„Nur wenn wir das Potential aller Generationen nutzen, können wir die Herausforderungen des Arbeitskräftemangels meistern. Das Know-how der älteren Mitarbeitenden ist eine äußerst wertvolle Ressource für den Betrieb und sollte so lange wie möglich bewahrt werden.“
Michl Ebner
Präsident der Handelskammer Bozen
„Die aktuelle Erhebung zeigt, dass das Potential älterer Mitarbeitender für den Südtiroler Arbeitsmarkt von großer Bedeutung ist. Um dieses Potenzial langfristig zu sichern, müssen gezielte Maßnahmen getroffen und Anreize geschaffen werden. Nur so kann es gelingen, erfahrene Fachkräfte länger im Erwerbsleben zu halten.“
Alfred Aberer
Generalsekretär der Handelskammer Bozen
Das Potential älterer Mitarbeitender in Südtirol
Angesichts des zunehmenden Arbeitskräftemangels rückt das Potential älterer Beschäftigter verstärkt in den Fokus. Eine aktuelle Studie des WIFO – Instituts für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen beleuchtet, wie Mitarbeitende ab 55 Jahren motiviert und unterstützt werden können, länger im Erwerbsleben zu bleiben.
Viele ältere Mitarbeitende in Südtirol wären bereit, auch nach dem Renteneintritt weiterzuarbeiten.
In Südtirol gibt es derzeit rund 39.000 unselbstständig Beschäftigte, die älter als 55 Jahre sind. Das entspricht etwa einem Fünftel der gesamten Mitarbeitenden. Eine repräsentative Befragung von 1.200 Beschäftigten dieser Altersgruppe und die Auswertung von Sekundärdaten zeigt, dass 44 Prozent dieser Mitarbeitenden bereit wären, auch nach dem Renteneintritt weiterzuarbeiten. Hochgerechnet entspricht dies einem Potential von etwa 17.000 Personen. Angesichts des prognostizierten Fachkräftemangels von bis zu 30.000 Arbeitskräften bis 2040 stellt diese Gruppe ein bedeutendes Reservoir dar, dessen Arbeitsleistung für die Gesellschaft wichtig ist.
Arbeitszufriedenheit als Schlüsselfaktor
Die Motive für eine mögliche Weiterarbeit beruhen überwiegend auf
persönlichen Beweggründen. Zu den Hauptgründen zählen die Freude an der Arbeit, das Gefühl, gebraucht zu werden, der Wunsch nach sozialen Kontakten und die Verbundenheit mit dem Betrieb. Finanzielle Erwägungen spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Diejenigen, die keine Wei-
terarbeit wünschen, geben mehrheitlich an, den Ruhestand genießen zu wollen. Gesundheitliche Einschränkungen oder Diskriminierungserfahrungen sind nur selten ausschlaggebend.
Die Arbeitszufriedenheit ist ein entscheidender Faktor für die Bereitschaft weiterzuarbeiten.
Zu den Hauptgründen für die Weiterarbeit zählen unter anderem die Freude an der Arbeit sowie der Wunsch nach sozialen Kontakten.
Ein gutes Verhältnis zu Vorgesetzten, ein hohes Gehalt, persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und eine ausgewogene Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben wirken sich besonders positiv auf die Arbeitszufriedenheit aus. Negativ wirkt sich hingegen eine hohe psychische und physische Belastung aus.
Neben der Arbeitszufriedenheit gibt es viele weitere Faktoren, die die Bereitschaft beeinflussen, auch nach dem Renteneintritt weiterzuarbeiten. Besonders hervorzuheben sind eine gute gesundheitliche Verfassung und finanzielle Situation. Unterschiede gibt es auch nach Branche, Geschlecht und Unternehmensgröße. Frauen und Beschäftigte im privaten Dienstleistungssektor sind weniger geneigt, länger zu arbeiten. Beschäftigte in kleineren Betrieben hingegen sind eher dazu bereit.
Was kann man tun?
Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um ältere Arbeitnehmende länger im Erwerbsleben zu halten?
Finanzielle Anreize wie steuerliche Begünstigungen können die Weiterarbeit nach der Rente fördern.
nahmen dieser Art müssen stärker bekanntgemacht und ausgeweitet werden.
Altersgerechte Arbeitsbedingungen
Von besonderer Bedeutung ist es, die Arbeitszufriedenheit zu steigern. Betriebe können dies erreichen, indem sie eine wertschätzende Führungskultur etablieren, attraktive Entlohnungsmodelle anbieten und älteren Mitarbeitenden weiterhin interessante und entwicklungsorientierte Aufgabenfelder eröffnen.
Ein wichtiger Ausgangspunkt zur Stärkung der Erwerbstätigkeit älterer Mitarbeitender ist die Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen: Beschränkungen zur Weiterarbeit nach der Rente im öffentlichen Dienst sollten auf-
gehoben werden und die Bevölkerung sollte besser über die vielen Möglichkeiten der Weiterarbeit nach Renteneintritt informiert werden. Langfristig erscheint auch eine schrittweise Anhebung des tatsächlichen Rentenalters unumgänglich.
2.2.2. Arbeitsplatzbezogene Merkmale
3.3 Voraussetzungen für eine Weiterarbeit nach dem Renteneintritt über 55-jährigen Mitarbeitenden, die angaben, nach dem Renteneintritt weiterarbeiten zu wollen, wurden außerdem gefragt, wie viele Stunden sie wöchentlich arbeiten möchten Wie Abbildung 3.4 zeigt, gibt es unter den Befragten der Wunsch nach einer kürzeren Arbeitswoche: Nur 13,2 % sind bereit, zwischen 31 und 40 Stunden pro Woche zu arbeiten.
Zudem sind finanzielle Anreize erforderlich. Dazu zählen steuerliche Begünstigungen und die Be-
„Wie viele Stunden pro Woche möchten Sie nach Ihrem Pensionseintritt arbeiten, wenn Sie die Arbeitszeit selbst bestimmen können?" Verteilung der Mitarbeitenden 55+, die nach dem Renteneintritt weiterarbeiten würden, in Prozent
freiung von Sozialbeiträgen für diejenigen, die nach der Rente weiterarbeiten. Ein erster Schritt war etwa die Einführung der „neuen Voucher“ in Italien seit 2023, welche gelegentliche Kleinaufträge vorsieht und für Rentner besonders attraktiv ist, da die Einnahmen bis zu einem Jahreslimit von 5.000 Euro steuerfrei und mit der Rente kumulierbar sind. Maß-
Gleichzeitig muss die Reduzierung von Belastungen in den Fokus rücken. Dazu gehören neben präventiven Maßnahmen gegen Stress auch der vermehrte Einsatz ergonomischer Arbeitsplätze und technischer Hilfsmittel, um körperliche Anstrengungen zu verringern. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist der Ausbau der Flexibilität, vor allem durch die Bereitstellung von Teilzeitmodellen mit geringeren Wochenstunden, um die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben älterer Mitarbeitender zu gewährleisten.
INFO
Ein eindeutiges Bild zeigt sich auch bei der Unternehmensgröße: Je kleiner der Betrieb, desto zufriedener sind die älteren Mitarbeitenden. So beträgt der Anteil der sehr zufriedenen Mitarbeitenden in den Kleinstbetrieben mit weniger als fünf Beschäftigten erfreuliche 82,5 %, während er bei den Großbetrieben mit 250 und mehr Beschäftigten „nur“ noch 51,1 % erreicht. Aus der Befragung konnten auch weitere deskriptive Zusammenhänge erschlossen werden, die im Kapitel 4 im Rahmen des Strukturgleichungsmodells im Gesamtzusammenhang genauer herausgearbeitet werden. Interessanterweise besteht ein tendenzieller Zusammenhang der
Was beeinflusst die Bereitschaft, nach der Rente weiterzuarbeiten?
Arbeitszufriedenheit
Die Arbeitszufriedenheit ist bei alt und jung sehr hoches gibt kaum Unterschiede.
Sehr zufrieden Eher zufrieden
Die Arbeit ist wichtig/Ich fühle mich nützlich
Ich fühle mich noch jung und belastbar
Gesundheitszustand
Ein guter Gesundheitszustand wirkt sich positiv auf die Arbeitszufriedenheit aus.
Arbeitsbereitschaft nach dem Renteneintritt Rund 17.000 Personen könnten sich unter passenden Bedingungen vorstellen, weiterhin zu arbeiten.
62 5 1A 15
Sehr schlecht Unzufrieden
Gründe dafür
Ich schätze die sozialen Kontakte im Beruf
Der Betrieb bedeutet mir sehr viel
Ich schätze den Respekt bei der Arbeit
32
Nein, keinesfalls
Ja Eher Nein
Ich brauche das zusätzliche Einkommen
In meinem sozialen Umfeld ist das normal
Ich möchte mich beruflich neu verwirklichen
Mein/e Partner/in arbeitet noch
Ich möchte meinen Ruhestand genießen
Gründe dagegen
In meinem sozialen Umfeld ist das normal
Mein Beruf ist mir zu viel geworden
Der finanzielle Anreiz ist nicht ausreichend
Meine Arbeitgeber möchten es nicht Ich muss Angehörige/ Kinder betreuen
Die Arbeit bereitet mir keine Freude
Ich werde wegen meines Alters diskriminiert
Quelle: WIFO Bericht 2.25
Eher
Webinar: Kosmetika
Kostenloses Webinar des Service für Produktsicherheit und Etikettierung zu Verantwortung, rechtlichen Pflichten und Etikettierungsvorschriften für Unternehmen der Kosmetikbranche.
Am 6. Mai 2026 findet ein kostenloses Webinar für Unternehmen, Händler und Hotels statt, die Kosmetikprodukte unter eigener Marke vertreiben. Ziel dieser Veranstaltung ist es, Klarheit über die rechtlichen Verantwortlichkeiten und Etikettierungsauflagen zu schaffen. Das Programm beinhaltet einen Erfahrungsbericht des lokalen Unternehmens Trehs – Sarner Natur GmbH.
gabe der Inhaltsstoffe auf dem Etikett behandelt.
Ein Praxisbeispiel
Im Anschluss zeigt Andrea Bortolameotti, CEO von Trehs – Sarner Natur GmbH, die wichtigsten Herausforderungen auf, denen sich ein lokales Unternehmen stellen muss, um die vollständige Rechtskonformität seiner Produkte sicherzustellen. Sie unter-
Händler und Hotels statt, die Kosmetikprodukte unter eigener Marke vertreiben.
Die Rechtsvorschriften
Unternehmen dürfen nur Kosmetikprodukte in Umlauf bringen, die für die Gesundheit der Verbraucher/innen sicher sind. Die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 schreibt unter anderem die Benennung einer verantwortlichen Person, die Notifizierung jedes Produkts über das Portal (CPNP) der Europäischen Kommission sowie die Einhaltung klarer Vorgaben zur Zusammensetzung vor. Dazu informiert Sara Pellicari vom „As Cosmeceutic Labor“ und gibt einen Überblick über den Rechtsrahmen im Kosmetiksektor. Zudem werden sprachliche Vorgaben und die korrekte An-
In Memoriam: Mauro Pellegrini
Die Handelskammer Bozen gedenkt eines Menschen, der über viele Jahrzehnte die Südtiroler Wirtschaftslandschaft maßgeblich geprägt hat.
Mauro Pellegrini ist am 31. Jänner 2026 im Alter von 82 Jahren verstorben. Mit ihm verliert Südtirol eine Persönlichkeit, die Verantwortung stets als Dienst am Gemeinwohl verstanden hat und die Entwicklung des Handels und insbesondere des Bäckerhandwerks maßgeblich beeinflusste.
Langjähriger Einsatz
streicht den strategischen Wert sowie das große Wettbewerbspotenzial lokaler Rohstoffe wie der Sarner Latsche oder dem Bergheu von der Seiser Alm. Das Webinar findet in deutscher und italienischer Sprache am Mittwoch, 6. Mai 2026, von 11:00 bis 12:30 Uhr statt.
Eine Anmeldung innerhalb 4. Mai 2026 über die Internetseite der Handelskammer Bozen ist erforderlich.
Über viele Jahre wirkte Mauro Pellegrini als Vizepräsident des hds sowie als Vizepräsident der Südtiroler Bäckerinnung. Mit großer Umsicht, Bescheidenheit und Weitsicht setzte er sich für die Anliegen der Wirtschaft ein. Zudem war er von 1994 bis 2013 Mitglied des Kammerrates und des Kammerausschusses der Handelskammer Bozen.
Auch unternehmerisch hinterlässt Mauro Pellegrini bleibende Spuren. Als Geschäftsführer und späterer Verwaltungsratspräsident führte er über viele Jahre das Familienunternehmen Lemayr, die größte Bäckerei Südtirols. Gemeinsam mit seiner Frau Johanna Lemayr begleitete er die starke Expansion der Bäckerei,
inklusive wichtiger Übernahmen. Bis ins hohe Alter war er täglich im Unternehmen präsent und lebte vor, dass Arbeit Erfüllung sein kann. Sein oft zitierter Satz „Ich bin in Rente und arbeite daher nur mehr acht Stunden pro Tag“ zeugt von seiner Haltung, seinem Pflichtbewusstsein und seiner Freude an der Tätigkeit.
Brückenbauer
In Erinnerung bleibt vor allem seine menschliche Art: Mauro Pellegrini war ein Brückenbauer, ein verlässlicher Ansprechpartner und jemand, der stets das Gemeinwohl in den Mittelpunkt stellte. Sein Engagement, seine Bescheidenheit und sein Pflichtbewusstsein bleiben vorbildhaft. Mauro Pellegrini hinterlässt eine große Lücke. Er bleibt in dankbarer und ehrender Erinnerung als Unternehmer, als Funktionär, als Vorbild und als Mensch.
INFO
Generalsekretariat
Handelskammer Bozen Tel. 0471 945 615
generalsekretariat@handelskammer.bz.it
Am 6. Mai 2026 findet ein kostenloses Webinar für Unternehmen,
Mauro Pellegrini prägte über viele Jahrzehnte die Südtiroler Wirtschaft und das Handwerk als Unternehmer und Funktionär.
30 Jahre Handelsregister
Seit 30 Jahren gewährleistet das Handelsregister verlässliche Unternehmensdaten und trägt damit entscheidend zu Transparenz und Rechtssicherheit in der Wirtschaft bei.
Das Handelsregister ist heute ein digitales Informationssystem, das Unternehmen und Behörden jederzeit zuverlässige Daten bereitstellt.
Das Handelsregister feierte im Februar sein 30-jähriges Bestehen und blickt auf die Entwicklung vom administrativen Verzeichnis hin zu einem modernen digitalen
Informationssystem zurück. Seinen Ursprung hat das Register im Zivilgesetzbuch von 1942, die tatsächliche Umsetzung erfolgte jedoch erst 1996 mit dem
Zusammenschluss des bei den Handelskammern angesiedelten Firmenregisters und des bei den Gerichtskanzleien angesiedelten Gesellschaftsregisters. Seither ist es über das Portal registroimprese. it italienweit zugänglich und bildet die wirtschaftliche Realität Italiens nahezu in Echtzeit ab. „Das Handelsregister war von Beginn an ein Meilenstein für mehr Transparenz und wirtschaftliche Verlässlichkeit. Es hat die Informationslandschaft nachhaltig verändert“, so Josef Rottensteiner, Generalsekretär der Handelskammer Bozen von 1997 bis 2011. Mit jährlich über 3,2 Millionen digital abgewickelten Vorgängen ist das Handelsregister heute eine zentrale Säule der wirtschaftlichen Infrastruktur und ein un-
Digitales Domizil: Pflicht für alle Unternehmen
verzichtbares Instrument für Öffentlichkeit, Unternehmen und Verwaltung. Zudem begleitet es seit drei Jahrzehnten zahlreiche gesetzliche Reformen, treibt die Digitalisierung voran und stärkt die Rechtssicherheit. Georg Tiefenbrunner, Handelsregisterführer der Handelskammer Bozen, betont: „Das Handelsregister ist weit mehr als eine Sammlung von Unternehmensdaten. Es ist ein lebendiges System, das Transparenz schafft und Vertrauen in den wirtschaftlichen Austausch stärkt.“
Unternehmen müssen ihre gültige PEC-Adresse dem Handelsregister melden und aktiv halten. Geschieht dies nicht, vergibt die Handelskammer von Amts wegen ein neues digitales Domizil und ist dazu verpflichtet, eine Verwaltungsstrafe auszustellen.
Unternehmen in Form einer Einzelfirma oder einer Gesellschaft sind gesetzlich dazu verpflichtet, eine gültige PEC-Adresse (das sog. digitale Domizil) beim Handelsregister zu hinterlegen und diese dauerhaft funktionsfähig zu halten.
So funktioniert‘s
Wird keine PEC-Adresse gemeldet oder ist die gemeldete Adresse ungültig oder inaktiv, weist die Handelskammer von Amts wegen eine neue PEC-Adresse zu. Sie besteht aus der Steuernummer des Betriebes und endet mit impresaitalia.it. Diese Adresse kann nur Nachrichten empfangen, sie funk-
tioniert jedoch nicht für das Versenden von Nachrichten. Rechtlich hat sie dieselbe Gültigkeit wie eine reguläre PEC-Adresse und scheint im Handelsregister sowie im Verzeichnis INI PEC auf. Amtliche Nachrichten aller Behörden, auch Verwaltungsstrafen, können an dieses neue digitale Domizil zugestellt werden. Zugang zum Postfach haben die gesetzlichen Vertreter/innen des Unternehmens über die digitale Unternehmensbox auf impresa. italia.it oder über die zugehörige App. Die Anmeldung erfolgt mit der digitalen Identität SPID oder mit der Karte CNS.
Das digitale Domizil dient als offizieller elektronischer Empfangskanal für Mitteilungen aller Behörden.
Die amtswegige Vergabe einer neuen PEC-Adresse führt zudem zu einer Verwaltungsstrafe in der Höhe von 60 Euro für Einzelunternehmen und 412 Euro für Gesellschaften. Dazu kommen 5 Euro für die Zustellung.
Fruchtaufstriche sind das Spezialgebiet der beiden Schwestern Sandra und Claudia Bertoglio. Sie produzieren diese unter dem Namen kleinesGlück in einer Küche in Bozen. „100 % handmade“ ist ihr Motto.
Was genau macht kleinesGlück?
Sandra Bertoglio: Wir machen Fruchtaufstriche. Hauptsächlich mit Südtiroler Obst.
Claudia Bertoglio: (lacht) Keine Sirupe und Chutneys, denn auch das werden wir oft gefragt.
Sandra Bertoglio: Unser Sortiment umfasst die klassischen Sorten wie Marille, Erdbeere und Himbeere, aber auch kreativere wie zum Beispiel mit Ingwer, Kokos oder Gewürzen.
Wann wurde kleinesGlück gegründet und wer hatte die zündende Idee zur Unternehmung?
Sandra Bertoglio: Marmeladen machen war immer schon eines meiner Hobbys. Als meine Kinder klein waren und ich in Mutterschaft war, habe ich dann immer öfter Marmeladen eingekocht. Den Menschen haben diese sehr gut geschmeckt und dann kam irgendwann die Frage auf: Warum mache ich mich nicht selbständig damit. Das war im Jahr 2022.
Wie unterscheiden sich die Fruchtaufstriche von kleinesGlück von denen der Konkurrenz?
Claudia Bertoglio: Wir sind im Gegensatz zu den anderen Firmen
(rechts) hat die Firma „kleinesGlück“ im Jahr 2022 gegründet. Seit Anfang 2025 arbeitet auch ihre Schwester Claudia Bertoglio (links) im Betrieb. Während sich Sandra um die Produktion und den Einkauf kümmert, ist Claudia für die Organisation, Kundenbetreuung, Lieferanten und die Vermarktung zuständig.
klein. Bei uns ist alles handgemacht und ohne Zusatzstoffe. Wir nehmen jede Frucht einzeln in die Hand und schauen, ob sie den richtigen Reifegrad hat und prüfen jede Charge auf Qualität und Geschmack. Nur wenn alles passt, landet es bei uns im Topf. Dadurch können wir hohe Qualität garantieren.
Sandra Bertoglio: … und wir beziehen das Obst größtenteils direkt von umliegenden Bauern, die uns kontaktieren, sobald es reif ist. Und am Tag darauf werden die Früchte auch schon eingekocht.
Die ersten Jahre nach der Unternehmensgründung sind bekanntlich die schwersten. Welche waren die größten Schwierigkeiten, die es zu überwinden galt?
Sandra Bertoglio: Ja, das stimmt. Am Anfang war ich ein wenig blauäugig. Immer als ich gedacht hatte, jetzt habe ich etwas Geld eingenommen, kam eine neue Rechnung einer Steuer, Versicherung oder eine Pensionszahlung und ein Großteil des Geldes war wieder weg.
Claudia Bertoglio: Die Positionierung war auch richtig anspruchsvoll. Es war und ist sehr zeitaufwendig, bei den Konsument/innen
bekannt zu werden und sich einen Absatzmarkt aufzubauen.
Haben Sie bisher Dienste der Handelskammer in Anspruch genommen? Wenn ja, welche?
Sandra Bertoglio: Ja, schon in der Gründungsphase war ich beim Service für Unternehmensgründung und habe mich beraten lassen. Später nutzte ich den Service für Produktsicherheit und Etikettierung, der mir bei der Erstellung der Etiketten stark weitergeholfen hat.
Alle Verkaufspunkte von kleinesGlück finden sich auf der Internetseite www. kleines-glueck.it.
Claudia Bertoglio: Ich habe verschiedenste Kurse des WIFIService für Weiterbildung und Personalentwicklung absolviert.
Schaffen Sie es immer gleichbleibenden Geschmack bzw. Qualität zu liefern? Wenn ja, wie?
Sandra Bertoglio: Das ist gar nicht so einfach. Ich bin da stets beim Tüfteln und Verändern. Genau das ist es auch, das mir so viel Spaß macht. Je nach Obst und Reifegrad braucht es beispielsweise mehr oder weniger Zitronensaft. Wenn ich mit der Qualität des Obstes nicht zufrieden bin, sortiere ich manchmal einzelne Stücke aus.
Claudia Bertoglio: … die bekommt dann mein Pferd (lacht).
Wo sehen Sie kleinesGlück in zehn Jahren?
Sandra Bertoglio: Natürlich wollen wir noch ein wenig wachsen, unser Ziel ist es aber nicht, ein großer Konzern zu werden, sondern weiterhin mit lokalen Bauern zusammenzuarbeiten und nicht industriell zu werden. Wichtig ist, dass wir unseren Lebensunterhalt damit verdienen können.
Claudia Bertoglio: … und weiterhin so viel Freude an unserer Arbeit haben.
Steigende Energiepreise verunsichern Südtiroler Unternehmen
Die Frühjahrsausgabe des Wirtschaftsbarometers des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung zeigt, dass nach einem positiven Jahr 2025 nun die Sorge über steigende Energie- und Kraftstoffpreise wächst.
Bei den Südtiroler Unternehmen wächst die Sorge vor steigenden Kraftstoff- und Energiepreisen bedingt durch die unsichere weltpolitische Lage.
Im Vergleich zur vorherigen Erhebung im Herbst zeigt die aktuelle Ausgabe des Wirtschaftsbarometers eine Verbesserung der Einschätzungen der Südtiroler Unternehmen hinsichtlich der Ertragslage im Jahr 2025. Diese wird nun von mehr als neun von zehn Betrieben als zufriedenstellend bewertet. Der Ausbruch des Krieges im Iran und dessen unmittelbare Auswirkungen auf die Energiepreise sorgen jedoch für Unsicherheit hinsichtlich der kommenden Monate. Das WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen schätzt für 2025 einen Anstieg des Südtiroler BIP um 1,1 Prozent. Für 2026 könnte das Wachstum zwischen 0,5 und 0,9 Prozent liegen, abhängig von der Dauer und der Entwicklung des Krieges im Nahen Osten.
Südtiroler Wirtschaft
Die wirtschaftliche Entwicklung in Südtirol hat sich im letzten Teil des vergangenen Jahres leicht beschleunigt. Entsprechend haben sich die Einschätzungen der Unternehmen zur Rentabilität im Jahr 2025 verbessert. Diese wird nun in 92 Prozent der Fälle als befrie-
Geschäftsklima in der Südtiroler Wirtschaft: Rückblick 2016-2025 und Erwartungen für 2026
Quelle: WIFO - Wirtschaftsbarometer Index: Differenz zwischen Anteil der „guten“ und „schlechten“ Bewertungen zur Ertragslage
Der WIFO-Geschäftsklimaindex bleibt für 2026 positiv, zeigt jedoch einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr.
Was ist das Wirtschaftsbarometer?
Das Wirtschaftsbarometer ist die wichtigste Konjunkturerhebung des WIFO der Handelskammer Bozen. Dreimal jährlich werden rund 2.500 Unternehmen gebeten, die Entwicklung der Ertragslage, des Umsatzes, der Investitionen, der Beschäftigung und des wirtschaftlichen Umfeldes zu beurteilen. Die Erhebung umfasst alle Sektoren der Südtiroler Wirtschaft: Landwirtschaftliche Genossenschaften, Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Handel, Tourismus, Dienstleistungen und Transport.
digend bewertet. Das vergangene Geschäftsjahr war durch ein Umsatzwachstum gekennzeichnet, vor allem für größere Unternehmen. Besonders deutlich stieg das Geschäftsvolumen bei den landwirtschaftlichen Genossenschaften, im Großhandel und im Dienstleistungssektor, aber auch die Bereiche Verkehr, Gastgewerbe, Einzelhandel und das Verarbeitende Gewerbe verzeichneten ein deutliches Plus. Die Investitionen sind leicht gestiegen, vor allem was die Anschaffung von Fahrzeugen betrifft. Der Arbeitsmarkt hat sich weiterhin positiv entwickelt: 2025 gab es in Südtirol durchschnittlich rund 235.200 unselbstständig Beschäftigte, mit einem Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote ging auf 1,8 Prozent zurück. Die Erwartungen für 2026 werden durch die unsichere Lage im Nahen Osten gedämpft. Diese hat zu starken Preisanstiegen bei Kraftstoffen und Energie geführt. Nach Angaben der befragten Unternehmen dürfte der Umsatz in den kommenden Monaten weiter steigen, allerdings auch aufgrund notwen-
diger Preiserhöhungen, um den Kostenanstieg zumindest teilweise auszugleichen. Die Rentabilitätsaussichten bleiben positiv, zeigen jedoch einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr: Der entsprechende WIFO – Geschäftsklimaindex sinkt von +28 Punkten für 2025 auf +20 Punkte für 2026. Die große Ungewissheit und Besorgnis aufgrund der Nahost-Krise wird sich auch auf die Investitionstätigkeit auswirken, die voraussichtlich stagnieren wird.
Internationale Wirtschaft
In der zweiten Hälfte des Jahres 2025 haben der Waffenstillstand im Palästina-Konflikt und die teilweise Senkung der Handelszölle durch die Vereinigten Staaten infolge von Abkommen mit verschiedenen Ländern der internationalen Wirtschaftslage eine Atempause verschafft. Die jüngsten Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für das vergangene Jahr zeigen ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,3 Prozent. Das BIP der Vereinigten Staaten profitierte von massiven öffentlichen und privaten Investitionen im Zusammenhang mit der Entwicklung der künstlichen Intelligenz und der Rüstungsindustrie und verzeichnete einen Anstieg von 2,1 Prozent.
Entwicklung in Europa
Auch die Schätzung zum Wachstum der Eurozone wurde für 2025 nach oben korrigiert und liegt nun bei 1,4 Prozent. Was das Jahr 2026 betrifft, so prognostizierte die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrer jüngsten, im März veröffentlichten Prognose, einen Anstieg des BIP der Eurozone um 0,9 Prozent.
Der Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf den Iran und der damit verbundene Anstieg der Energiepreise führen jedoch zu einer Konjunkturabschwächung in Europa, deren Ausmaß von der
Südtiroler Wirtschaft: Geschäftsklima für 2025 und für 2026 nach Sektoren
Index: Differenz zwischen Anteil der „guten“ und „schlechten“ Bewertungen zur Ertragslage
Das Geschäftsklima ist vor allem im Transportsektor, im Gastgewerbe und im Großhandel positiv.
weiteren politischen Entwicklung abhängen wird.
Schwaches Wachstum in Italien
Trotz der positiven Entwicklung des BIP im vierten Quartal wuchs die italienische Wirtschaft im Jahr 2025 nur um 0,5 Prozent. Da das Defizit im Verhältnis zum BIP bei 3,1 Prozent lag, wird Italien 2026 nicht aus dem europäischen Defizitverfahren entlassen. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bleibt hingegen positiv: Im Januar 2026 lag die Beschäftigungsquote bei 62,6 Prozent, während die Arbeitslosenquote mit 5,1 Prozent einen neuen Tiefstand erreichte. Für 2026 prognostizierte der Internationale Währungsfonds im Januar ein Wachstum des italienischen BIP von 0,6 Prozent. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Konflikt im Nahen Osten jedoch in den kommenden Monaten zu einer Korrektur der Prognosen nach unten führen.
Südtiroler Bruttoinlandsprodukt
Für das Jahr 2026 werden die Auswirkungen des Krieges im Iran auf die Konjunktur in Südtirol vor allem von der Entwicklung der Energie- und Kraftstoffpreise und den daraus resultierenden inflationären Effekten abhängen, die den Konsum und die Exporte bremsen könnten.
Die große Ungewissheit wird sich zudem negativ auf die Investitionsentscheidungen der Unternehmen auswirken. Unter der Annahme, dass die Kampfhandlungen im Iran bis zum Sommer eingestellt werden, dürfte das BIP-Wachstum zwischen 0,5 und 0,9 Prozent liegen.
Laut WIFO soll die Südtiroler Wirtschaft heuer zwischen 0,5 und 0,9 Prozent wachsen.
Das Wirtschaftsbarometer ist die wichtigste Konjunkturerhebung des WIFO der Handelskammer Bozen.
Exportkontrolle: Mehr als Compliance
Der Service für Internationalisierung der Handelskammer Bozen unterstützt die Südtiroler Exportunternehmen durch Information und Beratung rund um die technische Exportabwicklung, unter anderem auch zum Thema Exportkontrolle. Dazu findet am 21. Mai 2026 ein kostenloses WIFI-Kompaktseminar mit Matthias Merz statt. Im Artikel erläutert der Experte, warum Exportkontrolle für Unternehmen im Außenhandel von zentraler Bedeutung ist.
Schon einzelne grenzüberschreitende Geschäfte stellen kleine und mittlere Unternehmen vor komplexe Fragestellungen. Nicht nur Zoll- und Steuerrecht, internationaler Zahlungsverkehr, Transportabwicklung, sondern auch das Thema Exportkontrolle wird dabei immer wichtiger. Über Jahre wurde die Exportkontrolle von vielen Unternehmen nicht so wahrgenommen und teils als bürokratisches Hindernis, oft auch als Exportverhinderer, gesehen.
Strategische Bedeutung
Heute ist das Bewusstsein für ihre strategische Bedeutung deutlich gewachsen. Verschärfte Sanktionen und erhebliche Haftungsrisiken haben gezeigt, dass die Exportkontrolle ein zentraler Bestandteil wirksamen Risikomanagements ist.
Exportkontrolle im geopolitischen Spannungsfeld
Die klassische Exportkontrolle prüft Güter, Länder, Personen und Endverwendungen. Durch aktuelle geopolitische Entwicklungen hat sich ihre Rolle grundlegend
erweitert. Exportkontrolle ist heute mehr als nur eine reine Kontrollaufgabe. Sie wirkt zunehmend als Instrument im wirtschaftspolitischen Spannungsfeld zwischen den USA, China und der EU. Technologiebeschränkungen und extraterritoriale Regelungen zwingen Unternehmen dazu, zwischen unterschiedlichen Rechtsräumen sicher zu navigieren. Besonders die EU-Sanktionspakete gegen Russland, die seit Beginn des Ukraine-Kriegs kontinuierlich verschärft wurden, greifen tief in bestehende Geschäftsbeziehungen ein. Damit prägt die Exportkontrolle heute maßgeblich Marktentscheidungen, Lieferketten und internationale Partnerschaften.
Konsequenzen für die Unternehmenspraxis
Unternehmen sollten die Exportkontrolle fest in ihre Unternehmenssteuerung integrieren. Klare
Zuständigkeiten, Freigabeprozesse mit Stopp- und Weisungsbefugnissen, Materialstammdatenmanagement, digital unterstützte Prozesse, eine kontinuierliche Beobachtung regulatorischer Entwicklungen sowie regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden sind entscheidend, um Rechtssi-
cherheit zu gewährleisten und zugleich international handlungsfähig zu bleiben.
Embargos, Sanktionslisten und Genehmigungspflichten erfordern genaue Kenntnisse der geltenden EU-Regelungen.
WIFIKompaktseminar: Umgang mit ComplianceRegeln, Embargos und Sanktionslisten
Unternehmen, die am Außenhandel teilnehmen, stehen vor zunehmend komplexen Anforderungen im Bereich der Exportkontrolle. Embargos, Sanktionslisten und Genehmigungspflichten, insbesondere im Zusammenhang mit aktuellen Maßnahmen gegenüber Russland und Belarus, erfordern genaue Kenntnisse der geltenden EU-Regelungen. Programm:
- Systematik und Grundbegriffe der Exportkontrolle - Genehmigungspflichten und Verbote in der Exportkontrolle: Embargobegriff - Personenbezogene Beschränkungen: Kritische Länder/Embargos Besondere Embargo-Risiken z. B. indirekte Geschäfte, Umgehungsgeschäfte „Best efforts“ und Kauf- und Verkaufsverbote u.a.m.
Umgehungsrisiken: Empfehlungen der EU-Kommission End-Use-Zertifikate und Absicherungen Organisation („ICP“), Empfehlungen für ein Exportkontroll-Compliance Programm Internetseiten für Recherche und Embargoprüfung
Das Event findet am 21. Mai 2026 vormittags statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung bis 14. Mai 2026 ist erforderlich.
Streitfälle klären: Das Schiedsgericht als Alternative
Immer mehr Unternehmen setzen bei Streitigkeiten auf Schiedsverfahren. Wie das Schiedsgericht der Handelskammer Bozen arbeitet und wann sich dieser Weg besonders anbietet, erklärt der Rechtsanwalt Hartwig Amplatz im Interview.
Herr Amplatz, wie arbeitet das Schiedsgericht?
Hartwig Amplatz: Ein Schiedsgericht wird unter bestimmten Voraussetzungen alternativ zur staatlichen Gerichtsbarkeit angerufen. Es wird auf Antrag einer oder mehrerer Streitparteien tätig und entscheidet über privatrechtliche Rechtsstreitigkeiten zwischen Personen, Unternehmen oder Gesellschaften. Das Schiedsverfahren wird durch die Schiedsordnung geregelt. Je nach Streitwert oder Sachgebiet besteht es entweder aus einem/r Einzelschiedsrichter/in oder aus einem dreiköpfigen Schiedsrichtersenat. Die Entscheidung erfolgt in Form eines Urteils (Schiedsspruch). Diesem liegt der von den Streitparteien vorgetragene Sachverhalt und deren gestellte Klagebegehren zugrunde und ist für diese verbindlich.
In welchen Bereichen kann das Schiedsgericht entscheiden? Das Schiedsgericht kann grundsätzlich über verfügbare Rechte entscheiden. Dazu zählen etwa Geldforderungen, vertragliche Ansprüche oder Eigentumsrechte. Nicht entscheiden kann es hingegen über Rechte, die nicht der freien Verfügbarkeit der Streitparteien unterliegen und im öffentlichen Interesse geschützt sind. Dazu gehören insbesondere Persönlich-
Jahrgang 1958, besuchte das wissenschaftliche Lyzeum in Bozen und studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Innsbruck und Padua. Nach der Rechtsanwaltsprüfung am Oberlandesgericht Trient eröffnete er Anwaltskanzleien in Bozen und Neumarkt. Von 2011 bis 2019 war er Mitglied des Ausschusses der Rechtsanwaltskammer Bozen und arbeitete in mehreren Fachkommissionen mit. Zudem gehörte er von 2016 bis 2020 dem Rat der Gerichtsbarkeit am Oberlandesgericht Trient an, einem peripheren Organ des Obersten Rats der Gerichtsbarkeit in Rom. Seit 2019 ist er Mitglied des Schiedsrates der Handelskammer Bozen und seit dem 1. Dezember 2025 auch dessen Präsident.
keitsrechte oder Fragen des Personenstandes, wie Ehetrennungen, Scheidungen oder Vaterschaftsklagen. Arbeitsrechtliche Streitigkeiten können nur dann vor ein
Rechtsstreitigkeiten, erfolgt die Ernennung durch den Schiedsrat. Dieser besteht aus Vertreter/innen verschiedener Berufsgruppen, gewährleistet Unparteilichkeit und
Informationen zur neuen Schiedsklausel und zum Zugang zu Schieds- oder Gutachterverfahren sind über den QR-Code verfügbar.
Schiedsgericht gebracht werden, wenn dies gesetzlich oder kollektivvertraglich ausdrücklich vorgesehen ist.
Wie werden die Schiedsrichter/innen ernannt?
Grundsätzlich können die Parteien die Schiedsrichter/innen selbst bestimmen, immer sofern diesbezüglich Einigkeit besteht. Bei einem/r Einzelschiedsrichter/in müssen sie sich auf diese Person einigen, bei einem Senat zumindest auf dessen Präsidenten bzw. Präsidentin. Kommt keine Einigung zustande oder handelt es sich um gesellschaftsrechtliche
wählt die Schiedsrichter/innen aus offiziellen Verzeichnissen oder ernennt bei Bedarf andere qualifizierte Fachleute.
Welche grundsätzliche Voraussetzung muss ein/e Schiedsrichter/in erfüllen?
Schiedsrichter/innen müssen völlig unabhängig und unparteiisch sein. Personen mit persönlichen oder beruflichen Beziehungen zu einer Streitpartei oder mit eigenem Interesse am Verfahrensausgang dürfen nicht ernannt werden. Die Kontrolle ist diesbezüglich sehr rigoros und die Schiedsrichter/innen sind verpflichtet, eine
schriftliche Unabhängigkeitserklärung abzugeben.
Welche Vorteile hat ein Schiedsverfahren?
Ein wesentlicher Vorteil ist die zügige Durchführung des Verfahrens. Die Parteien erhalten relativ rasch eine Entscheidung und damit Rechtssicherheit, was insbesondere für Unternehmen von großer Bedeutung ist. Gleichzeitig bleibt eine sorgfältige Prüfung des Sachverhalts gewährleistet. Zudem werden die Parteien persönlich angehört und können ihre Argumente ausführlich darlegen. Die Schiedsrichter/innen nehmen sich hierfür ausreichend Zeit, oft über mehrere Verhandlungstage hinweg. Dadurch entsteht oft die Möglichkeit, während des Verfahrens eine einvernehmliche Lösung zu finden.
Wann ist grundsätzlich ein Schiedsgericht zuständig?
Die Zuständigkeit beruht auf einer entsprechenden Vereinbarung der Parteien. Diese kann nach Auftreten der Rechtsstreitigkeit oder bereits im Vorhinein in Form einer Schiedsklausel im Rahmen eines Vertrages getroffen werden. Eine sorgfältige Ausarbeitung solcher Klauseln und entsprechende Rechtsberatung ist sehr zu empfehlen.
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Wie gründe ich ein Unternehmen?
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Information und Anmeldung
WIFI - Weiterbildung und Personalentwicklung
Tel. 0471 945 666 | wifi@handelskammer.bz.it
Einfach online anmelden: www.wifi.bz.it
Für die Wirtschaft – Mitteilungsblatt der Handels, Industrie, Handwerks, Tourismus und Landwirtschaftskammer Bozen – 28. Jahrgang, 3/2026
Herausgeber: Handels, Industrie, Handwerks, Tourismus und Landwirtschaftskammer Bozen
Direktion und Verwaltung: Südtiroler Straße 60, 39100 Bozen, Tel. 0471 945 672
EMail: communication@handelskammer.bz.it
Verantwortlicher Direktor: Dr. Alfred Aberer
Redaktion: Handels, Industrie, Handwerks, Tourismus und Landwirtschaftskammer Bozen
Konzept: Friedl Raffeiner
Druck: Fotolito Varesco Alfred GmbH
Der gute Ton Kundenservice am Telefon und Empfang 19. Mai 2026
Wirksame Nachhaltigkeitskommunikation
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