


Bilderseite: Neujahrstreffs 2026
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Interview mit Irene Visentini und Sofía Sánchez
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Bilderseite: Neujahrstreffs 2026
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Interview mit Irene Visentini und Sofía Sánchez
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Die bäuerliche Direktvermarktung trägt zur Einkommenssicherung der Bauern und Bäuerinnen bei und sorgt für ein vielfältiges regionales Lebensmittelangebot. Fünf Jahre nach der ersten Erhebung präsentierte das WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen im November 2025 eine aktualisierte Analyse zur Direktvermarktung in Südtirol. An der Online-Umfrage beteiligten sich 268 Direktvermarkter/innen.

Die bäuerliche Direktvermarktung hat sich in Südtirol als integraler Bestandteil der Landwirtschaft etabliert. Die aktuelle Erhebung zeigt, dass die Zahl der bäuerlichen Direktvermarkter in Südtirol zwischen 2019 und 2024 um 34 Prozent von 455 auf 610 gestiegen ist. Mehr als 70 Prozent der Direktvermarkter/innen liegen über 600 m Meereshöhe. Damit trägt die Direktvermarktung indirekt auch zur Stärkung der Berglandwirtschaft bei. 77 Prozent der Betriebe werden im Vollerwerb geführt, zugleich ist die Direktvermarktung aber auch für Nebenerwerbsbetriebe eine wichtige Einkommens-

quelle. Der Anteil an Biobetrieben ist im Vergleich zur gesamten Landwirtschaft überdurchschnittlich hoch und weiter auf 28 Prozent gestiegen.
Der Umsatz aus der Direktvermarktung erhöhte sich zwischen 2019 und 2024 von 44,7 Mio. Euro auf 61,1 Mio. Euro (+36,6 Prozent). Der durchschnittliche Erlös je Betrieb blieb mit rund 100.000 Euro stabil, wobei eine deutliche Streuung zwischen kleinen und großen Betrieben zu beobachten ist. 45 Prozent der Betriebe erzie-
len weniger als 50.000 Euro Umsatz, während 30 Prozent über 100.000 Euro erwirtschaften. In Bezug auf die Produktgruppen zeigt sich eine starke Dynamik bei frischem Obst und Gemüse (+132 Prozent Betriebe) sowie bei Fleisch und Fleischprodukten (+64 Prozent Betriebe). Auch die Zahl der Anbieter von Wein und anderen alkoholischen Getränken ist gewachsen, während bei sonstigen tierischen Produkten ein Rückgang zu verzeichnen ist. Insgesamt entfallen drei Viertel des Gesamtumsatzes auf pflanzliche Produkte (davon fast 30 Mio. Euro auf Wein), ein Viertel auf Produkte aus der Tierhaltung.
Die Absatzkanäle haben sich weiter diversifiziert. Rund ein Drittel des Umsatzes stammt aus dem direkten Verkauf an Endkonsumenten (davon 15,3 Mio. Euro Ab-Hof; 3,8 Mio. Euro Bauernmärkte). Zwei Drittel entfallen auf den Verkauf an Unternehmen: Besonders stark zugenommen haben Umsätze über Zwischenhändler (+43 Prozent) und Gastronomie (+36 Prozent). Die Nachfrage wird von Touristen und Einheimischen gleichermaßen getragen, was die zentrale Bedeutung der Direktvermarktung für die lokale Wirtschaft und die regionale Versorgungssicherheit unterstreicht. Touristen spielen vor allem bei lagerfähigen Produkten wie Wein und Käse eine Rolle: Rund 40 Prozent der Ab-Hof und Bauernmarktverkäufe entfallen auf Gäste.
Herausforderungen
Die Herausforderungen sind weitgehend die gleichen geblieben: Die Hälfte der Betriebe stuft den Arbeitsaufwand und die gesetzlichen Vorschriften als sehr aufwändig ein, jeder dritte Betrieb dagegen die Vermarktung sowie die Investitionskosten. Trotz dieser Belastungen sehen die Betriebe positiv in die Zukunft. Mehr als die Hälfte der Direktvermarkter/

Trotz der zahlreichen Herausforderungen plant mehr als die Hälfte der Südtiroler Direktvermarkter einen zusätzlichen Ausbau ihrer Tätigkeit.

Rund drei Viertel des Gesamtumsatzes der Direktvermarkter stammen aus dem Verkauf von pflanzlichen Produkten, während etwa ein Viertel auf Erzeugnisse aus der Tierhaltung zurückzuführen ist.
innen plant, ihre Tätigkeit auszubauen – vor allem durch höhere Produktionsmengen, aber auch durch eine Erweiterung der Produktpalette. Besonders großes Potenzial wird für frisches Gemüse und Obst sowie Fleischprodukte und Wein gesehen. Um das ungenutzte Potenzial, insbesondere im Bereich des Tourismus, voll auszuschöpfen, sind eine verstärkte Kooperation mit der Gastronomie, gemeinsame Initiativen und ei-

„Direktvermarktung stärkt die regionale Wertschöpfung, schafft wohnortnahe Arbeitsplätze und reduziert die Abhängigkeit von externen Lieferketten. Gleichzeitig leistet sie einen wichtigen Beitrag zu Klimazielen und Ernährungssouveränität.“
Michl Ebner
Präsident der Handelskammer Bozen

ne bessere Zusammenarbeit aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette entscheidend. Einheitliche Qualitäts- und Markenstrategien sind zudem für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit unerlässlich.
INFO
WIFO – Wirtschaftsforschung Tel. 0471 945 718 wifo@handelskammer.bz.it www.wifo.bz.it
„Die Erhebung bestätigt eindrucksvoll, dass sich die bäuerliche Direktvermarktung in Südtirol als fester Bestandteil der Landwirtschaft etabliert hat. Mit mittlerweile rund 600 Betrieben trägt sie nicht nur wesentlich zur Sicherung der bäuerlichen Einkommen bei, sondern auch zur Vielfalt und Authentizität des regionalen Lebensmittelangebots. Besonders bemerkenswert ist, dass ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Direktvermarkter in höheren Lagen tätig ist. Dies zeigt, wie wichtig Direktvermarktung für die Berglandwirtschaft ist.“
Alfred Aberer
Generalsekretär der Handelskammer Bozen
610 Bauern vermarkten ihre Produkte selbst
155 Betriebe mehr als vor fünf Jahren
7,7ha Durchschnittliche Fläche
Der durchschnittliche Erlös pro Betrieb beträgt 100.200 €
10.000 € bis unter 50.000 €
50.000 € bis unter 100.000 €
100.000 € bis unter 200.000 €
200.000 € und mehr
Die Betriebe nutzen verschiedene Absatzkanäle – fast alle verkaufen direkt an Endkonsumenten.
Wein und andere
77 % Vollerwerbsbetriebe
34 % Betriebe mit Urlaub auf dem Bauernhof
60 % Durchschnittlicher Anteil der Direktvermarktung am Gesamtumsatz
3/4 des Umsatzes stammt aus pflanzlichen Produkten –vor allem aus Wein
Verschiedene Produkte aus pflanzlichem Anbau
Frisches Obst und Gemüse
Käse und Milchprodukte
Eier Fleisch und Fleischprodukte
Vor allem Mischbetriebe mit mehreren Produktgruppen haben einen sehr hohen Arbeitsaufwand.
Über die Hälfte der Betriebe (55 %) plant eine Erweiterung der Tätigkeit.
Die Neujahrstreffs der Handelskammer Bozen standen im Jahr 2026 unter dem Motto „Wohlstand sichern – der Mensch im Mittelpunkt“.
Heuer fand bereits die fünfzehnte Auflage der Veranstaltungsreihe Neujahrstreffs der Handelskammer Bozen statt. An drei Abenden stand dabei das Thema „Wohl-
stand sichern – der Mensch im Mittelpunkt“ im Fokus. Das erste Event 2026 fand am 8. Januar in der Obstgenossenschaft MIVOR in Latsch statt, am 19. Januar war

die Handelskammer im NOI Techpark in Bruneck eingeladen, während die dritte Veranstaltung am 20. Januar in der Oberalp Group in Bozen ausgerichtet wurde.
INFO
Handelskammer Bozen
Generalsekretariat
Tel. 0471 945 615
generalsekretariat@handelskammer.bz.it

Das Publikum verfolgte interessiert die Ausführungen der Referent/innen beim ersten Neujahrstreff 2026 in der Obstgenossenschaft MIVOR in Latsch. Mit dabei waren Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen; Hansjörg Mantinger, Obmann der Obstgenossenschaft MIVOR; Luis Walcher, Landesrat für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus; Monika Ohrwalder, Geschäftsführerin der Obstgenossenschaft MIVOR; Magdalena Amhof, Landesrätin für Europa, Arbeit und Personal; Mirko Udovich, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Personalberatung Staff & Line KG sowie Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen. (v.l.n.r.).


Am zweiten Neujahrstreff im NOI Techpark in Bruneck anwesend waren Michl Ebner, Handelskammerpräsident; Erwin Rauch, Professor für Smarte und Nachhaltige Produktion der Freien Universität Bozen; Sandra Unterweger von der Firma Profiservice in Rodeneck; Waltraud Deeg, Landtagsabgeordnete; Wolfgang Lukas Strohmayer, Generalkonsul von Österreich in Mailand sowie Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen. (v.l.n.r.). Die Zuhörer/innen verfolgten aufmerksam die Vorträge.


Ihren Abschluss fanden die Neujahrstreffs 2026 in der Oberalp AG in Bozen. Für einen aufschlussreichen Abend sorgten Michl Ebner, Handelskammerpräsident; Luis Walcher, Landesrat für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus; Magdalena Amhof, Landesrätin für Europa, Arbeit und Personal; Ruth Oberrauch, Vizepräsidentin der Oberalp AG; Maria Laura Frigotto, Professorin für Management und Unternehmensorganisation der Universität Trient sowie Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen. (v.l.n.r.).
Die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung in Europa verändern sich rasant. Mit der Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der EU-Taxonomie stehen Unternehmen und Banken vor neuen Herausforderungen – aber auch vor strategischen Chancen. Das wurde bei einem Vitalpin-Webinar deutlich, das die aktuelle Situation und die Auswirkungen auf Betriebe und Finanzinstitute beleuchtete.

Vitalpin ist eine Initiative, die sich für eine nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft, Tourismus und Lebensraum in den Alpen einsetzt. Im Bild der Vitalpin-Vorstand: v.l.n.r. Alfred Aberer (Generalsekretär Handelskammer Bozen), Manuel Lutz (Geschäftsführer Vitalpin), Elmar Pichler Rolle (Obmann Vitalpin), Jürgen Pichler (Marketingleiter Doppelmayr), Viktoria Haberl (Wirtschaftskammer Österreich), Josef Reiter (Vorstand Mayrhofner Bergbahnen) und Silvio Schmid (Bergbahnen Graubünden). Im Bild fehlen: Manfred Pinzger, Klaus Dengg und Matthias Wendorf.
Regulatorische Entwicklungen: Weniger Bürokratie, mehr Transparenz
Die politische Grundlage für die aktuellen Entwicklungen bildet die UN-Agenda 2030, das Pariser Klimaabkommen und der EU Green Deal, der das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 vorgibt. Mit der CSRD werden große Unternehmen verpflichtet, umfassende Nachhaltigkeitsinformationen nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) und dem Prinzip der doppelten
Wesentlichkeit zu veröffentlichen. Die Omnibus-Verordnung reduziert dabei den bürokratischen Aufwand und vereinfacht die Umsetzung der CSRD. Für Unternehmen der sogenannten „Welle 2 & 3“ gibt es einen Aufschub um zwei Jahre für die Berichterstattung sowie neue Schwellenwerte. Dadurch sinkt die Zahl der berichtspflichtigen Unternehmen in der EU von rund 50.000 auf etwa 11.000, was den administrativen Aufwand deutlich verringert. Berichtspflichtig sind Unternehmen mit mehr als 1.000
Mitarbeitenden, über 50 Mio. Euro Umsatzerlösen oder mehr als 25 Mio. Euro Bilanzsumme.
Klimawandel als wirtschaftlicher Risikofaktor
Gerade im Alpenraum steigen die Durchschnittstemperaturen etwa doppelt so schnell wie im globalen Mittel. Die Folgen sind gravierend und beinhalten direkte Kosten durch Überschwemmungen, Sturmschäden oder Dürren, indirekte Kosten durch Lieferkettenunterbrechungen, Nachfragerück-
gang und Produktivitätsverluste sowie nichtmaterielle Schäden wie soziale Destabilisierung, Migration und Biodiversitätsverlust. Zwischen 1980 und 2020 beliefen sich die wirtschaftlichen Schäden durch Extremereignisse im europäischen Wirtschaftsraum auf rund 510 Mrd. Euro.
Warum Banken Nachhaltigkeitsdaten brauchen
„Klimarisiken sind Finanzrisiken“ – dieser Leitsatz prägt zunehmend Kreditentscheidungen.
Banken bewerten Unternehmen nach ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimarisiken und der Fähigkeit, nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Sie unterscheiden dabei zwischen physischen Risiken (z. B. klimabedingte Schäden), transitorischen Risiken (z. B. CO2-Bepreisung, fossile Abhängigkeit) und sozialen Risiken (z. B. Migration, Wertverlust von Immobilien).
Banken sind regulatorisch verpflichtet, Nachhaltigkeitsdaten zu erheben, um gesetzliche Anforderungen und Berichtspflichten zu erfüllen. Sie müssen nachweisen, wie nachhaltig ihre Finanzierungen sind. ESG-Daten (Environmental, Social, Governance) zeigen, wie widerstandsfähig und zukunftsfähig ein Betrieb ist und beeinflussen direkt Kredit- und Investitionsentscheidungen. Unternehmen stehen damit indirekt unter einem fortbestehenden Datenzwang.
Strategische Vorteile durch ESGBerichterstattung
Eine offene Kommunikation über Nachhaltigkeitsleistungen schafft Vertrauen – bei Kunden, Mitarbeitenden, Banken und Investoren. ESG-Berichterstattung ist somit kein Selbstzweck, sondern ein strategischer Vorteil und Ausdruck von Zukunftsfähigkeit. Kleine und
mittlere Unternehmen (KMU) sehen sich jedoch einer wachsenden Zahl unkoordinierter ESG-Datenanfragen gegenüber, was zu hohem administrativem Aufwand und zusätzlichen Kosten führt –vor allem, weil klare Orientierung und einheitliche Standards häufig fehlen.
Unterstützung und Standards für KMU
Auf EU-Ebene gibt es mit dem VSME einen freiwilligen, vereinfachten Berichtsstandard für KMU, der Vergleichbarkeit, Transparenz und Einheitlichkeit gewährleisten soll. Er unterstützt KMU dabei, Nachhaltigkeitsdaten strukturiert und praxistauglich zu erfassen und offen zu legen. Banken empfehlen diesen Standard ausdrücklich als sinnvolle Orientierung. In Italien hat das Finanzministerium zusätzlich einen Leitfaden entwickelt, der Banken dazu anhält, bei der Einholung von ESG-Daten das Proportionalitätsprinzip zu beachten.
ESGDaten als Grundlage moderner Unternehmensführung
ESG-Daten sind Teil einer „doppelten Buchführung“, die finanzielle und nicht-finanzielle Kennzahlen integriert. Diese Ver-

Banken müssen Nachhaltigkeitsdaten erfassen und belegen, wie umweltfreundlich ihre Finanzierungen sind.

Nachhaltigkeitsberichterstattung ermöglicht es Unternehmen, ihre ökonomische, ökologische und soziale Performance ganzheitlich zu bewerten und transparent darzustellen.
knüpfung ermöglicht Unternehmen, ihre ökonomische, ökologische und soziale Performance ganzheitlich zu bewerten. Durch die systematische Erfassung und Nutzung von ESG-Daten verbessern Unternehmen ihr Risikomanagement, ihre operative Effizienz und ihr Reputationsmanagement. Unternehmen, die ESG-Daten aktiv in ihre Steuerung integrieren, stärken ihren Marktzugang, fördern ihre Innovationskraft und sichern sich langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
Praxisbeispiel: Thermische Sanierung
Die thermische Sanierung gilt als einer der wichtigsten Hebel für Energieeffizienz und Klimaschutz, da sie direkt an der Gebäudehülle und -technik ansetzt. Im Vergleich zu Neubauten verursacht sie bis zu zwei Drittel weniger graue Emissionen und hat damit eine doppelte Wirkung:
- Ökologisch: Reduktion von Energieverbrauch und CO2Emissionen.
- Ökonomisch: Senkung der Betriebskosten und Steigerung der Rentabilität. Zertifizierungen wie KlimaHaus, DGNB oder Minergie erhöhen dabei die Glaubwürdigkeit und För-
derfähigkeit. Erfolgsfaktoren sind eine gute Dokumentation, die Einbindung der Mitarbeitenden und ein professionelles Fördermanagement.
INFO
Vitalpin
Tel. +43 664 85 12 154 info@vitalpin.org www.vitalpin.org

„Die neuen Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung sind für viele Unternehmen eine Herausforderung, bieten aber auch die Chance, sich zukunftsfähig aufzustellen und das Vertrauen von Kund/innen, Partnern und Investoren zu stärken.“
Manuel Lutz
Geschäftsführer von Vitalpin
Die Handelskammer Bozen und die Stiftung Silvius Magnago suchen im Zuge der Initiative „Südtirol aus Liebe" Menschen, die aus Liebe nach Südtirol gezogen sind und davon erzählen möchten.

Die Initiative „Südtirol aus Liebe“ möchte Menschen sichtbar machen, die aus Liebe zu ihrer Partnerin oder ihrem Partner nach Südtirol gekommen sind. Viele von ihnen hatten es anfangs nicht leicht und haben es mit Geduld und Ausdauer und aus Liebe geschafft, anfängliche Schwierigkeiten zu überwinden. Sie sind hei-
misch geworden und haben ihren Platz gefunden. Damit leisten sie einen wertvollen Beitrag für Gesellschaft, Arbeitswelt und ihre Beziehung.
Verschiedene Partner
Das Projekt „Südtirol aus Liebe“ soll diese Vielfalt an Erfahrungen
abbilden und wertschätzen. Träger der Initiative sind die Handelskammer Bozen in Zusammenarbeit mit der Silvius-MagnagoStiftung, dem Verein Südtiroler in der Welt, dem Netzwerk Südstern der Südtiroler im Ausland und RAI Südtirol.
Die Initiative möchte zeigen, wie Menschen es geschafft haben, sich
in Südtirol zugehörig und wohlzufühlen. Sie verdeutlicht außerdem, wie diese Erfahrungen zum Aufbau einer Kultur des Ankommens und des Sich-Zuhause-Fühlens beitragen.
Die Inhalte werden in Form von Reportagen, Radiosendungen, Social-Media-Beiträgen sowie in digitaler und gedruckter Form veröffentlicht. Sie werden sorgfältig recherchiert und für jedes Medium passend aufbereitet, um ein stimmiges Gesamtergebnis zu schaffen.
Interessierte können sich beim Service Work in Südtirol der Handelskammer Bozen melden.
Stiftung Silvius Magnago Handelskammer Bozen Tel. 0471 945 642 suedtirolausliebe@handelskammer.bz.it www.handelskammer.bz.it

Irene Visentini und Sofía Sánchez haben gemeinsam die Sozialgenossenschaft studio comune in Bozen aufgebaut, einen Ort für Coaching, Bildung und soziale Innovation. Acht Jahre haben sie dieses gemeinsame Projekt geführt, das Menschen beim Wachsen, Lernen und Zusammenarbeiten begleitet. Seit Anfang 2025 arbeiten sie als selbständige Unternehmerinnen weiter – verbunden durch gemeinsame Werte, Freundschaft und den Wunsch, Arbeit, Familie und Zeit für sich selbst in Balance zu bringen. Das gemeinsame Büro unter den Bozner Lauben nutzen sie weiterhin als Basis ihrer Arbeit.

Nach acht Jahren gemeinsamer Sozialgenossenschaft haben Sie sich mit Ende 2024 entschieden, als Selbständige durchzustarten. Warum?
Irene Visentini: Sofía und ich haben beide gespürt, dass die Struktur der Genossenschaft, die wir sehr schätzen, uns zwar Sicherheit gab, aber auch Grenzen setzte. Der Schritt in die Selbstständigkeit war für uns wie ein tiefes Aufatmen. Beide können wir jetzt noch intensiver tun, was wir wirklich möchten. Unsere Arbeit ist heute freier und fokussierter auf Inhalte und Wirkung.
Sie sagen, Sie arbeiten mit derselben Kraft weiter, aber freier. Was bedeutet diese Freiheit für Sie?
Sofía Sánchez: Diese Freiheit ist fordernd und gleichzeitig kostbar. Ich bestimme selbst, wann und mit wem ich arbeite, und habe dadurch mehr Leichtigkeit. Es ist nicht weniger Arbeit, sondern eine bewusste Wahl. Das hat auch die Beziehung zu Irene verändert und vertieft, mit der ich weiterhin zusammenarbeite.
Irene Visentini (rechts), in Bozen aufgewachsen, ist Vermittlerin, Trainerin und Expertin für soziale Innovation, Organisationsentwicklung und spielerische Pädagogik. Nach ihrem Studium der Politikwissenschaften in Bologna arbeitete sie viele Jahre in Bildung, Freiwilligenarbeit und Genossenschaftswesen. Sie ist Mitgründerin von studio comune, Mutter von drei Kindern und verbindet in ihrer Arbeit Struktur, Kreativität und Empathie.
Sofía Sánchez (links), in Spanien aufgewachsen, ist Anthropologin, Coach und Trainerin für soziale Innovation, Talent- und Organisationsentwicklung. Sie arbeitete in Salamanca in sozialer Projektarbeit, die Liebe brachte sie nach Bozen. 2016 gründete sie mit Irene Visentini studio comune in Bozen. Als Coach begleitet die Mutter einer Tochter Menschen und Organisationen in Transformationsprozessen mit klarem Denken, feinem Humor und großer Menschlichkeit.
Irene, Sie arbeiten mit spielerischen Methoden wie LEGO® Serious Play® und Karten. Was bewirkt das Spiel beim Thema Veränderung?
Irene Visentini: Spiel öffnet Türen, die Worte oft verschließen. Es
macht Gefühle, Ideen und Wünsche sichtbar und erlaubt, ohne Angst zu experimentieren. Spielen schafft einen sicheren Raum, der Offenheit und Entwicklung fördert.

Wer sind Ihre Kund/innen, und was suchen diese bei Ihnen?
Sofía Sánchez: Viele unserer Kund/innen kommen aus Schulen, Organisationen, Unternehmen oder Gemeinden. Sie suchen keine schnellen Lösungen, sondern Begleitung, Menschen, die zuhören und beim Finden von Sinn und Richtung unterstützen. Es geht bei unserer Arbeit darum, das Wesentliche wieder zu spüren und die eigene Beziehung zu sich, zur Arbeit und zur Gemeinschaft zu klären.
Sie beschäftigen sich intensiv mit Gleichstellung. Wie sehen Sie das Thema Pension und Altersabsicherung für Frauen?
Sofía Sánchez: Das ist noch immer ein blinder Fleck in der Gesellschaft. Viele Frauen geben so viel, aber am Ende ihres Arbeitslebens fehlt ihnen die finanzielle Sicherheit. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der Sorgearbeit als Arbeit anerkannt wird, in der Teilzeit für alle normal ist. Dann können wir wirklich das Gleichgewicht leben, von dem so viele reden.
Mit der WIFI-Initiative Talent Management erhalten Unternehmen praxisnahe Strategien und Weiterbildung, um die besten Mitarbeitenden zu gewinnen, zu fördern und langfristig zu binden.
Der Arbeitskräftemangel verschärft sich zunehmend und trifft kleine wie große Unternehmen. Gute Mitarbeitende sind rar, die Besten haben die freie Wahl und werden immer öfter abgeworben. Wer im Wettbewerb um die Talente gewinnen will, muss sich positiv abheben.
Das WIFI organisiert im Rahmen der Initiative Talent Management im Frühling gezielte Weiterbildung, um die Betriebe bei der Mitarbeitersuche und -bindung zu unterstützen. Im Frühling stehen zwei besondere Highlights auf dem Programm.
Neue Seminarreihe Digitales Personalmarketing
Die neue Seminarreihe „Digitales Personalmarketing & Recruiting“ mit Start im Februar rüstet Unternehmen mit innovativen Strategien und Know-how, um auf dem modernen Arbeitsmarkt zu punkten. In vier Seminaren optimieren sie ihr Personalmarketing mit praxisrelevanten Ansätzen und Tools. Die Themen sind: Aufbau einer starken Arbeitgebermarke, klare Recruitingstrategie, geziel-

te Kampagnen, Karriereseite, SEO und zahlreiche weitere. Die Seminare sind auch einzeln buchbar.
6. WIFI Talent Event Attraktive Arbeitgeber
Unternehmer/innen und Personalverantwortliche finden beim diesjährigen Talent Event Antworten auf die Frage: Wie gelingt es, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und die Mitarbeiterbindung zu erhöhen?
Renommierte Speaker/innen beleuchten das Thema aus verschiedenen Perspektiven und stellen Erfolgsfaktoren für Arbeitgeberattraktivität vor. Die Teilnehmenden erfahren, worauf es ankommt, um zum begehrten Arbeitgeber zu werden und welche Rolle dabei die Führungskräfte und das Betriebsklima spielen. Tipps und Südtiroler Praxisberichte runden den Vormittag ab. Das Event findet am 15. April 2026 vormittags statt. Die Teil-
nahme am Event, das Gelegenheit zum Networking bietet, ist kostenlos. Die Plätze sind limitiert.
INFO
WIFI - Weiterbildung Tel. 0471 945 527 wifi@handelskammer.bz.it www.wifi.bz.it



Anmeldung direkt bei Moser Reisen: katzensteiner@moser.at
20. - 29. SEPTEMBER 2026
ab € 2.150,im Doppelzimmer
Anmeldung bis spätestens 20. Juni 2026
Hinter dem Namen Santini steht eine Unternehmerfamilie, die eine lange Tradition fortführt und zugleich bewahrt. Im Gespräch mit CEO Mauro Santini konnten wir einen Einblick in diese innovative Unternehmensgruppe erhalten, die als eine der wichtigsten Akteure im Bereich Abfallsammlung, -transport und -verwertung gilt.

Herr Santini, das RENTRI-System stellt einen Wendepunkt in der Abfallwirtschaft dar. Wie ist die Unternehmensgruppe Santini mit der Einführung des neuen digitalen Datenerfassungssystems zur Rückverfolgbarkeit umgegangen?
Mauro Santini: RENTRI ist das informatische System zur Rückverfolgbarkeit von Abfällen in Italien. Die Umstellung auf RENTRI war komplex, aber auch spannend. Es war ein starker Impuls zur Digitalisierung und Verbesserung interner Prozesse, hat aber vor allem die Kundenbeziehung gestärkt. Wir haben sie als Werkstatt für Veränderungen erlebt, die deutlich gemacht hat, wie die Rückverfolgbarkeit von Abfällen zu einem gemeinsamen Mehrwert werden kann. Die Südtiroler Unternehmen haben darauf positiv und konstruktiv reagiert, indem sie eine gesetzliche Verpflichtung in eine Wachstumsmöglichkeit verwandelten.
Welche Rolle spielt die Handelskammer Bozen für die Unternehmen in dieser entscheidenden Phase?
Die Rolle der Handelskammer Bozen war entscheidend, weil sie den Südtiroler Unternehmen mit gezielten Maßnahmen und praxis-
nahen Lösungen zur Seite steht. Das Verzeichnis der Umweltfachbetriebe der Handelskammer Bozen bietet den Unternehmen eine verlässliche und fachkundige Unterstützung.
Können Sie darlegen, wie die Optimierung der Abfallwirtschaft messbare Vorteile gebracht hat?
RENTRI war zwar aufwändiger für die Abfallerzeuger, hat jedoch vielen Unternehmen ermöglicht, fortschrittlichere Überwachungssysteme einzuführen. Dies hat die Steuerung der Prozesse verbessert, mangelnde Wirtschaftlichkeit verringert und zu einem sorgfältigeren Umgang mit Abfällen geführt. Die Abfallerzeuger müssen lernen, ihren Abfall als Ressource und nicht mehr als Problem zu betrachten.
Seit einigen Tagen ist das digitale Formular in Betrieb. Was halten Sie von Digitalisierung?
Die Digitalisierung ist ein wichtiges Ziel für die Unternehmen im Land. Anfangs kann sie Herausforderungen mit sich bringen, doch Anpassungsbereitschaft und Zeit helfen, sich in einem zunehmend digitalisierten Umfeld erfolgreich zu behaupten.
Mauro Santini (im Bild links), Unternehmer und Vizepräsident des Unternehmerverbandes Südtirol, ist in Bozen aufgewachsen. Seit seiner Jugend ist er eng mit dem Familienunternehmen verbunden und entwickelte dabei Unternehmergeist und Handlungskompetenzen. Nach seinem Bachelor-Abschluss in Betriebswirtschaft absolvierte er ein Masterstudium in Umweltmanagement an der LUISS-Universität in Rom. Somit konnte er sich die notwendigen Kompetenzen aneignen, um das Wachstum und die Innovation der Unternehmensgruppe Santini voranzutreiben. Heute unterstützt er seinen Bruder Andrea (im Bild rechts) und seinen Vater Sergio (in der Mitte) in der Unternehmensführung und führt das Erbe seines Großvaters Marino, dem Gründer des Unternehmens weiter.

Die Santini-Gruppe, ein auf nachhaltige Abfallwirtschaft spezialisiertes Unternehmen aus Bozen, blickt auf eine über 80-jährige Geschichte zurück, beschäftigt 170 Mitarbeiter/innen und hat über 10.000 Kunden.
Die Unternehmensgruppe Santini, ein traditionsreicher Konzern mit Sitz in Bozen, nimmt durch die Implementierung integrierter und innovativer Lösungen eine Vorreiterrolle in der Bewältigung der Herausforderungen in Verbindung mit Abfällen ein. Dank umweltfreundlicher Vorgehensweise werden die Materialien wiedergewonnen und in den Produktionskreislauf zurückgeführt, wodurch die Umweltbelastung verringert und ein Mehrwert für Südtirol geschaffen wird.

KI im Fokus: Was gibt es Neues?
Trends, neue Tools und Anwendungen in Unternehmen März - Mai 2026, 4 Vormittage (online, kostenlos)
Future Skills Challenge
Testen Sie Ihre Zukunftskompetenzen!
05. März 2026 nachmittags
KI & Recht: Was Unternehmer/innen wissen müssen Empfehlungen für den rechtskonformen Einsatz von KI 06. März 2026 vormittags (online, kostenlos)
Top-Trends der Unternehmenskommunikation
Moderne Ansätze und innovative Instrumente 10. März 2026 vormittags (online)
Marketing Essentials: Praxiswissen für den Erfolg Strategisch, operativ und digital 12. März 2026
Meetingmanagement: Im Sitzungs-Simulator!
Besprechungen produktiv und zielorientiert leiten 17. März 2026
Information und Anmeldung
WIFI - Weiterbildung und Personalentwicklung
Tel. 0471 945 666 | wifi@handelskammer.bz.it
Einfach online anmelden: www.wifi.bz.it
IMPRESSUM
Für die Wirtschaft – Mitteilungsblatt der Handels, Industrie, Handwerks, Tourismus und Landwirtschaftskammer Bozen – 28. Jahrgang, 1/2026
Herausgeber: Handels, Industrie, Handwerks, Tourismus und Landwirtschaftskammer Bozen
Direktion und Verwaltung: Südtiroler Straße 60, 39100 Bozen, Tel. 0471 945 672
EMail: communication@handelskammer.bz.it
Verantwortlicher Direktor: Dr. Alfred Aberer
Redaktion: Handels, Industrie, Handwerks, Tourismus und Landwirtschaftskammer Bozen
Konzept: Friedl Raffeiner
Druck: Fotolito Varesco Alfred GmbH
Veränderungen erfolgreich meistern
Freude am Wandel - Veränderungskompetenz steigern
17. März 2026
Flexible Arbeitszeitmodelle
Was ist aus arbeitsrechtlicher Sicht möglich?
20. März 2026 vormittags
SPECIAL Video-Produktion mit dem Smartphone
Von der Idee zum fertigen Video - Praxisworkshop 24. und 25. März 2026
Kommunikations- & Recruitingkampagnen Potenzielle Bewerber/innen ansprechen und binden 26. März 2026
Vertragsrecht: Know-how für Nicht-Juristen
Wie Sie Verträge rechtssicher gestalten 27. März 2026 vormittags
Bilanzanalyse I
Wie Sie Bilanzen richtig interpretieren 31. März und 01. April 2026
Fotos: Gruppo Santini, Handelskammer Bozen, IDM/Cogoli Franco, IDM/Filz Alex, IDM/ Schwienbacher Patrick, Lutz Manuel, Lobis Maria, Sánchez Sofía, Shutterstock, Sozialgenossenschaft studio comune, Tschager Alfred, Vitalpin/Lichtraum Fotostudio, Visentini Irene. Zugelassen beim Landesgericht mit Dekret Nr. 3/99
Mitglied der „Unione Stampa Periodica Italiana USPI“, Rom

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