



Forschung für die Zukunft
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Forschung für die Zukunft
Das Jahr 2025 war für unser Institut ein Jahr des Umbruchs:
Jede neue Bundesregierung bringt neue gesellschaftspolitische Schwerpunktsetzungen mit sich, aber auch mit einer neuen Hochschulleitung und einem Wechsel im TREE Direktorium gab es Anlass, sich auf Neues einzulassen.
Zweifellos sind die äußeren Umstände durch Kriege und die Verknappung von Ressourcen schwieriger geworden – etwas, das jede und jeder im täglichen Leben spürt und viele sicher geglaubte Errungenschaften ins Wanken bringt. Bildung an Hochschulen, insbesondere die gemeinsame Suche nach neuen Erkenntnissen, Fortschritten und Innovationen, können Schlüssel sein, dennoch zuversichtlich nach vorne zu schauen. Sie können auch Anker sein in einer sich immer schneller verändernden Welt.
Das TREE Institut wird daher weiter daran arbeiten, die Technologietransformation mitzugestalten und Forschung für eine nachhaltige, lebenswerte Zukunft zu betreiben.



Steffen Witzleben Dirk Reith





Das Forschungsjahr am Institut TREE begann mit einem technologischen Paukenschlag im Bereich der Leistungselektronik. Unter der Federführung von Prof. Dr. Marco Jung, Experte für Elektromobilität und elektrische Infrastruktur, präsentierte das Team hocheffiziente Stromrichter auf Basis von Galliumnitrid (GaN). Während herkömmliche Silizium-Bauteile an ihre physikalischen Grenzen stoßen, ermöglichen diese sogenannten Wide-BandgapHalbleiter deutlich höhere Schaltfrequenzen bei gleichzeitig drastisch reduzierten Energieverlusten.
In modernen Photovoltaikanlagen oder Ladesäulen für Elektroautos sorgen diese Konverter dafür, dass ein deutlich höherer Prozentsatz des gewonnenen Stroms tatsächlich genutzt werden kann, anstatt als nutzlose Abwärme verloren zu gehen. Ein weiterer Vorteil ist die massive Reduktion der Baugröße: GaN-Systeme benötigen wesentlich kleinere Kühlkörper und passive Bauelemente, was die Hardware kompakter, leichter und schlussendlich kostengünstiger macht.

Professor Jung und sein Team fokussierten sich im Jahr 2025 insbesondere auf die Charakterisierung der neuartigen Halbleiter sowie um den funktionalen Nachweis, um einen zukünftigen industriellen Einsatz zu ermöglichen.
Die Ergebnisse wurden u.a. auf der internationalen Fachkonferenz ECCE Europe diskutiert und stießen auf breite Resonanz bei führenden Halbleiter- und Stromrichterherstellern. Das Projekt verdeutlicht, wie das TREE an den fundamentalen physikalischen Bausteinen arbeitet, um die Effizienz der gesamten Energieinfrastruktur zu steigern und Ressourcen durch intelligentes Design zu schonen.
Das Projekt HyPipCo erreichte im April 2025 unter der Leitung von Prof.in Dr. Tanja Clees einen entscheidenden Meilenstein. Als Expertin für Energieinformatik und mathematisch-physikalische Simulation von Erdgas- und Wasserstoffnetzen widmet sich Clees einer der drängendsten Fragen der regionalen Energiewende: Wie kann die bestehende Erdgas-Infrastruktur im Rheinland für den Transport von Wasserstoff genutzt werden? Ein Neubau des gesamten Netzes wäre ökonomisch und ökologisch kaum tragbar, weshalb die Umrüstung („Retrofitting“) bestehender Leitungen im Fokus steht.
Zum zweiten Mal in Folge war Clees im April 2025 auf das Podium des Energiegipfels der Stadtwerke Bonn eingeladen und diskutierte mit der Oberbürgermeisterin Katja Dörner und dem Geschäftsführer Olaf Hermes insbesondere Ergebnisse des HyPipCo -Projekts. In diesem hat ihr Team eine techno - ökonomisch günstige Verbindung des im Bau befindlichen Wasserstoff-Kernnetzes mit den Gas Dampf-Kraftwerken der Stadtwerke errechnet – ein Muss zur Erreichung der Klimaziele der Stadt Bonn.
Diese wissenschaftlich fundierte
Netzplanung bietet Energieversorgern die notwendige Investitionssicherheit.

Durch die Energiesystemsimulation liefert das Team um Clees am TREE die strategische Grundlage für eine wasserstoffbasierte
Wirtschaft. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie theoretische Modelle eine praktische Brücke in eine CO2-freie Zukunft schlagen.


Die Dr. Reinold Hagen Stiftung weitet ihre Unterstützung für die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg erheblich aus. Kürzlich unterzeichneten Stiftungsvorstand Stefan Hagen und Hochschulpräsidentin Marion Halfmann eine entsprechende Vereinbarung. Die Förderung konzentriert sich insbesondere auf den Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Kommunikation sowie das Institut TREE. Ein zentraler Schwerpunkt der Kooperation liegt auf der praxisnahen Lehre und Forschung im Bereich der Kunststofftechnik. Hierbei stehen technologische Fortschritte in der Extrusion-Blasformtechnik im Fokus der gemeinsamen Bemühungen. Um die Theorie greifbar zu machen, schenkte die Stiftung dem TREE und der Arbeitsgruppe von Prof. Olaf Bruch eine Miniaturblasformmaschine. Diese ermöglicht es Studierenden, den komplexen Prozess der industriellen Massenproduktion von Kunststoffbehältern direkt in den Laboren nachzuvollziehen. Hierbei wird ein Schlauch aus geschmolzenem Kunststoff in Formen zu fertigen Hohlkörpern unterschiedlicher Form aufgeblasen. Ein Schwerpunkt der zukünftigen Förderung ist die Nachhaltigkeit in der Verpackungstechnik.

Die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Stiftung und Hochschule festigt die Verbindung von industrieller Praxis und wissenschaftlicher Exzellenz am Standort und schafft Perspektiven für die Fachkräfte von morgen. Neben Infrastruktur stärkt die Stiftung die soziale Unterstützung der Studierenden. Als neuer Premiumförderer weitet sie ihr Engagement beim Deutschlandstipendium massiv aus.
Nach neun Jahren endet eine Ära am Institut TREE.
Prof. Dr. Alexander Asteroth gab seinen Posten im Direktorium ab und übergab den symbolischen Staffelstab an seinen Nachfolger
Prof. Dr. Sebastian Houben. Alexander Asteroth, der als Gründungsdirektor die Entwicklung des Instituts maßgeblich geprägt hat, wurde im Rahmen des traditionellen „TREE-Angrillens“ im April 2025 offiziell verabschiedet.
Getreu der institutsinternen Tradition erhielt Asteroth einen kleinen Baum als Abschiedsgeschenk. Trotz seines Rückzugs aus dem Leitungsgremium bleibt Alexander Asteroth dem TREE weiterhin als aktives Mitglied erhalten. Sein Nachfolger Sebastian Houben hatte seine Tätigkeit im Direktorium bereits einige Wochen vorher aufgenommen. Houben ergänzt das TREE mit datengetriebenen Methoden, die er in den vielen offenen ingenieurwissenschaftlichen
Herausforderungen einbringen will. Asteroth und Houben arbeiten seit Langem im Projekt Garrulus zusammen und stellten fest, dass sie neben ihrer Liebe zu technischen Herausforderungen die Sorge um eine lebenswerte Umwelt vereint.


2025 feierte die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) ihr 30 Bestehen. Der zentrale Festtag fand am 9. Mai 2025 am Campus Sankt Augustin statt mit einer Festveranstaltung im Audimax, einer großen Forschungsschau für alle Angehörigen der H-BRS und ihren Gästen sowie einem anschließenden Sommerfest. Als einer der beteiligten Akteure präsentierte sich das forschungsstarke
TREE als eines der wissenschaftlichen Highlights auf der zentralen Forschungsschau.
Die Besucher konnten anschaulich erleben, wie in den Forschungslaboren angewandte Wissenschaft den Alltag der Zukunft gestaltet. Das Themenspektrum reichte von nachhaltiger Energie und E-Mobilität über moderne Materialanalyse bis hin zu H2Kreisläufen und der H2-Speicherung. Zudem zeigten die Smart Factory (Industrie 4.0) wie moderne Technologie in Produktprozessen genutzt werden kann und Exponate zur Kreislaufwirtschaft, wie die Industrie Rohstoffe effizient nutzt und Abfälle minimiert.


Neben der Technik stand der Austausch im Fokus. Dabei wurde klar: Während früher klassische Maschinenbau-Themen dominierten, liegt der Fokus heute auf der Energie-Transformation. Von der Wasserstoffmobilität bis zur klimaneutralen Fabrik präsentierte das Institut konkrete Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit.
Am 8. Juli 2025 kam der Beirat des Instituts TREE zu seiner jährlichen Sitzung zusammen. Prof. Dr. Sebastian Houben präsentierte mit einem Impulsvortrag seine Forschungsschwer punkte in den Bereichen autonome Systeme, Bildverarbeitung und Robotik und zeigte damit neue Wege für die strategische Ausrichtung des Instituts auf. Im Anschluss an die Vorstellung aktueller Erfolge und Herausforderungen entwickelte sich eine rege Debatte über zukünftige Chancen und Potenziale.


Besonderes Interesse galt dem Projekt Garrulus, das die Wiederaufforstung und das Monitoring geschädigter Waldflächen mittels Drohnen und künstlicher Intelligenz untersucht. Anerkennung fand zudem die hohe Drittmittelquote sowie die allgemeine Entwicklung des Instituts als relevanter Akteur in der gesellschaftlich orientierten Forschung. Trotz der guten Aufstellung für kommende Herausforderungen wie den demografischen Wandel und sinkende Studienzahlen forderte der Beirat zu einer konsequenten Problemanalyse auf. Impulse wurden auch für die Erschließung neuer Zielgruppen, neuer Finanzierungswege und Industriekooperationen gegeben. Die Institutsleitung verabschiedete Dr. Ingrid Pfleiderer, die nach langjähriger, engagierter Begleitung aufgrund ihres Ruhestands aus dem Beirat ausscheidet.


Wissenschaftler*innen des TREE präsentierten sich Anfang Juli 2025 auf der internationalen Konferenz „Advanced Computational Engineering and Experimenting“ (ACEX2025) in Neapel. Mit zahlreichen Vorträgen und Postern demonstrieren die Forschenden ihre Expertise im Bereich „Materialien und Prozesse“. Für seinen Beitrag zur Optimierung blasgeformter Verpackungen wurde Doktorand Alexander Busch in der Poster Session mit dem ersten Preis ausgezeichnet und präsentierte zudem aktuelle Erkenntnisse in einem Vortrag. Die Arbeit entstand zusammen mit Prof. Dirk Reith und Prof. Olaf Bruch. Doktorandin Cassandra Moers stellte Ihre aktuellen Forschungsergebnisse zur Lebensdauermodellierung von Aluminiumdrähten vor. Die präsentierte Arbeit entstand mit Prof. Christian Dresbach.
In der Sommerhitze leiden die Konzentrationsfähigkeit und das Wohlbefinden massiv. Dass ein angenehmes Raumklima auch ohne energieintensive Klimaanlagen möglich ist, zeigt die Forschung von Prof. Dr. Ingo Groß mit seinem innovativen Pilotprojekt am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Kommunikation (IWK).
Am Campus Sankt Augustin wurde in Raum B101 ein System implementiert, das moderne Gebäudeautomation mit individueller Nutzersteuerung vereint.
Das Kernproblem bisheriger Automatiksysteme war die mangelnde Flexibilität, da zentrale Befehle für alle Lüftungsklappen oft im Konflikt mit den spezifischen Bedürfnissen vor Ort standen. Der nun entwickelte Prototyp einer Verschattungs- und Belüftungs-App löst dieses Problem nun elegant: Lehrkräfte oder Mitarbeitende können durch das einfache Scannen eines QR-Codes die Automatik für ihre Veranstaltung individuell steuern oder deaktivieren. So lassen sich Lichtschutz und Luftzufuhr passgenau regulieren, während nach der Nutzung eine intelligente Systemautomatik wieder die energetisch

optimierte Basissteuerung übernimmt. Die erfolgreiche Umsetzung war ein interdisziplinäres Gemeinschaftswerk unter Beteiligung des Dezernats Bauen und Sicherheit, das die Lüftungsklappen auf moderne KNX-Bustechnik umbaute, sowie des Instituts für IT-Service, das die Serveranbindung sicherstellte. Flankiert wurde das Projekt durch das Nachhaltigkeitsmanagement und Expertise zur IT-Sicherheit. Das Feedback ist durchweg positiv; Prof. Ingo Groß beschreibt die Atmosphäre im Pilotraum als vergleichbar mit dem Arbeiten unter einem schattigen Baum. Langfristig soll daraus das Forschungsprojekt „Smart Facility“ entstehen, das mittels zusätzlicher Sensordaten zu CO2, Temperatur und Wetterbedingungen den Energieeinsatz auch im Winter minimiert und den Komfort weiter steigert.
Die Studie „Das Wasserstoffkernnetz und die Transformation der energieintensiven Industrie in Bonn-Rhein-Sieg“ entstand im Auftrag der IHK Bonn/Rhein-Sieg unter Leitung von Prof.in Dr. Tanja Clees, Professorin an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und Forscherin am Fraunhofer-Institut SCAI. Sie untersucht detailliert, wie die Region –mit energieintensiven Branchen wie Chemie, Metallverarbeitung und Glasproduktion – bis 2032 eine CO₂-reduzierte Energieversorgung erreichen kann. Allein der Jahresverbrauch der analysierten 26 energieintensiven Unternehmen der Region liegt bei rund 2,7 Terawattstunden Erdgas, was eine ambitionierte Dekarbonisierung erfordert.
Clees nutzte die Fraunhofer SCAI-Software MYNTS (Multiphysical Network Simulation Tool), um komplexe Szenarien zu modellieren: Sie simulierte den Anschluss lokaler Unternehmen ans geplante Wasserstoffkernnetz und bewertete Transportkapazitäten sowie technische Chancen für Trailerbelieferung bzw. lokale Standorte für Elektrolyseure.

Das Fazit ist klar: Das nationale H₂-Kernnetz bietet genügend Kapazitäten für Bonn-RheinSieg, inklusive Machbarkeitsnachweis für Varianten wie links- oder rechtsrheinische Leitungen.
Die Studie betont jedoch offene Hürden: Unternehmen brauchen dringend Planungssicherheit durch politische und regulatorische Klarheit, schnellere Genehmigungen sowie engere Kooperation zwischen Industrie, Kommunen, Stadtwerken und Netzbetreibern. Die Studie liefert konkrete Empfehlungen für die Sektorenkopplung und unterstützt damit die Städte und Kommunen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis zur Umsetzung ihrer ambitionierten Klimaziele.
Die Teams um Prof.in Dr. Corinna Thomser und Prof. Dr. Dirk Reith präsentierten erfolgreiche Institutsforschung auf der renommierten EUROMAT25 in Spanien. Auf der bedeutenden Flaggschiff-Konferenz der Materialwissenschaften stellte die Delegation Ergebnisse aus den BMBF-Projekten „WireLife“ und „PAExSiDur“ vor. Die Beiträge befassten sich mit der Lebensdauer von Aluminiumdrähten in der Leistungselektronik sowie der Alterung blasgeformter Polymere. Zusätzlich demonstrierte das Team von BRS Motorsport e.V., wie die Formula Student als Plattform für die Entwicklung innovativer Hochleistungskomponenten dient. Dieser internationale Auftritt unterstreicht die Spitzenstellung der Hochschule Bonn-Rhein der aktuellen Materialentwicklung und stärkt die europäische Forschungsvernetzung des Instituts.


Der Erfolg landwirtschaftlicher Innovationen hängt maßgeblich davon ab, wie effektiv Forschungsergebnisse den Weg aus dem Labor in die praktische Anwendung finden. Das Projekt EU-FarmBook setzt genau hier an: Es entwickelt eine zentrale digitale Plattform, die wissenschaftliche Erkenntnisse bündelt und sie für Land- und Forstwirt *innen, bzw. Berater *innen in ganz Europa nutzbar macht.
Ein entscheidender Faktor für das Gelingen dieses Vorhabens ist die zielgruppengerechte Kommunikation. An der Hochschule BonnRhein-Sieg (H-BRS) leitet Prof.in Dr. Katharina Seuser das Teilprojekt, das die Brücke zwischen der Wissenschaft und den Medien schlägt. Ihre Arbeit konzentriert sich darauf, Journalist*innen aktiv in den Innovationsprozess einzubinden, um sicherzustellen, dass neue Technologien und Methoden – wie etwa autonome Systeme zur Unkrautregulierung – verständlich und praxisnah vermittelt werden.

Ein praktisches Beispiel für diese Arbeit war die von Katharina Seuser mitorganisierte Pressereise des europäischen Agrarjournalist*innen-Netzwerks (ENAJ) im September 2025 in Bonn. Solche Veranstaltungen dienen dazu, den direkten Austausch zwischen Forschungseinrichtungen und Medienvertretern zu fördern und die Plattform EU-FarmBook als verlässliche Quelle für mehrsprachiges Fachwissen zu etablieren. Durch die Aufbereitung von Forschungsergebnissen in Form von standardisierten „Knowledge Objects“ stellt das Projekt sicher, dass wertvolles Wissen nicht in akademischen Berichten verloren geht, sondern direkt zur Modernisierung der europäischen Landwirtschaft beiträgt. Die Verknüpfung von wissenschaftlicher Expertise und journalistischer Vermittlung, wie sie an der H-BRS unter der Leitung von Katharina Seuser praktiziert wird, ist dabei ein wesentlicher Baustein für eine zukunftsfähige Bioökonomie.
Nur zwei Tage nach der Agrar-Tagung öffnete das Institut TREE im Rahmen der „Nacht der Technik“ Ende September 2025 seine Türen für die breite Öffentlichkeit. Über 500 Besucher *innen nutzten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen moderner Nachhaltigkeitsforschung zu werfen. In den Laboren konnten die Gäste beispielweise Projekte wie „reTURN“ von Prof.in Dr. Stefanie Meilinger oder die moderne Produktprozesstechnologie im Smart Factory Labor von Prof. Dr. Ingo Groß erleben.
Weitere Highlights waren die Vorführungen zur additiven Fertigung und zur computergestützten Simulation, bei denen die Besucher *innen selbst Parameter verändern und die Auswirkungen auf die Energieeffizienz beobachten konnten. Prof. Dr. Dirk Reith betonte, dass die großen Transformationen wie die Wärmewende oder der Ausstieg aus fossilen Energieträgern nur gelingen können, wenn die Menschen die technologischen Hintergründe verstehen und unterstützen. Die Nacht der Technik unterstützt darin zu zeigen, wie erfahrbar nachhaltige Forschung im Institut TREE für jeden sein kann.


Im September 2025 trafen sich wieder interessierte Mitglieder des TREE in Haus Schlesien/Königswinter zur jährlichen Klausurtagung.
Die zweitägige Veranstaltung dient als zentrale Plattform, um Forschungsergebnisse zu evaluieren und innovative Ideen auszutauschen, sowie die strategische Ausrichtung der Arbeitsgruppen neu zu justieren. Prof. Dr. Steffen Witzleben eröffnete die Tagung mit einem Rückblick auf ein erfolgreiches Institutsjahr, das durch zahlreiche bewilligte Forschungsanträge, eine verstärkte Vernetzung mit kommunalen Partnern und eine gesteigerte industrielle Kooperation geprägt war.

Zwei Keynotes setzten wichtige Impulse für die anschließenden Diskussionen:

Die Vizepräsidentin für Forschung Prof.in Dr. Teena Hassan referierte über die Herausforderungen der Internationalisierung und Digitalisierung, während Prof. Dr. Martin Sieber und Karoline Noth vom CENTIM Potenziale für Gründungen im Bereich Nachhaltigkeit aufzeigten. Ergänzt wurde das Programm durch Vorstellungsvorträge der neuen Mitglieder Prof. Dr. Fabian Sommer und Prof. Dr. Matthias Johannink. Neue professorale Mitglieder dürfen sich in der Regel über eine TREE Starförderung für ihre Forschungsvorhaben freuen.
In der anschließenden PhD-Poster Session wurden die besten wissenschaftlichen Beiträge prämiert. Die drei ersten Plätze belegten Luise Friedemann, Philipp Spelten und Alexander Jaekel.
Ziel des aus der Startförderung unterstützten Projekts ist es, die Energie- und CO₂-Intensität thermischer Trennprozesse, insbesondere der Destillation, deutlich zu reduzieren. Diese Prozesse verursachen derzeit rund 2 % des weltweiten Energiebedarfs und basieren überwiegend auf fossilen Energieträgern. Ein zentraler Ansatz zur Emissionsminderung ist die Integration elektrisch betriebener Wärmepumpen in thermische Trennverfahren.
Trotz ihrer zunehmenden wirtschaftlichen Attraktivität werden derartige integrierte Systeme in der industriellen Praxis bislang nur zögerlich eingesetzt. Hauptursachen hierfür sind die hohe prozesstechnische Komplexität sowie der Mangel an leicht zugänglichen und verlässlichen Prozessinformationen für Auslegung, Planung und Betrieb. Das Forschungsvorhaben von Prof. Matthias Johannink zielt auf die Entwicklung methodischer Grundlagen zur ganzheitlichen Beschreibung integrierter Destillations-Wärmepumpen-Systeme. Im Fokus stehen dynamische, physikalisch fundierte Simulationsmodelle, die modular aufgebaut, flexibel erweiterbar und sowohl für Forschungszwecke als auch für die ingenieurwissenschaftliche
Lehre nutzbar sind. Methodisch gliedert sich das Projekt in vier Arbeitspakete:


Die Analyse und Auswahl geeigneter Simulationsumgebungen, die Implementierung und Sensitivitätsanalyse der Modelle, die Vorbereitung einer experimentellen Validierung und die Dokumentation der Ergebnisse und Vorbereitung weiterführender Förderanträge.
Das Vorhaben leistet einen Beitrag zur strategischen Weiterentwicklung der Forschung am TREE und zur Anbahnung größerer Drittmittelprojekte. In ersten Arbeiten werden schwerpunktmäßig Modelle, für die im Kontext besonders relevanten Wärmeübertrager entwickelt. Dazu wird derzeit die erforderliche Infrastruktur für die Durchführung von CFDSimulationen aufgebaut. Die Aufnahme systematischer Simulationsstudien, sowie der Aufbau eines Versuchsstands zur experimentellen Validierung ist geplant.
Gegen Ende des Jahres 2025 haben die ersten Aktivitäten im Projekt VERENA – Verbundene Energiesysteme: Regelungsstrategien, Emulation und Nachhaltigkeitsanalysen begonnen. Ziel des Projektes von Prof. Fabian Sommer ist es, eine modulare Forschungsumgebung zu etablieren, in der Energiemanagementund Regelungsstrategien für dezentrale Energiesysteme (z. B. Gebäude- und Quartiersanwendungen) realitätsnah entwickelt und vergleichbar bewertet werden können.
Einen ersten Schwerpunkt bildet hier die technische und organisatorische Vorbereitung des Aufbaus. Dazu werden die Anforderungen an zentrale Komponenten (Mess-/Steuertechnik, Schnittstellen, Datenlogging) konkretisiert und erste Beschaffungen angestoßen, um die notwendige Infrastruktur schrittweise verfügbar zu machen. Parallel erfolgt die Entwicklung von Ansätzen zur späteren Integration in laufende Forschungs- und Lehraktivitäten. Inhaltlich wird VERENA insbesondere als Enabler für anwendungsnahe Forschung positioniert. Hierzu werden aktuell Gespräche zur Projektanbahnung aufgenommen, in denen eine Mitarbeit an einem Quartiers-Energiekonzept im Fokus steht.


Dabei könnten insbesondere die Themen Energiemanagement (z. B. Optimierung von Eigenverbrauch und Flexibilität) sowie Vermarktung (z. B. Nutzung von Flexibilitäten und geeignete Betriebsstrategien) bearbeitet werden. Die Startförderung unterstützt damit gezielt die Vorbereitung einer belastbaren Projektbasis und die Einbindung in potenzielle Verbünde. Im Jahr 2026 ist vorgesehen wichtige Beschaffungen abzuschließen, erste Komponenten in die Plattform zu integrieren und darauf aufbauend die geplanten UseCases sowie eine Drittmittelperspektive weiter zu konkretisieren

Die Bundestagsabgeordnete Katrin Uhlig (Bündnis 90/Die Grünen) informierte sich bei Prof.in Dr. Tanja Clees über den aktuellen Stand der Wasserstoffforschung an der Hochschule Bonn-RheinSieg. Im Mittelpunkt des Besuchs standen praktische Einblicke in das Wasserstofflabor, wo ein Elektrolyseur Wasserstoff für Metallhydrid-Speicher zur Nutzung in Brennstoffzellen erzeugte. Diese Technologie als Ersatz für fossil betriebene BHKWs kann die Wärmewende in städtischen Quartieren unterstützen. Das Team um Clees forscht zudem daran, wie Wasserstoff für die Umrüstung der Industrie sowie für bestehende Gas- und Dampf Kraftwerke genutzt werden kann. Während des Rundgangs prä sentierten Promovierende ihre Forschungsarbeiten und diskutierten mit der Politikerin über die lokale Produktion von grünem Wasser stoff zur Sicherung der Industriestandorte in Nordrhein-Westfalen. Neben technischen Details kamen auch kritische energiepolitische Themen zur Sprache. Tanja Clees thematisierte bestehende Hemm nisse in der aktuellen Forschungsförderung und Politik, betonte jedoch,
dass diese Herausforderungen das Team zusätzlich anspornen. Nach einem intensiven Austausch blicken beide Seiten motiviert auf kommende Projekte, die den Weg in eine klimaneutrale Energiezukunft ebnen sollen.

Das Jahr 2025 endete am Institut TREE mit einem internen Fokus auf die Professionalisierung der Außendarstellung. Unter Mitwirkung von Prof.in Dr. Katharina Seuser wurde ein umfassender Workshop zum Thema „Recht am eigenen Bild und Wissenschaftskommunikation“ durchgeführt.
In einer Ära, in der Forschungsergebnisse fast in Echtzeit über soziale Medien und digitale Kanäle verbreitet werden, ist die rechtssichere und ethisch korrekte Darstellung von Menschen und Projekten von höchster Relevanz. Der Workshop erarbeitete klare Leitlinien für die Forschenden, wie sie ihre Arbeit medial begleiten können, ohne Persönlichkeitsrechte zu verletzen oder die Seriosität der wissenschaftlichen Aussage zu gefährden.
Prof.in Seuser betonte, dass gute Wissenschaftskommunikation heute ein essenzieller Bestandteil jedes Forschungsprojekts ist, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu sichern und junge Talente für technische Berufe zu begeistern.

Prof.in Seuser betonte, dass gute Wissenschaftskommunikation heute ein essenzieller Bestandteil jedes Forschungsprojekts ist, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu sichern und junge Talente für technische Berufe zu begeistern. Das TREE investiert hierbei in die Schulung seiner Mitarbeiter, um komplexe Themen wie die Energiewende oder die Kreislaufwirtschaft nicht nur fachlich brillant, sondern auch visuell ansprechend und rechtlich einwandfrei zu kommunizieren. Dieses Thema rundet den Jahresbericht 2025 ab, indem es zeigt, dass das Institut TREE auch auf administrativer und kommunikativer Ebene höchste
Qualitätsstandards anlegt, um seine Mission einer nachhaltigen Technikentwicklung erfolgreich in die Welt zu tragen.
Der Inhalt des Jahresberichts wurde in wesentlichen Teilen mit Künstlicher Intelligenz erstellt.
Wir nutzen ein vereinfachtes und ressourcensparendes Layout, welches aus Nachhaltigkeitsgründen nicht mit Künstlicher Intelligenz erstellt wurde.
DOI: https://doi.org/10.18418/opus-9545
