ſeines lebendigen Glaubens abgelegt hatte. Er ſtand im Dienſte eines heidniſchen Prinzen. Dieſer befahl ihm eines Tages, + ein paar Ziegen zu ſtehlen, was bei dieſen Heiden zur Tagesordnung gehört. Aber der Knabe weigerte ſich ſtandhaft und erklärte, es ſei Sünde, die er nicht thun dürfe. Er wurde auf die grauſamſte Weiſe verſtümmelt und miß-
handelt, blieb aber bei ſeinem Bekenntnis und ſtarb wenige Tage darauf in Folge der erlittenen Marter. — 3. Zu einem Miſſionar in China kam eines Tages ein Heide und ſprach: „Jh habe deine Predigt nie gehört, aber id) habe fie geſehen. Jch kenne einen Menſchen, der war der Schre>en ſeiner Nachbarſchaft. Er war wie ein wildes, reißendes Thier gegen alle, die mit ihm zu thun hatten. Nun aber hat er die Religion deines JEſus angenommen und iſt ein ganz anderer Menſch geworden. Gr iſt ſanftmüthig und liebreid); und hat ſeinen ſ{hle<ten Wandel aufgegeben und jedermann \{<äßt und liebt ihn jept. Deine Lehre ift gut.” (Miffionsbote.)
St. Louis, Mo.
2.
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Dru> und Verlag von C. Bertelsmann. Seiten.
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Alle die Nedaction betreffenden Einſendungen findzu adreſſiren an Rer. 0Hanser, 1811 S. 8th Str., St. Louis, Mo. ; alle Geldbeiträge für die Negermiſſion an den Kaſſirer Dir, A. C. Burgdorf, Od 1041 JC Allen Ave., St. eh Louis, DeMo. EU
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Entered at the Post Ofllce at St. Louis, Mo., as second-class matter.
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4 +
Der Preis für ein
Die Parthie-Prelſe gelten nur dann, wenn alle Exemplare unter einer Adreſſe verſandt werden können. Berit, beſtell bef RAE bezahlen iſt das Blatt beiGet dem Luth. 5 Concordias i
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Herausgegeben für die Evang. :
- Lutheriſhe Synodalconferenz :
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bon Nordamerika von der Commiſſion für die Negermiſſion; redigirt
den Paſtoren C. J. D
9. Jahrgang.
Hanſer
Mai „Und
wenn
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Geijt — ,,fommet,
um die Sünde, daß fie niht mi.“ Joh. 16, 8. 9.
1887.
der Heilige
der wird die Welt
ſirafen
glauben
an
So ſpricht unſer lieber Heiland im Evangelio des Sonntags Cantate. Dieſe Worte offenbaren fo recht unſere natürliche Blindheit in Sachen unſerer Seligkeit. Wir hätten gedacht, der Heilige Geiſt werde die Welt ftrafen um ihrer greulichen Laſter willen. Er werde ihr bezeugen, daß ihre Sünden, Unzucht, Mord, Diebſtahl, Fluchen, Lügen, Geizen, Schwelgen, Saufen, ſie nothwendig vor dem heiligen Gott verdammen müſſen. Aber nein! Der Heilige Geiſt bezeugt, daß fie allein um der einen Sünde des Unglaubens willen verdammt werde. Wer hätte das wiſſen können, wenn es Chriſtus nicht geſagt hätte! Und ſelbſt jest, da es uns fo klar im Worte geſagt wird, können wir es noch kaum recht faſſen. Das ſieht man z. B. am Chriſten, wenn er angefochten iſt. Werden ſeine Sünden im Gewiſſen redjt wach, tritt der Fluch des Geſeßes wieder einmal recht lebendig vor ſeine Augen, fo wird ihm ängſt und bange, und er fängt an, “ der Gnade Gottes und ſeiner Seligkeit ungewiß zu werden. Würde er aber obiges Wort Chriſti recht in's Herz - faſſen, fo wäre er ſeiner Anfehtung und Zweifel ſchnell los. Denn dann würde er ſih ſagen: Ach, niht meine begangenen Sünden verdammen mich, ſondern nur mein Unglaube. D, ich glaube, HErr JEſu, hilf meinem Unglauben ! — Aber wie, ſind die obengenannten Sünden wider Got-
_ ted Geſeß nicht verdammlid)?
und C. F. W.
Wohl, aber kein Menſch
Sapper.
:
‘Nummer 5.
muß um ihretwillen verdammt werden. Die Sache ift nämlich dieſe: JEſus Chriſtus ijt um unſerer Sünde willen geſtorben. Das heißt, alle Strafen unſerer Sünden, leibliche und geiſtliche, zeitlihe und ewige Strafen, trägt und büßt Chriſtus in ſeinem Leiden und Sterben. (Sef. 53, 4. 5.) Er bezahlt die unermeßlihe Sünden\huld der ganzen Welt bis zum Lesten Heller und befriedigt die göttliche Gerechtigkeit volllommen. Darum ſtirbt er mit dem Worte am Kreuz: „Es iſt vollbracht !“, nämlich das Werk der Erlöſung. Nun iſt es ja aud) im weltlichen Gericht alſo: hat ein Bürge meine Schuld bezahlt und meine Strafe verbüßt, fo bin id) meiner Schuld und Strafe quitt und ledig, und wieder ein freier Mann. Ebenſo iſt es nun auch bei Gott. Darum St. Paulus ſagt: „Wir halten, fo Einer für alle geſtorben iſt, fo ſind fie alle geſtorben.“ Er will ſagen: Hat Chriſtus an unſerer Statt die Todesftrafe der Sünde erlitten, fo ift es ja, als ob wir ſelbſt ſie erlitten hätten, und ſind alſo der Sünde und Strafe frei. — Dieſe ſelige Wahrheit beſtätigt denn aud) Chriſti Auferwe>ung. Denn ſie ift eigentlid) die Handlung eines Richters, der einen Verbrecher aus dem Gefängnis entläßt und auf freien Fuß ſtellt, weil er ſeine Strafe abgebüßt hat. Damit, daß der Vater Chriftum herrlich verklärt von Tod und Grab auferivedte und zu ſeiner Rechten im Himmel fegte, hat er vor Himmel : und Erde thatfidlic) das Wort Chriſti verſiegelt und beſtätigt: „Es iſt vollbracht!“ Damit hat er bezeugt: Sa, alle eure Sünde, Schuld und Strafe iſt ausgetilgt, vergeben und erlaſſen; niemand wird mehr um der Sünde willen geſtraft und verdammt. Wer"meinen Sohn JEſum
wil ‘Negermiſſion in Springfield, Il.
Schon in der März-Nummer dieſes Blattes vom _ Jahre 1882 findet fid) ein Bericht über Negermiſſion in
Springfield aus der Feder des Herrn Prof. Wyneken daſelbſt. So erfreulic) und hoffnungsvoll die Sachen da: mals aud) ſtanden in Bezug auf dieſe Miſſion, fo nahm
dieſelbe dod) nicht gar lange darnach ein plößlihes Ende.
Es waren an einem Sonntag Nachmittag über 60 Negerestes finder in der Gonntagsfdjule, aber alle waren traurig,
ja, eine Anzahl weinte. Nach der Urſache ihrer Traurigkeit gefragt, erklärten fie: fie wären heute zum lehten Male in die Sonntags\chule gekommen, um Abſchied zu
ſie durch ſein bitter Leiden und Sterben erlöſet habe, und ob ſie gerne ohne Sünde ſein und Chriſto als ihrem Heilande nachfolgen und ihm dienen wollte, antwortete fie mit einem fröhlichen „Ja“. Darauf wurde ſie getröſtet
aus Gottes Wort und ihr geſagt, ſie ſolle nur getroſt fein, denn ſie fei bekehrt. Nach einiger Zeit kam ſie wieder in
ne ETE Lo
denn die verſchiedenen Negerprediger ſeien zu allen Eltern, welche Kinder in die lutheriſhe Sonntagsſchule ſchi>ten, gegangen, und hätten ihnen allerlei Vorſtellungen gemacht und ernſtlih verboten, ihre Kinder nod) länger in dieſe Schule zu ſhi>en. Es war nun auch wirklich mit einem Schlage vorbei; es kamen keine Kinder und keine Erwachſene mehr. Seitdem hatte fid) Herr Prof. Wyneken nicht mehr um die Neger in Springfield bekümmert und fonnte nur mit Schmerz an ſeine enttäuſchten Hoffnungen denken. Da kamen leßten November eine junge Negerin und ein älterer Neger zu ihm, beide hatten früher ſeine Sonntagsfdule beſucht, und baten in ihrem und anderer Neger Namen, er möge doch ſeine Sonntagsſchule wieder anfangen und aud) Gottesdienft für die Neger halten, denn ſeit dem Aufhören jener Sonntags\chule ſeien fie in den verſchiedenſten Kirchen geweſen, aber vergeblich hätten ſie das geſucht, was ſie in der lutheriſchen Lehre gefunden hätten, nämlich gewiſſen Grund der Lehre und Gewißheit der Seligkeit. Aber Herr Prof. Wyneken hatte diesmal noch taube Ohren für ihre Bitten. Die Luſt, unter den Negern Springfields Miſſion zu treiben, war ihm gründlid) vergangen. Bald darnach kommt jene Negerin wieder ganz aufgeregt und betrübt zu ihm, um Troſt und Unters — weiſung zu ſuchen. Sie wollte in ihre Negerkirche gehen, um dem Gottesdienſte beizuwohnen, aber an der Thüre wurde ſie von einem Aelteſten der Gemeinde suriidgewieſen und ihr erklärt, ſie dürfe nicht in die Kirche, denn ſie ſei eine Sünderin. Auf ihre Erklärung, daß doch alle Menſchen Sünder ſeien und JEſus ja für die Sünder gekommen ſei und ihnen ſein Evangelium predigen laſſe, wurde ihr erwidert: der heutige Gottesdienſt in dieſer Kirche ſei nur für „geheiligte“ Leute und nicht für Sünder, darum dürfe ſie als eine Sünderin nicht hinein, denn fie ſei ja nod) ganz unbekehrt und unheilig und von Chriſto verworfen, denn der wolle ſolhe Leute niht. Damit wurde fie hinausgeſtoßen und ihr die Thüre verſchloſſen. Sie erinnerte fid), von Herrn Prof. W. und ſeinen Studenten, die ihm in der Schule halfen, eine andere, tröſtlidjere Lehre gehört zu haben, darum ſuchte ſie aud) jest bei ihm Troſt, denn der Gedanke, daß fie unbekehrt und von Chriſto verſtoßen ſei, made ſie ganz unglü>lich. Wohl ſei ſie nod) immer eine Sünderin, aber ſie habe dod) gehofft, ſie ſei bekehrt. Auf die Frage, ob ſie denn von Herzen an Chriſtum glaube, daß er wahrer Gott ſei und
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nehmen, und würden dann nie, nie wiederkommen dürfen,
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als ſeinen Heiland im Glauben annimint, der iſt ſelig, fo gewiß ih meinen Sohn, ſeinen Bürgen, aus dem Gefängnis des Grabes auferive>t und zu meiner Rechten im Himmel geſeßt habe. — Daraus folgt aber auch, daß wer Chri: ftum nicht gläubig als ſeinen Heiland annimmt, der muß verdammt ſein, nicht ſowohl um ſeiner begangenen Sünden, als eben um ſeines Unglaubens willen. Darum ſpricht Chriſtus: „Der Heilige Geiſt wird die Welt ſtrafen um die Sünde, daß ſie nicht glauben an mid.” Gr will ſagen: Die Sünde, um derentwillen nun ein Menſch no verdammt wird, ift nur der Unglaube. Sehr ſchön ſchreibt Luther hierüber: „Darum ſete es gegen einander, fo kannſt du recht ſcließen: Wo Glaube iſt, da ſind ſo viel Sünden nicht, die nicht verſchlungen und vertilget werden müſſen durch den Glauben; wo Unglaube ijt, ſo kannſt du nimmer fo viel gute Werke thun, daß du die kleinſte Sünde vertilgteſt. Wer da glaubt, der hat keine Sünde und thut eitel gute Werke; wiederum, wer nicht glaubt, der thut wahrlich kein gut Werk, ſondern es iſt alles Sünde. Darum ſage id) abermal: fo viel Sünde kannſt du nicht gethan haben, aud) iſt dir Gott nicht ſo feind, daß es nicht alles hinweg und vergeben ſei, wenn du anfäheſt zu glauben; denn dur den Glauben haſt du Chriſtum zu eigen, der dir darum geſchenkt iſt, daß er deine Sünde hinwegnehme. Glaubeſt du aber nicht, ſo biſt du verdammt; denn du haſt Chriſtum nicht, den einigen Heiland.“ Kirchenpoſt. S. 596. — Wie, lieber Leſer, iſt das nicht tröſtlih? Biſt du da nicht aller deiner Sünden los und deiner Seligkeit gewiß, ſobald nur ein Fünklein des Glaubens an Chriſtum fid in deinem Herzen regt? — O, fo fei nun nicht ungläubig, ſondern gläubig! — Bedenke aber auh, welche Anreizung zum Miſſionswerk in dieſen Worten liegt. Denn gehen hienad) die Neger nur dann verloren, wenn fie niht glauben, — wie eifrig ſollteſt du dann mit ſein, daß ihnen dies Wort gepredigt wird! Denn wie ſollen ſie glauben, von dem ſie nicht gehöret haben? Wie ſollen fie aber hören ohne Pre: diger? Wie ſollen fie aber predigen, wo fie niht geſandt werden? (Nöm. 10, 14. 15.) D. H.
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Misatons-Taube.
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Die
Misxdons-Tazube.
Begleitung noch eines Negers zu Herrn Prof. W. und er- klärte, daß fie fid) nun von der Kirchengemeinſchaft, zu welcher fie bisher gehörte, losgeſagt habe und wolle nun mit Gottes Hilfe lutherifd) werden. Beide überreichten dann gemeinſam Herrn Prof. Wyneken die ſchriftliche Bitte, doch wieder eine Sonntagsſchule und Gottesdienſte
für Neger zu eröffnen, welche Bitte etliche über 20 NamensUnterſchriften trug. Was ſollte Prof. W. nun thun? Gr hatte dieſe Sache nicht geſucht, hatte die Anfrage erſt zurückgewieſen. Sie wurde erneuert und verſtärkt, ja es erging ohne ſein Zuthun gewiſſermaßen ein Beruf an ihn. Er ſprach darüber mit einigen Studenten, welche ihm zuredeten und mit Freuden ihre Hilfe zuſagten. So fingen denn Herr Prof. W. und einige Studenten in Gottes Namen kurz vor Weihnachten die Sonntagshule für Negerkinder in der College Aula wieder an, veranſtalteten aud) {hon zu Weihnachten wieder einen Weihnachtskindergottesdienſt mit Chriſtbeſherung. Die Kinder beantworteten die an ſie geſtellten Fragen betreffs der Weihnachtsgeſchichte reht gut. Am 16. Januar dieſes Jahres wurde auf Bitten der Neger auch der Verſuch gemacht, Gottesdienſt mit Predigt zu halten. Außer den Schülern der Sonntagsſchule kamen nur nod) zwei Erwachſene, am folgenden Sonntage aber fanden ſih ſhon 19 Erwachſene ein und ift die Zahl nachdem bis zu 32 geſtiegen, obwohl zuweilen auch weniger da. waren. Die Zahl der Gonntagsjdiiler, deren Namen angeſchrieben ſind, iſt über 100, doch war bis zu Oſtern die höchſte Zahl der zu gleicher Zeit anweſenden 45. Mehrere Eltern und Kinder unter den Negern baten auch dringend um Einrichtung einer Wochenſchule. Ein leerftehendes Haus wurde zu dieſem Zwe> gemiethet, eine Hälfte davon wieder an eine Familie vermiethet und die andere Hälfte zur Schule eingerichtet. Bänke wurden, wenn wir nicht irren, von unſerer dortigen deutſchen Gemeinde hergegeben, das andere Nöthige wurde angeſchafft. Herr Student Knabenſchuh, ein eifriger Mitarbeiter in der Sonntagsſchule und im Gottesdienft, übernahm es einſtweilen, den Schulmeiſter zu machen, und fo wurde die Wochenſchule am 28. Februar eröffnet und zählte dieſelbe um Dſtern 26 Kinder. Eine Anzahl Neger ſind bereit, ihre Kinder in unſere Schule zu \ſhi>en, ſobald der Beſtand derſelben geſichert ift. Die Negerprediger geben fid) nämlich auch jest wieder alle Mühe, uns zu verdächtigen. Bald ſagen ſie, wir hätten die Abſicht, die Leute und Kinder katholiſch zu machen, bald, unſer College ſei auch zugleid) ein Doctor-:College und die Kinder würden nur angelo>t, um ſie zu zerſchneiden, damit die Studenten und Aerzte an ihnen ſtudirten. Doch werden ſich ja dieſe Gerüchte bald genug als Lügen entpuppen. Etliche Familien beſuchen die Gottesdienſte regelmäßig und fdjiden aud)
ihre Kinder regelmäßig zur Schule, gehören auch zu keiner der beſtehenden Negergemeinden, ſprechen vielmehr den Wunſch aus, daß eine lutheriſche Negergemeinde gegründet
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würde, da ſie in den von den dortigen Negerpredigern geleiteten Gotte8dienſten dod) keine Befriedigung finden. Die zuerſt erwähnte Negerin befindet fic) bereits im Confirmanden-Unterricht. Natürlich macht dieſe Miſſion aud) Unkoſten, beſonders durch die Rente für die Schule, jedod) will Herr Prof. W. nicht der allgemeinen Negermiſſion zur Laſt fallen, ſondern hofft, es werden jid) willige Herzen und Hände ges nug finden, die ihm behülflih ſind. Auch beabſichtigt er keineswegs, eine geſonderte Negermiſſion zu betreiben, ſondern nur erſt zu verſuchen, ob die Sache Beſtand hat, und ſobald ſich herausgeſtellt hat, daß ſie nicht wieder wie vor mehreren Jahren eingeht, ſondern Geſtalt annimmt, wird er dieſe Miſſion der Ehrw. Synodalconferenz übergeben. So möge denn Gott dex HErr Segen und Gedeihen geben, daß auch in Springfield etliche der Kinder Ham's für die reine Lehre gewonnen werden. C. S.
Ein Berluft für unſere Miſſion. _ „Meine Gedanken ſind nidt eure Gedanken, und eure Wege ſind niht meine Wege.“ Das erfahren wir oft. Beſonders nachdrü>lich ſind wir an die Wahrheit dieſer Worte kürzlich durd) den Tod dér Frau Johnſon erinnert. Welchen Eifer dieſelbe vor ihrer Aufnahme in unſere Gemeinde an den Tag legte, ift ſeiner Zeit ſhon gemeldet worden. Mit Dank gegen Gottes Barmherzigkeit kann nun mitgetheilt werden, daß dieſe Frau um das uns dargereichte Kleinod bis ans Ende gekämpft und dasſelbe treulid) bewahrt hat. Man kann von ihr wohl ſagen, daß ſie ohne die dringendſte Noth nie einen Gottesdienſt verſäumt hat. Bei Sturm und Regen, bei Kälte und Hige kam ſie ebenſowohl wie bei heiterem Himmel und dem ſanften Wehen unſerer mit Blüthenduft geſ<hwängerten Frühlingslüfte. Und was noch beſſer iſt, ſie kam ſtets als cine lernbegierige, fid) dem Heiland zu Füßen febende Maria. Sonntagmorgens fam fie mit allen ihren Kindern zur Gonntagsfdule, in der ſie uns mit großer Liebe die Lämmlein JEſu weiden half. Um aber des Abends ihr Kommen zu ermöglichen, hat ſie oft ihre zwei kleinſten Kinder von vier und ſehs Jahren zum Slafen gebracht und dieſelben allein zu. Hauſe gelaſſen. Mit ihren Kleinen hielt ſie niht nur alltäglih Andacht, ſondern ſuchte auc) durch fleißiges Treiben des Dietrichſchen Katechismus, den fie für ein unveräußerliches Gut . hielt, ſelber immer mehr in der Erkenntnis der chriſtlichen Wahrheit gefördert zu werden. Hatte ſie ihre Hausarbeit gethan — und ihr Haus war ein Muſter der Ordnung und Reinlichkeit — ſo machte ſie Beſuche, um ihre ſaumſeligen Sonntagsſchüler zu ermuntern, andere Kinder für unſere Sonntagsjdule zu gewinnen und den Erwachſenen zu ſagen, welchen köſtlichen Schah ſie in der lutheriſchen Kirche gefunden habe. Gewiß machte ſie dabei niht immer die
Misstons-Taukbe.
lih begraben.
Von mehreren baptiſtiſchen Predigern, die
zugegen waren, bot einer uns freundlichſt ſeine Hilfleiſtung
wohner kennen zu lernen.“
Ueber einen kürzlih gemach-
Daß wir aber unſere Lutheranerin auch rein luthe-
ten Ausflug nach den beiden großen Dörfern Bukana und Qualeſam in der Nähe von Kap Cretins berichtet Flierl
tif) begraben haben, bedarf wohl kaum der Erwähnung. a Das frühe Abſcheiden dieſer Frau, die erſt einige dreißig Jahre zählte, kommt unſerem menſchlichen Verſtande
Kokuspalmen; viele Sagopalmen und Brotfruchtbäume find in der Umgegend. Die Freunde möchten wohl aud)
an.
Folgendes:
„Die beiden Dörfer beſchatten Haine und
PERRA ï EIN GETS Were LEL
Ueber das Miffionsunternehmen in Kaiſer WilhelmsLand lauten ja die Nachrichten bis jest ſehr erfreulich. Die „K. u. M.-Ztg.“ hat ſchon einige Briefe von Herrn Miſſionar Flierl gebracht, welcher am 12. Juli in Finſchhafen ankam und ſogleich in regen Verkehr mit den Eingebornen trat, um Land und Leute, deren Sitten, Gebräuche und Sprache kennen zu lernen. Wie Miſſ. Flierl berichtet, wohnen die Eingebornen in ordentlichen Häuſern, welche 4 bis 6 Fuß hoh über dem Boden auf Pfoſten ſtehen, hohe Seitentvande von Flechtwerk oder Holzplanken und darüber ein regelrehtes Dach haben; die innern Räume ſind von 8—10 Fuß im Geviert und 7—8 Fuß hoch; „allerlei Schnigzerei, Bildwerk und Verzierung findet ſich an Häuſern und Booten.“ Die einzelnen Häuſer ſind zu kleinen Ortſchaften aneinandergereiht, in denen, wie es ſcheint, die größte Ordnung herrſcht, denn ob dieſelben oft nicht mehr als 10 Häuſer zählen, fo hat doch jede Ortſchaft ihren „Abumptao“ d. h. Häuptling, und viele Ortſchaften zuſammen haben wieder ihren Ober-Häuptling. Jn größeren Oriſchaften fehlt es aud) ſogar nicht an einem Rathshauſe, „Lum“ genannt. Die Eingebornen beſchäftigen fic) aud) mit Gartenbau und ſcheinen alſo bei Weitem nicht ſo verkommen zu ſein, wie die Schwarzen in Auſtralien. „Jn der Nähe eines jeden Ortes“, {reibt Miſſ. Flierl, „findet ſich eine oder ein paar Pflanzungen, etliche Uder groß, mit Taro und Bananen, die ſehr gut im Stand gehalten find. Yd) habe ſchon oft Frauen in den Gärten getroffen, das Unkraut auszujäten. Es ift im höchſten Maß bewunderungswürdig, was die Eingebornen hier in Häuſer-, Boot- und Gartenbau geleiſtet“ haben. Jn dem legten Briefe vom 4. Auguſt ſagt Miſſ. Flierl, ſeine Thätigkeit beſchränke fid) zunächſt darauf, „in der Umgegend von Finſchhafen herumzuwandern, die vielen verſtreuten Ortſchaften aufzuſuchen und ihre ſchwarzen Be- -
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Neuguinea.
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ſehr befremdend vor. Unſerer Vernunft will es ſcheinen, als ob Gott uns bei unſerem Anfang dieſer Station eine fo eifrige Mithelferin am Bau ſeiner Kirche nod) hätte laſſen ſollen. Schwerlich werden wir bald wieder eine ſo unerſchro>ene Zeugin der Wahrheit bekommen. Doch wiſfen wir, daß Gottes Wege und Gedanken ſtets beſſer und höher ſind als unſere Wege und Gedanken. Durch ſeine Kraft wollen wir uns denn aud) ſeine Wege ſtets wohlgefallen laſſen. Netw Orleans, La., 14. April 1887. A. Burgdorf.
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angenehmſten Erfahrungen, aber dadurch ließ fie ſich duraus niht zurü>ſhre>en. Daß fie bis zu ihrem Tode die einzige Erwachſene war, die fid) im Verbande unſerer Kirche befand, ließ ſie fid) [nie anfedten. Das Buriid= treten einer achtbaren Baptiſtin, die Monate lang mit ihr gekommen war und fid) uns hatte anſchließen wollen, übte nur die Wirkung auf ſie aus, ſie mit dem ſehnlihen Wunſche zu erfüllen, daß dieſelbe dod) nod) die Ueberredungskünſte der baptiſtiſhen Sippe und ihres ungläubigen Mannes überwinden möchte. Am allermeiſten wünſchte ſie, daß ihr Gatte, der unſerer Kirche anfangs ſehr zugethan war, aber ſich, weil er ſeine Loge nicht verlaſſen wollte, an eine Baptiſtengemeinde anſchloß, zur Einſicht kommen und daß er ſowohl wie ihre Kinder einſt treue Glieder der lutheriſchen Kirche werden möchten, Sehr ſhwer ſchien ihr die Laſt des Kreuzes, das ſie während ihrer Krankheit zu tragen hatte. Da ſeufzte ſie häufig dem Sinne nad) mit dem Pſalmiſten: „Jch bin gleih wie eine Rohrdommel in der Wüſte; id) bin gleich wie ein Käuzlein in den verſtörten Stätten. Bd) wache, und bin wie ein einſamer Vogel auf dem Dache. Täglich {mähen mid) meine Feinde.“ Einerſeits wurde ihr vorgehalten, wie thöricht jie gehandelt habe, indem ſie ſich keinem Unterſtüßungsverein angeſchloſſen hätte. „Wo“, hieß es, „willſt du einen Arzt, wo Medicin hernehmen, wer ſoll deine Kinder verſorgen, wer ſoll dir, wenn du ſterben ſollteſt, ein anſtändiges Begräbnis verſchaffen ?“ u. f. w. Andererſeits ſtand ſie in den Augen ihrer Verwandten ſowie anderer Leute als Abfällige da. Sie hatte fic) einer Kirche angeſchloſſen, in der nah der Meinung dieſer Leute gar kein „Geiſt“ ſei. Sie hatte auf keiner Bußbank geſeſſen. Sie hatte keine Erſcheinungen gehabt. Sie hatte niemals wie eine Wahnſinnige in einer Kirche gepoltert. So wollte ſie in die Ewigkeit eintreten? Nein, da mußten ihr die Tanten doch ſagen, daß das nicht ginge. Da war erſt ein „„uprising““ nöthig. Sie wollten Gebetsverſammlungen anſtellen. So ſollte ihre Seele gelöſt werden. Nach Abweiſung dieſes Anſinnens folgte Spott, Hohn, Verſchmähungen, Veriviinfdungen. Ja, das war hart. Es machte fie gagen; aber ſie iſt dod) nicht verzagt. Sie hielt feſt am Kreuz ihres Erlöſers. So _\<öpfte ſie neue Kraft, neuen Muth. Da id) an ihrem Todestage einen methodiſtiſhen Prediger in ihrem Hauſe fand, fragte ich ſie, ob fie bereit ſei, auf den Glauben zu ſterben, den ſie mit uns bekannt hatte. Darauf erwiderte ſie, daß ſie im lutheriſchen Glauben vor ihrem Richter er{einen wolle. Wenige Stunden darauf war fie todt. Am nächſten Tage wurde ſie von unſerer Kirche aus chriſt-
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Missions-Taube.
gern wiſſen, wie id) die Nacht verbrachte. Bei der erſten Reiſe hatte id) weiter oben bei Kap Cretins im Dorf Jabim geſchlafen, indem id) meine Hängematte zwiſchen zwei Palmen befeſtigte, aber in der Nacht ſpielte mir der Regen übel mit: troß waſſerdichten Shußdaches kam es von beiden Enden in mein Bett. Alſo gewißigt erſuchte ih den Abumptao oder Dorfſchulzen von Bukana, mich im Lum oder Rathshauſe fdjlafen zu laſſen. Es wurde geſtattet. Es ijt ein zweiſtö>kiges Gebäude auf Pfoſten, von etwa 4 Fuß gegen 12 Fuß im Geviert. Das untere Stodiverk hat einen Fußboden von Bambu-Stäben mit einem Feuerplay und ift nur 4 Fuß hoch, zum Liegen und Sigen hoh genug und ſtehen ſoll man in der Rathsfisung niht. Das obere Sto> war bis zum Dach gegen 3 und bis zum Firſt gegen 8 Fuß. Das war meine Schlafkammer. An den zwei mächtigen Giebelſäulen befeſtigte id) meine Hängematte. Die Seiten waren mit Sago- und die Giebel mit Pandenus - Blättern vollkommen waſſerdicht eingede>t. Das Gebäude war neu, ſhön und feſt gebaut. Yd) war müde und wiegte mich zeitig in der Hängematte, das halbe Dorf verſammelte fid) unten, das niegefehene Wunder anzuſtaunen. Als die Menge fid) verlaufen und die Dämmerung einbrach, zündeten etlidje Männer im untern Sto> Feuer an und meldeten mir, daß ſie dabei hlafen würden. Jch war ſomit buchſtäblich auf einem Roſt über dem Feuer, aber da das Feuer klein und das Gebäude offen, war ih davon nicht beläſtigt. Meine Schlaffameraden unten ſtimmten einen leiſen wohltönenden Geſang an. Ab und zu leuchtete einer der Männer mit einer Fa>el zu mir hinauf und fragte: „Abumptao tanipi?“ d. h. „Häuptling, \chläfſte?“ „Tanipi“, „ſchlafe“ war ſtets meine kurze Antwort, die freilih nur meine gute Abſicht bekundete. Ehe id) wirklih einſchlafen konnte, hatte id) nod) ein kleines Abenteuer zu beſtehen, das zum Glü> nicht gefährlich war. Die Leute nahmen es ja nicht übel, daß ich es ablehnte, auf eine ihrer heidniſchen Unſitten einzugehen. Sd) {lief ganz gut, aber nur leiſe, indem ih häufig erwachte. Ein tüchtiger Regenguß in der Nacht ließ mich meines guten Obdaches froh werden. Am andern Tag nach dem Mittageſſen trat id) den Heimweg an, erſt durd) Flächen von mannshohem Gras, dann durch herrlichen Urwald an die zivei Stunden weit. Gegen ein halb Dußend Waſſerläufe hatte id) zu überſchreiten, in zweien ſah id) Fiſchlein ſpielen. Mit der ſinkenden Sonne kam id) nad) Kalingquam und merkte, daß die Fluth fo hoch geſtiegen, daß der halbſtündige Weg am Strand bis zur Mündung des Buborfluſſes redjt ungemitthlic) ſein mußte. Zum Glü> lag ein gutes Canoe am Strand und die Leute waren bereit, mich über die breite Meeresbucht nad) Korowa zu fahren, aber fie wollten eine Harmonika dafür haben. Bd) verfprads, ſie wolltens ſehen, ärgerlich ſchloß ih meine Taſche auf und fand keine — fdnell ging mir ein Licht auf: die
Bukana- Leute hatten aus der verſchloſſenen Taſche gemauſt, als id) ſie einen halben Tag in ihrer Verwahrung
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gelaſſen, daher die verbogenen Eiſenſchienen. fehlte,
aber
die Harmonika,
da war
Nichts ſonſt
die Verſuchung
zu
ſchwer. Jch gab den Leuten zu verſtehen, daß ihre Freunde das gewünſchte Ding gelangfingert. Da waren ſie bereit, mid) für irgend eine Kleinigkeit überzuſeßen. Die Ueberfahrt war herrlih. Yd) ſaß bequem auf dem Querde>, gegen 6 bei 3 Fuß. Der Ausleger frist das Fahrzeug vor Schwanken und Umſchlagen, es hebt und ſenkt fid) nur mit den Wellen.
Auf der andern Seite brandete und toste das
Meer gegen die za>igen Korallenfelſen. Nur eine ſhmale ſandige Stelle war zum Landen geeignet, werden wir da hineinkommen ohne zu zerſchellen? — Die beiden Fährleute ruderten und ſteuerten treffli<h, ungefährdet konnte id) trodnen Fußes ans Land ſteigen. Jd) gab einen Streifen Calico, die Leute waren vergnügt und zufrieden und zeigten mir noh den Pfad und in einer guten halben Stunde war ich hier in Finſchhafen, indem die Ueberfahrt ein gutes Stiid Weg abſchneidet. — Nicht zu vergeſſen : als id) eben jenſeits das Canoe beſteigen wollte, nod) ganz verdrießlih ob des mir unbekannten Diebes, da reichte mir ein Bürger von Kalingquam eine große eben aus dem Feuer kommende Yam-Frucht. Sie ſhmed>te trefflid) und als id) fie auf der Seefahrt verzehrt hatte, war aud) der Aerger mit verfdludt. Bald unartige, bald gutmüthige Kinder ſind die Schwarzen hier. Wollen alles gleich haben, was ſie ſchen, und lernen ſchnell Lügen, Betteln, Stehlen. SPs nicht anders, dann thun und geben fie aud) mal umſonſt etivas, zuweilen unaufgefordert und ohne dafür etivas zu ertvarten.” — Aus deutſchen Blättern ſehen wir, daß der Landeshauptmann v. Schleiniß bei ſeinem Abgang nach Kaiſer Wilhelms - Land die Weiſung erhalten habe, Miſſionare aus Nenendettelsau (wo aud) Miff. Flierl herkommt), welche nad) dem Schußgebiete geſandt werden, zu unterſtüßen und ihnen insbeſondere dadurch entgegen zu kommen, daß ihnen Lebensmittel und Tauſchwaaren zu den für die Beamten der Neuguinea-Compagnie feftgeftell= ten ermäßigten Preiſen überlaſſen werden. (Auſtral. Kirchenbote.)
Der gegenwärtige Stand der „deutſ<en Miſſion“. Unter dieſer Ueberſchrift bringt das „Barmer Mifſionsblatt“ einen kurzen Ueberbli> mit beſonderer Berü>ſichtigung der neu eingetretenen Veränderungen. 1) Vom
Miſſionswerk der Brüdergemeinde wird berichtet, daß zu
ihren 17 amerikaniſchen Miſſionsgebieten noch ein 18tes in Alaska gekommen iſt; ferner in ihrer afrikaniſchen Miſſion hat fie in der Kapſtadt ſelbſt eine Kapelle zu bauen begonnen, und in Jndien eine Station zu Leh, der Hauptſtadt von Ladak, angelegt. 2. Die Baſeler Miſſion hat vier Miſſionare ausgeſandt, um in Kamerun die beiden Stationen Bethel und Victoria zu befegen. Jn Jndien hat ſie mehrere eingeborne Pfarrer ordinirt und eingefest,
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Die
Missiors-Tauke,
auch in China zwei neue Stationen angelegt. 3) Die Berliner Miſſion ſteht wegen cines Defizits von 45,000 Mk. in Gefahr, ihre Arbeit beſchränken zu müſſen, obgleich auf ihrem alten Arbeitsfelde in Afrika im leßten Jahr 1637 Seelen getauft ſind und auf 45 Stationen jest 16,539 GeJhr vor vier Jahren in meindeglieder gezählt werden. in China zählt jest auf ld s Miſſionsfe Arbeit genommene 16 Stationen 5 Miſſionare, 39 eingeborne Gehilfen und 834 Chriſten. 4) Die Rheiniſche Miſſion wirkt künftig auf Sumatra zugleich mit der holländiſch-lutheriſchen Miſſion und ift eben daran, auf Neu-Guinea in Kaiſer-Wilhelms-Land eine neue Arbeit zu beginnen. — So viel heute von denjenigen Miſſionsgeſellſhaften Deutſchlands, die ſhon vor 1836 ſelbſtändig wirkten. Von den übrigen (Leipziger Miffionsbl.) nächſtens mehr.
: Wiſſionsna<h<richten. 1.-Die Miſſion der ſhottiſhen Freikirche hat den Mohammedanismus in ſeiner Wiege angegriffen und eine Miſſion unter den Mohammedanern in Arabien eröffnet. Dieſelbe ift faſt mit fo großen Gefahren und Schwierigkeiten für die Miſſionare verbunden, wie unter den mörderiſchen Menſchenfreſſern der Neuſeeland-Jnſeln. Sn Dſcheddah, dem Hafen von Mekka, wollten die türfifden Beamten nicht einmal geſtatten, daß ein Pad mit arabiſchen Bibeln an's Land gebracht werde. General Haig mußte in Suakin am rothen Meer unverrichteter Dinge abziehen, weil das Klima ſehr ungeſund und die Bevölkerung beſonders fanatifd) und chriſtenfeindlich iſt. Doch dringt Haig weiter in Arabien vor. 2. Jn Sendai in Japan hat ein reicher Banquier, der noch nicht Chriſt iſt, aber als früherer Konſul in den Vereinigten Staaten die Segnungen des Chriſtenthums aus eigner Anſchauung kennen gelernt hat, $10,000 zum Bau einer Schule gegeben mit der ausdriidliden Beſtimmung, daß es eine driftlidje Schule ſein müſſe und die Bibel darin gelehrt werde. Die Boſtoner Miſſionsgeſell-
ſchaft verſprach, die Schule mit Miſſionaren zu verſorgen
und die angeſtellten eingebornen Lehrer zu überwachen. 8. Die Zahl der Miſſionsſ\ſchiffe gibt ‘The Baptist Missionary‘: vom Mai auf 27 an. Davon find 11 Dampfboote, 16 Segelſchiffe. Dieſelben ſind entweder
ausdrüdlih für den Miſſionsdienſt erbaut oder doch aus-
_ {\<ließli< im Miſſionsdienſt verwendet. Es iſt aus der Zuſammenſtellung nicht erſichtlich, welches <hriſtlihe Land die meiſten davon cignet; dod) ſcheint England die größte
“Zahl zu beanſpruchen. : =
Außer dem „Paulus“ für Süd-
afrika von dem lutheriſhen Norwegen iſt keine lutheriſche Miſſionsgeſellſhaft als Befigerin eines Miſſions(130 pd lath ſchiffes angegeben. 4-32,
4, Amerika.
5. Die Herrnhuter haben als Antwort auf eine Aufforderung eines presbyterianiſhen Dr. Jackſon in Alaska acht Miſſionare zu den dort wohnenden Eskimos geſandt. Leider iſt einer derſelben, dazu der tüchtigſte und erfahrenſte unter ihnen, am 10. Auguſt lesten Jahres ertrunken. Unbegreiflich ſind Gottes Wege und unerforſchlid) ſeine Gerichte! 6. Chineſen in Philadelphia zählen ungefähr 500 Köpfe. Davon beſuchen etwa 125 Sonntagsſchulen. Einer ſtudirt Theologie und will, wenn er ſeine Studien beendigt hat, als Miſſionar in fein heidnifdes Heimathland zurüdkehren. Von dem chriſtlihen Sinn vieler unter ihnen zeugt die große Gabe von $1200, welche ſie auf die Schre>ensnachriht von dem Erdbeben in Charleston zur Unterſtühung der Unglitdliden daſelbſt hinſandten. 7.-Zwei perſiſche Studenten auf der Univerſität in Des Moines, Jowa, wurden kürzlich ordinirt und beabſichtigen nach einer kurzen Predigtreiſe in den Vereinigten Staaten nach Perſien zurückzukehren und in der Hauptſtadt Teheran das Miſſionswerk zu beginnen. 8. Die Königin Viktoria in England feiert in dieſem Jahre das 50jährige Jubiläum ihrer Thronbeſteigung. Miſſionsfreunde haben eine Ueberſicht über die wunderbare Ausbreitung des Miſſionswerkes in dieſem Zeitraum zuſammengeſtellt und die engliſchen Miſſionsgeſellſhaften beabſichtigen, mit dem Jubiläum ihrer Königin ein Jubiläum der Miſſion zu veranſtalten. Jm Jahre 1837 beſtieg Königin Viktoria den engliſchen Thron. Jn dieſem Jahre wurde. der erſte bekehrte Brahmine zum Prediger ordinirt. Ein gewiſſer Henry Martyn pflegte zu ſagen, wenn Gott einen Brahminen bekehren würde, fo würde er glauben, daß der Tag offenbarer Wunder wieder in der Welt angebrochen ſei. Folgende vergleichende Zahlen werden noch mitgetheilt. Vor 50 Jahren gab es 25 Miſſionsgeſellſchaften für Heiden, jest gibtes 100, Bibel-, Traktat- und unabhängige Miſſionsgeſellſchaften nicht mit eingerechnet. Vor 50 Jahren war die jährlihe Einnahme für die Miſſion $600,000, jest beträgt fie 12 Millionen Dollars. Bekehrte aus Heiden zählte man 1837 50,000, jest beträgt ihre Zahl 3 Millionen. Jn Jndien, Afrika und auf den Giidfecinfeln war die Miſſion vor 50 Jahren ſchon begründet, in China, Perſien, Türkei und Südamerika eben begonnen. Jn Siam wurde ſie 1840, in Japan erſt 1859 in Angriff genommen, und ſchon zählen Gentralafrita iſt die Bekehrten daſelbſt viele Tauſende. erſt ſeit wenigen Jahren der Miſſion erſchloſſen, Wahrlih, das Wort des HErrn geht vor unſern Augen in herr-
lide Erfüllung: „Und es wird gepredigt werden das Wort vom Reich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis über alle Völker. Und dann wird das Ende kommen.“ Matth. 24, 14. 9, Deutſchlutheriſhe Kirche in Südafrika.
Von den 320,000 Jndianern unſeres
Sn der Kapkolonie gibt es 10 deutſche Gemeinden : 1) Kap-
ij rt, und ein gut Theil derſelben find Chriſten geworden.
ſtadt mit der St. Martinskirhe und der Filialgemeinde Worceſter, welche am 14. Nov. v. J. ihre neue Dreifaltig-
“ Landes find nod) 200,000 Heiden. Etiva 100,000 find civi-
.
Die
Mizstons-Taxube.
keitskirhe einweihte. Jm vorigen Jahre belief fic) die Zahl der Communicanten auf 1180; Taufen 104. Am 2, Oct. v. J. wurde die neuerbaute zweiklaſſige Schule eingeweiht, an welcher 1 Lehrer und 1 Lehrerin arbeiten. Die Schule wird von 80 Kindern beſucht. 2) Die Gemeinde Wynberg, früher ein Filial der Gemeinde in Kapſtadt, ſeit vorigem Jahre ſelbſtändig. 3) Die Gemeinde Stutterheim, 539 Communicanten. 4) Die Gemeinde Keiskammahoek, früher ein Filial von Stutterheim. 5) St. Johannisgemeinde in King Williamstown, 725 Communicanten. 6) St. Andreasgemeinde zu Panmure, mit den Filialen Potsdam und Berlin, Paſt. Baumgarten ; 285 Communicanten. 7) Die Kreuzgemeinde in Frankfurt, 718 Communicanten. 8) Die deutſchlutheriſche Gemeinde zu Braunſchweig zählt 70 Familien. 9) Die evang.luth. Gemeinde zu Bell und Bodien mit 21 Familien. 10) Die evang.-luth. Gemeinde zu Bloemfontein mit 91 Communicanten. Außerdem gibt es noch in Natal mehrere deutſche Kirchen und Gemeinden, als z. B. in NeuHermannsburg, Lüneburg, Neu-Hannover, Paſt. Struve. Dieſe Gemeinden find auh gleichzeitig Miſſionspoſten. Unter Paſt. Struve arbeitet ein Eingeborner, der ſchwarze Lehrer Joſeph, mit großem Erfolg. Es ſoll einen beſondern Cindrud machen, den Geſang der getauften Kaffern zu hören, wenn ſie in ihrer Zunge unſere bekannten deutſchen Choralmelodien ſingen. Die Kaffern find ſehr muſikaliſh und es dauert nur kurze Zeit, fo ſingen fie ihre Lieder vierſtimmig. Sehr ſ{hön ſoll der Baß der Männer ſein. Zwei bis drei Stunden von Paſt. Struve’s Kirche entfernt ift jebt nod) ein deutſches Kirchlein erbaut, in welchem Paſt. Stielau predigt. Für einen Fremden ſoll es auffallend ſein zu ſehen, wie während des Gottesdienftes die zum Reiten auf dem Kirdivege benußten Pferde und die ausgeſpannten Zugochſen um die Kirche herum ſo lange in dem üppigen Graſe weiden, bis der Dienſtkaffer die Thiere wieder einfängt, um die Rückfahrt anzutreten. Den Pferden iſt um Bein und Hals eine Schlinge gelegt, damit ſie niht weglaufen können. Die Pferde werden nur zum Reiten gebraucht. Die Kirhwagen werden gewöhnlich mit 8—12 Ochſen beſpannt, während vor einen Laſtwagen 18—24 kommen. O. H. -
Allerlei. 1. Ein Heirathsantrag eines bekehrten Heiden, Ein Jüngling auf der Südſeeinſel Witti, gut begabt, eifrig im Lernen, voll Liebe zum Heiland, wurde zum Miſſionar auf eine andere Snfel beſtimmt, auf welcher ſhon mehrere Miſſionare ermordet waren. Er weinte vor Freuden, als ihmdies mitgetheilt wurde. Nur eins ſchien ihn noh auf dem Herzen zu driiden. Der Miſſionar fragte: „Haſt du nod) einen Wunſch?“ HZögernd kam die Antwort: „Wenn es keine Schwierigkeit macht, fo möchte id) mid)[gerne vor-
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her verheirathen.“ „Haſt du denn ſhon eine Braut?“— Hdd habe an Maria gedacht.“ — „Haſt du auch ſchon-mit ihr geſprochen ?“— Nein, id) habe ſie nur oft angeſehen.“— Da dem Miſſionar die Maria eine paſſende Gehilfin zu ſein ſchien, bekam der Jüngling Erlaubnis, um ihre Hand anzuhalten. Er ſchrieb ihr folgenden ſhönen Brief: „Jh, Abatangi, bin dazu beſtimmt, als Miſſionar unter die Heiden zu gehen nach den finſtern Landen im Weſten. Jch habe dich ſhon lange angeſehen und nun wünſche ih, daß du mit mir gehſt. Wenn du JEſum liebſt, wenn du die Heiden liebſt und wenn du mich liebſt, ſo laß uns mit einander gehen. Denke darüber nad) und laß mid dann deinen Sinn wiſſen. Segen über did) von JEſus. Amen.“ Er erhielt das Jawort und bald zogen fie mit freudigem Muthe nad) der Mörderinſel Eromanga. 2. D Uta San. Frau Drennan hat eine Schule, in welcher japaniſche Kinder und Frauen unterrichtet werden. Auch drei Offiziersfrauen ſind in dieſe Schule eingetreten und lernen mit den Kleinen das Evangelium, aber auch allerlei Arbeiten. Zwei Kinder haben dieſer Miſſionsfrau von Anfang an beſondere Freude gemacht: das waren D Uta San („ein kleines Lied“) und deren jüngere Schweſter. Die Eltern der beiden waren nod) Heiden, aber die Kleinen hörten mit Luſt vom Heiland erzählen und gingen auch regelmäßig in die Kirche; wenn ſie dann nach Hauſe kamen, erzählten ſie den Eltern voller Freude all das Neue, das fie gelernt hatten. So wurde „das kleine Lied“ eine wahre Chriſtin. Sie hatte ihre Bibel überaus lieb und las immer in ihr. Jn der Schule war ſie die muſterhafteſte von allen und machte die ſchönſten Fortſchritte. Da erkrankte ſie am Anfang des Jahres 1886 und welkte ſichtlih dahin. Aber aud) wenn fie todes\<hwach dalag, bat fie den Vater oder die Mutter, ihr die Stellen vorzuleſen, die ſie ihnen angab, oder aus ihrem Liederbüchlein ihr etwas zu ſingen. Das machte tiefen Eindru>. Die Eltern fanden, -daß hier Vi zhrheit und Leben ſei, und als D Uta San am Sterben lag, liefen ſie" ſelbſt zum Miſſionar Hail und baten ihn, daß er ſie taufe. Das war im April. D Uta San \{<loß bald darauf die müden Augen, aber die Eltern traten nun zu den Chriſten über, und auch die jüngere Schweſter empfing die heilige Taufe. Die kleine Leiche wurde ſehr hübſch angekleidet und dann in den Sarg gelegt, der faſt ganz mit Blumen angefüllt war. Sie ſah aus wie auf Blumen gebettet. Neben ihren Kopf legte der Vater ihre Bibel und ihr Gefangbuch; zu ihren Füßen aber wurden ihre liebſten Spiel= ſachen hinein gethan. Weil die Eltern nod) niht ganz frei von ihren altväteriſhen Gedanken waren, legten ſie zu ihrem Kinde aud) ihre Schuhe, etwas Speiſe und ein Fläſchlein Waſſer. Dazu gehörten ferner fed)s klejne Münzen von altjapanifdem Gepräge. Es mußten feds ſein, die der Fährmann empfängt, der die Todte über den unterirdiſchen Fluß zu führen hat. So redet man dort vom Leben nach dem Tode: ſolang die Seele diesſeits des Fluſſes
Misxtona-Tazube.
(Mbl, für Kinder.) „Und es ſoll geſhehen, ehe ſie rufen, will ig autworten; wenn ſie nod reden, will ih hören.“ Sef. 65, 24.
An dieſe Worte des HErrn mußten wir mit tiefer Bewegung des Herzens und inniger Dankbarkeit gegen Gott - denken, als wir nachſtehende Brieflein aus der Hand unſeres Kaſſirers, Herrn Director Burgdorfs, empfingen. Wir hatten in der lezten Nummer der „Miſſions-Taube“ den Wunſch ausgeſprochen, daß die Herren Paſtoren ihren Confirmanden die „Miſſions-Taube“ in die Hände geben und ihr Jutereſſe für unſere Miſſion erwe>en und pflegen möchten. Dieſe Nummer war noch niht in den Händen ‘unſerer Leſer, als ſchon auf die lieblichen Berichte hin unſerer Miſſionare in New Orleans einige Confirmanden Sammlungen unter ſich für unſere Miſſion angeſtellt hatten und ihre Gaben mit nachſtehenden Briefchen begleiteten. So bald erhört der treue Heiland unſere Bitten! — Er ſegne denn aud) die lieben jugendlichen Geber reid) an Leib und Seele in Zeit und Ewigkeit und laſſe ihr ſhönes Vorbild viele Andere zur Nachahmung ertveden! Nicollet, den 29, März 1887.
Geehrter Herr Director!
Jch habe in der „Miſſion3-:Taube“ viele ſchöne Geſchichten ge: leſen und habe mich ſehr gefreut, daß auch die Heiden zu Gott bekehrt werden. Jch habe in der leßten „Miſſions:Taube“ geleſen, daß eine neue Schule ſoll gebaut werden. Um dies eher ins Werk zu ſeßen, wollen wir auch etivas beitragen, damit dies fo ſchnell wie moglich -in's?Werk geſeßt wird. Das Miſſionswerk iſt ein ſehr ſchönes, Gott
wohlgefälliges Werk; denn Gottes Wille iſt, daß al e Menſchen ſelig
werden ſollen und niemand verloren werde.
Wir, denen treue Hirten
Und Gottes Wort verliehn,
Wir könnten den Verirrten Das Lebenslicht entziehn? Allein die frohe Kunde Vom Heil in JEſu Chriſt Erſchall’ von
Mund zu Munde,
Bis jedes Volk ihn, küßt. Jebt muß ich ſchließen, Marie Kettner. ERA Herr Director! N Vor einiger Zeit las ich in der „Miſſions: Taube“, daß a
armen Schwarzenin New Orleans dus Wort Gottes Lertittiat wird, und habe mich ſehr gefreut, daß es fo gute Fortſchritte ge: macht hat. -Da es aber an Mitteln fehlt, es fecnee zu verbreiten, ie er eune id Jhnen iE einen
Segen
daz!
en,
damit
fo
Ce gut
_Möge der liebe Gott
Kirche wie S|
und den falſchen Lehrern gelehrt (derben fan eae Seau Dies _wünſchend unterzeichnet ſich Emma Kranz,
Courtland, den 29, März 1887. Geehrter Herr Director!
Vir oven uns ſehr gefreut, als wir aus der „Miſſions-Taube“ geleſen, daß die Negerkinder ſo fleißig den Katechismus lernen, Und ferner geleſen haben, daß cine Schule für die armen Neger fehlt, in welcher auch die armen Negerkinder in Gottes Wort unterwieſen können werden. Und wir würden uns herzlich freuen, wenn die Schule gar bald eröſſnet würde. Darum ſchi>en wir Euch cine kleine Gabe hierbei. Wir wünſchen Euch auch viel Glück und reichen Segen dazu. Von den Confirmanden des Herrn Paſtor Johann Horſt. Nicollet, Courtland Co., Minn. MET
Nicollet, Minn., den 29. März 1887. Geehrter Herr Director! Es hat mich herzlich gefreut, in der „Miſſions-Taube“ zu leſen, daß ſo viele Neger zu dem lieben Gott bekehrt werden. Der liebe Gott möge auch ſeinem Worte Kraft geben, damit die ar Gottes Wort nicht von ſich ſtoßen, ſondern daß er ihre Herzen öffne, damit ſie fein Wort freiwillig annehmen. Damit aber die armen Schwarzen auch Gelegenheit haben, Gottes Wort zu hören, ſo haben wir geſehen, daß Shr dafür cine Schule erbauen twollt und bah wir auch einige Scherflein dazu peittagen ſollen, welches wir bereits gethan haben. Wenn jemand von den Heiden Gottes Wort von jth ſtoßt, ſo laßt nicht von ihm ab; denn es wird die Zeit ſhon kommen, daß ihn Gott bekehrt, denn je mehr Seelen Jhr vom Tode errettet und in den Himmel führt, deſto mehr Lohn werdet Jhr im Himmel empfahen. Euer Mitbruder in dem HErrn Ludwig Fiene.
anc nari sd acer
zu wandern hat, braucht ſie die Schuhe und das andere Zubehörz iſt ſie einmal über dem Fluß drüben, fo braucht fie nichts dergleichen mehr. Gleich am Tage nach dem Begräbnis kam dann die kleine Schweſter zur Miſſionsfrau und beſprach die ganze Geſchichte mit deren Töchterlein. Die Kinder waren ganz voll davon, wie ſhön O Uta San auf ihrem Blumenbett da gelegen ſei, als wäre fie nur für eine Weile eingeſchlafen. „Ja“, ſagten ſie, „O Uta San iſt gar nicht todt; fie hat ſich auf die ſhönen weißen Abendwölkchen gefest und ijt davon gefahren, um bei dem lieben Gott zu leben. Dort wird ſie es aber gut haben.“
heme
Die
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Milde Gaben für die Negermifjion: Durch P. G. A. Schieferdecker, Hamel, SIL, von W. Diecthaus ſen. $1.00. Durch Kaſſirer T. H. Menk, St. Paul, Minn., 49.63. Durch H. C. Lind, New Orleans, La., von Miſſionar Bakkes Mt. Zion Gemeinde 10.00, von deſſen Mt. Zion Sonntagsſchule 5.00. Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Sil, 44.28. Durch Kaſſirer D. W. Roſcher, Ft. Wayne, Jnd., 13.31. Durch P. W. Lothmann, Akron, Ohio, Dankopfer von a J. Seeger 1.00. Durch Kaſſirer C. Spilmann, Baltimore, Md., 29.51. Von Chriſtine Thämert, Ellsworth, Kanſ., 2.50. Durch P. M. Cidmann, Town Center, Wis., geſammelt in Paſſionsgottesdienſten 6.25. Durch J. T. Bolz von P. A. Claus und ſeiner Gemeinde in Utica, Mich., 10.00. QUEN L. K., Brooklyn, N. Y., von einer Miſſionsfreundin .50. Durch Kaſſirer Ch. Schmalzriedt, Detroit, Mich., 38.48. (S. $211.46.) Für die neue Station in New Orleans: Durch P. Ch. Röck, Morriſon, Wis., von Karl Braun 2.00. Von B. H. Succop fen., Pittsburgh, Pa., 1.00. Durch Lehrer G. Burgdorf, St. Louis, Mo., .50. Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., 20.25. Durch Kaſſirer D. W. Noſcher, Fort Wayne, Jnd., 88.18. Von Ed. Burgdorf, St. Louis, Mo., 1.00. Durch Kaſſirer C. Spilmann, Baltimore, Md., 5.00. Durch P. W. Schmidt, Decatur, Jnd., von ſeinen Schulkindern 2.00. Durch D. H. Bartels, Weſt St. Louis, Mo., 12.35. Durch P. C. Schrader, Numa, Jll., von ſeinen
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Kindern 1.00, von N. N. als Dankopfer 1.00, von Heinrich Wegner
jun. 1.00. Durch P. J. Horſt, Courtland, Minn., von ſeinen diesJährigen Confirmanden und einigen Schülern aus Schuldiſtrict No. 1. 13.00 (und zwar von Emma Kranz 5.00, Helena Kranz 2,00, Maria Kettner .50, Louis Fiene .50, Chriſtan Stolt .50, Johann
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Stolt 50, Anna Biegler .25, Louis Brandes .25, Maria Be>ker 1,00, Bertha Lobjin .25, Heinrich Kaſtens .75, Eduard Gieſeke .25, Auguſt Bode .40, Magdalena Horſt .85), von den Schülern aus
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Schuldiſtrict No. 2 1.10, von den Schülern aus Schuldiſtrict No. 3. 7.00, Durch Kaſſirer Schmalzriedt, Detroit, Mich., 8.40.
(S. $164.78.)
St. Louis, Mo., den 23. April 1887. A, C. Burgdorf, Kaſer: 1041 Allen Ave., St. Louis, Mo. Die Miſſions-Taube‘“ erſcheint einmal monatli<, Jahr in Vorausbezahlung mit Porto ift folgender: > 1 Ggemptar. 10 Ggemplare.................... 2
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Entered at the Post Oflice at St. Louis, Mo., as second-class matter.
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Herausgegeben fiir die Evang. ASL TG bon
9. Jahrgang.
Shnodalconferens bon Nordamerika von der Commiſſion für die Negermiffion; redigirt en Paſtoren ©. J. O. Hanſer
Suni
„Der Tod ſeiner Heiligen iſt werth gehalten vor dem HErrn.“ Pſalm 116, 15. Die Miſſions-Taube erſcheint heute im Trauergetvand vor ihren Leſern. Sie wiſſen, daß es dem theuren Manne gilt, deſſen Bild dieſe Nummer ziert und dem fie gerne einen kleinen Denkſtein der Liebe und Dankbarkeit ſehen möchte, nämlich dem ehrwürdigen Dr. C. F. W. Walther, der am Samstag, den 7. Mai, Abends £6 Uhr nach ſiebenmonatlichen Leiden im Bekenntnis ſeines Heilandes ſanft und friedlih zu ſeinem ewigen Sabbath eingehen durfte. Sein Tod war ihm eine ſelige Nachfahrt in den Himmel - zu ſeinem Heilande, den er ſo heiß geliebt, ſo treu gedient hat. Das ift unſer Troſt in unſerer Traurigkeit. Unſer Verluſt iſt ſein herrlicher Gewinn, den wir ihm von Herzen gönnen. Aber bekennen wollen wir aud) in unſerm Miſſionsblatte, wie theuer er uns geweſen, wie reid) Gott uns durch ihn gemacht hat, welches warme Herz er aud) für unſere Miſſion hatte, wieviel wir an ihm verloren haben. Rühmen wollen wir es nicht zu ſeiner Ehre, fons dern allein nah dem Grundfage, welcher das ganze Leben, Thun und Wirken des Entſchlafenen kennzeichnet, nämlid) Soli Deo Gloria, d. i. allein Gott die Ehre. „Der Tod ſeiner Heiligen iſt werth gehalten vor dem HErr n“, — wie ſollte es ihm nun nicht aud) wohlgefallen und zu ſeiner Ehre gereichen, wenn wir den Mann nod) im Tode ehren, den Gott ſelbſt im Leben zu fo hoher Ehre erhoben, zu einem fo auserwählten Rüſtzeug, zu einem Großen und Fürſten ſeiner Kirche hier gemacht hat!
und C. F. W. Sapper.
1887.
Hammer 6.
Nein, hochgeſegnet muß das Andenken an dieſen theuern Gottesmann unter uns und unſern Kindern und Kindeskindern bleiben. Sein vergeſſen, hieße der reichſten Gnadenheimſuchung vergeſſen, die Gott ſeit den Tagen der Reformation der lutheriſchen Kirche geſchenkt hat. Laſſen wir denn das wunderbare, reid) geſegnete Leben und Wirken dieſes unſers Vaters in Chriſto in kurzen Zügen an unſerer Seele vorüber ziehen. Dr. Carl Ferdinand Wilhelm Walther war geboren am 25. October 1811 in Langenchursdorf im Königreich Sachſen, als der zweite Sohn des Paſtors G. H. Wilhelm Walther daſelbſt. Frühe zeigte der muntere, that-. kräftige Knabe hohe Begabung und verließ erſt wenig über 18 Jahre alt das Gymnaſium zu Schneeberg mit vorzüglichem Zeugnis. Nach dem Willen ſeines Vaters ſollte er mit ſeinem zwei Jahre älteren Sohne Otto Hermann, der in Leipzig Theologie ſtudirte, eben dahin, um aud) Paſtor zu werden. Seine Neigung und Wille war es aber niht. Er war damals noch ein natürliher Menſch, und lebte äußerlich zwar durchaus fittenrein, mit tiefem Haß und Abſcheu erfüllt gegen alles Unfittlide und Gemeine, dagegen voll glühender Begeiſterung für alles Edle und Hohe, aber fern von dem Heile in Chriſto, ohne Gott Bei ſeiner hohen muſikaliſchen Beund ohne Hoffnung. gabung ſtand fein Ginn nad) der Univerſität Prag in Böhmen, wo er fid) der Muſik widmen wollte. Aber der geſtrenge Vater ſprach: „Wohlan, du kannſt dahin gehen und deiner Neigung folgen, aber du haſt dabei keine Unterſtühung von mir zu erwarten. Studirſt du aber nad) meinem Willen Theologie in Leipzig, fo laſſe ich did)
Missions -Tauke. unermeßlichem und unerſchöpflichem Reichthum an allen irdiſhen Gütern und Gaben das allerkoſtbarſte Kleinod, völlige Gewiſſens- und Glaubensfreiheit ſowie vollkommene Unabhängigkeit der Kirche vom Staate, verliehen hatte. Wie es zu dieſer Auswanderung ſächſiſcher Lutheraner unter dem Paſtor Stephan aus Dresden kam, iſt
TTE ATE
P. Hochſtetter, Geſchichte der Miſſouriſynode, und P. Köſtering, Auswanderung der ſächſiſhen Lutheraner 1838, beide im Concordia - Verlag zu St. Louis zu haben. Wir erwähnen hierbei kurz nur noh Folgendes: Walther hatte ſeine Studien in Leipzig vollendet, ſein Examen mit allen Ehren beſtanden und im Jahre 1836 ein Paſtorat in Bräunsdorf in Sachſen überkommen, in welchem er mit großem Segen wirkte. Mit Stephan tvar er in Berührung gekommen in Folge ſeiner nod) immer anhaltenden Gewiſſensnöthen, in denen Stephan ihn ſo mächtig mit dem Troſt des Evangeliums aufrichtete, daß er endlich zum vollen, ſeligen Frieden in Chriſto dur<hdrang. Obwohl aber Walthers Herz dafür mit großer Dankbarkeit gegen Stephan erfüllt war, fo kam es dod) zwiſchen Beiden zu keinem ſolchen vertrauungsvollen Verhältnis, wie zwiſchen Stephan und den übrigen Paſtoren und Candidaten, die fid) der Auswanderung nach Amerika anſchloſſen. Stephan, ein vorzüglicher Menſchenkenner, ſchien die außerordentliche Begabung und Charakterfeſtigkeit Walthers zu durdfdauen und mit einem gewiſſen Mißtrauen vor ihm erfüllt zu fein. Walther dagegen, troß ſeiner Jugend und ſeiner geringern perſönlichen Bekanntſchaft mit Stephan, fühlte etwas Unheimliches in ihm und konnte ihm nie ſein volles Vertrauen ſchenken. Der Auswanderung \{loß er fid) erſt nad) ſchwerem Seelenkampfe an und nur weil er nod) in ſo mancherlei Srrlehren der neu erwe>ten Lutheraner befangen, folgte er mit in dieſes Land religiöſer Freiheit. Aber Gott wollte ihn hier haben, wo er durch ihn ſein großes ſeliges Werk, den Wiederaufbau der reinen lutheriſchen Kirche, ausführen wollte. Und das offenbarte fid) bald. Sobald die erſte Entde>ung der Gottloſigkeit Stephans an den ſelig verſtorbenen und ausgezeihneten Knecht Gottes, Paſtor Löber, gelangt war, fourde der junge aber ſhon durch ſeinen Scharfſinn und ſeine Feſtigkeit hervorragende Walther von St. Louis nach Wittenberg, Mo., abgeſandt, der dortigen Auswan- i derungSgemeinde die furdjtbare Entdedung mitzutheilen und Stephans Abſeßung zu bewirken. Es war died bei der faſt abgöttiſchen Verehrung der Perſon Stephans ein \{<werer Gang. Aber er wurde durch Gottes Hilfe ſieg- reid) von ihm ausgeführt. Stephan wurde ſofort aus der Colonie entfernt. Aber fdredlid) war nun die Aufregung, Verwirrung und Zerſtörung der Gemeinde ſammt ihren Hirten und Lehrern. Sie wurden an allem irre, was ihnen bisher ihr Theuerſtes war und um deſſentwillen ſie die theure deutſche Heimath mit allem, was ihnen lieb und werth war, verlaſſen hatten. Alle Abgründe menſh-
O
ausführlich beſchrieben in den beiden trefflihen Büchlein :
TIT
ſtudiren.“ Dies entſchied. Gehorſam dem Willen ſeines ‘Vaters zog der junge Walther mit ſeinem Bruder nah “ der Univerſität in Leipzig und ließ fid) als Student der Theologie einſchreiben, obwohl fie nihts weniger als die Wahl ſeiner Liebe war. Welch wunderbarer Weg und Nath Gottes über ihn! Gerade dieſen Studenten hatte fic) Gott auserfehen, ihn zu einem Theologen zu machen, der ſeines Gleichen in dieſem Jahrhundert nicht hat und der die lutheriſche Kirche zu einer Herrlichkeit und Macht, ſonderlich in unſerm Amerika hier, gebracht hat, wie kein zweiter ſeit dem Tode Dr. M. Luthers. Gott nahm ihn aber auch von jeßt an in ſeine beſondere Schule, um ihn ſelbſt für den hohen Beruf herzurichten, zu dem er ihn in großer Gnade von Ewigkeit her ſih auserſehen hatte. Als er die Univerſität Leipzig bezog, lehrte aud) nicht einer der ſogenannten lutheriſchen Profeſſoren daſelbſt den wahren riſtlihen Glauben. Alle waren im tiefſten Rationalismus oder Vernunfiglauben verſunken. Aber Gott führte ihn unter ein Häuflein erwe>ter, gläubiger Studenten, welche ein gewiſſer gottſeliger Candidat Kühn um ſih geſammelt -hatte, und brachte ihn hier durch chriſtliche Geſpräche und pietiſtiſhe Schriften von Scriver, Spener und Anderen zu lebendiger Erkenntnis ſeiner Sünden, ohne daß er ihn zugleih den ſüßen Troſt der Vergebung ſeiner Sünden in Chriſto, dem Sünderheiland, finden ließ. Faſt zwei Jahre brachte er, Luthern glei, in unſäglich ſchweren Seelenkämpfen hin und kam an den Rand der Verzweifelung. Er ſelbſt erzählte, daß er in der Angſt ſeiner Seele ſo viel im Gebet auf ſeinen Knieen gelegen habe, daß fid) eine förmliche Hornhaut darauf gebildet hatte. Neben ſolhem Läuterungsfeuer ſuchte ihn Gott auch mit leiblidem Siechthum heim, ſo daß er, am Ende ſeines zweiten Studienjahres zum Skelet abgemagert, auf den Rath der beſten Aerzte nah Hauſe ging, um daſelbſt im Verlauf weniger Wochen zu ſterben. Aber anders war es bet Gott beſchloſſen. Er ſollte nicht ſterben, ſondern leben und des HErrn Werk verkündigen. Er fand im Vaterhaus wider alle menſchlihe Erwartung wieder volle Kraft und Geſundheit. Mehr aber noch fand ſeine Seele während ſeines Aufenthaltes im Vaterhaus. Goit gab ihm nämlich die Werke Luthers in ſeine Hände, die einen fo tiefen und wunderbaren Cindrud auf ihn machten, daß fie von Stund an nad) der heiligen Schrift ſeine Haupt: lektüre blieben durd) ſein ganzes Leben und ihn ohne Zweifel unter Gottes Erleuchtung und Regierung nicht nur zu dem treueſten Schüler Luthers, ſondern auch zu dem Wiedererbauer der alten reinen lutheriſchen Kirche machte, in einer Schönheit, Größe, Macht, Freiheit und Herrlichkeit, wie ſie kaum zu Luthers Zeit ſelbſt dageftanden. Freilich in Deutſchland wäre es wohl, menſchli gedacht, faum miglic) geweſen, dieſen Wunderbau herzuſtellen, wäre es doch nur auf den Ruinen der Staatskirchen mögTid) geweſen. Aber eben darum führte Gott auch dieſen ~ Mann in dieſen herrlichen Freiſtaat hierher, dem er neben
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Die
Misstons-Tazube.
licher Leidenſchaften thaten ſich auf, da ſich zu der ſhre>lichen Gewiſſensnoth noch bittere Armuth, Krankheit und großes Sterben geſellte. Faſt alle frühere Achtung und Liebe zu ihren Paſtoren fiel dahin oder verwandelte ſich in Verachtung und Haß gegen fie als Betrüger. Jhr chriſtlider Glaube war ihnen ungewiß geworden. Entſetzt fragte ciner den andern: Was iſt Wahrheit? Jun dieſer ſchauerlichen Finſternis bediente ſih nun Gott vornehmlich
unſeres Walther, um wieder Licht, Troſt und Frieden in die zerſtörte Gemeinde zu bringen. Hier zum erſtenmal erfuhr
er es ſelbſt zu ſeinem
eignen
und Anderer
hohen
Troſt, in welche vorzügliche Schule durch ſein eifriges Studium von Luthers Werken Gott ihn geführt hatte. Jn öffentlichen Disputationen, Vorträgen und Predigten konnte er am ſchlagendſten zeigen ſowohl die Größe ihrer gemeinſchaftlichen böſen Jrrivege, als auch den Neichthum
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neue Concordia-Seminar ſteht.
Jm Jahré
1846
brachte
Walther zuerſt die Gründung einer Synode in der Verſammlung zur Sprache und ſhon da wurden die Grundſäße verhandelt und angenommen, nach welchen die Synode ſich conſtituirte und noch heute fic) erbaut. Der wichtigſte
iſt eben der, daß die Synode
nur ein berathender Körper
ſei und ſeine Beſchlüſſe erſt durd) Beſtätigung der einzelnen
Gemeinden Gültigkeit haben. Jede Gemeinde behält ihre unbeſchränkte Freiheit und Selbſtſtändigkeit, Mit Gründung der Synode erweiterte ſich die ſegensreihe Wirkſamkeit Dr. Walthers immer mehr aud nad) außen hin. Bis zum Jahre 1851 war er Präſes der Synode. Mit Verlegung des College nah St. Louis 1849 berief ihn die Synode zum Profeſſor
und Präſidenten desſelben,
in
welcher Stellung er verblieb bis zu ſeinem Tode, beinahe 40 Jahre, und an 400 theologiſchen Predigern ihre gründliche theologiſche Ausbildung verlieh. Jun Folge des Lehrder Gnade Gottes, der endlih aud) ihr Böſes zu eitel Gutem wenden würde. Sein zündendes Wort fiel wie fireites mit P. Grabau verfaßte er das herrlihe Buch Die wilden ° „Kirche und Amt“ und reiste im Jahre 1852 mit P. Wy: Morgenthau auf die ſhmachtenden Herzen. neden als Delegat der Synode nad) Deutſchland, um eine Wellen legten fic) allgemah, die Gemeinden ſammelten fid) wieder und erbauten ſih auf dem Grund des lautern Verſöhnung mit Herrn P. Löhe in Baiern herzuſtellen, der der treueſte Freund und Beförderer der Miſſouri:Synode Wortes, das fie immer beſſer erkannten, ſonderlich durch in Deutſchland war und durd) Gründung des praktiſchen ihre Einführung in Luthers Schriften, denen die frühern Prediger-Seminars in Fort Wayne, Jnd., jest in Springpietiſtiſhen Bücher mehr und mehr weichen mußten. Walthern hatte Gott durd) dieſe Kämpfe an die Spige der field, Jlls., und durd) Sendung einer großen Zahl vorkleinen lutheriſchen Bekenner geſtellt, freilid) mit einer züglicher junger Leute für's Predigtamt der Synode unvergeßlich große Dienſte erwieſen hatte. Jm Jahre 1854 Schaar treuer und ſelbſtverleugnender Paſtoren umgeben, gründete er das theologiſhe Monatsblatt „Lehre und und dieſe Stelle hat er behalten zu wunderbarem Segen der ganzen lutheriſchen Kirche, bis er endlich als ein un- Wehre“, das jest im 33. Jahrgang ſteht. Außerdem erſchienen größere Synodalreferate von ihm, welche von beſiegter Held Gottes den Feierabend ſeines ſegensreichen größerm Umfang und bleibender, grundlegender Bedeutung Wirkens finden durfte. — Doch wir wollen ſeinen äußern Lebensgang noch etwas genauer verfolgen. Nicht ganz für die Synode und die ganze lutheriſche Kirche ſind und Unter ſeine wichtigſten und_ zwei Jahre blieb er in Perry County, Mo., von Fieber es aud) bleiben werden. ſegensreihſten Bücher, die der theure Mann der Kirche und innern Kämpfen faſt aufgezehrt, als er im Jahre 1841 hinterlaſſen hat, gehören neben denen, die bei den Voranfangs Mai an die St. Louiſer Dreieinigkeitsgemeinde leſungen im Seminar gebraucht werden, Baier’s Dogmatik berufen wurde, welche ſein vortrefflidjer Bruder Otto Herund der Paſtorale, ſeine Evangelien - und Epiſtelpoſtille, mann nur kurze Zeit bedient hatte. Derſelbe ſtarb nämwelche bereits in 40,000 Exemplaren verbreitet und nod lid) am 21. Januar 1841 an einem hißigen Gallenfieber. Hier erblühte dann unter ſeiner Leitung ein herrliches fortwährenden, ſtarken Verkauf haben. — Jm Jahre 1864 Gemeindeiwveſen und der Bau dieſer Gemeinde mit ihrer wurde er abermal zum Präſes der allgemeinen Synode innern und äußern Organiſation iſt ohne Zweifel das gewählt, in welhem Amte er bis zum Jahre 1878 verblieb Muſter der meiſten Gemeinden unſerer Synode. Ueberall und in allen Diſtrictsverſammlungen mit ſeinen reichen zog Dr. Walther ſeine Gemeinde zur Betheiligung an alle Gaben und hohem Geiſte der Synode dienen konnte. dem, vas zum Bau der lutheriſchen Kirche aud) nad) außen Seine Synodalpredigten und Präſidialreden gehören zu hin nothwendig erſchien. So brachte er den Plan der dem Beſten, was darin von einem lutheriſchen Theologen geleiſtet worden iſt, und waren von unberechenbarem Herausgabe des „Lutheraner“ in ſeine GemeindeverWerthe für die Synode und die lutheriſhe Kirche im -ſammlung im Juni 1844, und durch kräftige Unterſtüßung der Gemeinde konnte im September desſelben Jahres die Großen und Ganzen, Welche ungeheure Arbeit verrichtete der Mann in all dieſen Jahren! Er war theologiſcher erſte Nummer erſcheinen. An Gründung und Erhaltung zweier kirchHauptredacteur und Schriftſteller Profeſſor, des College in Perry County hatte fid) die Gemeinde von licher Zeitſchriften; Präſes der Synode, Hauptreferent Anfang an kräftig betheiligt und er brachte die Gemeinde auf Synoden und Conferenzen, Pfarrer der hieſigen Geleicht dahin, daß ſie zur Uebergabe desfelben an die Synode an deren Verſammlungen er regelmäßig Theil meinden, und Verlegung nad) dem günſtiger gelegenen St. Louis er predigte und oft wöchentliche Vorträge denen nahm, das ſchöne Stück Land ſchenkte, worauf nod) heute das
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Die
Misstons-Taube.
über Zeitfragen und - Sünden Monate lang hielt. bei führte er cinen
faſt erdrü>enden Briefwechſel,
Dawobei
er in den ſhwierigſten Gewiſſensfragen Urtheile zu geben hatte, deren Ausarbeitung ihn oft Tage lang in Anſpruch
Ruhe wiſſen, bis ihn Gott ſelbſt zur ewigen ſeligen Ruhe einführte. So wollte er auch in ſeinem Amte von keiner eigenen Ehre, von keinem Gewinne etwas wiſſen. Er hätte als reiher Mann ſterben können, wenn er nur eine
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Dr. C. F. W. Walther. NIIIIIIIWUWUUVIVICIIIIIIIII nahm. Alter. ſynode Fiebers
Und alle dieſe Arbeiten Sein lestes Referat vor hielt er noh, da er ſhon krank und elend war.
that er bis in ſein hohes der Weſtlichen Diftricts: in Folge wochenlangen Aber im Dienſte ſeines
Heilandes und ſeiner Kirche kannte er keine Schonung gegen fid) ſelbſt, wollte er von keiner Erholung, von keiner
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mäßige Vergütung für ſeine Schriften genommen hätte. Dieſelben haben der Synode Hunderttauſende von Dollars
Gewinn gebracht.
Aber ſein ganzer Nachlaß, der ſeinen
vier überlebenden Kindern im Jrdiſchen blieb, beträgt nod) keine viertauſend Dollars. O wel ein leuchtendes
Vorbild eines frommen und getreuen Knechtes JEſu und
Die
BPirssiorws-Tarubke.
Dieners ſeines Wortes iſt er allen Paſtoren unſerer Synode getvefen! — Gerne möchten wir nun noch etwas ſagen von ſeinen perſönlichen ſeltenen Tugenden, womit ihn Gottes Gnade noch neben ſeinen hohen Geiſtesgaben ge\{hmüd>t hat, von ſeiner ungeheuchelten Demuth und Leutſeligkeit, von ſeiner reihen Mildthätigkeit und Gaſtfreundſchaft, die er geübt, von ſeiner Gewiſſenhaftigkeit im Wandel, damit er niemand ein Aergernis gebe, von ſeiner Milde im Urtheil über Andere, von ſeiner Geduld und Sanftmuth, womit er die Böſen zu tragen wußte und hoffen konnte, da nichts zu hoffen war. Doch wir müſſen ließen, denn wir haben faſt ſhon das Maß überſchritten, das uns für unſer Blättlein erlaubt ijt. Möge dies Wenige dazu dienen, uns lebendig erkennen zu laſſen, was uns Gott in dieſem auserwählten Manne gegeben, wie Großes er durch ihn gewirkt hat, wie unausſprehlich viel wir ihm verdanken, damit ſein Andenken theuer, werth und un‘vergeßlih unter uns bleibe uns ſelbſt zum Segen, Gott aber zu ewigem Lob, Preis und Dank. Amen. D. H. Gtwas
von
den Schattenſeiten der Negermiſſion.
Die in der lesten „Miſſionstaube“ veröffentlichten Briefe von lieben für Gottes Reich ſo eifrigen Confirmanden haben uns nicht nur mit großer Freude, ſondern auch mit neuem Muth beſeelt. Juwiefern dies der Fall iſt, wird jedermann klar werden, wenn wir einmal einige der Schwierigkeiten hervorheben, mit denen iir unter der hieſigen Negerbevölkerung zu kämpfen haben. Am ſchärfſten treten dieſe bei der Confirmation zu Tage. Die diesjährige Confirmation ſoll ſtattfinden am Sonntag Exaudi. Unterrichtet wurden auf jeder Station zehn Kinder, die fid) bereit. erllärt hatten, Glieder unſerer Kirche zu werden. Jn St. Paul haben fic) zwar . drei der diesjährigen Confirmanden zurü>kgezogen, aber deren Stellen werden durch drei der leßtjährig Unterrichteten ausgefüllt. Weniger glatt geht es auf den beiden anderen Stationen. Jn Mount Zion drohte vor kurzem alles in Stiiden gehen zu wollen. Der Grund dieſer traurigen Sachlage liegt vor allem darin, daß die Eltern ihren Kindern ſagten, ſie ſeien nicht würdig, am heiligen Abendmahl Theil zu nehmen. Alle Anſtrengungen Herrn Miſſionar Bakkes, die Leute zu ciner Sinnesänderung zu
bewegen, blieben erfolglos.
Eine Frau, welche gefragt
‘wurde, ob fie etiva dafür halte, daß ihr Kind ein Heide fei, antwortete darauf verneinend. Weiter gefragt, ob fie glaube, daß ihr Sohn ein Chriſt ſei, antwortete ſie be_ ‘jahend, und dennoch ſollte derſelbe niht bekehrt ſein.
Und warum ſollen die Kinder nicht würdig ſein, zum Tiſch des HErrn zu gehen? Einfach darum, weil das des Herrn “ oder Frau So und So Meinung iſt. Freilih ſagt Gott in ſeinem Wort anders, aber dieſe unwiſſende Brut weiß
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ja alles beſſer, als er. Einem der Mädchen aber gilt Gottes Wort dod) mehr als das ihrer Großmutter. Sie hat fid) darum entſchloſſen, fid) gegen deren Willen confirmiren zu laſſen. Jn einem anderen Falle hatte die Frau ihrem verſtorbenen Manne verſprochen, die Kinder katholiſch erziehen zu laſſen. Dies Verſprechen glaubte ſie nicht brechen zu dürfen. Alle Verſuche Herrn Paſtor Bakkes, die Frau eines Beſſeren zu belehren, waren vergeblich. Die Frau nahm die Kinder aus der Schule. Als ſie aber bei den Katholiken ankam, fand ſie ſich ſo enttäuſcht, daß ſie ihre Kinder alsbald guriidfdidte und das älteſte derſelben nun aud confirmiren laſſen will. Jn Carrollton
werden wohl auh zwei Kinder confirmirt werden. Mit den meiſten Eltern war ſchon lehten Herbſt geſprochen und ſie waren auh willig, die Kinder ſih unſerer Kirche anſchließen zu laſſen, mit Ausnahme eines Mannes. Dieſer wollte lieber, daß ſein Kind zur Hölle führe, als daß es Glied der lutheriſchen Kirche würde. Der Knabe wollte, durch ſeine Mutter unterſtüßzt, dennoch bei uns confirmirt werden, ift aber durd) Krankheit und ſonſtige Abhaltung ſo oft verhindert worden, am Unterricht Theil zu nehmen, daß er nicht mit gutem Gewiſſen aufgenommen werden kann. Zwei andere ſind ebenfalls fo ſhwah wie aud) gleichgültig gegen Gottes Wort, daß fie niht zur Confirmation zugelaſſen werden können. Die übrigen berehtigten zu den ſhönſten Hoffnungen. , Sie kamen regelmäßig zur Sonntagsſ\chule und Kirche. Mit heller Freude ſahen ſie dem Tage ihrer Taufe und Confirmation entgegen. Als ihnen aber geſagt wurde, daß ſie die dazu nöthigen Vorkehrungen treffen ſollten, kamen alle mit der Erklärung zurü>, daß ihre Eltern ihnen verboten hätten, Glieder unferer Kirche zu tverden und daß ſie nicht bereit ſeien, gegen den Wunſch ihrer Eltern anzugehen. Nach wiederholten Belehrungen, Ermahnungen, Lodungen und Drohungen aus Gottes Wort verſprachen ſie immer alles Gute, aber am nächſten Tage brachten fie ſtets denſelben alten Beſcheid. Mit den Eltern, die faſt alle kirchloſe, aber baptiſtiſh erzogene Leute ſind, genommene Rüſprache fruchtete gar nichts. Und warum ſollten die Kinz der nicht confirmirt werden? Weil ſie nah dem Dafür- ‘halten ihrer Eltern nod) nicht bekehrt ſind. Und was iſt es, das nad) Meinung dieſer abergläubiſchen Schwarmgeiſter zur Bekehrung erforderlich ijt? Erſt muß der Menſch fic) entſchließen, bekehrt werden zu wollen. Darauf geht er in eine Kammer, wirft ſih auf die Kniee und „betet“. Das dauert gewöhnlich einige Tage. Dann kommt der „Geiſt“ über ihn und verſeßt ihn in eine Bers zü>kung. Der Menſch befindet fid) dann in einer ganz anderen Welt. Zuerſt führt der „Geiſt“ ihn an die Pforten der Hölle ‘‘an I done heared’’, ſagen ſie, ‘‘de rattling uf de chains an I done seed de flames, all colors: red,
blue, green, yaller, an I done seed de injines an
de steam an de bilers.’’? Darauf zeigt der „Geiſt“ ihnen einen mit Wunden bededten und in einer Blutlade lie-
Wixsiors- Taube.
“Dis
soul
am
rede-e-e-emed,
dis
soul
am
re-
Beiſpiele an.
Alles umſonſt;
und wunderbar!
jest ſollte
der „Geiſt“ auh noch allerlei mit ihr vorgenommen haben,
davon ſie das erſtemal keine Sylbe geſagt hatte. Er hätte, ſagte ſie, ihren ganzen Körper mit einer neuen Haut überzogen, hätte auf ihre Füße eine folde Wirkung ausgeübt, daß ſie ganz anders gehe als früher, hätte ſie veranlaßt, ein Freudengeſchrei zu erheben, und hätte ihr geſagt, daß ſie im Miſſiſſippi getauft werden müſſe. Mehrere Baptiſten, welche inzwiſchen kamen, ließen fic) augenbliclic mit uns in eine Disputation ein. Jedesmal, wenn wir etivas ſagten, ſchlug die Geſellſchaft ein Gelächter auf und ſo oft ‘eine Stelle aus der Schrift zur Érhärtung der Wahrheit verleſen wurde, ſagten fie, dae möge immerhin daſtehen; das ſtimme aber nicht mit dem, was Gott ihnen geoffenbart habe. Einem Mann, der uns in mehreren Punkten nachgab, ſagten ſie, er ſei ein Verräther, er ſolle augenbli>lich ſchweigen. Solch eben beſchriebenen und ähnlichen Schwindel, davon wir nod) mehr Proben geben könnten, ſollen aud) die Kinder erzählen. So lange ſie das nicht thun, gelten ſie niht für bekehrt. Unſere Ueberzeugung iſt, daß in den Confirmanden, die wir aufnehmen wollten, der Heilige Geiſt ſein Werk gehabt hat und daß die Kinder wider beſſer Wiſſen und Gewiſſen ihren Eltern folgen. Möge der gute Hirte ſich dieſer verirrten Schafe annehmen und ſie auf die rehte Bahn zurückführen. Um fo erfreulicher iſt e8, daß die andern troß Spott und Shmähung feſtſtehen wollen. Gott ſtärke ſie. Jm Verlauf einer Unterredung mit dem Vater einer unſerer Confirmandinnen wurden wir gefragt, ob wir die anderen proteſtantiſchen Prediger als unſere Brüder anerkennen und Kanzeln mit ihnen wechſeln würden. Naz türlih mußten wir dies verneinen. Sogleich wurde dies einem der ſchwarzen Prediger hinterbracht, der ‘uns verſprochen hat, in ſeiner Kanzel gegen uns zu zeugen, fic mit den andern Predigern gegen uns zu verbünden und die Leute zu bewegen, daß ſie ihre Kinder aus unſerer Schule nehmen. Das heißt, Satan will gegen Gott
de-e-e-emed”’ oder: ‘Go an tell my people dad I's done sot yo free.” Mittlerweile fühlen fie, daß eine Veränderung mit ihnen vorgegangen ijt. Jhre Hände ſcheinen ihnen ganz neu, die ganze Welt ſicht anders aus als zuvor, und fie ſind mit einer ſolhen Liebe erfüllt, daß ſie nicht einmal auf eine Ameiſe treten könnten. Damit iſt die Bekehrung vollendet. Sft es ein Wunder, daß dieſe abergläubiſchen Leute auf Zeichen achten und auf Tage halten? daß fie glauben, der „Geiſt“ ziehe ihnen Nachts “de kiver’’ (Bettde>e) ab, um fie aufzuwe>en und fie vor einem Unglü> oder einem \{leihenden Feind zu warnen? daß ſie behaupten, die Seelen der Verſtorbenen erſchienen ihnen, um mit ihnen zu reden? Wie tief dieſer Aberglaube den Leuten eingewurzelt iſt, beweiſt folgendes Beiſpiel. Cine bisher kirhloſe Frau “meldete fid) zur Aufnahme. Wie üblich, fanden zunächſt Unterredungen ſtatt. Dabei wurde der Lehre von der Bekehrung ganz beſondere Aufmerkſamkeit geſchenkt. Die Frau ſtimmte unſerer Lehre zu. Eines Tages leßter Woche aber ließ fie den Unterzeichneten bitten, nah der Confirmandenſtunde ſogleich zu ihr zu kommen. Gefragt, was fie wünſche, ſagte fie, jest ſei ſie bekehrt, Morgens um halb ſechs ſei der „Geiſt“ dageweſen. Derſelbe habe - fic) wie ein Schleier über fie geworfen, alle ihre Glieder geſtre>t und ihr geſagt, ſie ſolle weinen. Als ſie dieſem Befehl nachgekommen ſei, habe der „Geiſt“ ihr das Herz losgeriſſen, ihre Bruſt mit einem brennenden Gefühl erfüllt und geſagt: „Siehe, das ijt Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Du biſt jest frei. Sage den Leuten, was Gott an dir gethan hat.” Snfolge der Entzü>ung behauptete fie, von einer ungeheuren Schwäche übermannt worden zu ſein, aber der „Geiſt“ habe ihr ge- kämpfen. “ Dieſe armſelige Creatur! boten, aufzuſtehen, worauf ſie alsbald aufgeſprungen fei. Die Ueberzeugung von der Nothwendigkeit der MiſWir glaubten kaum unſern Ohren trauen zu dürfen, Die ſion unter cinem Volk, das durch ſeine fanatiſchen, enthuFrage, ob fie dieſe Geſchihten während des Schlafes im ſiaſtiſhen Prediger in ſolche Verblendung geſtürzt iſt, muß Traum wahrgenommen habe, verneinte ſie. Als wir fic) einem jeden mit Macht aufdrängen. Ein methodiſtidann ſagten, daß fie vielleicht Bekehrungsgeſchichten an- ſcher Prediger fragte uns, warum wir niht Miſſionsderer gehört habe, dadurch aufgeregt worden ſei und daß reiſen unternähmen und die Orte, wo nod) am meiſten thre Phantaſie ihr dann wohl etwas Derartiges vorgeſpie- rohes Material ſich findet, mit lutheriſhen Predigern be“ gelt habe, daß fie aber ihre Seligkeit niht auf ſolche ſeven? Schade, daß dies nicht ins Werk gefest werden “Dinge bauen, ſondern als eine arme Sünderin allein auf kann. Dringen wir indeß vor, ſoweit wir können. ‘die Verheißungen des Wortes Gottes gründen ſolle, wurde New Orleans, La., 10. Mai 1887. ſie ärgerlich und ſagte, -das habe fie niht mehr nöthig; ‘A. Burgdorf. ſie ſei einmal der Sünde geſtorben, das ſei genug. Nach weiterer Belehrung verließen wir ſie. Kurz darauf beleuchteten wir nod) einmal die redjte Art der Bekehrung aus der Schrift, führten aud) zum beſſeren Verſtändnis
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genden Mann. Dieſem waſchen fie das Blut ab und legen Umſchläge auf, bis die Wunden geheilt find. Jn demſelben Augenbli> hören fie eine Stimme, welche ihnen zuruft: “From yo youth yo cased me to bleed, but now yo done healed my wouwnds”’ und mit jitternder Siftelftimme hören fie dann wvorgeblid) JEſum fingen:
I
Die
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Negern
in New
uuter
unſern
Orleans.
Von welcher Hautfarbe die Menſchen auch ſein mögen, das natürliche Herz iſt allemal ein dur die Sünde dunkel, häßlich, ſchwarz gefärbtes. Jn dieſem Stück hat der Kau-
kaſier keinen Vortheil vor dem Neger, und der dunkelſte Afrikaner keinen Nachtheil vor dem hellſten Europäer. Widerſpruch gegen Gottes Wort, Feindſchaft gegen den Heiligen Gottes, ein Wohlgefallen an dem Willen und Wirken Satans ift das traurige Erbtheil aller Menſchen ;
und wenn einer auch durch das Wort der Verſöhnung umgewandelt, mit neuen Kräften und Sinnen begabt ijt, fo bleibt dod) immer nod)
cine Ader
des alten Menſchen
in
ihm juritd, in der das vergiftete Blut der Gottesfeindſchaft mächtig kreiſt. Darum ift auch der Prediger, wenn eine Schaar junger Bekenner fid) um den Altar ſammelt, den Taufbund zu erneuern und mit feierlichem Eide Treue bis
zum lehten Lebenshauch zu geloben, mit Zittern nicht minder wie mit Freuden erfüllt. Schon ſo manche, die mit aufrichtigem Herzen und in brünſtiger Liebe ſich unter das Panier des HErrn der Heerſchaaren geſtellt hatten, find im Kampfe bald ermüdet und haben fid) zur Welt oder zum Jrrthum geſchlagen, und zwar iſt es zuweilen nicht eine geringe Minderheit, die der Sturm der Verſuchungen
in der erſten Blüthe ihres Chriſtenthums kni>kt. Gerade auf die jungen, zarten Pflanzen der Gerechtigkeit ſieht es der Teufel ja ab. Gegen dieſe wüthet er aud) mit aller Macht unter unſern ſhwarzen jungen Lutheranern. Da die Kinder hier, wie vielleicht ſpäter einmal geſchildert werden mag, wegen der unter den mehr moraliſirenden, als chriſtianiſirenden Schwärmern herrſchenden Gleichgiltigkeit gegen die heilige Schrift, wegen des Spottes ungläubiger Verwandten und des Einſchreitens fanatiſcher Eltern,
ſhon vor der Confirmation
einen
einiger-
maßen gekräftigten Glauben und geſtählten Muth erlangt haben müſſen, che das Verlangen, Glieder der ernſt chriſtlichen lutheriſchen Kirche zu werden, bei ihnen reifen kann, iſt dur Gottes Gnade offenbarer Abfall unter der confirmirten Jugend bis jest nod) verhütet. Aber es find doch manche da, die es mit ihrem Chriſtenthum nicht fo ernſt nehmen, wie ſie ſollten, und darum auch ſchon öfter den Verſuchungen erlegen ſind. Freilich, vor dem ungeſchminkten, blanken Laſter hüten fie fic) ſhon, und aud) manche Dinge, von denen einige unſerer weißen jungen Lutheraner nicht einſchen zu können vermeinen, daß ſie “ ſündlich ſeien, wie Bälle und Theater unſerer Zeit, find ihnen ein Abſcheu. Aber in den ,„societies“, „festivals““ und ,,anniversaries‘‘, welche von den Secten zum Beſten - ihrer Kirchen angeſtiftet werden, liegt für unſere jungen Leute eine Gefahr, die nicht alle lebhaft erkennen. Und - unſere Jünglinge und Jungfrauen, mit denen ſich die Herren Lehrer wohl ein Jahrzehnt abgemüht haben, die einige Kenntniſſe und etwas Schliff beſißen, die find es beſon-
ders, nach denen die Secten angeln, nach denen ſie jagen, um die ſie ſich, wie Geier um ein Aas, ſammeln. Da koſtet es ihnen keine Mühe, für die Feſtlichkeiten lange Vorkehrungen zu treffen, die jungen Leute verſtehen das ſelber, und wird ihnen vorgemalt, wie [din es doch ſei, vor einer großen Maſſe öffentlich auftreten und Ruhm ernten zu dürfen; ſo laſſen fic) immer junge Leute bethören, zuzuſagen,
ſelbſt wenn es mit Vernachläſſigung der eigenen Kirche geſchehen muß. Da lag denn die Frage nahe:
Was kann geſchehen, um
dieſem Verleugnen der Wahrheit entgegenzuarbeiten? Und wie dieſe Frage gelöſt worden iſt, zeigt die Ueberſchrift. Es wurde der Verſuch gemacht, die jungen Leute zu einem Hriftliden Verein zu ſammeln. Allerdings befürchtete
man, daß der Plan zur Gründung eines ſolchen Vereins, wie des beabſichtigten, wenig Anklang finden werde; um ſo größer iſt die Freude darüber, daß ſich eine lebhafte Begeiſterung dafür entividelt hat. Von der St. PaulusGemeinde ſchloſſen fic) 25, von der Mount Zions- Kirche 20 zu einem Verein zuſammen. Der Zwed>, den dieſe Vereine zu verfolgen beabſichtigen, iſt ein dreifacher : das Wohl der Gemeinde zu fördern, das Band der Liebe unter den Gliedern zu befeſtigen und dieſe noh etivas mehr zu bilden. Prediger und Lehrer ſollen ihnen über religiöſe und andere Fragen Vorträge halten, Geſangsübungen mit ihnen anſtellen und dergleichen” Glieder der Vereine können werden alle, die confirmirt und Glieder der lutheriſchen Kirche find oder doch ſich zu derſelben halten und mit ihr fic) zu verbinden beabſichtigen. : Daß es dem lieben Gott gefallen möge, ſeinen Segen auf dieſe Vereine zu legen und durch dieſelben unſer Gemeindeweſen zu kräftigen, iſt gewiß der Wunſch aller unſerer Mitchriſten. Mögen ſie denn auch dieſer guten Sache in ihrer Fürbitte vor dem HErrn gedenken. A. Burgdorf.
Aus einer Wiſſionspredigt vou Dr. Walther über
die Bitte: „Dein Reid Komme.“ - wie alles Geben für die Aus: „Doch, meine Lieben, breitung des Reiches Gottes nichts iſt ohne Beten um das Kommen desſelben, ſo ift hingegen aud) Beten darum nichts ohne Geben, wenn man geben kann. Sagt ſelbſt, was würdet ihr von einem Menſchen halten, der ſeinen Bruder ins Waſſer fallen und in den Fluthen mit dem Tode ringen ſähe und der ihm die rettende Hand reichen fönnte, wenn derſelbe zwar an das Ufer hinknieen und für die Rettung ſeines verunglü>ten Bruders zu Gott beten, aber ſelbſt keine Hand zu ſeiner Rettung regen wollte? Jhr würdet ohne Zweifel einen ſolchen Beter entweder für einen elenden Heuchler oder für einen Verrückten halten. Sehet, ſo ſind auch alle die nichts als offenbare
TIN
<riſiſißer Bereine
jungen
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OT
Stiftung
Misadiona-Tazube.
ELLE
Die
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Die
Missious-Taube.
Heudler oder unſinnige Schwärmer, die zwar für die Ausbreitung des Reiches Gottes beten, aber nichts dafür thun und opfern wollen. Von ſolchen falſchen Chriſten ſagt der Apoſtel Jacobus: „So aber ein Bruder oder Schweſter bloß wäre und Mangel“ hätte der täglichen Nahrung und jemand unter euh ſpräche zu ihnen: Gott berathe eu<, wärmet cud) und ſättiget euch, gäbet ihnen aber nichts . . ., was hülfe fie das?” Wohlan, meine Lieben, ſo oft ihr daher von nun an betet: „Dein Reich komme“, ſo laßt es euh niht nur einen Ernſt ſein, von Gott wirklich im Namen JEſu Chriſti gläubig zu begehren, was ihr damit ausſprechet, ſondern laßt cut auch dieſe Bitte eine ſtete Erinnerung fein, daß Gott das, twas ihr von ihm bittet, niht unmittelbar, ſondern mittelbar durch Menſchen und zwar auch mit durch eud) ausridten wolle. Dieſelben Hände, die ihr für die Miſſion zu Gott aufhebet zum Gebet, die öffnet daher aud) für dieſelbe mit euren Liebesgaben. Laßt euch durch die Welt niht beſhämen. Bedenket, wieviel opfert jest ſelbſt die Welt für das weltliche Reich ihres irdiſchen Vaterlandes! Sie opfert dafür ihr Vermögen, ihre Söhne und Tauſender Leben und Geſundheit. Jſt es daher etwas Großes, wenn ihr als Chriſten aufgefordert werdet, für das geiſtliche Reich eures himmliſchen Vaterlandes auch etwas von eurer irdiſchen Habe zu opfern? . . . (Goldkörner, S. 83. 84.)
BR's der Mühe werth? Der ſelige Staare, Miſſionbiſchof in Sanſibar, reiste einmal in England, um Miffionsftunden zu halten. Da fam er in eine Stadt, worin nur wenige Miſſionsfreunde waren. Der Pfarrer begleitete ihn in die Kirche, wo bloß drei Perſonen ſich eingefunden hatten, ‘und ſagte: „Das iſt niht der Mühe werth, ih will die Leute entlaſſen.“ — Halt, bei Leibe nicht, erwiderte aber der Biſchof; ih bin ſchon oft froh daran geweſen, wenn ein bis zwei Leute in Afrika mit ſich ſprechen ließen. Fangen wir nur getroſt mit dieſen an! — Man ſang alſo und betete und der Biſchof erzählte von Afrika.
Als
er fertig war,
trat einer von den drei Zu-
hörern auf ihn zu und ſagte: „Mein Herr, Sie ahnen kaum, was für cine Wohlthat Sie mir erzeigt haben. Bd) hatte immer gedacht, dieſes Miſſionsgeſhwäß ſei alles Larifari, und wollte heute Abend mich einmal vergewiſfern, ob etwas oder nichts an der Sache ſei. Nun haben Sie mich überzeugt, daß es etivas Rechtes um die Miſſion ſei. Jch bitte Jhnen meinen dummen Argwohn ab und verſpreche Jhnen, die Sache fernerhin auf dem Herzen zu tragen. Seien Sie ſo gut, als Beitrag für Jhr Werk anzunehmen, was ich gerade in der Taſche habe.“ Und damit gab er mir eine Hand voll Gold — es waren 125 Dollars. Milde Gaben für die Negermiſſion:
Durch
Reuer
Wuts.
Yd) hatte einmal, ſo erzählt M., lange gearbeitet und “nichts gefangen und war beinahe muthlos geworden: Da fam ein Bruder zu mir. „Wie geht's bei dir”, fragte ih - ihn. „D ſehr gut, wir hatten großen Segen am leßhten Sonntag.“ Fd) ſagte ihm, wie es bei mir ſtehe. Er erwiderte: „Haſt du je das Leben und den Charakter Noahs ſtudirt?“ „Ja, ih weiß es ausivendig.” „Nun, ftudire es auf's Neue.“ Yd) that es und fand wunderbare Ermuthigung darin. 120 Jahre lang, fo lange er die Arche baute, arbeitete er daran, Leute zum Glauben an Gottes Gerechtigkeit zu bringen; und doch hat er nicht Einen gewonnen. Da ſagte ih: Wie darf ih den Muth verlieren ? Ich gingin die Betſtunde; cin Mann hinter mir nahm mich bei der Hand und bat mich, für ihn zu beten, er ſei in großer Seelenangſt. Jch mußte an Noah denken, was “würde der gegeben haben um eine foldje Ermuthigung? Ein Mann ſtand auf und erzählte, hundert junge Leute ſeien kürzlich in einer benahbarten Stadt zum HErrn gebracht worden. Was würde der alte Noah geſagt haben ? 120 Jahre und keine Frucht, und dod) hatte er Muth, fortzufahren. Auf einmal waren alle trüben Blicke ver\<wunden, (Miſſionsfreund.)
Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., $53.83.
Durch Kafe
irer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., 26.00. Durch Kaſſirer J. C. ahls, Lincoln, Nebr., 28.27. Durch Kaſſirer Ch. Eißfeldt, Milwaukee, Wis., 12.00. Durch Kaſſirer G. O. Nuſtad, Decorah, Joiwa, 23.26. Durch P. C. Dowidat, Oſhkoſh, Wis., 19.73, Durch Kaſſirer D. W. Noſcher, Fort Wayne, Jnd., 96.15. Durch Lehrer A. O. Gertenbach, Racine, Wis., von Frau Moris 1.00, von Frau Groß .50, von Frau Prüße 1.00, von B. Falk .75. Durch Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md., 61.80. Durch P. E. M. Bürger, Nuſhford, Minn., von Geo. Schaupp 1.00. Durch Kaſſirer H. Tiarks, Monticello, Jowa, 20.46. Durch P. F. Kleiſt, New Haven, gut, von N. N. .50. Durch Kaffirer Ch. Schmalzriedt, Detroit,
Ricy., 10.20.
(Summa $356.45.)
Für die neue Station in New Orleans: Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll.,_6.65. Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., 11.50. Durch O. F. Gennrich, Merrill, Wis., von einem Miſſionsfreunde 2.50. Von ‘einigen Miſſions: rete: in Waldenburg, Mich., 2.25. Durch Kaſſirer D. W. oſcher, Fort Wayne, Jnd., 58.56. QU Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md., 10,16. Durch denſelben für die Negerſchule 12.00. Durch Kaſſirer H. Tiarks, Monticello, Jowa, 10.00. Durch Kaſ-
ſirer Ch. Schmalzriedt, Detroit, Mich., 17.00.
(Summa $130.62.)
St. Louis, Mo., den 23, Mai 1887,
A. C. Burgdorf, Kaſſirer.
1041 Allen Aye., Die Miſſlons-Taube“‘“ erſcheint ei if Jahr'in Cntr mit porto iſt folgender: e ¡6 Exemplar,
St. Louis, Mo. a
Der Peels (ar ein
22 Gs ae
emplare
50
100
5
Adreſſe Die LAParthi (aBrelſe geltenznux dann, wenn alle Exemplare unter einer Bernt, CESS
bezahlen
iſt das Blatt
bei dem
Luth. Concordias
Alle die Nedaction betreſſenden Einſendungen ſind zu ad; Rey. 0. Manser, 1811S. 8th Str., de Louis, Mo. ; Mie Gelbe ee ae Mes ere miſſion an den Kaſſirer Dir. A. C. Burgdorf, 1041 Allen Ave., St. Louis, E N ep ee De Mo. Entered at the Post Oce at St. Louis, Mo., as second-class matter.
:
CAMPER CAMB RECHT ST LOWS
Machrichten aus dem Miſſionsgebie
e
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{ der Heimath und de
Herausgegeben fiir die Evang. - Lutheriſhe Synodalconferens von Nordamerika von der Commiſſion für die Negermiffton; redigict von den Paſtoren C. J. O. Hanſer und C. F. W. Sapper.
„Darum
Suli
ſeid barmßerzig,
Barmßerzig
iſt.“
wie
aud
euer Vater
Luc. 6, 36.
Hiezu ſchreibt Dr. Luther in ſeiner Kirchenpoſtille : „Nun, wie iſt Gott barmherzig, unſer himmliſcher Vater? Alſo, daß er uns gibt alle Güter, leiblich und geiſtlich, zeitlid) und ewiglih umſonſt und aus lauter Güte. Denn wenn er ſollte geben aus und nach unſerem Verdienſt, fo müßte er uns geben allein das hölliſche Feuer und die ewige Verdammnis. Darum, was er uns gibt an Gütern und Ehre, das ift lauter Barmherzigkeit. Er fiehet, daß wir ſte>en im Tode, deß erbarmt er fid) und gibt uns das Leben. Er ſicht, daß wir Kinder ſind der Höllen, deß erbarmt er ſih und gibt uns den Himmel. Er ſiehet, daß wir arm ſind, na>t und bloß, hungrig und durſtig, deß erbarmet er ſich, kleidet uns, fpeifet und tränket uns und machet uns ſatt mit allen Gütern. Alſo, vas wir haben geiſtlih und leiblih, das gibt er uns aus Barmherzigkeit und ſchüttet ſeine Güter über uns und in uns. Darum ſagt hier Chriſtus: Folget eurem Vater nah und ſeid auch alſo barmherzig, wie er barmherzig iſt.“ (G. 1274.) Luther fügt in derſelben Predigt noh den Wunſch hinzu: „Das habt ihr oft gehöret und habt es nun in den Ohren, wollte Gott, daß es auch in die Hände und Werke käme!“ Wer ſollte dieſem Wunſche nicht von Herzen beiftimmen? Welch ein Paradies wären unſere chriſtlichen Gemeinden, wenn ſolche Barmherzigkeit fleißig unter Uns geübt würde und es allen, die fic) Chriſten nennen, eine heilige Luſt wäre, Gutes zu thun, zu helfen, zu rathen, zu tröſten! Wenn wir nicht anſehen würden Würdigkeit
‘Nummer 7.
1887.
oder Unwürdigkeit, Dank oder Undank, ſondern nur die Noth, und dann dem Exempel unſeres himmliſchen Vaters nad handeln und ſprechen wollten: Der ijt na>t, id) muß ihn kleiden; er iſ hungrig, id) muß ihn ſpeiſen; er ijt krank und verlaſſen, id) muß mich ſein annehmen. Wie viel beſſer würden da unſere Wittwen und Armen verſorgt und unſere Waiſen- und Krankenhäuſer bedaht! Wie bald würde die Klage verſtummen, daß es uns zu unſern geſegneten Miſſionen an Glaubensbrüdern, - an Heiden und Negern immer an Geld mangelte! Ach, die Gaben würden fo reihli< und willig fließen — denn Gott hat uns im Jrdiſchen ſehr geſegnet —, daß wir endlich wie Moſe ſagen müßten : „Das Volk bringet zu viel, mehr, denn zum Werk dieſes Dienſtes noth ijt.” (2 Moſ. 36, 5. 6.) O, wenn wir ſolchen Fleiß bewieſen, wie würden wir da als Lichter in dieſer unbarmherzigen Welt ſcheinen und dieſe Werke der Barmherzigkeit ſelbſt die Ungläubigen erive>en, Gott darüber zu preiſen! — Wohlan, lieben Leſer, laſſet uns denn die Ermahnung unſeres lieben Heilandes immer mehr beherzigen und immer beſſer bethätigen: „Seid barmherzig, gleidwie euer Vater barmherzig iſt.“ D. H.
Die Confirmation der diesjäßrigen Katehumenen iu New Orleans, La. Am Sonntag Exaudi, den 22. Mai, wurden die diesjährigen Katehumenen durch Confirmation in unſere Miſſionsgemeinden feierlih aufgenommen. Mit Freuden ſahen
[M
9. Zahrgang.
50 ..
Die
Misstons-Taubke.
wir dem Tag entgegen und dankten Gott für die Gnade, die er dieſen Kindern erwieſen hat, und für die Glaubensfreudigkeit, die er ihnen ſchenkte, ihn und die Wahrheit öffentli zu bekennen. Die Gotteshäuſer waren für die Gelegenheit aufs prachtvollſte geſ<hmüdt. Künſtliche Blumen, Kreuze, Sträuße,
Guirlanden
und andere Schmu>-
ſachen hatten uns die hieſigen Gemeinden theils geſchenkt, theils geborgt. Jn der Dreieinigkeits - Kirche erſchienen zwei Knaben, um ihrem Heiland und ſeiner Kirche Treue zu ſhwören. Von zehn, welche im Laufe des Jahres vom Miſſionar Unterricht genoſſen hatten, waren dieſe die einzigen, welche confirmirt werden wollten und durften. Großes hat der HErr an ihnen gethan. Als fie vor etiva einem Jahre in die Schule eintraten, war ihnen der Heiland und ſein Wort ganz fremd. Vom Heilsweg wußten fie aud) nicht das Geringſte. Jm Herzen wie im Leben waren ſie Heiden, ohne Gott und ohne Hoffnung in der Welt. Aber ſiehe, als das Wort vom Kreuze ihnen nahe kam, fanden fie aud) bald ihre Luſt daran. Der HErr öffnete Ohr und Herz und zündete ein Fünklein Glauben darin an. Man merkte es bald an ihrem Leben und Lernen, daß der Heilige Geiſt ſeine Wohnung bei ihnen gemacht hatte. Als der entſcheidende Tag fam und ihre Klaſſengenoſſen entweder aus Feigheit oder Muthwillen ihren Taufbund nicht erneuern wollten, ſtanden dieſe zwei auf und bekannten mit fröhlichem Herzen: „Wenn auch alle fortgehen, wir wollen unſerm Heiland und der lutheriſchen Kirche treu bleiben“; und der HErr hat ihnen Gnade und Freudigkeit verliehen, dieſes Bekenntnis vor einer großen Verſammlung öffentlih mit der That zu beweiſen. Alle Bande der Finſternis ‘durhbrechend, gegen den Strom der Vorurtheile, Fanatismus, Unglauben, Spott und Schmach ihrer Volk3genoſſen kämpfend, ſtehen dieſe zwei Knaben da als die ſiegreichen Erſtlinge und Bahnbrecher der lutheriſchen Kirche in Carollton. . Wahrlich, Großes hat der HErr an ihnen gethan, def ſind wir frdhlid. Zum Abſchied legte ihnen
Herr
Paſtor
Burgdorf
ans Herz
die Worte
Sa-
lomo’3: „Gib mir, mein Sohn, dein Herz“ 2c. Mächtig war der Eindru>, den dieſe Worte und die ganze Confirmationshandlung auf die große- ſchwarze Verſammlung machte. Sie driidten nachher ihre große Verwunderung darüber aus, daß die Kinder auf eine fo fdjwere Probe ge- ſtellt werden mußten, und mit welcher Genauigkeit dieſelben die an ſie gerihteten Fragen beantworteten. Ein Prediger, der zugegen war, erklärte, er wäre niht im Stande geweſen, ein ſolches Examen zu beſtehen, was wir ſehr natürlih finden. Wenn man aber bedenkt, daß die
einfadjten, zum Heilsweg allernöthigſten Fragen an die Kinder gerichtet wurden, kann man fid) einen Begriff machen von der grenzenloſen Unwiſſenheit der ſ{hwarzen ſogenannten Geiſtlichkeit. Man ſollte freilih denken, daß die Schwierigkeiten, mit welchen eine neue Station zu kämpfen hat, auf den
alten zum großen Theil überwunden ſeien. Aber dem iſt niht ſo. Jm Gegentheil, je weiter fic) unſere Miſſionsarbeit ausdehnt, deſto ſtärker wird die fanatiſhe Oppoſition.
Die ſchwarzen Prediger machen den Leuten weis,
wir wollten ſie wieder zu Sclaven machen ; die lutheriſche Kirche ſei eine geiſtloſe Kirche, in der man nicht ſelig werden könne. Werden junge Leute zum heiligen Abendmahl zugelaſſen, verſchreien ſie uns als Katholiken ; in heiliger Entzü>kung
ſprechen
ſie ſolchen jungen Leuten
und
ihren
Eltern auch ihre Seelen - Seligkeit ab. Die erſteren werden verdammt, weil ſie, wie ſie wähnen, zum heiligen Abendmahl unwürdig gehen; die lesteren, weil ſie ihren Kindern erlauben, an demſelben theilzunehmen. Vor allem ſuchen dieſe Prediger aud) in ihren Leuten den Raſſenhaß mächtig zu we>en und zu ſtärken. Es ijt eine Schande, ſchreien ſie, daß wir uns von dieſen Weißen bedienen und belehren laſſen. Unter ſolchen Umſtänden iſt es wahrlich ſhwer, Kinder für unſere Kirche zu gewinnen. Die Vorurtheile gegen die Weißen, den Aberglauben und die Furcht vor dem heiligen Abendmahl ſaugen die Kinder, ſo zu ſagen, mit der Muttermilch ein. Gelingt es nichtsdeſtoweniger, die Kinder zur Erkenntnis der Wahrheit zu bringen, ſo ſtehen die Eltern mit einer Schaar fanatiſcher, vom Teufel verblendeter Verwandten dahinter mit der Ruthe und dem Fluch : „So du das thuſt, wirſt du ewig verdammt. Was, du willſt zum Abendmahl gehen und ſpielſt nod) auf der Straße? Du willſt zum Abendmahl gehen und haſt nod) niht den Geiſt geſehen, die Stimme JEſu gehört und biſt nod) nicht in ſeinem Blute gewaſchen?“ Wenn dennoch ein Kind, von der Wahrheit überzeugt und der Liebe Chriſti ergriffen, getroſt den Weg Gottes geht, fo iſt es von dem HErrn geſchehen und cin Wunder vor unſeren Augen. Troß aller ſolcher und ähnlicher Hinderniſſe hofften wir zuverſichtlich, eine ziemliche Anzahl Kinder dies Jahr in die Mount Zions- Kirche aufnehmen zu können ; denn es waren alte Schüler, einige ſogar aus der Zeit, da wir nod) in , Sailors’ Home‘ waren, mit welchen wir zu thun hatten. An chriſtlicher Erkenntnis fehlte es ihnen nicht. Dazu waren die Eltern mit der Praxis unſerer Kirche wohl bekannt, kamen ſelbſt zur Kirche, haben Zutrauen zu uns geivonnen und hangen mit Liebe an den Schulen. Mit denen, meinten wir, würden wir keine Schwierigkeiten haben. Aber was geſchah? Einige Wochen vor der Confirmation ging der Streit los. Der eine nad) dem anderen kam und meldete: „Wir dürfen niht zum Abendmahl gehen. „Pa“ oder Ma‘, oder ſonſt jemand ſagt: , We cat and drink ourselves damnation‘, und wir wollen nicht gegen den Willen unſerer Eltern handeln.“ Es drohte alles in Stiide zu gehen. Selbſt die Eifrigſten und Willig-
ſten wurden muthlos und verzagt. Nach vielen Ermahnungen und Belehrung rafften fic) endlid) drei Mädchen
und ein Junge auf und erklärten: „Wir wollen: Gottes Wort und Willen folgen.“ ’
Herzlich froh, daß wir wenige
Die
Missxions-Taaxube.
ſtens dieſe behielten, gingen wir Sonntag- Abend zur Kirche. Aber nachdem wir eine Stunde über die feſtgeſeßte Zeit gewartet hatten, war noh kein Confirmand erſchienen. Die Stühle, die vor dem Altar für ſie bereit ſtanden, blieben leer. Die große Verſammlung war in Aufregung. Wir gaben die Confirmation auf und fingen mit dem gewöhnlichen Gottesdienſt an. Endlich kam ein Mädchen und etwas ſpäter ein Junge.
aud) confirmirt
Dieſe wurden denn
und von der Gemeinde
herzlich begrüßt
und willkommen geheißen.
Täufling
war
die
20jährige
Frances
Eliſabeth
Beverley, dieſelbe, welhe um Wiederaufnahme der Neger-
miſſion ſo oft und dringend bat. vom
Prof. Wyneken
Auf ihr Anſuchen iſt ſie
noch beſonders
unterrichtet und für
die Taufe vorbereitet worden. Dest ſaß fie, ganz weiß gekleidet, vor dem Altar; neben ihr, ebenfalls weiß gekleidet, die beiden Pathinnen, Fräulein Agnes Gotſch und Fräulein Amalie Lochner. Pathe war der eifrige Negermiffionsgebilfe, Herr Student Knabenſhuh. Nach der Predigt folgte das Lied
„Baptized into Thy name most
der St. Pauls - Station ift es beſſer gegangen. Drei verließen auf Wunſch ihrer katholiſhen Eltern mit ſchwerem Herzen die Schule und den Confirmandenunter-
holy“ (Sc) bin getauft auf deinen Namen). Darauf folgte das vortrefflih beſtandene Examen und das öffentliche, mit ſichtliher Freudigkeit abgelegte Bekenntnis und
riht.
Gelübde.
An
Jn deren Stelle aber traten zwei, die lehtes Jahr
hätten confirmirt werden ſollen. Mit 9, 5 Knaben und 4 Mädchen, traten wir in die Kapelle ein, die von Herrn Lehrer Berg und ſeiner Frau mit friſhen Blumen, Kränzen und Guirlanden reidlic) geſ{<müd>t und von Zuhörern gefüllt war. Es war eine große Freude für die Miſſionare und die Gemeinde, dieſe fröhliche Kinderſchaar vor dem Altar des HErrn ſiven zu ſehen. Der Singchor der Gemeinde ſtimmte ein Lied an zu Ehren deſſen, der dieſe Kinder der Gemeinde zugefügt hatte. Dem Paſtor wurde eine neue Agende mit einer Widmung als Geſchenk der Gemeinde feierlid)jt überreicht. Möge nun der treue Gott dieſe jungen Glieder im Glauben und in der Wahrheit ſeines Wortes ſtärken und bewahren bis zu ihrem ſeligen Ende! New Orleans, La., den 18. Juni 1887. N. J. Bakke.
AUnfere Regermiffion in Springfield, SM. Unſere Lefer wiſſen bereits, daß Herr Prof. H. Wyneken mit Hilfe einiger Studenten die Negermiſſion in Springfield wieder aufgenommen und bereits mit viel verſprechendem Erfolg betrieben hat. Mit Freuden können wir heute, gegen Ende Juni, berichten, daß der treue Gott die Arbeit unſerer lieben Brüder über Erwarten geſegnet hat. Herr Prof. Wyneken ſchreibt ſelbſt: „Jch kann mich kaum hineinfinden, daß es hier ſo vorwärts geht. Bd) freue mid, aber mit Zittern. Doch Gott wird ſeine Sache führen
“nach ſeinem Willen.“ Der erſte heilige Pfingſttag war ein Freudentag für die Miſſion in Springfield. Die erſte Taufe, und zwar die Taufe einer Erwachſenen fand ſtatt. Die Aula im College war von einigen Studenten prächtig geſ<hmüdt. Das große Lokal war gänzlih gefüllt von Studenten, Gemeindegliedern und etwa 40 erwachſenen Negern. Herr Prof: Wyneken hielt im Anſchluß an die Pfingſtgeſchichte eine einfache, volksthümlihe Predigt über die heilige Taufe, die mit großer Aufmerkſamkeit angehört wurde. he
Der
ol
Dann
folgte die eigentliche Taufhandlung, das
Lied „Let me be Thine forever‘ (Laß mid) dein fein und bleiben) und Schluß des Gottesdienſtes. Es war eine herrliche, erhebende Feier, die gewiß allen Anweſenden unvergeßlich fein wird. Dieſer erſten Taufe ſollten durd Gottes Gnade bald nod) mehr folgen. Am erſten- Sonntage nad) Trinitatis wurde der 9jährige Neger-Waiſenknabe Harry Payton getauft. «Herr Prof. Wyneken berichtet ſelbſt: „Harry Payton beſtand ſein Examen zu Aller Erſtaunen und Freude ganz ausgezeihnet, Pathen waren
Frau
Paſtor
Benſen,
Miss
Beverley
und
Herr
Knabenfduh. Der Täufling hatte fid) die Namen gewählt: Harry Wyneken Theodore Payton.“ Auch bei dieſer Gelegenheit war die Aula wie bei der vorigen Taufe gefdmitdt.
Unter den vielen Anweſenden,
die dem feier-
lichen Gottesdienſte beiwohnten, waren 34 erwachſene Neger. Herr Prof. Wyneken berichtet weiter: Ani folgenden Dienstag Abend ſpät wurde ih dur< Student Knaben\{uh, der unermüdlich eifrig iſt, in ein Negerhaus gerufen, um einen ſehr kranken 3jährigen Knaben zu taufen, der dann am folgenden Tage ſtarb und von uns beerdigt worden iſt. Dieſelbe Familie hatte noch zwei ungetaufte Kinder, für die fie nun die Taufe begehrte. Leßten Sonntag hatte ih fünf Taufen, nämlich drei Knaben von 13 bis 14 Jahren, die vorher von Studenten, fonderlid) von Student Brüggemann unterrichtet- worden ſind, und die beiden Kinder der obgenannten Familie Lucas, ein fünfjähriges niedlihes Mädchen und einen Knaben von drei Monaten.“ Auch dieſe Taufen fanden im öffentlichen Gottesdienſt in der geſ<hmüd>ten und gut beſeßten CollegeAula ſtatt. 36 erwachſene Neger waren zugegen. Der Unterzeichnete kann nicht umhin, ſelbſt gegen den Wunſch Herrn Prof. Wynekens, Lehteren nod) einmal ſelbſt reden zu laſſen: „Jet habe id) nod) eine junge Negerin im Taufunterriht und ein Student nod einen Negerknaben: Knabenſchuh unterrichtet einen etwa 16 Jahr alten kranken Knaben und ein vielleicht ebenſo altes Mädchen. Drei haben außerdem jest um Unterricht nahgeſucht; ebenſo eine ganze zahlreiche Familie, aus deren Mitte der eine Täufling vom lesten Sonntag war.
Die Negerpfaffen
hier find wüthend und
{impfen
Missions-Taube.
jebt öffentlih in den Kirchen gegen uns. Deſto mehr wird eine ziemliche Zahl ihrer Zuhörerſchaft gegen ſie ſelbſt aufgebracht. Unſere Schule zählte vorgeſtern (21. Juni) 39 Schüler. Wenn das ſo fortgeht, reiht mein gemiethetes Lokal nach den Ferien niht aus. Vor 14 Tagen gab eine Negerfamilie ein Supper, wozuid) mit 12 Studenten und eine
mehr aus dem Kopfe bringen kann (id) hoffe, ſie ſißen auch im Herzen). Das find erfreulide Nachrichten. Gott hat die Arbeiten unſerer lieben Brüder in Springfield reid) geſegnet und wenn Gott ferner Gnade gibt, fo werden wir bald eine kleine lutheriſche Regergemeinde daſelbſt haben. HErrdein Reich komme, und dein Wille geſchehe ! C. S.
Errare
SALE E E PR
oe
Dorf am Kongo.
ziemliche Anzahl Neger eingeladen waren. Es war redjt fein, aud) muſikaliſhe Unterhaltungen fanden ſtatt. Endlich hieß es: „Let us sing some Lutheran Hymns (Laſſet uns einige lutheriſhe Geſänge ſingen). Einige anweſende Schulkinder wurden ans Klavier geholt; und nun hätten Sie hören ſollen! Unter Leitung der das Klavier übertönenden Kinder fang die ganze Negerſchaft mit ſichtlichem Vergnügen eine Reihe unſerer Lieder, Be: ſonders feurig ging das Lied: „Ein? feſte Burg iſt unſer Gott“ u. ſt. tv. Die Negerpaſtoren klagen, daß man den
Auf der Weſtküſte Afrikas dur Nieder-Guinea ergießt fid) der Rieſenſtrom Kongo ins Atlantiſhe Meer. Er durchfließt herrliche, frudjtbare Gegenden, von wilden Negerſtämmen bewohnt, deren hüttenartige Erdwohnungen, unſern Bienenſtö>en ähnlich, unſer Bild zeigt. Früher lebten dieſe Negerſtämme in beſtändiger Fehde mit einander, wobei Menſchenblut in Strömen vergoſſen und Wohnungen, und was dazu gehörte, auf den Grund zerſtört
{Kindern die lutheriſchen Lieder und Katechismus
und verwüſtet wurde.
nicht
Negerdorf am Kongo.
Unter ihnen beſtand die greuliche
ee
Die
ye
52
Die
Missiorex- Taube,
Sitte, daß jeder Sohn, gewöhnli<h nad) dem Tode des Vaters, eine Probe ſeiner Kraft und ſeines Muthes ablegen mußte, indem er in irgend ein benachbartes Dorf mit dem Kahn fuhr
und
daſelbſt einen
Menſchen
QiffionsrundfGau. in Afrika. Südafrika.
zu er-
ſchlagen ſuchte, deſſen Kopf er als Siegeszeichen in ſein Dorf zurü> brachte. Das Evangelium, das dort ſeit langem gepredigt wird, hat aud) Verringerung dieſer grauſamen Mordluſt und der unzähligen Opfer an Men\chenleben bewirkt, welche auf Befehl der Zauberer zur Ver: fihnung böſer Geiſter dargebracht wurden. D. H.
53
Sm Kaplande ift die Miſſionsarbeit noh lange niht als beendet anzuſehen. Von den gegen 700,000 farbigen Einwohnern ſind etwa erſt 180,000 Chriſten. Die Uebrigen ſind nod) Heiden oder Mohammedaner. Die weiße chriſtlihe Bevölkerung beträgt etwa 300,000. Für die Unterhaltung der Miſſion müſſen trogdem noh größten-
i spi ie th
Sanfibar.
Der Name dieſer Stadt iſt in lester Beit oft in den Zeitungen erwähnt worden. Der berühmte Afrikaerforſher Stanley hat nämlich in dieſem Frühjahr von dieſer Stadt aus eine große Expedition nad) dem Junern Afrikas unternommen,
um einen
in Sudan
von Arabern hartbe-
drängten und von der Außenwelt abgeſchloſſenen Deutſchen wo möglich zu befreien. Sanſibar liegt auf der Oſtſeite * Afrikas an der Küſte Sanſibar und ift die größte und wichtigſte Handelsjtadt der ganzen Oſtküſte, 80,000 Einwohner zählend. Sie hat einen ausgezeihneten Hafen und verdankt ihre Blüthe eigentlich der Miſſion, welche im Jahre 1843 von Dr. Krapf an dieſer Küſte begonnen wurde. Die ganze Küſte iſt bewohnt von einem Miſchlingsvolf aus Negern und Arabern. D. H.
theils die europäiſhen Miſſionsgeſellſhaften auffommen. Sn den farbigen Gemeinden der rheinifden Miſſion betragen die Beiträge der Heidenchriſten für die kirchlichen Bedürfniſſe troÿ der jest ſehr geringen Verdienſte etwa 5 Dollars auf jeden Communicanten das Jahr. Die kaffriſhe Bibeliberfesung iſt vollendet. Hauptarbeiter war der Berliner Miſſ. Sup. Kropf, unter deſſen Leitung dieſelbe nun in England gedru>t werden ſoll. Die Berliner Miſſion in Südafrika zeigt für das Sie hat auf 47 Jahr 1886 ein erfreuliches Wachsthum. Stationen 16,540 Getaufte, darunter 7765 Communicanten und über 3500 Schulkinder. An freiwilligen Gaben für die Miſſion und Beiträgen zur Erhaltung des Predigtamts brachten die Getauften $20,000 auf. Jm Zululande mußten die Hermannsburger Miſſionare in Folge des zwiſchen den Zulus und Engländerniim
-
on
Sanfibar.
54
Die
Missions~Taube.
Jahre 1878 ausgebrodjenen Krieges ihre Stationen verlaſſen. Nach Beendigung des Krieges aber durften ſie die Stationen im Nord-Zululande ſofort wieder beſeßen. Jm Süd-Zululande jedo<, wo der gottloſe, inſonderheit der lutherifden Miſſion feindlihe Engländer J. Dunn das Regiment führte, geſtattete dieſer den Miſſionaren die Rüdkehr auf ihre Stationen niht. Endlich aber ift nun auf Nadfuden der Hermannsburger Miſſion doch von der engliſchen Regierung die Erlaubnis zur Rückkehr der Miſſionare ertheilt worden. Der Hermannsburger Miffionsprobft Fröhling hat auf einer Unterſuchungsreiſe den Eindru> bekommen, daß das Volk der Zulu die zurü>tkehrenden Miſſionare mit Freuden aufnehmen wird. Wahrſcheinlich wird der Miſſionsdirector E. Harms auf ſeiner beabſichtigten Viſitationsreiſe in Afrika auch dieſe ſo lange ver: [aſſen geweſenen Stationen beſuchen. Die franzöſiſch - proteſtantiſhe Gambefimiffion hat wegen beſtändiger Kriegsunruhen und Blutvergießens mit viel Widerwärtigkeiten zu kämpfen. Jm Kurumandiſtrict, wo der bekannte Miſſionspionier Moffat arbeitete, unterhält die Londoner Miſſionsgeſellſhaft außer der Hauptſtation mit dem MoffatErziehungsinſtitut 13 von lauter eingebornen Lehrern bediente Außenſtationen. Weſtafrika. Von der Goldküſte hat die Baſeler Miſſion für das lebte Jahr einen Verluſt von feds „Miſſionsgeſhwiſtern“ durch den Tod, aber auch eine reiche geiſtlihe Ernte zu verzeihnen. Durch das ganze Land macht fid) ein Um\{<wung der Dinge bemerflid. „Jn früheren Zeiten“, erklärte ein alter Heide, „hat man feine Plantage angelegt, ohne den Fetiſch zu fragen, wo ein guter Ort zu finden ſei, oder was man darauf pflanzen ſolle, ob man Schafe, Ziegen oder Schweine halten ſolle. Seit aber das Chriftenthum gekommen iſt .... mißachten aud) viele Heiden den Rath des Fetifdes. Deßhalb ift es das Beſte, wenn die jungen Leute Chriſten werden und die Schule beſuchen.“ 17 Eingeborne ſtehen als Pfarrer im Dienſt und verwalten thr Amt mit Umſicht und Treue. Auch hier erweiſt fid die Schule als eine beſondere Macht der Miſſion. Aus Kjebi wird eine Chriſtenverfolgung gemeldet. Der König Ata, ein mehrfacher Mörder und Brandſtifter, der hon fünf Jahre von den Engländern im Gefängnis géhalten wurde, und der fid) nah ſeiner Freilaſſung als _ ein gehäſſiger Chriſtenfeind erwies, belagerte das Chriſten: ‘quartier ſeiner Hauptſtadt Kjebi, das 400 Chriſten zählt. ‘Ein Gemeindeälteſter wurde des Diebſtahls beſchuldigt, - hen König beſtohlen zu haben, und obgleich die wirklichen Diebe bald gefunden wurden, fo wurde doch er und andere Chriſten furdjtbar gequält und gefoltert. 14 Tage lang “ wurden alle möglichen Mißhandlungen, Beraubungen und Erpreſſungen an den Chriſten verübt, dann erſt traf ein ommiſſar des Gouverneurs ein, um die Sache zu unter-
ſuchen.
Der
König
zog
mit
allem
Pomp
eines Neger-
fürſten und mit Hunderten ſeiner Bewaffneten, mit Fetiſchen und Häuptlingen heran, ſtarb jedo< plößlih an einer heftigen Lungenentzündung. Aus der Niger-Miſſion klagt der greiſe eingeborne Biſchof Crowther ſehr über Mangel an Arbeitern. Von zwölf Orten kamen Bitten um Lehrer, ohne daß auh nur ein einziger zur Verfügung geweſen wäre. Auch mehrere ältere Stationen ſind verwaiſt. Dies machen fic) die römiſchen Miſſionare ſofort zu Nute und ſuchen fid) überall einzudrängen, was ihnen auch theilweiſe gelingt. Doch fonnte Crowther
fünf neue
ſhwarze Arbeiter aus Sierra
Leone in Dienſt ſtellen. Troy ſeines hohen Alters unternimmt der Viſchof nod) immer Viſitationsreiſen durch ſein großes Gebiet. Beſonders hoffnungsvoll ijt die Miſſion in Bonny, wo zahlreiche Schaaren die Kirche beſuchen. So am Sonntage nah Weihnachten 2118. Zu Tuwon hat die Gemeinde auf eigene Koſten eine zweite eiſerne Kirche aus Liverpool, England, kommen laſſen*) und bei Einweihung derſelben $150 geſammelt, welche Summe ſie mit einem Dankſagungsbriefe an die Miſſionsgeſellſchaft in London ſandte. Die Geſammtzahl der Chriſten in diefer Miſſion mag fid) auf 5000 belaufen. Vom Kongo find ermuthigende Nachrichten eingegangen. Das Miſſionswerk der engliſchen Baptiſten daſelbſt iſt in gutem Gange. Die amerikaniſchen Baptiſten melden ſogar eine außerordentliche „Erwe>ung“. Viele” Gögzenbilder und Fetiſche ſind zerſtört. Männer und Weiber fangen an fic) zu fleiden und im November find 42 Erſtlinge getauft worden. Freilid) gab es auch ſofort Verfolgungen. Mehrere Chriſten ſind vertrieben, mißhandelt und an Leib und Leben bedroht. Oſtafrika. Aus dem Nyaſſaland wird eine bedeutende Auflebung des Sclavenhandels gemeldet. Es iſt erſtaunlich, wie billig die ſchwarze Waare dort an Ort und Stelle iſt. Für einen kräftigen jungen Mann werden 40, für ein Schulmädchen 56, für eine junge Frau 36, für eine alte Frau wie für ein Kind 4 Yard ſchlechten Kalikos bezahlt ! Daneben treiben auch die verſchiedenſten Reformirten ihre Miſſionen, theilweiſe mit gutem Erfolg. Aus Madagaskar ſenden die nach dem Kriege zurü>gekehrten franzöſiſhen Jeſuiten {hon wieder glänzende Berichte. Sie behaupten, von der Bevölkerung mit hellem Jubel empfangen worden zu ſein. Zu ihren Schulen drängen fic) die Jünglinge, um franzöſiſh zu lernen, 8) Solche eiſerne Kirchen und andere Gebäude werden in eng: liſchen Fabrikenin großer Anzahl aus ſtarkem Eiſenbleh fertig geſtellt, mit Löchern und Schrauben verſehen und verſandt. An Ort und Stelle werden fie dann nur aufgeſtellt und zuſammengeſchroben.
-
Wo ſie jedoch den Sonnenſtrahlen ausgefest ſind, ſind ſie ſehr heiß, aber für Gegenden, wo es an Baumaterial oder an geſchi>kten Bau-
leuten fehlt, ſehr bequem und billig.
Gait
LP
id
ME we! =
Misstons-Taube.
Zeitungen jedod) wollen wiſſen, daß es mit den franz zöſiſchen Sympathieen fo weit nicht her ſei. Außer der lutheriſchen Miſſion der Norweger, über welche die „Miſſions-Taube“ ſchon etliche Male berichtet hat, gibt es nod) verſchiedene andere proteſtantiſche Miſſionen auf der Jnfel, fo die engliſche „Geſellſchaft
des Evangeliums“,
zur Ausbreitung
welche jest auf Madagaskar
10
europäiſche und 3 ordinirte eingeborne Miſſionare ſammt 90 Katechiſten unterhält. Die „Freunde“ (Quäker)
haben auf der Jnſel 19 Arbeiter, 2 große Hochſchulen, eine für Knaben
und
die andere
200 Schülern beſucht. von 14,000 Kindern und Gottesdienſte von etiva haben fie eine Dru>erei - zwei Kranfenpflegerinnen Die
Londoner
für Mädchen,
jede von etwa
Jhre ſonſtigen Schulen werden ihre an 125 Orten abgehaltenen 40,000 Zuhörern beſuht. Auch und ein von zwei Aerzten und bedientes Miſſionshospital.
Miſſionsgeſellſchaft
weihete
kürzlich in Gegenwart der Königin von Madagaskar und des erſten Miniſters 2 neue Kirchen ein. Welch ein Uebelſtand es iſt, wenn in derſelben Gegend verſchiedene Miſſionen arbeiten, zeigt fid) in der Provinz Betſilio auf Madagaskar, wo die Miſſionsgebiete der Norweger (Lutheraner), der Londoner (Neformirte) und der Franzoſen (Römiſche) in einander liegen. Die Leute ſind
_55
Sumpf moraliſcher Entwürdigung. Und wir — wir Chriſten überlaſſen es den verahteten Mohammedanern, den Bekennern einer falſchen Religion, dieſen Handel anzugreifen und die Fluth der Degradation aufzuhalten, welche er in ſeinem Gefolge hat.“ Das Uebel mag ja fclimm genug ſein, wahrſcheinlich aber ſieht Mr. Thomſon den Handel mit den Augen eines Temperenzlers an. Das aber iſt Thatſache, daß der Mohammedanismus die ganze atlantiſhe
Küſte entlang
langſam
aber fider
vorwärts
dringt. Er hat Hunderte von Miſſionaren, die zu ihrem Berufe gefdult und auf der „Univerſität“ von Kairo ausgebildet ſind. Mit richtigem Takt befesen ſie die wichtigſten Punkte zuerſt, wie Senegambien, Sierra Leone, Lagos und das Nigergebiet. Von den erſten 5 Baſeler Miſſionaren (einer mit Frau), welche kurz vor Weihnachten in Kamerun eintrafen, ruht leider ſhon einer auf dem neuen Miſſionsfelde im Grabe. Am Altkalabar, wo ihr Schiff landete, hatte er fid) das Fieber geholt, das ihn, troy aller angewandten Pflege, am 27. December wegraffte. Ein ſhwerer Schlag für die neue Miſſion ! Die \<wediſche Miſſion am Kongo hat lestes Jahr 5 Erſtlinge getauft. Zur Zeit hat fie dort 5 Miſſionare. Die Taylorſche Miſſion von Amerika hat ebenfalls Arbeiter am Kongo und beabſichtigt jede Station zu einer Kolonie zu machen, zu welchem Zwe> ſchon eine Anzahl Handwerker und Landarbeiter von Amerika aus hinüber befördert find. Die deutſche - oſtafrikaniſhe evangeliſche Miſſionsgeſellſchaft zu Berlin hat am 2. März ihre erſten beiden Sendlinge abgeordnet, um im Süden der deutſchen Beſißungen in Afrika ihre Arbeit zu beginnen. C. S.
ganz confus, welder Miſſion ſie fid) anſchließen ſollen. Ein Häuptling, der es allen redjt machen wollte, hielt ſich für ſeine Perſon zu den Reformirten, ſeine Frau übergab er den Jeſuiten und ſeinen Sohn den Lutheranern. Oft finden auch Ueberläufereien aus einer Schule in die andere ſtatt. Neuerdings verlangt ein Geſetz, daß jedes Kind in der Schule, die es oder ſeine Eltern einmal erwählt hat, bleiben muß. Jn Aegypten hat das Miſſionswerk nod) wenig Erfolge aufzuweiſen. Am bedeutendſten iſt die Miſſion der amerikaniſchen Presbyterianer, deren 9 amerikaniſche und 8 eingeborene Miſſionare etwa 3000 Chriſten an 57 verſchiedenen Orten zwiſchen Kairo und Ein ehrendes Zeuguis für Livingſtone _Aſſiut geſammelt haben. 65 Schulen werden von den Eingebornen ſelbſt unterhalten und von mehr als 5400 legte jüngſt der bekannte Stanley ab, der den zeitweilig verſchollenen Livingſtone ſeinerzeit in Afrika aufgeſucht, Schülern beſucht. Faſt alle Miſſionare Afrikas klagen darüber, daß hernach ſelbſt Erforſhungsreiſen gemacht und namentlich Afrika von Europa, und ſonderlich von Deutſchland aus, in jüngſter Zeit in Bildung des Congoſtaates gewirkt hat. mit Branntivein förmlich überfluthet und dadurch das arme Er ſagt: Jch bin ſiebenzehn Jahre lang in Afrika geweſen, habe nie jemand getroffen, der entſchloſſen geweſen Volk moraliſch zu Grunde gerichtet wird. Ein Mr. Thomſon reibt aus Afrika: „Für jeden einzelnen Afrikaner, wäre, mid) umzubringen, ſobald id) meine Hände faltete. welcher durch das Chriſtenthum in guter Bezichung beein- Die vier Monate meines Zuſammenſeins mit Livingſtone flußt wird, wird ein ganzes Tauſend in tiefere Entwür- waren hinreichend, meine Wünſche und Arbeiten für digung hinuntergeſtoßen durd) den Branntiveinhandel.... Afrika und ſeine armen Bewohner in driftlide Bahnen Gleich einem der entſchiedenſten Atheiſten Wir ſind ſtets bereit, Sdyredensfdjreie zu erheben über jede zu lenken. id) mid) 1871 in jene unbekannte, abgebegab “Mißhandlung eines Sclaven, und wir wollen nicht ſehen, Londons Yd) fand Livingſtone, und fragte mid: Welt. \hloſſene daß wir einen Handel treiben, welcher in mancher Hinſicht ein größeres Uebel iſt als der Sclavenhandel. . . . Wie ih Was in aller Welt vermag dieſen alten Mann hier zu in vielen Theilen Weſtafrikas geſehen habe, bedeutet dieſer halten? Aber nachdem id) ihn etlide Monate lang aufNegers in einen zehnfach tieferen merkſam beobachtet, hatte ih gefunden: dieſer Mann ward
ee
Die
i
die Hinunterſtoßung des
56
| | ||
Die
Missions -Tauke,
getragen von dem Geiſte des Chriftenthums. Die Lehren der Schrift ſuchte er im Leben zu veriverthen. Seine hingebende, fid) aufopfernde Liebe für Andere wirkte bald anftedend. Ohne daß Livingſtone es wollte, oder es aud) nur beabſichtigte, brachte er durd) ſeine Menſchlichkeit, ſeine Milde, ſeinen Ernſt und Würde und gewiſſenhafte Treue in mir ſelbſt cine vollſtändige Umwandlung zu Stande. Wie ſhade, daß dieſer treffliche Menſch ſo bald ſterben mußte. Wie würde er aufjauchzen, ſollte er ſehen, was ſeither für Afrika geſchehen iſt!
Der
Profit.
Einem Agenten einer evangeliſchen Geſellſchaft in Frankreich brachte ein armes Fabrikmädchen beinahe acht Francs für die Miſſion. Als dieſer fid) über dieſen Betrag wunderte, antwortete ſie: „Wann habe ih meine leste Gabe gebracht?“ — „Am 13. Juni“, ſagte er, „ſtehen hier von Jhnen 6 Francs.“ — „Nun“, erwiderte fie, und zählte an ihren Fingern, „das ſind ſhon fünf Monate her, und in der Zeit hätte id) doh wenigſtens ſhon vier Paar Schuhe auf dem Tanzboden verſchliſſen, wenn id) das Evangelium nicht kennen gelernt hätte. Rechnen fie nun
ſelbſt nach, id) habe dod) Profit.“
Allerlei. 1. Gebet cines Siidfecinfulaners am Sdluffe eines WUbendgottesdienftes: „O Gott, wir gehen jest heim nad) unſern Häuſern. Laß aber nicht zu, daß es mit den guten Worten, die wir heute gehört haben, gehe, wie mit unſern ſchönen Kleidern, die wir heute anhaben und nachts ausziehen, zuſammenfalten und in eine Kiſte legen, bis ein anderer Sonntag anbricht. Vielmehr laß deine Wahrheit ſein, wie die Tättowirung an unſern Leibern, unvertilgbar bis zum Tode!“ — 2. Ein Kaffernhäuptling Sikana ermahnte ſterbend die Leute ſeines Kraals mit folgenden ſ{hönen Worten: ,, Sd) fprede nunmehr das leßte Mal zu euch; denn ih weiß, daß id) heute ſterben werde. Es hat Gott wohlgefallen, mid) mit dieſer Krankheit heimzuſuchen; aber id) bin in ſeinen Willen ergeben, weil id) weiß, daß Gott Geſundheit gibt und Geſundheit nimmt, wie es ihm wohlgefällt. Meine Seele und mein Leib find in ſeiner Hand. Jhr lebt mitten unter Wölfen, darum ziehet fo {nell als möglich zu dem Lehrer, denn dies iſt der einzige Freund, den ihr im Lande habt. Und che ihr den Dienſt Gottes aufgebt, erduldet lieber den Tod. Denn alle, die ohne Chriſto dahin leben, ſind unglü>lihe Menſchen. Sie ſind todt und ohne Gott. Wenn id) geſtorben bin, ſo gehet
hin und ſaget allen Häuptlingen der Kaffern-Nation, daß Gott ihnen ſein Wort geſendet hat und daß ſie wohl thun, darauf zu merken, ſonſt würden ſie die traurigſten Folgen davon erfahren müſſen.“ Milde Gaben für die Negermiſſion : Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., $27.20. Durch Kaſſirer J. C. Vahls, Lincoln, Nebr., 26.00. Durch Kaſſirer C. Eißfeldt, Milwaukee, Wis., 72.87. Durch P. F. Meyr von ſeiner Gemeinde in Friedheim, Mo., 6.50, von ſeinem Filial in Kurreville, Mo., 2.50, von ihm ſelbſt 1.00, Durch Kaſſirer D. W. Noſcher, Fort Wayne, Jnd., 32.50,
Durch L, K. von einer Miſſionsfreundin
50. Durch Kaſſirer H. Bartling 94.15. Durch Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md., 23.82. Durch P. P. Weſeloh, Kimmswik, Mo., 1.00. Durch P. L. Fürbringer, Frankenmuth, Mich., von Ferd. Nüchterlein ſen. 50, Durch Kaſſirer Ch. Schmalzriedt, Detroit, Mich., 82.41. (Summa $320.95.) Für die neue Station in New Orleans: Von einem Leſer der „Miſſionstaube“ in Detroit, Mich., 1.00. Durch Kaſſirer H. H. Meyer in St. Louis, Mo., 13.00. Von A. Brauer in St. Louis, Mo., 5.00. Durch Lehrer F: W. Hadjtedde von ſeiner Miſſionsſchule in Omaha, Nebr., 7.10. Durch Kaſſirer D. W. Noſcher, Fort Wayne, Jnd., 16 80. Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, SIL, 44.28, Durch P. T. Stiemfe von den weißen Kindern der Schule des Herrn Lehrer C. A. Stiemke in Buſfalo, N. Y., für die {warzen Kinder des Südens 3.01. Durch denſelben von folgenden Schülern der St. Andreas:Schule in Buffalo, N. ia C. Rodel
.25, G. Pfeil .25, J. Petzold .25, J. Pieper .07, H. Käſelau .06,
P.
Burſchalter .10, G. Berg
W.
Pohlmann
.05, C. Priifert .07, G. Thieme .05,
.10, C. Thiesfeld .15, E. Gis .06, L. Sie
.25, M.
Pohlmann .15, E. Burſchalter .05, T. Gerftacer .05, L. Kretſchmer .10, E. Rommel .05, Fda Stubbe .05, M. Nüller .15, Cl. Klocke .15,
J. Henſchel .10, L. Otto .15, M. Käſelau .05, A. Tönsjoſt .10, D.
Dehm .15, M. Ott .05, E. Thiele .05, L. Kiene .15, G. Finger .10, E. Nogge .05, T. Damaske .05, Geſchwiſter Nobert .25, M. Kech .10, von einigen andern .20. Von K. A. C. A. V. in New York 5.00. Durch Kaſſirer Ch. Schmalzriedt, Detroit, Mich., 22.00. (Summa $120.70.)
Für
die neue
Orgel
für
Il.
Zion
Church
in New
Orleans: Durch Prof. F. RE von Lina Tänſer in St. Louis, Mo,, 1.00. Durch Frl. Mathilde Günther in St. Louis, Mo., von der Gemeinde in Kirkwood, Mo., 5.00, vom Jungfrauenverein da: ſelbſt 1.50, von Frau Prof. Lange 1.00, von ete Lange .50, Martha Lange 1.00, von Frau Prof. Pieper 1.00, Ch. Sieving 1.00, A. Sander .50, Kaisfer .25, A. Stapfer .25, Frau L. S. Schiereck 1.00, 2. Schmidt 1.00, Prof. M. Günther 1.00, Frau Prox Günther . 3,00, N. M. T. Günther 1.00, Frau Furder .50, Frau Prof. Schaller 1.00, A. Schaller 1.00, Frau Gaſt 2.00, Frau Lange 1.00, Frau P. Stöckhardt 1.00. Durch dieſelbe von folgenden Schülern Herrn Lehrer Grotes in St. Louis, Mo. : Caroline Steinkamp 1.00, Minna Steinkamp .50, Wilhelm Steinkamp .50, C. G. Grote .50, Hermann Grote .50, Emma Steinkamp .25, Anna Hüttemann .25, Clara Gräf .25, Auguſte Zartt .25, Soa Grote .25, Johann Mehrhoff .20, L, Reichmann .10, Ed. Krivinghaus .10, Katharine Jung .10, Hulda Jung .10, Katharine Fricke .10, Emma Löſch .15, Margaretha Wrede .15, M. Löttcher .15, Louis Nothacker .15, Emma
Nothader .15, Paul Grote .30.
(Summa $32.50.)
St. Louis, Mo., den 23, Juni 1887.
A. C. Vurgdorf, Kaſſirer. 1041
Allen Ave.,
St. Louis, Mo.
oe Die Miſſions-Taube‘‘ erſcheint einmal monatlig. Der Preis fir ein Jahr in Vorausbesahlung mit Porto iſt folgender: 1 Gremplar. 10 Ggemplare.... 25 u Z 60 ” 100 ” Die Parthie-Preife gelten nur dann, wenn alle ( t Adreſſe verſandt Bau 8 4 E Gem plare nates since
Seine Zu beſtellen ee uund at zu bezahlen zah iſt N das Blatt bei dem Luth. 5 ConcordiaAlle die Redaction betreffenden Einſendun, d Rey. 0. Hanser, 1811 S, 8th Str., St. Louis Mo: ate Gel beltrále für die me, ere miſſion an den Kaſſirer Dir. A. C. Burgdorf, 1041 Allen Ave., St. Louis, Mo. Entered at the Post Ollice at St. Louis, Mo., as second-class matter. se a i
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Nachrichten aus dem Herausgegeben
fiir die Evang. - Lutheriſhe Synodalconferenz bon Nordamerika von der Commiſſion für die Negermiffton; redigict von den Paſtoren C. J. O. Hanſer und C. F. W. Sapper.
Auguſt
9. Jahrgang.
„Und id ſage eud audi: Wachet end) Freunde mit dem ungere<ten Bammon, auf daß, wenn ify nun
darßet,
fie eu<
ewigen Hütten.“
aufneßmen
in die
Suc. 16, 9.
Dieſe Worte ſind ein rechter Miſſionstext, in ſofern ſie nämlich zu reichlichen Gaben für die Miſſion erwe>en und ermuntern. Zwar klingen die Worte wunderbar und dunkel. Ungelehrigen und leichtfertigen Seelen können ſie daher leicht aus eigner Schuld zur Verdammnis gereichen (2 Petri 3, 16.), wie denn der unſeligen Pabſtkirche geſchehen ijt, welche aus dieſen theuren Verheißungsworten den unvernünftigen und gottloſen Schluß gezogen hat, daß man mit Almoſen den Himmel verdienen könne. So muß es auch den ſtolzen, frehen Geiſtern gehen, die ohne Demuth und Furcht an das theure Wort Gottes gehen. Was ihnen zum Leben geſagt iſt, muß ihnen durch eigne Schuld zum Tode gereichen. — Wahr ijt es, der HErr Chriſtus gibt in obigen Worten den guten Werken einen ſehr hohen Ruhm, da er ſie mit den ewigen Hütten der himmliſchen Seligkeit in Verbindung fest. Aber wir müſſen ſie ret verſtehen. Chriſtus ſpricht die Worte nur zu denen, welche bereits durd) wahren Glauben zu ſeligen Kindern Gottes wiedergeboren ſind. Von dieſen will er,
daß ſie das Licht ihres Glaubens leuchten laſſen in guten Werken zu Gottes Ehre. Weil er aber weiß, wie auch ſeine Gläubigen die nod) anklebende Sünde Guten träge macht, fo will er fie mit den Worten munter und willig machen, wenn er ſagt: „Machet
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ſehr zum recht eu <
1887.
‘Nummer 8.
Freunde mit dem ungeredten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, ſie euh aufnehmen in die ewigen Hütten.“ Unter Mammon verſteht Chriſtus unſere irdifden Güter. Ungerecht nennt er ihn, weil ſo viel Sünde und Unrecht mit Gewinnung und Gebrauch desſelben verbunden ift. Freunde machen wir uns mit ihm, wenn wir mit demſelben wohlthun, wenn wir Hungernde ſpeiſen, Durſtende tränken, Na>kende kleiden, Kranke verpflegen, Wittwen und Waiſen verſorgen. Solche Nothleidenden werden dann durch unſere Liebe unſere dankbaren Freunde. Dieſe ihre dankbare Freundſchaft ſollen wir genießen, „wenn wir darben“, das heißt, wenn wir ſelbſt in Armuth gerathen oder in den Tod und in's Gericht kommen, da „werden ſie uns aufnehmen in die ewigen Hütten“. Was heißt nun das? Es kann nicht heißen, daß fie uns den Himmel aufſhließen. Denn das thut nur unſer lieber HErr JEſus. (Offenb. 3, 7.) Ebenſowenig kann es heißen, daß unſere guten- Werke uns in den Himmel bringen. Denn das thut allein der wahre Glaube an Chriſtum. (Röm. 3, 28.) Was iſt denn nun der rete Sinn dieſer Worte? Ohne Zweifel gibt ihn die weimarſche Bibel*) in folgenden Worten richtig an: „Sie geben eud) vor Gott Zeugnis, daß ihr durch eure Gutthätigkeit euren Glauben im Werk erwieſen und daß ſie für euch bitten, Gott wolle euch alles Gute, fo ihr ihnen erzeiget, reidjlic) vergelten und um Chriſti willen aus Gnaden eu< in den Himmel #) Dieſes ausgezeichnete Bibelwerk ſollte in keinem lutheriſchen Hauſe fehlen. Es iſt herausgegeben und zu haben bet Herrn Fr. Delte, No. 709 Franklin Ave., St. Louis, Mo.
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Die
58
Misstons-Taube.
aufnehmen.“ — So ijt es. Die guten Werke ſind Chriſto ſo lieb um des Glaubens willen, daß er fie ſo hod) rühmt, als ob ſie den Himmel verdienten. Ganz ähnlich ſpricht er daher Matth. 25.: „Kommet her, ihr Geſegneten, und ererbet das Reich, das euch bereitet ift von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig geweſen und ihr habt mid geſpeiſet“ u. f. f. Das klingt auch, als ob Chriſtus unſern Werken die Seligkeit zuſchreibe, während er dod) ſonſt ſpricht: „Wer an mich glaubet, der hat das ewige Leben.“ Aber er rühmt darum die Werke des Glaubens ſo hod) und verheißt ihnen einen fo ‘großen Gnadenlohn im Himmel, um ſeine Gläubigen immer fleißiger und treuer darin zu machen. — Und wie ſollten dieſe Worte die Gläubigen nicht auf's höchſte ermuntern, wenn fie hören, daß was ſie in herzlicher Liebe dem Nächſten Gutes thun, das haben ſie dem Heiland ſelbſt gethan! Und weiter, wenn Chriſtus ſhon leibliche Gaben, einen Trunk falten Waſſers nicht unbelohnt laſſen will, o, wie wird er vergelten die geiſtlichen Gaben, wenn wir ſein Wort verbreiten, wenn wir Sünder zur Buße führen, wenn wir Miſſionare ausfenden, fie in ihrem geſegneten Werke unterſtüßen — für fie beten, helfen Kirchen bauen, driftlide Schulen erridjten — kurz, helfen unſterbliche Seelen, die er mit ſeinem Blut erkauft hat, für die Seligkeit gewinnen. D, welche ſeligen Werke ſind das! — Darum find ja freilid) die Worte ein redjt erwe>licher Miffionstert: „Machet cud) Freunde mit dem ungeredten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, ſie eud) aufnehmen in die ewigen Hütten.“ — Möge denn der treue Heiland auch dieſes fein Wort an unſern Herzen verſiegeln zu neuem Eifer für unſere theure Negermiſſion. Amen. O. H.
(Aus
dem
Schwediſchen
in „Auguſtana P. F. Weſemann.)
och Miſſionären“
von
Allgemeiner Aeßberßſi> über das Feld der äußern 2iffion. Aſien.
Dieſer Welttheil ift ja die Wiege nicht nur der allein wahren Religion, welhe vor Beginn unſerer chriſtlichen Zeitrechnung exiſtirte, des Judenthums, ſondern aud) „des Chriſtenthums. Hier war der Schauplazß der erſten Kämpfe und Siege des Chriſtenthums, und von hier aus breitete fic) die Kundſchaft des Evangeliums nach andern Melttheilen aus. Hier gab es viele blühende chriſtliche Gemeinden und hier erwarben viele Bekenner JEſu die
Märtyrerkrone.
LL
Aber der Leuchter wurde bald wegge-
ſtoßen von ſeiner Stätte. Als das Feuer der Verfolgung zu brennen aufhörte, erkaltete aud) die Wärme des Glau: benslebens und geiſtliher Tod trat ein, während der chriſtliche Name nod) beibehalten wurde. Und fo über-
\hwemmten
die fanatifden Schaaren
des Jslam Klein-
aſien und verbreiteten ihre Lehren mit Feuer und Schwert,
alles verwvüſtend,
was
ſtellte.
hat Aſien
Seitdem
ſi<h ihnen
hindernd
in einem
in den Weg
geiftliden Todes-
\{lummer gelegen, aus welchem es erſt in unſeren Tagen zu erwachen ſcheint. Hier gibt es mächtige Reiche, deren Geſchichte bis in's graue Alterthum zurückgeht. Hier hat das Heidenthum ſeine mächtigſte Feſtung; hier iſt es in Syſteme gebracht worden. Aber hier iſt es aud) offenbar geivorden,
daß ein Volk,
welches den allein wahren Gott
nicht kennt, unmöglich eine höhere Entividelung der Seele erreichen und ſich von den Feſſeln des Jrrthums und Unglaubens losmachen kann. Mit Freuden erbliden wir daher die Morgendämmerung eines beſſeren Tages für dieſen Welttheil. Das Licht der Welt, welches mit JEſu Menſchwerdung angezündet tvurde, fängt nun an, die Todesſchatten wieder zu zerſtreuen, in welche er ſo lange eingehüllt war. Unſer Blik ruht nun zuerſt auf dem „Lande des Gonz nenaufgangs“, Japan. Jn demſelben bedeutungsvollen Jahre, in welchem unſere „pilgrim fathers‘‘ an der Plymouth-Klippe an's Land ſtiegen, wurden die leßten papiſtiſden Miſſionare aus Japan vertrieben, und an die zweihundert Jahre iſt ſeitdem dieſes merkwürdige Jnſelreid) dem Evangelium verſchloſſen geweſen und hat keine Handelsverbindungen mit dem Abendlande gehabt. Die katholiſche Kirche hatte hier im 16. Jahrhundert viele Anhänger gewonnen. Kirchen und Schulen wurden in Menge gebaut, und die Ausſichten, Japan in ein papiſtiſches Land zu verwandeln, waren beſonders gut. Aber der Katholicismus wurde dem japaneſiſchen Volk dadurch verhaßt, daß die katholiſchen Miſſionare fic) in die politiſchen Angelegenheiten des Landes miſchten, ja, ſogar eine Revolution zu Stande zu bringen ſuchten, um dic Regierung zu ſtürzen, und dur die Verfolgung, welche nun begann, wurden bald alle Spuren der Wirkſamkeit der Miſſionare verwiſcht. Die Regierung betrachtete das Chriſtenthum als eine für das Gemeinweſen gefährliche Sade und meinte daher in ihrem eigenen und im Sntereffe des Volks zu handeln, wenn ſie ein Decret nah dem andern gegen deſſen Einführung in's Land erließ. Ungefähr im Jahre 1625 wurde ein kaiſerliches Edict erlaſſen, welches ſogar den Gott der Chriſten mit dem Tode bedrohte, wenn er in Japan an's Land ſteigen würde. Wir können uns nicht das Vergnügen verſagen, um unſerer Leſer willen hier das Edict wiederzugeben. Es lautet wie folgt: „So lange die Sonne die Erde erwärmt, ſoll kein Chriſt fid) erdreiſten, nad) Japan zu kommen; und Alle ſollen wiſſen, daß, wenn ſelbſt der König von Spanien oder der große Gott des Weltalls dieſes Gebot übertritt, ſo ſollen ſie mit ihrem Kopfe dafür büßen.“ So twar die Lage in Japan vor 250 Jahren; aber wie iſt ſie jest? Jm Jahre 1853, an einem Sonntage, warf der fromme amerikaniſche Befehlshaber M, C. Perry mit
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Die
ſeinen ſieben Kriegs\chiffen im Hafen von Yeddo Anker. Auf das entfaltete Sternenbanner legte er die Bibel,
aus
welcher er mit lauter Stimme den 100. Pſalm Davids las und darauf mit der Beſatzung ein Loblied ſang. Dies war
das
Signal
zu
einer
„friedlihen
59
Missiorwx-TWauke.
Eroberung“
des
Landes. Ohne Schwertſchlag und ohne einen Tropfen Blut zu vergießen, wurden alle Häfen Japans dem Welthandel geöffnet, und dem Chriſtengott wurde der Eintritt in's Land wieder geſtattet. Um nun die durchgreifenden Veränderungen, in den leßten 30 Jahren in Japan ſtattgefunden
welche haben,
einigermaßen zu beſchreiben, müßten mehrere Nummern unſeres Vlattes gefüllt werden. Von cinem Seitenjtiid dazu weiß die Geſchichte ſicher niht zu berichten. Veränderungen und Verbeſſerungen evblidt man hier auf allen Gebieten. Jun geiſtiger, religiöſer und politiſcher Hinſicht, im Megierungsivefen, in den Unterrichtsmethoden, im Familienleben, im Handel und Wandel und im Militärweſen ift alles ganz anders, als es damals war. Ein junger Japaneſe, der auf der Hopkins Univerſität ſtudirte, äußerte in einer Mede, die er kürzlich in Philadelphia hielt : „Nichts iſt in meinem Vaterlande von dem, was vor 30 Jahren war, übrig geblieben, als die Naturſcenerien. „Aſiens Licht“ wird immer dunkler, aber während es im Niedergange iſt, geht das Licht der Welt über das Kaiſerreich auf.“ Bald ift die Jnſel mit einem Nes von Telegraphendrähten und Eiſenbahnſchienen überſpannt. Der gegenwärtige Mikado hat ſich als einen der geiſtreichſten Regenten der Erde bewieſen und ſein Volk ſteht nicht weit hinter ihm zurü>. Hohe Schulen ſind in großer Zahl errichtet worden. Jn der allgemeinen Volksbildung hat das Land Rieſenfortſchritte gemacht. Vor nur 25 Jahren gab es bloß eine Zeitung im Lande; jebt gibt es dort über 2000, mehr als in Rußland und Spanien zuſammen. Jm Jahre 1873 wurde unſer Kalender angenommen, und „vom Jahre unſers HErrn“ werden jest alle Data gezählt. Für die Predigt des Evangeliums im ganzen Lande iſt jest kein Hindernis mehr vorhanden. Es ſcheint nur noch eine Frage der Zeit zu ſein, wann Japan unter die chriſtlihen Nationen gezählt werden wird. Ein Miſſionar ſchreibt: „Es iſt gar niht unmöglich, daß Japan durch - ein faiferlides Decret für ein chriftlidjes Land erklärt werden wird.“ Die Regierung hat ja ſchon befohlen, daß die Shinto-Prieſter auch die Bibel ſtudiren ſollen. Der Glaube an den Buddhismus ſcheint zu den vergangenen Dingen zu gehören. Ein allgemeiner und tiefgehender Hunger nad) Gottes Wort macht fid) bemertlid). Vor 14 Jahren wurde die erſte proteſtantiſhe Gemeinde im Lande organiſirt ; jest beläuft fic) die Zahl der Gemeinden auf ungefähr 175. Bei einer Conferenz von eingebornen Chriſten, welche zu Anfang des vorigen Jahres in Tokio gehalten wurde, waren 40 eingeborne Paſtoren zugegen. ~ Bibelagenten durchreiſen das Land nach allen Richtungen und verkaufen das theure Buh. Mehrere Miffionsgefell-
ſchaften, beſonders amerikaniſche, arbeiten dort mit Kraft und Erfolg. Welch ein wichtiges Miſſionsfeld iſt Japan mit ſeinen 35 Millionen Einwohnern! Und welch ein wichtiger Zeitabſchnitt iſt in dieſem Lande eingetreten! Es ijt die Pflicht der Kirche, hier zu eilen und in ihren Schooß zu ſammeln. Sie hat hier einen äußerſt verantwortungsvollen Beruf, und wenn ſie dieſen verſäumt, fo können die Folgen unberechenbar ſhwer ſein. Es iſt „weiß zur
Ernte“, aber wo find die Arbeiter? Doch wir hoffen, daß der HErr zur rechten Zeit mit Hülfe kommen wird, denn er braucht ja nicht zu ſpät zu kommen. Vom „Lande des Sonnenaufgangs“ werden Strahlen des Lichts der Welt ausgehen,
um
die Todesſchatten
in andern
oſtaſiatiſchen
Ländern zu zerſtreuen. China. So heißt das größte und volkreichſte Reich der Welt.
Der Flächeninhalt desſelben
ijt fo groß,
als
fünf Achtel von ganz Afrika, und ſeine Bevölkerung erreicht nahezu 400 Millionen oder faſt den dritten Theil der Bevölkerung der ganzen Erde. Die Geſchichte keines Landes reicht ſo weit in die Vorzeit zurück, als die Geſchichte Chinas. Elf Jahre, ehe Socrates geboren wurde, ſtarb Confucius, der größte Gelehrte Chinas. Während nod) das römiſche und griehiſhe Reich in Barbarei verſunken lagen, hatte China eine anſehnliche Höhe der Bildung erreicht. Mit Ausnahme der ſpäteſten und geiſtreichſten Erfindungen unſerer Zeit gibt es wenige, welche nicht in China erfunden und Jahrhunderte lang angewandt wurden, ehe ſie der übrigen Welt bekannt wurden. Kein Land wird von fo vielen Canälen durchſchnitten, als China. Der große Canal, welcher 650 Meilen lang und am meiſten bekannt ijt, ijt bod) nur der längſte von den 400 Canälen, welche ſammt den vielen Flüſſen das Reich durchſchneiden. Und dieſe Canäle, von denen die meiſten vor Beginn unſerer Zeitrechnung gebaut wurden, find nod) in braudjbarem Zuſtande. Von den -früheren Verſuchen, dieſes Land zu evangeliſiren, wollen wir hier niht reden; unſere Aufgabe ift, das Stadium zu ſchildern, in welchem die Miſſionswirkſamkeit fic) gegenwärtig befindet. Als der erſte Opiumkrieg durch den Frieden zu Nanking beendigt wurde, wurden fünf Häfen dem Evangelium und dem Handel mit der übrigen Welt geöffnet. Aber die eigentliche Miſſionswirkſamkeit im Lande datirt ſich erſt ſeit dem Frieden zu Tientſing im Jahre 1860. Durch dieſen Friedensvertrag wurde das ganze große Reich den Miſſionaren ge= öffnet. Es dürfte wohl am Plage fein, den Artikel aus jenem Friedensvertrag, durd) welchen der Miſſionswirkſamkeit der chriſtlichen Kirche zu wenigſtens einem Dritttheil unſeres Geſchlechts der Zutritt geſtattet wird, hier anzuführen. Er lautet, wie folgt: „Die Wahrheiten der chriſtlichen Religion, wie ſie von den proteſtantiſchen und katholiſchen Gemeinſchaften bekannt werden, werden als ſolche erkannt, welche die Menſchen lehren Gutes thun, und Andere zu thun, was ſie wünſchen, daß Andere ihnen
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760
Die
Mixstoma-Taulbe. werden. Die Zahl der eingebornen Chriſten beträgt ungefähr 7000. Jm Miffionshospital ſind ungefähr 26,000 Patienten verpflegt worden. Die ganze Provinz mit ihren 25 Millionen Einwohnern iſt jest ein verſprehendes Miſſionsfeld. Jn faſt jeder Stadt von einiger Bedeutung gibt es einen Miſſionar, und eine Gemeinde nach der andern wird organiſirt. —
thun ſollen. Von jest an ſoll Keiner diejenigen verfolgen, welche dieſe Lehren bekennen und darin unterrichten, und Niemand ſoll wegen ſeines Glaubens beunruhigt werden, wenn er ſonſt friedlid) lebt. Dieſe Verordnung betrifft beide, Ausländer und Chineſen, welche ſich zum chriſtlichen Glauben bekennen.“ Wir merken ſogleich die große Bedeutung dieſes Friedensvertrages. Durch d nſelben wurde den Miſſionaren der Weg zu allen Provinzen des Reichs mit ihren 1700
(Schluß folgt.) com
i Jeruſalem zur Zeit des Geilandes JEſu
Städten und einer faſt unzählig großen Anzahl Dörfer geöffnet. Die Folgen dieſes Friedensvertrags ließen auch nicht lange auf fic) warten.. Ein großer Theil der evangeliſchen Miſſionsgeſellſchaften nahmen fogleid) ihre Wirkſamkeit dort auf, und jest brennen die Wachtfeuer der Miſſion in allen Theilen des Landes. Das ſüdliche China,
und beſonders die Provinz Kanton, ar der Ausgangspunkt für die Miſſionswirkſamkeit im Lande.
Es wirken
dort jeht neun Miſſionsgeſellſhaften, welche von 52 ausländiſchen Miſſionaren, 25 eingeborenen ordinirten Predigern, 120 eingeborenen Mithelfern, 35 Bibelfrauen und 130 Sdullehrern repräſentirt werden. Es gibt dort 130 Kinderſchulen, welche von ungefähr 4000 Kindern beſucht
Chriſti.
Zu
den I.
Bildern.
Jeruſalem.
Wer kann dieſe heilige Stadt ohne tiefe Bewegung des Herzens betrachten, welche die Stadt im beſondern Sinne Gottes hieß und war? Denn Gott ſelbſt wandelte in Menſchengeſtalt darin und vollbrachte in ihr das ſelige Werk unſerer Erlöſung! Von hier aus brad) an der \{öne Glanz Gottes, d. i. das ſelige Evangelium, in deſſen Lichte wir als verſöhnte Kinder Gottes wandeln nad) dem himmliſchen Jeruſalem, das niht von Menſchenhänden gebaut, ſondern ewig iſt. — Jeruſalem hieß früher
Die
WMisxsxiorvex-Tauke.
Salem und war der Wohnort Melchiſedeks (1 Moſ. 14.). David eroberte die Stadt ſpäter aus der Hand der Jebuſiter und machte
ſie zur Hauptſtadt
ſeines Neiches.
Auf
dem Berge Moria, auf dem Abraham ſeinen Sohn Jſaak opfern ſollte, baute Salomo ſeinen herrlichen Tempel, den Nebukadnezar im Jahre 588 vor Chriſto ſammt der Stadt in Aſche legte. — Den zweiten, nad) der Rükehr des Volkes aus der babyloniſchen Gefangenſchaft erbauten Tempel ließ Herodes I., der das Chriftustindlein tödten wollte, niederreißen und baute ihn mit großer Herrlichkeit wieder auf, niht aus Frömmigkeit, ſondern aus
Miffionsftation
61
pel für immer in Schutt und in Wide. Am 10. Trini: tatisfonntag gedenkt die Kirche dieſes ernſten Strafgerichtes Gottes. Möge es uns warnen, daß wir nicht aud) die Zeit göttlicher Gnadenheimfudung verſäumen !
D. H. II.
Miffionsftation
in Weſtafrika.
Schon in der leßten Nummer brachten wir eine Anſiht von Weſtafrika und zwar von dem Flußgebiete des Fluſſes Congo. Das diesmalige Bild liegt etwas weiter
in Weſtafrika.
Prachtliebe und um fic) bei den Juden beliebt zu machen. nirdlid) und {hon im Jahre 1835 haben die erſten MiſJoſephus ſchreibt davon Folgendes: „Der Tempel war ſionare aus Boſton, Maſſ., unter dem Stamm der Greaußen mit Goldplatten bede>t und warf bei Sonnenaufbos die Miſſion begonnen, fo daß die heilige Schrift gang einen feuerähnlichen Glanz von ſich, der die Augen ſchon theilweiſe in ihre Sprache überſeßt iſt und die Zahl der Anſchauenden den Sonnenſtrahlen gleid) blendete. der ins Jnnere geführten Miſſionsſtationen bereits 25 Den ankommenden Fremden ſchien er in der Ferne einem zählt. Das Klima ift höchſt ungeſund und viele MiſſioSchneeberg gleich, denn wo er nicht mit Gold belegt war, nare haben hier ihr Grab gefunden. Trosdem wird die da war er ganz weiß von Marmor.“ Er war der Stolz Miſſion mit Treue fortgeführt. Miſſionar Hoffmann, und die Freude aller Juden und wir begreifen, mit welcher der am 25. Oct. 1865 dem böſen Klima zum Opfer fiel, Liebe die Apoſtel zum HErrn ſprachen : „Meiſter, ſiche, ſtarb mit den Worten: „Werdet nur niht müde. Gewelche Steine und welch ein Bau iſt bas!” (Marc. 13, 1.) -denfet, wer es ijt, der verheißen hat: „Siehe, ih bin bei Nicht ganz 40 Jahre darnad) aber brad) Gottes leßtes euch alle Tage.‘ Das obige Bild zeigt die Hauptſtation Strafgericht über die Stadt herein um ihrer unaus\prech- dieſer geſegneten Miſſion. D. H. © lichen Gottloſigkeit willen; Titus, der römiſche Feldherr, eroberte die Stadt und legte ſie mit dem herrlichen Tem-
Die
62 Sutherifhes
Negerſ<hulfeſt
Misstons-Taube.
in Springfield,
Sclaverei verkauft zu werden, fängt man an, andere Abſhre>ungsmittel zu erſinnen. Man ſagt, die Lutheraner wollen die Negerkinder aus den Freiſchulen bringen, um
IC.
Am 14." Hult feierte die lutheriſche Negermiffionsjdule in Springfield ihr Schulfeſt. Da ih von Herrn Profeſſor Wyneken dringend dazu eingeladen war, ſtellte ih mid um 4 Uhr Nachmittags ein. Das Feſt wurde im College-Park abgehalten. Dd) fand Prof. Wyneken eifrig im Spiel mit etwa 30 Mädchen und ebenſo Stud. Knabenſhuh mit ebenſoviel Knaben. Der Leßteren dürften wohl noch einige mehr geweſen ſein. Die Kinder waren durchſchnittlich ordentlich, einige ſogar ſehr gut gekleidet. Mit wenigen Ausnahmen waren alle Kinder Schüler unſerer Wochen- und Sonntagsſchule. Auch einige weiße Knaben iwaren darunter, die unſere Miffionsfdule beſuchen. Die Kinder waren ſehr vergnügt und die beiden genannten Herren unermüdlich in der Aufführung allerlei Spiele. Dann wurden auch eine Anzahl lutheriſche Kirchenlieder geſungen, als: „Allein Gott in der Hoh’ ſei Ehr.“ „Liebſter JEſu, wir ſind hier.“ „HErr JEſu Chriſt, dich zu uns wend.“ „Jeruſalem, du hochgebaute Stadt.” „Ein? feſte Burg ijt unſer Gott.“ Natürlich alle in engliſcher Ueberſeßung. Auch der kleine Katechismus Luthers urde theils von Einzelnen, theils im Chor hergeſagt. Wenn nun auch die meiſten der Kinder in den Liedern und im Katechismus noch nicht ganz feſt waren, fo war ja das gar nicht anders zu erwarten, denn die Sonntags\cule beſteht erſt ſeit November und die Wochenſchule gar erſt ſeit Februar. Dennoch zeichneten ſich einige der Kinder durch ein reſolutes Weſen und gutes Wiſſen aus, und im Ganzen kann man ſagen, es ift ein erfreuliher Anfang gemadt. Abwechſelnd zwiſchen den Spielen bekamen die Kinder aud) Erfriſchungen, beſtehend aus Limonade, Brod und Käſe, Eiscream und Kuchen. Das Betragen der Kinder war ſehr gut. Gegen Abend kamen auch noch mehrere erwachſene Neger, Verwandte der Schulkinder und ſolche, die unſre Miſſionsgottesdienſte beſuchen. So lernte id) denn den Erſtling der Miſſion in Spring-
fo eine Linie zwiſchen Weißen
und Schwarzen zu ziehen ;
die Lutheraner
ſcheinbar
beweiſen
wohl
ihre Lehren
der Bibel, aber ſie haben eine gefälſchte Bibel.
aus
Aber die
Leute liehen fic) eine Bibel von den Lutheranern und verglichen ſie mit der ihrigen, und ſiehe, ſie ſtimmte genau damit überein. Endlich behauptet man von Seiten der Feinde gar, es lägen unkeuſche Abſichten zu Grunde bei den Lutheranern und den Negerinnen, die ihre Gottes-
dienſte beſuchen, oder fid) gar von ihnen unterrichten laſſen. Allein „Lügen haben kurze Beine“. Troh dem allen geht es mit der Negermiſſion in Springfield rüſtig vorwärts. Eine ganze Anzahl Männer und Frauen, Jünglinge und Jungfrauen, etwa 30, haben fid) zum Taufunterricht gemeldet. 5 Mit der Schule ſind einſtweilen Ferien gemacht, weil es jezt doh zu heiß iſt. Es wurde der Wunſch ausgeſprochen, daß ich, ſobald die Miſſion nach den Ferien twieder im Gange fei, wieder hinkommen, Wochen- und Sonntag3fdule,
ſowie
aud)
den
Gottesdienſt
beſuchen
ſolle,
damit man dann darüber berathe, ob es niht möglich ſei, eine lutheriſche Negergemeinde in Springfield zu gründen und derſelben wenigſtens einen Lehrer zu geben. Freilich müßte dann aud) daran gedacht werden, ein Gebäude für die Zwecke der Miſſion zu bekommen. Diejenigen Neger, welche jest unſre Miſſionsgottesdienſte im College beſuchen und ihre Kinder in die nicht weit vom College befindliche Schule ſchi>en, wohnen meiſtens in der Nähe vom College. Es befindet fid) aber ein großes Settlement von Negern etiva gegen eine Meile von dort entfernt und weiter aus der Stadt. Faſt keine dieſer Neger gehören zu einer Gemeinde, und haben den Wunſch ausgeſprochen, man möchte ihnen die lutheriſche Miſſion näher bringen. Da wäre ein großes und, wie es ſcheint, ergiebiges Feld für unſere Negermiſſion. Der treue Gott, der ja aud) unter den armen Negern ſeine Auserwählten hat, zeige Mittel und Wege, damit ihrer Etliche durch die reine Lehre der evangeliſh-lutheriſchen Kirche für die Seligkeit gewonnen werC. S. den. Das tvalte Gott!
field kennen, die ſhon früher genannte Miss Beverley, Mr. und Mrs. Williams und noc einige andere Negerfamilien. Mit den Genannten mußte ih, ſowie aud) Prof. Wyneken und Stud. Knabenſchuh, das Abendeſſen einnehmen, wobei auch das Leibgericht der Neger, gebratene Hühner, niht fehlte. Nah dem Abendeſſen hatten wir dann nod) eine gemiithlide Unterredung, wobei id)
mich wundern mußte über das verſtändige Urtheil der lie: ben Leute in manchen Stiiden. Sonderlich erzählten fie
Rundſchau auf dem (Gebiet der Wiſſion in Auſtraſien und auf den Südſee-Zuſeln.
von den Verſuchen der Negerpaſtoren, fie von der lutheri-
fGen Miſſion fortzuhalten, wobei fie zu allerhand Lügen engliſhe
Miſſionar
Gribble,
—— jenigen Neger, die fid) an unſerer Miſſion betheiligen,
“ieder fürchten wollen, von den Lutheranern geſchlachtet
Rep
nd zertheilt, nod) Entholifd) gemacht, nod) aud) in die
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Der
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Auſtralien.
welcher Weſtauſtralien bereiste, berichtet wiederholt über allerlei Grauſamkeiten, die von den weißen Anfiedlern an den dortigen Eingebornen verübt werden. Er iſt deshalb vielen Jnſulten ausgefest und man hat Verſuche gemacht,
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und Erfindungen- ihre Zuflucht nehmen, die aber zumTheil ſelbſt den Negern zu plump waren. Da fid) die-
BI ices ES hats CON
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ſeine Berichte als unwahr tes Auftreten
jedoch und
hinzuſtellen. der Umſtand,
Missxiowsx-Tauke.
Sein mannhafdaß
er ſeine Be-
rihte dem Primas der Auſtral-Episcopalkirhe und der ganzen anglikaniſchen Generalſynode unterbreitete und alle angeſtellten Nachforſhungen nichts ergaben, was mit Gribble’s Berichten in Widerſpruch ſtünde, drü>ken leßteren den Stempel der Wahrheit auf. Hören wir nur einige Proben aus Gribble’s Brochüre ,, Dark Deeds in a Sunny Land‘ (Finſtere Werke in einem ſonnigen Lande): Ein
weſtauſtraliſher Anſiedler ſchlingt einem Papúa (Eingeborner von Auſtralien) eine Kette um den Hals,
läßt ihn
dann von ſeinem Pferde eine Meile weit \{leifen und bindet ihn ſhließli< an einen Baum, wo der Schwarze infolge der Mißhandlungen bald ſtirbt. Das Schwurgericht ſprach den Anſiedler frei. Einem Coloniſten waren zwei Papuaburſchen wegen grauſamer Behandlung entlaufen. Sie wurden eingefangen, 30 Meilen weit mit der Knute zurü>getrieben und dann fo unbarmherzig * durchgepeitſcht, daß der Eine ſeinen Herrn bat, er möchte ihm den Gnadenſtoß geben und ſeine Qual enden. Der Coloniſt kam mit ciner unbedeutenden Geldſtrafe davon. Papuamädchen von erſt 7 bis 8 Jahren werden oft die Beute weißer Lüſtlinge; überhaupt wird es in manchen Gegenden Weſtauſtraliens von den Anſiedlern als ein ſelbſtverſtändlicher Act der Gaſtfreundſchaft angeſehen, dem Beſucher ein Papuaweib preiszugeben. Jnfolge der Enthüllungen Gribbles hat die Regierung nun eine Aufſichtsbehörde für Weſtauſtralien ernannt, deren Pflicht es ſein ſoll, die Eingebornen gegen alle Mißhandlungen in Schug zu nehmen. Hier ſcheint die Miſſion unter den Weißen ein noch dringenderes Bedürfnis zu ſein als die unter den Schwarzen. Jn allen anderen Theilen Auſtraliens nehmen die Regierungen die Papuas in Shuß. Jn Neuſüdwales hat fid) eine Geſellſchaft zum Schuß der Eingebornen gebildet, welche auch zwei Miſſionsſtationen unter ihre Obhut genommen hat. Die Station Malaga zählte Ende 1885 fdjon 125 Jnſaſſen, von denen 75 halbblütige und 50 Vollſhwarze waren. Zur Abendmahlsgemeinſchaft gehörten 38 Papua. Die Schule hatte 40 Schüler. Die andere Station, Varangesda, ift von Miſſionar Gribble gegründet. Die Gottesdienſte werden durhſchnittlih von 58 Papua beſucht. In Sidney wurden im Juli vorigen Jahres elf Südſee-:Jnſulaner durd) Miſſionar Peten getauft. Die Feierlichkeit machte einen ſolhen Eindru>, daß mehrere der anweſenden Damen ihre Shmud>ſachen auf den Opferteller legten. Jn demſelben Monate hielt aud) die Generalſynode der auſtraliſchen* Presbyterianer ihre Sißung und beſchloß unter Miſſionar Hagenauer’s Leitung die Papua-Miſſion in der Provinz Queensland zu beginnen. Auch die Brüdergemeinde wird zwei Miſſionare ſtellen, die Koſten ſollen von den Presbyterianern und von der deutſchTutherifdjen Queensland- und Victoria- Synode aufge-
63
bracht werden; was allerdings nicht lutheriſhe, ſondern unioniſtiſche Praxis wäre. Uebrigens hat ſich die Queensländer Regierung bereit erklärt, die für die Miſſion nöthigen Gebäude auf einer Eingeborenen-Reſervation unentgeltlid) errichten zu laſſen und alle Koſten, welche die Anſiedlung von Schwarzen verurſaht, auf mindeſtens ein Jahr zu tragen. on Südauſtralien konnten auf der Station thesda im vorigen Herbſt 5 Papua getauft werden, fo nun die Zahl der dortigen Papuachriſten 41 beträgt. Schülerzahl beträgt 21 und der Kirchenbeſuh hat genommen.
Bez daß Die zu-
In Neuguinea taufte der holländiſhe Miſſionar Van Haſſelt in Manſinom 5 Papua. Die dortige Kirche wurde von den Eingeborenen, Chriſten und Heiden, wieder in guten Stand geſeßt. Alle weigerten ſich, für ihre Arbeit Bezahlung zu nehmen. Sie ſagten: „Es iſt ja ein Gotteshaus, wo wir etwas Gutes hören.“ Kirche und Schule erfreuen fid) einer Zunahme im Beſuch. Auf der Station Andai ſtarb der Erſtling der dortigen Papuachriſten, mit Namen Philippus. Er ſagte im Jahre 1867 zu dem nad) Holland reiſenden Miſſionar Wölders : „Wenn id dich auf Erden nicht wieder ſehe, dann ſehe id) did) doh im Himmel, und wenn id) eher in den Himmel kommen ſollte, dann will id) did) erwarten und zum HErrn JEſus ſprechen : Siehe, HErr, das ijt dein Diener, der mich zu deinen Füßen geleitet hat.“ Nach ſeinem Heim: gange meldeten fid) zivei Papua aus demſelben Dorfe zum Taufunterricht, da fie aud) einmal, wie Philippus, von der Erde ſcheiden wollten um zu JEſus zu kommen. Neben ſolchen erfreulihen Wirkungen des Evangeliums treibt auch der Teufel ſein Werk. Eine Papuafrau, welche durch drei von ihrem Manne gedungene Meuchelmörder {wer verwundet war, fand im Miſſionshauſe zu Andai Zuflucht und Pflege, fiel aber dbennody der Mordluſt ihres Mannes zum Opfer, weil derſelbe heimlicher Weiſe Gift in ihre Wunden ſtreute. Eines Abends wurden aus dem Miſſionsgehöft drei Meuchelmörder verjagt, die es offenbar auf das Leben von Miſſionar Wilders’ Kindern abgeſehen hatten. N Auf Kaiſer-Wilhelms-Land hat die ev.-luth. Miſſion bereits feſten Fuß gefaßt. Die beiden Neudettel8auer Miſſionare Flierl und Tremel find die Pioniere. Flierl war bereits im vorigen Jahre in Finſchhafen gelandet und hatte beim Landhauptmann Freiherrn von Schleiniß und andern Beamten ein freundliches Entgegenkommen gefunden. Die erſten drei Monate verwandte Flierl auf Wanderungen längs der Küſte, wo er viele kleine Ortſchaften beſuchte. Als dann aud) Miſſionar Tremel eintraf, wählten beide das Küſtendörfchen Simbung zum Ausgangspunkt ihrer Miſſionsthätigkeit. Dieſer Punkt liegt 14 Stunden ſüdweſtli<h von Finſchhafen an einer Meeresbucht, ift mit mäßig hohen Waldbergen um-
my
Die
—— 64
Dic
Misstons-Taube.
geben und leiht zu Lande und zu Waſſer zu erreichen. Ringsum liegen eine Anzahl Ortſchaften, deren Einwohner fid) mit Bau- und Feldarbeiten beſchäftigen. Sie ſtehen auf einer höheren Kulturſtufe, als die Papua in Britiſch und Holländiſ<h Neuguinea. Die Miſſionare beſchäftigen fid) vorläufig mit Errichtung der nöthigen Gebaulidfeiten und mit Sprachſtudien. Auch die Rheiniſche Miſſionsgeſellſchaft hat 2 Boten dorthin entſandt. Im Bismar>-Archipel herrſcht innerhalb der dortigen jungen Chriſtengemeinden große Freude über die dort zur Vertheilung gelangten Matthäus- und Markus:-Evangelien und über neue Schulbücher. Gegenwärtig wird in Sidney, Auſtralien, auch die Apojtelgefdidjte, ein Leben JEſu, Stiide aus dem Alten Teſtament, cine Evangelienharmonie, cin Katechismus und ein Geſangbuch in der Sprache Neubritanniens gedru>t. Sehr zu ſtatten kommt dabei der Wesleyaniſchen Miſſion im Bismar>-Archipel cin Legat von 300,000 Mark (etiva $75,000), welches ein Fräulein Blac in Neuſüdwales ausgeſeßt hat. Wie ſchade, daß unſere arme lutheriſhe Kirche keine ſolche Legate zu verzeichnen hat, weder für äußere nod) innere Miſſion. Jm vorigen Jahre find aud) auf den Bismar>Inſeln bereits die erſten Miſſionsfeſte gehalten worden, wobei die Eingeborenen 1000 Mark ($250.00) für die Miſſion beigeſteuert haben. Auch auf den Galomoinfeln, von denen kürzlich drei unter deutſchen Schuß gekommen find, arbeiten Wesleyaniſche Miſſionare und verzeichneten für das Jahr 1885 einen Zuwachs an Getauften von 446, von denen 44 der deutſchen Jnſel Yſabel angehörten. Auf dieſer Jnſel be: finden fid) 3 Miſſionsſtationen, welche von 8 eingebornen Lehrern bedient und deren Schulen von 100 Schülern beſucht werden. Auf der Jnſel San Chriſtoval machte ein Miſſionar die Entde>ung, daß fic) die Einwohner eine Art Miſchreligion, die Heidenthum und Chriſtenthum gerecht zu werden ſucht, gebildet. Die Leutchen ſcheinen etivas von der modernen Aufklärung der Weißen angeſte>t zu ſein. Ebenſo willig und eifrig ſie den chriſtlichen Taufunterricht beſuchen, bringen fie aud) den Geiſtern die übliden heidniſchen Opfer dar, aud) geht der Kindermord ungeſcheut im Schwange. Eines Tages gelang es dem Miſſionar, ein Kind, welches eben von ſeiner Mutter und den weiblichen Anverwandten lebendig begraben werden ſollte, zu retten. Viele Bewohner der Salomoinſeln ſind auh nod) mit großer Vorliebe der Menſchenfreſſerei ergeben. Von den Banks-Jnſeln wird berichtet, daß daſelbſt von 2 eingebornen Miſſionaren, von dem Einen 6 Schulen mit 158 Kindern, und von dem Andern 8 Schulen mit 241 Kindern beaufſichtigt werden. Sie loben ihre Gemeindeglieder wegen ihres fleißigen Kirhenbeſuchs, wobei
‘fic dieſelben die weiten Wege nicht abhalten laſſen, Mud)
ſind zwei Schulhäuſer von der Bevölkerung ſelbſt erbauet worden; Männer, Weiber und Kinder arbeiteten daran,
ohne die geringſte Bezahlung, Fleiß.
Ein meldete
fdottifhes
mit dem größten Eifer und C. S.
Bauernmadden
fid) beim Pfarrer zum
heiligen Whendmabhle
an.
Auf alle Fragen in Betreff ihrer Bußfertigkeit und ihres Glaubens ſchwieg fic. Der Pfarrer wies fie als ganz unvorbereitet zurü>. Beim Hinausgehen brach fie in helle Thränen aus. Der Paſtor rief ſie zurü>k und fragte fie
freundlich, warum ſie kein Zeugnis von ihrem Heilande ablegen wolle, den fie doh zu lieben ſcheine. „Ach“, erwiderte ſie unter vielem Schluchzen, „von ihm reden kann ih nicht, aber für ihn ſterben möchte ih wohl!“ L.
Budanzeige. Jeruſalem und feine Umgebung in alter und neuer Zeit. Nach Quellen geſchildert von P. Siegler, ev.-luth. Lehrer. Milwaukee. Brunnquell & Rohde. 1887. Wer Freude hat an dem Bilde Jeruſalems in dieſer Nummer der „Miſſionstaube“ und gerne etivas Näheres über dieſe wunderbare Stadt leſen möchte, der findet in dem hier angezeigten Büchlein kurzen aber höchſt intereſſanten Bericht. Wir empfehlen es unſern lieben Leſern aufs dringendſte, Es koſtet 20 Cents und ijt bei
der angegebenen Buchhandlung in Milwaukee, Wis., zu ho
Milde Gaben für die Negermiffion: Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., $29.50. Durch Kaſſirer C. Eißfeldt, Milwaukee, Wis., 6.50. Durch Kaſſirer J. C. Bahls, Lincoln, Nebr., 10.85. Durch Prof. G. Burk, New Ulm, Minn., 22.95. Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., 364.23. Durch Kaſſirer D. W. Roſcher, Fort Wayne, Jnd., 123.15. Durch Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md., 16.00. Durch Kaſſirer C. Scbmalzriedt, Detroit, Mich., 13.25. (Summa $586.43.) Für die neue Station in New Orleans: Durch Kaſſi-
rer T, H. Menk, St. Paul, Minn., 63.54. Von Frau Heinecke 1.00 und von Frau Dorow 1.00, beide in Marquette, L. S., Mich. Durch Lehrer A. H. W. Kirchhoff, Norfolk, Nebr., 3.26. Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., 7.00. Durch P. G. Bayer, Marengo, Jowa, von Fr. Ebert 1.00., Heinr. Ebert 1.00, von Frau Charlotte Ebert 1.00. Durch Kaſſirer D. W. Roſcher, Fort Wayne, Jnd.,
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A. C. Burgdorf, 1041 Allen Ave., »: D Sabr eras A
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Radridten aus dem Miſſionsgebiet der Heimath unddes Wuslandes, Herausgegeben für die Evang. - Lutheriſhe Synodalconferenz bon Nordamerika von der Commiſſion für die Negermiffion; redigirt von den Paſtoren C. J. O. Hanſer
9. Jahrgang.
September „Ein
Samariter
aber reifete
und
kam
dahin
und da er ihn ſahe, jammerte ihn ſein. Ging zu ihm, berband ihm ſeine Wunden und goß darein Oel und Wein und hub ihn auf fein Thier und
führete ihn in die Herberge und pſlegete fein.“ (Luc. 10, 33. 34.)
Sehet hier das Bild wahrer Liebe, wie es der Mund der ewigen Weisheit und Liebe ſelbſt in dem barmherzigen Samariter vor unſere Augen malt. Da liegt der arme, unter die Mörder Gefallene in ſeinem Blute hilflos und halbtodt. Kaum vernimmt er den Schritt eines nahenden Menſchen und der Gedanke an ſeine Rettung belebt für einen Augenbli> ſein faſt erſtarrtes Herz. Ein Prieſter iſt's, den ſein Weg vorüber führt. Er ſieht den Unglüdlichen in ſeinem Jammer liegen, aber adj! mitleids.los eilt er fort, nuv auf ſeine eigene Sicherheit bedacht. Ein Levit folgt ihm. Auch er wirft einen Bli>k auf den armen Menſchen, lange genug, ſeinen bejammernswerthen Zuſtand
zu erkennen,
aber das war alles.
„Da
er ihn
fabe, ging er vorüber“, ſagt der HErr. — Dieſe unſeligen Menſchen .haben wohl Moſen und die Propheten im Kopf, aber niht dur den Glauben im Herzen, darum auch keine Liebe. Selbſt dieſer erſhütternde Anbli> eines von Mördern beraubten, halbtodten Menſchen in menſchenleerer Wüſte kann ihr Herz nicht zu liebreicher Hilfe erwe>en! Ach welch ein dunkles, leider nur zu getreues Bild fo vieler, die ſih Chriſten nennen, die den köſtlihen Namen Chriſti tragen, doch ſeine göttliche Kraft verleugnen ! — Aber wie viel heller ſtrahlt nun aud) das Bild wahrer Liebe, wie es
aus dem Herzen des gläubigen Samariters hervorleuchtet !
und C. F. W.
Sapper.
1887.
Aummer
9.
Ein Samariter kommt an die Unglücksſtätte und kaum er: bli>t ſein Auge den Aermſten in ſeinem Blute, da wallt ſein Herz über vor Erbarmen.
Er ſpringt herab von ſei-
nem Thier, er kniet nieder zu dem Ungliidliden. Er uns terſucht ihn und findet zu ſeiner Freude noch Leben in ihm. Durch eingeflößten Wein bringt er ihn wieder zu vollem Bewußtſein. Dann reinigt er ihm die Wunden, lindert ſie mit Del, verbindet ſie, aufs beſte er kann, und dann hebt er ihn auf ſein Thier. Er geht ſelbſt langſam zu Fuße neben ihm her und erreicht fo gliidlid) die Herberge. O welche Freude wird es ihm geweſen ſein, als er den armen Menſchen fo weit gerettet ſah ! — Aber ſeine reiche Liebe hatte fid) nod) nicht erſchöpft, nod) nicht genug gethan. Als er ſeinen armen Schüßling wohl gebettet hat, fo fist er nun an ſeinem Lager, reiht ihm Arznei, bietet ihm andere nöthige Erqui>kung und Linderung und läßt ſih's nicht verdrießen, die Naht durhzuwachen. Und endlich, da er am andern Tag weiter reiſen muß, reiht er dem Wirthe Geld und fpridjt: „Pflege fein, und fo du etwas mehr wirſt darthun, will id) dir's bezahlen, wenn
id) wiederkomme.“
O wel
ein Bild der Liebe!
Wer kann es betrachten ohne tiefe Beſhämung! Ach laßt es uns tief ins Herz prägen. Dazu hat uns der Heiland ihre Geſtalt und Bild vor Augen gemalt. Wahre Liebe ſieht nicht den Menſchen, ſondern ſeine Noth an. Sie fragt niht: Sft der Menſch aud) meiner Hilfe werth, ſondern: braucht er ſie? Sie fragt nicht: Hat er ſein Unglüd ſelbſt verſchuldet, ſondern : wie kann id) ihn daraus erretten. Sie fragt nicht: Kann ih auch entbehren, was er braucht, ſondern : habe ih es? Sie iſt bereit, den lepten
pee
Die
66
Misstons-Taube.
Cent, das leste Stü>k Brod, das Hemd vom Leibe zu ge“ben, die größten Opfer zu bringen. Wahre Liebe ijt nicht vorübergehende Rührung des Herzens, ſondern beſtändig, anhaltend, ja, ſie wird, je länger ſie geübt wird, deſto heißer, brünſtiger, ſelbſtverleugnender. Sie iſt einer Quelle gleich, die ihr Waſſer nicht tropfenweis gibt, ſondern fie fließt immer fort und deſto reichlicher, je mehr aus ihr geſchöpft wird. — D welch ein Paradies würde die Erde werden, wenn aus Aller Herzen, die fid) Chriſten nennen, der Quell wahrer Liebe fließen würde! — Wohlan, laßt uns darnach ſtreben. „Gehe hin und thue desgleiden”, ruft uns der Heiland zu. Mögen wir es aud) in dem Werke unſerer Miſſion beweiſen. Fürwahr, ſie ift ein rechtes Samariterwerk. Möge der Eifer der Falſchgläubigen darin nicht das Bild des Samariters und der redjt= gläubige Prieſter und Levit das Bild der Lutheraner ſein. Wie \chre>li<h wäre das! Gott wolle es in Gnaden verhüten! : Du ſüße Liebe ſchenk uns deine Gunſt Und laß uns empfinden der Liebe Brunſt, Daß wir uns von Herzen einander lieben!
Aus
dem SafresberiGt
der Leipziger
burd) Dr. Hölſcher,
bisher Paſtor an der Nicolaikirche in
Leipzig, und Paſtor Hofſtätter aus Poſſenheim in Baiern. Die Miſſion
in Jndien
zählt jest 23 Hauptſtationen,
zu welchen mehr als 500 verſchiedene Ortſchaften gehören, die durch das ganze Tamulengebiet zerſtreut find. Jm leßten Jahre ſind 540 Heiden getauft, 99 aus anderen chriſtlichen Confeſſionen aufgenommen
und 455 Chriſten-
kinder getauft. Die Geſammtzahl der Chriſten beträgt nach Abzug der 278 im leßten Jahre Verſtorbenen 14,014. Wenn die Heiden in Jndien Chriſten geworden find, müſſen ſie viel Verfolgung leiden, man ſucht ihnen alles mögliche Herzeleid anzuthun, ihnen alles zu nehmen und fie zu unterdriiden, und ſelbſt vor Gericht bekommen fie niemals Recht. Am Ende vorigen Jahres zählte die Leipziger Miſſion 12 ordinirte Landprediger, das heißt ſolche, die im Tamulenlande geboren find, dazu 6 eingeborne Candidaten der Theologie,
die bereits Examen
gemacht
haben,
fic) aber
erſt eine Zeit lang bewähren müſſen, ehe ſie die Ordination empfangen. Ferner 56 Catecheten, welche den Miſſionaren Amen.
O. H.
helfen ſollen und ſonderlich an entfernte Orte geſtellt werden, die der Miſſionar nur ſelten beſuchen kann. Außerdem gibt es noh 131 andere Miſſionsgehülfen.
Miſſion.
Schulen zählte die Miſſion Ende vorigen Jahres 149 mit 241 eingebornen Lehrern und 3653 Schülern, von denen
Am 1. Juni feierte die Miſſion in Leipzig ihr Jahres. feſt. Domprediger Bichmann aus Braunſchweig hielt die Feſtpredigt. Miſſionsdirector Dr. Hardeland erſtattete den Jahresbericht. Jm lebten Jahre mußten zwei Miſſionare ihre ihnen fo lieb gewordene Arbeit in Jndien niederlegen. Der Eine, Miſſionar Bergſtedt, ift bereits im October v. J. ſelig entſchlafen; der Andere, Miſſionar Baierlein, der volle 40 Jahre im Dienſt der Miſſion geſtanden, lebt als Emeritus in Dresden. Dieſes Frühjahr haben nod) zwei Miſſionare ihr Arbeitsfeld in Judien verlaſſen müſſen. Miſſionar Handmann folgte einem Rufe an die Miſſionsanſtalt in Leipzig, Miſſionar Wannske, dem der Tod ſeine Gehülfin von der Seite geriſſen, brachte ſeine drei mutterloſen Kindlein herüber, um dann an ſeine Arbeit zurü>zukehren. So. ſtehen jest nur nod) 20 Miſſionare an der Arbeit, bod) wurden bei der Jahresfeier wieder 4 neue Arbeiter abgeordnet. Senior Cordes, der eigentliche Veteran der Leipziger Miſſion, hat ebenfalls ſein Amt an der Anſtalt niederlegen müſſen. Derſelbe hat volle 50 Jahre mit der Miſſion in Verbindung geſtanden. Mehr als 30 Jahre war er in Jndien, und 17 Jahre an der Anſtalt in Leipzig. Nun aber ift ſeine Kraft gebrochen. Seine Stelle im Collegium hat Miſſionar Handmann übernommen. Noch zwei andere Arbeiter hat die Anſtalt verToren, Prof. Dr. Keil, wegen Altersſ<wäche, und Paſtor Hashagen, der in’s Pfarramt zuriidgetehrt iſt. Die da: dur entſtandenen Lücken find jedoh wieder ausgefüllt
bereits
1904
der
lutheriſchen
Kirche
angehörten.
Die Andern find nod) Heiden und etliche Mohammedaner. Die Geſammteinnahme belief fid) im vorigen Jahre auf 343,887 Mark
oder etiva $85,970.00;
die Ausgabe
300,385 Mark oder $75,095.00, einen Kaſſenbeſtand von 43,501 Mark oder $10,875.00 belaſſend.
An demſelben Tage, als die Miſſion daheim in Leipzig ihr Jahresfeſt beging, trat die tamuliſhe Synode der Leipziger Miſſion in Jndien zu ihrer erſten Verſammlung zuſammen, um über die Förderung des Reiches Gottes inmitten des Tamulenvolkes zu berathen. Jm nächſten Rehnungsjahr werden bedeutende Anforderungen an die Kaſſe der Miſſion gemacht werden. 20,000 Mark allein in den nächſten Monaten für Reiſegelder, dazu ſind mehrere neue Stationen einzurichten. Ausgaben für Penſionirung „ausgedienter Brüder“ (Miſſionare) für Erziehung von Miſſionarskindern, deren ſich gegenwärtig in Deutſchland gegen 60 befinden, und nod) viel Anderes. 5 C. S.
Aus dem Jahresberidt der Hermannsßurger
Wiſſion. Miſſionsdirector E. Harms gedenkt im Herbſt eine Reiſe nach Afrika anzutreten, um die dortigen Miſſionsſtationen zu beſuchen, und empfiehlt fid) der Fürbitte der ganzen Miſſionsgemeinde. Seit Oſtern dieſes Jahres iſt
Die
Paſtor Oepke als Condirector in die Anſtalt eingetreten und
wird
Stelle
während
der Abweſenheit
in Hermannsburg
des Directors deſſen
verſehen.
Jm
67
Missions5-Taube.,
Herbſt dieſes
Ueberſhuß von 5241 Mark 48 Pfennigen erzielt. Das Miſſionsblatt iſt in 9500 Exemplaren gedru>t. Die Baareinnahme der Miſſionshauptkaſſe war Mk. 258,523.25
Jahres werden auch wieder eine Anzahl Zöglinge aus der
(in
Anſtalt entlaſſen werden können, um als Miſſionare ins Amt zu treten. Einer derſelben, Schumann, wird bereits abgereiſt ſein, um den erkrankten Probſt Fröhling in
ME. 27.69, alſo nicht ganz $7.00. Außerdem hat die Miſſion noch eine alte Schuld von etwas über $23,000. Neben dem Baargeld gingen bedeutende Beiträge an Kleidungsſtü>ken und Naturalien ein. Vor zwei Jahren hatte ein Freund der Miſſion ſein ganzes Vermögen teſtamen-
Afrika zu unterſtüßen.
Ein
ſehr herber Verluſt,
der die
Miſſion betroffen hat, war zu vermelden, der Tod des treuverdienten Miſſionsprobſtes Mylius in Jndien. Miſſionar Mylius war ein perſönlicher Freund des verſtorbenen Theodor Harms. Er war früher ſhon einmal im Dienſt der Leipziger Miſſion als Miſſionar in Jndien, und nad) dem mehrere Jahre Paſtor in der Stadt Hannover.
Jm Jahre 1865 trat er zu Paſtor Ludwig Harms
in Hermannsburg, ‘und wurde von dieſem im Sommer desſelben Jahres zur Gründung einer Hermannsburger Miſſion in Jndien entſandt. Jm Herbſt 1866 wurden drei Hermannsburger Miſſionare ihm nachgeſendet, und er zum Probſt der Hermannsburger Miſſion in Jndien ernannt, welche ſeit jener Zeit unter ſeiner Leitung geſtanden hat. Mylius war nie verheirathet, aber eifrig im Dienſte des HErrn und ein hinreißender Redner. Obgleid) er in der leßten Zeit ſehr ſhwah war und einen Gehilfen hatte, ſo predigte er am Himmelfahrtsfeſte, zwei Tage vor ſeinem Tode, noch zweimal in der Teluguſprache auf ſeiner Station zu Nagudupeta. Am Freitag hielt er den ganzen Tag Schule, und ſelbſt nod) am SamstagVormittag, obgleid) mit äußerſter Anſtrengung. Am Samstag-Nachmittag war keine Schule, da konnte er ausruhen. Aber ſhon am Samstag - Nachmittag, 54 Uhr, rief der HErr ſeinen treuen Arbeiter heim zur ewigen Ruhe. Tags darauf wurde ſeine Leiche, auf ſeinem Sophabett liegend, im Schiff ſeiner Kirche in die Gruft geſenkt. Miſſionar Peterſen, der ſchon ſeit Jahren der Gehilfe des Probſts Mylius war, weilt zur Wiedererlangung ſeiner geſhwächten Geſundheit in Deutſchland, und war auf dem Miſſionsfeſt in Hermannsburg anweſend. So arbeiten jest auf dem Felde der Hermannsburger Miſſion in Gndien nur nod) 9 Miſſionare unter etiva 900 Gemeindegliedern
(Seelen).
5
Jn Afrika war die Arbeit im Jahr 1886 reichlich geſegnet. Ju der Zulumijffion find 232 Heiden getauft und beträgt die Geſammtzahl 1527 Seelen. Die im Kriege verloren. gegangenen Stationen im Süd-Zululande hat die Miſſion wieder erlangt, und ſcheinen aud) die Verhandlungen behufs Wiedererlangung der Stationen im NordZululande einen günſtigen Verlauf nehmen zu wollen. Jn der Baſutomiſſion wurden 1251 getauft und iſt die Geſammizahl der Glieder dieſer Miſſion auf 10,273 geſtiegen. Jn Auſtralien und Neuſeeland find noch keine Taufen zu verzeichnen.
Die Miffionsbuddruderet und -Binderei hat einen
runder
Summe
$63,100.00).
Kaſſenbeſtand
blieb
tariſh vermacht, im Werth von etwa 15—16,000 Thalern.
Ehe davon Beſih ergriffen werden konnte, mußte die kaiferlide Einwilligung eingeholt werden, und dieſe iſt nun verweigert worden, weil eine Verleßung der Pflicht gegen hilfsbedürftige Verwandte Seitens des Erblaſſers vorliege. Somit wird alſo dies ziemlid) bedeutende Geſchenk der Miſſion verloren gehen. — An dieſen kurzen Bericht fügen wir nod) Einiges über die Hermannsburger Miſſion am Finkefluß an. Dieſe Station wurde von Hermannsburger Miſſionaren und Coloniſten vor etiva 10 Jahren, im Juni 1877, am linken Ufer des Finke gegründet. Das Land, faſt ſo groß wie ein deutſches Königreich, war von der Regierung angewieſen. Die Stationsgebäude ſtehen auf einer kleinen Ebene dicht am Finke. Nach Norden zu iſt eine fdine, weite Uusfidt. Das Land erhebt fid) wellenförmig, hie und da unterbrochen von Sand- und Kalkſteinhügeln, bis im Hintergrunde — ungefähr 6 Stunden Weges — das beinahe 4000 Fuß hohe MacDonnell-Gebirge die weitere Ausſicht verſchließt. Dicht an der Südſeite iſt das breite, ſandige Finkebett und eine Meile davon das ebenfalls ziemlid) hohe James- Gebirge. Jm Often und Weſten wird die Ebene von bewaldeten Hügeln begrenzt. Auf Hunderte von Meilen ijt die ganze Gegend abwechſelnd mit Wald und dem von Menſchen und Vieh gefürchteten Stachelſhweingras bewachſen. Dieſes Gras ſieht aus wie das ſchönſte Gras und ladet den Unbekannten zum Ausruhen ein. Aber, o weh, ſchneller als er fich niederfeste ſpringt er mit einem Aufſchrei in die Höhe, denn die ſcharfen Stacheln des Graſes dringen durch die didjte Hoſe ins Fleiſch und ſelbſt Lederhoſen find kein Schuß dagegen. Auf der Station befinden ſih zwei große Steinhäuſer, in einem derſelben ſind die Wohnungen für drei Miſſionare mit ihren Familien, das andere enthält die Schule für die Heiden und zwei Wohnungen für Colo- Familien. Außerdem befindet ſih eine Schmiede niſten und Wagenſchuppen aus Stein, Kirche und Waarenhaus aus Holz und nod) mehrere kleinere Wohnhäuſer, Küchen u. f. tv. aus Holz, und weiter nach außen die verſchiedenen Einzäunungen für das Vieh, als Ziegen, Schafe, Pferde, Rinder, und die Gärten zum Gemüſebau. Jeder Garten hat einen oder mehrere Brunnen, aus denen das Waſſer dur< Pumpen auf die Beete geleitet wird, weil ohne ſolche Vorrichtung nichts wachſen würde, iſt es dod
ſelbſt fo kümmerlih genug mit dem Gartenbau beſtellt.
=
Die
Misatous-Taukbe.
Auch Fruchtbäume, als Feigen, Mandeln, Datteln, Aprifofen und Pfirſiche, ſind angepflanzt, aud) einige Weinſtôö>e, ob ſie Frucht bringen, iſt nod) abzuwarten. Was die Arbeit an den Heiden betrifft, fo erfordert dieſelbe nod) immer viel Geduld. Getauft iſt noc) keiner; doch halten fid) jest eine ganze Anzahl Heiden auf der Station auf, die daſelbſt arbeiten, natürlich auch gefüttert werden müſſen, aber auch zugleich unter dem Einfluß des Wortes Gottes ſtehen, die Gottesdienſte beſuchen, ihre Kinder in die Schule ſhi>en und auch ſelbſt nad) und nad) lernen. Während ſie früher ganz na>t gingen, ihr Körper von Fett glänzte, das von Fett und Dred ſtroßende Haar in zuſammengeklebten Zöpfen um den Kopf hing, und die Männer beſtändig ihren 8—10 Fuß langen Speer, Schild und Wurfbrett bei ſich trugen, durch die Naſe einen 6, Zoll langen Holz- oder Knochenſtab, wobei ſie dann noch, wenn ſie ſih ſehr fein machen wollten, den ganzen Körper, außer mit Fett, aud) mit Oker einrieben, ſodaß fie mehr roth als hwarz ausſahen ; gehen fie jest wenigſtens mit einem Hemd bekleidet. Dazu hat der Eine oder Andere aud) wohl einen oder gar zwei Schuhe an, Manche ſogar auch eine Hoſe, wenn auch nur mit einem oder einem halben Bein. Zuweilen kommt es auch vor, daß Einer, wenn er ſih nicht beobachtet glaubt, beim Eſſen ſchnell mit der Hand in den Fetttopf fährt und fic) damit über das Haar oder den Körper ſtreiht. Zur Arbeit waren fie ſonſt ganz furchtbar ungeſchi>t und faul, doch jest können ſie mit Geſchi> reiten, fahren, melken, waſchen, graben und andere Arbeiten verrihten. Während fie früher logen, fo oft ſie nur den Mund aufthaten, und ſtahlen wie die Raben, findet man jest nah und nad) mehr Wahrheitsliebe und Ehrlichkeit unter ihnen und die alten heidniſchen Gebräuche verſhwinden mehr und mehr. Auch die Kinder in der Schule machen Fortſchritte. Sie waren “Anfangs fo dumm als das liebe Vieh und war faſt nichts mit ihnen anzufangen, dod) nad) und nad) werden fie anſtelliger und mehr Menſchenkindern ahnlid. Manche können ſchon recht gut leſen und ſchreiben, re<hnen und ſingen, und haben gute Kenntnis des Katehi3mus und der Bibliſchen Geſchichte. Einige Kinder könnten wohl getauft werden, dod) haben es die Miſſionare bis jest unterlaſſen, weil dieſe Kinder noch zu ſehr unter dem verderblichen Einfluß der Eltern ftehen. Die Schulkinder ſtellen fic) regelmäßig zu den Gottesdienſten ein, fo aud manche Erwachſene, während Andere unregelmäßig kommen. So erfüllt fic) aud) hier, wenn auch nur ſehr langſam, daß Gottes Wort nicht leer wiederkommt. Möchte nur aud) bald einmal mit der Bildung einer Gemeinde der Anfang gemacht werden können. Wir aber können an dieſer Miſſion, die nun ſeit über 10 Jahren beſteht, und bereits viele Tauſende gekoſtet hat und nod) beſtändig foftet, Geduld lernen. C, S,
Tiflis iſt die herrlihe Hauptſtadt der Provinz des ruſſiſchen Kaiſerreihes Kaukaſien in Aſien mit 100,000 Einwohnern, früher die Reſidenz chriſtliher Könige. Aber das Chriſtenthum war aud) hier wie in Kleinaſien völlig ausgerottet und die tapferen freiheitsliebenden Gebirgsvölker von Kaufafien, unter denen die Tſcherkeſſen wegen ihrer körperlichen Schönheit berühmt ſind, waren in völliges Heidenthum zurü>geſunken und lebten von Jagd und Raub. Selbſt der Muhammedanismus hatte dieſe Völker niht bezwingen können und Rußland unterwarf fie ſich erſt nad) einem 50jährigen blutigen Kampf. Jn der Nähe von Tiflis liegen noch jest eine Anzahl Würtembergiſcher Coloniſtendörfer, die Rußland zur Bebauung des fruchtbaren Landes unter dem Verſprechen großer politiſcher und religiöſer Freiheiten dort angeſiedelt hat. O. H.
(Aus
dem
Schwediſchen
Allgemeiner
in „Auguſtana P. F. Weſemann.)
Neberßſid
od) Miſſionären“
üßer
das Held
von
der
äußern Wiſfion. (Schluß)
Nordöſtli<h von Kanton liegt die Provinz Fukien. Hier hat wohl die Miſſion in China die herrlichſten Siege errungen. Die meiſten der evangeliſchen Miſſionsgeſellſchaften find hier vertreten. Die Zahl der Miſſionare beträgt 48 ausländiſhe und 362 eingeborene Gehülfen. Kinderſchulen gibt es hier 166 mit ungefähr 400 Schülern. Unweit dieſer Provinz liegt die große Jnſel Formoſa, woſelbſt die canadiſhen Presbyterianer eine fegensreide Miſſion betreiben. So könnten wir fortfahren, jede Provinz in dieſem großen Reich zu nennen und die herrlichen Früchte zu zeigen, welche die Miſſion überall getragen hat ; aber der Mangel an Raum verbietet uns, dies zu thun. Folgende ftatiftifde Angaben für das Jahr 1886 wollen wir nod) anführen aus ,,The Chinese Recorder and Missionary Journal‘. Zahl der im Lande wirkenden Miſſionsgeſellſchaften.. .. Ausländiſche Miſſionare beiderlei Geſchlechts... Eingeborene ordinirte Miſſionare ........000.000
Eingeborene Mithelfer .............. Schulkinder .....2-seeeeeee Communicanten ....-0...200eee
38 892 134
. -
1,154 9,864
pcstssnscssseseccs
G/L 19.
Dieſe Angaben find allerdings ſehr ermuthigend. Es braucht bloß bemerkt zu werden, daß die Ziffern, welche die Communicantenzahl angeben, fo niedrig als miglid geſeßt ſind. Die obengenannte Zeitung bemerkt auch, daß die Communicantenzahl in Wirklichkeit an die 30,000 beträgt. Außerdem muß bemerkt werden, daß es Chriſten im ganzen Lande gibt, welche wegen örtlicher Verhältniſſe fic) keiner Gemeinde anſchließen konnten. Das ganze Ed ia
68
|
Die
chineſiſche Reich ijt indeſſen mit einem Nef von Miſſionsſtationen überſpannt. Jmmer tiefer in's Land hinein find die Miſſionare vorgedrungen, bis fie die weſtliche Grenze desſelben erreiht haben. Man fann jest von Peking bis Kanton wandern und jede Nacht unter dem Dach von Chriſten verweilen. Schon
hat
der
Proteſtantismus
herrlihe
69
Miaatona-Taube.
Siege
in
China gewonnen; aber viele Zeichen deuten darauf hin, daß deſſen Fortſchritte in der nächſten Zeit noch großartiger ſein werden. Schon 1880 ſagte der bekannte Dr. Th. Chriſtlieb: „Wenn die proteſtantiſche Miſſion ſo zu wach-
fen fortfährt, wie bisher, ſo wird es im Jahre 1913 26 Millionen Communicanten und ungefähr 100 Millionen evangeliſche Chriſten im Lande geben.“ Und Dr. Williams, der 32 Jahre in China verweilte, ſpricht die kühne Hoffnung aus, daß innerhalb eines halben Jahrhunderts „das ganze Kaiſerreich evangeliſch werden wird“. Chinas uraltes Gifenfyftem fängt an, in ſeinen Grundfeſten zu wanken. Es iſt das einſtimmige Zeugnis der Miſſionare, daß das Heidenthum augenſcheinlich im Abnehmen iſt. Die mit heidniſchen Greueln vermengte Moralphiloſophie des Confucius fängt an für die höhern Klaſſen des Landes unzureichend zu werden. Die chriſtliche Schulwirkſamkeit verfehlt aud) ihr Ziel niht. Von den Miſſions\chulen gehen jährlich Tauſende von Kindern mit tiefen Eindrücken von den Lehren des Chriſtenthums aus. Mit Freuden
denken wir auch daran,
daß der bei den Chineſen tief ein-
gewurzelte Haß gegen alles Wuslandifde
zu weichen an-
fängt.
in lebhafte Be-
China
ijt in den
legten Jahren
rührung mit unſerm Lande und Europa gekommen. Und die ausgezeihneten Communicationsmittel unſerer Zeit haben den durch die große Entfernung gebildeten Zwiſchenzaun abgebrochen. Das Land fängt auch an, ſich dieſe Mittel für ſeine innere Entwi>kelung zu Nute zu machen. Es wird gewiß nicht lange dauern, bis es mit einem Netz von Eiſenbahnſchienen uud Telegraphendrähten umſpon-
nen
iſt.
Jn
dieſen Tagen
wird
wohl
die Eiſenbahn
zwiſchen Kanton und Tientſing vollendet ſein. Nie kann China mehr zu der von andern Ländern iſolirten Stellung guriidfehren, welche es Jahrtauſende lang eingenommen hat. Viele Anzeichen deuten darauf hin, daß die Chineſen anfangen, aus ihrer mehr als tauſendjährigen Betäubung zu erwachen. Neues Leben wird in allen Theilen dieſes : großen alten Staatskörpers wahrgenommen. Aber als Miſſionsfeld ift China von der allergrößten Bedeutung. Dort befindet fic) faſt die Hälfte aller Heiden in der Welt, von denen die meiſten in einer einzigen Sprache mit der Predigt des Evangeliums erreicht werden können. Eine einzige Bibelüberſeßung iſt genug für alle dieſe Millionen, und es gibt jest eine ſolche, welche von keiner in einer andern Sprache übertroffen werden ſoll. Es ſollte daher
für die chriſtlichen Miſſionsgeſellſchaften dieſes Land ein
a
70
i
Die
Missions-Taubkbe.
begehrtes Ziel ſein. Hier ift das Gibraltar des Chriſtenthums, und Chriſti Reich ſollte alle ſeine Kräfte aufbieten, es einzunehmen. Und die Bekehrung Chinas zum Chriſtenthum wird ſicher einen wichtigen Abſchnitt in der Entfwidelung des Reiches Gottes kennzeihnen. Wird dieſes thatfräftige und unternehmende Volk für das Evangelium gewonnen, ſo wird es zu der baldigen Annahme des Chriſtenthums ſeitens der übrigen oſtaſiatiſchen Länder kräftig bei-
terianifde Miffionsgefellfdaft eine Miffionsftation in Seoul. Das wurde durch einen foreanifden Edelmann, Rigutei, ausgewirkt, der fein Land als Miniſter in Japan vertrat und daſelbſt zum Chriſtenthum bekehrt wurde. Der Arzt U. N. Allen, der einem Hospital in China vorſtand, wurde nun nad) Seoul berufen, und es ſcheint, daß Gott ſeine Wirkſamkeit als ein Mittel anwendet, der Einführung
des Evangeliums im Lande den Weg zu bereiten. Ueber die Wirkſamkeit Dr. Allen's führen wir Folgendes aus der Korea. So heißt die unter Chinas Botmäßigkeit Miſſionszeitung der Presbyterianer „Foreign Missionſtehende und öſtlich von deſſen nördlicher Provinz gelegene ary“ an: „Dr. Allen ſchreibt ſehr hoffnungsvoll in BeHalbinſel. Korea hat einen Flächeninhalt von 87,764 treff ſeiner Arbeit im Hospital in Seoul. Dieſes Hospital Quadratmeilen - und zählt ungefähr 9 Millionen Ein- hat die Regierung gebaut und gänzlich unter Allen's Aufwohner. Das Land ift von ſehr abwechſelnder Beſchaffen- ſicht geſtellt. Die Regierung beſtreitet ſelbſt alle Ausgaben heit und befist unermeßlih große Hülfsquellen. Jm für dasſelbe, ausgenommen die Löhne für die Aerzte. Schooß der Berge findet man faſt alle Arten von Metallen, Dr. Allen hat viele ſehr hochgeſtellte Perſonen und ſelbſt und die Thäler ſowohl als der ganze weſtliche Theil der Glieder der königlichen Familie behandelt. Ungefähr 70 Halbinſel haben einen außerordentlich fruchtbaren Boden. Patienten werden täglich behandelt.“ Durch ein Geſet, Die Bergabhänge ſind mit Urwäldern bede>t, in denen welches vor ungefähr 200 Jahren erlaſſen wurde und nod) man Tiger und andere Raubthiere in Menge findet. Ob- nicht aufgehoben ijt, ift das Chriſtenthum im Lande verwohl Korea einen eigenen König hat, ſo iſt dod) Chinas boten. Dieſes Geſe, welches durd) Veranlaſſung der Macht die herrſchende im Lande, und der König in-Seoul Thätigkeit der Katholiken zu Stande fam, ijt jest nur ein . kann niht anders denn als ein Vaſall des Kaiſers in todter Buchſtabe, und es kann nur eine Frage der Zeit Peking betrachtet werden. Koreas Botmäßigkeit unter ſein, wann es aufgehoben werden wird. Dadurch daß er China datirt fid) vom Jahre 665 der chriſtlichen Zeitreh- Dr. Allen zum Vorſteher des Hospitals und Dr. J. W. nung, da die Herrſcherfamilie, welche 28 Geſchlechter hin- Herron und Paſt. H. A. Underwood, von denen er wußte, durch im Lande regiert haben ſoll, geſtürzt wurde. daß ſie Chriſten ſeien, zu ſeinen Mithelfern ernannte, hat Der Buddhismus iſt die allgemein angenommene Re- der König thatfidlid) ſeine Billigung der chriſtlichen ligion in Korea. Confucius hat doch viele Anhänger, und Miſſion im Lande ausgeſprochen. Die neueſten Nachder in Japan fo ſehr verbreiteten Shinto-Religion wird richten von Seoul berichten, wie dieſe Perſonen durch ihre von ſehr Vielen gehuldigt. Mitten zwiſchen China und Wirkſamkeit ein immer größeres Zutrauen gewinnen. Jm Japan gelegen, iſt es natürlich, daß Korea von dieſen bei- vergangenen Jahr geſchah ein Volksauflauf in der Stadt, den Ländern Eindrücke empfängt. bei welhem mehrere hervorragende Perſonen verwundet Länger als irgend ein anderes oſtaſiatiſhes Reich iſt wurden, die aber unter der Pflege des genannten Arztes Korea den Ausländern verſchloſſen geweſen, und jest nod) wieder hergeſtellt wurden, und unter dieſen war der Verkönnen fie nur in einer ſehr beſhränkten Zahl im Lande wandte des Königs Min Yong Jk. Sowohl der König verweilen. Die Morgendämmerung zum Beſſern wird als ſeine Gemahlin ſchenkten als Beweis ihrer Gewogendoh jest wahrgenommen. Die leßten 20 Jahre haben heit den Aerzten bedeutende Geldſummen. durchgreifende Veränderungen im Verhältnis Chinas und Dieſe Hospitalwirkſamkeit wird viel dazu beitragen, Japans zu der übrigen Welt erfahren, die im Vorherdie Augen des Volks für die Segnungen des Chriſtengehenden geſchildert worden ſind. Sie haben ihre Thore thums zu öffnen. Wenn aud) jest nod) nicht von großen dem Welthandel geöffnet und eignen fic) ſehr {nell die Siegen erzählt werden kann, welche das Evangelium in Kultur des Abendlandes an. Und Korea mußte mit der Korea gewonnen hat, fo geht dort doch eine VorbereitungsBeit folgen. Japan mate 1876 ſeinen erſten Friedens- arbeit vor ſich, die reihe Früchte tragen wird. Der obenvertrag mit ſeinem Nachbar auf der andern Seite de3_ genannte Rigutei iſt eine ſtarke Stüße der Miſſion. Er Canals, und feds Jahre ſpäter, den 7. Mai 1882, glü>te macht jest Anſtrengungen, das Neue Teſtament in ſeine es unſerm Lande, vornehmlid) dur< den Einfluß des Mutterſprache zu überſeßen. Eine Perſon im Lande hat großen dhinefifdjen Staatêmannes Li Hung Tſchang, mit ſich verpflichtet, die Koſten für den Dru>k von 3000 ExemKorea einen Handelsvertrag einzugehen. Der jebige König plaren der Evangelien des Lucas und des Johannes zu beiſt gegen die Ausländer ſehr freundlich geſinnt, und man ſtreiten. Mit der Einführung der Bibel in Korea iſt die erwartet, daß auch andere Nationalitäten bald Zutritt zum lange verſchloſſen geweſene Thür der Botſchaft des Heils Lande erhalten werden. geöffnet worden. _ Die proteſtantiſche Miſſion im Lande liegt nod) in Die großen Vorgänge, welche die Miſſion in den leßten thren Windeln. Jm Jahre 1884 errichtete die presby- Jahren in Japan verurſacht hat, mußten auch ihre Bedeu4
‘vind
af
tragen.
Die
Misstons-Taube.
71
tung für Korea haben. Schon haben Strahlen vom Licht des Evangeliums von dort fid) Bahn gebrochen, und es wird nicht lange dauern, bis Japan einen wirkſamen Antheil an der Bekehrung ſeines Nachbarlandes nehmen wird. Das Land fängt auch an, fid) die Erfindungen unſerer
Ausbildung in Amerika und wirkte mit hohen Gaben und ſeltener Selbſtverleugnung zu großem Segen in der Miſ-
Zeit zu Nutze
Hardy, beide nicht im directen Dienſt der Miſſion, aber als Glieder des Board of Mission dur< ihre ſeltenen Geiſtesgaben und hingebende Liebe zum Miſſionswerk ein großer Verluſt für die Geſellſchaft. Am 15. Februar 1887 ſtarb Miſſionar W. McFarlan in Oſtindien, der Senior der ſchottiſhen Miſſion, ſeit 1865 im Dienſt der Miſſion nördlich von Kalkutta. Am 22. März ſtarb James Long, Miſſionar der engliſchen Miſſion in Nordindien, ausgezeichnet durd) großes Sprachtalent. Jn Aden in Arabien am Eingang des rothen Meeres ſtarb der Miſſionar der ſchottiſchen Freikirche Keith:Falkener. Am 19. Mai in Judien, Robertſon, aus der engliſchen Miſſion. Am 29. April F. Bultmann, Basler Miſſionszögling, 1837 bis 1860 engliſcher Miſſionar in Sierra Leone. 4. Türkei. Elf Jahre, nachdem die Kirche in Harpoot gegründet iworden war, ſtanden dreizehn Kirchen damit in Verbindung: 418 Glieder; 11 eingeborene Paſtoren, die Hälfte von ihren eigenen Leuten erhalten; 12 eingeborne Reiſeprediger; 21 eingeborne Lehrer mit 41 ſonſtigen
zu machen.
So wird der königliche Palaſt
in Seoul mit electriſchem Licht beleuchtet. Das Land hat zwei Telegraphenlinien, und eine davon verbindet Seoul und Tientſing. Der Geſandte unſerer Regierung in Seoul genießt Anſehen und der Handel mit unſerm Lande nimmt \hnell an Umfang zu. Und alle dieſe Verbeſſerungen befördern die Miſſionswirkſamkeit im Lande. Es bedarf bloß ciner officiellen Erlaubnis
der Regierung,
und viele unſerer Miſſionsge-
ſellſchaften werden gleid) das Feld betreten. Die Methodiſten haben ſhon Miſſionare dorthin geſandt. Die vorbereitende Arbeit, welche ſeit zwei Jahren vor ſich geht, iſt vielverſprechend für die Miſſion.
Kürzere Wifflonsnadridfern. 1. ,, The Baptist Missionary‘ gibt in ihrer SeptemberNummer einen intereſſanten Ueberbli> der Gelder, welche
in ihrer Gemeinſchaft jährlich für Lird lide Bivecte auf: gebracht werden. Folgendes iſt die Tabelle: Aeußere Miffion............... $ 634,027 Snnere Miſion ............20734,314 Allgemeine Wobhlthatigheit......... 1,914,442 Auslagen fiir Gemeinden und Kirhen 4.924,553 $8,510,701
Die Bahl der Glieder dieſer Kirde in den Vereinigten Staaten zu 2,732,570 angenommen, fo beträgt der Durch\ſchnittsbeitrag auf das Glied $3.11. 2. Miſſionsgeſellſchaften in England. Die älteſte, die ſogenannte Geſellſchaft für Verbreitung des Evangeliums, feierte am 26. April dieſes Jahres ihr 186. Stiftungsfeſt; ihre Einnahme im Jahre 1886 betrug $528,000.00, das ift, $11,200.00 weniger als 1885. — Die
Kirchenmiſſionsgeſellſchaft dagegen (Church Missionary Society) hatte eine Einnahme von $1,173,000.00, die größte Einnahme, welche die Geſellſchaft je zu verzeichnen hatte. — Die Miſſion für Uganda in Central: Afrika hatte eine Einnahme von $526.000. — Die Miſſion der Baptiſten erhielt $346,000. — Die Wesleyan Miſſionsgeſellſchaft erhielt $676,000 — hat aber eine Schuld von $50,000.
ſion von 1861 an.
,,Missionary Herald“
berichtet den
_
Tod Dr. M. Hopkins’, des Präſidenten der amerikaniſchen Miſſionsgeſellſchaft in Boſton, 85 Jahre alt, und Alpheus
Helfern.
An Schülern waren da 2041.
Schaaren unbe-
zahlter Arbeiter gingen freiwillig jeden Sonntag als Miſſionare in das Erntefeld umher. Dies war das Wadsthum einer Station innerhalb 12 Jahren. Der erſte Miſſionar, welcher nah Aintab geſandt war, wurde geſteinigt
und
weggejagt.
Acht
Jahre
darnad)
wurde
Dr. Anderſon von einem Zug chriſtlicher Männer einige Meilen vor der Stadt empfangen und in das Herz der Stadt begleitet, wo derſelbe aud) nicht einen Bli> des Mißfallens gewahrte. Die türkiſchen Regierungs - Beamten haben jest 32 Ausgaben der Arabiſchen Bibel und Theilen derſelben das Siegel des Sultans aufgedrückt. Damit ift die Erlaubnis des Beherrſchers der Muhammedaner zur freien Verbreitung des Wortes Gottes verliehen. 5. Jtalien. Jm- Jahre 1885 wurden in Jtalien über 90,000 Ausgaben der Schrift, des Neuen Teſtaments oder einzelner Theile desſelben verkauft. Es gibt kein Buch, nach dem in dieſem Lande die Nachfrage fo groß iſt, als die heilige Schrift ohne Anmerkungen und Commentar.
6. Die Chineſiſche Miſſion in New York hat zwiſchen 4000 und 5000 in den Sonntags:Schulen. Etwa 60 haben fic) verſchiedenen Gemeinden angeſchloſſen. Die erſte Schule wurde vor 18 Jahren gegründet. D. H.
se
8. Todesfälle von Miſſionaren berichtet „„Baptist Missionary‘: Juſtus Br. Vinton, Miſſionar bei den Carenen in Aſien, ſtarb am 23. Juni 1887 in Rangoon, Burma. Er war daſelbſt geboren im April
1840, Sohn eines Miſſionars daſelbſt.
Er erhielt ſeine
Von der Station Elim im Auſtrallande, dem gro-
ßen Feſtlande auf der andern Seite des Sundes ſüdlich von Neu: Guinea, kommen intereſſante Nachrichten von einem der dortigen Miſſionare, Pfalzer. Nur ein Jahr
= = =
72
Die
Misstons-Taaule,
iſt vergangen, ſeitdem die Wirkſamkeit begonnen wurde, und die Veränderung zum Beſſern, nicht nur im Aeußern der Station, ſondern auch bei den fo tief ſtehenden Einwohnern, iſt ſehr bemerkbar. Die Miſſionare haben fid alle Mühe gegeben, das Land zu bebauen und Früchte zu ziehen, welche dort gedeihen, z. B. Kokosnüſſe, Bananen u. dgl. Die Schwarzen find ſehr diebiſh und dabei liſtig. Sie ſtehlen oft die Früchte. Eine andere {limme Eigenſhaft dieſer geſunkenen Menſchen ift ihre Gefräßigkeit. An einem Nachmittage verzehrten z. B. vier Schwarze eine Schildkröte von 60—70 Pfund und waren nach der Mahlzeit fo vollgepfropft, daß fie fid) niht rühren konnten. Nach ſolchen Mahlzeiten kommen fie zum Miſſionar und betteln um Medicin. Wollen fie fic) niht abweiſen laſfen, fo gibt man ihnen eine Doſis Bitterſalz, und fo find ſie bald curirt. Die Miſſionare haben in Elim eine Schule angefangen, die von 30 —33 Kindern befudt wird. Als der Miſſionar anfing, Worte aus der eigenen Sprache der Kinder auf Papier zu ſchreiben, waren fie aufs höchſte erſtaunt, da ſie meinten, das Papier könne nur engliſ reden. Sie freuten ſich fo über dieſe Entdedung, daß ſie
Vedenken in Ehefällen, von der Taufe, vom heiligen Abendmahl, ſeinem Weſen, Nugen, würdigen Gebrauch und dergleichen. Kurz, es iſt ein ſolcher reicher Jnhalt von göttlichen Wahrheiten im Anſ{luß an den kleinen Katechismus, und für Glauben und Leben jedes einzelnen Chriſten von fo eingreifender Bedeutung, daß unſer theurer ſeliger Dr. Walther davon ſchreibt: „Gerade dieſer 10. Band gehört nach den Poſtillen zu den allerwichtigſten und für das lutheriſche Chriſtenvolk unentbehrlidften.... Jn jedes Haus eines Lutheraners ſollten dieſe Schriften gebracht werden und darin nächſt Bibel und Katechismus den erſten Blas in jeder lutheriſchen Hausbibliothek einnehmen.“ (, Lutheraner“ XLI, S. 104. 105.) Möge dieſer Wunſch reiche Erfüllung Baber. !
1. Die Abendmahlsliturgie mit Orgelbegleitung.
|
Wer ein Piano oder Melodium und des Singens und Spielens fundige Kinder hat, oder ſelbſt mit beiden edlen Gaben geſchmüd>t iſt, der findet in oben angezeigter Muſik liebliche Geſänge, deren Ants fauf ihn nicht gereuen wird. O. H.
bei jedem Wort, welches fie laſen, einen Schrei ausſtießen.
Sie wollen jest alle möglichen Dinge aufs Papier geſchrieben haben. (Auguſtana od) Miſſionären.)
Milde Gaben für die Negermiffion: Durch Kaſſirer H. H. Meyer, St. Louis, Mo., $12.25. Durch Kaſſirer W G. Frye, New Orleans, La., 11.95. Durch P. M. Claus, Miſſionsfeſtcollecte
Bideranjzeige. 1. Dr. M. Luthers Simmtlige Sdrijten, herausgegeben von Dr. 3. G. Walch. 22. Band, Colloquia oder Tiſchreden. St, Louis, Mo, Luth. Concordia: Verlag.
Preis: $4.00.
1887.
1060 Seiten.
N
Mit großer Freude theilen wir unſern lieben Leſern mit, daß endlich wieder ein Band von Luthers Werken in altgewohnter prachtvoller Ausftattung erſchienen iſt und zwar die Tiſchreden, welche in vieler Hinſicht beſonders für das chriſtliche Volk lehrreich und verſtändlich find. Denn in: kurzen Sagen hört man Luthern darin in ſeiner kernigen und herzbewegenden Weiſe über alles reden, was ins <riſtliche Leben und Lehren einſchlägt. Tiefe, göttliche Gedanken in wunderbarer Sprache finden fic) da zuſammen über
Roſcher, Fort Wayne, Jnd., 1 55. „50.
2. Dr. M. Luthers Säümmtlihe Werke. 10. Band. Catehetiſhe Sthriften. 1276 Seiten. Preis $5.00, ‘Dieſer Band wurde zu ſeiner Zeit nicht in der „Miſſionstaube“ angezeigt. Wir können uns nicht enthalten, dies Verſäumnis nach: gubolen und auch dieſen koſtbaren Katehismusſchaß unſern Leſern anzupreiſen. Er enthält nickt nur die herrlichſten und ausführlichen Erklärungen des kleinen Katechismus Luthers aus ſeiner Feder, ondern eine große Anzahl köſtlicher „Predigten, die fid) in den oſtillen nicht finden ſowohl über kirchliche Perifopen, z VB. Matth. 18, 1—10., wie über einzelne Gegenſtände des chriſtlichen Glaubens Und Lebens, z. B. von den Engeln, von A Perſon und Werk,
vom Eheſtande, vom Gebet u.f. wv. Eine
Menge Troſtſchriften,
18.00.
Durch
Kaſſirer
Von P. C Preuß, Avilla, Jnd.,
für Mount
(S. $4.05.)
Zion Church
in New
Orleans durch Miſſionar N. J. Bakke $68 45. A. C. Burgdorf, Kaſſirer. 1041 Allen Ave., St. Louis, Mo.
Erhalten
für die Orgel in der Mount Zions- Kirche zu New Orleans: i
Perſonen, ihre Werke, Anfechtungen und dergleichen, die in der hei:
großen Segen leſen wird. Möge er in allen lutheriſchen Familien inzug halten und Licht und Segen verbreiten dürfen!
Oregon,
Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Sil, 1.00.
Für die neue Orgel
über die Rechtfertigung und den freien Willen, über
ligen Schriſt und in der Kirchengeſchichte vorkommen. Kurz, es iſt dieſer Band eine ſo reiche Schaßkammer göttlicher Lehre und chriſt: licher Lebenserfahrung, mit vielen ernſten und herzbewegenden Warnungen, Ermahnungen und Tröſtungen in einer ſo leichtfaßlichen Form, daß ihn auch der Einfältigſte verſtehen und niemand ohne
in Cornelius,
J. C. Bahls, Lincoln, Nebr., 1.50. Durch Kaſſirer C. Eißfeldt, Milwaukee, Wis., 105 90. Durch P. N Pieper, Theil der Miſſionsfeſtcollecte ſeiner Gemeinde in Manitowoc, Wis., 15 00. Durch Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md., 26.50 Durch Kaſſirer D. W. Noſcher, Fort Wayne, Jnd ; 15.50. Durch P. Aug. Pieper, Theil der Miſſionsfeſtcollecte in Menomonie, Wis., 11 00. Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., 21.86. Durch Kaſſirer Ch. Schmalzriedt, Detroit, Mich , 16.50. (Summa $255.96.) Für die neue Station in New Orleans: Durch Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md., 1.00. Durch Kaſſirer D. W.
das Wort Gottes, die Perſon und das Werk Chriſti, über Geſe und
Evangelium,
35 Cents. —
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AMBRE
Nachrichten aus dem Wiſſionsgebiet der Heimath und des Auslandes. Herausgegeben fiir die Evang. 2
= Lutherifdje Synodalconferenz von den Paſtoren C. J. D
9. Jahrgang.
von Nordamerika von der Commiſſion fiir die Negermiffton; redigirt Hanſer und C. F. W. STL Ten Me E
October
saver fid felBit erfohet, der ſol erniedrigt werden und wer ſi< ſelbſt erniedrigt, der ſoll erhößet werden.“ Suc. 14, 11. Dieſe Worte unſeres Heilandes aus dem Evangelium des 17. Sonntages nad) Trinitatis find ebenſo niederfdmetternd als tröſtend, ebenſo voll der ernſteſten Warnung ‘als der theuerſten Verheißung. Sie werfen den Einen in die Hölle und erheben den Andern in den Himmel. Denn wer iſt es, der erniedrigt und erhihet? Es iſt Gott ſelbſt, der allerhöchſte und allmächtige HErr aller Herren; wer will denn ihm widerſtehen? Wo ift der Menſch,
der zu ihm ſagen
könnte:
Was machſt du?
Sft
doch vor ihm die ganze Menſchheit wie ein Tropfen Waſſers am Eimer, ja weniger als nichts. Die Teufel, dieſe einſt ſo mächtigen und ſeligen Geiſter des Himmels, ſtieß ein Wink ſeines Auges in den Abgrund der Hölle, da fie ſich erhöhen wollten, und der Menſch ſollte es wagen, ohne zu verderben? Den heulenden Sturm und die tobenden Wellen des Sees Genezareth ftillte das eine Wort des HErrn: „Schweig!“ und es ward ganz ſtille und der Menſch, die elende Made von geſtern, ſollte fid) ungeſtraft wider dieſen HErrn ſehen? Wahrlich, er muß zur Hölle erniedrigt werden! Wiederum, wen Gott erhöhen, d. i. zu Gnaden annehmen, ja, in himmliſche Ehre und Herrlich: feit ſehen will, welcher Menſch, ja, welcher Teufel aus der Hölle will ihn hindern ? —
Was heißt aber fic) ſelbſt erhöhen und ernie-
drigen?
Der Heiland fprad dieſe Worte bei Gelegen:
1887.
‘Nummer 10.
heit eines Gaſtmahls, da er merkte, wie die Gäſte erwähleten obenan zu figen. Er ſtrafte alſo hier unter dem Sichſelbſt-erhöhen den eiteln Ehrgeiz und fdandliden Stolz der Menſchen unter fid), da fic) einer beſſer dünkt als der andere, mehr Ehre, Lob und Anerkennung beanſprucht, um Vorzüge willen, die er vor andern zu haben meint und worüber er andere verahtet. Unter dem Sich: erniedrigen aber verſteht der Heiland die Demuth und Beſchei- — denheit, womit ſih ein Menſch gerne andern unterordnet, anderen gerne mehr Ehre und Lob gönnt, als ſich ſelbſt ; zufrieden ift mit dem,
was
er hat, und niht
nad) hohen
Dingen trachtet. Dieſe Demuth ift Gott fo wohlgefällig, daß er ſie zu ſegnen und den Menſchen zu Gunſt und Ehre bei Menſchen zu bringen verheißt. Dagegen die Hoffährtigen will er ſtürzen und zu Schanden machen aud) vor Menſchen und ihren Stolz in Staub der Verachtung erniedrigen. Von Beiſpielen hievon ift die ganze heilige Schrift voll. Man denke an den frommen Joſeph und ſeine ſtolzen Brüder, an David und Saul, an Ahitophel und Huſai, an Daniel und Nebukadnezar, an Vaſti und Eſther. Doch der Heiland ſpricht dieſe Worte zum andernmal bei dem Gleichnis vom betenden Phariſäer und Zöllner im Tempel, Luc. 18, 9—14. Da aber handelt es fich niht vom Verhalten
dern vom Erhöhen Gott.
der Menſchen gegen Menſchen,
und Erniedrigen
Der Phariſäer
fon:
des Menſchen vor
erhöhet fid) vor Gott,
indem er
fid) als vollkommenen Erfüller des Gefeges hinſtellt, da er doh nach Gottes Wort ein geborner Uebertreter desſelben ift (Röm.3, 23.). Er fordert gleihſam mit troßi-.
ke | Missions-Tauke.
leiſten
ſchuldig
iſt.
Er verachtet
den Zöllner neben
fic), mit dem er dod) nad) dem Gebot der Liebe Mitleid haben ſollte. Endlich offenbart er ſelbſt ſein Gebet als Heuchelei, da er zwar Gott dankt, daß er beſſer ſei als der Zöllner, und doch ſich ſelbſt dies Verdienſt zuſchreibt.
Denn
\ſonſt_könnte er ja nicht fo hoffährtig darauf ſein. Wenn der Heiland von ſolchem Erhöhen ſagt, es ſoll erniedrigt werden, fo heißt das daher nichts anderes, als: ſolche ſelbſt gerechte, geiſtlich ſtolze Geiſter ſollen verdammt, ſollen in den Abgrund der Hölle erniedrigt werden. O, ein er\hre>lih, aber gewiſſes Urtheil! Möge es uns auch recht von Herzen erſchre>en und von allem geiſtlihen Stolz und heimlicher Selbſtgerechtigkeit abführen! An dieſer Klippe des geiſtlihen Stolzes hat der Teufel oft gerade die erkenntnisreihſten, eifrigſten und erfahrenſten Chriſten nod) zum Schiffbruch an ihrem Glauben, zu Fall und ewiger Erniedrigung in der Hölle gebraht. Hier hat jeder Chriſt von Herzen zu ſeufzen : O JEſu, erbarme dich mein! Bewahre mich vor geiſtlichem Stolz! F Leicht iſt hiernach zu verſtehen, was es heißt, ſich ſelbſt erniedrigen. Leuchtend ſteht es in dem Beiſpiel des bußfertigen Zöllners vor unſern Augen. Er weiß nicht nur nichts vor Gott zu rühmen, ſondern ſieht nichts als Sünde, Unwürdigkeit, Verdammlichkeit an fid), ift mit tiefſter Scham vor Gott und fid) ſelbſt erfüllt, ſucht keine andere Hilfe als die alle Sünden vergebende Gnade des barmherzigen Heilandes und findet ſie. Er wird erhöhet. Kaum iſt aus ſeinem gepreßten Herzen und bebenden Lippen der demüthige Seufzer: „Gott, ſei mir Sünder gnädig“, ſo , ift die göttliche Antwort da: Gehe hin mit Frieden. Deine Sünden find vergeben. Du ſollſt nicht ſterben. Du ſollſt ſelig fein. Das heißt gerechtfertigt fein, frei geſprochen von Sünde, Schuld und Strafe,
für gerecht erklärt, zum
Kinde Gottes angenommen, in das Erbe der Seligkeit gefebt. Das heißt „erhöhet werden“. Ach, lieber Leſer, laß uns Gott herzlich und täglich bitten, daß er uns vor der Hoffahrt bewahre, die ewig erniedrigt wird, und uns die Demuth der wahren Buße und redjten Glaubens ſchenke, die Gnade ſindet in Zeit und Ewigkeit. Amen. D. H.
Fortſ<ritt der Wiſſion im Snnern von Madagaskar in den febten 25 Jahren. Die Königin Ranavalona I., welche 33 Jahre lang, von 1828 bis 1861, regierte, war eine entſchiedene Feindin des Chriftenthums. Jm Jahre 1836 wurden alle chriſtliche Miſſionare aus dem Lande vertrieben, die Bibeln und Gebetbücher verbrannt, die Chriſten hingerichtet, in ‘die Sclaverei verkauft, vergiftet und allen Miſſionaren ‘der Eintritt ins Reich verboten. Dennoch erhielt fid) das
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Das war eine große Freude für die Chriſten. Mit Erlaubnis des Königs ſchrieben fie nad) England um Miſſionare. Ja, der König ſelbſt richtete ein Schreiben an
die Londoner Miſſionsgeſellſhaft
um Miſſionare.
Miſſionar J. Lebrun von Mauritius
Der
machte einen kurzen
Beſuch in der Hauptſtadt und ermuthigte die Chriſten zum Zuſammenhalten.
Schon
im nächſten Frühjahr
Miſſionar Ellis von England
kam der
und bald nad
ihm ſieben
Miſſionare der Londoner Miſſionsgeſellſchaft,
welche eine
große Anzahl lide Bücher Liebevoll willfommt.
Neue Teſtamente, Tractate und andere chriſtmitbrachten. und herzlich wurden ſie von den Chriſten beAm erſten Sonntag hielten fie Abendmahls-
gotteddienft in Amparibe.
anweſend.
7—800 Communicanten waren
Hätten dieſe Menſchen
es vor einem Jahre
gewagt, fid) zum Gottesdienſt zu ſammeln, ſo wären viele
unter ihnen Kinder des Todes geweſen ; jest konnten fie ſich frei und ungehindert verſammeln und niemand taſtete ſie an. Als im Jahre 1836 die Miſſion aufgegeben werden mußte, ſhäßte man die Zahl der Communicanten auf 200. 25 Jahre lang hatte die Königin die Chriſten verfolgt. Viele waren als Zeugen JEſu geſtorben und nun, ein Jahr nach dem Tode der Königin, gab es allein in der Hauptſtadt viermal ſo viel und in ganz Madagaskar etwa 5—7000 Chriſten. Der Eifer des Volkes zum Lernen war groß. Die Gottesdienſte
waren
den Leuten
nie lang genug.
Nach
fo vielen Jahren der Verfolgung, wo nur in der größten Verborgenheit Gottesdienſte.gehalten werden konnten, war es ihre größte Freude, bei hellem Tageslichte dem Worte Gottes ungeſtört zuhören, gemeinſam beten und ſingen zu können, ohne befürchten zu müſſen, von Feinden gehört und verrathen zu werden. Oft kamen ſie hon Morgens 6 Uhr in die Kirche und ſaßen geduldig, bis der Gottesdienſt um 11 Uhr aus war. Nach etwa zwei Stunden famen fie ſhon wieder und blieben bis Sonnenuntergang in der Kirhe. Wenn auch fünf oder ſehs Predigten gehalten wurden in Einem Gottesdienſt, es war ihnen nicht zu viel. So lieb hatten fie die Stätte ihres Gotteshaufes.
Vielleicht ein Dugend Bibeln waren trog der Verfolgung erhalten; abgenußt und beſhmugßt, wie fie waren, wurden fie dod) als werthvolle Schäße angeſehen. Ja, glüdlih ſhäßte fid) ſhon, wer nur einige befdymuste und zerlumpte Blätter des Neuen Teſtaments oder der Pſalmen beſaß. Welche Freude daher, als die neuen Bücher der Miſſionare ankamen. Drei Tage lang hatten die Miſſionare vom frühen Morgen bis zum ſpäten Abend zu thun, um diejenigen, welhe Bücher verlangten, zu bedienen, Während dieſer drei Tage wurden beinahe 1000
Gemen sl
zu
Chrijtenthum im Geheimen und wurden der Chriſten nicht weniger, ſondern mehr. Am 15. Auguſt 1861 ſtarb die Königin. Jhr Sohn Radama IL. wurde König. Eine ſeiner erſten Thaten war, Religionsfreiheit zu verkündigen, den gefangenen Chriſten die Ketten abzunehmen.
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gem Stolz von Gott Himmel und Seligkeit als Lohn ſeiner Frömmigkeit, da er dod) folde als Geſchöpf Gottes
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=
74
Die
Neue Teſtamente, mehr als 500 Theile des Alten Teſtaments und mehrere Tauſend andere Bücher und Tractate vertheilt, und zwar wurden die meiſten bezahlt und mit vor Freude ſtrahlenden Angeſichtern entgegengenommen. Schon im Mai 1863 wurde der junge König ermordet und ſeine Wittwe folgte ihm unter dem Namen Mafoherina auf den Thron. Obgleich ſie perſönlich dem Chriſtenthum abgeneigt war, unterzeichnete ſie bei ihrer Thronbeſteigung eine Urkunde, welche feſtſeßte, daß die chriſtliche Neligion weder verboten noch gehindert werden dürfe, und die fünf
Jahre ihrer Regierung waren für die Kirde auf Madagastar eine Zeit ſtillen Säens und Pflanzens. Die anfangs
kleinen Gemeinden
wurden
nad) und
nach größer
und immer neue Gemeinden wurden gegründet. Jm Jahre 1866 veranſtaltete die Königin einen „Königszug“ von der Hauptſtadt Antananarivo nach der Oſtküſte. 30—40,000 Menſchen nahmen an dieſem Zuge Theil. Auch einige chriſtliche Miſſionare mußten die Königin begleiten, nachdem in den chriſtlichen Kirchen der Hauptſtadt um Gottes Schuß für die Königin und ihre Begleitung gebeten war. Die Miſſionare hielten während der ganzen Reiſe Gottesdienſte im Lager, welchen ſo Viele beiwohnten, daß dieſelben im Freien abgehalten werden mußten, und wurden dadurch. viele Tauſende mit den Heilswahrheiten bekannt, welche dieſelben bisher nod) nicht gehört hatten, und Viele bekamen nun aud) Muth, fid) für die Lehre Chriſti zu erklären, die fid) bisher zurückgehalten hatten. Um dieſe Zeit kamen aud) Miſſionare der NorwegiſchLutheriſchen Miſſion nad) Madagaskar und begannen in Nord: Betſileo ihre Arbeit. Jm März des Jahres 1867 hatten die Londoner Miſſionare bereits 92 Gemeinden, davon 8 in Antananarivo, 101 Paſtoren, 437 Hilfsprediger, 5255 angeſchloſſene Gemeindeglieder, 13,680 Zuhörer, 18 Schulen mit 811 Schülern. Jm April 1868 ftarb die Königin, ihre Baſe wurde unter dem Namen Ranavalona IL. zur Königin ausgerufen. Sofort- wurden alle heidniſchen Gößen aus dem Palaſt entfernt. Bei der Krönung wurde neben der Krone die Bibel vorgetragen. Die Königin heirathete ihren erſten Miniſter, und wurde ſammt demſelben im Februar 1869 getauft. Nun wollte das Volk mit ſeiner Königin den Gott der Chriſten anbeten, und Tauſende drängten ſih zu den Kirhen. Jm September 1869 waren alle Gößen und Sinnbilder des Gößendienſtes aus Jmerina (fo nennt man das Jnnere von Madagaskar) verſchwvunden. Die Göyen waren, wie die Eingeborenen ſagten, „in Rauch aufgegangen“ (lasan-ko setroka) und das ganze Volk drängte fic) in die Kirche wie eine Heerde Schafe. Die ſchnelle Zunahme der Zuhörer war ſehr bemerkenswerth. Jm Jahre 1867 gab es, wie oben geſagt, 92 Gemeinden, 5255 volle Gemeindeglieder und 13,682 Zuhörer.
Im Jahre 1879 waren es 1142 Gemeinden, 70,125 Gemeindeglieder und 253,182 Zuhörer.
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-
75
Missions-Taube.
=
Die Zahl der Miſſionare wurde natiirlid) nad den Ereigniſſen der Jahre 1868 und 1869 erhöht. Jm Jahre 1870 wurden die Miſſionskräfte der Londoner Miſſionsgeſellſchaft ſchr verſtärkt, und in den folgenden Jahren kamen
immer
noch
neue Arbeiter
auf
dieſes
Erntefeld.
Jn den Jahren 1873 bis 1876 haben durchſchnittlich ſtets 30 Miſſionare dieſer Geſellſhaft auf dieſem Arbeitsfelde geſtanden. Aber hier arbeitet niht nur die Londoner Miſſionsgeſellſchaft, ſondern außer ihr haben noch folgende Miſſionsgeſellſchaften ein wichtiges und ausgedehntes Arbeitsfeld : 1. die Quäker
haben
10 Miſſionare;
2. die
Norwegiſche Miffionsgefellfdaft 25; 3. die Geſellſchaft für Ausbreitung des Evangeliums 10—12 Miſſionare. Die Arbeit der Buddrudereien hat einen außerordentlichen. Aufſhwung genommen, und auch die ärztliche Miſſion hat fid) ausgedehnt. Jn Antananarivo ſind 4 Miſſionsärzte in Thätigkeit und mehrere europäiſche Krantenpflegerinnen, denen viele Eingeborne, Studenten und Pfleger thätig und helfend zur Seite ſtehen. Ein Londoner Miſſionar ſchreibt : „Der Bezirk, über den fid) unſere Arbeit erſtre>t, hat fic) auch ſehr erweitert. Obgleich das Hauptarbeitsfeld der Londoner Miſſionsgeſellſhaft Jmerina (die Centralprovinz) ijt, ſo haben wir auch ein ausgedehntes und wichtiges Arbeitsfeld, jest ungefähr 200 Gemeinden und 22,000 Zuhörer, in Betſileo im Süden und eine kleinere, aber auch wichtige Miſſion unter den Sihanaka im Norden. Außerdem ſtehen eine Menge einzelner Gemeinden an der Oſtküſte und an verſchiedenen Punkten der Weſtküſte mit uns in Verbindung. Die Madagaſſiſche Miſſionsgeſellſchaft hat Sendboten im Norden bis nad) Mandritſara und Anonibe hinauf, 200 bis 300 Meilen von Antananarivo und andere im Weſten und Süden. Die Norwegiſche Miffionsgefellfdaft concentrirt ihre Kraft beſonders auf Nord - Betſileo. Die Geſellſchaft zur Ausbreitung des Evangeliums hat ihre Arbeit beſonders in der Hauptſtadt und deren Umgebung und an der Oſtküſte. Go hat ſih das Werk ausgedehnt und ſo, hoffen wir, wird es fic) ferner ausdehnen, bis das Evangelium von Chriſto JEſu jeden Stamm dieſer großen Inſel erreicht hat. Und was können wir nun über die Erfolge unſerer Arbeit berichten? Zuerſt können wir hinweiſen auf manches aud) äußerlich ſihtbare Zeichen von dem, was unter dem Volke gewirkt ivorden ift. Als ein Zeugnis, wie „es einen Fremden überraſcht“, darf id) wohl anführen, wie der tüchtige und bei ſeinem Tode tief betrauerte Correſpondent des „„Standard““ ſeinen Eintritt in Antananarivo beſchreibt: „Am nächſten Morgen machten wir uns auf, um noch das legte Stück unſeres Weges zur Hauptſtadt zurü>zulegen. Antananarivo lag vor uns; deutlich fonnten wir die Glasfenſter des Palaſtes ſchen, welche in der Morgenſonne auf dem Gipfel des fid) lang hinſtre>enden Hügels, auf welchem die Stadt gebaut iſt, gligerten. Es war Sonntag, und das Volk drängte fic) auf den
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76
Die
Misstons-Taube.
Fußpfaden, die zur Kirche führten; viele ſaßen auh ſhon auf den Graspläßen vor den Kirchen, auf den Beginn des Gottesdienſtes wartend, wie es bei uns die Landleute wohl aud) thun. Die Frauen, welche die Mehrzahl der Kirchgänger bildeten, trugen weiße, baumwollene Gewänder, oft zierlich geſti>t, und weiße oder ſhwarz und weiß geſtreifte Lambas, anmuthig über die Schultern geworfen. Die Männer waren aud) in Baumwolle gekleidet; weiße baumwollene Beinkleider, baumwollene Lambas und Stroh-
hüte mit breiten, {<hwarzen, ſeidenen Bändern geſhmüdt. Das Farbenſpiel in der Landſchaft war beim Morgenſonnenſchein überaus lieblid). Die dunkelgrünen Hügel, belebt von den glänzend rothen Ziegelhäuſern der Bewohner, deren weiße Gewänder die Straßen und Wege bunt machten, contraſtirten mit den helleren, fmaragdgritnen Reisfeldern in den Thälern. Der Erdboden iſt überall dunkelroth, und wo die Wege und Fußpfade über die Hügel führen, leuchten ſie hervor, als habe man mit einem Malerpinfel das Land mit breiten rothen Streifen bemalt.
Darüber
die Thürme
der fremdartigen,
auf dem
Rüden des Hügels erbauten Stadt, als Hintergrund den tiefblauen Himmel, erhöhten nod) die Schönheit des Anblids. Es war ſ{<wer, fic) vorzuſtellen, daß dieſe friedlide Landſchaft mit ihren hübſchen Häuſern und ihren unzähligen Kapellen, deren Gloden jest eben zum Gottesdienſt riefen, und den Schaaren weißgektleideter Männer und Frauen, die auf den Ruf herbeiecilten, das grauſame Madagaskar von vor 20 Jahren war. Die hervorragend: ſten Gebäude, welche nächſt dem Palaſt der Königin und dem Hauſe des Premierminiſters das Auge des Fremden bet der Ankunſt feſſeln, ſind die vielen Kirchen und Schulen, und unter erfteren ſind die Gedächtniskirchen die bedeutendjten.” Könnte jemand, der dieſe Stadt kannte, wie fie bei unſrer Ankunft im Jahre 1862 war, heute pliglic) hineinverſeßt werden, dann würde ihn Erſtaunen erfüllen über die
wunderbaren
Veränderungen
und Verbeſſerun-
gen, die fid) ſeitdem vollzogen haben. Und die Miſſionare ſind gewiß nicht unbeſcheiden, wenn ſie glauben, daß ſie viel dazu beigetragen haben. Nicht nur die Hauptſtadt hat fid) fo gehoben, ſondern die ganze Umgegend zeigt uns, wenn auch in geringerem Make, ähnliche Fortſchritte. Hin und her in Jmerina finden fic) Kapellen und Schulen, von denen viele hübſche Biegelbauten mit Ziegeldächern ſind; überhaupt finden _ fich jebt in jedem Dorfe gut gebaute ſteinerne Häuſer. (Schluß folgt.)
Kleine Bilder aus der Heideuweſlt. In einem früheren Artikel (1886) wieſen wir auf die Menſchenopfer unter den Heiden in Amerika hin, wie ſie, “von finſterer Macht getrieben, im Gößendienſte ſelbſt ihrer
Kinder nicht ſhonten. Wir geben nun nod) einige Notizen von den Jyuſeln des Stillen Meeres 2c. Am maſſenhafteſten waren die Menſchenopfer auf Fidſchi. Dort wurden zur Feier der Mannbarkeit eines Hauptlingsfohnes, nah Seemann, eine rebelliſche Stadt ganz vernichtet, die Einwohner erſchlagen und auf einen Haufen zuſammengetragen. Auf dieſe wurden die Sclaven gelegt und auf dieſe wieder der Einzutweihende ; fo verlange es ihr Glaube. Alte Eltern wurden von ihren Kindern, kranke Kinder von ihren Eltern lebendig begraben, denn man glaubt, man käme nach und durch ſolchen Tod ſofort in ein anderes und viel beſſeres Leben. Menſchenopfer am Grabe, namentlich von Häuptlingen,
waren gewöhnlih.
Die Weiber
wur-
den entweder alle oder doch die Lieblingsweiber und eine Menge Sclaven ermordet. Die Mutter folgt bisweilen dem geliebten Sohne, der Freund dem Freunde in's Grab. Auch hierzu drängen ſich, wegen der Belohnungen im Jenſeits, die Opfer. Aehnlich war es in Melaneſien : Lebendigbegrabenwerden der Eltern, der Kranken, die Ermordung der Mutter oder deren Verwandten, wenn ein kleines Kind ſtirbt. Auf Tahiti erhielt bei Beginn eines Krieges der Kriegsgott ein Menſchenopfer, dem ſo wie andern Göttern öfters Menſchen dargebracht wurden. Jn Kriegszeiten, bei großen Nationalfeſten, bei Krankheiten und dem Tode der Fürſten opferte man Menſchen. Häufiger noch waren dieſe Opfer in Hawaii, wo an 80 Menſchen auf einmal geſchlachtet worden ſein ſollen. Man nahm,
hier und in Tahiti, dazu Gefangene oder Verbrecher oder Leute, die irgend fid) vergangen hatten, und wenn deren nicht vorhanden waren, Leute aus dem Volke. Ebenſo war es früher in Neuſeeland Sitte, daß fic) die Weiber am Grabe ihrer Männer erdroſſelten, die Sclaven getödtet wurden. Von beſonderem Jntereſſe ift der Kindermord, wie er fid) auf Tonga zeigt. Mariner erzählt, daß Kinder den Göttern geopfert wurden, um den Frevel eines Fürſten wieder gut zu mahen. Um dem König das Leben zu erhalten, wurde eines von ſeinen mit einem Nebenweibe erzeugten Kindern getödtet. Wurde der höchſte religiöſe und früher wohl aud) weltliche Herr von Tonga krank, ſo genügte nicht ein Kind, ſondern man opferte deren drei oder vier. Ueber die Menſchenopfer zur Einweihung, zur Sicherung von Gebäuden und dergl. und ganz beſondere Arten von Menſchenopfern ſpäter. A: Ch. B.
UnndfGau auf dem Gebiete der Wiſſion auf den Juſeln der Südſee.*) Auf der Jnſel Pek iſt der Miſſionspoſten ſeit dem ſchon vor längerer Zeit ſtattgefundenen Tode des daſelbſt ſtationirt geweſenen eingebornen Miſſionars Sakalrau verwaiſt; aber zwei junge Leute aus der Chriſtengemeinde *) Siehe No, 8, S. 62.
y
Die
Missions -Tauke.
77
führen die Miffionsarbeit mit Eifer und Gefdic fort,- fo daß Schule und Gottesdienft im Gange bleiben. Das Grab des Miffionars wird in guter Ordnung gehalten und iff mit Blumen gefdmiidt. Es gehört überhaupt zu
lehten Jahre gebracht.
den erfreuliden Erſcheinungen in der melanefifden Miſſion, daß die eingebornen Miſſionare und Lehrer einen
lid) hellfarbige Einwohner von einem Könige regiert tver= den, der ſeinen Sis auf der Hauptinſel Tongatabu hat) bietet die Methodijtentirde ein trauriges Bild. Cin ehemaliger Miſſionar, Baker, hat fic) zum Premierminiſter madchen laſſen, und der König Georg ſoll ein willenloſes Werkzeug in Baker's Hand fein. Baker trennte die Kirche
guten Einfluß auf ihre Volfsgenofjen ausiiben. Qn Eromanga,
einer Jnſel der Neuhebriden, iſt der
nad) längerem Urlaub aus Canada zuriidgefehrte Miffionar Robertſon mit begeiſterter Freude von den Cingebornen aufgenommen ivorden. Als Willkommgeſchenk mußte er einen großen Vorrath Yamwurzeln und 12 Schweine annehmen. 25 Meilen weit kamen die Eingebornen auf halsbrecheriſhen Wegen herbeigeeilt, um ihren geliebten Lehrer
wieder zu ſehen;
ja, Mütter
trugen
ihre Kinder
20 Meilen weit durch die Gebirge, um ihnen den Miſſionar zu zeigen. Die Miffionsarbeit war von den eingebornen Lehrern in zufriedenſtellender Weiſe fortgeführt worden. Bald nach ſeiner Rückehr konnte der Miſſionar 37 Heiden
taufen. An den Gottesdienſten auf den beiden Haupt: ſtationen nahmen 1328 Chriſten theil, darunter 347 Abendmahlsgäſte. An 32 Schulen auf der Inſel arbeiten 35 Lehrer. Als Miſſionscollecte ſandten die jungen Gemeinden 2500 Pfd. Arrowroot nach Canada und die Lehrer ſandten einen Beitrag von $50.00 an die Britiſche Bibelgefell{daft als Dankeszeichen
fiir die empfangenen Theile
der
heiligen Schrift in ihrer Mutterſprache. Auch auf der Ynfel A pi ift nun eine Chriſtengemeinde gegründet. Der Presbyterianiſhe Miſſionar Milne, deſſen Gebiet 7 kleine Jnſeln der Neuhebriden umfaßt, ſchreibt, daß 1000 der 2500 Einwohner dem Heidenthum entſagt haben und Kirche und Schule beſuchen ; auf einer Jnſel allein 409. Auf Efat, einer andern Juſel, ſind im vorigen Jahre
140 Heiden zur chriſtlichen Kirche übergetreten, ſo daß die Chriſtengemeinde 500 Seelen mit 90 Schulkindern zählt. Die dortigen Chriſten thun ungemein viel für die Kirche durch freiwillige Arbeiten, Lieferung von Naturalien und auch Beiſteuer an Geld. Es entſtehen hie und da ganze A|riftlide Dörfer. Auch ein Häuptling, der bisher dem Evangelium feindlich war, hat ſich unterrichten und taufen laſſen. Die Jnſel Aneityum iſt jest ganz chriſtianiſirt. Auch auf den beiden leßten, bis jest nod) ganz heidniſchen Snfeln der Neuhebriden, Espiritu Santo und Mallicollo, gedenkt dic Canadiſche PresbyterianerMiſſion nun die Miſſion*in Angriff zu nehmen. “In England und Auſtralien hat ein Miſſionar auf einer Collectenreiſe $45,000.00 für ein neues Miſſions\chiff der Miſſion auf den Neuhebriden geſammelt. Aus dem Witi- Archipel kommt die Nachricht, daß
90 Prozent der ganzen Bevölkerung die chriſtlihen Gottes-
dienſte der Wesleyaniſchen Miſſion beſuchen; auch haben die dortigen Chriſten troß der ſehr drückenden Zeiten im
über $20,000.00
für Miſſionszwe>e
auf-
Auf den Tonga-Jnſeln (eine Jnſelgruppe in der Südfee, aud) Freundſchaftsinſeln genannt, deren 25,000 ziem-
von der Miſſion und wollte ſie zu einer Staatskirche machen; dem widerſeßten ſih mehrere Miſſionare und Ge-
meinden, und fo entſtanden zwei fic) bitter bekämpfende Parteien. Baker übte die größte Tyrannei und Gee wiſſensknechtung und ſeßte eine förmliche Verfolgung aller derjenigen proteſtantiſchen Chriſten in Scene, die ſich ſeiner „Freikirche“
nicht anſchließen wollten.
Da
erfolgte im
Januar ein Attentat auf Baker. Seine 2 Kinder, mit denen er ausgefahren war, wurden verwundet, er ſelbſt blieb unverleßt. Bafer benußte den Vorfall, um nun vollends der Wesleyaniſchen Partei den Garaus zu machen. Die Wesleyaniſchen Miſſionare wurden des Einverſtändniſſes mit dem Attentat beſchuldigt, 6 Tonganer ſofort
hingerichtet, andere völlig unſchuldige Leute in's Gefängniß geworfen. Das Wesleyaner Gymnaſium wurde ge\{hloſſen. Diejenigen Schüler, welche nicht der „Freikirche“ beitraten,
wurden
unter das Militär geſte>t oder ausge-
wieſen. Da das Tongareich unter engliſchem Schugte ſteht, fo wurde ein engliſches Kriegs\chiff beauftragt, die Sache zu unterſuchen
und
wo
möglich
der Schre>ensherrſchaft
Baker's ein Ende zu machen. Die katholiſche Miſſion von Tongatabu hat dieſe Wirren trefflih auszubeuten und im Trüben zu fiſchen gewußt. Einer ihrer Miſſionare ſchreibt : „Während beide (evangeliſche Parteien) ſih auf Leben und
Tod bekämpfen, freut fid) die katholiſche Kirhe mit den Engeln des Himmels (?) über mehr denn 600 Bekehrungen ſeit Jahresfriſt, andere find in Ausſicht.“ C. S.
(Für die „Miſſions-Taube“ überſeßt von P. F. Weſemann.)
Wiffionsnadridten. Amerika. Evangeliums
Branca
Yn Braſilien öffnet fid der Predigt des cine Thür
iſt nah
meinde entſtanden.
nad)
der andern.
Jn
Angra
kurzer Wirkſamkeit eine blühende GeWohin die Miſſionare kommen, wer-_
den ſie mit Wohlwollen aufgenommen,
nicht nur von den
Katholiken, ſondern auch von den Jndianerſtämmen. Daß aber die fatholijde Prieſterſchaft dieſe Erfolge des Proteſtantismus nicht lobt, iſt ja klar. Braſilien, befreit von
der Gewalt des Pabſtes, iſt allerdings ein ſehr wünſchens-werthes Ziel. Was die Vereinigten Staaten für Nord-
«
78
Die
Misstons-Taube.
amerifa ſind, wird einmal dieſes Kaiſerreich für Südamerifa werden. Europa. Die Miſſionswirkſamkeit in der Türkei
Der Einfluß des Chrijtenthums unter den höheren Klaſſen in Japan nimmt immer mehr zu. Ein früherer Gouverneur in Yokohama iſt mit ſeiner Gattin ein Chriſt
hat trog allen Widerſtandes ſeitens der chriſtusfeindlichen
geworden.
Regierung Fortſchritte gemaht. Vor 11 Jahren wurde in Harput eine Gemeinde mit ganz wenigen Gliedern organiſirt; jest ſind um dieſelbe herum 13 Gemeinden
worden,
entſtanden,
die von 11 eingebornen Paſtoren,
von
denen
6 von den Neubekehrten erhalten werden, bedient werden. Außerdem wirken in jenem Landestheile 53 Katecheten und 21 Schullehrer, alle Eingeborne. Die Schulen wurden im vergangenen Jahre von 2041 Kindern beſucht. Außerdem verſpürt man ſowohl in Harput, als auch in den angrenzenden Städten ein erfreuliches Verlangen, , Gottes Wort zu hören. Alles dieſes, in 11 Jahren aus gerichtet, gibt gute Ausſicht für die Zukunft. Der erſte Miſſionar, der nad) Sintab gefdidt wurde, wurde geſteinigt; 8 Jahre ſpäter, als Dr. Anderſon fid) der Stadt näherte, kam ihm eine Schaar eingeborner Chriſten entgegen, die ihn unter Jubelgeſchrei zu Stadt begleiteten. — Der Sultan hat einen Armenier, Agob Paſcha Kaſazim,
zum Finanzminiſter ernannt. Das iſt das erſte Mal in der Geſchichte des türkiſchen Reichs, daß ein Chriſt für ein fo hohes Amt auserſchen worden iſt. Sollte das nicht auch ein Zeichen ſein, daß der bittere Haß der Muhammedaner gegen das Chriſtenthum im Abnehmen iſt? Aſien. Daß die Heidenmiſſion fic) lohnt, hat fid oft gezeigt. Ein anderer Beweis iſt folgender: Vor 31 Jahren fing eine kleine amerikaniſche Miſſionsgeſellſchaft im Pendſchab (nordweſtlihen Yndien) an zu arbeiten. Nach 12 Jahren redete man davon, den Verſuch als gänzlid) fruchtlos aufzugeben. Doch man beſchloß, noh eine Zeitlang anzuhalten. Best redet Niemand davon, mit der Wirkſamkeit
aufzuhören.
Jn
jedem
einzelnen
der
drei leßten Jahre find von den neun Predigern, von denen zwei Eingeborne ſind, im Durchſchnitt 500 neue Gemeindeglieder gewonnen worden. Jm erſten Vierteljahre des vergangenen Jahres entſagten ſogar an die 600 Erwachfene und 200 bis 300 Kinder dem Gößendienſt. Jm Jahre 1873 betrug die Zahl der Chriſten niht ganz 100; jebt ift ihre Zahl auf demſelben Gebiet auf 3000 geſtiegen. Was mehr als alles Andere den Fortgang der Miſſion und die engliſche Herrſchaft in Birma ſichert, find die Karenen, ein Stamm, deſſen Aufenthaltsort im Gebirge im nördlichen Theile des Landes ijt. Jahrhunderte lang hat dieſes Volk eine Religion gehabt, welche eine wunderbare Aehnlichkeit mit dem Judenthum hat, und es gibt eine Tradition unter ihnen, daß einmal ein weißer Mann ihnen die himmliſche Erkenntnis bringen und ihre Reli- | gion in ihrer urſprünglichen Reinheit wieder herſtellen werde. Die Karenen ſind ſehr empfänglich für das Evangelium, und die Wirkſamkeit der Miſſionare, welche ſeit 80 Jahren oder länger unter ihnen betrieben wird, hat
ſehr reiche Früchte getragen. —
aE ane Sei
Eine Gemeinde iſt neulich in Tokio gegründet
in welcher der oberſte Richter, der Profeſſor der
politiſchen Oekonomie
an der Univerſität,
ſammt
vielen
andern hervorragenden Perſonen Glieder ſind. Afrika. Wir haben diesmal die Freude, folgenden Brief von Miſſionar Maday in Uganda mitzutheilen, der die neuſten Nachrichten von dieſem mit dem Blut der Märtyrer befeuchteten Lande enthält. Er lautet, wie folgt: „Wie gewöhnlich ift nichts beſtändig in Uganda, weder Gutes noch Böſes. Dest genießen wir einen gewiſſen Grad der Ruhe. Der Unterricht geht voran. Die Zahl Derjenigen, welche Unterricht empfangen, iſt allerdings nicht ſo groß, als fie vor der Verfolgung war; dod) haben wir alle Urſache uns über das zu freuen, was wir thun können, und das um ſo mehr, als es dem Befehl des Königs zuwider geſchieht. Wie lange es uns geſtattet wird, fortzufahren, iſt ungewiß. An irgend einem Tage können die Feindſeligkeiten von neuem ausbrechen, und wir erwarten nichts Anderes. Diejenigen, welche in den Gefängniſſen ſchmachten, ſind nicht frei gelaſſen, und Diejenigen, welche fic) verborgen hatten, wagen nod) nicht, ſich zu zeigen. Während des Weihnachtsfeſtes predigte ih an verſchiedenen Pläßen. Bei einer Gelegenheit zählte ih über 100 Zuhörer. Mit .der Herausgabe des Matthäus:Evangeliums geht es ununterbrochen vorwärts, und ich hoffe, daß es, wenn dieſer Brief in Jhre Hände kommt, unſerm Volk in die Hände gegeben ijt. Der Eifer, mit dem das Volk die ſhon herausgekommenen Theile gekauft hat, ſcheint zu verſprechen, daß die ganze Auflage bald verkauft werden wird. Unſere Drucerpreffe iſt in beſtändiger Bewegung geweſen, ſelbſt in der fdyiverften Zeit der Verfolgung, und wir haben Urſache, Gott zu danken, daß wir mit unſerer Ueberſeßungsarbeit ungeſtört haben vorangehen können,
ſelbſt als wir verhindert waren,
Gottes
Wort öffentlich zu predigen.“ — Die amerikaniſche Kongomiſſion fängt ſhon an, in einem nicht geringen Maße die Früchte ihrer Arbeit und Leiden zu ernten. Mehrere Eingeborne haben mit den Miſſionaren gearbeitet, und dieſe redeten hon im voris gen Auguſt von einer aus 700 Perſonen beſtehenden Ernte. „Wer dieſe Menſchen“, ſagt der Miſſionar, „vor 5 Jahren geſehen hat und fie jet ſieht, merkt bald, daß eine große Veränderung mit ihnen vorgegangen iſt, und muß Gott preiſen für ſeine unendliche Gnade, die ſie losgemacht hat. Man ſieht die Veränderung ſhon auf ihren Geſichtern, und fie zeigt fid) in ihrem Wandel.“ Ein Reiſender, der in gar keiner Verbindung mit der Miſſion ſteht, ſchreibt : „Doppelt müde fam id) zu dem Berge, Mbanſa Manteka gegenüber, aber die Müdigkeit verſ<hwand, ſobald id) die freundlichen Dörfer und lachenden Geſichter ſahe. Alles
athmete Frieden, und ih hörte eine Kirchenglo>e läuten.
as oi
ae
a
Die
Und das war keine Täuſchung. Als id) in's Dorf hinunter kam, fonnte ih kaum meinen Augen trauen. Jch hörte einen Miſſionar einem großen Volkshaufen predigen
und ſahe, wie fie ihre Gößenbilder und Zaubermittel wegwarfen. Dieſer Plas erlangt für die Geſchichte Kongos eine große Bedeutung, da er der Sitz der erſten chriſtlichen Gemeinde iſt, die ſhon über 600 Perſonen zählt.“ —
Ermunternd ijt es, die großen Früchte der norwegiſchen evangeliſch: lutheriſ<hen Miſſion im Vinnenlande Madagaskars zu ſchen. Jm Jahre 1886 wurden auf dieſem Miſſionsfelde 3001 Perſonen getauft. Von dieſer Zahl kamen allein auf den Miſſionsdiſtrict Betafo 1259,
auf Fandriana (Miſſionar Stueland) 369, auf Ambohimaſina (Miſſionar Egenäs) 307 und darüber. Von JIndependenten, Quäkern, Katholiken und Engliſch Biſchöf-
lichen haben im Ganzen 72 um Aufnahme in lutheriſche Gemeinden nachgeſucht, alſo ein Geſammtzuwachs von 3073.
Die
Geſammtzahl
der Chriſten
auf dieſem Miſ-
ſionsfelde war beim Ausgange des Jahres 11,916 Seelen, auf ungefähr 230 Gemeinden vertheilt. Von der Geſammtzahl der Getauften waren 9416 Erwachſene (zum heiligen Abendmahl Berechtigte) und 2240 Kinder. Jn Vorbereitung zur heiligen Taufe waren beim Ausgange des Jahres 1772. Das heilige Abendmahl wurde im Laufe des Jahres an 14,910 ausgetheilt. Ausge\hloſſen wurden 97, wieder aufgenommen 79. Die durchſchnittliche Zahl der Kirchenbeſucher war 40,000. Durch Heimreiſen und Todesfälle ſank die Zahl der Miſſionare auf dieſem Miſſionsfelde
im -Laufe
des Jahres
auf
13.
Dieſe 13 Miſſionare wurden im Ganzen von 733 Evangeliſten und Lehrern in der Arbeit unterſtüt. Von dieſen waren 5 eingeborne Prediger, 19 Zöglinge des theologiſchen Seminars,
105
auf dortigen
Lehrerfdulen
ausgebildete
Lehrer und über 600 Eingeborne ohne beſondere Ausbildung. Die Miffionsfdulen wurden von etwas über 30,000 Kindern beſucht, von denen ungefähr 19,000 fehlerfrei, die übrigen aber nod) niht ohne Anſtoß leſen konnten. Ungefähr 12,000 waren im Stande, zuſammenhängende Schrift zu ſchreiben. Von der ganzen Bevölke: rung in den norwegiſchen Miſſionsdiſtricten konnten beim Ausgange des Jahres etivas über 25,000 fließend leſen. Dieſe Angaben zeigen, wie kräftig die Arbeit auf die: ſem Miſſionsfelde wächſt. Die hier genannten Früchte können uns auch erklären, daß der Eine nah dem Andern der norwegiſchen Miſſionsarbeiter auf Madagaskar ſeine Kräfte verzehrt und vom HErrn in Gnaden Abſchied von der Arbeit bekommen hat. : Auſtralien. Jn Gimbang auf Neu- Guinea gibt es bis jest nod) nur zwei Miſſionare, Flierl und Tremel. Nach den neueſten Nachrichten haben fie jest ihren Hausbau vollendet und können in ihre Wohnung ziehen, welche 20 Fuß lang und 12 Fuß breit iſt. Gewiß anſpruchslos! Aber fie brauchen jest nicht länger in Zelten zu wohnen und hoffen dadurch weniger den Fieberanfällen ausgeſeßt
RS 7 :
|ETERE
79
Missions-Taube.
zu fein, von denen fie in dem heißen Klima beſtändig gelitten haben. Auch hoffen fie, von den ſhre>lihen Au3ſchlägen verſchont zu bleiben, welche fie unter den hwarzen Eingebornen fanden, Es ijt nicht der eigentliche Uus-
“ſah, ſondern eine andere Hautkrankheit, anſte>end, aber heilbar. Außerdem ſind dort die Menſchen oft mit der ſogenannten Elephantiaſis behaftet ; Andere leiden an ſchre>lichen Eiterbeulen, beſonders an den Beinen. Die beiden Miſſionare
ſehnen fic) ſehr nad)
der verſprochenen Ver-
ſtärkung an Arbeitskräften aus Deutſchland, ohne welche ſie der Arbeit nicht gewachſen ſind. Vor einiger Zeit ſind aud) Miſſionare der Rheiniſchen Miſſionsgeſellſhaft nad) Neu-Guinea gekommen. Die beiden Miſſionsgeſellſchaften wollen in friedlicher Eintracht an verſchiedenen Vläßen arbeiten. Die Jnſel iſt
groß genug für Mehrere. Die Neuangekommenen erhielten von den Vorgeſeßten der Jnſel ihr Arbeitsfeld an den Stationen im nordweſtlichen Theil der Jnſel angewieſen, während die Erſteren auf der Südſeite arbeiten. — (Auguſtana od) Miſſionären.)
Kürzere Wiffiousnadrifer. 1. Schon wieder hat die Hermannsburger Miſſion den Tod eines ihrer tüchtigſten Miſſionare zu beklagen. Miſſionsprobſt Fröhling in Hermannsburg, Natal, ift von dem HErrn der Ernte abgerufen worden. Sein Tod iſt ein großer Verluſt für die Hermannsburger Miſſion. 2. Desgleichen ift die Leipziger Miſſion von einem fdjiweren Verluſt betroffen worden. Herr Senior Kremmer in Tranquebar “iſt am 24. Juli daſelbſt am Schlagfluß geſtorben. Er war nahezu 70 Jahre alt und 40 Jahre im Dienſte der Miſſion. Am längſten wirkte er als Miſſionar in Madras, mit beſonders reidem Segen dann in Madura. 3. Die Feindſchaft der römiſch-katholiſhen Kirche gegen die proteſtantiſchen Miſſionare zeigt fic wieder einmal redjt nadt und ungeſcheut ſelbſt in nicht zu großer Entfernung von Europa. Jm März dieſes Jahres ſandte die fpanifde Regierung einen Gouverneur mit 50 Soldaten, 6 Prieſtern und 25 Verbrechern nad) Ponape, der größten der kanarifhen-Jnſeln, weſtlih—von Mfrttas Derſelbe begann ſogleich feindſelig gegen das Miſſionswerk der Presbyterianer aufzutreten, und als Miſſionar
Doane
ihm
einen
fdjriftliden Proteſt
gege
ſeine Eingriffe überſandte, ließ ihn derſelbe ſofort gefangen ſehen und nad) ſe<8 Wochen wollte er ihn nad Manilla in Oſtindien ſenden. Außerdem wurden die meiſten Miſſionskirhen geſchloſſen, alle Miſſionsſhulen bis auf eine, und Trunkenheit und Unzucht in der ſhamloſeſtén Weiſe von den Spaniern getrieben. Die Miſſion wurde von Amerikanern gegründet. (Luth. Standard.)
Case e
7,
G
Die
80
Missions-Taarbe.
Dasjelbe Blatt berichtet eine grauſame Verfolgung und Ermordung von drei presbyterianifden Miſſionaren und einer Frau in Mexico und zwar unter Anſtiftung und Anführung eines römiſchen Prieſters und unter ſtillſhweigen-
der Zulaſſung der katholiſchen Obrigkeit. 4.
Die
Miſſion
in
Wlasta.
Auch
in
dieſem
nordweſtlichſten Theile von Nordamerika macht die Miſſion Fortſchritte. Die Presbyterianer - Miſſion arbeitet auf 8 Stationen im Segen und hat ſi ſonderlich in der Hauptſtadt Sitka um die Jugenderziehung verdient gemacht. Wud) die Episcopalkirche der Vereinigten Staaten hat in Alaska eine Miſſion begonnen in St. Michaels, einem Militär- und Handelspoſten an der Mündung des Yukon, und gedenkt von hier aus am untern und mittlern
Yukon unter den Jndianern zu miſſioniren. Ein Miſſionar der Church Missionary Society hat von ſeiner Sta: tion, Peel River Fort im canadiſchen Gebiet, aus eine Miſſion3reiſe auf dem Yukonfluſſe gemacht und dieſelbe bis an die Mündung desſelben bei St. Michaels ausgedehnt. Beſonders in Nuklukahyet fand er „das Feld weiß zur Ernte“. Dort würden die Jndianer gern ohne große Beihülfe ein Wohnhaus für einen Miſſionar erbauen, wenn fie auf einen ſolchen rechnen könnten.
Auch
die ruſſiſche „orthodoxe“ Miſſion ‘unterhält unter der Leitung des Biſchofs von St. Francisco 8 Miſſionare auf ebenſo vielen Stationen. Allein auf die Station Sitka
verwenden die Ruſſen jährlih über $6000. Jn Sfogmut am Yukon hat ein ruſſiſcher Prieſter cine Eskimogemeinde, deren Zahl er auf 4000 Communicanten angibt. Auch Herrnhuter haben am Kuskokwimfluß die Station Bethel gegründet, und gedenken von hier aus unter den in jenem Theil Alaskas wohnenden: Eskimos zu miſſioniren. Jn Sitka war ſchon unter ruſſiſcher Herrſchaft eine lutheriſche Kirche für finniſche Seeleute und einige lutheriſche Einwohner.5. Britiſh Columbia. Jn Metlakahtla ſind die dur den einſt fo ausgezeihneten engliſchen Miſſionar Duncan angerichteten Verwirrungen und Spaltungen, von denen die „Miſſionstaube“ ſchon in der Aprilnummer von 1885 berichtete, nod) niht wieder gehoben. Eine Unterſuchung hat ergeben, daß Duncan ſchon ſeit Jahren ſeine Miſſionsthätigkeit immer mehr gegenüber ſeinen ge\chäftlihen Beſtrebungen und Liebhabereien hat zurü>treten laſſen. Nicht nur verweigert er hartnätig die Einführung des heiligen Abendmahls bei ſeiner Gemeinde, ſondern hat auch die heilige Taufe zu einer einfachen „Weihe“ herabgewürdigt. Doch hängt ihm nod) immer der größte Theil der Einwohner Metlakahtlas an, der den anderen, der Miſſionsgeſellſhaft treu gebliebenen Theil auf alle mögliche Weiſe zu quälen ſuht. Sogar den Yn: ordnungen der engliſchen Negierung widerſeßten fid) Dun-
cans Leute mit Gewalt der Waffen.
Die aber verſtand
feinen Spaß, ſondern \chi>te ein Kriegsfdiff nad) Metlatabtla; ſo gelang es, die Hauptſchuldigen ohne Blutver-
gießen gefangen zu nehmen und zur Verurtheilung nad Victoria zu ſenden. Duncan hat ſich ſeitdem nad) Waſhington begeben, um mit der Vereinigten Staaten: Negierung wegen Ueberſiedelung ſeiner Anhänger nach Alaska zu verhandeln. Seine Gemeinde aber iſt gegen die Wuswanderung. C. S. Bücßeranzeige. 1. Allgemeiner Synodalberiht (21 fier) der ev. - luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. andern Staaten. Luth. ConcordiaVerlag. 1887. 20 Cts. Es enthält derſelbe zwar nur Geſchäftsverhandlungen, aber gibt eben damit einen tiefen Einblick in den großen, wichtigen Haushalt dieſer Synode mit ihrem Buchgeſchäft, Lehranſtalten. Miſſionen
u. ſt. w. und ift ein Zeugnis göttlichen Segens, wie es ſelten in der Geſchichte der Kirche erfahren wird.
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Jugendleben Johann Friedrich des Großmüthigen; No. 89. Alte Geſchichten aus dem Sachſenlande; No. 90. Ein Kampf um Rom; No. 36. Die Reformation in Stalien; No. 37. Der Ablaßhandel der römiſchen Kirche zur Zeit Luthers; . No. 42. Johannes Honterus, der Neformator der Sachſen in Siebenbürgen; No. 49. Johannes Huß, der böhmiſche Reformator. Verlag von Hugo Klein in Barmen. Sämumtlliche Schriften find intereſſant, wahrheitsgetreu und in chriſtlichem Geiſt, wenn auch nicht jpecififeh lutheriſch, erzählt. Sie können mit gutem Gewiſſen, ſonderlich für Bibliotheken von Jüngling8vereinen und für's chriſtli<he Volk, empfohlen werden. Der Preis iſt ſehr billig von 10 bis 30 Cts. das Büchlein. “O. H.
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Mo.
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Herausgegeben für die Evang.
- Lutheriſhe Synodalconferenz v
9. Dafrgang. Das
von den Paſtoren C. J. D
von Nordamerika von der Commiſſion
für die Negermiſſion; redigirt
Hanſer
IE
November Reformationsfeft
iſt in dieſen Tagen wieder von der ganzen lutheriſchen Kirche mit hoher Freude und brünſtigem Dank gegen Gott gefeiert worden. Auch die „Miſſionstaube“ muß desſelben gedenken. Gäbe es dod) ohne Luthers Reformation keine wahre Miſſion. Denn alle kathol i \< e Miſſionen ſind nichts als geiſtlihe Raubzüge in die Länder der Heiden, dem römiſchen Antichriſt, niht Chriſto, dem Heilande, neue Unterthanen zu werben, ſein finſteres Reich auszubreiten und ſeine fur<tbare Macht über die Men{den zu erweitern und zu befeſtigen. Das Reformationsfeſt iſt daher aud) jugleid) cin redjtes Miffionsfeft. Darüber find ja alle Lutheraner einig, daß der in Offenbarung Johannis, Cap. 14, V. 6., geweiſſagte Engel Dr. M. Luther iſt, der mit dem ewigen Evangelium durch den Himmel der Kirche auf Erden fliegt. Denn dies be: weiſt die Kirchengeſchichte gewaltig und untwiderfpredlid). Die außerordentlichen Geiſtesgaben Luthers, fein eigen: thümlicher Leben3gang und reihe Erfahrung, ſeine un: gewöhnlich tiefe und reihe Erkenntnis göttlichen Wortes,
und C. F. W. Sapper.
Seals
J
Mummer 11.
1887.
mit dem hellen Lichte des ewigen Gnadenevangeliums die ſchauerliche Finſternis des römiſchen Antichriſts der Welt aufde>te, ſie vertrieb und die chriſtliche Welt wieder mit der ſeligmachenden Erkenntnis ihres Heilandes JEſu Chriſti erfüllte. — Glauben wir aber das von Herzensgrund, fo ſollen wir aud) den zweiten Theil der Weiſſagung glauben, welcher ſagt, daß der Engel das Evangelium ſolle „verkündigen
denen,
die auf Erden
ſißen
und
wohnen, und allen Heiden und Geſchlechtern und Sprachen und Völkern“. Luther iſt alſo der Reformator nicht bloß Deutſchlands oder Curopa’s, ſondern vielmehr der ganzen Welt. Bis zum jüngſten Tag wird Gott keinen ſolhen Boten mehr ſenden, der das reine Evangelium der Kirche ſo gewaltig und ſiegreich verkündigen wird, als Luther es gethan. Diejenigen vielmehr, welche rechte Lutheraner find und das reiche Erbe ſeines ſeligen Reformationswerkes durd) Gottes Gnade befigen, die ſollen Gottes Werkzeuge ſein, daß allen Heiden, Spraden und Völkern dasſelbe verkündigt werde. So erinnert uns denn das Reformationsfeſt aud) unſerer heiligen
Miſſionspflicht und muß uns mit brünſtigem Eifer dafür erwe>en. Denn erkennen wir wirklich lebendig und ſeine umfaſſende Gelehrſamkeit, verbunden mit edelſter Einfalt, ſeine hinreißende, überwältigende Beredſamkeit dankbar die überreichen göttlihen Gnadenfdage, die Gott uns durch Luthern gegeben und bisher erhalten, adj! wie in Wort und Schrift, ſein wunderbarer Heldenglaube, verbunden mit tiefſter Demuth und brünſtigſter Liebe, könnten wir anders als von Herzen8grund wünſchen und ſeine Gebetsmacht und endlich der alles menſchliche Den- ſelbſt dazu helfen, daß auch andere derſelben theilhaftig ken überſteigende Erfolg ſeiner Wirkſamkeit ſind lauter werden und mit uns Gott dafür loben und danken?! — Wohlan, ihr theuren Leſer, laſſet dies ein gutes Wort göttliche Siegel, daß Luther der von Gott berufene Kirchen- |. an euer Herz ſein. Unſere Negermiſſion bedarf eurer reformator, der Engel iſt, der mit unwiderſtehlich ſieghaft Hilfe. Gottes Segen ruht ſichtbarlich auf unſerem Werke. göttlicher Macht dur den Himmel der Kirche Chriſti flog,
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Misstons-Taube.
Ueberall öffnet uns Gott die Thore. Leſet die beiden Aufſäße in dieſer Nummer über die Noth in New Orleans von Herrn Miſſionar Bakke
und über die Bedürfniſſe der
Miſſion in Springfield, Jll., (ſiche darüber aud) Bericht in No. 5, S. 34) und freut ihr euh dann herzlich über _
ſolchen reihen Gottes-Segen,
o, fo thut aud) eure milde
Hand reidlid) auf und helft uns den herrlichen Segen bergen und bewahren. Das wäre ein recht gottgefälliges lutheriſches Dankopfer. Gott verleihe uns auch dazu ſeinen Heiligen Geiſt! Amen. D. H.
Hollen wir den Segen verſ<hütten? Es Segens, zu klein in den
ift gewiß erfreulid) und ein Beweis göttlichen wenn ein Gotteshaus für die Zahl der Zuhörer wird. Ein Landmann freut fic), wenn ſeine alte, Pioniertagen erbaute Scheuer niht mehr groß
genug iſt, um die reihe Ernte zu halten. Wohlan, ſagt er, ih will den alten Kaſten niederreißen und eine größere
Scheuer hinſtellen, damit die Ernte, die mir der gütige Gott von Jahr zu Jahr immer reidlider gibt, niht um: kommt. Wie, ſollte fid) da nicht ein Chriſt freuen, wenn das alte Gotteshaus, fo ſehr er es auch liebt, zu klein wird für die ſtets wachſende Gemeinde und der Bau eines größeren eine Nothwendigkeit wird? Ja, gewiß, er kann niht anders. Mit Freudigkeit und Dankbarkeit gegen Gott ruft er ſeinen Brüdern zu: Auf, Brüder, auf, laßt uns bauen und Raum fdaffen! Wenn nun den lieben Freunden der Negermiſſion in dem Folgenden erzählt wird, wie ein Gemeindlein von Schwarzen im dritten Diſtrict dieſer Stadt entſtanden iſt, wie es für ſeinen. Glauben tapfer gekämpft, Sieg auf Sieg errungen hat, und daß das Gotteshaus desſelben, welches für Kirhe und Schule gebraucht wird, zu klein geworden iſt, ſo werden die Freunde unſerer Miſſion ringsum in der Synodalconferenz ohne Zweifel einander zurufen: Da muß mehr Raum geſchafft werden. Auf, Brüder, laßt uns bauen ! St. Paul’s Chapel ift zu flein geworden, iſt ſhon lange zu klein geweſen um die Miſſion ordentlich betreiben zu können, und Gott ſei ewig Dank dafür! Wer hätte es vor etwa ſieben Jahren ‘gedacht, daß unſere Miſſion hier ſoweit gedeihen würde! Der liebe Gott aber macht unſeren Unglauben und Kleinmuth ſo oft zu Schanden, er hat es wieder gethan. — Während das gelbe Fieber 1878 hier herrſchte, wurde in unſeren Gemeinden für unſere kranken und nothleidenden Glaubensgenoſſen Geld geſammelt. Nachdem allen geholfen worden war, blieben nod) ein “ paar hundert Dollars übrig, und als die Negermiſſion ein Jahr ſpäter in Angriff genommen wurde, beſchloſſen die New Orleanſer Brüder, eine Kapelle für dieſelben von dem übrigen Gelde zu errihten. Ein Grundſtü> wurde Gemiethet und ein Häuschen, 20X30 Fuß, von groben, —— ungehobelten Brettern gebaut. “Für etwa 300 Dollars
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konnte man natürlich nichts Beſſeres hinſtellen. Hier predigte P. Döſcher und ſein Gehülfe, Rev. Polk, eine Zeitlang. Es wollte aber niht recht gehen, und die Arbeit wurde eingeſtellt. Die Sonntagsſchule aber ſeßte Herr Lehrer
Sauer
fort.
Jm
Jahre
1880
wollte
man
die
Kapelle verkaufen oder in das Miſſionsgebiet im oberen Stadttheil hinſchaffen, wo wir damals kein anderes Local als das alte ,,Sailors Home‘ hatten. Der Unterzeichnete, der zu der Zeit gerade in den Dienſt der Miſſion eintrat, ſchrieb alsbald
an
die Miſſionscommiſſion
und
bat,
fie
möchte ihm Gelegenheit geben, vor dem Verkauf oder Wegſchaffen der Kapelle noh einen Verſuch zu machen. Die Commiſſion gab ihre Zuſtimmung. Jn der AprilNummer der „Miſſions-Taube“ 1881 fdjrieb die Miſſionscommiſſion über dieſe Sache, wie folgt: „Jm dritten Diſtrict, an der Claiborne Straße, hatte troy aller Bemühungen der lieben Brüder, dort eine Sonntagsſchule anzufangen, nichts werden wollen. Man glaubte ſchon, es würde am beſten ſein, die kleine Kapelle zu verkaufen, doch ſollte auf Rath des jungen Miſſionars noch ein ernſter Verſuch daſelbſt gemacht werden. Herr C. Berg, zweiter Lehrer Herrn P. Berg's in Little Moc, wurde aufgefordert, ſich nad) New Orleans zu begeben und zu verſuchen, in der Kapelle eine Miſſionsſchule zu ſammeln.“ Am 12. Januar kam Herr Lehrer Berg hier an, konnte aber wegen anhaltenden Regens und Ueberfdwemmungen die Schule vor dem 26. nicht eröffnen. Er berichtet über den Anfang ſeiner Schule: „Als ich die Lage unſerer kleinen Kapelle ſah und die große römiſch: katholiſche Kirche in der Nähe, und merkte, daß die armen Neger, groß und klein, zur Meſſe ſtrömten, und als id) die Neger nur
Franzöſiſch ſprechen hörte, dachte ih: Hier iſt es rein une möglich, eine lutheriſhe Schule zu gründen. Hier, wo die Neger ſclaviſh dem Antichriſt dienen, hier ſoll man eine lutheriſche Kirche gründen? Nein, ih fühlte zum Davonlaufen.“ Jn der Wochenſchule fing er mit fünf Schülern an und in der Sonntagsſchule mit zehn, was nicht beſonders ermunternd war für einen, der ſhon vor dem Anfang zum Davonlaufen fühlte. Nach einer Woche ettva war die Zahl der Schüler auf 25 geſtiegen und Mitte März \ogar auf 70. Als Herr P. Sapper einige Monate ſpäter die Miſſion hier inſpizirte und die Kapelle mit Kindern gefüllt fand, ſchrieb er in der „Miſſions-Taube“: „Sollte die Schule an der Claiborne Straße nod) zunehmen, fo muß auch dort für mehr Raum geſorgt werden.“ Die Schule nahm zu. Ein Jahr darauf war der Ehrw. Herr Präſes Schwan hier. „Er fand in der Miſfionsfapelle, an Claiborne Straße, 120 Kinder auf der Liſte
der Wochenſchule, von denen 90 anweſend waren. Dieſe ſaßen jämmerlich zuſammen gedrängt, während Herr Lehrer Berg über 100 anderen Kindern die Aufnahme wegen Mangel an Raum verſagen mußte.“ Seit die Schule eröffnet, haben 375 Kinder kürzere oder längere Zeit Unterricht in Gottes Wort ge
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Die
noſſen, und die Zahl derer, die wegen Mangel an Raum abgewieſen worden find, ift ſehr groß. Unter Lehrer Berg's unermüdlicher und gewiſſenhafter Leitung erhielt die Schule bald einen guten Ruf unter den Schwarzen, den fie nod) bis jest behalten hat. Und obwohl Herr Berg anfangs zum Davonlaufen fühlte, ift er nod) da und hat dem Antichriſt und ſeinen Verbündeten, den Shwärmern, die er fo ſehr zu fürchten hien, manchen derben Hieb gegeben. Im Mai desfelben Jahres fing der Miſſionar an, des Sonntag- Abends
Gottesdienſte
zu halten.
An Zuhörern
fehlte es uns nicht, aber es war ein rohes Volk, das für Gottes Wort und Kirche nicht die geringſte Ehrfurcht zeigte. Während der Miſſionar predigte, mußte der Lehrer unter den Zuhörern Ruhe halten, aber Ordnung brachten wir nicht zu Stande, bis wir gemeinſchaftlich ein paar nicht8würdige Menſchen durchgeprügelt hatten. Jett durften wir allerdings Gottes Wort in Frieden verkündigen, aber die Zuhörerzahl nahm bedenklih ab. Die Neugierigen hatten ihre Neugierde befriedigt, die Nuheſtörer waren heimgejagt, die Katholiken, denen der Prieſter mit dem - Bann gedroht hatte, falls fie die lutheriſche Kirche beſuchten, blieben ebenfalls weg. Aber einige Erwachſene kamen immer noch, und zwar ſolche, die Gottes Wort gerne hörten. Unter denen war der ſpäter ſelig geſtorbene Albert Anderſon: Solange ſeine Geſundheit es ihm geſtattete, wirkte er unermüdlich für die Kirche. Er war der erſte, der ſich entſchloß, ſich derſelben anzuſchließen. Kaum aber war er in Gottes Wort und Lehre unterrichtet und confirmirt, als er erkrankte und ſtarb. Ein harter Schlag für unſeren ſchwachen Glauben! Mit ihm ſchien alles in der Kapelle ausgeſtorben zu ſein. Zwei Jahre hatten wir gearbeitet, gepredigt und gebeten, ein hoffnungsvolles Glied gewonnen und nun war das einzige Glied todt. Mit der Wiedereröffnung derSchule im Herbſt 1881 fing der Confirmandenunterricht an. Acht Kinder nahnen an demſelben unregelmäßig Theil. Unarten, Leichtſinn, Faulheit undVerachtung des Wortes Gottes von Seiten dieſer jungen Leute machten die Arbeit zu einer ſehr fdjwierigen. Nach einem Jahre jedoch waren fie in der Erkenntnis fo weit gefördert, daß fie batten confirmirt werden können, aber fünf liefen weg, und als die leßte Stunde mit den Uebriggebliebenen abgeſchloſſen war, erklärten auch fie, ſie wollten nicht Glie-: der unſerer Kirche werden.
Obne
ein Wort
wurden
fie
entlaſſen. Jett fühlte der Miſſionar aud) zum Davonlaufen. Er hatte geglaubt, ſeine Arbeit würde nicht ganz vergeblich ſein, aber auf einmal ſchien dieſelbe zu nichte gemacht. Dazu kam noh, daß die Miſſion in ,,Sailor’s Home fic) nod in viel fdjledjterem Zuſtande befand. Nach zwei Jahren waren nur zwei Frauen gewonnen. Auf Zuwachs war keine Hoffnung, weil das abergläubiſche Volk in jeder E>é und jedem Loch des alten Gebäudes einen Geiſt zu ſehen meinte und dasſelbe nicht zu betreten wagte. Aber, ſiehe da, nah einigen Tagen kamen die
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RES
83.
Mixsion=s-TWaube.
drei Kinder wieder; das leichtſinnige Lachen war ver\hwunden und ſie machten redjt ernſte Geſichter. Sie hatten jid) die Sache. reiflih überlegt und wollten jeht Glieder der evangeliſch-lutheriſchen Kirche werden.
Unſere
Freude war groß, und am Tage der Confirmation jubelte alles in der Kapelle,
was
jubeln konnte.
Nun
war der
Bann gebrochen ; aber ernſten Tagen gingen dieſe ſhwachen Jünger entgegen ; wo fie gingen und ſtanden, wurden
ſie verhöhnt, verſpottet und verfolgt. Schwärmer
vereinigten
fic),
dieſe
Katholiken Kinder
abfällig
und zu
machen; doch brauchten dieſe die Gnadenmittel fleißig und hielten, trot der Stürme, welche die Mächte des Teufels gegen fie heraufbeſhworen, tapfer Stand. Jhrem Gelübde ſind ſie treu geblieben und kämpfen noch treulih für ihren Glauben. Es ging den anderen nicht beſſer. Heute noh wird die kleine Gemeinde gehaßt und verfolgt. Hier ein Beiſpiel. Ein ſiebenzehnjähriges Mädchen wird von den nächſten Verwandten, den eigenen Hausgenoſſen, ſeit Jahr und Tag auf's böswilligſte wegen ſeines Lutherthums verſpottet. Vom frühen Morgen bis fpat in die Nacht begegnet man ihr mit Hohn und Shmähung. Dieſem dummen Ding ſoll der Starrſinn ſhon gebrochen werden. Auf Anſtiften eines Methodiſtenpredigers wird fie eines Abends in deſſen Kirche und an die Bußbank geſchleppt. Sie legt auch ihr Bekenntnis ab. Es lautet alſo: „You can force me and drag me to the mourners bench, but you can not force me to give up my faith and drag my Savior.“ Pfui, Satan, trolle dic)! Noch nicht, erſt muß er nod) etwas anderes verſuhen. Acht Tage lang wird das Mädchen in ein dunkles Zimmer eingeſchloſſen. Der Gott der Methodiſten wird ſie geiſtlihe Erfahrungen machen laſſen und dann wird fie der lutheriſhen Kirche den Rüd>en kehren. D, was wird das für eine Freude ſein! Faſt eine ganze Woche lang arbeiten die „Schweſtern“ und der Prediger an ihr. Als ihr Seelſorger ſie eines Tages zu ſehen bekommt, ſteht ſie, die Wangen eingefallen, das Auge ausdrud>slos, der Verzweiflung nahe, — ein Jammerbild vor ſeinen Augen. Aber nod) wohnt der wahre Gott zu Zion. Er ſtärkt, er erhält das Mädden. Nach gemeinſamem Gebet und Zuſpruch göttlichen Troſtes gewinnt es wieder einen feſten Halt. Und als das Mädchen nun am folgenden Sonntag in öffentlicher Verſammlung von himmliſchen Erfahrungen, übernatürlichen Viſionen und Stimmen erzählen ſoll, eilt dasſelbe, ſtatt zu den Methodiſten, in unſere Kapelle. Und wie das Mädchen, ſo müſſen aud) andere treue Bekenner unſerer Gemeinde um des Namens JEſu willen bittere Schmach ertragen. Trogbem geht das Werk unſerer Miſſion ſeinen ruhi.gen Gang vorwärts, ja, dieſe Trübſal fördert vielmehr dasſelbe und ſtärkt die Herzen der jungen Glieder, daß ſie feſt ſtehen. Mit jedem Jahre hat die Gemeinde zugenommen, ſo daß ſie jebt 45 communicirende Glieder zählt, meiſtens junge Leute, von denen noch keiner über 20 Jahr
-
84
Die
Misstons-Tazube.
alt iſt. Sie brauchen fleißig die Gnadenmittel, zieren wünſcheſt, was dir Gott bereits in ſeinem lieben Sohne ihren Glauben mit einem gottſeligen Wandel und tragen gegeben hat, fo denke in deinem nächſten Vater-Unſer bei auch zur Kirchen- und Krankenkaſſe von ihrem Verdienſt, den Worten: „Dein Reich komme!“ einmal ganz beſonders der in keinem Fall $10.00 per Monat überſteigt, verhält- und recht herzhaft an die armen Neger. Dann ſiehe zu, ob etwas in deiner Taſche ift, hol’s heraus und thue es nismäßig reidlid) bei. Als die Kapelle vor vier Jahren auf ein damals ange- mit dem zuſammen, was andere gottſelige Herzen geben. kauftes Grundſtü> hingeſchafft wurde, ließ man fie zwar Endlich nimm die Feder und ſchreib an die Committee etivas ausbeſſern, aber niht vergrößern. Schulen und (die Miſſionscommiſſion): „Vorwärts in Gottes Namen. Schafft Raum. — Baut eine Gemeinde nehmen ſtets zu; immer gedrängter müſſen die Stellt Arbeiter an. Soll nicht der lette fein, Kinder ſißen. Die Sonntagsſ\chule zählt z. B. 107 Schü- Kirche. Hier ift ein Beitrag. ler. Wo finden alle dieſe Play? Da die Bänke nur 80 will's Gott. Jhm befohlen! Amen.“ “ New Orleans, La., den 19. October 1887. faſſen können, müſſen die anderen auf den Tiſchen ſißen N. J. Bakke. und im Gang ſtehen. “Jn dieſem engen Raum ſollen feds Lehrer unterrichten. Es liegt auf der Hand, daß unſere Miſſion unter ſolhen Umſtänden nicht vorwärts gehen kann. Für die Gemeinde ift die Kapelle aud) manche Wiſſion in Japan. Sonntage zu klein. Mit 70 Zuhörern, obwohl Kinder einen großen Theil derſelben bilden, ift fie vol. Um Zu dem ausführlicheren Bericht über die geſegnete jeden Fuß des kleinen Raumes auszunüßen, müſſen die Miſſion in Japan, welchen die Auguſt-Nummer brachte, Bänke ſo eng zuſammengeſchoben werden, daß Erwachſene und im Anſchluß an nachſtehendes Bild der Miſſionskirche kaum dazwiſchen kommen können. Als Altar hat dieſe in Tokio, der Hauptſtadt Japans, bringen wir hiermit Jahre ein einfacher Tiſch und eine hölzerne Bank gedient. einzelne kleinere Erzählungen von den ſeligen Wirkungen Hinter dem Bücherſchrank kleidet fid) der Paſtor an. Die göttlichen Wortes in dieſem der Miſſion fo lange verKanzel entſpricht der Einfachheit ihrer Umgebung. Von ſchloſſenen Lande. Von der Cumberland: Presbyterianereinem kirhlihen Ausſehen, inwendig wie auswendig, iſt Miſſion, begonnen durd) Miſſionar Hail aus Amerika, ergar keine Rede; fie wird daher gewöhnlih ,,Chicken zählen die „Monatsblätter für Miſſionsſtunden“ Folgencoop““ genannt und unſere Glieder werden als Glieder der des: „Als Hail 1877 mit ſeiner Gattin nah Oſaka kam, „Chicken coop church““ ausgeſpottet. Wie die Geſund- waren bereits zwei Miſſionsgeſellſchaften daſelbſt in Arheit der Miſſionsarbeiter in dieſem Hauſe gelitten hat und beit, hatten aber erſt 50 Bekehrte. So gab es alſo für leidet, davon wollen wir ſhweigen. Perſönliche Rüdie neuen Ankömmlinge noch genug zu thun. Die erſten ſichten und die Unanſehnlichkeit des Gebäudes kommen hier zwei Jahre gingen hin mit Erlernung der Sprache und niht in Betraht. Was wir haben wollen und haben mit Anknüpfung perſönlicher Bekanntſchaften, wozu wehmüſſen, wofür wir herglid) und dringend bitten, iſt ſelſeitiger Unterricht im Engliſchen und Japaniſchen weſentmehr Raum. — Was ſagſt du dazu, lieber Leſer? Stimmſt lic) mithalf. Jm November 1878 wurde die junge Miſdu mit in den Zuruf: Auf! laßt uns bauen! laßt uns ſion durch Hails Bruder und deſſen Gattin verſtärkt. Schon mehr Raum ſchaffen! ein? Oder wollen wir den Segen, im Februar aber hatte fid) ein Jüngling Namens Jamaden der treue Gott auf unſere Miſſion hier gelegt hat, moto San mit der Bitte um chriſtliche Unterweiſung an “tegen Mangel an Raum verfdjiitten? Wollen wir Gott Hail gewandt. Dieſer hatte damals nichts weiter thun - in ſeinem geſegneten Werke durch ſolche äußerliche Hinder- können, als ihm ein Evangelium Lucä und etliche andere niſſe, die ſo leiht aus dem Wege geräumt werden können, Schriften mit auf den Weg geben. Jm Herbſt erſchien hemmen? Nein, da ſei Gott für! Wir verlangen keine der Jüngling nun wieder, und dies Mal freudeſtrahlend Prachtkirhe. Wir wollen mit unſerem Gotteshaus keine über den Schaß, den er im Evangelium gefunden. Auch „Show“ machen, ift aud) niht nöthig. Wir bitten nur: war er in ſeinem Dorf bereits zum Evangeliſten geworden Schafft uns mehr Raum, damit wir die Schwarzen in und hatte deſſen Bewohnern aus ſeinen Büchern vorgeGottes Scheuer einſammeln können. Die Kapelle foll leſen. Jett erhielt er gründlihen Unterricht, und im nicht niedergeriſſen werden ; die ift uns zu theuer gewor- September 1880 konnten die Miſſionare ihn und einen den; ſie ſoll ſtehen bleiben zum Andenken Deſſen, der fic) zweiten Bekehrten, Kuſe San, mit aller Freudigkeit taufen. in dieſer geringen Hütte ein Eigenthumsvolk aus den Kin- Das waren die erſten Früchte der jungen Miſſion, und dern Hams geſammelt hat. glei recht köſtlihe. Die beiden jungen Männer fühlten Zum Schluß möchte id) den theuren Freunden unſerer ſo tief die Verantwortung, die ihre Stellung als Erſtlinge Miſſion die Worte, welche einſt der Hochehrw. Herr Prä- einer Gemeinde ihnen auferlegte, daß ſie ohne Rückſprache ſes Schwan, der ſo viel gethan hat, um Jntereſſe für die mit ihren Lehrern übereinkamen, täglich zu einer beſtimmE _Negermiſſion gu eriweden, im „Lutheraner“ ſchrieb, ans ten Stunde den göttlichen Beiſtand zu einem ihrem Beerz legen: „Wenn du allen Menſchen von Herzen das kenntnis würdigen Wandel zu erflehen und ein Zehntel
Die
Misstions-Taube.
ihres Einkommens dem HErrn zu weihen. Was es-aber heißt, um des Namens JEſu willen geſ<hmäht und verfolgt zu werden, das bekam unſer Jamamoto nun reichlich zu koſten. Er hatte einem auf dem Lande wohnenden Bruder in ſeinem Laden zu helfen. Da wurde auh Branntwein ausgeſchenkt. Jamamoto aber weigerte fic), dies zu thun, weil er wohl wußte, welches Verderben das berauſchende Getränk unter ſeinen Landsleuten anvridtete. Sonntags vollends wollte er gar nichts verkaufen, außer etiva Arzneien für Kranke. Das aber we>te in Bruder und Mutter einen ganz fanatiſhen Haß. Drohungen, Spottreden und Quälereien wurden Jamamoto's tägliches Brod. Zwar verſchafften ihm ſeine Standhaftigkeit und
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laſſen, und zürne dir niht, mein Bruder. Yoh will did lieben und die Mutter in Ehren halten wie zuvor. Könnt ihr früher oder ſpäter meine Dienſte
ſoll es an mir nicht fehlen.“
wieder brauchen,
fo
Damit verließ er das Haus,
zunächſt nicht wiſſend, wohin er ſih wenden war etwa ein Jahr nach ſeiner Taufe.
ſollte.
Das
Inzwiſchen hatten die Gebrüder Hail bedeutende Fortſchritte in der Sprache gemacht und konnten anfangen, längere Predigtreiſen zu unternehmen. Sm Jahre 1884 konnten zwei weitere Gemeinden gegründet werden, deren jede ihre eigene, lieblihe Ents ſtehungsgeſchihte hat und von den fenffornartigen Anfängen wie von der ſauerteigartigen Wirkung des Evan-
Die Miſſionskir<he in Tokio, Japan.
Geduld endlich eine kurze Ruhezeit; aber bald erſannen die Seinen einen neuen Plan, ihn wankend zu machen; ſie ſhlugen ihm vor, fid) zu verheirathen, natürlich mit einem heidniſhen Mädchen. Der Bruder erbot fid, Jamamoto ein Haus zu geben und ihm ein Kapital vorzufiveden, damit er ſeinen eigenen Herd gründen und ein gutes Geſchäft anfangen könne. Alles wollte er thun, nur um Jamamoto vom Glauben abzubringen. Der aber erklärte ruhig, daß die Bibel einem Chriſten nicht geſtatte, ſih mit einer Heidin zu verbinden, er könne alſo auf den Vorſchlag nicht eingehen, fo gut derſelbe aud) gemeint feir möge. Nun kannte der Born des Bruders keine Grenzen. Ge wies ihm die Thür und drohte, daß er auch alle Verwandte und Bekannte überreden werde, ihn zu verſtoßen. Yamamoto aber erwiderte gelaſſen : „Der HErr JEſus hat geſagt: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der
BY E
iſt mein nicht werth.“
Ave
Jh bin bereit, das Haus zu ver-
geliums zeugt. Da hatte ein Mann aus dem unweit der Stadt Wakajama gelegenen Dörfchen Kuroje irgendwo am dritten Ort etwas vom Chriſtenthum gehört und darauf Miſſionar Hail um Unterricht gebeten. Als dieſer nun kam und die Theilnahme an ſeinen Vorträgen wuds, da wurde der Dorfprieſter unruhig und erließ ein Rundſchreiben, auf dem ſich alle Einwohner durd) Namensunterſchrift verpflichten ſollten, keiner driftliden Predigt mehr anzuwohnen und jede Geſchäftsverbindung mit den Chriſten abzubrechen. Da ſtellte fic)’3 denn heraus, daß bereits eine ganze Anzahl Erivedter da war, die zu gemeinſamem Bibelſtudium eine „Geſellſchaft brüderlicher Liebe“ unter einander gegründet hatten. Jhre Verſammlungen waren, obwohl zählreih beſucht, bis dahin geheim geweſen, erſt durch den prieſterlihen Widerſtand kam es heraus, daß hier bereits der Keim einer Gemeinde beſtand. Aehnlich ging es in Schingu. Ein dortiger Mann
Die
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Misstons-Taube.
hatte etlihe Jahre zuvor ſeine Schweſter in die Miſſions\hule nah Oſaka geſchi>t. Sie hatte ſich da bekehrt und, nad) Hauſe zurü>gekehrt, als Chriſtin gelebt. Viele ihrer Verwandten waren ihr deshalb bitter gram geworden, und um den Sonntag in der Stille feiern zu können, pflegte fie denſelben unter Gebet und Bibelleſen auf den nahen Bergen zuzubringen. Nun fam der von Haus vertriebene Jamamoto eines Abends müde von ſeiner Wanderung bei ftrdmendem Regen in Schingu an. Er hatte kein Geld in der Taſche und kannte niemand im Dorf. Da begegnet ihm ein Mann,. der nach ſeinem Namen und Geſchäft fragt. Es ift der Bruder unſrer jungen Chriſtin. Sobald der hört, daß Jamamoto ein Lehrer der JEſus-Religion ſei, ladet er ihn auf's herzlichſte ein, bei ihm zu übernachten, und vertraut ihm an, er möchte dieſen Weg auch lernen. Welch lieblihes Zuſammentreffen! welch augenſcheinliche Fügung des HErrn! Seither find in Schingu noch weitere Bekehrungen vorgekommen und die dortige Gemeinde iſt eine der blühendſten dieſer kleinen Miſſion.
Vegermiſſion
in Springfield, IC.
(Viſitations- Bericht.) Da die hier vor nun bald einem Jahre durd) Herrn Profeſſor H. Wyneken ins Leben gerufene Negermiſſion nicht allein einen guten Beſtand und beſtändigen Fortgang zeigte, ſondern beſtändig an Umfang zunahm, ſo hielt Profeſſor Wyneken es an der Zeit, dieſe Miſſion der von der ehrwürdigen Synodalconferenz erwählten Behörde für Negermiſſion zu übergeben. Dieſe aber wünſchte erſt einen näheren Einbli> in die Verhältniſſe in Springfield zu thun, und beauftragte daher den Unterzeichneten, eine Viſitation der Negermiſſion in Springfield an Ort und Stelle abzuhalten. Jch beſuchte zuerſt, bei Gelegenheit einer Paſtoralconferenz in Springfield, die Wochenſhule am 4. October. Unangemeldet trat id) ein. Bd) fand 30 Kinder in der Schule. Student Kilian aus dem Seminar in Springfield hielt Schule, derſelbe hatte bereits ſeit 4 Wochen als Lehrer fungirt.. Denn da ein Lehrer für die Schule augenblidlicd) niht gefunden werden konnte, ließ Herr Prof. W. die Schule abwechſelnd durd) Seminariſten halten. Die Zucht war leidlih. Jn einer Negerſchule gute Zucht zu halten ift befanntlid) ſehr fdjwer. Das Alter der anweſenden Schüler mochte von 7 bis zu 17 Jahren ſein. Die Schülerliſte zeigt gegen 50 Namen. Es war Nachmittags und die Kinder waren gerade am Rechnen,
dann folgte Leſen.
Einige der Schüler waren in beiden
Fächern ziemlih weit vorgeſhritten — dann frug Herr Kilian auf meine Bitte eine bibliſche Geſchichte ab;- er “nahm die Geſchichte von der Uufertvedung des Jünglings
zu Main, darauf folgte Aufſagen des kleinen Katechismus Luthers und Singen einiger lutheriſchen Kirchenlieder. Einige der Kinder, welche erſt nad) den Sommerferien in die Schule eingetreten ſind, konnten ſelbſtverſtändlich in dieſen Fächern noch wenig leiſten, andere dagegen, die ſeit Eröffnung der Schule im Februar regelmäßig gekommen waren, und dies war etiva die Hälfte der Anweſenden, antworteten ziemlih gut, einige ſogar ſehr gut,
ſo daß
Schluß
fie
kaum
eine
Antwort
verfehlten.
Zum
richtete id) ſelbſt nod) einige allgemeine Fragen
an die Kinder
über die Schöpfungsgeſchichte, Sündenfall,
Sünde und Verdammungswürdigkeit der Menſchen, die Erlöſung durch Chriſtum und die Aneignung des Heils dur den Glauben, welche zu meiner Zufriedenheit beantwortet wurden, Zweierlei war unverkennbar, erſtlich, daß etliche Kinder mit Luſt und Liebe lernen und von ihren Eltern fleißig zur Schule geſchi>t werden, und zum andern, daß mit Fleiß und Geſchik in der Schule gearbeitet wird. Die Schule wird gehalten in einem einſtö>kigen Framehaus, welches Herr Prof. W. zu dieſem Zwe> gemiethet hat. Durch Herausnahme einer Zwiſchenwand find die beiden größten Zimmer zu einem Schulraum von 14> 28 verbunden. Vier kleinere Zimmer des Hauſes ſind un-
benußt. Bei einigen Hausbefuden, die id) bet ſolchen Neger= familien machte, die fid) zu uns halten, hatte id) Urſache, mich zu verwundern und zu freuen über den Grad der Erkenntnis, die Art und Weiſe, wie fie nah ihren Berichten ſolche Neger, die fie wegen der lutheriſchen Lehre angegriffen hatten, zurehtwieſen, ſowie über ihre freudige Sehnſucht, nun bald eine lutheriſche Gemeinde zu. bilden. Die Fortſezung meiner Viſitation konnte erſt Sonntag, den 16. October ſtattfinden. Da id) ſhon Tags zuvor nad) Springfield gekommen war, fo konnte id) am Sonntag: Vormittag die erſt vor einigen Wochen begonnene Gonntagsfdule in der Nähe der ſogenannten Gooſe Prairie beſuchen. Dieſelbe wird in cinem Sonntagsſhulgebäude der Presbyterianer gehalten, welches etiva 14 Meile ſüdlih vom Concordia College gelegen iſt. 14 Kinder und 2 Mütter anweſender Kinder waren gegenwärtig. Herr Prof. Wyneken eröffnete die Schule mit einem Gebet. Die Studenten Knabenſhuh und Brauer (leßterer aus. Auſtralien) unterrichteten die Kinder im Text des kleinen Katedhismus, Bibliſche Hiſtorie, Text und Melodie eines lutheriſchen Kirchenliedes. Der Unterricht war lebendig, anregend, klar, und die Kinder hörten aufmerkſam zu und antworteten, fo gut unter den Umſtänden zu erwarten war. Den Schluß machte das gemeinſame Gebet des Vater - Unſers. Nachmittags 3 Uhr war Sonntagsſchule in der Aula des Concordia: Seminargebäudes. Die Form war dieſelbe als Vormittags. 31 Kinder waren zugegen, welche in 4 Abtheilungen unterrichtet wurden von den
3
Die Studenten Kilian,
Brauer,
Lankenau
und
Misstons-Taube. dem
farbigen
Studenten Berkhalter. Hier wurde der Katechismustext auch zergliedert und erläutert, wobei einige der Kinder ganz vortrefflihe Antworten gaben. Erwachſene waren 19 zugegen. Mit einem Theil derſelben hielt Herr Prof. Wyneken -eine Katecheſe über die Lehre von der Buße und Bekehrung, während die Andern nur zuhörten. Man konnte fo redyt merken, daß die reine Lehre des Wortes Gottes bereits angefangen hat, die Finſternis und Unklarheit zu verſcheuchen und die Herzen zu erleuchten. Nachdem die Sonntagsſchule mit gemeinſamem Gebet dur Prof. Wyneken geſchloſſen war, begann nach einer kurzen Pauſe der eigentlihe Gottesdienſt. Zu demſelben hatten fid) außer den Kindern der Sonntags\ſchule 36 erwachſene Neger, darunter wohl 10 Männer, und eine Anzahl Weiße eingefunden. Die Aula war ganz kirchlich eingerichtet, der Altar mit Blumen geſhmüd>t, da auch eine Taufe ſtattfinden ſollte. Mit dem Liede “Lord
Jesus Christ,
be present
now!’’
das wie aud)
die nachfolgenden Lieder mit Orgelbegleitung geſungen wurde, wurde der Gottesdienft eröffnet. Darauf hielt Herr Prof. W. den Wltargottesdienft und Vorleſung eines Schriftabſchnittes. Nach dem Geſang des Liedes ‘““ We all believe in one true God’ folgte die Predigt von Student Knabenſchuh über 2 Petr.-2, 20. vom Fall aus der Gnade. Die Predigt war klar, einfad) und nicht zu lang und wurde
von
den Anweſenden
mit großer Aufmerkſamkeit
gehört. Nach der Predigt folgte die Taufe eines Negerkindleins durd) Prof. W., bei welchem Student Brauer und Unterzeichneter Pathen waren. Nach abermaligem kurzem Gemeindegeſang hielt id) eine Anſprache darüber, was wir Lutheraner, die wir jest unter ihnen mit Predigt, Unterricht und Taufe wirkten, für Leute ſeien, welches die Stellung der lutheriſchen Kirche zu Gottes Wort ſei, und was uns bewege, alſo unter ihnen zu miſſioniren, nämlich keineswegs die Ausſicht auf eigenen Gewinn oder Mugen, ſondern lediglih der Gehorſam gegen unſers Hei[landes Miſſionsbefehl, allen Völkern das Evangelium zu predigen und ſie zu taufen, und die Liebe zu den Negern, die ja wie alle Menſchen mit uns von Einem Blute ſtammen und durch Chriſtum erlöſt ſind, und die ja Gott auch gern mit uns ſelig machen wolle durd) den Glauben an JEſum Chriſtum, der eben dur Predigt und Taufe vom Heiligen Geiſt gewirkt werde. Zum Schluß ſprach ih meine Freude aus über das, was id) bei Gelegenheit der vorgenommenen Viſitation bei ihnen geſehen und gehört habe, ſowie auch die Hoffnung, ihnen zur Gründung einer lutheriſchen Gemeinde und Beſchaffung eines Kirchleins behülflih zu ſein. Darauf \{<loß der Gottesdienſt mit einem kurzen Schlußvers. Einzelne dankten mir perſönTid) für die Art und Weiſe, wie ih zu ihnen geſprochen und
für das,
ihre Freude
was
id) ihnen geſagt hätte,
und Dankbarkeit
ſprachen aud)
aus über das, was Herr
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Prof. W. und mehrere ſeiner Studenten an ihnen gethan haben. „Für ‘den Abend waren Prof. W., id) und mehrere Studenten, ſowie mehrere Neger, die fic) zu uns halten, zu einer Negerfamilie zum Abendeſſen eingeladen, welches natürlih mit Dank angenommen wurde. Hier hatten wir dann nod) Gelegenheit, mancherlei zu bereden und zu beobachten. Gott hat die Arbeit unſerer lieben Brüder reihlih geſegnet. Außer im Gottesdienſt und im Schulunterricht haben ſie 23 Perſonen im Tauf- reſp. Confirmanden-Unterricht. Etliche ſind Solche, die bisher zu keiner kir<lihen Gemeinſchaft gehörten, ja Einige waren bis vor kurzem nod) Spötter und Verächter. Sie kamen einmal aus Neugierde, und ſiehe, das Wort erfaßte ihr Herz, ſie hören und lernen es mit Liebe und bezeugen : dergleichen haben ſie nie zuvor gehört. Andere gehörten früher einmal zu den Methodiſten, wurden aber das Gepauke und Geplärre ihrer ſein wollenden Prediger, die doc) im Grunde nicht mehr wußten als ſie und die es zuleßt immer nur darauf abgeſehen hatten, Geld herauszupreſſen, müde, und zogen fid) von der Kirche zurü>. Ein alter Mann mit grauem Bart und Haupthaar erzählte etwa folgendermaßen: „Jch habe mich ſeit langen Jahren um keine Kirche mehr bekümmert. Meine Frau ging nod) zuweilen, id ließ ſie gehen, führte aber ſelbſt ein rohes Leben. Da hörte ih davon, wie dieſe Leute“ (er meinte unſre Brüder), „die doch weit über uns armen, dummen Negern ſtehen, fic) unſerer Negerkinder annähmen, ſie unterrichteten, ſuchten ſie zu geſitteten Menſchen zu machen, die wiſſen, wie ſie als Chriſten leben und ſterben ſollen; fie konnten davon für fic) keinen Nuten haben. — Yd) hörte, wie ſie einen unſerer Knaben, den ih, man kann ſagen, oft genug na>end im Straßenkoth habe liegen ſehen, habe geſehen, wie ſeine Mutter ihn fütterte mit faulen, ſtinkenden Abfällen, die ſie aus dem Futter für die Sdjweine nahm, wie ſie dieſen Knaben gereinigt, anſtändig gekleidet, ihm eine Heimath gegeben hätten und aud ihn unterrichteten. — Da fist ein zweiter Knabe“ (auf einen anweſenden Knaben zeigend), „mit dem es ebenſo war. Jeßt ſehen die Kinder anſtändig aus, daß man fid) freuen muß, wenn man ſie ſieht. — Wenn ich das alles bedenke, fo muß id) ſagen: das ſind doh
andere Leute als alle, mit denen
wir bis
jeht zu thun hatten, mochten ſie Schwarze oder Weiße ſein. In dieſen Leuten lebt etwas Anderes. Jd) hörte von ihren Gottesdienſten für uns unwiſſende ſhwarze Leute, id) wollte dod) auch einmal hören, wie es da zuging. Was id) da hörte, dagegen konnte id) nidjts einwenden, td mußte mir ſagen, das ift die Wahrheit, und ih hoffe, ſprach er mit tiefem Ernſt, dur Gottes Hülfe jest ein anderer Menſch zu bleiben und anders zu leben bis an mein Ende.“ So iſt den lieben Leuten gepredigt nicht durchs Wort allein, ſondern aud) dur< den Wandel. Allen Anweſenden konnte man es anmerken, daß ſie vor Begierde brennen, der lutheriſchen Kirche gliedlid eins
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Die
Misstons-Taube.
verleibt zu werden, eine lutheriſhe Gemeinde zu bilden, aber auch eine Kirche zu haben. Unſer Seminar liegt zu weit ſeitwärts von der Negerbevölkerung, auch ſcheuen fic) manche, dahin zu kommen. Sie ‘haben nun ſelbſt einen Bauplay geſucht, den fie gern haben möchten ; derſelbe liegt ziemli<h in der Mitte der Negerbevölkerung, gegen # Meile vom Seminar, ein ſehr geeigneter, [diner Plat, 80 X 157 Fuß groß. Dieſer Plag ſoll aber $900.00 foſten. Doch ſind die Leute willig, denſelben ſelbſt zu bezahlen und ſelbſt zu fenzen. Zu dem Bived haben fie fofort unter fid) Unterſchriften geſammelt und hatten gegen $80.00 unterzeichnet, aud) ſhon etwas eingezahlt. Sie meinen, jebt, gegen den Winter, könnten fie wenig thun, aber nächſten Sommer würden ſie wohl einige hundert Dollars aufbringen können. So wollten ſie dann fortfahren, bis alles bezahlt ſei. Jhre Bitte an die Commiſſion ſei die, daß wir das Geld vorſchießen und ſofort den Plas kaufen möchten, damit er ihnen nicht verloren gehe. So würden fie dann die Jntereſſen ſparen, und könnten um fo eher den Platz an uns abzahlen. Freilid) möchten fie dann auc) fo bald als möglich eine Kirche darauf haben, und find überzeugt, daß dann ſehr viele fommen würden, denn eine große Zahl Neger haben fid) bereits dahin ausgeſprochen, daß ſie zu uns kommen und uns auch ihre Kinder ſchi>en würden, ſobald ſie nur verſichert ſein könnten, daß die Sache Beſtand haben würde. Alle, mit denen ih Gelegenheit hatte, über die Sache zu reden, \prachen fid) dahin aus: ihr Ziel fei, nad) und nach Alles zurü>zuzahlen an die Commiſſion und auch ihren Miſſionar ſelbſt zu beſolden. Diejenigen unter ihnen, die früher zu den SectenGemeinden gehörten, fügten nod) hinzu, das hätten fie früher gezwungen thun müſſen in der falfden Kirche, bei ihren unwiſſenden Negerpredigern, jeßt, in der wahren Kirche, würden fie es mit Freuden thun, obgleich ſie es in den erſten Jahren nicht gleich allein würden thun können. Zum Schluß möchte ih noch dies erwähnen. Jn den zehn Jahren, während welcher unſre Negermiſſion jezt be: ſteht, in welcher Zeit ih hie und da Gelegenheit gehabt habe, Einſicht zu thun, ſonderlich bei abgehaltenen Viſitationen, habe id) noh nirgends einen ſolchen Eifer und eine ſolche Begierde gefunden, eine lutheriſhe Gemeinde zu bilden, und aud) Opfer dafür zu bringen, als hier. Dazu kommt, daß aud) manche dieſer Leute fo geſtellt ſind, daß fie wirklich im Stande ſind, etivas dafür zu thun, was an andern Orten, wo wir Miſſion treiben, wohl nicht in dem Maße der Fall iſt. Zur Ehre Gottes muß id) bekennen : ih habe mid) herzlid) gefreut und erquidt über den Segen, den Gott hier auf die Arbeit unſerer Brüder gelegt hat, und bin der guten Zuverſicht: der hier angefangen .hat das gute Werk, der wird es aud) vollführen. Ja, das thue er, um JEſu willen! Amen. C. Sapper.
Bideranzeige. 1. Amerifanifger
Jahr
Kalender
1888.
Luth.
für deutſhe
Lutheraner
Concordia - Verlag,
auf das
St. Louis,
Mo.
Preis: 10 Cents. Dieſer alte Prediger von der Flucht unſerer Lebenszeit erſcheint hiermit wieder im alten Gewand mit reichem erbaulichem Jnhalt, den Adreſſen aller Paſtoren und Lehrer der Synodalconferenz und wird hoffentlich nicht bloß in den alten, ſondern auch vielen neuen Familien herzlichen Willkommen finden. D. H.
2. Das Vater-Unſer in $ Chromobildern mit Text.
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bei Hrn. L. Volkening, 823 N. 4. Str., St. Louis, Mo.
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20 Cents. Sehr hübſche Bilder je eines zur Vorrede und jede der ſieben Bitten. Auf den Milken der Bilder find Verſe gedruckt, die etwas beſſer hätten gewählt ſein können. Dagegen aber erklären die Bilder den Sinn der Bitten nach dem lutheriſchen Katechismus; z. B. die zweite Bitte zeigt einen Engel, der ein Kind in den Himmel trägt, die dritte Bitte ein fterbendes Kindlein, die fünfte Bitte den verlornen Sohn, die ſiebente Bitte cin liebliches Bild eines Gottesackers, Die Bilder befinden fic) in cinem hübſchen Futteral und ſind als Weihnachts- oder Geburtstagsgeſchenk für Kinder ebenſo billig als fin und paſſend. O. H.
3. Adventspredigten. Von Prof. G. Stö>khardt. Luth. Concordia: Verlag. St. Louis, Mo. 1887. Preis: $1.25. Der theure Verfaſſer, der vor zwei Jahren unſere lutheriſche Kirche mit ſeinen tiefen und inhaltsreichen Paſſionsprediglen beſchenkte, reicht uns hier eine zweite koſtbare Gabe in 28 Predigten über altteſtamentliche Texte, die er Adventspredigten nennt, weil ſie die wichtigſten Weiſſagungen des Alten Teſtamentes von dem Kommen des Weltheilandes behandeln; die leßten ſechs Predigten ſind über altteſtamentliche Feſtepiſteln: Weihnachten, Epiphanien, zwei Marienfeſte, Pfingſten und Johannisfeſt. — Die Predigten ſind E Zeugniſſe von der Gnade Gottes in Chriſto JEſu, wie ſie zugleich erſchütternde Bußpredigten find wider erbſündliches Verderben und gottloſes Weſen der Welt, und ruhen auf jedesmaliger gründlicher Auslegung des Textes. Es ift ſchwere reiche Speiſe, die hier aus der Fülle der Schrift geboten wird, kann daher dem aufmerffamen Leſer zum großen Schriftverſtändnis dienen und eine überaus reiche SegenSquelle werden. Möge das Buch recht viele Leſer finden ! O. H. Milde Gaben für die Negermiffion: Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., $32.81, 104.65 und 110.52. Durch P. O. Hanſer, St. Louis, Mo., von Th. N. als Dantkopfer 1.00. Durch Kaſſirer C. Cißfeldt, Milwaukee, Wis., 91.71. Durch P. C. Dowidat, Oſhkoſh, Wis, 34 30 und 77.00. Durch Kaſſirer J. C. Bahls, Lincoln, Nebr., 102 51. Durch Kaſfirer D. W. Roſcher, Fort Wayne, Jnd., 184.90. Durch Kaſſirer C. Spilman, Baltimore, Md., 21 00. Durch Kaſſirer G. O. Ruftad, Decorah, Jowa, 144.53. Durch Kaſſirer Ch. Schmalzriedt, Detroit, Mich., 15.00. Durch Kaſſirer H. Tiarks, Monticello, Jowa, 88.98.
(Summa $1008.91.) Für die neue Station
rex J. C. Bahls,
in New
Lincoln, Nebr., $1.40.
Orleans:
Durch Kaſ-
Durch Kaſſirer D. W.
oſcher, Fort Wayne, Jnd., 15.00. Durch P. C. Dowidat, Oſhkoſh, Wis., 3.00. Durch Kaſſirer H. Tiarks, Monticello, Jowa, 1. (Summa $20.40.) s
ür die Miſſion in Springfield: Durch Kaſſirer D. W. DEZ Fort Wayne, Jnd., $5 00. Durch Kaſſirer H. Bartling, Addiſon, Jll., 14.45 und 28.00. (Summa $47.45.) A. C. Burgdorf, Kaſſirer. 1041 Allen Ave., St. Louis, Mo. Die Miſſions-Taube“‘“ erſcheint einmal monatlig. Jahr in Vorausbezablung mit Porto iſt folgender : 1 Cxemplar. $ 10 CRES
25 u 50 u 100 ” Die VarthiesPreife Adreſſe verſandt werden
ee oe
elte können.
---
wenn
alle
Der Preis für ein 2 2.00
5.00 9
Exemplare unter einer
Entered at the Post Oiflce at St. Louis, Mo., as second-class matter.
=
Nachrichten aus dem Miſſionsgebie O
erausgegeben a
für die Evang. f
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- Lutheriſhe Synodalconferenz ies Ge Poſtoren C. fr D
9. Jahrgang. Zum
Anfang
bon Nordamerika von der Commiſſion für die Negermiſſion; redigirt Hanſer und C. F. W. Sapper. ſion;
December des neuen Kirdenjafrs.
:
„Die Güte des HErrn iſt, daß wir nicht gar aus ſind, ſeine Barmherzigkeit hat kein Ende, ſondern ſie iſt alle Morgen neu.“ Welch ein Troſt liegt in dieſen Worten! Wahrlich, einen größeren, reicheren, köſtlicheren Troſt kann es für Sünder gar nicht geben. Laßt uns ein wenig überlegen, was dieſe Worte enthalten. „Gottes Güte iſt alle Morgen neu“: ſie hirt alſo nie auf, fo lange auf Erden dem Abend ein neuer Morgen folgt. Obgleich alſo Gott dem ganzen ſündigen menfdjliden Geſchlehte ſchon ſeit Jahrtauſenden Güte über Güte erwieſen hat, und ob er aud)
einem
Einzelnen nod) fo lange Jahre mit lauter Güte nadjgegan: gen ift und mit ihr ihn gleichſam überſchüttet hat: ſeine Güte hat darum doch nie ein Ende, doch nie ihr Ziel erreicht. . . Der Brunnen der göttlihen Güte ergießt fid fort und fort und ſelbſt die fdyndbdefte Undankbarkeit und der frevelſte Mißbrauch kann ihn nicht verſtopfen. Jt er doch vielmehr ein ewig quellendes grundloſes Meer der Liebe, das nie ausgeſhöpft werden kann. Und noch mehr. Wenn es heißt: „Gottes Güte iſt alle Morgen neu‘/, fo hört ſie alſo niht nur nicht auf, ſie nimmt auch ſonach nie ab; fie iſt immer dieſelbe; ſie iſt immer ſo groß, ſo brünſtig, wie am Anfang; ſie veraltet niht. Unſere Güte, wenn ſie ja einmal helle brennt, verliſcht nur allzu ſchnell wieder oder fließt nur nod) tropfenweis, wie ein fid) leerendes Gefäß. Nicht ſo Gottes
Güte — ſie iſt alle morgen neu.
Nicht nur am erſten
1887.
Hummer 12.
Tage unſeres Lebens alſo ergießt fie fic) über uns in vollen Strömen, ſondern an jedem folgenden Abend müſſen wir wieder ſingen: Lobe den HErrn, der meinen Stand ſichtbar geſegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denn wie die ſichtbare Sonne an jedem neuen Morgen, ſelbſt wenn Wolken ſie verde>en, in derſelben Pracht über der ganzen erwachten Welt wieder aufgeht, in welcher ſie ſhon ſeit Jahrtauſenden über ihr leuchtete, fo geht aud) die unſihtbare Sonne der göttlihen Güte jeden neuen Morgen in demſelben Glanze über jeden Menſchen wieder neu auf, womit fie ihn ſhon fort und fort beſtrahlte. Doch wenn es heißt: „Gottes Güte iſt alle Morgen nen’, ſo denkt Gott alſo nie daran, wie viel und wie lange er einem Menſchen ſhon Güte erwieſen hat, und rechnet ihm dies alles nicht an, um es ihm von der Summe der ihm zugedachten Liebe abzuziehen; ſondern ſo oft es wieder heute heißt, verhält fid) Gott gegen jeden Menſchen alſo, als ob er ihm nod) nie ſeine Güte erwieſen habe, als ob er heute zum erſtenmal in ſeinem Leben ſie ihm anbiete und ſhme>en laſſe und als ob er heute erſt anfange, ihn zu ſuchen und ſi als ein Gott, der ſein Heil wolle, zu erzeigen. Mögen daher {on Millionen Gnadenerweiſungen Gottes hinter einem armen Menſchen liegen und bisher alle vergeblid) an ihm geweſen fein: fo oft ihm wieder cin neuer Morgen ſeines Lebens geſchenkt wird, fo oft nimmt aud) Gottes Güte den armen Menſchen wie ein neugebornes Kindlein in ihre Arme und ihren mütterlichen Schooß, denn ſie iſt eben alle Morgen neu! :
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Misstoma-Taube.
Gibt es daher irgend ein Troſtwort der Schrift, wie wir es bei dem Eintritt in das neue Kirchenjahr bedürfen, nad) dem unverdienten und ach, fo oft vergeblichen Genuß ſo vieler Gottes Güte in bereits vergangenen Jahren, fo ijt es gewiß dieſes Troſtwort. Denn, ift nah dieſem Worte Gottes Güte alle Morgen neu, wie viel mehr wird ſie alle Ja hre neu ſein! Wie gewiß können wir alſo fein, daß fie aud) in dieſem neuen Kirchenjahr neu über uns ſein werde, daß JEſus in demſelben wieder zu uns kommen werde mit aller ſeiner Gnade, als ob er nod) nie zu uns gekommen wäre! — D großer, reicher, ſeliger Troſt! Laſſet uns ihn mit ſtarkem Glauben faſſen. Amen. (C. F. W. Walther, Evang.-Poſt. S. 1. u. 2.)
»Heute ift dieſem Hauſe Heil widerfahren.“ So ſprach der Heiland einſt, als er bei dem Zöllner Zachäus einkehrte. Des HErrn Einkehr in ein Haus iſt alſo für dasſelbe mit Heil und Segen verknüpft. Und wenn Gott zu einem Volke mit dem theuren Evangelium fommt, fo ijt für dasſelbe eine überaus wichtige Gnadenzeit angebrochen. Mancher Familie und manchem Haus wird dadurch Heil gebracht; denn durd) das Evangelium fehrt der Heiland ins Herz ein und macht es zu ſeiner Wohnung. Den lieben Heiland in die Herzen und Häuſer unſerer \<hwarzen Mitmenſchen zu bringen, iſt die Aufgabe unſerer Negermiſſion. Dieſe Aufgabe iſt, wie überhaupt alle Arbeit im Reiche Gottes, keine leichte. Die Schwarzen, wie aud) die Weißen, nehmen den Heiland ungerne auf. Für andere Gäſte, die den Menſchen ins Verderben führen, ſteht die Thür des Herzens weit offen. Alle Lüſte des Fleiſches haben freien Eintritt, werden ſogar einge[laden und betvillfommt; aber adj! wenn der Heiland flehentlid) um Einlaß anklopft, wie eng ſchließt fid) da das Herz zu. Aber durch die Macht des göttlihen Wortes wird der Drok des Herzens dod) manchmal gebrochen, und daß der HErr JEſus durd) fein Wort und ſeinen Geiſt au< ſhon in manchem Negerherzen Einkehr gemacht und in mancher armen Negerhütte ein liebes Heim gefunden hat, ſoll in dem Folgenden erzählt werden. Eines Tages vor etiva fünf Jahren ging der Miſſionar von Haus zu Haus, um Leute für die Kirche und Kinder für die Schule zu gewinnen. Die Erfahrungen, welche er an dem Tage machte, bleiben ihm unvergeßlich. Da ihn in der betreffenden Stadtgegend nod) niemand kannte, war die Aufnahme, die er bei den Leuten fand, keineswegs die freundlichſte. Die meiſten, bei denen angeklopft wurde, öffneten vorſichtig die Thür, ftedten die Köpfe heraus und fragten in nicht beſonders ermuthigen-
dem Tone nach des Eindringlings Begehr. Wenn ſie fich ‘dann überzeugt hatten, daß der Beſuch keiner Einforde-
rung von Schulden gelte, hörten fie wohl cine Weile zu, was der Miſſionar zu ſagen hatte, verſprachen ihm auch, ſih zum nächſten Gottesdienſt einzufinden, aber in den meiſten Fällen war dies doch nur eine Liſt, um den unan-
genehmen Beſuch möglichſt fdnell wieder los zu werden. Manchmal jedoch entledigte man fid) desſelben aud) in etivas anderer Weiſe. Von einer Frau, die gerade im Begriff ſtand, ihren beſoffenen Eheherrn durchzuprügeln, und ſich folglich in keiner guten Stimmung befand, wurde der Miſſionar mit dem Beſen aus dem Haus gejagt, che er nod) hatte zu Worte kommen können. Höchſt niedergeſchlagen und leiblidy müde wollte er umkehren und nad Hauſe gehen. Daß er auf die Leute, mit denen er an dieſem Tage in Berührung gekommen war, keinen Eindru> gemacht hatte, das fühlte er nur zu gut. Es ſtand aber noh ein Haus da. Vor demſelben ſpielten einige dre>ige, halbnadte Kinder. Um mit dieſem Stadtviertel fertig zu werden, wollte er auch dieſer Familie einen Beſuch abſtatten. Ein erwachſenes Mädchen machte die Thür auf und lud ihn freundlich ein, hereinzukommen. Dieſe Aufnahme war ſo ganz verſchieden von denen, welche er im Laufe des Tages gefunden hatte, daß es ihm ordentlich wohl that. Die Mutter wurde gerufen. Der Miſſionar erzählte, wer er ſei und ivas er wolle. Die Frau fing an, ihre Noth zu klagen. Jhr Mann verdiente viel Geld, aber verſpielte und verfoff allen Verdienſt. Sie und ihre Kinder behandelte er ſo ſchlecht, daß fie ſhon ernſtlih daran gedacht hatte, ſih von ihm zu trennen. Jhrer Mutter hatte er das Haus verboten. Seine älteſte Tochter hatte er mehrere Male in finſterer Nacht auf die Straße gejagt. Zur Kirche konnte fie nicht kommen, ſie hatte nihts anzuziehen. Ein Haufen Kinder war ohne Taufe und ohne Schule aufgewachſen. Das Haus war eine wahre Hölle. Der Miſſionar tröſtete die gebrochene Frau und verſprach, ihren Mann zur Rede zu ſtellen, was aud) bald geſhah. Er beſſerte fid) allmählich und ift heute ein ordentlicher Menſch. Die \chulfähigen Kinder kamen zur Schule und mit ihnen fam Vater und Mutter abwechſelnd zum Gottesdienſt. Dem älteſten ertheilte der Miſſionar Tauf- und Confirmandenunterricht,
worauf derſelbe in die Gemeinde
auf-
genommen wurde. Später folgte nod) die Taufe der anderen. Die Großmutter, obwohl uns ſtets zugethan, war niht zu bewegen, in die Kirche zu kommen. Die Enkelkinder aber ließen ihr keine Ruhe. Endlich zum Erſtaunen aller fam fie; niht einmal, ſondern oft, aber vom An\{luß an die Gemeinde wollte ſie nidjts hören. Sie ſei den Baptiſten zugethan, ſagte ſie, und wollte niht anders getauft werden, als durh Untertauhung. Jhr Herz ſei aud) nod) fo unrein und ſündhaft ; es müſſe ganz rein und lauter ſein, ehe ſie daran denken könnte, fid) der Kirche anzuſchließen; daß unſere Herzen gereinigt werden durch den Glauben, konnte oder wollte ſie niht einſehen. Eines Tages aber fam ſie ganz unerwartet zum Miſſionar mit der Bitte um Taufe und Aufnahme in die Gemeinde.
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Misstons-Taube.
Nach vollendetem Unterricht wurde fie am leßten heiligen Chriſttag getauft und ijt ein fleißiger Hörer und Thäter des Wortes und cine treue Lutheranerin. „Heil iſt diefem Hauſe widerfahren.“ Oft ſind die Kinder unſerer Schulen die Werkzeuge des HErrn, ihm den Weg zu bereiten. So geſchah es, daß ein Knabe, der vor einigen Jahren bei uns confirmirt wurde, eine große Familie zur Kirche brachte. Erſt {loß ſich die Großmutter an, dann folgten die Eltern und ſpäter
zwei Tanten ſammt ihren Gatten. Alle ſind treue Glieder unſerer Kirche. Als die Schule an der Claiborne Straße eröffnet wurde, ſandte uns eine Familie ſogleich drei Kinder. Von dieſen wurde das älteſte nah zwei Jahren confirmirt. Die zwei anderen folgten ſpäter, jest befindet fic) das vierte im Unterricht; mehrere kleinere Kinder wurden unſerer Kirche ſhon durch die Taufe einverleibt und nun wollen ſich die Eltern unſerer Gemeinde aud) nod) anſchließen. — Ein kleines Mädchen, welches unter den fünf Kindern war, mit denen Herr Lehrer Berg
ſeine Schule eröffnete, kam ſhon lange vordem zur Sonntags\ſchule, als Herr Lehrer Sauer noch dieſelbe hielt. Sie und einige andere Kinder hielten fid) treulih an die kleine lutheriſhe Sonntagsſchule; und dieſes treue Feſthalten der Kinder ſchien dem Miſſionar ein Fingerzeichen vom lieben Gott zu ſein, die St. Pauls-Station wieder zu eröffnen und mit dem angefangenen Werke fortzufahren. Die Großmutter, bei der das Mädchen wohnte, war uns durchaus nicht zugethan. Der kleine Liebling wurde ein Mittler zwiſchen ihr und uns. Abends, nach der Schule, ſette ſie ſih hin und fang ihr Lieder vor, ſagte bibliſche Geſchichten und Stücke des Katehismus her, die fie in der Schule lernte. Die Alte war aber zu tief in ihren Methodismus verſunken, um dieſen Kinderpredigten Gehör zu geben. Anders geſinnt war der Nachbar. Er hörte nicht nur gerne zu, was die Kleine zu erzählen hatte, ſondern kam auch auf ihre Aufforderung hin mit ihr zum Gottesdienſt. Seit Jahren iſt er in keinem Gotteshaus geweſen. Die cinfache Predigt des Ev>ngeliums und die heilige Ruhe in unſerer Kirche gefiel ihm. Er wurde vom Worte Gottes mächtig ergriffen, begehrte Unterricht und Aufnahme. Zu unſerer großen Betrübnis aber ſtarb er bald nach ſeiner Aufnahme. Auf dem Krankenbett bat er ſeine Frau, fie ſollte fid) auch der lutheriſchen Kirche anſchließen, was fie aud) nad) ſeinem Tode that. Nun war auch die Großmutter anderes Sinnes geworden. Sie hatte das öffentliche Bekenntnis ihrer Enkeltochter am Confirmationstage mit Freuden gehört. Ohne zu verſprechen, Glied zu werden, wünſchte ſie doh belehrt zu werden über den Unterſchied zwiſchen Lutheranern und Methodiſten. Der HExr gab zu dieſer Belehrung ſeinen Segen; fie wurde überzeugt und ihre Aufnahme in die Gemeinde erfolgte. Die Mutter war noch eine Heidin. Auch ſie mußte zum
Heiland gebracht werden.
Durch das unermüdliche Zeu-
gen des Kindesmundes waren drei aus der Familie und
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die Nachbarsleute ſhon für die Kirche gewonnen. hielten gemeinſchaftli<h Andacht
des Abends,
Dieſe
an der die
Mutter aud) gewöhnlich theilnahm. Und ſiehe da! der Geiſt Gottes öffnete ihr Ohr und Herz; fie kam zur Kirche und wurde ein Glied derſelben. Vor zwei Jahren kam eine Verwandte der Familie, ein ſiebzehnjähriges Mädchen, aus dem Lande, um hier Arbeit zu ſuchen. Kaum war ſie bei ihren lutheriſhen Verwandten eingezogen, als auch ſie zur Kirche gebracht, unterrihtet und confirmirt wurde. Daß „ein wenig Sauerteig den ganzen Teig verſäuert“, hat ſich hier beſtätigt. Gott gebe uns viele Kinder, Jünglinge und Jungfrauen, die unerſhro>en Be-* kenntnis von dem Heiland ablegen. Dieſe wenigen Beiſpiele aus der Geſchichte unſerer jungen Miſſion zeigen genugſam, daß unſere Arbeit im HErrn nicht vergeblich geweſen iſt. Cin lutheriſches Leben herrſcht in den Häuſern unſerer Glieder. Der Heiland wird zum Tiſche geladen, fie ſtehen, wie es im Liede heißt, mit JEſu Morgens auf, gehen mit JEſu ſchlafen, führen mit JEſu ihren Lauf, laſſen JEſu ſchaffen. Der HErr gebe ferner ſeinen Segen zu unſerem Miſſionswerke. Er thue die Herzen und Hände der Chriſten auf zum gläubigen Gebet und fröhlichen Geben, damit an den Häuſern der Schwarzen immer mehr und mehr das Wort des Heilandes erfüllet werde: „Heute iſt dieſem Hauſe Heil widerfahren.“ New Orleans, La., den 19. Nov. 1887. N. J. Bakke.
Die Erſtlingsfru<ßt der Hermanusburger Wiffion in Auſtraſien: Sießen Getaufte. Während wir bisher immer nod) melden mußten, daß die Hermannsburger Miſſionare mit langjähriger unermüdlicher Miſſionsarbeit unter den Eingeborenen in Central-Auſtralien nichts erzielt hätten, als daß ſie einige Kinder in ihrer Schule und einige Erwachſene aus den Heiden, welche auf der Station arbeiteten und daher von der Miſſion unterhalten wurden, im Gottesdienſt unterrichteten, können wir nun die freudige Nachricht bringen, daß endlih, nad) zehnjähriger Arbeit, die Erſtlinge aus den Heiden getauft ſind, und zwar ſieben an der Zahl. Miſſionar Schwarz ſchreibt in einem Briefe vom 30. Juni dieſes Jahres -an Miſſionsdirector Harms in Hermannsburg: „Lob, Chr’ und Preis dem höchſten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der lauter Wunder thut.“ Ja, toabrlid), Wunder ſeiner Güte und Gnade hat der HErr in dieſen Tagen an uns und unſerem armen Heidenvölklein gethan. Davon darf id) nun viertens . . . berichten, nämlich vom GErftling3-Crntefegen, den uns der HErr in hieſiger Miſſion geſchenkt hat, denn am zweiten Pfingſtfeiertage empfingen die Erſtlinge aus unſeren Heiden die heilige Taufe. Es ſind ſieben an der
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Misstons-Tazube.
.
Fortſchritt der Wiſſion im Innern von Wadagasßar in den ſeßten 25 Jaßren. (S<hluß.) Aber id) muß nun zu den weniger in die Augen fallenden Erfolgen unſrer Arbeit übergehen. Die Miſſionare der verſchiedenen Geſellſchaften arbeiten eifrig und treu burd) Predigt und Lehre, durd) Leitung der Gemeinden der'Eingebornen, durch Hilfe bei Verbeſſerung ihrer Einrihtungen und Arbeiten, dur< Ausbildung von Lehrern und Evangeliſten, durh Ueberwachung der Preſſe und Bearbeitung von Büchern, durd) Pflege der Kranken und Ausbildung von eingebornen Studenten der Medizin, durch Ermuthigung und Aufhilfe aller Art für das Vorwärtskommen des Volkes in Wiſſen und Sitte; unleugbar hat ihre Arbeit großen Einfluß auf die Entwi>klung des Volkslebens. : Um ein Beiſpiel von dem, was unſere Arbeit leiſtet, anzuführen, wollen wir von unſern Bemühungen, eine Volksliteratur zu ſchaffen, mit einigen Worten reden. Erſt nad dem Jahre 1820 wurde den Madagaſſen die Künſt des Leſens und Schreibens bekannt. Jhre Schriftſprache verdanken fie den erſten Miſſionaren unſerer Ge“ ſellſchaft. Natürlich ift ihre Literatur auch jest nod) in den erſten Anfängen; aber bringen wir den kurzen Zeit‘raum, ſeit ihre Sprache eine Schriftſprache geworden iſt, und die durch die lange Verfolgung herbeigeführte Unterbrechung einer ruhigen Entwi>lung in Anſchlag, fo können wir, ohne Widerſpruch befürhten zu müſſen, ſagen,
‘daß ein guter Grund gelegt iſt.
Schon die erſten Miſſio-
“nare überſeßten die Bibel und fie, ſowie aud einige Schul-
bücher und Tractate wurden gedrudt; neulid) habe ih darüber berichtet, was in der leßten Zeit von dem Committee der Bibelreviſion geſchehen ijt, unr die Ueberſezung zu vervollkommnen. Ebenſo bemühen wir uns fortwährend, unſere Miſſionsliteratur zu verbeſſern und zu vermehren. Jn cinem kürzlih von Rev. J. Sibree veröffentlihten madagaſſiſhen Bücherkatalog nehmen allein die Titel von Büchern in der madagaſſiſhen Sprache 29 Octavſeiten ein, und dieſe ſind faſt alle von den Miſſionsgeſellſhaften herausgegeben. Dies beweiſt wohl, daß die Miſſionare eine lobenswerthe Thätigkeit entfaltet haben, um die Aufklärung des ihrer Pflege anvertrauten Volkes zu fördern.
Die meiſten dieſer Bücher ſind natürlich reli-
giöſe Schriften und Schulbücher; aber Wiſſenſchaften, Muſik und Journaliſtik find aud) vertreten. Jn Bezug auf leßtere muß id) erwähnen, daß nod) vor wenigen Jahren Zeitungen für Antananarivo eine Unmöglichkeit geweſen waren; aber jest haben wir ein Miffionsblatt „Kirche und Schule“, ſehr tüchtig redigirt von Mr. H. E. Clark; eine Regierungszeitung; eine engliſche wöchentlich erſcheinende „Madagaskar Times“ und eine gleichlautende madagaſſiſche Ausgabe, welche alle vierzehn Tage erſcheint. Werfen wir nun einen Bli> auf das Erziehungswerk, fo ſehen wir, daß wir einen großen Schritt vorwärts gefommen find. Mr. Thoone zeigt in einem ſehr genau und ſorgfältig ausgearbeiteten Bericht in der lezten Nummer des „Antananarivo Annual“ den Fortgang, den das Erziehung2werk genommen hat, und gibt Nachrichten über den jeßigen Stand der Elementarſchulen, welche von den evangeliſchen Miſſionaren geleitet werden. Aus dieſem Bericht erfahren wir, daß 140,000 Schüler die evangelifdhen Schulen beſuchen, von denen 86,000 regelmäßig kommen, und die Hälfte von lefteren kann leſen. Außer dieſen ſtehen ungefähr 30,000 Erwachſene allein mit unſerer Miſſion in Jmerina in Verbindung, welche auch leſen können. Ueber die höheren Schulen in Jmerina ausführlich zu berichten, geſtattet mir der Raum nicht ; aber ſoviel will ih ſagen, daß die evangelifden Miſſionare an höheren Schulen und Colleges erfolgreid) arbeiten, um das Land mit gründlich unterrichteten jungen Männern zu verſorgen, die einſt ihrem Vaterlande in Staat und Kirche gute Dienſte leiſten werden. Schon jest findet man in allen Theilen des Landes Regierungsbeamte und Officiere, Lehrer und Evangeliſten, welche ihre Ausbildung den Erziehungsanſtalten der Miſſion verdanken, und ih darf wohl ſagen, daß unter dieſen Anſtalten das College unſerer Miſſion das erſte iſt. Was den Religionsunterricht der Kinder betrifft, fo ift es darin in den lesten 3 Jahren merflid) beſſer geworden; die Zeit, in welcher das Land
vom Kriege heimgeſucht war, werden wir immer als die anſehen müſſen- in welcher die Bewegung für die Sonntagsſhulen Wurzel {lug und die Liebe und Kräfte der jungen Männer in und um Antananarivo in Bewegung ſeßte.
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Zahl, zwei Manner, vier Knaben und eine Jungfrau. Die Namen, welche fid) die Tauflinge ſelbſt erwählten und in der heiligen Taufe erhielten, find: Andreas, Thomas, Matthäus, Jacobus, Nathanael, Johannes und Maria. Die beiden Erſtgenannten waren fdon eine Zeit lang Miffionsfdiiler auf der alten, im Jahre 1867 am Killelpaninna:Gee gegründeten, aber ſpäter wieder aufgegebenen Station, fielen aber ins Heidenthum zurü>. Als ſie fpater nach der jebigen Miſſionsſtation am Finke kamen, ſtellten fie fic) feindlid) gegen die Miſſion. Vor zwei Jahren zogen fie wieder fort (d. t. etwa zwei Jahre vor ihrer Taufe), als fie aber ein Jahr fpater zuriidfehrten, waren ſie ganz andere Menſchen geworden, und meldeten fid) zum Taufunterricht.““ Dbne Zweifel wird ob dieſer frohen Nachricht große Freude in Hermannsburg herrſhen. Auch wir freuen uns und wünſchen von Herzen, daß dieſen Erſtlingen bald viele Andere möchten nachfolgen. Wir beabſichtigen, unſern Leſern demnächſt einen ausführlichern Bericht über die Arbeit lutheriſcher Miſſionare in Auſtralien zu geben. C. S.
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Die einzige evangelifd-lutherifde Miſſion auf Mada: gasfar iſt die in dieſem Bericht wiederholt erwähnte norwegiſche Miſſion; da die „Miſſionstaube“ bereits Jahrgang 7, S. 66, über die Arbeit und den Beſtand derſelben berichtet hat, fo wird es genügen, hier nur kurz zu erwähnen, daß auch dieſe Miſſion an dem großen Fortſchritt des Miſſionswerkes auf Madagaskar während der leßten 25 Jahre, inſonderheit während der lebten 20 Jahre, ſeitdem ſie ihr Miſſionswerk daſelbſt begann, ihren Antheil hat. Schon vor 2 Jahren zählte die evangeliſch lutheriſche Kirche auf Madagaskar 17 Stationen, über 5000 Glieder, 38,000 Zuhörer und 30,000 Schüler. Ohne Zweifel hat
Markthaus,
Geridtshale
:
Viel, ſehr viel iſt burd) Gottes Barmherzigkeit für die Es iſt Sache der Miſſion auf Madagaskar geſchehen. wohl nicht zu hoch gegriffen, wenn man ſagt, daß Madagastar jest 500,000 Chriſten zählt. Aber immer gibt es aud) hier noch viel zu thun für die chriſtliche Miſſion, zählt doch die Jnſel etwa 4 Millionen Einwohner. Gott halte ferner ſeine ſhüßende Hand über die Miſſion dieſes Landes, auf daß auch hier ferner ſein Wort in Erfüllung gehe: „Seid ſtille und erfennet, daß id) Gott bin. Jh will Ehre einlegen unter den Heiden, ih will Ehre ein-
legen auf Erden.“
C. S.
Zum
Bilde.
Von den Portugieſen wurde ein Theil der Weſtküſte Afrikas Sierra Leone genannt, da die Brandung des Oceans
das äußerſte Cap
wie eine „Löwenſtimme“
um-
brauſt. Seit 1807 iſt die Halbinſel im Befis der Engländer, tveldje vom Jahre 1787 an freigelaſſene Negerfelaven hierher verpflanzten und daher die Anſiedlung Freetown — Freiſtadt — nannten. Dieſelbe wurde von den Franzoſen 1794 überfallen, geplündert und verbrannt, aber bald wieder von den Engländern aufgebaut und im Jahre 1817 zählte die Bevölkerung ſhon 12000 Seelen.
und Kirche in Freetown,
fid) aud) dieſe Miſſion in den leÿten 2 Jahren durc Gottes Gnade nod) mehr ausbreiten und vermehren können ; genauere Berichte liegen uns darüber augenblidlid leider niht vor. Unſer Bericht hat es ja aud) diesmal _ſonderlih mit Jmerina, dem Jnnern von Madagaskar, zu thun.
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Missions-Taube.
Weſtafrika.
Aufgefangene Sclavenſchiffe wurden hierher gebracht und die Neger hier frei gegeben. Auf dieſe Weiſe entſtand eine Bevölkerung von faſt 150 verſchiedenen Völkern und Sprachen. Die Miſſion fing bald nad Gründung dieſer Negerrepublik ihre geſegnete Arbeit an und der Negerbiſchof Crowther wurde hier erzogen, der mit fo wunderbarem Erfolg unter ſeinen Landsleuten wirkte. Jeßt zählt man hier etwa 40,000 Chriſten. Die Stadt Frees town liegt etwa zwei Stunden von dem nordweſtlichen Vorſprung der Halbinſel an der Südſeite der Strommündung, welche etiva 24 Stunden breit iſt und eine herrliche Bucht bildet, in welcher die größten Schiffe ſicher ankern können. Die Stadt ift regelmäßig gebaut, hat 80 Fuß breite Straßen, die Häuſer ſtehen einzeln in blühenden Gärten und von ſtattlihen Bäumen überſchattet. Die Hauptgebäude ſind das Haus des Statthalters, Kirche und Markthaus, welche unſer Bild zeigt. .
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Misstons-Taube.
Wiſſionsrundſ<au in Oſtindien. Miſſionar Cobban begann ſeine trefflihe Rede auf der diesjährigen Jahresverſammlung der Wesleyaniſchen Miſſionsgeſellſchaft in Exeter Hall, London, mit den Worten: „Jh komme von Jndien, und bin froh, daß ich ſagen darf: wir bringen gute Nachricht aus Jndien.“ Ueberbli>t man die Miſſionsfelder der verſchiedenen Miſſionsgeſellſhaften in Jndien, ſo muß man ſagen: es geht wohl langſam, aber fider vorwärts in Jndien. Die Störungen bei den Straßenpredigten werden ſeltener; die Aufmerkſamkeit und Zahl der Zuhörer wächſt. Auch aus den mittleren Klaſſen kommen Leute. Das Verhalten des Volkes, ſelbſt das mancher Brahmanen, gegen die Boten des Evangeliums geſtaltet ſih freundliher. Auch die Zahl der Bekehrungen aus der eigentlichen Hindubevölkerung mehrt ſih. - Unzählige in allen Volks\chichten find, obgleih fie nod) niht Chriſten find, dem Chriſtenthum niht mehr feind. Ein regierender indiſcher Fürſt, der wohl nie einen chriſtlihen Miſſionar gefehen oder gefproden hat, erzählte einem hohen engliſhen Beamten, daß er die Sanskritüberſeßung der Bibel leſe und täglich zu JEſu Chriſto bete um Vergebung ſeiner Sünden. Wie in China, fo gewinnt aud in Yndien die ärztliche Miſſion immer größere Bedeutung als Wegbahnerin für die Predigt. So z. B. erlaubte ein vornehmer Brahmane, ein Juriſt, deſſen Frau unter der Pflege einer engliſchen Miſſionsärztin von \{hwerer Krankheit geneſen war, derſelben die Abhaltung eines Sonntagsgottesdienſtes in ſeinem Hauſe, zu welchem er ſelbſt gegen zwanzig ſeiner Freunde geladen hatte, an die er Neue Teſtamente ver{dentte. Die Gemahlin des jebigen Vicekönigs, Lady Dufferin, unterſtützt mit beſonderem Eifer die Ausſendung weiblicher Aerzte und die Heranbildung derſelben aus eingebornen Frauen. Ein zu dieſem Zwe> geſammelter Fond hat bereits die Höhe von mehr als $60,000 erreicht. Auch der Ausſäßigen, deren es 135,000 in Jndien geben ſoll, nimmt fid) die Miſſion an und pflegt fie an Leib und Seele. Einen vom Ausſaß ſhre>lich entſtellten Menſchen, der draußen lag und den niemand anfaſſen wollte, trug der amerikaniſche Miſſionar Kirk in ſein Haus und pflegte ihn, und als er geſtorben war, trug er ihn aud) in fein Grab. Miffionar Kirk war eben beſchäftigt, fei nen Kranken ein Kirchlein zu bauen, als aud) ihn der Tod brief. Wie überall, fo find aud) in Yndien die Schulen die Hauptpflanaftatten der Miſſion. Es find darunter aud) viele höhere Lehranſtalten. ; Es ijt eine beliebte Ausrede der Gegner der Miſſion, daß das Chriſtenthum der dur die Miſſion gewonnenen Chriſten doch nicht viel tauge. Dem gegenüber bringt die „Allgemeine Miſſions-Zeitſchrift“, welcher wir dieſe Mittheilungen entnehmen, folgenden Bericht des Miſſionars Cobban: „Jh begab mich zu dem Präſidenten der Polizei
und bat ihn um die nöthigen ftatiftijden Nachweiſungen über ſeine Präſidentſchaft. Er ſagte mir, wer die beſten und wer die ſchlechteſten Leute in Madras ſeien. Jn der Stadt Madras, von der ih komme, leben 400,000 Menſchen. Gemäß der officiellen Statiſtik ſind weder die Mohammedaner, noch die Hindus die VBeften, ſondern die Chriſten. Es kommt ein Verbrecher (criminal) auf 447 Hindus, 700 Mohammedaner und 2500 Chriſten. Jn der geſammten von 31 Millionen bevölkerten Präſident-
[daft Madras gibt es unter 100,000 Hindus 49, unter 100,000 Mohammedanern 62 und unter 100,000 Chriſten
16 Verbrecher. Das ift das amtliche Zeugnis der Regierung, welches dieſelbe ſozuſagen vor der ganzen Welt ablegt... Jd) gehe weiter und conſtatire, daß die chriſtliche Bevölkerung Südindiens die Achtung der geſammten Geſellſchaft befist. Vor nicht langer Zeit begegnete einer meiner Evangeliſten einem ſorgenvoll dreinſhauenden Hindu auf der Straße, der eine große Geldſumme bei ſich trug. Er hatte unerwarteter Weiſe eine alte Schuld erhalten
und
war
nun
beſorgt,
wie er das Geld
aufheben
ſollte, da er fürchtete, in der fremden Stadt beſtohlen oder getödtet zu werden. Er erkannte in dem Evangeliſten einen Chriſten und ſprach zu ihm: „Herr, darf ich dieſe Nacht in Jhrem Hauſe herbergen?“ Der Evangeliſt erwiderte: „Aber id) bin ein Chriſt, Sie ein Hindu; es leben Tauſende von Hindus in der Stadt, warum wollen Sie nicht bei cinem dieſer bleiben?“ „Gerade weil Sie ein Chriſt ſind‘, lautete die Antwort, „bitt id) Sie; id) kann wohl einem Chriſten, aber keinem Hindu trauen.“ .…. Unſre eingebornen Chriſten werden von Brahmanen eingeladen, an ihren politiſhen und anderen Vereinen theilzunehmen, die in der ganzen Präſidentſchaft entſtehen. Das zeigt doch, daß die intelligenteſten Hindus des Landes einſehen, die Chriſtengemeinſchaft ſei eine Macht, der ſie Reſpect ſchuldig find und deren Freundſchaft ſie von Werth für die Zukunft halten.“ Aus Amritſar im Pendſchab ſchreibt der engliſche Miſſionar Wade, er habe in den 23 Jahren ſeines Dortſeins nie ein ſolches Suchen nah der Wahrheit wahrgenommen, als jest. „Unſere bitterſten Gegner erkennen an, daß das Chriſtenthum fid) überall raſh ausbreitet, daß man bereits in den Straßen das Lob Chriſti von den Lippen der Kinder hört. Nie zuvor waren mehr Schüler in unſeren Schulen.“ Von ebendaher ſchreiben die amerikaniſchen Presbyterianer, daß nach einer langen Saatperiode nun die ‘Erntezeit eingetreten fei, indem fie in den leßten drei Jahren 1000 Erwachſene getauft haben. 1873 hatten ſie noch keine hundert erwachſene Gemeindeglieder und Ende 1886 deren 2500. Aus Oriſſa, wo u. a. die engliſche General Baptist Miss. Society mit 17 europäiſchen Miſſionaren und Miſſionarinnen auf 16 Stationen arbeitet und eine chriſtliche Gemeinſchaft von 3366 Anhängern mit 1286 members
Die zählt,
Annual
ſchreibt
dieſe
Report:
70 Jahren
Geſellſhaft
in
ihrem
Pisstonsx-Taube, Seventieth
„Seit der Gründung der Miſſion vor
find die in Yndien
und
ſpeciell in Oriſſa vor
ſih gegangenen Veränderungen in der That großartig. Damals Kindermord, Menſchenopfer, Wittwenverbrennung, Hakenſchivingen und andere barbariſche religiöſe Gebräuche allgemein unter dem Volke, jest ſind dieſe mörderiſchen Sitten verboten und abgeſchafft. Damals war unter all den Göttern der Heiden der wahre Gott unbekannt; unter all ihren Tempeln war nicht ein einziger der Anbetung Jehovahs geweiht; unter all ihren heiligen Büchern nicht eins, das den Weg zur Seligkeit bekannt
gemacht
hätte;
unter
all
ihrer Pilgern
nicht
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Tinnewelly, die ſüdlichſte Provinz in Vorderindien: Die engliſchen Miſſionsgeſellſchaften haben hier gegen 100,000 Chriſten unter faſt lauter eingebornen Paſtoren. An ihrer Spike ſtehen zwei alte erfahrene Miſſionsbiſchöfe: Sargent und Caldwell. Der Lettere ordinirte am 19. December vorigen Jahres 16 eingeborne Paſtoren nah tüchtiger und eingehender Vorbereitung. Die Baſeler Miſſion hat im Süden der Weſtküſte Indiens drei neue Stationen angelegt. Jhre Chriſtenzahl iſt jest 8891 Seelen, davon im leßten Jahr 222 getauft wurden. Jn Hinterindien (Barma) treiben vor allen die amerikaniſhen Baptiſten ein ausgedehntes Miſſionswerk. Nach den neueſten Angaben zählen ſie 26574 Glieder, 10520 Schüler, 513 eingeborne Prediger, darunter jedod) nur 109 ordinirte. Jm vorigen Jahre wurden 1794 Erwachſene getauft. Die eingebornen Chriſten in dieſer Miſſion brachten im vorigen Jahre $35,200 auf. Von 510 Gemeinden erhielten fid) 310 ganz aus eigenen Mitteln. C. S.
einer, der nach Zion pilgerte. Ringsum beleidigte Gigendienſt und Unſittlichkeit das Auge, verleste das Ohr, \<hmerzte das Herz. Jn dieſem dunkeln Gemälde gab es keinen Lichtbli>: keinen Gott, keinen Heiland, keine Bibel, kein Heiligthum, keine Hoffnung. Jett ijt Gottes Wort und eine Fülle anderer religiöſer Bücher weit verbreitet und geleſen; das Evangelium von JEſus Chriſtus und ſeinem Heil wird weithin verkündigt; chriſtliche Gemeinden, welche bereits Hunderte von Kirchengliedern umKürzere Wiffionsnadridfer. faſſen, ſind gegründet; lieblihe Gotteshäuſer, Schulen, Aſyle gebaut und unter dem Volke wächſt die Ueber1. Die engliſche Baptiften-Miffion am Congo zeugung, daß früher oder ſpäter Chriſtus an die Stelle in Afrika beklagt den Tod zweier ihrer beſten Miſſionare. von Kriſchna treten wird.“ Nur mehr Arbeiter — Der erſte war Miſſionar T. G. Comber, der ſeit Beginn das ijt auch hier die Loſung. Jn Baftar hatte die Breklumer Miffionsgefellfdaft dieſer Miſſion 1875 in ihr thatig war. Er litt an ſhweihr Arbeitsfeld, doh ift leider die bereits geſammelte rem Fieber und der Arzt hoffte ihn dur<h Rückſendung nah GrftlingSgemeinde durd) den Kaſtenſtolz fo gut als ge- England noch am Leben erhalten zu können. Allein er ſtarb, nachdem er nur wenige Tage in See war, am 27. Juni 1887. ſprengt. Unter den Telugu arbeitet die Hermannsburger Sein Bruder, ſeine Frau und ſeine Schweſter ſtarben alle in dieſer Miſſion. Der zurü>bleibende Miſſionar H. G. Miſſion in Segen. Sn Central - Jndien iſt eine neue heidniſche Secte ent Whitley, ein vorzüglich begabter Arbeiter dieſer Miſſtanden. Sie ziehen, Männer und Weiber, von Dorf ſion, ift ebenfalls ſeitdem daſelbſt geſtorben. 2. American Board of Commissioners for Foreign zu Dorf, tödten im Namen irgend eines ihrer Götter alle Hunde und Schweine, deren fie habhaft werden können, Missions hat in ſeiner leßten jährlihen Verſammlung im hauen ihnen die Ohren und, Schwänze ab, die fie dann October auf's Neue die Frage beſprochen, ob Männer in zum Theil an einem aufgerichteten Pfahle befeſtigen, den Dienſt ihrer Miſſion geſtellt werden ſollen, welche austheils den Dorfbewohnern übergeben mit der Weiſung, geſprochener Maßen ſtatt des alten Bibelglaubens ratioihrem Beiſpiel zu folgen. Niemand widerſeßt ſich ihnen. naliſtiſche <riſtlihe Anſichten und Meinungen als drifts Unter den Tamulen hat die ev.-luth. Leipziger Miſ- liche Religion feſthalten und den Heiden predigen wollen. fionsgefellfdjaft im vergangenen Jahre eine beſonders Die überwiegende Majorität beſchloß, ſolhe Männer nicht Echt. unioniftifd) und rationaliſtiſh ift es reihe Ernte eingeſammelt: es wurden 540 Erwachſene anzuſtellen. und 455 Chriſtenkinder getauft. Jm Ganzen gehören zu freilih, daß cine Minorität dafür war, die alſo gewiß dieſer Geſellſchaft jest circa 14,000 Chriſten. Mit der auch rationaliſtiſh geſinnt ijt und ebenſo wenig-in der äußern Ausbreitung geht der innere Ausbau Hand in Gemeinſchaft geduldet werden ſollte. Jndeß iſt's dod) er‘Hand. Es arbeiten gegenwärtig dort neben 22 europäi- freulih, daß es eine kleine Minorität war. — Dieſe Geden Miſſionaren aus den Eingebornen 12 ordinirte Land- ſellſchaft hat im Monat October $30,700 an Beiträgen prediger, 6 Candidaten, 56 Katecheten und 241 Lehrer. eingenommen. 3. Was Kinder thun können, erfuhr die pres« Die 149 Schulen werden von 3653 Kindern beſucht. Dieſelbe führte in’ Miſſion in Amerika. byterianiſhe Eine Gemeindeordnung iſt faſt überall eingeführt und zu Miſſionsgeſchichte die Jahren 2 vor Sonntagsſchule ihrer Pfingſten d. J. hat die tamuliſche Synode getagt. Das geſegnetſte indiſhe Miſſionsfeld ift bis heute als Gegenſtand des Unterrichts ein und ermunterte die
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Die
Misstons-Taube.
Kinder zu Miſſionsgaben. Die Frucht war vor 2 Jahren $31,000, in dieſem Jahre $51,000. Unſere lieben Schullehrer könnten wohl daraus ermuthigt werden, ihre Schulfinder für unſere Negermiſſion zu intereſſiren, und mit ihren kleinen Gaben großen Segen ſtiften helfen ! 4. In Barmen iſt die traurige Nachricht eingetroffen, daß drei Miſſionsſtationen und ein Filial auf der Jnſel Sumatra niedergebrannt ſind. 5. Die Sdhleswig-Holfteinifde Miſſion berihtet eine Jahreseinnahme von 62,382 Mark ($13,095) und eine Ausgabe 59,556 Mark ($14,889). 6. Der Edinburgher Mediciniſhen Miſſion haben fic) ſeit Beginn dieſes Jahres 40 junge Mediciner zum Miſſionsdienſt angeboten. 7. Reiche Miffionsgaben. Die Fifth Avenue Kirche der Presbyterianer gab leßtes Jahr $36,279 für einheimiſche und $29,425 für au3wärtige Miſſion. Eine presbyterianiſche Kirche in Chicago gab $25,988 für einheimiſche und $15,411 für äußere Miſſion. D. H. 8. Griechenland. FJnnerhalb der vergangenen 25 Jahre ſind über 100,000 Ausgaben der Schrift in dieſem Land verbreitet worden, ohne die Tauſende zu zählen, welche die griecjifden Bewohner der Türkei erhalten haben. Die Regierung geſtattet die freie Verbreitung der Bibel und ſhüßt die Colporteure gegen die Anfeindungen der griechiſchen Kirche. Die vier Evangelien werden in den höheren Klaſſen der Schulen als Leſebücher gebraucht. Die Predigt des Evangeliums findet nur in kleinem Maßftabe ſtatt, da die zu dieſem Werke tüchtigen Männer fehlen. A. H. Jn Sendai in Japan hat ein reicher Bankier, der nod) nicht Chriſt ift, aber als früherer Konſul in den Vereinigten Staaten die Segnungen des Chriſtenthums aus eigener Anſchauung kennen gelernt hat, 2000 Pfd. Sterling zum Bau einer Schule gegeben mit der ausdrü>lichen Beſtimmung, daß es eine <hriſtlihe Schule ſein müſſe, in welcher die Bibel gelehrt werde. Ein beſchämendes Beifpiel für viele Reiche und Wohlhabende unter den Chriſten! Die Boſtoner Miſſionsgeſellſchaft hat verſprochen, die Schule mit Miſſionaren zu verſorgen und die angeſtellten eingebornen Lehrer zu überwachen.
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