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PROF. DR. MED. WINFRIED UND

DR. GISELA SCHÖNBERGER

EINE BEDEUTENDE WIESBADENER PRIVATSAMMLUNG

AUKTION 165

15. Juli 2026 | 15.00 Uhr

AUKTION 165

15. JULI 2026 | 15.00 UHR

Vorbesichtigung: 11. – 15. Juli 2026

Samstag | Sonntag von 10.00 – 17.00 Uhr

Montag | Dienstag von 10.00  – 18.30 Uhr

Mittwoch 10.00 – 14.00 Uhr

Bieten Sie live online auf verschiedenen internationalen Plattformen: kunstauktionen-duesseldorf.de | invaluable.com | lot-tissimo.com drouotonline.com | liveauctioneers.com | the-saleroom.com

AUCTION 165

15 JULY 2026 | 3 PM CEST

Viewing: 11 – 15 July 2026

Saturday | Sunday 10 am – 5 pm

Monday | Tuesday 10 am – 6.30 pm Wednesday 10 am – 2 am

Bid live online on various international platforms: kunstauktionen-duesseldorf.de | invaluable.com | lot-tissimo.com drouotonline.com | liveauctioneers.com | the-saleroom.com

Prof. Dr. med. Winfried und Dr. Gisela Schönberger

EINE BEDEUTENDE WIESBADENER PRIVATSAMMLUNG

Mit der vorliegenden Sondersammlung gelangt ein außergewöhnliches Kapitel Wiesbadener Sammelkultur zur Versteigerung. Über mehr als sechs Jahrzehnte trugen Prof. Dr. med. Winfried Schönberger (1940–2013) und Dr. med. Gisela Schönberger, geb. Schönig (1938–2026), mit großer Kennerschaft und persönlicher Leidenschaft eine bemerkenswerte Kunstsammlung zusammen.

Dr. Gisela Schönberger, geboren am 10. März 1938, absolvierte nach ihrer Schulzeit in Offenbach ein Medizinstudium an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, das sie von 1958 bis 1964 erfolgreich durchlief. Ihr Ehemann, Prof. Dr. med. Winfried Schönberger, wurde am 2. April 1940 in Wiesbaden als Sohn eines Bankdirektors geboren. Nach dem Abitur im Jahr 1960 an einem Wiesbadener Gymnasium studierte er von 1960 bis 1965 Medizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und promovierte 1966.

Verbunden durch ihre gemeinsame berufliche Laufbahn, aber ebenso durch ein ausgeprägtes Interesse an Kunst und Kultur, begannen sie bereits in den frühen 1960er Jahren mit dem Aufbau ihrer Sammlung. Über Jahrzehnte entstand daraus eine Kollektion von außergewöhnlicher Qualität und kunsthistorischer Bandbreite. Mit sicherem Blick für Authentizität, Erhaltung und künstlerische Bedeutung erwarb das Ehepaar Werke, die weit über das Niveau einer gewöhnlichen Privatsammlung hinausgehen.

Die vorliegende Sondersammlung und Versteigerung umfasst insgesamt 39 Altmeistergemälde und 21 Skulpturen und vereint Werke von bemerkenswerter kunsthistorischer und handwerklicher Qualität.

Anders als viele private Kollektionen wurde die Sammlung nicht nach dekorativen Gesichtspunkten aufgebaut, sondern nach wissenschaftlichen und stilkritischen Kriterien. Zahlreiche Werke wurden von den Sammlern intensiv erforscht, dokumentiert und mit namhaften Fachwissenschaftlern diskutiert. Die umfangreichen Korrespondenzen mit Museen, Universitäten und Spezialisten bilden heute einen bedeutenden Bestandteil der Sammlungsgeschichte.

Den Kernbestand bilden Alter Meister Gemälde sowie Skulpturen des Mittelalters, der Renaissance und des Barock. Besonders bemerkenswert ist die hohe Dichte qualitätvoller Werke des 14. bis 17. Jahrhunderts. Die Sammlung umfasst spätgotische Skulpturen aus Schwaben, Franken, Tirol und dem Rheinland, bedeutende italienische Renaissancegemälde, niederländische Tafelmalerei des Goldenen Zeitalters sowie qualitätvolle Arbeiten deutscher und französischer Meister.

Zu den herausragenden Stücken zählen eine monumentale schwäbische Mondsichelmadonna des 15. Jahrhunderts, ein qualitätvolles Kruzifix aus dem Umkreis Tilman Riemenschneiders, eine seltene Initiale mit Auferstehungschristus aus Siena um 1280, die bedeutende Tafel „Die Verkündigung an den Heiligen Joachim“ von Lambert Lombard sowie zahlreiche Werke, die durch Gutachten und Untersuchungen namhafter Kunsthistoriker wissenschaftlich begleitet wurden. Ebenso bemerkenswert sind die Provenienzen zahlreicher Meisterwerke. Erwerbungen bei den Auktionshäusern Lempertz, Neumeister, Weinmüller und anderen renommierten Kunsthandlungen dokumentieren den hohen Anspruch von Winfried und Giesela Schönberger.

Mit der Auflösung dieser bedeutenden Wiesbadener Privatsammlung bietet sich Sammlern, Museen und Liebhabern Alter Kunst die seltene Gelegenheit, Werke aus einer über Jahrzehnte gewachsenen und mit großer Sorgfalt aufgebauten Kollektion zu erwerben.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Entdeckung dieser erlesenen Auswahl.

Ihr Hargesheimer Team

14 | GROSSER HEILIGER GEORG

MIT DEM DRACHEN

Seite 16

12 | TILMAN RIEMENSCHNEIDERS (WERKSTATT)

Seite 14

WERFEN SIE EINEN BLICK

15 | THRONENDER BISCHOF HEILIGER VALENTIN MIT KNIENDER FIGUR

Seite 17

Ihre Auktionsexpertinnen:

7 | HEILIGER JOHANNES EVANGELIST AUS EINER KREUZIGUNGSGRUPPE

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Frank Hargesheimer Gemälde Alter Meister
Geza Lévi Skulpturen
Janna Zerhusen Gemälde Alter Meister

1 | SCHLUSSSTEIN-RONDELL MIT CHRISTUS UND KREUZNIMBUS

Deutschland oder Frankreich, erste Hälfte 14. Jh. Weißer Marmor, reliefiert gearbeitet, innerhalb eines späteren Holzrahmen. D. 21, T. 8 cm, Gew. ca. 5,24kg. Seltenes gotisches Schlussstein-Rondell mit der Darstellung Christi im Relief. Das Haupt ist von einem Kreuznimbus umgeben, dem traditionellen Zeichen seiner göttlichen Natur und Erlöserfunktion. Die monumentale Auffassung des Antlitzes sowie die klare, reduzierte Formensprache entsprechen der mittelalterlichen Bauplastik der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Ursprünglich vermutlich als Schlussstein eines sakralen Gewölbes oder als architektonisches Zierelement konzipiert, stellt das Relief ein qualitätvolles Zeugnis gotischer Steinmetzkunst dar. Best. und altersbedingte Witterungsspuren, Rahmen später und besch.

Provenienz: Ehemals Sammlung Hohenzollern, Sigmaringen; Erworben bei Kunsthandel Klendauer, Wiesbaden.

KEYSTONE ROUNDEL WITH CHRIST AND CROSS-HALO Germany or France, first half of the 14th century

White marble, carved in relief, set within a later wooden frame. Diameter 21 cm, depth 8 cm, weight approx. 5.24 kg. A rare Gothic keystone roundel depicting Christ in relief. The head is surrounded by a cross-halo, the traditional symbol of his divine nature and role as Savior. The monumental rendering of the face, as well as the clear, minimalist design, are characteristic of medieval architectural sculpture from the first half of the 14th century. Originally conceived presumably as a keystone for a sacred vault or as an architectural ornament, the relief represents a high-quality example of Gothic stonemasonry. Wear and age-related weathering; frame added later and damaged.

Provenance: Formerly the Hohenzollern Collection, Sigmaringen; acquired from Kunsthandel Klendauer, Wiesbaden.

Limitpreis € 500,Schätzpreis € 6.000,-

2 | BÜSTENRELIQUIAR VERMUTLICH HEILIGE URSULA

Köln oder Mittelrhein, 14. Jh.

Nussbaumholz, plastisch geschnitzt, alte polychrome Fassung, mittig durchbrochene Vierpass Öffnung. H. 26, B. 20, T. 14 cm, Gew. ca. 1,18kg. Seltenes gotisches Büstenreliquiar, wohl die Heilige Ursula darstellend, aus dem Kölner oder mittelrheinischen Raum des 14. Jahrhunderts. Die frühchristliche Märtyrerin und Schutzheilige der Stadt Köln gehörte zu den am meisten verehrten Heiligen des Rheinlandes. Die qualitätvoll geschnitzte Büste zeigt die Heilige in idealisierter Auffassung mit ruhigem, vergeistigtem Ausdruck. Best. und besch., Verluste der Fassung, kleinere Fehlstellen.

Expertise: Erworben bei Lempertz, Inventarnummer ‚299494‘, Köln.

BUST RELIQUARY, PROBABLY OF SAINT URSULA

Cologne or the Middle Rhine region, 14th century

Walnut wood, sculpted in relief, old polychrome paint, openwork quatrefoil opening in the center. H. 26, W. 20, D. 14 cm, weight approx. 1.18 kg. Rare Gothic bust reliquary, likely depicting Saint Ursula, from the Cologne or Middle Rhine region of the 14th century. The early Christian martyr and patron saint of the city of Cologne was one of the most venerated saints in the Rhineland. The high-quality carved bust depicts the saint in an idealized manner with a serene, spiritual expression. Condition: some losses of the polychrome paint, minor chips.

Expert opinion: Acquired at Lempertz, inventory number ‘299494’, Cologne.

Limitpreis € 300,-

Schätzpreis € 1.500,-

3 | BÜSTE EINES HEILIGEN BISCHOFS

Frankreich, frühes 15. Jh. Kalkstein, plastisch gearbeitet, polychrom gefasst, mit Resten einer alten Vergoldung. H. 44, B. 37, T. 22 cm, Gew. ca. 22,5kg. Seltene spätgotische Büste eines heiligen Bischofs, die sich durch eine fein modellierte Physiognomie und eine repräsentative geistliche Gewandung auszeichnet. Besonders bemerkenswert ist der reich dekorierte Kragen mit reliefierten Vierpass-Medaillons, deren Porträtdarstellungen auf die hochentwickelte Ornamentik der internationalen Gotik verweisen. Die erhaltenen Reste der ursprünglichen Vergoldung und Polychromie zeigen die qualitätvolle Ausführung und die seltene ikonographische Gestaltung der französischer Sakralplastik an der Schwelle vom 14. zum 15. Jahrhundert. Besch., best., rest, kleinere Fehlstellen.

Provenienz: Erworben bei Lempertz, Köln, Auktion 564, Juni 1978.

BUST OF A SAINTLY BISHOP

France, early 15th century

Limestone, sculpted in the round, polychromed, with traces of old gilding. H. 44, W. 37, D. 22 cm, weight approx. 22.5 kg. A rare late Gothic bust of a holy bishop, distinguished by its finely modeled physiognomy and stately clerical vestments. Particularly noteworthy is the richly decorated collar with relief quatrefoil medallions, whose portrait depictions reflect the highly developed ornamentation of International Gothic. The preserved remnants of the original gilding and polychromy attest to the highquality craftsmanship and the rare iconographic design of French religious sculpture at the turn of the 14th to the 15th century. Condition: good, with some minor losses.

Provenance: Acquired at Lempertz, Cologne, Auction 564, June 1978. Limitpreis € 300,Schätzpreis € 7.000,-

4 | GROSSE MONDSICHELMADONNA

Süddeutschland, wohl Schwaben, um 1460-1480 Lindenholz, plastisch geschnitzt, polychrom gefasst und vergoldet, rückseitig geflacht und gehöhlt. H. 126, B. 42, T. 27 cm. Große, bedeutende spätgotische Darstellung der Madonna mit dem Christuskind auf der Mondsichel, ein ikonographischer Typus, der auf die Offenbarung des Johannes („die Frau mit der Sonne bekleidet und dem Mond unter ihren Füßen“) zurückgeht. Maria erscheint als Himmelskönigin mit dem Christuskind auf dem Arm, über der Mondsichel stehend und von einer feierlichen, zugleich innigen Ausstrahlung geprägt. Die weich fließenden vergoldeten Gewandfalten, die schlanke Figurenauffassung sowie die ausgewogene Komposition entsprechen der schwäbischen Schnitzkunst der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die qualitätvolle Ausarbeitung und die monumentale Größe verleihen der Figur eine eindrucksvolle Präsenz. Best. und besch., Verso min. Anobienbefall, Spannungsriss, Sichel besch., Fassung teilweise überarbeitet, kleinere Fehlstellen.

Provenienz: Auktionshaus Weinmüller, München, Auktion 86, Los 1367, 1978; Auktionshaus Hofmann, Frankfurt, 1979.

LARGE CRESCENT-MOON MADONNA

Southern Germany, probably Swabia, ca. 1460–1480

Linden wood, sculpted in the round, polychromed and gilded, flattened and hollowed out on the back. H. 126, W. 42, D. 27 cm. A large, significant late-Gothic depiction of the Madonna with the Christ Child on a crescent moon, an iconographic type derived from the Book of Revelation (“the woman clothed with the sun, with the moon under her feet”). Mary appears as the Queen of Heaven, holding the Christ Child in her arms, standing above the crescent moon and radiating an aura that is both solemn and intimate. The softly flowing gilded folds of the robe, the slender figure, and the balanced composition are characteristic of Swabian woodcarving from the second half of the 15th century. The high-quality craftsmanship and monumental size lend the figure an impressive presence. Condition: Verso, minimal woodworm damage, stress crack, crescent damaged, gilding partially retouched, minor losses.

Provenance: Weinmüller Auction House, Munich, Auction 86, Lot 1367, 1978; Hofmann Auction House, Frankfurt, 1979.

Limitpreis € 800,-

Schätzpreis € 9.000,-

5 | SITZENDE HEILIGE (WOHL MADONNA)

Süddeutschland, um 1480

Lindenholz, plastisch geschnitzt, polychrom gefasst und vergoldet, rückseitig geflacht und gehöhlt. H. 62, B. 31, T. 25 cm, Gew. ca. 5kg. Qualitätvolle spätgotische Sitzfigur einer weiblichen Heiligen, vermutlich der Gottesmutter Maria. Die ruhige, würdevolle Haltung, die weich fließenden Gewandfalten sowie die fein modellierte Kopfgestaltung entsprechen der süddeutschen Bildschnitzkunst der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Figur war ursprünglich wohl Bestandteil eines Altarretabels oder einer größeren Figurengruppe. Besch. und best., Anobienbefall, Hände fehlend.

Provenienz: Erworben bei Kunsthandel Klendauer, Wiesbaden.

SEATED SAINT (PROBABLY THE MADONNA)

Southern Germany, ca. 1480

Linden wood, sculpted in the round, polychromed and gilded, flattened and hollowed out on the back. H. 62, W. 31, D. 25 cm, weight approx. 5 kg. High-quality late Gothic seated figure of a female saint, presumably the Virgin Mary. The calm, dignified posture, the softly flowing folds of the robe, and the finely modeled head are characteristic of South German woodcarving from the second half of the 15th century. The figure was likely originally part of an altarpiece or a larger group of figures. Condition: damaged and restored; affected by woodworm; hands missing.

Provenance: Acquired from Kunsthandel Klendauer, Wiesbaden.

Limitpreis € 800,-

Schätzpreis € 6.000,-

6 | MADONNA MIT DEM CHRISTUSKIND

Wohl Schwaben oder Nürnberg, um 1480

Lindenholz, plastisch geschnitzt, gebeizt, rückseitig geflacht und gehöhlt. H. 90, B. 34, T. 20 cm. Qualitätvolle spätgotische Darstellung der Madonna mit dem Christuskind aus Nürnberg oder aus dem schwäbischen Raum. Die Figur zeichnet sich durch eine anmutige Haltung, fein modellierte Gesichtszüge und den charakteristischen, weich fließenden Faltenwurf der süddeutschen Schnitzkunst des ausgehenden 15. Jahrhunderts aus. Maria erscheint als liebevolle Gottesmutter, während das Christuskind in inniger Beziehung zu ihr dargestellt ist. Best. und besch., rest., min. Anobienbefall, Spannungsrisse, rechte Hand Mariens mit Apfel sowie Teile des linken Armes des Christuskindes später ergänzt.

MADONNA MIT DEM CHRISTUSKIND Wohl Schwaben oder Nürnberg, um 1480 Lindenholz, plastisch geschnitzt, gebeizt, rückseitig geflacht und gehöhlt. H. 90, B. 34, T. 20 cm. Qualitätvolle spätgotische Darstellung der Madonna mit dem Christuskind aus Nürnberg oder aus dem schwäbischen Raum. Die Figur zeichnet sich durch eine anmutige Haltung, fein modellierte Gesichtszüge und den charakteristischen, weich fließenden Faltenwurf der süddeutschen Schnitzkunst des ausgehenden 15. Jahrhunderts aus. Maria erscheint als liebevolle Gottesmutter, während das Christuskind in inniger Beziehung zu ihr dargestellt ist. Best. und besch., rest., min. Anobienbefall, Spannungsrisse, rechte Hand Mariens mit Apfel sowie Teile des linken Armes des Christuskindes später ergänzt. Limitpreis € 800,Schätzpreis € 7.000,-

7 | HOCHGOTISCHER HEILIGER JOHANNES EVANGELIST

AUS EINER KREUZIGUNGSGRUPPE

Wohl Westfalen oder Niederrhein, um 1240 Eichenholz, plastisch geschnitzt, rückseitig geflacht, mit Resten alter polychromer Fassung. H. 120, B. 36, T. 23 cm. Best. und besch., Spannungsrisse, Anobienbefall, Fassung fragmentarisch erhalten. Bedeutende hochgotische Figur des Heiligen Johannes Evangelist, ursprünglich Bestandteil einer großen Kreuzigungsgruppe. Johannes erscheint in andächtiger Trauer als treuester Jünger Christi und nimmt innerhalb der Passionsdarstellungen traditionell seinen Platz neben der Gottesmutter unter dem Kreuz ein. Die schlanke Figurenauffassung, der weich fließende Gewandfall sowie die fein ausgearbeiteten Gesichtszüge sind charakteristisch für die niederrheinische und westfälische Schnitzkunst des ausgehenden 12. Jahrhunderts.

HIGH GOTHIC STATUE OF SAINT JOHN THE EVANGELIST FROM A CRUCIFIXION GROUP

Probably Westphalia or the Lower Rhine region, ca. 1240 Oak, sculpted in the round, flattened on the back, with remnants of old polychrome paint. H. 120, W. 36, D. 23 cm. Damaged and worn; stress cracks; anobiid infestation; polychrome paint preserved in fragments. A significant High Gothic figure of Saint John the Evangelist, originally part of a large Crucifixion group. John appears in devout mourning as Christ’s most faithful disciple and traditionally takes his place in depictions of the Passion next to the Virgin Mary beneath the cross. The slender figure, the softly flowing drapery, and the finely rendered facial features are characteristic of Lower Rhineland and Westphalian woodcarving from the late 13th century.

Limitpreis € 800,Schätzpreis € 9.000,-

8 | HEILIGER NIKOLAUS

Wohl Deutschland oder Ostfrankreich, Ende 15. Jh. Kalkstein, plastisch gearbeitet, mit Resten alter polychromer Fassung. H. 101, B. 37, T. 28 cm. Spätgotische Darstellung des Heiligen Nikolaus in liturgischer Gewandung und wird von seinem charakteristischen Attribut begleitet: den Kindern im Bottich, die auf die berühmte Legende seiner Wundertätigkeit verweisen. Die ruhige Monumentalität der Figur, die fein gegliederten Gewandfalten sowie die zurückhaltend idealisierten Gesichtszüge entsprechen der Formensprache der spätgotischen Bildhauerei des ausgehenden 15. Jahrhunderts im deutsch-französischen Grenzraum. Best. und besch., Fassungsverluste, rechte Hand fehlend, eine der Kinderfiguren part. besch., Fassung fragmentarisch erhalten.

SAINT NICHOLAS

Schätzpreis € 7.000,8

Probably Germany or eastern France, late 15th century.

Limestone, sculpted in the round, with remnants of old polychrome paint. H. 101, W. 37, D. 28 cm. A late Gothic depiction of Saint Nicholas in liturgical vestments, accompanied by his characteristic attribute: the children in the tub, alluding to the famous legend of his miraculous deeds. The figure’s serene monumentality, the finely articulated folds of the vestments, and the subtly idealized facial features correspond to the stylistic language of late-Gothic sculpture from the late 15th century in the German-French border region. Condition and description: loss of paint, right hand missing, one of the child figures partially damaged, paint preserved in fragments.

Limitpreis € 800,-

9 | HEILIGER BISCHOF

Wohl Franken, Süddeutschland, frühes 16. Jh. Lindenholz, plastisch geschnitzt, polychrom gefasst und vergoldet, rückseitig geflacht und gehöhlt. H. 102, B. 33, T. 20 cm. Qualitätvolle spätgotische Darstellung eines heiligen Bischofs aus dem fränkischen Raum. Die Figur erscheint in feierlicher Pontifikaltracht mit Mitra und Bischofsstab als Zeichen seines geistlichen Amtes, in der linken ein Buch haltend. Die ausgewogene Haltung, die sorgfältig modellierten Gesichtszüge sowie die tief geführten, reich bewegten Gewandfalten entsprechen der süddeutschen Schnitzkunst des frühen 16. Jahrhunderts. Best. und besch., Verso Anobienbefall, Bischofsstab mit später ergänztem Schaft, Fassungsverluste.

HOLY BISHOP

Probably Franconia, Southern Germany, early 16th century. Linden wood, sculpted in the round, polychromed and gilded, flattened and hollowed out on the back. H. 102, W. 33, D. 20 cm. A high-quality lateGothic depiction of a holy bishop from the Franconian region. The figure is depicted in solemn pontifical vestments with a miter and crosier as symbols of his spiritual office, holding a book in his left hand. The balanced posture, the carefully modeled facial features, and the deep, richly draped folds of the robe are characteristic of South German woodcarving of the early 16th century. Condition: wear and tear; insect damage on the reverse; the bishop’s crozier has a later-added shaft; some loss of material.

Limitpreis € 800,Schätzpreis € 7.000,-

10 | HEILIGE APOLLONIA

Schwaben, Süddeutschland, Ende 15. Jh. Lindenholz, plastisch geschnitzt, polychrom gefasst und vergoldet, rückseitig geflacht und gehöhlt, auf einem Sockel. H. 95, B. 33, T. 22 cm. Qualitätvolle spätgotische Heiligenfigur aus dem schwäbischen Raum, die Heilige Apollonia. Die Märtyrerin dargestellt traditionell mit einer Zange und einem Zahn, die auf ihr Martyrium verweisen und zu ihren charakteristischen Attributen zählen. Die fein geschnitzte Figur besticht durch die elegante Haltung, die weich fließenden Gewandfalten sowie die idealisierten Gesichtszüge, welche die süddeutsche Bildschnitzkunst des ausgehenden 15. Jahrhunderts prägen. Best. und besch., rest. kleinere Fehlstellen, Fassung teilweise erneuert, Krone sowie rechte Hand mit Attribut (Zange mit Zahn) spätere Ergänzung.

Provenienz: Erworben bei Neumeister, München, 02.07.1980.

SAINT APOLLONIA

Swabia, Southern Germany, late 15th century Linden wood, sculpted in the round, polychromed and gilded, flattened and hollowed out on the back, mounted on a pedestal. H. 95, W. 33, D. 22 cm. A high-quality late Gothic statue of Saint Apollonia from the Swabian region. The martyr is depicted traditionally with a pair of tongs and a tooth, which allude to her martyrdom and are among her characteristic attributes. The finely carved figure captivates with its elegant posture, the softly flowing folds of the robe, and the idealized facial features that characterize South German woodcarving of the late 15th century. Condition and description: minor losses, paint partially renewed; crown and right hand with attribute (tongs with tooth) are later additions.

Provenance: Acquired from Neumeister, Munich, July 2, 1980.

Limitpreis € 800,Schätzpreis € 9.000,-

11 | CHRISTUS AM ÖLBERG

Wohl Franken, Süddeutschland, frühes 16. Jh. Lindenholz, plastisch geschnitzt, polychrom gefasst, rückseitig geflacht. H. 59, B. 28, T. 34 cm, Gew. ca. 6,34kg. Seltene spätgotische Darstellung Christi am Ölberg im Gebet vor seiner Gefangennahme. Die Szene gehört zu den eindringlichsten Momenten der Passionsgeschichte und zeigt Christus in tiefer Andacht und innerem Ringen vor seinem Leiden. Der nach oben gerichtete Blick in konzentrierter Mimik verleihen der Figur eine starke emotionale Wirkung. Die Skulptur vermittelt eindrucksvoll die Frömmigkeit und Bildsprache der fränkischen Schnitzkunst des frühen 16. Jahrhunderts. Best. und besch., Spannungsrisse, rest., Verluste der Fassung.

Provenienz: Erworben im Auktionshaus Amundi?, Wiesbaden.

CHRIST ON THE MOUNT OF OLIVES

Probably Franconia, southern Germany, early 16th century. Linden wood, sculpted in the round, polychromed, flattened on the back. H. 59, W. 28, D. 34 cm, weight approx. 6.34 kg. A rare late-Gothic depiction of Christ on the Mount of Olives in prayer before his arrest. The scene is one of the most poignant moments in the Passion narrative and shows Christ in deep devotion and inner struggle before his suffering. The upward gaze and concentrated facial expression lend the figure a powerful emotional impact. The sculpture impressively conveys the piety and visual language of early 16th-century Franconian woodcarving. Condition: cracks due to stress, restored, loss of paint.

Provenance: Acquired at the Amundi? auction house, Wiesbaden.

Limitpreis € 500,Schätzpreis € 4.000,-

12 | TILMAN RIEMENSCHNEIDERS (WERKSTATT ODER UMKREIS)

KRUZIFIX

Franken, um 1500

Lindenholz, plastisch geschnitzt, polychrom gefasst und vergoldet; Fassung partiell überarbeitet, späteres

Kreuz. H. 72, B. 63, T. 15 cm, Ges.-H. 103 cm. Vermutlich Werkstatt oder Umkreis Tilman Riemenschneiders (um 1460-1531).

Qualitätvoller spätgotischer Korpus Christi aus fränkischer Werkstatt um 1500, stilistisch vermutlich aus dem Umkreis Tilman Riemenschneiders. Die fein modellierte Anatomie, die sensible Behandlung des Inkarnats sowie der von stillem Leiden geprägte Gesichtsausdruck entsprechen den künstlerischen Strömungen der fränkischen Bildschnitzkunst an der Wende zur Neuzeit. Besonders charakteristisch sind die ausgewogenen Körperproportionen und die zurückhaltende, zugleich eindringliche Auffassung des Leidens Christi. Tilman Riemenschneider zählt zu den bedeutendsten Bildhauern der deutschen Spätgotik. Seine Werkstatt in Würzburg prägte über Jahrzehnte die Kunstlandschaft Frankens und beeinflusste zahlreiche Bildschnitzer der Region. Best. und besch., rest., Fassung teilweise erneuert, kleinere Fehlstellen.

Expertise: Schriftwechsel zur kunsthistorischen Einordnung zwischen Dr. Schönberger und Dr. Krohm, Staatliche Museen Preußischer Kultur Besitz Berlin 1984 und Dr. Schädler Bayerisches Nationalmuseum 1982.

Provenienz: Ehemals Sammlung Föhr, Eltville; Ursprünglich wohl Besitz Weihbischof Heimer, Hoffenheim?.

TILMAN RIEMENSCHNEIDER (WORKSHOP OR CIRCLE)

CRUCIFIX

Franconia, ca. 1500

Linden wood, sculpted, polychromed, and gilded; polychromy partially retouched, later cross. H. 72, W. 63, D. 15 cm, total height 103 cm. Presumably from the workshop or circle of Tilman Riemenschneider (c. 1460–1531). High-quality late Gothic Corpus Christi from a Franconian workshop around 1500, stylistically likely from the circle of Tilman Riemenschneider. The finely modeled anatomy, the sensitive treatment of the flesh tones, and the facial expression marked by quiet suffering correspond to the artistic trends of Franconian woodcarving at the turn of the modern era. Particularly characteristic are the balanced body proportions and the restrained yet poignant depiction of Christ’s suffering. Tilman Riemenschneider ranks among the most significant sculptors of the German Late Gothic period. His workshop in Würzburg shaped the artistic landscape of Franconia for decades and influenced numerous woodcarvers in the region. In good condition and described; restored; paint partially renewed; minor losses.

Expert opinion: Correspondence regarding the art-historical classification between Dr. Schönberger and Dr. Krohm, State Museums of Prussian Culture, Berlin, 1984, and Dr. Schädler, Bavarian National Museum, 1982.

Provenance: Formerly the Föhr Collection, Eltville; originally probably owned by Auxiliary Bishop Heimer, Hoffenheim?

Limitpreis € 900,-

Schätzpreis € 30.000,-

13 | MARIA AUS EINER KREUZIGUNGSGRUPPE

Franken, Süddeutschland, frühes 16. Jh. Lindenholz, plastisch geschnitzt, rückseitig geflacht und gehöhlt, mit Resten alter polychromer Fassung. H. 82, B. 23, T. 16 cm, Gew. ca. 3,5kg. Spätgotische Marienfigur, ursprünglich Bestandteil einer Kreuzigungsgruppe. Die Gottesmutter erscheint in stiller Trauer und Andacht als Zeugin der Passion Christi. Die weich fließenden Gewandfalten, die schlanke Figurenauffassung sowie die fein modellierten Gesichtszüge sind charakteristisch für die fränkische Schnitzkunst des frühen 16. Jahrhunderts. Best. und besch., rest., Spannungsrisse, Anobienbefall.

Provenienz: Erworben im Auktionshaus König, Nürnberg.

Provenance: Acquired at König Auction House, Nuremberg. Limitpreis € 500,Schätzpreis € 6.000,13

MARY FROM A CRUCIFIXION GROUP

Franconia, Southern Germany, early 16th century

Linden wood, sculpted in relief, flattened and hollowed on the back, with remnants of old polychrome paint. H. 82, W. 23, D. 16 cm, weight approx. 3.5 kg. Late Gothic figure of the Virgin Mary, originally part of a crucifixion group. The Mother of God appears in quiet mourning and devotion as a witness to the Passion of Christ. The softly flowing folds of the robe, the slender figure, and the finely modeled facial features are characteristic of Franconian woodcarving of the early 16th century. Condition: worn and damaged, restored, stress cracks, woodworm infestation.

14 | GROSSER HEILIGER GEORG MIT DEM DRACHEN

Süddeutschland oder Tirol, Ende 15. Jh.

Lindenholz, vollplastisch geschnitzt, polychrom gefasst und vergoldet; rückseitig ausgehöhlt. H. 127, B.45, T. 25 cm. Große spätgotische Darstellung des Heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen. Der Drachentöter erscheint als christlicher Ritter und Sinnbild des Sieges des Glaubens über das Böse. Die dynamische Figurenauffassung, die reich bewegten Details sowie die sorgfältige Ausarbeitung von Rüstung und Drachen verweisen auf die hohe Qualität süddeutscher bzw. tirolerischer Schnitzkunst des späten 15. Jahrhunderts. Best. und besch., Fassungsverluste, Fassung partiell berieben, kleinere Fehlstellen und Spannungsrisse.

Provinienz: Auktionshaus Lempertz, Köln, dort in den 80er/90er Jahren erworben.

LARGE STATUE OF SAINT GEORGE AND THE DRAGON

Southern Germany or Tyrol, late 15th century

Linden wood, carved in the round, polychromed and gilded; hollowed out on the back. H. 127, W. 45, D. 25 cm. Large late-Gothic depiction of Saint George battling the dragon. The dragon slayer appears as a Christian knight and a symbol of the victory of faith over evil. The dynamic rendering of the figure, the richly detailed movement, and the meticulous craftsmanship of the armor and dragon attest to the high quality of South German and Tyrolean woodcarving in the late 15th century. Condition: some loss of paint, paint partially worn away, minor chips, and stress cracks.

Provenance: Auction House Lempertz, Cologne, purchased there in the 1980s and 1990s.

Limitpreis € 800,Schätzpreis € 12.000,-

15 | THRONENDER BISCHOF HEILIGER VALENTIN MIT KNIENDER FIGUR

Tirol, frühes 16. Jh.

Fichtenholz, reliefplastisch geschnitzt, polychrom gefasst und vergoldet, rückseitig abgeflacht. H. 86, B. 66, T. 22 cm. Seltene spätgotische Reliefdarstellung des thronenden Bischofs mit aufgeschlagenem Buch und einer ihm zu Füßen liegenden männlichen Figur, der geheilte Epileptiker. Mit Mitra, Chormantel und in herrschaftlicher Haltung thront der Heilige Valentin, der insbesondere im Alpenraum und in Tirol zu den bedeutenden Volksheiligen zählte. Die Sitzhaltung, die sorgfältig ausgearbeiteten Gewandfalten sowie die charaktervolle Kopfgestaltung entsprechen der qualitätvollen Tiroler Schnitzkunst des frühen 16. Jahrhunderts. Best. und besch., Verluste der Fassung, kleinere Fehlstellen, teilweise ergänzt.

Provenienz: Erworben bei Neumeister, Los 959, München, 15.09.1982.

ENTHRONED BISHOP SAINT VALENTINE WITH A KNEELING FIGURE

Tyrol, early 16th century

Spruce wood, carved in relief, polychromed and gilded, flattened on the back. H. 86, W. 66, D. 22 cm. A rare late-Gothic relief depiction of the enthroned bishop with an open book and a male figure lying at his feet, the healed epileptic. Wearing a miter and choir robe, Saint Valentine sits enthroned in a majestic posture; he was one of the most important folk saints, particularly in the Alpine region and in Tyrol. The seated posture, the carefully rendered folds of the robe, and the expressive depiction of the head are characteristic of the high-quality Tyrolean woodcarving of the early 16th century. Condition: some loss of paint, minor chips, partially restored.

Provenance: Acquired from Neumeister, Lot 959, Munich, September 15, 1982. Limitpreis € 800,Schätzpreis € 9.000,-

16 | HEILIGER JOHANNES DER TÄUFER

Bayern oder Österreich, Mitte 18. Jh. Lindenholz, plastisch geschnitzt, polychrom gefasst und vergoldet, rückseitig geflacht und ausgehöhlt, Fassung partiell überarbeitet. H. 97, B. 42, T. 20, mit Kreuzstab 119 cm. Vermutlich Christian Jorhan d. Ä. (1727-1804) oder Philipp Jakob Straub (1706-1774). Qualitätvolle Darstellung des Heiligen Johannes des Täufers. Der Vorläufer Christi erscheint mit seinem charakteristischen Kreuzstab und in bewegter Haltung, den Kopf gesenkt, zu Füßen das Lamm. Die fein modellierte Körperlichkeit sowie die klare Figurenauffassung verweisen auf die süddeutsche und österreichische Bildhauerkunst des 18. Jahrhunderts. Stilistisch steht die Figur dem Umkreis des bedeutenden bayerischen Bildhauers Christian Jorhan d. Ä. oder des aus Wiesensteig stammenden und in Graz tätigen Philipp Jakob Straub nahe, die beide zu den prägenden Meistern des süddeutsch-österreichischen Rokoko zählen. Die qualitätvolle Schnitzarbeit, die reiche Fassung und die ausdrucksstarke Gestaltung verleihen der Figur eine eindrucksvolle Präsenz. Besch., best., Anobienbefall, Fassung teilweise erneuert.

Literatur: Vgl. Heiligen Johannes am Taufstein der Pfarrkirche St. Nikolaus in Altfraunhofen.

Expertise: Schriftwechsel zur kunsthistorischen Einordnung zwischen Dr. Schönberger und Dr. Volk, Bayerisches Nationalmuseum München, 2002.

Provenienz: Kunsthandel Heidenreich, Hannover; erworben bei Neumeister, München, Auktion 261, 1991.

SAINT JOHN THE BAPTIST

Bavaria or Austria, mid-18th century

Linden wood, sculpted, polychromed and gilded, flattened and hollowed out on the back, polychromy partially retouched. H. 97, W. 42, D. 20 cm, 119 cm with staff. Presumably by Christian Jorhan the Elder (1727–1804) or Philipp Jakob Straub (1706–1774). A high-quality depiction of Saint John the Baptist. The forerunner of Christ is shown with his characteristic staff and in a dynamic pose, head bowed, with the Lamb at his feet. The finely modeled physicality and the clear conception of the figure point to 18thcentury South German and Austrian sculpture. Stylistically, the figure is closely associated with the circle of the important Bavarian sculptor Christian Jorhan the Elder or Philipp Jakob Straub, who hailed from Wiesensteig and worked in Graz; both are among the defining masters of the South German-Austrian Rococo. The highquality carving, the rich polychromy, and the expressive design lend the figure an impressive presence. Condition: worn, damaged, affected by woodworm, polychromy partially renewed.

Literature: Cf. St. John at the baptismal font of the parish church of St. Nicholas in Altfraunhofen.

Expert opinion: Correspondence regarding the art-historical classification between Dr. Schönberger and Dr. Volk, Bavarian National Museum, Munich, 2002.

Provenance: Kunsthandel Heidenreich, Hanover; acquired at Neumeister, Munich, Auction 261, 1991.

Limitpreis € 800,Schätzpreis € 7.000,-

17 | HEILIGER JOHANNES DER TÄUFER

Wohl Franken, Süddeutschland, Ende 15. Jh. Lindenholz, plastisch geschnitzt, polychrom gefasst und vergoldet, rückseitig geflacht und gehöhlt. H. 102, B. 37, T. 22 cm. Qualitätvolle spätgotische Darstellung des Heiligen Johannes des Täufers aus fränkischer Werkstatt. Der Vorläufer Christi erscheint in würdevoller Haltung mit charakteristischen ikonographischen Merkmalen seiner Verehrung, Buch und Lamm. Die fein modellierten Gesichtszüge, die sorgfältig ausgearbeiteten Haar- und Bartpartien sowie die tief geführten Gewandfalten entsprechen der Formensprache der süddeutschen Schnitzkunst des ausgehenden 15. Jahrhunderts. Best. und besch., rest., Anobienbefall, Fassung partiell berieben, kleinere Fehlstellen.

SAINT JOHN THE BAPTIST

Probably Franconia, southern Germany, late 15th century Linden wood, sculpted in the round, polychromed and gilded, flattened and hollowed on the back. H. 102, W. 37, D. 22 cm. A high-quality late Gothic depiction of Saint John the Baptist from a Franconian workshop. The forerunner of Christ is depicted in a dignified pose with the characteristic iconographic attributes of his veneration: a book and a lamb. The finely modeled facial features, the carefully rendered hair and beard, and the deep folds of the robe correspond to the stylistic language of South German woodcarving from the late 15th century. Preserved and described, restored, affected by woodworm, paint partially worn away, minor losses.

Limitpreis € 800,-

Schätzpreis € 9.000,-

18 | HEILIGER SEBASTIAN

Franken, Süddeutschland, frühes 16. Jh. Lindenholz, plastisch geschnitzt und gebeizt, rückseitig geflacht, auf einem Sockel und einer Konsole. H. 62, B. 22, T. 16 cm, Gew. ca. 1,88kg. Spätgotische Darstellung des Heiligen Sebastian, eines der beliebtesten Pest- und Schutzheiligen des Mittelalters. Der Märtyrer erscheint an den Baumstamm gebunden, den Blick leicht gesenkt und in ruhiger, gefasster Haltung. Die schlanke Körperbildung, die weich fließende Modellierung sowie die zurückhaltende Expressivität entsprechen der fränkischen Schnitzkunst des frühen 16. Jahrhunderts. Best. und besch., rest., Anobienbefall, Fehlstellen an den Händen.

Provenienz: Erworben im Auktionshaus Herken, Wiesbaden.

SAINT SEBASTIAN

Franconia, Southern Germany, early 16th century

Linden wood, sculpted and stained, flattened on the back, mounted on a pedestal and a console. H. 62, W. 22, D. 16 cm, Wt. approx. 1.88 kg. Late Gothic depiction of Saint Sebastian, one of the most popular patron saints against the plague and as a protector in the Middle Ages. The martyr is shown tied to a tree trunk, his gaze slightly lowered, in a calm, composed posture. The slender physique, the softly flowing modeling, and the restrained expressiveness are characteristic of Franconian woodcarving of the early 16th century. Preserved and described, restored, affected by woodworm, missing sections on the hands.

Provenance: Acquired at the Herken Auction House, Wiesbaden.

Limitpreis € 500,-

Schätzpreis € 3.000,-

19 | HEILIGER SEBASTIAN

Bodenseeraum, erste Hälfte 17. Jh. Lindenholz, plastisch geschnitzt, polychrom gefasst und vergoldet, rückseitig geflacht und gehöhlt. H. 130, B. 71, T. 36 cm. Vermutlich Bildhauerfamilie Zürn, möglicherweise Hans Zürn d. J. (ca. 1585 - nach 1624) oder Werkstatt. Große Darstellung des Heiligen Sebastian, dem Märtyrer und Pestpatron, von Pfeilen durchbohrt, in qualitätvoller Schnitzarbeit. Die schlanke, elegant bewegte Figur mit fein modellierter Anatomie und ausdrucksvoller Kopfgestaltung zeigt stilistische Merkmale, die auf den Umkreis der bedeutenden oberschwäbischen Bildhauerfamilie Zürn verweisen. Besonders die lebendige Körperauffassung sowie die differenzierte Behandlung der Haarpartien der Figur stehen der Formensprache Hans Zürns des Jüngeren und seiner Werkstatt nahe. Die Familie Zürn zählt zu den bedeutendsten Bildhauerdynastien Süddeutschlands an der Schwelle von Renaissance und Frühbarock. Ihre Werke prägen zahlreiche Kirchen im Bodenseeraum, in Oberschwaben und im Allgäu. Verluste der Fassung, best. und besch., Anobienbefall, Fassung partiell überarbeitet. Expertise: Schriftwechsel zur kunsthistorischen Einordnung zwischen Dr. Schönberger und Dr. Volk, Bayerisches Nationalmuseum München, 2010. Provenienz: Erworben im Auktionshaus Neumeister, München.

SAINT SEBASTIAN

Lake Constance region, first half of the 17th century Linden wood, sculpted in the round, polychromed and gilded, flattened and hollowed out on the back. H. 130, W. 71, D. 36 cm. Presumably by the Zürn family of sculptors, possibly Hans Zürn the Younger (ca. 1585–after 1624) or his workshop. A large depiction of Saint Sebastian, the martyr and patron saint of plague victims, pierced by arrows, in high-quality carving. The slender, gracefully posed figure, with finely modeled anatomy and an expressive head, displays stylistic features that point to the circle of the prominent Upper Swabian sculptor family, the Zürns. In particular, the lively conception of the body and the nuanced treatment of the figure’s hair are closely aligned with the formal language of Hans Zürn the Younger and his workshop. The Zürn family ranks among the most significant sculpting dynasties in southern Germany at the threshold of the Renaissance and Early Baroque.Their works adorn numerous churches in the Lake Constance region, Upper Swabia, and the Allgäu. Losses in the paintwork, damaged and worn, affected by woodworm, paintwork partially retouched.

Expert opinion: Correspondence regarding the art-historical classification between Dr. Schönberger and Dr. Volk, Bavarian National Museum, Munich, 2010.

Provenance: Acquired at the Neumeister auction house, Munich. Limitpreis € 800,Schätzpreis € 8.000,-

20 | HEILIGER MÖNCH

Franken, Süddeutschland, frühes 16. Jh. Lindenholz, plastisch geschnitzt und gebeizt, rückseitig geflacht und gehöhlt, Krummstab später ergänzt, auf einem Sockel. H. 82, B. 28, T. 24 cm. Spätgotische Darstellung eines heiligen Mönchs, ein Buch haltend, aus fränkischer Werkstatt des frühen 16. Jahrhunderts. Die Figur erscheint in der Tracht eines Ordensgeistlichen und verkörpert die für die spätmittelalterliche Frömmigkeit charakteristischen Tugenden von Demut, Gelehrsamkeit und kontemplativem Leben. Die ruhige Haltung, die fein ausgearbeiteten Gesichtszüge sowie die plastisch gestalteten Gewandfalten entsprechen der qualitätvollen fränkischen Schnitzkunst an der Schwelle von der Spätgotik zur Renaissance. Best. und besch., Spannungsrisse, kleinere Fehlstellen, rest., min. Anobienbefall.

Franconia, Southern Germany, early 16th century

Linden wood, sculpted and stained, flattened and hollowed on the back; crozier added later; mounted on a pedestal. H. 82, W. 28, D. 24 cm. A late Gothic depiction of a holy monk holding a book, from a Franconian workshop of the early 16th century. The figure is dressed in the habit of a monastic and embodies the virtues of humility, scholarship, and the contemplative life characteristic of late medieval piety. The serene posture, the finely rendered facial features, and the three-dimensionally rendered folds of the robe are characteristic of the high-quality Franconian woodcarving tradition at the threshold of the transition from the Late Gothic to the Renaissance. In good condition with some wear; stress cracks, minor missing areas, restored; minimal woodworm damage. Limitpreis € 500,Schätzpreis € 4.000,-

21 | ITALIENISCHER BILDPLASTIKER Tätig im 17./18. Jh.

SATYRKOPF UND KINDERBÜSTE

Wohl Rom

Carrara-Marmor, plastisch gearbeitet, jeweils auf einem Sockel. Ges.-H. 46/44, B. 23/26, T. 21/15 cm, Gew. ca. 20,. Kinderbüste in der Art von François Duquesnoy (1597-1643). Interessantes Ensemble zweier barocker Marmorskulpturen aus italienischem Kontext. Der Satyrkopf zeigt die für die antike Mythologie typische Verbindung von menschlichen und tierischen Zügen und verweist auf die dionysische Bildwelt. Die ausdrucksstarke Modellierung und die lebhafte Physiognomie verleihen der Darstellung eine eindringliche Präsenz. Die Kinderbüste steht stilistisch in der Tradition des flämischen Bildhauers François Duquesnoy, der in Rom zu den bedeutendsten Vertretern des klassizistischen Barocks zählte. Seine berühmten Putten- und Kinderdarstellungen zeichneten sich durch besondere Natürlichkeit und Anmut aus. Best., alt-rest., verwitterte Oberfläche, Kinderbüste mit Bruchstellen.

ITALIAN SCULPTOR

Active in the 17th/18th centuries

HEAD OF A SATYR AND CHILD‘S BUST

Probably Rome

Carrara marble, sculpted, each on a pedestal. Total height 46/44, width 23/26, depth 21/15 cm, weight approx. 20.28/11.84 kg. Child’s bust in the style of François Duquesnoy (1597–1643). An interesting ensemble of two Baroque marble sculptures from an Italian context. The satyr’s head displays the combination of human and animal features typical of ancient mythology and alludes to the Dionysian iconography. The expressive modeling and lively physiognomy lend the figure a striking presence. Stylistically, the child’s bust follows in the tradition of the Flemish sculptor François Duquesnoy, who was one of the most important representatives of the classical Baroque in Rome. His famous depictions of putti and children were characterized by a particular naturalness and grace. Condition: old restoration, weathered surface; the child’s bust has fractures.

Limitpreis € 500,Schätzpreis € 5.000,-

22 | BERLINER BILDPLASTIKER

Tätig Anfang 20. Jh.

BÜSTE EINES JUNGEN MANNES

Berlin, erste Hälfte 20. Jh. Bronze, dunkelbraun patiniert, auf rechteckigem Holzsockel. H. 24, B. 13, T. 16 cm. Seitlich Gießereimarke ‚H. Noack, Berlin-Friedenau‘. Ausdrucksstarke, expressiv modellierte Büste eines jungen Mannes mit eng anliegender Kopfbedeckung. Die lebhafte, pastose Modellierung der Gesichtspartien und die skizzenhaft behandelten Oberflächen verleihen der Darstellung eine unmittelbare Präsenz. Die Ausführung in der renommierten Kunstgießerei Noack, Berlin-Friedenau, verweist auf den Umkreis der Berliner Bildhauerei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Arbeit steht stilistisch zwischen Impressionismus und gemäßigter Moderne und überzeugt durch ihre charaktervolle Auffassung. Stilistisch erinnert die Arbeit an die Berliner Secession bzw. an Künstler aus dem Umfeld von Georg Kolbe (1877-1947), Arthur Lewin-Funcke (1866-1937), Richard Scheibe (1879-1964) oder Fritz Klimsch (1870-1960). Part. best. und Verluste der Patina.

BERLIN SCULPTORS

Active in the early 20th century

BUST OF A YOUNG MAN

Berlin, first half of the 20th century Bronze, dark brown patina, on a rectangular wooden base. H. 24, W. 13, D. 16 cm. Foundry mark on the side: ‘H. Noack, Berlin-Friedenau’. A powerfully expressive, vividly modeled bust of a young man wearing a close-fitting head covering. The lively, impasto modeling of the facial features and the sketch-like treatment of the surfaces lend the depiction an immediate presence. The execution at the renowned Noack art foundry in Berlin-Friedenau points to the circle of Berlin sculpture in the first half of the 20th century. Stylistically, the work stands between Impressionism and moderate Modernism and is compelling for its characterful conception. Stylistically, the work is reminiscent of the Berlin Secession and artists associated with Georg Kolbe (1877–1947), Arthur Lewin-Funcke (1866–1937), Richard Scheibe (1879–1964), or Fritz Klimsch (1870–1960). Partial wear and loss of patina. Limitpreis € 450,Schätzpreis € 1.500,-

23 | SIENA, UM 1280

INITIALE ‚R‘ MIT AUFERSTEHUNGSCHRISTUS

Polychrome Malerei auf Pergament, part. Gold gehöht. Blattmass: 56 x 37 cm; Rahmenmass: 69 x 48 cm. Min. altrest., teilweise gebräuntes und gewelltes Papier, rechte obere Seite mit hinterlegtem Ausriss. Hinter Glas gerahmt.

Provenienz: Ehemals Sammlung Rudolf Busch, Mainz; sein Kauf bei J. Baer & CO., Frankfurt, 04.05.1921, Kat. nr. 287, ill.XLIII; Sammlung R. Ferrer, Strassburg; Sammlung Konsul Harry Fuld; Frank; Auktion Neumeister, München Auktion 201, 1. und 4. 1981, Nr. 826

SIENA, AROUND 1280

INITIAL ‘R’ WITH THE RISEN CHRIST

Polychrome painting on parchment, part. heightened with gold. Sheet size: 56 x 37 cm; frame size: 69 x 48 cm. Min. old rest., partially browned and wavy parchment, upper right side with a backed tear. Framed under glass.

Provenance: Formerly Collection Rudolf Busch, Mainz; acquired by him from J. Baer & Co., Frankfurt, 4 May 1921, cat. no. 287, ill. XLIII; Collection R. Ferrer, Strasbourg; Collection Consul Harry Fuld, Frankfurt; Neumeister, Munich, Auction 201, 1 and 2 April 1981, lot 826. Limitpreis € 400,Schätzpreis € 6.000,-

24 | LUCAS HUGENSZ. VAN LEYDEN

1494 Leiden - 1533 ebenda

GROSSER ECCE HOMO (1511 - 1517)

Radierung auf chamoisfarbenem Büttenpapier. Sichtmass: 29 x 43 cm;

Rahmenmass: 48,5 x 64 cm. Unten rechts Künstlermonogramm mit Datierung. Leicht stockfleckig, unten links rest. Rissbildung. Im Passepartout und hinter Glas gerahmt (ungeöffnet.

Literatur: Bartsch, Hollstein 71.

LUCAS HUGENSZ. VAN LEYDEN

1494 Leiden – 1533 ibid.

LARGE ECCE HOMO (1511–1517)

Etching on chamois-coloured laid paper. Visible size: 29 x 43 cm; frame

size: 48.5 x 64 cm. Artist’s monogram and date lower right. Slight foxing, lower left with rest. tear. Frame.

Literature: Bartsch, Hollstein 71.

Limitpreis € 100,Schätzpreis € 2.000,-

25 | MITTELRHEINISCHER MEISTER, UM 1480

DIE HEILIGE JUNGFRAU LUCIA

Öltempera auf Nadelholztafel, Nimbus und Hintergrund partiell Gold gehöht. 58 x 26 cm (R. 65,5 x 31,5 cm). Verso: Drei horizontal eingelassene Rückseitensponki. Part. altrest., part. Altretuschen. Rahmen. Provenienz: Kunsthandel Rinnelt, Wiesbaden.

MIDDLE RHENISH MASTER, AROUND 1480

SAINT LUCIA

Oil tempera on softwood panel, nimbus and background part. heightened with gold. 58 x 26 cm (F. 65.5 x 31.5 cm). Verso: Three horizontally inserted battens on the reverse. Part. old rest., part. old retouching. Frame.

Provenance: Kunsthandel Rinnelt, Wiesbaden.

Limitpreis € 400,Schätzpreis € 5.000,-

26 | VENEZIANISCHE SCHULE, UM 1480 / 1500

(‚UMKREIS DES CARLO CRIVELLI (VENEDIG 1430 - ASCOLI PICENO 1495)‘)

HEILIGE KATHARINA VON SIENA, STEHEND ALS GANZFIGUR, EINE LILIE IN DER RECHTEN HAND HALTEND Öltempera auf Pappelholztafel, Reste alter Vergoldung. 146 x 45 cm (R. 163 x 62 cm). Altrest., Altretuschen, part. altergemäßes Craquelés. Rahmen.

Vergleiche Carlo Crivelli, die heilige Bona Ventura aus der Sammlung Bertinelli im Museum Budapest. Weiterhin eine große Tafel der Marienkrönung, Brera Mailand.

Provenienz: Auktionshaus Lempertz, Köln, Auktion 564, Juni 1978, Lot 211.

VENETIAN SCHOOL, AROUND 1480 / 1500

(Circle of Carlo Crivelli (Venice 1430 - Ascoli Piceno 1495))

SAINT CATHERINE OF SIENA, STANDING FULL-LENGTH, HOLDING A LILY IN HER RIGHT HAND

Oil tempera on poplar panel, remnants of old gilding. 146 x 45 cm (F. 163 x 62 cm). Old rest., old retouching, part. age-related craquelure. Frame. Compare Carlo Crivelli‘s Saint Bonaventure from the Bertinelli Collection in the Museum of Fine Arts, Budapest. Also compare the large panel of the Coronation of the Virgin in the Pinacoteca di Brera, Milan.

Provenance: Lempertz Auction House, Cologne, Auction 564, June 1978, lot 211.

Limitpreis € 600,Schätzpreis € 10.000,-

27 | MICHAEL WOLGEMUT (WERKSTATT)

1434 Nürnberg - 30. November 1519 ebenda BILDNIS DER BETENDEN MARIA AUS EINER VERKÜNDIGUNGSGRUPPE

Tempera auf Nadelholztafel. 58 x 41 cm (R. 69 x 50 cm). Verso: Alte Inventarsnummer ‚426‘, weiterhin auf altem Papierlabel bezeichnet ‚[...] im Jahr 149 [...] Albrecht Dürer 1471-1528 ‚. Part. min. altrest., part. min. Altretuschen, Farboberfläche mit leicht vertikalen Spannungsrissen (Infrarotaufnahmen anbei). Rahmen.

Beigefügtes Gutachten von Prof. Dr. Fedja Anzelewski (Berlin vom 26. Februar 2007). Anzelewski schreibt: „Die von Ihnen angemerkte Malweise in Temperatechnik deutet auf eine Entstehungszeit vor Dürer hin. Dürer selbst sowie seine Schüler haben fast ausschließlich die neue Ölmalerei verwendet.

Das schmale Gesicht der Maria auf Ihrem Fragment verweist auf die Malerei der Spätgotik. Soweit mein Vergleichsmaterial reicht, gehört der Marienkopf in die Werkstatt Michael Wohlgemuts, dem Lehrer Albrecht Dürers. In diesem Umkreis findet sich der Gesichtstyp der Maria des öfteren, so bei Wolgemut selbst auf T seinem Katharinen-Altar des Levinus Memminger von 1485/86 in der Lorenzkirche zu Nürnberg. Auch bei dem bedeutensten Maler vor Dürer, dem Meister des Nürnberger AugustinerAltars trifft man den Gesichttyp auf verschiedenen Werken, speziell jedoch auf dem Augustiner Altar von 1487 selbst, im German. National Museum. Schließlich kommt auch der Maler des Feuchtwanger-Altars von 1484, ebenfall im Germ. Nat. Mus. als Urheber infrage. Die genannten Werke sind alle zeitlich nicht sehr weit von der Berliner Dürerzeichnung von 1493/94 entfernt.Eine näherer Bestimmung Ihres Fragment halte ich kaum für möglich, da es zu wenig Anhaltspunkte bietet.“ Weiterhin Bericht vom 31. August 2007, über die dentrochronologische Untersuchung der Tafel von Prof. Dr. Peter Klein (Hamburg), der die Nadelholztafel für den süddeutschen Raum chronologisch zwischen 1382 und 1452 datiert. Er hält eine Entstehung ab dem Jahr 1454 für möglich. Zudem eine umfassende Fotodokumention über die ikonographische Entwicklung der Mariengesichter bis Dürer.

MICHAEL WOLGEMUT (STUDIO)

1434 Nuremberg – 30 November 1519 ibid.

PORTRAIT OF THE PRAYING VIRGIN MARY FROM AN ANNUNCIATION GROUP

Tempera on softwood panel. 58 x 41 cm (F. 69 x 50 cm). Verso: Old inventory number ‘426’; furthermore inscribed on an old paper label ‘[...] im Jahr 149 [...] Albrecht Dürer 1471–1528’. Part. min. old rest., part. min. old retouching, paint surface with slight vertical cracks due to tension (infrared images enclosed). Frame.

Accompanied by an expert opinion by Prof. Dr Fedja Anzelewski (Berlin, 26 February 2007). Anzelewski writes: „The painting technique in tempera noted by you indicates a date before Dürer. Dürer himself as well as his pupils used almost exclusively the new medium of oil paintingThe narrow face of the Virgin in your fragment points to the painting of the Late Gothic period. As far as my comparative material extends, the head of the Virgin belongs to the workshop of Michael Wolgemut, the teacher of Albrecht Dürer. Within this circle, the facial type of the Virgin appears repeatedly, for example in Wolgemut’s own St Catherine Altarpiece of Levinus Memminger from 1485/86 in St Lorenz Church in Nuremberg. The same facial type is also encountered in various works by the most important painter before Dürer, the Master of the Nuremberg Augustinian Altarpiece, especially in the Augustinian Altarpiece itself of 1487 in the Germanisches Nationalmuseum. Finally, the painter of the Feuchtwangen Altarpiece of 1484, likewise in the Germanisches Nationalmuseum, may also be considered as a possible author. The aforementioned works are all chronologically not far removed from Dürer’s Berlin drawing of 1493/94. A more precise attribution of your fragment is hardly possible, as it offers too few points of reference.“

Report dated 31 August 2007 on the dendrochronological examination of the panel by Prof. Dr Peter Klein (Hamburg), who dates the softwood panel for the South German region chronologically between 1382 and 1452. He considers an execution from the year 1454 onwards to be possible. Furthermore accompanied by extensive photographic documentation on the iconographic development of representations of the Virgin’s face up to Dürer.

Limitpreis € 500,Schätzpreis € 6.000,-

28 | LAMBERT LOMBARD

1505 Lüttich - 1566 ebenda

DIE VERKÜNDIGUNG AN DEN HEILIGEN JOACHIM

Öl auf Eichenholztafel (oben segmentbogenartig gerundet). 116 x 81 cm (R. 135 x 96 cm). Verso: Drei vertikal eingelassenen Rückseitensponki. Part. altrest., part. min. Altretuschen, drei min. rest. vertikale Spannungsrisse. Rahmen.

Beigefügtes Gutachten von Gwendolyne Denhaene: „Sehr geehrter Herr Professor, vielen Dank für Ihren Brief sowie für die Fotografie und das Dia Ihres Gemäldes. Sie sind wahrlich ein Glückspilz, denn Sie besitzen eines der sehr seltenen Gemälde, die man mit einiger Sicherheit Lombard zuschreiben kann. Seit Jahren habe ich nach diesem Gemälde gesucht; einst hatte ich eine Fotografie davon beim Rijksbureau voor Kunstdocumentatie in Den Haag erhalten. Das Bild befand sich 1957 in der Sammlung Kurt Goldschmidt in Düsseldorf, danach verlor sich seine Spur. Auch das Marburger Bildarchiv hatte keine Kenntnis mehr von seinem Verbleib. Sie können sich daher vorstellen, wie erfreut ich war, dieses Werk wiederzufinden. Diese Tafel, die die Verkündigung an Joachim darstellt, ist das Gegenstück zu dem Werk des Musée de l‘Art Wallon, „Das zurückgewiesene Opfer Joachims“ (siehe Abb. 16 meines Aufsatzes über die Gemälde von L. L.). Die Maße, die Form der Tafel, die Kleidung und die Sandalen Joachims sprechen sämtlich für diese Verbindung. Die Tafel des Musée de l‘Art Wallon ist meiner Ansicht nach das Werk, das der graphischen Produktion Lombards am nächsten steht, und ich bin der Meinung, dass auch Ihr Gemälde eindeutig ein Werk dieses Künstlers ist. Die Schwächen, die darin zu erkennen sind, beruhen meines Erachtens darauf, dass Lombard kein herausragender Maler war. Möglicherweise haben auch Mitarbeiter seiner Werkstatt daran mitgewirkt. Ein weiteres interessantes Detail: Der Hund, der auf Ihrem Gemälde zu Füßen der Hirten erscheint, findet sich ebenfalls auf einer Tafel des Retabels von Saint-Denis („Der heilige Dionysius vor Fescennius“, siehe Abb. 16 meines Aufsatzes).

Da von Lombard nur sehr wenige gesicherte Werke bekannt sind, obwohl er über mehr als vierzig Jahre tätig war, stellt Ihr Gemälde sicherlich einen bedeutenden Beitrag zur Wiederentdeckung dieses Künstlers dar. Ich bin Ihnen daher sehr dankbar, dass Sie mich kontaktiert haben und mir freundlicherweise das Dia übersandt haben, das mir einen Eindruck von den Farben des Gemäldes vermittelt.Ich möchte Sie fragen, ob es möglich wäre, Ihr Gemälde während meines nächsten Aufenthalts in Belgien (zwischen Juni und September) persönlich zu sehen. In der Hoffnung, bald von Ihnen zu hören, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Gwendolyne Denhaene

P.S. Ich sende Ihnen mit derselben Post den Aufsatz, auf den ich mich mehrfach beziehe.“ (Original in französischer Sprache)

Weiterhin ausgestellt vgl.: Exposotion Un double regard sur 2000 ans d‘Art wallon, Musée de l‘Art Wallon de la Ville de Liège, 15. April - 16. Juli 2000 (alle Unterlagen im Rahmen dieser Ausstellung anbei).

Literatur: Godelieve Denhaene, Lambert Lombard. Renaissance et Humanisme à Liège, Antwerp, 1990, ill. p. 119 (Titelbild Werkverzeichnis).

Goldschmidt, Adolph: Lambert Lombard. Berlin: Grote 1919, Seite 206240. Aus: Jahrbuch der preussischen Kunstsammlungen Bd. 40, 1909. Bulletin De L‘Institut Historique Belge de Rom LVII 1987 Van het belgisch historisch Instituut te Rome

Provenienz: Sammlung Kurt Goldschmidt, Düsseldorf, 1957. Kunsthaus Malmedé, Köln. Kunsthandel Klendauer, Wiesbaden.

LAMBERT LOMBARD

1505 Liège - 1566 ibid.

THE ANNUNCIATION TO SAINT JOACHIM

Oil on oak panel (arched at the top). 116 x 81 cm (F. 135 x 96 cm). Verso: Three vertically inserted battens on the reverse. Part. old rest., part. min. old retouching, three min. rest. vertical cracks due to tension. Frame.

Accompanied by an expert opinion by Gwendolyne Denhaene: „Dear Professor,

Thank you very much for your letter, as well as for the photograph and the slide of your painting.You are truly a fortunate man, for you possess one of the very rare paintings that can be attributed to Lombard with some degree of certainty. For years I had been searching for this painting; at one time I had obtained a photograph of it from the Rijksbureau voor Kunstdocumentatie in The Hague. In 1957 the picture was in the collection of Kurt Goldschmidt in Düsseldorf, after which its whereabouts became unknown. The Marburg Photo Archive likewise had no knowledge of its location. You can therefore imagine how delighted I was to rediscover this work. This panel, depicting the Annunciation to Joachim, is the counterpart to the painting in the Musée de l‘Art Wallon, The Rejected Offering of Joachim (see fig. 16 in my article on the paintings of L. L.). The dimensions, the shape of the panel, the clothing and the sandals of Joachim all support this connection. In my opinion, the panel in the Musée de l‘Art Wallon is the work that comes closest to Lombard‘s graphic production, and I believe that your painting is likewise unmistakably a work by this artist. The weaknesses that may be observed in it are, in my view, due to the fact that Lombard was not an outstanding painter. It is also possible that members of his workshop contributed to its execution.

Another interesting detail: the dog appearing at the feet of the shepherds in your painting is also found on a panel from the Saint-Denis Altarpiece (Saint Dionysius before Fescennius, see fig. 16 in my article).

Since only very few securely attributed works by Lombard are known, despite the fact that he was active for more than forty years, your painting certainly represents an important contribution to the rediscovery of this artist. I am therefore very grateful that you contacted me and kindly sent me the slide, which gives me an impression of the colours of the painting.

May I ask whether it would be possible to see your painting in person during my next stay in Belgium (between June and September).

Hoping to hear from you soon, I remain,

Yours sincerely,

Gwendolyne Denhaene

P.S. I am sending you, under separate cover, the article to which I have referred several times.“ (Original in French)

Furthermore exhibited, see: Exposition Un double regard sur 2000 ans d‘Art wallon, Musée de l‘Art Wallon de la Ville de Liège, 15 April - 16 July 2000 (all documentation relating to this exhibition enclosed).

Literature: Godelieve Denhaene, Lambert Lombard. Renaissance et Humanisme à Liège, Antwerp, 1990, ill. p. 119 (Cover Catalogue Raisonné).

Goldschmidt, Adolph: Lambert Lombard. Berlin: Grote 1919, pp. 206-240. From: Jahrbuch der preussischen Kunstsammlungen, vol. 40, 1909.

Bulletin De L‘Institut Historique Belge de Rome LVII, 1987, of the Belgian Historical Institute in Rome.

Limitpreis € 800,Schätzpreis € 10.000,-

29 | OBERITALIENISCH / VENEZIANISCHE SCHULE, UM 1480

CHRISTUS IM OFFENEN SARKOPHAG STEHEND MIT DER

JUNGFRAU MARIA UND DEM HEILIGEN JOHANNES

Öl auf Hartholztafel (teilweise parkettiert). 53 x 71 cm (R. 62,5 x 82,5 cm).

Part. altrest., part. Altretuschen. Rahmen.

Provenienz: Auktionshaus Jaeger, Wiesbaden.

NORTHERN ITALIAN / VENETIAN SCHOOL, AROUND 1480 CHRIST STANDING IN THE OPEN SARCOPHAGUS WITH THE VIRGIN MARY AND SAINT JOHN

Oil on hardwood panel (partially cradled). 53 x 71 cm (F. 62.5 x 82.5 cm).

Part. old rest., part. old retouching. Frame.

Provenance: Jaeger Auction House, Wiesbaden.

Limitpreis € 200,-

Schätzpreis € 1.800,-

30

30 | SEESCHWABEN, UM 1520

DIE AUFERSTEHUNG CHRISTI

Öl-Tempera auf Holz auf Nadelholztafel. 45 x 40 cm (R. 60 x 54,5 cm).

Part. min. altrest., part. min. Altretuschen, zwei min. vertikale Spannugsrisse. Rahmen.

Beigefügt: Gutachten des Instituts für Kunstwissenschaft Zürich von Herrn Dr. Hans A. Lüthy, der nach der technologischen Untersuchung zweifelsfrei das Gemälde um das Jahr 1520 datiert.

Provenienz: Wiesbaden, Auktionskauf.

SEESCHWABEN, CIRCA 1520

THE RESURRECTION OF CHRIST

Oil-tempera on wood on a softwood panel. 45 x 40 cm (F. 60 x 54.5 cm).

Partially and min. restored, with min. retouching in places; two minor vertical tension cracks. Framed.

Accompanied by: an expert report from the Institute of Art History, Zurich, by Dr Hans A. Lüthy, who, following a technical analysis, dates the painting beyond doubt to around 1520.

Provenance: Wiesbaden, purchased at auction.

Limitpreis € 400,Schätzpreis € 4.000,-

| NIEDERRHEINISCHE / NIEDERLÄNDISCHE SCHULE

DES FRÜHEN 16. JH.

MADONNA MIT KIND

Öl auf Eichenholztafel. 31,5 x 21,5 cm (R. 43 x 33,5 cm). Part. min. altrest., part. min. Altretuschen, altersbedingtes Craquelé. Rahmen.

In der Originalbeschreibung des Auktionskataloges aus dem Jahr 1912 heißt es:

Halbfigurenbild der Madonna in Dreiviertelprofil nach rechts. Sie reicht dem vor ihr sitzenden Kinde die linke Brust. Das Kind greift mit der rechten nach der Brust der Mutter, mit der linken hält es den kleinen Finger von der rechten Hand der Maria umfaßt, mit der diese dem Kinde die Brust reicht. Steile Gebirgslandschaft im Hintergrund. Mantel der Maria leuchtend rot, ihr Kleid ganz dunkelgrün, ihr Haar braun. Duftige hellblaugrüne Tönung im Hinter- grund. Heller grünlich-blauer Himmel. Literatur der Sammlung Johannes Nol un dder Versteigerung der Auktion 7./8. Oktober 1912 ist beigefügt.

Provenienz: Ehemals Sammlung Johannes Noll, Auktion bei F.A.C. Prestel, Frankfurt am Main, 7-8 Oktober 1912, Seite 24, Lot 49; Kunsthandel Rimmel, Wiesbaden.

LOWER RHENISH / DUTCH SCHOOL OF THE EARLY 16TH CENTURY

MADONNA AND CHILD

Oil on oak panel. 31.5 x 21.5 cm (F. 43 x 33.5 cm). Part. min. old rest., part. min. old retouching, age-related craquelure. Frame.

The original catalogue description from 1912 reads:

“Half-length portrait of the Madonna in three-quarter profile facing right. She offers her left breast to the Child seated before her. The Child reaches with its right hand towards the mother‘s breast, while with its left hand it grasps the little finger of Mary‘s right hand, with which she offers her breast to the Child. Steep mountainous landscape in the background. The Madonna‘s mantle is bright red, her dress very dark green, her hair brown. Delicate light blue-green tones in the background. Pale greenish-blue sky.”

Literature relating to the Johannes Noll Collection and the auction of 7–8 October 1912 is included.

Provenance: Formerly Collection Johannes Noll; auction at F.A.C. Prestel, Frankfurt am Main, 7–8 October 1912, p. 24, lot 49; Kunsthandel Rimmel, Wiesbaden.

Limitpreis € 500,Schätzpreis € 5.000,-

32 | GIOVANNI DI LORENZO LARCIANI (ATTR.)

(‚MAESTRO DEI PAESAGGI KRESS‘)

1484 Florenz - 1527 ebenda

MADONNA UND KIND MIT KIND UND KLEINEM JOHANNES

Öl auf Pappelholztafel. 74,5 x 58 cm (R. 85 x 71 cm). Part. altrest., Altretuschen, feines altersgemäßes Craquelé. Rahmen.

Beigefügter Restaurierungsbericht von Diplomrestauratorin Stephanie Wagner (1996) (mit Fotodokumentation).

Weiterhin beigefügter umfangreicher Briefwechsel mit Prof. Dr. Christian von Holst und Prof. Dr. Winfried Schönberger Oktober/Dezember 2007. Weiterhin Gutachten von Prof. Dr. Christian Holst vom 29. September 2007 mit der Zuweiseing an Giovanni Larciani, Meister der Kresslandschaften.

Prof. Dr. Holst schreibt in seinem Gutachten: „Eine Reihe von florentinischen Gemälden des frühen Cinquecento, von denen einige auch Francesco Granacci (1469-1543) zugeschrieben worden waren, dessen ungenaue Kenntnis vor 1974 lange Zeit dazu verführt hatte, ein Sammelsurium von schwer bestimmbaren Werken unter seinem Namen zu vereinen‘, hat Federico Zeri 1962 einem von ihm kreierten und nach einem Schlüsselwerk benannten „Maestro dei Paesaggi Kress überzeugend zugeordnet. Vor zehn Jahren konnte Louis Alexander Waldman diesen zwangsläufig verschwommen gebliebenen Unbekannten identifizieren und ihn sowohl im Burlington Magazine wie in einer toskanischen Regionalzeitschrift, vorstellen: Der Künstler heißt Giovanni di Lorenzo Larciani, wurde 1484 in Florenz geboren und verstarb dort - wie auch mehrere Mitglieder seiner Familie 1527 an der Pest.“

Provenienz: Kunsthandel Kramer & Flory, Wiesbaden, vor 1965.

ATTRIBUTED TO GIOVANNI DI LORENZO LARCIANI („MAESTRO DEI PAESAGGI KRESS“)

1484 Florence - 1527 ibid.

MADONNA AND CHILD WITH THE INFANT SAINT JOHN Oil on poplar panel. 74,5 x 58 cm (R. 85 x 71 cm). Verso: on the panel old collection ‚Nr.230‘. Part. old rest., old retouching, fine age-related craquelure. Frame.

Accompanied by a restoration report by conservator Staffanie Wagner (1996) with photographic documentation.

Also accompanied by extensive correspondence with Prof. Dr Cristian von Holst, October/December 2007.

Furthermore accompanied by an expert opinion by Prof. Dr Christian Holst dated 29 September 2007, attributing the painting to Giovanni Larciani, Master of the Kress Landscapes.

Prof. Dr Holst writes in his report: „A group of Florentine paintings of the early Cinquecento, some of which had also been attributed to Francesco Granacci (1469-1543), whose insufficiently defined oeuvre before 1974 had long encouraged the grouping of a miscellany of difficult-to-classify works under his name, was convincingly assigned by Federico Zeri in 1962 to an artist he created and named after a key work, the ‚Maestro dei Paesaggi Kress‘. Ten years ago, Louis Alexander Waldman succeeded in identifying this necessarily still somewhat elusive master and introduced him both in The Burlington Magazine and in a Tuscan regional journal. The artist was Giovanni di Lorenzo Larciani, born in Florence in 1484 and deceased there in 1527, like several members of his family, during the plague.“

Provenance: Kunsthandel Kramer & Flory, Wiesbaden, before 1965.

Limitpreis € 500,-

Schätzpreis € 6.000,-

33 | GIOVANNI ANTONIO SOGLIANI (WOHL WERKSTATT)

1492 Florenz - 15. Juli 1544 ebenda

MADONNA MIT KIND UND JOHANNESKNABEN Öl auf Holztafel (parkettiert). 46,5 x 35 cm (R. 59 x 47 cm). Part. altrest., Altretuschen, mehrfache horizontale Spannungsrisse. Rahmen. Umfangreicher Briefwechsel mit Prof. Dr. Christian von Holst. Vergleichbare Komposition Giovanni Antonio Soglianis vergleiche Museum Brüssel, Würzburg (Martin von Wagner Museum) und Turin (Galeria Sabauda Turin).

Provenienz: Auktionshaus DAWO, Saarbrücken, Auktion 139 vom 08.05.2004, Nr. 1.

GIOVANNI ANTONIO SOGLIANI (PROBABLY STUDIO)

1492 Florence – 15 July 1544 ibid.

MADONNA AND CHILD WITH THE INFANT SAINT JOHN Oil on panel (cradled). 46.5 x 35 cm (F. 59 x 47 cm). Part. old rest., old retouching, multiple horizontal cracks due to tension. Frame. Extensive correspondence with Prof. Dr Christian von Holst. For comparable compositions by Giovanni Antonio Sogliani, see the museums in Brussels and Würzburg (Martin von Wagner Museum), as well as the Galleria Sabauda, Turin.

Provenance: DAWO Auction House, Saarbrücken, Auction 139, 8 May 2004, lot 1.

Limitpreis € 500,Schätzpreis € 8.000,-

34 | OBERITALIENISCHE SCHULE DES SPÄTEN 15., FRÜHEN 16. JH.

DER HEILIGE JOHANNES EVANGELIST AUS EINER KREUZIGUNGSGRUPPE, WOHL RECHTER FLÜGEL EINES TRIPTYCHONS

Öltempera auf Nussholztafel. 79 x 41 cm (R. 88,5 x 51,5 cm). Altrest., Altretuschen; leichte vertikale Spannungsrises, rechts unten min. Reinigungsverluste. Rahmen.

Provenienz: Kunsthandel Rinnelt, Wiesbaden.

34

NORTHERN ITALIAN SCHOOL OF THE LATE 15TH, EARLY 16TH CENTURY

SAINT JOHN THE EVANGELIST FROM A CRUCIFIXION

GROUP, PROBABLY THE RIGHT WING OF A TRIPTYCH

Oil tempera on walnut panel. 79 x 41 cm (F. 88.5 x 51.5 cm). Old rest., old retouching; slight vertical crack due to tension, lower right with min. cleaning losses. Frame.

Provenance: Kunsthandel Rinnelt, Wiesbaden.

Limitpreis € 400,-

Schätzpreis € 6.000,-

35 | VENEZIANISCHE SCHULE DES 17. JH.

DIE ANBETUNG DER HEILIGEN DREI KÖNIGE

Öl auf Kupfertafel. 30,5 x 24 cm (R. 42 x 34 cm). Verso: Auf altem Papierlabel bezeichnet ‚H. Rottenhammer 1564 - 1623 Die drei Könige Expertise von Prof. Dr. Vogelsang‘. Part. min. altrest., min. Altretuschen. Rahmen.

Provenienz: Kunsthandel Bielefeld, 1963.

VENETIAN SCHOOL OF THE 17TH CENTURY

THE ADORATION OF THE MAGI

Oil on copper panel. 30.5 x 24 cm (F. 42 x 34 cm). Verso: Inscribed on an old paper label, ‘H. Rottenhammer 1564–1623 The Adoration of the Magi, expertise by Prof. Dr Vogelsang’. Part. min. old rest., min. old retouching. Frame.

Provenance: Kunsthandel Bielefeld, 1963.

Limitpreis € 100,Schätzpreis € 1.000,-

36 | JOSEPH HALLER

3. März 1737 - 2. Mai 1773 Sankt Leonhard, Italien

DIE AUFERSTEHUNG CHRSTI

Öl auf Leinwand (altdoubl.). 71,5 x 55 cm (R. 84 x 67 cm). Part. min. altrest., part. min. Altretuschen. Rahmen.

Beigefügter Brief an Porf. Dr. Schönberger von Dr. Gode Grämer vom 29. April 1985, der das hier angebotene Gemälde dem Südtiroler Maler Joseph Haller, der auch in Augsburg gearbeitet hat, zuweist. Er datiert das Gemälde um 1760/65.

JOSEPH HALLER

3 March 1737 – 2 May 1773 St. Leonhard, Italy

THE RESURRECTION OF CHRIST

Oil on canvas (old relining). 71.5 x 55 cm (F. 84 x 67 cm). Part. min. old rest., part. min. old retouching. Frame.

Accompanied by a letter to Prof. Dr Schönberger from Dr Gode Grämer dated 29 April 1985, in which he attributes the present painting to the South Tyrolean painter Joseph Haller, who also worked in Augsburg. He dates the painting to around 1760/65.

Limitpreis € 500,Schätzpreis € 5.000,-

37 | DRESDENER MANIERIST, UM 1600

ANDROMEDA MIT PERSEUS AUF PEGASUS

Öl auf Nussholzholztafel. 27 x 18 cm (R. 37 x 27,5 cm). Verso: Auf der Holztafel in alter Schrift umfangreich bezeichnet (ungedeutet), zudem auf altem Papierlabel undeutlich beschriftet und unten rechts alte Signatur unleserlich. Part. altrest., part. min. Altretuschen. Rahmen.

Schriftwechsel mit Dr. Wolfgang Schulz, der das Gemälde in den Dresdener Umkreis um 1600 einstuft.

Provenienz: Klendauer Kunsthandel, Wiesbaden, 1987.

DRESDEN MANNERIST, AROUND 1600

ANDROMEDA WITH PERSEUS ON PEGASUS

Oil on walnut panel. 27 x 18 cm (F. 37 x 27.5 cm). Verso: Extensively inscribed on the panel in old script (uninterpreted); furthermore, indistinctly inscribed on an old paper label, and with an old signature lower right, illegible. Part. old rest., part. min. old retouching. Frame.

Correspondence with Dr Wolfgang Schulz, who attributes the painting to the Dresden circle around 1600.

Provenance: Klendauer Kunsthandel, Wiesbaden, 1987.

Limitpreis € 500,Schätzpreis € 10.000,-

38 | FRANZÖSISCHE SCHULE VON FONTAINEBLEAU, ENDE

DES 16. JH.

HEILIGE LUCRETIA

Öl auf Eichenholztafel. 106,5 x 89,5 cm (R. 122 x 104 cm). Verso: Zwei alte Wachssiegel (ungedeutet). Altrest., Altretuschen, rest. vertikale Spannungsrisse. Rahmen.

Provenienz: Kunsthandel Klenslauer, Wiesbaden.

FRENCH SCHOOL OF FONTAINEBLEAU, LATE 16TH CENTURY

SAINT LUCRETIA

Oil on oak panel. 106.5 x 89.5 cm (F. 122 x 104 cm). Verso: Two old wax seals (unidentified). Old rest., old retouching, rest. vertical cracks due to tension. Frame.

Provenance: Kunsthandel Klenslauer, Wiesbaden.

Limitpreis € 500,-

Schätzpreis € 8.000,-

39 | GIROLAMO TROPPA UND WERKSTATT

2. Oktober 1636 Rocchette - 1711 Terni

DIE HEILUNG DES TOBIAS

Öl auf Leinwand (altdoubl.). 101 x 134,5 cm (R. 117 x 151 cm). Part. min. altrest., part. Altretuschen. Rahmen.

Literatur: Schleier, Erich: La pittura italiana del sei e settecento nel Museo Di Ponce: Nuove proposte e problemi attributivi, in: antichita viva Rassegna D‘Arte Anno XIX-Numero 1, Firenze 1980, S. 26 ff. Abb. 12, 13 und 14.

Mit beigefügter Stellungnahme von Erich Scheier (Staatliche Museen Preussischer Kulturbesitz Berlin, Gemäldegalerie) vom 01.06.1989, in dem er nachfolgend ausführt:

„Es handelt sich um ein Bild, wohl leider nur aus der Werkstatt, vielleicht mit Beteiligung des Meisters im Gesicht des alten Tobias, von Girolamo Troppa, einem Maler aus Rocchetta in Sabina (1636 ca. geb., gest. nach 1706).

Es gibt drei andere Fassungen der gleichen Komposition und eine nahverwandte Komposition. Ich habe die vier Fassungen in einem Aufsatz über das Museum in Ponce, Puerto Rico 1980 zusammengestellt, wo sich das (beste) Original der Fassungen befindet. Nachdem im Katalog des Museums von Ponce (197.) meine Meinung, daß es sich um Troppa handele, zitiert worden war, habe ich sie in dem Artikel von 1980 fälschlich verworfen und die Bilder unter dem anonymen Namen eines „Meisters der Heilung des Tobias“ publiziert.

Die richtige Zuschreibung der ganzen Gruppe erfolgte dann von Vittorio Casale, Alcune precisazioni sui disegni di Lazzaro Baldi, in Proporzioni 33-36, 1984, S. 274, Anm. 35.“

Provenienz: Kunsthandel Klendauer, Wiesbaden.

GIROLAMO TROPPA AND WORKSHOP

2 October 1636 Rocchette – 1711 Terni

THE HEALING OF TOBIAS

Oil on canvas (old relining). 101 x 134.5 cm (F. 117 x 151 cm). Part. min. old rest., part. old retouching. Frame.

Literature: Schleier, Erich: La pittura italiana del sei e settecento nel Museo Di Ponce: Nuove proposte e problemi attributivi, in: Antichità Viva. Rassegna D‘Arte, Anno XIX, No. 1, Florence 1980, pp. 26 ff., figs. 12, 13 and 14.

Accompanied by a statement by Erich Schleier (Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin, Gemäldegalerie) dated 1 June 1989, in which he states:

„Unfortunately, this appears to be a painting only from the workshop, perhaps with participation of the master in the face of the old Tobias, by Girolamo Troppa, a painter from Rocchetta in Sabina (born c. 1636, died after 1706).

There are three other versions of the same composition and one closely related composition. I assembled the four versions in an article on the Museum in Ponce, Puerto Rico, in 1980, where the (best) original version is located. After my opinion that the work was by Troppa had been cited in the catalogue of the Museum of Ponce (197.), I erroneously rejected this attribution in my 1980 article and published the paintings under the anonymous designation of a ‘Master of the Healing of Tobias’.

The correct attribution of the entire group was subsequently established by Vittorio Casale, Alcune precisazioni sui disegni di Lazzaro Baldi, in Proporzioni 33–36, 1984, p. 274, note 35.“

Provenance: Kunsthandel Klendauer, Wiesbaden.

Limitpreis € 600,Schätzpreis € 10.000,-

40 | PAULUS MOREELSE (ATTR.)

1571 Utrecht - 6. März 1638 ebenda

FLÖTESPIELENDER HIRTE

Öl auf Leinwand (altdoubl.). 83 x 66 cm (R. 104 x 86,5 cm). Verso: Alte Inventarsnummer des Auktionshauses Christie‘s ‚997PI‘. Part. altrest., Altretuschen. Rahmen.

Literatur: Das Gemälde ist abgebildet und beschrieben bei: Blankert, Albert: Ferdinand Bol - Rembrandt‘s Pupil (1616 - 1680), Doornspijk, 1982, Seite 173, R. 99, Fig. 110. Dort möglicherweise Adriaen Backer zugewiesen.

Eine vergleichbare Komposition des hier angebotenen Gemäldes mit gleichen Sujets befindet sich in der National Gallery in Edinbourgh. Die Zuweisung unseres hier angebotenen Gemäldes erfolgte durch Prof. Dr. Werner Sumowski in einem persönlichen Brief vom 6. Dezember 1988 an Herrn Prof. Dr. Schönberger.

Zudem vergleiche Sumowski, Werner: Gemälde der Rembrandt - Schüler, Band 5, Landau 1983, Seite 3064, Anmerkung 47: dort heißt es: Nachfolgend noch eine Liste mit neueren Zuschreibungen, die abzulehnen sind. In der Reihenfolge der bisherigen Namen: „A. Backer“: „Hirt mit Flöte“. Leinwand 82 x 67 cm. Mainz, Privatbesitz. Herkunft: Verst. Spik, Berlin 11. 11. 1965, Nr. 182 m. Abb. (Bol); Frankfurter Kunsthandel (Backer?). Blankert 1982, S. 173, R 99, Fig. 110 (,,attractive picture reminescent of J. Backer: Adriaen Backer?“). Das Bild stammt von Paulus Moreelse (Utrecht 1571-1638): vgl. das Gemälde gleichen Sujets in Edinburgh (McNeil Kettering 1983, Fig. 5).

Provenienz: Auktionshaus Leo Spik, Berlin, 11.11.1965, Nr. 182 (m. Abb.) (dort als Ferdinand Bol), zuvor Frankfurter Kunsthandel.

ATTRIBUTED TO PAULUS MOREELSE 1571 Utrecht – 6 March 1638 ibid.

SHEPHERD PLAYING THE FLUTE

Oil on canvas (old relining). 83 x 66 cm (F. 104 x 86.5 cm). Verso: Old inventory number of the auction house Christie‘s, ‘997PI’. Part. old rest., old retouching. Frame.

Literature: The painting is illustrated and discussed in: Blankert, Albert, Ferdinand Bol – Rembrandt‘s Pupil (1616–1680), Doornspijk, 1982, p. 173, R. 99, fig. 110. There it is tentatively attributed to Adriaen Backer.

A comparable composition with the same subject as the present painting is in the National Gallery of Scotland, Edinburgh.

The attribution of the present painting to Paulus Moreelse was made by Prof. Dr Werner Sumowski in a personal letter dated 6 December 1988 to Prof. Dr Schönberger.

See also Sumowski, Werner, Gemälde der Rembrandt-Schüler, vol. 5, Landau, 1983, p. 3064, note 47, where he writes:

“The following is a list of more recent attributions that must be rejected. In the order of their previous attributions: ‘A. Backer’: ‘Shepherd with Flute’. Canvas, 82 x 67 cm. Mainz, private collection. Provenance: Sale Spik, Berlin, 11 November 1965, no. 182, illustrated (Bol); Frankfurt art trade (Backer?). Blankert 1982, p. 173, R 99, fig. 110 (‘attractive picture reminiscent of J. Backer: Adriaen Backer?’). The painting is by Paulus Moreelse (Utrecht 1571–1638); compare the painting of the same subject in Edinburgh (McNeil Kettering 1983, fig. 5).”

Provenance: Leo Spik Auction House, Berlin, 11 November 1965, no. 182 (illustrated), there attributed to Ferdinand Bol; previously in the Frankfurt art trade.

Limitpreis € 1.000,Schätzpreis € 15.000,-

41 | ELISABETTA SIRANI (ATTR.)

1638 Bologna - 1665 ebenda

DAVID MIT DEM HAUPT DES GOLIATHS

Öl auf Leinwand (altdoubl.). 116 x 93 cm (R. 133 x 107 cm). Altrest., Altretuschen. Rahmen.

Beigefügt umfangreiche Briefwechsel mit Prof. Maria Angela Ghirardi, sowie weitere Dokumentationen.

Provenienz: Auktionshaus Fischer Luzern, Auktion 347 vom 24.11.1995.

ATTRIBUTED TO ELISABETTA SIRANI

1638 Bologna – 1665 ibid.

DAVID WITH THE HEAD OF GOLIATH

Oil on canvas (old relining). 116 x 93 cm (F. 133 x 107 cm). Old rest., old retouching. Frame.

Accompanied by extensive correspondence with Prof. Maria Angela Ghirardi, as well as further documentation.

Provenance: Fischer Auction House, Lucerne, Auction 347, 24 November 1995. Limitpreis € 500,Schätzpreis € 8.000,-

42 | PIETER VAN SCHAEYENBORGH

1600 Antwerpen - 1657 Alkmaar FISCHSTILLLEBEN

Öl auf Eichenholz auf Platte. 39 x 50 cm (R. 55 x 65,5 cm). Part. min. altrest., part. min. Altretuschen. Rahmen.

Bernt schreibt in seinem Gutachten: „Das oben abgebildete Ölgemälde .... ist ein einwandfreies, charakteristisches und sehr gut erhaltenes Werk des Alkmaarer Fischmalers Pieter Schayenborgh tätig erste hälfte 17. Jh.“

Expertise: Gutachten Dr. Walther Bernt, München, November 1978.

PIETER VAN SCHAEYENBORGH

1600 Antwerp – 1657 Alkmaar FISH STILL LIFE

Oil on oak panel mounted on board. 39 x 50 cm (F. 55 x 65.5 cm). Part. min. old rest., part. min. old retouching. Frame.

Bernt writes in his expert opinion: “The oil painting illustrated above is an unquestionably characteristic and very well-preserved work by the Alkmaar fish painter Pieter Schayenborgh, active during the first half of the 17TH century.”

Expertise: Expert opinion by Dr Walther Bernt, Munich, November 1978. Limitpreis € 200,Schätzpreis € 1.500,-

43 | FRANS VAN EVERBROECK

1632 - nach 1672, aktiv in Antwerpen, Amsterdam und London FRAUENBÜSTE MIT ZWEI FRÜCHTEGIRLANDEN IN STEINKARTUSCHE

Öl auf Leinwand (doubl.). 84 x 69 cm (R. 106 x 91 cm). Part. min. altrest., part. min. Altretuschen, Craquelé, Oberflächenfarbverluste. Rahmen. Beigefügtes Gutachten von Dr. Samsegal vom 17. Oktober 2003 (Amsterdam), dort mit eindeutiger Zuweisung an Frans van Everbroek. Segal schreibt: „Das Bild kann man verglichen mit mehreren Kartusche-Bildern von van Everbroeck, z. B. in der Glasgow Art Gallery (Inventar-Nummer 51) und mit einem Kartusche-Bild mit dem kleinen Jesus und Johannes in der alten Pinakothek in München (Intenvat-Nummer: 1920/1608).“

Provenienz: Düsseldorfer Auktionshaus, Auktion vom 1. Dezember 2001.

FRANS VAN EVERBROECK

1632 - after 1672, activ in Antwerpen, Amsterdam and London BUST OF A WOMAN WITH TWO FRUIT GARLANDS IN A STONE CARTOUCHE

Oil on canvas (relined). 84 x 69 cm (F. 106 x 91 cm). Part. min. old rest., part. min. old retouching, craquelure, losses of surface paint. Frame. Accompanied by an expert opinion by Dr Sam Segal (Amsterdam), dated 17 October 2003, with a clear attribution to Frans van Everbroeck. Segal writes: „The painting may be compared with several cartouche paintings by van Everbroeck, for example in the Glasgow Art Gallery (inventory no. 51), and with a cartouche painting depicting the Infant Jesus and Saint John in the Alte Pinakothek, Munich (inventory no. 1920/1608).“

Provenance: Düsseldorf Auction House, auction of 1 December 2001. Limitpreis € 500,Schätzpreis € 5.000,-

44 | NIEDERLÄNDISCHE SCHULE DES 17. JH. (‚UMKREIS DES GERARD TER BORSCH (1617 - 1681)‘)

PORTRAIT EINES JUNGEN GELEHRTEN

Öl auf Eichenholztafel. 19 x 16 cm (R. 30,5 x 27 cm). Part. min. altrest., part. min. Altretuschen. Rahmen.

Provenienz: Kramer und Flory, Wiesbaden, Anfang der 60-er Jahre.

DUTCH SCHOOL OF THE 17TH CENTURY (CIRCLE OF GERARD TER BORCH (1617–1681))

PORTRAIT OF A YOUNG SCHOLAR

Oil on oak panel. 19 x 16 cm (F. 30.5 x 27 cm). Part. min. old rest., part. min. old retouching. Frame.

Provenance: Kramer & Flory, Wiesbaden, early 1960s. Limitpreis € 100,Schätzpreis € 1.000,-

45 | PAULUS MOREELSE

1571 Utrecht - 1638 ebenda

PORTRAIT EINER DAME MIT SPITZENHAUBE

Öl auf Eichenholztafel. 56 x 45,5 cm (R. 77 x 67,5 cm). Verso: Alte Inventarsnummer des Auktionshauses Christie‘s ‚RD 155‘. Part. min. altrest., part. min. Altretuschen, min. vertikaler Spannungsriss. Rahmen. Beigefügtes Gutachten auf Fotokarte von P. Bijtebier vom 25. April 1947 ‚Je soussigné, expert en tableaux à Bruxelles, certifie que le tableau Portrait de Dame, dont ci-contre la photographie, est une ouvre de Paul Moreelse. École hollandaise 17ème siècle. Bruxelles, 25 Avril 1947.‘ ‚Ich, der Unterzeichnete, Sachverständiger für Gemälde in Brüssel, bestätige, dass das Gemälde „Damenporträt“, dessen Fotografie sich gegenüber befindet, ein Werk von Paul Moreelse ist. Holländische Schule des 17. Jahrhunderts. Brüssel, 25. April 1947‘

Provenienz: Kunsthandel Ellermann, Wiesbaden, 2006.

PAULUS MOREELSE

1571 Utrecht – 1638 ibid.

PORTRAIT OF A LADY WITH A LACE BONNET

Oil on oak panel. 56 x 45.5 cm (F. 77 x 67.5 cm). Verso: Old inventory number of the auction house Christie‘s, ‘RD 155’. Part. min. old rest., part. min. old retouching, min. vertical crack due to tension. Frame.

Accompanied by an expert opinion on a photographic card by P. Bijtebier, dated 25 April 1947:

„Je soussigné, expert en tableaux à Bruxelles, certifie que le tableau Portrait de Dame, dont ci-contre la photographie, est une œuvre de Paul Moreelse. École hollandaise 17ème siècle. Bruxelles, 25 Avril 1947.“

‚I, the undersigned, expert in paintings in Brussels, certify that the painting Portrait de Dame, reproduced in the accompanying photograph, is a work by Paul Moreelse. Dutch School of the 17TH century. Brussels, 25 April 1947.‘

Provenance: Kunsthandel Ellermann, Wiesbaden, 2006.

Limitpreis € 500,Schätzpreis € 10.000,-

46 | JEAN DE BOLOGNE

1580 - 1654 tätig in Lüttich

PORTRAIT EINES BÄRTIGEN MANNES

Öl auf Eichenholztafel. 47 x 35,5 cm (R. 64,5 x 53,5 cm). Oben links datiert ‚A. 1619‘. Verso: Brandstempel der Antwerpener Hand mit Antwerpener Burg. Part. altrest., part. min. Altretuschen, rest. vertikaler Spannungsriss. Rahmen.

Beigefügtes Gutachten in englischer Sprache von Dr. Erik Larsen vom 13. Mai 2003 aus Beverly Hills, Florida, USA. Dr. Larsen schreibt (übersetzt in deutscher Sprache): „Das auf der Rückseite dieses Fotos wiedergegebene Gemälde (Öl auf Holztafel, 40,7 × 35,7 cm), das offensichtlich an allen Seiten beschnitten wurde oder ein aus einer größeren Komposition herausgeschnittenes Fragment darstellt, ist mir ausschließlich anhand hervorragender Fotografien bekannt. Unter dieser Einschränkung komme ich zu der fachlichen Auffassung, dass es sich um ein authentisches Werk von Jean Bologne handelt (Lüttich um 1580 - Lüttich 1654). Jean Bologne war als Maler religiöser Szenen und Porträts bekannt. Er war ein Schüler von P. J. Furnius und studierte später in Italien (um 1593/98). Im späteren Teil seines Lebens war er sowohl in Lüttich als auch in den flämischen Gebieten der südlichen Niederlande tätig.Das vorliegende Gemälde zeigt italienische Einflüsse und trägt die Inschrift „1619“ in der linken oberen Ecke. Dies stimmt sehr gut mit dem Alter des Dargestellten überein, dem wir etwa zehn Jahre älter erneut begegnen in einer großen Gruppenansicht der Mitglieder der Kolveniersgilde (Öl auf Leinwand, 297 × 400 cm, signiert und datiert 1630) in Mechelen, heute im Hof van Busleyden. Dort ist er als zweites Mitglied von links in der vorderen Reihe der Gildenmitglieder dargestellt.Wie bekannt ist, wurden in Antwerpen vorbereitete Maltafeln in ganz Europa verkauft. Die Dekane der Antwerpener Malergilde genehmigten diese vorbereiteten Tafeln durch das Anbringen eines Brandzeichens (die „Hände“ aus dem Stadtwappen Antwerpens), während die Freigabe des fertig ausgeführten Gemäldes durch das Aufbringen einer Marke mit dem Stadtturm gekennzeichnet wurde.Die Rückseite dieses Gemäldes zeigt beide Genehmigungszeichen. Auch die Marke des Herstellers der vorbereiteten Holztafel ist auf der Rückseite sichtbar, jedoch schwer zu entziffern.“

Provenienz: Kunstmesse Rhein - Main - Halle, Wiesbaden, 1980-er Jahre.

JEAN DE BOLOGNE

1580 - 1654, active in Liège

PORTRAIT OF A BEARDED MAN

Oil on oak panel. 47 x 35.5 cm (F. 64.5 x 53.5 cm). Dated upper left ‚A. 1619‘. Verso: Burnt mark of the Antwerp Hand with the Antwerp Castle. Part. old rest., part. min. old retouching, rest. vertical crack due to tension. Frame. Accompanied by an expert opinion in English by Dr Erik Larsen, Beverly Hills, Florida, USA, dated 13 May 2003. Dr Larsen writes (translated into German): „Das auf der Rückseite dieses Fotos wiedergegebene Gemälde (Öl auf Holztafel, 40,7 × 35,7 cm), das offensichtlich an allen Seiten beschnitten wurde oder ein aus einer größeren Komposition herausgeschnittenes Fragment darstellt, ist mir ausschließlich anhand hervorragender Fotografien bekannt. Unter dieser Einschränkung komme ich zu der fachlichen Auffassung, dass es sich um ein authentisches Werk von Jean Bologne handelt (Lüttich um 1580 - Lüttich 1654). Jean Bologne war als Maler religiöser Szenen und Porträts bekannt. Er war ein Schüler von P. J. Furnius und studierte später in Italien (um 1593/98). Im späteren Teil seines Lebens war er sowohl in Lüttich als auch in den flämischen Gebieten der südlichen Niederlande tätig.Das vorliegende Gemälde zeigt italienische Einflüsse und trägt die Inschrift ‚1619‘ in der linken oberen Ecke. Dies stimmt sehr gut mit dem Alter des Dargestellten überein, dem wir etwa zehn Jahre älter erneut begegnen in einer großen Gruppenansicht der Mitglieder der Kolveniersgilde (Öl auf Leinwand, 297 × 400 cm, signiert und datiert 1630) in Mechelen, heute im Hof van Busleyden. Dort ist er als zweites Mitglied von links in der vorderen Reihe der Gildenmitglieder dargestellt.Wie bekannt ist, wurden in Antwerpen vorbereitete Maltafeln in ganz Europa verkauft. Die Dekane der Antwerpener Malergilde genehmigten diese vorbereiteten Tafeln durch das Anbringen eines Brandzeichens (die ‚Hände‘ aus dem Stadtwappen Antwerpens), während die Freigabe des fertig ausgeführten Gemäldes durch das Aufbringen einer Marke mit dem Stadtturm gekennzeichnet wurde.Die Rückseite dieses Gemäldes zeigt beide Genehmigungszeichen. Auch die Marke des Herstellers der vorbereiteten Holztafel ist auf der Rückseite sichtbar, jedoch schwer zu entziffern.“

Provenance: Rhein-Main-Halle Art Fair, Wiesbaden, 1980s.

Limitpreis € 300,Schätzpreis € 3.000,-

47 | PROSPERO FONTANA

(‚EHEMALS BEI VOSS ZUSCHREIBUNG AN BARTOLOMEO PASSEROTTI‘)

1512 Bologna - 1597 ebenda

HALBFIGURENPORTRAIT EINES VORNEHMEN MANNES

Öl auf Pappelholztafel. 90 x 68 cm (R. 104,5 x 84 cm). Part. altrest., part. Altretuschen, zwei min. vertikale Spannungsrisse. Rahmen.

Das früher von Voss Bartolomeo Passerotti zugeschriebene und hier angebotene Gemälde wurde 1987 von Angela Ghirardi richtigerweise dem Bologneser Maler Prospero Fontana zugewiesen (vgl. beigefügten Brief vom 7. März 1987). Hierzu vergleiche auch Vera Fortunati Pietrantonio: Pittura Bolognese del ‚500 2 Bde. Grafis Edifizioni Bologna 1986, Seite 543 - 594 (Angela Ghirardi), zu Passerotti.

Weiterhin umfangreicher Schriftwechsel mit der bayrischen Staatsgemäldesammlung und der staatlichen Museen preußischer Kulturbesitz in Berlin.

Literatur: Vgl. Corinna Passerotti (1529-1592), Teil II, Seite 238, A40 (Worms 1987).

Provenienz: Ehemalige Sammlung Otto Sohn-Rethel, Düsseldorf; Galerie Malmedé, Köln; Auktionshaus Lempertz, Köln, Auktion 552, 1976.

PROSPERO FONTANA

(FORMERLY ATTRIBUTED BY VOSS TO BARTOLOMEO PASSEROTTI)

1512 Bologna – 1597 ibid.

HALF-LENGTH PORTRAIT OF A NOBLEMAN

Oil on poplar panel. 90 x 68 cm (F. 104.5 x 84 cm). Part. old rest., part. old retouching, two min. vertical cracks due to tension. Frame.

The painting offered here, formerly attributed by Voss to Bartolomeo Passerotti, was correctly reassigned in 1987 by Angela Ghirardi to the Bolognese painter Prospero Fontana (cf. accompanying letter dated 7 March 1987). See also Vera Fortunati Pietrantonio, Pittura Bolognese del ‚500, 2 vols., Grafis Edizioni, Bologna 1986, pp. 543–594 (Angela Ghirardi), concerning Passerotti.

Furthermore accompanied by extensive correspondence with the Bavarian State Painting Collections and the Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin.

Literature: Cf. Corinna Passerotti (1529–1592), Part II, p. 238, A40 (Worms 1987).

Provenance: Former Collection Otto Sohn-Rethel, Düsseldorf; Galerie Malmedé, Cologne; Lempertz Auction House, Cologne, Auction 552, 1976. Limitpreis € 600,Schätzpreis € 8.000,-

48 | WILLEM VAN ODEKERCKEN (ATTR.)

1610 Den Haag - 1677 Delft

MÄDCHEN MIT MILCHKANNE

Öl auf Eichenholztafel (parkettiert). 105 x 70 cm (R. 122 x 87 cm). Part. altrest., part. min. Altretuschen. Rahmen.

Provenienz: Private Sammlung Offenbach; Kunsthandel Rinnelt, Wiesbaden; Kunsthandel Klendauer, Wiesbaden.

ATTRIBUTED TO WILLEM VAN ODEKERCKEN

1610 The Hague – 1677 Delft

GIRL WITH A MILK JUG

Oil on oak panel (cradled). 105 x 70 cm (F. 122 x 87 cm). Part. old rest., part. min. old retouching. Frame.

Provenance: Private collection, Offenbach; Kunsthandel Rinnelt, Wiesbaden; Kunsthandel Klendauer, Wiesbaden.

Limitpreis € 500,-

Schätzpreis € 5.000,-

49 | HARMENSZ. VAN RIJN REMBRANDT (WERKSTATT/ SCHULE)

(‚MÖGLICHERWEISE: LEONAERT BRAMER (1596 - 1674)‘)

1606 Leiden - 1669 Amsterdam

PILATUS WÄSCHT SEINE HÄNDE

Öl auf Eichenholztafel (teilweise parkettiert). 76 x 58 cm (R. 95 x 78 cm).

Part. altrest., Altretuschen, leichte Reinigungsverluste, rest. vertikaler Spannungsriss. Rahmen.

REMBRANDT HARMENSZ. VAN RIJN (STUDIO/SCHOOL) (POSSIBLY: LEONAERT BRAMER (1596–1674))

1606 Leiden – 1669 Amsterdam

PILATE WASHING HIS HANDS

Oil on oak panel (partially cradled). 76 x 58 cm (F. 95 x 78 cm). Part. old rest., old retouching, slight cleaning losses, rest. vertical crack due to tension. Frame.

Limitpreis € 400,Schätzpreis € 6.000,-

50 | PHILIPS DE KONINCK

1619 Amsterdam - 1688 ebenda

TRINKERIN

Öl auf Eichenholztafel. 33,5 x 25,5 cm (R. 46,5 x 38,5 cm). Oben rechts signiert und datiert ‚P. Koninck 1649‘. Part. leicht altrest., part. min. Altretuschen. Rahmen.

Gleichartige Bilder, ebenfalls aus dem jahre 1649, befinden sich in Manchester und in Privatbesitz.

Beigefügtes Gutachten von Prof. Dr. Werner Sumowski vom 09.07.1985, in dem Sumoski bemerkt, dass das Gemälde in sein Buch der Rembrandt Schüler aufnehmen wird.

Literatur: Sumowski, Werner: Gemälde der Rembrandt Schüler, Band 5, Landau 1983, Seite 3255, Katalognr. 2115 (mit ganzseitiger farbiger Abbildung).

PHILIPS DE KONINCK

1619 Amsterdam - 1688 ibid.

DRINKING WOMAN

Oil on oak panel. 33.5 x 25.5 cm (F. 46.5 x 38.5 cm). Signed and dated upper right ‚P. Koninck 1649‘. Part. slight old rest., part. min. old retouching. Frame.

Comparable paintings, likewise dating from the year 1649, are located in Manchester and in a private collection.

Accompanied by an expert opinion by Prof. Dr Werner Sumowski dated 9 July 1985, in which Sumowski notes that he intends to include the painting in his book Gemälde der Rembrandt-Schüler.

Literature: Sumowski, Werner: Gemälde der Rembrandt-Schüler, vol. 5, Landau 1983, p. 3255, cat. no. 2115 (with full-page colour illustration).

Limitpreis € 1.000,Schätzpreis € 10.000,-

51 | ADRIAEN PIETERSZ. VAN DE VENNE

1589 Delft - 12. November 1662 Den Haag CHRISTUS UND DIE EHEBRECHERIN

Öl auf Eichenholztafel. 76 x 105 cm (R. 89,5 x 120,5 cm). Monogrammreste. Part. altrest., Altretuschen. Rahmen.

Prof. Dr. Sumowski schreibt in seinem Gutachten vom 13.06.1983: „Das Bild ist ein Werk von Adriaen Pietersz. van de Venne (Delft 15891662 Den Haag). Es stammt aus seiner späteren Zeit, als er häufig in Grau- oder Braunmalerei religiöse Darstellungen und Sprichwort-Illustrationen schuf.

Eine Variante der Komposition aus dem Museum in Caen wurde 19701971 in der Ausstellung „Le siècle de Rembrandt“ im Petit Palais in Paris gezeigt (S. 226, Nr. 219 m. Abb.).

Gemälde des Künstlers befinden sich u. a. in den Museen von Amsterdam, Brüssel, Dresden, Gent, Den Haag, Hamburg, Kopenhagen, Rotterdam, Stockholm.“

Expertise: Fotogutachten, Prof. Dr. Werner Sumowski vom 13.06.1983.

Provenienz: Kunsthandel Klenshauer, Wiesbaden.

ADRIAEN PIETERSZ. VAN DE VENNE

1589 Delft – 12 November 1662 The Hague

CHRIST AND THE ADULTERESS

Oil on oak panel. 76 x 105 cm (F. 89.5 x 120.5 cm). Remains of a monogram. Part. old rest., old retouching. Frame.

Prof. Dr Werner Sumowski writes in his expert opinion dated 13 June 1983: “The painting is a work by Adriaen Pietersz. van de Venne (Delft 1589 –1662 The Hague). It belongs to his later period, when he frequently executed religious scenes and illustrations of proverbs in grisaille or brown monochrome painting.

A variant of the composition in the museum in Caen was exhibited in 1970–1971 in the exhibition Le siècle de Rembrandt at the Petit Palais in Paris (p. 226, no. 219, illustrated).

Paintings by the artist are held, among others, in the museums of Amsterdam, Brussels, Dresden, Ghent, The Hague, Hamburg, Copenhagen, Rotterdam and Stockholm.”

Expertise: Photographic expert opinion by Prof. Dr Werner Sumowski, dated 13 June 1983.

Provenance: Kunsthandel Klenshauer, Wiesbaden.

Limitpreis € 600,Schätzpreis € 7.000,-

52 | CORNELIS DROOCHSLOOT (ATTR.)

ca. 1640 Utrecht - 1673 ebenda

BLICK AUF DORF MIT BAUERN

Öl auf Eichenholztafel. 31 x 50 cm (R. 50 x 69,5 cm). Verso: Auf altem Papierlabel mit Hinweis an Cornelis Droochsloot. Part. min. altrest., part. min. Altretuschen. Rahmen. Beigefügte kurze Stellungnahme von Willem L. van de Waterin vom 16. Juni 1989 (Position 4), in dem das Gemälde cornelis Droochsloot zugeordnet wird.

ATTRIBUTED TO CORNELIS DROOCHSLOOT

c. 1640 Utrecht – 1673 ibid.

VIEW OF A VILLAGE WITH PEASANTS

Oil on oak panel. 31 x 50 cm (F. 50 x 69.5 cm). Verso: Old paper label with attribution to Cornelis Droochsloot. Part. min. old rest., part. min. old retouching. Frame.

Accompanied by a brief statement by Willem L. van de Watering dated 16 June 1989 (position 4), in which the painting is attributed to Cornelis Droochsloot.

Limitpreis € 200,Schätzpreis € 1.000,-

53 | JACOBUS SIBRANDI MANCADAN

1602 Minnertsga - 1680 Tjerkgaast

DIE VERSÖHNUNG JAKOBS UND ESAUS

Öl auf Eichenholztafel (parkettiert). 76 x 110 cm (R. 95 x 123,5 cm). Verso: Alte Inventarsnummer des Auktionshauses Christie‘s ‚C650‘. Part. altrest., Altretuschen. Rahmen.

Beigefügtes Fotogutachten von Ellan Bernt vom 6. März 1982. Bernt schreibt: „Das umseitig abgebildete Ölgemälde auf Eichenholz ... ist ein einwandfreies und charakteristisches Werk des holländischen Malers von Landschaften mit wichtiger Figurenstaffage Jacobus Mancadan 1602-1680“.

JACOBUS SIBRANDI MANCADAN

1602 Minnertsga - 1680 Tjerkgaast

THE RECONCILIATION OF JACOB AND ESAU

Oil on oak panel (cradled). 76 x 110 cm (F. 95 x 123.5 cm). Verso: Old inventory number of the auction house Christie‘s ‚C650‘. Part. old rest., old retouching. Frame.

Accompanied by a photographic expert opinion by Walther Bernt dated 6 March 1982. Bernt writes: „The oil painting on oak panel illustrated on the reverse ... is an unquestionably authentic and characteristic work by the Dutch painter of landscapes with important staffage figures Jacobus Mancadan 1602-1680.“

Limitpreis € 500,Schätzpreis € 5.000,-

54 | GERRIT CLAESZ. BLEKER

1592 Haarlem - 1656 ?

REITERSCHLACHT (KAMPF BEI DEN THERMOPYLEN)

Öl auf Eichenholztafel. 74 x 106 cm (R. 94 x 124 cm). Monogrammiert und datiert mit ‚GCB‘ (legiert) ‚leker 1648‘. Verso: Altes Wachssiegel (ungedeutet). Part. min. altrest., part. min. Altretuschen, min. rest. horizontaler Spannungsriss. Rahmen.

Eine nahezu vergleichbare Komposition befindet sich in Budapest in Szépmüvészeti.

Beigefügter Brief von Prof. Dr. Wolfgang Schulz vom 03.03.1988, im dem das hier angebotene Gemälde von Bleker von Prof. Dr. Wolfgang Schulz um das Jahr 1635 datiert wird.

Provenienz: Auktionshaus Lempertz, Köln, Auktion 621, 25. - 27. Juni 1987. Zuvor: Kunsthandel Kunz, Wiesbaden.

GERRIT CLAESZ. BLEKER

1592 Haarlem – 1656 ?

CAVALRY BATTLE (THE BATTLE OF THERMOPYLAE)

Oil on oak panel. 74 x 106 cm (F. 94 x 124 cm). Monogrammed and dated ‘GCB’ (ligated) ‘leker 1648’. Verso: Old wax seal (unidentified). Part. min. old rest., part. min. old retouching, min. rest. horizontal crack due to tension. Frame.

A nearly comparable composition is in the Szépmuvészeti Museum, Budapest.

Accompanied by a letter from Prof. Dr Wolfgang Schulz dated 3 March 1988, in which the present painting by Bleker is dated by Prof. Dr Wolfgang Schulz to around 1635.

Provenance: Lempertz Auction House, Cologne, Auction 621, 25–27 June 1987. Previously: Kunsthandel Kunz, Wiesbaden.

Limitpreis € 500,Schätzpreis € 5.000,-

55 | CORNELIS SAFTLEVEN (ATTR.)

1607 Gorinchem - 1. Juni 1681 Rotterdam

DIE VERKÜNDIGUNG AN DIE HIRTEN

Öl auf Eichenholztafel. 61 x 76 cm (R. 83,5 x 96,5 cm). Altrest., Altretuschen, rest. horizontale Spannungsrisse. Rahmen.

Beigefügtes Gutachten von Dr. Wolfgang Schulz, Berlin vom 10.03.2003, der das vorliegende Gemälde als eine eigenhändige Arbeit von Cornelis Saftleven einordnet.

Weiterhin Gutachten von Walther Bernt vom September 1976, der gleichfalls das Gemälde als „ein einwandfreies charakteristisches und gut erhaltenes Werk des vielseitigen Rotterdammer Cornelius Saftleven (16071681) einstuft.

Provenienz: Kunsthandel Peyer, Haus der Kunst, München.

ATTRIBUTED TO CORNELIS SAFTLEVEN

1607 Gorinchem - 1 June 1681 Rotterdam

THE ANNUNCIATION TO THE SHEPHERDS

Oil on oak panel. 61 x 76 cm (F. 83.5 x 96.5 cm). Old rest., old retouching, rest. horizontal tension cracks. Frame.

Accompanied by an expert opinion by Dr Wolfgang Schulz, Berlin, dated 10 March 2003, who considers the present painting to be an autograph work by Cornelis Saftleven.

Furthermore accompanied by an expert opinion by Walther Bernt from September 1976, who likewise classifies the painting as „an unquestionably characteristic and well-preserved work by the versatile Rotterdam painter Cornelius Saftleven (1607-1681).“

Provenance: Kunsthandel Peyer, Haus der Kunst, Munich. Limitpreis € 400,Schätzpreis € 6.000,-

56 | GUILLAM DUBOIS

1610 - 1680

NIEDERLÄNDISCHE KÜSTENLANDSCHAFT MIT FIGURENSTAFFAGE

Öl auf Eichenholztafel. 39 x 61 cm (R. 62,5 x 83 cm). Mittig unten signiert und datiert ‚Dubois 1647‘. Part. min. altrest., min. Altretuschen. Rahmen. Beigefügtes Gutachten von Dr. Walter Bernt (München) vom 16.10.1950, in dem Bernt das Gemälde als ein „einwandfreies und charakteristisches Werk des Haarlemer Landschaftsmalers Guillam Dubois 1610-1680, das in der Mitte unten voll bezeichnet und 1647 datiert ist“, einstuft.

GUILLAM DUBOIS

1610 - 1680

DUTCH COASTAL LANDSCAPE WITH FIGURES

Oil on oak panel. 39 x 61 cm (F. 62.5 x 83 cm). Part. min. old rest., min. old retouching. Frame.

Accompanied by an expert opinion by Dr Walter Bernt (Munich) dated 16 October 1950, in which Bernt classifies the painting as „an unquestionably authentic and characteristic work by the Haarlem landscape painter Guillam Dubois (1610-1680), fully signed in the lower centre and dated 1647“.

Limitpreis € 200,Schätzpreis € 2.000,-

57 | JERONYMUS ODER HIERONYMUS VAN DIEST DER JÜNGERE (WAHSCHEINLICH)

1631 Den Haag - 1687 ebenda

SEESTÜCK MIT SALUTSCHIESSENDER FREGATTE

Öl auf Eichenholztafel. 38 x 56 cm. Auf dem Balken links unten monogrammiert: ‚STO‘. Verso: Vertikal eingelassene Pakettierung. Part. min. altrest., part. min. Altretuschen, leicht rest. horizontaler Spannungsriss. Rahmen.

Beigefügtes Gutachten vom 23.03.2004 von Prof. Dr. Jan Kelch (Gemäldegalerie Staatliche Museen zu Berlin), der eine Zuweisung an Simon de Vlieger und Cornelis Stooter für unwahrscheinlich hält und eine Urheberschaft von Jeronymus van Diest dem Jüngeren vorschlägt.

Provenienz: Auktionshaus Ruef, München, Auktion 459, 1993.

PROBABLY JERONYMUS OR HIERONYMUS VAN DIEST THE YOUNGER

1631 The Hague – 1687 ibid.

SEASCAPE WITH A FRIGATE FIRING A SALUTE

Oil on oak panel. 38 x 56 cm. Monogrammed ‘STO’ on the lower left beam. Verso: Vertically recessed packing. Partially and min: restored, with min: old retouching; a horizontal stress crack has been lightly restored. Frame.

Accompanying expert report dated 23 March 2004 by Prof. Dr Jan Kelch (Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin), who considers an attribution to Simon de Vlieger and Cornelis Stooter unlikely and suggests that the work is by Jeronymus van Diest the Younger.

Provenance: Ruef Auction House, Munich, Auction 459, 1993.

Limitpreis € 500,Schätzpreis € 5.000,57

58 | JACOBUS SIBRANDI MANCADAN (ATTR.)

1602 Minnertsga - 1680 Tjerkgaast

HIRTE UND SEIN VIEH IN EINER FELSIGEN LANDSCHAFT MIT WASSERFALL

Öl auf Eichenholztafel. 54 x 41 cm (R. 73 x 59,5 cm). Verso: Altes Wachssiegel (ungedeutet). Part. min. altrest., min. Altretuschen. Rahmen.

Laut Prof. Dr. Schönberger von Dr. Wolfgang Schulz mündlich bestätigt in Berlin 2006 als Zuweisung an Jacobus Sibrandi Mancadan.

Provenienz: Wiesbadener Kunsthandel Steinmann, 2006.

ATTRIBUTED TO JACOBUS SIBRANDI MANCADAN

1602 Minnertsga - 1680 Tjerkgaast

SHEPHERD AND HIS CATTLE IN A ROCKY LANDSCAPE WITH WATERFALL

Oil on oak panel. 54 x 41 cm (F. 73 x 59.5 cm). Verso: Old wax seal (unidentified). Part. min. old rest., min. old retouching. Frame.

According to Prof. Dr Schönberger, orally confirmed by Dr Wolfgang Schulz in Berlin in 2006 as an attribution to Jacobus Sibrandi Mancadan.

Provenance: Steinmann Art Dealers, Wiesbaden 2006.

Limitpreis € 400,-

Schätzpreis € 5.000,-

59 | JACOB DE VILLEERS

1616 Leiden - 1667 Rotterdam

FELSLANDSCHAFT MIT WASSERFALL UND BRÜCKE

Öl auf Leinwand (doubl.). 103 x 91 cm (R. 121 x 110 cm). Verso: Diverse Zolleinfuhrstempel des Zollamtes Wien (Österreich). Part. altrest., Altretuschen. Rahmen.

Literatur: das hier angebotene Gemälde ist aufgeführt bei Sumowski, Werner: Gemälde der Rembrandt Schüler, Band 6, Landau, Seite 3747, Nr. 2476, Abb. Seite 4096.

Weiterhin beigefügtes Gutachten von Prof. Dr. Werner Sumowski, vom 02.04.1990, in dem Sumowski ankündigt, dass das Gemälde in dem sechsten Band seiner Reihe von Gemälden seiner Rembrandt Schüler aufgenommen wird.

Provenienz: Privatbesitz Nürnberg. Auktionshaus Neumeister, München, Auktion vom 120.06.1991, Nr. 355 (Farbtafel).

JACOB DE VILLEERS

1616 Leiden - 1667 Rotterdam

ROCKY LANDSCAPE WITH WATERFALL AND BRIDGE Oil on canvas (relined). 103 x 91 cm (F. 121 x 110 cm). Verso: Various customs import stamps of the Vienna Customs Office (Austria). Part. old rest., old retouching. Frame.

Literature: The present painting is listed in Sumowski, Werner: Gemälde der Rembrandt-Schüler, vol. 6, Landau, p. 3747, no. 2476, ill. p. 4096.

Furthermore accompanied by an expert opinion by Prof. Dr Werner Sumowski dated 2 April 1990, in which Sumowski announces that the painting will be included in the sixth volume of his series Gemälde der Rembrandt-Schüler.

Provenance: Private collection, Nuremberg. Neumeister Auction House, Munich, auction of 20 June 1991, lot 355 (colour plate).

Limitpreis € 200,Schätzpreis € 2.000,-

60 | SPANISCHE SCHULE DES 17. JH. JOHANNES DER TÄUFER MIT SCHAF (UNTEN ZWEI SZENE MIT SALOME UND DIE TAUFE CHRISTI)

Öl auf Leinwand (altdoubl.). 97,5 x 71 cm (R. 115 x 88,5 cm). Part. min. altrest., part. min. Altretuschen, atersbedingt leicht verschmutzte Oberfläche. Rahmen.

Provenienz: Kunsthandel, Wiesbaden, um 1940.

SPANISH SCHOOL OF THE 17TH CENTURY SAINT JOHN THE BAPTIST WITH A LAMB (BELOW TWO SCENES WITH SALOME AND THE BAPTISM OF CHRIST)

Oil on canvas (old relining). 97.5 x 71 cm (F. 115 x 88.5 cm). Part. min. old rest., part. min. old retouching, age-related slightly soiled surface. Frame.

Provenance: Art dealer, Wiesbaden, around 1940.

Limitpreis € 100,Schätzpreis € 1.000,-

61 | MARIA - ANTOINETTE MARCOTTE

31. Mai 1867 Troyes - 30. April 1929 Paris

EIN PAAR BILDNISSE VON PORTRAIT EINER DAME MIT HUT UND PORTRAIT EINES MANNES MIT MÜTZE

Beide: Öl auf Leinwand. 60 x 46 cm (R. 66 x 51 cm), 80 x 60 cm (R. 92 x 69 cm). Links unten jeweils signiert ‚m. a. marcotte‘. Verso: Jeweils Papieretikett „TENTOONSTELLING - BELGISCHE KUNST“. Alte Oberflächenverschmutzung. Originalrahmen.

MARIA-ANTOINETTE MARCOTTE

31 May 1867 Troyes – 30 April 1929 Paris

A PAIR OF PORTRAITS: PORTRAIT OF A LADY WITH A HAT AND PORTRAIT OF A MAN WITH A CAP

Both: Oil on canvas. 60 x 46 cm (F. 66 x 51 cm), 80 x 60 cm (F. 92 x 69 cm). Each signed lower left ‘m. a. marcotte’. Verso: Each with paper label “TENTOONSTELLING – BELGISCHE KUNST”. Old surface soiling. Original frames.

Limitpreis € 100,-

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VERSTEIGERUNGSBEDINGUNGEN

1. BESCHAFFENHEIT/GEWÄHRLEISTUNG

1.1. Sämtliche zur Versteigerung kommenden Gegenstände können vor der Versteigerung besichtigt und geprüft werden. Dabei haften Interessent:innen für von ihnen verursachte Schäden an den ausgestellten Objekten.

1.2. Die zur Versteigerung gelangenden Kunstwerke sind ausnahmslos gebraucht. Sie haben einen ihrem Alter und ihrer Provenienz entsprechenden Erhaltungszustand. Die Zustandsbeschreibungen im Katalog beinhalten nur Anhaltspunkte für wesentliche und wichtige Beschädigungen, die nach Auffassung von Hargesheimer Kunstauktionen den optischen Gesamteindruck des Gegenstandes beeinträchtigen oder stören. Das Fehlen eines solchen Hinweises besagt nicht, dass sich der Gegenstand in einem guten Erhaltungszustand befindet oder frei von Mängeln ist. Interessent:innen können vor der Auktion einen Zustandsbericht für jedes Kunstwerk anfordern. Dieser Bericht, mündlich oder in Schriftform, enthält keine abweichende Individualabrede und bringt lediglich eine subjektive Einschätzung von Hargesheimer Kunstauktionen zum Ausdruck. Die Angaben im Zustandsbericht werden nach bestem Wissen und Gewissen erteilt. Sie sind keine Garantien oder Beschaffenheitsvereinbarungen, sie dienen ausschließlich der unverbindlichen Information. Gleiches gilt für Auskünfte jedweder Art, sei es mündlich oder schriftlich. In allen Fällen ist der tatsächliche Erhaltungszustand des Kunstwerkes zum Zeitpunkt seines Zuschlages vereinbarte Beschaffenheit im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen (§§ 434ff BGB).

1.3. Alte Uhren werden als Antiquitäten und nicht als Gebrauchsgegenstände verkauft. Bei gebrauchten und antiken Uhren wird keine Garantie für Gangdauer und Ganggenauigkeit gegeben, da diese als Antiquitäten und nicht als Zeitmesser angeboten werden.

1.4. Die Katalogbeschreibungen sind keine Garantien im Rechtssinne. Alle Angaben im Katalog beruhen auf den bis zum Zeitpunkt der Drucklegung veröffentlichten oder sonst allgemein zugänglichen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Hargesheimer Kunstauktionen behält sich vor, Katalogangaben über die zu versteigernden Gegenstände zu berichtigen. Diese Berichtigung erfolgt schriftlich am Ort der Versteigerung und mündlich durch den Auktionator unmittelbar vor der Versteigerung. Die berichtigten Angaben treten an die Stelle der Katalogbeschreibung.

1.5. Eine Haftung von Hargesheimer wegen etwaiger Mängel wird ausgeschlossen, sofern Hargesheimer seine Sorgfaltspflicht erfüllt hat. Die Haftung für Leben, Körper- und Gesundheitsschäden bleibt davon unberührt.

1.6. Der Versteigerer bzw. die Versteigerin verpflichtet sich jedoch, wegen rechtzeitig vorgetragener, begründeter Sachmängel, die die Echtheit der Gegenstände betreffen, innerhalb der Verjährungsfrist von zwölf Monaten, bei sonstigen Mängeln innerhalb der Verjährungsfrist von sechs Monaten vom Zeitpunkt des Zuschlags an seine Ansprüche gegenüber dem Einlieferer bzw. der Einlieferin (Auftraggeber:in) – nötigenfalls auch gerichtlich – geltend zu machen. Im Falle erfolgreicher Inanspruchnahme des Einlieferers bzw. der Einlieferin erstattet der Versteigerer bzw. die Versteigerin dem Erwerber bzw. der Erwerberin den Kaufpreis samt Aufgeld, jedoch keine sonstigen dem Käufer bzw. der Käuferin entstandenen Kosten und Aufwendungen. Voraussetzung ist jeweils, dass keine Ansprüche Dritter an dem Kunstwerk bestehen und das Kunstwerk am Sitz von Hargesheimer Kunstauktionen in unverändertem Zustand zurückgegeben wird.

1.7. Ansprüche auf Schadenersatz gegen Hargesheimer Kunstauktionen wegen Rechts- oder Sachmängel sowie aus sonstigen Rechtsgründen (inkl. Ersatz vergeblicher Aufwendungen sowie Ersatz von Gutachterkosten), sind ausgeschlossen, soweit sie nicht auf vorsätzlichem oder grob fahrlässigem Handeln von Hargesheimer Kunstauktionen oder auf der Verletzung wesentlicher Vertragspflichten durch Hargesheimer Kunstauktionen beruhen.

2. Durchführung der Versteigerung / Gebote

2.1. Die im Katalog angegebenen Preise sind Limitpreise.

2.2. Hargesheimer Kunstauktionen behält sich das Recht vor, während der Versteigerung Nummern des Katalogs zu vereinen, zu trennen, außerhalb der Reihenfolge auszubieten oder zurückzuziehen.

2.3. Alle Gebote gelten als vom Bieter bzw. von der Bieterin im eigenen Namen und für eigene Rechnung abgegeben. Will ein:e Bieter:in Gebote im Namen eines Dritten abgeben, so hat er bzw. sie dies 24 Stunden vor Versteigerungsbeginn unter Nennung von Namen und Anschrift des bzw. der Vertretenen und unter Vorlage einer schriftlichen Vollmacht mitzuteilen. Andernfalls kommt der Kaufvertrag bei Zuschlag mit dem Bieter bzw. der Bieterin zustande.

2.4. Jeder Bieter bzw. jede Bieterin erhält nach Vorlage eines gültigen Personaldokuments und Zulassung zur Auktion von Hargesheimer Kunstauktionen eine Bieternummer. Nur unter dieser Nummer abgegebene Gebote werden auf der Auktion berücksichtigt. Von Bieter:innen, die noch unbekannt sind, benötigt Hargesheimer Kunstauktionen spätestens 24 Stunden vor Beginn der Auktion eine schriftliche Anmeldung mit gültigem Personalausweis. Hargesheimer Kunstauktionen behält sich das Recht vor, eine zeitnahe Bankauskunft, Referenzen oder ein Bardepot für die Zulassung zur Auktion anzufordern. Es liegt im Ermessen von Hargesheimer Kunstauktionen eine Person von der Auktion auszuschließen.

2.5. Der Preis bei Aufruf wird vom Versteigerer bzw. von der Versteigerin festgelegt; gesteigert wird im Regelfall um circa 10% des vorangegangenen Gebotes in Euro. Gebote können während der Auktion persönlich im Auktionssaal sowie bei Abwesenheit vorab schriftlich, telefonisch oder mittels Internet über den Online-Katalog auf der Website von Hargesheimer Kunstauktionen oder einer von Hargesheimer Kunstauktionen zugelassenen Plattform abgegeben werden.

2.6. Alle Gebote beziehen sich auf den Zuschlag und erhöhen sich um das Aufgeld, Mehrwertsteuer sowie ggf. Folgerecht und Zollumlage.

2.7. Bei gleich hohen Geboten, unabhängig ob im Auktionssaal, telefonisch, schriftlich oder per Internet abgegeben, entscheidet das Los. Schriftliche Gebote oder Ge-

bote per Internet werden von Hargesheimer Kunstauktionen nur mit dem Betrag in Anspruch genommen, der erforderlich ist, um ein anderes abgegebenes Gebot zu überbieten.

2.8. Gebote in Abwesenheit werden in der Regel zugelassen, wenn diese mindestens 24 Stunden vor Beginn der Versteigerung bei Hargesheimer Kunstauktionen eingehen und, sofern erforderlich, die weiteren Informationen gemäß Ziff. 2.4. vorliegen. Das Gebot muss das Kunstwerk unter Aufführung von Katalognummer und Katalogbezeichnung benennen. Im Zweifel ist die Katalognummer maßgeblich; Unklarheiten gehen zu Lasten des Bieters bzw. der Bieterin.

2.9. Die Bearbeitung der Gebote in Abwesenheit ist ein zusätzlicher und kostenloser Service von Hargesheimer Kunstauktionen, daher kann keine Zusicherung für deren Ausführung bzw. fehlerfreie Durchführung gegeben werden. Die in Abwesenheit abgegebenen Gebote sind den unter Anwesenden in der Versteigerung abgegebenen Geboten bei Zuschlag gleichgestellt.

2.10. Das schriftliche Gebot muss vom Bieter bzw. von der Bieterin unterzeichnet sein. Bei schriftlichen Geboten beauftragt der Interessent bzw. die Interessentin Hargesheimer Kunstauktionen, für ihn bzw. sie Gebote abzugeben.

2.11. Telefonische Gebote können von Hargesheimer Kunstauktionen aufgezeichnet werden. Mit dem Antrag zum telefonischen Bieten erklärt sich der Antragsteller bzw. die Antragstellerin mit der Aufzeichnung von Telefongesprächen einverstanden. Hargesheimer Kunstauktionen haftet nicht für das Zustandekommen und die Aufrechterhaltung von Telekommunikationsverbindungen oder Übermittlungsfehlern.

2.12. Internet-Gebote können sowohl als sog. „Vor-Gebote“ vor Beginn einer Versteigerung als auch als sog. „Live-Gebote“ während einer im Internet live übertragenen Versteigerung sowie als sog. „Nach-Gebote“ nach Beendigung der Versteigerung nach Maßgabe der nachstehenden Regelungen abgegeben werden. Gebote, die bei Hargesheimer Kunstauktionen während einer laufenden Versteigerung via Internet eingehen, werden im Rahmen der laufenden Versteigerung nur dann berücksichtigt, wenn es sich um eine live im Internet übertragene Versteigerung handelt. Im Übrigen sind Internet-Gebote nur dann zulässig, wenn der Bieter bzw. die Bieterin von Hargesheimer Kunstauktionen zum Bieten über das Internet durch Zusendung eines Benutzer:innennamens und eines Passwortes zugelassen worden ist. Sie stellen nur dann gültige Gebote dar, wenn sie durch den Benutzer:innennamen und das Passwort zweifelsfrei dem Bieter bzw. der Bieterin zuzuordnen sind. Die über das Internet übertragenen Gebote werden elektronisch protokolliert. Die Richtigkeit der Protokolle wird vom Bieter/Käufer bzw. von der Bieterin/Käuferin anerkannt, dem jedoch der Nachweis ihrer Unrichtigkeit offen steht. Live-Gebote werden wie Gebote aus dem Versteigerungssaal berücksichtigt. Auch bei Internet-Geboten haftet Hargesheimer Kunstauktionen nicht für das Zustandekommen der technischen Verbindung oder für Übertragungsfehler.

2.13. Der Nachverkauf ist Teil der Versteigerung. Bei Nachgeboten kommt ein Vertrag erst dann zustande, wenn Hargesheimer Kunstauktionen das Gebot annimmt.

2.14. Die Abgabe eines Gebotes in jeglicher Form bedeutet die Anerkennung dieser Versteigerungsbedingungen. Der Versteigerer bzw. die Versteigerin nimmt Gebote nur aufgrund der vorstehenden Versteigerungsbedingungen entgegen und erteilt dementsprechend Zuschläge.

2.15. Das Widerrufs- und Rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen (§§ 312 b ff BGB) findet auf Schrift-, Telefon- und Internetgebote keine Anwendung.

3. ZUSCHLAG

3.1. Der Zuschlag erfolgt nach dreimaligem Aufruf an den Höchstbietenden bzw. die Höchstbietende. Mit dem Zuschlag kommt zwischen Hargesheimer Kunstauktionen und dem Bieter bzw. der Bieterin, dem bzw. der der Zuschlag erteilt wird, ein Kaufvertrag zustande. Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme und Zahlung.

3.2. Der Versteigerer bzw. die Versteigerin kann den Zuschlag zurücknehmen und die Sachen erneut ausbieten, wenn irrtümlich ein rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen worden ist oder wenn der bzw. die Höchstbietende sein bzw. ihr Gebot nicht gelten lassen will oder sonst Zweifel über den Zuschlag bestehen. Der Versteigerer bzw. die Versteigerin kann den Zuschlag unter Vorbehalt erteilen oder verweigern, wenn ein besonderer Grund vorliegt. Wenn trotz abgegebenen Gebots ein Zuschlag nicht erteilt wird, haftet Hargesheimer Kunstauktionen dem Bieter bzw. der Bieterin nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.

3.3. Bei einem unter Vorbehalt erteilten Zuschlag bleibt der Bieter bzw. die Bieterin einen Monat an sein Gebot gebunden. Ein unter Vorbehalt erteilter Zuschlag wird nur wirksam, wenn Hargesheimer Kunstauktionen das Gebot innerhalb eines Monats nach dem Tag der Versteigerung schriftlich bestätigt.

4. KAUFPREIS UND ZAHLUNG

4.1. Neben der Zuschlagssumme ist vom Käufer bzw. von der Käuferin ein Aufgeld von 29% zu zahlen. Hierin ist die gesetzliche Umsatzsteuer bereits enthalten, welche jedoch wegen Differenzbesteuerung nach § 25a UStG nicht ausgewiesen wird. Bei Objekten, die durch einen Stern (*) als regelbesteuert vermerkt sind, wird auf den Zuschlag ein Aufgeld von 25% berechnet. Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer von z.Zt. 19% erhoben.

4.2. Von der Mehrwertsteuer befreit sind Ausfuhrlieferungen in Drittländer (außerhalb der EU) und – bei Angabe ihrer Ust.-Identifikations-Nr. als Nachweis der Berechtigung zum Bezug steuerfreier innergemeinschaftlicher Lieferungen – auch an Unternehmen in anderen EU-Mitgliedsstaaten, unter der Voraussetzung, dass sie für gewerblichen Gebrauch einkaufen. Alle anderen Käufer:innen aus EU-Ländern unterliegen der Mehrwertsteuer. Ausländischen Käufer:innen außerhalb der Europäischen Union wird die Mehrwertsteuer erstattet, wenn der deutsche zollamtliche Ausfuhrnachweis erbracht wird. Bei Versand durch Hargesheimer gilt der Ausfuhrnachweis als gegeben.

4.3. Für Katalogpositionen, die mit zwei Sternen (**) gekennzeichnet sind, ist wegen der Abgeltung des gesetzlichen Folgerechts § 26 UrhG eine pauschale Umlage von 2% auf den Zuschlagspreis zu entrichten.

4.4. Während oder unmittelbar nach der Auktion ausgestellte Rechnungen bedürfen der Nachprüfung; Irrtum bleibt insoweit vorbehalten.

4.5. Die Zahlung des mit dem Zuschlag fälligen Gesamtbetrages ist in bar, per Banküberweisung oder per Kreditkarte (zuzüglich 3% bezüglich anfallender Spesen) zu entrichten. Schecks werden nur erfüllungshalber angenommen. Alle Steuern, Kosten, Gebühren der Überweisung oder der Scheckeinlösung (inklusive der Hargesheimer Kunstauktionen in Abzug gebrachten Bankspesen) gehen zu Lasten des Käufers bzw. der Käuferin. Persönlich an der Versteigerung teilnehmende Käufer:innen haben den Kaufpreis sofort nach erfolgtem Zuschlag an Hargesheimer Kunstauktionen zu bezahlen und in Empfang zu nehmen.

4.6. Bei Geboten in Abwesenheit gilt unbeschadet der sofortigen Fälligkeit die Zahlung binnen 10 Tagen nach Rechnungsdatum noch nicht als verspätet.

4.7. Die Gegenstände werden grundsätzlich erst nach vollständiger Bezahlung aller vom Käufer bzw. von der Käuferin geschuldeten Beträge ausgehändigt.

5. ABHOLUNG UND GEFAHRTRAGUNG

5.1. Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme. Abwesende Erwerber:innen sind verpflichtet, die Gegenstände unverzüglich nach Mitteilung des Zuschlages bei Hargesheimer Kunstauktionen abzuholen. Hargesheimer Kunstauktionen organisiert die Versicherung und den Transport der versteigerten Gegenstände zum Käufer bzw. zur Käuferin nur auf dessen schriftliche Anweisung hin und auf seine Kosten und Gefahr. Übersteigen die tatsächlichen Versandkosten die vorab berechnete Pauschale, so wird die Differenz dem Käufer bzw. der Käuferin nachträglich in Rechnung gestellt.

5.2. Mit dem Zuschlag geht die Gefahr an dem ersteigerten Gegenstand auf den Käufer bzw. die Käuferin über, das Eigentum wird jedoch erst bei vollständiger Bezahlung an den Käufer bzw. die Käuferin übertragen.

5.3. Hat der Erwerber bzw. die Erwerberin die Gegenstände nicht spätestens drei Wochen nach erfolgtem Zuschlag bzw. nach Mitteilung bei Hargesheimer Kunstauktionen abgeholt, wird Hargesheimer Kunstauktionen den Erwerber bzw. die Erwerberin zur Abholung der Gegenstände binnen einer Woche auffordern. Nach Ablauf dieser Frist hat Hargesheimer Kunstauktionen das Recht, die Gegenstände auf Kosten und Gefahr des Erwerbers bzw. der Erwerberin bei einer Spedition aufbewahren zu lassen. Vor einer Aufbewahrung unterrichtet Hargesheimer Kunstauktionen den Erwerber bzw. die Erwerberin. Für die Lagerkosten wird 1 Euro zzgl. Umsatzsteuer pro Tag und Objekt berechnet. Unabhängig davon kann Hargesheimer Kunstauktionen wahlweise Erfüllung des Vertrages verlangen oder die gesetzlichen Rechte wegen Pflichtverletzung geltend machen. Zur Berechnung eines eventuellen Schadens wird auf Ziff. 4 und 7 dieser Bedingungen verwiesen.

5.4. Hargesheimer Kunstauktionen trägt in keinem Fall eine Haftung für Verlust oder Beschädigung nicht abgeholter oder mangels Bezahlung nicht übergebener Gegenstände, es sei denn, Hargesheimer Kunstauktionen fiele Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last.

6. EIGENTUMSVORBEHALT, AUFRECHNUNG, ZURÜCKBEHALTUNGSRECHT

6.1. Das Eigentum am ersteigerten Gegenstand geht erst mit vollständigem Eingang aller nach Ziff. 4 und 7 geschuldeten Zahlungen auf den Käufer bzw. die Käuferin über.

6.2. Der Käufer bzw. die Käuferin kann gegenüber Hargesheimer Kunstauktionen nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen aufrechnen.

6.3. Soweit der Käufer bzw. die Käuferin Kaufmann bzw. Kauffrau ist, verzichtet er bzw. sie auf seine bzw. ihre Rechte aus §§ 273, 320 BGB.

7. VERZUG

7.1. Der Kaufpreis ist mit dem Zuschlag fällig. Zahlungsverzug tritt 14 Tage nach Vertragsschluss, also Zuschlagserteilung oder Annahme des Nachgebotes ein. Zahlungen sind in Euro an Hargesheimer Kunstauktionen zu leisten.

7.2. Bei Zahlungsverzug werden Verzugszinsen in Höhe von 1% pro Monat berechnet. Der Erwerber bzw. die Erwerberin hat das Recht zum Nachweis eines geringeren oder keines Schadens. Im Übrigen kann Hargesheimer Kunstauktionen bei Zahlungsverzug wahlweise Erfüllung des Kaufvertrages verlangen oder nach angemessener Fristsetzung vom Vertrag zurücktreten. Im Fall des Rücktritts erlöschen alle Rechte des Käufers bzw. der Käuferin am ersteigerten Gegenstand und Hargesheimer Kunstauktionen ist berechtigt, Schadensersatz in Höhe des entgangenen Entgelts auf das Kunstwerk (Einliefererkommission und Aufgeld) zu verlangen. Wird der Gegenstand in einer neuen Auktion nochmals versteigert, so haftet der säumige Käufer bzw. die säumige Käuferin außerdem für jeglichen Mindererlös gegenüber der früheren Versteigerung sowie für die Kosten der wiederholten Versteigerung; auf einen etwaigen Mehrerlös hat er keinen Anspruch. Hargesheimer Kunstauktionen hat das Recht, ihn bzw. sie von weiteren Geboten in Versteigerungen auszuschließen.

7.3. Einen Monat nach Eintritt des Verzuges ist Hargesheimer Kunstauktionen berechtigt und auf Verlangen des Einlieferers bzw. der Einlieferin verpflichtet, diesem Namen und Adressdaten des Käufers bzw. der Käuferin zu nennen.

8. EINWILLIGUNGSERKLÄRUNG DATENSCHUTZ

8.1. Der Bieter bzw. die Bieterin ist damit einverstanden, dass sein bzw. ihr Name, seine bzw. ihre Adresse und Käufe für Zwecke der Durchführung und Abwicklung des

Vertragsverhältnisses sowie zum Zwecke der Information über zukünftige Auktionen und Angebote elektronisch von Hargesheimer Kunstauktionen gespeichert und verarbeitet werden. Sollte der Bieter bzw. die Bieterin im Rahmen der Durchführung und Abwicklung dieses Vertragsverhältnisses seinen bzw. ihren vertraglichen Pflichten nicht nachkommen, stimmt der Bieter bzw. die Bieterin zu, dass diese Tatsache in eine Sperrdatei, die allen Auktionshäusern zugänglich ist, aufgenommen werden kann. Der Datenerhebung und weiteren Nutzung kann durch Streichen dieser Klausel oder jederzeit durch spätere Erklärung gegenüber Hargesheimer Kunstauktionen mit Wirkung für die Zukunft widersprochen werden. Informationen zu Datenschutz finden Sie auf unserer Internetseite: https://kunstauktionen-duesseldorf.de/datenschutzerklaerung

9. SONSTIGE BESTIMMUNGEN

9.1. Politisch exponierte Personen sowie ihre unmittelbaren Familienmitglieder unterliegen der Auskunftspflicht im Sinne des Geldwäschegesetzes (GwG). Aufgrund der neuen Richtlinien für das GwG sind wir verpflichtet, bei schriftlichen Geboten über 7.500,- € sowie bei Saal-, Live- und Telefongeboten eine Ausweiskopie des Bieters zu hinterlegen. Bei juristischen Personen (z.B. GmbHs) benötigen wir zusätzlich den Handelsregisterauszug oder einen vergleichbaren amtlichen Registerauszug.

9.2. Diese Versteigerungsbedingungen regeln sämtliche Beziehungen zwischen dem Käufer bzw. der Käuferin und Hargesheimer Kunstauktionen. Allgemeine Geschäftsbedingungen des Käufers bzw. der Käuferin haben keine Geltung. Mündliche Nebenabreden bestehen nicht. Änderungen bedürfen zu ihrer Gültigkeit der Schriftform.

9.3. Erfüllungsort und Gerichtsstand für den kaufmännischen Verkehr ist ausschließlich Düsseldorf. Es gilt deutsches Recht; das UN-Abkommen über Verträge des internationalen Warenkaufs (CISG) findet keine Anwendung.

9.4. Vorstehende Bestimmungen gelten sinngemäß auch für den freihändigen Verkauf der zur Auktion eingelieferten Gegenstände und insbesondere für den Nachverkauf, auf den, da er Teil der Versteigerung ist, die Bestimmungen über Käufe im Fernabsatz keine Anwendung finden.

9.5. Sollte eine der vorstehenden Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein, wird die Gültigkeit der übrigen davon nicht berührt. Die unwirksame Bestimmung ist durch eine wirksame zu ersetzen, die in ihrem wirtschaftlichen Gehalt der unwirksamen Bestimmung am nächsten kommt. Entsprechendes gilt, wenn der Vertrag eine ergänzungsbedürftige Lücke aufweist. In Zweifelsfällen ist die deutsche Fassung der Versteigerungsbedingungen maßgeblich. Übersetzungen in andere Sprachen dienen nur der inhaltlichen Orientierung.

Frank Hargesheimer | Susanne Hargesheimer (Versteigerer | öffentlich bestellte und vereidigte Versteigerin für Kunst und Antiquitäten) Stand 4. Mai 2022

* Bitte beachten Sie, dass aufgrund der aktuellen CITES-Bestimmungen ein uneingeschränkter Handel nur innerhalb der Europäischen Gemeinschaft erlaubt ist. Der Export in Drittländer ist nicht möglich.

GENERAL TERMS AND CONDITIONS

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Hist. Musikinstrumente | Skulpturen | Bronzeplastiken | Möbel

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