„Die Ergebnisse unterstreichen die zentrale Bedeutung des italienischen Marktes für die Südtiroler Wirtschaft. Während Exportzahlen traditionell im Fokus stehen, zeigt sich, dass die wirtschaftlichen Verflechtungen innerhalb Italiens für viele Unternehmen noch wichtiger sind. Es gilt, bestehende Netzwerke zu stärken und gleichzeitig gezielt Hürden abzubauen.“
Michl Ebner
Präsident der Handelskammer Bozen
„Die vorliegenden Daten zeigen, wie wichtig eine differenzierte Betrachtung der Handelsströme ist. Als Handelskammer sehen wir es als unsere Aufgabe, die Südtiroler Unternehmen mit fundierten Informationen für unternehmerische Entscheidungen und konkreten Serviceleistungen zu unterstützen, sodass sie bestehende Entwicklungspotenziale bestmöglich nutzen können.“
Alfred Aberer
Generalsekretär der Handelskammer Bozen
Die Bedeutung des italienischen Markts für Südtiroler Unternehmen
Bei der Analyse der Handelsbeziehungen zwischen Südtirol und dem Rest der Welt wird meist die Rolle der Ausfuhren ins Ausland hervorgehoben. Eine vom WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen durchgeführte Umfrage unter Südtirols Unternehmen zeigt jedoch, dass Italien (ohne Südtirol) für die Südtiroler Unternehmen der wichtigste Absatzmarkt außerhalb der Landesgrenzen ist und mehr als ein Fünftel des Gesamtumsatzes ausmacht.
Südtiroler Unternehmen erzielen 22 Prozent ihres Umsatzes auf dem italienischen Markt (ohne Südtirol) und damit mehr als im Ausland (16 Prozent).
Die Handelsbeziehungen zwischen Südtirol und dem Rest der Welt werden in der Regel anhand von Exportdaten gemessen. Diese Daten weisen jedoch zwei große Einschränkungen auf: Erstens beschreiben sie nur Warenströme und lassen Handelsbeziehungen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Dienstleistungen oder immateriellen Gütern sowie dem Bauwesen außer Acht. Zweitens lassen sie keine Rückschlüsse auf den Handel zwischen Südtirol und anderen italienischen Provinzen zu.
Italien wichtigster Absatzmarkt
Um diesen Informationsmangel zu schließen, hat das WIFO im
Rahmen der Konjunkturumfrage „Wirtschaftsbarometer” die Unternehmen nach der geografischen
Aufteilung ihrer Umsätze gefragt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Südtiroler Unternehmen 22 Pro-
Aufteilung des Umsatzes der Südtiroler Unternehmen nach Absatzmarkt prozentuale Werte
In Südtirol In anderen italienischen Provinzen Im Ausland
Einzelhandel
Baugewerbe
Gastgewerbe
Dienstleistungen
Großhandel
Transport
Verarbeitendes Gewerbe
Landw. Genossenschaften
Gesamte Wirtschaft
Quelle: WIFO (eigene Erhebung)
Der italienische Markt ist besonders für die landwirtschaftlichen Genossenschaften und den Großhandel von großer Bedeutung.
zent ihres Umsatzes auf dem italienischen Markt (ohne Südtirol) erzielen und damit mehr als im Ausland (16 Prozent). Der italienische Markt ist insbesondere für die landwirtschaftlichen Genossenschaften und den Großhandel von großer Bedeutung, spielt aber auch für den Transportsektor, das Verarbeitende Gewerbe und viele Dienstleistungsbranchen eine wichtige Rolle. Im Baugewerbe und im Einzelhandel hat er hingegen eine eher marginale Relevanz.
Interregionale Exporte
Für Wirtschaftssektoren, die sich mit der Produktion und dem Handel von Gütern befassen, wie die landwirtschaftlichen Genossenschaften, das Verarbeitende Gewerbe und der Großhandel, lässt sich die Bedeutung des italienischen Marktes auch durch den Vergleich zwischen den Ausfuhren in andere italienische Provinzen („interregionale Exporte“) und den Exporten ins Ausland verdeutlichen.
Nach Schätzungen des WIFO beliefen sich die interregionalen Exporte dieser drei Sektoren im Jahr 2023 auf 8,7 Milliarden Euro, im Vergleich zu 7,2 Milliarden Euro an Südtiroler Exporten ins Ausland. Schlüsselt man die interregionalen Exporte weiter auf, so
gehen 60 Prozent der Ausfuhren nach Italien in andere Regionen des Nordostens. Dabei stellt das Trentino mit einem Anteil von 36 Prozent das wichtigste Zielgebiet dar. Mehr als ein Fünftel des Absatzes entfällt auf die Regionen Nordwestitaliens, insbesondere auf die Lombardei mit einem Anteil von 15 Prozent. Mittel- und Süditalien spielen mit Anteilen unter zehn Prozent eine geringere Rolle.
Zuverlässige Partner
Im Rahmen der Umfrage wurden die Südtiroler Unternehmen außerdem gebeten, verschiedene Aspekte des italienischen Marktes zu bewerten. Im Allgemeinen beurteilen sie die Zuverlässigkeit der Kund/innen und Geschäftspartner sowie die Pünktlichkeit der Zahlungen positiv, während sie den Wettbewerbsdruck und die Kaufkraft der italienischen Kundschaft etwas kritischer sehen.
Hürden beim Markteintritt
Nach Ansicht der befragten Unternehmen sind die größten Hindernisse für den Eintritt oder die Expansion ihrer Geschäftstätigkeit auf dem italienischen Markt die geografische Entfernung, die Unmöglichkeit einer weiteren Ausweitung der Produktion – oft auf-
Hemmen folgende Faktoren die Expansion des Unternehmens auf dem italienischen Markt?
Anteil der Unternehmen, die die verschiedenen Punkte als großes Hindernis betrachten
Unternehmen mit Italiengeschäft Unternehmen ohne Italiengeschäft
Unzureichende Produktionskapazität
Räumliche Entfernung
Fehlende Kontakte zu Vertriebspartnern oder Vermittlern
Kein Interesse am italienischen Markt
Produkte und Dienstleistungen für italienischen Markt nicht geeignet
Sprachliche und kulturelle Barrieren
Sonstiges
Geografische Distanz, Personalmangel und fehlende Kontakte als größte Hürden für den Markteintritt.
Unternehmen beurteilen die Zuverlässigkeit der italienischen Kund/innen und Geschäftspartner positiv, ebenso die Pünktlichkeit ihrer Zahlungen.
grund von Personalmangel – und das Fehlen von Kontakten zu Partnern oder Handelsvermittlern in Italien.
Lieferanten der Handelsunternehmen
Schließlich wurden die Groß- und Einzelhandelsunternehmen gefragt, woher sie die Produkte beziehen, die sie weiterverkaufen. Fast die Hälfte der von den Einzelhandelsunternehmen gekauften Produkte stammt aus Italien (ohne Südtirol), 28 Prozent der Waren werden aus dem Ausland importiert und 26 Prozent in Südtirol bezogen. Auch die Großhändler beziehen ein Viertel ihrer
Waren aus Südtirol; etwa ein Drittel der Produkte kommen von Lieferanten aus dem übrigen Italien und der größte Anteil, nämlich 41 Prozent, wird aus dem Ausland importiert.
Kostenloser Download
Der WIFO-Kurzbericht 1.26 „Der italienische Markt für Südtiroler Unternehmen“ steht auf der Website www.wifo.bz.it/studien zum Download bereit.
Hemmnisse für eine Expansion auf dem italienischen Markt
Räumliche Entfernung
Produktionskapazität
Südtiroler Gründertag 2026
Kürzlich fand in der Handelskammer Bozen der 7. Gründertag statt, der Interessierten alle Infos zum Start in die Selbstständigkeit vermittelte.
Der Gründertag der Handelskammer Bozen bietet angehenden Gründerinnen und Gründern Informationen darüber, welche Schritte notwendig sind, um eine unternehmerische Tätigkeit zu starten. Bei der
Veranstaltung haben Expert/innen und erfolgreiche Jungunternehmer/ innen wertvolle Einblicke, Anregungen und praxisnahe Tipps für einen gelungenen Start in die Selbstständigkeit geteilt.
Das Publikum lauschte gespannt den Ausführungen der Referent/innen anlässlich des 7. Gründertags in der Handelskammer Bozen (rechtes Bild). Mit dabei waren Thomas Lunger vom Bereich Internationalisierung der Handelskammer Bozen; Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen; Marion Künig und Verena Baumgartner, Gründerinnen der „so.you“ GmbH; Thomas Aichner, wissenschaftlicher Leiter der Südtirol Business School; Sabine Platzgummer vom Service für Unternehmensgründung der Handelskammer Bozen; Jakob Messner, Comedian und Content Creator; Irmgard Lantschner, Leiterin des Bereichs Unternehmensentwicklung der Handelskammer Bozen sowie Alessandro Franzoi vom Bereich Patente und Marken der Handelskammer Bozen (v.l.n.r.).
Zum Einstieg hielt Thomas Aichner, wissenschaftlicher Leiter der Südtirol Business School, ein Fachreferat mit dem Titel: „Die Marke bist du! Wie Sichtbarkeit, Vertrauen und Persönlichkeit zusammenspielen“ (linkes Bild). Im Anschluss daran erklärte Alessandro Franzoi vom Bereich Patente und Marken der Handelskammer Bozen den richtigen Weg zur eigenen Marke. Dabei ging er vor allem auf rechtliche Aspekte und Vorteile ein (mittleres Bild). Sabine Platzgummer, Verantwortliche des Service für Unternehmensgründung der Handelskammer Bozen, wies in ihrem Vortrag „Startklar! In wenigen Schritten in die eigene Selbstständigkeit“ auf die Wichtigkeit einer sorgfältigen Vorbereitung hin (rechtes Bild).
Für Fragen und Informationen rund um das Thema Unternehmensgründung steht der Service für Unternehmensgründung der Handelskammer Bozen allen Interessierten für ein unverbindliches Orientierungsgespräch zur Verfügung.
INFO
Unternehmensgründung
Tel. 0471 945 671 startup@handelskammer.bz.it
Zudem gab es eine Reihe an Best-Practice-Vorträgen von Unternehmer/innen, die bereits erfolgreich ihr Unternehmen gegründet haben. Darunter waren: Marion Künig und Verena Baumgartner, die Gründerinnen der „so.you“ GmbH für Social Media Marketing in Bozen (linkes Bild, gemeinsam mit Irmgard Lantschner, Leiterin des Bereichs Unternehmensentwicklung der Handelskammer Bozen); sowie der Gufidauner Comedian und Content Creator Jakob Messner (rechtes Bild).
„Consumer Law Ready 2026“
Kürzlich fand die zweite Ausgabe der Weiterbildung zu den Verbraucherrechten ihren Abschluss.
Das von der Europäischen Kommission unterstützte Projekt hat das Ziel, kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) über Verbraucherrechte aufzuklären. Es soll das Vertrauen der Kund/innen in ihre Angebote stärken und rechtliche Auseinandersetzungen reduzieren. Neben zentralen Themen wie beispielsweise unlautere Geschäftspraktiken und Streitbeilegung umfasste die diesjährige Ausgabe neue Inhalte. Ein Modul widmete sich den Rechten und Vorschriften in digitalen Märkten und ein besonderes Augenmerk wurde auf die aktuellen Entwicklungen im Verbraucherrecht gelegt, darunter Greenwashing und das neue Reparaturrecht.
Gemeinsam mit der Freien Universität Bozen hat die Handelskammer Bozen heuer die Schu-
lung Consumer Law Ready als eigenständigen Kurs im Rahmen der „life-long-learning“-Initiative angeboten.
Dieses Schulungsangebot hob sich durch die direkte Einbindung universitärer Dozenten hervor, die neben den Basismodulen des Projekts gezielt auf Themen des Verbraucherrechts eingingen. Zudem wurde für Interessierte ergänzend ein Online-Webinar über das WIFI der Handelskammer Bozen angeboten.
Partner des Projekts war auch die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS).
Vermittelten wertvolle Inputs zum Verbraucherrecht (v.l.n.r.): Hannes Dusini, Mitarbeiter der Handelskammer Bozen; Luca Filippi, Vizegeneralsekretär der Handelskammer Bozen; Gunde Bauhofer, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS); Laura Valle, Professorin an der Freien Universität Bozen; Eleonora Chiappini, Direktorin des Amtes für Umwelt- und Wettbewerbsschutz der Handelskammer Bozen; Mattia Praloran, Rechtsanwalt; Stefano Albertini, Rechtsanwalt; Paolo Cattaruzza Dorigo, Professor an der Freien Universität Bozen.
Digitaler Fahrtenschreiber: Ausweitung der Pflicht
Ab dem 1. Juli 2026 wird die Pflicht zum digitalen Fahrtenschreiber auf leichte Nutzfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,5 bis 3,5 Tonnen ausgeweitet, falls diese im internationalen Verkehr oder für Kabotagefahrten innerhalb der EU eingesetzt werden.
Mehr Sicherheit auf der Straße, mehr Garantie für die Transportunternehmen, mehr Effizienz für die Betriebe des Transportsektors und die Kontrollbehörden: Diese Ziele verfolgt das in der EU und in Italien verwendete System zur digitalen Verwaltung des Transportes von Gütern auf der Straße. Das Herz der Innovation stellen dabei folgende zwei Geräte dar: der digitale Fahrtenschreiber, der in die betroffenen Fahrzeuge eingebaut wird und die Tachographenkarten.
Pflicht für leichte Nutzfahrzeuge
Ab dem 1. Juli 2026 wird die Pflicht zum digitalen Fahrten -
Digitaler Fahrtenschreiber auch für leichte Nutzfahrzeuge.
schreiber auf leichte Nutzfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,5 bis 3,5 Tonnen ausgeweitet. Diese Regelung gilt ausschließlich für den internationalen Verkehr innerhalb der EU sowie für Kabotagefahrten. In diesem Zusammenhang wird auch die
Fahrerkarte verpflichtend für Lenker/innen mit einem Führerschein der Klasse B. Die Ausstellung der Karten bleibt dabei unverändert. Die Karte ist persönlich, nicht übertragbar und muss vor Fahrtbeginn in das Gerät eingelegt werden. Ihre Gültigkeit beträgt fünf
Jahre. In der Praxis ist besonders wichtig, dass Fahrerinnen und Fahrer nur eine gültige Karte besitzen dürfen. Seit dem 31. Dezember 2024 werden bei Straßenkontrollen die Tätigkeiten der letzten 56 Tage überprüft. Der Datenaustausch erfolgt über das europaweite Netzwerk TACHOnet, das eine Vernetzung aller EU-Staaten sowie weiterer Länder ermöglicht und so eine einheitliche Kontrolle und Transparenz sicherstellt.
INFO
Tachographenkarten
Handelskammer Bozen Tel. 0471 945 553
tacho@handelskammer.bz.it
Angelika Wiedmer: Struktur, Stärke, Stimme
Angelika Wiedmer erkennt früh, wo Verantwortung gebraucht wird, und übernimmt sie. In Mölten verwurzelt, im Handwerk verankert und über Gemeindegrenzen hinaus aktiv, verbindet sie unternehmerische Realität mit öffentlichem Engagement. Ihr Arbeiten folgt einem klaren Ziel: Strukturen schaffen, die Menschen und Betrieb tragen.
Was ist für Sie als Unternehmerin entscheidend?
Angelika Wiedmer: Unternehmerisch zu arbeiten bedeutet für mich, die wirtschaftlichen Entwicklungen zu beobachten, Verantwortung bewusst zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Es braucht Klarheit in den Abläufen und Verlässlichkeit im täglichen Tun.
Wie sieht Ihre Rolle im Betrieb konkret aus?
Ich verantworte zusammen mit meinem Mann Ulrich den organisatorischen Teil des Tiefbaus, insbesondere den Bereich der öffentlichen Aufträge mit hohem bürokratischem Anspruch und die Buchhaltung. Gleichzeitig bin ich Ansprechperson für Personalthemen und das Qualitätsmanagement.
Worin liegt Ihre besondere Stärke?
Ich bin sehr hartnäckig, konsequent und habe ein Gespür, wenn sich Spannungen aufbauen. Diese Eigenschaften helfen mir, Themen frühzeitig anzusprechen und Lösungen zu finden, bevor sich Probleme verfestigen.
Angelika Wiedmer wurde 1968 in Mölten geboren. Nach der Ausbildung zur medizinisch-technischen Laborassistentin arbeitete sie mehrere Jahre in Bozen. Der Wechsel in die Verwaltung ihrer Heimatgemeinde führte sie in die Politik: von 2010 bis 2020 war sie Bürgermeisterin von Mölten. Seit 2019 ist sie im Familienunternehmen Perkmann Tiefbau GmbH tätig. Beide Söhne arbeiten mit den Eltern im Betrieb. Angelika Wiedmer ist Präsidentin von Garfidi, lvh-Vizepräsidentin und aktiv im Landesausschuss der Frauen im Handwerk tätig.
Wie erleben Sie Ihre Rolle als Frau in einem Männerbetrieb?
Ich fühle mich sehr wohl und wertgeschätzt. Die Mitarbeitenden begegnen mir als Teil der Führung.
Sicherheit und Gespräche Vertrauen. Gerade in einem Familienbetrieb braucht es beides, sonst vermischen sich die Ebenen zu stark.
Vor Kurzem rückte Angelika Wiedmer als erste Frau in die lvh-Verbandsspitze auf (im Bild das lvh-Präsidium mit Hannes Mussak und Martin Haller).
Ausgewogenheit der Geschlechter tut Teams gut, weil unterschiedliche Sichtweisen zu besseren Entscheidungen führen.
Wie verstehen Sie Führung im Alltag? Führung bedeutet für mich, Struktur zu geben und gleichzeitig Raum für Austausch zu lassen. Klare Zuständigkeiten schaffen
Warum bleibt Lernen für Sie zentral?
Die Anforderungen verändern sich laufend. Ständige Weiterbildung und meine Erfahrungen aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft greifen heute ineinander. Dieses Zusammenspiel hilft mir, komplexe Situationen besser einzuordnen und tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Welche Kraft hat das Handwerk in der Zukunft?
Das Handwerk wird an Bedeutung gewinnen. Es braucht technische Kompetenz, Organisationsfähigkeit und Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen. Diese Arbeit verlangt Denken und Können. Sie bietet Perspektiven für Frauen und Männer gleichermaßen.
Was motiviert Sie bei Ihrer Arbeit im lvh und bei Garfidi?
Im Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister lvh arbeite ich im Vorstand und im Landesausschuss der Frauen im Handwerk daran, Frauen in den Betrieben zu stärken und Netzwerke sichtbar zu machen. Als Präsidentin von Garfidi gewährleisten wir Unternehmen bei Investitionen und Finanzierungen einen besseren Zugang zu Krediten.
Was raten Sie Frauen in der Wirtschaft?
Nehmen Sie die eigenen Fähigkeiten ernst, trauen Sie sich, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn der Weg nicht immer geradlinig verläuft.
Die Zukunft der Energie
Kürzlich veranstaltete die Handelskammer Bozen eine Tagung, die sich mit der aktuellen Energieversorgung, der Abhängigkeit von externen Energieträgern sowie den Chancen einer nachhaltigen und autonomen Energiezukunft beschäftigte.
Das Event beleuchtete insbesondere die Frage, wie sich Europa und damit auch Südtirol im Spannungsfeld zwischen externer Abhängigkeit und dem Streben nach mehr Energieautonomie positionieren können.
Energieversorgung: nachhaltig & sicher
EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann ging in seinem Vortrag auf die energiepolitischen Rahmenbedingungen auf EU-Ebene ein. Dabei betonte er insbesondere die Notwendigkeit einer stärkeren europäischen Zusammenarbeit sowie langfristiger Strategien zur Sicherung der Energieversorgung.
Alexander Gruber, Direktor des Ressorts für Umwelt-, Natur- und
Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die abschließende Podiumsdiskussion, bei der zentrale Fragestellungen zur Zukunft der Energie diskutiert wurden. Daran nahmen teil: Peter Brunner, Landesrat für Energie; Flora Kröss, Vorstandsvorsitzende der Alperia AG; Herbert Dorfmann, EU-Parlamentarier; moderiert wurde die Gesprächsrunde von Karin Pichler, Leiterin des Bereichs Rechtsangelegenheiten der Handelskammer Bozen (v.l.n.r.).
Klimaschutz, Energie, Raumentwicklung und Sport des Landes Südtirol, beleuchtete die aktuelle Situation in Südtirol. Er zeigte auf,
welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden und welche Herausforderungen weiterhin bestehen.
Geschützte Tätigkeit als Maklerin und Makler
Perspektive
Silvia Arlanch, Präsidentin von Dolomiti Energia S.p.A., stellte die Perspektive der Energiewirtschaft in den Mittelpunkt. Sie unterstrich, dass neben technologischen Innovationen auch klare politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen entscheidend für eine erfolgreiche Energiewende sind. Vor dem Hintergrund eines von hoher Marktvolatilität geprägten Energiesektors kommt der langfristigen Sicherung von Unabhängigkeit eine zentrale Bedeutung zu.
Die Tätigkeit von Makler/innen besteht darin, zwei oder mehrere Parteien zum Zweck eines Geschäftsabschlusses miteinander in Verbindung zu setzen. Dabei müssen sie unabhängig von den Parteien sein und ihre Tätigkeit korrekt, transparent und zuverlässig erbringen.
Die Maklertätigkeit kann für vier verschiedene Bereiche ausgeübt werden: Immobilien, Waren, mit entgeltlichem Auftrag für die Bereiche Immobilien und Betriebe sowie Dienstleistungen. Für die Ausübung der Maklertätigkeit müssen die Personen eine zertifizierte Meldung des Tätigkeitsbeginns an die territorial zuständige Handelskammer senden und die gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen erfüllen. Im Detail müssen der Abschluss einer Oberschule sowie eines spezifischen Vorbereitungskurses und das erfolgreiche Bestehen der entsprechenden Eignungsprüfung vorgewiesen werden. Eintragung
Die Tätigkeit als Makler/in ist genau geregelt.
Nur im Handelsregister eingetragene Maklerinnen und Makler sind zur Ausübung der Maklertätigkeit befugt. Die Handelskam-
mer Bozen ist zuständig für die Verhängung von Verwaltungsstrafen bei Verstößen gegen die Vorschriften zur Maklertätigkeit, wie etwa bei Ausübung der Maklertätigkeit ohne Eintragung im Handelsregister. Wird eine Maklerprovision von einer nicht zur Tätigkeit befugten Person eingenommen, ist diese zur Rückgabe der widerrechtlich bezogenen Provision verpflichtet.
Disziplinarstrafen
Ebenso ist die Handelskammer Bozen für die Verhängung von Disziplinarstrafen im Falle von Unregelmäßigkeiten bei der Ausübung der Maklertätigkeit, beim Einsatz von nicht zur Maklertätigkeit befähigtem Personal sowie sonstigen Verstößen gegen die gesetzlichen Auflagen von Maklern zuständig. Besteht ein Zweifel an der Befähigung einer Person als Maklerin oder Makler oder an der korrekten Ausübung deren Tätigkeit, können sich Betroffene für Auskünfte an das zuständige Amt der Handelskammer Bozen wenden.
Kreative Schüler/innen präsentierten vor Kurzem zukunftsorientierte Ideen für Produkte und Dienstleistungen.
Bei der diesjährigen Ausgabe reichten Schülerinnen und Schüler aus 13 Ober- und Berufsschulen insgesamt 47 Projekte ein. Neben den drei Gewinnerprojekten (siehe Fotos) erhielten folgende Projekte einen Anerkennungspreis zu je 300 Euro: „AURA“ (Landeshotelfachschule „Kaiserhof“ Meran),
„Generations“ (Berufsbildungszentrum „Christian Josef Tschuggmall“ Brixen), „Green Sense“ (Landesberufsschule für Handel, Tourismus und Dienstleistungen „Luigi Einaudi“ Bozen), „Repairbus“ (Technologische Fachoberschule „Max Valier“ Bozen), „Shroom Go“ (Istituto Pluricom-
prensivo Brunico), „Spice Alps“ (Fachoberschule für Tourismus und Biotechnologie „Marie Curie“ Meran) und „Umweltfreundliche Klebstoffe“ (Technologische Fachoberschule Bruneck). Die Landesberufsschule für Handel, Tourismus und Dienstleistungen „Luigi Einaudi“ Bozen konnte abschließend
1 Die 5. Klasse der Wirtschaftsfachoberschule „Walther“ Bozen (Prof. Nicole Donà) entschied mit dem Projekt „Trash to cash“ den 1. Platz für sich und gewann 1.500 Euro für die Klassenkasse.
2 Die Klasse 3B der Landeshotelfachschule „Kaiserhof“ Meran (Prof. Werner Plank) sicherte sich mit dem Projekt „Camo Solar“ Platz 2 und damit 1.000 Euro für die Klassenkasse.
mit dem Projekt „Green Sense“ einen zusätzlichen Preis im Wert von 300 Euro für die beste Präsentation entgegennehmen.
3 Die Klasse 4TS4 der Fachoberschule für Tourismus und Biotechnologie „Marie Curie“ Meran (Prof. Martin Gschliesser) erreichte mit dem Projekt „Zoag mor amol“ den 3. Platz und erhielt 750 Euro für die Klassenkasse. provinz.bz.it/fit
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Willkommen! Arbeiten & Leben in Südtirol
Vor Kurzem lud der Welcome Service der Handelskammer Bozen zum Netzwerktreffen.
Im historischen Merkantilgebäude in der Bozner Altstadt kamen Personen zusammen, die erst kürzlich nach Südtirol gezogen sind oder nach einer Zeit im Ausland in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Ein Willkommensaperitif bot
dabei den idealen Rahmen für ein erstes Kennenlernen in entspannter Atmosphäre. Ziel der Veranstaltung war es, neue Kontakte zu knüpfen, hilfreiche Informationen zu erhalten und Erfahrungen auszutauschen.
Irmgard Lantschner, Leiterin des Bereichs Unternehmensentwicklung der Handelskammer Bozen (ganz links) sowie Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer (links) hoben die Bedeutung gelungener Integration hervor. Die eingeladenen Testimonials teilten ihre persönlichen Erfahrungsberichte: Silvia Di Salvatore aus den Abruzzen, Stefan Glaser aus Schwäbisch Hall bei Stuttgart sowie Vanja Hernandez aus Queretaro in Mexiko. Martin Bertagnolli von IDM - Südtirol zeigte die Vielfalt des Lebensraums Südtirol auf (unten v.l.n.r.).
Beim Get-together (Bild links) nutzten viele Teilnehmenden die Gelegenheit zum Austausch mit anderen Neuankömmlingen und mit Vertreter/innen von Unternehmen sowie den Ansprechpartnerinnen des Welcome Service der Handelskammer (rechts, gemeinsam mit Moderatorin Karin Gschnitzer in der Bildmitte).
Mobil mit KI:
einfach, flexibel, kundenorientiert
Künstliche Intelligenz erfasst nach und nach alle Bereiche des Lebens, die Mobilität gehört dabei zu den Vorreitern –auch in der flexiblen Miete von Elektrofahrzeugen für den Alltag. Wie die KI diesen Bereich verändert, was sie erleichtert und wie sie strategisch eingesetzt werden kann, haben wir uns von Gebhard Platter, Koordinator des Südtiroler E-Carsharing-Dienstes AlpsGo, erklären lassen.
Die AlpsGo GmbH wurde 2023 von der Genossenschaft Carsharing Südtirol Alto Adige gemeinsam mit der Alperia AG gegründet, um das Carsharing in Südtirol zu elektrifizieren und weiter auszubauen. Ziel ist es, den Umstieg auf klimaschonende Mobilitätslösungen zu erleichtern und für alle zugänglich zu machen. Gebhard Platter betreut den Aufbau des Südtiroler E-Carsharing-Angebots.
Herr Platter, die Digitalisierung hat dem Carsharing die OnlineRegistrierung, die Miete per App und das Smartphone anstatt des Autoschlüssels gebracht. Was haben die Nutzer/ innen von AlpsGo nun von der KI? Gebhard Platter: Wir stützen uns schon bei der Registrierung auf KI, die die Online-Dokumentenprüfung bei Bedarf übernimmt. Damit kann etwa der Führerschein von Neukunden in wenigen Augenblicken geprüft und die erste Buchung dadurch sofort angetreten werden.
Ziel des Einsatzes von KI ist also, Carsharing einfacher und zugänglicher zu machen?
Nicht nur: KI-Anwendungen betreffen etwa auch die automatische Schadenserfassung und -dokumentation. Durch stetig intelligenter werdende Sensoren im Auto können Erschütterungen als Schäden erfasst und eindeutig Fahrern zugeordnet werden. Mit der KISchadensdokumentation muss ein Auto auch nicht mehr aufwendig vor jeder Fahrt geprüft werden.
Und wie kann KI dabei helfen, das Angebot von CarsharingDiensten zu verbessern?
Mit KI-gestützten Prozessen kann man das Angebot nachfrageori-
entiert ausrichten, dazu zählen etwa dynamische Preisanpassungen, bei denen sich der Buchungspreis je nach Auslastung flexibel verändern könnte. Ebenso denkbar ist der Einsatz von KI-Anwendungen zur Bewertung der einzelnen
möglichen. KI-gesteuerte Prozesse könnten dafür sorgen, dass Stationen zeitgerecht wieder „aufgefüllt“ werden und gebuchte Fahrzeuge stets zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort bereitstehen.
Die AlpsGo GmbH möchte den Umstieg auf klimaschonende Mobilitätslösungen erleichtern und für alle zugänglich machen.
Fahrten: Nutzerinnen und Nutzer mit weniger aggressivem Fahrstil könnten künftig belohnt werden.
Hilft KI auch bei der Bereitstellung und Verteilung der Flotte?
Ganz bestimmt. AlpsGo wird vermutlich auf ausgewählten Strecken – etwa nachts, wenn keine öffentlichen Verkehrsmittel verkehren – One-Way-Fahrten er-
Apropos „richtiger Ort“: Mit Handelskammer und Eurac sucht AlpsGo im EDIHProjekt nach optimalen Standorten für neue ECarsharingStationen. Die Idee hinter diesem Projekt war, die Suche nach neuen Standorten strategisch zu optimieren. Dafür hat man die Verkehrsflüsse mit Faktoren wie Wohnortdichte, Arbeitsplätze, touristische Anziehungspunkte usw. in Verbindung
gesetzt. Mit Hilfe von KI wurden diese Raster übereinandergelegt. Das Ergebnis sind genaue Orte, also lokale Empfehlungen für neue Stationen.
Wie geht’s im Rahmen des EDIHProjekts weiter?
Die Ergebnisse der Studien fließen nun in die Planung neuer Standorte ein und werden mit unseren eigenen Erfahrungswerten verknüpft – guter Sichtbarkeit, Erreichbarkeit, Beleuchtung und natürlich verfügbare Stromleistung.
Und allgemeiner: Welche KIZukunftsszenarien gibt es im CarsharingBereich?
Oder – um beim Thema zu bleiben: Wohin geht die Reise?
Neue digitale Lösungen und teleoperiertes Fahren werden das Carsharing stark weiterentwickeln. Ein „ferngesteuertes“ Fahrzeug wird dabei durch eine Mitarbeiterin bzw. einen Mitarbeiter zum Kunden gefahren, das Auto wird übergeben und am Ende der Fahrt wieder an einer virtuellen Station abgegeben. Es gibt bereits Beispiele in Europa, wo dieses Geschäftsmodell mit Erfolg umgesetzt wird, in Italien sind dazu leider noch rechtliche Hürden zu überwinden.
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Tel. 0471 945 666 | wifi@handelskammer.bz.it
Einfach online anmelden: www.wifi.bz.it
Für die Wirtschaft – Mitteilungsblatt der Handels, Industrie, Handwerks, Tourismus und Landwirtschaftskammer Bozen – 28. Jahrgang, 5/2026
Herausgeber: Handels, Industrie, Handwerks, Tourismus und Landwirtschaftskammer Bozen
Direktion und Verwaltung: Südtiroler Straße 60, 39100 Bozen, Tel. 0471 945 672
EMail: communication@handelskammer.bz.it
Verantwortlicher Direktor: Dr. Alfred Aberer
Redaktion: Handels, Industrie, Handwerks, Tourismus und Landwirtschaftskammer Bozen
Konzept: Friedl Raffeiner
Druck: Fotolito Varesco Alfred GmbH
beim
ChatGPT für Microsoft Office - Grundlagen
Einsatz von KI in Word, Excel, Outlook, PowerPoint 07. - 09. Oktober 2026 (2 Vormittage, online, kostenlos)
Führen und geführt werden
Erfolgreich führen im mittleren Management 13. - 14. Oktober 2026
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Praxis-Workshop für optimale Nutzung & Visibilität 14. Oktober 2026 (kostenlos)
Personalauswahl und Eignungsdiagnostik in Zeiten von KI - Herausforderungen meistern 14. Oktober 2026 (vormittags, online, kostenlos)
Wirksames Selbstmarketing & Personal Branding
Mit Eigenpositionierung zum Erfolg 15. Oktober 2026
Verhandlungstraining für Einkäufer/innen
Verhandlungen erfolgreich führen und abschließen 15. Oktober 2026
Fotos: Handelskammer Bozen, Shutterstock, Angelika Wiedmer, Maria Lobis, Gebhard Platter, Michael Lintner, Damian Pertoll, lvh.apa. Zugelassen
Landesgericht mit Dekret Nr. 3/99
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