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Für die Wirtschaft 4-2026

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WorldSkills 2026 in Shanghai: Südtirol schickt 15 Talente

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Seiten 2–6

Interview mit Alois Pföstl: Work-Life-Balance als Plus

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„Die Berufsmeisterschaften WorldSkills South Tyrol, Italy; EuroSkills und WorldSkills geben den praktischen und technischen Berufen eine wichtige Bühne und machen deren hohe Qualität sichtbar. Sie zeigen jungen Menschen, welche Chancen eine qualifizierte berufliche Ausbildung bietet, und leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, Begeisterung für handwerkliche und technische Laufbahnen zu wecken.“

Michl Ebner

Präsident der Handelskammer Bozen

„Den Südtiroler Teilnehmerinnen und Teilnehmern wünsche ich eine intensive und erfolgreiche Vorbereitungszeit sowie viel Erfolg bei den WorldSkills in Shanghai. Die Wettbewerbe bieten nicht nur die Möglichkeit, das eigene Können unter Beweis zu stellen, sondern auch wertvolle Erfahrungen zu sammeln, international zu lernen und sich persönlich wie fachlich weiterzuentwickeln.“

Alfred Aberer

Generalsekretär der Handelskammer Bozen

WorldSkills 2026 in Shanghai: Südtirol schickt 15 Talente

Vom 22. bis 27. September 2026 finden die Berufsweltmeisterschaften WorldSkills in Shanghai statt. Südtirol ist mit einem starken Team vertreten.

Rund 1.300 bis 1.500 Teilnehmende aus über 60 bis 70 Ländern und mehr als 60 Berufen kommen bei den WorldSkills 2026 in Shanghai zusammen, um ihre Fähigkeiten auf der weltweit größten Bühne

der Berufsbildung unter Beweis zu stellen. Austragungsort der 48. Ausgabe der WorldSkills ist das National Exhibition and Convention Center in Shanghai, eines der größten Messegelände weltweit.

Zu der Veranstaltung werden hunderttausende Besucherinnen und Besucher erwartet.

Die WorldSkills haben das Ziel, exzellente berufliche Fähigkeiten international sichtbar zu machen.

1 Liam Fiechter aus Ratschings wurde im September 2025 bei der Landesmeisterschaft der Berufe „WorldSkills South Tyrol, Italy“ als „Best of Nation“ ausgezeichnet.

2 Annika Kofler wird als Friseurin bei den WorldSkills in Shanghai antreten.

3 Felix Larcher vertritt Südtirol im Beruf Hotel Rezeption.

Sie fördern die internationale Zusammenarbeit, den Wissenstransfer sowie die persönliche und berufliche Entwicklung junger Fachkräfte. Auch 2026 wird die Teilnahme Südtirols erneut von der Handelskammer Bozen koordiniert.

Südtirol kann dabei auf eine über 30-jährige Tradition erfolgreicher Teilnahmen an den WorldSkills zurückblicken. Die Wettbewerbe leisten einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung der beruflichen Ausbildung und zur Nachwuchsförderung.

Landesmeisterschaften

Bei der Landesmeisterschaft der Berufe „WorldSkills South Tyrol, Italy“ konnten sich zahlreiche Fachkräfte qualifizieren. Insgesamt werden 15 Teilnehmende in 13 Berufen das Südtiroler Team 2026 in Shanghai vertreten. Die meisten der Teilnehmenden sind auf dem Foto der Titelseite dieser Zeitung zu sehen, das beim Kick-off Meeting gemacht wurde. Nicolò Vassallo und Dominik Pramsohler, die auch auf dem Foto sind, werden jedoch nicht teilnehmen. Statt Dominik Pramsohler tritt Vera Unterfrauner im Wettbewerb „Digital Construction – BIM“ an. Alle Teilnehmer/innen werden auf den Seiten 4 und 5 detailliert vorgestellt, auf Seite 6 finden sich die Ausbildungsbetriebe bzw. besuchten Bildungseinrichtungen der Teilnehmenden.

Das Team aus Südtirol wird bei Team-Events für die WorldSkills eingeschworen.

WorldSkills in Shanghai

Das Programm vor Ort beginnt am 22. September 2026 mit der Eröffnungsfeier. Die Wettbewerbe werden vom 23. bis 26. September ausgetragen, den Abschluss bildet am 27. September die Siegerehrung. Parallel dazu finden die WorldSkills Conference 2026,

Welche Berufsmeisterschaften gibt es?

Fachkonferenzen zu Bildung und Fachkräftesicherung sowie eine Expo mit „Try a Skill“-Bereichen für Besucher/innen statt. Erstmals werden die WorldSkills in China ausgetragen; mit einer Wettkampffläche von rund 360.000 Quadratmetern gilt die Ausgabe 2026 als voraussichtlich größte in der Geschichte des Wettbewerbs.

- Die Landesmeisterschaften der Berufe „WorldSkills South Tyrol, Italy“ Die Landesmeisterschaften der Berufe „WorldSkills South Tyrol, Italy“ dienen als Vorausscheidungen für die Europa und Weltmeisterschaften. Die nächste Ausgabe findet im September 2027 in der Messe Bozen statt.

- EuroSkills

Die EuroSkills sind die Berufsmeisterschaften auf europäischer Ebene in praktischen, technischen, digitalen und dienstleistungsorientierten Berufen für Teilnehmer/innen bis 25 Jahre und werden alle zwei Jahre ausgetragen. Die nächste Ausgabe der EuroSkills findet 2027 in Düsseldorf statt.

- WorldSkills

Die WorldSkills sind die Berufsmeisterschaften auf weltweiter Ebene in praktischen, technischen, digitalen und dienstleistungsorientierten Berufen für Teilnehmer/innen bis 22 Jahre (in einigen Ausnahmen auch 25 Jahre) und werden alle zwei Jahre durchgeführt. Die nächsten WorldSkills finden im September 2026 in Shanghai statt.

Ein besonderer Fokus liegt auf Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Industrie und modernen Ausbildungssystemen.

Die Teilnehmenden

Beneduce Michael (CAD Maschinenbaukonstruktion)

Celandroni Mattias (Robot Systems Integration)

Feichter Florian (Heizungs, Lüftungs und Sanitärtechnik)

Fiechter Liam (Mediendesigner)

Gschnitzer Franziska (Floristin)

Kerschbaumer Manuela (Landschaftsgärtnerin)

Kofler Annika (Friseurin)

Larcher Felix (Hotelrezeption)

Mair Jana (Landschaftsgärtnerin)

Pillon Noah (Maler/Lackierer)

Stolzlechner Fabian (KFZ Mechatroniker)

Unterfrauner Vera (Digital Construction – BIM)

Von Ferrari Maximilian (Robot Systems Integration)

Wenter Jonas (Tischler)

Widmann Matthias (Maurer)

INFO

Handelskammer Bozen

WorldSkills South Tyrol, Italy Tel. 0471 945 777

worldskills@handelskammer.bz.it https://worldskills-southtyrol-italy.it/de

WorldSkills 2026: die Südtiroler Teilnehmenden

Michael Beneduce CAD-Maschinenbaukonstrukteur

Wohnort: Lana

Jahrgang: 2006

Experte: Hannes Hofmann

Ausbildungsstätte: erst Schüler

TFO Max Valier Bozen, jetzt Student TU München

Zitat: „Präzision, Innovation, Leidenschaft – damit trete ich bei WorldSkills an.“

Liam Fiechter Mediendesigner

Mattias Celandroni Robot Systems Integration

Wohnort: Bruneck

Jahrgang: 2002

Experten: Fabrizio Fischetti und Matteo De Marchi

Arbeitgeber: GKN Sinter Metals

Zitat: „Ich nehme teil, um neue Erfahrungen zu sammeln und mein Können unter Beweis zu stellen.“

Florian Feichter Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechniker

Wohnort: Rasen Antholz

Jahrgang: 2006

Experte: Günther Eschgfäller

Arbeitgeber: Mader Industrieanlagen

GmbH

Zitat: „Wer nicht wagt, kann nicht gewinnen.“

Wohnort: Gasteig bei Ratschings

Jahrgang: 2007

Expertin: Karin Fischnaller

Ausbildungsstätte: Schüler FO Julius

Durst Brixen

Zitat: „Ich nehme an den WorldSkills teil, weil ich Herausforderungen mag und gerne kreativ bin.“

Wohnort: Mareit/Ratschings

Jahrgang: 2005

Expertin: Maria Steinmair

Arbeitgeber: Gartenbaubetrieb Auer

Hansjörg & Co. EG

Zitat: „Es ist eine einmalige Chance, dabei sein zu dürfen. Deshalb versuche ich, mein Bestes zu geben und ich freue mich, diese Erfahrung mit unserem Team zu machen.“

Wohnort: Feldthurns

Jahrgang: 2006

Experte: Manuel Kostner

Arbeitgeber: Baumschule Putzerhof

Zitat: „Ich freue mich auf die Herausforderung der WorldSkills, bei der ich meine Fähigkeiten auf internationalem Niveau messen kann, um wertvolle berufliche und persönliche Erfahrungen zu sammeln.“

Wohnort: Leifers

Jahrgang: 2005

Expertin: Margit Gostner

Arbeitgeber: Hair Salon Ferrari

Zitat: „Große Träume verlangen den Mut, sich mit den Besten zu messen.“

Felix Larcher

Hotel Rezeption

Jana Mair

Noah Pillon

Maler und Lackierer

Fabian Stolzlechner

KFZ-Mechatroniker

Wohnort: Meran

Jahrgang: 2006

Experte: Gabriele Troccoli

Ausbildungsstätte: erst Schüler

Landeshotelfachschule Kaiserhof, jetzt Student Campus M University

München

Zitat: „Wenn es einfach wäre, würde es jeder tun.“

Vera Unterfrauner

Digital Construction – BIM

Maximilian von Ferrari Robot Systems Integration

Wohnort: Feldthurns

Jahrgang: 2002

Expertin: Valentina Vötter

Arbeitgeber: Bergmeister GmbH

Zitat: „Dabei sein ist alles.“

Wohnort: Sarntal

Jahrgang: 2006

Experte: Manuel Kostner

Ausbildungsstätte: Schülerin

Fachschule Laimburg

Zitat: „Jeder Garten erzählt eine Geschichte. Meine beginnt in Südtirol – und wächst bis nach Shanghai.“

Wohnort: Kaltern

Jahrgang: 2002

Experten: Fabrizio Fischetti und Matteo De Marchi

Ausbildungsstätte: Student – Freie Universität Bozen, auch bei der TFO Bozen als Lehrer angestellt

Zitat: „Einfach machen!“

Wohnort: Mölten

Jahrgang: 2004

Experte: Christoph Auer

Arbeitgeber: Plank Heinrich GmbH

Zitat: „Ich nehme an den Worldskills Shanghai 2026 teil, weil ich mich in meinem Beruf steigern möchte. Man kann sich mit den Besten der Welt messen und hoffentlich für Südtirol eine Medaille gewinnen.“

Jonas Wenter Tischler

Wohnort: Steinegg

Jahrgang: 2005

Experte: Jonas Prinoth

Arbeitgeber: Tischlerplus des Matthias Resch

Zitat: „Ich bin bereit, meine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und mich mit den besten der Welt zu messen.“

Wohnort: St. Jakob in Ahrntal

Jahrgang: 2006

Experte: Martin Niederkofler

Arbeitgeber: Auto Elektro Grohe

Zitat: „Aufgeben bedeutet für mich eine große Chance verpassen.“

Matthias Widmann Maurer

Wohnort: Rodeneck

Jahrgang: 2004

Experte: Ernst Seeber

Arbeitgeber: Überbacher Bau GmbH

Zitat: „Jede Erfahrung zählt.“

Die Teilnehmenden und deren Ausbildungsstätten

Michael Beneduce TFO Max Valier Bozen

Mattias Celandroni GKN Sinter Metals

Florian Feichter Mader Industrieanlagen GmbH

Franziska Gschnitzer Gartenbaubetrieb Auer Hansjörg & Co. EG

Manuela Kerschbaumer Baumschule Putzerhof

Annika Kofler Hair Salon Ferrari

Liam Fiechter FO Julius Durst Brixen

Jana Mair Fachschule Laimburg

Noah Pillon Plank Heinrich GmbH

Fabian Stolzlechner Auto Elektro Grohe

Felix Larcher Landeshotelfachschule Kaiserhof

Maximilian von Ferrari Freie Universität Bozen

Jonas Wenter Tischlerplus des Matthias Resch

Matthias Widmann Überbacher Bau GmbH

Vera Unterfrauner Bergmeister GmbH

Südtiroler Wein

Zwischen Stabilität und neuen Herausforderungen

Weinsorten

Seit 2018 ist die Rebfläche um 6,9 Prozent gewachsen. Weißweine legen zu, Rotweine gehen zurück.

Weinproduzenten nach Größenklassen Über 80 Prozent der Flaschen werden von Großproduzenten abgefüllt.

Betriebe Abfüllmenge (in Tausend 0,75l-DOC-Flaschen)

Absatzmärkte

Italien bleibt der wichtigste Markt.

Verkaufsmenge (in Tausend 0,75l-DOC/IGT-Flaschen)

Verkaufskanäle

Die Gastronomie bleibt der wichtigste Verkaufskanal.

Verkaufsmenge (in Tausend 0,75l-DOC/IGT-Flaschen)

Trends/Herausforderungen

Nachhaltigkeit und Lagenweine bleiben zentrale Zukunftsthemen.

Nachhaltige Produktion

Lagenweine

Etiketten mit geografischer Herkunft

Onlinehandel

Schraubverschlüsse

6. WIFI – Talent Event

Impulse & Praxistipps zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität und Mitarbeiterbindung waren Inhalt des komplett ausgebuchten 6. WIFI – Talent Events, das kürzlich in der Handelskammer Bozen stattfand.

Der Arbeitskräftemangel verschärft sich zunehmend und trifft kleine wie große Unternehmen. Gute Mitarbeitende sind rar, die Besten haben die freie Wahl und werden immer öfter abgeworben. Beim WIFI- Talent Event erfuhren Arbeitgeber/innen, wie es ihnen gelingt, genau für jene Mitarbeitenden attraktiv zu sein, die ihr Unternehmen braucht, um erfolgreich zu sein. Im Frühling 2027 wird das nächste Talent Event stattfinden.

INFO

WIFI – Weiterbildung und Personalentwicklung Tel. 0471 945 666 wifi@handelskammer.bz.it www.wifi.bz.it

Hermann Troger (links), Berater und Dozent für Personalmanagement an der International School of Management, widmete sich in seinem Vortrag dem wichtigen Zusammenspiel von Human Resources und Führungskräften. Die Leadership-Expertin Carla Ciani (Mitte) stellte in ihrem Beitrag die Bedeutung eines guten Betriebsklimas und einer stimmigen Führungskultur für erfolgreiches Talentmanagement in den Mittelpunkt. Gunther Wolf (rechts), renommierter Keynote-Speaker und Buchautor, ging auf die Frage ein: „Arbeitgeberattraktivität & Mitarbeiterbindung: Was zählt außer Geld?“.

Das Event schloss mit interessanten Praxisberichten von Südtiroler Unternehmen: Marion Zelger (im linken Bild rechts) und Magdalena Stompe (im linken Bild links) von Schweitzer Project AG sowie Laura (im mittleren Bild links) und Umberto Prato (im mittleren Bild rechts) von Sicur Tyres Group GmbH zeigten Maßnahmen auf, mit denen sie dem Arbeitskräftemangel begegnen. Im rechten Bild sieht man die vielen Teilnehmenden am Talent Event.

Johanna Santa Falser, Vizepräsidentin der Handelskammer Bozen hielt die Grußworte (linkes Bild). WIFI-Direktorin Christine Platzer führte durch die Veranstaltung (rechtes Bild).

Frau mit Haltung

Sie war Lehrerin, führte eine Gemeinde und leitet seit drei Jahrzehnten ein Apartmenthotel, das ihre Kraft widerspiegelt: Elisabeth Laimer aus Dorf Tirol ist eine Frau, die aus Krisen Kraft gewinnt und in ihrer Residence Sissi Geschichte und Wärme lebendig hält.

Elisabeth Laimer wurde 1958 in Meran geboren und wuchs als ältestes von vier Kindern auf dem Oberwirtshof in Riffian auf. Nach der Lehrerbildungsanstalt in Meran arbeitete sie 15 Jahre als Lehrerin. 1987 heiratete sie Franz Illmer und überzeugte ihn, die familiengeführte Frühstückspension in ein modernes Appartementhotel umzubauen. 1996 wurde es eröffnet, 1999 starb ihr Mann bei einem Unfall. Mit Entschlossenheit führte sie das Haus weiter, wurde 2010 Bürgermeisterin von Dorf Tirol, bekannt für klare Haltung und Nähe zu den Menschen. Nach einem Brand im Jahr 2022 baute sie das Hotel wieder auf.

Sie haben 1987 Franz Illmer geheiratet. Er führte gemeinsam mit seiner Mutter die Pension in Dorf Tirol. Wie kam es zum Umbau?

Elisabeth Laimer: Franz war ein technisch sehr versierter Mensch, zugleich großzügig und hilfsbereit. Die Pension Illmer wurde klassisch geführt, mit Frühstück und Abendessen. Doch der Tourismus befand sich im Wandel und auch die Bedürfnisse der Gäste veränderten sich. Meine Idee war es, Apartments zu schaffen, die mehr Freiheit und Individualität ermöglichen, ohne auf Komfort zu verzichten. Anfangs war Franz eher skeptisch, doch schließlich ließ er sich überzeugen. Rückblickend war es ein mutiger Schritt – einer, der sich als richtig und zukunftsweisend erwiesen hat.

Drei Jahre später verloren Sie Ihren Mann.

Franz verunglückte tödlich im Haus. Es war, als hätte jemand von einem Moment auf den anderen das Licht ausgeschaltet. Dieser Verlust bedeutete einen tiefen Einschnitt in meinem Leben und stellte mich vor große persönliche und berufliche Herausforderungen. Dennoch war für mich klar, dass ich weitermachen würde – ein

Verkauf kam nicht in Frage. In dieser schwierigen Zeit haben mich meine Eltern und Geschwister sehr unterstützt. Ich habe mich

fian. Ein Nachbar informierte mich, und ich machte mich sofort gemeinsam mit meinem Bruder auf den Weg. Die Situation war

Die 17 Apartements der Residence Sissi von Elisabeth Laimer sind mit viel Liebe zum Detail eingerichtet und bieten Platz für 42 Gäste.

intensiv in die Arbeit gestürzt, viel organisiert, Neues gelernt und mir auch technisches Wissen angeeignet. Dabei war es mir immer wichtig, dass alles sorgfältig und zugleich einladend bleibt.

2022 hat es gebrannt. Wieder ein Einschnitt.

Am 6. Februar 2022 brach am Nachmittag im vierten Stock ein Brand aus. Zu diesem Zeitpunkt war ich bei meiner Mutter in Rif-

erschütternd. Mein großer Dank gilt allen Einsatzkräften, die mit ihrem großen Einsatz Schlimmeres verhindert haben. Instinktiv habe ich – trotz der Gefahr – versucht, wertvolle Gegenstände in Sicherheit zu bringen. Bereits am nächsten Tag habe ich die notwendigen Schritte eingeleitet, Handwerker organisiert und mir gesagt: Wir schaffen das. Vier Monate später konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden –

ein Moment großer Erleichterung und Dankbarkeit.

2010 wurden Sie Bürgermeisterin von Dorf Tirol, als einzige Frau neben vier Männern. Wie kam es dazu?

Ich war zuvor bereits in verschiedenen Parteigremien aktiv, unter anderem als Ortsobfrau der SVP. In dieser Funktion konnten wir eine engagierte Ortsgruppe aufbauen und zahlreiche gemeinsame Initiativen und Veranstaltungen umsetzen. Als die Wahlergebnisse bekannt gegeben wurden, überbrachte mir eine Nachbarin die Nachricht. Es war mir stets ein großes Anliegen, die Vereine einzubinden sowie den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zu pflegen – etwa durch Gesprächsrunden und Bürgerversammlungen. Dabei habe ich gelernt, dass Zuhören oft wirkungsvoller ist als Reden. Politik bedeutet für mich Nähe, Verantwortungsbewusstsein und vor allem Respekt aber auch Mut zu Entscheidungen. Verantwortung zu übernehmen war für mich als älteste von vier Geschwistern und als Tochter politisch engagierter Eltern etwas Selbstverständliches. Die Residence habe ich auch während meiner Amtszeit als Bürgermeisterin weitergeführt.

Meister der Arbeit im Austausch mit der Handelskammer

Der Rat der Meister der Arbeit traf sich am 24. März mit Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen, um über Werte, Aufgaben und die Bedeutung dieser staatlichen Auszeichnung zu sprechen.

Die Auszeichnung „Meister der Arbeit“ zählt zu den höchsten staatlichen Ehrungen für Arbeitnehmer/innen in Italien. Sie würdigt Menschen, die sich durch ihr berufliches Wirken in besonderer Weise ausgezeichnet haben. Die Verleihung erfolgt per Dekret des Präsidenten der Republik und findet traditionell am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, statt.

Anforderungen

Voraussetzung für die Auszeichnung ist ein Mindestalter von 50 Jahren sowie eine mindestens 25-jährige ununterbrochene Berufstätigkeit in einem oder mehreren Unternehmen. Darüber hinaus müssen sich die Geehrten durch besondere Fachkompetenz, großen Fleiß und vorbildliches moralisches Verhalten auszeichnen. Neben diesen grundlegenden Kriterien können auch besondere Leistungen ausschlaggebend sein, etwa Innovationen im technischen

Am 24. März trafen sich Vertreter/innen des Rats der Meister der Arbeit mit Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen (Dritter von links).

oder produktiven Bereich, Beiträge zur Verbesserung der Arbeitssicherheit oder ein langjähriges Engagement in der Ausbildung junger Generationen. Vorschläge für die Verleihung des Arbeitsver-

WIFO prämierte die besten Abschlussarbeiten

dienststerns können jährlich bis 30. Oktober beim Provinzialkonsulat Bozen des Verbands der Meister der Arbeit Italiens eingereicht werden.

Am 24. März fand in der Handelskammer Bozen ein Treffen zwischen Vertreter/innen des Rats der Meister der Arbeit und Handelskammer-Generalsekretär Alfred Aberer statt. Vom Rat der Meister der Arbeit teilgenommen haben Reinhard Senoner, neuer Konsul der Meister der Arbeit, seine Stellvertreterin Carla Partel, Walter Kaserer, Oliviero Fauri sowie Pierluigi Sibilla.

INFO

Arbeitsinspektorat Tel. 0471 418 559 arbeitsinspektorat@provinz.bz.it

Kürzlich wurden die besten Abschlussarbeiten des Wettbewerbs „Bachelor- und Masterarbeiten zur Südtiroler Wirtschaft“ in der Handelskammer Bozen ausgezeichnet und mit einem Preisgeld von je 1.500 Euro belohnt.

arbeit „Taxing Vacant Houses: Evaluating the Economic Impacts of South Tyrol’s Reform of the Municipal Real Estate Tax“ mit der 2023 erhöhten Gemeindeimmobiliensteuer auf leerstehende Wohnungen und den kurzfristigen Auswirkungen dieser Reform auf den Wohnungsmarkt in Südtirol.

In ihrer Masterarbeit „Mitigating Overtourism in Alta Badia through Identity tourism: Reframing the relationships between tourism and the local community” untersuchte Laura Baldin aus Brescia, wie sich der Overtourism in Alta Badia auf das Wohlbefinden der Einwohner/innen und die Qualität des touristischen Erlebnisses auswirkt. Laut der Umfrage sehen sowohl Einheimische als auch Tourist/innen im identitätsbezogenen Tourismus eine Chance, die Beziehung zwischen lokaler Bevölkerung und Gästen zu stärken.

Der Wettbewerb des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen richtet sich an Studierende, die sich in ihren Bachelor- und Masterarbeiten mit Themen der Südtiroler Wirtschaft auseinandersetzen. Bei der kürzlich stattgefundenen Preisverleihung wurden folgende Jugendliche prämiert:

Fabian Giovannini aus Leifers beschäftigte sich in seiner Master-

In ihrer Bachelorarbeit „Von Militäranlagen zu Wirtschaftsstandorten: Eine Analyse der wirtschaftlichen Umnutzung der Südtiroler Bunker“ analysierte Doris Reiserer aus Brixen fünf umfunktionierte Bunker. Laut der Analyse sind vor allem lebensmittelnahe Anwendungen wirtschaftlich rentabel, etwa für die Käsereifung und den Weinausbau.

INFO

WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung Tel. 0471 945 708 wifo@handelskammer.bz.it www.wifo.bz.it/thesis

Im Bild von links nach rechts: WIFO-Direktor Georg Lun mit den Gewinner/innen Laura Baldin, Doris Reiserer und Fabian Giovannini.

Work-Life-Balance als Plus

Sich mit dem eigenen Unternehmen auseinandersetzen, neues Potential finden und ein gutes Argument bei der Suche nach Talenten haben: All das bringt das audit familieundberuf, das die Ivoclar Vivadent Manufacturing GmbH in Naturns durchlaufen hat. Wir haben mit Personalleiter Alois Pföstl über seine Erfahrungen gesprochen.

Alois Pföstl ist mittlerweile seit 34 Jahren in der Firma Ivoclar tätig und seit 25 Jahren für den Bereich People und Culture als Direktor verantwortlich. Nebenberuflich hat er sich zum Personalentwickler bzw. Organisationsentwick ler und Managementtrainer ausgebildet. Neben der Produktionsniederlassung in Naturns betreut er gemeinsam mit seinem Team auch die Verkaufsniederlassung in Bologna. Viele Jahre war Herr Pföstl auch auf Gruppenebene für das Thema Führungskräfteentwicklung mitverantwortlich und betreute zudem über einen Zeitraum von 15 Jahren die Niederlassung in Manila (Philippinen) zu den Themen Personal- und Organisationsentwick lung. Eine wertschätzende Grundhaltung und eine offene Kommunikationskultur liegen ihm sehr am Herzen.

Herr Pföstl, Ihr Unternehmen ist 2023 im Rahmen des audits familieundberuf zertifiziert worden. Welcher Aufwand steckt dahinter?

Alois Pföstl: Der Aufwand ist groß, da die Zertifizierung in mehreren Phasen und über einen Zeitraum von neun Jahren erfolgt, wobei das Unternehmen im Dreijahres-Rhythmus rezertifiziert wird. Primär wurde die Umsetzung von einem internen Projektleiter verfolgt, in allen Phasen gab es zudem Treffen mit Mitarbeitergruppen und dem Management, um die Situation zu analysieren bzw. neue Ziele und Maßnahmen zu definieren. Zusätzlich wurde das Projekt von einer externen Expertin begleitet.

Die Zertifizierung ist keine Momentaufnahme, sondern verlangt einen stetigen Einsatz für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wie sieht dieser bei Ivoclar aus?

Unser Ziel ist, die entwickelten Maßnahmen beizubehalten und bei Bedarf auch neue zur Weiterentwicklung zu definieren. Um dies im Interesse der Belegschaft zu tun, wird ein jährliches Programm erarbeitet und alle zwei, drei Jahre eine Mitarbeiterbefra-

gung zum Thema Vereinbarkeit durchgeführt. Auch wird das Thema bei der internen Führungskräfteentwicklung behandelt.

Wie wichtig ist das Bekenntnis zur Work-Life-Balance bei der Suche nach neuen Talenten?

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird auch bei jüngeren Mitarbeitenden immer wichtiger. Daher sind flexible Arbeitszeit, Smart Working, individuelle Urlaubsplanung, Part Time – auch für Män-

ner –, eine betriebsinterne KITA und sensibilisierte Führungskräfte mittlerweile wesentliche Bestandteile des Employer Branding bzw. bei der Suche, aber auch beim Halten von Talenten.

Spricht man von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, fürchtet so manch ein Arbeitgeber eine schwierigere Organisation oder Einbußen bei der Produktivität … Natürlich werden durch flexible Arbeitszeiten, der Möglichkeit,

Ivoclar ist ein führendes internationales Dentalunternehmen, das hochwertige Produkte und Systeme für Zahnärzte und Zahntechniker herstellt.

von zu Hause aus oder auch Part Time zu arbeiten, Zugeständnisse an die Mitarbeitenden gemacht. Diese Zugeständnisse müssen auf gegenseitigem Vertrauen basieren. Auch ist es für ein Produktionsunternehmen wie Ivoclar durch die Flexibilisierung der Urlaubsplanung, also mit fast keinen festen Urlaubszeiten mehr, schwieriger geworden, den Arbeitsalltag zu organisieren. Auf der anderen Seite steigt aber die Attraktivität des Unternehmens.

Wenn Sie ein Fazit ziehen: Was hat das Zertifikat Ivoclar gebracht?

Für mich war das Wertvollste der Auditierungsprozess über die neun Jahre. Er hat dazu beigetragen, die Situation zu analysieren, sich strukturiert mit Mitarbeitenden und Management Gedanken zum Thema zu machen und gezielt Maßnahmen zu definieren. Zusätzlich wurde das Thema durch die jahrelange intensive Beschäftigung fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie und -kultur. Heute, nach der finalen Zertifizierung, geht es vor allem darum, den Standard zu halten bzw. sich verändernden Rahmenbedingungen und Erwartungen anzupassen.

Aktuell | Handelskammer

Muskelkraft setzen und in Schwung bleiben Ein aktiver Lebensstil macht den Unterschied. MACH MIT UND SEI FIT! provinz.bz.it/fit

IMPRESSUM

Für die Wirtschaft – Mitteilungsblatt der Handels-, Industrie-, Handwerks-, Tourismus- und Landwirtschaftskammer Bozen – 28. Jahrgang, 4/2026

Herausgeber: Handels-, Industrie-, Handwerks-, Tourismus- und Landwirtschaftskammer Bozen

Direktion und Verwaltung: Südtiroler Straße 60, 39100 Bozen, Tel. 0471 945 672

E-Mail: communication@handelskammer.bz.it

Verantwortlicher Direktor: Dr. Alfred Aberer

Redaktion: Handels-, Industrie-, Handwerks-, Tourismus- und Landwirtschaftskammer Bozen

Konzept: Friedl Raffeiner

Druck: Fotolito Varesco Alfred GmbH

Fotos: Auto Elektro Grohe, Baumschule Putzerhof, Bergmeister/Jaist, Fachschule Laimburg/Live-Style Agency; FO Brixen, Freie Universität Bozen, Gartenbaubetrieb Auer Hansjörg, GKN Sinter Metals, Goggi Maximillian, Handelskammer Bozen, Ivoclar, Laimer Elisabeth, Landeshotelfachschule Kaiserhof, Lobis Maria, Mader GmbH/rotwild, Parfumerie Ferrari, Pföstl Günther, Plank Heinrich GmbH, Shutterstock, TFO Max Valier, Tischlerplus/Eder Gerd, Überbacher Bau, WFO Bozen. Zugelassen beim Landesgericht mit Dekret Nr. 3/99

Mitglied der „Unione Stampa Periodica Italiana - USPI“, Rom

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